fKavl0«uJ?ev fa^Watt Htvte rh attuag^^iÖeiXage Gräfte der Erb Veränderungen.*) Von Hans Wolfgang Behm. Aus beschaulichein Versenken in altdeutsche OrtS- i^men ebnen wir verschlungene Pfade des Werdens 'e« Vortagen und erfahren, das; UrdeutschlandS Landkarte trotz reicher Stevve, aus der sich Feder- Aas. Silberscharte und Teufelsauge bis in die Gegenwart retteten, allenthalben. Waldland sah, ®° b Buche, Eiche und Linde dereinst vorherrschend Aaren, entgegen Fichte und Kiefer heutigentags. *r e,1 < granitenen Jrrblock der Heide, neben dein Trauermantel seine samtschwarzen Flügel Mundenweilig aus- und niederschlägt, als wolle er vas Unendliche aus dem Atem der Stille ziehen, huschen wir die Wunder einer dereinst gewaltigen Vereisung ab. Am Geeststreifen der Nordsee verfolgen wir die ZUdung der Meeresgerölle, ihre erstaunlich rasche Endung und ihren Mattschliff. In der Bran- ''ungshohlkehle, über die das Gestein vor dem Ein- iSf 5 gleichsam nur noch an einem Faden hängt, Mannen wir die Wildheit und die Kraft der Woge. Und wo wir so das mählich Zerstörende im Fluh M Dinge erkennen, sehen wir dagegen eine auf- °?uende Tätigkeit des Meeres dori gegeben, wo ote Gezeiten im groben und ganzen fehlen, wo, wie »ei der Stubbenkammer auf Rügen die Brandung Fuh der Steilküste einen Vorstrand schafft oder wie längs der fast ausnahmslosen Flachküsten i et in sich tückischen Nordsee, die Meereswoge das Dasein des Küstenbewohners durch Schaffung jenes unvergleichlich fruchtbaren Bodens segnet, auf dem »Uiährlich das Korn zu besonders schweren Ähren •*>n, prächtige Rinder die sattesten Wiesen be- Zechen und stattliche Bauerngehöfte sich dehnen. können aber doch nur wieder bestehen, weil der >»tte Boden sich wesentlich bilden oder befruchten sonnte mit Milliarden von Kalk- und Kiefelfchälchen ?'n,ig-kleiner Lebewesen, die das Meer auswarf. Meer, das seine toten Kinder zu Faulschlamm der Küste aus landeinwärts dichtet, aus dah der Mensch auf Leichen blühende Kulturen baut — merken wohl, wie auch alles auf dieser engeren Waterde wechselt und sich entwickelt! Mr tragen den Blick weiter über das Heimatbild 7!?a»s, und erschauern nachmals ob des Erlebnisses M den, heimtückischsten alier Stürme. Träg und '"ttgfani schleicht die Karawanne durch den glühen- Wüstensand Arabiens. Brütend lasten weihe Kolken über Tier und Mensch. Bedenklich werden ® le Mienen des Beduinenscheichs. Rasch trübt M verfinstert sich die Luft und gleich schwefligen Schwaden kommt eine schmutziggelbe Staub- und ^andmasse heraufgezogen. Der vielgefürchtete Sandsturm oder Chamsin bricht los. Mit einem ZevraM wie im schärfsten Hagelwetter sausen Zandkörner und Steine bis zu Haselnuhgröhe auf Menschen herab, die, tief im Burnus eingehüllt, m den Kamelen sich festzuhalten suchen. Hundert- Lusende von Kubikmetern Sand hatte dieser eine ^urni verfrachtet und in Bewegung gesetzt. Um e>n beschaulicheres Bild aus sonnigen Reisetagen aufzuzeigen, sehen wir uns in jene vulkanische NAellandschast der Umgebung Neapels mit ihren ^chwefelgruben und altertümlichen Zisternen ver- W, wo einst in düsterer Höhlenflucht die kumäische Idylle ihre Orakelsvrüche kündete, wo Cäsar, . r affus und Pompejus den Bund zum Untergang Republik beschworen, wo zwischen weinum- Fii& Kraterseen dereinst das alte Puteoli stand, r', es Alarichs und Geiserichs Heerbann vor ändert- «s Jahrtausenden zerstörte. Trümmern entstand das malerische Pozzuoli JuHiat nachmals wieder Ruinen des alten Puteoli I al Ä It8 6ent soeben In der Franckkscheu Ver- ^bandlung Stuttgart (Kosmosverlag> er- bfä i""' Werke des Verfassers: „Entwicklungsgeschichte Weltalls, des Lebens und des Menschen". Das ausgestattete Werk ist allgemein verständlich fw;> ' entSalt insgesamt 520 Abbildungen aus Voll- Bea" t' tnÖ "" ® CIt ' 4 ' ar6iae Tafeln und entsprechende sorglich bis heutigentags erhalten, den balbzer- störten Augustusternvel zur Kathedrale ausgebaut und mit Ruinen des in vorchristlicher Zeit mich- teten SeravhiSternpelS dem Menschen ein Muster- bcispiel allmählich schaffender Naturkräfte bewahrt. Noch streben hier drei einst aus mächtigen Marmor- blöcken gehauene Säulen senkrecht aus. Wohler- halten bis etwa dritthalb Meter über der Roden- fläche, dann aber in Ringbreite von drei Metern etwa stark von Bohrmuscheln durchlöchert. Das besagt, dah diese Tempelsäulen in nachrömischer Zeit zeitweilig in Meeresfluten standen und nach- träglich wieder emporgehoben wurden. Ausge- dehnte Gebiete müssen gesunken und wieder hoch- getragen worden sein. Geruhsam und gleichmäßig, ohne dah auch diese Tempelsäulen zusammen- stürzten. Oder wir denken an Küstenstreifen Süd- amerikas und die diesen vorgelagerten Inseln. Ein vieltausendfältiges Seevogelvolk aus den Ge- schlechter» der Ruderfüher/Langflügler und Taucher schwärmt hierselbst und häuft seinen Auswurf zu mächtigen, gelberdigen, Stickstoff, Phosphor und Kali enthaltenden Massen, dem Guano, an. Der Mensch baut diesen Guano ab und bringt ihn, „ausgeschlossen", als Dünger in den Handel. Dem- selben Guano verdanken die gewaltigen Lager von Chilesalpeter, mit denen die Felder gedüngt werden, ihren Ursprung. Jahrtausendelang häufte sich der Vogelmist. Spaltpilze zersetzten ihn und bauten daraus salvetersaure Salze auf. Vom Wasser ins trockene Wüstengebiet verschwemmt, formten sich die gewaltigen Salveterlager. Wo wir auch immer das Auge über die Erde schweisen lassen zeugen Kräfte vom Wechsel tätigen Gestalten Jeder Sturzbach verfrachtet Gerolle und &c : i'.e. Jeder durch Kohlensäure des Erdbodens bereicherte Regentropfen löst Ge- steine, leiht Felsen mehr und mehr „verwittern". Die gefrorene Wasserader im Felsgestein vermag dasselbe zu sprengen. Der Alpler redet dann vom Steinschlag. Dünen weht der Wind zusammen. Schutt und Geröll reiht der Gletscher mit sich, ver- krachtet der Gletscherbach, trägt der Fluh zum Meer, setzt das Meer als Schlamm ab. Und im Hochgebirge, wie im Herzen der Südtiroler Dolomiten, um- schmeichelt vom rosenroten Brand der Gletscher- nelken, von violetten Tinten der Bergviolen, vom Azurblau des Zwergvergihmeinnichts und der rot» punktierten Silberminze, kündet die Riffkoralle, die wir aus dem Gebirgskalk schlagen, als stummer, aber wahrheitsgetreuer Zeuge, ein Bild aus längst verklungenen Tagen. Hier rauschte einmal die Meereswoge, wo heute der Wanderer trockenen Fubes durch das Höhenglück der Firne schreitet. Es ist schon so: BrandungShohlkehle und Marsch- land, Sandsturm und Temvelsäule, Salpeter und Gletscher, Bach und Regentropfen, das Korallen- stück im Alvenzug, die Gletscherschramme am Heide- block ynd hundert andere Dinge mehr besagen nur, datz die Erde, so wie sie bis beute wurde, wechselnden Zuständen ihrer Oberfläche, wechselnder Verteilung von Land und Meer und wechselnden: Klima unter- worsen war. Das Spiel im kleinen, wie wir es täglich schauen, steigert sich ins grohe im Zeitmah von Jahrmillionen. Emporgetriebene oder durch die Wühlkraft des Wassers im Tafelland entstandene Gebirge werden zu Sand zerrieben, ins Meer verfrachtet. Wenn heute noch Gebirge in einer mittleren Höhe von nahezu sünshalbtausend Metern die Fläche der Erde umspannen, die mittleren Tiefen der Welt- meere zusammen aber über 4000 Meter betragen, das Zukunftsbild mühte nahen, da bei dem ständigen Kräftespiel da? Erdantlitz zu einer Kugelebene einförmig ausgeglichen ist. Es könnte sein, dah dann die Sintflut rauschte, der Ozean allüberall in mähiger Tiefe die Kugelebene überflutete. Die Kulturwelt mit allen Menschenwerken, Palästen und Altären, Stätten der Arbeit und der Forschung ein gesun- kenes Vineta, aus dem kein Wunsch mehr aus der Tiefe nach Glücksgütern dieser Erde verlangt, kein Geistesblitz zum Sternensilber dringt! Doch dem ist nicht so. Die eigentlich erdbildenden grohen Kräfte beugen diesem Ausgleich vor. Stündlich wird die Erdkruste von Beben erschüttert, die bis- weilen blühende Städte in wenigen Augenblicken in Trümmer legen. San Franziska und Messina, Tevelini und Albasan sind bekannte Stätten, wo in unseren Tagen das Beben der Erde grauenvoll seine Opfer forderte. Allmählich schrumpft der Erdball, da und dort bricht das Krustengewölbe ein, senkt und staucht sich und löst die Erscheinungen der Beben aus. Noch ist diese Erklärung die beste (neben reichlich anderen» auch heutigentags. Den starren Nickeleisenkern der Erde überlagern ver- hältnismähig dünne breiige, mehr oder minder glutslüssige Massen, während die noch dünnere Kruste schon verschlackt und erkaltet ist. Spannungen des sich ständig nach innen verkleinernden Krusten- gewölbes zeitigen Beben, die allmählich, in ihrer Gesamtwirkung weniger katastrophal, zu gewaltigen Verschiebungen des Erdreichs sühren. Schollen der Erdkruste werden zerstückelt, gesenkt, gepreht, zusammen- oder übereinandergeschoben, gefaltet, gekesselt und gestaffelt. Gesteine werden durch ver- schiedene Drucke jeweils verschieden beeinslnht oder zersprengt und nachträglich von durchsickerndem Wasser 'wieder verkittet. Ganze Gebirge werden emporgetürmt und Meeresbecken werden aus- geschliffen. Und wo wir die Schlote von Vul- kanen auf der Erde rauchen sehen oder glutende Lava zeitweilig gesegnete Gefilde zu Stätten des Entsetzens wandelt, sind dies nur Folgeerschei- nungen dieser Beben selbst. Gleich den Sicher- heitsventilen der Dampfmaschinen sind Vulkane die Sicherheitsventile des Erdensterns. Noch sind die Meinungen über das „Wie" des Lavaauftriebes recht geteilt. Wasser mag bei Schollensenkungen der Erdkruste mit Glutbrei- massen zusammentreffen und so vulkanartig sich entfesselnde Explosionen hervorrufen. Mitunter mag auch eine starke Erhitzung bestimmter Gesteine allein genügen, oder es könnten Schiefer unter sich faltenden Gesteinen durch Druckentlastung schmelzen, so dah sich vulkanische Herde bilden. Wo Schwefelgruben allenthalben auf Erden Dämpfe schwefliger Säure, gemischt mit Wasserdamps und Schwefelwasserstoff, dünsten, wo Sinter- oder heihe Quellen springen, zittert noch ein Nachklang vulkanischen Geschehens. Und die wir mit Gicht und Gallensteinen, Magengeschwüren und Fett- sucht behaftet sind, baden uns im Strudel dieses Nachklangs gesund. Weniger der schattigtrauliche Kaiserpark oder der Ruinenzauber auf hohem Klingsteinfelsen im weltberühmten Karlsbad, als seine neunzehn mit Glaubersalz gesättigten heihen Brunnen laden jährlich Tausende von kranken Menschen zum Gesundbad ein. Kleines feullleton Die Tiere beim Vulkanausbruch. Der jüngste Ausbruch des Ätna und die ihn begleitenden Erd- stöhe haben bei der dortigen Tierwelt bemerkenö- werte Erscheinungen ausgelöst. Wie sizilianische Blätter zu erzählen wissen, scheinen die Hunde die heranziehende Katastrophe am ersten vorhergeahnt zu haben, denn schon zwei Tage vor dem Ausbruch zeigten sie, während sie ununterbrochen bellten, alle Anzeichen der Erregung und der Unruhe. Was die Katzen anbetrifft, so begannen sie im Augenblick der ersten dem Ausbruch vorangehenden Erder- schütterung kläglich zu miauen und warfen sich ihrem Herrn, ja selbst dem Erstenbesten, dem sie begeg- neten, vor die Kühe, als wenn sie seine Hilfe er- flehen wollten. Man sah u. a. eine Katzenmutter, die in sliehender Eile ihre eben geborenen Kleinen aus dem Korbe trug und ängstlich nach einem sicheren Versteck ausschaute, wo sie die Kleinen bergen konnte. Andere Haustiere schienen wie vom Schlage gerührt und verfielen in einen vollständig lethargischen Zustand. Auch die Vögel in Hain und Flur hatten schon zwei Tage vor dem Ausbruch aufgehört, zu singen. Die Hasen, die kein so feines Gefühl wie die anderen zu haben schienen, ver- liehen erst im Augenblick der Katastrophe ihr Lager und sammelten sich am Rande der Strohe, unbe- kümmert um die zahlreichen Bewohner, die in hastender Eile vor dem ihre Wohnungen bedrohen- den Lavastrom flüchteten. Amerikanische Ttiftnngskavitalien. Die anieri- kanischen grohen Stiftungen für wohltätige und Erziehungszwecke haben eine Gefamthöhe ihrer Mittel von rund 1 Milliarde Dollar erreicht, von denen rund Millionen Dollar gegenwärtig in Schulen, Krankenhäusern usw. angelegt sind. Sie stammen zum allergrößten Teil aus den letzten 20 Jahren. Vor diese Zeit fallen von gröberen Stiftungen der John F. Slater-Fund aus dem Jahre 1882 mit einem Kapital von 1 Million Dollar für Wohlfahrtseinrichtungen unter den Negern und die Baron de Hirfch-Stiftung zum besten jüdischer Einwanderer in Höhe von 3,8 Millionen Dollar. Der Beginn der eigentlichen Riesenstiftungen fällt ins Jahr 1896, als Carnegie 30 Millionen Dollar für die Carnegiebibliothek und das Carnegie- Institut in Pittsburgh zur Verfügung stellte,- 1902 gab der Stahlmagnat 22 Millionen Dollar für die Gründung des Carnegie-Jnstituts sür den Welt- frieden in Washington und 1906 13 Millionen sür die Carnegie-Stistung für die Förderung des Unter- richts? 1901 wurde mit einer Stiftung in Höhe von 40 Millionen Dollar das Rockefeller-Jnstitut für Medizinische Forschung und 1903 ebenfalls von Rockefeller m»t einem Stiftungskapital von einer Vie«elmillinrde das Allgemeine ErziehnngSamt ins Leben gerufen. 20 Stiftungen verfügen über ein Kapital von 1000000 Dollar, die gröhte ist mit 173 Millionen Dollar die Rockcseller-Foundation. Humor. Der Patient. „Recht so. Huberbauer, dah Sie immer so anständig in der Honorarfrage sind. Leben und leben lassen!" — „Ja, richten Sie sich aber ebenfalls danach, Herr Doktor!" Aus dem Kontor. „Der Chef hat mich ein Nil-, »ferd genannt! Was soll ich tun?" — „Keine Ahnung! Neber die Lebensweise des Nilpser- des weih ich auch nicht Bescheid!" Der Barbierlehrlina. „Warum bist du vom Meister geohrfeigt worden?" — „Weil ich ein Gesicht geschnitten hatte!" — „Das ist doch kein Grund?" — „Ja, es war aber das Gesicht eines Kunden." lAus Mggdfs. Guckkasten.) Bildnna. Herr Ullrich Pachullrich ist bildnngs- durftig. aber näher liegt ihm — die Börse. Neu- lich fragte ich ihn: „Sind Sie bei der Fichte- Gesellschaft?" Da sah er mich zweifelnd an: „Fichte-Gesellschaft? Ist die amtlich notiert ober im Freiverkehr?" lRi-Ri.) Die junge Frau näht ihrem Mann einen Knopf an den Rock. „Es ist doch schrecklich, wie schlecht die Schneider die Knöpfe annähen," sagt sie zu ihm mit vorwurfsvollem Ton. „Nun habe ich dir den Knopf schon zum fünftenmale an- nähen müssen." Rene Kunstsammler. Die neuen Reichen machen als Kunstsammler die komischte Figur. In einen Laden in der Bellevuestrahe kommt, so lesen wir im „Querschnitt", ein Ehepaar aus Magdeburg und verlangt einen typischen Trüb- ner. Man zeigt ihnen ein Starnberger Seebilb. Darauf der Mann: „Nein, sür Trübner sind doch die Figuren das Charakteristische." Darauf be- kommen sie eine naturalistische pudelnackte Frau zu sehen, irgend ein Modell im Walde. Nun aber die Gattin: „Ehe man schon so'n Bild in seinen Salon hängt, laß ich mich schon selber malen." — In eine andere Berliner Kunstsamm-> lung kommt ein Ehepaar. Es will ein Barock- Ehzimmer kaufen. Man zeigt ihnen ein fabel- Haftes Danziger Zimmer. Darauf die Frau zu ihrem Mann, die Augen zukneifend, als wenn sie sagen wollte, dah der Verkäufer ein Idiot fei. Barock ist doch grün." Vir motten frei sein! 3V 1 A?ben nichts, als was mit Geist und Hand ^er Werkmann und der Denker rüstig schaffen. 3-^ unser wir an Geld und Schmuck genannt, 1 uns die Not ums Brot schon längst entraffen, Brot und karge Zukost beut der Tisch 3\!» un 1 rer Arbeit unermüdlich Mühen, 3^- ??"det nicht die Wangen rot und frisch, ns läßt kein Lachen froh und frei erblühen! lrÜv Dennoch tragen wir die Last der Not Kind und Greis will schaffen und entsagen, wollen opfern, wie der Spruch gebot, *" er hart und grausam unser Glück zerschlagen. i\!» ??kern alles, aber eines nicht, nt: Schmidt. Gaskoks. Wir berechnen unseren ständigen Abnehmem ab 16. Juli 1923 bis auf weiteres: *v_ W® K8 Mar/*** J E. F. Größtes Lager am Platze Die ^uu iüzo VIS aus 7V eueres I nan mm m ■■ ; fiäB m R«ß-««d Stückk-ks i Haus-Uhr-Zentrale den Zenwer zu Mk. 85 OOO.- ab Werk it rt it Mk. 90000.— frei Keller, Die Zufnhr von Koks au unsere ständige« Abnehmer (Abonnenten) erfolgt nur auf je- weilige besondere Bestellung. 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Wenn man solohe Htthneraugen operieren wollte, so brauchte man Säge und Meißel. V' 6 sind ja keine Htthneraugen mehr, sondern schon eher Telepnonglocken Da konnten Sio eine G m. b. H. zur Verarbeitung von Horn drauf gründen. Wenn es du in vielen Millionen Fallen bewahrte Kukirol nicht gäbe, so wttßte selbst ich, Dr. Unblutigund Professor der Kukfrologl'- keinen Bat. Aber mit Kukirol ist es eine Kleinigkeit, auch Sie von Ihren Hühneraugen zu befreien. Merken Sie sich den Vers: „Hühneraugen klein und groß, wirst durch Kukirol Du los/' Kaufen Sie sich jetzt gleich w der nächsten größeren Apotheke oder Drogerie ein« Schachtel Kukirol, und nach einigen Tagen werden vor Ihnen zwei Stücke Leder liegen, welche ehemals zwei Hühneraugen an Ihrem linken Fuue waren. Ich empfehW Ihnen auch, gleich eine Packnng Kukriol-Kußbad mit" rukaufen. Das Kukirol-KnBbad erleichtert solchen Riesen- Hühneraugen den Abschied sehr, verhütet aber auch Fußschweiß, Wundlaufen und das lästige Brennen der Füße. 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Und da er angibt, daß der lvrftschrank trotz des im Schlosse steckenden Schlüssels niemals ganz unbeausisichtigt war, kann nach seiner Ueberzeu- gung die Entwendung des fehlenden Quantums bei keiner anderen Gelegenheit erfolgt sein, als loüihrend iiirer Hantierung, die er von seinem Veobachtungsplatz aus wegen der offenstehenden Schranktür nicht in allen EinzvlHeiten verfolgen konnte. ES liegt also genügender Grund zu der Annahme vor, daft Sie sich entweder vergriffen haben oder — da Sie diese Möglichkeit bestreiten — dah Sie der Arznei das Couiin absichtlich w setzten. Anch Ihre Angabe, daß es sich in der .Hauptsache nm Baldriantropfen gehandelt, sin- det in den ärztlichen und chemischen Gutachten keine Bestätigung, da keine Svur öleser Arznei in der L-eiche gesunden worden ist. Nebrlgens würde sich, als sich im Sterbezimmer der Inhalt des zertretenen fslitschchenS auf den ffustboden entleerte, der Baldrian durch seinen eigentümlichen und ganz unverkennbaren Geruch den An- wesenden sofort verraten haben. Wenn somit der Verdacht einer vorsätzlichen Tötung sich un- anweisbar aufdrängen mutz, so bleibt doch noch die Frage zu beantworten, welche Beweggründe Sie zu einer solchen Tat veranlaßt haben könn- ten. Auch dafür fehlt es schon nach den biSheri- gen Untersuchungsergebnissen nicht an einer Er- klärung. I>hre Behauptung, daß Mvisch°n Ihnen und der Frau Falkner keine näheren Beziehun- gen bestanden hatten, verdient um so weniger Glauben, als Sie sie durch die Ableugnung nach- weMicher Tatsachen zu stützen versuchen. Sie geben an, daß Frau Falkner Sie nur einmal in Ihrer Wohnung aufgesucht habe. Es ist aber festgestellt, daß dies wiederholt und mit Heim- lichkeit geschehen ist und daß Frau Falkner auch am späten Abend des 14. Juni bei Ihnen war. Sie leugnen weiter, am Abend ihres Todes mit ihr zusammen gewesen zu sein, während drei ein- wandfreie Aeugen aussagen. Sie in Gesellschaft der jungen Frau, und zavar in sehr erregter Ans- einandersetznng mit ihr im sogenannten Naben- ihol^e, einer einsamen Gegend an der Peripherie von Tiefenbrunn, gesehen zu haben. Ob Sie mit ihr in Streit geraten waren, oder ob die beider» seitige Aufregung eine andere Ursache hatte, steht Vorläufig dghin. Ebenso mutz es Sache des wei- teren Boweisversahrens sein, festzustellen, ob Die Ihr das G!st schon am 14. Juni oder vielleicht erst an jenem Abend übergeben Häven. Eine ein- fache Ablengnnng all der belastenden Umstände aber, die ich soeben ausgezählt habe, ist jedenfalls nicht mehr geeignet, Sie von dem auf Ihnen richenden Verdacht zu befreien. Und so fordere ich Sie denn in Ihrem eigensten Interesse noch einmal aus, der Wahrheit die Ehre zu geben und den wahren Sachverhalt freimütig darzulegen. Was haben Sie darauf zu erwidern?" „Nichts.", Das Erstaunen aus dem Gesicht des Amtsrich- ters bewies, wie wenig er auf diese kurze, schrosse Erwiderung vorbereitet gewesen war. Boll ein- dringlicher Feierlichkeit fuhr er.fort: „Sie sind sich, wie eS scheint, des Ernstes Ihrer Lage noch nicht voll bewußt. Ich sage Ihnen aber, daß Sie sie gar nicht ernst genug nehmen können. Ich warne Sie vor dem Beharren aus einem Wege, der Sie nckh aller menschlichen Vor- ansucht ins Verderben führen muß." habe meiner Aussage nichts mehr hinzu zu fügen, Herr Amtsrichterl Was ich sagen konnte und sagen durfte, habe ich gesagt. Nun mutz ich es eben der sogenannten irdischen Ge- rechtigkeit überlassen, die Wahrheit zu Ehren zu bringen — die Wahrheit, die meine volle Schuld, losigkeit erweisen mutz und erweisen wird." Germerings Antlitz war sehr bleich: aber er sprach mit der ruhigen Würde eines Mannes, der sich der Bedeutung seiner Worte bewutzt und über das, was er zu tun hat, völlig mit sich im Reinen ist. Mit einem Achselzucken wandte sich Eberty ge- gen den Sekretär: „Schreiben Sie also!" Sachlich und nüchtern diktierte er ihm das Protokoll in die Feder und ließ es nach öer Fer- tigstellung von ihm verlesen. „Haben Sie gegen die Fassung etwas einzu- wenden, Herr Dr. Germering?" „Nein." „So wollen Sie, bitte, unterschreiben." Ter Arzt leistete der Ausforderung Folge. Dann fragte er mit etwas verschleierter Stimme: „Kann ich nun gehen?" „Nein. — Ich bin gezwungen, Sie wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft zu nehmen, und Sie sogleich abführen zu lassen. Sie können gegen diesen Beschluß zu Protokoll des Gerichts- schreibers oder ans schriftlichem Wege Beschwerde einlegen. Wünschen Sie es vielleicht gleich auf der Stelle zu tun?" „Nein. — Ich bin nicht gesonnen, Ihnen die Verantwortung zu erleichtern, die Sie in diesem Augenblick aus sich nehmen/' Der Amtsrichter erwiderte nichts. Aver er drückte aus den Knopf der Glocke, die den Ge- richtsdiener hereinrief. Ohne jedes äußere ?,ei- chen der Erregung ließ Dr. Germering sich von ihm abführen. „Liebe Gerda! Ich wohne im Gasthof ,Lum schwarzen Adler" und möchte dich so bald wie möglich spreche«. Latz mich, bitte, durch den Boten wissen, wann iÄ dich erwarten darf. Dein Bruder Erich." Das war das erste Lebenszeichen, das Gerd» Falkner als Antwort auf alle ihre nach Berlin gerichteten Briefe von dem Bruder erhielt. Ein Hausdiener aus dem Gasthofe hatte daö Brief' chen zu früher VormittagSstilnde ans die Linden- höhe gebracht, und Gerda schickte ihn mit dew Bescheid zurück, daß sie in einer halben Stun^ unten sein werde. Sie ivar überrascht und fast er> schrocken. Denn datz Erich jetzt, wo kaum noch eine zwingende Veranlassung dazu vorlag, ohne jede vorherige Benachrichtigung nach Tiefen' brnnn kommen würde, war wirklich das Allel' letzte, das sie für möglich gehalten hätte. hatte ihm Sianes Tod mitgeteilt und hatte ver- gebens gehofft, daß er sich zur Beerdigung ein- finden würde. Auch von all dem Aufregenden und Häßlichen, das sich dann weiter ereignet, hatte sie ihm, wenn auch nur in kurzen Worten, Nachricht gegeben: zuletzt mit wenigen Aeilen von der Verhaftung des Dr. Germering und von der fürchterlichen Anschuldigung, die man gegen ihn erhob. ' „Ich werbe niemals daran glauben,, daß er es getan hat." hatte sie hinzugefügt. „Wie auch im' mer man über ihn denken mag: er ist ebenso wenig ein Mörder als ein Arzt, der leichtsinnig mit dem Leben seiner Patienten spielt. Ich $ e ' klage ihn tief und wünsche sehnlich, b«ß sein« Schuldlosigkeit sich «bald erweist." lFortsetzung folgt.)