4. Jahrgang Nummer 13 Unter Mitwirkung der Vereine: Karlsruher Hausfrauenbund / Deutsche Frauenkleidung und Frauenkultur / Frauenbildung Frauenarbeit / Malerinnenverein Karlsruhe / Nationaler Frauendienst / Verein badischer Lehrerinnen Anzugstoffe! Mantelstoffe! KostUmstoffe! In großer Auswahl zu billigsten Preisen empfiehlt ^ in großer Auswahl zu noch billigen ♦ Preisen empfiehlt ♦ Herren-Tuchhaus £ Herrenstraße 22, Telephon 4679. ^ Inh. Gebrüder Kohimann f ♦ Erbprinzenstr. 28, am Ludwigsplatz. ♦ Kulturpflege Von Julie Koebig. Betritt man die Galerie Gnst, DorSS in London, so wirb man unwillkürlich von dem Bilde Francescas und Pabes, das sich im Nebensaale rechts befindet, erschüttert. Die zartfarbige Dar- stellung bei der Tragik der leidvollen Figuren- gruppe in der grausigen Umgebung erweckt Ge- fallen und Bewnndernng, die von tiefer Weh- mut beherrscht wird. Die Gedanken wandern zu dem erhabenen fünften Gesänge der Dirina Comedia zurück, und wir sehen vor uns den Wirbel der Umher«etrrebenen, die in dem luft- und lichtlosen Räume ohne Ruhe und Unter- brechnng umher «ejagt werden und unter nntz- losen, Herzzerreitzenden Klagen ihr« Strafen verbüßen. Von allen Höllenräumen scheint mir dieser am ergreifendsten, weil die Seele vor Mitleid erzittert, ohne vor den grausigen andern Höllenbildern zurückschrecken zu müssen. Und wer sind die also Bestraften: „Es sind die unent- schiedenen Seelen", antwortet Virgil. Auch in unseren Zeiten haben die Unentschie- denen am meisten zu leiden. und wir begreifen nicht, wie so Gedrückte des Lebens Last auf dornigen Wegen weiter schleppen müssen, wäh- rend ihre gewaltsamen Bedrücker sich als Wohl- täter der Menschheit huldigen lassen, und manche Mutter hat geheime Sympathien mit dem Knaben, der aus unverstandener Kränkung in auflodernder Entrüstung seinem weinenden An- geber einen Faustschlag versetzt, und doch muh sie ihn strafen. Es gibt so viele in diesem rat- losen Wirrwarr der Jetztzeit, die wollten, wenn sie müßten. Die besten Intelligenzen und die reinsten Willensträger der Nationen arbeiten Tag und Nacht an der Lösung aus dumpfer, lichtloser Atmosphäre, aber fort müssen sie wirbeln. wir alle, weil uns die Entschiedenheit fehlt, die allein durch jahrelange Erfahrung und nimmer endenwollende Leiden geboren wird. Das Schicksal muh uns gnädig sein, dah saugen. Ein Heimatsrecht will er sich durch die Beschaffung eines kleinen Hauses mit Garten oder eineim Stück Acker durch Anleihe oder lang- jährige Pacht erwerben und dazu sollen Staat und Genossenschaften helfen, und seine jetzt gün- stige Lösung wird ihm die Mittel zu seinem Vor- satze erleichtern. Und welche freundlichen Vor- Stellungen begleiten uns aus unserem Rund- gange durch ein gepflegtes Heimwesen. Fröhliche Kinderstimmen in dem und um das Haus laden uns ein. näher zu kommen. Blumen auf Fenster- simsen und im Garten lassen uns den Mangel an Rosen verwinden, die nur noch in Gärten prangen. Gemecker und Gackern begrüßen uns oder den Hausherrn mit dem Füttercimer in der Hand. Die Bank unter dem Dachgiebel er- innert uns an die Richtersche Meisterhand, und beim Eintritt erfreut uns die saubere Be- schränktheii des geliebten Heims. Die Sonne spielt durch die Fenster mit dem einfachen, aber so sauber gehaltenen Hausrat, der nach Ge- schmack und Verhältnissen. aber mit der Sorg- falt für erworbenes Besitztum gepflegt wird. Doch reihen wir uns von der schattigen Bank los zur Wirkung dieses heimstättischen Treibens. Da erstarkt das Selbstgefühl des Mannes, sein Ehrgefühl wächst durch das Ansehen, das er in seiner Familie als Begründer und Erhalter ihres Heims genießt, und seine Heimats-, seine Familienliebe reift zur Vaterlandsliebe. Das ist der Segen der Heimstätte. Wenn der Mensch keinen Platz mehr auf dem vielbeschäftigten Jahrmarkt des Lebens findet, muß er dort an- fangen. Doch was würde sie ohne die Hausfrau sein? Wessen Werk sind die gesunden, gut ge- deihenden Kinder, des Mannes zufriedenes Aus- sehen, das sonnige, einladende Heim und das reinigende Gewitter nach ungehörigen,Unter- lassungssünden? Sie schaltet als Gebieterin in ihrem Reiche und trägt die Last des Hauswesens mit der ihm verbundeneu Würde und mit der Heiterkeit eines behaglich durchlebten Tages. 11824 11823 11825 11826. Kleid mit Passe und Äürlel. Interessant ist an dem Kleide die Zu- sammenstellung des glatten und des zart gemu- sterten Schleierstoffes. Tie Taille zeigt eme Passe mit verbreiterterSchutter, die sich je in der Milte fortsetzt. Hieran fügt sich glatt d. gemusterte Stoff, der am unteren Rande eingereiht ist. Den eben- salls glatt ansetzenden Aermel ergänzt wieder glatter Stoff als Puffen- teil und Bündchen. Mit der Taille übereinstim- mend ist der Rock gear- beitet, dessen schmale „ Mittelbahnen sich als Gürtelstrelfen fortsetzen. Die Länge ergänzt eben- falls eine glatte Blende. Das Kleid ist mit verdecktem Rückenschluß cm- gerichtet. Die Zusammenstellung des glatten und gemusterten Stoffes wukt nur dann gut, wenn dicFarbeu übeninstimmen, Ecsoiderlich etwa 3 m glatter und 2,50 m gemusterter Stoff, je 90 cm breit. 11824. Kleid aus zwei- erlei Stoff. Die Vorlage z.igt, wie man ein zu kurzes Kle'd mit etwas neuem Stoff verlängern nnd modernisieren kann. Den geraden Rock ergänz man durch einen etwa 10-20 cm breiten, glatten Streifen, je nachdem der Rock lang werden soll. Den Gürtel, der ebenfalls aus einem geraden Stoff- teil besteht, kann man zwischen den eingereihten, unteren Blusenrand und den eingesalteten, oberen Rockrand fügen. Die kurzen, angeschnittenen Aermel weiden durch einen glatten Aer- mel verlängert, dessen mtl. Rand v j, ein Bündchen er- i gänzt. Veideckter te Kleid aus beigefarbener Gabardine Po M war mit Knöpfen und schmälsten Biesen- lVjy säumchen garniert. Die Biesensäumchen garnieren wie ersichtlich in drei Reihen die Lj vordere Mitte, setzen sich in Hüfthöhe nach f 7 hinten fort und steigen hier wieder, der Mitte folgend, auf. Statt der Biesen kann fi man auch gleichfarbige Soutache aufsetzen. Die Biesen wiederholen sich an dem nach vorn sich erweiternden Aermel. Den runden Halsausschnitt sichert innen ein schmaler Schrägstreifen. Die Knöpfe garnierten die vordere Mitte. Man kann sie auch zum Knopfschluß einrichten oder sie nur aufsetzen und das Kleid im Rücken oder hier vom schließen mittels Waldes Koh-i-noor Dekor-Druckknöpfen. Erforderlich etwa 3,70 m Stoff, HO cm breit. 11819. Jumperblufe mit Bubenkragen. Die Jumper- Kluse hat dank ihrer Bequemlichkeit und ihrer Kleidsamkeit an Beliebtheit nichts eingebüßt. Was sie uns noch wert macht, ist ihre immerhin leichte Herstellung; denn es fehlt der Schluß, etwas, das keine Frau gern arbeitet. Bunt gemusterter Stoff ergab das Material, dem sich ein Bi.bi- kragen ans Glasbatist und eine schmale, schwarze Bandschleise zugesellen. Die glatten Vorder- und Rückenteile werden aiff der Schulter durch einen AchsÄstreifen verbunden. Der (Fortsetzung der Beschretbungen auf Seite 2.) W l l 11 I I 11 Lederwaren Damentaschen in groser Auswahl. Brief- und Geldscheintaschen Aktenmappen — Schreibmappen Reisehandkoffer - Einrichtungskoffer Schreibtischgarnitaren — Photographie-Rahmen Verlobungsgeschenke, Hochzeitsgeschenke, Vereinspreise. Bernhard Kaiserstraße 235, zwischen Hirsch- und LeopoldstraOe. Tel. 5366. istraße 19 Telephon 1555 Spezial-Geschäft für Schnittmuster, Preise freibleibend, in unserer Geschäftsstelle Ritterstraße 1, zu bestellen. Seite 2 Für die Frauen Nr. 13 Kaiserstraße 124 b Wir bieten zu vorteilhaften Preisen an: für Kissen und Bettücher !». t( hUnzUftiMiM*. Nur soweit Vorrat. Zefir-PerKal moderne Master für Etagengeschäft Ernst Junge Kaiserstraße 79, 2 Treppen, (leider und filosenstofl Große Auswahl Billige Preise Anfertigung nach Maß Matratzendrelle Bettfedern. (Sorifcfeuttg der Beschreibungen von Seit« 1.) untere Rand wird eingereiht und zwischen die doppelten maschen und wiederholt von 2 Stäbchen. Dadurch wird Stofflagen bei Gürteli gefaßt. Zum leichten Schlüpfen das Muster versetzt. Die dritte Reihe ist wieder wie die kann man den Gürtel aus jeder Seite mit Knopfschluß ein- erste, die vierte wie die zweite usw. Die Breite des Musters richten. Man läßt dann auch den unteren Blusenrand etwa richtet sich nach den persönlichen Wünschen. Den Abschluß San lang offen; beim Schließen des Gürtels bildet er dann bildet eine umhäkelte Bogenlinie, Die erste Reihe besteht eine Falte. Will man jedoch nur auk einer Seite den Schluß in 2 Stäbchen und 3 Lustmaschen, die in der zweiten Reihe einrichten, dann muß man die Seitennaht, etwa 7 cm hoch, mit 5 festen Maschen umhäkelt werden. Schmales Band offen lassen. Der Kragen au« doppeltem Stoff fügt sich hält als Gürtel die Weite im Taillenschluß. Erforderlich an den herzförmigen Ausschnitt, doch muß inan unter der etwa 1,10 m Stoff, 100 cm breit. Schleife noch einen Einschnitt machen. Der lange Blusen- 97. Wime« Met-Artikel Trikotagen v: Rudolf Kutterer Markgrafenstraße 32, am Lidellplatz. J Ein Kinderköpfchen! Seht diese Unschuld! Den reinen Blick der Strahlenaugen, die nur das Schöne sehen! Faßt in die Löckchen der wei- chen Haare, segnet das kleine Haupt, das ihr liebt! Legt eure Hand an die rosige Bäckchen, schließt das Kind fest an euer Herz! In eurem Kusse auf des Kindes Lippen liebt ihr das Reine, Gute auf der Welt! * ES gibt Lebenskonflikte, deren Tragik darin besteht, daß sie unauflösbar sind. Da gibt es nur eine Hilfe: daß der Mensch größer ist alS sein Schicksal, daß seine Weisheit Licht ins Dun- kel bringt, damit er so hinauswächst über daS Leid. BEI TE Pelzmäntel rEMJE u.-Jacketts werden mm Umändern, Nenarbelten FELLE tum Gerben, Färben und Reinigen übernommen bei tadelloser, billiger Ausführung und prompter Lieferung. Georg KumpPgfi-* Ecke Akademleetraße (Icein Laden), Musik trägt zu Höhen empor, an denen unS der Alltag vorübergehen läßt. Unsere Selig- leiten kommen durch Klänge und Töne zu uns. Und lassen uns träumen von dem, was unhör- bar ist. Leben. »Ott Statt üubomitu Auaendzeit ist seligster Rausch. — blutroter Mohn und Bergessen —. LebenSsommer? ... der kühnste Tausch. Lieb' wird an Liebe gemessen. LebenSherbst ist Sturm und Rauch. Schaffen in kornvoller Scheuer. LebenSwinter? ... der würmende Hauch einstiger, lohender Feuer! 'Damen- Sport-Blusen feinste Atelier- Verarbeitung! Neueste Wiener Modelle. öporttjaus 9reundlieb Karlsruhe, Kalserstr. 185. Frau und Heimstätte lautete das Thema, über das Oberpostinlpektor Nick las im Teenachmittag des Hausfrauen- bundes sprach. Er sagte u. a.: Schon im ersten Jahr des Weltkrieges haben weiterfehenbe Männer, in erster Lwie der bekannte Führer der deutschen Bodenresombewegung Dr. Adolf Damaschke, auf die Wohnungsnot und ihre Fol- gen nach dem Krieg 1870/71 hingewiesen und Regierung und Reichsrat zur Verhütung eineö solchen UebelstandeS aufgefordert, so rasch wie möglich ein Kriegerheimstättengesetz zu schaffen und durch Kriegsgefangene möglichst viele Woh- nnngen — Heimstetten — für die heim« kehrenden Krieger zu erstellen. Die National- Versammlung hat unter dem Druck der Verhält- nisse ein Heimstättengesetz geschaffen, das aber nur die rechtliche Seite regelt, nicht aber auch die Frage der Beschaffung des Bodens und des Geldes. Die in bivser Hinsicht vom „Ständigen l. Badische Kunstwerkstätte weibl. Handarbeiten. Beirat für Heimstättenwefen beim Reichsarbeits- Ministerium" gemachten Vorschläge sind leider zum Schaden unseres Volkes nicht beachtet wor- den. Und doch ist die Schaffung von Heimstätten lfür die Stadtbevölkerung Wohnheimstätten — Einfamilienhaus mit ausreichendem Nutzgarten, für die Landbevölkerung Wirtschaftsheimstätten — gärtnerische oder kleinbäuerliche Siedlungen) in großem Ausmaß zu einem ruhigen, sicheren und raschen Wiederaufbau unerläßlich. Gerade für die Frau in der Stadt wird die Heimstätte zum Segen gereichen. Hier ist die Möglichkeit zur Erholung in freier Luft in anderer Weife als in der Wohnung im GroßhauS gegeben. In der Heimstätte werden auch die Kinder ge- snnd an Leib und Seele aufwachsen und nicht ime im Miethaus vielfach verkümmern und ver- derben. Wer außerdem nach seiner beruflichen Arbeit noch im eigenen Garten tätig ist. erhält daraus als Lohn Lebensmittel, sodaß er vom Markt unabhängiger wird. Zur Förderung des Heimstätten- und Sied- lungSwesenS ist aber eine durchgreifende Re- form unseres Bodenrechts in der im Artikel ISS der Reichsverfassung verheißenen Weise unerläßlich. Der deutsche Boden darf nicht mehr Gegenstand des Schachers und der Spekulation sein,- er soll nicht länger durch einzelne zum eigenen Borteil ohne Rücksicht auf die Mitmen- schen mißbraucht werden dürfen. Der Boden soll denen zum Gebrauch zur Verfügung stehen, die thn haben müssen, um darauf leben und ar- betten zu können, und so der Wahlfahrt des ganzen Volkes dienen. Nur auf dem Weg der Bodenreform und damit der WohnungS-, Sied- lungS. und Steuerreform kann unser Volk wie- der gesunden und zu neuer Blüte kommen. Der anregende Bortrag fand lebhaften Bei- fall. Doch konnte man auch einige Bedenken hören. Obwohl das Einfamilienhaus für große kinderreiche Familien die angenehmste Woh- nung ist, werden sich die Gedanken des Redners in der jetzigen Zeit schwer verwirklichen lassen. Denn nicht nur der Boden verteuert die Woh- nungen, sonder» die ungeheueren Preise de« Baumaterials. Diese Kosten zu verringern, wird in absehbarer Zeit kaum möglich sein. Der Mangel an Kohlen läßt es wünschenswert er- scheinen, größere Häuserblocks zu bauen, die leichter zu heizen sind als freistehende Häuser. Rudolf Vieser Kaiserstraße 153. Fernsprecher 740, Spezialhaus für Stoffe Favorit-Modenalbum und Schnittmuster erhältlich Leipheimer & Mende Auch kann man öfter? von Hausfrauen, die Ein- samilienhäuser bewohnen, den Wunsch hören, lieber auf einem Stockwerk zu wohnen, weil das Treppensteigen im Kleinhaus zu ermüdend sei. Dringend zu wünschen wäre bei jeder Woh- nung eine Veranda, die es der HauSsrau er. möglicht, frische Luft zu genießen, ohne ihre Ar- beit zu verlassen, und die Gelegenheit bietet, die kleinen Kinder den ganzen Tag ins Freie zu bringen, ohne daß sie auf den Straßen herum- gefahren werden und dem Staub und Lärm der Straß« ausgesetzt sind. Ein Garten, der erfordert, daß die Mutter immer wieder hinunter rennt, um nach den Kindern zu sehen, kann diese Veranda nicht ersetzen, für größere Kinder ist er allerdings von unschätzbarem Wert für Ge- sundheii und Erziehung. Zum Schluß möchten wir dem Wunsch AnS. druck geben, daß bei der Errichtung von Wohn- Häusern die Frauen mehr als bisher zur Mit- arbeit herangezogen würden. Handgestrickte — gehäkelte Damen J Uttl per Kinder In Seide, Wolle, Wollseide in großer Auewahl. Neuanfertigung in kürzester Zeit. Rudolf Vieser Kaiserstrafte 153. Fernsprecher 740.