»Karlsruher Tagblatt S«?,rw £Srt ,"j ^ Bl| «ä«8ftcHe Ritterftrah« 1 Badische Morgenzeitung ist) Schlüsselzahl: . J für die ggewalt. !on»ar»itleneUe oder deren Fiaum 200. auswärt» 240, yamilienanzeigen und Stellengesuche Ivo. Reklame,eil- 600» an erster Stelle 650. Schlüsselzahl 12 000000 Rabatt nach Tarif, ^ernsvrechanschlüsse - G«sck»stsftell. Ä/jz. ^ Verla« Nr. ZI und z»? t s&Miias,%.€ S» Vadische Morgenpost ^irtschafts- und Handelszeitung- ^ »Turn» und Sport-Jeitung" ^ .Anterhalwngsbeilage" ^ «Literaturbeilage- ^ «Für die Frauen- /^«Wandern und Reisen- ^»Die Scholle" bkiredakteur! Hermann v Laer. Verantwortlich lür PolMk: Srib Ehrbard ; slli den wirtschaftlichen, badischen und lokalen Teil: Heinrich Gerhardt! iür das Feuilleton: Hermann Weick; für die ».Poramide' «arl ' wr Inserate: Heinrich Schrie, 't, sämtliche in Karlsruh, Druck und Verlag C K. Müller. Karlsruhe. Ritterstr. t Berlin.r Redaktion Dr. Richard Jüaler, Berlin-Lankwib. Mozartstr. »7. Televhon-Zentrum <21. ^ vlir unverlangte Manuskrivte v» keine Rücksichten nimmt, und Herrn Hoff- "n das sagt, was ihm gesagt werden muß. Sw**? ruhmvoll ist nun die Stellung der tzjMvsen. Herr Hoffman hat sie über die '» ^er Pfälzer schlecht informiert, eben- ^ '«Hecht, wie einst Dorten den General Man- Mainz. Unklar ist noch, wie es kam, t[ä k ?A Stelle des sozialdemokratischen Antrags wvnch Erklärung eines französischen trat. Es wäre gut, wenn die Pfälzer ^aldemokratie da offen die Wahrheit sagte. X D»e neuen Verhandlungen an Rhein und Ruhr. unserer Berliner Redaktion wird un» ge- Reichskanzler hat in seiner großen poli- Rede, die er nach Abschluß der Hagener h^^ugen gehalten hat. eine Schilderung der «to,r? einett politischen und wirtschaftlichen Lage nüV darüber hinaus aber die Möglichkeiten ^°sun« der großen schwebenden Probleme rjs» '^mmungsmäßig angedeutet. Wie die baue- »ittjH '"age geklärt werden soll, hat der Kanzler .'.aaen können, und man muß annehmen, 'Di 9r, Beratungen der maßgebenden Stellen „^.^"aenblick noch nicht über den Punkt hinaus siud. die persönlichen Fragen möglichst Tjtz^veigend zu behandeln und die in der "'ttevf öer Ministerpräsidenten der Länder er- n ? verfassungsrechtlichen Fragen möglichst lich verschieben. Die Regelung der staatsrecht- ^"d wirtschaftlichen Fragen, die nach der Hn>i IZabe des passiven Widerstandes an Rhein entstanden sind, ist bei den Beratnn- Er»,!? Hagen auch nicht über die stillschweigende Iiii,s,^ung des seinerzeit in Köln eingesetzten "Ugliedrigen Wirtschaftsausschusses hinaus . u inf?tr Das Problem der Ueberwindung der habenden Arbeitslosigkeit soll in den Ver- t>e» geklärt werden, die ohne direkte lich "?«me der deutschen Regierung augenblick- hj>r?,.5'>chen den Vertretern der Besatzungsbe- »-bi.? und Vertretern des Rhein- und Ruhr- " **s stattfinden. Je^.u^eweit die Hoffnung des Kanzlers be- Ätev daß diese Verhandlungen noch in stunde zu einer Lösung führen, ist im "'chtder bisherigen Besprechungen noch hf)e„ "U erkennen. Man hat in hiesigen politi- Prt ^ en den Eindruck, daß der Zeitpunkt dieser Fragen in dem engeren Rah- Rhein und Ruhr bereits vorüber ist, "'fön«*? höchstens aus der inzwischen wieder an- "Nenen internationalen Erörterung über das deutsche Problem noch eine Lösung erwartet werden kann. An dieser internationalen Erörterung scheint die deutsche Regierung vorläufig nur durch die Note an die Reparationskommiffion beteiligt zu sein, über deren Beantwortung man sich hier höchstens der Hoffnung hingibt, daß eine Dar- legung der tatsächlichen wirtschaftlichen Verhält- niffe Deutschlands gestattet wird. Infolge der Unklarheit all dieser außenpolitischen Probleme wird sich der Kanzler wahrscheinlich nicht vor der für die übernächste Woche angesetzten Ple- narsitzung des Reichstags über die allgemeine Lage äußern können. Der Verrat der Pfälzer Sozialisten. Der Rückzug. Ludwigshafen. 26. Okt. sDrahtber.) Die Lei- tung der Sozialdemokratischen Partei der Pfalz hat folgende Erklärung beschlossen: Der Verfassungsbruch der bayerischen Kahr- Regierung hat in den freiheitlichen Kreisen der Pfalz die größte Empörung ausgelöst. Alle unsere Warnungen wurden zuletzt noch von der Regierung Knilling in den Wind geschlagen. Zu- gleich kamen aus allen Teilen des besetzten Ge- bietes alarmierende Nachrichten über die letzten Zurüstungen der Sonderbündler. Als Protest gegen den bayerischen Verfassungsbruch und zum Schutze gegen die drohende Separatistengefahr kam die Leitung der Pfälzischen Sozialdemokrat!- schen Partei zu dem Entschluß, aus der Pfalz einen selbständigen Staat tm Verbände des deut- schen Reiches zu bilden. Diesen Standpunkt haben die Beauftragten der pfälzischen Sozial- demokraten in keinem Stadium der Ver- ha nd lu n g en verlassen. Nachdem die Absich- ten der Sozialdemokratischen Partei in verschie- denen Kreisen der Pfalz erheblichen Widerstand gefunden haben und nachdem die Reichs- regierung eine Abtrennung der Pfalz von Bayern unter Verbleiben des Landes im Reichs- verbände nicht anerkennt, für die Sozialdemo- kratische Partei der Pfalz aber grundsätzlich keine Abtrennung der Pfalz von Bayern außerhalb des Reiches in Frage kommt, sehen wir von der Durchführung unseres Vorhabens ab. Wir wollten durch unsere Aktion die durch die Sepa- ratisten drohende Gefahr der Abtrennung der Pfalz vom Reiche verhüten. Nachdem man unsere Absichten verkannt und ihnen unlautere Motive unterschoben hat, müssen wir die Verantwortung für die kommen- den Geschehnisse den anderen Parteien über- lassen. In der Erklärung wird gesagt, in keinem Sta- dinm der Verhandlungen sei der Stand- punkt verlassen worden, daß eine Trennung vom Reich nicht in Frage komme. Mitwemwurde verhandelt? Doch nur mit den Franzo- s e n. Hat eine deutsche Reichsstelle davon ge» wüßt? Nein! Also da liegt der Verrat. Großbritannien gegen die Zerstückelung Deutschlands. London, 26. Okt. lEig. Drahtber.) Eine Rede, die Baldwin gestern gehalten hat, findet fast durchweg die Billigung der englischen Presse. Ganz besonders aber finden die Teile seiner Ausführungen, die sich gegen die Zerstückelung Deutschlands richten, in allen Blättern lebhaften Widerhall. Es wird darauf hingewiesen, daß die Rede Frankreich deutlich an sein Versprechen er- innert, nach Aufgabe des passiven Widerstandes in Berhandlunge zu willigen. Baldwin beschäf- tigte sich in seiner Red« ausführlich mit dem englisch-amerikanischen Notenwechsel. In polt- tischen Kreisen verlautet, daß auf diesen Noten- Wechsel noch zurückgegriffen werden soll, und man will wissen, daß die Regierung der Verei- »igten Staaten den Standpunkt, der in der ver- ösfentlichten Note gekennzeichnet wird, heute tm verstärkten Maße teilt. Bradbnry ist gestern in London eingetrof- sen, um seiner Regierung über die neue deutsche Reparatiosnote zu berichten. U|l|r«i§ Iß Mi, Berlin. 28 Okt. Der Reichsarbeitsminister ist der Ansicht, daß die Einführung wertbe- ständiger Zahlungsmittel auch den Arbeitern und Angestellten zugute kom- men muß. Mit dem Erscheinen der wertbestän- digen ZahlnngSmittel im Verkehr miisscn selbst» verständlich anch Löhne nnd Gehälter aus die neuen Zahlungsmittel umgestellt werden. Die Umstellung wird mit einem Teile der Löhne be- gönnen und entsprechend der Zunahme de» wert- beständigen Zahlungsmittel möglichst schnell auf die ganzen Löhne erstreckt werden müssen. Znr Rücksprache übe» die für die Umstellnng not- wendigen Schritte hat der Reichsarbeitsminister die Spitzen der Gewerkschaften ans Mittwoch, den 31. Oktober eingeladen. Wertbeständige Auszahlung der Beamten- befoldung. Finanzminister Köhler hat. wie die Tele- g-raphen-Un>ion erfährt, nach seiner Rückkunft aus Berlin einer Abordnung von Beamten er- klärt, er habe in Berlin mit Mitgliedern der Reichsregiernng Rücksprache genommen wegen der Bezahlung der Beamtenbezüge in wertbe- ständigem Geld. Er habe hierbei nachdrücklich darauf hingewiesen, baß es zum alsbaldigen vollständigen Zusammenbruch der Wirtschaft- lichen Lage unserer Beamtenschaft führen müsse, wenn ein Teil des Volkes seine Produkte oder seine Arbeitskraft in wertbeständiger Bezah- lung vergütet bekomme, während die Beamten auf die Papiermark angewiesen Wien. Die Reichsregierung habe daraufhin erklärt, sie fei selbst schon seit einiger Zeit mit dem Problem der Beamtenbesoldung in wertbeständigem Geld beschäftigt und erkenne, daß rasches Handeln von Nöten sei. Es sei deshalb in Aussicht ge- nommen, die Novemberbezüge der Be- amtenschaft teilweise wertbe st än- f> i g auszubezahlen. Der Druck der Interims- stücke der Goldanleihe werde derart beschlen- nigt, daß zu hoffen sei, es werde sich auch die technische Durchführung ermöglichen lassen. Das Erscheinen des wertbeständigen Geldes. b. B e r l i n. 26. Okt. lEig. Drahtber.! Mor- gen wird zum ersten Male wertbe st ändi- »es Geld in den Verkehr gelangen. Die Reichsanleiheabteilung nnd die Schattanwei- snngsabteilung der Reichsbank sind mit der Ausgabe der wertbeständigen Zahlungsmittel in Form von Goldanleihe st ücken beanitraat. Gleichzeitig sollen im Laufe des heutigen Tages sämtliche Großbanken mit Goldanleihe- stücken versorgt werden, so daß am Samstag die Ausgabe an das Publikum vorgenommen werden kann. Der Betraa der morgen znr Ver- fügnng stehenden wertbeständigen Zahlnngsmit- tel erreicht die Höhe von 100 000 Dollars, nach dem heutigen Dollarknrs 6500 Rillionen Papiergeld. Damit das breite Publikum sich möglichst rasch tatsächlich in den Besitz des wertbeständigen Geldes setzen kann, werde» in erster Linie die kleinen nnd kleinsten Stücke ansge- gebe» werden nnd zwar Stücke zu 1. X «nd Vio Dollars. Das Rentenbankgsld. w. Berlin, 26. Okt. lDrahtber.) Die Prä- gungder Münzen für das Rentenbank- geld ist bereits begonnen. Es werden geschaf- fen 1, 2, S, 10 und 50 Rentenpfennigstücke. Im übrigen sind alle Vorbereitungen getroffen, da- mit die Rentenbank ihre praktische Tätigkeit demnächst aufnehmen kann. Insbesondere schrei- tet auch der Druck der Reutenmarkscheine, die durch Goldrentenbriefe voll gedeckt sein müssen, vorwärts. Die Rentenmark wird bis zur Ab- lösung durch die Goldmark das geeignete wert- beständige Zahlungsmittel des Verkehrs sein. Die Rentenmarkist, darüber sind sich die Regie- rungs- und Wirtschaftskreise einig, ein Zwischen- glied bi sznr Schaffung der Goldmark, mit der die Rentenmark eingelöst werden wird- Die Arbeiten für die Goldnotenbank werden mit großer Beschleunigung durchgeführt. In die- ser Hinsicht ist auf den unmittelbar bevorstehen- den Erlaß einer Verordnung zur Abänderung des Bankgesetzes zu verweisen. Berlin, 26. Okt. Nach einer Meldung des „Berl. Tagebl." aus Breslau haben das Reichs- sinanzministerinm und das prenß. Handelsmini- sterium die Ausgabe eines wertbeständigen Not- geldes für die Provinzen Ziieder- und Ober- schlesien genehmigt. Das Geld wird von der Industrie anfangs nächster Woche in kleiner Stücklnng bei der Lohnzahlung ausgegeben wer- den. Als Sicherung für das Notgeld ist die Hinterlegung wertbeständiger Papiere, insbe- sondere von Reichsgoldanleihe notwendig. 408 600 Billionen. Berlin. 26. Okt. Die schwebende Schuld des Reiches belief sich nach dem letzten verössent- lichten Ausweis am 10. Oktober auf 89142.2 Billionen Mark. Nach Mitteilungen die von unterrichteter Seite gemacht wurden, war dieser Betrag am 15. Oktober auf 170 581 Billionen Mark gestiegen und hat am 22. Oktober die Summe von 408 000 Billionen Papiermark er- reicht. Die kanzlerrede in Hagen. Als Ergänzung der gestrigen Meldung über die Rede des Reichskanzlers wird noch folgendes berichtet: Reichskanzler Dr. Stresemann wurde mit stürmischem Beifall begrüßt. Er führte aus: Der Kampf an Rhein und Ruhr habe wohl jetzt den Höhepunkt erreicht. Wenn die Franzosen und Belgier nicht hinter den Sepa- ratisten ständen, würde die Bevölkerung diesem Karneval schon in 24 Stunden ein Ende ge- macht haben. Die Hilfe der Franzosen und Bel- gier sei ein Wortbruch gegenüber den in inter- alliierten Verträgen festgelegten feierlichen Ver- fprechungen. Der Reichskanzler sprach allen denen, die unter Einsatz von Gut und Leben den ungleichen Kampf führten, heißen Dank aus. Leider fei die Not an Rhein und Ruhr nicht die einzige. Es drohe das Gespenst der Erwerbslosigkeit, der Teuerung und des Währungsverfalles. Die Schuld an diesem ganzen Unheil fall« einzig und allein Frankreich zur Last, und die Mittel, die Frankreich gegen Deutschland an» wende, seien gegen Gesetz, Vertrag und Recht. Als der passive Widerstand aufgehoben werben mußte .fei dies nicht geschehen, um die Gunst von Paris zu gewinnen, sondern weil sich Deutschland daran verblutet hätte, und weil es notwendig sei. klare Verhältnisse in der inter- nationalen Politik zu schaffen. Diese Klarheit sei jetzt geschaffen. PoinearS habe wiederholt erklärt, nur der passive Widerstand verhindere ihn, mit Deutschland zu verhandeln. Fetzt be. Haupte er, der Widerstand dauere noch an, weil die Reichsregierngn die selbstverständliche Pflicht der Unterstützungszahlungen bis zum 20. Ok- tober verfügt habe. Wenn er jetzt die Wieder- Herstellung der Zustände vor dem 11. Januar verlange, so müsse man doch fragen, ob eS damals eine französische oder eine deutsche Ver- Wartung an Ruhr und Rhein gegeben habe. Er, der Reichskanzler, wiederhole: Unser ist das Land! Unser ist der Bode«! Unser ist der Besitz der Eisenbahne«! Nie» mals werden wir durch ei«« U«terschrift de« jetzigen Zustand z« einem legalen »lachen. Sei denn überhaupt noch etwas von der deut- schen Souveränität übrig seit dem französischen Vorschlag, daß sich die Regie an Stelle der deut- schen Reichsbahn substituieren wolle. Dieser Vorschlag sei zur bedingungslosen An- nähme unterbreitet worden. Die deutsche Re- gierung habe keine 24 Stunden zu seiner Ab- lehnung gebraucht. Einmal müsse die Zeit vor- über sein, wo man glaubt, daß man mit Deutsch- land nur auf dem Wege des Diktats werde sprechen können. (Stürmischer Beifall.) Die ReichSregiernng habe die Wirtschaft- lichen Vertreter ermächtigt, mit den Fran- zosen zu verhandeln und habe sich zu wettgehen- den finanziellen Opfern bereit erklärt. Die Verhandlungen hätten bisher kein Ergeb- nis gehabt, aber bis zum letzten Augenblick wolle er hoffen, daß sie doch noch zu einem Ab- schluß führen, sonst würben die Folgen Hunger und Chaos sein und binnen kurzem SSO 000 Bergarbeiter mit ihre« Familie« j ohne Brot sein. Deutschland stehe am Ende seiner wirtschaftlichen Kraft. Auf Frankreich falle die Verantwortung für das furchtbar« Elend. Die deutsche Regierung habe sich an die chari- tativen Verbände der ganzen Welt gewandt, da- mit diese bei der bevorstehenden Hungersnot in den besetzten Gebieten eingreifen. Deutschland habe vielleicht schon mehr an Re- parattonen geleistet, als es mit Rücksicht auf daS deutsche Volk hätte tun dürfen. Trotzdem sei die deutsche Regierung z« weitere« Opfern für die Freiheit der deutschen Erde bereit. Bei der Wahl zwischen Freiheit und Besitz werde ein sreiheitliebendes Volk sich immer für die Freiheit entscheiden, aber solange Rhein und Ruhr von Deutschland abgeschnitten seien, könne dies seine Leistungen schwer erfüllen. Deutsch- land werde keine weiteren Leistungen ausführen, weil die Besetzuna des RuhrgebieteS unzulässig sei. Deutschland lasse sich das Recht nicht mehr beugen. An dieser Auffassung fei ein großer alliierter Staat mit Deutschland einig, aber man könne wobl fragen, was England tue. um diese Rechtswidrigkeiten zu beseitigen in einer An- gelegenheit, in der die moralische Ehr« aller Alliierten engagiert sei. Deutschland flehe nicht um Gnade, sondern es fordere sein Recht. Die Entscheidung, ob Rhein nnd Ruhr z« Deutschland gehören, müsse bald fallen. Wenn von französischer Seite immer wieder der Versuch gemacht werde, Deutschland die volle Schuld für den Weltkrieg aufzubürden, so weise er diese Kriegsschuldlüge m^t aller Entschieden- heit zurück. Deutschland Hab» seine ?drckive aller Welt geöffnet und sich bereit erklärt, sich einem internationalen Gerichtshof zur Beurteilung ' seiner Kriegsschuld zu unterwerfen. Wen« alle Nr. 296. Seite 2 Karlsruher Tagblatt. SamStag. den 27. Oktober 1S28 SrsteS Blatt ein so guteS Gewissen hätten wie Deutschland, so sollten sie erst einmal dasselbe tun. Zum Schlüsse erklärte der Reichskanzler: Teutschland könne sich auf fremde Hilfe nicht verlassen. Es stehe allein, es dürfe auch nicht bald nach dieser und bald nach jener Hauptstadt um Hilfe ausspähen. Jeder deutsche Wiederaus- bau müsse vom sittlichen Empfinden des deut- schen Volkes ausgehen. Technik und Wirtschaft allein könnten Deutschland vom Untergang retten. Im Anaenblick, wo Deutschland von außen so schwer bedroht werde, seien nichts gleich- gültiger als Parteiprogramme. Es aehe nicht an, da» die Regierungsmitglieder per- sönlich angegrissen und verunglimpft würden. Auch sei es ein unerträglicher Zustand, das; in dem Augenblick, wo die deutsche Regierung durch ihre diplomatischen Vertreter im Auslande habe erklären lassen, das« die volle Verantwortung für die zukünftigen Ereignisse auf Frankreich laste, innerpolitische und innerstaatliche Streitig- fetten sich erheben. Nach den Besprechungen in Berlin hoffe er. daß das Mißverständnis zwi- schen Bayern und dem Reiche zu Ende sei. Es sei selbstverständlich, das? im Kampfe um die Erhaltung der deutschen Pfalz die Reichsregierung an Bayerns Seite stehe. Die deutsche Regierung habe an Frankreich wegen des vertragswidrigen Verhaltens des (Generals de Metz Protest eingelegt und werde diesen Pro- test auch bei allen übrigen Staaten erheben. Der Reichskanzler schloß seine mit stürmischem Beifall aufgenommene Rede mit einem festen Bekenntnis seines Glaubens an die deut- sche Zukunft. Der Kampf gegen die Sonder- bündler. Wiesbaden. Wiesbaden, 26. Okt. Der städtische Kurpark ist durch die Mainzer Feuerwehr von Ton- derbündlern gesäubert worden, die die Flucht er- griffen haben. Der von den Sonderbündlern zum Regierungspräsidenten ernannte Rechts- anmalt Rvdy wurde vor dem Regierungsgebäude von der Menge erkannt und verprügelt. In verschiedenen Stadtteilen, insbesondere vor dem Hauptauartier der Sonderbüudler in der Gartenstraße, kam es heute vormittag erneut zu Schlehereien. Blaue Polizei versteht in Gemein- schast mit französischen Truppen den Ordnungs- dienst. Französische Kavallerie patrouilliert in den Straßen. Paris, 26. Okt. Das „Echo de Paris" meldet aus Mainz: Der Advokat Rody, der vorgestern von den Separatisten zum Regierungspräsiden- ten ernannt wurde, sei gestern vormittag im Iu- stizgeväude von seinen Kollegen, die seine Hand« luiigsweise nicht billigten, verprügelt wor- den und am Abend seinen Verletzungen c r - legen. Wiesbaden. 26. Okt. Gestern und heute wur- den mehrere Polizeibeamte ausgewiesen. Wie die „Rheinische Volkszeitung" meldet, ist am Mittwoch gegen 1 Uhr mittags das Landratöamt in RüdeSheim von den Sonderbündlern lbe- setzt worden. Mainz. Mainz, 26. Okt. Die Lage in Mainz ist heute vormittag weiterhin unverändert. Neben sran- Mischer Kavallerie befinden sich auch wieder deut- sche bewaffnete Polizeibeamte in den einzelnen Polizeirevieren. Heute vormittag fanden im Regierungsgebäude unter dem Vorsitz des sran- zö'sischen Oberdelegierten der Provinz Rhein- Hessen, General Spiral, Verhandlungen sämtlicher wirtschaftlicher Organisationen statt, an denen auch einige Vertreter der Separatisten teil- nahmen. Um vollkommene Neutralität zu wah» ren, hatten die Separatisten während der Dauer der Beratungen die grün-weiß-rote Flagge eingezogen. Die Beratungen beschränkten sich ledig- lich auf wirtschaftliche Fragen. Politische Fragen wurden nicht erörtert. Am Schluß der Verband- lungen wurde einstimmig eine Entschließung an- genommen, die den seither bestehenden Wirtschaft- lichen Organisationen das Vertrauen ausspricht und deren Weiterbestehen fordert. Der Presse wurde die Veröffentlichung dieser Entschließung wie überhaupt jeglicher Notiz über diese Ver- Handlungen seitens des französischen Oberdele- gierten, des Generals Spiral, ausdrückliche ver- boten. Koblenz. Koblenz, 26. Okt. Gestern abend Haben die Sonderbündler unter dem Schutze des Belage- rungszustandes die öffentlichen Gebände, u. a. den Sitz der Regierung, die Post nnd das Stadt- haus, besetzt. Heute vormittag kam es zu ver- schiedenen Tumulten, die zurzeit noch andauern. Die Post ist aus Veranlassung der Besatzungs- mächte von den Sonderbündlern wieder geräumt worden. Auf dem Schlosse weht die grün-rot- weiße Fahne. Aachen. Aachen, 26. Okt. (Drahtber.) Die Nacht ist ruhig verlaufen. Belgische Gendarmen versehen den Ordnungsdienst am Regierungsgebäude. Die Herrschaft der Sonderbündler festigt sich mit Hilfe der Besatzung. * Die Pariser Hilfe für die Aranzöslinge. Berlin. 26. Oft. Nach einer Meldung des „Berliner Tagblattes" aus Koblenz hat der fran- zösische Oberkommissar des Rheinlandes von Paris die Weisung erhalten, die Separatisten- beweg»ng als gesetzmäßig anzuerkennen. Im Lause des Tages fei eine diesbezügliche Bor- ordnuug der R Hein lau dkoin Mission zu erwarten. Die Reichsregierung wird, wie das Blatt schreibt, gegen diesen neuen Willkürakt in schärf- ster Weise protestieren, sobald ihr Material über Fälle vorliegt, in denen französische und belgische Truppen ihre Neutralität aufgegeben haben. Die Lage der Bergwerke. b. Berlin. 26. Okt. lEig. Drahtber.) Heute finden im Reichsarbeitsministerium Ver- Handlungen darüber statt, inwieweit sich im Ruhrgebiet eine Stillegung der berg- baulichen Betriebe als nötig erweisen wird. Gegenüber den Angaben, daß sämtliche Zechen im Ruhrgebist stillgelegt würden, kann bemerkt werden, daß diese Meldung in dieser Schärfe glücklicherweise nicht zutrifft. Aller- dings wird es nötig sein, etwa Y* der Ruhr« zechen zum Erliegen zu bringen und zwar jene, die dnrch ungünstige Verkehrs- und Lagerungs- Verhältnisse benachteiligt sind. Die Zahl der Erwerbslosen wirb sich dann auf 160000 belaufen. Wenn Poincar« ehrlich wäre. Wenn Poincari wirklich wünscht, daß Frankreich bezahlt wird, schreibt Manchester Guardian, so kann er nicht im Zweifel darüber sein, baß jetzt die beste Gelegenheit dazu ist, in» dem er die Stresemann-Regierung am Leben erhält. Wenn diese Regierung nicht überhaupt die letzte in Deutschland ist, so ist sie jedenfalls die letzte, die ihre Existenz dnrch den Versuch riskiert, Poincarös Forderungen zu befriedi- gen, oder den Wunsch kundgibt, den Ver- stiller Vertrag auszuführen. Das Ruhrgebiet ist aufgegeben und trotzdem hat sich der Druck verschärft. Wenn Poin- car 6 ferner bewei st, baß Dcntschlanb sich in seinem Vertrauen zu einer nachgiebigeren Haltung Frankreichs nach der Einstellung des passiven Widerstandes getäuscht hat, so wird eine konstitutionelle Regierung nicht länger in Deutschland möglich sein. Poinears wirb mit bem Ruhrgebiet sitzen bleiben, was ihn viel- leicht über den Verlust der Reparationen trösten wird. Wird es aber anch Mr. Baldwin trösten? Befreiung der Gefangenen? Köln, 26. Okt. Wie die „Köln. VolkSzeitung« aus Essen meldet, ist Krupp von Bohlen und Halbach, sowie die drei im Gefängnis befindlichen Kruppschen Direktoren zur Erledi- gung dringlicher Geschiiftsangelcgenhciten nach Essen beurlaubt worden. Wie verlautet, finden am Montag Verhandlungen statt, über die Entlassung weiterer politischer Gefangener. Amerikas Haltung gegenüber Europa. Die Antwort der amerikanischen Regierung auf eine offizielle englische Anfrage. London, 26. Oft. DaS Auswärtige Amt veröffentlicht einen Telegrammwechsel zwischen Minister Lord Curzon und dem Vertreter Eng- landS in Washington. In dem Telegramm Curzons vom 12. Oktober heißt es: Wenn die englische Regierung die soeben in der Presse veröffentlichte Erklärung des Prä- sidenten der Vereinigten Staaten richtig ausge- legt hat und wenn sie darauf rechnen kann, daß einem solchen Versuch eine unbedingte Auf- nähme zuteil wirb, so wird sie nicht zögern, die Mitwirkung ihrer europäischen Alliierten für eine Einladung an die amerikanische Regierung zu erlangen, bei der vorgeschlagenen Unter- suchung des Reparationsproblems mitzuhelfen, indem sie einen Delegierten, fei es offiziell, fei es inoffiziell, zur Teilnahme daran abordnet. Wenn andererseits vorgeschlagen werden sollte, eine derartige Untersuchung zu veranstalten, auch wenn die Möglichkeit besteht, daß völlige Einmütigkeit für diesen Zweck nicht erreicht wird, könnte dann die britische Regierung und die Mehrheit der Alliierten eine Mitwirkung Amerikas fordern? Wenn endlich vorgeschlagen werde, eine solche Untersuchung der Repara- tionskommiffion oder einer von dieser ernann- ten Körperschaft anzuvertrauen, würde dann Amerika willens sein, daran teilzunehmen? Ein Telegramm des englischen Vertreters in Washington vom 16. Oktober gibt die A n t» wort der amerikanischen Regierung auf diese Fragen. Die amerikanische Regierung sei darnach völ- lig bereit, an einer wirtschaftlichen Kon- ferenz teilzunehmen, an der alle an den deutschen Reparationen hauptsächlich interessierten Staa- ten teilnehmen würden. Es werde jedoch ratsam sein, folgende Punkte zu betonen: 1. Die amerikanische Regierung habe keines- wegs den Wunsch, Deutschland von seiner Ver- antwortlichkeit für den Krieg und von der ge- rechten Verpflichtung befreit zu sehen. Aber es sollte klar sein, daß die Zahlungsfähigkeit Deutschlands und die formelle Bedingung der Wieberherstellung Deutschlands, ohne die eine Reparationsregelung unmöglich sein werde, be- rücksichtigt werden müssen? 2. eine derartige Konferenz sollte beraten- der Natur fein und nicht den Zweck haben, Meinungen zu bilden, sondern gewisse Anemp- sehlungen durch eine gründlich informierte und unparteiische Körperschaft zu sichern,' 3. Zwischen der Frage der Zahlungsfähigkeit Deutschlands und jener der Alliierten Schulden an Amerika bestehe ein wesentlicher Unter- schied und die letztere Frage liege überhaupt nicht innerhalb der Zuständigkeit der vollziehen- den Gewalt. Die amerikanische Regierung sei einer Streichung der Schuld ober ihrer Uebertragung an Deutschland abgeneigt, werbe aber einer vernünftigen Regelung mit Bezug auf Zeit und Bedingungen der Zahlungen nicht entgegen sein. Und die Schaffung gesunder wirtschaftlicher Bedingungen in Europa, eine sofortige Herabsetzung der militärischen Ausgaben und eine Zu- sammenarbeit der europäischen Völker mit dem Ziele deS Friedens und der Gerechtigkeit wür- den nicht verfehlen, einen entsprechenden Ei«' sluß auf die amerikanischen Absichten und Ziele auszuüben. Sodann wird gesagt, daß die amerikanische Regierung nicht in der Lage sei, ein Mitglied in die Reparationskommission zu ent« senden, da dies nicht ohne die Zustimmung de! Kongresses geschehen könne. Der Staatssekre« tär habe jedoch keinen Zweifel, daß ein kompe- tenter amerikanischer Bürger willen? sei» ! würde, an einer wirtschaftlichen Untersuchung! durch eine beratende Körperschaft teilzunehme«, bie von der Reparationskommiffion ernannt wirb. Deutsches Reick Der Beamtenabbau. Berlin, 26. Okt. (Drahtber.) Das Reichs' j kabinett trat heute nachmittag zu einer Sitzung zusammen, um sich laut „Tageblatt" mit de* > Verordnung über den Beamtenabbau, sowie mit der Frage des besetzten Gebietes zu beschäftigen. Am Mittwoch nahm der Bundesvorstand de? j Deutschen Beamtenbundes zu ber Frage deS Beamtenabbaues Stellung. Der Beschluß de» | Vorstandes würbe nicht bekannt gegeben. Die Leipziger Sozialisten gegen Ebert. Leipzig, 26. Okt. Bon der Generalversamw- lung des sozialdemokratischen Kreisvereins Stadt Leipzig wurde gegen eine Minderheit vo» 50 Stimmen ein Antra« angenommen, der unter Hinweis auf bie Verstöße des Reichspräsidenten Ebert gegen bas Parteiprogramm verlangt, daß beim Parteivorstanb ber Ausschluß des Ge« Nossen Ebert beantragt wirb. Bedrohliche Lage in Frankfurt. Frankfurt a. M., 26. Okt. An den heute mol' gen abgehaltenen Verhandlungen haben sowohl das Gewerkschaftskartell wie auch die Sozial' demokratische Partei Geschloffen, jeden örtliche!' Generalstreik abzulehnen. Dagegen ver« suchten die Kommunisten, die einen AktionSauS' schuft gebildet haben, den Streik mit Gewalt burchzusühren. Sie haben gegen Mittag Stra' ßenbahnwagen angehalten und die Insassen ge> zwungen, den Wagen zu verlassen. Ein Versuch, in das Börsengebäude einzudringen, wurde von der Polizei vereitelt. Die Geschäfte haben fast sämtlich geschlossen. Zu nennenswerten Zivi' schenfällen ist es bis jetzt nicht gekommen. Bayern. Berlin, 26. Okt Wie die Blätter aus Münch«« meldeten, teilt das bayerische Staatskommissarial mit: Tie vielfach umlaufenden Gerüchte, daß d«r Konflikt zwischen Bayern und dem Reiche durch Vermittlung beigelegt werben könne, habe »u zahlreichen Anfragen an ben GeneralstaatS' kommissar geführt. Herr von Kohr habe diese Anfragen dahin beantwortet, daß er jede Ver' mittlung in dieser Sache mit der gegenwärtige« Reichsregierung ablehne. Der küfkriner Anfrnhrprozetz Cottbus, 26. Okt. (Drahtber.) In der heuti' gen Vormittagssitzung des Küstriner Aufruhr' Prozesses stellte der Staatsanwalt folgende »«» träge: gegen Buchrucker, Major a. D., unter Versagen mildernder Umstände lebensläng' liche Festungshaft, dauernder Verlust der Befugnis zur Bekleidung öffentlicher Aemter, dauernder Verlust des Ruhegehaltes, Unfähig' keit zum Tragen ber Offiziersuniform: gegen Major a. D. Herz er unter Zubifl«' gung mildernder Umstände 12 Jahre Feftungs' Qteratur Neue Novellen. Zwei Ursachen sind es, die in unserer Zeit die Novelle vor den Roman stellt: die Zerfahrenheit und Unrast deS Hirns und der immer höher steigende Buchpreis. Wie lange es überhaupt noch gehen mag, daß Verlage schöne Literatur auf den Markt bringen können? Sicher ist nur, das, die kaufkräftigen Kreise von ehedem ver- schwunden sind. Sic k ö n n en bei bestem Wil- len und wirklicher Liebe die Multiplikation der Mark mit augenblicklich IS Milliarden ihrem Nahrungsmittelgeldminimum nicht abringen. Trotzdem ist es Pflicht einer Zeitung, die ihrer allgemein geistigen Aufgabe sich bewnßt ist, nach Möglichkeit die Bucheinläufe zu besprechen. Die Deutsche Verlagsanstalt in Stuttgart hat in Erfassung der im Eingangssatz erwähnten heutigen Umstände eine Bücherei zeitgenössischer Novellen herausgegeben. Sie nennt sich in einer äußerst glücklichen Prägung nach dem be- kannten Wort von Boecacio-Heyse „Der Falke"; sie will also Erzählungen bringen, die in ausge- sprochener Weise den Namen der Novelle ver- dienen. Bis heute sind nenn Bändchen der ge- schmackvollen Reihe erschienen. Die nach unserer Ansicht beste Novelle nennen wir zuerst. Es ist „Die Süd se ei it se I" von Hans Fran ck. Hier ist nach Ton, Inhalt, Stoff, dichterischer Kraft das Kriterium des „Falken" in der Tat meisterlich erfüllt. In erschütternder Erzählung wird das dunkle Lebensgeschick und helle Liebesglück eines Festungsbaumeisters geschildert, der unter Friedrich dem Großen zum Landesverräter wird. In raschen kraftvollen Schlägen bringt nach einer Kleistisch gedrungenen Einleitung der Dichter eine schlechthin klassische Erzählung. Ihm in der dichterischen Genialität gleichzusetzen ist Joses P c tt t e u Seine „U h r v o n G o l d" gibt die Schilderung des seelischen Zusammenbruchs eines braven Bürgers. Ein harmloser Anlaß — die Uebergabe einer Taschenuhr an den Sohn durch seine Frau als stummes Zeichen des anstelle des Gatten in Vordergrund gelangten Sohnes — zerstört die Psyche eines vorzeitig altcrnben Mannes. An psychologischer Wahrheit und Durchdringung sucht die Darstellung ihres- gleichen. Bon Grete Auer, deren Erstlings- „Marakesch" in der „Straßburger Post" uns nach fast zwanzig Jahren im Gedächtnis als starke Talentprobe haftet, liegt eine im Schatten der Kellerschen Sieben Legenden empfangene, im übrigen aber absolut selbständige Novelle „D i e Seele der Jmperia" vor. Das alte Thema von dem Mann zwischen der Abentencrliebs und der Fraueutreue ist in eine prachtvolle und neue Form gegossen Das entsetzliche Problem der Geschwisterliebc sucht Albrecht Schaeffer in der Geschichte „Das Gitter" in starker Eigen- art und mit hochkünstlertschem Aufwand zu be- zwingen. Wenn man trotz der Lösung — die Liebe mündet nach schwerem Kampf in die Liebe der beiderseitigen Kinder der sich bezwingenden einander geneigten Geschwistereltern — unbe- friedigt bleibt, so liegt das am Stoff, der auch durch die angezogene griechische Parallele uns heutigen Menschen nicht eingehen will. Peter Dörfler schenkt seiner großen Gemeinde eine wohlgeratene Geschichte „Regine und M a n g", ebenso bleibt Hermann Horn mit „G e r t r u d u n d R e g i n e" in seinem bewähr» Iei> Rahmen E^erartig wieder und voll presstonistischer" Beledenheit ist die Charakter- studie von Axel Lübbe „Ein preußischer O ff i z i e r". Es wird darin der Durchbruch der Seele eines im Dienst verbildet» Offiziers im Verlauf der Kriegsschrecken überzeugend analysiert. An ein damit nicht ganz unver- wandtes Problem rührt Hans Siemsen mit ,,Die Geschichte meines Brude rs". Die Seele und Liebe des „minderen" und anscheinend verbrecherischen Volksgenossen wird in erschüt- tcrndem Erleben erschlossen und gewonnen. Der Bruder ist der Menschenbruber überhaupt. Die Novelle „Das Fenster" von Lulu Strauß und Torney bringt in fast zu epischer Breite, aber andererseits mit feiner Beobachtung und anschanlicher vergessener Kleinwelt einen all- täglichen Ehekonflikt zur fraulich zarten Lösung und Versöhnlichkeit. — Auf die angekündigten weiteren Bände der Sammlung, die an jene von Kurz und Heyse (später von Leixner) erinnert, darf man freudig gespannt sein. Gleichfalls in der Deutschen Berlagsanstalt in Stuttgart sind die „I ug e n ö n o v e l l e n" von Waldemar Bonsels (Blut. Der tiefste Traum Leben, ich grüße dich. Der letzte Früh- ling.) erschienen. Tie in den Jahren 190.? bis 1910 entstandenen Geschichten des anerkannten Dichters bedürfen keiner ausdrücklichen Empfehlung. Es sei jedoch darauf hingewiesen, daß sie auch ein Buch für die geistige Jugend bilden. — Zwei an- mutige Bändchen hat Engen Salzer in Heil- bronn mit der Erzählung „K o m ö d i e" von Jos. Fr. Per konig und der Geschichte einer Tichterliebe, nämlich „AValbert Stifters Liebestraum" von Pankraz Schuk heraus- gebracht. — Der in dieser Zeitung anläßlich seines Erscheinens gewürdigte Roman von Nor- bert Iac gucS „Die heilige Laut" (Drei- maskenverlag München) liegt in einer Nenauf- läge mit tief sich einfühlenden Zeichnungen von unserm Karlsruher promineten Künstler Gust. Wolf vor. Die Deutsche Dichter-Gedächtnis- Stiftnng (Hamburg-Großborstel) bringt von E. G. Kol ben heyer: Drei Legenden („Volksbücher" Heft 4g). Kolbenheyers seine und sichere Hand hat kleine Schmuckstücke der Prosa- dichtkuust geschaffen. Es ist sehr zu begrüßen, das? sich die rühmlichst bekannte Stiftung wieder- um bedeutender lebender Autoren annimmt. —o. Kleines feuilleton Ein historischer Pantoffelheld. Abraham Lin- eoln, der im amerikanischen Bürgerkrieg Präsi- dent der siegreichen Nordstaaten war, stand in ungewöhnlichem Maße unter dem Pantoffel und hatte oft unter der schlechten Laune seiner Frau zu leiden Eines Tages kam er um 11 Uhr von einem Parteikongreß in Chicago heim. Am näch- stcn Morgen sprach ihm Frau Lincoln in unver- blümten Worten ihr Unbehagen über seine poli- tische Tätigkeit aus, die ichn veranlaßte. Abend für Abend außer dem Haufe zu verbringen, wäh- rend sie und die Kinder allein zu Hause sitzen müßten. Sie schloß ihre Gardinenpredigt: „Heute abend lege ich mich Punkt 10 Uhr ins Bett. Bist du zu dieser Zeit zu Hause, gut, wenn du aber bis dahin nicht kommst, so brauchst dn nicht zu glauben, daß ich daran denke, auszu- stehen und dich hereinzulassen." Gesagt, getan. Punkt 10 Uhr gingen Frau Lineoln und die Kinder zu Bett, und eine Stunde später klopfte Lincoln an die Tür. Er klopfte und klopfte, aber niemand öffnete. Ähließlich wurde im ersten Stock ein Fenster ausgemacht, ein Kopf, mit der Nachtmütze geziert, guckte W aus und fragte in scharfem Ton, wer da stünde. „Ich bin's," antwortete Lineoln. „Mach schnei auf — ich -habe dir etwas sehr wichtiges zu el' zählen." „Tu weißt, was ich gesagt habe," erwiderte d ,e erzürnte Frau Lineoln. „Ich bin deiner polit'' schen Faxen müde. Ich habe mir vorgenommen daß das jetzt anders wird." „Ja aber, liebe Frau," rief Lincoln unged«^ big, „es ist ein Telegramm gekommen, daß '® zum Präsidenten ber Vereinigten Staaten fl { ' wählt bin!" „Nein, weißt du, Abraham," brach Frau LiA eoln, in höchstem Grade entrüstet, los, „das g«? wirklich zu weit. Ich habe ja geahnt, daß 6* heimlich trinkst, aber ich konnte mir nicht »" r ' stellen, daß du betrunken nach Hause komme würdest. Geh' und schlafe deinen Rausch da wo bu ihn dir angeschafft Hast!" Damit flog das Fenster zu. Aber am nächst^ Tag erfuhr Frau Lineoln zu ihrem Erstaune!' daß ihr Abraham die Wahrheit gesagt hatte wirklich zum Oberhaupt der großen Republik 8 { wählt worden war. Humor. In d«r ländlichen Volksschule. „Hans, wa«'' ist die beste Zeit, um das Obst von den Bäinnk" zu pflücken?" „Wenn der .Hund angebunden ist." Beim Heiratsvermittler. Herr: „Ich m<$ |! gern eine ehrbare Frau heiraten." Heiratsvermittler: „Mehr Ehr' oder bar?" („Dorsbarbier^ ( Die Verwechslung. Adolf Schibilski, der NA reiche, früher seines Berufes Schmied, ersche^ mit Gemahlin im Hotel zum Nachmittagöt^ welche Veranstaltung von ihr in bestem Engl^ als „FäifaKuck" bezeichnet wird. Im gro?^ ganzen ist Frau Schibilski mit den Menschen Ä'. Dingen ihrer neuen.Umgebung bedeutend ben vertraut als ihr Mann, und als dieser der " i vierenden Maid den Zucker mit den Fingern der Dose nehmen will, unterbindet sie diel'' deplacierten Versuch mit einem kräftigen ^ penstoß und den energisch geflüsterten „Adolf, so nimm doch die Zange." Wirtauf J Aber warum denn? Wird denn der Zucker « ° heiß serviert?". („Nebelspalter j Karlsruher Tagblatt. Samstag, den 27. Oktober 1828 _ Erstes Blatt alles übrige wie bei Buchrucker, und zwar "eide wegen Hochverrates; Segen die übrigen Angeklagten beantragte er ^egen Beihilfe zum Hochverrat folgende Stra- ten: Segen Hayn und Fliege 3 Jahre, gegen Voigt ^ Jahre 5 Monate, Stobbe 4 Jahre 2 Monate, *' Dr 'fle 3 Jahre 9 Monate, Wojzinski, Walther u»d Schrenk je 3 Jahre 6 Monate, Reichel ^ Jahre 3 Monate, Rabkowski, Kühn und Bur- ?^rdt je 3 Jahre Festungshaft. Gegen sämtliche ^»geklagten wurden ferner angemessene Geld- "afen und die volle Anrechnung der Unter- 'UchungKhast beantragt. Darauf begannen die ^laidoyers der Verteidiger. SaöilrkePolitik Die kommunstischen Ilmtriebe in Lahr. , ^ahr, 26. OK. Die Bemühungen 5cr Behör- A« zur Wiederherstellung geordneter Verhält- Me sind fortgesetzt worden. Wiederholt verachten Personen, sich den Drahtverhauen zu Mern, so daß Schreckschüsse von der Bereit- Kastspolizei abgegeben werden mutzten. Aus Ureck hierüber erlitt die Krau eines hiesigen Schutzmannes einen Herzschlag. In der Um- Rbung von Lahr, so in Kürzell, Hugsweier usw. ?urden verschiedene Verhaftungen vorgenommen von Personen, die den Aufruf der Reichs- Regierung und «behördliche Bekanntmachungen Abgerissen hatten. Alle Meldungen, die von Tu* und Verwundeten in Lahr zu berichten wls- e tt, sind frei erfunden und können nur dazu die- g«. die Bevölkerung in Beunruhigung zu setzen. Leiter berichtet noch die „Lahrer Zeitung", daß ™ r die nächsten Tage die Polizeistunde auf 8 Uhr °°ends festgelegt ist. Oberamtmann und Ober- Bürgermeister haben eine Bekanntmachung er- Men, in der sie die Einwohnerschaft auffordern, ?Uhe zu bewahren und jegliche Ansammlung, Zusammenrottung oder Versammlung zu ver- Heiden. Verhandlungen zwischen Arbeitnehmer- ^rtretungen und der Industrie über Abhilfe MenÄber der wirtschaftlichen Notlage sind im '»ange. Ein Presseprozeh. t. Naunheim. 26. Okt. Vor dem Schwur- glicht wurde die Anklage gegen den früheren Aedakteur der „Mannheimer Arbeiterzeitung" Aaul Schulz wegen Beleidigung durch die X^esse verhandelt. Ende Oktober und anfangs -iovember vorigen Jahres hatte sich die „Ar- ,°lterzettung" in mehreren Artikeln mit den "Steilen befaßt, die von badischen Gerichten !^er Angeklagte gefällt worden waren, die sich ^ Ausschreitungen anläßlich von Demonst rannen wegen der Ermordung Rathenaus be- Migt hatten. Dabei wurden Ausdrücke ge- haucht wie „Skandal", „Schandurteil", „Schande Republik". „Kommödie. die zum Himmel lt'Nkt" usw. Der Angeklagte erklärte die frag- "chen Artikel müßten aus dem Geiste der Stim. Mng jener Tage heraus verstanden werden, in Uren sie geschrieben wurden. Er habe weder Achter noch Staatsanwälte beleidigen wollen, ^ei jex Wahl der Ausdrücke mögen ihm bei ' e, tter nervösen Ueberreiztheit aus fahrlässig- M Mißgriffe unterlaufen sein. Da die Ge- '^vorenen den größten Teil der Schuldfragen Iahten, wurde der Angeklagte zu einer Geld- Mfe von IM Milliarden, verbüßt durch die ^Utersuchungshaft. verurteilt. Goldnoten der Reichsbank. . Tos Reichskabinett hat eine Abänderung Bankgesetzes beschlossen. Die Ver- ?lfentlichung der Novelle wird voraussichtlich ^te erfolgen. Danach ist die Reichsbank be- Mtigt, G o l d n o t e n auszugeben. Die Dek- der Goldmarknoten geschieht zu einem Drit- w Gold und Devisen, zu zwei Dritteln in »oldmarLhandelswechseln. Der Goldbestand, ^ al s Deckung für die Goldmarknoten des Rei- Ratgeber Kr Haus und tandwirischast. Allerlei. ?Kir die Tortenauswahl bei der Herbstpflau- mögen dem Obstzüchter folgende Angaben Für raiche Lagen, wo man mit Svätsrö- rechnen muß, bevorzuge man solche Sorten, n te erst verhältnismäßig spät ihre Blüten öffnen. diesen gehören an Aepfeln: Borsdorfer, Bok- "navfel, Eisenapfel, Goldparmäne, Prinzen- Gelber Richard, Weißer Astrachan und 7-Nerscher Weinapfel: an Birnen: Vereins- ,/Hantbirne, Jakobsbirne, Gute Graue. Klapp »d Napoleon. Für trockene Böden eignen sich 3?. der Regel die Apselsorten weniger, während ^lvnen noch gut gedeihen. Man wähle dann -bi nachgenannten Sorten: Williams Christ- Rote Bergamotte, Pastorenbirne, Hofrat, «We Grane, Vereinsdechantbirne, Napoleon, Mdenpont, Esperens Herrenbirne. Sauerkir- gedeihen am besten in lehmhaltigen, Humus- ^chen Boden. Da die Sauerkirsche ihre Wur- ?A n flach ausbreitet, leidet sie weniger durch "Heren Grundwasserstand als andere Sorten. .^euaepflanzte Bäume erfahren nur einen vor- Mfigen Rückschuitt. Dieser hat den Zweck, die Triebe, falls Spätherbst und Winter *i, t 9 und trocken sind, vor dem Einschrumpfen bewahren. Der eigentliche Schnitt erfolgt "Nn xxst to, kommenden Frühjahr. Jhc Hcrbstdüngnng darf nicht nnterblcibeu trockenem Gemüseboden, während auf nas- x.?..und Handfestem Boden bis zum Frühjahr gewartet werden kann. Auf trockenen Bö- -n ist man nicht sicher, ob im Frühjahr die nöti- Regenmengen eintreten werden. Bleibt Regen aus, so verändert sich der Dünger »um, und seine Wirkung ist infolgedessen dann v,7* gering. Tagegen kommt nach der Herbst- .^Ngung die Winterseuchtigkeit an den Dünger mu v' ^ch^ießt ihn auf und verbindet ihn innig . " dem Boden, wodurch seine Wirkung für den "^Menden Pflanzenwuchs aenchert ut. ches dient, wird getrennt von dem übrigen Gold- bestand, der in der Papiermarkabteilung der Reichsbank verbleibt. Die Goldmarknoten der Rcichsbank sind jederzeit einlösbar in Gold, eng- lischen Pfunds und Dollars. Ferner erhält die Reichsbank die Ermächtigung, unverzins- liche wertbeständige Schuldner- schreibungen herauszugeben. Die Emission erfolgt, um den Bedürfnissen des Verkehrs nach kurzfristigen wertbeständigen Anlagen von Dar- lehen Genüge zu leisten. Die Schuldverschrei- bungen finden in den wertbeständigen Krediten der Reichsbank dt» entsprechende Deckung. Das Maximum der Emissionen dieser Schuldverschrei- bungen ist auf den dreifachen Betrag des Gold- vestandes festgesetzt, der in der Papiermarkabtei- luug der Reichsbank verbleibt. Schließlich kann die Reichsbank nach Abänderung des Bank- gesetzes gewisse Serien der jetzt umlaufenden Noten einziehen. Da gestern außerordentlich hohe Forderungen nach Zahlungsmitteln an die Reichsbank gestellt worden sind, mußte sie zu Repartie- rungen schreiten. Die ReichAbank in Berlin ist jedoch bemüht, den Anforderungen in Zukunft gerecht zu werden. Tie hofft, von Samstag an eine Produktion von 300—4M Billionen pro Tag zu erreichen. Es sollen nur noch auf hohe Be- träge lautende Noten gedruckt werden. Die Billionnote ist in Vorbereitung. Um den Ver- kehr weiterhin zu erleichtern, werden I n - teri ms scheine der Gold an leihe, die seit gestern gedruckt werden, ausgegeben. Aus Berlin wird weiter gemeldet: Die Reichs- bank in Berlin ist von Tausenden von Menschen und Hunderten von Fuhrwerken umlagert. Die Massen stauen sich bis hinunter zum Spittel- markt. Der Verkehr in den an die Reichsbank angrenzenden Straßen ist lahmgelegt. Ein be- sonderes Polizeiaufgebot sorgt für Ruhe und Ordnung. Der Chef des Banknotenwesens der Reichsbank erklärte, daß die Reichsbank ihre Zahlungen von morgen ab schon teilweise in Renten mark leisten werde. Es handle sich mn die Beträge, die das Reich der Reichsbank schuldig war und die der ReichAbank von der Ren- tenbank bereits überwiesen worden seien. Fer- ner sollen Einzehntel-Tollarstllcke der Goldan- leihe in größeren Mengen in Umlauf gesetzt werden. Baden ist bekanntlich auch damit beschäftigt, der Geldnot durch Schasfung einer wertbeständi- gen Dollar-Anleihe zu steuern. Nach einer Aeußernng des Finanzministers Köhler beab- sichtigt die Reichsregierung, die Beamten-Novem- berbezüge teilweise wertbeständig auszuzahlen. Aus Baten Vetriebsfleuer. Wie uns die Steuerabteilung der Handels- kammer Karlsruhe mitteilt, haben die badi- schen Handelskammern unter Hinweis auf die verheerende Wirkung der Arbeitgeber- abgäbe (Betriebssteuer) erneut die sofortige Auf- Hebung dieser Abgabe oder zum mindesten wesentliche Erleichterungen gefordert. Sie ist für unsere Wirtschaft von verhängnisvollster Wirkung, da sie, ohne Rücksicht auf den Ertrag, von Betrieben, die eine große Zahl von An- gestellten und Arbeitern beschäftigt, ungeheure Steuerbeträge einfordert, deren Aufbringung den durch die vielen sonstigen Steueransprüche bis zur äußersten Grenze ihrer Leistungsfähig- keit belasteten Unternehmungen nicht mehr mög- ttch ist. Die unausbleiblichen Folgen sind Be- tricbseinschränkungen und Stillegungen, sowie damit verbunden Arbeiterentlassungen und ein Anwachsen der Zahl der Erwerbslosen. Bei der gegenwärtigen politischen und wirtschaftlichen Spannung müssen diese Folgen um so verhäng- nisvollere Wirkung haben und infolgedessen alles getan werden, was dazu dienen kann, um sie zu vermeiden. Die Handelskammern wer- den ihre Bemühungen in dieser Richtung mit allem Nachdruck fortsetzen. In keinem Obstgarten sollen Ranpenleimringe fehlen. Diese vollführen aber nur den beabsichtigten Zweck, wenn sie ständig auf ihre Klebe» fähigkeit geprüft werden. Wohl hält guter Rau- penleim gegen 4 Wochen seine Klebekraft, aber mancherlei Ursachen können diese unterbinden. So kommt es vor, daß besonders bei wikidigem, warmem Herbstwetter der Leim trocknet, anch kann Sand und Staub die Klebefähigkeit hem- men. Sobald man darum wahrnimmt, daß die Klebefähigkeit abnimmt, muß sofort nachgestrichen werden. Infolge der nngitnstigen Witterung diesen nas- seu nud kühlen Sommers find die Tomate» in gar vielen Gärten nicht zur Reife gelangt. Trotz- dem aber sind die grünen Früchte nicht als ver- kor«« anzusehen. Auf Art der Stachelbeeren eingekocht, geben sie ein vorzügliches Kompott. Aber auch reise Früchte kann man noch ernten. Zu dem Ende zieht man die ganze Pflanze aus dem Boden, schneidet die Blätter ab und hängt die Zweige mit den Früchten an einem warmen und trockenen Orte auf, vorteilhaft in der Nähe des Küchenofens, wo die Früchte dann allmäh- lich ausreifen. Man hängt die ganze Pflanze auf, statt die einzelnen Früchte abzupflücken, weil so die Nährstoffe, die i« dem Stengel enthalten sind, noch ausgenutzt werden. Erbsen- «ud Bohnenkraut sollte stets mit unter- gegraben werden, da es eine vorzügliche Grün- düngung abgibt. Fast alle Nährstoffe, die im Laufe des Sommers dem Boden entzogen sind, kommen ihm dadurch wieder zugute, vornehmlich eine Bereicherung an Stickstoff. Zudem macht die Gründüngung den Boden humusreicher. Kartoffel.zur Saat düefen nicht zu früh aus- genommen werden, weil sonst die Haltbarkeit und spätere Keimkraft sehr beeinträchtigt wird. Saatkartoffeln müssen erst völlig ausgereift fein, bevor sie ausgenommen werden. Der richtige Reifegrad ist vorhanden, wenn das Kraut gelb geworden ist und die Knollen sich beim Heraus- nehmen leicht von den Wurzeln lösen. Auch dürfen nach erfolgtem Ausnehmen die Knollen nicht sogleich in den Keller gebracht werden, son- dern sind erst einige Zeit zum Abtrocknen an der Lust liegen zu lassen. Welken dürfen sie aber auch nicht. - • - = Karlsruhe, 26. Okt. Zur Bestreitung der Kr eis aus gaben hat der Kreisrat des Kreises Karlsruhe einer weiteren Kreissteuer zugestimmt, die von je Hundert Mark Steuer- wert wie solgt zu erheben ist: 1. vom gewerb- lichen und land- oder forstwirtschaftlichen Be- triebsvermögen 4a MV J(; 2. von Gebäuden 80000 Ji\ 3. von einzeln geschätzten Grundstücken und vom Bergwerkseigentum 1M0M .U, und 4. vom Wald, von klassifizierten und diesen gleich zu behandelnden Grundstücken und von einzeln geschätzten Hofgütern 320 000 Ji. Das Erträgnis ist von den Kreisgemeinden bis 15. November d. I. an die Kreiskasse abzuliefern. Mannheim, 26. Okt. Gestern ist der Eisen- b a h n g ü t e r v e r k e h r über die Rheinbrücke Mannheim-Ludwigshafcn wieder aufgenommen worden. Der erste Zug wurde mit einer Ma- schine von Mannheim bis zur Rheinbrücke Mitte befördert, wo er von einer Lokomotive der sran- zwischen Regie abgenommen wurde. Die Eisen- bahnbetriebsinspektion Mannheim teilt dazu mit: Die Verhandlungen mit der französischen Eisenbahnregie haben ergeben, daß Sendungen mit Lebensmitteln nach Ludwigshafen am Rhein und darüber hinaus mit der Eisenbahn über Mannheim-Rheinbrücke befördert werden kön- ncn. Die Reichsbahn erhebt die Fracht bis Mannheim und dazu einen Zuschlag für die Strecke bis Mitte Rheinbrücke. An die französi- sche Regie sind die Beförderungsgebühren bis Ludwigshafen und gegebenenfalls darüber hin- aus in Frankenwährung zu bezahlen. Nähere Auskunft erteilt die Station Mannheim-Ran- gierbahn bo f. — Heidelberg, 26. Okt. Der Bürgerausschuß hat mit 37 gegen 28 Stimmen den An- trag des Stadtrats angenommen, wonach mit Wirkung vom 1, Oktober ab die Gebäude-, Be- triebsvermögens- und Grundstückssteuern in Goldmark und Goldpfennigen zu zahlen sind. Diese neue Form der Umlage bedeutet zugleich eine sehr starke Erhöhung der Umlage. Gegen die Umlageberechnung nach Goldmark sprachen sich Redner der Deutschnationalen, des Jen- trunks und der Kommunisten aus, aber auch in diesen Fraktionen befanden sich Freunde der Vorlage. = Weinhcim, 26. Okt. Ein fchwerer Kraft- wagenunfall hat sich bei Rimbach ereig- net. Ein dem Heidelberger WirtschaftSamt gehörender Lastkraftwagen mit Anhänger wurde beim Passieren der Eisenbahnlinie von einem Eisenbahnzug ersaßt, wobei die drei auf dem Anhängewagen sitzenden Personen schwer ver- letzt wurden. Der 21 jährige Fabrikarbeiter Peter Bangert aus Oberlautenbach ist seinen Verletzungen erlegen, dem 4g jährigen Kü- fer Georg Klemm aus Handschuhsheim mußte das linke Bein abgenommen werden. Der dritte Verletzte, der städtische Arbeiter Josef Wink aus Handschuhsheim, Vater von 7 Kin- dern, erlitt eine lebensgefährliche Gehirnerschüt- terung. Ter Bahnübergang an der betreffen- den Stelle ist durch Schranken nicht gesichert. := Rastatt, 26. Okt. Die Kinos sind aber- mals geschlossen worden, nachdem der Ge- meinderat die Lust b ar kei ts st euer, die er kürzlich um etwa 60 bis 75 Prozent ermäßigt hatte, waö zu einer Wiederaufnahme des Kino- betriebS führte, erneut auf 40 Prozent herauf- setzte. Bühl. 26. Okt. Das zwölfjährige Töchterchen des Direktors Händel stieg am gestrigen Nachmittag auf die Veranda, um die Zeit besser auf der Kirchenuhr ablesen zu können. Dabei verlor es das Gleichgewicht, stürzte vier Stock tief in den Hof und zog sich so schwere innere Verletzungen zu. daß es noch am gleichen Tag st a r b. Waldshut, 26. Okt. Der Verlag der Neuen Waldshut-St. Blasier Zeitung teilt mit, daß seine Zeitung auch gegen Naturalien bezogen werden kann, und zwar find als Monatsbezugs- Gebühr zu liefern: 12 Pfund Weizen, oder 16 Pfund Gerste oder 16 Pfund Hafer oder 16 Pfund Roggen oder 1 Pfund Butter oder 1 Pfd. Honig oder 50 Pfund Kartoffeln oder 20 Eier. Ein willkommenes Wintcrgemüfe ist frischer Zichoriensalat. Um diesen den ganzen Winter hindurch zu haben, hebt man vor Eintritt des Frostes kräftige einjährige Wurzeln ans, pflanzt sie in Kästen schräg ein und stellt diese in ein warmes Mistbeet. Gar bald fangen dann die jungen Blätter an zu sprießen. Damit die jun- gen Blätter schön zart und gelb bleiben, sind sie zu beschatten. Bei Anlage mehrerer solcher Kästen kann man den ganzen Winter hindurch ernten. Die abgetriebenen Wurzeln sind her- nach wertlos und werden weggeworfen. Beim Ernten der Rotabeete sei man recht vor- sick,tig. Jede Beschädigung führt zum Bluten, wodurch die schöne rote Farbe dieses vorzüglichen Salatgewächses> verloren geht. Zur Gewinnung von Saatgut von Erbsen. Bohnen usw. verfährt man vielfach falsch. Man pflückt von den Beeten erst eine oder zwei Mahl- zeiten und läßt dann den Rest der Früchte reif werden. Das ist völlig verkehrt und gibt nie- mals vollwertiges Saatgut. Eigenart und Boll- kraft der Sorte, auch Güte und Größe prägt sich vor allem in den ersten Früchten aus. Darum sollen auch diese als Saatgut zum Ausreifen kommen, da deren Nachzucht mit gewisser Sicherheit gesunde Pflanzen unv volle Erträge verbürgt. Warum werden manche Sellerie hohl? Falls es nicht in der Sorteneigentümlichkeit liegt, hat in der Regel der Anbauer selbst die Schuld. Be- kanntlich liebt der Sellerie einen sehr nahrhaften Boden. Vielfach tut nun aber der Gärtner in dieser Beziehung des Guten zu viel, insofern er zu große Gaben Stickstoff gibt. Ein Uebermaß an Stickstoffdünger führt stets zum Hohlwerden der Knollen. Ganz besonders ist vor übermäßi- ger Anwendung frischer Jauche zu warnen. Die einseitig gute Vorbedingung eines im Uebermaß mit Stickstoff gedüngten Bodens treibt zu äußerst günstigem Wachstum. Jede Pflanze ist aber auf ihre Fortpflanzung bedacht. Die Grundlage *ür die im nächsten Jahre zur Entwicklutg komw->n- den Samenstengel wird schon jetzt gelegt. Fehlen nun aber im Boden insolge der einseitigen Ueber- düngung mit Stickstoff die anderen Nährstoffe, die die Pflanze gebrauch!, so werden diese jetzt schon aus der Knolle genommen, und diese wird infolgedessen schwammig und Hohl. Sellerie ae- Rr. 29«. Seit«» Schlüsselzahlen des 27. Ottober. Bad. Einzelhandel: 1« lVortag 15,5 Milliarden). Karlsruher TeuernngSzahl (mit Bekleidung): Stichtag 22. Oktober: 4 625 807768 lVorwoche 763 618 895). Badische Landesindexzisfer (mit Bekleidung): Stichtag 22. Oktober: 4 836 805 634 lVorwoche 706 504 498). Badische Landesindexziffer (ohne Bekleidung): Stichtag 22. Oktober: 3 862 611504 lVorwoche 583 628 643,12). Reichsindexziffer: Stichtag 22. Okt.: 8045 Mill. (Vorwoche 691,9 Mill.). Großhandelsindexziffer: Stichtag 23. Oktober: 14 6M Mill. lVorwoche 1093 Mill.). Goldmark: 15 514 880 952. GoldumrechnnngssaN für die Reichsstenern: 15 Milliarden. Badischer Gastwirteverband: K Liter neuer Weißwein 5 Milliarden, Rotwein 6 Milliar- den: 0,3 Liter Lagerbier 1,8 Milliarden, 0,3 Liter Exportbier 2,2 Milliarden: Essen in Kleinbetrieben 10 Milliarden, in Mittelbe- trieben 14 Milliarden. Badische Hotclindnstrie: 15 Milliarden. Eisenbahn: Personentarif 15M Millionen: Gütertarif 3000 Millionen lab 29. Oktober 12 Milliarden). Amtliche Giiterbestättereie« d«r R.B.T. Karlsruhe: Grundtarif: doppelte Durchschnitts- Friedenssätze: Schlüsselzahl: tägl. erstnotiert. Dollar-Goldmarkkurs (Berlin, Geld.) Badisches Landestheater: für 27. Oktober 3; für 28. Oktober 4 Milliarden. Volksbühne: Gutscheinpreis für 23.—29. Oktober 1700 Millionen. Schlüsselzahl des Vereins deutscher Zeitnngs- verlcger für Anzeigenaufträge: 12 Millionen. Schlüsselzahl für das Bnchdrnckgewerbe: 6M Mil. lionen. Bnchhändlerschlnsselzahl: 16 Milliarden. Tie Schlüsselzahl für Arzneitaxe: für Waren und Gefäße 13,1 Mill., für die Arbeitsver- gütung 7 Millionen. Leritkwstml Karlsruhe, 26. Okt. Unter der Anklage der Bestechung stand der Berwaltungsobersekretär beim hiesigen Bezirksamt Josef Friedrich Stegmüller vor der Strafkammer. Der 45 Jahre alte Angeklagte ist feit Mai 1918 beim Bezirksamt in Karlsruhe beschäftigt gewesen und hat dabei Handels-, Veterinär- und Sicher- heitspolizeisachen bearbeitet, hat aber nach den Angaben seiner vorgesetzten Behörde nicht immer gute Zeugnisse aufzuweisen. Bei der Bearbeitung eines Handelsgesuchs kam Stegmüller mit einem Franzosen namens Roul- lion in Berührung, gegen den eine Untersuchung wegen Spionageverbacht schwebte. Der Ange- klagte machte Frau Roullion aus den Akten Angaben über das Verfahren und gab sich dabei den Anschein, als ob er in der Sache etwas für Roullion tun könne. Schließlich bat er Frau R. um ein Darlehen in Höhe von W* Milliarden Mark (die Sache spielte anfangs September dieses Jahres), um sich Möbel anschaffen zu kön- nen. Die Frau konnte ihm aber das Gelb nicht geben. Auch andere Ungenauigkeiten, die sich Stegmüller im Dienst hatte zu Schulden kom- men lassen, kamen bei der Verhandlung zur Sprache. Das Urteil lautete auf sechs Monate Gefängnis abzüglich einem Monat l'nter- fuchungshaft. = Karlsruhe, 26. Okt. Das Wuchergericht hat heute den Metzger Karl F a z l e r au? Tie- fenbach wegen unerlaubten Handels und Preis- treiberei zu 50 Milliarden Geldstrafe verurteilt. Unter der gleichen Anklage standen im zweiten Fall der Tagesordnung des Wuchergerichts die Ehefrau Amalie Link geb. Weber ans Bauer- tach und die Ehefrau Frieda Kretz geb. Rabold aus Rastatt. Die beiden Angeklagten wurden zu je 10 Milliarden Geldstrafe verurteilt. deiht darum am besten in altgedüngtem Boden, dem allenfalls im Anfang des Wachstums mäßig vergorene Jauche zugeführt ^werden darf. th. Mehr Geflügelfleisch. Die Fleischnot ist gegenwärtig so groß, daß wir genötigt sind, auf Mittel und Wege zu sin- nen, um diese Not zu lindern. In allen Volks- Versammlungen, in den Reichstags- und Land- tagssitzungen wird jeweils erklärt, daß Deutsch- land mehr erzeugen muß. wenn es nicht zu- gründe gehen soll, aber niemand macht den An- fang. Die Bodenfläche Deutschlands ist zu klein, um durch Ackerbau die darauf lebende Bevölke- rung zu ernähren, deshalb ist es nötig, aus an- dere Weise mehr zu erzeugen, um eine bessere Ernährung möglich zu machen. Hier bietet die Geflügelzucht die Hand, unsere Lebensmit- tel zu vermehren, ohne dazu Rohprodukte auS dem Auslande kaufen zu müssen. Wenn bei städtischen Geflügelhaltunsen alle .Hahnen, ferner alle über 4 Jahre alten Hennen, alle jungen Hühner und Hahnen von Spätbru- ten geschlachtet würden, würbe viel Brotgetreide für menschliche Nahrung erübrigt und viel Fleisch auf den Markt kommen. Ferner sollte vom Frühjahr an kein Enten- oder Gänseei in der Küche verwendet, sondern zur Flei-scherzeu- gung ausgebrütet werden. Auf jedem Geflügel- Hof sollten nicht nur Hühner leichter Rassen zur Eiererzeugung, sondern auch solche schwerer R*f» sen zur Fleischerzeugung gehalten werden, denn an 15 Eiern können sich höchstens vier Personen einmal satt essen, an 15 JunghüHnern aber mindestens siebenmal. Die künstliche Brut und Aufzucht von Goflü- gel sollte mehr Verbreitung finden, wodurch Bruthühner zmn Eierlegen srei würden. In Aegypten und China besteht solche schon seit Jahr- Hunderten zum Segen der Bevölkerung. In Amerika gibt es Städte (Petalumna), die jähr- lich Millionen von Hühnern erzeugen, in Däne- mark, England, Holland und Belgien wird Ge- slügelzucht im großen betrieben, ebenso i« Oester- reich, Italien und Spanien. Was in diesen Ländern möglich ist, sollte mit gutem Willen auch in Deutschland möglich sein, dadurch würde der in d.ir Ueberschrist angedeu- tete Wunsch erfüllt. $ Mr. 296. Seite i Karlsruher Tagblatt. Samstag, den 27. Oktober 1V28 GrsteS Blatt WumechnllllM für ReiWeuern. Bon beute an wird der Goldumrechnungssab täglich neu festgesetzt werden. Die^öftentliche. Bekanntmachung erfolgt durch «inen Aushang beim Telegraphenamt und Finanzamt. Karlsruhe, den 24. Oktober 192S. Finanzamt Stadt. ^ Baufluchten' für"die Wohnü nassiebelungan der a^anderstratze und die StraHenböbe sestg Der Plan liegt während zwei Wochen urch den Bezilksrat wurden die Stratzen- und und die Strakenböhe festgestellt. „ ..egt währen» zwei Wochen beim städt. Tiesdauamt »ur Einsicht aus. Karlsruhe, den 22» Oktober 1023. O.Z. 128. Badisches Bezirksamt Avtl. III. Mnungsadglibe. Die monatliche Wog- nungsabgabe beträgt bei Zahlungen in der Kalen» derwocke vom 29. Oktob. bis 8. November 1923 das 3 000 000 fache der in den Forderungszetteln enthaltenen SäSe (d. t. des Steuerwertsl. Karlsruhe, 23. Okt. 1923. Der Oberbürgermeister. Städt. AuSfiihrungs- Vorschrift zum Boll»«« des Reichsmieteng«- setzes. Mit Wirkung vom 1. No- vember 1928 beträgt der Sonderzuschiag für ge- werbliche Räume -) für Werkstätten mit weniger als 20 Ar- beitern 0,«Milliarden v. H. der Grundmiete, für alle übrigen Räume im Sinne des z 10 Absatz 2 des ReichsmietengesetzeZ 1,2 Milliarden v. H. der Grundmiete. Die in meinerBekannt- machung vom 25. Oktob. 19i3 ausgeführten Zuschläge zur Grundmiete sür Jnstandsevungsar- Veiten undBerwaltunas- koste» sind Jahressätze. Karlsruhe, 26.Okt. 1923 Der Oberbürgermeister. d) Mit Wirkung v. Sonn- tag, den 28 Okt. 1923 erhöhen sich die heutigen Befürdcrungsprcise der Straßenbahn um das 2>/a fache. Dil " ' .Die heute gelösten Fahrscheinhefte können letzt- malig am Freitag, den 30. 'November 1923 be- nützt werden und ver- lieren dann ihre Gültig- fett. Karlsruhe. 27. Okt. 1923. Städtisches Balmamt. gl. SAvveu^N. oder kl. Pia«, z. Stellen e solch, zu miet ges. PreiS Nebensache. Angebote u. Nr. 6504 ins Tagblattb. Olföne Stellen Gesucht junges ebrl. Mädchen bei guter Be» Handlung u Bezahlung. 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November jeweils 8 Uhr abends Film» und Lichtbildervortrag Dr. Colin Ross „Unsere Zukunft liegt im Osten" Neueste eigene Aufnahmen aus Rußland, Ukraine, Kaukasus, Persien, Turkestan und Buchara. Reiseeindrücke politischer, wirtschaftlicher und kultureller Art, aus der bunten Welt des innerasiatischen Orients. Nur numerierte Plätze. Vorverkauf nur im Musikhaus Müller Kaiserstraße. Das Buch wird nicht mehr teurer durch die Buchmark. Bücherstube Berggötz, DougiasstraBe 11. Cafö Rotes Haus Bes.:W,Reichert I 'litt" ?.!!! 4 in der Nähe des Badischen Landestheaters. Mittwochs, Samstags und Sonntags Künstler -Konzerte Leitung: Werner Pfäffle. Samstag und Sonntag Großer Gäste-Abend zu Gunsten der Erwerbslosen und außerdem als Oast Herr Hans Miihlig-Carolus das Rätsel. Beginn 8 Uhr. "W Wiener Hof JedenSamstag- u. Sonntagabend Großes Konzert Der Besitzer: Paul Opel. Badisches Landestheater Samstag, den 27. Oktober, 7 bis 9 l U Uhr 8p. 13.50. Th.-Oem. B. V. B. Nr. 301-700. Neu einstudiert: Der Widerspenstigen Zähmung Lustspiel von Shakespeare. Der MUionengarten. Roman von Reinhold Ortman«. (SB) «Nachdruck verVoten) „Ganz so schroff habe ich es wohl nicht hin- gestellt. Aber wenn es so wäre, kann das für dich ein Grund sein, mir deine Hilfe zur Wiederherstellung eines guten Verhältnisses zu ver- weigern? Dasg ich mich nicht ohne triftigen Grund als ein Bittender an dich wende, mutzt du doch begreifen." „Vater, was sollte diese Aussprache nützen, die du herbeiführen willst? Ich habe Lohmer nichts abzubitten und könnte ihm nur immer wieder dieselbe Antwort geben." Der Rechtsanwalt stand auf und fing an, im Zimmer umherzugehen. »So sieht der Dank aus, den wir von unseren Kindern zu erwarten haben. — Es ist gut. Wir wollen nicht weiter darüber reden." „Warum zürnst du mir, Vater? Eine so grohe Gefahr kann Dr. Lohmers Feindschaft unmöglich für dich bedeuten." Mit finster gefalteter Stirn blieb er vor ihr stehen. „Ich will dir sagen, was sie für mich bedeutet. Meinen Ruin bedeutet sie und die zerstörten AukunftShossnungen deiner Schwester." „Das ist unmöglich. Auch wenn er den Wil- len hätte, dir zu schaden, woher wollte er die Macht dazu nehmen?" „Aus den Möglichkeiten, die ihm seine amt- liche Stellung gibt. Da ich wohl auf deine Ver-- schwiegenheit rechnen darf, kann ich ta aufrich- ttg gegen dich fein. Ich befinde mich in einer sehr üblen Lage. Ein Verteidiger in Straf- fachen kann nicht immer allzu ängstlich zu Werke gehen, wenn es sich darum handelt, einen Klien- ten aus den Fallstricken des Gesetzes zu befreien. Er mutz die Dinae unter einem anderen Ge-l sichtswinkel ansehen und behandeln, als es von feiten der Anklage geschieht. Und er darf kein Mittel unversucht lassen, das seinem Mandanten nützen kann. Die Fehlerhaftigkeit unserer straf- gerichtlichen Praxis ist es, die dafür verant- wortlich gemacht werden mutz, wenn es bei die- fem Bemühen nicht immer ohne kleine Verstötze gegen höhere Moral abgehen kann. Die Be- sangenheit der öffentlichen Ankläger ist es. die uns Verteidiger dazu zwingt. Jeder Staats- anwalt sieht es als persönlichen Mitzersolg und als beschämende Niederlage an, wenn er die Ver- urteilung eines Angeklagten nicht durchzusetzen vermag. Statt ohne Vorurteil und Voreinge- nommenheit einzig die Wahrheit zu suchen, sucht er lediglich nach Schuldbeweisen. Für ihn exi- stiert nur daS Verdachtsmoment und der Be- lastungszeuge. Er stellt seinen Scharfsinn und seine Beredsamkeit nicht so sehr in den Dienst der Gerechtigkeit als in den eines unerbittlichen Vernichtungswillens. Dadurch wird die Ver- teidigung geradezu gezwungen, ihre Aufgabe ebenso einseitig aufzufassen. Um einem verhäng- nisvollen Justizirrtum vorzubeugen, mutz sie unbedenklich überall zugreifen, wo sich ihr ein Zeuguis für die Schuldlosigkeit des Angeklagten darzubieten scheint. Ich denke, du wirst mich verstehen." „Ich hörte dich schon früher ähnliches sagen: aber ich kann nicht erkennen, was " „Was diese ungesunden Zustände mit meinem Verhältnis zu Lohmer zu schaffen haben. Ich werde es dir sogleich erklären. Wir Anwälte unterstehen nicht nur, wie Uder andere Staatsbürger, den Bestimmungen des Strafgesetz- buches, sondern autzerdem einer besonderen Ge- richtsbarkeit, die durch die Anwaltskammern, also durch unsere eigenen Standesgenossen, aus- geübt wird. Verstötze gegen unsere Berufs- pflichten können von diesem Forum, vor dem die Anklage ebenfalls durch die Staatsanwaltschaft vertreten wird, mit Verweisen, mit Gelb- strafen, in schweren Fällen sogar mit Aus- stoßung aus dem Anwaltsstanöe geahndet wer- den. Ein Angeschuldigter, gegen den sich wäh- rend der Verhandlung der Verdacht erhebt, datz er sich nicht nur gegen die sogenannte Berufs- ehre vergangen habe, mutz dem ordentlichen Ge- richt übergeben werden und ist damit selbst für den Anwalt einer späteren Freisprechung bür- gerlich tot. Ein von seiner Kammer eingeleite- tes Verfahren bedeutet darum auch bei verhält- nismätzig harmlosen Anlässen das Fatalste und Bedenklichste, was einem Anwalt zustotzen kann. In ernsthaften 'Fällen bedeutete es beinahe immer seine gesellschaftliche und wirtschaftliche Vernichtung." In wachsender Unruhe hatte Herta seinen bei aller Wohlgesetzlichkeit von einer tiefen Er- regung durchzitterten Ausführungen gelauscht. Nun fragte sie mit unsicherer Stimme: „Und von einem solchen Verfahren wärst du bedroht?" Dr. Madelung war an den Schreibtisch getre- ten und fingerte nervös zwischen seinen Akten- besten herum. „Ja. Nicht so sehr durch meine eigene Schuld als durch die meines Bürovorstehers Kaska. Ich habe dem Mann im berechtigten Vertrauen auf seine Tätigkeit zu viel Freiheit gelassen. Und ich bin zu spät dahinter gekommen, datz er sie vielfach mitzbraucht bat. Vielleicht in der Ab- ficht, mir zu nützen, aber, wie ich setzt erkennen mutz, mit dem entgegengesetzten Erfolg. Es sind in meiner Praxis Dinge vorgekommen, die nicht hätten geschehen dürfen. Und ich bin für alles verantwortlich, auch für das, woran ich gar keinen Anteil hatte. Ich kann die Schuld nicht auf Kaska abwälzen, weil ich mich auch damit einer Pflichtvergessenheit bezichtigen würde. Ein Ermittelungsverfahren gegen mich ist bereits eingeleitet. Und ob es mit Erhebung einer Anklage endet, wird in der Hauptsache von dem guten oder bösen Willen desjenigen abhängen, der das Versahren leitet." Das heißt: von dem guten oder bösen Wille« des Dr. Lohmer?" „Du sagst es." „Das ist schrecklich, Vater. Wenn aber dein Gewissen rein ist " „Keine Fibelsweisheiten — bitte! Ich habe dich nicht in meine Lage eingeweiht, um wohl- gemeinte Tröstungen zu empfangen. Hier gilt es. rundheraus zu erklären, ob du mir helfen willst oder nicht." „Wenn es wirklich zu der Anklage kommt, was könnte dir geschehen?" „Das läßt sich nicht vorhersagen. Es hängt - eben ganz von der Beschaffenheit des Materials ab. das Lohmer zusammenbringt. Vielleicht komme ich mit einem blauen Auge davon: viel- leicht habe ich das Schlimmste zu fürchten. Läßt er alle Minen springen, so wäre recht wohl ei« Urteil denkbar, das ich nicht um eine Stunde überleben durfte." „So darfst du nicht sprechen. Vater! Solche Worte darfst du mir nicht sagen. Wie kann ich überhaupt noch einen klaren Gedanken fassen, wenn du mich mit solchen Schreckbildern ängstigst!" „O, wenn es mit einem Pistolenschutz abgetan wäre, darüber würdet ihr schon hinwegkommen. Und deshalb hätte ich dich nicht schon heute hf beunruhigen brauchen. Aber wenn ich mit Schimpf und Schande aus dem Anwalts.stande ausgestoßen werde, zerrinnen Liselottes Häirats- aussichten in nichts. Statt die Frau eines feß 1 reichen Man»es zu werden, worauf sie jetzt die allerbesten Hoffnungen hätte, wirb sie als die Tochter eines wirtschaftlich zusammengebroche' uen, bettelarmen Mannes dastehen — bei ihrer Hilflosigkeit der bittersten Not preisgegeben, oder die leichte Beute des ersten besten Halun- ken." (Fortsetzung folgt.) Zweites Dlatt Karlsruher Tagblatt. Samstag, den 27. Oktober 1923 Nr. 296. Seite 5 ftus dem Stadtkreise Mttelslandsküche. Endlich auch einmal das erlösende Wort zu- Insten des Mittelstandes. Die Umschichtung oller Schichten brachte dem Mittelstand den Un- ^rgang. Er, der dem Staate wertvollste Kräfte iusührte und so seine Existenz sicherte, steht heute dem Nichts. Das mit feinem Takt zusam- Angehaltene geistige und materielle Gut geht Zun den Weg allen „Materialismus'", weil die *ot ins Unermeßliche gestiegen ist. Der alles ^vellierende Moloch Inflation hat die kleinen Kapitalien aufgefressen und weite Kreise in den Abgrund des Nichts geschleudert. «ar-*- an Kriegseinrichtungen, wie Speisung, ^ÄrmestuHen, Aiyle, Flicksruben, Altmöbelstellen l,!D - geschaffen und fallen gelassen wurde, muh ^neut ins Leben gerufen werden. Wir stehen Wieder am Anfang. Es ist zu begrüßen, daß die Energie nicht auch geschwunden ist und daß es Nmermüde Kreise von neuem versuchen,' dem Mittelstand wenigstens über die schlimmsten Er- "ahruugssorgen hinweg zu Helfen. Die Evan- Lüsche Stadtmission hat sich den Dank dieser preise gesichert durch die Einrichtungeiner t t e l sta n ds küche , in der täglich 30—40 Personen gespeist werden. Welche Summen zur ^Haltung eines solchen Werkes heute erforder- !'ch sind, kann sich jeder leicht ausrechnen. Ohne L, e tatkräftige Unterstützung der besitzenden und Merwilligen Kreise kann es nicht fortexistieren. Gelegenheiten zum Wohltun und zur För- Gerung dieses echt menschlichen Werkes sind ein ^eihnachtsverkauf und eine Weih- u<>chts samm lung geplant. Alle Gegen- »ande sind für den Berkaus willkommen: Klei- «ungsstücke, Hausrat, Bilder, Bücher und Le- '-nsmittel. Als Termin sür den Berkauf ist der ^.Dezember, im großen Saal der Stadtmission, ^olerstratze 23, vorgesehen. Gaben, in Geld Nd Naturalien, werden täglich zwischen 10 und c Uhr vormittags im Geschäftszimmer der dt Mission, Kreuzstraße 23, entgegen genom- I"en. Gel'dgaben können auch auf Postscheck- Mto Karlsruhe 7170 und Girokonte W9 der ^ivdt. Sparkasse überwiesen werden. Sammlungen für die Winternothilfe. .Tie Altma t ers a lsamm l ung der „Win- 'ernothilse", auf die hier wiederholt hingewie- wurde, findet nunmehr bestimmt am Don- ^.erstag, den 8. November ds. IS., durch die ^Mler der hiesigen Schulen statt. , "M Freitag, den 9. November, und an den '"»Senden Tagen wird außerdem bezirksweise Geld- und Klein geldsam mlung ?Urch die Schulen durchgeführt. Den Schluß bil- eine Straßensammlung durch junge Möschen. . Die Sammler der „Winternothilfe" sind mit ^usweiskarten versehen. ^Die Wwternothilfe bittet, alles Altmateria', Selb- und Kleiugeldspenden für sie zurückzu- le 9en. , Die Beamten- und Arbeiterschaft der Sinner- G. stiftete für die Winternothilfe und Le Arbeitslosenfllrsorge 00 Mehl im von 4 Billionen Mark. Die wochentäglichen Unterstützungssätze für Erwerbslose fragen im unbesetzten Deutschland ur die Zeit vom 22. bis 27. Oktober in Milliar- Mark: i. Ortsklasse A für Männer über 21 Jahre 10.5 Milliarden, für Männer unter 21 Jahren 6,3, Frauen über 21 Jahre 8,4, für Frauen un- tt e 5 21 Jahren 4,0. Familtenzuschläge für den Ehegatten 3,g, für jedes Kind oder jedes sonsti- 9e « uterstützungsberechtigten Angehörigen 34. Ortsklasse B: Die Sätze für die gleichen Grup- betragen SZ. SL. 7.8, 4,6, 3,6, 2,9. „ Ortsklasse C: Die Sätze für die gleichen Grup- ?E « betragen: 9,1, 5,5, 7,2, 4,3, 3,3, 2,7. Ortsklassen D und E: Die Sätze für die glei- chen Gruppen betragen: 8,4, 6,1, 6,6, 4,0, 8,0, 2,5. Familienzuschläge werden bis zum Höchstbetrage des Doppels der Hauptunterstützungssätze ge- währt. Im besetzten Gebiete ist für den Haupt- unterstützungSberechtigten Empfänger das an- Serthalbfache der vorstehenden Ssstze zu zahlen. Die Höhe der Familienzuschläge ist die gleiche wie im unbesetzten Gebiet. W. Geburtstag. Als wohl eine der ältesten Personen kann hier Frau Karoline Stier Witwe, Ehefrau des verstorbenen Polizeikom- missärs Eduard Stier, heute Samstag ihren 90 jährigen Geburtstag feiern. Frau Stier ist noch gesund und rüstig« Vorauszahlungen ans die staatliche Grund- und Gewerbesteuer. Für die Entrichtung der in diesen Tagen öffentlich ausgeschriebenen, auf den 31. Oktober fälligen Vorauszahlungen für die staatlichen Grund- und Gewerbesteuern ist vom badischen Finanzministerium wieder eine Erleichterung vorgesehen worden. Für alle Einzahlungen, die bis 5. November geleistet werden, soll der am 31. Oktober geltende Gold- Umrechnungssatz auch dann maßgebend bleiben, wenn er sich inzwischen auch weiter erhöht. Auch werden Goldverzugszinsen für diese Zeit nicht angesetzt werben. Es ist zu erwarten, daß auf diese Weife auch die Eigentümer von Miets- Häusern in die Lage kommen, die Oktobervor- auszahlungen noch in die Oktobermiete einzu- rechnen, sie also nicht genötigt find, sie einst- weilen auszulegen. Ausländische Zahlungsmittel werden von heute an auch Samstags an der Berliner Börse amtlich notiert. Demgemäß richtet sich für die Folge der Goldumrechnungssatz für die Reichs- steuer für Sonntag und Montag einer jeden Woche nach dem Dollarstand des vorhergehenden Samstags. Der am Freitag festgesetzte Um- rechnungssatz gilt also nur für den Samstag. Einstellung von Sonntagszügen. Mit Rück- ficht auf den schwachen Verkehr werden die Sonntagszüge 892 Karlsruhe ab 6.40 Uhr vor- mittags, Renchen an 8.16 Uhr vormittags und Achern ab 7.38 Uhr nachmittags, Karlsruhe an 9.15 abends, sowie 880 Karlsruhe ab 1.35 Uhr nachmittags, Baden-Baden an 2.24 Uhr nach- mittags, und 881 Baden-Baden ab 7.19 Uhr abends, Karlsruhe an 8.13 Uhr abends, von Sonntag den 28. Oktober ab nicht mehr aus- geführt. Ermäßigung der Monats- und Wochenkarten. Zur Erleichterung des Berufs- und Siedlungs- Verkehrs werden die Preise der Monats- und Wochenkarten auf der Reichsbahn in der Weise ermäßigt, daß die Anzahl der zu berechnenden Einzelfahrten herabgesetzt wird: bei allgemeinen Monatskarten von 20 auf 16, bei allgemeinen Wochenkarten von 5 auf 4, bei Kurzarbeiter- Wochenkarten von 3 auf 2 und bei Schüler- Monatskarten von 10 auf 8. Einführung der Millio»e«markrechn«ng bei der Post- u«d Telegraphenverwaltung. Infolge der starken Geldentwertung und der dadurch her- vorgerufenen Aufblähung des Zahlungswstems, unter deren Wirkung die pünktliche Abfertigung der Bevölkerung an den Postschaltern außer- ordentlich leidet, sieht sich die Reichspost- und Te- legraphenvermaltung genötigt, ihren gesamten ZaHlungs- und Rechnungsverkehr und das Ge- büHrenwosen vom 1. November an auf die Mil- lionenmarkrechnung einzustellen. Postanweisun- gen, Nachnahmen, Postaufträge, Wertangaben bei Wlertsendungen, Zahlkarten, Postllberwei- sungen, Ersatzüberweisungen, Postschecke und Zahlungsanweisungen dürfen vom 1. November an nur übervolle Millionen Mark lauten. Bei der Angabe des Betrags in Ziffern ist dabei an Stelle der sechs Nullen das Wort „Millionen" zu schreiben: z. B. ist also statt 16000 000 Mk. künftig 16 Millionen Mk. zu schrei- ben. Die Stammeinlage, die auf jedem Postscheckkonto zu Halten ist, wird auf 10 Millionen Mk. festgesetzt werden. Bruchteile von einer Million Mk., die über den 1. November hinaus als Guthaben auf den Postscheckkonten stehen ge- blieben sind, werden gestrichen werden. Angestelltengehälter i« der Industrie für die vierte Oktoberwoche. Die Verhandlungen am Donnerstag nachmittag über die Gehaltsrege- lung für die vierte Oktoberwoche hatten folgen- des Ergebnis. Für die vierte Oktoberwoche wird das 6,25 fache der vorhergehenden Woche ausbezahlt. Ferner wurde vereinbart, den An- gestellten am nächsten Dienstag eine Vorschuß- zahlung für die kommende Woche zu geben, Sollte die Teuerung weiterhin steigen, so soll in einer am Montag stattfindenden Besprechung eine Erhöhung dieser Vorauszahlung festgesetzt werden. Erhöhung der Straßenbahn-Fahrpreise. Ab Sonntag, den 28. Oktober, werden die bisher gel- tenden Tarife um das Zweieinhalbfache erhöht. Danach beträgt der Preis für eine Strecke bis fünf Teilstrecken 1500, über fünf Teilstrecken 2250 Millionen. Fahrscheinhefte bis zwei Teilstrecken mit 12 Scheinen kosten dann 9000. mit sechs Scheinen 4500 Millionen, bis fünf Teilstrecken mit 12 Scheinen 15 Milliarden, Milchpreis. Im Benehmen mit den badischen landwirtschaftlichen Organisationen und der Kommission des Verbandes badischer Milchbe- darfsgemeinden ist der badische Erzeugerpreis für den Liter Vollmilch ab Stall mit Wir- kuug von Sonntag an auf zwei Milliarden fest- gefetzt worden. Außerdem ist ein Prozent dieses Betrages von den Bedarfsgemeinden an die landwirtschaftlichen Organisationen abzuführen. Mariarty-Prophezeiungen. Das Sehnen nach lichtvolleren Tagen hat ohne Zweifel den guten Besuch dieser Veranstaltung mit veranlaßt. Was der Redner sagte, zeigte ihn aus einer höheren Warte, von der aus das Einzelschicksal ganz ohne Bedeutung ist. In diesem Punkt hat er vieles Treffende vorgebracht, denn die Zahl derer, die von einem „Wunder" alles Heil erwarten, ist immer noch groß. Die Ankündigung von „Pro- phezeiungen" war vielleicht etwas für die Leicht- gläubigen berechnet. Sie mußten denn die zu gönnende Enttäuschug erleben, daß Mariarty mit größter Gründlichkeit den Dingen nachging, also keine mystischen Enthüllungen brachte. Frei- heit, Gleichheit, Brüderlichkeit könnten nur durch die innere Befreiung des Menschen erlangt werden. Die weltpolitischen Konstellationen, die der Redner „vorausschauend" erwähnte, ergeben sich zum Teil aus den Krästeverschiebungen, die im Gefolge des Krieges entstanden sind. Es ge- hört also nicht notwendigerweise Prophetengabe dazu, um hier geimsse Schlüsse zu ziehen. — Die folgende Fragenbeantwortung brachte den Be-- weis, daß ein enger Horizont auch durch einen solchen Vortrag sich nicht zu weiten vermag. Der Redner wurde mit lebhaftem Beifall bedacht. Mitteilungen des Bad. Landesiheaters. In Verdis „Rigoletto" gastiert am Sonntag in der Titelpartie der ausgezeichnete Baxitonist Heinrich Schlusnns, der seit mehreren Jahren der Staats- over Berlin verpflichtet ist und sich auf zahlreichen Gast- wirlrriscn an vielen grasten Bühnen Deutschlands und des Auslands ,so besonders in Schweden und Holland, einen berühmten Namen gemacht hat, so iah er heute als einer der hervorragendsten deutschen Baritonisten allgemein anerkannt ist. Zugleich sei beute schon dar- aus aufmerksam gemacht, baß neben dem umfangreichen und anspruchsvollen Studium von Hans PsibnerS „Pa- lestrina" sich sür Sonntag, ben 4. November eine voll- ständige Neueinstudierung von Mozarts ,D o n Juan" in Vorbereitung, befindet, der dank einer b e - sonderen Stiftung in neuer szenischer Ausge- staltnng nach Entwürfen von Direktor B u r k a r d zur Ausführung gelangt. Das Werk wird von Oberregisseur S t a n g in Szene gesetzt, die musikalische Leitung hat Overndirektor C o r t o l e z i s. Chronik der Vereine. Schluhschieken der Schüvengesellschast 1721 Karlsruhe. Unter sehr starker Beteiligung der aktiven Schützen fand am Sonntag nachmittag das Schluklchietzen der Schützen- gesellfchaft 1721 statt. Abends 8 Uhr fand im Schüben- haus die Preisverteilung statt. Oberschützenmeistcr Ze u m e r begrüßte mit Worten des Dankes die Gäste und Mitglieder. Dann gab er die MeifterfchastSreful- täte für das Jahr 1923 bekannt. Die weiteren Schutz- refultate gab der erste Schützenmeifter Stein war, bekannt und forderte die Schützen auf, in der kommen- den schweren Zeit treu zum Vaterlande zn halten und dafür zu sorgen, daß ein schietzfreubiger Nachwuchs herangebildet wird. Mit den Worten, „Wem die Ju- send gehört, gehört die Zukunft" fchloß der Redner feine Ansprache. Nach der Preisverteilung eröffnete Herr K r e s p a ch den Unterhaltungsabend mit einem tiefempfundenen Prolog. Ferner erfreute eine Sänger- abteilung des Liederkranzes durch die Aufführung «Der Freischütz" die Anwesenden. Der Lokalvoet Franz Karrer mit leinen selbstversaßten Gedichten. Herr L ö s e r mit seiner wohlklingenden Stimme. Fräulein Grischl mit ihren sehr schön vorgetragenen Liedern zur Laute, Opernsänger Warth vom Landestheater und Willy E d e r ernteten reichen Beifall für ihre wohl- gelungenen Vorträge. Im Verlaufe des Abends dankte Oberschützenmeister Z e u m e r allen Mitwirkenden und regte noch eine Sammlung zugunsten der Winternot- hilse an, deren Resultat nächster Tage bekannt gegeben wirb. Der Berein für Nationalstenographie von 190» e. B. Karlsruhe hielt am 14. Oktober bei sehr zahlreichem Be- such sein 18. Stiftungsfest ab. Eingeleitet wurde der Abend durch die Hanskapelle des D.H.V. Mit kurzen Worten begrüßte der Vorsitzende des Vereins, Otto Veite. die erschienenen Gäste und Schristfreunde. Die Festrede hielt Oberlehrer Blasius Müller. Baden- Baden, der in längeren Ausführungen den Werdegang der Nationalftenographie, sowie den des Karlsruher Vereins vor Augen sührte und ein von Mitglied Wil- Helm C h r i st 1 entworfenes und selbstgefertigtes Ver- einsbilb dem Verein übergab. Anschließend erfolgte die Preisverteilung für das am Sonntag, ben 7. Oktober abgehaltene Wettfchreiben. Ernste unt heitere Rezita» tionen des Mitglieds Rich. Veite wechselten mit Biolin- Soli, meisterhaft gespielt von Mitglied Gärtner, und ernteten reichen Beifall, ebenso die schneidig zum Besten gegebenen Musikstücke bat Hauskapelle des D.H.B. Am 22. September hatte der Verein seine diesjährige Gene- ralversammlung abgehalten. Kassen- nnb JahreSbe- richte ließen rege Arbeit erkennen. Sein HauvtarbeitS- selb verlegte der Verein aus Verbreitung deS Svstems durch Abhaltung von Anfängerkurfen, wobei gute Er- folge zu verzeichnen find. Die Neuwahlen ergaben die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes. Veranstaltungen. Alice Schloman», eine Münchener Sängerin, wird am 2. November einen Liederabend geben. Die sehr geschätzte Künstlerin hat sür den Klavierpart Professor S ch m i d gewonnen, der auch in Gemeinschaft mit Herrn Dr. Brückner und Herrn Trautvetter an diesem Abend fein Klavler-Trio zur Aufführung bringen wird. Der Konzertdirektion Kurt Neufeldt wurde der Vorverkauf übertragen. Dr. Colin Rotz wird in den nächsten Tagen bei ben Badischen Lichtspielen einen Filmvortrag über seine zentralasiatische Reise halten. Den dabei zur Vorführung kommenden Film hat er selbst teilweise unter lieber- Windung allergrößter Schwierigkeiten ausgenommen und zeigt darin Bilder aus der bunten Welt des inner- asiatischen Orients, die bis dabin noch niemals gesilmt waren. „Unsere Zukunft liegt im Osten" sagt Dr. Colin Rotz. Der Ausgang ins Freie ist uns gen Westen durch den Widerstand der Feinde verbaut. Im Osten aber, in Rußland, das trotz aller über dieses Land niedergegangenen Erschütterungen in nnaufhalt- famer Entwicklung sich befindet, in den weiten afiati- fchen Gebieten der Heimat der Tartaren. Sorten, Türk- menen, Kirgisen, Perser und Afgbaner liegen noch wette Möglichkeiten. Bei diesen astatischen Stämmen bat der Deutsche beute Snmpathien. Sie handelspolitisch aus- zuuutzen, wird eine wichtige Aufgabe der Zukunft fein. Ueber die auf feiner Reise gewonnenen Eindrücke polt- tischer, wirtschaftlicher und kultureller Art wirb Dr. Colin Roß berichten. (Vergl. Anzeige.) Slandesbuch-Auszüge. Todesfälle. 24. Okt.: Sinai Schiffer. Rabbiner. Ehemann, alt 70 Jahre. — 26. Okt.: Elisabeth Rösch, alt 57 Jahre, Ehefrau von Bernh. Rösch, Tel.-Ober- bauführer. Tagesanzeiger, Samstag, de« 27. Oktober 1923. Bad. Landestheater. „Der Widerspenstigen Zähmung". Abenbs 7—Uhr. Stadt. Fe st balle. Gesangverein Babenia. Großes Konzert. Abends %6 Uhr. Eintracht. Künstlerkonzert. Abends 8 Uhr. Caf« Rotes Haus. Künstlerkonzert. Abends 8 Uhr. Wiener Hof. Großes Konzert. F.C. Frankonia Karlsruhe. 28. Stiftungsfest im Friedrichshof. Abends 8 Uhr. berliner Kursbericht Die Kurse bezeichnen den Stückpreis In Milliarden Mark. e »"Sch. festverzinsliche Werte. 26.10. 980 1700 230 »' Sold-B (' fer°n-K. . . i 'iWt.idm.. «•"•«a. 8.1.. «' £j8d.8.II . « ' Ilflr. unif. . "" * * 6 ' ffOn-E. .. »'Momoi.BLI . t<£ » 8. II ' » 8. III 4200 W 2500 17000 4000 7000 6000 Ü88 4200 6250 5000 88 1 Ö8 13000 9000 6800 6000 Oest. Credit ., Ostbank Reichsbank. . . ßhein.Creditbk. Wiener Bankv.. 24. 10. 305 150 700 220 26.10. 180 300 1750 550 160 Brauereien. 1500 ji ®*tsenbahn-Aktlen. Il'^'.ök&lb. . . 1300 | 2500 !.N^hn . . te». 'irden. , 1000 3600 10000 700 3700 1000 2750 9500 400 . c, d.6e». (vir 1 ' Bank . Ä b «k . SÄ SS t>iÄ r see-Bk. SÄ?« Bank Gdlfc r . rP d.-J S'äc v- ee "Bk- föKÄ fe.»; -^rn. B. •Creditb. 320 350 1500 1000 220 1088 1000 1200 300 BraoeraiEigilliardt „Scbltn.-Patz „ Dortrn. Akt. „Oorta. Unbr. „ Rlcbick Ulpt. „ Relchelhrau v. Tuehersche . Industrie-Aktien. 2480 300 4500 AachenorLeder AachencrSpinn. Accumulator. . Adler (tOppenh. Adlerhutte OIu Adlerw.Kleyer. A.-G. for Anilin A.-G. für Verk Alexanderwerk Alfeld Delligsen Alfeld-Gron. . . AJUg. Elek.-Gcs. Alsen Zement. Alumln. Ind. . Ammendf. Pap. Angl. Cont. Qu. Anhalt Kohl. . . Annab. Steingut Annener GuBst. Aplerbecker B.. Archimedes .. Arenberg Beb.. Aschaff. Zellst. Augßb. Nrb.M.. Bachm.StLadow Bad. Anilin. . . Balcke Masch.. Barop. Walzw.. Barti&Co.Spcd. Basalt A.-G. . . Bayr. Spiegelei. BendlxHoIzbt.. Berg Eveking . Berger Tiefbau. Bergmann E.W. Bl. Anh. Masch. Bl.-Gub. Hütt. . » Holz-Kont. , » Hoteigesch.. » K'rnher ludlll. n Maschinb. , - Neur Kunst t. BerthnldSchrif. Beselins Osw. 1570 600 4000 4500 400 5000 5000 4600 3500 4750 2000 350 480 3000 1280 2000 « 120 3550 1000 420 2750 7000 300 300 1360 650 5000 3900 1200 W 4000 7900 2200 400 „480 2100 r 11000 1750 400 2000 I 6000 Bet. u. Monierb. Blelef. mech.W. Bing Nttrnberg Bismarckhotte. Bochumer OuB Behler Stahl. . Braunk. Brik.. Brschw. Kohle. Brschw. Jutesp. Breitenb. Zern. Brem.-Besigh. . Bremer Linol.. » Vulkan . . . » Wollkamm.. Buderus .... Busch Optisch. Busch Lttdsch. Busch Wagg. . Byk-Goldenw. . Calm- Asbest. . Caplto & Klein Cart.-LOsohw. . Charlb. Wasser Charlottenh. . Chem. Griesh.. » Heyden . . > » Weiler . .. » Ind.Gelsenk. » Werk Albert Chiliingworth Concors. Spinn. Cröllwiti Papp. Daimler .... Delmenh. Llnol. Dessauer Gas . Dtsch. Atl.Tel. » Lux. Bgw. Dsch.Eb.8ig. Br » Erdöl . , » Gudstahl . . » Kabetw. L.. „ Kallwerke » Kunstleder » Masch. . . » Schachtbao » Spiegelglas . » Sieinzeng . . » Ton ii. Stein Dtsch. Woiiw.. » Elsenhdlg. . Dittmann Nhs. Donnenmarck. Drahtl. Hebers. Daren. Metall Darkopp . . . Dtiss. Eisenbed. Dosseid. Masch. Dynamit Nobel EgestorfT Salz Eintracht Brdb. Eipenb. Verk. ißiEeng. Velbert |Eisen ^Matthe8 liiiseuw. Kraft 24.10. 100 1200 15500 1000 2750 1200 6100 200 1900 500 450 400 800 3500 1300 4200 750 160 460 1200 2500 12?6 650 18000 700 600 7000 100 150 1500 400 800 1200 1960 7 7°§°0 3500 1000 1500 1900 9000 2450 1200 26.10. 350 1500 14500 8800 4S88 2100 4500 1500 270 700 750 3000 900 4100 3000 1050 300 340 800 1100 1800 1000 1000 11000 300 6000 800 1600 b250 2820 11Ö0 Eis. Meyer & Co. Elberf. Farben Elekt. Lfrferg. Erdmannsd. 8p. Erlanger F Ernemann Kachweil. Bgw, Faber Bietst. Flöth. Masch. Frankonia . . Frellstedt Zuck FriedrichshaU Frister .... Fuchs Wagg. Gelsenk. Bgw. Ges. f. el. Unt. Gildemeister . Girmes Saint Gladb.Textil . Glocken stahlw Goedhardt Goldschm. Görlitz Wagg. Goens C. G. . Gothaer Wagg Greppin. Wert Grevenbroich Gritzner . . . Hallo Masch. Hammersen St Hannov. Masel Hannov. Wagj Harb.Wien.G. Harburger El! Harkort Bgw. >> Brück. St. Harpen Bgb.. Hartm.Maach. HeckmanDuisl Hcilm. Immot 24. 10. , 500 5300 1150 2200 26. 10. 350 3200 900 2500 1000 lÖÖO 600 350 17500 20000 480 14000 10000 100 1100 500 2000 850 2000 1000 250 1050 400 2000 600 11000 3000 1200 200 600 200 600 300 760 1.40 1800 16000 4500 — 2050 1250 160 3000 11500 750O 1800 1500 1550 4000 400 — 2000 1000 2000 r 3250 . 1250 • 6600 • 4200 1650 • 400 e 4250 ■ 4000 4500 3250 5000 3100 1400 750 1500 8000 4250 n 1ÖÖ0 800 500 540 450 750 ■ 1200 ' 7500 3000 500 ' 1700 ; 3600 410 2000 1150 12500 2600 630 7000 2000 ■ 18000 ; 650 . 13500 450 Hein, Lehmann Hemmoor Zern. Hilgsr Verzink. Hille Werkz.. . Hilpert Masch. Hirsch Kupfer . Hirschb. Leder Höchst. Farbw. Hoesch ..... Hoffm. Stärke . Hohenlohe . . . Holzmann Phil. Ilorch Motor . Hotelbetr. 8t.A. Howaldwerk. . HumboldtMsch. h'utschenreut. Port. Hottw.Niedsch. Jlse Bergbau . Jeserich Asph. . Jüdel Eisb. Sig. Junghans Gebr. Kahla Porzell. Kahlbaum . . . Kaiser-Keller . Kali Aschersl. . Kalker Masch.. Karlsr. Masch.. Kattowitz. Bgb. Kirchner Lpzg. KlöcknerWerke C. H. Knorr . . Köhlm.Starke . Kolb & Schule . Kollm. & Jourd. Köln-Nenessen Köln-Rottw. . . Konigsb. Berg. Gebr. Körting. Körting Elektro Kosthelm Cell Krause & de. . Kronprinz Met. Kruschw. Zuck Kappersbusch . Kymi. Hfltte . . I.ahmeyer . , Laurahotte. . Leipz. Werkz. Leopoldsgruhen I.indeEismaseh. Lindenb.Stahl Lindström . . Lingner Werke Linke Hofm. . Löwe Werkz. . Lorenz Tel. . Lothr.Prtl.Cem i.ndensch. Met. Lüneb. Wachs. Luther Masch.. 24.10. 500 230 500 800C 3000 4100 13250 280 45C 1000 8000 1000 220 7000 200 600 1200 1000 1450 4200 880 9000 850 1500 450 2000 12000 2000 1200 500 1000 3000 250 1800 6500 1800 600 3000 2500 6750 5000 1410 550 2000 600 26.10. 700 1200 500 720 9000 3000 8500 250 7700 350 1300 4500 7000 1100 220 5000 600 1800 1500 m 3600 810 10500 1200 750 2000 3ÖÖC 10000 1900 i§8 2750 5400 750 2000 66C0 1200 1000 3000 1 1900 1250 3000 5000 Magdebg.MOhl. Magirus Malmedie.... Mannesmann . Mansf. Braunk. Marienhütte b K Markt & Kühlh. Masch. Breuer. Masch. Kappel. Maximiliansau. Mech.Web.Lind „ web. Sora« Mech.Web.Zitt. Meguin Butzb.. Mehlth.Tüllfab. Meyer Kaufm. Meyer Dr. Paul Miag i Mix & Genest . Motoren Deutz Mülheim Bgw.. Jtfeckare.Fahrz. Nept. Schiffsw. Niedertaus. Kohle« Nitritfabrik Nordel Gummi. Nordd. Steingut _ Wollkämm Nttrnb.Werk W Obersch.E.B.B. „ Eisen Caro „ Kokswerkc Oelking-Stahl . Opp. Porti. Zern Orenstein . . . Osnabr. Kupfer Ostwerke .... Ottensen Eis. . Panzer A.-G. Pintsch . . . Plauen Spitz Pös?e elektr. Rauchw. Walter Rayensb. Spinn. Reiß & Martin Rheinfeld Krafi Rhein. Braunk „ Chamotte . Rhein. EI. Nannhein w Metallw. V 7. Rhein. Möbelst Khda. San. Bergr » Spiecelglas » Stahlwerke 24.10. 290 300 2500 10250 2600 8° 26.10. 500 700 8000 2150 600 300 750 900 600 2000 500 330 350 350 400 l 260 8000 1ÖÖ0 150 235 400 6250 240 $8 100 800 900 500 1200 650 4500 800 6000 800 7500 85§8 1000 5250 II 3260 2300 1500 1000 1200 1000 130C0 4000 8250 1500 1ÖÖ0 460 800 9000 2000 3150 liSxä 4500 500 4500 500 1050 1400 500 12000 t 100 9000 700 2 I88 500 400 6000 11000 12000 8600 Rh.Wslf.KIkw. N Westf.Sprst. Rhenania Ch.F. Rheydt elektr. . R.iebeck Mont. . Riedel chem.. . Riehjn & Söhnt* Röckstr. &Schn. Röddergrube. . Rombach Hütte Rosenthal Porz. Rositz. Braunk. Rositz. Zucker. Rückf. Nch. Rtttgerswerke . Hachsenwerk . Sachs. Thflring. Porti. Zern. . Saline Salzung. Salzdetfurth . » Sangerh. Msch. Sarotti Schäfer Blech . Scheidemantel Schering chem. >chieö Masch.. 3chles.Bgb.Zk. 1, Textilwerke Schneider Lpz.. Schüller Eitorf. Schriftg. Offb.. Schub & Salzer ^chuckert Nbg. Schuhf. Herz. . Schwelmer Eis. Seebeck Segal. Strumpf. Sieg.-Sol. Gaß . Siemens el.Bet. Gemens Glas . Siemens Halske Simonius Cell.. Sinner A.-G.. . Spinn. Renner . itadtb.-Hütte . Stahl & Nölke . Staßfurt Chem. Stctt. Chamott. r» Vulkan.. Stöhr Kamnig.. Stoewer Nahm. Stoib. Zink. . . Strals. 6pielk. Südd. Immob. . Tafelglas. . . . I'ecklenbg. Wff. Telefon Berlin . Terra A.-G... . . Teutonia Misbg. Thale Prior . . Thome, Friedr.. Thörl. Oelf.. Thür. Salinen . Pietz, Köln. . . CUÜfab. Flöha . 24.10. 5000 2000 4000 2500 15000 2000 2580 1500 12500 300 'W 1000 1250 9000 500 6000 8000 8500 .« 1200 2100 1000 4800 1950 550 26.10. 6500 1850 2800 foSo 1800 800 6600 4250 5000 6000 180 3200 410 450 600 5000 2750 205 1250 9800 5500 1250 1800 1100 ff 3000 180 700 4000 9800 500 6500 M 3000 5000 9000 1300 1300 2000 1888 1000 550 jtTnion Chem.St. vnionw. Masch. Unterh. Spinn. Varziner Pap. 1 Ver.Bl.Fkf.Gum' Ver. Ch. Charlb. „ Dtsch.Nickel „ Glanzst. Elb. » Schi. Gotha . „ Met. Haller. » Pinsel , . . . Öchmirgelfb ^.BerneisWesiela Ver. Ultramar. ,, Stahl Zvpen Viktoria-Werke Vogel Draht . . Vogt. Masch. St. .. Tüllfabrik Vorw.Bielef.Sp. Wand.-Werke. Warst. Grube . Wass. Gelsenk. Weg. & Hübner Wernsh. Kamg. Weser Wft. . . WesLeregeln . . Westfelia Eisen Wf'l. Dr. Hamm Wfl. Eis Lgdr. Westf. Kupfer. Wiek. Zement. Wieler & Hdtm. Wiesloch Ton . Wilhelmsh. E. Wissener Metal! WittenerGußst. Wittkop Tiefb. ^olf Magdeburg-B. Keitzer Masch. Zellstoff--Verein bellst. Waldhof 2immermswk. . Zwickau Masch. 24.10. 300 3000 6000 2300 2000 1700 400 3500 720 Ifo W 2500 1000 1200 1750 600 1200 1900 1700 120 2900 300 190 26 10. 1000 350 2000 15000 150 Ü88 25. 4000 1000 2600 2500 500 500 1500 4500 650 1200 6000 1100 1100 1800 3750 400 1700 200 Kolonialwerte. 800 I 1400 1200 1400 20 0. Ostafr. Ges. ^eu-Guinaa. . . äonth West . . Otavi-Minen . . Halitrera .... Sioman Salpet. dudsoePhosphat Pomona Dtsch. Petrol.. Utäch.Koiomal- anteile .... Kaoks Snhlin».Ail.B«liJ«- Koklonw. Asl- CnUlr. 4400 280 Ar. 296. Seite 6 Karlsruher Tagblatt, SamStag, den 27. Oktober 1328 Blatt Mrtschafts-unö Hanöels-Mtlms vis Goldmark am 26. Okt. berechnet nach dem amtlichen Berliner Dollarbriefkurs, 1 Dollar = 4.20 Mk. Vorkriegswert, 15514889952 Papiermark. Fiankfnrter Börs.e. w. Frankiurt a. M., 26. Okt. Wegen verstärkter Unruhen im Geschäftsviertel der Börse wurden die amtlichen Notierungen um eine halbe Stunde auf 12K Uhr verschoben. Der Börsenverkehr begann wesentlich ruhiger bei größerer Zurückhaltung. Die Umsätze haben gegenüber den Vortagen eher abgenommen. Schon die geringste Nachfrage führte indessen zu scharfen Kursbefestigungen. Der freie Aktien verkehr lag nicht ganz einheitlich, da der Geldmarkt eher eine Versteifung erfuhr, wodurch die Spekulation in ihrer Unternehmungslust behindert wurde. Zum Teil lagen die Kurse weiter fest. Kofltibank 13—12, Frankfurter Handelbank 3—5. Rheinische Handelsbank 13, Growag 15—13, Hansa-Lloyd 12, Rastatter Waggon 85—90, Breisgauer fl—13, Becker-Stahl 425, Brown-Boveri 95, Api 285, Chemische Remy 35—40. In Montanaktien erzielten zu Beginn Harpener, Riebeck-Montan größere Kursgewinne. Von den chemischen Aktien fanden Scheideanstalt erneut starke Nachfrage. Anilinpapiere lagen fest. Sehr begehrt waren Maschinenfabrik Eßlingen, Krauß-Lokomotive, Rheinmetall. Elektrizitätswerte lagen fest. A.E.G., Feiten und Guilleaume fest. Lahmeyer, Licht und Kraft erheblich gesteigert. Von sonstigen Werten Union Peter, Dyckerhoff & Widmann, Spiegel und Spiegelglas ansehnlich höher. Auch Zuckeraktien standen im Vordergrunde des Interesses. Zellstoffaktien ruhiger. Zu lebhaften Umsätzen kam es in Metallbank. Schiffahrtsaktien fest. Am Rentenmarkt waren Deutsche Anleihe wieder stark gefragt. Fest lagen türkische Werte. Berliner Börse. ' Karsgestaltung uneinheitlich. w. Berlin, 26. Okt. Nach der langen Periode fortgesetzter starker Kurssteigerungen, die hauptsächlich durch die Anpassung des Kursstandes an die Geldentwertung hervorgerufen worden waren, begannen heute die unerfreuliche innen- und außenpolitischen Verhältnisse insofern einen größeren Einfluß auf die Kursgestaltung auszuüben, als die Spekulation durch den Hinweis darauf, daß allerhand Gerüchte wirtschaftlicher und politischer Natur umgingen, verkaufte und das Publikum zumeist wieder als Käufer am Markte war. Unter diesen Umständen war die Kursgestaltung uneinheitlich, wobei aber anfangs Besserungen besonders für noch niedrig im Kurse stehende Papiere überwogen. Auch Norddeutsche Wolle und Basalt stiegen noch über 300 Milliarden, dagegen mußten schwere Montan- werte und andere führende Industrieaktien sich zumeist Kursabstriche gefallen lassen, die über 300 Milliarden aber nicht hinausgingen und zumeist wesentlich darunter blieben. Die Geschäftstätigkeit war gering. Die vorherrschende Unlust bewirkte weiterhin eine allgemeine Senkung des Kursstandes, wobei auch Anfangsgewinne nicht überall behauptet werden konnten. Auslandsrenten stellten sich überwiegend mäßig höher. Inlandswerte waren bei Unverändert scharfem Materialmangel behauptet. Die Devisenpreise wurden überwiegend auf dem gestrigen Stande festgesetzt, wobei die Zuteilungen für führende Plätze um etwa 20 Proz. geringer als gestern bemessen wurden. Goldanleihe 65 Milliarden. Nachbörse. !. Berlin, 26. Okt. (Drahtber.) Zum Wochenschluß wurden an der Nachbörse vielfach Rückkäufe und Deckungen vorgenommen, so daß die Kurse sich meist gut erholen konnten. Da neue Engagements jedoch nur in ganz geringem Umfange eingegangen wurden, blieb das Geschäft sehr ruhig. Am Montanaktienmarkt wurden Phönix zu 810, Deutsch-Luxemburg zu 1050, Mansfelder zu 235 und Oberbedarf zu 510 genannt. Am Bankaktienmarkt gingen Deutsche Bank zu 190, Darmstädter zu 130, Mitteldeutsche zu 45 um. Am Schiffahrt saktien- markt bestand lebhaftes Interesse für Elbeschiffahrt zu 145 und Norddeutsche Lloyd zu 180. Hapag waren ohne Geschäft zu 900 Milliarden genannt. Goldanleihe 65 Milliarden. Variable Kurse. Berlin, 26. Okt. (Drahtber.) Aufträge werden um 6000 M. nominal oder dem Vielfachen davon gehandelt. (Alles in Milliarden Prozent.) Nordd. Lloyd 215, 230, 165, 180, Ver. Elbe 120, 130, 100, 120, Barmer Bank 110, 95, 85. Mitteid. Creditbank 50, 45, 37, 35, 40, A.G. f. Anilin 345. 310, 295, A.E.G. 175, 165, 155, 140, Bad. Anilin 465, 430, 410, Bergmann 260, 295, 280, Chem. Heyden 115, 106, 100, 90, Daimler 48, 45, 34, Deutsch-Luxemburg 1150, 1250, 1000, Dynamit Nobel 150, 160, 150, El. Lief. 110, 115, 100, Görlitz. Waggon 165, 175, 150, Hammersen 150, 145, 125, Kattowitz 1150, 1075, 1050, Laurahütte 800, 750, 660, Mansfelder 295, 250, 245, Phönix 1050, 1000, 1050, 900, Pöge el. 50, 45, 40, Rhein. Westfäl. Sprengstoff 215, 220, 200, Rombacher 900, 825, 750, Salzdetfurth 600, 420, 400, Goldanleihe 65 Milliarden. Mannheimer Effektenbörse. K. Mannheim, 26. Okt. (Drahtber.) Die Haltung an der heutigen Börse war im allgemeinen recht fest. Industrieaktien waren etwas niedriger genannt. Bad. Anilin 600 (nachb. 500), Rnenania 300, Westeregeln 580, Seilindustrie Wolff 35, Benz 200 ä 220 b. u. G., Dampfkessel Rodberg 35, Gebr. Fahr 150, Waggon Fuchs 60, Heddernheimer Kupfer 100, Karlsruher Maschinenbau 88, Knorr Heilbronn 80, Cons. Braun 60, Mannheimer Gummi 35, Maschinen Badenia 20 r„ N.S.U. 80, Pfalz. Nähmaschine.! 120 G., Rhein Elektra 60, Freiburger Ziegel 40, Wayß & Freytag 110, Zement Heidelberg 100. Zellstoff Waldhof 200, Zuckerf. Frankenthal 180 r. und 190 Zuckerf. Waghäusel 100 und 125. Von Banken wurden gehandelt Rhein. Creditbank 75 b. u. G., Südd. Diskonto 150 G. und Rhein. Hypothekenbank 75 b. u. G. Von Brauereien waren Sinner Grünwinkel 60 b. u. G. (Alles in Milliarden Prozent). Ferner wurden von Versicherungsaktien umgesetzt Bad. Assekuranz 100 b. u. G., Oberrh. Versicherung 110 b. u. G. und Mannheimer Versicherung 150 b. u. G. (Alles in Milliarden Mark pro Stück). Hoffmanns-Söhne 13 b. u. G. und Melliand 40 b. u. G. Amtliche Notierungen: Märkischer Weizen 153 bis 155, Märkischer Roggen 140—141, Sommergerste 135—130, Märkischer Hafer 105—107, Weizenmehl 22,5—25, Roggenmehl 2225—2460, Weizenkleie 2520—2540, Raps 250—260, Leinsaat 340 bis 350, Victoriaerbsen 535, 540, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 7000—9000, Haferstroh, drahtgepreßt 6000—8000, Roggen- und Weizenstroh, bindfadengepreßt 5000—6000, gebündeltes Roggenlangstroh 7000—9000, Heu, gutes 4000—7000. Berliner Kartoffelnotierung (per 50 Kilogramm Speisekartoffeln), weiße und rote, 1,60 bis 1,90 Goldmark der Goldanleihe. Berliner Metallmarkt. 26. Okt. Raffinadekupfer 16,5, 17,5, Originalhüttenweichblei. 9,5, 10,5, Origi- nalhüttenrohzink 11,5, 12,5, Remelted-Plattenzink 8,5, 9, Originalhüttenaluminium 40, 42, Banka-Zinn 76, 78, Hüttenzinn 72, 74, Reinnickel 40, 42, Anti- mon-Regulus 9,5, 10, Silber-Barren 1600, 1700. Hamburger Metallmarkt. 26. Okt. Silber 1600, 1400, Zinkhütten 1300, 1200, Weichblei, ab Lager 11H, 9K, ab Hütte 11^, 9%, raffiniert 10K, 8>j, Banka-Zinn 80, 60, Gold 55, 66. Hamburger Altmetallmarkt. Unverändert. Frankfurter Kursnotierungen: Deutsche Staatspapiere (Dividendenpapiere und ausländische Anleihen In Milliarden Prozent, auf Mark lautende festverzinsliche deutsche Anleihen in Millionen Prozent.) 5 Oft I Wirt. !ld>>!«». . 6% H . 5 o/o Kl .. *>/« °/o IV-V .. 4]li °/o VI-IX iVi 1924er 1 "/o Dtech. Eeloiisanl. Ii' 0 :: r Deutsche Präinienanl. 5 °/o Pr. Schatz an. 1922 3 Wo .. .. 1923 4 »/o Preufi. Consols . 2 V/o 8 °7o ,, ,» . 4 0 /'o Baden von 1901 „ von 1908,1909-14 „ von 1919 . . . . Vl t % abgest. 24. 10 50000 S'/ s »/» von 190«, 1904 Badenwerlt 4 % Bari IVK ayern Bayern Pfalz. B.B. Prior. Oonv. I 4% 0 °io 4"/ o Hessische v. 1899 4 o/„ Reihe 16 SV, °/o abgest 1 IV 8 % 8 o/n Württemberger. 4'/j°/o von 1881-85 . . ■6V, °l„ von 1903 u. ff. 4 ®/ 0 SJchs. Staatsani. 8 o/o Bichs. Rente . . 4°/o D.Schutzgobanl. Zwangsani, (in Proz.) 105000 200000 Oollarfcftitianw. (in Mill. M-) 70000 ; 75000 Ctoldanleiho ,, „ ,, 63000 65000 Fremde Werte B °'o SUbermexllianer »O/o Ooldraeiikancr . 4'/a °/o Irrigationsani. 8 o/o Mexikaner.... 6 0 .'o Tamaupilas 5 °/ 0 Tehuantepec. . . 4 " 8 % „ ... 4 °/o Missouri Pacific . Tarken unifiziert. 30000 26.10. 5000 100000 | 4500 15000 6000 5000 80000 t % Rumfaen v. 1903 t "feftoan.u. Herzegw. 455 440 Banken Badliche Bank . . . . Berg. M0xk. Industrie- Bank , Darmatadter Bank. . Deutsche Bank. . . ; 120 200 6 150 250 50 130 190 Diskonto Commandit Dresdener Bank . .. Met-aUbank Mitteid. Creditbank . Oesterr. Länderbank Pfälzische Bank . . . Rhein. Creditbank . . ßttdd. Diskonto-Oes.. Wiener Bankverein . Worttbg. Notenbank 24.10. | 450 130 1 500 45 100 18 26.10. 460 100 500 50 90 150 140 50 Industrien Adler fei Almnln. Keuhauseu Armatur. Klein.... Aechaff. Zellstoff.. . Bad. Anilin Bad. Uhrenfabrik .. B. Masch. Badenia. . Baltimore and Ohio. Baug. Ph. Holzmann. Baug. WayB&Freitag Benz Motoren .... Blei- und Sliberhntte Braubach Bochumer Gußstahl. Brauerei Wolle .... Braun Pfeddersheim. Bubring i. Ldsb. . . . Chem. Albertwerke „ O. & Silberach. , Griesheim . . . „ Höchst „ Weiler ter Mer Daimler Deutsche Petroleum . Dyckerhoff & Widm.. Eisenwerke Kaiserei. Elberfelder Farben . Elektr. Lichtu. Kraft Elsasser Baumwolle. Emag Frankfurt . .. Faber St Schleicher. Feinmechanik Jetter Gebr. Junghans . .. Oebr. Adt Gebr. Fahr Gelsenkirchen .... GrQn Sc Bilfinger . . . Gummifabrik Peter . Haid fe Neu...... Hanfwerke Füssen . Harpener Heddernheim. Kupfer Hoch und Tief .... Holzverkohiung ... Jnag . . Julius Sichel, Mainz I - - 200 550 440 400 200 10 50 ii 85 95 b0 250 58° 800 360 400 400 420 420 210 80 30 55 250 150 67b 320 J00 450 40 150 425 270 75 600 25 - 80r 1750 54 21 zZ°° 3150 75 150 200 1400 18 50 300 100 160 Xammg. Kaiperslaut. Xiaurahütte . . . Lechwerke Lederfabrik Spicharz Lokomotiven Kranß . Ludwigsh.Walzmühie iffanßfelder Kuxe •. Mainkraft . . . . . . . Maschfab. Karlsruhe Maschfabrik Durlach Maschfahr. Grttoner . Masch. Eßlingen .. . „ Pokorny «Wittek. Moenus Maschinen. . Oberursel ...... Oleawerke. ... . . Pxälz. Nahm. Kayser TürnSei Pinselfahr. NUrnDerc: Porz .-Stein gut Wessel Bhein Elektra .... Rodberg Etttgers-Werke .... Salzwerk Heilbronn 8ohlinck & Co Schnellpr. Frankent. Schramm Laekfahrik Schuhfabrik Herz . . Seilindustrie Wolff . Sinalco Sloeckicht Gummi. . ßüdd. Metall-Aktien . Spinnerei Ettlingen . Tellus Bergbau . . . Trikotweb. Besigheim V erlagsan8t.Deutsch e Voigt k Häffner . . . Voltohm Kabelwerk . Uhrenfab .Furtwängl. Waggon-Fabr.-Fuchs W ürtt. elek. Gesellsch. Zellstoff Waldhof .. Zement Karlstadt . . Zementw. Heidelberg Zuck erfahr. Wagh. . „ Frankenth. „ Heilbronn . n Offstein. . . > „ Stuttgart. . » Rheingau . Wertbestand. Anleihen. In Milliarden Je T. od. St. 5% Iii. (ihltiftit-liMki (°/o liMiiliir Irtltii.-lil. i% Sicks, trmkitlfif. - lal. I j°; 0 Pr. Kili-Asleilie IM k(.) 5°/o >, B»if(u -Ali. (Hr.) I 24.10. 800 100r 11° 80 400 300 30 150 100 180 50 60° _ 60 60 21 40 50 50 250 80 1C5 120 115 lOOr 26.10. 180 650 W 220 80 600 70 310 350 200 250 ! 500 s 75 13.5 120 100 27 80 100 220 200 150 135 190 150 220 140 150r 300 425 350 20 49 •u 72-5 Sti 120 Devisennotierungen: Amsterdam Brüssel. . . Chrlstiania Kopenhag. Stockholm . Helsingfors Italien , . . London. . . Ncwyork. . Paris . . . . Schweiz . . Spanien . . Wien (altes) Dtsch. Oest. Bulgarien Bucn.-Aires Japan. . . . Rio de Jan. T u>»08lavien w. Berlin, 26. Oktober. 25. Oktober. Geld 14.538.5. J .132.150. 967575. 109725. 16 5585 ' _ 75.800. 93- _ 9375- 64.837.50. 3 670.800. 11.271 75. 8 379^ _ 8.87775. 1.875-300. 349125. 2493-75. 60249. 19 950 30 92250. 5.985. 7.630875 Brief 24 661-5. M 3.147.850«» 9724 25 110275. 16-641.5. 1 684200- 2.807. 284 287 5' 0 65-162 50 50 3.689200« 11238 25 8421. _ 8.922.25.'" 1 -884.700. 3 5 8 75. 250625. 60.551. 20050. Geld 245385. 3.132.15. 967575. 10972.5. 16 558 5 1-675 800. 2793. 284-287.5- 64 837.5 3-670 800 11 271.75- 8 379^ _ 8.877.75. 1.8753. 3-419-250. 2-593-5. 60 249. 19950. 30-922.5. 5.985- 7630375 Oktober. Brief, 9724r 11-027-5» 16641.5" 1684 200. 2.807. i" 2857125. 651625" 3.689 200- 11.328.25. 8.421_ » 8.922.25- 1.884.7. „ 3.508.750- 2 606 5- 31-077-5. 6015- e 7669125 2l 31.077.50. 6015- 7 669 125 Die kleine Ziffer bedeutet die Zuteilung in Prozent. Dollarmittelkurs der Reichsbank 65 Milliarden. Unnotierte Werte. Mitgeteilt von Baer & Elend, Karlsruhe, Karl-Friedrichstr. 24 Alles circa In Milliarden Markt Adler KaÜ .... Api Bad. Lokomotivwerke Baidur Becker Kohle . . . Becker Stahl . , . Benz Brown Bovcri . . . Deutsche Lastauto . Deutsche Petroleum . Germania Linoleum. Grindler Zigarren GroBkraftw. Wttrttemb. Hansa Lloyd . . . Heldburg Vorzugs-Akt. Inag Itterkraftwerke Kabel Rheydt . . . Kammerkirsch. . . Karstadt Knorr Krügershall . . . . Landeswirtschaftsstelle fllr das BadischeHand- werk Alelliand Chem. . . Meurer Spritzmetall. Moninger Brauerei . Oflenburger Spinnerei 200 50 50 Pax, Industrie- und Handeis-A.-G. . . Petersbgr. Int. . . Lastatter Waggon . Eodi & Wienenberger Schuvag Sichel Sloman Tabak-Handels - A .-G. Teichgräber .... Textll Meyer . . , Turbo-Motoren . . . Ufa Zuckerwaren Speck . 5% Bad Kohlenw.-Anl. 6o/o Mannh. Kohienw.- Anleihe 7«/ 0 Sächsische Braunkohlen-Anleihe . . . 5% Rhein-Main-Donau Dollar-Anleihe . . . 6°/<> Neckarwerke Gold- Anleihe 5% Preußisohe Kali- Anleihe pro 100 kg 5% Sächsische Roggenwert-Anleihe p. Ztr. 5 o/o Sodd. Festwert- bank-Obligationen 70 90 50 Amtliche Nachrichten Ernennungen. Versetzungen usw. der planmäßigen Beamten. Sulius- und Unterrichtsministerium. Ernannt: den Geh. Obervostrat a. D. Dr. Karl Strecker in Heidelberg zum ordentlichen Honorar- vrofessor in der naturwissenschaftlich-mathematischen Ka- kultät der Universität Heidelberg. Arbeiisministerinm. Ernannt: Geometer Otto Englert in Emmen- dingen zum Obergeometer. Zuruhegesebt aus Ansvchen wegen »orgertickte» Alters: Dtraßenwärter Johann D o l d tn Gchönenbach. Vom Wetter Wetteruachrichtcndienst der Badischen Landes« Wetterwarte Karlsrnbe. Freitag, de» 28. Oktober 1923. Die Wetterlage hat sich wenig verändert. Nachdem gestern eine kurze Regenpanse einge- treten war, bringt heute früh eine von Frank- reich vordringende neue Lustdruckstörung wieder ausgebreitete Niederschläge. Auf der Rückseite der Störung ist morgen böiges, etwas kühleres Wetter mit zeitweisen Niederschlagsschauern zu erwarten, — Eine endgültige Besserung der Wit- terung steht noch nicht bevor, da eine neue Luft- druckwelle vom Ozean nachfolgen wird. Wetteraussichte« für Samstag, 27. Oktober: Wolkig, zeitweife Regenschauer, etwas kühler, böige westliche bis nordwestliche Winde. !!ihein-Wasserstä«de morgens « Ukir: 2K. Oktober Schusterinsel Maxau Mannheim' ! 2,50 m 3,65 ra 5,82 m — rn — m 5,04 w mittag» 1« Uhr abends 6 Uhr 25. Oktober 2,70» 3,60 « n> .">,40 M 5,56 "> 4.84» TANZ-! Lehr-'nstitut Vollrath Ludwfgsplatz SS II I Beginn neu. Kurse* Einzelunterricht, f Trauerbriefe jeder Art liefert rasch und in tadelloser Aus führung die Tagblatt- Dru ckerei Ritterstraße 1, Fernspr. 297. e.G.m.b.H. KAR LSRUH E Lauterbergstr.3 Eigene wertbeständige Gold- nnd Veizenspareinlagen. Jür Hausschlachkungen Zacob Thejsebach, Därme, Innereien, Fette. Gottesdienst-Anzeiger. Kollekte sllr die Evana. Gemcindevsleae. Evangeliitbe Stadtgemcind«. Stadtkirche. 10: Ttadtvikar Bollmann. >412: Gfiriftentcfire, Staötvikar Bollmann. Kleine Kirch«. y&: Ttabtvikar Bollmann. 9410: Stadivikar Stck. 6: Ztadtvikar Schiller. Stionkirche. 10: P!r. Hindenlana. M2: Ckri» stenlebre. Kirchenrat bischer, golianueskirche. 8: ^Pfarrer SB. Schulz. xtadtv. t'ichtcitfcIS kEriifwuna der ■PPPPP^JlCtttO u. O.firHtcnlcfnc, Pfr. W. Schulz, dienst. Stadtvikar Psifterer- kbristuskirche. g: Stadtv. m mo: Iuna-evana. er Nuaend. 'KU: 11: Kinderaottes- prtic), Gesang, u. Saiteniviel der Iiläenö. ^ili: ■mhh" . Bücherei- ... KinderaotteSdienst. 10: Wt Stadt». Wiist. 11 RKde. 6: Stadtvikar Wüst. ötmelndeliBMß 5« Weststadt. 10: Nuaendseier. -nifeif Kmderaottesdienst. Starrer ^8»!" ' reit, t'jff'-AiZ. ^SSSSäl U- f eidemeier. 6: Abendseier mit Borfiifiruita des cihelsiims, Missionar Stier. Maltltiiuovsarrci. Turnsaal der Südendschule. 10: Vikar Leiser. UH: Kinderaottesdienst, irft. Hemmer. Städt. Krankenhaus. Vorm. 10 Uhr. Lndwift-WNftelm-Krankenheim. 5: Psr. Hinden- lana. ?iakonissc«hauskircke. 10: Kirchenrat Katz. «bbs. V<8: Pfarrer Sitzler. Karl-Kriedrich-Gedächtniskirche (Stadtteil Mühl- V2IO: IdÄ «eiert Beiertheim. H10: Stadtvikar Bncherer. Vzll: Kinderaottesdienst. Stadtvikar Münzel. Riivvnrr. VAO: HauvtaotieKdienst. Psr. Steinmann. 1: Christenlehre, Psr. Steinmann. Bund christi. Polizeibeamten. Vereinshaus lienstr. 77. Andacht am 1. Nov. sälli aus. ?lma- vv. Stadtmiffion. Adlerstr. 23. Sonnta'a, ^1Z: Sonntaasschule: 3: Erntedanksest. — Mittwoch, 8: Bibelstunde. Miss. Riedel. Evaug. Bereinshaus Karlsruhe. Amalienstr. 77. Sountaa.^vorm. IVA: SonntaaSIchule! jtaefim. 8: ein. — Rbein- strahe 35. Hth.. Mühlbura. «-onniaa. !Ä: Aila. Verlammluna. — Mittwoch. .8: Bibelstunde iür Iunasrauen. — streitaa, 8: Bibelstunde sür Man- ner und Iiinalinae. Evaüa.-luth. Gemeinde, ^riedkoskaoelle. Wald- bornstr. Vorm. 10: Prediataottesdienst! anschlie- ktend Kinderlehre. Psr. Herrmann. Zionskirche der ^Eoanli. Gemeinschast. Beiert- heimer Allee 4. Sonntaa. vorm. ^10: Prediat, ^Kitqfr övcher: %11: Kinderaottesdienst: nachm. ^4:Pre6int, Predia. Kocher. — Mühlbnr» Hardt- ?raße 5. Sonntaa. abds. 8: Prediat. — Mittwoch, abds. 8: IvebctSversammluna- «sriedeuskirche der Metd. Gemeinde. Karlstr. 4vd. i. '.-1V: Prediat u. hl. Abendmahl. Prediger ^-l>. Mann, i^tuttaart: 11: Kinderaottesdienst. — Mittwoch, abds. 8: Bibel- und Gebetstunde. Wochenaottesdlenste. !>ohanneskirche. Donnerstag. Pfr. Maner- Ullmann. ^W »ldh-r«str. 11. Bibelleseabend, Dienstag, 8, «vtadtvikar Siedler. Lutberkirche. Wochenaottesdienst fällt aus. . Bibelbeiorechnna im Gemeindehaus der Süd- stadt: Dienstag 3 Uhr. Katholische Stadtgemeind«. Stadtkirche St. Stephan. Vzfi: Frühmesse: 6: hl. Messe mit Monatskommunion des Dienstbotenver- eins und der Dienstbotenkoitäreaation: 7: beil. Messe mit Geueralkommunion des christl. Mütter- vereins: 8: deutsche Sinamesse mit Predigt: V410: leoitierteS Hochamt mit Predigt, icieum nnd Sc. christliche Caritas. St. Bernhi.. ... ... - BBBBip Messe mit Generalkommunion des Müt 'terverci'ns: St. Beruharduskirchc. 6: Frühmesse: 7: heil. em " ~m " ~ " ■' aiidacht mit Prediat und Segen. — Tellerkollekte sür den Caritasoerband. . St. Michaelskircke IBeieriheim». 6: Beichtge- legenheit: Ytf: ftrtlfttncffe tntt Monatskommunion der.Männer. und^ iZnnaltnge, bes. des Männern avostolates lbl. Messe sür W. Bur,): 8: Sing- messe mit Predigt: >/-10: Hochamt mit Prediat und «egen^ «Kollekte für die Caritas): ^2: Christen- lehre für die Madchen: 2: ?ankandacht mit Se- gen: S: Noscnkranzanbacht mit Segen. WSt. Martinskirche «Rintheim» ' ~ »WM- . W m jfl: bi . Messe mit Predigt. ^ m . St. Peter- und Paulskirche. 6: Frühmesse: Mo- natskommunion der Kranen: m: «Äeneralkom- mummt des Müttervereins! 8: deutsche Singmesse mit PrcMdt: MO: Predigt und Hochamt: 'Ali: KindWottesdlenst mit Predigt: 2: Christenlehre St. Kouradskirche ITelegr.-Kaserne). Vt&: deutsche Sinamesse mit Prediat. Stadt, «rankcnhaus. !Ä: Deutsche Singmelie '"v >!^wi->'-Wiibelm-Krankcnhiim. 8: hl. Messe U. Predigt. Liebsrauenkirche. lErntedanksest.) 6: Krühm^ 7: hl. Messe mit Monatskommunion der brauen! 8: deutsche Sinamesse mit Prediat: VAO: Hau»'' aoitesdienst mit Predigt, Hochamt und Scaen: 11- Kinderaottesdienst mit Prediat: %2; Christenlehre für die Mädchen: 6: Roienkranzandacht mit Pre> dtat und Scaen. — Caritaskollekte. St. Bonifatiuskirche. 6: Krüh messe: 7: hl. Mekke und Generalkommunion des christl. Aiütterver» eins und der übrigen strauen: 8: deutsche Sina» messe und Prediat: ^10: Hauvtaottesdienst. Pre> diat. Hochamt und Seaen: Kinderaottesdienst mit Predigt: 2: Christenlehre sür die Mädchen, 3: Versammlung des ckristl. Müttervereins: ?- Prediat, Rosenkranzandachi und Segen. — leite für die Caritas. Alte Zt. Binzentiuskavelle. %7: heil. Meffe: 8: Amt. St. J-sesskirch- lGrünwiukel». lErntedankick^ S—7: Bcichtacleaenheit: 7: Frühmesse mit natskommunion iur den kath. Iuaend- und Man' nerverein. euch. Männcravostolat und alle christeN' lehrvslichtiaen Jünglinge: WO: Prediat, feieri- vochami mit Seaen u. Tellerkollekte iür die ckrist^ liche Caritas: 9411: Chnstenlehre für die MädiS«»' 2: feiert. Roienkranzandacht mit Seaen. WSt. Nikolauskirche «Rüppurr) 6—7: Beichi?«' sks'nsi-'it- 7: Tvntfimpffp? fl* mit VM- leaenfieit: 7: Frühmesse: 9: Amt mit Prediat: M Christenlehre für Jünglinge und Mädchen: 2: senkranzandacht mit Seaen Alt - kaih. .Siadtaemeinde. Auserstchunaskirch^ 10: Deutsches Hochamt mit Predigt. Stadtilm Kaminski. Lircke Jesu Christ, der Heilte» der letzten Taa' «Sofienstraste 78, Cina. LeMnastr.)- Sonntaa- vorm. 10^ und nachm. 3 Uhr. Mittw abd«. 8 llßf Neuavoftolische Gemeinde. Gartenstr. 16». Moi' tesöienfte fonntan vorm. SN. nachm. 4. Miti»»? abend 8 Uhr. Äweiggemeinde: Ublandstr.S. ebenso- t