fieu'ir" « ujjhuücucui ::! uv- s!., ^.monatlich JI 28 500.—, ,}!' vous aclidert monat- fe?3«.«l3 fit J»N elnftftl. WKÄrlsruher Taablatt ssa-Ät'ss'ÄSrt.'i lich !t ® u • a fi r i'« inicft an- 6t «Mlwttanf8«ri8: 1100 Jt Ritt.rkrak,« L »»itichecktonl» Nr. 8S47 ftatldtufe. Badische Morgenzeitung »uswärts J( 27WI.—. __ miltenanäetnen und ©tttfen. flcfumc Jl 1400.—! Reklame- leite Ji 8000.—; an erster Stelle Ji 9000.—. _ Rabati nach Tarif. «n,eig.-Annal>me b. » Ubr mittag«: kleiner« Anzeigen spätesten» bis 6 Ubr nachm. ftetnfotcdiflitfdilöü;: GefchSttsstelle Nr. 18. Verla- Nr. 21 ttub 297. Schrttttelt«»« Nr. 20 H anptichriitlelter Nr. 19. Mit der Wochenschrift «Die Pyramide' Dadische Morgenpost ^RirtschaftS» und HaudelSzeituug" ^ .Turn- und Sport-Jeitung" ^ .AnterhalwngSbeilage" ^ .Literaturbeilage" ^ .Für die Frauen" ^»Wandern und Reisen" ^»Die Scholl« idefredakteur: Heina«» ? van Verantwortlich tflr Politik: »r»i Sbrbard. ffii den lvirtlckaltlichen. badischen und lokalen Teil: Heinrich Gerhardt; für da» Feuilleton: Hermann Weick: für die .Voramide' Sali "°»o: w, Anserate: Heinrich Schrie, >r. 'Smtliche tn Karlsruh Druck und Verla« C K Müller. SarlSrube. Ritterstr 1 Berlin r Redaktion vr Richard I ü n l 11, Berlin-Lankwib- Mo,artft,. S7. Telephon-Zentrum ^ Küi unverlangte Manuiknvte ^der Drucksachen übernimmt die Redaktion ketne Verantwortung Rücksendung erfolgt, wenn Porto beigefügt ist. Sprechstunde der Redaktton: 11—12 Uhr vormittags. 120. Jahrg. Samstag, den Sfi8« Juli 1928 Mr. 206. Die belgisch-französische Verständigung. Eine amtliche französische Erklärung. . Paris. 27. Juli. Agence Havas verdeutlicht eine hvchoffiziöfe Note, in der tä u- o. heißt: ^ie französische und die belgische Regierung den Meinungsaustausch über die letzte ritische Reparationsnote beendigt. Die beiden "binette sind vollkommen einig in der Aussas- s »Ng. .,^aß eine Verhandlung mit dem Deutschen >ejchx nur nach Einstellung des paf- '"tn Wider st an des ins Auge gefaßt und baß bix Räumung des Ruhrgebtets Ur erfolgen kann, wenn Deutschland genügende "Mungen geleistet hat. dieselbe Gleichheit der Ansichten ist in Paris ^ Brüssel hinsichtlich der Antwort, die dem ^tjschin Borschlag gegeben werden soll, erzielt °rden. Es ist nur noch erforderlich, den Text Jj* Antwort festzustellen. Es scheine ; "*ndj '^ et zu sein, daß sie nicht die F"rm einer ge- einsamen Antwort annehmen wird und ,?& jedes der beiden Kabinette für eine Antwort erteilen werde, in der sie . c iMngg ähnliche Gedanken ausführen, ohne ^doch gleichen Wortlaut gehalten zu fein, ^ie Tatsache, daß die französische und die bel- Regierung getrennt antworten, darf nicht j 8 Anzeichen einer Meinungsverschi e- ausgelegt werden. Die beiden Kabi- ,^te glauben tatsächlich, daß sie ohne Ungelegen- ei,e n sich eine gewisse Handlungsfreiheit bewah- können, wie eS übrigens das normale Ziel , et Allianzen mit sich bringt, da gewisse Seiten et Probleme, die erörtert werden sollen, Frank- ^ und Belgien nicht tn gleichem Maße be- ^ren, wie beispielsweise die interalliierten Dulden, weil ja bekanntlich der Friedeusver- . ag von Versailles Belgien seine Kriegsschul- ien erlassen hat. .Poincart hat den Antwortentwurf für Frankreich f e r t i g g e st e l l t. Jafpard die Ant- j ° rt für Belgien. Die beiden Minister haben ' rt Texte ausgetauscht, ebenso die Bemerkun- die sie glaubten formulieren zu müssen. Nach j,er Havasnote wird wahrscheinlich der ^gültige Wortlaut der beiden Noten am SamS- ^ fertiggestellt und am Montag in Lon- " überreicht werden. PoincarS begibt ^ heute für drei Tage auf seinen Landsitz. Valdwin warnt. ?' e Ruhrbesetzung wirft in der Welt, wie die uge eines Taschenmessers in einem Uhrwerk. London, 27. Juli. lDrahtber.) Premier- ''" i st x r B a l S w i n ging gestern abend in Rede in Glasgow auf die Abhängigkeit Alands von seinem industriellen System ein c ntl sagte, die Hoffnungen, die man sich bei Be- ^"igung des Krieges gemacht habe, hätten sich 'cht erfüllt. Der erste Schritt, der gemacht ( . ct &en müßte, um die Desorganisation der aus- Götschen Märkte zu bekämpfen, sei die Rege- jJ 1 «. der Reparationsfrage in Deutschland. ci fnH.) Eine Besetzung in der Art, wie sie ^kenwärtig im Ruhrgebiet in Kraft sei, habe ^ e 'elb e Wirkung auf den internationalen Han- /■ wie wenn man die Klinge eines Ta- 'ch ^«Messers in ein Uhrwerk hinein- c., Der internationale Handel sei ein äußerst ^'»er Mechanismus. Die Menschen lernten öte Grundlage des Wirtschaftslebens und . Wcchfelverkehrs kennen. Infolge des Stan- der Wechselkurse sei es immer schwieriger, (t Bn atcHe Abmachungen mit dem Ausland zu knen und den internationalen Handel in Gang j. Balten. Großbritannien habe bisher durch > e Verwirrung in Europa nicht gelitten. Es ^"ile aber jetzt an, darunter zu leiden. gegenwärtige Lage nicht geändert ' i» werde bald die Zeit kommen, wo Mit- 9en 'in «ittopa für die Einfuhrgüter keine Zahlun- wehr leisten könne. Das Ergebnis werde , immer weiter fortfchreitender Zusammen- 'ch des internationalen Handels in allen Län- dern sein. Länder wie England, die vom Aus- suhrhandel abhängig seien, würden die größten Lasten zu tragen haben. Außerdem würde es ketne Reparationen geben, solange keine sinan- zielle Stabilität erreicht sei. Auf die Dauer werde wohl Rußlaird dasjenige Land sein, das die deutsche Ausfuhr zum größten Teil absor- bieren werde, vorausgesetzt, daß man solange überhaupt abwarten könne. Welchen Erfolg der erste Schritt zur Regelung der Reparationsfrage habe, könne er nicht sagen, er könne nur wieder- holt darauf hinweisen, daß die Regierung keine Anstrengungen unterlassen werde, um eine Re- gelung zustande zu bringen. Sie habe aber nicht die Macht, allein zu entschei« den. Drohende Katastrophe in der Versorgung Berlins. Berlin, 27. Juli. Die Lebensmittelversor- gung Berlins steht, den Blättern zufolge, vor einer Katastrophe. Ein großer Teil der Fleisch- und Kolonialwarenläden ist geschlossen, da sie über keinerlei Waren mehr verfügen. Die Kar- toffelzufuhr ist so gering, daß nur ein kleiner Teil der Bevölkerung die Kartoffeln in geringen Mengen erhalten kann. Bor den wenigen noch offenen Geschäften stehen die Hausfrauen und warten stundenlang, bis sie ein wenig Margarine oder Schmalz evhalten. Wie die „B. Z. a. M." mitteilt, begeben sich zwei Bürgermeister von Berlin heute mittag zum Reichskanzler, um ihm die gegenwärtige außerordentliche Notlage der Berliner Bevölkerung zu schildern und auf die Gefahren der herrschenden Lebensmit- telknappheit und der Teuerung hinzuweisen. Die Stadtverwaltung lehnt jede Verantwortung für den Fall ab, daß die Regierung nicht sofort für größere Lebensmittelzufuhr nach Berlin und für erschwingliche Preise sorge. Gegen die Lebensmittelnot. I. Von unserer Berliner Redaktion wird unS ge» drahtet: Angesichts der bedrohlichen Ernährungsver- Hältnisse hat das Reichsministerium für Bolls- ernährnng bereits vor einiger Zeit eine Reihe von Maßnahmen getroffen, die eine Milderung der gegenwärtigen Lage zu bringen versprechen. Insbesondere hat das Reichsministerium sich an die landwirtschaftlichen Organisationen gewandt und von diesen die Zusicherung erhalten, daß die Bestände an Getreide, die noch in Händen der landwirtschaftlichen Verbände sind, so rasch wie möalich anf den Markt geworfen werden. Damit soll'die durch die Einfnhrschwierigketten, hervorgerufene Lebensmittelknappheit möalichst schnell behoben werden. Weiterhin ist bei der Reichsbank durchgesetzt worden, daß für die G-etreideeinfuhr in reich- licherem Maße Devisen zur Ver- fügung gestellt werben. Besondere Bevor- zimung soll dem beseiten Gebiete, wo die Schwierigkeiten am größten sind, zuteil werden. Auch für die F e t t v e r s o r g u u g sollen De- Visen bereit gestellt werden. Daneben ist eine Reihe anderer einschneidender Maßnahmen ge- troffen worden, von deren Durchführung sich das Reichsernährungsministerium Erfolae ver- spricht. Hinsichtlich der Versorgung selbst wird seitens des Ministeriums erklärt, daß Marken- brotgetreide in ausreichenden Mengen zur Ver- fügung steht. Nach amtlicher Mitteilung erfol- gen die Auslandkäufe von Getreide Programm- mäßig. Nach dieser Richtung hin ist also die Lage günstiger, als sie im Publikum allgemein dargestellt wird. Zur Beruhigung der Oeffentlich- keit wird von amtlicher Seite noch eine Mit- teilung herausgegeben, in der es heißt: „ES gehen Gerüchte um, daß in einigen Gegenden des Reiches aus Furcht vor bevorstehenden Un- ruhen die Beschickung der Märkte seitens der Landbesitzer unterlassen wird. Es ist eine selbstverständliche und dringende Pflicht aller derer, die Lebensmittel erzeugen, diese aus den Mark zu bringen, da neben der wachsenden all- gemeinen Teuerung eine nicht genügende Ver- sorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln außerordentliche Gefahren im Gefolge haben könnte. Zu unserer Genugtuung können wir mitteilen, daß die ländlichen Organisationen auf j^hre Mitglieder dahin einwirken, die Markt« nach wie vor regelmäßig zu beschicken. Die Erzeuoer mögen wissen, daß die Polizei- behörden angewiesen worden find, Lebensmittel aus dem Transport ausreichend zu schützen." Zwecks rascher Bekämpfung der Lebensmittel- not, die bei weiterer Ausdehnung in den dicht bevölkerten und vorwiegend der Ii?d>lstrie nie- hörenden Teilen des Reiches natürlich zu inneren Schwierigkeiten führen könnten, sind für die nächsten Tage Konserenzen aller beteiligten Stellen in die Reichskanzlei und ins Reichs- finanzministerium einberufen worden. Der amerikanische Arbeitsminister im Ruhrgebiet. Paris, 27. Juli. Der amerikanische Ar- b e i t s m i n i st e r Davis ist nach einer 14- tägigen Reise in England und in verschiedenen anderen Ländern des Aoiinents in Paris ange- kommen. Er beabsichtigt, heute eine Auto- fahrt durchs Ruhrgebiet anzutreten und wird dann unmittelbar nach England zurück- kehren. Laut „Neuyork Herald" verhehlt Davis nicht, daß er wenig Sympathie für diejenigen Amerikaner empfinde, die es nicht unterlassen können, nach 14tägigem Aufenthalt aus dem Kon- tinent Europa vorzuschreiben, was es zu tun und zu lassen habe. Ihn persönlich in- terefsierten Arbeiter und Answanderungsfragen. Er habe infolgedessen in Europa mit Angehört- gen der arbeitenden Klasse und Leuten zu tun, die auswandern wollten. Seine Reise nach dem Ruhrgebiet habe den Zweck, ihn mit dem Stand der Dinge in den großen Werken bekannt zu machen und ihn mit führenden Persönlich- leiten der Arbeiterschaft zusammenzuführen. Ausweisung von Puhsrauen. AnS dem Ruhrgebiet, 27. Juli. In Duisburg werden jetzt nicht nur die Ei'enbahner, sondern sogar auch die Putzfrauen der Bahnhöfe aus- gewiesen. Es erübrigt sich wohl, dem etwas hiu- zuzufügen. Chronik aus dem besetzten Gebiet. Essen. 27. Juli. Der hiesige Plaftkommandant teilte dem Bäckermeister Troussier in der Jä- gerstraße mit. daß sein Bäckereibetrieb von der Besatzuuasbebörde in Betrieb genommen würde, falls er der Aufforderung, für die Befatzungs- truppen zu backen, nicht nachkomme. Remagen, 27. Juli. Auf dem Bahnhof Brück lAhr) erschienen vier französische Gendarmen und einige Privatleute, anscheinend Lieferanten, sowie ein Herr von der Rheinlandkommission und verlangten die Beförderung von 4M bis 500 Wagen Holz nach Frankreich. Belgien und Holland. Da festgestellt wurde, daß es sich um frisch geschlagenes Holz aus den Ahrwäldern handelt, wurde das Ansinnen abgelehnt. Renß. 27. Juli. Eine große Anzahl von Nenßer Bürgern, zumeist Staats- und Kom- mnnalbeamte. erhielten von der belgischen Kom- mandantur den Befehl, als Geiseln an bestimm- ten Terminen bei Tag nnd Nacht auf den fran- zvsischen Regtezügen mitzufahren. Aushebung von Todesurteilen. Lebenslängliche Iwangsareit! Aachen, 26. Juli. Drei Deutsche waren vom belgischen Kriegsgericht wegen Vorbereitung eines Sabotageakts zum Tode, ein vierter zu lebenslängl. Zwangsarbeit verurteilt worden. In der Berufungsinstanz wurde jetzt das Ur- teil gegen die drei ersteren in lebenslängliche Zwangsarbeit und gegen den vierten in 20 Jahre Zwangsarbeit umgewandelt. Essen, 23. Juli. General Degontte hat Msgr. Desta. der im Namen des Papstes um die Be- guadigung des in Mainz zum Tode verurteilte» Landwirtschaftslehrers G ö r g e s sich bemüht hatte, mitgeteilt, daß dem Gnadengesuch statt- gegeben werden solle. Die Geiseln für die Regiezüge. w. Aachen. 27. Juli. lDrahtber.) Die Be- satzungSbehörde stellte mehrere hiesige ang^'sc- hene Bürger als Geiseln für die Regiezüge aus. und fordere von ihnen, sich zu bestimmten Stunden auf dem Hauptbahnhofe einzufinden. Z« den Geiseln gehören u. a. zwei R e d a k« teure, ein O b e r st u d i e n r a t und ein G e - werkschaft Ssekretär. Vergeht nicht die Gefangenen. Dortmund. 27. Juli. Der Fürsorge für die von den französischen und belgischen Kriegsgertch- ten Verurteilten nahestehende Kreise weisen dar- ans hin, daß die vielen deutschen Männer aus allen Schichten und Ständen der Bevölkerung, die seit der Besetzung des Ruhrgebiets ins Ge- fängnis gewandert sind, die Leiden ihrer Ge- fangenfchaft ohne Murren ertragen tn der Erwartung, daß ihre Opfer für daö Vaterland nicht vergeblich gebracht werden. Das deutsche Volk ist diesen Männern nicht nur Dank und Anerkennung schuldig, sondern hat auch die Pflicht, sie nach Möglichkeit aufzumuu- tern. Jede Nachricht ist für die Gefangenen ein Sonnenstrahl in der dunkle« Gefängniszelle. Deshalb schreibe jeder, der Freunde ober Be- kannte im Gefängnis hat, so oft er kann, an sie. Die Briefe müssen kurz gefaßt und in lateinischer Schrift geschrieben sein. Sie dürfen keinen poli- tischen Inhalt haben. Jede'Zeile wird gleich- wohl von den Gefangenen als eine Wohltat empfunden. Welsche Kultur. Frankfurt a. M., 27. Jult. lDrahtber.) Die französis^» Garnisonverwaltung in Trier rich- iete auf dem Palastplatz öffentliche Freuden- Häuser in einigen dort liegenden Mietk^äusern ein. Die Bewohner dieser Häuser wurden zwangsweise herausgesetzt uub erhielten leere Eiscnbahnerwohnungen. In Kurelz bei Trier versuchte ein Marokkaner am hellen Tage die 60 Jahre alte Inhaberin einer Wirtschaft im Keller zu vergewaltigen, als sie Getränke her- aufholen wollte. Ihr zu Hilfe eilende Gäste ge- lang es, die schwer mißhandelte Frau zu befreien und den Marokkaner zu vertreiben. Verräter. Frankfurt a. M.. 27. Juli. Im Bahnhof Kirch- Heimbolanden sind zehn Leute der französischen Regie tätig, alle von Beruf Nichteifenbahner. Sie erhalten 100 000 .H täglich. Ihre dienstliche Tätigkeit wird von dem Ueberläufer, Eisen- bahninsvektor Magnien, der anschei- nend als Betriebskontrolleur verwendet wirb, überwacht. Magnien wollte den im Bahnhof wohnenden Hotelwirt Giuliani, der jetzt ausge- wiesen ist, bestimmen, ihm Angaben über das dienstliche und außerdienstliche Verhalten der bei der Regie in Kirchheimbolanden arbeitenden Leute zu machen, was letzterer ablehnte. Die Behandlung der Leute dnrch den Ueberlänser Magnien soll sehr schlecht sein. Als ein wette- rer Neberlänfer versieht in Kirchheimbolanden der Rottenführer Scheuer den Dienst als Bahnmeister. . . Der Kamps um die Bahnen. Frankfurt a. M., 27. Juli. lDrahtber.) Am 24. und 25. Juli wurden aus Diez, Nassau und Bod Ems 44 Eisenbahner mit Familien unter Zurücklassnng tes gesamten Hausrates ausgewiesen. Die Geschäftsleute besonders der gro- ßen Betriebe an >der Strecke Diez—Langenschwal- dach sind von dem Kreisdelegierten von Langen- schwalbach un-d Diez zur Abgabe einer Erklärung aufgesorbert worden, ob sie künftig ihre Güter aus der Regiebahn befördern lassen wollen oder nicht. Im Falle der Weigerung wurde eine Sperre der LauÄstraße angedroht. Auf dem Bahnhof Diez sind am 24. Juli sünf Regie- bedienstete wegen zu geringer Entlöhnuug aus- geschieden. Der Bahnhofsvorsteher der Fran« zosen in Diez wurde beim Diebstahl von zwei Säcken Dienstkohlen ersaßt und vom Bahnhofs- tomman^anten zur Anzeige gebracht. Der gekrankte General AoNet. b. Berlin. 27. Juli. (Eig. Drahtber.) P o i u - carö empfing gestern den Vorsitzenden der interalliierten Kontrollkommission General Rollet. Wie die Pariser Blätter melden, hat Rollet sich insbesondere über die Schwierig- leiten beklagt, die der Kommission in Deutschland bei der Ausübung ihres Mandats bereitet würden. Es sei ihm unmöglich gewor- den, die Ausführung der militärischen Klauseln des Versailler Vertrages zu gewährleisten. Die Kommission habe gestern eine entsprechende Note an die Reichsregieruug gerichtet, in der sie von dieser fordere, daß ihre Tätigkeit in Deutschland weiterhin nicht mehr sabotiert würde. General Rollet hat in Paris, gelinde gesagt, völlig unzutreffendes berichtet. Der Tätigkeit der Kommission sind keinerlei Schwierigkeiten ! bereitet worden uno Rollet könnte jede von ihm gewünschte Kontrolle zu jeder Zeit durchführen, wenn er sich entschließen würde, den nötigsten elementaren Begriffen des Taktes Rechnung zu tragen, und englische und italienische Offiziere mit den Aufgaben zu betrauen. Merkwürdig ist es übrigens, daß sich Rollet mit dieser Be- schwerde an Herrn Poincars wendet, denn Poin- carS ist keineswegs in dieser Hinsicht feine vor- gesetzte Stelle, sondern die Botschafterkonferenz, nnd gerade General Rollet hat immer Wert daranf gelegt, daß er nicht als Franzose, sondern als Chef einer internationalen Kommif- sion handle. Die neuen Stundenlöhne. V. Berlin, 27. Juli. lEig. Drahtber.) Die heutigen Verhaudlungen im Reichsfmanzmini- sterium mit der aus den Spitzenorgani» sationen der Reichsarbeitcr gebildeten Kommission haben zu folgender Einigung ge- führt: In Ortsklasse A soll der Stundenlohn vom 29. Juli bis 4. August ohne Orts lohn zu läge für den .Handwerker 24 270, für t»en ungelernte« Arbeiter 22 740 Mark filr die Stunde betragen. Der Höchstsatz für Ortslohnzulagen beträgt küus- tig 37 Proz. Karlsruher Tagblatt. SamStag, den 28. Juli 192S Ar. 2VS. Seite 2 Das Versammlungsverbot. Berlin, 27. Juli. Der Vorstand des A l l g e m. deutschen Gewerkschaftsbundes richtet an seine Mitglieder einen Appell, in dem er sie ersucht, in der gegenwärtigen Zeit von öffent- lichcn Kundgebungen unter freiem Himmel Abstand zu nehmen und vor allem sich nicht an der Faschistendemonstration zu beteiligen. — Laut „Verl. Tageblatt" haben gestern im preußischen Ministerium be8 Innern und im Berliner Po- lizeipräsidium Besprechungen über die für den Antifaschistentag zu treffenden Sicherheitsmaßnahmen stattgefunden. Es wurde beschossen, mit aller Schärfe gegen Ruhestörungen vor- zugehen Die Schutzpolizei wird in Alarmbereit- schaft gehalten werden. Die Zentrale der K o m m u n i st i sch e n P a r. tei veröffentlicht in der „Roten Kahne" einen Aufruf znm Antifaschistentag, in dem die Partei- genossen aufgefordert werden, überall dort, wo Demonstrationen unter freiem Himmel verboten sind, solche in geschlossenen Räumen abzuhalten. Außerdem soll der 29. Juli zu einer großen Werbepropaganda auf allen Straßen und in allen Häufern für die Ziele der kommunistischen Partei benutzt werden. — Die kommunistischen Organifationen im besetzten Gebiet haben bekannt gegeben, daß sie entgegen dem Verbote der preußischen Regierung am 29. Juli demon- strieren werden- Die Besatzungsbehörde hat daraufhin jede Demonstration verboten und be* kaunt gegeben, daß alle Ansammlungen verhin- dert werben sollen. ffil#, 26. Juli. Die hiesige Polizeibehörde hat auf Grund des Art.'122 Abs. 2 ber Reichsver- fafsung für den Bezirk Köln alle Umzüge und Versammlungen unter freiem Himmel bis auf weiteres verboten. Hamburg, 27. Juli. Wie die staatliche Presse- stelle mitteilt, hat der Senat zum Schutze der öffentlichen Ordnung gemäß Artikel 48 der Reichsverfassung sämtliche für Sonntag im ham» burgtschen Staatsgebiet geplanten öffentlichen Kuudgebuugen, insbesondere Aufzüge und Ber- fammluugen jeder Art verboten. Thüringen erlaubt Demonstrationen. Berlin. 27. Juli. Nach einer Meldung deS „Berl. Tagebl." aus Weimar gestattet das thü- ringische Staatsministerium die antisaszistische Kundgebung am nächsten Sonntag. Es sind jedoch alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um Ausschreitungen zu verhindern. Die Berliner Kommunisten haben ihren Bezirksleitern die Mitteilung gemacht, daß von den verbotenen Umzügen Abstand g<- nommen wird und baß heute abend in Berlin 17 öffentliche Versammlungen stattfinden. Die Mehrheitssozialisten und die Gewerkschaften w a r n en ihre Anhänger, sich an den kommuni- stifchen Veranstaltungen zu beteiligen. Deutsches Reich Der Zusammentritt des Reichstages. Berlin, 27. Juli. Der Wieberzusammentritt des Reichstages wirb, soweit sich bisher über- sehen läßt, nicht am 9. August, sondern am 17. August erfolgen. Neue Sohlenpreiserhöhungen. Berlin, 26. Juli. Dte sprunghaft nach oben gerichtete Preiskurve erzwang auch eine Er- höhung der Bergarbeiterlöhne. Im Anschluß daran hatten die Organisationen der Kohlenwirt- schaft heute neue Preissteigerungen für die Koh- len vorzunehmen. Den Bergarbeitern muß vom 25. Juli bis 4. August eine Erhöhung von 7V Prozent gegenüber den bis 22. Juli geltenden Löhnen bewilligt werden. Die Kvhlenpreise werden mit Wirkung vom 27. d. Mts. gegenüber dem bisher geltenden Preis um 58 Prozent erhöht. Die ab 27. Juli geltenden Preise werden morgen veröffentlicht. ch Berlin. 26. Juli. Die Vertreter der Arbeits- gerneinschast haben für die Stein- und Braun- kohlengebiete des besetzten und unbesetzten Theater undAüM Operette im Konzerthans. Mit der Aufnahme ber Leharschen Operette ,D>i« blaue Ma- zur" ist ohne Zweifel eineS der besten, wenn % nicht das beste Werk dieser Gattung der nachklas- fischen Opevettenzeit auf toc Karlsruher Sorn- meribühiie gelangt. Es betrifft dies sowohl die rein musikalische Bewertung, die Texisassung als auch bie Aufführung. Der glückliche Komponist der Duftigen Witwe" breitet über die drei Akte eine heitere Fülle schöner und echter Melodien, bewährt feinen glänzenden Rhythmus und er- freut mit seiner quellenden Erfindungsgabe. Die Einleitungsmusik, die im Ensemble des Finales wiederkehrt, könnte in Straußens „Zigeuner- baron" flehen und bestehen. (%s ist erfreulich und bei der öden Fabrikation allzu vieler Schinarren der letzten Jahre doppelt zu begrüßen, daß in der .flauen Mazur" Musik und immer wieder wirkliche Musik gemacht wird.. Bemerkenswert ist. auch die sorgfältige und gefällige, «cht musi- kaliische Behandlung rezitatioischer Dialogstellen. Auch die Instrumentation zeigt einen überdurch- chntttlichen Reichtum, nicht ctim in einer nach der Oper spielenden Ueberladenheit. sondern in der bunten und reichen Führung von Gruppen und Soloinstrumenten. Auch den Texiversassern Leo Stein und Bela Jenbach kann die Anerkennung einer geschickten, anständigen, wirksamen und witzig übersprühten .Handlung nicht versagt wenden. Die Autoren sagten sich wohl, wenn doch mal der Tanz in der heutigen Operette die .Herrschaft hat, packen wir den Stier bei den Hör- nern und machen den Tanz selbst zum dramatischen Movens. Der blaue Mazur — übrigens eine raffiniert geschickte Titelbildung, die fozu- sagen eine gedankenassoziative Tautologie her- vorruft — ist nämlich der letzte Tanz des Festes, in das schon der neue blaue Tag dämmert. Das Paar, das ihn miteinander tanzt, hat sich gefun- den und gebunden. Die Kernhandlung, in die dieses Motiv verwoben ist, braucht 'hier nicht wiedergegeben zu werden. Es genügt zu sagen. Deutschlands eine Vereinbarung getroffen, der- zufolge für die Zeit vom 28. Juli bis 2. August auf die Löhne, wie sie biS zum 23. Juli gelten, nach einer bereits früher vereinbarten Sr» höhung um 80 Prozent ein weiterer Zuschlag um 40 Prozent gewährt werden soll. Der Stun» denlohn eines Handwerkers im mitteldeutschen Braunkohlengebiet beträgt danach für die Zeit vom 23. Juli bis 2. August einschließlich Haus- ftands- und Kindergeld 28 000 M. Zur Flucht Ehrhardts. Berlin, 27. Juli. Blättermeldungen aus Leipzig zufolge wurden dort in den letzten Tagen weitere 10 Persoven unter der Beschuldigung verhaftet, die Flucht Ehrhardts begünstigt zu haben. Zum Mord in Frankfurt. Berti«, 27. Juli. Nach einer Meldung der .,B. Z. a. M." aus Frankfurt hat die Polizei in Friedberg einen Mann verhaftet, in dessen Kleidern sich Blutfpuren befanden. Wie das Blatt annimmt, scheint damit ein Haupttäter des Mordes in Frankfurt festgenommen zu sein. ES handelt sich um einen Arbeiter namens Feich, der sich seiner Mordtat gerühmt hatte. Er wurde nach Frankfurt verbracht. Auch in Frankfurt selbst wurden mehrere neue Verhaftungen vor- genommen. Weiter wurde ein ehemaliger Hilfs« Polizist verhaftet, der zugibt, zwei Schüsse abgegeben zu haben. Darin erblickt das Blatt den Beweis, daß Dr. Haas tatsächlich nicht ge- schössen hat. Besetzung von Rheinau. Mannheim, 27. Juli. Um 4 Uhr heute früh erschienenen ein französischer Offizier und M Mann auf der Polizeiwache von Rheinau und erklärten, daß Rheinau befetzt fei. Die Wache wurde sofort von den Polizeibeamten geräumt. Bisher reichte die Besetzung bis zu der Rhe» naniastraße und schloß den eigentlichen Hafen ein, jetzt ist auch der Ort Rheinau förm- licherweife in dte Besetzungszone einbezogen worden. Ob ein tatsächliche Besetzung nachfolgen wirb, bleibt abzuwarten. Drei Direktoren der Anilinfabrik noch in hast. Ludwigshafen. 27. Juli. Die von den Fran- zofen in Oppau festgehaltenen Beamten der Badischen Anilin- und Sodasabrik sind heute wieder freigelassen worden mit Ausnahme der drei stellvertretenden Direktoren, die nach wie vor ihrer Freiheit beraubt sind. Aus dem Offenburger Gebiet. Offenburg, 27. Juli. sDrahibericht.) 27 750 000 Mark haben die Franzosen am vorigen Montag bei der Stadtkasse Offenburg beschlagnahmt. Sie waren der Meinung, es seien Reichsgelder. Der Offenburger Stadtrat hat gegen die Be- schlagnahm protestiert und erklärt, daß eS sich um städtische Gelder handle. Mehrere Schüler Of- fenburger Mittelschulen wurden verhastet, weil sie nach Angabe der Franzosen der Brigade Ehrhardt angehören würben. Man soll sie aber bereits wieder auf freien Fuß gesetzt haben, da die Beschuldigung sich als grundlos erwies. Man hat es wahrscheinlich mit einer Denun- ziation von deutscher Seite zu tun. jtad Baden Bedeutende Verbesserung des Zugsverkehr». In letzter Stunde war dank dem eisenbahn- seidig bekundeten Verständnis für die Notwendigkeit der Erleichterung von Erholungsreisen ein« befriedigende Regelung der Ferienson- derzüge durch Frühe rlegun« zu Julifahrprei- sen erreicht worden. Auch der Badische Verkehrs« erband hatte sich telegraphisch beim Re^chsverkehrsministertum nachdrücklich darum bemüht. Jetzt wird erfreulicherweise auch die unzulängliche Fahrgelegenheit zwischen Nord» daß ein jung getrautes Paar nach einigen hem- Menden, aus ber Junggefellenzeit deS Manne? herein-spielenden amourösen Erinnerungen sich wieder findet. Der Rausch der gemeinsam ge- tanzten Mazurka hat feine Wirksamkeit behal- ten. Die übliche Nebenhandlung bringt in der Figur eines iugendlichen Schwerenöters eine ge- schmackvolle Variante des „Puppchen", sodann neben anderm ein außerordentlich stimmungsvolles Junggesellentrio, das tatsächlich von wah- rer Komödienluft umwittert ist. Innerhalb der notgedrungen beschränkten Möglichketten einer heutzutage mühsam kämpfen- den Sommeroperette war dt« von Direktor Stesfte r inszenierte, mit zahlreichen, überaus effekt- und gejchmacksicheren Pointieru-ngen ge- höhte Aufführung ganz vortrefflich. Das Orche- ster unter Herrn Zörgiebel hielt sich wacker, die Szene war lebhaft und farbig, das vokale In- termezzo vor dem zweiten Akt voll sentimenta- len Reizes, die Tänze hübsch und bei aller Aus- gelassenheit und Tollheit dezent. In den Hauptrollen bewährte sich, wie tmmer, Herr Schütt als Julian. Fräulein D o r e e a>ls Blanka und vor allem Herr Steidl als Molar-Engelbert. Wenn nicht alle Zeichen trügen, steigt im ihm ein Stern fitr den Berliner Operettenhimmel auf. Voll Munterkeit und soubrettiger Laune spielte und sang Fräulein G r u b e r die Grete! mit dem verliebten Schädel. Die übrigen Mit- wirkenden bemühten sich ebenfalls in ersolgrei- chem Eifer und in Hingebung, so daß die Erstaufführung der .Clauen Mazur" mit einem star- keu und ausgesprochenen Erfolg abschloß. Di« neue Operette wird sicherlich hier sich als Zug- nummer mit vollen Häusern halten, um so mehr, als auch ein Familienbesuch ohne jeden Borbe- halt empfohlen werden kann. —o. Thies-Konzert. Es war ein edler Zug kol- legialer Hilfsbereitschaft, der die drei Künstler auszeichnet, die zu Gunsten des erblindeten Flö- tisten Thies im Eintrachtsaal ein Konzert gaben. Der gute Zweck, das musikalisch vornehme Pro- gramm und dessen künstlerisch hochstehende Aus- führung hätten verdient, baß das Konzert besser und Südbaden ab 30. Juli bedeutend verbessert. Ab genanntem Tag verkehrt ein neues Schnellzugspaar Karlsruhe — Ba° sel mit sehr günstiger ZugS-lage wie folgt: Karlsruh« ab 8.12 nachm., Triberg I.A. Do- naueschingen 2.13, Freiburg 4.48, Basel an 5.46 vorm. Der G«genzug fährt: Basel ab 11.46 nachm., Freiburg 12.55, Donau- eschingen 3.28, Triberg 4.41, Karlsruhe an 8.52 vorm. Berbindungszug D 286: Basel Bad. Bs. ab 6.29 vorm., Basel S.B.B. an 6.37 vorm. mit Anschluß nach allen Richtungen der inneren Schweiz und über den St. Gotthard nach Italien. Berbinbungszug D 285: Basel SÄ.B. ab 11.10 nachm., Basel Bad. Bf. an 11.18 nachm. mit Au- schluß von Italien und aus sämtlichen Richiun- gen der inneren Schweiz. Der Schnellzug D 286 nimmt in Karlsruhe die Anschlüsse von den Zügen 0176 von Schwerte- Hägen—Frankfurt a. M.—Heidelberg und vom Zug D 86 von Frankfurt a. M.—«Mannheim mit den Fernverbindungen von Hambura, Bremen. Berlin und Leipzig auf. Der Zug D 285 stellt in Karlsruhe Uebergangsmüglichkeiten auf die Züge D 175 nach Heidelberg—Frankfurt a. M.— Hagen— Schwert« und D85 nach Mann hei in- Frankfurt a. M. und weiteren Anschlüssen nach Hamburg, Bremen, Leipzig und Berlin her. Erste Abfahrt in Karlsruhe und Basel am 80. Juli. Vom 31. Juli verkehrt Zug 872 zwischen Frei- bürg und Mitllbeim früher: Freiburg ab 4.20 vorm., St. Georgen bei Freiburg 4.27. Schallstadt 4.34, Krozingen 4.43, Heitersheirn 4.52, Buggingen 4.58. Hügelheim 5.03, Müllheim an 5.08, ab 5.19 vorm., sonst unverändert. Zur Herstellung des Anschlusses aus der Rich- tung Ortenberg an den Zug 0285 ivird ber Zug 1414 vom 31. Juli an bis Hausach früher ge» legt: Ortenberg ab 4.22 vorm.. Ohlsbach 4.27, Gengembach 4.33,, Schändem 4.41. Biberach 4.47. Steinach 4.58, Haslach 5.01, .Hausach an 5.10, ab 5.34 vorm., sonst unverändert. * b. Pforzheim. 27. Juli. DaS Auto deS Ju- welierS Grimm wurde in der Nähe von Wild- bad durch die Ungeschicklichkeit des Führers W. Stark, der die Stelle deS Chauffeurs einge- nommen hatte, dürch Anfahren eines Kilometer- steius vollständig zertrümmert. Herr Stark wurde erheblich verletzt, während seine Schwe- ster. die Frau des Juweliers Grimm, aus dem Wagen geschleudert wurde und sofort tot war. — Heidelberg, 27. Juli. Die am 22. Juli in Heidelberg abgehaltene Vorstandssitzung deS Vereins Badischer P flan z e n z ü ch te r beschäftigte sich in erster Linie mit der Regelung des Verkaufs des in Baden gewonnenen Ort- ginalsaatguteS. Der Antrag, das Saatgut durch die Geschäftsstelle deS Verein» den Verbänden und Landwirten zu vermitteln, fand einstimmige Annahme. Dabei wurde nochmals auf die voll- ständige Neutralität anderen Organisationen gegenüber hingewiesen. Dte Vorarbeiten für die Gründung einer in zwangloser Reihenfolge erscheinenden Zeitschrift „Der Pflanzenzüchter" sollen sofort in Angriff genommen werden. Den Bericht über die Ergebnisse der zum zweitenmal i» Deutschland von der Badischen Landwirt- schaftskammer durchgeführten Saatzuchtstellen- prämiierung erstattete Saatzuchtdirektor S i r a s- f e n h e i m. Daraus war zu entnehmen, daß die Ergebnisse in jeder Beziehung die Erwartungen erfüllt haben. Dem Geschäftsführer, Saatzucht- inspektor Büß -Rastatt wurde der Dank für feine aufopfernde Tätigkeit auf diesem Gebiete aus- gesprochen. Als Tagungsort für die im Dezem- ber stattfindende 3. Generalversammlung wurde Heidelberg bestimmt. Als Referenten hierfür sind Oekonomierat Hoffmann-Speyer und Geh. Regierungsrat Dr. Gifevius gewonnen worden. Heidelberg. 27. Juli. Der auf einer Fir- mungsreife befindliche, von Baiertal kommende Erzbifchof von Freiburg erteilte heute besucht worden wäre. Die Hauptaufgabe an der Durchführung der Vortragsfolge fiel Frau Martha I d l e r zu. Sie fang mit ihrem leicht anfprechenden, schlanken, geschmeidigen Sopran eine große Arie aus „Freischütz" und eine be° trächtltche Zahl Lteder mannigfachen Charakters von Hoffmann, Beethoven, Brahms, Reger, Schumann und Ludw. Keller ^Karlsruhe). Der schlichte und doch so warme Ausdruck ihres Bor- träges ließ ihre unzweifelhafte Begabung auch alS Liedersängerin erkennen. Kammervirtuos H. Müller, der geschätzte Solobratschist un- feres LandestheaterorchesterS zeigte sich tn Stücken virtuoser Richtung von Wieniawski und Vieuxtemps auch als Violinspieler, der mit be- deutendem technischen Können erlesenen musi- kaltschen Geschmack verbindet. In seiner Dar- bietung der G-dur Romanze von Beethoven kam sein schöner, gepflegter Ton zur Geltung. AlS musikalisch zuverlässiger Begleiter der So- listen waltete Fr. W o r r e t in seiner frischen, lebendigen Art am Flügel. t. Literatur Und Frankreich? von Fred Erick BauS- man. Wieland-Verlag, München. Uebertragen und herausgegeben von Otto EcciuS. Der Verfasser war Stichler am StaatSgerichtShof von Washington. Während das Buch in englischer Ausgabe in London erschien, konnte eS durch französische Umtriebe, trotz der einsluß- reichen Stellung des Autors, verhiudert werden, auch eine amerikanische Ausgabe herauszugeben. Die vorliegende Ausgabe ist eine Uebersetzung der englischen, sie gibt Urkunden, die bisher nur Forschern zugänglich waren, und aus denen klar hervorgeht, daß Rußland entschlossen war, Deutschland 1914 den Krieg aufzuzwingen und daß die französische Regierung ihm bei diesem Plan Borschub leistete, ja es ausrüstete. Man hat bie kaiserlichen Archive Rußlands. Oester- reichs und Deutschlands völlig der Oeffentlich- keit preisgegeben. Frankreich weigert sich heute noch, das gleiche zu tun. Der Verfasser beklagt Vrst eS Blatt vormittag 1100 Kindern die Firmung. Heute abend wird der Kirchenfürst nach Waibstadt Weiterreisen^ Bühl. 27. Juli. Die Annahme einer Ver- schleppuug der Tochter deS Buchbinders Rapp scheint sich zu bestätigen. Das hieM Bürgermeisteramt erhielt die telegraphiswc Nachricht, daß das Mädchen in Bremerhaven von der Polizei ausfindig gemacht wurde, bevor es auf ein Schiff gebracht werden sollte. - Ramsbach bei Offenburg. 27. Juli. Bei» Kirschenbrechen stürzte die SMHrige Utten- bäuriu Theresia Mayer so unglücklich WH* Baume, daß der Tod sofort eintrat. 0 Freiburg. 27. Juli. DaS Badisch« Weinbau- instidut in Freibuvg hat im Lauf« des Wintere einen Tetl der Schloßbergrebanlaaen auSge- hauen, den Boden rigolt, die Lagen zweckmäßig verbessert und wieder neu mit Edelreben be' pflanzt. Bei diesen Rigolarbeiten.stieß man zwischen Greifeneggschloßchen und Kanonenpl«^ auf behauene Felsen. Beim Nachgraben fand man einen vollkommen verschütteten und bisher mit Gebüsch überwachsenen Brunneuschack' vor, der jetzt auf etwa 10 Meter Tiefe ansgeho' beu ist. Der Schacht ist etwa 1,5 Meter weit un° vollkommen in Gmeisfelfen eingemeißelt. & wird Aufgabe der Historiker setn, nachzuforschen. auS welch«r Zeit der Schloßbergbefestigung dieser bisher gänzlich unbekannt gebliebene Brunnenschacht stammt. - Tiengen, 27. Juli. In Tiengen ist der Ei»' zelhandel bereits zu einer EinfchränkunS der Verkaufszeit und Rationierung der Waren geschritten mit ber Begründung, daß in' folge der Devifeuvrdnung die Industrie- un» Großlieferantenverbänd« jede Abgabe von ren eingestellt hätten. • Ochsenbach (Amt Pf Ullendorf), 27. Juli. eine bis jetzt noch unaufgeklärte Weife geriet a-n Montag nachmittag das Anwesen des Landwirt» Franz Sales Bettling tn Brand u»° brannte vollständig nieder. Fahrnisse und vertar sind dem Feuer zum Opfer gefallen. Da» Meh konnte gerettet werden. Lörrach, 27. Juli. Die Berichte über de» Stand der Reben in der Markgräfler Weif gegend lauten ziemlich ungünstig. d. Herten lA. Lörrach), 27. Juli. Am Montau nachmittag geriet auf dem hiesigen BahnM beim Aufspringen auf einen fahrenden Zug ein Mann zu Fall. Die Räder hatten schon bie Klei' der des Unglücklichen erfaßt, der in wenige» Sekunden sicher zermalmt worden wäre, al« einer der Mitreisenden die Notbremse zog. «<>' durch der Zug zum sofortigen Stillstand gebraw' ivurde. Der Gestürzte kam mit dem Schrecke» davon. - Säckingen, 27. Juli. Hier wurde der Besitzt der sogenannten Stiftsmühl«. Dietfch«. vek' haftet. Ueber die Gründe der Verhaftung sin" biS jetzt nur Gerücht« im Umlauf. Ms Nachbarländern d. Berg, 27. Jult. Der Bahnarbeiter Johav« Seck fand beim Hacken auf seinem Acker in der Gewann Staubt einen irdenen Topf, in JKJ* sich 130 kleinere und 61 Silbermünzen der Größe von einem Fünf-, Drei- und Zwei' Markstück befanden. Die Münzen trugen d'« Jahreszahl 1595. 1636 und 1700. d. Rottweil. 27. Juli. In der hiesigen P «*' verfabrik entstand am Dienstag vormitta» in einem Ablegeranm neben einem Pulvertro'' kenhaus ein Brand, der durch herumfliegen^ brennende Sackfetzen auch auf eine Abteilung des Trockenhauses übertragen wurde. Leide' sind bei dem Brande drei Arbeiter der Fabru schwer verletzt worden, und zwar Mar R o t t ler von Zimmern, Jakob Rapp von Deiv' lingen und Johann Weber von Neufra. Zw? der Verunglückten, Rottler und Rapp, sind ihre" Verletzungen bereits nach wenigen Stunden «*' legen. sich bitter über die mangelhafte deutsch, Propaganda im Ausland, durch 5 ' aber allein die Beweise für das Verbreche Rußlands und die Militärschast Frankreichs bracht und durch die so die Revision des träges von Versailles angebahnt werden ka»^ .Keine endgültige Beilegung des deittsch-fra^, zösischcn Streites, keine Wiederherstellung •>' europäischen Friedens wird möglich fein, ^ vor die öffentliche Meinung der Welt über »L wahren Ursprung des Krieges aufgeklärt wird." „Frankreich ist ein in gefährlicher 29% verzogenes Kind. Es muß an seine Staats männer wie Delcasst, Millerand J$( Poincart erinnert werden. Der 22'<*. itlüssen die Bankette in St. Petersburg und Umfang der Ausrüstung in die Erinnerung % rufen werden, die Frankreich Rußland für ein' Krieg Mteil werden ließ." So der Versals, der sich als Freund Frankreichs über Sieg an der Marne freute, der sich als der europäischen Zivilisation darüber f rcl !j, daß das deutsche Heer die Ausnutzung des r ", sisch-sranzösifchen Schachers über die Teilen«, Mittel-Europas 1917 verhindern konnte. ist der Geist, in dem das Buch geschrieben dem man, wenn man auch manches mit Bor^ halt aufnehmen wird, weiteste Verbreitung £ v ( , — in Frankreich wünschen kann. Da der fasser in dem Kapitel über „Deutschlands Ka^ um seine Einheit" darauf hinweist, daß bi»».,, kein französischer Geschichtsschreiber nachgew', sen hat, in welcher Weise Deutschland je k , i Gefahr für Frankreich bedeutete °?i, in welchen Kriegen eö Frankreich a n g e g> f y (t fen hat, so wäre dann vielleicht auch d>e> „sachverständigen" Landsleuten PoincarSS L .,, legenheit gegeben, bisher Versäumtes !'«<*>£,: holen. Allerdings wirb man auch da mit £ { , Verhinderung der Veröffentlichung solcher betten rechnen müssen, die man. wie bei &iei Buche, nachdem man es gelefen hat. tn sischem Sinne durchaus verstehen kann. falls ist das Buch, das man als einen ne» „Nitti" bezeichnen könnte, weitgehender breitung zu empfehlen. Erstes Blatt Karlsruher Tagblatt. SamStag, den 28. Juli 1928 Ar. 20«. Seite» Karlsruher Sürgerausschust bielt gestern eine Sitzung ab. die von 73 Mit- Liedern besucht war. Die Tagesordnung um» whte nur zwei Vorlagen. Als erste Vorlag; wurde verhandelt: Verkauf von Gelände bei dem Anwesen der Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe. Bon dem beim Anwesen der Maschinenbau. Gesellschaft Karlsruhe neu erschlossenen Indu- Utitgelände von insgesamt 321 500 qm sollen weiter freihändig verkauft werden: 4800 qm an Fabrikant Lew Semmelmann hier zum preise von 10 000 M für den Quadratmeter zur Errichtung eines Flasch«nlagers und späterhin einer Tackfabrik: 6590 qm an die Landes- wirtschaftsstelle für das Badische Handwerk A.G. hier zum Preise von 20 000 ^ark für den Quadratmeter "zur Errichtung ^n«r Lagerhalle mit Autogarage und Platz» weisterwohnuug: 5820 qm an die zu gründende Offene Handelsgesellschaft Gebrü- ? t r Simon hier zum Preise von 25 000 Ji Wr den Quadratmeter zur Errichtung eines ^senlagers. Auf ein Erbbau- oder Mietrecht statt des MfrechtS einzugehen, haben die Käufer ent- Aieden abgelehnt, weil sie ihre kostspieligen hauten und sonstigen Einrichtungen nur auf eigenem Gelände errichten wollen. So blieb J«* die kaufweise Abgabe übrig. Im übrigen ist Ae Stadt gegen Nichterfüllung der auf die Er- Achtung und den Betrieb einer gewerblichen Anlage auf dem Kaufgeländ« bezüglichen Äe- °lngungen, sowie gegen spekulative Ausnutzung °er Grundstücke durch ein Rücktritts-, Wieder- wuss, und Vorkaufsrecht hinreichend gesichert. Die Akten, die im Zimmer Nr. 66 lVorzim- wer des Oberbürgermeister») zur Einsicht für °>e Mitglieder des Bürgerausschusses bereit "egen. enthalten Planskizzen über die Kauf» Grundstücke. Ein Redner der Kommunistischen Partei wandte sich gegen den Berkauf. da die Spekula» uvn dadurch gefördert werde. Man sollte daS Gelände nur in Erbpacht vergeben. iDieseS Ansinnen ist nach Vorstehendem abgelehnt wor- »en.) Oberbürgermeister Dr. hinter weist darauf bin, dah das Gelände für gewerbliche Zwecke vorgesehen sei und deshalb auch ab- Uneben werden müsse. CS wurde versucht, die Verträge so zu gestalten, daß eine Spekulation ausgeschlossen ist. Es war auch auf die Konkur- !en, anderer Städte Rücksicht zu nehmen. Wer 'Industriestadt werden wolle, müsse die Dinge praktisch und nicht nur theoretisch beurteilen. Vorlage wird darauf angenommen. Eine erhöhte Steuer auf Getränke will die Stadt erheben. Wir haben daS Nähere bereits mitgeteilt. Die unzulänglichen finan- hellen Eingänge sind die Haupttriebfeder für °>e Einbringuna der Vorlage. Es war deshalb nur verständlich, daß sich Bürgermeister Dr. Kleinschmidt gegen die Vertagung wandte, die von einer Seite be- antragt wurde. Die Lage der Stadt sei so. dah ,"e morgen» nicht wisse, wo sie die Mittel für 'vre Verpflichtungen hernehmen solle. Weiter will ein Antrag der Deutschen VolkS- »örtei die Steuer für Mineralwasser und künst- "ch bereitete Getränke von 3 auf 2 Prozent er» wiihigt wissen. Zwei Aenderungen. von der So- ^aldemokratische» Partei beantragt, wünschen, °afi der Steuersatz für Bier von 4 auf 2 Pro- *e»t ermäßigt und die alkoholfreien Getränke Ganz freigelassen werden. .Der Obmann der Stadtverordneten trat für eine Schlemmersteuer ein. Der Branntwein wllte mit 100 Prozent besteuert werden. Ein« Abänderung der Vorlage empfehle sich nicht, «vn volksparteilicher Seite wird betont, dah die Interessenten die Erhebung der Steuer bean- '«an^en. Eine andere Art der Erhebung wäre ?ber mit so groben Kosten verbunden, dah die Verwaltung daS Steuererträgnis auszehren werde. Bei Begründung der sozialdemokrati- 'wen Anträge wird bemerkt, dah einzelne Ar. »eiterkreise. namentlich die schwer arbeitenden, «es Biers nicht entraten können. Man dürfe aber die alkoholfreien Getränke nicht besteuern, weil man dann Kreise treffe, die nicht getroffen werden sollten. Die Abstinenzbewegung sei eine «nlturbewegung. Der Sprecher der Kommuni- >>en verlangt, dah alle Getränke außer Schaum- wein von der Steuer befreit bleiben. Ein demo- "»tisch« Vertreter der Brauindustrie wendet sich gegen die Art der Steuererhebung beim Produzenten. ES sei wünschenswert gewesen, dah sich die Stadt bei Gestaltung der Vorlage mit den Interessenten in Verbindung gesetzt hätte. Bier sei immerhin ein VolkSgetränk. Die Beschluhsassung über die Vorlage möchte ver- tagt und die letztere einer Kommission überwie- sen werden. Die Zustimmung zur Vorlage erklären: der Sprecher deS Zentrums, die Sprecherin der Demokratie, der Redner der Wirtschaftlichen Vereinigung und der Deutschnationalen Volks- partei. Gegen den eingebrachten Schluhantrag wandte sich ein Angehöriger der demokratischen Frak- tion mit der Begründung, dah es durch solche Praktiken kaum noch möglich sei, eine versön- liche Meinung vorzubringen. Vom Bürgermeistertisch wird entgegen andern Ausführungen erklärt, dah die Interessenten Zeit genug gehabt hätten, sich mit der Materie zu befassen. Die Abstimmung ergab die Annahme der Vor- läge in stadträtlicher Fassung mit Ausnahme der Besteuerung der alkoholfreien Getränke, die ab- gelehnt wurde. Es werden also besteuert: Wein mit 5, Bier mit 4, Schaum- und Branntwein mit 15 Prozent. Damit sind die Abändernngs- antrüge abgelehnt. M»s dem Stadtkreise Demonstrationen verboten. Awlählich der für kommende» Sonntag ge» planten öffentlichen Versammlungen wird von behördlicher Seite ddrauf aufmerksam gemacht, dah Versammlungen, die sich als eine Störung des allgemeinen Verkehrs, insbesondere des Strahenbahnverkehrs darstellen, polizeilich ver- boten sind. Aus diesem Grunde dürfen auch auf dem Marktplatz keinerlei Demonstrationen oder Ansammlungen stattfinden. Die Residenzlichtspiele in künstlerischem Gewände. Mit dem heutigen Samstag wird das Lichtspieltheater in der Waldstrahe nach umfang- reicher Renovierung wieder seiner Bestimmung übergeben. Der langjährige Leiter des Unter- nehmens, Direktor Otto A. Kasper, hat sich nicht damit begnügt, diese Lichtspielstätte in der herkömmlichen Art und Weise zu erneuern, son- dern er hat sich der Mitarbeit von Künstlern versichert, die ihm Gewähr für eine vornehme und künstlerische Durchführung sein konnten. Kunstmaler Professor Haueisen hat unter Mitwirkung seines Schülers Fohr die Aus- stattung geleitet und zu einem grohen Teil selbst ausgeführt unter Zugrundelegung der Priuzi- pien, die für die Men»a acadcmica der Technischen Gochschule mahgebend gewesen sind. Das Borgehen deS Herrn Kasper ist insofern freudig zu begrühen, als eS ein praktisches Beispiel da- für ist. dah ein inniges Zusammenwirken zwi» schen Künstlerschaft und Geschäftswelt die schön- sten Erfolge zeitigen kann. Das ist in unserer Zeit, wo das Künstlertum wirtschaftlich schwer zu ringen hat. wie alle freien Berufe, ein schönes Zeugnis von Verständnis und Initia- tive. Die Früchte deS erwähnten Zusammenwirkens sind denn auch hocherfreulich, denn die Residenz- lichtspiele wurden zu einem aparten und ge- schmackvollen Raum umgewandelt. Die genann- ten Künstler haben streng vermieden, dah irgend- welche Schablone zur Verwendung gelangt und die Ausschmückung in edlen Normen gehalten. Das Innere der Residenzlichtspiele ist in Gelb und Rot getaucht, wobei das Magazinmähige durch Rundungen in den Ecken der Unterziige verdeckt wird. Die Füllungen zeigen Blumen- schmuck. Der vordere Teil ist nach Art eines Proszeniums ausgestattet. Die Beleuchtung ist hinter den Unterzügen angebracht, so dah wäh- rend der Pause eine gedämpfte intime Lichtwir- kung zu verzeichnen ist. Der Raum gewinnt so an Traulichkeit und Behaglichkeit. Auch das Entree ist effektvoll in leuchtender Farbe gehalten. Die Neuausstattung darf als auherordent- lich glücklich bezeichnet werden und gereicht allen Beteiligten zur Ehre. Auch für die Stadt ist eine neue Zierde geschaffen, die jeder Besucher zu schätzen wissen wird. Man kann sich bei der heutigen Eröffnung und Borführung des Dra- maS „Schlagende Wetter" überzeugen, dah die künstlerische Bewältigung dieser gewerblichen Aufgabe hohe Befriedigung auslöst. Sommer-Sonderzüg«. Nach Mitteilung deS Verkehrsvereins hat er sich zarständigerortS darum bemüht, dah die badischen Sommerfon- Verzüge, die ab 1. August von der neuen Tarif- erhöhung betroffen werden sollten. ^ entweder «och »um altem Tarif geführt od« in den Juli zurückverlegt werden. Unterdessen haben auch die Bemühungen der Reichsersenbahndirektion im gleichen Sinne zu dem gewünschten Ergebnis geführt. Wie bereits bekanntgegeben, werden die Züge, abgesehen von dem ausfallenden Münchner Sonderzug, noch am 80. und 31. Juli geführt werden. Das Goldzollausgeld beträgt für die Zeit vom 1. bis 7. August 5 210 900 (4189 900) v. H. Neue Milchpreiserhöhung. Die LandeSkom- Mission für die Milchpreisfestsetzung hat gestern in einer Sitzung in Baden-Baden beschlossen, den Erzeugerpreis wesentlich zu erhöhen. Es wird sich dadurch der Verbraucherpreis in KarlS- ruhe inn das z/weieinhaMache ab Montag er- höhen. Großhandelsindex. Die erneute Aufwärts- Bewegung des Dollars hat die Großhandels- preise um weitere 38 Proz. auf das 7ö 462fache der Borkriegszeit erhöht. Die Einfuhrwaren allein stnd um 60 Proz. auf das 31S188fache, die Inlandswaren um 33 Proz. auf das 72 317sache gestiegen, Lebensmittel auf das 71S97fache und Industriestoffe a-iff /das 94166fache. In dem gleichen Zeitraum vom 17. bis 24. Juli ist der Dol- lavkurs von 218000 auf 412000, also um 40 Prozent gestiegen. Damit ist der Großhandelspreis auf III Proz. am 17. Juli und auf 81 Proz. am 24. Juli gesunken. Der bedrohte Einzelhandel. Eine stark besuchte Versammlung des Verbandes deutscher Waren- und Kaufhäuser in Berlin be° schästigte sich mit der durch die Warenknappheit entstandenen Notlaae, Es wurde eine Resolution angenommen, die sich mit gröhter Schärfe gegen die Zwangsmahnahmen der Devisenpolitik, gegen die einseitige Jnteressenpolitik der Kartelle und Konventionen und der Wuchergesetzgebung wendet. Die Resolution fordert ferner, dah dem Kleinhandel gestattet sein soll, seine Preise in fremder Währung aufzustellen, aber in Pa- piermark zahlen zu lassen und droht mit der Sch liehung der Geschäfte, wenn nicht noch in letzter Stunde zur Erhaltung des Be- triebskapitals des Kleinhandels beigetragen nrer&e. (Die logisch« Folgerung mühte die gänz- liche Ausschaltung der Mark als Zahlungsmittel sein. Denn eS wäre ein Unding, dah die ge- famte Produktion und Verteilung sich auf eine fremde Währung einstellt, dah aber die Gehälter und Einkommen aufgrund eines errechneten Index gezahlt werden. Heute rächt sich schwer die Konzession, die den .Kartellen auch kürzlich wieder gemacht worden ist, die Preise in Fest- wert zu fakturieren. D. Red.) Mangel an Zahlungsmitteln. Durch die starke Markentwertung der letzten Zeit ist ein gewaltiger Bedarf an Zahlungsmitteln entstam- den. Die Industrie stötzt daher bereits in der Geldbeschaffung auf Schmie rinketten. Um ver- spätste und unvollständig« L-ohnauSzahlNngen zu vermeiden, ist die Handelskammer Karlsruhe an die maßgebenden Reichs- und Landesstellen herangetreten mit dem Ersuchen, dafür Sorge zu trägen, dah die Geldinstitut« Badens mit ausreichenden Zahlungsmitteln versehen wer- den. Schwalbenflng. Vom 24. auf den 25. l. M- haben die Schwalben das Weichbild der Stadt wieder verlassen. Ksr. Spende. Von der Firma Lazarus Bär 33w. Möbelmagazin hier lZirkel) ist anläßlich des 50- jährigen Geschästsjubiläums dem Rabbinat der Israelitischen Gemeinde eine Spende von 500 000 Mark zur Verteilung an jüdische Arme über- wiesen worden. Die gestern erwähnte Summe von 500 000 Mark war für christliche Arme be- stimmt. Das Reichsgesetchlatt Nr. 62 vom 26. Juli hat folgenden Inhalt: Gesetz zur Abänderung» des § 101 des Reichsbeamtengesetzes. Gesetz über Anpassung der Wohnungsabgabe an die Geld- entwertung. Gesetz zur Aenderung der Verord- nung über Erwerbslosensürsorge vom 1. No- vember 1921. Gesetz zur Aenderung deS G«- setzes über dir privaten BersicherungSunterneh- mungen. Gesetz über Aenderung«» der Reichs- versicherungsordnung. Sechste Verordnung über Erhöhung von Zulagen in der Unfallversiche- ruug. Verordnung über Festsetzung von Geld» betrügen in der Unfallversicherung. Verordnung über das Verfahren von VersicherungSbehördea. Bekanntmachung deS Wortlauts deS Fernfprech- gebührengesetzeS. Verordnung über dt« Bier» nachsteuerverordnung. Di« Wucherpolizei brachte einen Gastwirt zur Anzeige, der ein Hans. daS er nur einige Tage besaß, mit einem Gowinn von 24 Million«« weiter verkaufte, zwei Althändler wegen Preis, trviberei mit Möbeln, einen Händler wegen Preistreiberei mit Kartoffeln und ein« Gärtne» reibcsitzerin wegen Preistreiberei mit Zwiebeln. Veranstaltungen. Gtldt. gon»ertia»s. Heute Samitaa. abend» 7tt Ubr, gelangt die Operette „Die blaue ®la»ur" »ur Aufführung. Morgen Sonntag findet nur ein« Borstel- lung statt, und zwar abends 7% Uhr die Overette »Die blaue Mazur". Am Montag abend gelangt die Ovc- rette »Die Försterchristel' zur Wiedergabe. Diese Bor- stellung ist auch gleichzeitig für Mitglieder der Boll»- bühne V/S. Stadtgarteukouzerte. Heute SamStag, abend« von 8 bis 10Vi Uhr. findet im Stabtgarten ein .Bunter Overettenabend' deS MusikverelnS SarlSruhe unter »er Leitung de» Ebrcndirigenten dieser «avelle. Herrn Engen Lconharbt sen.. statt. Herr Leonhardt sen. steht allen Stadtgartenbesuchern in bister Erinnerung und wird auch an diesem Abend durch Darbietung einer reichen Lese bester — «lterer und neuester — Operetten- musik seinen alten Ruf I» erhalten wissen. Stande«vuch-Au»züge. Todesfall. SS. Juli: Lina, alt 8 Jahre. Bater Gustav Bahler. PosthilsSschaffner. Serirktssaal Konstanz. 27. Juli. Wegen unerlaubten Hand«ls und Preistreiberei wurde der Ge- fchäftsführer einer hiesigen Speditionsfirma namens Hochhäuser vom Amtsgericht Bil- ling«n durch Strafbefehl mit einer Woche Ge- fängnis und 800 000 M. Geldstrafe verurteilt. Hochhäuser wollte auf einer dörflichen Fahrnis- Versteigerung ein Pferd kaufen, die Pferde waren aber schon verkaust. Um die Reise nicht umsonst gemacht zu haben, ersteigerte er ein« Kuh, die er nach einer Biertelstunde um fast daS Doppelte wieder verkaufte. Hochhäuser erhob Einspruch gegen den Strafbefehl mit dem Er- gebniS, von der Gefängnisstrafe befreit, aber zu einer erhöhten Geldstrafe von 3 Millionen Mark oder 1 Jahr Gefängnis und zu den Kosten verurteilt zu werben. Vom Wetter Wettcruachrichteudienst der Badische» LaudeS» Wetterwarte Karlsruhe. Freitag, de» 27. Juli 1923. DaS nördliche Tiefdruckgebiet ist bis zur Ost- fee gewandert: auf fein«r Rückseite haben nord- westliche Luftströmungen über Mitteleuropa müßige Abkühlung gebracht. In Süddeutschland herrscht bereits wieder teilweise heiteres, trocke- ueS Wetter, da sich über dem Alpengebiet wieder ein Rücken hohen Druckes eingestellt hat. dessen Einsluh zunächst fortdauert. Da jedoch über Irland eine neue, aber wenig kräftige Druck- störung vordringt, ist später wieder etwas stär- kere Trübung mit strichweisen Regenfüllen zu erwarten. Wetteraussichten für Samstag. 28. Juli 1923: Zunächst teilweise heiter und trocken, später wie- der etwas stärkere Trübung und Strichregen. Temperatur wenig verändert, westliche Winde. Mhetn-«jaN»rttändc movacnft 6 Ub«: 28. Juli 27. Jui «chnstcrinsel . 2,23 m *25 m 8.2« m H 30 m ÜRaxfttt .... 4,88 m 4.03 m ~ mittags 12 Ubr 4,92 m m abends 6 Uor 4,öl ra Mannheim . 3,82 -» 8,89 m Tagesanzeigev Samstag, di» 28. J«li 1923. Stadt. KonzerthauS: »Die blaue Mazur", abends M Uhr. Stadtgarten: Overettenabend. abends 8 Ubr bis 'Ml Ubr. Residenz-Lichtspiele: Neues Programm. Karlsruber Fuhballverein: Fortsetzung der Jahresversammlung abends 8 Uhr im Moninger. Germanta-Svortfreunde: Monatsversamm- lung, abends 8 Uhr im .Grünen Baum". Die falkner auf LmclenkSke 179, Roma» von Reinholb Ortman». «Nachdruck verboten.» »Erich, fordere nicht zu viel. Du kennst unfe- *e» Bater." «Weil ich ihn kenne, Achim, weih ich, dah dieS °er einzige Weg ist, feine Achtung zurückzugewiu- »en. Und um die ist mir's zu tun. Denn ohne sie würde alle Versöhnung doch nur kümmerliches vlickwcrk sein." . »Aber wenn er mich fragt, daS kann ich ihm °°ch nicht sagen." Tu's immerhin. Ich nehme die Folgen auf Mich." Der Händedruck, mit dem sie sich trennten, war °°n anderer Art. als der, mit d«m sie sich be- Srüht hatten. Und in Erichs Augen leuchtete wieder ein Fünklein Liebe, als er dem Bruder "achschaute. . Wenige Minuten nach Achims Entfernung ?°tte Erich an die Tür deS von Harold Semper bewohnten Zimmers geklopft. Aber er war ohne Antwort geblieben, und ein Griff auf die Mnke hatte ihn vergewissert, dah die Tür ver- blossen sei. ^.'Herr Semper ist ausgegangen," sagte das Mädchen, das eben den Gang heraufkam. „Er um diese Zeit niemals zu Haus." . »Wissen Sie auch, wann er in der Regel zn- ritckkommt?" »Gewöhnlich gegen 10 Uhr. Heute wird eS Uhwerlich früher sein, denn er hätte den HauS- °'ener sonst wohl nicht schon bei seinem Weg- uehen beauftragt, ihn morgen früh um sechs Uhr »u wecken, weil er mit dem Frühzuge abreisen * wolle." „Dann ist für den Augenblick eben nichts zu machen. Aber ich möchte ihn sehr gerne heute noch sprechen. Wollen Sie mir versprechen, mich sofort zu benachrichtigen, wenn er heimgekehrt ist? Ihm aber brauchen Sie nichts davon zu sagen?" Das Mädchen lachte. „Das tue ich gewiß nicht. Er friht einen ja schon mit den Augen, wenn man nur den Mund aufzumachen wagt. So ein Herr wie der ist mir noch nie vorgekommen. Ich habe ihn schon bei seinem ersten Aufenthalt bedient und habe ihm alle Tage dreimal die Mahlzeiten aufs Zimmer gebracht. Aber er hat noch nicht ein einziges Wort mit mir gesprochen." „Ich erwarte also Ihren Bescheid." Seine Geduld wurde auf die Probe gestellt. Denn es war halb elf vorüber, als die Kleine ihren Wuschelkops in sein Zimmer steckte. ^>etzt ist er da. Aber er wird sich nicht sehr freuen, wenn er gestört wird. Sein Gesicht sieht aus wie ein Regenwetter am siebenten Tag." Kichernd huschte sie davon. Erich aber zögerte keinen Augenblick, den kurzen Weg anzutreten. Er klopfte, und von drinnen kam ein kurzes „Herein!" Semper mochte der Meinung sein, bah es einer der Gasthosangestellten sei: denn es schien ihm nicht der Mühe wert, sich nach dem Eintretenden umzuwenden. Er stand vor einem Handkoffer, den er über zwei Stühle gelegt hatte, und war mit dem Einpacken beschäftigt. Erst als Erich ihm „Guten Abend!" wünschte, veranlahte ihn der Klang seiner Stimme, auf- zubacken. Sogleich schoß ihm das Blut ins Ge- ficht. „Herr Falkner, wenn ich nicht irre." „Ganz recht! Es freut mich, daß Sie sich un- serer Bekanntschaft erinnern." „Unserer Bekanntschaft?" „Nun, wir haben uns doch auf dem Friedhof kennen gelernt," „Wenn Sie eS so nennen wollen. Aber darf ich fragen, was mir zu dieser Stunde und was mir überhaupt die Ehre verschafft?" ^>hre Grabmalskizze will mir nicht auS dem Sinn. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir das Blatt überlassen wollten." „Es ist unverkäuflich. Ich habe eS nur für mich gezeichnet." „Möchten Sie eS mich dann nicht wenigsten» noch einmal sehen lassen?" „Ich habe es bereits eingepackt." — Und dann als schiene ihm die Antwort trotz ihres barsch abweisenden Tones noch allzu höflich: „Uebri- gens würde ich es Ihnen auch im andern Fall nicht gezeigt haben." Erich schien nicht gekränkt,- denn er sagte sehr ruhig: „Das ist schade. Ich habe die Frau meines Bruders niemals von Angesicht gesehen, und es ist mir auch nie ein Bild von ihr vor die Augen gekommen. Da hätte ich sie gerne auf Ihrer Skizze noch einmal «twaS genauer be- trachtet." Harold Semper mah ihn mit einem mih- trauisch finsteren Blick. „Wie kommen Sie auf die Vermutung, dah sie es sein sollte?" „Haben Sie es mir nicht auf dem Friedhof selbst gesagt?" „Daß ich nicht wühte. Und wie ich bereits be- merkte: Sie haben sich vergebens bemüht." „Ich beklage das aufrichtig. Denn ich bin überzeugt, dah es ihr Porträt war. Und sicher- lich konnte es keiner besser aus dem Gedächtnis zeichnen als Sie." „Warum gerade ich?" fragte der Bildhauer in herausforderndem Ton, indem er sich dem hart- näckigen Besucher erst jetzt voll zukehrte. „Weil Sie sie doch sehr gut gekannt haben. Mein Bruder hat mir dawon erzählt." Er sagte es leichthin: aber er nahm dem an- dern damit auch den letzten Zweifel, bah eS sich bei dem späten Besuch um irgend eine besondere Absicht handeln müsse, für die die Bitte um da» Skizzenblatt nur ein Vorwand gewesen war. Und nun schien Semper selbst begierig, diese Ab- sicht zu ergründen. „Hat er sich vielleicht gerühmt, sie mir ge- stöhlen zu haben?" fragte er rauh. „Nicht gerade gerühmt. Zugegeben hat er eS allerdings." „Nun, so sage» Sie ihm, daß er sich irrt. Denn sie hat ihm niemals gehört." „Ah, das ist interessant, Und wenn ich Ihren Auftrag ausrichten soll, werden Sie es wohl etwas näher begründen müssen." „Er hat ihren Körper gekauft; ihre Seele aber hat sie ihm nicht g«geben — nie — nicht für eine einzige Stunde." Können wir denn überhaupt die Seele eineS andern besitzen, Herr Semper? Ich denke, das wäre nichts als eine leere Redensart." Der Bildhauer fuhr auf. „Ob Sie eS fo nennen, ist mir gleichgültig. Wenn ich statt Seele Liebe sage, werden Sie mich doch wohl verstehen." „Das ist allerdings deutlicher. Aber darum nicht glaubwürdiger. Wenn sie meinen Bruder nicht mehr liebte als Sie. hätte sie Sie doch wohl kaum ausgegeben." „ Nun trat Semper einen Schritt auf ihn zu. „Es ist mir lieb, dah ich einen von der Gefell- schaft vor mir habe, und daß ich ihm inS Gesicht sagen kann, waS ich dem andern schon hatte sagen wollen. alS sein Opfer noch am Leben war. Nein, sie hat ihn nicht geliebt. Sein angeblicher Reichtum war eS, dem sie sich hingab. Sie tat es, nachdem sie mir mit den heiligste» Tide» ge- schworen hatte, binnen kurzem die Meine zu sein." lFortsetzuna folgte Nr. 200. Seite 4 Karlsruher Tagblatt. Samstag, den 28. Juli 1928 SrsteS Dlatt ISCH - Julius Schnepf, Karlsruhe General-Vertrieb des R. T. O. Knmse-Oollmlkh- u. Masennilch-Palvers vollständig löslich, rein, ohne Zusätze, beste Kinder- und Krankennahrung. Erhältlich In allen Feinkost-, Lebensmittel« u. Milchgeschäften. 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Juli 1022 geführten Steuerzeichen die Steuerzeichen fiir die jeweils höchsten Steuerklassen sowie die Steuerzeichen Illr seinaelchnittenen Rauchtabak der alten Steuerklassen C 2 bis einschlieftlich C 7. fiir Pfeifentabak der alten Steuerklassen 0 2 bis ein- Steuer- Maul- u. Klauenseuche betr. Nachdem im Viehbestand des Sieasried Lichten- beraer.Kubmaulktrahe hier die Maul-und Klauen- seuch- ausgebrochen ist, werden solgende Anord- nungen getrossen: A. Zverrbezirk DaS Seuchenaehöst lArtilleriekaserne) bildet einen Sverrbezirk t. S. der Zz 161 ss. der Aussüb- runasvorfchristen d.'s Bundesrats zum Reichsvieh- seuch'geietz. » Beobachtunasaeliiet. Um den Sperrbezirk 'A wird ein Beodachtunas- aebiet im Sinne der zz 162 ff der Äusfiihrunas- oorfchrlsten zum ?»ei iisviehs uchena?f>-tz. bestehend aus Ättihldura und ^ektstadt bis Miihluuraer 5or mit südlicher Grenze Rheinstratze und Kailerallee. C. 15 km Nmtreis. Storchen- K.F.V. .arlsruher Fußball-Verein e. V. Hlllll!llll!!llllllllllmil!llimillt"ll< IIIIIIIIIIII Samstag, den 28. Juli 1923 ab 8 Uhr, Monin<*er-Gartensaai W> - J. cucrklamW_ , schtietzlich D fi, für Kautabak der alten klassen E 1 bis etnschlies,' ' " ' klaffen L 1 biS einschließlich L S.'ünd für Gchnuvs- i jowie tabak der alten Steuerklasse« F 5 und F 6 fiir I unaültia erklärt misU .. Die Unaültiftkeitserkläruna umsaht ^ auch vorstehend bezeichneten überdruckt worden sind Tabaksteuerzeichen, ?nka irr und 81. au« 1928 na» "Sb- Ich ! der Bestellbücher über anaekauste Steuer- zcich^u sür Tabakerzeu-inisse den Bestand an Tabaksteuerzeichen. die für unaültia erklärt wor- den lind, festzustellen und binnen einer Woche der zuständigen Hebestelle zweck« Umtausches anzu- melden. Der Einzelvcrkaus von Zigarren und Ziaaret- ten auS Umschlieftungen, zu deren Bersteueruna Tabakstcukrzeichcn der bis zum 1. 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Wir bringen hiermit zur Kenntnis, daß der Gewinnanteil für das Geschäftsjahr 1922 für die Aktien ä Mk. 1000.- auf Mk. 2000 - ä ,. 1200.- .. .. 2400.- fest esetzt wurde. Die Auszahlung erfolgt gegen Einretchung der Dividen enschetne vom 27. d. M. ab bei der Darmstädter ur«4 Nationalbank, Kommanditgesellschaft ruf Aktien und. deren sämtlichen Niederlassungen oder bei dem Bankhause Veit L. Homburger. Die Dividendenscheine sind auf der Rückseite mit der Firma bezw. dem Namen des Einreichers zu versehen. Berlin, den 27. Juli 1923. Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien. Klavier ans 'Cr vat- band zu mieten gesucht. Angebot- mit Pieisau- gab.' unter Nr. 5766 ins Tagblattbüro erbeten. Fortsetzung der Jahres- versamm uns Mitgliedsbeiträge für Juli Mk. 4 000. August Mk. 10 000. Außerordentliche Mitglieder je kalbe Monatsbeiträge. 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Da das frisch liir* Eisen anfangs natürlich sehr heih ist, um .dann beim Bügeln allmählich abzukühlen, damit eine gleichmätzige Bügelhitze nickit >^icht. es Gasbügeleisen, für ^»Uerbeheizung, ähnlich wie solche schon seit » , len Jahren in den großen Waschanstalten haucht werden. Diese Bügeleisen werden einem Gummischlauch an die Gasleitung d»—'ichlossen. Durch die ständige Verbrennung tji Heizgase im Innern des Bügeleisens wird $ [ gleichmätzige Hitze beim Bügeln erzielt, spart man das zweite Eisen- Borhan- Hohlbügeleisen, die seither auf einer Gaskochflamme von innen erhitzt oder alte gewähn- liche Bügeleisen, die bisher durch glühende Eisen- bolzen erhitzt wurden, können durch einen be- sonderen Glühplatteneinsatz in ein Dauergas- bügeleisen umgewandelt werden. Da ein ge- wöhnliches Gasbügeleisen von etwa 3,5 Kilogramm Gewicht stündlich etwa SA) Liter Gas und ein Dauergasbügeleisen stündlich nur etwa 125 Liter Gas verbraucht, wird eine Gaserspar-- nis von fast 40 Prozent erzielt. Sporte Spiel Turnen. 2. Gausranentnrnen des Karlsruher Turnganes. Das 2. Gaufraucnturnen findet am Sonntag, den 29. Juli, in Karlsruhe aus dem schönen Waldturn» und Svielvlab des Männerturnver^ins im Wildpark statt. Zum erstenmal werden auch die Mädchenabteilungen zu den Wettkämvfen hinzugezogen. Eine grobe Zahl von Vereinen bat sich bereits gemeldet. Der Vormit- tag ist den Einzelwcttkämvfen vorbehalten, die im Sechskampf, einer Ober- und Unterstufe, und in einem volkstümlichen Dreikampf bestehen. Der Nachmittag wird neben einem VereinSwetturnen als Höhepunkt die allgemeinen Freiübungen sämtlicher Turnerinnen und die Frei- und Gehllbungcn sämtlicher Mädchen zeigen. Den Eltern und Turnsreunden wird die Ver- anstaltung Gelegenheit geben, sich über die Ziele und Erfolg« des strauen^ und Mädchenturnens durch Augen- schein zu unterrichten. Der Abend wird bei buntem Lichterschein Gelegenheit zu gemütlichem Zufammsein und Gedankenaustausch geben. Schwa. Sarlsruber Erfolge beim Deutschen Turnfest in Meuchen. lieber die Siege tft folgende? nachzutragen: Die Trommelballmannschakt der Turnerinnen de» Karls- ruher Männerturnverein» mit Krl. H a a S als Spiel- sührerin, Frl. Gierich, Thomas und 3 wähl wurde deutscher Meister und die Svielführerin konnte den Kranz in Empfang nehmen. Der erste Turnwart K ll b l c r des Karlsruher Männerturnvereinö wurde im volkstümlichen Fünfkampf der Abteilung über 85 Jahren mit 87 Punkte» sMindestzahl 75) Sieger mit 150 Zentimeter Hochsprung, 5,6 Meter Weitsprung. 48,20 Meter Schleudcrballweitwurs. 13 Sek. 100-Mcter-Laus und 6,20 Meter Steinstok (80 Pfund) und erhielt Kranz und Diplom Im Neunkampf der Aelteren erhielt mit 131 Punkten lnötige Mindcftzahl 120) der Vorturner Dick des Karlsruher MännerturnvereinS ebenfalls Kranz und Diplom. An der KreiSriege hat sich der M.T.V mit Turnern und Turnerinnen beteiligt. Athletik. Der 1. Athletik-Sp-riklnb Germania-Svortsrennde hat sich bemüht, ans morgen Sonntag einen Städte- w e t t k a m v s im Ringen zu arrangieren. Der Kampf findet au? dem herrlich gelegenen Sportplatz der Tech- Nischen Hochschule statt. Eine auserlesene Mannschaft wurde verpflichtet, und zwar die 2. Deutsche Meister- Mannschaft Frankfurt. Weit über die Grenzen des Deutschen Reiches hinaus ist die Mannschast bekannt. Die Mannschast wurde 192L 2. Deutscher Meister sowie Meister von Westdeutschland. Außerdem bat sie schon d ! e Städte Mainz, Bonn. Köln. Pirmasens, Mannheim und andere besiegt. In der Mannschaft befinden sich Weltmeister, Deutsche Meister, Kreis- und Gaumeifter. Der ganzen Aufstellung nach sind sehr interessante Kämpfe zu erwarten, so daß sich ein Besuch der Ver- anstaltung lohnen ivird. Bor den Ringkämpfen findet noch ein Trainingspiel der Fuhballabteiliing F.C. Ba- den Alte Herren gegen 1. Mannschaft statt. Auch die am letzten Sonntag auf dem Kreisseft preisgekrönte Musterriege des Vereins wird auftreten. Aus Bädern und Surorken. Herrenalb. Die Zahl der Fremden betrug bis zum 26. Juli 1928 4527. U(kfl (KSUCbt Auto-Anhäng ^ * Vj-wwv-vm/v 4 , nnb 5j xotiner. fabrikneu, mit Ben ' '' rt lieferbar, zu verkaufen. Bräutigam & Guthörle Karlsruhe. Herderttrafte 3. Telephon ; möglichst Zentrum. bevorzug! kalserslraße. ^Z aebote unt. Nr. 571 7 ins Tagblattbüro erbet. 5!,',!? städtischen Walen- btiilii 1 5-chlachthauSIt 17 1 zUn fjjt, herrenlos" k«W«.r undbaft.. m.. 1 ^Mner. w.. 1 Spitzer. ,'wt innerhalb 3 Ta- Eigeniiimer ab- ^ Tiere werden ae- >ib,„.bezw. versteigert. werden a.Diens- ?°rw }}- Juli dS. IS., i«,?' ,ll Uhr, 'olgcn^e Iit .e vnn!>e ö feni- •t|Ä Barzahlung ver- Hfl. L 1 Spitzer, m.. 1 >«."b>,nd. m.. 1 lchot- aL^chüierbund. in. 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Beiert- heimer Allee 4. ^410: Predigt. Vred. Kleneri. Uli: KinderaotteSdienst. 'ii: Predigt. Prediger Kocher. — DienStag. abends 8: (»ebetsverfamm- luna. — Donnerstag, abends 8: Bibelftnnde. — Müblburg. Hardtstrahe 5. Sonntag, abends 8: Predigt. — Mittwoch, abends 8: GebetSverfamm- lnng, Ariedenökirche der Metb. Gemeinde, Karlstr. Dd. '/410: Prediat. HilfSvred. Schaab. 11: Kinder- gotteSdienft. 5: Predigt. Pres. Rlicker. — Mittwoch. abends 8: Bibel- und Gebetstunde. Wochengotteodienfte. Iobanneskirche. Der WochenaotteSdieuft fällt bis auf weitere Bekanntmachung aus. Lntberkirche. i>ällt während der Urlaubszeit aus. Saiholilche Siadtgemeinde. St. Ltevbanskirche. lftestfeier deS Irl. Berti- bard.) strlibmeste: S: bl. Meste mit Monats- kommnnion für die Dienstboten und Dienstboten» Kongr.: 7: ftl. Meste: 8: Tingmestc mit Predigt: !ztO: HanntgotteSdienft mit levit. Hochamt und Prediat: V*12: Kinderoottesdienst mit Predigt: %8: Bcfper ju Ehren deS fei. Bernhard. — Freitag (Hcr,-Icfu-strcilog>: Borabend Beichiaelegen- beit bis 7 Uhr: morgens %7: Herz-Icfu-»mt mit Litanei. Alte St. Binzentiuskavelle. '.47: bl. Meste: 8: Amt: in: Mottesdienst für Akademiker. St. Bernbarduökirib«. 0: {irilbmcffc: 7: hell. Messe mit Generaikommunion sämtlicher Männer und nach derselben Generalkommunion der mann- lichen Iuaend: 8: deutsche Singmesse mit Predigt: V410: Heltvredtgt. Prozession und levit. vvchgmt mit Tedenm und Segen: ^«12: KindergotteSdienft: KR: feierliche Besper: 4: Versammlung deS 8. Ordens mit vävstl. Segen. — Freitag, W: Herz- Eisenkönig Eisen . Kupfer. Messing Zink Zle» . . Lumpen M. »000.- 50«»««». 40000.— IS«»««.— 1 «i»«.— 300«.- Betriebs-81etlri(er gesucht. Bedingung duri'auS felbständiie Kraft ^ grvg^ren Betrieb. Erforderlich stnd Kenntnisse Iprakttsch und theoretisch ^Dre^ftrom. Hoch und Nie ersvannuni stören, «id rstäude. Kontra ler. elektr. ^'liung, Autom.uen. Quevschuit sber'ch- Ungen u. 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'k i J o 1 a n 8 f 1tAe" C ( 51) ii c tui r r). 6-7: «eicht, gelegenheit: 7: Frühmesse mit Generalkomm. deS "inaend- und IunamännervereinS: S: Amt mit l-rediat lKollekte kür die Iugendofleael: 2: Lesver. — streitag, von fi Ubr an: Beichtgelegenheit: %7: best Herz-Iciil-?fml ... , Alt-katb. Stadtaemeinde. «uferftehungskirche. ^10: deutsches Hochamt mit Predigt. Stadt» ysgrrer KaminSki. Neuapoltolilche Gemeinde. Gartenstraße IS». Gottesdienste: Souniaa vormittags g>4 llbr. nach- mittags 4 Uhr. Mittwoch abends 8 Uhr Kirche 3(1» Cbristi der Heiligen der lebten Tage lSolienstrane 78. Ein« Lefsmastr.» Sonntaa. vorm. 10v4 und abds 7 Ubr Mittw abdZ. 8 Ubr Kleine Kirche. Vi9: Stadtv. stiedler. Kinderaottesbicnst. Stadtv Bollmann. 6: vikar fticdl:r Schlaf,kir»e. 10: Stadtv. Bollmann. 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Psarrkandidat Eicrmann. .Darlanden IneueS TchuldauSl. ^10: Stadtv. huler. %ii: Iuaendaotteödienst. Stadtvikar Schüler. Be' " .leieriheim. Christenlehre, ^10: ldtv. Sta Stadtv. Munzel. Munzel. *411: o£er gu/fe SdnubjDxjfr)! fcbrikaniwsChem.ftibr^fia*" B«nsh«Im (Hessen! Ar. 206. Seite 6 Karlsruher Tagblatt, SamStag. den 28. Juli 1S2Z Zweites Blatt MWHafts-unö Hanöels-Mtims Auswärtige Devisenmärkte. Mark in Zürich am 27. Juli: 0,0006 Cts. - 1 Fr. 166 666 Mark. Mark in Neuyork am 26. Juli: 0,0001.36 Cts. = 735 294 gegen 0,0001.53 Cts. = 653 595 Mark für 1 Dollar am Vortag. Ein englisches Pfund am 27. Juli: 77K Frcs. gegen 77.50 Frcs. am 26. Juli. Von den Börsenplätzen. Mannheimer Effektenbörse. K. Mannheim, 27. Juli. (Drahtber.) Die Stimmung an der heutigen Börse war wieder «ehr fest. Auch trug das Geschäft einen lebhaften Charakter. Es wurden umgesetzt: Rhein. Creditbank zu 300, Rhein. Hypoth. 120, ferner Anilin 1600, Rhenania 1450, Seilindustrie 400, Fahr 702, Heddernheimer Kupfer 750, Knorr 950, Braun-Conserven 400, Neckarsulmer 925, Pfälzer Mühlenwerke 305, Zellstoff Waldhof 1000, Rhein-Elektra 550, Freiburger Ziegel 275, Zuckerf. Frankenthal 900 und Waghäusel 950, Benz 2100, Badenia 400, Pfälzer Nähmaschinen 750, Continental 600 G„ Mannheimer Versicherungsaktien 1700 und Oberrhein. Versicherungsaktien 500 000, Melliand 450, 460 b. u. G., Hoffmanns-Söhne 245 b. u. G. Franklin ter Börie. Tendenz fest, bei ziemlich lebhaftem Geschäft. w. Frankhirt a. M, 27. Juli. Trotz der andauerndem Geldknappheit und der Geldentwertung machte sich an der heutigen Börse weiterer Effektenbegehr geltend. Auf allen Gebieten waren Kursbei- serungen zu verzeichnen. Alle ausländischen Renten lagen fest. Oesterreichische T 'reditaktien, Schantungbahn und Türkenwerte fest. Von den heimischen Banken waren Diskonto-Gesellschaft, Dresdner Bank, Barmer Bankverein stärker begehrt. Chemische Aktien waren gesucht. Höher setzten Scheideanstalt, plus 5000 ein, Elberfelder Farben, plus 575. Unter den Elektrizitätswerten konnten A.E.G. den Kurs von 1000 überschreiten. und Kraft fest. Große Beachtung fanden Oberbedarf, Rheinische Braunkohle, Westeregeln, Phönix, Gelsenkirchen, Deutsch - Luxemburg, Karlsruher und Eßlinger Maschinen, Lokomotiv Krauß. Sehr gesucht Daimler. Kleyer lebhaft und höher. Hirsch-Kupfer ständen in weiterer Nachfrage. Zuckeraktien gut behauptet, Aschersleben, plu« 1000, Norddeutscher Lloyd 1125, stiegen um 215. Sonst sind zu erwähnen: Maschinen Klein, Julius Sichel, Rhenania, Zement Heidelberg, Vereinigt» Oelfabriken bei fester Tendenz. Am Markte der amtlich nicht notierten Werte machte sich ein lebhaftes Interesse für Becker Kohle geltend, deren erster Kurs sich auf 550 stellte. Api nannte man mit 615, Mez-Söhne 450, Hansa-Lloyd 520, Benz 2300, Karstadt 270, Brown-Boveri 460, Krügershall 1075, Tiag 240, Ufa 680, Emelka 300, Löwenstein 140, Wronker 70, Frankfurter Handelsbank 60, Deutsche Handelsbank 230, Growag 78. Berliner Börse. W. Berlin, 27. Juli. Der bis jetzt erreichte hohe Kursstand und die noch nicht überwundene V erengung des Geldmarktes, auf dem für Darlehen auf Industriepapiere in der Regel K bis 1 Prozent, vielfach auch bis 2 Prozent pro Tag gefordert und bezahlt werden, haben jedenfalls zur Einlenkung des Geschäftes in ruhige Bahnen wesentlich beigetragen, was auch kennzeichnend für den Börsenverlauf war. Dabei setzte sich infolge der Markkatastrophe die Anpassung des Kursstandes an den so erheblich verminderten Geldwert in beträchtlichem Ausmaße fort, wobei aber von Tag zu Tag die Materialknappheit stärker zu Tage tritt. Die erheblichen Kurssteigerungen vollziehen sich unter diesen Umständen bei verhältnismäßig geringen Umsätzen. Für die Mehrzahl der Industrie-, Schiffahrts- und Bankaktien betrug die Kurssteigerung wieder 50 bis 100, bei einer großen Anzahl aber auch über 100—900 Prozent und für eine kleinere Menge gingen sie wesentlich darüber hinaus. Einzelne schwere M o n t a n - und Industriepa piere sowie Valutawerte wie Baltimore und Otavi wurden um eine bis zwei Million in die Höhe gesetzt. Vereinzelte Rückgänge in wenigen Papieren, die später wieder hereingebracht wurden, taten der festen Grundstimmung keinen Abtrag. Bochumer Gußstahl mußte von der gestrigen Rekordsteigerung wieder hergeben. Ganz beträchtlich waren die Kurssteigerungen auch für die übrigen Valutapapiere, besonders für Kolonialwerte und ausländische Renten. Heimische Renten waren fest. Bei ruhigem Geschäft erhöhte sich der Kursstand später im allgemeinen wieder. Für die zu Einheitskursen gehandelten Industriepapiere ist bei überwiegend starker Kauflust ebenfalls mit einer Kurssteigerung zu rechnen. Die Devisenpreise wurden bei ungefähr gleichen Zuteilungen auf dem gestrigen Stande festgesetzt. Nachbörse. Berlin, 27. Juli. (Drahtber.) Die Tendenz an der Nachbörse war bei lebhafterer Geschäftstätigkeit ausgesprochen fest. Am Montanaktienmarkt wurden bei meist ruhigem Geschäft Gelsenkirchen zu 8100, Caro zu 2500, Oberbedarf 2300, 2400 und Mannsfelder zu 1600 genannt. Am Schiffahrtsaktienmarkt wurden Hapag zu 4000, Nordd. Lloyd zu 1060 gehandelt. Sehr lebhaftes Geschäft herrschte am Bankaktienmarkt, wo Mitteldeutsche zu 375 stürmisch gefragt waren. Deutsche Bank waren zu 1300, Dresdener zu 755 gefragt. Variable Kurse. Aufträge werden um 6000 M. nominal oder dem Vielfachen davon gehandelt. (Alles in 1000 Proz.). Berlin, 27. Juli. (Drahtber.) Bank für elektr. Werte 1050, 1000, Commerzbank 620, 610, Dresdener Bank 730, 710, A.E.G. für Anilin 1200, 1250, 1400, A.E.G. 925, 930, 940. Bad. Anilin 1700, 1500, 1550, Bergmann 1200, 1250, 1300, Chem. Griesheim 1200, 1300, 1500, 1600, Daimler 550, 540, 550, 580, 560, Deutsch-Luxemburg 5500, 5650, Gelsenkirchen 6000, 6050, 6600, Hammersen 790, 780, 810, Harpener 7500, 7750, Köln-Rottweil 1400, 1300, 1350, Laura 2450, 2400, 2375, Mannesmann 3200, 3250, 3200, Mansfelder 1500, 1475, 1480, Oberbedarf 1900, 1950, 2050, Obercaro 2800, 3800, Phönix 3300, 3500, 3575, Rhein. Braunkohlen 7000, 6500, 7000, Rheinstahl 3300, 3450, Rombacher 1890, 1860, Sarotti 370, 360, Westeregeln 2900, 3100, Zellstoff Waldhof 895, 900. Industrien / Handel / Verkehr. Banken. Dannstädter und Nationalbank. Die G.-V. genehmigte die 200 Prozent Dividende gegen die 10 Stimmen eines widersprechenden Aktionärs und wählte neu in den Aufsichrat Fürst Guidotto Henckel von Donnersmarck (Rottach am Tegernsee) Graf Krafft Henckel von Donnersmarck (Schloß Repten O.-S.) und Dr. Emil Hirsch (Aron Hirsch & Sohn, Halberstadt). Der widersprechende Aktionär, der bereits i. V. sich an der Diskussion beteiligt hatte, stellte und begründete in längeren Ausführungen etwa folgende Fragen: Hat dje deutsche Bankwelt und insbesondere die Darmstädter und Nationalbank mit allen Kräften die Ueberfremdung der deutschen Wirtschaft, vor allem durch Kreditgewährung an Ausländer verhindert, so daß deutsche Wirtschaftsgegenstände auf diesem Wege nicht in fremden Besitz gelangen konnten? Weiter beantragte er eine nachträgliche Valorisierung der Dividende auf Grund der eigenen Fonds des Instituts, deren Höhe aus der Bilanz nicht ersichtlich ist. Der Aktionär stellt sich die Sache etwa wie folgt vor: Die 1200 Mül. Dividende hätten nach damaligem Dollarstand einen Betrag von Doli. 164 383 ergeben umgerechnet - zum Dollarkurs von 600 000 würde sich eine Dividende von 16 400 Prozent ergeben. Weiter'bemängelte der Aktionär das Verschwinden der Pensionsfonds für dieAngestellten aus der Bilanz, über deren Verbleib der Bericht nichts besage. Direktor Goldschmidt antwortete, daß die Darmstädter und Nationalbank solche Kredite an Ausländer nicht gewähren könne. Es sei tief bedauerlich, daß Leute, die eigentlich nicht in die deutsche Wirtschaft gehörten, durch Aktienkäufe hätten eindringen können. Natürlich müsse man sich hüten, den Bogen zu überspannen und die Ausländer da, wo man sie nötig habe, nicht abschrecken. Zu dem Antrag auf nachträgliche Valorisierung der Dividende führte er aus, daß selbstverständlich die Dividende außerordentlich gering sei, daß aber die Frankfurter Kursnotierungen: Deutsche Staatspapiere 5 % I Dilti. Sllltll». . »•'oll . t'% I» ' 4'i'a «/ 0 XV-y " *\lt °.„ VI-TX 7. „ 5 % Dtsoli. Belonsa.nl. «V .. J'/i °/o „ „ Deutsche PrtmlenanT. 5 % Fr. ßohatzan. 4 °f£ PrenB. tfonsols . IV": " • i % Barrien von' 190t" „ von 1908,1909-14 ,, von 1919 . . . . S'/l % abgest S'/a °/o von 1902, 1904 Badenwerk 4 °/o Bayern . . o/ 0 Bayern Bayern 4 o/„ pfilz. E.B. Prior, »'h % .. .. Conv. 4 °/o Hessische V. 1899 4 o/o Reihe 16 S'/a °/o abgost 8 0/o 3 »/„ Wllrttemherger, 4>/,«/o von 1RS1 85 . . 8'/, o/o von 1908 ». ff. 4 o/o Hächs. Staatsani. 8 % Bichs. Rente . . 4 o/o D.Schutzgebanl. Zwangianlelhe . . .. 2S. 7. 27. 7 210.- 355. >500- 3950. 2< 30° 1 9Ö0Ö7 10000 JUUU. 3000. 3000 1000_ 240Ö" 1650~ 68'- 190— R- 1600— 6000^ 3900. 500 100- 3500. 3500. 2000. r 2000 r m 00 r 88000 54— Fremde Werte ß °/o Bllhermexikancr 5 % Goldmoxikaner . 8 % ,, Tamaupilas 8 o/o Tehnantepec . . . 4>,.°/o ,. ... 4 °/n Missouri Pacific. Tarken unifiziert . . . 8 o/o Rumänen v. 1P0S 6 °Je"o»n.a. Herzegw. — — - 6100000 9000000 7200000 2378000 2300000 750000 700000 800000 Banken Badische Bank .... Berg. Mark. Industrie- Bank Darmst&dter Bank. . Deutsche Bank.... 40000 [ - 200000 250000t 8lOOOOr!925000 lOOOüOOi 1200000 Diskonto Commandit Dresdener Bank . .. Metallbank Mitteid. Creditbank . Cesterr. Ltnderbanlc p filzt sehe Bank . . . Rhein. Creditbank . . Rndd. Diskonto-Ges., "Wienar Bankverein . W'ilrttbg. Notenbank 26 7. 1340000 695000 1750000 305000 27. 7. 2050000t 750000 1878000 320000 180000 Industrien Adler 4 Oppenheim«» Alumln. Ikenhausen . Armatur. Klein.... Aschäff. Zellstoff.. . Bad. Anilin ..... Bad. Uhrenfabrik .. B. Masch. Badenia. . Baltimore and Ohio . Bug. Ph. Molzmann. Baug. WayB&Frcitag Benz Motoren . . . . Blei- and Silberhatte Braubach Rnehumer OuBstahl . Brauerei Wulle . . . . Braun Pfeddersheim. BOhring 1. Ldsb.. . , Chem. Albertwerke „ G. Sc Silbersch. _ Griesheim . . . , Höchst . Weiler ter Mer Daimler Deutsche Petroleum . Dyckerhoff & Widin.. Ulsenworke Kaiserei. Elberfelder Farben . Elektr. Lichtu. Kraft Elslsser Baumwolle. Emag Frankfurt . . . Faber 8t Schleicher. Feinmechanik Jotter «ebr. Junghans . . . Gebr. Adt Gebr. Fahr Gelsenkirchen .... Grttn & Bilfinger . . , Gummifabrik Peter . Haid & Neu Hanfwerke Fassen . Harpener Heddernheim. Kupfer S och und Tlof .... oizvejkohiung . . . 560000 600000r 1800000 1400000 WOOOOr 401000 500000 3000500 15(10000 1200000 1075000 1300000 550000 500000 300000 1290000 740000 ~oor- 340000 20OJ000 740000 610000 £000000 4000001 400000 850000 6300000 550000 360000 1100000 1253000 750000 4,0000 3500000 - 500000 520000 530000 540 2100000 23f 350000 6000000 900000 71000Cr 350000t 1900000 1350000 1275000 580000 1350000 550000 1590000 900000 300000 32ü000r 23000ö0r 800000 70000Cr 7000000 500000 loOOOO 8200000 715000 418000 1100000 Jnag Julius Sichel, Mainz Kammg. Kaiserslaut. X/aurahi Lech we Ott« werke Lederfabrik Splcharz Lokomotiven Krauü . Ludwigsh.WalZmntale Mansfelder Kuxe . . Mainkraft Masch/ab. Karlsruhe Masohfabrik Durlach Maschfabr. Orltzner . Masch. EBlingen . . . „ Pokorny 8t Wifctek. Moenus Maschinen. . Oberursel Oleawerke Pfalz. NShm. Ka; Plnselfabr, Nttml Porz.-StoingutW ays-r nbrre i'esscl Rhein Elektra . , , . Eodberg Ratgera-Werke .... Walzwerk Hellbronn ßchlinck & Co Schnellpr. Franken». Schramm Lackfabrik Schuhfabrik Herz . . Feilindustrie Wolff . Kinalco Stoeckicht Gummi. . 6Hdd. Metall-Aktien . Spinnerei Ettlingen . Velins Bergbau . . . Trikotweb. Besigheim Verlagsansf.Deutsche Voigt & H&ffner . , . Voltohm Kabelwerk . ITlrenfab.Furtwangl. Wageon-Fabr. Fuchs Wttrtt.olek.Gesellsch: Zeilstoff Waldhof . . Zement Karlstadt . . Zemontw. Heidelberg Zuck erfahr. Wagh, ; » Frankenth. » Heilbronn . „ Offstem. . . „ Stuttgart. . » Rheingau . 28. 7. «0000 770000 850000 1900000 8300 5000 800000 1290000 27. 7. N 900000 3000000 450000 1501 iCOOOO 1000900 900000r 1470000 500000 550000 1000000 lBSMOOr 400000r 400000t lOOOOOOr 650000 680000 400000 400000 1250000 750000 800000 BOOOOOr 500000r 1375000 510000 600000 420000 450000 520000 8c000U I 900000 900000 660000t - 37000C Substanzkräfte der Gesellschaft für die komffl«*^ Zeit reserviert werden müßten, daß es ein G*^ der Vorsicht sei, sie nicht auszuschütten und es deshalb im Interesse seriöser Aktionäre Ii®»" wenn von einem derartigen Begehren abgese" werde. Bezüglich der rensionsfonds antworl* er, daß die Verwaltung durch ein System i»^, dueller Zuwendungen dem Bedürfnis der «JJ besser Rechnung zu tragen glaube. Außerdem \ die Anlage und Behandlung solcher Pensionsf an bestimmte gesetzliche Vorschriften gebund'* Vom Mannheimer ChemikalienmarkN K. Mannheim, 26. J^' Die Tendenz am .Chemikalienmarkte ist bei ^ andauernden Entwertung der deutschen R .i mark, die gerade in den letzten Tagen ganz rap' i( Fortschritte machte, äußerst fest und die P r ®f zeigen eine gewaltige Steigerung. Die Geschälj: tätigkeit hält sich aber in engen Grenzen, weil " Verbraucher mit dem Erwerb von Neuanschaf" gen zurückhalten und die weitere Entwicklung ' warten wollen. Man fordert heute für Amei s<1 säure 85 Prozent, techn., exkl. KorbflascH 48 000 M„ desgl. 50 Proz. chem. rein 38 000 " Ammon. Alaunkristallmehl, etwas abfallend, el S klassiges Fabrikat, inkl. Sackpackung, 7500 ? Laie. Soda, 96/98 Proz. inkl. Sackpackung, 595"'? Eigelb, flüssig, für techn. Zwecke, inkl. Holzbarr e , ab Nähe Stuttgart, 20 000 M., FormaldeMj 30 Proz. Gew., exkl. Korbflaschen, 62 000 M., df s f 40 Proz. Vol. 88 000 M„ Harz, amerik. „H", Faßpackung, 31 500 M., Kali Alaunkristallmehl, eisenfrei, inkl. Verpackung, 15 500 M., Kup»®' vitriol, groß, krist., 98/99 Proz., inkl. Faßpack"/ ab Lager Frankfurt a. M., 37 500 M„ TerpentioJ entkampfertes, reine Ware, exkl. LeiheiseH''' 98 500 M., alles per Kilo, wenn nichts anderes vC merkt, ab Lager oder Nähe Mannheim. * Hamburger Altmetallmarkt. 27. Juli. Kup' { ' 61, 64, Rotguß 49, 53, Messing, leicht 35, 37, singspäne 34, 36, Messingguß 36, 38.50, Blei 18, Zink 18.50, 19.50. Der Rastatter Schweinemarkt war befahren "j 5 St. Läufer-u. 200 Paar Ferkelschwei'nzn. Verk a "j wurden Läufer- pro Paar 3—5 Mill. Mark, FerJ*® schweine pro Paar 1 500—2 200 000 M. Gesch»" gang gut. Devisennotierungen: w. Berlin, 27. Juli. Juli. 27. Juli. Amsterdam Bxü ©cl. . . Ohrlstiania Kopenhag. Stockholm. Heising fors Italien . . . London. . . Newyork. . Paris Schweiz . . Spanien . . Wien (altes) Dtsch. Oest. Prag .... Budapest. . Lissabon. . Bulgarien . Bucn.-Aires Japan. . . . Rio de Jan. W^oslavien Geld 07:50 133665.- 20249250 21446. - 32917 50 758000° 134662.50 107730.- -M- 3791.— 29925 - 7281.50 259^50.- 371070-- 78'03.50 807950 Brief 256740. -' 37ü9?.50' u 124310.--° 134335- — 20 203507.50 21554.- 1 33082 50" 3508750 » 135337Ä" 108270. — 20 'mS 3810.- 30075 - 7318-50 260650 37?92 > 75920- - Geld 295260 - iS?? 133625.— 202-192.50 32917-50 3491250. 758100.- 44588.- 134462-50 107730 - 1147.'- 29925.- 25935a- 371070.— 78303 50 8079 50 Brie* ?9j74(L 1# Die kleine ZiCFer bedeutet die Zuteilung in Prozent- Unnotierte Werte. Mitgeteilt von Laer ^ Elend, Karlsruhe, Karl-Frledriohstf' Alles circa In Tausend 1 Adler Kali . . . Api Bad. Lokomotivwerke Baidur ... ... Bocker Kohle . . . Becker Stahl . . . Benz Brown Boverl . . . Deutsche Lastauto Deutsche Petroleum . Uermania Linoleum . Hansa Lloyd . . . Ileldburp Vorzugs-Akt. Inax Itterkrattwerke , Kabel Rheydt . . . Karstadt Knorr KrORershali .... Landeswirtschaftestelle für das BadischeHand- werit Melliand Chem Meurer -iprit/metall . Moninger Brauerei Oflenburger pinnerei fetersbgr. Int. . . 1400 700 200 105 1400 1300 2400 490 470 1300 1100 550 3800 200 1100 190 800 1300 20 500 250 200 20J 220 Kastatter Waggon . Eodi & Wienenoerger Russenbank . . . Sichel Sloman Tabak-Handels- A.-G. TeiohCTäber . . . Textil Mever . . , Turbo-Motoren. . . Ufa Zuckerwaren Speck . 8 'in Had Kohlenw.-Anl- 6°/ 0 Mannh. Kohlenw.- Anieihe . . 7% S&chsische Brannkohlen-Anleihe . 6% Rhein-Main-Donau Dollar-An leihe . • 6®/o Neckarwerke Gold- Anleihe . . ■ 5°/o Preußische Kali- Aifleihe pro 100 kg B»/o Preußische Roggen- wert-Anleihe p. Ztr. 5 % Südd. Festwert- bank-Obligationen # t» lOfl" i« 1 Jtä.CWfbcfc&ßbercjer!s iS Wasser erfrischend and nervenstärKend, ist heute überall beHannt u. bevorzugt. Zu haben in allen einschlägigen Geschäften. Herst»: Joh. Chr. Fochtenberger, Heilbronn a, N. OMüSfEÖTIPI UND NA?EOMAfiAANK KOMMANDITGESELLSCHAFT >AUF AKTIEN Bilanz per 31. Dezember 1922 Kaste» fremde Geldsorien, Kupons und Guthaben bei Noten- und Abrechnung«- (Clearing-) Banken. . Wechsel und unverzinsliche Schatz- Noetroguthaben bei Banken und Bankfirmen Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere Vorschösse auf Waren und Waren- Verschiffungen . Eigene Wertpapiere KonsoriialbeteUigungcn ..... Dauernde Betelligwngen bei anderen Banken und Bankflrmen .... Debitoren In laufender Rechnung . Bankgebäude. ••••••».. Mark 21920 237 729 51202 078 515 114 300 061 700 4 201 0S4 816 5121 063 311 1 1 56 366 250 591 1 252 57» 006 6081 35 Aktien-Kapital . . Reserven. . M. 453 225 580.- diesj. Zuw. 1 546 774 41Q.- M. 2 OOO 000 OOO.- Kredltoren Akzepte »»«»,«,»»» Sonstige Passiva ««.«,»» Gewinn-Saldo •••••••« Hosen * U * Sdiukkdeitrein^ üeberall erhälflich Druckerb@it^ eder. Umfangs liefert rasch anri ir. tadellose! Aii»fiih"" ,!, fl4 T agblatt-Dr ucker ei, Rliterstr. 1, FerflSp^