. _ . _ _ MfSSrtÄÄii« ^ ^ *r i isacrtrflg TM3M «-OU^I /3TII iipr ^ mnmni Ewz«loerra«ssvreis: SSO H M MM Hj M M II HI jfl B . 1 UMW NW DUM D » . svätesrenS b i« 6 Uhr nachm. SR«!«. nub ^^ ^ ^ TT *W ^ +WWM W W * ^ K--rnwr-»ans»lüsse: ^mfnps^rl / my .ftSSW?, tA ™"tie jetzige günstige Konjunktur gerade vor einer neuen Präsidentenwahl beginnt, und zwar zu «ttter Zeit, wo die Partei an der Macht sich be- findet, deren Leistungen in den künftigen Wahl- kämpfen allerhand Zweifeln und Angriffen aus- gesetzt werden dürsten. In diesem Zusammen- öäitße darf nicht vergessen werden, das; einen der stärksten Einflüsse aus die Gestaltung der Wirtschaftslage das Nederal Reserve Board aus- iuüben vermag, das die Kontrolle über die Ausdehnung des Kredits und die Gestaltung des Diskonts in der Hand hat. Es liegt durchaus in der Hand dieser staatlichen Organisation, deren Leiter von der jetzigen Administration be- stellt sind, von sich ans den Verlaus der Kon- junktur zu bestimmen: dauert diese bis ziemlich weit in das nächste Jahr hinein, so wird das auf die Präsidentschaftswahlen im November den gewünschten Einfluß zugunsten der republi- kanischen Partei ausüben. Neben diesen innerpolitischen Erwägungen her bestehen noch Zusammenhänge zwi- schen der momentanen Hochkonjunk- tur und der Außenpolitik Hardings. Da die jetzige günstige Lage der amerikani- schen Wirtschaft allem äußeren Anschein nach mit dem Außenhandel der Vereinigten Staaten nichts zu tun hat. dürfte sie für die Politik des Verstärkter Druck. 3. Bon unserer Berliner Redaktion wird uns ««• drabtet: Man gewinnt meHr und mehr den Eindruck, daß die Franzosen, in der Hoffnung, ihr Ziel zu erreichen, ehe die Verhandlungen mit England zu irgend einem greifbaren Resultate gekommen sind, im Ruhrgebiet den Druck außerordentlich verscharfen um so den Widerstand der Bevölkerung zu brechen. Dem dient die Stillegung der letzten Eisenbahnlinie, auf der noch ein Ver- kehr mit dem unbesetzten Gebiet möglich war, und dem dienen ebenso die neuen Versklavungs- ordonnanzen der Rheinlanbskommission, die die Absperrung des besetzten Gebietes herbeiführen sollen und neue Erschwernisse für die ohnehin schwergeprüfte Bevölkerung bringen. Dein- gegenüber kann für Deutschland die Parole auch weiterhin nur lauten: Ruhe und Besonnenheit. Das scheint umso nötiger, als auch Anzeichen da- für vorliegen, daß die Franzosen verstärkte Pro. vokationskommandos in das Ruhrgebiet entsen- den, um dort die Bevölkerung zu unbesonnenen Handlungen hinzureißen. Diese würden ihnen dann wieder den Borwand zu neuen schärferen Maßnahmen bieten. Gleichzeitig könnten sie England gegenüber damit den Beweis führen, wie gefährdet die Besatzungstruppen im Ruhr- gebiet seien, und daß deshalb zunächst der paf- sive Widerstand beseitigt werden nrüsse, ehe man an Verhandlungen denken könne. Poinearö selbst scheint freilich kaum der Mei- nung zu fein, daß er — er hat ja die Stärke deö deutschen Widerstandes zur Genüge kennen ge- lernt — auf diesem Wege zum Ziele kommt, und er hofft offenbar, noch einmal England vor seinen Wagen spannen zu können. Er hat in- zwischen Englands Fragebogen beantwortet und hat hier das Programm für die Aufgabe des passiven Widerstandes entwickelt. Die Bedin- gungen, die er dem „Journal" zufolge stellt, sind für Deutschland undiskutabel, denn sie bedeuten nichts anderes als eine bedingungslose Unter- werfung. Poinearö fordert nämlich, dem „Echo de Paris" zufolge, vor allem, die Aufhebung aller Verordnungen und Gesetze der Reichsregie- rung. mit denen den Beamten verboten war. den Anordnungen der Alliierten im Ruhrgebiet Folge zu leisten. Ferner eine Amnestie für alle Deutsche, die von deutschen Gerichten ver- urteilt worden sind, weil sie sich den Verord- nungen der Alliierten gefügt haben u. ein schrift- liches Versprechen der deutschn Regierung, daß gegen jene deutschen Beamten, die sich den alli- ierten Behörden gefügt haben, keinerlei Ver- geltungsmaßnahmen ergriffen werden. Dann fordert Frankreich die Wiederaufnahme der Arbeit durch die deutschen Eisenbahner, sowie eine Verordnung der deutschen Regierung, wonach allen Beschlüssen und Verfügungen der Rhein- landkommission Folge zu leisten sei, und daß auch die Urteile der französischen Militärgerichte volle Geltung haben. Diese Bedingungen Boincaräs laufen auf nichts anderes als auf das Verlangen nach einer vollständigen Kapitulation der Reichsregie- rung hinaus. Es ist in den letzten Tagen nicht nur in Deutschland, sondern mit erhöhtem Nach- druck gerade in der englischen Presse darauf hin- gewiesen worden, daß es keiner deutschen Re- gierung möglich sein wird, sich unter ein der- artiges Joch zu beugen, wie es Herr Poinearö Deutschland auflege» will. Nun wird es sich zeigen^ ob England entschlossen ist. dem Willen die Tat folgen zu lassen, und ob die Erkenntnis, baß man von keiner deutschen Regierung eine derartige Kapitulation verlangen könne, nicht nur eine leere Phrase bleiben wird. Die englischen Anfragen. London, 16. Juni. (Trahtber.) Der diplo- matische Berichterstatter des „Daily Telegraph" schreibt, die Kopie des am Montag nach Paris gesandten britischen Memorandums sei auch der belgischen und der italienischen Regierung über- mittel! worden. Das Memorandum enthalte neun Punkte, von denen acht die Gestalt von Fragen haben und den Zweck verfolgen, von Frankreich eine klare. Information seiner Po- litik in folgenden Punkten zu erhalten: Einstellung des deutschen passiven Widerstan- bes. Unsichtbare militärische Besetzung, schritt- weise Räumung, wirtschaftliche Ausbeutuna von Hardingfchen Kabinetts hinsichtlich einer Fern- Haltung von dem europäischen Fragenkomplex ein weiteres starkes Argument abgeben. Es mag so dargetan werden, daß die Vereinigten Staaten sehr gut ohne den Wiederaufbau Euro- pas bestehen können, und da die Frage der Teil- »ahme Amerikas an den europäischen Beratun- gen einen der wichtigsten Programmpunkte bei den Wahlkämpfen abgeben wird, kann die jetzige Hochkonjunktur >ein ausgezeichnetes Argument für die republikanische Politik der „alootness" tFernhaltung) liefern. Diese „kleinamerikanische" Einstellung der re- publikanischen Partei wird jedoch eine gewisse Abänderung erfahren durch den Umstand, baß die infolge der starken Goldeinfuhr vorhandenen großen Mengen freien Kapitals eine Investie- rung außerhalb der Union verlangen. Diese Pfändern. Memorandum von Deutschland, Eisenbahnregie für die Rheinland? nnd Frage der Zollgrenze zwischen dem besetzten und nicht besetzten Deutschland. », Der 9. Punkt stellt eine Weigerung dar, der französischen Mindestforderung in bezua auf die A», B= und L-Fouds, wie sie im Janugrplan Poincarös dargelegt ist. soivic der Beschränkung der Erörterungsgrundlage auf diesem Plan zu- zustimmen. Der Berichterstatter hält es nicht für undenkbar, daß nach Eingang der Antwort auf das englische Memorandum die britischen Diplomaten versuchen werden, auf informellem Wege von der deutschen Regierung gewisse ergänzende Einzelheiten zu dem letzten deutschen Memorandum zu erhalten. Der Berichterstatter ist der Ansicht, es müsse ohne allzugroße Schmie- rigkeiten festgestellt werden können, inwieweit die deutsche Regierung den Franzosen in ihrer Forderung nach Einstellung und Suspendierung des passiven Widerstandes entgegenkommen würde, vorausgesetzt, daß sich eine derartige Forderung auf die offizielle deutsche Aktion in diesem Punkte beschränkt und welche Zuge- st ä n d n i s f e die deutsche Regierung im Aus- tausch dagegen verlangt. London. 15. Juni. Reuter meldet, Groß- britannien werde jetzt die Antwort Frankreichs auf das ihm übermittelte Memorandum ab- warten, die alsdann vom Kabinett sorgfältig erwogen werden würde, sobald sie eingetroffen fei. Es sei wahrscheinlich, daß dieser Meinungs- austausch durch die diplomatischen .Kanäle fort- dauern werde, bis der Standpunkt der betet- ligten Regierungen sorgfältig definiert worden sei. Im Falle eines erfolgreichen Ausganges des Meinungsaustausches werde es möglich sein, zu einer Entscheidung über die au Deutschland zu erteilend« Antwort und über die Frage der Einberufung einer internationalen Konferenz zu gelangen. Belgien. a. Paris, 18. Juni. lEig. Drahtver.) Trotz der belMchen Ministerkrise ist nach den Pariser Avendvlättern die Aussprache zwischen Paris und BrÄffel nicht eingestellt worden. Jasper und Dheunis beschäftige» sich, trotzdem sie sich in Demission befinden, weiter mit den Fragen der auswärtigen Politik. Immerhin rechnet man damit, daß durch die b Mische Krise die.Ueber- sendung der franzölsiichen Antwort nach London verzögert wird. Die Pariser Regierung wünscht keine schriftliche Antwort zu geben, sondern wü'rdc mündliche Verhandlungen zwischen Bot- schafter und Regierung vorziehen. Die Franzosen werben sich aber über alle Fragen der Ruhrbesetzung zunächst mit Belgien verständi- gen, be>oor sie der engilischen Regierung irgend- eine Antwort erteilen. England und Belgien. London, 15. Juui. iE ig. Drahtber.) Die englische Regierung hat der belgischen Regierung mitteilen lassen, daß sie eine Kopie des Memorandums erhalten werde, das die englische Regierung Poinearö zustellen ließ. Nene Schikanen. Paris, 15. Juni. lDrahtber.> Die Rheinland- kommifsion, hat, wie Äe „Havas-Agentur" meldet, gestern wieder eine Serie von Ordonanzen er- lassen. In keinem Bericht wird aber angegeben, ob die Entscheidungen mit Stimmenmehrheit oder mit Stimmengleichheit getroffen wurden. U. a. soll der verstärkte Straßenbahnverkehr von nun an nicht mehr gedulöet werden. Es wurde vielmehr beschlossen, daß die Straßenbahn- g e s e l l sch a f te n ihren Betrieb auf die normale Ausdehnung vom Jahre 1922 zurückzuführen haben. Des weiteren soll von nun an den Kommune» die Wiedergutmachung eineb jeden Schadens auferlegt werden, der durch Sabotage oder aus irgend einem andern Grunde, so z. B. bei der Erfüllung der deutschen Lieserungsverordnung entstanden ist. Weitere Ordonnanzen sollen den Reifeverkehr der Be- amten erschweren. Es soll die Reisebewilligung nur insoweit gegeben werden, als es sich um unumgängliche Besprechungen im Interesse der Bevölkerung handelt. Die Bezirksdelegierten allein sollen diese Bewilligung erteilen. Für ganz bestimmte Fälle behält sich jedoch die Rhein- lanöskommiksion selbst die Entscheidung vor. Investierungen beanspruchen mehr und mehr für sich die diplomatische Unterstützung Washing- tons und verwickeln die Vereinigten Staaten In immer zahlreichere außenpolitische Angele- genheiten. Ein starker Kapitalabfluß findet besonders nach Südamerika statt, wo nordameri- konisches Gelb europäisches und befonbers eng- lisches Kapital ablöst. Starke amerikanische Finanzinteressen fEhester-Konzern) haben im Nahen Osten Europas sich ins Spiel gemischt, unö es verlautet auch von Absickten, sich an der Neuordnung zu beteiligen, die einmal das Ehaos an der Ruhr ablösen muß. Dieses alles übt einen Druck auf die republikanische Admini- stration iu der Richtung aus, daß sie bei ihrer Isolierungspolitik in bezng auf Europa um ge- wisse Modifizierungen nicht wird berumkomme» können. Aus diesen Gründen hat in der Hauptsache auch die Administration Hardina den Vorschlag des Beitritts zum Permanenten Gerichtshof im Haag als Wahlparole herausgestellt. Hardings Aeußerungen zugunsten des Schiedsgerichts werden trotz seiner gegenteilige» Versichern»- gen doch als ein erster «Schritt in Richtuu'g auf irgend eine Art Völkerbund gedeutet und dürf- ten eine Folge davon sein, daß amerikanisches Kapital in immer stärkerem Umfang von de» politische» Angelegenheiten Europas tangiert wird. Sollten die Vereinigten Staaten wirklich ihre Unterstützung dem Haager Schiedsgericht leihe», so könnte das dieser Institution eine Autorität und einen Einfluß verschaffen, die über das Ansehen und den Einfluß des Völker- bundS, wie er jetzt geartet ist, weit binansgehen. Das Ganze stellt somit eine höchst geschickte stra- tegische Bewegung vonseiten der republikaui- schen Verwaltung dar. die sich sowohl den nicht wegzuleugnenden amerikanischen Idealismus sür irgeud eine Form von Völkerbund zunutze machen und zugleich den Vereinigten Staate» die Möglichkeit wahren will, sich in ihrer neuen Rolle als „Mporteur" von Kapital vor allem die damtt verbundenen politischen Komplikatio- neu zu sichern. Um den Konflikten aus dem Weg zu gehen, in die Amerika als Weltbankier mit den alten kamtalexportierenden Ländern in der Zukunft, und zwar in der allernächsten schon, geraten könnte, hat Harding den Ausweg des Beitritts zum Haager Gerichtshof gewählt, nicht ohne dabei dem Völkerbund in seiner jetzi- gen Gestalt und seinem Wesen eine Verurtei- lung schärfster Natur angedeihen zu lassen. Diese erfolgte gelegentlich einer aufsehen- erregende» Nebe Hardings beim jährlichen Luncheo» der Associated Preß am 24. April in Neuyork, mit de: Harding seine große Rede- Tournee durch die Union eröffnete und in der er nochmals betonte, daß ein Beitritt znm Völkerbund „wederdurch die Seiten- tür, noch durch die Hinter- oder die K e l l e r t ü r" beabsichtigt sei. Um die Option Amerikas für den Gerichtshof zu begründen, führte Harding — auch um zu belegeu, daß er seit je gegen den Beitritt zum Völkerbund ge- wesen — aus einer früheren Rede an: „Dieser ider Haager Gerichtshof) ist ein juristisches Tri- bunal, dem feste und gültige Prinzipien des Rechts walten, die ohne Leidenschaft oder Vor- teil angewandt werben: jener lder Völkerbund) ist eine Bereinigung von Diplomaten und Po- litikern, deren Entscheidungen sicher sind, durch Erwägungen, wie Selbstsucht und nationalen Eigennutz (by considerations oi expediency and national selfishraess bestimmt zu werden." V. I. Deutscher Michstag 366. Sitzung. — Berlin, 15. Juni. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung der Vorlage zur Aen- deruug des Reichsversorgungsgesetzes, des Altcrsrentncrgesetzes und des Offizierpenfionsgefetzes. Durch de» Gesetzentwurf soll der Geldentwertung Rechnung getaagen werden. Arbeitsminister Dt. Brauns führte zu dem Gesetzentwurf aus, der Grundgedanke der Vor- läge ist, besonders Hilfe zu gewähren, den Schwerkriegsbeschädigten, den kinderreichen Fa- > Milien und den Hinterbliebenen. Den Schwer- kriegsbeschädigten soll eine Frauenzulage sowie Zusatzrente gewährt werden. Die Tenerungs- zulage soll in Zukunft der für die Beamten an- gepaßt werden. Die Kürzungsvorschrifte» find i» dem Gesetzentwurf gestrichen, da sie mit der Besoldungsordnung zusammen neu geregelt werden. Danach tritt eine Rentenkürznng nur ein, wenn ein bestimmtes Arbeitseinkommen vorliegt. Die Versorgung soll allgemein den Beamtenbezügen angepaßt werben. Der Auf- wand wird 1400 Milliarden und unter zu Grundelegung der Teuerungszulage, die heute für die Beamten gilt, rund 3 Billionen be- tragen. Abg. Karsten ISoz.) bedauert, daß die Bor- läge so lange auf sich habe warten lassen Die Not unter den Kriegsbeschädigten sei groß: daraus müsse mehr Rücksicht genommen werben. Abg. Hofmanu-Ludwigshafen lSoz.) hält aus- reichende Fürsorge für die KrkegSbeschädigtcu für die vornehmste ^lusgabe des Reiches. Der Karlsruher Tagblatt, Samstag, den 16. Juni 1923 Nr. 164. Seite 2 Ausschuß habe in ständiger Fühlungnahme mit den Kriegsopferverbänden gestanden. Leider habe der Sparausschuh eine Grenze nach oben festgesetzt. Der Redner tritt für eine Entschlie- ßung ein, die eine angebrachte Valutaausgleichung für die im Auslande lebenden Kriegs- beschädigten verlangt. Abg. Budjohn (D.N.) bezeichnet die Vorlage als einen Fortschritt, wenn sie auch nicht alle menschlich berechtigten Ansprüche entspreche. Man solle auch nicht der alten Veteranen und Offiziere vergessen, der Dank des Vaterlandes mar ihnen einst gewiß, heute ist der Dank aber sehr karg. Abg. Streiter (D.V.) stellt fest, daß im Ausschuß nicht mehr zu erreichen war, weil der Sparausschuß Einspruch erhob. Einer Er- höhung der Abfindungssumme für Leichtoeschä- digte würde er zustimmen. Abg. Ziegler (Dm.) hebt hervor, baß sich keine Partei den Verpflichtungen gegenüber den Kriegsverletzten entziehe Das Reich gebe, was es irgend könne. Das Kompromiß ist aufgestellt auf der Einigung über die Abfindung von 20%. Abg. Weißler !V>Vp.) stimmt dem Gesetz zu und bedauert, daß die Wünsche der Organisation nicht restlos erfüllt werden können. Der Redner befürwortet eine Resolution, die Reichsregierung zu ersuchen, die große Notlage, in der sich viele im Ausland, insbesondere in der Schweiz lebenden deutschen Kriegsbeschädigten und Kriegs- Hinterbliebenen insolge der Geldentwertung der deutscheu Mark befinden, zu lindern. . Abg. Barthelot (Korn.) fordert die beträchtliche Erhöhung der im Ausschuß angenommenen Sätze. Mg. Henning tDv. Fr.) empfiehlt eine Berech- nung der Renten in Goldmark. Damit schließt die Aussprache. Unter Ablehnung der kommunistischen Anträge werden die Ausschufcheschlüfse im wesentlichen aufrecht erhalten. Nächste Sitzung Samstag 12 Uhr: Kleine Vor- lagen. Schluß nach 8 Uhr. Die Sprengung bei Offenburg. Als Folge der Sprengung von Bahnanlagen in der Nähe der Stativn Windschläg bei Offen- bürg lastet nun ein ganz besonders schwerer Druck auf der völlig unschuldigen, umwohnenden Bevölkerung. Die Bürgermeister zweier Ge- meinden sind verhaftet worden, die Bevölkerung wird gezwungen, im Frondienst nach Mittelalter- licher Art den Schaden zu beseitigen. Der Ver- kehr in den frühen Morgenstunden, die für die Landgemeinden so wichtig sind, ist gehemmt, schwere Geldstrafen sind den Bürgern auferlegt. Wie üblich macht der Franzose die Bewohner der anliegenden Orte verantwortlich, ohne daß , ihnen die geringste Schuld nachgewiesen werden kann, ohne daß durch eine richterliche Unter- suchung der Vorfälle Deutsche als Schuldige fest- gestellt sind. Der Franzose bezeichnet ohne wei- teres den Deutschen als schuldig, gerade so wie im Versailler Bertrag alle Schuld am Krieg dem Deutschen aufgeladen wird, ohne Rücksicht auf die klaren, gegenteiligen Ergebnisse vorurteilsloser historischer Untersuchungen. Es gehört zum wel- schen System, den Deutschen für alles verant- wortlich zu machen. Obwohl gerade bei den Sprengungen von Bahnen gute Gründe für die Annahme vorhanden sind, daß die Täter nicht immer auf deutscher Seite zu suchen sind. Wir wissen nicht, wer diejenigen sind, die durch ihre Handlungeu nun schwere Not über einen Teil unserer badischen Mitbürger gebracht ha- ben. Von amtlicher Stelle wird gemeldet, daß von der badischen Polizei Personen verhaftet worden sind, die von München und Norddeutsch- lattd nach Baden gekommen seien, um Spren- gungen an den Bahnlinien des besetzten Gebie- tes »vorzunehmen. Mag die Untersuchung der unglücklichen Vor- fälle ausgehen wie sie will, jedenfalls dürfen die wahren Ursachen der Vorfälle nicht ver- schleiert werden. • Denn die wahren Schuldigen sind doch nicht ans deutscher Seite zu suchen, son- dern auf französischer Seite. Dort sitzen Die gestrige Uranfsiihrnng der Operette „D i e Komödiantin", Text und Mnsik von unserm Redaktionsmitglied Hermann Weick, hatte in der ausgezeichneten, sorgfältigen und hingeben- den Darstellung unseres Landestheaters einen ausgesprochenen und durchschlagen- den Erfolg. Sämtliche geschlossenen Ge- sangs- und Tanznummern mußten wiederholt werden. Das prächtige Finale des Mittelaktes insbesondere rief begeisterten Beifall hervor. Das Werk stellt sich als eine sehr beachtenswerte uk!d überaus wirkungsvolle Gabe dar. In be- währten Formen, in drei geschickten Aufzügen rollt sich das sentimentale Liebesschicksal einer Sängerin ab, umrahmt von lustigem, operetten- haften qui pro quo; all das in reinlich heiteren Geschehnissen, wie sie zum Wesen der Gattung gehören. Musikalisch echt empfunden, glücklich und innig erfunden, gut durchgehalten und von bestimmter Haltung ist besonders der ernste Teil der Handlung, aber auch die Tänze und Cou- plets zeigen gute Erfindung, melodischen und rhythmischen Schmiß und Witz. Die Vorstellung unter Leitung des Kapellmeisters Schweppe und des Regisseurs T u r n a u war erlesen gut, die Bühnenbilder Burckards geschmackvoll, die Künstler Stechert, Rodegg, Bus- sard, Peters, Hancke und andere mit Liebe und rauschendem Erfolg bei der Sache. Der Autor wurde nach dem zweiten Akt neben den Hauptdarstellern stürmisch gerufen, ebenso wiederholt am Schluß der Vorstellung, wo- bei auch verdientermaßen der Kapellmeister Schweppe vor der Rampe erscheinen konnte. die Urheber? von drüben kommt das furchtbare Unrecht, unter dem wir täglich leiden, das Er- bitternng und Haß erzeugt. Darüber darf es keine Unklarheit geben. Wie schon gesagt, be- stehen gute Gründe für die Annahme, daß zahl- reiche Sprengungen, die Deutschen zugeschrieben werden, von französischen Agenten vorgenom- men wurden, um dem französischen Behörden Gründe für ihre unerhörten Gewaltmaßnah- men zu liefern, denen sie dadurch vor der Welt den Schein von Recht geben wollen. Gewiß ist auch mit der Möglichkeit zu rechnen, daß junge Menschen, denen ihr Temperament, Haß und Erbitterung den Blick für den Wert und die Tragweite ihrer Handlungen trüben, sich zu Gewalthandlungen hinreißen lassen. Wir bedauern dies außerordentlich und ver- urteilen jede Gewalthandlung ganz entschieden, weil unschuldige friedliche Bür- ger die Folgen tragen müssen, weil die Anwen- duug von Gewalt gar nicht im Plan des pas- siven Widerstandes 'liegt und diesen Widerstand nur stört, schädigt und erschwert. Aber solche unüberlegte Handlungen sind als Folgen des entsetzlichen Unrechts, das uns täglich angetan wird, und als Folge des HaIes, den der Fran- zose mit teuflischer Absicht tmtfich schürt, einfach unausbleiblich und unvermeidlich. Nie- mand kann dafür aus deutscher Seite verantwort- lich gemacht werden. Schuld trägt einzig und allein der Franzose, weil seine Methoden tiefsten Haß auf der Gegenseite erzeugen. Wir halten es für Pflicht aller, die auf die Öffentlichkeit einwirken können, zur Besonnen- heit und zur Ueberlegung zu mahnen, und wir halten es für vaterländische Pflicht eines jeden, dem Gewaltpläne zu Ohren kommen, ihre Durch- führung mit allen Mitteln zu verhindern. Es ist ganz selbstverständlich, daß auch die maß- gebenden deutschen Behörden sich nach dieser Richtung bemühen. Wenn der Franzose das hätte, was, man Gerechtigkeitsempfinden nennt, dann müßte er sich sagen, daß es unrecht ist, eine unschuldige Bevölkerung zu quälen, die selb st das größte Interesse daran hat, jegliche Gewalt fernzuhalten. Aber dem Fran- zofen ist Gewalt willkommen, weil er durch seine sogenannten Vergeltungsmaßnahmen den in- n e r e n Widerstand des Deutschen gegen das französische Unrecht brechen möchte. Das wird ihm nicht gelingen. * Gegen mehrere gestern festgenommene Per- sonen, die dem Verdacht unterliegen, sich gegen die reichsgesetzlichen Bestimmungen sSpreng- stossgesetz usw.) vergangen zu haben, ist die straf- rechtliche Untersuchung,im Gange. Ein Direktor der Firma Himmelsbach verhaftet. Freibiers, IS. Juni. tDrahtber.) Bon gut- unterrichteter Seite wird uns mitgeteilt, daß Di- rektor Josef Himmelsbach von der Firma Gebr. Himmelsbach A.-G. in Bingen, der am 17. Mai von der Besatzungsbehörde verhaftet wurde, am 12. Juni vis zur mi-litävgerichtlichen Spruch- sitzung, die iu drei Ms vier Wichen stattfinden soll, in Freiheit gefetzt wurde. Er darf aber das besetzte Gebiet nicht verlassen. Die Franzosen in Mannheim. Mannheim, 115. Juni. Die Franzosen haben auf der flog. TeufelWruckc Drahtverhaue errich- tet, um ©ett Berkehr über diese Brücke zu sperren. In derselben Absicht versuchten sie die Spatzen- brücke aufzuziehen. Beide Brücken können da- her nicht mehr passiert werden. Was Frankreich will. Paris, IS. Juni. Nach dem „Petit Parisien" sollen die Erklärungen, die der französische Bot- schafter in London in der Unterredung mit Lord '■feurzon abgegeben hat, die Forderung der Auf- gäbe des passiven Widerstandes dahin präzisiert haben, daß die deutsche Regierung alle Verordnungen und gesetzgeberischen Maßnahmen zu- rückziehen müsse, die der Bevölkerung die Zu- sammcnarbeit mit den Okkupationsbehörden verböten: daß sie insbesondere den Eisenbahnern Wei- sung zur Wiederaufnahme der Arbeit zu geben habe,' Ueber die „Komödiantin" wird morgen noch weiteres zu berichten sein. —o. * Vom Badischen Landestheater. Durch einen Bühnenunsall ist Paul M ü l l e r vorerst am weiteren Austreten verhindert. Für ihn sprang mit gutem Erfolg in „Bürger Schippel" der allzeit verwendbare und zuverlässige Paul G e m - m ecke ein. — Dora Geiseler, die uns mit Schluß der'Spielzeit verläßt, wurde vom Meck- lenburgischeu Landestheater in Schwerin ver- pflichtet. — Margarete Pi x veranstaltet vor ihrem Weggang zusammenmit M. v. Ernst, Silken, Wucherpfennig, Baumbach, Peters und Blum zugunsten der Altpensionäre am 21. d. M. in den Excelsior-Künstlerspielen einen Abschieds- abend. Ehester unSMust? Sonaten - Abend Voigt—Bürger. Die ersten drei Violinsonaten von Beethoven, die er als Opus 12 seinem von ihm hochverehrten Lehrer im Vokalsatz, dem Hofkapellmeister Salieri, ge- widmet hat, hört man selten. Mit Unrecht! Auch diese bet Frühzeit des Meisters entstammenden Schöpfungen enthalten zahlreiche Schönheiten, und einzelne markante Züge des künstlerischen Gesichtes Beethovens findet man auch schon in ihnen. Es darf Konzertmeister Ottomar Voigt und Kapellmeister Julius Bürger als beson- deres Verdienst angerechnet werden, daß sie sich der Es-Dur-Sonate angenommen haben, deren Adagiosatz bereits in die Tiefen der Seele des Tondichters blicken läßt. Das bis in die Letzte seiner zierlichen Einzelheiten ansgeseilte Werk trat in der Ausführung der sich vortrefflich in- einander fügenden Spieler belebt und flüssig in Erscheinung . Den Höhepunkt des Abends bildete Brahms D-Moll-Sonate. Dieses Spätwerk des Beet- Hovens würdigen Nachfolgers auf dem Gebiet der Dur-Sonate, das infolge breiterer Anlage und Formgestaltung über seine früheren Violin- daß sie eine Amnestie für diejenigen erlassen müsse, die sich den Alliierten znr Verfügung ge- stellt hätten: daß sie überhaupt alles in ihren Kräften Ge- legene tun müsse, mn die Autorität der Alliierten im Rheinland und im Ruhrgebiet wieder herzu- stellen. Als die französischen Ziele in der Reparations- frage habe der Botschafter die Kompensation der Bons der Serie C gegen die Alliierten-Schulden vorgeschlagen und erklärt, daß Frannkreich als Minimum einen Anteil von 30 Milliarden von dem durch die Bons der Serie A und B repräsentierten Betrag verlange. Während der Dauer des Memorantums, das Deutschland benötige, um seine Finanzen iu Ordnung zu bringen, gedenke Frankreich in den besetzten Ge- bieetn die Pfänder und Nnnahmeguellen aus- zubeuten, die in dem französischen Reparations- plan vom 2. Januar genannt seien: insbesondere sei dabei an eine internationale Verwaltung der Eisenbahnen und einzelner Gruben des Ruhrgebietes gedacht. # Die belgische Kabinettkrise. a. Brüssel, IS. Juni. (Ei«. Drahtber.) Bis zur Stunde ist noch keine Lösung der belgi- scheu Ministerkrise bekannt geworden. Theu- uis hat sich vormittags zum König begeben, mit den, er eine Unterredung von über einer Munde hatte. Zu Beginn der- heutigen Kamme risitzung teilte Theunis seine Demission und die des Ka- binetts mit. Nach idioser Erklärung beschloß die Kammer, sich bis zum 26. ds. Mts. zu vertagen. Eine Lösung der Krise erwartet mau erst in eitrigen Tagen. In politischen Kreisen glaubt 'mau, daß Aeunis die Bildung eines neuen Ka- binetts übernehmen wird, und daß, wenn dieses nicht in der Lage sein sollte, zu einer Verstände guug über die Genter Universität zu kommen, Theuuis der Kammer ein eigenes Projekt über biese Frage vorlegen wird. kriegsgerichksnrleile. Landau, IS. Juni. Vom französischen Militär- polizeigericht in Landau wurde der Oberreal- Witter Ernst Heinz aus FrankenLhal zu 10 Mo- nuten Gefängnis und 2 Millionen Mk. Geldstrafe verurteilt. Er hatte iu Frankenthal nach Mitternacht Plakate mit der Ueberschrist- „Deut- sche Frauen, steht fest in waffenlosem Kampf, um dem deutscheu Volke zu helfen!" angeschlagen. Darmstadt, IS. Juni. Regierungsrat Rein- hart vom Kreisamt Alzey wurde vom srauzSsi- scheu Kriegsgericht zu drei Monaten Gefängnis und S Millionen Geldstrafe verurteilt. Mainz, IS. Juni. Ein Chauffeur aus Rüssels- heim wurde vom Hiesigen Kriegsgericht zu 300 000 Mark Geldfttufe verurteilt, weil er ohne 'Zu- lassungsbescheinigung mit einem Lastauto nach der Rheinpfalz fuhr. Wegen Ueberschreitung des Nachtue rkehrsoer- bots wurden in den Kreisen .Kreuznach und Mei- fenheim acht Chauffeure zu 40000 bis 100 000 Mk. Geldstrafe verurteilt. Düsseldorf, 18. Juni. Das Berufungsgericht der Rheinarmee verhandelte gestern gegen den seinerzeit vom Militärpolizeigericht in Castrop wogen Verbreitung verbotener Zeitungen zu sechs Mona t eil Gefängnis und SM 000 Mk. Geldstrafe verurteilten Postdircktor Deter aus Lue- nen. Der Verteidigung gelang es, ben Nachweis zu fuhren, .daß ein Teil der in Frage koulmenden Zeitungen gar nicht verboten gewesen und daß die Zeitungen für den im unbesetzten Gebiet lie- genden Teil des BestcMezirks des Postamts Lueuen bestimmt war. Das Gericht ermäßigte daraufhin die Freiheitsstrafe auf zwei Monate Gefängnis. \ # Landau, 15. Juni. sDrahtiber.) Vor dem fran- Mifchen Kriegsgericht wurde gestern u. a. ver- handelt gegen Karl Bernzott, LaNdtagsabgeord- neter in Landau, der zu 2 Millionen Mk. Geld- strafe verurteilt wurde, weil er einige Flug- blätter bei sich führte, die die militärischen Be- satzungsHchörden zu gefährden geeignet feien: ferner gegen Alois Pfister, Zollamtmann in Bruchin ühlewbach, der wegen Nichtbeachtung von fonaten hinausgewachsen ist, erfuhr durch die von feinem Stilempfinden und einer reifen, überaus klaren Darstellung getragene Kunst der beiden Nachfchaffenden eine ebenso wohl- tuende wie fesselnde Berlebendigung. Zwischen den beiden'Jnstrumentalkompositio- nen kam als Neuheit für Karlsruhe der Lieder- zyklus „Zigeunermelodien" von A. Dvorak zur Aufführung. Frau Olga Bürger-Fechner, die einen frischen, wohlaebildeten Mezzosopran besitzt, dem sie jede gewünschte Nuance abzuge- winucu weiß, sang die lebendurchpulsten, blut- vollen Weisen mit starker innerer Anteilnahme, die sich zu packendem Ausdruck verdichtete. Er- gäuzt wurde ihr Gesang "on feiten ihres Gatten durch dessen vorzügliche Wiedergabe des färben- reichen charakteristischen Klavierparts. Als Dank für den begeisterten Beifall des außerordentlich zahlreich erschienenen Publikums spielten die Herren Voigt« und Bürger den Varatioueusatz aus der Kreutzersonate. t. „Wechsler und Händler", die neue abeudfül- leude Komödie von Hanns I o h st, wurde zur gleichzeitigen Uraufführung vom Leipziger Schauspielhaus und dem Renffifchen Theater in Gera erworben. . Literatur Hanns Fischer, „Rätsel der Tiefe". Die Entschleierung der Kohle, des Erdöls und Sal- zes. 100 Seiten mit 23 Abbilduugen. R. Voigt- länders Verlag, Leipzig. Grundpreis gebrauchs- fertig broschiert Jl 3.30, in Halbleinen M 4.—, multipliziert mit der jeweiligen Schlüsselzahl des Börsenvereins. Ueberraschende Rätsel sind es, die der Ver- fasser vor uns aufdeckt, befonders deswegen, weil gemeinhin die Geologie in ihren Grundlagen völlig festzustehen schien. Nun aber beginnen sie zu wanken. Mit unwiderstehlicher Folge- richtigkeit prüft Hanns Fischer drei geologische Hauptgebiete: die Kohle, das Erdöl und das Salz. Obwohl die Einzelheiten den Leser in dauernder Spannung halten, so überrascht der Erstes Blatt Befehlen der Befatzuugsbehörde 6 Monate Ge- fängnis erhielt, und gegen Gottlieb Wagner. Kaufmann ans Weißental. und Heinrich Gros-- ler, Monteur aus Neustadt a. H., die liegen Tät- lichtetten gegen fvauMsche Unteroffiziere z-u je 2 Jahren Gefängnis verurteilt wurden. Ausweisungen. Höchst a. M., IS. Juni. Gestern erhielten im Kreise Höchst S2 Eisenbahner den Answeisungs- befehl. Hochheim a. M., 18. Juni. Ausgewiesen wur- den erneut: Notar Dr. -Hermann Dösseler, Bor- stand der hiesigen Ortsgruppe der Deutscheu Bolkslpartei und der Gastwirt Adam Treiber, Mitglied der Sozialdemokratischen Partei. Wiesbaden. IS. Juni. Die an der Ersenbahn- strecke Niedernhaufen — Idstein — Wörsdorf gelegenen Eisenbahnerwohnungen mußten, wie die „Neue Wiesbadener Zeitung" meldet, auf Be- fehl der Besatznugs-organe geräumt werden. Lndwigshafen, IS. Juni. Airs dem Eisenbaha-i direktionsbezirk Ludwigshafen wurden gestern unter Zurücklafsung ihrer Möbel zwei ledige und 3S verheiratete Eiseubahuer mit Frauen und 6S Kindern ausgewiesen. Ferner wird mitgeteilt, daß die Franzofen neuerdings einen Druck auf die bisher noch verbliebenen Bahn Hofswirte ausüben, um sie zum Ab- schluß der Pachworträge mit der französisch- belgischen Eisenbahnregie zu zwingen. Sie drohen widrigenfalls mit Ausweisung und ^Beschlag- nähme des Eigentums. Ausweistlngen «ms der Sndpfalz. t. Speyer, IS. Juni. Gestern mittag sind aus Wörth folgende Eisenbahnbeamte ausgewiesen worden: Böhm, Pfünder, A. Heinz, Heilmann. Zimmer, Chr. Stesfler, Kunz, Beyerle: ferner Gebel aus Marimiliansau. Für heute sind weitere Ausweisungen angekündigt. Der Autoverkehr in der Pfalz. Landau, 13. Juni. Die Beschränkung für den Automobilverkehr tu der Pfalz ist bis auf die Beschränkungen in den Ordonuanzeu 164 und 179 ausgehoben worden. Mau muß also nur einen Erlaubnisschein der interalliierten Rheinlandkommission oder der Zollbehörden haben. Diese Erlau bnis werde erteilt nach Ein- reichung eines mit Beweisstücken versehenen Ge- suches. Das Verbot des Verkehrs mit Last- krastwagen bei Nacht bleibt auch nach dem 16. Juni noch in Kraft. Die Folgen der Besehung des Dortmunder Bahnhofs. Berlin, 16. Juni. sDrahtber.) Durch die Be- fetzung des Dortmunder Bahnhofes üft nicht narr die Stadt selbst, sondern auch "das ganze Ruhr- gebiet von der Außenwelt abgeschnitten. In- nerihalb des mittleren Teiles des Industrie- revieres ist jetzt nur der Reiseverkehr mit der' Straßenbahn möglich. Durch die Behnhoßbe- fetzung wird die L ebc n s mi t t e l v e r so r - g u ii g des Rubrgebietes im beträchtlichen Maße g e ft ö r t. In Dortmund und in anderen Städ- ten des Ruhrgebietes macht sich eine große Milchknappheit bemerkbar. Auf dem gestri- gen LebensmittelmaM in Dortmund waren weder Butter noch Eier zu halben. Die Lage in Dortmund. Dortmund. IS. Juni. sDrahtber.) Seit hente früh halten die Franzosen sowohl den 5>anpt- bahnhof, als auch den Bahnhof Süd, die noch frei waren, befetzt, ebenso die Güterbahnhöfe, Neben- bahnhöfe und Stellwerke. Damit ist Dortm-und von jedem Eifenbahnver>kehr abigeschnitten. Die Franzosen Hafen das gestern auf der hiesigen Reichsbankstelle beschlagnahmte Geld in Höhe von rund SO Milliarden Mk. heute in Lastauto' mobilen abtransportiert. 50 Milliarden. Dortmund, 5. Juni. Während der Nacht beschlagnahmten, d. h. raubten, die Franzosen in der Neichsbauk 80 Milliarden Mark. Verfasser den Fachmann ebenso wie den Laien und Naturfreund in dem Kapitel »Der Schuß aus der Sonne" mit der außerordentlich wich- tigen Feststellung, daß es auf Grund der neuen Erkenntnisse möglich sei, rechtzeitig vor drohen- der Schlagwettergefahr zu warnen. Dieser Ab- schnitt dürfte jeden Bergmann uud jeden Gebil- deten in seinen folgenschweren Ergebnissen über- zeugen. Darum ist dieses Buch, das in ebenso ausführlicher Weife die Entstehung der Erdöl- lager infolge eines Riefenfischzuges des Mondes und ferner die eiszeitliche Entstehung der Stein- salzlager schildert, nicht ein Werk, das, nur allerdings im besten Sinne, unterhalten, sondern das helfen will. Bis auf die letzte Seite bleibt der Leser im Bann des Verfassers, dessen Fähig- fett, auch die schwierigsten Dinge in verstand- licher Form packend darzustellen, erhoffen läßt, daß die „Rätsel der Tiefe" weiteste Verbreitung finden werden. Das Juniheft des Literarischen Echos ^Herausgeber: Dr. Ernst Heilborn, Verlag' Deutsche Berlagsanstalt, Swttgart-Berlin) ist in weitgebendem Umfang der Betrachtung de* ausländischen Literaturen gewidmet. Neben Briefen über die neueste holländische, griechische und russische Literatur findet sich ein Aufsatz über die neuere politische Literatur. Chinas sowie Bc° trachtungen über Übersetzungen englischer Lyrik. In dem einleitenden Aussatz urteilt Otto Grautofs über. „Geistige Kämrpse im modernen Frankreich" und kommt dabei auf -die Haltung des deutschen Katholizismus im Gegensatz »n dem frvnzöfischen zu sprechen. Von der Freiheit. Da ist Freiheit, wo du leben darfst, wie es dem tapferen Herzen gefällt, wo du in den Sit- ten und Weisen uud Gesetzen deiner Väter leben darfst, wo dich beglücket, was schon deinen Ur° elternvater beglückte, wo keine fremden Henker über dich gebieten und keine fremden Treiber dich treiben, wie man das Vieh mit dem Stecken treibt. Ernst Moritz Arndt. Saöisches DmKestheater Erstes Blatt Karlsruher Tagblatt, Samstag, den IS. Juni 1923 Nr. 164. Seite 3 Deutsches Reith Der Zusammenbruch der Mark. Berlin, 15. Juni. Der Unterausschutz des Reichstages über den Zusammenbruch der Mark- stützungsaktion hielt, wie die Blätter melden, am Donnerstag eine interne Sitzung ab. Zur Beratung gelangte die Frage der Devisen- beschasfnng der Eisenbahn für Kohlen und andere ausländische Waren. In früheren Sitzungen des Ausschusses war mitgeteilt wor- den, daß die Einkäufe der Eisenbahn auf dem freien Markt wesentlich zum Zusammenbruch der Stützungsaktion beigetragen habe. Die Verhandlungen ergaben zweifelsfrei, datz erstens der Devisenbedarf der Eisenbahn sich in verhält- nismähig niedrigen Grenzen gehalten habe, zweitens, datz die Reichsbahn nicht den gering- sten Versuch gemacht habe, sich am freien Markt Devisen zu beschaffen, und datz drittens die Schwierigkeiten in der Beschaffung von De- visen für die Eisenbahn durch die Devisenbeschaf- fungsftelle erst nach dem Zusammenbruch der Stützungsaktion in der ersten Hälfte des Mai entstanden und bekannt geworden seien. Die Erhöhung der Postgebühren. Berlin. 14.» Juni. Der Reichsrat nahm u. a. die Erhöhung der Post-, Telegraphen- und Fern- sprechgebühren zum 1. Juli ds. Js. an. Mit weiteren Erhöhungen ist zu rechnen. Die Inseratensleuer. Berlin, 14. Juni. Der Steuerausschutz des Reichstages beschäftigte sich mit einer Petition des Vereins Deutscher Zeitungsverleger auf Ermäßigung der Jnseratensteuer und beschloß eine Abänderung des Umsatzsteuergesetzes, wo- nach die Steuer für die Uebernahme von Arfe zeigen sich Bei Zettungen und Zeitschriften von den ersten 10 Millionen Mark des innerhalb eines Kalendervierteliahres vereinnahmten Ent- geltes auf 56 Prozent und bei höherem Entgelt in entsprechender Staffelung ermäßigen soll. Diese Ermäßigung tritt mit Rückwirkung vom 1. Januar 1928 in Kraft. Aenderung der Lohnsleuerabzüg« Berlin, 18. Jni. Die sozialdemokratische Retchstagsfraktion hat laut „Vorwärts" bean- tragt, daß die Ermätzigungsfätze für die Lohn- steuer ab 1. Juli um das fünffache erhöht werden, ferner datz dem Steuerpflichtigen und seiner Ehefrau je 6000 Jl, für jedes Kind 40 000 Jl und zur Äbbürdung für die Werbungskosten 50 000 Ji von der Steuer abzuziehen seien. 48. Deutscher Gastwirkekag. Sh. Eisenach, 15. Juni. In Gegenwart von Vertretern der Preußischen und der Thüringischen Staatsregierung, der Stadt Eisenach, der Handelskammer, des Reichsverbandes der dent- schen Hotelbesitzervereine, des Reichsverbandes der Kaffeehausbesitzer und der verschiedenen deutschen Wirte-Innungen, fand im großen Saale des ..Fürstenhof" die allgemeine Hauptversammlung «des 48. deutschen Gastwirtstages statt. Präsident Kö ste r-Altona begrüßte zunächst die Vertreter der Regierung und die zu der Tagung erschienenen Reichst und Landtagsabgeordneten Dr. Wienbeck-Hannover, Findeisen-Plauen, Krieft-Kassel, Korthaus-Mün- ster, Drewitz-München und Goll-Franksurt a. M Ferner hieß er den Geh. Kommerzinrat Kossen- Haschen-Erfurt als Vertreter des deutschen Hotel- besitzer-Verbandes und die Ehrenmitglieder des deutschen Gastwirteverbandes willkommen. In einer programatischen Ansprache legte er alsdann die Zwecke und Ziele des endlich geeinten beut- schen Wirtsgewerbes dar. Oberbürgermeister Dr. Janson begrüßte den Verbandstag namens der Stadt. Reg.-Rat Lentheufer - Weimar namens der Landesregie- rung und Ober-Reg.-Rat Kurtzig-Berlin namens des Preußischen Ministeriums des Innern. Letzterer erklärte zum Schankstättengesetz, daß die Bestimmungen des Reichsnotgesetzes am 22. Juni veröffentlicht würden. Man habe das Ge- werbe darin nach Möglichkeit gesichert, obgleich gewisse. ihm allerdings nicht zur Last fallende Auswüchse der Gegenseite zur Forderung schärf- ster Ausnahmegesetze Gelegenheit gegeben hätten. Das Gewerbe müsse nun aber bestrebt sein, diese Auswüchse zu beseitigen helfen, denn auf sie werde immer wieder hingewiesen, wenn die Fra- gen der Polizeistunde, der Konzessionsgesuche usw- zur Erörterung gelangten. Weitere Begrüßungsansprachen hielten die Reichstagsabgg. Obermeister Kriest-Kassel, Kort- Haus - Münster. Findeisen - Plauen und Kom- merzienrat Koffenhaschen-Ersnrt. Der Ostpreu- ßische Gastwirteverband ernannte den PrW- deuten Köster zu seinem Ehrenmitglied. Zum Reichsnotgesetz und Schankstättengesetz sprach hierauf Kuckelkorn - Erfurt. Er führte aus, daß das am 27. Februar 1923 in Kraft ge- tretene Notgesetz das Gastwirtsgewerbe in ganz außerordentlicher Weise schädige. Auch die Be- stimmungen über die Versaguug von Schank- erlaubnis seien willkürlich. Es seien Härten und Schikanen in dem Gesetz enthalten, die der Denunziation Tür und Tor öffnen und das Gastwirtsgewerbe dem Untergang entgegen- führen würden. Der Redner verlangte deshalb die Ausschaltung aller dem Notgesetz anhaften- den Mängel, andernfalls sämtliche Spitzenorga- nisationen des Gastwirtsverbandes anstreben müßten, das ganze Gesetz zu Fall zu bringen, weil es in Gemeinschaft mit dem Notgesetz un- bedingt den Ruin des Gastwirtsstandes herbei- führen müßte. Alle zu diesen Fragen vorliegenden Anträge, darunter auch ein solcher aus Veeinheitlichung und Ausdehnung der Polizeistunde, wurden dem geschäftsführenden Ausschuß zur Weiterbchand- lung überwiesen. Das Thema des P ä ch t e r s ch u tz e s be- handelte Z i r n - Karlsruhe und das des Okku- pationsleistungsgesetzes Fegers f Duisburg. Hierzu wurde beschlossen, mit allen Mitteln da- hin zu wirken, das; in dem neuen Mieterschutz- gesetz der Ränmungsschutz auch auf die Pacht- gefchäfte des Gaststättengewerbes ausgedehnt und daß feruer bei der Regierung eine sofortige Aenderung des Okkupationsleistungsgesctzes her- beigesührt werde. Weiterhin beschäftigte sich der Verbandstag mit dem W e i nst e u e r g e s e tz, wozu ein Antrag des Badischen Gastwirteverbandes vor- lag, dahin zu wirken, daß bei Aenderung des Weinstenergesetzes sämtliche Gastwirte Ver- braucherwirte werden, selbst wenn dadurch eine Erhöhung des jetzigen Steuergesetzes notwendig sein sollte, andernfalls soll die bestehende Fassung es § 2 des Weinsteuergesetzes beibehalten werden. Vom bayerischen Gastwirtsverband wurde zu demselben Thema verlangt, daß die Weinsteuer beim Erzeuger erfaßt wird. Einen gleichen An- trag- stellte der Wirteverein Stralsund. Es wurde beschlossen, eine besondere Kommission zur Erledigung aller Fragen zu bilden, und die bayerischen und württembergischen Vertreter zu deren Mitglieder bestimmt. Zur Biersteuer beantragte der Stettiner Verein, datz die neu beschlossene Biersteuer eben- falls vom Erzeuger gezahlt und in den Bierpreis einkalkuliert werde. Weitere Anträge betrafen den Flaschenbier- Handel wozu von dem Stralsunder Verein betragt wurde, daß Flaschenbier von den Braue- reien nur an Wiederverkäufer abgegeben wer- den darf. Einen Antrag ans Errichtung eigener Gastwirtskammern stellte der bayerische Gastwirtsverband. Alle diese Anträge wurden dem geschäftsführenden Ausschuß zur Erledigung überwiesen. Zur Abstinenzbewegung wurde auf Antrag des niederschlesischen Vereins beschlossen, überall die Organisationen der Ar- beitgeber und Arbeitnehmer aus dem Gastwirts- gewerbe zu gemeinsamer Abwehr zusammeuzu- schließen. Bei den kommenden Wahlen zum Reichstag, preußischen Landtag und zu den Provinzial- und Kommunalvertretungen wird der Deutsche Gast- wirtsverband Kandidaten bei den in Frage kom- inenden Parteien vorschlagen. Von dem Verein Königsberg wurde hierzu ausgeführt, daß die Gastwirtsorganisationen jetzt unbedingt einen größeren Einfluß auf die Parlamente gewinnen müßten. Sämtliche politischen Parteien hätten es sich anscheinend zu Ausgabe gemacht, dem Ge- werbe gemeinsam mit der Abstinenzbewegung den Kampf anzusagen. Eine Reihe weiterer Anträge über die Erhal- tnng leistungsfähiger Krankenkassen, der Steuer- statistik im Gastwirtsgewerbe, die Ruhepause der Angestellten und die Reichsmonopolverwaltung für Branntwein betr., wurde ebenfalls dem ge- schäftsführenden Ausschuß zur Erledigung über- wiesen. Mit Interesse nahm man von den Ansfüh- ruugen des Vorsitzenden des Genfer Verbandes der Hotel- und Restaurationsangestellten Richard Pnkas-Berlin über das sogen. „Wenzeljakett" Kenntnis, das ab 1. Oktober den Kellnerfrack im ganzen Reich ersetzen soll. Eine Wartburg- seier schlotz den Verbanöstag ab. Schule unö Mrche Geteilte oder ungeteilte Unterrichtszeit? Die ungemein wichtige Frage, wie die Unter- richtszeit im Hinblick auf die gesundheitlichen Folgen zu gestalten ist, drängt sich mit dem Herannahen der heitzen Monate wieder in den Vordergrund Die Badische Gesellschaft, für soziale Hygiene hat daher auf Sonntag, den 24. Juni, vormittags 11 Uhr, ihren Großen Aus- schütz zu einer Beratung im Arbeitsministerium eingeladen. Die einleitenden Referate werden Prof. Dr. Kofsel, Direktor des Hygienischen In- stituts zu Heidelberg und Dr. Moses. Arzt in Mannheim, erstatten. An der Beratung können alle Mitglieder der Gesellschaft und auch Nicht- Mitglieder teilnehmen, wenn sie sich wegen einer Einladung an die Geschäftsstelle der Gesellschaft für soziale Hygiene in Karlsruhe, Herrenstr. 34, wenden VsrschlZK-Me DmUmMungen Beilegung des Streiks in Oberschlesien. Berlin. 15. Juni. Den Blättern zufolge hat der fchlesische Betriebsrätekongreß sich gestern grundsätzlich für die Wiederaufnahme der Arbeit ausgesprochen. Er hat hieran die Bedingung geknüpft, datz eine einmalige Wirtschaftsbeihilfe von 300 000 bis 500 000 .H in Form einer Vor- fchußzahlung gegen zehnmaligen Ratenabzug zur Auszahlung gelange, sämtliche Arbeiter wieder eingestellt werden und keine Matzrege- lungen erfolgen. Die von den Gewerkschaften bereits festgesetzte Lohnerhöhung haben die Be- triebsräte nunmehr entgegen ihren früheren, weitergehenden Forderungen anerkannt. Der Kommunist Höllein. Paris, 15. Juni. Der Minister des Innern hat die Ausweisung des kommunistischen Abge- ordneten Höllein verfügt. Höllein hat gestern abend in der Richtung Stratzburg-Kehl Frank- reich verlassen. Der Staatsstreich in Bulgarien. In die unruhige und wechselvolle Stimmung, die seit Jahren über Europa lagert, bringt Vul- garten eine neue Note« Die Regierung, die sich nach dem Sturz des Kabinetts Stambulinski gebildet hat, läßt zwar versichern, es bleibe in Bulgarien alles bei der alten Melodie. Daraus spricht aber lediglich das Bestreben, im Auslande in der bisherigen Behandlung Bulgariens keine Aenderung eintreten zu lassen. In Wirklichkeit bedeutet der Sturz der bisherigen bulgarischen Regierung einen recht gründlichen Wechsel. Stambulinski war der Diktator, der mit Hilfe der bäuerlichen Bevölkerung alle anderen Be- völkerungsschichten im Zügel hielt und alles nach den Bedürfnissen seiner Anhänger zurechtschnitt. Um im Innern seine Gewaltherrschaft aufrecht erhalten zu können, verfolgte er nach außen die Politik des denkbar größten Entgegenkommens. Er fügte sich vollständig in den Balkankonzern< Frankreichs ein. Da die Armee das Haupt- instrument seines Sturzes gewesen ist, so mutz man annehmen, datz ihm diese hemmungslose . „Erfüllungspolitik" die Gegnerschaft des Heeres zugezogen hat und datz die politischen Oppo- sitiousparteien sich dieser Reaktion bedient haben, um den innerpolitischen Diktator zu stür- zen. Infolgedessen wird wahrscheinlich die außenpolitische Wirkung des bulgarischen Kabi- nettswechsels auch nicht auf sich warten lassen. Unmittelbar beteiligt sind wir an diesem Handel nicht. Aber wir haben doch allen Grund, die Augen offen zu halten, um.zu verfolgen, wie auf dem europäischen Brandherde des Balkan die Flamme der Unruhe weiter züngelt. Sofia, 15. Juni. Einer Meldung der Bülg. Tel. Agentur zusoilige ist der bisherige Minister- Präsident StambulinsK gestern in dem Dorfe Golak bei Slavovitza von den Truppen der neuen Rogierung gegangen genommen worden. Das Ende Stambuliskis. w. Sofia, 15. Juni. Der frühere Ministerprä- ftdent Stambuliski ist bei einem Flucht- versuch erschossen worden. Bunte Ctemif Explosion in einer Apotheke. In der Rats- und Stadtapotheke in Glogau entstand infolge Selbstentzündung von Phosphor ein Brand. Bei den Löscharbeiten, an denen sich auch der Besitzer Klaproth beteiligte, entstand plötzlich eine Explosion, durch die Klaproth und zwei Feuerwehrleute schwere Brandwunden erlitten. Klaproth wurde durch den Luftdruck in einen Seitenkeller geschleudert, wo er an giftigen Gasen erstickte, da keine Hilfe gebracht werden konnte. Todesstnrz eines Autorcnnfahrers. Auf einer Uebungsfahrt für das am nächsten Sonntag in Gens stattfindende Bergrennen für Automobile ist am Donnerstag der bekannte Rennfahrer der italienischen Fiat-Automobilwerke Lam- piano in einer Kurve mit über 100 Kilometer Geschwindigkeit gestürzt, unter den Wagen ge- raten und getötet worden. Großer MnsenmsdiebstaA. Aus dem Heimat- Museum in Merseburg stahlen Einbrecher Sammlungen alter römischer Münzen, die einen in die Hunderte von Millionen gehenden Wert darstellen. Hinrichtung eines Mörders. Der vierfache Raubmörder Weigel. in Saarbrücken den Händler Neumann, dessen Frau und beide Kin- der ermordete, wurde Freitag morgen im Hofe des Saarbrücker Gefängnisses hingerichtet. Schlimme Folgen der Trunksucht. Nachdem vor einigen Monaten im Hamburger Hafen zahlreiche Berladearbeiter. die trotz Belehrung und Warnung aus leckgewordenen Fässern Methylalkohol getrunken hatten, schwer erkrank- ten und zehn von ihnen den Trunk mit dem Tode büßen mußten, sind vor kurzem in Glogau fünf und in Berlin-Grnnewald drei Arbeiter gestorben, die in Tankwagen verbliebene Reste Methylalkohol nach Verdünnen mit Wasser ge- trunken hatten. Durch chemische Untersuchung konnte nachgewiesen werden, datz der Methyl- alkohol so gut wie chemisch rein war. seine Gif- tigkeit also nicht auf irgendwelche chemische Ver- unreinigung zurückzuführen ist. Ausschalten läßt sich der Methylalkohol aus Industrie und Handel nicht, da er in ?er chemischen Industrie und in manchen Gewerben unentbehrlich ist. Bei dem üblichen Hantieren mit ihm — wenn er nicht genossen wird — kann er auch als un- schädlich bezeichnet werden. Wenn vielleicht auch der Name Methylalkohol Anlatz zu der unheil- vollen Annahme geben kann, dieser Stoff sei ebenso trinkbar wie der gewöhnliche Alkohol, so sind es vor allem doch sein alkoholähnlicher Ge- rnch und Geschmack, die zum Genuß verführen. Umso eindringlicher mutz immer wieder auf die hohe und besondere Giftigkeit des Methnlalko- hols hingewiesen werden, die sich beim Genutz unmittelbar nicht zu erkennen aibt, aber grötz- tes Unheil, Erblindung. Tod zur Folge hat. Wer die Giftigkeit des Methylalkohols in Abrede stellt, handelt fahrlässig und ist sich nicht bewutzt, datz er sich mitschuldig macht, wenn Volksgenossen infolge des Genusses dieses Stos- fes schwer erkranken und erblinden oder wenn gar wertvolle Menschenleben dadurch vernichtet werden. » Eine Begegnung. Von Franz Zchauwccker. Dadürch, daß er in einem großen Badeort fest- angestellter Oberlehrer war und den kostenlosen Genuß des Kurbetriebes hatte, war ihm die graue Leere und leise selbstironische Freudlosigkeit des Lebens nur ein wenig Hunt überschminkt. Dafür hob sich der Winter nmso trostloser davon ab. Aber seine im Grunde duldsame Seele kam mit Achscl- zucken darüber weg und bückte sich gehorsam unter das Unabänderliche. Er war ein Träumer gewesen und hatte am Weibe gehangen. Nun hing er an Erinnerungen und trottete hinter dem Alltag, eine von den begrenzten Naturen, die nur der Liebe und nur einer einzigen Liebe fähig sind, und in Zwielicht, Naßkühle und Spießbürgerei widerstandslos ableben, wenn diese Liebe unerfüllt erschlafft. Genau so war es ihm ergangen, und in seltenen und immer vergeblichen Stunden der Empörung gegen sich selbst warf er sich das vor. Zurück blieb eine wilde, ziellose Erbitterung und dann ejn unendlicher Überdruß und Sucht nach Ruhe um jeden Preis. Niemals aber wurde er so jäh aus seinem Dämmerungsdasein herausgerissen und niemals stürzte er so hoffnungslos und tief wieder zurück wie damals, als er in den Endwochen der Kurzeit um eine herbst- lich farbige Wegecke des Dünenparks bog, dort, wo er am einsamsten ist, und gelangweilt aufblickte. Das Herz blieb ihm ganz kalt und trocken in der Brust stehen, und et stand wie gelähmt mit schweren, zitternden Beinen. Unmöglich das blasse Gesicht, die seinge- bogene Nase, das braunschwarze, lockere Haar, der korallenrote Schwung der Lippen, jetzt leise ver- drossen nnd mißgünstig gesenkt. Unmöglich, und doch: die Frau, die wenige Schritte vor ihm gelassen auf ihn zukam und achtlos seitlich blickte, war — kein Zweifel — war die eine, deren Vorname Jsa ihm immer wie das Sinnbild eines seltsam schönen und reichen Lebens erschienen war, die eine, die — ja — er gab sich einen krampfigen Ruck — die alles ge- Wesen war. Die Liebe von damals überwältigte ihn, ein kochendes Meer. Er war der ratlose, gedemütigte, heimlich auftrotzende Hilfskandidat von damals, ohne Gehalt und Anstellung, eine trübe Zukunft des Wartens j>or Augen, Teil einer behördlichen Vor- schrist, plötzlich aber vor diesem Antlitz aufblühend voll hundert Wünschen, Plänen und Hoffnungen. Dann verwirrte ihn ihre glänzende Umgebung und drückte ihn nieder, fern von ihr sprang er hoch, vor ihr versagte der Mnnd ihm die Worte. Er war über- aus gewissenhaft, und es schien ihm nnverantwort- lich, soviel Reiz, Jugend und Freude vor den schweren Karren des Wartens zu spannen: „er war sehr stolz", wie er es nannte, und wollte nicht von ihrem Gelde leben: er war sehr mißtrauisch und sah eine Ab- lehnnng, eine Lächerlichkeit voraus, wenn er Es schien ihm manchmal unmöglich, daß sie ihn lieben könne. Da hatte er geschwiegen und war allein geblieben, und das Leben hatte einen säuer- lichen Geschmack und den dnmpsen Dunst des Miß- behagens bekommen. Aber nun stand sie vor ihm und bezwang kaum merklich irgend etwas, eine Freude. Erschrecken, Scham. Er riß den Hut und stand bodenlos linkisch da. Sie grüßte, lächelte matt, zögerte und blieb stehen. Plötz- lich kam das Gefühl seiner lächerlichen Verlegenheit vernichtend über ihn, und eine ihm selbst unfaßbare Wut und Auflehnung gegen Dasein, Schicksal, Ver- gangenheit, ihn selber zerplatzte in ihm. In einer maßlosen Verwirrung von Freude, Wildheit und Giück sing er fast sinnlos an zu reden. „Mein Gott ... Jsa ... Ich habe Dich immer geliebt ... nein, ich liebe Dich noch. Ich hatte keinen Mut, gar nicht. Deine und meine Stellung ... Dein Vater war Bankier. Aber jetzt Hab' ich ihn, den Mut... jetzt, Du.. Sie verlor das Lächeln und wurde dunkelrot. Ihre Lippen zitterten. In ihre schleirig grauen Augen fuhr ein leidenschaftlich böser Glanz. „Und das ... das —" flüsterte sie fast heiser erstickt. „Das ... Sie ... mein Gott", und sie verstummte. Er wußte, bestürzt, nicht, was er sagen sollte, schwieg und fuhr mit der Wnt einer Art von Ver- zweislung fort: „Ja, ich bin verlobt, heimlich ... aber ich liebe sie nicht. Sie ist nichts gegen Dich ... und ich will ..." j „Hören Sie doch auf, Mensch", unterbrach sie ihn mit einer kalten, zitternden Stimme. „Schweigen S?e doch, um Gotteswillen, schweigen Sie." Sie machte eine Bewegung, als wollte sie an ihm vorbeitreten, aber dann beugte sie sich plötzlich weit vor, und indem sie ihm starr in das entgeisteteGesicht sah, sagte sie mit einer fast schreienden Stimme: „Und Sie ... Sie Hab' ich lieben können. O Gott!.. Aber hören Sie: warum haben Sie damals ge- schwiegen! Sollte ich Ihnen denn sagen, daß ...? Sie erbärmlicher ... Und ich habe mir damals ein- gebildet, Sie sähen mich gar nicht. Wie unglücklich zerrissen ich war, aber sinnloser noch als unglücklich .. Sie sollen schweigen!" Sie stampfte mit dem Fuß, und eine Flechte löste sich und hing ihr über die Schulter. „Um Ihretwillen bin ich hingegangen und Hab' verzweifelt den ersten besten genommen, den ersten schlechtesten, krank, abgelebt, stumpf ... O Gott ... und das alles um Sie, nur um Sie .." sie schluchzte beinahe und kam flüsternd zu Ende: „Und Sie haben geschwiegen ... Aber gut, daß Sie ge- schwiegen haben ... Besser die Leere, als das Ent- setzen." , - Ihre kleine Fanst griff einen Zweig, und indem sie ihn mit einem Rnck entblätterte, ging sie hart an ihm vorüber, ohne ihn anzusehen, und ließ ihn stehen, betäubt, leer, dumm, angefüllt mit Staunen. Bald daraus ging er langsam der Stadt zu, einen Nebel vor Augen, von Zeit zu Zeit stehen bleibend und kopfschüttelnd vor sich hinstarrend. Vielleicht ist es doch so am besten, dachte er, und bog in die lange Mietskasernenstraße ein, in der irgendwo seine Braut auf ihn warten, mochte. Aus den „Narrenliedern". Von Trude Bolkner. Aufforderung. Löscht die Lichter, löscht die Kerzen, Oeffnet weit der Türe Bogen, Laßt sie lauschen, eure Herzen, Denn der Narre kommt gezogen- — Begegnung. Sie ging heut' früh an mir vorbei Ihr Windspiel kläffte laut . . . Da hat mit einem fremden Blick Sie plötzlich aufgeschaut. Es traf ihr Aug' mich seltsam tief Sie hob die weiße Hand . . . Ich grüßte sie — sie schaute nur — Sie hat — mich — nicht —erkannt — Finale. Es lehnt die Laute a« der Wand. Zerrissen sind die Saiten, Verblaßt das himmelblaue Band, Und ach. die Töne unbekannt * Vergangener Seligkeiten Es schweigt das Lied, es schweigt der Sang. Verwelkter Rosen Düste Umgeben mich. Und wie ein Klang, Der tief mir einst ins Herze drang, ZteHt's sehnend durch die Lüfte. Nr. 164. Seite 4 Karlsruher Tagblatt. Samstag, den IS. Juni 1S2S Erstes Blatt Wo gehen mir am Sonntag hin? Mit öe>r AMalbahn («SonntogSifort«) nach Marxzell, vMbomchtes, nur «ms wemHen -Häusern bestehendes Knrivrtchen am: Zusammen- fl-utz beS Maisonbiachs uavd -der AIH. sDie M.). E. W. Sport>Sp'ei Fußball. B. f. R. Heilbroun — K.F.B. Kür den nächsten Sonntag bat der K.F.V. die spielstarke Elf des V. f. R. Heilbronn zu einem Wettspiel verpflichtet. Die Gäste dürften noch von ihrem Sieg über F.C. Mühlburg in bester Erinnerung sein und haben sich dem Vernehmen nach durch mehrere Spieler aus Fürth und Wien wesentlich verstärkt. Bor diesem Treffen stehen sich die ersten Junioren-Mannschaften des V. f. R. Mannheim und Jt.3r.S5. gegenüber. Nach dem Spiele gegen Heil- bronn messen sich F.C. Baden und die Alte Herren- Mannschaft des K.F.V. Amtliche Nachrichten Ernennungen. Versetzungen usw. der vlanmätzigen Beamten. » Ministerium des Inner». ' Ernannt: Polizeiwachtmeifter Wilhelm Hu her in Freiburg zum Polizeioberwachtmeister, die Rottenmeister Josef Schwarz und Kranz S ch ü l l e in Mannheim zu vlanmäbigen Polizeiwachtmeistern. Versetzt: Polizeiwachtmeifter Peter Nikola in zum Bezirksamt — Polizeidirektion — Oberrevifor Karl Hell- Mannheim Pforzheim. Entlasten auf Ansuchen: st e r n in Konstanz. Kultnö- «nd Uvterrichtsministerw«. Ernannt: den außerordentlichen Professor Dr. Her- mann Kautorowicz mit Wirkung vom 1. April 1923 zum planmähigen außerordentlichen Profestor in der rechts- und ftaatswistenfchaftlichen Fakultät der Universität Freiburg, Lehramtsvraktikant Dr. Friedrich S ch a u b an der Rotteck-Oberrealschnle in Freiburg zum Professor daselbst, der aubervlamahige Pfleger Ludwig Blumhofer bei der psychiatrischen und Nervenklinik in Freiburg »um planmäßigen Pfleger daselbst. Emeritiert: der ordentliche Profestor der romanischen Philologie an der Universität Heidelberg Geh. Hofrat Dr. Fritz N e u m a n n mit Wirkung vom gl. März 1923. der ordentliche Professor der Nationalökonomie und Ktnanzwistenschaft an der Universität Heidelberg. Geh. Rat Dr. Eberhard G o t h e i» mit Wirkung vom 31. März 1923, der ordentliche Profestor der Pdvsiolo- gie an der Universität Heidelberg Geh. Rat Dr. Albrecht K o f f e l mit Wirkung vom 81. März 1923. der ordent- liche Profestor der Physiologie an der Universität Krei- bürg Geh. Rat Dr. Johannes v. St t i e 8 mit Wirkung vom 31. März 1928, der ordentliche Profestor des rö- mischen und deutschen bürgerlichen Rechts an der Uni versität Freiburg Geh. Rat Dr. Otto Le ne l mit Wir- kung vom 31. März 1923, der ordentliche Professor der Physik an der Universität Freiburg Geh. Rat Dr. Kranz H i m st e d t mit Wirkung vom 81. März 1928. Znrnhegesetzt auf Ansuchen: Professor Karl F ehrle am Realprogymnasium in Gückingen bis zur Wiederherstellung feiner Gesundheit. 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Bechtel sagen wir allen unseren aufrichtigsten Dank. Familie Lohn Familie Bechtel. Berichtigung. In der Todes-Anzeige bezüglich Mina Weber geb. Crecelius vom 3. Juni wurde bemerkt, daß dieselbe sang- und klanglos beerdigt werden mußte, weih die Direktion der Karl-Friedrich-Leopold und -Sofienstiftung mich nicht rechtzeitig benachrichtigt habe. Es stellt sich nun heraus, baß Frau Weber selbst es versäumt hatte, die Direktton des Pfründnerhauses zu beauftragen, ihren Schwager, der sonst alle ihre Angelegenheiten regelte, im Falle des Todes zu benachrichtigen. Die Direktion hatte auf Orund der Aufzeichnungen in den Akten eine Tochter des verstorbenen Bruders der Frau Weber ordnungsgemäß benachrichtigt. Der Vorwurf, daß die Direktion die Schuld treffe, daß Frau Weber ohne Beisein von Verwandten und Bekannten beerdigt werden mußte, ist also unrichtig gewesen und habe ich mich dieserhalb bereits per- scnlich bei Herrn Direktor Fr< entschuldigt. Frey plab bei der Gartenstadt. Ansprachen von Pfr. ?vvait^Baden-Baden und Pfr. Steinmann <2 Uhr Abmarsch vom Tchnlbans). 8 abends: Evangeli- saiivnsvorträge in der Kirche. Familienleben^ (Pfr. Ivya' Karl-ffriedrich-ttedäck Barn). 8: i?rül,göltest mann. j a10: Pfarrkandidat Eiermann, ittesdi ' ' ~ »Nd baS r. Ipvach und Pred. Scheureri. däröt-iskirchr (Stadtteil Mühl ttesdienft. Pfarrkandidat Eier 11: Kin- >BL. niidat Eiern >410: StadW. Mi 3 r.f »^ e »® ,aö &ei ^^ 9 s Amalienstraße 77: Donnerstag, abends 8%: Andacht, Pfr. Hemmer. Evang.-lutb. Gemeinde. Friedhofkavelle. Wald- bornftraße. Borm. 10: Prediatgottesdienft: an> schließend Christenlehre, Pfr. Herrmann. Evang. Stadtmisfto» tlarlSrube. Atlerftraße 2». Sonntga, 'A12: Svnntagsfchule, Ins». Schmidt. 3: Allgem. Verfammlnng. ynfp. SÄmiot. — Mitt- woch. 8: ^Ubeistunde. Miss. Riedel. — Srenz^ stran: 28. Sonntag, 3 .Jll: Hosfnungsbund. Vvang. N?reinol,a»s «arlörnhe, Amalienitr. 77. Sonntag. WA: Sonntaasschule. 8: AUgem. Versammlung. Stadtmisf. Scheurer. Abends 8: All- . Äersammlung. Stadtmifs. Meler. — Mitt- ^ersammluna. Zionskirche der Svaug. Gemewfchaft. Beiert- beimer ?lllec 4. Sonntag, vorm. MO: Predigt. Pred. Klenert. %11: Kindergottesdienk. Ä: ' - 8: GeVMver- d» 8: Bibel. 5. Sonntag. , .. ... abend« 8: Gc- betsversammlung. Frieoenokirche der Meid. Gemeinde. Karlft?. Vorm. VÜ.0: Predigt, Stadtmiii. Scheurer. Iii Kindergottesdienft. 5: Predigt. — Mittwoch, abd. 8: Bibel- und Gebetsftunde. Wochcngottesdienfte. , Kleine Kirche. Donnerstag, abends S: Stadt- vikar Kiedler. .lobanneökirche. Donnerstag, abend? S: Stadt, virar Lichtenfels. Lntlierkirchc. Donnerstag. abeadS S: Bibel 'e, Stadtv. ' stunde. Sehringer. Katholische Ttadtgemeinde. 8. AloiNnssonntag. ^ St. D tepbanokirche. 166: Frühmesse: 6: beil. Melle: 7: 61. Messe: 8: Singmesse mit Predigt; H1Q: Hauvtgottesdicnst mit Hochamt und Predigt: '<12: Kindcrgotteödienft mit Predigt: ^tZ: Christen- ..... ' -9ruJttl4a4 lehre für Jünglinge: H8: Herz. Kreitaa, morgens %7: Herz-Jesu-Amt: abends '/48: Herz -Jesu-Andacht. Alte St. Vinzcutiuokavelle. ^lmt: 10: WutjeSMeiijt für Messe: Zer«darduökir> 148: deutsche tft für Akademiker, che. 6: Frühmesse: %7: beil. Singmesse: 9: Jnveltur des fr. Dr. Kiefer mit Feftvredigt Messe: 8: liochiv. Herrn Stadtpfr. Dr. Kiefer mit Feftvredigt des liochw. Herrn Geistl. Rats und StadtdckanS Stnmpf und lernt. Hochamt: V112: KindergotteS- dienft: 2: Christenlehre für die Jünglinge: HB: feierl. Vesper. — Freitag. %7: Herz-Jesu-Amt. St. Mariinokirche lSiintheim». %8: 61. Messe. Liebtranenkirche. 6: Frühmesse: 7: Kommunionmesse mit Monatskommunion der Jungfrauen: 8: deutsche Singmesse mit Predigt: Ä10: Haupt- gottesdienst mit Amt und Predigt: 11: Kinder- gottesdienst mit Predwt: 9^2: Christenlehre für die Jünglinge: >A8: Andacht zur Erlangung des Segens für die Feldfrüchte. — Kollekte für kath. Elternue ' Carl Wilh. Drais Pforzheim. Gottesdienst-Anzeiger. Sonntag, de» 17. Nnni f». Soimtaa n. Trinitatis). Evangelische Stadtgemeinde. Kollekte sür die Jugendarbeit. StadtNrche. %0: Ä"a°»daMcsdienst. Jugend- i farrcr KavveS. 10: Pfr. Herrmann. vnn- ■ m,mn. I drrgottesdienst. Stadtv. Bollmann. 6: Stadtvikar | Siedler. 1 «öUo&HriSe, 10: Kirchenrat Fischer. '£12: I Christenlehre ist auf den_24..Jiint um >A9 verlegt. ! Jobanneskirch« " — 8: ■ HB Stadkv. Pfisterer. 'zlO: Pfr. "Maaer-Ullman. 11: Christenlehre. Psr. Maner-Ullmann. 11: Kindergotiesdienst. Stadt- CbristnsNrche. . 8: Stadtv. „Wüft, 10: Pfarrer Senfert. Nohde. IV«: Christenlehre, Pfr. Roh de. Gemeindehaus der Westftadt. 10: Pfr. 11-/4: Kindergottesdienst, Pfr. Seufert. Lutherkirche. 3: Stadtv. Sehringer. ?4t0: Stadt- vikar Sehringer. 11: Kindergottesdienst. Pfarrer Aii I? {5 c nt c t c r. Matthiinsvlarrei. Turnlaal Südendschitle. 10: Vikar Leiser. HK: Kindergottesdienst. Pfr. Hem- "'^dwig-Wilhelm-Krankenbeim. 5: Kirchenrat 'ztädt. KrankenbanS. 10: Pfarrkandidat Ecker Diakpnissenhanökirche. 10: Pfr. Sitzler. Abends ^ei?rN>?im. Stadtv. Münzel. VAl: Christenlehre. Stadtv. Münzel. Zlüvvnrr. >/41ö: Festgottesdienst nnter Mitwir- knng der evann. Jngendvcrcinigiingen. Pfarrer Steinmann. %3: Jngendfeier auf dem Sviel- Elternuercinignng. St. Bouifatinskirche. N: Frühmesse mit Pre- digt und Generalkommunion der Schwestern und Jnngfrauenkonar. und der übrigen Junqfrauen: 7: hl. Meffe: 8: deutsche Singmesse und Predigt: '«111: Hauvtgottesdicnst. Hochamt und Predigt: Lndwia-Wlliielm-Krankenheim. S: bl. Messe und Predigt. St. Peter- «nd Panlskirche. S: Frühmesse, Mo- natökomm. der Jungfrauen: 8: deutsche Sing- messe mit Predigt: '/!>10: Predigt mit Amt: ^12: Kindergottesdienst mit Predigt: 2: Christenlehre für die Jünglinge: W): Herz-Jesu-Andacht. St. Konradokirchc lTelegr.-Kaserne). HO: deutsche Singmesse mit Predigt. «tädt. Krankenhaus. Üd: deutsche Singmesse mit Predigt. , , St. Mi-haelskirche (Beiertheim). %6: Beicht- gejegenhcit; W: Frühmesse mit Monatslomm. der Frauen: 8: deutsche Singmesse mit Predigt: S10: Hauvtgottesdienlt mit Predigt und Hochamt: " Chrrstenlehre für die Jünglinge: 2: Her)- «—7: B«cht- onatskomm. de^ Amt mit Predigt: "eldfrüchte. s—7: Beicht- onatskomm. für fflf eleaenhcit netegenlicü den christl. Kapelle. l. Getttkirch« lStadtteil Daxlanden). 6—8: Beichtgeleaenbeit: %7:_j{omn«uirlonmeifc lMonatS- kommnnion für die Männer): 8: dentfche Sing- «M " ~ ■ ■■ ~ :k ■ Jrcdiat: %ll: üA±: messe mit Predigt: ^10: Amt mit Pred Christenlehre: 2: Herz-MariS-Andacht: fammlung der Elternvereiniguna mit und Unterhaltung in der Festhalle. Alt-katholische Ztadtgcmeinoe. Anferftebnngt' kirche. V &10: Deutsches Hochamt mit Predigt, Stadtpfarrcr Kamiuski. Neuapostolifche Gemeinde, Gartenstrahe 16 S' Gottesdienste: Sonntag vormittags Uhr, nachmittags 4 Uhr. Mittwoch abends « Uhr. Kirche Jelu Christi der Heiligen der letzten Tag« tsosienstraste 73. Eing Leffingstr.). Zonntag, vorm. 10Ys und abds. 7 Uhr. Mittw. abds. 8 Uör. t Zweites Blatt Karlsruher Tagblatt. SamStag. den IS. Juni 1S2S Nr. 164. Seite S. GaöWwpolitik Das Sparkafsengeseh. Der Sem Landtag zugegangene Entwurf ,yit Aenderung des Sparkassengesetzes vom 9. April 1880 will Sie Exlistenzmöglichkeit der Sparkassen aus eine neue GvunÄage stellen. Jnsvlg« des gesunkenen Geldwertes und des damit verbünde- nen Nachlassens des Spartriebes drohten die Kassen, die sich an die Bisherigen engen gesetzlichen Bestimmungen halten mußten, au Zuschußbetrieben, zu werden. Der Entwurf verfolgt nun ein doppeltes Ziel: Erhöhung des Umsatzes und ErWhung der Erträge durch Vermehrung der Anlagemöiglichkeiten. Nach 8 4 wll künftig auch bankmäßiger Betrieb (Besorgung des Zah- ÄrngAverkeHrs, Depositen und Depositengeschäft, BermögenSverwaltirng) zugelassen sein. Die Satzung muß diesbezügliche Bestimmungen ent- l'Ätein. Da sie der Staats«eneh>migung unter- !>iegt, ftM eS bei der Regierung, die Kassen zu bestimme», denen nach Leitung und Geschäfts- umfang obige Befugnisse übertragen werden können. Der Entwurf spricht hier von „erwei- terten öffentlichen Sparkassen". Wird in 8 4 das AktwgeischÄst geregelt, so betrifft § 11 das VaMvgeichäft. Danach sind einfachen öffentlichen Sparkassen folgende Vermögens ansagen gestattet: Darlehen gegen Hypotheken bis M 00 Proz. des Wertes, SchulSverschreibungvn öffentlich- rechtlicher Verbände, verbriefte, von öffentlich- rechtlichen Verbänden gewährleistete Forderun- gen, nründeKchere Pfandbriefe, Kommunalovli- aattonen der Rheinischen Hypothekenbank, GruMtückkausgelder mit hypothekarischer Siche- mm» und Tilgung binnen Ist Jahren, Darlehen «Nif Schuldscheine aegen Pfand oder Bürgschaft, oder bankmäßige Wechsel und schließlich die Um- tagen bei einer unter Staatsaufsicht stehenden Sadi'schen Bankanstalt, Erweiterte Sparkassen können außerdem befugt werden, M Darlehen auf Schuldscheine gegen Verpfändnrra von Börsenpapieren, Edelmetall, Lo>inb>ardkrediten, Dar- ^ehen i-n laufender Rechnung gegen Sicherung. Werner MM An- und Verkauf von bankmäßigen Wechseln, Im übrigen beschränkt der Entwurf die Bürgschaft durch die Gemeinde auf Äe Rück- «ahwng der Spareinlagen. Die Vermögen von Sparkassen und Gemeinden müssen getrennt ver- waltet werben. Die Vertretung der Kasse ist Sache des Verwaltungsrates. Der Ausschuß für Rechtspflege und Verwaltung hat mit der Beratung des Gesetzes bereits begonnen. Der Entwurf, der eine bald zwei- fahrige gründliche Vorbereitung durch die Re- Gerung erfahren hat, wurde allseits lebhaft be- grüßt und als erfolgversprechend befunden. Der neue Ausgabenkreis der Sparkassen setzt aller- ^ings geschultes Personal voraus. Utas Saöen - Licdolsheim bei Graben, 13. Juni. Bei der Gras Versteigerung von Gemeindewiesen wurden die ungewöhnlich hohen Preise von 4 bis t'A Millionen für 80 Ar Wiese erhielt. Mannheim. 15. Juni. Gestern nachmittag kam es bei der Rheinbrücke m einer Schießerei. Ein Brückenpassant versuchte durch die Paßkontrolle durchzukommen, obgleich ans seinem Paß das französische Visum fehlte. Als er von dem französischen Posten zurückgerufen wurde, sprang er davon, worauf der französische Unteroossizier auf den fliehenden schoß, ohne ihn zu treffen. Reckargemünd. IS. Juni. Der Arbeiter Ludwig Ander in Reckargemünd wurde von einem Ochsen an die Wand gedrückt und erlitt so schwere innere Verletzungen, daß er starb. — In Nittersbach wollte ein junger Mann einen Streit zwischen andern Burschen, an dem er nicht beteiligt war. schlichten. Er erhielt dabei mehrere Messerstiche, die seinen Tod herbeiführ- ten. a. Weinheim. 14. Juni. Als im hiesigen K o n- kumverein eine Kiste Butter, das von einer Firma in Hildesheim geliefert worden war. ge- öffnet wurde, machte man die unangenehme Ent- deckuug. daß die Kiste anstatt der Butter einen 14 Pfund schweren Granit st ein enthielt. Da die Kiste ganz unversehrt angekommen war, so ist anzunehmen, daß der Betrug beim Verpak- ken in Hildesheim verübt wurde. Die gericht- liche Untersuchung ist eingeleitet. Rastatt. 1«. Juni. Ein tödlicher Un- glllckssall hat sich im Bahnhof Malsch er- eignet. Lokomotivführer Franz Durm wurde beim Ueberschreiten der Gleise überfahren und sofort getötet. Der Verunglückte, ein gewissen- hafter und pünktlicher Beamter, hatte anscheinend das Herannahen des Schnellzuges nicht bemerkt. X Appenweier. 15. Juni. Der bei einer kürz- lichen Messerstecherei verletzte Bursche ftöll ist im Ossenburaer Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. X Haslach i. K., 15. Juni. Bei den Haiß- Berken konnten dank dem entschlonenen ^>u- «reisen der Werkleitung große Diebstahle aufgedeckt werden. Der Täter ist festgestellt. X Triberg, 15. Juni. Pom 19. bis 21. Juli veranstaltet der Mgemei-ne deutsche Automobil- klub für seine Mitglieder und die der Kartell- kl -ubs eine P r ll fu wgssahr t für kleine Per- sonenkraftwagen, die von Meinungen über Würzburg, auch über den Schwarzwild nach Pforzheim, Billingen und Konstanz fiihrt und Mit einer Fahrt über F-tiedrichshafen und Ulm in Stuttgart ihr Ende findet. Verschiedene Gruppen der teilnehmeuden Wagen werden die Strecke Freudenstadt — Wolfach — Horirbcrg — Triberg — Villingen berühren. X Freibnrg. Br.. 15. Juni. Am 30. Juni und J . Juli wird der Badische Landesverband für Säuglings- und Kleinkinderfürsorge seine dies- i-ihrige Taanug in der Aula der Höheren Töch- terschule abhalten. Am Sonntag, den 1. Juli s'ndet in den gleichen Räumen die 21. Tagung des Verbandes badischer Für,orger,nnen statt. Aus beide» Tagungen werden namhafte Ge- lehrte der Sänglinas- und Kleinklndersüriorge. «. a. Professor Dr. N o e g g e ra t h - Freiburg und Caritasdirektor Eckert- Freiburg. Bor- träge halten. Arbeitsminister Dr. Engler spricht über Fragen der Wohnungsfürsorge. X Königsfeld. 15. JNni. Mit Genehnngung des Königs von Schweden wurden aus den unter seiner Aussicht stehenden Mitteln der Brüdersozietät in Stockholm rund 10 000 schwe- d i s ch e Kronen für die Herrenhuter Brüder angewiesen. Klus Nachbarländern - Lorch lWürtt.), IL. Juni. In einem Wald- stück der benachbarten Gemeinde Oberkirneck fande>n vor einigen Tagen beerewsuchende Knaben einen Leichnam eines Mauues, neben dem Toten ein offenes, blutbeflecktes Taschen- messer. Durch die Ermittlung der Kriminal- poli^ei hat sich herausgestellt, daß der Tote, der unverheiratete Kriegsinvalide Jakob Stingel, das Opfer eines Verbrechens geworden ist. Seine beiden „Freunde", die Hilfsarbeiter Ernst Richmann und Wilhelm Geist, hatten Stin- gel, der sein Häuschen für mehrere Millionen verkauft hat, den Vorschlag gemacht, in Lorch ein Gütchen zu kaufen. Im Walde von Oberkirneck hat Richmann verabredungsgemäß den schlafen- den Stingel durch einen Stich ins Herz getötet und seines aus dem Hnnsverk^uf herriihrend nahmen gegen die Verfälschung von Lebensmit- teln führte zu einer Besprechung der jetzt gel- tendeu gesetzlichen Bestimmungen Wer den Ver- kehr mit Lebensmitteln, dessen Kontrolle in die .Hände der Polizei gelegt ist. Die wichtigsten Paragraphen des Reichsgesetzes über den Ver- kehr mit Nahrungs- und Genußmitteln und Ge- brauchsgesenständen wurden erläutert u. ferner die Aufgaben und die Tätigkeit der verschiede- nen Reichs- und Laudesorgane, die mit der Ueberwachung der Lebensmittel betraut sind, im einzelinen dargelegt. Sodann gab der Vortragende an Hand einer Reihe hochinteressanter Experimente, die sich vor allem auf die Untersuchung von Milch, Mehl und Brot erstreckten, einen Einblick in die Ausfüh- ruwg der praktischen Kontrolle. Die Karen, lehr- reichen und leicht verständlich gehaltenen Dar- legungen des Vortragenden vermittelten den Beamten für ihren Dienst in der Lebensmittel- Kontrolle wertvolle theoretische Kenntnisse und gaben ihnen zugleich wichtige Ratschläge für ihre praktische Tätigkeit. Das wöchentliche Dad. Bedauerlicherweise wird jetzt schon in vielen Familien durch de» Druck der Verhältnisse das gewohnte wöchentliche Bad vernachlässigt. Die 'Kosten für das Bad im Hause können aber ganz wesentlich verringert werden, wenn das Vollbad durch 'das Brausebad ersetzt wird. Wahrend für ein Vollbad etwa 200 Liter Wasser zu erwärmen find, braucht man für ein Brausebad von 5 Minuten nur etwa 80 Liter Wasser. Bei dem jetzigen Gaspreis kostet dann ein solches Brausebad nur etwa 200—250 Mark, was dem Wert einer Zigarette entspricht. Den Forderungen der Hygiene ist aber mit dem Brausebad ebensogut Rechnung getragen, wie mit dem Vollbad. Dabei kann das Brausebad sofort nach dem Anzünden des Gasbaldeofeus genommen werden, während die Zubereitung des VoWades bei Gas 10—25 Minuten und bei Kohlen- oder Holzseue- rung mindestens 1 Stunde erfordert. Zur Herstellung eines Brausebades sind die Gasbadeöfen am geeignetsten, weil das Wasser beim Durchfließen des Ofens erwärmt wird. In den Kvhlenbadeöfcn muß stets die ganze Wasser- füllung ermannt werden, die selbst für mehrere Brausebäder zu groß ist. Die Bilder in unserem Schaufenster, Ritter- ftraße 1: Das Wiener Mandolinenorchester. — Die Beisetzung Worowskys in Moskau. — Die Bernsteingewinnung im staatlichen Bernstein- werk Palmnicken in Ostpreußen. — Amerikani- sche Truppen gegen chinesische Banditen und Kinderräuber. — Dänische Liebesgaben für un« terernährte deutsche Kinder. — Von der großen Berliner Turn- und Sportwochc. — Bon den Teuerungskrawnllen in Dresden. Vom Zugverkehr. Vom Montag, den 18. Juni an werden die Halte des Zuges 4371 (W) in Grötzingen, Berghausen, Söllingen und Klein- steinbach aufgehoben. Der Fahrplan dieses Zuges wird gleichzeitig wie folgt geändert: Karlsruhe ab 5.15 Uhr vorin.. Durlach ab 5.26, Wilferdingen ah 5.61 Uhr und weiter wie vorge- sehen. — Zwischen Ztastatt und Wintersdorf ver- kehren vom gleichen Tage an neu: Zug 706 (W) Rastatt ab 7.30 Uhr, Wtntersdorf an 7.40 Uhr vorm-, Zug 707 W Wintersdorf ab 7.50 Uhr, Rastatt an 8.00 Uhr vorm., Zug 716 (W) Rastatt ab 5.15 Uhr,' Wintersdorf an 5.25 Uhr nachm. und ^ug 717 (W) Wintersdorf ab 5.85 Uhr, Rastatt an 6.45 Uhr nachm. Sonderzug Herrcnalb-Karlsrnhe. Am Sonn- tag. den 17. Juni, fährt abends 10.40 Uhr der erste Sonderzug der Kurverwaltung nach Karlsruhe- Sonntagskarten haben jedoch hierfür keine Gültigkeit. Besuchern unseres Kurorts ist dadurch Gelegenheit geboten, die Abendstun- den in Herrenalb zu verbringen. Bon der Höllentalbahn. Mit Rücksicht auf die geringe Leistungsfähigkeit der .Zahnradstrecke der Höllentalbahn zwischen Hirschsprnng und Hinterzarten ist zur Entlastmm des von Bat ?l kommenden Nachtschnellzuges D 41 der Vorzug D 41 aus der Strecke Freiburg—Neustadt iSchwarzwald) im Fahrplan aufgenommen. Der Vorzug D 41 verkehrt: Freiburg ab 8.14 nachm., Freiburg-Wiehre 8.20, Hirschsprung 9.01, Hinter- zarten 9.37, Titisee 9.46 nachm. Die Benützung des Borzuges D 41 ist trotz wiederholter Hin- weise gering, während der Hauptzug bereits ab Basel regelmäßig stark besetzt ist. Da der Hauptzug wegen der Zahnradstrecke in Freiburg uicht verstärkt iverdeu kann, wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß Reisende der Stationen Freiburg. Freiburg-Wiehre, Hirsch- spruug. Hinterzarten und Titisee nur insoweit mit Beförderung im Hauptzug rechnen können, als ab Basel noch Platz verfügbar ist. Es wird daher den Reisenden von den vorgenannten Stationen in ihrem eigenen Interesse dringend die Benützung des Vorzuges D 41 empfohlen. Da dessen Wagen in Neustadt auf den Haupt- zug gestellt werden, ist ein Umsteigen nicht nötig. Die Verbindung Holland—Basel. Die V.Züge Holland—Schweiz, die sonst über Köln—Wies- baden—Frankfurt geführt wurden, verkehren jetzt nicht,- wie irrtümlich gemeldet wurde, über Wesel, sondern über A m m e r s f o r t - N h e i n e—Münster und dann über Hamm- Soest—Paderborn—Cassel—Bebra—Hanau iwo die Reisenden Anschluß nach München und Wien finden) und über Frankfurt—Freiburg nach Basel. — Seit dem 10. Juni verkehren wieder tauch Sonntags!) die Schnellzüge D 8/9 Berlin—Hamburg ab Berlin Lehrt. Bhf. 8.00 nachm.; an Altona 6.24 nachm., an Berlin 11.16 nachm!>'— Die v-Züge 38/37, ab Berlin Potsd. Bhf. 10.10 nachm. bezw. an Berlin 8.55 vorm., die bis Aachen verkehren sollten, werden in- folge der Ruhrbesetzung nur bis und von Köln geführt: sie haben durchlaufende Wagen I. biö 3. Klasse sowie Schlafwagen Berlin—Köln über Magdeburg—Hildesheiu^—Elberfeld. Die Schnellzüge v 137/138 Dresden—Hanno- ver lab Dresden 7.04 nachm., Leipzig 9.15, Mag- deburg 12.04 vorm., Hannover 3.03 vorm.; in der Gegenrichtung: ab Hannover 3.59 vorm., Magde- bürg 7.00 vorm., Leipzig 9.25 vorm., an Dresden II.81 vorm. werden von und nach Bent- heim durchgeführt und h aben Kurs- und Schlafwagen Dresden—Haag. Postalisches. Wmn 1. Juli an gelten im Fern- sprechverkehr mit der Schweiz die Stunden vo-u 9 Uhr abends bis 8 Uhr morgens als Nachtzeit. Am 1. Juli tritt vorausssichtlich auch Er- Whung der Fernsprecheinrichtungen ein. Die Dienststellen sind angewiesen, Feruspreaienirich- tungen, für die die Einrichtungsgebühr bereits erhoben ist, tunlichst noch im Juni fertigzustellen. Ist dies nicht möglich, so sind die Antragifteller sogleich zu verständigen, daß sie erhöhte Ein- richtungSgebühren zu zahlen haben werden. Ucbcrweisungcn von Zeitungen nach Sommer- frischen, Knr- und Badeorten. Für die bevor- stehende Reifezeit werden die Bestimmungen über die Nachsenduna von Zeitungen von all- gemeinem Interesse sein. Anträge auf Ueber- Weisung durch die Post bezogener Zeitungen sind möglichst 3—4 Tage vor der Abreise beim Bestellvostamte zu stellen. Den Anträgen (Bor- drucke hierzu sind bei den Postanstalten kosten- frei erhältlich) sind sür jede Zeitung 60 M in bar oder in Freimarken beizufügen. Die Rücküber- Weisung nach dem Heimatort, die in jedem Fall bei der Postanstalt des neuen Bezugsortes be- sonders zu beantragen ist. erfolgt innerhalb des Deutschen Reiches gebührenfrei. Ueberweisun- gen nach dem Auslande sind nur zugelassen nach den Ländern des Weltpostvereins, die dem Zei- tungsabkommen beigetreten find. Die Gebühr wird vom Bezieher am neuen Bestimmungsort erhoben. Nach dem übrigen Auslande geschieht die Nachsendung unter Streifband gegen die bei der bisherigen Absatzpostanstalt zu hinterlegende Postdrucksachengebühr (für je 50 Gramm 60 Jl) durch den Verlag der Zeitung. Es wird sich indessen wegen der Höhe der Gebühren in vielen Fällen empfehlen, das Abonnement bei der aus- ländischen Postanstalt zu erneuern oder von Be- auftragten die Nachsenduna unter Vereinigung mehrerer Zeitungsnummern in einem Streif- band besorgen zu lassen. Wegen der Zeitungen, die nicht im Wege des Postbetriebs, sondern durch Zeitungsträger bezogen werden, wende man sich unmittelbar an den Verlag der Zei- tung. Das Goldzollaufgeld. Für die Zeit vom 20. bis einschließlich 26. Juni beträgt das Goldzoll- ansgeld 1650 000 Proz. Die Durcksfetzung des Verkehrs mit Hartgeld. Zur schnelleren Durchsetzung des Verkehrs mit Hartgeld haben die Girokassen uud Oberpost- lassen, besonders auch die Geueralpostkassen, dauernd bei den Reichsbanlanstalten Hartgeld zum Nennwert von 200 und 500 Mk. zu entnehmen uud den ihnen zugestellten Post fassen auch ohne besondere Anforderung zuzuführen. Das .Hartgeld ist zu allen Zahlungen zu verwenden. Dabei ist jedoch zu beachten, daß nach denr Ge- set? über die Ausprägung von Ersatzmünzen vom 2. Februar 1923 niemand verpflichtet ist, Er- satzmünzen von mehr als dvnr Zwau^igfächen deö Nennwertes der einzelnen Münzen in Zah- lung zu nehmen. Acnderunge» in der Krankeuverstchernng. Wie uns der Gewerkschaftsbund der Angestellten mit- teilt, ist durch Verfügung des ReichSarbeits- Ministers die Emkommensgrenze auf 9 720 000 Mark erhöht worden, so daß die Mitglieder bis zu 810 000 Mark Monatsgehalt wieder versiche- ruugspflichtig geworden sind. Die Verordnung tritt mit dem 18. Juni in Kraft. Die Anmel- düngen der wieder versicherungspflichtig wer- Senden Angestellten zur Zwangskrankenkasse ist bis zum 25. Juni vorzunehmen, soweit sie nicht durch Z 317 der Neichsversicheruugsordnung dar- über hinausläuft. Es müssen also die Mitglie- der, die jetzt wieder versicherungspflichtig wer-- den, dem Arbeitgeber den Nachweis erbringen, daß sie einer Ersatzkasse als Mitglied angehören, um dann von der Anmeldung zur Zwangskran- kenkasse befreit zu werden. Als höchster Grund- lohn sind 24 000 Mark für den Kalendertag festgesetzt worden. Es muß also ein tägliches Kran- kengeld im Höchstfalle von 12 000 Mark gewährt werden. Aenderunge« in der Angestelltenversicherung. Nach einer Verordnung des Reichsarbeitsmint- sters wird die Versicherungspflicht für Ange- stellte vom 1. Juni an auf ein JahreSarbeits- verdienst von 18 Millionen Mark ausgedehnt, im besetzten Gebiet, im Einbruchsgebiet und in dem Gebiete, in dem besondere Vorschriften für die ErwerbSlofenfürsorge gelten, auf 22 500 000 Mark. Den Patienten des BersorgungS-Krankeu- Hanfes wurden wieder einige frohe Stunden geboten. Am Freitag, 8. Juni, abend?, erfreute die Schülerkapelle durch den Vortrag einiger Musikstücke, slm Sonntag, 10. Jnni. gab das Blasorchester der Oststadt unter Leitung des ObermusikmeisterS a. D. Liese ein Konzert, das durch das Doppelguartett Jmmerjung vom Ar- beitergesangverein „Vorwärts" noch verschönert wurde. Am Dienstag, 12. Juni, abends, be- ehrte Frau Konzertsängerin Barn au die Pa- tienten durch den Vortrag einiger stimmungs- voller Lieder. Ihr klangvolles Organ erfreute die Patienten aufs herzlichste. Den Veranstal- tern bezeugten die Patienten ihren Dank und ihre Freude durch reichen Beifall. H. Brand. Donnerstag abend gegen 8 Uhr geriet auf dem Holzlagerplatz einer hiesigen Firma im Rheinhafen ein kleiner Lagerschuppen auf un- aufgeklärte Weife in Brand. Der Schuppen wurde durch das Feuer vollständig zerstört. Der Brand konnte in kurzer Zeit durch die Feuer- wehr Daxlanden gelöscht werden. Die Höhe des entstandenen Schadens ist noch nicht festgestellt worden. Mitteilungen des Badischen Landestheaters. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, t>ah die Aufführung von Wagners „Meistersinger i>on Nürnberg" am Sonntag, den 17. dö. Mts. «Gastiviel des Kammersängers Heinrich Henfel vom Stadttbeater ,in Hamburg als Walter von Stolzing), im Abonne- ment C 21 stattfindet. Beginn der Vorstellung 5 Uhr. Chronik der vereine. lurnocrein Bulach. Am Sonntag, 10. Juni, dem Tage des 10. Stiftungsfestes, tonnte der Verein, dank der Ovferwilligkeit seiner Mitglieder. leine Fahne ivei- hen und er hatte zu dieser Feierlichkeit ein Programm aufgestellt und durchgeführt, mit dem er sich vor ein- geladenen Freunden und den Bulacher Bürgern sehen lassen konnte. Am Vorabend, den ö. Juni, fanden im Rathaussaale turnerische Vorsührungen der Bulacher und benachbarter Turner statt, umrahmt von gelang- lichen Borträgen der beiden Gesangvereine des Orteö. Im Saale des Gasthauses zum „Lamm" folgte ein Be- grühungsabend. der den Bnlacher Turnern Gelegen- heit bot, urwüchsigen Humor zu entfalten. Am Sonn- tag früh trat der Berein mit der nenen Fahne den Gang zur Kirche an. Zuvor holten Feftreiter und Mnsik den Turnverein Beiertheim und den Karlsruher MSnnerturnverein an der Albbrücke feierlich ein und geleiteten die Vereine in die Kirche. Der OrtSpfarrer wies in seiner Predigt eindringlich aus den Wert der Leibesübungen bin, deren Betätigung sich mit Christen- pflichten wohl vereinige liche. Im Rathaussaale ver- sammelten sich alle Festteilnehmer zur Weihe der Fahne, die der Gauvertreter Schmidt vom Karlsruher Turn- gau tn ernster packender Weise vornahm. Auch hier wirkten die Gesangvereine Bulachs und die Musik der Feuerwehr mit. Der erste Gang mit der neuen Fahne war zum Friedhof, wo zu Ehren der im Kriege gefallenen und verstorbenen Ntitglieder ein Kranz niedergelegt wurde. Am Nachmittag um 8 Ubr zog der Verein mit seinen Freunden in festlichem Zug durch den über- raschend schön geschmückten Ort zur Festwiese, wo tur- uertsche Vorführungen der Bulacher Turner und der befreundeten Vereine stattsanden. Das Programm de« Vereins wurde in allen seinen Teilen tn geradezu mustergültiger Weise durchgeführt. Der langjährige verdiente Turuwart des Vereins, Finanzinfvektor Weber, wurde zum Ehrenturnwart ernannt, der Bulacher Turnverein erhielt von feinen Patenvereinen einen silbernen Kran» als Fahnenschmuck. Bm. Veranstaltungen. Die städtische Zchiilerkapelle veranstaltet am Sonntag. vormittags 11 llhr, im Stadtgarten unter Leitung deS Hauptlehrers W ö l s l e ein Freikonzert. Badische Lichtfviele Im Konzerthaus. Der vorzüg- liche und außerordentlich interessante Film und Ex- perimentalvortrag von Oberingenieur D r e y e r, Han- nover, über „Die Macht der Flamme" findet am Sonn- tag, den 17. ds. W!ts., 11 Uhr vormittags, eine Wieder- holung, uui auch den Kreisen, die während der Woche für den Besuch solcher Veranstaltung keine Zeit finden. Gelegenheit zu geben, den spannenden Ausführungen über moderne Technik zu folgen. Die reizenden Er- verimente mit flüssiger Luft (Porzellanifierung leben- der Blumen, Fleifchkonservieritna in einer Sekunde u. a. m.) werden auch das rege Interesse der Hausfrau finden, nm so mehr, als „Karlsruher flüffige Lnft" die neueste Errungenschaft unserer Stadt darstellt: ist doch seit gestern die erste Anlage für Herstellung flüssiger Luft in der Hanptwerkstätte der Eisenbahn in Betrieb. Unterhaltungöabciid des K.F.B. \3» einer Familien- unterhaltug mit reichem Programm lädt der Karls- ruher Fuhballverein feine Mitglieder am Sonntag in den Löwenrachen ein. Es wirken mit: Operettentenor I. Steiner ans Wien, der bekannte Bauchredner L u g e r. das GefangSanartett des Gesangvereins Coneordta und die Tänzerin Frl. E b e r l e. Standesvuch'AuSzüge. Todesfälle. IS. Juni: Anna Rothweiler- Hölzer, alt 46 Jahre, Ehefrau des Steindrnckers Emil Rothweiler-Hölzer: Emilie Wacker, ledig, alt 28 Jahre. — 14. Juni: Johann Dörflingcr, Die- ner. Witwer, alt Kg Jahre: Herm. Neinbold, Ana- tomie-Diener, ledig, alt SS Jahre: Anna Hölzer. Dienstmädchen, ledig, alt 21 Jahre: Amalie Fritz, alt 51 Jahre, Ehefrau des Kaufmanns Jos. Frib. — Ida H o s f m a n n, alt 84 Jahre. Witwe des Privat. Karl Hoffmann. Tagesanzeigeo Samstag, den 1«. Juoi 1923. Bad. LandeStheater: „Bürger Schippel", abends 7 bis m Uhr. Stadtgarten: Rosentagszug, nachmittags %4 vis 6 Uhr. Deutsch-Jüdische Küustlcrgesellschaft: „Zurück nach Zion", abends 10 Uhr im Nowackfaal, Ettlingerftrabe. Karlsruher Luftfahrtverciu: Lichtbilder- Vortrag, abends 8 Uhr im Hörsaal deS Ingenieur- Neubaues der Technischen Hochschule. Palastlichtspiele: Neues Programm. M.T.B.: Herrenabend im Moninger. Konkordiasaal. abends 8'/- Uhr. K.C. Baden: Germania Durlach 1 — F.C. Baden 1, abendS 6 Uhr auf dem Vochfchulsportvlai?. GefchäftUcheMilteilungen. „Der deutschen Hausfrau gewidmet" betitelt sich ein unserer heutigen Stadtanflage beigefügter Prospekt der Firma Emil Seelig A.-G. Kornkassee-Fabrikcn. Heilbronn a. N., den wir der Beachtung, ganz besonders unleren verehrlichen Leserinnen, angelegentlich emv- fehlen. Nr. 164. Seite 6 Karlsruher Tagblatt. SamStag, den IS. Juni 1923 Zweites Blatt Letzte festgestellte Kurse im Frei verRehr. (Eigener Drahtbericht.) Frankfurt, den 15. Juni (abends.) Es kosten; Brüssel 1 Fr. 5850.— (früh. 0.80 M.) Amsterdam lGld.42250.— ( „ 1.70 „ ) London 1 Pfd.St.495000.— ( „ 20.— „ ) Paris 1 Fr. 6800.— ( „ 0.80 „ ) Zürich 1 Fr. 19300.— ( 0.80 „ ) Italien I Lire 4950.— ( „ 0.80 „ ) NewyorklDollarl05500.—( „ 420 „ ) Tendenz: fest. Feindliche Propaganda gegen den deutschen Außenhandel. Mit dem Einbruch der Franzosen und Bel- gier in das Richrgebiet hat im Auslande eine äußerst lebhafte Propaganda, vor allem der Franzosen, gegen den Warenbezug aus Deutsch- lmrd eingesetzt- Daß dabei mit unlauteren Mit- teln vorgegangen wird, lehrt uns die Erfahrung. Die unwahren Behauptungen richten aber, wenn nicht eine Gegenpropaganda oder dauernde Ausfklärnng von deutscher Seite aus betrieben wird, Verwirrungen im Auslände an. Typisch dafür ist der folgende Brief einer Firma in Athen an ein deutsches Werk, das uns zur Verfügung gestellt wird: „Die Handelskammer unserer Stadt lAthen) ist von der interalliierten Rheinlandkommis- sion dahin benachrichtigt worden, daß jegliche Ausfuhr aus den augenblicklich besetzten Ge- bieten nach dem unbesetzten Deutschland ver- boten ist. Das würde natürlich die Lahm- legung des Handels und Verkehrs zur Folge haben, weshalb wir Sie bitten. uns mitzu- teilen, ob in Zukunft tatsächlich jedsr Geschäfts- verkehr auf Grund dieses Verbotes unterbun- den ist". Politisch besonders bezeichnend an diesem Schreiben ist, daß sich die interalliierte Rhein- landkourmission, in den Dienst bex feindlichen Wirtschastspropaganda gegen Deutschand stellt. Wirtschaftlich bezeichnend, daß im Ausland nicht die richtige Kenntnis über die tatsächlichen Ver- Hältnisse in Deutschland herrscht, sodaß die feindlich Propaganda wohl geeignet ist, Verwirrungen anzurichten. Diese Athener Firma fragt bei ihrem deutschen Lieferanten an und kann des- wegen aufgeklärt werden. Viele aber fragen nicht an und stellen den Verkehr ein. Deshalb sollte jeder AußenhandelstreiSendc seine Ge- schäftssreunde im Auslande aus Grund dieser feindlichen Propaganda ständig aufklären und für Weiterverbreitung sorgen. Für die deutsche Presse ist es eine wichtige Aufgabe, einmal im Inland« darauf hinzuweisen und im Auslande dahin aufklärend zu wirken daß der Warenbezug aus dem unbesetzten Deutschland nach wie vor gänzlich ungehindert ist. Der Versand aus den besetzten Gebieten ist erschwert, aber keineswegs völlig unmöglich. Deutschland kann nach wie vor liefern, die Werke find genügend mit Roh- Materialien und Halbfabrikaten eingedeckt, so- daß sie allen Wünschen gerecht werden können. Es steht nichts im Wege, daß sich die ausländische Kundschaft an die deutsche Industrie und den deutschen Handel wendet. Sie kann versichert sein, daß die deutsche Industrie jetzt erst recht alles daransetzt, um ihre ausländischen Bezieher in jeder Hinsicht zufrieden zu stellen. Außer- dem wird auch jede Anfrage in Deutschland die gewünschte Ausklärung bringen. Reichsbank. Nach der Rekordbeanspruchung, der die Reichsban-k in der letzten Mai-Woche ausgesetzt war, ist auch in der ersten Woche des Juni der an das Institut herangetretene Bedarf außerordentlich groß geblieben; namentlich hat das Reich neue sehr erhebliche Anforderungen gestellt, die trotz einer bedeutenden Steigerung des Absatzes von Reichsschatzanweisungen im freien Verkehr zu einer neuen Vermehrung ihres Bestandes um M. 426. (Vorwoche 1070.5) Milliarden auf 8448.4 Milliarden führte. Daneben ist der Bestand an privaten Wechseln um M. 604.5 (Vorwoche* 464.2) auf 4619.2 Milliarden und der Lombardbestand um M. 11.1 (15.1) auf 72.2 Milliarden angewachsen. Die gesamte Kapitalanlage, die in der Vorwoche um M. 1550 Milliarden anschwoll, ist somit von neuem um M. 1041.9 auf 13 140.2 Milliarden gestiegen. Nur etwa die Hälfte der neubeanspruchten Geldbeträge ist bei der Bank verblieben, die staatlichen Guthaben haben sich u.m M. 242.7 (Vorwoche 198.3) auf 895.2 und die privaten um 337.3 (570.2) auf 4747.8 Milliarden vermehrt. Wenn auch der Bedarf an neuen Zahlungsmitteln geringer war als in der letzten Maiwoche, so ist er doch außerordentlich groß geblieben. Der Notenumlauf der Reichsbank wuchs, nach der Erhöhung um M. 977.1 Milliarden in der Vorwoche, diesmal um weitere M. 745.8 auf 9309.6 Milliarden, der Umlättf an Darlehenskassenscheinen um M. 59 Mill. auf 12.4 Milliarden. Im Goldbestande der Bank ist die Inanspruchnahme des Golddepots im Auslande mit 1 Mill. Goldmark zu erwähnen; das unbelastete Golddepot verminderte sich infolgedessen auf 180 Mill. Goldmark. Der Goldkassenbestand der Bank blieb unverändert auf 576.9 Mill. Goldmark. Die Bestände in Münzen aus unedlem Metall nahmen um 1 Milliaitle auf M. 16.1 Milliarden zu. Die Dar- lehnskassen des Reichs liehen in der Berichtswoche M. 302.3 Milliarden aus; ihre Darlehns- bestände erreichten damit M. 2207.5 Milliarden. Die Bestände der Bank an solchen Scheinen hat sich auf 2195 Milliarden erhöht. >1922 1022.375 + 1002 862 - 952 830- die moche 743 2 2 60032 uovar3nd 6981.436 + 1073.814 4 649 — 228 3319 515 — 57.084 164041617 — 3752.106 30.770 4- 26.409 210 510+ 11.196 11532.606 - 203.673 180 003 unveränd. 127.264 unveränd 154914888 + 2965.709 5464.457 - 2 256.822 ol 556.686 — 2860 025 3010.183 — 336.844 (in Tausend) Aktiva. Metallbestand . . . darunter Gold . . Goldkassenbest. Golddepot (unbelastet) b.d. Bank von England . . Reichs- und Dar- lehenskassensch. Xoten and. Banken Wechsel U.Schecks Disk. Schatzanw.. Lombard-Darlehen Effektenbestand . Sonstige Aktiva . Passiva. Grundkapital . . . Reservefonds . . . Notenumlauf . . . n«™» (Reich,Staat uepos. j Privat _ _ Sonstige Passiva . 1923 gegen die Verne-Ii« 16819.216+ 1035.071 756.914- 1 001 576.882- l 180 032 — 1.000 2194892.886 + 302777.631 484.632+ 141.050 4819167.463 + 604473 743 8448396 609 + 426491.769 72164.036+ 11133.714 515.610— 182.001 672879.196+ 16872.039 180.000 unrerind. 160.602 unveränd 9309365.583 + 745816.113 895246.166 + 242670.799 4747814 047 + 337319.182 1072453.351-t 36936.912 Von den Börsenplätzen. Mannheimer Effektenbörse. K. Mannheim, 15. Juni. (Drahtber.) Die Tendenz der heutigen Börse gestaltete sich wieder sehr lebhaft besonders für Industriewerte. Es wurden umgesetzt Benz 160 000, Seilindustrie Wolf 42 000, Dampfkessel Rodberg 36 000, Gebr. Fahr 55 000, Waggon Fuchs 49 000, Heddernheimer Kupfer 102 000, Maschinenbau 98 000, Knorr 90 000, Kons. Braun 20000, Mannheimer Gummi 30 000, Maschinen Badenia 43 000, Neckarsulmer 73 000 und 75 000, Pfälzische Mühlenwerke 38 000, Rhein- Elektra 60000, Freiburger Ziegel 25 000, Wayß & Freytag 72 000, junge 68 000, Zellstoff Waldhof 140 000, Zuckerf. Frankenthal 73 000 und Waghäusel 75 000. Ferner standen im Verkehr von cheimschen Werten Anilin 177 500, Bremen Besigheim 200 000, Rhenania ICO 000, nachbörsl. 105 000 Geld, Verein Deutscher Oelfabriken 95 000 und Westeregeln 360 000. Von Brauereien stellten sich Sinner 48 0C0 bez. und Geld, und von Versicherungsaktien Mannheimer 90 000 bez. und Geld, Frankona 100 000 Geld und Badische Assekuranz 80 000 Geld. Frankfurter Börse. Devisen ruhiger, — Effekten von Realisations- neignng beeinflußt. w. Frankfurt a. M., 15. Juni. Nach dem Verlaufe der im gestrigen freien Verkehr zu Tage getretenen festen Tendenz bedeutet die heutige Haltung der Börse eine Enttäuschung. Das Geschäft war ruhig und die Kursbewegung gestaltete sich uneinheitlich. Die ersten Kurse lagen wohl in der Mehrzahl über dem Schlußniveau vom Mittwoch, doch war von der stürmischen Nachfrage des letzten Börsentages nicht mehr viel zu spüren. Man ist vorsichtiger geworden, zumal die hohen Kurse sehr große Geldansprüche verlangen. Am Devisenmarkt kam es zu größeren Umsätzen für Auszahlung London und Devise Neuyork. Der Dollar, der heute früh mit 104 500 einsetzte, wurde später 105 000 bis 107 000 genannt und schwankte später zwischen 106—107—108 000. Unter den Auslandspapieren traten Türken, Bagdad, Anatolier bei höheren Preisen in den Verkehr, unterlagen aber vielfach Schwankungen. Dollarschatzanweisungen eröffneten mit 109 000. Vorbörslich zeigte sich rege Tätigkeit in amtlich nicht notierten Werten. Man handelte Becker-Kohle 180—175 000, Becker-Stahl 170 000, Benz 150 000, Ufa 54—60 000, Tiag 16 500, Kabelwerke Rheydt ruhiger, Mez-Söhne 52 000, Growag 8000—7800, Krügershall 170 000, Kunstseide 300 000, Diamond Shares 420 000. Auf dem Effektenmarkt war die Haltung zunächst fest. Nach Feststellung der ersten Kurse ergaben sich indessen Schwankungen, die sich aber in der Hauptsache auf schwere Papiere beschränkten. Die Spekulation wandte ihr Interesse auf eine Reihe bisher wenig beachteter Spe- zialpapiere, Montanwerte hatten ein ruhiges Aussehen. Bei erster Notiz gewannen Mannesmann, Caro, Gelsenkirchen. Diese überschritten heute erstmals den Millionenkurs mit 1 115 000 bis 1 200 000. Im Verlaufe wurden Realisationen vorgenommen. Vernachlässigt erschinen Phönix Bergbau, Buders, Rheinstahl. Westeregeln lagen im Angebot. Unter den che mi sehen Aktien traten Vereinigte Ultramarin durch lebhafte Nachfrage hervor. Begehrter waren Wegelin Rußfabrik, während Anilinaktien verschiedentlich nachgaben. A.E.G, fanden Beachtung. Auch bestand Interesse für elektrische Lieferung. Bergmann schwächer. Daimler, Neckarsulmer lagen fest, daneben waren Eßlinger Maschinen zu höheren Kursen gesucht Für Zackeraktien wurden höhere Kurse genannt. Zellstoff Waldhof büßten 20 000 ein. Schwächer lagen Schiffahrtsaktien, Hapag minus 40 000. Am Bankaktienmarkt erhielt sich die Bevorzugung für Deutsche Bank und Kommerzbank. Berliner Börse. Leichter Rückschlag. Nach den außerordentlich großen Kurssteigerungen der letzten Tage ist am Devisenmarkt und in Verbindung damit am Effektenmarkt anfangs leichter Rückschlag eingetreten, da sich die Neigung zu Gewinnsicherungen stärker bemerkbar machte. Anstoß hierzu geben vor allem die am Devisenmarkt eingetretenen Schwankungen, aus denen auf eine starke Unsicherheit und Nervosität geschlossen werden konnte. Am Effektenm arkt kam die Unsicherheit in der Kursfestsetzung nicht so deutlich zum Ausdruck. Anfangs überwogen zwar Rückgänge, die Devisennotierungen: w. Frankfurt, 15. Juni. Brüssel. . . Holland .. Londou. . . Paria .... Schweiz . Spanien . . Italien . . . Lissabon . Dänemark . Norwegen Schweden Heising for. Vcwyork. . Wien (altes i Dtsch. Oest. Budapest. . Prag .... Sofia . . . . Aijram . . 14. Juni. Gel d I Briet 5935.10 5964.90 4289250 45107-50 499747.50 502252.50 6783.- 19052.25 16059 75 4957.55 19052.25 17431.30 27930.- 2882.75 106682.60 6817 19147.75 16140.25 4982.45 1914775 17518.70 28 f J?0.— 239725 107217.40 151.62 152.38 1296.80 1303.20 321695 1346-60 3233.05 1353-40 15. Juni. Geld 5860-30 42014.50 494760.— 6807-95 19251-75 15835-30 4927-65 190ÖZ4Ö 17356.50 27830 25 2892.75 104488.10 148.37 1271 80 3147.10 115/90 Brief 5889-70 42305-50 497240 - 6842.05 1934825 15914-70 4952-35 1909760 17443.gr 2797975 2907 25 105011.91 149^12 1278-20 3162.90 1162.10 w. Berlin, 15. Juni. Amsterdam Brll-eol. . . Christiania Kopanhag. Stockholm. Helsingfors Italien . . . London. . . Newyork. . Paris . . . . Schweiz . . Spanien . . Wien (altes) Dtsch. Oest. Prag .... Budapest. . Lissabon . . Bulgarien . Buen.-Aires Japan. . . . Rio de Jan. '■iiroslavien lt. Juni. Geld 42792-50 5835.- 17955-- 19450.- 28423-50 2892-50 4987 50 503737.- 107730.- 6783 - 19201.50 15710-50 15587 3172.- 1346.- 1271.50 38902.50 51371.- 10573.50 1172- Brief 43007-50 5915.- 18045.- 19549.- 28571-50 2907 50 501250 506263.— 103270. - 6817.- 19298.50 15789.50 1278-50 äs* 10626.50 1178. - 15. Juni. Geld I 42044.50 5335- — ! 1.765550 19351.50 j 28528-50 2892-50 4837-50 I 493762 — 1 197430.50 6733 - 19052— 15660.50 j 1.50-22 317.:.- I 1336.50 J 1172'- I 33403-50 51371-- 10673 - 1172- Brie! 42255-50 5865.- 17744-50 '>9 418 5 28571 50 7-50 62.50 498238 — 107969.60 6777 - 19148.- 15739-50 1178.- 3-<536.50 51629.- 10727.- 1178.- Devisenkurse im Freiverkehr Mitgeteilt durch das Bankhaus Straus & Co. Karlsruhe. Holland. . . , Schweiz. . . , Paris Belgien London Newyork . . . Italien a) vorbOrslich 39600 - 43500 18100-19900 6410-7050 5500-6100 465000 — 512000 101000-111000 4680-6150 Tendenz: fest bl nachbörslich ■40200-42500 18400 -19450 6500-6900 5590-5950 473000 - 500000 102500-10825") 4750-5030 Tendenz: schwankend 100 Mark in Zürich: 0,53 Cts. 100 franz. Frks. in Zürich! 35.40 Frks. Engl. Pfund in Paris: 72.50 Frks. Unnotierte Werte. Mitgeteilt von Baerfc Elend, Karlsrahe, Karl-Friedrlchstr. 26 Adler Kali . . Api Bad. Lokomotivwerke 116000 cirka 1350000 190000 Baidur Becker Kohle Becker Stahl . . . Benz Brown Boveri . . . Deutsche Lastauto . Deutsche Petroleum . (Germania Linoleum . Hansa Lloyd . . . Heldburg Vorzugs-Akt. Inag Kabel Rheydt . . . Karstadt Knorr Krüeershall .... Lanaeswirtschaftsstelle für das BadischeHand- werk Meurer Spritzmetall . Moninger Brauerei . 16000 180000 190000 150003 42000 29000 350000 11 0000 45000 65 0000 180000 10000 10000 100000 1200 30000 25000 Offenburger öpinnerei Peters bgr. Int. . . Kastatter Waggon . Rodi & Wienenberger Russenbank .... Sichel Sloman Teichgräber .... Textil Meyer . . . Ufa ...... 5°/ 0 Bad Kohlenw.-Anl. 6°/ 0 Mannh. Kohlenw.- Anleihe 7 ®/ 0 Sächsische Braunkohlen-Anleihe . 5.°/o Rhein-Main-Donau Dollar-Anleihe . . . 5°/o Neckarwerke Gold- Anleihe 5°/ 0 Preußische Kali- Anleihe pro 100 kg 60/y preußische Roggen wert-Anleihe p. Ztr. cirka 55000 2500. 4700: 7000' 2600( 9000. 18000' 3400 900C 54000 350000 32000C 26000 80000 93«/t°/f 47000 90000 Berliner Kursbericht Verseil, festverzinsliche Werte. 4>/a Oc8t.Sch.14 • Gold-R.. . . Kron.R. . . TOrk.adm. Bagd. 8.1. . Bagd. S.II . Türk. unif. - 4 . Zoll 1911 . . — Lose 4 . Ung.Gold-E. 4 . Kron.-R. . . 5 . Mex. Anl. . . 13. 6. 36000 120000 4500 200000 275000 231000 175000 740000 1390000 4 'l 2 do.Bwgsanl. 4» 0 Teh.N.fiailw 4 Va p y n Anatol.S. I . . . „ S.II . ! 8. III. 16. 6. 43000 120000 3500 430000 350000 2? 5000 910000 1500000 815000 840000 720000 750000 325000,490000 280000 4 70000 2600001280000 Eisenbahn-Aktion. Allg. Lokalb. . Elek. Hochbahn Lübeck-BQch. . Sttdd.Eisenb.. . Baltimore. . . . Henry ßchantung . . . „ Genuß. Pennsylvania . Lombarden . . . 120000 45000 290000 587000 15000 150000 44000 160000 646000 16100 Schiffahrt«-Werte. Argo-Akt.. . . D. Austral.-Akt. Hapag-Akt.. . . H. Sudam.-Akt. Hansa-Akt.. . . Nord-Lloyd Akt. 850000 750000 ! 395000 350000 600000 483000 170000 18C00Ü 132000 IIS Ver. Elbe-Akt. 1120000 1281 Bank-Aktien. Bk. f. el. Werte Barmer B.-Ver. Berl. Hand. Ges. Brasil. Bank . . Commerzbank . Danz. Priv. Bk. Darmstdt.Bk. . D. Asiat. Bank Deutsche Bank I). Uebersee-Bk. Diso.-Komm.. . Dresdener Bank 210t _ 450000 60000 80000 120000 115000 81000 Ess. Cred-Anst. Goth.Cred. G.Bk. Leipz.Cred.-A-. Lux. Intern. B. Mitteid. Creditb. Üest. Credit . . Oest. Länderbk. Ostbank Reichsbank. . . Rhein. Creditbk. Wiener Bank v.. 13. 6. I 15. 6. 200001 - 10000 1 - 25000 31750 80000! 76000 38000j 42000 - 16100 33000; 35000 35000! 45000 25000; 25000 112001 11300 Industrie-Aktien. 68500 40000 63000 450000 120000 1225000 115000 83000 .VachenerLeder AachenerSpinn. Accumulator. Adlcr&Oppen h Adlerhtttfe Glas Adlerw.Kleyer. A.-G. für Anilin A.-G. fllr Verk Alesanderwerli Alfeld Delligsen Alfeld-Gron. . All«. Elek.-Ges Alsen Zement Alumin. Ind. . Ammendf. Pap Angl. Cont. Gu. Anhalt Kohl. . . Annab. Sleingut Annener GuBst. Aplerboekcr B. Archimedes . Arenberg Bgb. Aschaff.Zellst. Angab. Nrb.M. Bachm.it Ladoi* Bad. Anilin. . Balcke Masch. . Barop. Walzw.. Hartz & Co. ßped Basalt A.-G. . Bayr. Spiegelgl BendixHolzbl. Berg Eveking Berger Tiefbau Bergmann E.W Bl. Anh. Masch Bl.-Qub. Flutf. » Holz-Kont. . " Holelgcsch. - » K'ruher Inilist. " Maschinb. • v Neur Kunatt. BertholdSchrif. 62000 25000 3i 30JÜ00 28 235000 28i 100000 13L 60000 5051 18000015001 510000 570000 - I 6L 47500 50i 130000 95! 187000:1751 300000 3501 900001200 40000 3100 3250 25000 240000 200000 260000 229000 250000 220000 215000 225000 22501 2000001750! 70000 76Ü - '31001 90000 900 235000 2000 — 15UU00 40000i 49? ' 470000 430C 70000 851 300000! 335C 125000:160( 22000012000— 87000'1200UÜ - 6250001590 275000;250... 55000 65000 1200000 18000§! Herzellns Bw.. iiet. u Monierb. Hing Nürnberg Bismarckhtttte. Bochumer Guli liühler Stahl. . I'raunk. Brik. Brschw. Kohle, f'.rschw, Jutesp. Hreitenb. Zern. lirem.-Besigh. . 3rau8rolEr,ae hardt „Schltli.-Patz ., Bortm. Akt. „Dortn. Unbr. >, Riebeck Laipz. ,, Reichelbräu Bromer Linol. . •> Vulkan . . . n Wollkämm.. Brown Boveri . Buderus .... I'nsch Ladach. Busch Optisch. Busch Wagg. . Bj'k-Guldenw. . C'alm- Asbest. . ("apito & Klein i'artonn.-Ind. . 'harlb. Wasser 1 'Uarlottenh. . . Chem. Griesh.., » Heyden . . .1: » Weiler n Ind,Gelsenk.] Werk Albert I Chillingworth . Ooncord. Spinn. I Cröllwitz Papp. Waimler . . . .! Delmenh. Linol. : Dessauer Ga,s .. Dtsch. Atl.Tel.. „ Lux. Bgw. . Dsch.Eb .81g .Br „ KrdM .... ,. Gußstahl . . >, Kabelw. L.. „ Kaliwerke . „ Kunstleder . „ Masch. . . . . Schachtbau. » Spiegelglas . n Steinzeug . . „ Ton u. Stein Dtsch. Wollw. . » Eiscnhdlg . - Dinnendahl - - Dittmann Nhs. Donuersmarck. vrahil. üebers. Düren. Metall . Darkopp .... 13. 6. 200000 32000 73000 830000 350000 400000 51000 210000 90000 118000 200000 100000 70000 15. < 1300 400 . 66000 1000009 320000 460000 350000 65000 100Ö00 105000 105000 70000 100000 125000 350000 320000 145000,150000 61000 89000 320000i275000 57000) 55000 40000 82500 49000 86000 60000 200000 990X' 65000 16000 13000CI 90000 110000 725000 85000 Düsseid. Weyer Düsseid. Masch. Dynamit Nobel Egestorff Salz Eintracht Brdb. Eisenb. Verk. . Eisenw. Kraft. „ Meyer & Co. Elberf. Farben Elekt. Lieferg. „ Licht u.Kraft J. Elsbach & Co. Eis. Bad. Woll. Email. Ullrich. Krdmannsd. Sp. Erlanger Bwsp. Lrnemann . . . Eschweil. Bgw. Essen Steink. . Faber Bietst. . Fahlb.List&Co. Falkenst. Gard. Fein JuteSpinn. Feldmühle Pap. Feiten & Guill.. Filt.Masch.Enz. Flöth. Masch. . Frankoma . . . Friedrichshall . Friedrichs htttte Frister Fuchs Wagg. . Gaggenau Eis. Ganz, Ludwig . Gebh. & König; Gelsenk. Bgw. Gelsenk. Gußst. Gensch. Waffen GeorgMarienh. G. & F. Renner Germania Zern. Ges. f. el. Unt. Gildemeister. . Girmes Samt . Gladb. Textil . , Woll. Ind. Glasm. Schalke Glauz Zuoker Glocken stahlw. GoedhardtGebr Goldschm. Ess. Görlitz Wagg. Goerz C. G. . . Gothaer Wagg. Grevenbroich . Gritzner .... Grün &Bilflnger GruschwitzTex. ff ackethal Dr. Halle Masch. 1-Iammersen Sp. Hannov. Masch. 13. tt. ! 15.6. 180000|2000C 50000 550C. 120000115000 170000!150000 410000410700 320000 285000 - ! 85000 1950001147000 150000.170r- 9( " 231000I2L . 230000 2551 IOC lOOOCO 650000675000 1300000 1300000 90000,109000 125000 130000 43000 43000 900001100000 100000 115000 355000 210000 500000 450000 80000 28500 360000 110000 330000 105000 100000 42000: 70000 110000 - 42500, 39950 253000:274000 860000' 1150000 35000 20000170000 500000:600000 250000 242000 145000 135000 70000 75000 120000 1000 "" 130000'1350 400 750 41000 75000 50000 59000 100000 15ü0f- 100000 12001 6750001 - Hannov. Wagg Harb.Wien.G. . Harburger Eis. Hnrkort Bgw. . ., Brück. St. Harpen Bgb.. . Harun.Masch. . Hasper Eisen . HeckmanDuisb. lieilra. Immob. Hein, Lehmann Hemmoor Zern. Hjlger Verzink. Hille Werkz.. . Hilpert Masch. Hirsch Kupfer Hirschb. Leder Höchst. Farb-w. Hoesch . . . ■ Hoffin. Stärke Hohenlohe . Holzmann Phil Horch Motor Hotelbetr. St .A Howaldtswerk 'utaebenreut. Po?i HumboldtMsch Hnttenw. K.&C. 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Vz 18 6. 200000 460000 91000 550000 80000 IB. 6. ^50000 415000 73f- 635i 80000 798001 96000 22?000|300000 75000 100000 1201 60000 60000 80000 38000 30000 36000 84000 90000 1000000 80000 30000 60000 75000 360000,412000 66000! 39000 . 330000:34t 122000 110' 50009 160000 775COO I 30000 ■ 12C000 59000 , 64500 ¥" 2001 8L 95000 89800 215000 1100000 351000 430000 515000 335000 405000 420000 180000 750000 460000 70000 » 31 « 180000 73C000 500000 51000 77000 82000 100000 245000 250000 50000! 85000 75000 79000 595000|510000 17ÖÖ00ll45C)00 ßfafitt. hu. Berft. . „ Spiegelglas. n Stahlwerke. " Wstf. Klkw. „ Sprengst.. . Rhenania Ch. F. Rheydt elektr. Riebeck Mont. . Riedel ehem.. Riehm & Söhne Rockstr. &Schn. ^oddergrube . . iiombaen Hütte ^osftnthal Porz. Rositz. Braunk. Lositz. Zucker. iückf. Nch. . . ^tttgerswerke . ^achsenwerk . ächs. Thüring. Porti. Zern. . aline Salzun& Salzdetfurth . . angerh. Msch. 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Tietz, Köln. . . 115000 __ 100000 1300ÖÖ 125000 125000 100CVK}fi 107030'J 170000 176000 125000 132000 335000 330000 430000 351 400000 ;4f 15000011751. 35500 5951 320000 320r 95000 75000 115000 130000 160000 200C0C) 410000 370000 210000; 240000 35000 50590 48000 5ior~ 550000,46001 400000 44801 500000 500000 48000! 55000 390000 405000 700000 900000 80000 91000 g|gB88 §IB 9C ^ 220000 ^iO 635000 63CVw 920000 830000 • 3500C 40000 'S 888 SSjäSooS 55000 67000 - 1220000 300000 299500 275COO 300000 550000 580000 600000 600000 550000 550000 - 18000 85100 12i 120000 131 78000: 71601 140000 165000 410000 525000 -> 4 .2 101000 1240 - 145 23500 24 Tüllfab. Flöha Türk. Tabak . ITnionChem.St. (Inlonw. Masch Ünterb. Spinn. Varziner Pap. Ver.Bl.Fkf.Gum Ver. Ch. Charlb. „ Dtech.Nickel ,, Glanzst. Elb. ,. Gothania . . -> -Jute .... „ Met. Haller ,, Schmirgelfb. ^.BerneiBW «8 »el( Ver. Ultramar. ,, Stahl Zypen Viktoria-Werke Vogel Draht . . Vogt. Mafch. St. „ Tallfabrik Vorw.Bielef.8p. »Vand.-Werke . Warst. Grube . Waes. Gelsenk. Weg. & Httbner Wernsh. Kamg. Weser Wft. . . Westd.J'utespin. Wesieregeln . . Wfl. Dr. Hamm Wfl. Eis Lgdr. Westf. Kupfer. Weyersp. & Co. Wiek. Zement. Wieler & Hdtm. Wiesloch Ton . Wilhelmuh. E. WissenerMetail WittenerGußst. Wittkop Tieft,- Wolf Magdeburg-B Meitzer Masch Zellstoff-Verein Zellst. Waldhof Zimmermswk. 13. 6. 110000 225000 151000 44000 300000 155000 450000 75000 85000 140000 275000 31000 105000 2300000 360 550 400.. 32000 165000 240000 225000 40000 40000 120000 15. 6. 145000 190000 44900 300000 106000 560000 65000 100000 145000 330000 39000 100000 54000 55000 73000 41000 1.80000 300000 250000 84000 160000 MM 105000 108000 - 140000 20000Q 24C000 - !s8 210000 ?1500C - 60000C 120000 110000 200000 230000 1 400000 375000 115000 55000 35000 40000 Kolonialwerte. 0. Ostafr. Ges. x Ieu-Guinea. . . South West . . »tavi-Minen . . •alitrera . . . . Sloman leere. . SüdseePhosxhat ,'omona >fsch. Petrol.. )tsch.Kolonial- anteile .... taoko 72000 575000 875000 4900000 S50000« 190000 190000 240000 275000 KS3 345000 : 1900008; — I 12000 Zweites Vlatt Karlsruher Tagblatt, Samstag, den 16. Juni 1928 Rr. 164. Seite 7 in besonders stark gestiegenen Papieren bis 60 000, In Rheinischer Braunkohle 100 000 erreichten, denen jedoch auch erhöhte Aufschläge in ungefähr dem gleichen Umfange gegenüberstanden. Für die M-ehrzahl der Industrie- und Schiffahrtswerte betrugen die Abschläge 20^-30 000 Prozent. Da aber die herauskommende Ware bereitwilligst Aufnahme fand und die Auslandskäufe in einzelnen Papieren sich fortsetzten .wodurch auch die Devisen erneut stiegen, wurde die Tendenz wesentlich f e s te r. Die Kurse konnten dabei den größten Teil der anfänglichen Einbußen wieder einholen und teilweise über den vortägigen Schlußkurs hinaus steigen. Das gilt besonders von Mannesmann, Gelsenkirchen, Stöhr, sowie auch von der Mehrzahl der Valutapapiere, von denen Mexikaner und Anatolier bevorzugt waren. Heimische Rentenweste stiegen ebenfalls beträchtlich. Die Kursbewegung für die zu Einheitskursen gehandelten nldustriepapiere war nicht einheitlich, doch überwogen wieder Steigerungen. Das Geschäft zeigte nicht mehr den stürmischen Charakter von vorgestern. Nachbörse. Berlin, 15. Juni. (Drahtber.) Nachbörslich konnten sich die Kurse zum Teil nicht mehr behaupten, da die Spekulation unter dem Einfluß einer Abschwächung am Devisenmarkte zum Wochenschluß Gewinnrealisationen vornahm. Am Montanaktienmarkt waren Gelsenkirchen mit 1 125 000 weiter gesteigert. Ferner wurden genannt Luxemburger 980 000, Harpener 1 350 000, Phönix 710 000. Mannesmann 730 000. Bankaktien lagen meist schwächer. Deutsche Bank 117 000, Darmstädter 83 000, Mitteldeutsche 40 000. Dollar im Spätabendverkehr 105 500. Variable Kurse. Aufträge werden um 6000 M. nominal oder dem Vielfachen davon gehandelt. Berlin, 15. Juni. (Drahtber.) 5 Proz. Reichsanleihe 94%, 4 Proz. 3000, VA Proz. 2000, 3 Proz. 21 000. 4 Proz. Consols 290, 3K Proz. 225, 265, 280, 3 Proz. 500, 5 Proz. Mex. 1 475 000, Baltimore 646 000, Schantung 17 500, Hapag 380 000, 390 000, 380 00, 370 000, Nordd. Lloyd 125 000, 132 000, 129 000, 128 000, Darmstädter Bank 72 500, Deutsche Bank 120 000, Mitteid. Creditbank 42 000, A.E.G. 180 000, 178 000, Anglo-Guano 310 000, Badische Anilin 180 000, Bergmann 330 000, 335 000, Berl.- Karlsr. Industrie 630 000, Boch. Guß 950 000, Gebr. Böhler 310 000, Buderus 301 000, 366 000, Daimler 72 000, 72 500, Deutsch-Luxemburg 952 000, 970 000, 950 000, Gelsenkirchen 1 100 000, 1 205 000, 1 175 000, Hammersen 120 000, 125 000, Harpener 1400 000, Hirsch-Kupfer 670 000, Hösch-Stahl 740 000, Hohenlohe 4CK) 000, Ilse Bergbau 590 000, 600 000, Kali-Aschersleben 320 000, Karlsruher Maschinen 190 000, Köln-Rottweil 139 000, 138 000, Laurahütte 395 000, Lothr. Hütte 635 000, Mannesmann 725 C00, 805 000, 770 000, 775 000, Oberschi. Caro 405 000, Oberschi. Kokswerke 460 000, Phönix 750 000, 755 000, 740 Ö00, 730 000, 740 000, Riebeck- Montan 910 000, 1000 000, Rombacher Hütte 325 000, 530 000, 750 000, Rütgers-Werke 320 000, Schuckert Elektro 670 000, Siemens & Halske 70 000, Westeregeln 350 000, Otavi 875 000, Dollar- Schatzanweisungen 109 000. Industrien / Handel / Verkehr. Industrien, Ans der Metallindustrie, Nach der Statistik des deutschen Metallarbeiterverbandes ist eine leichte Besserung des Beschäftigungsgrades in der Metallindustrie festgestellt. In den Erläuterungen wird bemerkt, daß die Besserung auf die Belebung des Auslandsgeschäftes zurückzuführen sei, während der Inlandsmarkt nach wie vor stilliegt. Von den Märkten. Berliner Metallmarkt. 15. Juni. Elektrolytkupfer 37 150, Originalhüttenrohzink 1 525 117, Raffinadekupfer 32 500, 33 500, Originalhütten- Weichblei 12 500, 13 000, Originalhüttenrohzink 13 500, 13 900, Remelted-Plattenzink 11 500, 12 000, Banka-Zinn 99 000, 101 000, Hüttenzinn 97 000, 99 000, Reinnickel 58 000, 60 000, Antimon-Regulus 115 000, 120 000, Silber-Barren 2 025 000, 2 040 000, Platin 360 000. Hamburger Metallmarkt. 15. Juni. Silber, ca. 900 fein, prompt 2000, 1980, per Juni 2000, 1984, per Juli 2600, 1985, per August 2200, 2190; Zink- Hütten 13 300, 13100, per Juni 13 300, 13 100, per Juli 13 400, 13100, per August 14 800, 14 600; Weichblei, ab Lager 12 600, 12 100, ab Hütte 12 600, 12 200, raffiniert 11800, 11000; Banka-Zinn 91000, 88 000; Kupfer, greifbar 33 000, 29 000, raffiniert 30 500, 27 500, Wirebars 36 000, 33 000, Elektrolytkupfer 36 000, 33 000, Gold 69 000, 66 500, Platin 330 000, 310 0C0. Hamburger Altmetallmarkt. 15. Juni. Kupfer 64, 67, Rotguß 47, 50, Messing, leicht 34.50, 36, Messingspäne 34, 35.50, Messingguß 35.50, 37.50, Blei 18, 20, Zink 19, 21. Vom Südwestdeutschen Holzmarkt. Ueber die Lage am Südwestdeutschen "Holzmarkt wird uns berichtet: Die Hausse am Nadelstammholzmarkt hält, wie nciht anders zu erwarten, fortgesetzt an. In badischen und württembergischen Forsten wurden Ende Mai bei Versteigerungen von Nadellangholz 1. bis 6. Klasse, Erlöse von 185—300 000 Mark je cbm ab Wald durchschnittlich erzielt. Jetzt sind die Preise bei einzelnen Versteigerungen in diesen Forsten schon über 350 000 M. je cbm Nadellangholz hinausgegangen. Die Eindeckung der süddeutschen Sägewerke kann daher nicht in dem wünschenswerten Umfange durchgeführt werden. Auf dem Markt für Nadelpapierholz herrschte lebhafte Kauflust, doch sind die Erlöse in Baden und Württemberg gegenüber denen aus bayerischen Forsten noch im Rückstand. Für Nadelgrubenholz ergaben sich nur unwesentliche Veränderungen, weil die Nachfrage ungenügend ist. Hohe Hopfenpreise. Am Nürnberger Hopfenmarkt ist jetzt der Preis für erste Qualität Hopfen auf drei Millionen Mark für den Zentner gestiegen. Weitere Steigerung des Mehlpreiscs. Die Süddeutsche Mühlenvereinigung hat den Richtpreis für Weizenmehl, Spezial 0, um weitere 40 000 auf 570 000 M. für einen Doppelzentner erhöht. Allgemeine Wirtschaftsfragen. Verwerfliche französische Praktiken. In der Generalversammlung der Gesellschaft Radio-France m Paris hat nach dem „Temps" vom 8. Mai Mz Jules Cambon eine Ansprache gehalten, in der er u. a. ausführte: „Mit der schweren Last ihrer Reparationen, angesichts eines Deutschlands, das, wenngleich es keine Mittel findet, uns zu bezahlen, moralisch und materiell seine nationalen Funkgesellschaften unterstützt, hatte die französische Regierung we- der die finanziellen Möglichkeiten noch die er- forderliche Handlungsfreiheit, um gegenüber der gierigen Konkurrenz der fremden Privatgesell- schasten dahin zu wirken, uns einen würdigen Platz in der Kontrolle und in dem Besitz der internationalen Verbindungen zu sichern." Diese Ausführungen des Herrn Jules Cambon zeigen von neuem, mit welchen verwerflichen Mitteln der Hah gegen Deutschland in das französische Volk hineingetragen wird. Die Angaben, daß die deutsche Regierung die Funkgesellschaften unterstützt, ist einfach aus der Lust gegriffen. Im Gegenteil müssen die zum öffentlichen Verkehr auf Grund einer Reichskonzession zugelassenen Funkgesellschaften aus ihren Einnahmen so er- Frankfurter Kursnotierungen: Deutsche Staatspapiere 5 o/o I Kit». Süatxia». . 6 >11 . ■'> °/o III .. i l li%TV-V „ Ol, °/o VI-TX „ 4'/sl924sr ., 5 % Dtach. Eolchsanl. 4 °/o „ °/o.. 3 6 /o .. Deutsche Prlmlenanl. 6 o/o Pr. Schatzan. 1322 !'/o .. »22 4 % Preuü. ConBola . »'/,"/»» .. . 8 °/o „ 4 o/o Baden von 190t „ von 1908.1909-14 „ von 1919 . . . . S'/a o/o abgest. 3'/s °/o von 1902, 1904 Badenwerk 4 o/o Bayern 8>/ ? o/ 0 Bayern .... 8o/ 0 Bayern 4 o/o Pfalz. B.B. Prior. S'/? °/o „ Conv. 3 0/y ,, 4 o /o Hessische v. 1899 4 0/ 0 Reihe 16 3 Va o/o abgest 22* '• 3% g o/o Württemberger. 4 , /j°/o von 1881-85 . . 3'/, o/. von 1903 u. ff. 4 o/o Sachs. Staateanl. 3 o/ 0 Sächs. Rente . . 4 °/o D.Schntegebanl. Zwaagsanleihe . . .. 18. 6. | 15. 6 96.75 97.- 78-- 79.- 89.75 90 9350 2600.- 1300.- 13000. 600.- 99-- 298'.- 205.- 490.- 180 - 145.- 145.- 130.— 150.- 600i — 370.— 350.-r 210- — 210.— 130.— 130.- 180.- 119.50 155!- 14050 29' 2% 9450 3000.- 2090. 21000. 603 - 100- 300- — 300 — 5o;>.— 225 — 170- 160.— 160.- 150- 7Öa-r 420.-r 2000.- 165. 160. 12550. 30'/2 ü /O Fremde Werte 6 % Silbennexlkaner S o/o Goldmexikaner . iVi o/o Irrigationsani. 3 ° o Mexikaner.... 5 o/o Tamaupilas 5 o/o Teliuantepeo.. . 4 '/-°/o „ ... 4 o/o Missouri Paciflc . Türken unifiziert 5 o/o Rumänen v. 1S03 5 o/o Bosn.u. Herzegw. 179000 54000 Banken 1300000 860000 700000 810000 1600000 902000 800000 820000 170000 13000 61000 Badische Bank ... . Berg. Mark. Industrie- Bank Darmst&dter Bank. . Deutsche Bank 11000 13000 «0000 8.?000 119000 115000 Diskonto Commandit Dresdener Bank . . . Metalibank Jlitteld. Creditbank . Oesterr. .Landerbank Pfälzische Bank . . , lihsin. Creditbank . > ßttdd. Diskonto-Ges.. Wiener Bankverein . "Wttrttbg. Notenbank 13. 6. I lK. 6. 110000 130000 90000 78000 250000 220000 40000: 42000 25500! 28000 - |50000r 10750; 11500 — I 55000 Industrien Adler & Oppenheim« Alumin. Neuhausen , Armatur. Klein.... Aschaff. Zellstoff. . , Bad. Anilin Bad. Uhrenfabrik . . B. Masch. Badenia. . Baltimore and Ohio. Baug. Ph. Holzmann. Baug. Wayß&Freita^ Benz Motoren .... Blei- und Silberhtttte Braubach ...... Bochumer GnQstahl . Brauerei Wulie .... Braun Pfeddersheim. Btthring 1. Ldsb.. . . Chem. Albertwerke „ G. & Silbersch. _ Griesheim . . . _ Höchst „ Weiler ter Mer Daimler Deutsche Petroleum . Dyckerhoff & Widm.. Eisenwerke Kaiserei. Elberfelder Farben . Elektr. Lichtu. Kraft Elsasser Baumwolle. Emag Frankfurt , . , Faber St Schleicher . Feinmechanik Jetter Gebr. Junghans . . . Gebr. Adt Gebr. Fahr Gelsenkirchen .... Grttn & Büfinger . . , Gummtfabrik Peter . Haid & Nen Hanfwerke Füssen . Harpener Heddernheim. Kupfer Hoch und Tief ..... Holzverkohlunj , . . [200000 50000 300000 ! 190000 | 83000 32000 41000 50000r 120000 45000r 23000r 500000 215000 160000 155000 190000 55000 350000 50000r 110000 190000 160000 26ÖÖ0r 26000 175000 50000 46000 870000 45000 40000 90000 105000 1300000 75000 150000 320000 51000 180000 105000 40000 41000 68000 150000 51000 30000r 700000 200000 145000 140000 155000 70000 355000 80000 49500 160000 140000 98000 34900 79000 85000 55000r 1300000 45000 50000 90000 10/000 1350000 98500 40000 145000 •Tnag Julius Sichel, Mainz Kammg. Kaiserslaut. I.aurahülte Lechwerke Lederfabrik Spicharz Lokomotiven Krauü . Ludwigsh. Walzmuhle Mansfelder Kuxe . . Mainkraft Maschfab. Karlsruhe Maschfabrik Darlach Maachfabr. Gritzner . Masch. Eßlingen . . . „ Pokorny sWittek. Moenus Maschinen. , Obernrsel Oleawerke Pfalz. Nahm. Kayser Pinselfahr. Nürnberg Porz.-Steingut Wessel Rhein Elektra .... Rodberg Eütgers-Werke .... Salzwark Heilbronn ßchiinck & Co Schnellpr. Frankent. Schramm Lackfabrik Schuhfabrik Herz . . Seilindusfcrio Wold . Sinalco Stoeckicht Gummi . . SUdd. Metall-Aktien . Spinnerei Ettlingen . Tellus Berghau . . . Trikotweb. Besigheim Verlagsanst.Deutsohe Voigt & Hftffner . . . Voltohm Kabelwerk . Uhrenfab.Fnrtwängl. Waggon-Fabr. Fuchs W tliit. elek. Gescllech. Zellstoff Waldhof . . Zement Karlstadt . . Zementw. Heidelberg Zuckerfabr. Wagh, . „ Frankenth. „ Heilbronn . „ Offstein. . . „ Stuttgart. . ' » Rheingau . IS. 6. 50000 90000 15. 6. 43000 81000 110000 100000 448000 44000 31000 liü 100000 9000V 25000C 36000 98000 225000 40000 100000 125000 60000 34000 31000 77000 43000 32000 8500Cr 115000 86000r 100000 70000r 30500' 335000 44000 48000 25000 95000 20000 30000 70000 120000 65000 42000 60000 40000 24000r 150000 75000r 66000i 62000r 59000r 66000 62000 4900M 46000r 98000 65000 26000r 335000 65000r 26000r 20888 55000 160000 71000 48000 53000 50000r 36000 145000 90000r 730C _ 72000 83000 72000 70000 Ehe "1 Sie Ihre Fässer mit einem Getränk füllen, machen Sie einen Versuch mit den Spezialitäten der Firma Robert Ruf y Ettlingen. Tatisende Anerkennungen sind ein Beweis dafür, daß Sie nicht hereinfallen. Hergestellt werden : Ruf's Heidelbeeren mit Zutaten in Paketen zu 50 und 100 Liter. 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Diese Bett- stellen wurden von den badischen Schlossermeistern Mittel- und Oberbadens hergestellt. Die Abnahme durch eine serbische Delegation er- folgte dieser Tage und hat zu einem durchweg befriedigenden Ergebnis geführt. Die Bett- stellen wurden als die besten bis jetzt vorgeführ- ten bezeichnet. Sie besinnen sich bereits auf dem Wege nach Serbien. Gerirkwstral - Karlsruhe, IS. Juni. Von 6er Strafkammer I wurÄe der Njähriige P-oltKoibeamte Ernst E p p e l aus VaHen M 7 Monaten (Ye-fänguiZ verurteilt. Er sticchil seinen veiiden Stubenge? nossen aus den Berschl-uhkasten die Scheckheftchen unb riih viutge Formulare heraus. Aus Grunid dieser Formiu-lare um>d der gefälschtem Unterschrift erhob Eppel bei der Beamtvnbanik nach- eiinawder Geldbeträge von 400000 Mk. Wegen seines Ulnkamerv>dscl>aftl.ichen Berihaltens uud der ehrlosen Gesinnung, die er damit an dem Tag legt«, wurden Eppel noch Äie bürgerlichen Ehren- rechte aus S Jahre aberkannt. = Karlsruhe, 15. Juni. Ein Hoteldiev mußte sich in der Person des 28jährigen Kauf- manns Hans Leiser der 1. Strafkammer vor- stellen. Obwohl einziger Sohn begüterter Eltern, konnte er es nicht uuterlassen, auf seinen Fahr- ten. die ihn auch nach Karlsruhe führten, die jeweilige Schlafstätte unter Mitnahme von Bett- tüchern, Teppichen u. dergl. zu verlasieu: die ge- stohlenen Sachen wurden tn Geld umgesetzt. Im ganzen hat Leiser 7 Hoteldiebstähle und eine Unterschlagung begangen. Das Gericht ver- urteilte den vorbestraften Angeklagten unter Berücksichtigung seiner Anlage — der Sachver- ständige reihte Leiser in die Kategorie der Psychopathen ein — zu 1 Jahr Ges?ugnis, ab- züglich 6 Monate Untersuchungshaft. — Wegen mehrfachen Diebstahls wurde der Ma- schinist Ludwig Dürrer aus Obertsrot zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Er war hier bei der Bahnpost angestellt und be- sorgte mit die Ueberleitung von Post zu den abgehenden Zügen. Er entwendete Lebensmit- telpakete u. dergl., bis er erwischt wurde. Seine Ehefrau wurde von der Anklage der Hehlerei freigesprochen. — Wegen Diebstahls und Urkundenfälschung erhielt das 26jährige Dienstmädchen Therese Zirkel aus Frankfurt eine b>efängnisstrafe von 7 Monaten. Sie hatte bei einem 60jährigen Mann Obdach gefunden und stahl ihrem Beschützer als Entgelt dafür die Schuhe, die dann unter falscher Namensangabe versetzt wurden. Vom Wetter Freitag, de« 15. Juni 1928. Das Tiefdruckgebiet über Schweden entfernt sich nur langsam und überflutet Deutschland mit kühlen nordwestlichen Lustströmen, während gleichzeitig kleinere Druckstörungen noch meist wolkiges Wetter mit Strichregen hervorrufen. Ein von der Biscayafee vordringender Hoch- druckrücken gewinnt nur vorübergehenden Ein- fluß, da über den britischen Inseln eine neue Druckstörung südostwärts vordringt, die wieder Trübung und Regen bringen wird. Wetteraussichten für Samstag, de« 1(5. Jnui 1923: Wieder Trübung und Niederschläge, etwas wärmer, westliche Winde. !l>!hcin-S»asserstiinde morgens « Uhr: IS.Juni ... 14. Sunt ««h»,ter,nsel . 2,45 m 2,85 m Kehl 3 38 W Sek Pralinen Sonbsns Mim soez» Südstadt Verdecplch 34 (Fernsprecher gj »164 Ben etiffief Die Haftung 1er amtl. Gliterbeftätter iiir Verluste Minderung und Beschädigung von Gütern, die zur Bahn angeführt werden, ist aus den Be- trag von M- 2v.— illr das Kilogramm beschrankt. Die amtlichen Güterbe- stätter find iedoch ver- oilichtet, höberwertige «Zitier aus Aunfch gegen Sie örtlichen Gefahren zu versichern. Sie werben ermächtigt, eine Versichernngöae- bübr von 1 vom Tausend des angegebenen Werts zu berechnen. Karlsr,, 15. Mai 192-3. Dentsche Eisenbahn- Äetrieböinspettion. Nutzholz- Versteigerung. Rad, Forstamt Suchen- seid in Pforzheim versteigert gegen Barzab- lnng innerhalb eines Monats vom Verkaufs- tag ab auS Staatswal- düngen I. U, B u, 7, Ii. % ui.S, 12 u. 25 am Moxtaa, den 25. 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