Bewasvreis einsch'. Austellaebühr.. wöchentlich M 45000 000 frei Avus. In unlerer Ge- schästsstelle oder in unleren Aaent. abgeholt .U 43 000 COO Eiuzelverkaussvreis 5000000 Im knalle höherer Gewalt bat der Bezieher keine An- iorüche bei verlviitetem oder Nichterscheinen der Zeitung. Abbestellungen können nur leweilS bis zum 25. aus den feinenden Monatsletzten angenommen werden. Lertaa, Schristteitung «vi Sesch-lftöstcUe Ritterstrabe Karlsruher Taablatt ach >ln: ... Man» runDnahl für die ggelvatt. "nvarcillezeile oder deren ?Kaum SM, auswärts 240, Z>amiltenanzeiaen und Stellengesuche 100, Reklamczeile 600, an erster Stelle «50. ^ Schlüsselzahl 50 000. Rabatt nach Sari f. ftexnfmedtnnldilüfle : Gcschästsftelle Nr. 18. Verla» Nr. 21 und 297. ßtfinstleifnn« Nr. 20 Houotslbristleiter Nr. 19. Postscheckkonto Nr. 9547 »arlsr«be. Vadifche Morgenzeitung Mit der Wochenschrist „Die Pyramide" Vadische Morgenpost «Wirtschafts« und Handelszeitung- X »Turn» und Sport-Zeitung- X «Anterhaltungsbeilage- X «Literaturbeilage- ^ «Für die Frauen- ^«Wandern und Reisen- ^«Die Scholle- Chefredakteur: Hermann ? va«r. Verantwortlich für Politik: Kriv Ehrbarb: süi den wirtschaftlichen, badischen und lokalen Teil: Heiniich Gerhardt! sür baS Feuilleton: Hermann Weick: für die .Poramide' Karl Joho: für Inserate: Heinrich Schrie» -r, sämtliche in Karlsruh-. Druck und Verla« C K. Müller,Karlsruhe, Rittersir. 1 Berlin r Redaktion vr. RichardI ü g l e», Berlin-Lankwib. Mozartsir. 87. Telephon-Zentrum 42». Kür unverlangte Manuskripte «der Drucksachen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung. Rücksendung «folgt, wenn Porto bewesügt ist. Sprechstunde der Redaktion: 11—12 Uhr vormittag». 120. Jahrg. Donnerstag, den 4. Oktober 1928 Ar. 273 Noch keine Entscheidung. Die Koalikionskrise. I. Von unserer Berliner Redaktion wird uns ge- drahtet: Am Mittwoch vormittag traten sämtliche Frak- tioncn wieder im Reichstag zusammen. Nach- dem die Besprechungen am Dienstag abend ohne Ergebnis abgeschlossen worden waren, handelte es sich am Mittwoch vormittag darum, zu den Beschlüssen Stellung zu nehmen, die das Reichs- kabinett inzwischen in nächtlichen Beratungen gefaßt hatte. Bei diesen Kabinettsberatungen hat es sich darum gehandelt, zunächst die Schmie- rigkeiten zu beseitigen, die sich zwischen dem Kabinett und der sozialdemokratischen Reichs- tagssraktion ergeben hatten. Die Beratungen wurden demgemäß darauf gerichtet, zunächst in der Frage der Arbeitszeit eine Grundlage zu finden, auf der sich die Auffassung der sozial- demokratischen Fraktion mit dem Regierungs- Programm vereinigen läßt. Die Kabinetts- beratungen führten zur Aufstellung einer For- mulierung, die nach dieser Richtung Erfolg ver- sprach, falls sich die sozialdemokratische Fraktion zu einer Annäherung zu dem vom Arbeits- minister vertretenen Vorschlag verstehen würde. Des weiteren handelte es sich um die bayerische Angelegenheit, in der die sozialdemokratische Fraktion nach ihren Erklärungen vom Diens- tag gemeinsame Sache mit der Reichstagssrak- tion der Kommunisten machten wollte. In die- sem Punkte gäbe die Sozialdemokratie bis zu einem gewissen Grade nach, und zwar in der Richtung, daß sie nicht mehr den kommunistischen Antrag auf Beseitigung des bayerischen Aus- nahmezustandes unterstützen, sondern einen eigenen Antrag in abgeschwächter Fassung ein- bringen wolle. Die sozialdemokratische Reichs- tagssraktion war nun gestern vor die Frage ge- stellt, ob sie bereit sei, auf dieser Grundlage ein Kompromiß abzuschließen. Leider hat sich die sozialdemokratische Fraktion in 3^stündiger Sit- zung nicht bereit finden lassen, auf das Kompro- miß einzugehen. Das Ergebnis der Sitzung ging dahin: Die sozialdemokratische Fraktion lehnt die in Aussicht genommene Arbeitszeit- formulierung ab und läßt sich auch nicht auf die Aufgabe eines Postens im Kabinett ein. Die Fraktion der Deutschen Bolkspartei hatte dem- gegenüber bezüglich der politischen Lage folgende Beschlüsse gefaßt: 1. In der Frage der Arbeits- zeit billigt die Fraktion die Entschließung des Kabinetts in seiner gestrigen Sitzung, 2. die Fraktion wird dem Ermächtigungsgesetz zustim- men, hält aber aus sachlichen Erwägungen eine andere Besetzung des Reichsfinanzministeriums für unerläßlich. Gegen Abend stellte sich die kritische Lage im Reichstag so da: Infolge der am Nachmittag abgehaltenen Parteiführerbesprechung beim Reichskanzler ist eine Einigung noch nicht zu- stände gekommen, auch namentlich nicht über die Aenderung des Arbeitszeitgesetzes. Die sozialdemokratische Fraktion und die demokratische Fraktion hielten sofort Sitzungen ab, in denen über das Ergebnis der Parteiführer Bericht erstattet wurde. Daneben fand eine Fühlungnahme zwischen den Fraktionen statt. Die Demokraten machten den Vorschlag, das Ar- beitszeitproblem aus dem Ermächtigungsgesetz herauszunehmen und das Arbeitszeitgesetz unter Einbeziehung der Bergarbeiter gleichzeitig mit dem Ermächtigungsgesetz im Plenum zu verab- schieden. Dieser Vermittlungsvorschlag erschien den Sozialdemokraten als geeignete Basis für weitere Verhandlungen zwischen den Parteien. Dadurch würde der wichtigste Streitgegenstand vorläufig beseitigt und die Entscheidung über ihn an das Plenum verwiesen. Der Kampf um das Arbeikszeilgefetz. Berlin, 3. Okt. Die „Germania" will wissen, das Reichskabinett habe sich in der Frage der Arbeitszeit auf folgende Formel geeinigt, um deren Zustandekommen sich Minister Brauns bemüht habe: Die äußerste Not unseres Volkes im schwer- steu Ringen um seine wirtschaftliche und poli- tische Existenz zwingt uns, vorläufig bei der Ur- Produktion die Arbeitszeit auf dasjenige Matz zu ergänzen, das gesundheitlich tragbar ist. JnS- besondere ist der Bergbau unter Tage auf acht Stunden einschließlich der Ein- und Ausfahrt festzusetzen. Sodann müssen die übrigen lebens- wichtigen Betrieben die Möglichkeit zur Ueber- schreitung des Achtstundentages haben und auch auf die öffentlichen Verwaltungen sollen diese Grundsätze sinngemäß angewendet werden. Für gefährliche und gesundheitsschädliche Betriebe ist der Achtstundentag beizubehalten. Nach dem „Vorwärts" hat die s o z i a l d e m o- kratischc Reichstagssraktion heute nach ein- gehender Beratung die Ausdehnung des vom Reichskanzler vorgeschlagenen Ermächtigungs- gesetzes auf das sozialpolitische Gebiet abgelehnt« Sie könne sich mit der im Reichskabinett gesun- denen Formulierung für die vom Reichskanzler in seiner programmatischen Erklärung auszusprechenden Absichten bezüglich des Arbeitszeit- gesetzes nicht einverstanden erklären, sei jedoch bereit, in neue Verhandlungen über diese Frage mit den Koalitionsparteien einzutreten. Die Stellung der Volkspartei. Berlin, 2. Okt. W.T.B, meldet: Der Vor- fitzende der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei Dr. Scholz widerspricht der Nach- richt, daß er dem Reichskanzler Forderungen unterbreitet habe, von deren Erfüllung das Ver- bleiben seiner Partei in der Regierung abhängig sei. Ei? habe nur den Standpunkt vertreten, daß feine Fraktion eine weitgehende Ermäch- t i g u n g zur Durchführung finanzieller, wirt- schaftlicher und sozialer Gesetze voraussichtlich von der endgültigen Besetzung des einen oder des anderen Ministerpostens abhängig machen müsse. Auch habe er die Notwendigkeit der Steigerung der Arbeitsleistung zur Erhöhung der Produktion betont. In den dazu geeigneten Betrieben dürfe man auch vor einer Verlange- rung der Arbeitszeit nicht zurückschrecken. Die Deutsche Volkspartei soll den Wunsch ausgespro- chen haben, daß bei einer eventuellen Aenderung im Ernährungsmini st erium die Wie- derbesetzung durch eine Persönlichkeit erfolgt, die das Vertrauen landwirtschaftlicher Kreise be- sitze. Die Lage in Vayern. München, 3. Okt. Amtlich wird gemeldet: Die Nachricht eines Münchener Blattes, daß zwischen der württembergischen und der baherischen Re- gierung Verhandlungen über die Lage schweben, entspricht nicht den Tatsachen. Die „Münchner Neuesten Nachrichten" mel- den: Der Befehl des Reichskommissars auf Ver- bot des „Völkischen Beobachter", der bisher wei- ter erschienen ist, wurde dem General von Los- sow in München zugestellt, Lossow hat den Be- fehl an den Generalstaatskommissar von Kahr weitergegeben. Der Bezirks- und Ortsvorstand München der Sozialdemokratischen Partei hat die Ortsgrup- pen von Südbayern und Schwaben aufgefordert, die S i ch e r h e i t s a b t e i l u n g e n der Sozial- demokratischen Partei auf Grund der Verord- nnng des Generalstaatskommissars als aufge- löst zu betrachten Den bisherigen Führern und Mannschaften der Sicherheitsabteilungen wird der Dank der Partei ausgesprochen und bemerkt, daß man nun der Gewalt gewichen sei, datz die Partei aber die strengste Durchführung der Auflösungsanweisung verlange. Berlin. 3. Okt. Wie die Blätter melden, hat die Bayerische Volkspartei in ihrer gestrigen Fraktionssitzung dem Generalstaatskommissar v. Kahr das Vertrauen der Partei aus- gesprochen. Oer Putsch in küstrin. Berlin, 2. Okt. Zu den Vorgängen in Küstrin werden von zuständiger Stelle nun folgende Einzelheiten mitgeteilt: Seit Mitte der letzten Woche sammelten sich in der Umgebung von Berlin junge Leute, die angaben, sich der Reichs- wehr zur Verfügung zu stellen. Der Verdacht lag nahe, daß sie unter Vorspiegelung natio- naler Ziele von einer Stelle aus zu militärischen Verbänden für innerpolitische Zwecke zusam- mengestellt wurden. Der Wehrkreisbefehlshaber erließ darauf in der Presse eine öffentliche Be- kanntmachung unter Bekundung seiner Ent- schlossenhett, mit aller Energie gegen diese ver- dächtigen Ansammlungen vorzugehen. Führer der Bewegung ist Major z. D. Buchdrucker, gegen den Haftbefehl erlassen wurde. Als er er- kannte, datz seine Pläne durchkreuzt waren, zog er in der Nacht zum 1. Oktober so viel seiner Anhänger, als er erreichen konnte, in Küstrin zusammen, wo sie sich in einem alten Festungs- werk verbargen. Am Morgen des 1. Oktober ließ Buchdrucker die wichtigsten Punkte und Zu- gänge der Stadt besetzen und begab sich mit an- deren Rädelsführern zum Kommandanten Oberst Gudovius, um zu verhandeln, Dieser ließ die Führer sofort verhaften. Einen nachdringenden Stoßtrupp nahm die Wache fest. Durch herbeigerufene Truppenteile wurden die Aufständischen im Zeughos eingeschlossen. Der zuständige Wehrkreiskommandant hatte auf die ersten Nachrichten von den Ereignissen Truppen aller Waffen in Marsch gesetzt, um den Aufruhr zu unterdrücken. Das zuerst alarmierte Küstri- uer Pionierbataillon beschränkte sich bis zur An- kunst der Truppen auf die Absperrung. Zum Entsatz der Eingeschlossenen eilten Teile von außerhalb befindlichen Gruppen der Aufrührer herbei. Die Aufständischen hatten einen Toten, drei Schwer- und vier Leichtverletzte. Nach dem Eintreffen der Verstärkungen ergaben sich die Eingeschlossenen. Es sind im ganzen 381 Mann, darunter 13 Rädelsführer, festgenommen. Weiter wurde? 30 Mann verhaftet, die den Entsatzversuch gemacht haben. Welche Ziele die Gefangenen verfolgten, dürfte sich bei den Ver- Handlungen feststellen lassen. Die Aburteilung der Gefangenen wird durch ein außerordent- liches Gericht in Cottbus erfolgen. In der Um- gebung von Döberitz wurden 200 Mann festgc- nommen, die sich dort angesammelt hatten. Es scheint jedoch, daß die Bewegung durch das tat- kräftige Zugreifen im Keime erstickt ist. Der Schutz sür das Land. Berlin, 3. Okt. Zur Aufrechterhaltung der Sicherheitsverhältnisse aus dem flachen Lande hat >die Reichsregierung in einem Rundschreiben an die Landesregierungen angeregt, Verein- barungen zur gegenseitigen Hill« zu treffen, wenn die eigene Polizei des Landes nicht aus- reiche. Sie erwartet Sie Verwendung der Poli- zeiorgane nicht nur im Interesse des eigenen Landes, sondern auch für die deutschen Gesamt- interessen in Gestalt einer polizeilichen Grenz- Hilfe. Außerdem wird nach dem Vorbilde Preu- tzens die Bildung eines Flurschutzes empfohlen, um das flache Land und die Produktion zu schützen. Im übrigen ist die beschleunigte und ausreichende Ablieferung der Ernteerträgnisse durch die Erzeuger als das beste Mittel gegen Plünderungen und Ausschreitungen aus dem Lande anzusehen. Aach Einstellung des Widerstandes ! Essen. 2. Okt. Am 3. Oktober wurden in Duis- bürg 62 Eisenbahner mit Familien ausgewie- sen. Sie wurden vorher nicht befragt, ob sie die Arbeit wieder aufnehmen wollen, um die Ausweisung zu verhindern. Der stellvertretende Polizeipräsident Regie- rnngsrat Friedensdorsf wurde von den Fran- zofen als Geisel festgenommen, während der seit dem 26. September in Haft befindliche Po- lizeirat Eckener entlassen wurde. Die Franzosen entwendeten heute bei der Firma Krupp etwa 800 Milliarden. Die Hauptwerkstätte in Witten ist beute mor- gen besetzt worden. Dortmund, 2. Okt. Am 28. September nahmen die Franzosen ein&n Wagen des Bochumer Ver- eins fort, der 9,4 Billionen Notgeld, das in der Druckerei der Union hergestellt war. wegbrin- gen sollte. Ludwigshasen, 3. Okt. Das Kriegsgericht in Landau hat wegen Unterstützung des passiven Widerstands den Oberlehrer Ludwig Lang aus Kaiserslautern zu 6 Monaten Gefängnis und 5 Millionen Mark Geldstrafe verurteilt. Ferner wurden verurteilt zwei Eisenbahner zu je 3 Monaten Gefängnis und 5 Millionen Mark Geldstrafe, zwei weitere Angeklagte zu je 6 Mo- naten Gefängnis und fünf Eisenbahner aus Kaiserslautern ebenfalls wegen Unterstüt- zun« des passiven Widerstands in Abwesenheit zu 6 Iahren Gefängnis und 5 Millionen Mark Geldstrafe. Der Mißerfolg der Französlinge Paris, 3. Okt. Dem Berliner Korresponden- ten der „HumanitS" wird aus Düsseldorf be- richtet: Alle Separatisten, die am Sonntag aus der Pfalz und dem Rheinland« nach Düsseldorf gekommen waren, haben die Reise gratis unternommen. Die Zahl der Reisenden wirb auf 10 000 angegeben. Uebrigens bemerkt der Son- derberichterstatter des „Journal des Debats", datz Matthes im Ruhrgebiet ein grotzes Fiasko erlebt habe. Im ganzen seien nur so viel Menschen nach Düsseldorf gekommen, daß knapp zwei Ertrazüge geführt werden konnten. Matthes habe aber 10 Extrazüge bestellt. Die Zahl der aus dem Ruhrgebiet Gekommenen habe 510 betragen. Offene Hilfe für die Sonderbündler. w. Düsseldorf, 3. Okt. lDrahtber.) Der kommandierende General des Brückenkopfes Düffel- dorf hat die Düsseldorfer Presse gezwungen, die französische Darstellung der Düsseldorfer Bor- fälle vom letzten Sonntag zu veröffentlichen. w. Münster, 3. Okt. lDrahtber.) Bei einer Unterredung eines Vertreters der Härder Poli- zeiverwaltung mit der Besatzungsbehörde er- klärte diese, daß sie die Zulassung staatlicher Poli- zei bei Unruhen nicht dulden werde, sondern datz im Bedarfssalle französisches Militär zur Unter- drückunq von Demonstrationen und Unruhen herbeigezogen würde. Sonstankinopel wieder frei. Paris, 3. Okt. Havas meldet aus Konstan- tinopel, die Presse kündige an, datz der Einzug der türkischen Truppen in Konstantinopel am Samstaa stattfinden wird. Drum herum. Was in diesen Tagen in Deutschland vorgeht, ist mehr als nur ein Tagesstreit. Das deutsche Volk steht an einem Wendepunkt seiner Ge- schichte. Seit den unglücklichen Novembertage« des Jahres 1018 war der Grundsatz der deutschen Politik das: drum herum! Drum herum um alle Gegensätze, kein Ja, kein Nein. Ein solcher Grundsatz kann vielleicht einige Jahre weiter- helfen, aber er wird es nicht hindern können, daß eines Tages doch die Entscheidung über das Ja oder Nein gefällt werden mutz: er wird mit Sicherheit dahin führen, datz sich die Entscheidung im ungeeignetsten Augenblick unabweisbar aufdrängt. Dem deutschen Volk ist nun dieses Schicksal widerfahren, es kommt nicht mehr wei- ter mit dem brum herum, es mutz sich entschei- den. Entscheiden darüber, ob es an den Irr- tümern der letzten Jahre festhalten will mit der sicheren Aussicht bes Unterganges als Volk und als Nation, oder ob es neue Wege gehen will, die allein noch zu Hoffnungen auf Gesundung und Wiederaufstieg führen. Mit dem Grund- satz ,/drum herum" geht es nicht mehr weiter, es gibt jetzt kein Ausweichen mehr. Die Politik der letzten Jahre Hat bankrott gemacht, darüber ist kein Zweifel mehr. Die Politik der letzten Jahre war nur darauf eingestellt, bei den Mas- fen, die durch die Novembertage in Illusionen hineingeraten sind, das Erwachen und die Er- nüchterung zu verhüten. Die Massenstimmuug beherrscht die auswärtige Politik und die Poli- tik im Innern, bie Massenstimmung, die von Tagesnöten und Tageswünschen abhängt und sich nicht um die Zukunft kümmert. Nun stehen wir nach fünf Jahren vor den Er- gevnissen dieser Politik: bie Zukunft ist so düster wie noch nie und die Tagesnöte sind grötzer als je. Die Macht, die in den letzte» fünf Iahren die beutsche Politik entscheidend beeinflußt hat, ist der Sozialismus. Der Sozialis- mus hat die deutsch« Politik ber Stimmung der Massen unterworfen, da sein Ziel war und ist, seine Macht mit Hilfe der Massen zu behaupten. Der Sozialismus hat sich mit aller Kraft da- gegen gewehrt und wehrt sich noch, den Massen die Wahrheit z-u sagen. Der Sozialismus hat seit Iahren die Massen mit der Hoffnung auf die Internationale, mit der Hoffnung auf Frankreichs Verständtgungsneigung und mit der Hoffnung auf das Glück durch Sozialisierung und durch Staatsallmacht genährt. Alle diese Hoffnungen sind zusammengebrochen. Die In- ternationale hat sich als gänzlich.machtlos erwie- fen, ebenso wie der Völkerbund. Frankreich zeigt trotz aller Selbstdemütigung des deutschen Volkes keine Spur von Verständigungsneigung und die Sozialisierung und die zwangsweise Re- gelung des Lebens und der Güterverteilung hat sich als eine Unmöglichkeit herausgestellt. Die letzten Jahre deutscher Politik, die dem Kapita- Usmus den Untergang bringen sollte, haben dem Kapitalismus in Deutschland zu einer Aus- behnuug verholfen, wie er sie vordem uie beies- fen hat. Die Denkweise des Kapitalismus im schlechten Sinne hat heute das ganze deutsche Volk ergriffen, uud die Massen find heute fo kapitalistisch in ihrem Denken und Fühlen, wie der grasseste Kapitalist. Dieser M äffen ka Vitalis mus, eine Frucht des Sozialismus, ist der Bundesgenosse unserer Feinde, ist der Zer- störer des Staates. Wenn es nicht gelingt, den Massenkapitalismus zu überwinden, dann ist der Untergang sicher. Wenn im privaten Leben ein Unternehme« zu- sammenbricht, so ist es im allgemeinen nicht üblich, datz die gleichen Leute, die für den Zu- sammenbrnch verantwortlich find, damit beaus- tragt werden, bas Unternehmen wieder hochzu- bringen. Man wirb nach neuen Männern und neuen Methoden suchen. Im staatlichen Leben kann es kaum anders sein. Die Verantwortung für die deutsche Politik tragen die Parlamente, der Reichstag in erster Linie, und dann die Landtage. Man hört fast täglich die Meinung, daß der Parlamentarismus überhaupt zu Taten unfähig sei. Die Frage, ob der Parlamentaris- mus überhaupt unfähig ist, uns auf den Weg zur Besserung zu bringen, oder ob nur die jetzige Zusammensetzung der Parlamente schuld an ihrem Versagen ist, könnte «ur durch Neuwahlen entschieden werden. Sicher ist. daß Reichstag und Landtage im Volk kein Vertrauen mehr be- sitzen. Die Feststellung ist für öie Volksverteter sehr schmerzlich, aber die Parlamente haben es zum groben Teil selbst verschuldet, datz es soweit gekommen ist. Die übertriebenen und falschen Hoffnungen, mit denen der Parlamentarismus verkündet worden ist, mutzte zu Enttäuschung und Gleichgültigkeit führen. Auch an amtlichen Stellen, ja auch in den Par- teien, find die Hoffnungen auf die Parlamente geschwunden. Beweis: Die jetzige Reichsregie- rung will sich eine Generalvollmacht geben lassen, um ohne Mitwirkung des Reichstages alle Maßnahmen durchzuführen, die sie zur Besserung unserer Lage sür notwendig hält. Diese Generalvollmacht, die in dem so- genannten Ermächtigungsgesetz steckt, grenzt nahe an Diktatur. EK ist der letzte Ver« Nr. 278. Seite 2 Karlsruher Tagblatt, Donnerstag, den 4. Oktober 1928 Erstes Blatt s«h, wenigstens den Schein der Parlaments- gemalt noch zu retten. Es ist bezeichnend, daß es gerade wieder der Sozialismus ist, der aus Angst vor den Folgen einer Diktatur diese Generalvollmacht auf sehr wichtigen Gebieten ein- schränken will, gerade dort, wo der Sozialismus Wahlpolitik betreibt: auf dem Gebiet der Wirt- schaftspolitik und der Sozialpolitik. Wenn es der Reichsregierung nicht gelingt, die parlamen- tarischen Hemmungen so viel als möglich zu be- seitigen, wenn auch die Generalvollmacht nur zu einer der vielen Halbheiten wird, die wir schon erleben mußten, dann werden die Ereig- nisfe den Reichstag mit Gewalt beiseite schieben. Denn wer heute zu handeln wagt, der hat die Sympathien des Volkes, ob er von rechts oder von links kommt. X Pariser Stimmen über Deutschlands Lage. Paris, 8. Okt. Das „Echo de Paris" schreibt: Tie Besatzungsmächte dürfen sich nicht durch die Verwirrung in Deutschland irre machen lassen. Mehr denn je haben sie die Pflicht, die Proviu- zen, die sie besetzt halten, gemäß den Klauseln des Friedensvertrages für die Reparationen auszunutzen. Sie dürfen sich nicht von dieser Aufgabe durch irgendwelche Betrachtungen ab» bringen lassen, selbst nicht durch den rheinischen Separatismus. Das „Petit Journal" schreibt: Man muß die Dinge sehen, wie sie sind und anerkennen, daß die Ereignisse in Deutschland eine Wendung nehmen, die nicht für Frankreich befriedigend ist. Die Parteien, die eine Widerstandpolitik gegen die Alliierten verlangen und die Annullierung des Friedensvertrages von Versailles fordern, Haben den Block der Mittelparteien gesprengt. „Ere Nouvelle" meint, der Sturz des Kabi- netts Stresemann könne französischerseits nicht leichten Herzens aufgenommen werden. Er be- deute das Ende Her Ordnung, und die Ordnung in Teutschland sei die einzige Garantie für das künftige Gleichgewicht und die einzig« Sicher- heit für die Zahlungen, die Frankreich brauche. „Echo National" schreibt: Da ein Staatsstreich in Berlin für notwendig erachtet wird, wird Preußen ihn machen. Angesichts Herartiger Eventualitäten müssen wir mehr denn je am Rhein und Ruhr wachen. Paris. 3. Okt. (Eig. Drahtber.) Der offiziöse „Temps" meint, wenn man in Berlin nervös sei, müsse man in Paris die Ruhe bewahren. Das Blatt erklärt die Ereignisse in Deutschland damit, daß die Industriellen zu Macht gelangen wollten. Die Behauptung, daß Deutschland be- reits der französischen Regierung Anträge auf Einleitung von Verhandlungen unterbreitet habe, sei unrichtig, wenn man von den Anträgen Stresemanns absehe, die dieser am 27. Septem- ber gemacht habe und die von der französischen Regierung am 29. September abgelehnt worden seien. Es könne auch keine Rede davon sein, daß irgend ein Kommissar des Reiches sich in das be- setzte Gebiet begebe, um die Wiederaufnahme der Arbeit in die Wege zu leiten. Sobald öer Widerstand unterdrückt fei, brauche man im be- setzten Gebiet keinen Kommissar mehr zur Wie- deraufnahme der Arbeit. Die Rolle der Reichs- regierung müsse darin bestehen, eine WSHrungs- reform herbeizuführen, sowie Anträge für die Reparationen vorzulegen. In einer Meldung des „Jntransigeant" aus Paris wird behauptet, daß die deutschen Eisen- balmer in der Pfalz eine dreimonatliche Vor- auszahlung ihres Gehaltes in Höhe von 80 bis 100 Milliarden Mark erhalten hätten. Das könne nur eine Unterstützung des passiven Widerstan- des in anderer Form darstellen. Architektur-Ausstellung. Von Dr. W. E. Oeftering. In dem schönen Kuppelbau des Orangerie-Ge- bäudes !> alle Kräfte des Volkes. mi>ac;< sie Beamte, Arbeiter, Angestellte, Kaufleute oder geistige Nrbener sein, muhen ,m, zu diesen- großen Ziele vereinen, oder aber sie werden alle- samt von dem Moloch der Inflation aufgefressen. So stehen die Dinge! Es ist die höchste Zeit, daß aber auch die Volksvertretung über viele mehroder minder schöne Worte endlich zu Taten übergeht und daß sie ihrer Verantwortung für das Schicksal des deutschen Volkes gerade in den eben berührten Fragen auch gegenüber der Reichsleitung bewußt ist. Wird das nicht der Fall sein — uudwirfürch- ten fast, daß e s s o i st! — dann kann die Frage der Wirtschaftlichmachung unserer Staats- und privaten Wirtschaft mit parlamentarischen Mitteln, jedenfalls mit dem heutigen par- l am e n t a r t s ch e n System nicht gelöst wer- den, dann muß man eben zu außerordentlichen im Stadtmittelpunkt auftauchenden Bauprobleme zu einem einheitlichen Ganzen. Das war ja ge- rade das Verhängnis, daß die Stadt trotz aller warnenden Stimmen un dtrotz guter Ratschläge von fachmännischer Seite die Bauaufgaben der letzten Jahre isoliert behandelt hat, statt sie in den notwendigen organischen Zusammenhang zu setzen. Tas Resultat war Stückwerk, wo eine große vorbildliche stadtbaukünstlerische Gesamt- schöpsung hätte erzielt werden können, die be- rusen geivesen wäre, den Namen Karlsruhes, seiner Leiter und Künstler weit in die Welt und in die Zukunft zu tragen. Jetzt ist öer letzte und endgültig entscheidende Augenblick gekommen, an dem gerettet werden kann, was noch zu retten ist, an dem geschaffen werden kann, was die nie wiederkehrende Aufgabe verlangt. Nicht um den Ehrgeiz, das Geschick, die Ellenbogenkraft von einzelnen handelt es sich, sondern um die reprä- sentative Leistung unserer Generation. Des- halb sind mit vereinter Kraft die zwei Entwürfe ausgearbeitet worden und deshalb suchen sie ihr Heil nicht in einer neuartigen subjektiven Sö- sung. Sie knüpfen vielmehr an die positiven Resultate der nun durch viele Jahre hindurch gereiften Projekte an, bauen sie aus und schlie- ßen sie zu einer Einheit zusammen. So ist eine Grundlage geschaffen, an der kaum mehr etwas zu rütteln sein wird. Aus der Plattform eines dieser zwei Entwürfe oder einer Verschmelzung aus ihnen wird man sich zusammenfinden Müs- f«t, um das Bauprogramm endgültig festzulegen, auch wenn es in seiner Gesamtheit erst in Iah- ren durchgeführt werden kann. Der eine Entwurf knüpft an das bekannte Projekt von Hans Schmidt an. also an den halbrunden Ettlingertorplatz. Alle technischen und Verkehrsverhältnisse sind vollkommen glatt gelöst. Die Beiertheimer Allee bleibt, wie sie jetzt verläuft. Dies ist ein wichtiges Moment. Denn das Projekt von Hirsch, das in letzter Zeit in den Vordergrund geschoben wurde, braucht eine kostspielige Verlegung der Beiertheimer Allee. Diese stellt die Verbindung mit dem Fest- platz her. Die Ausstellungshalle wird umbaut. Auf das Konzerthaus mündet die Verlängerung der Lammstraße zu und bildet dort einen kleinen Platz. Zwischen Ausstellungshalle und der küns- tigen parallel dazu gerichteten Festhalle dehnt sich ein rechteckiger Platz aus, der künftig eine geschlossene großräumige Form annehmen ivird. Die Ettlingerstratze wird einfach lohne Säulen- gängc, die kostspielig sind und Licht wegnehmen) bebaut) vor dem Vierordtbad ebenfalls durch Matznahmen übergehen, und die Geschäfts- führung und die Führung einer Hand über- lassen, die. wenn es nottut, auch zur Faust wer- den kann!" Der parlamentarische Mitarbeiter des Beobach- ters scheint seine Hoffnung nur noch auf einen Diktator zu setzen. Ende Juli haben wir einmal gesagt, es bestehe Gefahr, daß das Volk in seiner Mißstimmung über die Hilflosigkeit der Parla- mente nach einem Diktator rnfe. Der BeoSachter hat uus damls diese Worte sehr übel genommen. Und nun nach zwei Monaten! Die Zeit ist ein unerbittlicher Lehrmeister. * Anlröge auf Erleichterung der Steuerzahlung. Berlin, 8. Okt. Der ,LZoff. Ztg." zufolge hat die Bayerische Volkspartei im Reichstage meh- rere Anträge auf Aenderung des Steuergesetzes vom II. August 1023 eingebracht. U. a. sollen die Freigrenzen heraufgesetzt werden. Die Deutsch- nationalen beantragen, den Entwertungssaktor von 30000 für die Einkommensteuervorauszah- lungen herabzusetzen und für die wirtschaftlich schwachen Betriebe des Handels und des Klein- Handels die Zahlung der Ruhr abgäbe um einen Monat hinauszuschieben. Reichsindexziffer. Berlin. 3. Okt. (Drahtber.) Die Reichsinder- ziffer für Lebenshaltungskosten beläuft sich nach Feststellung des Statistischen Reichsamtes für den 1. Oktober auf das 40 000 000fache der Vorkriegszeit. Die Steigerung gegenüber der Vor- woche (28 000 OOOfache) beträgt somit 44,3 Proz. Lunte Chronik Fünstagesahrt eines Zeppelin-Luftschiffes. Am 26. September hat ein altes Zeppelin-Luftschiss, das in französischen Besitz übergegangen und auf den Namen Tixmuiden getauft worden ist, eine Fünftagefahrt angetreten. Es ist von dem Flugplatz bei Paris zunächst nach Toulon—Mar- seille und von dort über das Mittelmeer nach Algir gefahren. Die Fahrt ging dann weiter nach Biferta und zurück nach Frankreich, das in großem Bogen unter Berührung aller wichtigen Städte umflogen worden ist. Die Fahrt vollzog sich ohne Zwischenlandung. Ei« neues Maschinengewehr soll in der Schweizer Armee eingeführt werden. Es ist eine Erfindung der Schweizer Techniker und ist tu der staatlichen Waffenfabrik der Schweiz hergestellt worden. Das Maschinengewehr zeichnet sich durch außerordentlich große Fähigkeit und Hand- lichkeit aus. Es ist nur vier bis fünf Pfund schwerer als das gewöhnliche Jnsanteriegewchr, dem es auch dem Aeußern nach sehr ähnlich sieht. Das Magazin des Maschinengewehrs enthält dreißig Runden und ist imstande, in der Minute 450 Runden zu verfeuern. Jedes Infanterie- Bataillon der Schweizer Armee folln 16—24 solcher Maschinengewehre mitführen. Wie man sieht, macht die „Abrüstung" immer weitere Fort- schritte. Minister als Zirkusdirekor? In Budapest war kürzlich der Posten des Direktors des städt. Zirkus ausgeschrieben. Unter den Bewerbern befanden sich mehrere stellungslose Minister, dar- unter auch Dr. Stephan Friedrich, der frühere Ministerpräsident und Dr. Haller, der Unter- richtsminister. Die Stadtverwaltung zog es aber vor, die Stelle nicht in die Hand eines Po- litikers, sondern desjenigen Fachmannes zn legen, der die höchste Pacht bot. Offenbar war sie der Ansicht, daß Minister nicht geeignet sind, einen Zirkus zu leiten. Anbauten die Platzform hergestellt. Die Gar- tenstraße bleibt im großen und ganzen. Auf ähnlicher, wohl noch etwas gereiftem Grundlage baut sich auch der zweite Entwurf auf, der für den Ettlingertorplatz das guer gelegte Rechteck des Billingschen Projektes annimmt. Doch das ist nicht das Entscheidende, sondern die klare Durchgestaltung des Festplatzes, die es er- möglicht, die Straßenbahn in einer geraden Linie, nicht geschlängelt, Wer den Platz zu führen. Neben dem Konzerthans westlich vor dem künfti- gen Stadtgarteneingang entsteht ein kleiner drei- eckiger Platz. Jeder der beiden Entwürfe fuhrt das Problem nicht bloß einen Schritt vorwärts, sondern über- Haupt zum Ziele. Sie sind in ihrer Verschmel- zung die zutreffende Grundlage für die kiinf- tige Bebauung. Ein Blick auf die Pläne wird das jedem, der unvoreingenommen davor tritt, klar beweisen. Nicht einleuchten will mir da- gegen ein Detail, das wohl aus eine Absicht der Stadt zurückzuführen ist. Danach soll, wenn ich richtig sehe, die Amalienstraße bis zur Lammstraße durchgeführt werden. Das geht nnr auf Kosten des Nymphengartens und des Erb- prinzenschlößleS. Die Amalienstrahe führt un- mittelbar ans dieses zu. Und sie muß natürlich davor Halt machen Sie kcmu gut und gerne durch den Palaisgarten geführt werden bis in die Ritterstraße. Aber bis zur Lammstraße? — ausgeschlossen! Ich glaube nicht, daß man sich über diesen Punkt jetzt weiter zu verbreiten braucht. Der Gedanke, das Schlößle niederzu- reißen und den Garten zu zerstückeln, wäre so santastisch-barbarisch, daß er vorderhand einfach ignoriert werden kann. Der Oeffentlichkeit gegenüber ist auch die Frage über Verlegung der Lokalbahn aus der Beiertheimer Allee noch nicht klargestellt. Erst vor wenigen Jahren hat man sie mit erheblichen Kosten dorthin ge« legt. Nun sollen die Schienen wieder heraus' gerissen werden. Wohin? Zurück in die Kriegs- straße? Oder durch die Ettlingerstraße und dann über den Festplatz? Das Äauprogramm des Platzes am Ettlingertor und vor der Ausste!' lungshalle wird davon beeinflußt. Was über die ganze Platzgestaltung sonst noch zu sagen ist, geht aus einem Schreibon der Orts- gruppe des Bundes Deutscher Architekten zur Genüge hervor. «Siehe heutiges .Harlsrnhec Tagblatt".) Es ist zu hossen. daß sich die ganze interessierte Karlsruher Oeffentlichkeit hinter die gegebene Führung der Berufsorganisation der hiesigen Baukünskler stellt. Erstes Blatt Karlsruher Tagblatt. Donnerstag, den 4. Oktober 1V2S Nr. 273. Seite S Welche Steuern sind in der ersten Oktoberhälfte zu zahlen? Mitgeteilt von der Steuerauskunftsstelle der Handelskammer Karlsruhe. Betriebssteuer. 1. Arbeitgeberabgabe für industrielle, gewerbliche und Handels- betriebe: Bis spätestens 5. Oktober das Doppelte der in der Zeit vom 21. bis 30. September von Lohn- Zahlungen einbehaltenen Beträge: bis spätestens 1<5. Oktober das Doppelte der in der Zeit vom 1. bis 10. Oktober von Lohnzahlungen einbehaltenen Beträge. Verzugszuschläge bei Zahlungen ab 6. bezw. 16. Oktober: die Berechnung der Zuschläge er- folgt jetzt dergestalt, daß der. zu zahlende Ab- gabebetrag durch den im Zeitpunkt der Köllig- keit maßgebenden Umrechnungssatz für die Land- abgäbe geteilt und mit dem im Zeitpunkte der Zahlung maßgebenden Umrechnungssatz ver- vielfacht wird. Der Unterschied zwischen dem so errechneten Betrag und dem ursprünglichen Ab- gabebetrag wird als Zuschlag erhoben, er be- trägt aber mindestens 10 Prozent der ursprünglichen Zahlung: eine Spekulation auf eine Mark- Verbesserung ist also ausgeschlossen. Beispiel: Abgabebetrag 10 Milliarden: Zahlung erfolgt am 11. Oktober: Umrechnungssatz vom 5. Oktober 30 Millionen, vom 11. Oktober 60 Millionen: mithin: 10 Milliarden X 60 Millionen: 80 Millionen gleich 20 Milliarden. Der Zuschlag würde somit 20 Milliarden — 10 Milliarden gleich 10 Milliarden betragen. Die Abgabe wirg nicht erHobe», wenn sie ge- ringer ist als das 200sachc des einfachen Kern- briefportos im Inlandverkehr am 10. Tage vor dem Fälligkeitstage. Im Wrigen Erlaß der Abgabe nach 8 37 der Durchführungsbeftimmun- gen im Einzelfalle möglich, wenn die Einziehung nach Lage der Sache unbillig wäre. 2. Landabgabe für Landwirtschaft, Kor st Wirtschaft und gärtnerische Betriebe: Bis spätestens 8. Oktober 155 Goldmark für je 2000 M Wehrbeitragswert: die Umrechnungssätze gibt der Reichsfinanzminister fortlaufend bekannt. Landwirtschaftliche Betriebe unter 1000 Ji Wehrbeitragswert bleiben abgabefrei: ab 9. Oktober Verzugszuschläge in Höhe von 5 Prozent jährlicher Zinsen in Gold vom Tage der Källigkeit an bis zum Zahlungstage ein- schließlich. Erlaß der Abgabe wie bei Arbeitgeberabgabe (vgl. oben unter 1.) Einkommensteuer. Källigkeitstermin 5. Oktober. 1. Steuerpflichtige, deren Einkommen 1922 hauptsächlich aus Gehalt und Arbeitslohn, aus freiem Berufseinkommen (Amte, Rechtsanwälte usw.), aus Renten, aus Erträgen auf deutsche Währung lautender festverzinslicher Werte, aus Spekulationsgewinnen und dergl. bestanden hat: K der Jahreseinkommensteuer für 1922, soweit er durch Steuerabzug nicht ge- deckt ist. 2. Steuerpflichtige, die ihr Einkommen im Jahre 1922 hauptsächlich aus Industrie, Handel und Gewerbe, aus Landwirtschaft, Grundbesitz bezogen haben: X der Einkommensteuer für 1922 X 30 000, also das 7S0vfachc der Jahres- steucr für 1922. 3. Steuerpflichtige, bei denen der Keststellung des Einkommens ein Geschäftsabschluß vor dem 1. Juli 1922 zugrunde gelegen bat: % der Einkommensteuer für 1922 X 120 000, also das 30 OOOsache der Jahressteuer für 1922. Berechnung der Verzugszuschläge vergl. bei Arbeitgeberabgabe (1). Stundung kann gewährt werden, wenn ein Steuerpflichtiger nachweist, daß sein steuerbares Einkommen für 1923 voraussichtlich weniger als % des 30 OOOfachen Betrags des Einkommens im Jahre 1922 ausmachen wird. Nhein-Nuhr-Abgabe. Källigkeitstermin 5. Oktober. 1. Einkommensteuerpslichtige, die erhöhte Vor- auszahlungen zu leisten haben: den doppelten Betrag der Einkommensteuervorauszahlung, also Jahressteuer für 1922 X 15 000. 2. Die übrigen Einkommensteuerpslichtigen (Gehaltsempfänger, Arbeiter usw.), deren Ein- kommen im Kalenderjahr 1922 den Betrag von 1 Million Mark überstiegen hat: das 200fache des 4. Teiles der Einkommensteuer für 1922, also Jahressteuer für 1922 X S0. 3. Erwerbsaesellfchaften zahlen: „ . ») bei Abschluß des Geschäftsjahres 1921/22 in der Zeit vom 1. Januar 1922 bis 31. März 1922 das 90 000fache der Körperschaftssteuer für 1921/22: l>) bei Abschluß des Geschäftsjahres 1921/22 in der Zeit vom 1. A?ril bis 30. September 1922 das 4S 000fache der Körperfchaftssteuer für 1921/22: c) bei Abschluß des Geschäftsjahres 1921/22 in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezem- ber 1922 das 22 500fache der Körperschaftssteuer für 1921/22 der 1922. Berechnung der Verzugszuschläge vergl. bei Arbeitgeberaba^be 1). Abgabepflichtigen, die zwar ihren Sitz oder Ort der Leitung im unbesetzten Gebiet, den Schwerpunkt ihrer geschäftlichen Tätigkeit aber im besetzten Gebiet haben, kann auf Grund der 88 102, 108 Reichsabgabeordnung Stundung und im gegebenen Kalle Erlaß der Abgabe gewährt werden, wenn durch die Besetzung ihre Wirt- schast mehr oder weniger lahmgelegt und auch sonstiges Vermögen oder Einkommen nicht vor- Händen ist. GaöischeIolittk Einschränkung der Versammlungsfreiheit. Amtlich wird gemeldet: Ter BefohlKhaber des Wehrkreises 5, Generalleutnant Reinhardt in Stuttgart, hat bestimmt, daß in seinem Befehls- bereich, zu dem auch Baden gehört, alle öffent- lichen Versammlungen, Ansammlungen, Um- züge und Aufzüge unter freiem Himmel ver- boten sind. Gleichzeitig werden alle öffentlichen Versammlungen in geschlossenen Räumen von der Genehmigung der zuständigen Polizeibehörde abhängig gemacht. Die Polizeibehörden sind an- gewiesen, gegen jede Handlung, die zum Gene- ralstreik oder zum Bürgerkrieg auffordert, ein- zuschreiten. Die badischen Volksparteiler für Slresemann. Eine Wahlkreiskonferenz der Deutschen Volkspartei in Mannheim hat in einer Ent- schließuug dem Reichskanzler Dr. Stresemann das Vertrauen und treueste Gefolgschaft ausge- sprachen. Aus SaSen Jechtiugeu, 3. Okt. Laut Gemeindebeschluß hat vorgestern hier die Weinlese, „der Herbst", be- gönnen. Das Ergebnis ist allerorts äußerst ge- ring: aus vielen größeren Rebstücken bringt man nicht einmal 1 Zentner Trauben heraus. In den letzten zwei Wochen hat der Wurm fast alles zerstört. Die geernteten Beeren geben weniger Most als letztes Jahr, von nicht sehr hohem Gewicht. Weinkäufe dürsten dieses Jahr wohl nicht abgeschlossen werden. In längstens drei Tagen ist die gesamte Weinlese beendet. An anderen Orten des Kaiserstuhls sieht es ebenso trostlos aus. = Donaueschingen, 3. Okt. Der Bürgerausschuß hat dem Fürsten zu Fürstenberg anläßlich feines 60. Geburtstages das Ehrenbürgerrecht verliehen. - Psullendorf- 3. Okt. Mit dem Bahnhof- umbau soll es nunmehr ernst werden. Die Bahnbauinspektion von Konstanz hat den Auf- trag erhalten, die Bauarbeiten nunmehr auszu- schreiben. — Konstanz. 3. Okt. Die zweite schweize- rische Winternotstandsaktion wird im November ihren Anfang nehmen. = Konstanz. 3. Okt. Beim Birnenpflücken ist der 16 jährige verheiratete Zimmermann Gott- fried Mang, wohnhaft in Allmannsdorf, von dem Baume abgestürzt und hat so schwere Verletzungen erlitten, daß er bald darauf ge- st o r b e u ist. Aus KachbarlLnöeru = Ludwigshafen, 3. Okt. Eine schreckliche Liebestragödie hat sich in dem westpfäl- zischen Dorfe Hornbach abgespielt. Die Brautleute Eugen Eisenbraun und Marie Kirsch wollten dort Bekannte zu ihrer Hochzeit einladen. Der frühere Liebhaber der Marie Kirsch, der 18jährige Arbeiter Ludwig Huntz, hatte hiervon Kenntnis erhalten, kam aus dem Saargebiet nach Hornbach und stach zunächst das Mädchen und dann den Bräutigam nieder. Beide starben an ihren schweren Verletzungen. Der Messerstecher wurde verhaftet. Schule unH Kirche Die Bezüge der Geistlichen. Die badische Regierung hat nunmehr die Mit- tel zur Bezahlung der Geistlichen im Monat Oktober zur Verfügung gestellt. Bebauungsplan des Gebietes zwischen Ettlinger Tor und Stadtgarten. Schon vor dem Kriege hat sich die Kachwelt unter reger Beteiligung der Öffentlichkeit mit der Krage des Ettlingertorplatzes befaßt. Es darf als bekannt vorausgesetzt werden, wie in- tensiv sich Baukünstler, Städtebauer und weitere Kreise bemüht haben, die Platzsvrm zu finden, welche der Bedeutung der architektonisch wichtig- sten Hauptachse der Stadt Karlsruhe entspricht. Das Projekt von Architekt Hans Schmidt, das im Wettbewerb mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde, bildete bis in die letzte Zeit wegen seiner vorzüglichen künstlerischen Qualität den Gegen- stand lebhafter Erörterungen. Mau konnte sich bis heute jedoch nicht zur Durchführung dieses Entwurfs entschließen. Untätig in dieser wichtigen Krage war man indessen nicht. Eine Anzahl anerkannter Bau- künstler haben Projekte ausgearbeitet, die Stadt- Verwaltung hat in mehreren Kommissionssitzun- gen darüber beraten und eine Reihe Vorschläge gebracht. In Kachkreisen wurden die Projekte bekannt gegeben und darüber diskutiert. In einer solchen Aussprache wurde die über- aus wichtige Krage über die Beibehaltung der Beiertheimer Allee dahin geklärt, daß ihr gänz- liches Verschwinden zwischen Konzerthaus und Ettlinger Tor in baukünstlerischer und Verkehrs- technischer Hinsicht nicht zu empfehlen sei. Neben den verschiedenen in Vorschlag gebrachten Plätzen hat ein Projekt von Ministerialrat Dr. Hirsch, welcher ans eine Platzgestaltung verzich- tet und nur eine Verbreiterung der Kriegstraße vorsieht, namentlich bei der Stadtverwaltung größere Gegenliebe gefunden. Dieser Vorschlag ist wohl weniger aus baukünstlerischen als tak- tischen Erwägungen hervorgegangen. Nachdem sich zuerst sämtliche beteiligten Baukünstler auf den Standpunkt stellten, ein Platz sei unter allen Umständen erforderlich und nur über die Platz- form sehr verschiedene Meinungen hatten, lag es nahe, eine platzlose Gestaltung mit Erfolg in Vorschlag zu bringen. Der Umstand, daß eine scheinbar bessere geschäftliche Ausnutzung des Bauplatzes noch zu der Aussicht hinzukam, mit einem Schlage die langjährigen Erörterungen über die Platzform zu beenden, läßt die freund- liche Stellungnahme der Stadtverwaltung diesem Vorschlag gegenüber etwas begreiflich erscheinen. Dazu kommt der Wunsch, den Bebauungsplan endlich festzulegen, um baureifes Gelände im Stadtinnern an hervorragender Stelle zu schaf- fen. Den Schwerpunkt aller bisherigen Erörtern«- gen bildete der Ettlingertorplatz: vernachlässigt wurde aber der Bebauungsplan um die städ- tische Ausstellungshalle und das Konzerthaus. Eine städtebaulich gute Lösung, welche durch die Stellung der beiden genannten Gebäude außer- ordentlich erschwert ist, ist bis heute nicht be- kannt. Und doch bildet der Platz vor dem Kon- zerthaus bezw. die Gestaltung der Räume um diese Gebäude den Angelpunkt des Bebauungs- Plans dortiger Gegend. Ein Plan, welcher nur für das Ettlinger Tor eine Lösung brächte, ist undenkbar, da dadurch die Situation des gesam- ten, der Erschließung harrenden Geländes uoch verfahrener würde. Es gilt also heute, Entschlüsse zu fassen, die von weittragender künstlerischer Bedeutung für die Stadt Karlsruhe sind. Zu dem jedem Laien in die Augen springenden Kehler der planlosen Stellung von Ausstellungshalle und Konzert- Haus dürfen keine weiteren Mißgriffe kommen, welche die einmal vorhandene planlose Gestal- tung noch stärker betonen. DieS kann nur dadurch verhindert werden, daß zu der möglichst geschlossenen Umbauung des Kestplatzes ein kleinerer symetrischer Platz in architektonischem Sinne geschaffen wird. Dieser Platz kann eine direkte Verbindung durch einen neuen Straßenzug mit der Krieg- straße erhalten. Statt der bisher vorgesehenen (überflüssigen) Ablenkung der Beiertheim«! Allee an der Einmündung in die Kriegstraße erfolgt eine solche vor dem Konzerthaus. Diese kurze Verlegung ist nötig, um geordnete Ver- Hältnisse und künstlerisch vertretbare Raum- gebilde zu schaffen. Die unglückliche Stellung der Ausftellungs- Halle und des Konzerthauses, die durch bauküust- lerische Gestaltung der unmittelbaren Umgebung einer Korrektur unterzogen werden muß, geschah auf den Rat eines auswärtigen Städtebauers von Ruf. Wie die Praxis beweist, war er der ihm von der damaligen Stadtverwaltung ge- stellten Aufgabe nicht gewachsen. Als Vertreter einer architektonischen Auffassung in Mittelalter- lichem Sinne war er der denkbar ungeeignetste Gutachter für das planmäßige großgebildete Karlsruhe Weinbrenners. Dies hat seinerzeit die hiesige Architektenschaft richtig erkannt und sich leider erfolglos gegen die überstürzte Errichtung der beiden Bauten gewehrt. Um noch größere Kehler zu vermei- den und die früher gemachten nach Möglichkeit zu verbessern, hat sich die Karlsruher Orts- gruppe des Bundes Deutscher Architekten der Aufgabe unterzogen, Vorschläge für den Bebau- ungsplan auszuarbeiten. Diese Pläne sind das Resultat eingehender Beratung unter einer größeren Anzahl städtebaulich vorgebildeter Ar- chitekten in Fühlungnahme mit den zuständigen städtischen Stellen, um deren Wünsche in ver- kehrstechnischer Hinsicht kennen zu lernen. Die Vorschläge der hiesigen Architektenschaft sind in zwei Plänen, welche nach den vorgenannten Grundsätzen ausgestellt sind, in der Ausstellung der Bereinigung technischer Vereine im Oran- geriegebäude der Oesseutlichkeit zugänglich ge- macht. Beide Projekte enthalten die Hauptsor- derungen der hiesigen Künstlerschaft: Schaffung eines baukünstlerisch empfundenen Ettlingertor- Platzes in mäßigen Abmessungen — ob halbrund oder viereckig möge vorläufig dahingestellt sein — und Schaffung eines symmetrischen Platzes vor dem Konzerthaus. Kragen etwas geringerer Bedeutung wie Ausbildung des Platzes vor der Ausftellungs- halle und bessere Schließung der Ostwand des Platzes, sowie der Wegfall der Arkaden zwischen Ettlingertor und Keftplatz seien nur erwähnt. Beide Pläne erfüllten diese Anforderungen, wenn auch auf etwas verschiedener Weise. Dank der selbstlosen Mitarbeit hiesiger Archi- tekten ist ein Plan entstanden, ber einen wesent- lichen Kortschritt allen bisherigen Vorschlägen gegenüber bedeutet. Es ist zu erwarten, daß sich die ietzige Stadtverwaltung der guten Karls- ruher Bautradition erinnert und diese große städtebauliche Aufgabe nicht wieder, wie früher geschehen, gegen den Willen seiner berufenen Baukünstlerschaft einer Lösurg zuführt, die künstlerisch nicht vertretbar ist und das Stadt- bild für alle Zukunft ungeheuer beeinträchtigt. Ortsgruppe Karlsruhe des Bundes Deutscher Architekten. Schlüsselzahlen des 3. Ottober. Bad. Einzelhandel: 13 200 000 (Bort. 9 600 000). Karlsruher Teuerungszahl (mit Bekleidung): Stichtag 1. Oktober: 16 310 801 (Vorwoche 29 917 801). Badische Teuerungszahl (ohne Bekleidung): Stichtag 1. Oktober: 11189 035,52 (Vorwoche 25 938 477,73). Großhandels«Teuerungszahl: 18.—25. September: 36 200 000 (Borwoche 36 000 000). Reichsiuderziffer: Stichtag 1. Oktober: 40 400 000. (Vorwoche 28 000 000.) Goldmark: 105 023 809. Goldzollanfgcld: 3.-5. Oktober 3 599 999 900 Prozent. (Vorwoche 3 189 999 900 Prozent.) Schlüsselzahl des Badisch«» Gastwirteverbandes: 40 Mill. Mk. Yk Ltr. neuer Weißwein 12 Mill. Mark, Rotwein 15 Mill. Mk.: Essen in Klein- betrieben 45 Mill. Mark, in Mittelbetrieben 60 Mill. Mark. Eisenbahn. Personentarif 30 Mill., Gütertarife 36 Millionen. Badisches Landeotheater: 25 000 000. Schlüsselzahl des Vereins deutscher Zeitungs- Verleger für Anzeigenanfträge: 50000. Buchhiindlerschlitsselzahl: 50 000 000. Vom Wetter Wctternachrichtendienst der Badische« Landes- Wetterwarte Karlsruhe. Mittwoch, den 8. Oktober 1928. Im Bereiche kleiner über Mitteleuropa hin- wegziehender Lustdruckstörungen dauert in Deutschland das meist wolkige Wetter mit Strich- regen an: weitere Tiefdruckansläufer über der Nordsee und der irischen See werden morgen wieder leichte Regenfälle bringen, nach deren Vorübergang unter dem Einfluß nördlicher Luft- strömungen Abkühlung zu erwarte» ist. Wetteraussichten für Donnerstag, 4. Oktober: Meist wolkig, wieder leichte Strichregen, später Abkühlung, westliche bis nordwestliche Winde. Rbein-WaNerstiinde morgens « Wir: ».Oktober 2. Oktober Echi»st«rins«l , 1,10 ra 1,10 m Kehl 2,15 ra 2,in m Maxau .... 3,62 in 8,65 m „ ....—» mittag» 18 Uhr 3,64 m fr .... — m abends 6 Uhr 3,64 m Mannheim . . 2.38 m 2,42 ra Sriefkasten K. K. Ein Recht auf Pfändung besteht: ob diese sich lohnt, ist eine andere Frage. OSRAM LAMPEN kauft und bpaucht die ganze Welt Nr. 278. Seite 4 Karlsruher Tagblatt, Donnerstag, den 4. Oktober 1823 Erstes Blatt Süßen täglich frisch gekeltert, liefert in bekannter Weise B. Finkelsfein Avselweingrohtelterei Telefon S10, Rintheimerstr. 10. Gas- und Strompreise. Für die Gas- und Stromentnahmen, welche durch Stanbablesung ab 3. Oktober ds, Js. (mit dem • ------ - -Ttcr 2. ... gelten Einzuasbezirk beginnend) sestgeftcllt' werden f weiteres folgende Preise: 1 cdm Gas für Leucht-, Koch- und Heizzweckc Iß ODO 000 M 1 cbm Gas für Kraftzwecke . . . 14 000 000 M 1 Kwst Strom für Licht bis zu 3000 Kwst 40 000 000 .U 1 Kwst Strom für Kraft bis zu 3000 Kwst 30000 000 Jl TrevpcnlianSbelenchtungi Schaltubrmiete monatlich . .28 000000.^ die 16 fetzige Glühlampe monatlich . 28000 000 Jt Panschalgliihlamven inKellern und Dachkammern 1750000.* für. die Glühlampe u. Kerzen- stärke Kleintranssormatoren f. Läute- werke u. Türöiiner. .... 18000000.1 für 1 Watt Eigenverbrauch. Karlsruhe, den 2. Oktober 1923. Stiidt. Gas-, Wasser- «nd Elettrizitiitsamt. In jedem Hotel, Restaurant, Cafe usw. sollte das „Karlsruher Tagblatt" die Badische Morgenzeitung aufliegen. e. G. m. b. S. Die außerordentliche Generalversammlung vom S.Oktober 1S23 hat beschlossen, denGeschästsanteil auf 1(00 Millionen Mark *u erhöhen. Der Geschäftsanteil ist bis spätestens Der praktische, zusammenlegbare, gelbe lafdtenfahrplan für Karlsruhe u. die weitere Umgebung ist auf 1. Oktober neu erschienen und in den Buch- und Papierhandlungen, bei den Zeitungsträgern und Verkäufern des Karlsruher Tagblatts, sowie in der Geschäftsstelle des Tagblattes, Ritterstraße 1, erhältlich. Preis Grundzahl —.30 X Buchhandelsschlüsselzahl. G«t miibl. Zimmer eiektr. Licht. gule Lag«, zu vermieten. Angeb. u. Nr. 6337 i. Tagblattbüro. Mitlings-Tausch. WelcherRentner ob- vens. Beamte tauscht soiort seine 4^-5 Z.-Wohnung i. at. Lage gegen eine kl. 3 Z.-Wohng mit Radez. je. vart- i. oeft. Südwest- stadilage. Umzugskotten Ehepaar sncht 2 Zimm. eventuell 2 Mansarden gegen Lebensmittel und gute Bezahlung. Ange". unt er Nr. 638 1 t. Taablb . Welche aHeirtfteS. jfrau würde jung. Brautpaar 1 od. 2 leere Zimmer abtreten. Preis Nebens. Ang.u. Nr.S384i.Tagblb. ' Käpilalien 5-10 Milliarden zu hob. Zins sucht Bankkom.-Gefch. 8-limItt Hirschstr. 43. 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Ab heute: [Am roten Kliff Sensationsdrama in 6 Akten nach dem gleichnamigen Roman von Anny Wothe. In den Hauptrollen: Agnes Straub Sybill Morel! Fritz Kortner. I Außerdem erstklassiges Beiprogramm-1 Badisches Landestheater Donnerstag, 4. Oktober, 7 bis gegen 10 Uhr Sp. 1 3.50 Jiy Abonn. F. 3 Th.-Oem. B. V. B. Nr. 3601—400 Die Reise gegen Gott. Berliner Kursbericht Alle Kurse in Hillionen Prozent. Veracli. festverzinsliche Werte. 4V» Oest.Soh.U 4 . Gold-E.. . . Kr6n.R. .. THrk.adm.. Bagd. 8.1. . Bagd. 8. II . Türk: uruf. . Zoll 1911 . . Lose Ung.Gold-E. Kron.-R. .. Mex. Aal.. . 4'/sdo.Bwgsanl. 6» 0 Teh.N.Eaüw. 4>/2Anatol.f?.I . 41Ä . 8. II 4'/, . 8. III 1.10. 700 100 250 650 925 900 6G0 7500 3200 280 2000 2000 1700 3. 10. 875 2^0 1200 1242.5 1350 1350 4000 126 305 8750 2000 Elsenbahn-Aktlen. Allg Lokalb. . . Hochbahn . . . Lübeck-Büch. . Slldd.Eisenb.. . Baltimore. . . . Schantung . . . Lombarden. . . 440 300 1200 3500 230 1000 3600 210 1100 Schlffahrta-Werte. Argo-Akt.. . . . D. Aubtral.-Akt. Hapag-Akt.. . . H. Südara.-Akt. Hansa-Akt.. . . Nord-Lloyd Akt. Ver. Elbe-Akt 2475 825 495 370 2000 2900 3200 595 450 Bank-Aktien. Bk. f. el. Werte Barmer B.-Ver. Berl. Hand. Ges. Brasil. Bank . . Commerzbank . Danz. Priv. Bk. Damstdt. Bk. . D. Asiat. Bank Deutsche Bank D. Ueber8ee-Bk. Disc.-Komm.. . Dresdener Bank Bss. Cred.-Anst. öoth.Cred.S.Bk. Leipz. Cred.-A.. Lux. Intern. B. Mitteid.CredUb. 440 310 2900 250 360 5500 1200 340 375 80 95 140 575 420 2500 350 500 700 8000 1550 450 400 60 110 200 Oest. Credit ., Ostbank Reichsbank. . . Ehein.Creditbk. Wiener Bankv.. 1. 10. 800 140 55 Branerelen. BraueralEngelhardt „Öchltfi.-Pati „ Dortm. Akt. „Dortm. Ilnbr. „ Riebeck Laipz. ,,Reichelbr&u V. Tnchersche . 250 350 § 500 3. 10. 1100 220 1000 16 8§ 400 320 480 600 125 650 Indnstrle-Aktlen. AachenerLeder AachenerSpinn. Acciunolator. . Adler & Oppenh. Adlerhotte Glas Adlerw.Kleyer. A.-G. für Anilin A.-G. ftlr Verk. Alexanderwerk Alfeld Delligsen Alfeld-Gron. . . Allg. 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Hohenlohe . . . Holzmann Phil. Horch Motor . Hotelbetr. St.A. Howaidwerk. > HumholdtMsch Hutschenreut. Porz. Hüttw.Niedsch. Jlse Bergbau . JeserichAsph. . Jüdel Eisb. Sig. Junghans Gebr. Kahla Porzeil. Kahlbaum . . . Kaiser-Keller . Kali Aschersl. . Kalker Masch. . Karlsr. Masch.. Kattowitz. Bgb. Kirchner Lpzg. KlöcknerWerke C. H. Knorr . . Köhlm. Starke. Kolb & Sciiüle . Kollm. & Jourd. Köln-Nenessen Köln-Rottw. . . Königsb. Berg. Gebr. Körting. Körting Elektro Kostheim Cell. Krauss & Cie. . Kronprinz Met. Kruschw. Zuck. Küppersbusch . Kyffn. Hütte. . Lahmeyer . .. Laurahütte. . . Leipz. Werkz. . Leopoldsgruben LinaeEismasch Lindenb. Stahl. Lindström . . . Lingner Werke Linke Hofm. . Löwe Werkz. . Lorenz Tel. .. Lothr.Prtl.Cem. Lüdensch. Met. Lüneb. Wachs. Luther Masch.. 1.10. 3. 10. 200 280 85 2500 950 6000 105 450 120 140 2800 115 1450 5100 30M 530 3 °4° O 8 90 650 3250 490 190 200 210 300 z m 240 425 350 260 440 320 1500 1825 260 3900 500 285 4750 175 375 900 5000 470 300 105C 6200 1800 490 340 800 1100 1200 130 - 550 1675 2400 580 240 575 225 iW 1710 z i28 2700 2350 3100 180 270 790 125 380 790 230 ü $' Magdebg.Mühl. Magirus Mafmedie.... Mannesmann Mansf. Braunk. Marienhütte b K Markt & Kühlh Masch. Breuer. Masch. Kappel Maximiliansau. Mech.Web.Lind „ Web.Sorau Mech. Web. Zitt. Meguin Butzb.. Mehlth.Tüllfab. Meyer Kaufm. . Meyer Dr. Paul Miag Mix & Genest . Motoren Deutz Mülheim Bgw.. Weckars. Fahrz. Nept. 8chiffsw. Niederlaus. Kohlen Nitritfabrik . . Nordd. Gummi. Nordd. Steingut s Wollkämra. Nürnb.WerkW. Obersch.E.B.B. n Eisen Caro „ Kokswerke Oelking-8tahl . Opp. Porti. Zern. Orenstein. . _ Osnabr. Kupfer Ostwerke.... Ottensen Eis. . Panzer A.-G. Phönix Hütten und Bergbau Phönix Braunk. Pintsch Plauen Spitzen Pöge eiektr. . . 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Ein schweres Unglück hat sich gestern vormittag gegen 11 Uhr in der Rüp- purverstraße bei der Wielandtstraße ereignet, wo die 256jährige Hildegard Bächle in einen in Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen hinein- lief. Das Kind geriet unter den Wagen, wobei ihm das Rückgrat abgedrückt wurde. Der Tod trat auf der Stelle ein. Den Wagenführer trifft keine Schuld. Unfälle. Am 2. Oktober, nachmittags 5 Uhr, kam Ecke Lamm- und Kaiserstraße eine Frau mit ihrem Fahrrad so unglücklich zu F«ll, daß sie vom Trittbrett eines Straßenbahnwagens er- saßt und etwa zwei Meter weit geschleift wurde. Die Frau trug anscheinend innerliche Ver- letzungen davon. — Am gleichen Tage abends 6.16 Uhr erlitt ein Maurer beim Entleeren eines Gasofens im Gaswerk II dadurch einen Unfall, daß durch das Ausschlagen einer Stich- flamme die Kleider Feuer fingen nnd der Mann erhebliche Brandwunden auf der rechten Körper- feite davontrug. Der Verletzte fand Aufnahme im Städt. Krankenhaus. Die Wucherpolizei brachte zur Anzeige: eine Händlerin wegen übermäßiger Preissteigerung mit Gemüse, einen Tapezier und eine Schirm- flickerin wegen Leistungswucher, einen Landwirt wege» unerlaubten Handels mit Lebensmitteln und einen Trödler, weil er mit neuen Waren ohne Erlaubnis .Handel trieb, einen Wirt, weil er sich seine vermieteten Zimmer mit Devisen be- zahlen ließ, einen Metzger und einen Wirt wegen Handels mit Schlachtvieh ohne Genehmigung, zwei Ladeninhaberinnen wegen übermäßiger Preissteigerung mit Bedarfsgegenständen und einen Metzermeister und einen Kaufmann, weil sie für Fleischwaren Ueberprese verlangten. Festgenommen wurden: ein Schlosser von Malsch wegen Kuppelei und ein Kutscher von hier wegen Anstiftung hierzu: ein Fürsorge- zögling, der vom Jugendgericht gesucht wurde, u. ein Handlesmann von Marienburg, der vom Oberstaatsanwalt in Ersenach wegen Einbruch- diebstahls ausgeschrieben war. Mitteilungen des Dad. Landeslheaters. Am Montag, den 8. d. M.. findet die hiesige erste Aufführung von Richard Straub' symphonischer Tanz- dichtuug »Die Josesslegende" statt. Die szenische und choreographische Einstudierung wird von Ballettmeister Semmler aus Bern geleitet, während die musikalische Leitung Overndirektor C o r t o l c z i S inne hat. In den beiden Hauvtvartien des „Joses" und „Potiphars Weib" gastiert das ausgezeichnete Tänzerpaar Jril Gadeskow und Ami S ch w a n i n g e r. die im Berein mit Herrn Temmler das Werk bereits an zahl- reichen Bühnen Deutschlands mit größtem und an- erkanntem Erfolg zur Darstellung gebracht haben. Die von ersten Künstlern entworsenen Kostüme bringt Herr Temmler mit. Die Dekorationen werden gestellt nach Entwürfen von Direktor B u r k a r d. In den übrigen zahlreichen Partien sind erste Kräfte des Landestheaters sowie das Ballett und der gesamte Chor beschäftigt. Chronik der Vereine. Der LebeuSbedürsnIoverei» Karlsruhe hatte, wie schon kurz gemeldet, aus Dienstag abend ein? außer» ordentliche Generalversammlung in den EintrachtSsaal einberufen, die sich eines lehr starken Besuches erfreute. Durch die Verhandlungen zog wie ein roter Faden die furchtbare Geldentwertung und die dadurch verursachte Trostlosigkeit unserer WirtschastS- läge. Obwohl sich der Verein ausweislich der Bilanz in recht günstiger Vermögenslage befindet, so macht sich wie auch anderwärts die Notwendigkeit geltend, die flüssigen Betriebsmittel für den Wareneinkauf zu ver» stärken. DieS kann bei einer Genossenschaft nur durch die Erhöhung der Geschäftsanteile geschehen. So sahen sich denn Vorstand und AussichtSrat veranlaßt, der außerordentlichen Generalversammlung vorzuschlagen, den Anteil von 1 Million auf 100 Millionen zu erhöhen und für die Einzahlung Richtlinien auszustellen, wie sie von uns bereits in der gestrigen Nummer mit- geteilt werden konnten. Der Aussichtsratsvorsitzende Herr M a n z und Direktor R a u m e r besprachen zur Begründung die schwierigen Einkaufsverhältnisse und die ins Ungeahnte gestiegenen Preise. So seien jetzt z. B. sür einen Waggon Mehl 280 Milliarden auszubringen. Die gegen den Verein erhobenen Vorwürse > wegen der Zuckerversorgung sielen auf das Konto von Berlin, wo die Preise gemacht würden. Beide Redner ermahnten die Anwesenden, der Genossenschast mit ausreichendem Betriebskapital an die Hand zu gehen, d. h. rechtzeitig ihren Anteil zu bezahlen. In dieser Beziehung sei die lebte Erhöhung leider ein Schlag ins Wasser gewesen, da nur ein Sechstel der Mitglieder der Zahluugspflicht so nachgekommen sei, daß mit dem Geld noch etwas anzusangen war. Die Aussprache brachte die allseitige Zustimmung zu den bezeichneten Anträgen, zeitigte aber auch mancherlei Wünsche. Direktor Prüll ging daraus näher ein, wobei er u. a. die Undurchführbarkeit wertbeständiger Geschäftsanteile erklärte und den Blick auf die unüberwindbaren Hemm- nifse aus dem Gebiete der Lebensmittel-, besonders der Kartofselversorgung lenkte. So lange wir keine feste Währung hätten, fei eine Besserung kaum zu erwarten. Schließlich wurde mit überwältigender Mehrheit den Vorschlägen des Vorstandes und AussichtSrats zuge- stimmt. Man ging dann zur Erledigung des zweiten Punktes der Tagesordnung über, nämlich der Aende- rung der Gesamtsatzung unter Berücksichtigung der neuen Bestimmungen des Genossenschastsgesetzes. Direk- tor Prüll machte erläuternde Ausführungen und die Generalversammlung erteilte schließlich dem neuen Sta- tut ihre Genehmigung Ei» Fulderstistungoseft fand SamStag in der Fest- halle statt: es war ursprünglich als psälzisch-aleman- Nische Veranstaltung geplant, mußte aber wegen Ab- sage der Alemannen als Vereinsveranstaltung vor sich gehen. Den Austakt bildete am Samstagnachmittag ein Kinderfest in der Festhalte mit solgendem Pro- gramm: Kinderchöre in schöner Jntonierung. Puppen- tänze mit Gesang von Frl. Bachmann, Heßel, Höber und Lacroix. in ganz prächtiger Ausführung. Die kleine Eberle hatte viel Erfolg in ihren graziösen Solo- tanzen. Den Clou bildete das Märchen: Der Wols und die sieben Geislein. Die Drei — Hessel, Präs., Kar- rer, Holzschuh — machten sich um das Gelingen in be- kannter Weise verdient. Die Veranstaltung Nahm einen ausgezeichneten Verlauf und war ganz dazu angetan, die Kinderherzen zu entslammen. Beim Fuldersiif- tungssest am Abend stand im Mittelpunkt die Parodie „Der Freischütz". Alle Rollen waren durch Vereins- angehöttge besetzt. Die Chöre wurden durch Vereins- Mitglieder durchgeführt. Dem Freischütz voraus ging der Prolog aus »Bajazzo" in Mephisto-Maske von Ful- der Klevperle eindrucksvoll gesungen. Die Puppen- tänze von mittags mußten abends wiederholt werden. Ganz reizend in Maske und Ausführung waren Her- mann und Dorothea, eine Tanzszene der Geschwister Heßel. Die Tänze wurden einstudiert durch Frau Allegri. Eine Tanzunterhaltung machte den Schluß. Veranstaltungen. Chorkonzert der Herbstwoche. Der Samstag, 6. Okt., bürste den Höhepunkt der diesjährigen Karlsruher Herbstwoche bringen. Einer der besten gemischten Chöre Süddentschlands: der Heidelberger Bachver- verein, verstärkt durch den gesamten Männerchor der Heidelberger Liedertasel und Gäste, wird Karls- ruhe in einer Stärke von etwa 3S0 Sängerinnen und Sängern besuchen und zwei der gewaltigsten Chor- schöpsungen zur Ausführung bringen: die achtftimmige Doppelchor-Kantate „Nun ist das Heil und die Krast" von Bach und den 100. Psalm von Reger. Zur Aus- nützung des Männerchores wurde das Programm be- reichert durch die herrliche Alt-Rhapsodie von BrahmS, sür die Frau Baumeister-Jakobs vom Landes- theater in Darmstadt, durch mehrfache Gastspiele an unserm Theater hier bestens bekannt, in Vertretung der noch nicht von Amerika zurückgekehrten Paula Weber, gewonnen wurde. Ein Variationenwerk über ein Thema von Bach für großes Orchester von Hermann Grabner. einem der begabtesten Reaer-Schüler, bildet das Bindeglied zwischen den Chorwerken und gleich- zeitig eine interessante Erstausführung. Die Leitung des Konzerts liegt in den Händen des Heidelberger Universttäts-Musikdirektors Dr. Hermann Meinhard Poppen, dem langjährigen, auch bei uns so über- aus beliebten Dirigenten des Karlsruher Motetten- chors. Der Beginn des Konzerts ist aus abends 8 Uhr angesetzt. Karten in der Musikalienhandlung Kurt Neuseldt. Peter Sattenz. Die im »Karlsruher Tagblatt" bei ihrer Ettlinger Ausführung so begeistert begrüßte aus- gelassene „Schimps"-Komödie von Gruphius findet heute abend in der „Eintracht" (7 Uhr) in entsprechen- dem Rahmen eine hiesige Darstellung. DaS nach der Not des SOjährigen Krieges gedichtete Spiel dürfte auch in der gegenwärtigen fchweren Not der Zeit zur Auf- frischung der Gemüter dienen. Serirkwstml -- Karlsruhe, 3. Okt. Der gefährliche Kampf, der sich in der Nacht zum 25. August hier in einem kleinen bei der Stadt gelegenen Wäldchen zwischen dem schon ost bestraften 47 jährigen Schreiner Hermann R a u und einem Schutzmann abspielte, hat das Schöffengericht beschäftigt. Der Angeklagte Rau war von dem Polizeiwachtmeister Bühles in dem Wäldchen angetroffen worden, als er einen Sack gestohle- ner Kartoffeln mit sich schleppte. Rau ließ sich zuerst willig führen, warf dann plötzlich den Kar- toffelsack weg, und es entstand nun ein schwe- rer Kamps zwischen den beiden, da dem Polizei- beamten die Schußwaffe versagte und Rau ihm den Säbel weggerissen hatte. Erst als Verstär- kung herangekommen war, gelang es, den ge- fährlichen Burschen in Ketten zu legen. Das Schöffengericht verurteilte Rau zu einem Jahr Gefängnis. Tagesanzeiger. Donnerstag, den 4. Oktober 1923. Bad. Landestheater: „Die Reife gegen Gott", abends 7 bis gegen 10 Uhr. Eintracht: „Herr Peter Sauenz", abends 7 Uhr. Pala st- Lichtspiele: Neues Programm: „Am roten Kliss". Zweites Dlatt Aus öem Stadtkreise Die Winiernothilse Karlsruhe beabsichtigt auch in diesem Jahre eine Sammlung von Altmaterial lPapier, alte Zeitungen, Bücher usw.. Lumpen aller Art, altes Eisen, Kupfer, Messing, Blei, Zinn, Zink usw., altes Gummi, Flaschen (Wein-, Sekt-, Likör-, Medizin- usw. Flaschen) Glas, Korke, ausgekämmte Frauen- haare, leere Kisten, Säcke) und im Anschluß hieran eine Sammlung von Kleingeld, Münzen und Papiergeld, zu veranstalten. Die Ein- wvhnerschaft sollte schon jetzt die erbetenen Sachen sammeln und bereitstellen. * Eisenbahnverbindung. In verschiedenen Zei- tungsnachrichten wurde die Befürchtung laut, daß die Nachmittagsverbindung Karlsruhe — Pforz- heim — Freudenstadt — Schwarzwald künftig Samstags und Sonntags wegfallen werden. Wie aus der Neuausgabe des Kursbuches für Baden vom 1. Oktober hervorgeht, wird der um 5.04 Uhr nachmittags in Pforzheim abfahrende Personen- zug 923 während der Dauer der Verkehrsunter- brechuug bei Ossenberg täglich geführt, sodaß die bisherige Nachmittagsverbindung von Karls, ruhe ab 3.50 Uhr nachm. über Pforzheim—Freu- denstadt nach dem Schwarzwald weiterhin an allen Tagen bestehen bleibt. Tie Laudesindexzisfer für die Lebenshaltungs- kosten lmit Bekleidung) stellt sich nach den Be- rechuungen des Stattstischen Landesamtes vom 1. Oktober auf 46 537 200,5, ohne Bekleidung auf 4118g 035,52 (1913/14 = 1). Die Steigerung der Lebenshaltungskosten ohne Bekleidung gegen- über der Vorwoche 125 938 477,73) beträgt somit 58,8 Prozent. Landeshebammenlehranstalt. Zum Direktor der hier neugegründeten Landeshebammenlehr- anstatt ist Pros. Dr. Paul Lind ig, Oberarzt der Universitätsfrauenklinik in Freiburg, be- rufen worden. Prof. Dr. Lindig hatte erst kürz- lich einen Ruf zur Leitung der neuerrichteten oftpreußifchen Landesfrauenklinik und Provin- zialhebammenlehranftalt in Jnfterburg erhal- ten, aber abgelehnt. Angestelltenverficherung. Die Bersicherungs- Pflichtgrenze in der Angestelltenversicherung ist mit Wirkung vom 1. September an auf 48 Mil- liarden Mark im unbesetzten Gebiet und auf 60 Milliarden im besetzten Gebiet, im Einbruchs- gebiet und in dem Gebiet, in dem besondere Vor- schritten für die Erwerbslosenfürsorge gelten, festgesetzt worden. Bei der Prüfung, ob diese Grenze überschritten ist, sind die Frauen- und Kinderzuschläge vom tatsächlichen Verdienst abzu- rechnen, hingegen rechnen sie mit bei der Fest« stellung. in welcher Gehaltsklasfe Beitrag zu entrichten ist. Für die Zeit vom 1. September an beträgt der niedrigste Beitrag in Kasse 36 bei einem Monatsentgelt bis zu 36 Millionen Mark 1228 000 Mark, der höchste Beitrag in Gehalts- klasse 44 bei einem Monatsentgelt von mehr als 400 Millionen Mark 16 800 000 Mark. Nur sür Lehrlinge und Jugendliche gilt unter be- stimmten Voraussetzungen noch die Klaffe 24. Besichtigung der Tiefbauaulagen des Schwär, zenbachwerkes. Auf Veranlassung des Bezirks- Vereins Deutscher Ingenieure Karlsruhe und des Oberrheinischen Elektrotechnischen Vereins e. V. Karlsruhe findet am SamStag, den 6. Ok- tober bei genügender Beteiligung eine Befich- tigung des genannten Werkes statt. Anmeldnn- gen können bis Donnerstag an das A.E.G.-Büro gerichtet werden. Die Kohlen müssen seit einigen Wochen in Goldmark bezahlt werden und auch die Kohlen- srachten sind auf einer Goldmarkbasis aufgebaut. Es ist daher selbstverständlich, daß sich mit dem steigenden Goldmarkkurs die Gas- und Strom- preise ebenfalls entsprechend erhöhen müssen. Am 28. September d. I. entsprach die Goldmark rund 38 Millionen Papiermark, am 2. Oktober d. I. stand sie auf rund 76 Millionen Papiermark. Die in der Bekanntmachung des Gas-, Wasser- und Elektrizitätsamtes vom 29. September angege- benen Gas- und Strompreise und sonstigen Ge- bühren mußten deshalb mit Wirkung vom 3. Ok- tober an verdoppelt werden. Bierpreiserhöhung. Ab heute Donnerstag stellt sich der Hektoliter-Grundpreis für Lagerbier auf 1 065 + 135 Mark Reichsbiersteuer = 1200, für Der MUionengarten. Roman von Remhold Ortmann. <121 «Nachdruck verboten) „Nun. ich werde das Meinige tun. sie anzu- bringen," sagte Belau. „Wenn ich auch nicht frei von Sorge bin, daß Sie mit diesem Schütz- ling einige recht unangenehme Ueberraschungen erleben könnten." „Sie beunruhigen sich ganz unnötig. Ich habe sie in der -Hand." Unter den schweren, halb geschlossenen Augen» lidern des Herrn Belau glitzerte es tückisch auf. „Wie jeden, dem Sie die Ehre erweisen, ihn für Sie arbeiten zu lassen — der Trick ist ja wohl ihr besonderes Geschäftsgeheimnis." Kaska schob seinen Stuhl zurück und stand auf. „Sie sind also nun unterrichtet. Sowohl in bezug auf den Rechtsanwalt, wie in der Tros- kauschen Sache. Kommen Sie übermorgen in Dr. Madelungs Kanzlei. Ehe ich sie zu ihm hineinschicke, werde ich Ihnen sagen, wie weit Sie bei diesem ersten Angriff zu gehen haben. Wegen der Meta Krell rufe ich Sie noch an. so- bald ich morgen früh mit dem Mädchen gespro- chen habe. Vergessen Sie nur nicht, sofort an den Bildhauer zu schreiben. Wie war doch sein Name?" 0 «Rolf Reimers." „Vielleicht werde ich Sie bitten, mich näch- stens in unauffälliger Form mit ihm bekannt zu machen. Ich denke, es kann nichts schaben." Als Paul Kaska wieder ins Wohnzimmer trat, empfing ihn die kleine Frau im Rollstuhl so freudig, als handle sich's um eine Heimkehr nach langer Trennung. „Ist er endlich fort, dieser ausdauernde Herr Belau? Findest du nicht, daß es unhöflich ist, ihm bei einem so langen Besuche nicht einmal Exportbier auf 1365 + 135 Mark Reichsbierstcuer 1500 Mark. Hierzu wird die in den Städten Karlsruhe. Durlach, Rastatt, Bruchsal, Ettlingen und Pforzheim eingeführte Gemeinde- biersteuer mit 69 Mill. Mark je Hektoliter Faß- bier, 0,5 Mill. Mark je 0.7 Ltr.-Flasche und 0.25 Mill. Mark je 0,35 Ltr.-Flasche noch besonders berechnet. Mit den Wirteorganisationen wurde der Ausschankpreis für das 0,3 Literglas Lager- bier auf 6,3 Mill. Mark, für Exportbier auf 7,8 Mill. Mark vereinbart: in den vorgenannten Städten beträgt er einschließlich Gemeindebier- steuer 6,5 bezw. 8 Mill. Mark. Die Flaschenbier- preise betragen bei Lagerbier 13,7 nnd bei Ex- Portbier 17 Mill. Mark für je 0,7 Liter. Für Flascheubier, das in den Wirtschaften zum sosor- tigen Genuß verkauft wird, wird nach dem Ein- standspreis ein Zuschlag von rund 30 Proz., so- fern nicht Aufwendungen in bestimmten Lokalen oder bei besonderen Veranstattungen einen Auf- schlag rechtfertigen, berechnet. Colostrum. Der vielversprechende Anfang der neuen Direktion Kistner findet im neuen Pro- gramm seine Fortsetzung. Alle Kräfte stellen Qualitäten dar, die einen unterhaltenden und interessanten Abend garantieren. Liesl Hell- m u t h leitet die Darbietungen mit frischer Stimme ein. Ihr folgt Willy B a u m g ä r t - ner, der Meister aus Rollschuhen. Er verfügt nicht nur über eine verblüffende Technik im Rollschuhlaufen, sondern er ist auch der elegante Künstler, dessen Habitus besticht. Der Jllusio- nist Otto Fanta führt eine große Anzahl sehr schwieriger und rätselhafter Tricks aus. von denen die Kartenkunststücke nur einen allerdings riesig fesselnden Teil bilden. Er zauberte" die gewünschten Karten und außerdem lebendiges Geflügel ,^ms dem Nichts" hervor. So was muß heute imponieren. Erheiternd und vri- ginell ist der Jnstrumentalift Arno Wolf, der verschiedene selbstgebaute Instrumente souverän beherrscht. Besonders sind es die mit Saiten versehenen, denen er einen schönen Ton ent- lockt. Grotesk muten die abgestimmten Auto- hupen an. Das Gastspiel von Fritz und Mia Schindler ist auch auf dieses Programm aus- gedehnt, ein deutlicher Beweis für die außer- ordentliche Beliebtheit und das brillante Können der beiden Künstler. Ihre Arbeit ist von muster- gülttger Präzision und ruhiger Vornehmheit. Das Ehepaar ist bereits von seinen kühnen Tricks am Flugzeug her bekannt. Eine beson- dere Anziehungskraft dürfte die Fallschirm- beherrschung ausüben, die allabendlich stattfindet und den Besuchern wertvolle Preise verheißt. Mit Lob seien noch der Humorist W a l d o und die Remos Friede! Comp erwähnt, die für die nötige Erheiterung in bester Weise sorgen. Falsch« Reichsvanknoten. In letzter Zeit sind 'wiederholt Nachahmungen von Reichsbanknoten verbreitet worden, die durch Ausschneiden und Zusammenkleben von in illustrierten Blättern enthaltenen Abbildungen echter Noten hergestellt worden sind. Trotz der vorhandenen Abweichun- gen ist es in einer ganzen Reihe von Fällen Be- trügern gelungen, sie zu Zahlungen zu verwen- den. Es erscheint angebracht, die Redaktionen illustrierter Zeitschriften wie auch allgemein dar- auf Hinzuweisen, daß nach § 360, Ziffer 6, St.G.B. die Anfertigung und Verbreitung von Druck- fachen oder Abbildungen, die in Form und Ver- zierung dem Papiergelde ähnlich sind, strafbar ist. Das Reichsbankdirektorium warnt daher vor Anfertigung und Verbreitung solcher Ab* Bildungen und ebenso vor Annahme der mit die- sen Abbildungen hergestellten falschen Noten. Von den in letzter Zeit ausgegebenen Reichs- banknoten über „Zwei Millionen Mark" mit dem Datum des S. August 1923, über „Zehn Millionen Mark", über Zwanzig Millionen Mark" und über „Fünfzig Millionen Mark" mit dem Datum des 25. Juli 1923, die ihren Schutz in einem natürlichen Wasserzeichen und in den im Papierstoff eingebetteten Pflanzenfasern tra- gen, sind Fälschungen aufgetaucht, die als solche an der mangelhaften Nachahmung oder dem Feh- len der Echtheitsmerkmale — Wasserzeichen und Pflanzenfasern — unschwer zu erkennen sind. Gleichzeitig wird auf den Umlauf von falschen Noten aufmerksam gemacht, die eine von den echten Reichsbanknoten in Schrift und Zeichnung gänzlich abweichende Ausführung zeigen. Vor Annahme dieser Fälschungen wird gewarnt. Für die Aufdeckung von Falschmünzerwerkstätten und dahin führende Angaben zahlt die Reichsbank hohe Belohnungen. mit einer Tasse Tee aufzuwarten? Wenn du ihn mir herüber bringst, ich werde mir gewiß alle Mühe geben, artig und freundlich mit ihm zu sein." „Was sehr überflüssig wäre, meine Liebe! Der Mann ist keine Gesellschaft für dich. So lange ich es verhindern kann, wirst du niemals die Luft desselben Zimmers mit ihm atmen." Zaghaft sah die Gelähmte zu ihm auf. „Du hast also keine gute Meinung von ihm, Paul? Aber warum gehst du dann mit ihm um?" „Ich habe im Auftrag des Dr. Madelung allerlei Geschäftliches mit ihm zu erledigen. Dem kann ich mich nicht entziehen. Du aber sollst von jeder Berührung mit ihm oder seinesgleichen bewahrt bleiben." Frau Kaska seufzte. „Ich kann mir vorstellen, wie schwer es dir fallen muß. mit Leuten zu verkehren, die du nicht achten kannst. Aber du darfst ~"ch nicht zu streng sein. Wer sollte denn überhaupt noch be- stehen, wenn du jeden nach dem Maße deiner eigenen Lauterkeit und Güte messen wolltest!" „Sei versichert, daß ich Herrn Belau nicht strenger beurteile, als er es verdient. Und nun erlaubst du wohl, daß ich dich ins Schlafzimmer hinüber fahre. Es ist Zeit zu ruhen." Er trat hinter ihren Rollstuhl. Aber ehe er ihn in Bewegung setzte, beugte er sich über die zarte kleine Frau herab und küßte sie auf die Wange. Ein glückliches Lächeln dankte ihm für die Liebkosung, die von der Kranken mit seinem Erröten hingenommen wurde wie ein köstliches Geschenk. * Der lange weiße Arztkittel, der sie vom Halse bis zu den Knöcheln einhüllte, ließ Dt. Hertha Madelungs ebenmäßige Gestalt noch höher und frauenhafter erscheinen. Sie war aus einem der großen Krankensäle der Frauenklinik ge- treten und wandte sich nun dem Ende des Ganges zu. Hier waren die Patientinnen unter- gebracht, denen ihre Vermögensverhältnisse den ziemlich kostspieligen Luxus eines Einzelzimmers gestatteten. Hertha klopfte an eine der Türen und drückte, als von drinnen keine Ant- wort kam, die Klinke nieder. Ein liebenswürdiges Lächeln erhellte ihr Gesicht, als sie das in seiner blitzenden Sauberkeit und mit seinen weißen Einrichtungsstücken so anheimelnde Ge- mach mit raschem Blick überflog. Im Lehn- stuhl am Fenster ruhte die zeitweilige Bewoh- nerin des Zimmers, bleich, abgezehrt und schon ohne jeden weiblichen Reiz, obwohl sie die Vier- zig vielleicht noch nicht erreicht Hatte. Vor ihr aber, zu seiner vollen, mit über das Durch- schnittmaß hinaus reichenden Größe aufgerichtet, stand ein um mindestens zehn Jahre jüngerer Mann, dessen teutonische Blondheit ihn zu einem ebenso vollkommenen Germanenmodell gemacht hätte, wie das lichte Blau seiner Augen und der Riesenwuchs der Glieder. Sein frisches, leb- Haft gefärbtes Gesicht strahlte von Heiterkeit, und seine Stimme, die das Klopsen der Aerztin übertönt hatte, füllte noch immer munter und wohllautend den Raum. Der Blick der Kran- ken hing an seinen Lippen. Was er sagte, mußte sie in hohem Maße belustigen: denn der Gegen- satz zwischen der Fröhlichkeit ihres Gesichtsaus- drucks und der durchsichtigen Bläffe der über einen fast fleischlosen Schädel gespannten Haut hatte etwas eigentümlich Ergreifends. „Guten Tag, mein liebes Fräulein Bresgen!" unterbrach Herthas Stimme das angeregte Ge- spräch. „Es tut mir leid, wenn ich stören muß: aber ich möchte doch hören, wie es Ihnen geht." Der junge Recke hatte sich ihr mit rascher Be- wegung zugewendet, und sie begrüßten ein- ander stumm wie alte Bekannte, während die Kranke mit heiterer, aber matter und hinfälliger Stimme sagte: „Sie stören selbstverständlich nicht, Fräulein Doktor! Ich wollte nur, daß Sie schon seit 10 Minuten angehört hätten, was dieser unverbesserliche Reimers aus den versun- kenen Schätzen unserer gemeinsamen Mllnche- ner Erinnerungen auszugraben weiß. Ich ver- stehe kaum, wie es zugeht: Was mich tief trau- rig macht, wenn ich in der Einsamkeit daran zurückdenke, wird mir zu einer Quelle köstlichen Vergnügens, sobald es auS seinem Munde le- bendig wird. Ich glaube, er ist überhaupt außer- stände Menschen und Dinge anders als von der humoristischen Seite zu nehmen." „Das wäre jedenfalls eine beneidenswerte Fähigkeit, und ich bedauere selbst, daß ich um den Genuß Ihrer Münchener Geschichten ge- kommen bin, Herr Reimers." „O, es war nichts Besonders. Und das Hu- moristische daran ist nicht mein Verdienst. Wir sprachen von einigen schnurrigen Kunstgenossen, mit denen wir vor undenklichen Zeiten in Mün- chen unter dem Dache des nämlichen Atelier- gebäudes hausten. Und was meine liebe Julia in so gute Laune versetzte, war die Erinnerung an unfern gemeinsamen Freund Plaschte, den wir nicht anders als den Snbariten nannten. Er war in der Tat ein Lebenskünstler aller- ersten Range. Während wir anderen zwischen erbarmungswürdigen kahlen Wänden vegetier- ten, schwelgte er in einer Umgebung von ver- goldeten Polstersesseln, geschnitzten Prunkschränken und erlesenen Bildwerken. Daß sie alle- samt der plastischen Rundung entbehrten und lediglich mit flotten Pinselstrichen in Lebensgröße und in den leuchtendsten Farben auf Pappe oder alte Ktstendeckel gemalt waren, tat nach feiner Versicherung ihrer Wirkung auf fein Gemüt nicht den mindesten Abbruch. (Fortsetzung folgt.) Nr. 278. Seite 6 Karlsruher Tagblatt. Donnerstag, den 4. Oktober 1928 Zweites Blatt Letzte Kurse im Devisen- Frei verKehr. Frankfurt a. M., 3. Okt. Schweiz — Mill. Italien — Mill. Neuyork 460 Mill. Prag — Mill. unverändert. Belgien — Mill. Holland 193 Mill. London 2175 Mill. Paris 29,25 Mill. Tendenz Die Goldmark am 3. Okt berechnet nach dem amtlichen Berliner Dollarbriefkurs, 1 Dollar — 4.20 Mk. Vorkriegswert, 105023809 Papiermark. Von den Börsenplätzen Mannheimer Effektenbörse. K. Mannheim, 3. Okt. (Drahtber.) Das Geschäft an der heutigen Börse gestaltete sich wieder sehr lebhaft, und die Kurse sind auf allen Gebieten gestiegen. In Anilin war Geschäft zu 1750, Rhenania 1400, Seilindustrie Wolff 300, Benz 400, Dampkessel Rodberg 120, Gebr. Fahr 700, Waggon Fuchs 160—140, Heddernheimer Kupfer 400, Karlsruher Maschinenbau 300, Knorr 310, Braun- Cons. 135, Mannheimer Gummi 79, Badenia 160, N.S.U. 3C0, Pfälzer Mühlenwerke 125, Pfalz. Nähmaschinen 400, Zement Heidelberg 700, Rhein- Elektra 180, Freiburger Ziegel 150, Wayß & Freytag 400, Zellstoff Waldhof 510, Zuckerf. Frankenthal 700 und Waghäusel 540 und 550 Prozent. Von Banken stellten sich Bad. Bank 500 b. u. G., Pfalz .Hypoth. 90 G., Rhein. Creditb. 120 b. u. G., Rhein. Hypoth. 90 b. u. G. Ferner gelangten Umsätze zur Notierung in Sinneraktien 170. (Alles in Millionen Prozent). Von Versicherungsaktien notierten Frankonia 1000 G. Badische Assekuranz 700, Continental 500 G. und Oberrhein. 400 G. Melliand 125 b. u, G. Hoffmanns-Söhne 50 b. u. G. Frankfniter Börne. Tendenz sehr lest. — Dollar 496 Millionen. w. Frankfurt a. M., 3. Okt. Die Börsenstimmung war im Hinblick auf die innerpolitische Lage und die dadurch sich anschließenden Devisensteigerung sehr fest. Im Freiverkehr konzentrierte sich das Interesse hauptsächlich auf Becker-Stahl, die auf 1100 anzogen. Auch für Api 950 zeigte sich wieder regeres Interesse. In den übrigen Werten war die Stimmung ebenfalls sehr fest, wenn sich auch im Verlaufe Kursschwankungen ergaben. Man nannte Hansa Lloqd 130, Chemische Remy 120, Entreprise 3500, Frankfurter Handelsbank 12. Becker-Kohle gesucht. Krügershall 1150, Karstadt 190, Growag 65—68, junge Aktien Growag 55—58. Durch lebhaftes Geschäft und feste Haltung traten Industrieaktien hervor, ferner Halbvalutapapiere. Für Montanwerte waren verschiedentlich Steigerungen zu bemerken. Die Aktien des Anilinkonzerns zeigten bei Beginn erneute Steigerung, ebenfalls Scheideanstalt. Sehr begehrt waren Licht und Kraft, Bergmann und Lahmeyer. Am Markte der Maschinen- und Metall» aktien trat für Karlsruher Maschinen, Waggon Fuchs und Krauß-Lokomotive rege Nachfrage in Erscheinung. Autowerte lagen ruhig. Zuckerwerte sehr fest. Waghäusel bevorzugt. Schifffahrtsaktien stellten sich ansehnlich höher. Unter den Bankaktien blieben Barmer Bankverein, Metallbank, Oesterreichischer Kredit bevorzugt. Am Rentenmarkt waren Türken und Anatolier steigend. Der Devisenmarkt zeigte feste .Tendenz Heute setzte der Dollar etwa mit 440 ein und bewegte sich später zwischen 460—450 und 460. Für Dollarschatzanweisungen wurde die erste Notierung mit 433 festgesetzt. Gegen den Schluß hat das Geschäft etwas nachgelassen, die Tendenz ist jedoch als fest zu bezeichnen. Berliner Börse. w. Berlin, 3. Okt. Die Devisen stiegen vormittags im Zusammenhang mit den innerpolitischen Wirren sehr beträchtlich. Die Rückwirkung auf die Effektenbörse entsprach nicht den Erwartungen. Vielfach wirkte der Druck, der wegen der innerpolitischen Schwierigkeiten auf der Stimmung lastete, lähmend. Die Kurse stellten sich nur wenig höher, senkten sich auch teilweise. Nach Feststellung der ersten Kurse griff die Spekulation mit lebhafteren Käufen ein, wohl in der Erwägung, daß die neuerliche Markverschlechterung notwendigerweise die Effektenkurse in die Höhe treiben muß. Einzelne schwere Montanwerte erlangten Aufbesserungen von mehr als 1000, so Deutsch-Luxemburg, Harpener, Mannesmann, Phönix, Rheinstahl. Von Maschinenaktien verdoppelten Krauß & Co. ihren Kursstand, Ludw. Loewe gewannen ziemlich eine Milliarde. Auf dem Bankenmarkt waren Mitteid. Creditbank bei lebhafter Steigerung stark begehrt. Valutapapiere wurden entsprechend der Devisensteigerung höher bezahlt. Deutsche Anleihen waren im allgemeinen wenig verändert, nur 3 Prozent Preußische Con- sols waren sehr erheblich höher. In der zweiten Börsenstunde ließ die Geschäftstätigkeit nach. Die Gewinnrealisierungen führten teilweise zu einer leichten Abschwächung. Nachbörse. Berlin, 3. Okt. (Drahtber.) Bei stark abflauendem Geschäft war auf allen Marktgebieten Abschwächung zu verzeichnen. Interesse erhielt sich nur für einige Spezialwerte. Am Montanaktien- mark gaben Deutsch-Luxemburg auf 6400, Phönix auf 4700 und Mansfelder auf 1300 nach. Am Bankaktienmarkt wurden Diskonto mit 1500, Dresdener mit 460, Mitteldeutsche mit 200 niedriger gehandelt. Auch von Elektrischen Werten gaben A.E.G. auf 500 nach. Dollar 469 Millionen. Variable Kurse. Berlin, 3. Okt. (Drahtber. Aufträge werden um 6000 M. nominal oder dem Vielfachen davon gehandelt. (Alles in Millionen Prozent), Goldanleihe 418, Dollarschatzanweisungen 420, 422J4, 435, Ha- pag 2900, 3100, 3250, Ver. Elbe. 425, 637K, 650, 625, Mitteid. Creditb. 180, 185, 250, 210, Oesterr. Creditbank 125, 122^, 116, 117K, A.-G. für Anilin 1200, 1300, 1350, A.E.G. 525, 575, 562, 537, Bad. Anilin 1650, 1800, 1900, 1800, Charl. Wasser 230, 235, 250, Daimler 137, 150, 160, Dynamit Nobel 510. 515, 525, Elberfelder Farben 1750, 1850, 1900, Phönix 4300, 4800, 4900, 4850, Rheinstahl 4425, 4450, 5000, Rhein. Westf. Sprengst. 840, 850, 900, Rütgerswerke J<, 965, 10C0, 1050, Zellstoff Waldhof 450, 480, 525, Gelsenkirchen 6100, 6500, 6600, 6700, Hartmann 210, 220, 230, Höchster Farben 1500, 1700, 1600, Hohenlohe 2500, 3000, 3200, Mannesmann 4100, 4400, 4500, Mansfelder 1290, 1475, 1400, Oberbedarf 2400, 2500, 2600, 2500, Caro 2225, 2500, 2530, Karlsruher Börse. Getreide und Mehl. Die sprunghafte weitere Entwertung der Mark läßt die Forderungen gleichermaßen mitgehen. Forderungen sind selten und Geschäfte fast nicht zustande gekommen, weil in den meisten Fällen die Mittel zur Einhaltung der durch die Verhältnisse bedingten strengen Zahlungskonditionen und der sehr hohen Geschäftsunkosten fehlen. Nominell konnten folgende Preise genannt werden: Weizen 1,6 Milliarden, Gerste 1,3—1.4, Roggen 1,2Ü>—1,3K, Hafer 1,2, Weizenmehl 3—^3,4, Roggenmehl 2,8—3, Kleie 500—600 Millionen. Spezialfabrikate entsprechend teuerer. Biertreber, Malzkeime 400—450 Mill., alles per 100 kg, Frachtparität Karlsruhe, Getreide und Futtermittel ohne, Mehl und Kleie mit Sack. Wein und Spirituosen. Die kleinen Angebote können in Anbetracht der Geldverhältnisse mit wenig Ausnahmen keine Aufnahme finden. Kolonialwaren. Kaffee, roh, 3,20—4 Goldmark, gebrannt 4,50—5,50 Goldmark, Kakao 3—3,60 Goldmark, Tee, mittel 7,80—8,40 Goldmark, gut 8,60 bis 9,80 Goldmark, fein 9,90—12,60 Goldmark per Kilo verzollt. Burma-Reis 0,45 Goldmark, Graupen 0,45 Goldmark, gespaltene Erbsen 0,45 Goldmark, Schweineschmalz 1,85 Goldmark, Salatöl 1,35 Goldmark per Kilo. Industrien / Handel / Verkehr Kunstdruckerei Künstlerbund Karlsruhe A.-G. Die vor 26 Jahren gegründete Firma wurde dieser Tage in eine A.-G. mit M. 100 000 000 Kapital umgewandelt. Adolf Speck A.-G., Zuckerwarenfabriken Karlsruhe. Die gestrige außerordentliche Generalversammlung beschloß die Erhöhung des Aktienkapitals, das bisher aus 14 Mill, Mark Stamm- und 1 Mill. Mark Vorzugsaktien bestand, um 44 Mill. Mark Stamm- und 1 Mill. Mark Vorzugsaktien auf insgesamt 60 Mill. Die Stammaktien werden von einem Bankenkonsortium unter Führung der Rheinischen Kreditbank Karlsruhe mit der Verpflichtung übernommen, 14 Mill. den alten Aktionären in der Weise anzubieten, daß auf eine alte Aktie eine neue zum Kurse von einem halben Dollar entfällt. Die restlichen 30 Mill. sollen freihändig im Interesse der Gesellschaft zu einem Mindestkurse von sechs Goldmark verwertet werden. Die Beschäftigung des Unternehmens ist sehr gut. Berliner Metalknarkt. 3. Okt. Raffinadekupfer 125, 135, Originalhüttenweichblei 59, 60, Original- hüttenrohzink 70, 72, Remelted-Plattenzink 56, 58, Originalhüttenaluminium 250, 260, Banka-Zinn 450, 460, Hüttenzinn 440, 450, Reinnickel 260, 270, An- timon-Regulus 59, 60, Silber-Barren 8000, 9000, Platin 18 000 000. Gold 365 000 000. Hamburger Metallmarkt. 3. Okt. Silber 8500, 8000, Zinkhütten 7000, 6700, Banka-Zinn 430, 380, prompt 430, 380, Gold 285, 320, Platin 1500, 1550. Berlin, 3. Okt. Märkischer Weizen 580—610, Tendenz steigend. Märkischer Roggen 550—560, Schlesischer Roggen 550—560, Tendenz steigend. Sommergerste 56—58 000, Tendenz steigend. Märkischer Hafer 500—520, Pommerscher Hafer 500—525, Tendenz fest. Weizenmehl 2—2,83, Tendenz steigend. Roggenmehl 1,70—2,100, Tendenz steigend. Weizenkleie 280—290, Tendenz steigend. Roggenkleie 280—290, Tendenz steigend. Raps 850—900, Tendenz steigend. Rapskuchen 420 bis 440, Trockenschnitzel 250—260, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 40—42, Haferstroh, drahtgepreßt 39—40, Roggen- und Weizenstroh, bindfadengepreßt 23—25, gebündeltes Roggenlangstroh 31—35, Heu, gutes 30—31. Die Kohlenpreise. Wie die „Voss. Ztg." hört, hat der Reichswirtschaftsminister seinen Einspruch gegen die eine Neuerhöhung der Goldmarkkohlen- preise um etwa 75 Prozent vorsehenden Beschlüsse des Reichskohlenrates aufrecht erhalten. Darnach sind für alle Kohlensorten, die bereits den Weltmarkpreis erreicht haben, Erhöhungen nicht angängig. Große Sparmaßnahmen selbst in Holland. Auch in dem reichen Lande Holland spürt man die Folgen des Ruhrkonfliktes in der Gestalt von Arbeitslosigkeit und Rückgang der Einnah- men. Der Staatshaushalt weist ein großes Defizit auf, da die Gesamteinnahmen sich auf SSO Millionen Gulden belaufen, die Ausgaben auf 705 Millionen Gulden, ein Betrag von 175 Millionen Gulden also ungedeckt ist. Es ist darauf- hin beschlossen worden, große Ersparnisse durch- zuführen. Die Gehälter der Beamten und Staatsangestellten sollen um 20 Prozent gekürzt werden, die ersten 10 Prozent werden im Januar 1924 abgezogen, die andern an einem späteren Datum, Die Königin Wilhelmina hat erklärt, daß sie diesen Prozentabzug auch auf das Ein- kommen angewandt wissen will, das sie versas- sungsgemätz aus dem Staatsschatz bezieht. Auch hiervon sollen 20 Prozent gekürzt werden. Die Regierung will sich mit diesen Maßnahmen noch nicht begnügen, sondern neue Steuern auf Tabak, Bier und Tee legen, obgleich die letztgenannte Steuer großer Opposition begegnet. Devisenkurse Im Freiverkehr Mitgeteilt durch das Bankhaus Straus & Co. Karlsruhe. Holland. . . . Schweiz Paris Belgien London . .. . Newyork , . . Italien . . . . a> vorbOrslloh 145000-190000 66750-86500 22000-28750 18700-24250 17C0000 2200000 Tendenz: sehr fest. b) nachbörslich 168000-195000 76500 — 88300 25250-29250 21500-24750 1950000 225 429000-49 19250-22. T endenz: ruhig. Auswärtige Devisenmärkte. Mark in Zürich am 3. Oktober: 0,00000125 Cts. = 1 Fr. 80 000 000 Mark. Ein englisches Pfund in Paris am 3. Oktober: 76,75—77 Eres, gegen 75,75—76,75 Eres, i 2. Oktober. Frankfurter Kursnotierungen: Deutsche Staatspapiere Alle Kurse In Millionen Prozent (Zwangsanlelhen in %) 1. 10 8 o/o I Dtscb. Schill»*. . 6% II . „ - °/o III .. i l lt °/o IV-V „ 4 /3 °/o VI -TX .. Ol a 1924er ,, 5 o/o Dtsch. Relchsanl. 4 o /o. »'/• °/o.. 3 o/o Deutsch«! Prämlenanl. 6 o/o Fr. Schatzan.1923 3°/o .. .. 1923 4 0/0 PreuB. Consols . S'/.°/o,. .. . 8 «7o „ 4 0/0 Baden von 1901 „ Ton 1908.1909-14 „ von 1919 . . . . Si/a 0/0 abgest S'fc 0/0 von 1902, 1904 Badenwork 4 o/„ Bayorn S'/2 0/0 Bayern .... 9 0/0 Bayern 4 % Pfalz. E.B. Prior. fit °/o Conv. 3 '0 „ .. 4 0/0 Hessische V. 1899 4 0/0 Reihe 18 8/, ol Irrigationsani. 8 o/ 0 Mexikaner . . . . 8 0/0 „ Tamaupilas f % Tchuantepec.. . 4>/,»/. „ F ... 4 0/0 Missouri Paciflc . Türken unifiziert . . . 5 o/ 0 Rumänen v. 1P03 6 0 )«Äosn. u. Herzegw. Hanken 400 200 660 50 1325 120 Badlsche Bank .... Berg. Mark. Industrie- Bank D ärmst adter Bank. . CsuMche Bank..,. 500 ! 600 55 400 540 llOr 490 725 Diskonto Commanuit Dresdener Bank . . . MetaUbank Mitteid. Creditbank . Oesterr. Länderbank Pfalzische Bank . . . Rhein. Creditbank . . Sttdd. Diskonto-Ges.. ■Wiener Bankverein . Warttbg, Notenbank 1. 10. 8. 10. 1100 1300 320 453 1150 1600 175 190 105r 160 42° w 750r Industrien Adlor & Oppenheimer Alumin. Neuliausen . Armatur. Klein.... Aschdff. Zellstoll. . . Bad. Anilin ..... Bai. Uhrenfabrik . . B. Masch. Badenia. . Baltimore and Ohio; Baug. Ph. Holemann. Baug. Wayß &Freitag Benz Motoren .... Blei- und Silberhütte Braubach Bochum er Gußstahl . Brauerei Wulle .... Braun Pfeddersheim. Buhring i. Ldsb. . . . Chem. Alberfcwerke „ G. & Silbersch. . Griesheim . . . „ Höchst » Weiler ter Mer Daimler Deutschs Petroleum. Dyckerhoff & Widm.. Eisenwerke Kaiserei. Elberfelder Farben . Elektr. Liohtu. Kraft Elsässer Baumwolle. Emag Frankfurt . .. Araber & Schleicher. Feinmechanik Jetter debr. Junghans . . . Gebr. Adt ...... Gebr. Fabr Gelsenklrchen .... GrNn & Bilflnger . . . Gummifabrik Peter . Hanf werke Füssen Harpener Heddernheim. Kupfe Hoch und Tief . . . HolzYerkohiun^ . . % 500 1100 1400 140 r 1850 350 150 200 300 1300 190 80r 110 600 100 120 r 125r 2500 2150 !W 1000 4000 1500 IbOO 1450 1800 900 850 300 145 400 i m 370 200 60 250r 1850 430 60 200 800 1100 - 350 400r 7000r 205r 1050i 800 8000 400 115 250 300 5750 300 $ 1500 7500 350 180 1000 Jnag Julius Sichel, Mainz Kammg. Kaiserslaut. !LaurahOtte .• .• •- .• ,•, Lechwerke Lederfabrik Spicharz Lokomotiven Krauö . Ludwigsh. Walzmühle Mansfelder Kuxe .•. Mainkraft ....... Maschfab. Karlsruhe Maschfabrik Durlach Maschfabr. Gritzner . Masch. Eßlingen . . . „ Pokorny «Wittek. Moenus Maschinen. . Oberursel ....... Oleawerke "Pfalz. Nähm. Kayser Pinselfabr. Nürnberg Porz.-Steingnt "Wessel Rhein Elektra .... Rodberg Rtttgere-Werke .... Salzwerk Heilbronn ßchlinck & Co. ßchnellpr. Frankent.' bchramm Lackfabrik Schuhfabrik Herz . . Seilinduetrie Wolff . ßinalco ßloeckicht Gummi. . ßüdd. Metall-Aktien . Spinnerei Ettlingen . Tellus Bergbau . . . Trikotweb. Besigheim T erlagsanst.Deutsche Voigt & Häffner . , . Voltohm Kabelwerk . Uhrenfab .Furtwängl. Waggon-Fabr. Fuchs Württ.elek.Gesellsch. Zellstoff Waldhof . . Zement Karlstadt . . § ementw. Heidelberg uckerfabr. Wagh« . „ Frankenth. „ Heilbronn . , „ Offstein. . . „ Stuttgart. . » Eheingau . i: io. 3. 10. 290 450 340 650 1900 450 64r 625 280 2300 525- 850 400 1350 150 W 1390 220 380 21$ llOr 275 Ü0r 170 400 500 200 710 409 750 70r 100 875 200 120 850 *{88 1490 250 200 65 100 r 500 300 80 120 1000 180r 230 1000 lÖ50r 160r 200 100 120 300 400 130 330 140 350 550 540 700 500r 500r 530r i]o r 800 650 700 640 725 660 Devisennotierungen: W. Frankfurt, 3. Oktober. Brüssel. . , Holland . . I.ondou. . . I'aris . . . . Schweiz . . Spanien . . Italien . . . Lissabon . . Danemark . Norwegen . Schweden Heising fors Newyprk . . Wienfaltes) Dtsch. Oest. Budapest. . frag Sofia . . . . Agram . . 2. Oktober. Geld I Brief 19700625. 19799375- 146133753 146866250. 1670125003. ! 167987 rütOO. 22344000. 65083750. 478800U0. 16957500_ .58350ÖÖ- i9850000. 95757500. 9750000 - 369075000. 528675 - 20448 75 1097250.- 22456000. 65413250. 48120000. 17042500^ 66165000. 60150000. 97242500. 10250000. 370925000- 531325'- 20551.25 1102750.- 4233 3. Oktober. Geld I Brief 24283750. 192517500. 21695S2500. 29052187 85535625. 62343750. 20947500. 84288750. 75811000. 127131250. 11471250. 493762500. 6583*50 27431.25 1406-175. "1375-- 19348231 2180437500. 29197812. 85964372. 62656250. 21052500. 84711250. 76190000. 127818750. 11528750. 493237500. 6616 50 2756875 1413525. 426625.- w. Berlin, 3, Oktober. Amsterdam BrOwsel. . . Christiania Kopenhag. Stockholm. Heising fors Italien . . . London. , . Newyork. . Paris Schweiz . . Spanien . . Wien (altes) Dtsch. Oest. Prag Budapest.. Lissabon . . Bulgarien . Bucn.-Aires Japan. . . . Rio de Jan. 'iwoslavien 2. Oktober. Geld | Brief 125286000. 125904000. ° 500- 162405G0. io :&00. I 50726500. io 1000. ! 56942000. io 4488-50 9526125. 16957- 13167000. 3142125- 105735000. 155610000. 31421250. 3840375. 451150 12 9573875. 17043-- 13233000- 3157875. 106265000.« 156390000 31578750- 3859625- 3. Oktober Geld 172667500 22144500. 69625500. 77805000. 116508000. 11770500. 19750500. 1995000000 . 439900000. 26134500. 78403500. 58852500. 618450 13117125. 23640.- 19451250. 4339125. 145635000. 216495750. 41895000. 5286750. Brief 173432500 5 22255500 » 69974500' 0 78195000 10 117092000. io 11329500- 1 '-9849500'? 441100000. « 26265500° 78796500 10 59147500 20 6215-50 10 1318?875 15 23759- 10 19548750. 4360875.- 146365000. »0 217504250.— 42105000 25 5313250. 15 Die kleine Ziffer bedeutet die Zuteilung in Prozent. Unnotierte Werte: Alles in Millionen Mark. Wir waren vor- börslich Adler Kali . . , Api Bad. Motorlokomo tivwerko . . , Baidur . . . . . Becker Steinkohle . Becker Stahl Benz Brown Boveri ig. Deutsche Lastauto. Deutsche Petroleum Germania. Linoleum Grindler Cigarren . Großkraftwerk Württemberg . Hansa Lloyd . - Heldburgvorz.-Akt. Inag .... Itterkraftwerke Kabel Rheydt Karstadt-Aktien Knorr . . . Krttgershall . Ver- Käuf. käut'. 9000! - 9 0 00 10000 1400 1600 180 - 8000 - 1VSOOO 12000 3500 4500 1200; - 2200 2500 10000 — 200 600 1400 1600 18000 — 1200 16000 18000 3000 4000 11090 12000 Verkauf. käuf, Landeswirl8chafts- 1 I stelle für das Ba- disehe Handwerk — I — Melliand Chem. . 1400 MeurerSpritzmetaill — Moninger Brauerei 2000 Offenbrg. Spinnerei Pax, Industrie- und Handels-A.-G. Petersbgr. Int. . . Rastatter Waggon. Rodi & Wienenberg. Russenbank . . . Schuvag .... Sichel Sloman .. abakhandels - A.G. Teichgr.'tber . . . Tejuil Meyer . . . Turbo-Motoren . . Ufa Zuckerwaren Speck 2000 j 8 2400 2500 6ÖÖ0 L300 900 - 2 2800 7000 18 1200 900 Wertbeitfindlge Anlagen in Millionen Mark das Stück 6% Badische Kohlenwert-Anleihe . . , 60/ 0 Mannheimer Kohlenwert-Anlelhe . . 5 % Sächsische Braunkohlenwert-Anlelhe 6% Rhein-Main-Donau-Gold-Anleihe . . 7o;„ Neckarwerke-Goldanleihe 50In Preußische Kall-Anleihe pro 100 kg . 5 oft, Sächsische Roggen-Anleihe pro Ztr. 5 % Süddeutsche restwertbank-Oblig. 1800 300 400 250 500 300 In sonstigen unnotierten Werten Bind wir stets coulant Käufer und Verkäufer. Baer & Elend, Bankgeschäft Karlsruhe, Karl-Friedrlchstraße 26, Telephon 223, 235, 129 Ämtliche Nachrichten Ernennungen, Versetzungen der planmäßigen Beamten. Ministerium des Inner». Ernannt: Oberrevisor Konrad Breithauvt in Achern zum Revisionsinspektor. Beriet»: Amtmann Ludwig Werber In Karlsruhe zum Bezirksamt Ettlingen, Polizeiinspektor Johannes Stall in Karlsruhe zum Bezirksamt — Polizeidirek- tion — Heidelberg. Entlasse« ans Ansuchen: Amtsgehilse Ludwig Cent- n e r beim Bezirksamt Weinheim. Jnftizministerinm. Versetzt: die Aussebcr Karl Negerle beim. Kreis- und Anitögesängnis Ossenburg zum Zuchthaus Bruch- sal und Jakob H a n s e r t beim Rmtsgcsängnis l Karlsruhe zum Kreis- und Amtsgefängnis Ossenburg. Znruhegcsebt ans Ansuchen: <^erichtsoberverwaltcr Fridolin Land mann beim Amtsgericht Lahr. Entlassen ans Ansuchen: Kanzleiassistentin Elsa Heizmann geb. Haag bei der Staatsanwaltschaft Mosbach. Knltus- und Unterrichtsministerium. Zurnheaesedt auf Ansuche«: Oberreallehrer August Bergmann an der Realschule Mülkheim. Zeichen- insvektor Hermann Köhler an der Oberrealschule Osseuburg, Oberreallehrer Karl R i e st e r an der Ober- realschule Pforzheim. Zeicheninsvektor Wilhelm T ch u h- macher am Realgymnasium II «Yoetheschule> in Karlsruhe, Stadtschulrat Engelbert S v i b an der Bolksschule Baden-Baden. Hanvtlehrer Georg Christ- mann in Sinsheim. Sauvtlehrer Ludwig D u m m e l in Burg, Hanvtlehrer Franz Eckstein in Schutterwald, Hauvtlehrer Heinrich Geier in Eichtersheim. Hauvt- lehrer Heinrich G r ü n w a I d in Heidelberg-Kirchheim, Hauptlehrerin Emma Henrich in Karlsruhe. Haupt- lehrer Josef Koch in Mannhelm. Hauvtlehrer Karl L o h r e r in Eggenstein. Hauvtlehrer Friedrich Mauer in Unterlanchringcn. Hauvtlehrerin Ida Santo in Sinzheim, Hauvtlehrer Jakob Schell in GruNern, Hauptlehrer Hermann S ch ü l i n in Feldkirch, Hauvt- lehrer Georg Sturm in Karlsruhe. Oberlehrer Franz Wickenhäufer tu Kuvvenheim, Oberlehrer Alexander W i t t m a n n in Bühl, Oberlehrer Hermann W i t t m a n n in Elfenz, Hauvtlehrer August Wurth in Heddesheim. Katholischer Oberstistungsrat. Ernanut: FManzamtmann Ernst Moll beim Ka- tholischen Oberstistungsrat unter Verleihung der Amts- bezeichnung „Finanzrat" zum Vorstand der Katholischen Stistungsverwaltung und Allgemeinen Katholischen Kirchenstcuerkasse Karlsruhe. Versetzt: Finanzrat Mar Liebler, Vorstand der Allg. Kath. Kirchenstcuerkasse Karlsruhe zum Katho- lischen Oberstistungsrat. Zuruheaesedt: der Vorstand der Katholischen Stts- tungsverwaltung Karlsruhe. Finanzrat Karl Länger, aus Ansuchen.