KesttoSorciB Jffc-ntl. 65 Goldpi.nnia frei y. n * ;1n unlcrct (ftt. pmtälirac ober in unlereit Jstnt ab kt, 60 Colioicimtfl. ''»«loerfnnteurtiS lÄ»Mld - >^m i^alle tivtirrer dkl Bezieher keine ?ln. ANilbr bei oerlufltctetn oder 'Mkrlckcintn de> .-ieitu tm, , nb&cfh'Unnocn können nur '»i'il# bis »um 35 auf den säenden Äionaißlelztcn an- ^Nammen werden I Hill iilctftroftc 1 »>alieiae»»e «cha »»a «od Grund- und Sdiiüffclsoli \jT ^ J J IflÄ« Karlsruher TagblattM 9 Hniiutlckriklleiter Nr 19. P «st !«beckkontt>^Nr. 8547 IIB W: Badifche Morgenzeitung Mit der Wochenschrift «Die Pyramide" Badische Morgenpost 'DirtschastS- und Handelszeitung- X «Turn- und Sport-Zeitung" ^ „Nnterhaltungsbeilage"^ .Literaturbeilage- ✓ «Für die Frauen" ^«Wandern und Reisen" ^.Die Scholle ^ikedakteur: Hermann v. Laer. Verantwortlich fNr Politik: Frib Ehrhardt: für den wirtschaftlichen, badischen und lokalen Teil: Heinrich Gerhardt: sür daS Feuilleton: Hermann W e! tJ: für die „Paramide" Karl sür Inserate: Heinrich Schriever. siimtliche in Karlsruhe. Druck und Verlag C. ». Miiller, Karlsruhe. Nitterstr. l. Berliner Redaktion vi-. Richard I ü g l e r. Berltn-Lankwtb, Mozartstr. »7 Televbon-Zentrum 428. Für unverlangte Manuskripte oder Drucksachen übernimmt die Redaktton keine Verantwortung. Rücksendung erfolgt, wenn Porto beigefügt ist. Sprechstunde der Redaktion: 1t—IS Uhr. 12»..Jahrg. Samstag, den 24. November 1928 Qlr. 324 Die Regierung Stresemann zurückgetreten Ablehnung des Vertrauensantrages im Relchskag mit 230gegen 155 Stimmen. Abgelehnt. Berlin. 28. Nov. (Drahtbericht.) Bei der Abstimmung iiber de« von Bolkspartei, Zentrum und Demokratie gestellten Antrag, der Re- Gerung Strescmann das Vertrauen aus» sprechen, sind IL2 Stimmen abgegeben worden: 155 mit Ja. mit Nein. Damit ist der Bertraucnsantrag abgelehnt, ^twa 7 Abgeordnete haben sich der Stimme '»thalten. Der Rücktritt. «. Berlin. 23. Nov. lDrahtber.) Nach der Abstimmung im Reichstag hatte der Reichskanz- ' c 5 eine kurze Besprechung mit de» Ministern, herauf begab er sich zum Reichspräsidenten. nm das Riicktrittsgelnch des Gesamtkabiuettcs i» übergeben. Was nun? , 3. Bon unserer Berliner Redaktion wird un« ge- °r»btet: Es drängt sich die Frage auf. was wird nun ^schehen? Stresemann selbst hatte bis in die ^ten Tage hinein geglaubt, das! aus ein Mißtrauensvotum des Reichstags der Reichspräsi- ^»t ihm die Ermächtigung zur Auflösung dcS Reichstages geben würde. Herr Ebert hat sich ^tgegen feiner ursprünglichen Abficht, vielleicht !^ter dem Druck feiner Partei, iedoch nicht mehr entschließen können. Die innenpolitische Gärung wird also nicht erfolgen. Der einzige , ^!olg. den der Sturz StresemannS dem Vater- >ande vielleicht hätte bringen können, ist damit ^reitelt. Die Lage bleibt nlso nicht nur unge- 'ärt, sie ist sogar verschlechtert, da erstens dle ^»ierunaslose Zeit die innen- und außenpoli- ^>che Lage ungtinstig beeinflussen wird, und da zweitens schwer sein wird, iei't eine sog. überparteiliche Regierung — die bekanntlich im- !?er der Ausfluß parlamentarischer Ratlosigkeit !? — zu finden, die die außenpolitischen Quali- l^en des bisherigen Kabinetts, besonders feines Führers besitzt, und die innenpolitisch eine glück- "chcre Hand hat als Dr. Stresemann. Tie ^»e Regierung wird mit weniger Eriahrung mit nicht mehr Vertrauen belastet ebenso den Lanzenkvitzen parlamentarischer Oueru- ^Nten tanzen müssen, wie die bisherige. Ein "auriger Erfolg! ..Tie Gerüchte, die über Stresemanns mutmaß- ^e Nachfolger kursieren, faßt die „Deutsche Zeitung" folgendermaßen zusammen: Tie ^ößte Antwartschast darauf, mit der Kabinett?« ?>>dung beauftragt zu werden, hat ReichSmini- ! ,f r a. D. Dr. Albert, zurzeit Vorsitzender : E ® AuMchtsrats der Deutschen Werke und Wer unter der Kanzlerschaft Cunos Reichs- !Aai?minister und Wiederausbauminister. Herr Albert hat als Chef der Reichskanzlei sich % Vertrauen vieler Parteien erworben. Diese ^ellunq bekleidete er bekanntlich unter Scheide- ^»nn und Wirth. Er verließ diese Stelle, als mit Dr. Wirth in erhebliche Differenzen ae- ^t. Dr. Albert würde versuchen, ein Kabinett Beamten nnd Politikern zu bilden. Wahr- peinlich würden diesem Kabinett wieder Dr. ^"rres als ReichSinnenminister. Oeser als ^eichsverkehrsminister und Dr. Hösle alS ^kichspostminister angehören. Auch gilt es dem Zeichen Blatt zukolae in informierten Kreisen ^ nicht unwahrscheinlich, daß Reichswekirmini- ''r Dr. Keßler zum Verbleiben in seinem Amt Gefordert werden wird. Dagegen scheint man dem Ausscheiden des ReichSwirtschastsm'ni- Tr. Koeth und des seit längerer Zeit Ekelnden ReichSarbeitsministerS Dr. Brauns ^ rechnen. Es würden dann außer diesen bei- Jj* Ministerien noch das Aeußere. Justiz nnd ^ie^eransbau unbesetzt sein. * d!e Wirkung auf die preußische Regierung. .Verlin. SS. Nov. Die .Voss. Ztg." will wissen, N sür den Fall eines Sturzes des ReichZ- d binetts die Fraktion der Deutschen Volks- »Äftii im preußischen Landtag dem preuiiuchen A^isterpr^sidenten Braun von ihrem Aus- Miden aus der preußischen Regierungskoalitwn "tteiluug machen wird. Deutscher Reichstag (393. Sitzung.) t. Berlin. 23. Nov. Beginn 11.30 Uhr. Am Regierungstlsch Reichskanzler Dr. Stresemann, Reichswehrministcr Dr. Geßler, Reichsinnen- minister Dr. Iarres. Die politische Aussprache wird fortgesetzt. Es liegen drei Mißtranenöanträge vor. Der Mißtrauensantrag der Deutsch- nationalen lautet: „Ter Reichstag entzieht der Relchsregierung das Vertrauen, dessen sie nach Artikel 54 der ReichSversassung bedarf." Ter Mißtrauensantrag der Soztaldemo- k raten hat folgenden Wortlaut: „Die Reichsregierung bat den militärischen Ausnahmezustand in Sachsen nnd Thüringen, ohne daß hierfür fachliche Gründe vorliegen, in schärfster Form angewandt, gegen die rerfas- lungswidrigen Zustände in Bayern aber nichts Entscheidendes aetan. Sie hat daher nicht daS Vertrauen des Reichstaas." Ein kommunistischer MitztrauenSantrag lautet: „Die Regierung hat nicht das Vertrauen deS Reichstags." Stresemann fordert Ja oder Nein Reichskanzler Dr. Stresemann gibt sofort zu Beginn der Aussprache folgende Erklärung ab: Ter Antrag Müller-Frgnken lToz.i spricht ein Mißtrauen gegen die Regierung aus. das im einzelnen motiviert ist. Diese Vegründung des MißtrnuenSantrags ergebe parlamentarisch und taktisch die Möglichkeit, daß die cinaegange- nen Mißtranensanträae aus ganz verschiedenen Beweaaründen abgelehnt würden. Die Reichs, regierung hat nicht die Absicht, ihre Geschäfte fortzuführen aus Grund iraendwelcher durch solche parlamentarische Arithmetik herbeiaeführ- ten Entscheidungen. Die Reichsregiernna so:- dert eine klare, unzweide utiae Ent» scheidung darüber, ob sie daS Vertrauen des Parlament? besitzt oder nicht. Ich richte daher an die Fraktionen, die der Regierung nahestehen, die Bitte, durch Einbrinauna eines VertranenSantra"s eine klare Entscheidnng her- beizuführen. sLebhafter Beifall bei den Regie- runaspa''teien. ) Abg. Scholz lD. Bp.) bringt darauf folgen- den ?lntrag ein: „Der Reichstaa spricht der Reichsregierung das Vertrauen aus." Der Vertrauensantraa ist unterzeichnet von Dr. Scholz lT. Vp.i. Marx lZtr.) und Erkelenz lTem.). Abu. Miiller-Franken lSoz.i erklärt, daß eS in keiner Weise in der Absicht der Soziasdemo- kratie gelesen habe, durch Herbeiführung einer solchen politischen Arithmetik einen Zustand der Unklarheit herbei-nkühren. E<* wirb noch nötig sein zu sagen, warum dieses Mißtrauensvotum einaebracht worden ist. Reichskanzler Dr. Stresemann erwidert dar- auf. daß es ihm völlig fern gelegen habe, der Sozialdemokratischen Partei den erwähnten Vorwurf zu machen. Er weise aber daraus hin, daß in der deutschen Presse die aanz falsche Un- terstellung zum ?lusdruck gebracht wurde, gls wenn die ReichSreaierung ihrerseits den Wunsch hätte, durch Ausspielen einer Opposition gegen die andere sich politisch zu erhalten. Dagegen hätten sich seine Warte gerichtet, nickt gegen das selbstverständliche Recht einer Fraktion, einen Mißtranensantraa zu stellen. Darauf wird in der Erörterung fortgefahren. Der Sprecher der Demokraten. Abg. Erkelenz (Dem.) erklärt, selten habe ein Parlamentarier in so offener und ^nnischer Weise von der Tribüne Hochverrat geprediat. wie aestern der deutschvölkische Abg. v. Grase. sLebbaste .^ustimmuna in der Mitte und links.) Die französische Politik habe von ieher die Zertrümmerung des Deutschen Reiches als ihr Ziel verfolgt. Nur ein Teil dieser Politik ist im 5>nni 1919 verwirklicht worden. Das Rheinland ist heute der französische Kriegsschauplatz, die rheinische Bevölkerung wird aus d'e härteste ^ro>ie aestellt. Die letzte Entfcheidnna der ReichSreaieruua in bezua nuf d'e Einstellung von Leistungen hat dort die stärkste Erregung hervorgerufen. Ter Redner bedauert das Ende der großen Koalition, ohne die die gro- ßen Probleme, vor die Teutschsand aestellt sei, überhaupt nicht aelöst werden könnten Er spricht die bestimmte Hoffnung auS. daß sie zum Heile Teutschlands wiederkehren würde. Die bäuerische Frage bedeute, vom Rlieinlgnd ans gesehen, sür Teutschland eine Katastrophe. Die Reichsregierung hätte von vornherein ihre Autorität zur Geltung bringen müssen. Daß die Wiederausrichtung der Wirtschaft nur von der Verlängerung der Arbeitszeit abhänge, ist unzutressend. Eine andere Lösung deS Arbeits- zeitproblemS sei allerdings durch die besonderen Verhältnisse bedingt. Ter Beamtenabbau dürfe nicht zu parteipolitischen Zwecken auSge- nützt werden. Ter Redner erklärte, daß die Demokratie hinter der Regierung stünde. Di« Kommunisten zum Verbot ihrer Pirtei. Abg. Koenen iKomm.1 protestiert zur Ge- schästsordnung gegen das Verbot der Kommuni« stischen Partei und beantragt, daß das SauS so- fort dazu Stellung nimmt und die Aufhebung des Verbot? fordert. . Präsident Löbe stellt fest, daß gegen die Ver- bindung deS AntraaS mit der politischen AuS- spräche kein Widerspruch erhoben wird, dieser Antrag nlso angenommen sei. Ter Abg. Koenen iKomm.) beantragt nunmehr. den Reichskanzler aufzufordern, sich sofort zu der r^rage zu äußern. Präsident LSbe stellt fest, daß der ReichSkanz- ler nicht gezwungen werden könne, zu einem bestimmten Zeitpunkt daS Wort zu ergreifen, ebensowenig wie man in dieser Hinsicht auf einen kommunistischen Abgeordneten einen Zwang ausüben könne. lSeit^keit.) Ter Antrag Koenen. den Reichskanzler zum Sprechen zu veranlassen, wird nicht genügend unterstützt. lGroßer Lärm bei den Kommuni- sten.) — Die Abgg. Herzfeld und Maltzahn wer- den zur Ordnung gerufen. Der Abg. Thomas zrbä't »wei OrdnnnaSrnse, Der Redner der bayerischen VolkSpartei. Abg. Leick't lBayr. Vp.) mahnt zur Ruhe und Besonnenkeit in dieser schweren Zeit. Man müsse nicht nur die Volkspsnche, sondern auch die Volkspsnchose beachten. Ter Redner bespricht dann die Vorgänge in Bayern. Die AuSsüh- rungen des A>ög. v. Gräfe konnten nicht schars genug verurteilt werden. Ter Münchener Putsch sei ein Verbrechen am ganzen deut- schen Volke gewesen. Bewegungen, die an sich gut seien, könnten zum Verbrechen werden, wenn sie mißbraucht werden, um Unerfahrene zu verführen. R a s i e n h a ß und K l a s s e n h a h seien mit dem Christentum unvereinbar. In Bamberg hatten lvsährige Realschüler Partei für und gegen Kahr gebildet. Nach alledem sei er nicht mehr in der Lage, daS Wort „Ordnungs- zelle" für Bayern in Anspruch zu nehmen. sGroße Heiterkeit.) Ter Redner erklärt zum Schluß, daß man von Dr. Stresemann nicht mehr erwarten könne, daß den Worten auch die entsprechende Tat folge. Die Bayerische Volks- partei kön^ne daher dem Vertrauensvotum nicht zustimmen. Reichswehrminister Dr. Gehler geht dann aus die gestrigen Ausführungen der Ministerpräsidenten von Sachsen und Thürin- gen ein. Niemanden sei der Ausnahmezustand unangenehmer als ihm, da heute die Zusammen- fassung aller Kräkte nötiger denn je sei. Im August habe zwischen den - Nationalsozialisten und den Kommunisten eine gemeinsame Aus- spräche stattgefunden, in der sich beide Parteien in den Zielen des Umsturzes völlig einig ge- wesen seien. lUnruhe und Zurufe bei den Äom- munisten.) Auch über die Bewegung der Re^S- radikalen lögen zuverlässige Nachrichten vor. Man warte nur die Zeit ab, um loszuschlagen. Der große Deutsche Tag in Nürnberg im Scp- tember sollte eine Art Parade darstellen. Der Minister zitierte dann Aeuherungen kommuni- stischer Minister in Sachsen, in denen trotz des VerüntS zur Bernffarnig der Hundertschaften aufgefordert wurde. Als die Ernennung KahrS in Bauern erfolgte, habe die Regierung an- nehme» müssen, daß dies zur Ausführung größerer Bewegungen in Norddentschland führen werde. ES mutzte daher eine Stellung ringe- nomm-' />rden. in der man möglichst gesichert war. DaS konnte nur Mitteldeut'chland sein. Ten sächsischen Ministerpräsidenten ist zum AuS- druck gebracht worden, daß wir keine Landes- regierung anerkennen können, in der sich Kom- munisten befinden. lGroße Unruhe bei den Kommunisten.) Die kommun"^sche Landtags- sraktion hatte eine ganz scharfe Kampfansage gegen den Militärbefehlshaber erlassen. DaS konnte sich die Reichsregierung nicht gefallen lassen. Der Minister wird fortwährend durch lar- mende Zurufe der Kommunisten unterbrochen, ^ie sich dicht an die Rednertribüne gedrängt haben. Vizepräsident Dr. Bell greift wiederholt ein nnd ersucht die Abgeordneten, ihre Plätze einzunehmen. Die Kontrollausschüffe haben in unzulässiger Weise in daS Wirtschaftsleben eingegriffen. Es mutzte unter allen Umständen Ordnung geschaf- fen werden. sErneuter Lärm bei den Kommu- nisten.) In der Zusammenarbeit zwischen Mili- tär und Verwaltungsbehörden ist unendlich viel geleistet worden. Die Ucbertragung der vollziehenden Gewalt a« General ». Geeckt hat den Sinn, gegen jeden Versuch eines gemalt- samen Umsturzes Front zu machen. Zu den einzelnen sächsischen und thüringischen Beschwer- den erkläre auch ich: Wer einen Wehrlosen mitz- handelt, ist ehrlos! Für eine Truppe gibt e» nicht? schmählicheres, als wenn sie die Ehre ihrer Wasse mißbrauche. Jeder derartige.Fall mußte den öffentlichen Gerichten überwiesen werden. Der Minister. Gezeichnet im übrigen die Be- schwerden und MiUiandlungssälle als auher- orientlich übertrieben. Stadträte, die behauptet hatten, daß ihnen von einem Offizier Schläge angetragen worden seien, hätten diese Behaup- tung vor dem Gericht zurücknehmen müssen. sHört! Hört!) Die thüringische Re- gierung sei bisher nur wegen zwei Fällen vor- stellig geworden. Von allen anderen hier vor- gebrachten Beschwerden persönlicher Art sei dem Reichswehrministerium nichts bekannt. (Hört! Hört! bei der Mehrlxit.) Der angeblich so Weiht bchandelte Studienrat habe dem Militär- besehlShaber etn Dankschreiben wegen ritter- sicher Behandlung geschickt. lHörtl Hört! und H-iterkeit.) Dagegen sei ein Unterossizier be- straft worden, der eine Frau belästigt hatte, lSchallende Heiterkeit, große Unruhe bei den Kommunisten.) Die Behauptung, baß die Er- nährung Thüringens durch die thüringische Ge^ treidegesellschast bestritten werden soll, ist ledig- lich eine Agitation. Der abgelehnte Sachver- ständige wurde nicht wegen einer angeblichen Ketreideschiebung von der Gesellschaft abgelehnt, sondern weil er ein Stahlhelmzeichen trug. Tie ganze Angelegenheit ist der S!aatsanwaltsck>ast übergeben. Zivil- und Militärbehörden müßten in engster Verbindung arbeiten. Abg. Dr. Rofenfeld (Kom.) bezeichnet den militärifchi'n Ausnahmezustand in einem demo- kratischen Staat als ein Unding. Der Redner erhob schärssten Protest gegen das Verbot der kommunistischen Partei. - Thür. Ministerpräsident Froclich wendet sich geg>en die Ausführungen deS Wehrministers und erhob Beschwerde gegen das Auftreten der Reichswehr.. ' v ....... Abg. Froelich erklart, die kommu- nistische Partei pfeife cmf das Verbot und werde alle Opfer auf sich nehmen, snbst wenn ihre Führer den We« der Rosa Luxemburg gehen müh'en. Der Redner verliest eine lange Erklärung, in der zum Widerstande gegen die Militärdiktatur ausgesordert wird. sLebh. Bei- fall bei den Kommunisten, die sich auf die Auf- forderung des Abg. Koenen von ihren Plätzen erhoben und ein dreifaches Hoch auf den inter- nationalen Kommunismus ausbrachten. Al? die anderen Parteien darauf in schallendes Ge- lächter ausbrachen, ruft Abg. Höllein .Hdioten- pack!") Abg. Henning sD. Völk.) verteidigt sich gegen den Vorwurf deS RetchrwihrministcrS, seine Partei habe mit den Kommunisten verhandelt. Redner gibt offen zu, daß seine Partei den Hitlerputsch gewünscht hätte: das fei aber kein Anlaß zu einem Verbot. Damit schließt die Aussprache. Da viele Abgeordnete an der Beerdigung de» ReichSbankpräsidenten teilnahmen, wurde die Sitzung um 7 Uhr unterbrochen und die Abstim- mnng auf ^3 Uhr angesetzt. Die Abstimmung. Die neue Sitzung wirb um ^8 Uhr vom ReichStaaSpräsidenten eröffnet Am Reqierungstifch haben sich Reichskanzler Dr.'Stresemann. ReichSwehrminister Dr. Keßler. Innenminister Dr. IarreS, ArbeitSmini- ster Dr. Brauns und der Minister für die besetz- ten Gebiete, FuchS. einaefunden. — Sämtliche Tribünen, sind überfüllt, die Bänke der Abge- ordneten daaeaen weisen manche Lücken auf. Ueberall haben sich lebhaft diskutierende Gruv- ven gebildet. Der Präsident stellt zunächst das Vertrauens- votum zur Abstimmung, das von der Dcntfchen Volkspartei, dem Zentrum und den Demokraten eingebracht worden ist. Die Abstimmung ist namentlich. Dagegen stimmen die Sozialdemokraten, dir Kommunisten, die Deutschnationalen. Die baue- rischen Vauernbündler enthalten sich der Nr. 324. Seite 2 Karlsruher Tagblatt. Samstag, den 24. November 1923 Erstes Blatt Stimme. Die Bayerische Volkspartei stimmte gegen das Vertrauensvotum: einige Mitglieder enthalten sich der Stimme. Das Ergebnis der Abstimmung: Es wurden abgegeben insgesamt 332 Stim- men. davon stimmten mit ja 155, mit nein 280; 7 Abgeordnete haben sich der Stimme enthalten. Das Vertrauensvotum ist damit abgelehnt. Die MißtraueuSanträge sind damit erledigt. Das Abstimmungsergebnis wird still- schweigend entgegengenommen. Der Reichskanzler und die Reichsmimster ver- laksen sogleich den Saal. Der sozialdemokratische Antrag auf Aushebung der Ausnahmeverordnung des Reichspräsidenten wird gegen die bürgerlichen Parteien abgelehnt. Abgelehnt wird serner der kommunistische An-- trag auf Rückgängigmachung der Zeitungsver- böte, auf Aufhebung des Oberbefehls des Ge- nerals von Seeckt, auf Einsetzung des Untersu- chungsausfchusses gegen die Reichswehr. Für einen kommunistischen Antrag aus Einleitung des Hochverratsverfahrens gegen Kahr, Ludendorff, von Lossow und Hitler stimmten mit den Antrag- stellern die Sozialdemokraten, ein Teil der De- mokraten und Frau von Oheimb lD.V.). Der Antrag wird durch Auszählung mit 198 gegen 166 Stimmen abgelehnt. (Beifall rechts, Pfni- rufe links.) Abg. Dr. Petersen (Dem.) gibt zur Abstimmung eine Erklärung ab und betonte, d-aß diejenigen, die gegen den Antrag gestimmt haben, nicht etwa wünschen, daß nicht mit aller Energie, Schürte und Rücksichtslosigkeit gegen diejenigen Personen in Deutschland vorgegangn werde, die sich des Hochverrats schuldig gemacht haben. Seine Frak- tion habe von jeher den Standpunkt vertreten, daß es das Verkehrteste und Unverantwortlichste sei, wenn ein politisches Parllamnt in die Justiz eingreife. (Zustimmung bei den bürgeüchen Parteien.) Heute hat mein Freund Gehler, wie ich glaube, unter allgemeiner Zustimmung ge- tadelt, daß der sächsische Landtag in ein Justiz» verfahren in Sachsen in anderer Richtung ein- gegriffen' habe. (Unruhe) Der Präsident erhält die Ermächtigung, die nächste Sitzung einzuberufen und ihre Tages- ordnung zu bestimmen, nachdem die Folgerun- gen aus der heutigen Abstimmung gezogen sind. Der Reichskanzler verabschiedete sich von der Presse und begab sich darauf zum Reichspräsidenten. Schluß K9 Uhr. Keine Reichstagssitzungen vor Bildung einer neuen Regierung. Berlin, 23. Nov. (Drahtber.) Der Aeltesten- rat des Reichstages hat beschlossen, stir den Fall, daß die Regierung Stresemann heute gestürzt wird, die Sitzungen des Reichstages solange aus- zusetzen, bis eine neue Regierung sich gebildet hat. Die Organisation der radikalen Parteien verboten. Karlsruhe. 23. Nov. Durch einen Befehl deS Generals v. Seeckt sind für das ganze Reichsgebietaufgelö st und verboten: sämtliche Organisationen und Einrichtungen der Kommunistischen Partei Deutschlands, der kommunistischen Jugend und der kommunisti- fchen Internationale. In der Begründung ist gesagt: Durch die Borkommnisse in Sachsen, Hamburg und Thü- ringen ist erwiesen, daß die Kommunistische Par- tei bestrebt ist. Soldaten der Wehrmacht zum Un- gehorsam gegen Vorgesetzte, und die Bevölke- rung zum Widerstand gegen die Anordnungen der Reichsregierung und der vollziehenden Ge- walt zu verleiten und durch Generalstreik und bewaffneten Aufstand die verfassungsmäßige Staatsform deS Deutschen Reiches umzustürzen. — Die kommunistische Jugend hat sich an diesen Bestrebungen durch die Tat und durch münd- liche und schriftliche Kundgebungen beteiligt. — Die 3. Internationale, der die Kommunistische Partei Deutschlands angehört, hat diese Bestre- bungen ebenfalls begünstigt und für sie durch Schriften geworben. Theater unöMuslL Im Theaterknlturverband wurde das Schau- spiel „Der letzte Zeuge" rezitiert. Ueber das Stück wurde anläßlich seiner Uraufführung am Heidelberger Stadttheater im Februar 1921 an dieser Stelle eingehend berichtet. Heute bleiben dazu drei Feststellungen zu machen. Zu- nächst: Erstaunlich, nein genial ist. wie Hermann Burte. der nach eigener Angabe dieses Schau- spiel nnr zur Förderung bühnischer Hand- gelenkigkeit geschrieben hat, trotz Kinospässen und Kolportagereguisiten banale Dialoge und Vorgänge mit Worsetzung und Gedanken über- blitzt und zur dichterischen Bedeniung höht. Noch mehr: ehe man nach zwei Akten Filmdrama sich versieht, ist man in eine tiefgehende ethisch- kritische Auseinandersetzung geführt. Und zwar in eine solche, die den angeblich handwerklichen Anlas, hoch überragt und das Werk zur wahr haften Kunst adelt. Bei dem heutigen Mangel an guten Theaterstücken ist für uns doppelt er- freulich daß gerade ein heimischer Dichter in dieser Gattung erfolgreich auf den Plan getre- ten ist. Damit find wir zur zweiten Feststellung gelangt. „Der letzte Zeuge" lag vor Jahr und Tag dem Landestheater vor. Trotz des soeben betonten glücklichen Doppclzufalles wurde daS Stück s. Zt. abgelehnt und Heidelberg übernahm die Pflicht deS Bad. Landestheaters. Man mutz sich also hier in der Land-'Shauyt- und Theater- stadt an der Vorlesung Genüge sein lassen und das bei einem Drama, das in seiner jagenden und rasenden Handlung nach augenbafter Bor- führung geradezu schreit. Dazu ist als hoch- erfreuliche letzte Feststellung zu berichten, daß der Rezitator Hans Blum in seiner meister- lichen Vortraaskunst verstanden hat, den „Letzten Zeugen" bis zum letzten Ton klar und verständlich hinzulegen. Ja sogar gelangte ge- genüber jener Uraufführung, in der die Rolle des Gelehrten Suchemann unzulänglich besetzt war, die maßgebliche.^hauptthematische Erörte- rung über der Sünde Schuld in der gesprochenen Ebenso sind verboten: sämtliche Organisationen der National- sozialt st lschen Arbeiterpartei und der Deutsch-völkischen Fretheits- Partei. Tie Begründung besagt: Die Ratio- nalsozialistische Arbeiterpartei har es unternom- men, Soldaten der Wehrmacht zum Ungehorsam zu verleiten und die Regierung deS Deutschen Reiches durch bewaffneten Aufstand zu stürzen. — Die Deutfch-völkische Freiheitspartei vernitt dieselben Ziele wie die Nationalsozialistische Arbeiterpartei. Ihr Führer v. Graefe hat an dem Umsturzversuch in Bayern teilgenommen, ihn offensichtlich ausdrücklich gebilligt und dabei die Soldaten der Wehrmacht zum Ungehorsam aufgefordert. Kommunislenführer festgenommen. Erfurt, 23. Nov. Nach einer Mitteilung deS Polizeipräsidiums wurde die noch dem Eintres- fen der Reichswehr in Thüringen flüchtig ge- wordene Bezirksleitung der K. P. D. für Groß- Thüringen, insgesamt fünf Personen, die sämt- lich unangemeldet hier wohnten und zum Teil keine Papiere hatten, heute früh festgenommen. Zahlreiches wichtiges Material wurde beschlag- nahmt. Ludwigshafen von Separatisten besetzt. LudwigShasen. 23. Nov. Die Sonder- bündlcr haben gegen mittag das Bezirksamt und das Bürgermeisteramt besetzt, ebenso anscheinend die Hauptpost, da das Telephonamt den Betrieb eingestellt hat. Heute morgen in aller Frühe kamen mehrere Lastkraftwagen mit bewaffneten Sonderbllnd- lern von Speyer her über Mundenhcim nach Ludwigshafen. An der Frankenthaler Straße wurden drei Schutzleute festgenommen, über deren Schicksal bis zur Stund: keine Kenntnis zu erlangen ist. Am Bahnhofe und an ver- schiedenen anderen Stellen der Stadt wurden Schutzleute entwaffnet, jedoch in Freiheit ge- lassen. Das Stadthaus Nord ist von den Son- derbllndlern später besetzt worden. Die Polizei wurde etwa um 10 Uhr in die Hauptwache zu- rückgerusen und bort von den Franzosen ent- wassnet, während der Polizeirat Probst nnd Polizeihauptmann Buchmann zu einer Bespre- chung mit den Franzosen vorgeladen wurden, so daß die Polizei ihrer Führer beraubt war. In den Straßen von Ludwigshasen geht es sehr lebhaft zu Die Franzosen haben die Brücken- tore geschlossen, so daß der Verkehr nach Mannheim unterbunden ist. Die in der Hand der Sonderbündler befindlichen Straßen wurden von den Franzosen abgesperrt. Da die Separatisten zahlreiche Schutzleute verhafteten und entwaffneten, so konnte ihnen nirgends energischer Widerstand entgegengesetzt werden, und die Besetzung der öffentlichen Gebäude er- folgte ohne jegliches Blutvergießen. Bald nach dem Einzug der Separatisten schlössen die mei- sten Geschäftsläden. namentlich sämtliche Nah- rnngSmittelläden. Durch allerhand Verfprechun- gen wußten die Separatisten einen Teil der E r - werbslosen auf ihre Seite zu ziehen. Sie veranstalteten mit ihnen in den Mittagsstunden eine größere Straßenkundgebung. Da die Rhein- brücke nach Mannheim auf der Ludwigshafener Seite geschlossen wurde, so staute sich eine große Menschenmenge an dem geschlossenen Brückentor, ebenso wie zahlreiche Fuhrwerke und Auto- mobile. Aus der Ludwigshafener Seite der Rheinbrücke steht neben dem französischen Wach- Posten ein Separatist. Bei der zeitweisen Oeffnung der Brücke nahm dieser eine Kontrolle der nach Mannheim gehenden Leute auf Waffen- besitz vor. Die Separatisten werden in ihren Maßnahmen von den Franzosen unterstützt. An- geordnet wurde eine Verkehrssperre von abends 7 Uhr bis morgens 6 Uhr: in diesen Nachtstunden darf sich niemand in den Straßen von Ludwigs- Hasen sehen lassen. Aus dem Offenburger Gebiet. Auch die neue Gendarmerie ist nunmehr in Offenburg angekommen und hat ihren Dienst Darbietung stärker und wirksamer heraus. Bleibt als Schlußbemerkung die Genugtuung, daß die Veranstaltung vor der kleinen, aber treuen Theaterkulturgemeinde von sehr beacht- licher künstlerischer Bedeutung war und somit den wesentlichsten Programmpunkt der Ver- einignng voll erfüllte. Der nächste Abend (in dem sehr hübschen Saal des Roten Kreuzes in der Stefanienstraße) wird die Rezitation de? neuen Dramas des badischen Dichters Emil Strauß „Vaterland" bringen. —o. Bad. Land:Stheater DaS Problem SeS Kleistschen Dramas „Prinz Friedrich von Homburg". daS am SamStag, den 24. Nov. in neuer Einstudierung ausgeführt wird, ge- winnt fü" unsere Tage insofern wieder eine erhöhte Bedeutung als eS mitten in den alten, nie veraltenden Konflikt der Jugend hineinführt. der immer aufs neue ausgerollt wird — wenn sich, wie damals, als das Werk entstand — die Zeiten wenden. Der Wide"streit zwischen Pflicht und Empfindung, zwischen Gesetzes- > zwang n. Herzensdrang ist eS. in dem in heißem Ringen mit den äußeren Mächten der Disziplin und den inneren der todesbangen S^cle die Lösung gesucht wird. Der Dichter, der sich auch hier mit eigenem tiefsten Erleben erschütternd auseinandersetzt, erhebt sich in herrlichem Schwünge über alle Schranken selbstsüchtiger Jckbehanptung hinan? zn der Erkenntnis, daß beiden, dem Herzen und dem Verstände, ihr Recht werden müsse, daß die auch von den Fesseln eigenwilligen Trotze? gelöste wahre Freiheit in der nlS notwendig erkannten freiwilligen Unterordnung unter da? allgemeine Gesetz liegt. Und mit seinem Helden setzt der Dichte? zugleich dem eigenen, in St'irm und Drang erwachsenen Genie die bezähmenden Schranken schwer erkämpfter Sclbsterziehung. * Pank« Weber, die rrfte Altistin de« Baöischen Sandes« tbcnterS, weilte, wie bekannt, in diesem Sommer nnd Herbst in Südamerika, wo sie mit Liederabenden stärkste Erfolge errana. Die nns vorliegenden argentinisch'« ' Zeitungen sprechen sich durchweg begeistert über die angetreten. Die Vorstellung durch den Gendar- merierberwachtmeister bei dem Kommandanten des Gebietes Offenburg hat stattgefunden. Abtransport ins unbesetzte Gebiet. b. Duisburg, 23. Nov. (Eig. Drahtber.) Die Stadtverwaltung hat mit Rücksicht auf die schwie- rige Finanzlage etwa 100 0 Arbeitslose mit Familien inS unbesetzte Gebiet abgeschoben. Die Arbeitslosen waren mit dieser Maßnahme einverstanden. Weitere Transporte sollen folgen. Die Stadt hofft, die Zahl der Erwerbslosen, die jetzt etwa 40 000 allein in Duisburg beträgt, durch Abschie- bung ins unbesetzte Gebiet soweit zu vermindern, daß nur noch die auS Duisburg selbst stammenden übrig bleiben. kasernenbauten im Ruhrgebiet. Berlin. Nov. Wie die „Boll. Ztg." aus Bochum meldet, lmt Gener«! Deponite ein Rundschreiben an die Divisionskommandeure im Ruhrgebiet erlassen mit der Aufsedernng, von den Stadtverwaltungen, denen der Bau von Kasernen aufgegeben ist. zu verlangend ")aß sie die Ausarbeitung der Pläne und Voranschläge nach den ihnen gegebenen Anweisungen i u kürzester Frist vornehmen. Nach G'»ch- mignug der Pläne durch das Armeeoberkommando soll dann mit dem Bau der Kasernen unverzüglich begonnen werden. Die neue kontroNschikane. Seine Antwort der Reichsregierung auf die neuesten Pariser Noien. Berlin, 23. Nov. Da? „Berliner Tageblatt erklärt nach Erkundigung von unterrichteter Stelle, daß die Pressenachricht, die Neichsregie- rung beabsichtige, ans die Noten der Botschafter- kouserenz über die Wiederausnahme der Militär- kontrolle in Deutschland eine Antwort zu er- teilen, in der voraussichtlich die grundsätzliche Be- rettschast zur Erfüllung des Kontrollrechtes, des Friedensvertrages von Versailles auSgsprochen und nochmals aus die Gefahren möglicher Zwi- fchenfälle hingewiesen wird, nicht den Tatsachen entspreche. In der -Note der Botschasterkonfe- renz ist eine Antwort von der ReichSregierung nicht verlangt worden. Zu einer Antwort liege zur Zeit umso weniger Veranlassung vor, als die Botschasterkonserenz selbst noch eine wei- tere Mitteilung durch den Vorsitzenden der Kon- trollkommission in Aussicht gestellt habe. Das „arme" Frankreich. Paris gibt riesige Anleihen für die Armeen de? kleinen Staaten. Loudo«, 23. Nov. (Drahtber.) Reuter berichtet aus Neunork: Amtliche Kreise in Washington nehmen schars Stellung gegenüber Poincar^s Widerstand gegen die vorgeschlagene internatio- nale Sachverständtgenuntersuchung der deutschen Zahlungsfähigkeit. Es wird daraus hingewiesen, daß Frankreich, obwohl es kein Angebot machte, um seine Schulden in Amerika zu fundieren, und mit feiner Politik Reparationszahlungen durch Deutschland fast unmöglich macht, m i l i- tärische Anleihen von fast achtzig Mil- lionen Psund Sterling an die kleinen Staaten Europas gegeben habe, die größte Armee der Welt unterhalte und die mächtigste je dagewesene Luftflotte gebaut habe. Ein EmgesMndms. „Echo de Paris" gesteht, dah auf Grund der Jtcte vom S. Dezember ISIS die Alliierten nach Inkrafttreten des Verfailler Vertrages auf Anwendung von Gewalt verzichtet haben. Paris, 23. Nov. (Drahtbericht.) DaS „Echo de Paris", das Blatt der Militärs, stellt eine Be- trachtung über die Krise in der Botschafter- konferenz an. Was beängstigend sei, sei die allkünstlerischen stähigkeiten der Karlsruher Altistin aus. Zwei der Besprechungen mögen hier solgen: Die „Deutsche La Plata .Zeitung" in BuenoS-SIireS schreibt: .Paula Weber besitzt einen klangsatten, voluminösen Nlt, dessen in der Ticse runde nnd volle Klangfarbe auch aus Mitte und Höbe übergeht. Getragenes. Feier- liches. Melancholisches liegt dieler reich dotierten Stimme besonders. Daher waren BrahmS „Der Tob. das ist die kühle Nacht" und Hugo Wolfs „Ueber Nacht" schöne reise Gaben, im StimmungSgehalt glänzend getroffen und mit feiner Porste nach^estaltet. In Bruch? Szene der Andromache aus ..?IchilIeuS"> paarten stch dr-ma- tisch? Cchlaakrakt. Plastik der Deklamation, breit auS- strömende Kantilene. Daher gabS bier groiie, Ursprung, liche Wirkungen, die im Publikum berechtigten Jnbel auslösten und die Künstlerin zu verschiedenen Zugaben veranlassen." — DaS „Argentinische Tagblatt" in Buenos Aires äuftert sich über ein IvStereS Konz.rt folgendermafien: „In ihrem gestrigen Liederabend bot die Altistin Paula Weber wiederum ein gereift'? Köu- nen. Sie erzielt ihre Wirkung hauptsächlich durch den mit Stimmkraft geladenen Vortrag, durch ein feuriges, aber doch besonnen geziigelte? Temperament und durch starke Innigkeit der Empfindung. Paula Weber bat j sich bier in ihren Konzerten jedenfalls als eine kiinst- > lerische Persönlichkeit gezeigt, die allem, was fi? fingt, ein eigenes Gepräge gibt." (Wie wir zu unferem Bedauern hören, beabsichtigt Paula Weber, ihren Vertrag mit dem Badischen Lan- beStheater zn lösen, da nene Verpflichtungen sie wie- der nach Südamerika rufen.) Konzerte. 2. Kammer-Orchesterkonzert. Einil Kahn setzt seine Kammer-Orchesterkonzerte fort. Tie Dürftigkeit der Originalliteratur für kleine Orchesterbesetzuug wachte sich bereits bei diesem zweiten Konzert geltend. Man hatte nicht das Gefühl, als ob das Programm von großen künst- leriichen Gesichtspunkten, sondern lediglich von dem der AufführltngSmöglichkeit aus zusammengestellt worden sei. Zwei Erlebnisse sind dessen ungeachtet zu buchen. Mozarts „Mauri- sche Trauermusik" und Schiinbergs „Kammer- sinfonie". da? eine Werk das eines im Zenitb seiner Meisterschaft stehenden Bollgcnies. das andere das Produkt einer mitten im Ringen, • im Kampfe um ihren ureigensten Ausdruck de- gemeine Theorie der Durchführung des Ver- sailler Vertrages, wie sie England vertrcten habe. Das englische Kabinett habe sich entschlos- sen, den Bersailler Vertrag nur in dem Maße ausführen zu lassen, in dem er die Zustimmung Deutschlands finde. Derartige Ansichten scieu nicht sehr neu. Sie hätten sich schon in der Ant- wort aus den Schritt der deutschen Frieden»- Unterhändler im Mai 1019 gesunden. Sie seien auch in der Note vom 8. Dezember 1919 zur Geltung gekommen, in der die Alliierten unvorsichtigerweise erklärt hätten, wenn der Bersailler Vertrag einmal in Kraft sei, so würden sie nicht zur Gewalt ihre Zuflucht nehmen. Monate feien seit der Ruhrbesetzung vergangen, und England beharre mehr denn je aus seiner ideologischen Haltung, die durch vier Jahre widerlegt worden sei. Heute wie im April versuche England Frankreich zu veranlassen, daß eS das Pfand, das eS besetzt hält, aufgebe, Poineare habe sehr gut daran getan, das britische Ministerium nicht zum äußersten zu treiben dadurch, daß er sich Pfänder über das hinaus genommen habe, was man im Rheinlande und in Westfalen in der Hand halte. Das Blatt fragt dann, ob man am Ende der diplomatischen Offensive gegen die französifchc Haltung angekommen sei. Die Antwort, die es erteilt, ist folgende: Die Zukunft der Entente hängt ganz von der Haltung Großbritanniens gegenüber der Ruhr Politik ab. Indessen ist es nötig, daß man französifcherfeits alles tut, um das System im Ruhrgebiet auf unerfchütter- licher Grundlage aufzubauen. Wenn unter Frankreichs Führung Ordnung und Arbeit in Rheinland und Westfalen wieder herrschen, dann wird jedermann jenseits des Kanals begreifen, daß es vergeblich ist, gegen die französische Poli- tik anzukämpfen. VmMiSöeM Omhimelörmgen. Deutsche Vertreter vor der Reparationskol ^ ilffion. Peris, 23. Nov. (Deahtber.) Die Nepara- tionSkommifsion tagte heute Vormittag von 10.15—10.30 Uhr, um die Erklärung der deut- fchen Regierung anzuhören. Staatssekretär Fischer gab ein umfassendes Expose über die finanzielle und wirtschaftliche Lage Deutschland? unter BerüSsichtvung aller Umstände, die die jetzige Krise herbeigeführt haben. Es ist anzu- nehmen, daß die Reparationskommission in ihrer Sitzung am DienStag mit der Beratung der deutschen Ausführungen beginnen wird. Die Verhandlungen mit der Regie. w. Berlin, 23. Nov. (Drahtber.) Die im Laufe der Woche in Mainz zwischen Vertretern der deutschen Reichsbahn und der französisch« belgisch'eü Eisenbahnregie geführte VerHand« luugen sind auf einige Tage unterbrochen wor- den. Die Forderungen der Regie bedürfen einer eingebenden Nachprüfung durch die Bei* liner Stellen. Es ist damit zn rechnen, daß die Verhandlungen im Laufe der nächsten Woche fortgesetzt werden. Die Goldlöhne für die Skaaksacheiier. Berlin, 23. Nov. Gestern nachmittag fanden im Reichssinanzministerium nochmals mit den Organisationen der Staatsarüeiter Verhand- lungen über die Einführung von Goldlöhnen statt. Nach den von der Regierung vorgeschlage nen Sätzen würde ein verheirateter Staats- arbeiter mit einem Kinde etwa 70 Prozent seines Friedenseinkommens erhalten. Gegenüber den Einwendungen der Gewerkschaf ten. die sich mit den vorgeschlagenen Sätzen nicht einverstanden erklärten, wurde laut „Deutscher Allgemeiner Zeitung" daraus hingewie'en, daß in den Staatsbetrieben tm Gegensatz zu der Pri- vatindustrie noch keinerlei Kurzarbeit eingeführt ist und die Staatsarbeiter ihren vol» len erhalten. Sondergerichte zur Aburteilung von Plünderern. Berlin, 23. Nov. Nach einer Verfügung deS Neichsjustizministers werden an sämtlichen drei Berliner Landgerichten zur Aburteilung von Plünderern Sondergerichte gebildet. griffenen Schöpfernatur. Wenn Mozart in <£' Moll oder in G-Moll schreibt, so kommt immer etwaS ganz besonders Erschütterndes dabei her« auS: diese Heiden Tonarten haben einen merk' würdigen Einfluß auf feinen ErsindungSquell. Tie C-Moll-Themen der „Maurischen Trauer- musik" sind von einer . unvergleichlich adligen Wehmut. Schönbergs ,Lan>mersinfonie" stellt ungeheure Anforderungen an die Vertreter der fünfzehn Soloinstrumente. Alle Hochachtung vor unserem LandeStheaterorchestel — eS wurde daS Menschenmöglichste geleistet- Und doch — um es zu der gewollten Wirkung zu bringen, mußte eine viel weitgehendere Selbstverständlichkeit zwischen Dirigent und Ol' chester herrschen, was allerdings nur durch eine größere Anzahl Proben hätte ermöglicht wer» den können. Oder — hat am Ende nicht aulb diese Selbstverständlichkeit zwischen Dirigent und Partitur ein weniq gefehlt? Die Komposition selbst hat eine verhältnismäßig recht klare Fori» und eine aar strenge Thematik. Das „Fremd' klingende" für unsere an klassische Musik und ein weniges darüber rewöhnte Ohren liegt n? Schönbergs Ungestaltung, oder besser Erwei' terung de? Gesetze der Harmonie. Neue Ge» setze — neue Klänge — auch neue Klang' reize, Klangkombiuation. Diese aber wol' len auch wiederum anders dirigiert sein, al? ein Mozartwerk, mit anderen Gesten, von ganz anderen Voraussetzungen aus. Hier liegt no^ ein Unvermögen bei Emil Kachn vor. ES ent' stand des öfteren ein Chaos, wo in der Komi'»' sition eine Stelle apartester Klangschönheit >» Wirklichkeit verborgen ist. Wagner? „Stegsried-Idyll" hat man Siek schon zu oft sehr gut und im Glänze des große" Orchesters, wie es sich ja geziemt, abhört, als doß es in diesem Miniaturformat hätte beson' dere Freude machen können. Die ErstauffÄ' rung von DnorakZ ..Bläierserenadc" hat ent' täuscht. Das Werk, in seiner ausge!proK»>eN Suitenform, ist zu redselig, die Erfindung i*" wahllos billig. Den größte« Genuß da^ei habe" die Spieler, selbst, denn die einzelnen JnstrU' mente sind ganz ihrem Chorakter gemäß un> GrsteS Blatt Karlsruher TagblaU, SamStag, den 24. November 1928 Nr. 324. Seite 8 Aus Vaüeir Dos St. konradisesl in Konstanz. Konstanz. 23. Nov. lTrahtber.) Die große i5ist >"oche anläßlich des 800jährigen Audi- 'äitmg der Seligsprechung des Bischofs Kon- Jfld von Konstanz und des ersten St. Konradi- Mes am 26. November 1123 ist durch eine Mis- "»nserneuernng, abgehalten von Jesuiteupat- res aus Feldkirch in Vorarlberg, vom Sonntag W Mittwoch eingeleitet worden. Im Münster, tos nunmehr ein festlich neues Gewand bekommen hat — die Nestauration wurde gerade auf Festwoche fertig — drängten sich die Gläubi- zu Tausenden. Am Donnerstag abend nahm das eigentliche »est mit einem Festtriduum seinen Anfang. Erz- bischof Dr. Karl Fritz von Freiburg, der gestern Uchmittag in Hegne, wo er über die Festtage «ohnuug genommen hat, eingetroffen war, kam Abends 8 Uhr im Münster an. wo er von der Geistlichkeit empfange» wurde. Die weiten Hal- des Münsters waren wieder gefüllt. Der ^rzbifchos bestieg alsbald die Kandel und vre- Me über den Heiligen Konrad als Bischof nach ^em Vorbild des göttlichen Meisters und über das We'eu und die Notwendigkeit des Mau- bens. Der Eröffnungsfeier wohnte u. a. auch Prinz Max von Baden an, der Stifter des präch- >>ken Altarbildes „Maria Himmelfahrt" im Münster von der Hand des bekannten Malers «tu der. Von den auswärtigen Bischöfen ist Bischof Hugo von Mainz gestern abend in Konstanz ein- betroffen. Heute werden erwartet Bischof Kepp- ler von Rottenburg, dessen Diözese einstens größtenteils zu Konstanz gehörte, ferner Bischof Tr. Bürkler von St. Gallen, der B schof von Aur und der Erzabt von Beuron. Auch Staatspräsident Dr. Köhler wird zu dem Haupt- lesttag sSonntag) hier eintreffen. * --- Bretten. 28. Nov. Zu der Mordtat an dem Straßenwart Grob in Gochsheim wird weiter berichtet, daß die Staatsanwaltschaft Zegen die drei verhafteten Personen, zwei Schwestern und ein Neffe des Ermordeten, beim Untersuchungsrichter Vor-Untersuchung bean- tragt hat. Heidelberg. 23. Nov. Die Kläranlage bei Heidelberg-Wieblingen dürfte in der nächsten »mte Schwemmkanalisation der Stadt Seidel- berg, deren Kanalanlagen bereits fertiggestellt "nd. in Betrieb genommen werden kann. = Raden-Baden. 23. Nov. Stadtpfarrer v. Hesselbacher sfrüher in Karlsruhe), der weiteren Kreisen auch durch seine schriststel- •frisch« Tätigkeit bekannt ist. feiert am 2t. No- «ember das Fest der silbernen Hochzeit. X Offcuburg. 23. Nov. In der Nacht zum 8 - d. Mts. war im hiesigen Konsumverein eingebrochen worden. Ter Gendarmerie ift es aelunaen. zwei Männer und eine Frau zu verhaften, die diesen Einbruch begangen hatten. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnräume wurde ein ganzes Warenlager entdeckt. Die Polizei konnte acht weitere Personen festnehmen, die verschiedener strafbarer Wandlungen überführt wurden. Es befinden sich auch von der Staats- Anwaltschaft Gesuchte darunter. X Kehl. 23. Nov. In L i ch t e n a u wurde die kurzsichtige und schwerhörige Witwe Katharina B e n k e r t von der Lokalbahn überfahren und «e t ö t e t. X Bablingen. 22. Nov. Verganoeue Nacht brach hier aus unbekannter Ursache Feuer aus. dem zwei Wohngebäude und drei Scheunen, barunter die des Bürgermeisters Ernst, zum Dpfer fielen. X Beuren lA, Radolfzell), 23. Nov. Die Firma ^ i l l a t & So., die hier im vergangenen Früh- iahr eine Lebensmittelfabrik eingerichtet hatte, bat ihren Betrieb infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse vorläuft" stillegen müssen. X Kleinlaufcuburg. 23. Nov. Am vergangenen Tonntag vergnügte sich der ledige 23sährige Kaufmann Walter Schmidle mit seinem Boote auf dem Rhein. Das Boot schlug um, der junge Mann versuchte, sich durch Schwim- wen zu retten, wurde aber durch die Strömung rheinabwärts getrieben. Bon einem ihm zuge- worseneu RettuugAaürtel zerriß die Leine, so daß der junge Mann weitergetrieben wurde, dem Stauwehr zu. dessen Schützen des hohen Wasserstandes wegen offen standen. Ta gelang es dem Fischermeister Adolf N u e b . der dem Verunglückten mit einem Weidling nachgesah- ren war. dem schon halb Erschöpften Rettung zu bringen. DaS gekenterte Boot trieb indessen durch das Stauwehr und zerschellte in den Was- «erstürzen. — Nebcrlingen, 23. Nov. In dem bayerischen Bahnhof Li n d au - R eu tt e hat die österrei- chische Bahnbehörde ein Plakat anschlagen lassen, daß Reichsmark bis auf weiteres nicht mehr angenommen werden. Das ist das erste Mal, daß eine ausländische Behörde in Deutschland die Reichsmark außer Kurs setzt. = Konstanz. 23. Nov. lDrahtber.) Staats- Präsident Dr. Köhler wird am Montag hier Besprechungen mit verschiedenen Wirt- schaftSgruvven, mit Vertretern von Handel und Industrie und mit Vertretern der Beamten- und Arbeiterschaft über die gegenwärtigen aktuellen Wirtschafts- und Währungsfragen haben. Von hier wird sich der Staatspräsident direkt nach Berlin begeben. - Konstanz, 23. Nov. Wie erinnerlich sein dürfte, war im Mai 1919 das Ehepaar Johann und Josephine Führer vom thurgauischen Obergericht zu 1 Jahr bezw. 6 Monaten Gc- fäuguis und zu 3000 und 2000 Franken Buße verurteilt worden, weil sie den unterirdi- scheu Gang zwischen Häusern an der Grenz- straße in Kreuzlingen und an der Schweden- schanze in Konstanz zu Schmuggelzwecken be- nützt hatten. Das Ehepaar hatte sich dem Voll- zu« der Strafe durch die Flucht nach Deutschland entzogen. Der Bruder der Frau hat nun beim Bundesrat um Begnadigung für die beiden Ver- urteilten, insbesondere für seine Schwester, die in Mannheim im Elend lebt, nachgesucht. Der Bundesrat stellt fich auf den Standpunkt, daß die Frau sich erst zum Strafantritt zu stellen habe, bevor eine Begnadigung in Frage kommt. Für den schwerer belasteten Mann wird eine Begnadigung überhaupt abgelehnt. Aus Kachbarlänöern X Ludwigshafen a. Rh., 2S. Nov. Kommer- zienrat v. Wagner konnte dieser Tage auf eine 25jährige verdienstvolle Leitung der Ge- schäste seit Bestehen der hiesigen Handelskammer zurückblicken. Aus diesem Anlaß sprach ihm Kommerzienrat Knoll in einer Si^ung der Han- delskammer gebührenden Dank aus. X Annweiler, 23. Nov. Letzten Montag mit- tag stürzte hier ein alter Bierkeller, der schon längere Zeit außer Gebrauch war. ein. Zwei Arbeiter, die mit dem Herausschaffen alter Fässer beschäftigt waren, sowie einer, der zu- schnuie, wurden v e r s ch ü' t t e t. Sie konnten schwer verletzt aus den Trümmern hervor- geschafft werden. X Mutterstadt. 23. Nov. Der 60 Jahre alte Landwirt Renner von hier wurde letzten Sonntag auf der Neustadter Straße, als er hinter seinem beladenen Fuhrwerk herging, von einem von hinten anfahrenden Auto erfaßt und gequetscht, daß er seinen schweren in- neren Verletzungen nunmehr erlegen ist. X Neustadt a. H., 22. Nov. Tie hier im Lt. Jahrgang erscheinende „Pfälzische B ü r - gerzeituug" hat mit der letzten Sonntags- nummer bis auf weiteres ihr Erscheinen e i n g e st e l l t. X Haßloch. 23. Nov. Kürzlich kam der 48 Jahre alte Johannes Hauck, der Hilfsdienst am Uebergang des Bahnhofes hier versah, auf schreckliche Weise um sein Leben. Er wollte sich bei dem Heizer eines Zuges Kohlen zum Wärmen seines Dienstraumes holen und überhörte dabei das Herannahen eines anderen Zuges, der den Unglücklichen erfaßte und über- fuhr. Die Schädeldecke wurde ihm vollständig zertrümmert, so daß der Tod sofort eintrat. Aus üem Stadtkreise Gas- und Stromrechnungen. Mit Wirkung vom Z4. November einschließlich lnicht 23. wie ursprünglich mitgeteilt), wird die neulich an- geordnete Verlängerung der Zahlungsfrist auf 4 Tage zurückgenommen, so daß es also bei der früheren regelmäßigen Zahlungsfrist von 2 Tagen für alle noch zu begleichende» Rechnungen verbleibt. Den Schuldnern der am 10. und 17. November zugestellten Rechnungen wird statt deö bisherigen Vervielfältigers des RechnungSauSstellungstages (600 Milliarden) der des IS. November (300 Milliarden) zugestanden. Ein bereits bezahlter Mehrbetrag wird zum Kurse des Zahlungsta«es dem Ab- nehmer gntgeschreibeu und auf die nächste Rech- nung aufgerechnet. Die Gutscheine für Gas und Strom, deren Ausgabe bis spätestens vormittags 11 Uhr erfolgt, werden jetzt außer in Höhe von 1 M auch zu 5 Jl ausgegeben. Bisher wurden höchstens zwei Gutscheine abgegeben. Das Pu- blikum kann jetzt bis zu fünf Scheinen erhalten. Die Stadt kann die Gutscheine nur bis 11 Uhr ausgeben, weil sie sonst keine Möglichkeit mehr hat. das Geld wertbeständig anzulegen. Postverkehr. Die Wertgrenze für Verschluß und Behandlung von Wertsendungen sind für unversiegelte Wertpakete auf 10 Billionen, für versiegelte Wertpakete, sowie für die Zulassung des Blei- und Stahlblechsiegelverschlusses bei versiegelten Wertpaketen auf 100 Billionen Mark festgesetzt. Die Grenze für anmeldepflich- tige Wertsendungen beträgt 2000 Billionen. Hin- sichtlich des Vostverkehrs mit den besetzten Ge- bieten ist nach Aufgabe des passiven Widerstau- des im allgemeinen keine Aenderung eingetre- ten, besonders bestehen die Beschränkungen in der Versendung von Waren, in Briefsendunaen und Paketen unverändert fort. Dies hat seinen Grund darin, daß der Eisenbahnbetrieb zwischen dem unbesetzten Deutschland und dem besetzten Gebiet, sowie zwischen dem Brückenkovfaebiet von Köln und dem übrigen Teil des besetzten Gebiets im erforderlichen Umfang noch nicht wieder hat aufgenommen werden können und wegen der Zollbchanölung der Postsendungen entsprechende Vereinbarungen mit den Be- satzungsmächten noch nicht zustande gekommen sind. Das Notgeld der Landwirtschaftökammer. Um Mißverständnisse zu vermeiden, macht die Ba- bische Landnnrtschastskammer darauf aufmerk- sam, daß daS Notgeld der Badischen Landwirt- schaftskammer selbstverständlich von den auS- gebenden Banken und Kassen gegen Zahlung von Papiermark bezogen werden kann Regelun« der AngestelltengehLlter für Novem- bcr. Unserer gestrigen Mitteilung ist noch nach- zutragen, daß künftighin der bisher zur Abgel- tuug bcr 47. und 48. Arbeitsstunde an Betriebs- beamte bezahlte Zuschlag von 5 Prozent in Wegfall kommt. Eine Ausstellung moderner Kleinkunst im wahren Sinne dieser Bezeichnung veranstaltet zurzeit Fräulein Helene Springer in ihren eigenen Räumen Kaiserallee 103 hier. Die Aus- stellung, deren Hauptanteil durch die feinemp- fuudenen Stickereien und -Handarbeiten der Ber- anstalterin bestritten wird, ist wertvoll berei- chert durch die Mitwirkung ebenfalls bestens be- kannter hiesiger KünMeriunen und Künstler, wie Frau Drechsler-Aiuend, Fräulein Anni Wagner, Professor KornHas und Hans Göhl er. die auserwählte Stücke der Keramik, Treib- und Ziselierarbeiten, sowie Scheren- schnitte zeigen. Die verhältnismäßig kleine, aber um so gediegenere Ausstellung darf als Beweis des trotz aller Nöte unserer Zeit fort schreitenden künstlerischen und kunkthandwerk lichen Schaffens unserer Stadt begrüßt und kann allgemein bestens empwhlen werden. Wenn man keine Zeitung liest. Aus dem Ra° statter Schweincmarkt verkaufte eine Bauersfrau ' von Wintersdorf Ferkel und nahm dafür Ren- tenmark ein. Sie traute jedoch den kleinen Scheinen den yo!:en Wert nicht zu und vertauschte die Rentenmarkeinnahme schleunigst in einer Rastatt« Wirtichast gegen Papiermark. Unfall. Ecke Sofien- und Tchillerstraße wurde Donnerstag nachmittag die Ehefrau eines Schreiners von einem Kaufmann von hier mit dem Motorrad angefahren, zu Boden geschleu- dert und verletzt. Drbch Mol- ling, Blechnermeister. Ehemann, alt fit Jahre: Jakob Server. Bäckermeister. Ehemann, alt 51 Jabre. Vom IBetfer Wetternachrlchtendienft der Badischen Landes« Wetterwarte Karisriibc Freitag, den 23. November 1923. Im Bereiche des Hochdruckgebietes über den Alpen und Süddeutschland dauert in unserem Gebiet daS teils heitere, teils neblige, aber trockene Frostwetter fort. Die Kälte bat sich durch Wärmeausstrahlung noch etwas vcrsch rft. Da die Tiesdrucka'isläusrr über Ungarn und dem Kanal aus Mitteleuropa ohne wesentlichen Einfluß bleiben dauert die gegenwärtige trockene Frostwitterung fort. Wetterausficht?« für Samstag, 24. November: Fortdauer der trockenen Froftwiiteruüg sn^chts meist noch etwas kälter) teils heiter, teils neblig, schwache Luftbewegung. Tagesanzeigev SamSta», den 21. November 1023. Bad. LandeStheater: „Prinz Friedrich von Homburg", abends 7 bis Ml(\ Ilhr. Städt. Festhalte: 81. Stistungskonzert, abends W8 Uhr. Karlsruher Sckwimmvercin: 24. St-stun^s- fest, Konzert, abends ^8 Uhr in den Sälen der Eintracht. » Restaurant Eintracht: Künstlerkonzert. abends 8 Ubr. Karlsruher Fuhballverein: MonatSver- sammlung, abends 8 Ubr im Moninger. »ufs dankbarste behandelt. Kahn dirigierte daS ^erk in fesselndem Rhythmus. DaS Konzert war mäßig besucht. mt. * Beethoven-Abend Dr. TachS-Zittel — Dr. Brückner. Bon den zel^n Tonaten, die Bectho- ven für Klavier und Bioline geschrieben hat, Schüren neun seiner ersten SchasfenSveriode an. Auf die Krentzersonate, Opus 47. folgt nach lan- Sem zeitlichen Abstand die G-Dur-Sonate £?Tis 95. Wie fo mancher seiner Violin- und Eello-Tonaten verdankt auch sie ihr Entstehen einem änßeren Anlaß. Als der bekannte Gei- ge? Rode nach Wien kam. wollte der Erzherzog Rudolf mit ihm eine neue Sonate in einem HauSkonzert beim Fürsten Lobkowitz spielen. Der Erzherzog bestellte eine solche bei seinem Lehrer. Die Zeit drängte und eS waren nur Noch wenige Stunden bis zirm Beginn des Kon- wertes, als Beethoven sein Werk zu Ende brachte. spricht sür die musikali'chcn Qualitäten des surftlichen Sehülers, daß er den nicht? weniger als leichten Klavierpart trotz der kurzen Vor- ^ereitungszeit zu meistern verstand. Mit e^en bieser Sonate eröffneten Frau Sachs-Zit- t e l und Dr. Brückner ihren zweiten Veetho- "en^Abend im Saale des städtischen Konservato- ?iums. Di? beiden Künstler verstanden es in ^hrer Darstellung, die lange Zeit etwas ver- kannte Komposition zur Geltung zu bringen, «ie gaben ihr eine Rundung und Geschlossenheit, °aß in den Stilmerkmalen zwischen dem — ossen- bar früher entstandenen — ersten Satz und den übrigen Teilen kaum ein Unterschied wn^uzii- Nehmen war. DaS technisch klare, von feinem Kunstverständnis geleitete, im Ausdruck maß- ^vlle, om * daS Schöne ausgehende Spiel der Pia- Nistin in Verbindung mir dem lebhaft inspirier- ten, von rhnthmi'cher Energie dnrchrulsteu, far- bcnreichen des Geiger?, . »ukirmümi?» Da« Halte» von 3thmi:«en und »efliigel der«. Mit Zustimmung de> Stadtrats Karlsruhe und na» Pollzl hdarkcitverklSrung durch d?n Herrn Landeskommnllir hier, #t' mit Enilchli tjung vom 13. Notiml'.r 1923 er'olate. erhält Ott § I der ortSvvli, ilicken S^orlchriit obig'» BeireiiS vom ZV Zliärz als Absatz 2 sola nö • n neuen Vlbfab .In d n Str-ftcn d.r Äauklassn 7—12 und IS kann, soweit «'S sich um Anh nge net? bandelt, aus» nalimüweile in jederzeit widcrrul.icher W lie die S luvein.Haltung am besondren Antrag vom Re- zirksauu g liatiet weid n. w nn das detreslende s "nro :ien aeniigend uro« und für sich abgeschiofen ist lo daheine gcsundbiiliili e Benachteiliaun i oder eine Belaftiann d.r ^iackbarschast au^a ^fcvloss .n iit" Karlsruhe. d:n 20 'Jlotjfmbct 1928. 0 3.134. Bad. Ä.zirtsamt. — BotizeiSirettloa B. ö¥ Röönlje (Srnnö- nnD (SemeiOaUeuer ioroie krelbslever- Vorauszahlung, fällig am S. Dezember, beträgt sür einen Mona? aus le lud Grundsteuerwert 1,24 ©oldofg. und . „ iüii . bewerbest ueriv ri I.!i2 Gold ig Davon enilall Ii 1.2 Pm-, b z v 1,-iPsg. auf Ge» me no sie» r und 0.H4 501«. beziv, (»,II2 Pia. aus Krnsstencr Unirechnuiigskuro ist der am Tage derLalilnnq ge t nd.' RciosficuerturS Den Billiiitiaen gehen nci.h r blätt'r »n Jedocu ts« di ■ ^aiiluna nicht al'bungiq von am Ein» tre.fcn d rielben bei den .iahlungsvillchttgen. Karlsruhe, den 23- November 1923. S«ad»!> a«i>llass: A . Gas- und Slromrechnmzeii. Z'Nt Wirk na vom 24 November einschl. wird die neulicii angeordnete Verlängerung d:r Zah- lungssrist au! 4 Tage zurüag nommen. so da ^ eS aiso b i d:r 'rüderen rcgclmätzia?n 6ablu»gSsrikt von 2 Tagen für alle nom zu begleichenden R cknungen verbleibt Den Schuldnern der am 1« und >7 ^ivlember zugelieui n Nechniinaen wird statt des b!S>n?ri^en Pervicl'ältiaers des liechnungeaus .elliiiigSiages «600 Milliaro.nl d r» eni, des IS. Nov niver MO» Miulard n> 'uae- banden dem A"n hm r gutg schrien und au, die nächste Rechnung aus- gel chnel Karlsruhe, den Novembr 192?,. Sliid» tvas-. Ätasszr- »i,S Elettri,itiltS,«t. Oetfentl. Vortrag im Vortragsaal Kriegslraße 84, fcej?enüber dem „Alten Bahnhol", Sonntag, den 25. Novetnbei, nachmittags 5 Uhr, ..Prophetens'iaimen und GeschichisentwicK Iting". Jedermann freundl. eingelad en. 1 Eintritt frei I 3 leere Zimmer von Aantb^amtin tn Stadtmitte s.bald gesucht. «^uterPrcis. i»ng unter Nr. ««41 t Tagblattb^crb. Mr jnnoes ßftepöiu w.'lden per 1. Dezember 2 leer. od. möäl Zim. mitKochneleaeiüiet gegen gute Äeiabl. geiuilit. ev aeq. Tausch in B.-Paden. Angebote an A. Sedott. B.-Baden. Lan estr. 52. Aus I. Dezember Lehrmädchen aus guter Familie mit sauber. OiinMdjnfl, evtl. Scdreiomaschine schreib, tn kausmännische Lehre «Möbelbranchc» gesucht. Bcw.'r Bingen mitZeni- »iSabschr unter Nr. 0040 t-ln s Taglilatib. erbeten. JC D r! cf> i 0. 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Stiftungsfestes Samsiag, d. 24. November Konzert mit Boll in den Sälen der Eintracht (Karl-Friedrichstraße) Mitwirkende: ' Die Herren Opernsänger Warth u. Kalnbach vom Landcstheaier hier, Herr Willy Eier und Herr Kapellmeister Willy Gärtner. Anfang ?', Uhr pünktlich. Kein We'nzwang. Sonntag, den 25. November Ausflug nncii Reichenbach (Sonne). Um große Beteiligung bittet Oer I. Vorstand. ÜJ 3töai?ins5i,U n fl .^:^ passende Spelle. Slngcb. nnier Nr. K644 ins Tag- blattbiiro erbeten. Grundstück, Z?lr. idollische Lagc. in Dur aw.geeig f. Bienenzüchter. zu verk. .lu er«r. bei &HKUI Zimmermann, Luil nst.02 i.Karlsruh«. M»e i\w » reicher Zchn berei zu virtauien ilnzu, «chvii- telöflr. 2 »t. nur Nachm. H - ». Damcntalirrad. guk erhalten, u v'rkau . Slhübenstr SS. Äeliier. Bienenhonig jtt vertäute« Keiähe mitbrinun. Kurveiistr. i(> »• r chis. Gänseiebeln tauft zu den allerhöchsten Tagesvr>.tieii M. ktarch, Kartsruvv. »iniheimer- ftraBC 2. 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Der Milljon-'ngarteil der^^rau von Rivvler ist mir zu schwer belastet. Seitdem eine Blutschuld als Hnvothek daraus eingetragen wurde, ist er mir zuwider." „Wollen Sie etwa damit sagen, daß TroS- kau " Kaska schüttelte den Kopf. „Er hat nichts mit der Ermordung der alten Frau zu tun. Meine Worte waren anders ge- meint: aber wir brauch.'» nicht dabei zu ver- weilen. Darf ich Ihnen jetzt meine Vorschläge machen?" „Bitte." „Wenn Sie sich entschließen, Ihre Praxis auf- zugeben, biete ich Ihnen an, mein juristifcker Berater und mein Teilhaber zu werden. Ich gedenke, ein Baugeschäft großen Stils einzurich- ten — natürlich in Gemeinschaft mit meinem Sohne, dem Baumeister. Die Konjunktur ist niemals günstiger gewesen als eben jetzt, und ich glaube mich aus dem Krundstücksmarkt eini- germaßen anszukennen. Ohne einen tüchtigen Juristen aber lasien sick derartige Geschäfte nicht erfolgreich betreiben. Wobei Sie mich übrigens nicht mißverstehen sollen. Herr Doktor! Es sol- len nur ehrliche und anständige wesckäkte sein im strengsten Sinne des WorteS — Geschäfte, denen keiner von unS sick zu schämen hat. lind Ihre Einkünfte sollen derart bemellen werden, daß Sie in Ihrer Gesellschaft auch weiterhin eine anständige s^igur machen können. Niemand wird eine Beran'a'funa haben, sick über den Wechsel in Ihrer Tätigkeit zu wundern." Doktor Madelung hatte den Kopf in die Hand gestützt. Er sckwieg lange: dann sagte er: „Sie verlangen nickt, daß ick Ihnen auf der Stelle antworte — nicht wahr?" „ES wäre mir schon lieber gewesen. Aber Ich will Sie nicht drängen. NebrigenS werden wir allem Anfch'in nack gestört. Wenn eS. wie ick erwarte, mein Sohn ist. darf ick Sie wohl bitten, nock einen Augenblick hier zn verweilen." Der Befucker. dem das Mädcken auf fein Klingeln geöffnet hatte, war in der Tat der Regierungsbaumeister. AlS er hörte, daß der Rechtsanwalt bei seinem Vater sei, wollte er im Wohnzimmer auf Madelungs Fortgehen war- ten: aber die Dienerin sagte ihm, daß sie den ausdrücklichen Auftrag habe, ihn sogleich hinein- zuführen. Mit einer gewissen befangenen Steif- heit begrüßte er den Anwalt und drückte seinem Valer die Hand. „Ich fürchte, die Herren in einer wichtigen Besprechung zu unierbrechen. Soll ich mich nicht lieber vorläufig zurückziehen,.lieber Vater?" „Nein, du kommst eben recht. Für den Ab- schluß unserer geschäftlichen Verhandlungen hat Herr Doktor Madelung sich ohnedies soeben eine Bedenkzeit ausbedungen. Wir können also ohne weiteres zu dem Persönlichen übergehen. Und dies Persönliche, Herr Doktor, besteht darin, daß ich Sie für meinen Sohn um die Hand Ihrer Tochter Liselotte bitte." „Vater." rief Oswald in hellem Erschrecken, während Madelung befremdet den Kopf emvor- warf. Paul Kaska aber fuhr unbeirrt fort: „Nachdem du mir deine Liebe zu Fräulein Ma- deluna gestanden hast, nehme ick mir das Recht, für dick »u svreck 'N. Und zwar mit der Offen- heit. die, wie ich hoffe, von nun an immer zwi- schen uns dreien herrschen wird. Neber den Charakter meines Sohnes darf ich als Vater freilich nicht reden, aber ich kann mich dafür ver- bürgen, daß er Ihrem Kinde eine sichere und sorgenlose Zukunft zu bieten vermag. Die Frage der Mitgift spielt unter soläien Umständen keine Rolle." Der Anwalt hatte seine erste Ueberraschung überwunden. Sein Blick ruhte auf Oswald, als er den Surechenden unterbrach: „Ich darf wohl annehmen. Herr Regierungsbaumeister. daß der Antrag Ihres Vaters mit Ihrem Einverständ- nis erfolgt." „Nur insofern als eS richtig ist. was er von meiner Liebe zu Fräulein Liselotte sagte. M einer Werbung härte ich vielleicht den Mut nock nicht gefunden. Ich hätte eS darum jedenfalls vorgezogen, zuerst Ihre Tochter zu befragen." „Was auch wohl daS Emvfehlenswerteste ge- wesen wäre. Ich bin nämlich sehr ungewiß, ob ich Ihnen da eine Hoffnung machen darf. Um ebenso aufrichtig zu kein, als es Qerr KaSka heute ist, muß ich Ihnen wohl mitteilen, baß Liselotte heute einen HeiratSantrag zurückgewie- sen hat. weil nach ihrem Geständnis ihr Herz bereit« einem andern gehört." Oswald war stumm. Er war sehr bleich ge- worden. Wieder war es der Bureauvorsteher, der für ihn das Wort nahm. „Hat sie Ihnen denn auch gesagt, Herr Dok- tor, wer dieser andere ist?" „Sie verweiaerte mir seinen Namen, weil sie ihre Neigung für unerwidert hält. Nack solcher Begründung mutzte ich ihr Geheimnis wohl respektieren." „Nun, OSwald? WaS sagst dn dazu? Wäre ich an deiner Stelle, ich zögerte keinen Augen- blick, sie nach dem Namen jeneS Unbekannten zu fragen. Vorausgesetzt, daß 5>err D». Madelung nichts dagegen einzuwenden hat." Noch einmal wandte sich der Rechtsanwalt dem jungen Manne zu. Es war trotz der äi^ierlichen Sicherheit seiner Haltung unverkennbar, daß er gegen eine smrke innere Bewegung kämpfte. „Ich ermutige Sie zu nichts und ich verbiete Ihnen nichts. Meine Tochter soll unbeeinflußt über ihre Zukunft bestimmen. Glaubt sie mit Ihnen glücklicher zu werden als mtt dem Manne, der sich ihr heute antrug — von mir haben Sie einen Widerstand nicht zu fürchten. lFortsetzung folgt.) Zweites Blatt Kar?d Handelstages beschäftigte sich ebenfalls mit der Währungsfrage. Bei dieser Gelegenheit schilderte Reichswährungskommissar Dr. Schacht die zu einer Währungsreform führenden Wege. Vor allem müsse die jetzt geschaffene Rentenmark mit allen Mitteln gestützt werden. Die Renten- mark müsse aber doch so bald wie möglich durch eine Goldwährung abgelöst werden, die auch im internationalen Verkehr ein Zahlungsmittel sei. In den Händen der deutschen Wirtschaft lägen immer noch ausreichende Mengen Gold und D e v i f e n , die es ermöglichien. durch einen Akt der Selbsthilfe aus eigener Kraft heraus eine Gold Notenbank zu schaffen, die dann auch die Unterstützung des Auslandes finden werde. Seit dem IS. November, an dem mit der Aus- gäbe der Rentenmark begonnen wurde, sind bis zum 2?. November rund 800 Millionen Mark Rentenbankscheine von den Druckereien abge- liefert und so weit wie möglich in den Verkehr ge- bracht worden. Die Bestände sind vorzugsweise den Stellen zur Verfügung gestellt worden, daß sie unmitelbar zur Bewegung der Ernte, zur Heranschaffung von Lebensmitteln in die Städte, sowie sür Gehalts- und Lohnzahlungen gebraucht werden können. Bon der Abgabe von Renten- mark im besetzten Gebiet war unter den vor- liegenden politischen Verhältnissen abzusehen. Der fortschreitende Druck der Rentenbankscheine wird die Möglichkeit geben, in den nächsten Ta- gen rascher mit der Ausgabe der Rentenmark vor, zugehen. Halbamtlich wird mitgeteilt: Das auf Reichs- mark lautende, nicht wertbeständige Notgeld der Deutschen Reichsbahn wird nicht nur an allen öffentlichen Kassen, sondern auch nach einer neueren Vereinbarung der ReichSregierung und des Reichsbankdirektoriums auch an allen Kassen der Reichsbank in den nächsten Wochen eingelöst, bei der Reichsbank, soweit eS sich um Stücke von 100 Milliarden und darüber handelt. Stücke unter 100 Milliarden werden bei allen öfsent- lichen Kassen des Reiches in Zahlung genommen oder bei den Kassen der ReichSeisenbabn in »rötere Stücke umgetauscht. Das nach Ablauf der Uebergangszeit noch im Verkehr befindliche Eisenbahngeld wird von der deutschen Reichs- bahn in Reichsmark eingelöst oder in wertbestän- diges Eisenbahngeld umgetauscht. Das wert, beständige Notgeld der Deutschen Reichsbahn ist durch Moldanleihe in vollem Umfange gedeckt. Das Eisenbalingeld. sowohl das wertbeständig, wie das nicht wertbeständige, ist somit ein voll- wertiges Zahlungsmittel. SportvEpiel ' Wintersport im Schniarzwaw. Ter Winter hat uncrwarlct ein «ubcrst strenaeS Rest- mcnt angctrcten, nochdcm die Schneefälle seit Wochen- wrchlcl anfiel,ört haben. Leichte Fröste um die Woch n» mitte verschilrlten fich in der Nacht zum DonnerStaa bei nänzlich wolkenlrel gewordenem Himmel infolge der nächtlichen Ausstrahlung. 'Bereits am Nachmittag deS Mittwoch <>inacn die Temperaturen aus den Höhen wie in den Tälern ganz rasch kwmter. Abends um 8 Uhr war in Lagen von 600 Meter ein Sroft von lech» (Ärad. in den höheren Lagen entsprechend mehr. Im Verlaus einer klaren, durch nahezu vollen Mond und daS weihe Gewand im ganzenGebirge prachtvollen Nacht, wie sie sonst erst der tiefe Winter »u bringen pflegt, sanken die Temperaturen aus den Hochflächen deS Hoch- Ichwar»ivaldeS bis aus vierzehn Grad und haben da- mit einen ausgesprochenen winterlichen Charakter des Wetters hervorgerufen. DaS Frostgebiet hat sich bis in die Ebene ausgebreitet. Mr den Wintersport und die Erhaltung der Schneedecke ist der Frost sehr gün» stig gekommen, nachdem die Schneesälle aus völlig nah gelaugten Grund sielen und von unten her abzuweichen begannen. Der scharse Frost bot auch die Erdkruste zum Erstarren gebracht, so daß ein harter Untergrund geschasfen ist. In den Lagen bis 700 Meter herunter hat der Wintersport eingesetzt. Zunächst ist im all- gemeinen in tieferen Lagen, wo der Schnee nicht lo dik wie in den höheren Lagen liert. der Nobelsvort noch mehr begltnsttgt, darüber hinaus aber läs't sich aus den Höhen ein mit Vorsicht ausgeübter Skisport schon in tadellosem Pulverschnee durchsiihren. Das Herrlichste ist indes unabhängig von Sport und seinem Gerät auch eine zu Fus» bei der gehbaren Schncclaoe mögliche Wanderung durch die tief verschneiten Wälder unter Pollmondhimmel, der TageShelle über Wiesen und Wald eraiebt. —g. x Vom Feldbcrg, 23. Nov. Schneehöhe 80 Ztm., Beschaffenheit: Pulverschnee. Skibahn gut. Temperatur minus 4 Grad. Windrichtung Ost. Nlvensicht gut, Barometerstand 082, relative Feuchtigkeit 75 Prozent, Himmelschau klar und Sonnenschein. Zuhball. Fr«»k»«ta — Rastatt. Zum Kreisligaspiel stehen sich am Sonntag mittag aus dem Frankoniavlatz obige Ver» eine gegenüber. Frankonia brachte im Vorspiel von Rastatt nur einen knappen Steg nach Hause. Der Be- such dieses Spiels ist zu empseblen. Beginn 2Mi Mir. Vorher spielen untere Mannschaften. Handball. MSnnerturnoerein t. V. 1881. Nächsten Sonntag treffen sich um 8 Uhr mittags auf dem Waldsptelvlak am Klostcrweg die Ligamannschasten vom Turnerbund Beiertheim und M.T.V. zum fälligen Handballrückspiel. Ta diese Begegnung von entscheidender Bedeutung sür die weiteren Spiele um die Gaumeisterschaft ist. dürfte ein spannender Kamps zu erwarten sein. Schlüsselzahlen des 24. Aovemb. Badischcr Einzelhandel: 1000 (Vortag 1000) Milliarde». Sarlsrnber Teuerungsiahl (mit Bekleidung»: Stichlag lg.Nov. 880 738 «11 958,94 IVorw. 208 09."> 008 255,40). Badische Landeswder,Isser (mit Bekleidung): Stichtag 19. November 889,8 Milliarden (Vorwoche 205.8). Badisch« LaudeSindcxziks« (ohne Bekleidung): Stichtag 10. November 748,8 Milliarden ugS?rriS der Karlsruher Zeitungen: l Billion. Mrtschafw-mlö HmlöcksHeiLmW vis volämark SM 23. Nov . berechne! nach dem amtlichen Berliner Dollarbriefkurs, 1 Dollar = 4.20 Mk. Vorkriegswert, 1 002 500 000 000 Papiermark. Goldanleihe (1 Dollar) 4200 Milliarden Kein« Umsätze. Dollarsc'atzanweisungen — Milliard. Fiarkfurter Borte. Tendenz: schwankend. — Franklnrt ». M., 23. Nov. Vom besetzten Geb>t wurden die Devisen, vor allem das englische Pfund, höher genannt. Die Aufwärtsbewegung für Devisen ging im großen und ganzen jedoch über 20—30 Billionen Prozent nicht hinaus. In der zweiten Stunde machten sich Börsenschluß-Realisationen bemerkbar, die das Kurs- Niveau etwas herabdrückten. Am Montanmarkt setzten die führenden Werte mit Besserungen von 15—20 Billionen Prozent ein, so Gelsenkirchen und Luxemburger. Harpener gewannen 30 Billionen und körnten sich später weiter mit 10 befestigen. Mancesmarn stiegen um 10, Phönix um 6, Rheinische Braunkohle um 25 Billionen, während Eschweiler aus Berliner Abgaben 30 Bill, einbüßten. Oberschlesische Werte hatten geringe Veränderungen aufzuweisen. Oberbedarf notierten 2 Bill, höher, Laura dagegen 6 Bill, niedriger. Auch Bu- derus konnten ihren letzten Stand nicht behaupten rnd traten mit einem Verlust von 1 Bill, in den Verkehr. Von K a 1 i - Aktien lagen Westeregeln 3 Bill, schwächer Der Markt der chemischen Papiere erfreute sich wieder reger Nachfrage bei erheblich erhöhten Kursen. Diese Werte erzielten Besserungen von 6 Bill. Prozent. Badische Anilih von 11 Bi'l. Proz. bei 50 Proz. Zuteilung. Ferner gewannen Rütgers und Holzverkohlung je 4, Scheideanstalt 8H. wovon jedoch später wieder 3 verloren gingen. Auch Elektrowerte setzten teilweise höher ein. AEG. mit einer Besserung von 4 Bill., Licht und Kraft von 2 Bill., Bergmann 1 Bill. Im späteren Verlaufe konnten sich Bergmann, A.E.G., sowie Licht u. Kraft weiter befestigen, während Feiten 2 Bill, nachgeben mußten. Auch Bankaktien schlössen sich zumeist der Aufwärtsbewegung an. Schiffahrtsaktien ließen feste Haltung erkennen. Hapag zogen anfangs 9, Nordd. Lloyd 3.5. Bill. an. Von sonstigen Irdustriewerten waren Auto recht fest. Besonders Nec^arsulmer, die eine Besserung von IM zu verzeichnen hatten. Daimler und Kleyer zogen bis 0.8 Bill. an. Der h ei mische Rentenmarkt verkehrte in durchaus fester Haltung. Auch Valutawerte zoSen größtenteils mäPig an. Der freie Verkehr zeigte große Geschäftigkeit mit teilweise ganz beträchtlichen Kursteige- runtfen. Im Vordergründe standen erneut Becker- Stahl und Becker-Kohle. Beide Werte notierten anfangs 22—23 Bill. Hansa Lloyd 2,5—2.750 Bill. Ati 500, Growag 500, Frankfurter Handelbank 1.3 und Unionbrauerei Kehl sehr fest: 700. Gegen Schluß des Verkehrs traten die üblichen Gewirnsichercngen hervor, die das Kursniveau erheblich weiter drückten, so daß die Börse in schwächerer Hal*i'ng schloß. Bezugsrechte: Badenia 510 +1000 Milliarden Prozent, Spitzenausgleich ca. 50 Proz. Zuteilung. Wertbeständige Anleihen: Walchensee 4H—4'/»—4M—5 Bill. Festwertanleihe 4— Billionen. Rhein-Main-Donau 5%—6—6H—7 Bill. Neckar (>%—6H Bill. Sächsische Kohle 11—12 Billionen. Mannheimer Kohle 40—42—43 Bill. Badenkohle 50—53 Bill. Preuß. Kali im freien Verkehr 13M—14M. An der Nachbörse wurden umgesetzt Schantungbahn 6.3—6.5, Birgwerke 7H bis 8, Nord-i, Lloyd 19—20M. Elberfelder 31—34. Berliner Börse. Tendenz) Zurückhaltung. — Berlin, 23. Nov. Die Berliner Börse stand heute unter dein Eindruck der innerpolitischen Lage. Auch die neuerdings wieder auftretende Verknappung des Geldes trug zu einer weitgehenden Zurückhaltung bei, die besonders die Spekulation zum Anlaß nahm. Da auch die Lage am Devisenmarkt unverändert gespannt bleibt, so bewirkten die eingans erwähnten Momente im Effektenverkehr eine schwächere Haltung. Zwar lagen aus der Bankenkundschaft Kaufaufträge in größerem Umfange vor, doch fehlte es auch nicht an Angebot auf den meisten Gebieten. Im späteren Verlauf konnte eine Besserung der Stimmung zum Durchbruch kommen, namentlich auf stärkere Nachfrage für schwerindustrielle Werte. Die heimische-, Anleihen bewahrten ihre feste Haltung. Valutapapiere lagen vernachlässigt. Im späteren Verlauf wurde der Verkehr stark eingeengt, da verschiedene Gerüchte über da* Schicksal des Reichskabinetts Stresemann im Umlauf waren. Am Montanmarkt waren Kurtbesserungen ganz vereinzelt. Riebeck-Montan stiegen von 60 auf 65, Ilse von 29 auf 40, Essener Steinkohle von 100 auf 145, Rheinstahl von 50 auf 53, Stollberger Zink von 50 auf 60. Es wurden aber schwächer: Bochumer 12, Laura 5.5, Caro 4K. Dagegen waren K a 1 i w e r t e höher. Deutsche Kali 46. Aschersleben 23. Großes Interesse zeigte sich erneut für chemische Papiere. Nach diesen Werten bestand erhebliche Nachfrage. Ber. liner Anilin 32.05, Badische Anilin 38, Chemische Griesheim 22, Höchster 24. Für Elektrowerte bestand gleichfalls Begehr. Indessen blieben die Umsätze in engen Grenzen. Die Kurse bewegten sich zunächst nach oben. Bergmann 17, Schuckert 46, Elektr. Licht und Kraft 17. Feiten & Guilleaume 40. Von sonstigen Industriewerten waren Waggon-, Metall- und Maschinenwerte nicht einheitlich. Görlitzer Waggon 10 + 3, Berlin-Anhalter Industriewerte 70 + 8. Gebr. Körting 9 + 3, L. Loewe 36 + 7, Hirsch-Kupfer 52 + 7. T e x t i I- w er t e waren behauptet. Auch für Schiffahrtsaktien bestand gut» Meinung. Banken lagen ziemlich fest. Berliner Handelgesellschaft 55 + 14, Dresdener Bank 7. Am Markt der nlchtnotierter^ Werte war die Tendenz vorbörslich recht fest, später unter dem Eindruck der Geldknappheit erheblich schwächer. Im freien Verkehr war trotz anfangs leichter Befestigung Abgabeneigung nicht zu verkennen. Fest lagen besonders Kabel Rheydt mit 45, Sichel 14—13, Neurer auf das bevorstehende Bezugsrecht etwas lebhafter: 1—1.1. Petroleum zum Teil etwas mehr gehandelt, Ati 145«—14M. Erdöl 70—75, Deutsche Petroleum 27, Chemische Zeitz 14, Becker-Stahl 19—20, Adler Kohle 30—31, Krügers- hall 18, Niedersachsen 10M, Westfälischer Bergbau 14, Ludwigsburger Porzellan 2— 2'A. Ufa Deutscher Wald und Holz 800—950, Industrie- beteiligung 370-400. Nacbbörse. Berlin, 23. Nov (Drahtber.) Bei nahezu völliger Geschäftslosigkeit war die Tendenz allgemein schwächer. Am Montanaktienmarkt Phönix 52, Gelsenkit chen 73, Mannesmann 48, Caro 31 Bill. Am Banaktienmarkt gaben Deutsche Bank auf 14.5, Darmstädter auf 9.5 und Barmer auf 8 Billionen nach. Von ScLiffabrtswerten wurden Lloyd zu 16.5 und Hapag zu 63 Billionen genannt. Variable Kurse. Berlin, ?3. Nov. (Drahtber.) Aufträge werden um 6CC0 M. nominal oder dem Vielfachen davon Berliner Kursbericht 01 b Kurse btieicbnsu den 5 ü k.reis ,11 Billionen Mark. Vers(h. iMtviviluHflif Werte. 4V»Oe«t.Pch.l4 4 . Gold-K.. . . Krnn.lt. .. TOrlt.ndm.. Bagil. 8.1. . Bagd. >. II . Türk. nnif. . Zoll 1»11 . . Low Ung.Go'd-E. Kron.-K. .. llex. Aal.. . 4' : i1o.Rwirp.n!. SVTeh.N.Kaiiw. . „ . 4VjAnatol.s.i . 4il. Bank . .1 Commerzbank .! rianz. l'rlv. BU.I Darmstdt. Bk. | D. Asiat. Rani. 1 Deutnche Bank D. Uebersee-Bk Diac.-Ivomm.. . dresdener Ranfc Ess.Cred.-Anst 6otb.Cred.fi. flk Leipz.Cred.-A. Lux. Tntern R. UlUeld.Creiliib.i 32 ä Oest. Credit .. Ostbank. . . , l'eiohshank. Kheln.Creditbk. Wiener Bankv. Brauerelen. BrsasnlEagi hurfl 9 7 5 „Schlth.-l'ati! „ Dorun. Akt. „Ourtm. Unbr ., Riebaek l- pt. , ifefeheUrHu v. Turhersetie . I nd natrlo-A k tlen. AschenerLedei AachencrSpinn Accumulator. Adler AOppenh AdlerhOttc Olaf Adlerw.Klever A.-O. für Anilin A.-O. für Verk Aleüanderwerk Alfeld Delligsen Alfeld-«ron. . All«. Kiek.-Oes Alsen Zement Alnmln. Ind. . Ammendf. P.ip Anal. Cont. Git Anhalt KnhI.. . Annah.Sfeintrut Annener GnBat. A plerbeeUer B. Arehiniedes . . Arenl eritB^b. Afehatf.Zellst. Augsb. Xrb. M. . Ksekm.'vLsdow Bad. Anilin . . . Raleke Hasch. . Bnrop. Walrw.. Itartl 5c Co.Sped Hasalt A.-G. . . Havr. SpleireM. Bcndlx llnlxbt. Ren; Kvekln* BcrjerTiefbau Bergmann E. W Rl. Anh. Masel) Rl.-rsiib. Hntf. . 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Bielef.Sp Wand.-Werke .Varst. Grube •V«. Gelsenk Veg. Ä: Hühner •Vemsh. Kamg > eser Wft. . . Ves«eregeln . . vVeetfel'a Eisen VfL Dr. Hamm Vfl. R!s Ljrdr. Vestf. Kupfer Vick. Zement Vieler k Hotm Vieslocb Ton Vilhelmsh. E. Vissener Metal V iltener GulZst Vittkop Tiefb. • jlf Maadcburg-B 'eitzer Masch ollstoff,Verein allst. Waldho immervnMwk . 'wekau Masch U 11 120 27 30 ÄO 55° 180 100 gn 200 30 «0 19 21 95 120 MC » 100 9Q 12«. 350 ilo 75 88 33 . 11. 54 22 250 480 »8 jz° 150 i? Ostatr. Ges. en-Gulnea. . outh West . tavI-Minen . . «ilitrera ... 'oman Kflpet I , idsee Phosphat: omona. ... 1 rsch Petrol. >t«ch. Kolonial antftil« .... \aonu .••ss iklnt.MWi" , e.i». '• I. GroSk» «I. «,»>»>» . i 188 10 740 3000 120 120 240 40 ff: 60 > Kolonlsltrerte )\ 361 55 150 iio !50 ?50 !."ö sso 180 110 30 7-6 44? 1BÖ 150 25 10 » Sit. 324. Seite 8 Karlsruher Tagblatt. SamSlag, den 24 November 1923 Zweite« Blatt gehandelt. (Alles in Billionen Prozent). Hapag 68, 65, 67. Kansa-A!;'. 26, 25, 26, Nordd. Lloyd 17.9, 17.25, 17, Ver. Elbe 10.5, 10.25, 10.5, 10, Dresdener Bank 7.5, 8, 7.5, Oesterr. Credilb. 0.955, 0.975, 1.0, 0.975, Chem. Heyden 8.4, 8, 7.5, Dairalet 3.2, 3.4, 3.1, Deutsch-Luxemburg 60, 61, 71, 84, Gelssnkirchen 62, 70, 74, 76, Harpen er 80, 115, 112, Höchster Farben 23, 25, 23.5, Hohenlohe 31. 40, 37, Katto- witz 60.5, 70, 72, 70, Oberbed. 30. 31.5. 31, 35, Phönix 54, 57, 58, 56, Rhein. Braunkohle 67, 66, 67, 74, Westeregeln 36, 37, 38. M nnbeimer Effektenbörse. K. Mannheim, 23. Nov. (Drahtber.) (Alles in Billionen Mark). Die Börse war heute etwas ruhiger und es sind auf der ganzen Linie Kursab- schwächungen zu verzeichnen. Es gingen um Bad. Arilin 395, Rhenania 250, \Vestere£eln 400, Scil- iodustrie 30 G., Bern 50, Dampfkessel 30 Br„ Dir.g- lcr Maschinen 80, Waggon Fuchs 35 und 30, Heddernheimer 60, Karlsruher Maschinen 50, Knorr 100, Braun-Cors. 20, Mannheimer Gummi 25, Maschinen Badenia 18, N.S.U. 100, Pfäh. Mühlenw. 70, Pfalz. Nhhmasch. 50, Zement Heidelberg 120 und 150, Rhein Elektra 70, Freiburger Ziegel 20, Wayß & Fieytag 60, Zellstoff W.ildhof 150 r., Zuckerf. Frankenthal 110 und Waghäusel 100. Von Brauereien Sinrier Griinwinkel 80 b., Oberrh. Versicherung 200 b. u. G„ Hoffmanns-Söhne 9, junge 8, Melliard 18 b. u. G. R erl5ner Produktenbörse. w. Berlin, 23. Nov. Am Getreidemarkt lag zwar mehr Angebot ds in der letzten Zeit vor, doch läßt es sich weg?n der unveränderten Schwierigkeiten, werbeständiges Geld zu erhalten, nur schwer unterbringen. Auch sonst macht sich eine gewisse, das Geschäft erschwerende Knappheit an Geldmitteln bemerkbar. Die Gebote auf die vorliegenden Offerten stellten sich daher zumeist etwas niedriger als gestern. Das Geschäft nahm größeren Umfang unter diesen Verhältnissen nicht an, so daß auch von den einzelnen Artikeln kaum etwas zu berichten ist Amtliche Notierungen: (Preise in Ocld- mark für 10 Ztr. Getreide oder 1 Doppelztr. M?hl:) Märkischer Weizen 194—196, Schl^sischer Weizen 192—1C4, Tendenz ruhig. Märkischer Roggen 180 bis 182, Tendenz ruhig. Sommergerste 176—180, Tendenz ruhig. Märkischer Hafer 160—162, Tendenz ruhig. Weizenmehl 33—35, Terdenz ruhig. Roggenmehl 30—32, Tendenz ruhig. Weizenkleie 8.40 Tendenz still. Roggenkleie 8.20—8.40, Tendenz still. Raos 320—335, Tendenz ruhig. Victoriaerbsen 43—52, kleine Speisoerbsen 33—36, Rapskuchen 17—19. Nichtamtliche Rauhfutternotierungen ab Station für 50 Kilogramm in Gcldmark: Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 0.80 bis 1.00, Haferstroh, drahtgepreßt 0.70—0.90, gebändeltes Roggenlangstroh 110—120, Heu, gutes 0.80 bis 0.C0. In der Uhrenindnftrie de« Schwarzwalds herrscht eine kritische Stimmung, weil der Verbami der Uhrenindustrie einen lOproz. Lohnabbau eintreten lassen will, nachdem das Reich die bisher von ihm übernommene 24proz. Ausfuhrprämie nicht mehr trägt Von den Gewerkschaften wird demgegenüber darauf verwiesen, daß bei den fortgesetzt steigenden Goldpreisen an einen Lohnabbau nicht gedacht werden könne. Die Streitfrage des Lohnabbaus wird nunmehr dem Schlichtungsausschuß zur Entscheidung übertragen. Zementindustrie. Die seit 1916 bestehende Zementbewirtschaftung wird durch eine demrächst im Reichsgesetzblatt zur Veröffentlichung gelangende Verordnung des Reichswirtschiftsministeis mit Wirkung vom 1. Dezember aufgehoben werden. Zu dem gleichen Zeitpunkt wird auch die Festsetzung von Höchstpreisen für Zement fortfallen. Ferner wird in Kürze das Ausfuhrverbot für Zement aufgehoben werden. Die Bearbeitung der EinfuhiAngelegenheiten für Zement erfolgt dann durch den Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligungen. In das Handelsregister ist eingetragen: „Sanas" Aktiengesellschaft für naturgemäße Volksernährung, Karlsruhe. Gegenstand des Unternehmens: Naturgemäße Volksernährurg durch Errichtung und Betrieb von alkoholfreien Wirtschaften aller Art, Herstellung und Vertrieb von naturreinen Lebens-, Genuß- urd Heilmitteln, sowie von Geräten zur Herstellung und Aufbewahrung solcher Erzeugnisse, Grundkapital: 40DC0CC0 M. Die Gründer der Gesellschaft, die alle Aktien übernommen haben, sied: Oskar Blass, Kaufmann, Plankstadt, Richard Blass, Jngenieur, Karlsruhe, Dr. Hermann Franz, Professor und Stadtrat, Karlsruhe, Walter Wilhelm Baumeister, Pfarrsekr., Karlsruhe, Augu- sta Grein, Karlsruhe. Die Mitglieder des ersten Aufsichtsrats sind: Dr. Josef Grein, Sekretär, Karlsruhe, Dr. Rudolf Fuchs. Ministerialdirektor, Karlsruhe, Hans Jacobi, Bankdirektor. Karlsruhe. Hamburger Altmsfa'Imarkt vom 23. Nov. Kuofcr 57—<0, Rotguß 46—49, Messing, lekht 32.10—34.10, Messicgspäne 31—32.10, Messingguß 35—37.10, Blei 22—24, Zink 23—25.10. Berlins Kartaiie'notiemng (weiße und rote) 1.95 Goldmark der Goldarleihe. Aul dem Vieh- und Schweicemarkt in Radolfzell herrschte gedrückter Handel. Ochsen galten 3CC—550, Kühe und Kalbinnen 350—^50, Jung- rinder 85 bis 200, Läufer 25—40, Ferkel 12—20 Goldmark das Ptar. Auf dem Radclfzeller Fruchtmarkt kosteten je 100 kg Weizen 30, Gerste 19 und Hafer 15—19 Goldmark. Allgemeine WirZschastsfeagen. Zm ASrden'ng des deutschen Außenhandels liab-n die Hamburg An erika-Linie uttö das Mezamt Jranksurt a. M. den Entjchluß getan;, eine Reihe von Heilen ihrer bekannten Zeitschrift „Der Bund" als Industrie-Nummer erscheinen und in grober Auflage über die ganze Welt ver- breiten zu lassen. Erschienen sind bereits Hefte über die „Schnxi rzwä lder Uhren Industrie" und die „Württembergische Industrie". In Bor- vereitung befinden sich Hefte über die deutsche Tchmullinoustrie, die jüdwestdeutsche Textilindustrie. die Solinger Stahlwareninöustrie. die dent- sche Radioindnstrie, die elektrotechnische Industrie Gros; Berlins, die Frankfurter Industrie, die deutsche Schuhindustrie, die Ossenbacher Leder- warenindustrie, die deutsche Kleineiscuwaren-Jn- dustrie, die sächsische Industrie und die Industrie des Saargebiei-5. Als Mitarbeiter sind promi- nente F.ichschriststeller der verschiedenen Gebiete gewonnen worden. Einige von diesen Industrie- Heften werden noch vor der nächsten frankfurter Messe, die vom 6. bis 12. April stattfindet, erscheinen. Der Verlag des „Bundes", Frankfurt a. M., Hans Ofsenbach, erteilt gerne Auskunft. Die badischen Viehbestände am !. Oktober 1923. Ans Veranlassung des ReichsministerS für Ernährung und Landwirtschaft war die diesjährige Viehzählung aus den 1. Oktober, zwei Monate früher alS sonst üblich, vorgenommen worden. Sic hatte sich nur auf vier Tiergattungen lRind- vieh, Schase, Schweine und Ziegen) erstreckt. Die Zählung ergibt, wie das Statistische Lande Samt mitteilt, für das Land im ganzen eine geringe Zunahme der Rindvieh-, Schaf- nnd Ziegenbe- stände und eine größere Zunahme des Schweine- bestanbes. Gegen 1. Dezember 1922 wurden mehr angegeben: 12 808 Stück Rindvieh, 4146 Schafe, 11 135 Ziegen und 57 231 Schweine. Der Gesamtbestand an Rindvieh beträgt jetzt 618 894 FrsnkfurterK'irse. i r l>«ut»rbe St» 1 % I Bt;;b. Stkitust. . ».» m . 0 .) ni . "'»»oTV.V .. <>,- ° » VI- X .. 4 J 'j l'-'W s " o Dtsca. Rticlie&nl. ti,\, » " "(0 » ,, 5°, .. »'o Pr.Scbatzan.l!"} >> .. in -- 4 ° o Prenü. Comol» . ^ '4 0 -o i. • 4 % Raion ▼ n'r 190' „ von 1908.1908-11 „ voi 191» . . . . S'/j % abgw S>/* o/o von 1903. 1304 Radenwerk 4 °/o Bayern SV, *!p Bayern .... ««»liarom « »,» Ptälj. K.B. Prior. 8'^ % Conv. 4 'U Hepsiirt'e T. 1W i % Reihe IS 8 'Ii "In abgest 5 */ § Wflrttemhmrer. ♦>/a°/o von luflfri . , 3Vi % von 1909 u. ff. 4 »Jo Such«. gtauteanL «I 0 Stehe. Rente . . 4 'in n.Schatwre' ?nl. Zwangsani, (in MM) irüpaji^ri» 19. 11 : 23 11 20 20 290 350 156 2/0 150 : 200 150 350 350 350 800 750 500 600 Fremde Werte Sii:>°rm'>Tlk»ner R ®/n GoMmexikaner . 4Va °/p Irrigationsani. » »/o Mexikaner. . . . 5 °o ., Tamanpilas fl % Tehuantepec.. . ♦V/o 4%Missouri Pae.iflo. TOrken unifiziert . . 5% Rumänen v. l'OI 6 V Herzegw. liauken 23 4-75 295 BS Radlicfie TJank .... Berg. Mtlrk. Iadustr'o- Bank DarraftAdter Bank. . Deu Cache B-mk.... 0 501 - 7 9 10.50 1 17.5 Dl3!coTiio Com^andit Dreanener Bank . . . Metallbank Mitteid. Credltbank . • ßsterr. Llndcrban'c MziacHe Bank . . . Ii, ho in. Oreditbank . . .Sndd. Diskonto-Gp«*.. "Wiener Bankverein . "VN lUUbg. jN'oteabank 1» 1t 23 11. 1-1 12 525 6.5 «4 ?k> 25 2-75 250 375 « 9 0 55 0.9 ludaotrien h ^«r ftOpp^n^eti*"^ Alumln. Iienhansen , Armatur. Klein.... A5ohj,ff. ZeUstoü. . . Rad. Anilin tad. Uhrenfabrik . , B. Masch. Badenia. . Baltimore and Ohio. Baug. »h. Holtmann. Bang. WayS&Frcltag Benz Motoren .... B'ei- nnd Silberhatte Braubach Boehnmer OnBstahl . Brauerei Wall«.... Breun Pfeddersheim. Bahrlag I. Ldib.. .. Chem Albertwerk. .. ß. ft Sllherscb. , (Jrieehelm . . , „ Höchst , Weiler t«r Mer Daimler Deutach* Pe f roleum . DyckerholT 9t Wldin.. Klaenwerke Kaleersl. Elberfelder Farben . Moktr. Lichta. Kruft F.le&aser Baumwolle. £mag Frankfurt . ., Faber k Schleicher, Feinmechanik Jet.er «ebr. Junghans . ,. Gebr Adt Oebr. Faiir «ieläenkirchen .... Oran & Bllflnger . ., Gummifabrik Peter , ITald k Neu Hanfwerke Fllaeeu . Harjwner Hedaernheim. Kupfer §och und Ti«f .... oliTcrkohlung ... Jnag Julius Sichel. Mainz — 30 4~8 c 17-5 22 29-8 «0-5 tO 1.45 1-8 19 3-5 3.6 — ö 1.4 26-5 N Ii 29-5 2.8 18-20 3.6 8 00 30 0-97B i V io 7-1 b4 325 12 9 F ü.2 10 14 fi 14 ii 1,0 18 lo 15 4 20 1-5 20 Kammg. Ka'lserslaut. TiaurahUtte Lechwerke Lederfabrik BMclinr-: Lokomotiven ICrau'J . LadwigBh.WalzmUhlo Xaiisfolder Kuxe . . Main kraft Maschfab. Karlsruhe J'aschfabrik Dnrlach Maachfabr. Oritzner . Mapch. Eßlingen . . . ^ PnkornyA Wiitek. Moenus Maschinen. . Obenir^el Oleawerke PfälB. Nahm. Kavs^r Knselfabr. Niirnber«: Porz.-Steingut Wessel ITheln Elektra .... Podbergr Eatgera-Werke .... »alzwerk Feiibronn Bohllnck St Co Fchnelipr. Fnnkent.. Pohramra T.ackfabrik Rohuhfabrik Herr . . feilfndustrle Wolflf . Binalco ßtoeckieht Gnmmi. . 8ndd. Metall-Aktien . Spinnerei Ettlingen . Teilus Bergbau . .. Trikotweb. Besigheim Verlags&nat .Deutsche Voigt & Hftffner . . . Vüitohm Kabelwerk . Uhrenfab.Fnrtwlngl. Waggon-Fabr. Fuchs W ttrtt. elek. G esellsch. fJellstolf Waldhof .. Zement Karlstadt .. Z^mentw. Heidelberg Zuckerfibr. Wagh. . „ Franken th. n Heilbronn . „ Oifstein. . . w Stuttgart. . • Rheingaa . (Dividendenpapiere und ausländische Anleihen in Billionen Prozent, auf Mark lautende festverzinsliche deutsche Anleihen in Milliarden Prozent.) n 2-5 8 3-6 2 6 33.11. 10 LS \ 15 ?2 2J 1! 8.5 50 Stück, daruntr 811 933 Milchkühe. Die Zahl der Schase beträgi ö!>S8V, die der Ziegen 192 327 und die der Schweine 483 558. Im einzelnen ist bv- merkenswert die Tatsache, das; die Bezirke des Unterlandes durchweg eine Zunahme der Rind- Viehbestände melden, während die Oberlander Bezirke den ungefähren Bestand des Borjahres, ja vielfach sogar eine Abnahme verzeichnen. Devisennotierungen: w. Berlin, 23. November. MM = Millionen Mark TM -- Tausend Mark die Einheit. 23 November. (Jelo | Brie; Amsterdam 159)003 160400CMM §•>750 Buen.-Aires 1 915 .. ... 55»« . „80"" 1111 >A i753 '1 <0325 MM Brüssel . .I19J5 0MM I2QÖ50U MM igj _BOJlM - - — ,.-4-. Helsingford 1 74*^OMM l' 8^7 MM Chrlstlania 616' Ko|«-iil\ag |7'?6; Stockholm ■9H 19545 MM ?6180.MM 7:^9820 MM 110&460MM Mors 17^TOMM I.' 3 '7 MM Italien . . ..18'540MM 134460 MM r.ond >n. . . 18'54( 00 184«6'50O N w-York . 41R9500 4210500 HM Parte . . . . 231420MM gZ?5Si> MM Sehweiü 7?3 76MM 729825 MM Spanien , . 64c,6'?(iMM 549 J7C MM r.iFsabon . 15^10MM 156^90 M51 Japan. ... 1995V 0 20 5000 Rio de Jan. 3*91T0MM -->>11900 MM Wlra . . „5885° TM 5)143 TM Prag . . . .1121655MM lS?Z05 MM JuxDSlavien 47Ü83 TM -7419 TM Budapest. . 2194P0TM 220S? TM Sofia . . . .34314 TM 34435 TM 33. November. Brief ! 1604 m I 13.P 280 1964» MM 6-?l55 MM 731825MM 11'07>N 1 8? 70 Geld 15960". 0 1'.'95751 1955 0MM 6l84iOMM 7 '81/6MM 11052 in773-3>«M 1 8270MM 183540MM 184450MM 18364000 18476000 4189600 ,42105 0 22'4 'WIM 228470MM 730(7 MM 733R'0MM 54663 MM 54937UMM 156610MM 156390MM 19950Q') 20" 5000 359100MM 3-0900MM 5!8J?T.M 59143 TM 121--95MM 1??30ÖMM 47431 TM 47719 TM 219430TM 2?C55?TM 34314 TM 34486 TM 23 K ot . Zuteilungen: Amsterdam-Rotterdam 1%, Buenos-Aires 2% BrilHHel-Antwerpen °/ 0 , Cbristiania 2%. Kopenhagen 2%, Stockholm 2°'o, Hels 'ngfors 2%, Italien 2«/ 0 . London 1 vy, New-York 1° 0 - Pari- 2° 0 , Schweiz 2 0 l(h Spanien 5°/a, Lissabon ?>%, .Tat an 5°/ , Rio de Janeiro 1v«>. Wien 1 0 0 , Prag to 0 . Jugfoslavien l°o- Budane»t 2° . Hofla 2%. Nach Sasiiwsrlvs zirJiche Sc ;«!jva sch. eihunjen. In Silllonen Mirk das Stack. Berliner BUnse. P^>r ID. Nor 1 Ztr. 6» T 0 Anhalt. Pnggenwertanleihe . . B 5 1 T„ r>o„ Bart. T.d F.lektr. Kohle . . . . 30.5 1 Ztr. i® 0 Berliner Roj;ge-w 1923 ... 15 1 Z t . 7% Kv. l-andesk. Anh. Koggenw.-Anl — 1 Ztr. 5% Meoklenb.Schw.Eoggenw -Anl. T — 1 Ztr. dt. II. Ser. 1-3 15 ISO Kg. O'denbg. Roggenanweisnng ... 30 100 Ks. 15°o Prenss. Ka'iwert-Anl 7 1 Ztr. Prenss. Rogg r.wert-Anl . . . 10-5 1 Ztr. 6° o Rig?enrentenbk. Bln. Reihe 1—3 9 1 To. J>%Säcns. Braunk.-Wert Ausg. 1 u.2 / 1 To. dt Ausg. 3 g 1 To. dt. Ausg. 4 8 l To. y/ n Westf. Prov. Kohle 28 ... . Z2 Frankfnrter Bffnte. 5% Badenwerk Koh 1 nw-Anl. v 1023 37 fi°'n Hess. Braunkohle—Rogg.-Anl, . — 6°/ 0 Preuss. Kaliw.-Anl 9.5 5».'o Preuss. Rngeenwert-Anl. ... 9Q 6"/o Sachs. Braunkohle I. u. II. . . 8 5 dt. ,11. . . dL IV, . . _ 1 To. E'nh D?tr. Ztr. Ztr. 50 h. 11 Br. 16 Dr. "Od-. 11. 5 dl- 11 5 dl. 11561. Unnoilerte Werte. Mitgeteilt von Baer 4 Elend, Karlsruhe. Karl-Friedr chstr. 2« Alle« circa In Billionen Mark für nom. 1000.— oder Je StQck > Adler Kai' .... Ap Bad. Lokomotivwerke Baidur . . Becker Kohle . . . Becker Stahl . . . Benz Brown Boveri . . Contln.Holzverwertung Deutsche lastau o Deutsche Petroleum (*ermania Linoleum OrindiiT ''ig rren GroBkraftw. WQrttemb Hansa Lloyd Heldburg vorzugs-Akt. Inag Itterkraftwerke Kabei Ithevd' . . Kamnierkirsch . . Karstadt . . Knorr .... KrUgershall .... Lan Oeswirtschaftsstelle flirdae BadischeHand- wi-rli . . . Melliand Chem Meurer .prit metall . Monlnger Brauerei (JHeuburger Spinnerei 250 199 12 233 2 41 30 50 300 0-5 2J 100 1 23 14 15 15 Pax, mduslrle- und Handels-A.-O. . . t'eiershgi. int. (iastatter Waggon Rodi & Wienenbergei 8chuvag Sichel Sloman .... Tabak-Handels. A.-Q. reioh raber . . Textil Me er . . . Turbo-Motoren . . . Ufa Zuckerwaren Speck . Wtrtbes ladios Anis? ■: 5 U -., Kad Konlenw.-Ani. "% Mannh Kohlenw. i Anleihe 7% -Sächsische Braunkohlen-Anleihe i "> % Rhein-Maln-Donau ■ Itollar-Anlelhe S°l 0 Neckarwerke Oold- Anleilie 5»/„ PreuBi8Che Kali- i Anleihe pro 100 kg | 5°/o Sächsische ;ioggen- worr-Anleihe p. Ztr. fi % Südd. l-estwert- bank-Obligatioren Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Mina Knapp, Wwe. geb. Kuhn heute nachmittag l, 2 4 Uhr im hohen Alter von 89 Jahren zu sich abzuru.en. Um stille Teilnahme bitten: Franz Ed. Knapp, Charlotte Knapp, geb. Gicse, Wanda Rubach, geb. Knapp. Karlsruhe, den 22. November 1923. Die Einfocherun* erfo gl am Montag, den 26, November, mittags 12 Uhr, im hiesigen Krematorium. T rauerbriefe •n tadel oser Ausfünnirx liefert <„ kürresie» Frist dh TagblattdrucKerei, Ritterstr. 1. Mob). Zimmer oderVJobnungen ver* mitfclt scnnch u. sicher eine klelre Arizei im . . Karlsruher Ta^b/at,'' Unser {{uter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herr Albert Levis ist heute abend im 83. Lebensjahre sanft enisclila.cn. Karlsruhe, „ rü—T7T—ü—T 22. November 1923. v-harlott-nburg, , Dr. Arthnr Levis und Frau Grete, geb. Knop;, Henny Oppler, geb. Levis, Leopold Levis und Frau Irene, geb. Becker. Di- 3re .lignntr »indei am Sonniaj, den 25. N-jvemWer. in., Uhr sta«. Todes-Anzeige. Am 22. November entschlief unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Tante und Schwägerin Frau geb. Löb im Alter von 74 Jahren. Rastatt, den 22. Nov. 1923. Dia Mauernden Hinterbliebenen, Die Beerdigung findet Sonntag, den 25.November,vormittaäs llUhr, vom Trauerhause, Murgstraße 12, statt. (So ttesbienit-An-ei q er« Svan«»!IIche Tladlaemelnd« Taniitaa. dk» 25. Rovembsr Wuh- und Rcltnfl). flottefte für SBoutieötlrfttiffc cvana. Gemeinden. Staitfirifit 10: Ufr. Herrmann, mit Abend- nialil. Slrine Kirch«. YjO : Stnit». Siedler. ^10: jtriMu. Vottmann. mit Abendmahl, ß: Etadtv. Siedler. ®(litofefir(fie. 10: .ffirrfienrat Fischer, mit »rhend- tnabl. 0: Lfturaifche Abendfeler. Kirchenrat »ifcher. ,i»ljan«eöiirche. 8: Psr. SS. Schulz. MW. «fr. Mayer-Ullmann, mit Abendmahl. Pfr. ^-.Schulz lim Gemeindehaus». 6: Ttadtoikar LiKtc,UelA lim Gemeindehaus». .,(5^ristnSNrche. 8: ?tadt». Bücher«. 10: Pfr. R?bts, mit Abendmahl. S: Pfr. Hemmer, mit m^'Abendmah?? ?N "^k''Ren^ ..Maitfiinsvlarrel. Zurnlaal COdrndschnlc. 10: fr. -Hemmer, mit Abendmahl. 10: Stadtu. Leiser. > -tad^ Äuch^ Gottesdienst. i Abendmahl. Gemein ^eh,nid t« ZSeftstcdt. 10: Pfr. Scufcrt, «U Abendmahl, rr o. r & ,/i10: HlO: Stadt- ^ik<» Dürr. Ml: JugendaottcSdienft, Stadtv. Beiertheim. %10: Stadtv. Münzel. mit Abend- mahl. 8: Stadtv. Münzel. Riivpurr. -,410: Hauvtaotlcsdienft. Pfr. Stein- mann, mit Abendmahl. 2: PredwtaotteSdienst. Pfr. Steinmann. Eoanft.-!»!!,. Gemeinde, yriedhofkavelle, Wald- hornftrohe. Vorm. 10: Predwtanttcsdienft. Abends 5: Beichte mit Abendmahlsfeier, Pfr. ^>crrmann. Äionökirche der Evana. Gcmeinschaft, Beiert- beimer Allee 4. Sonntag, ^10: Prediat. Prediaer Klenert. ^tll: Kinderaottesdienft. bi4: Predigt, Prediger Kocher. — Dicnstaa, abends 8: Gebets- verfammluna. — Donnerstaa, abends 8: Bibel- ftiindc. — Mühlbura, Hardtftrafie 5. Sonntag, abends 8: Predigt. — Mittwoch, abends 8: Gebets- ?c>s>,mml>tna. Evau«. Zladtmiklion Karlsruhe. Adlerftratze 2ü. Sonntag, %l-2: Sonntaäsfchule. 8: Gottesdienst mit bl. A^endmakil. — Mittwoch, 8- Bibelftunde. Evaun. Verein Mir innere Mission A. B.. Rhein- strafte 88. Hth.. Mühlbura. Sonntag, 2V»: All- gemeine Verfammluna, ©onu«. BereiushauS Karlsrniie, Amalienstr, 77. Aonntag, uorm. ll: SonntaaSschnle, 8: ?'llgem. Versammlung, Stadtmiss, Wieler, <: Iungsraucn- verein. Abends 8: Allaem. Versammluna, <-tadt- Missionar »^cheiirer. — Mittwoch, abends 8: Bibel- und Gebct!ftiin!>e, . . Wochengottesdleuft» zivüanneSkirche. Donnerstag. -48: Pfr. Mauer- Ullmann. Wasdliornftrab« Ii. Bibellefeabend, Dienstag. 8 Ul'r. fticM-r. ?rirde»i>kirche der Metft. Gemeinde. Karlftr 40b Vorm. >?10: Predigt. Prediaer Rücker, II- Kin- deraotteSdienft. >44: Predigt, Predioer Rticker — Mittwoch, abends 8: Bi bel- und Gebctktundc. Katholilifie Stadlgemeinde steft des HI. Konrad von Baden. Ttadtkirche St. ?tevh->». ?4«: ^rübn-effe- fl- hl. Meffe: 7: hl, Mette: 8: deutsche Sinamesse mit Predigt: »>10: lenit. Sochamt m,t^ y? c Z " t - M12: Kinderaattes^Ienst mit Pr-M«f- »,?. (triri. ftcnleftrt ff»r Mädchen: HS: Vesser zu Ehren de» hl. Konrod. ^Atte «t. Vlnieutln^kapelle. gi, ®jcffe: 8: St, Sem'arJ'itSfltrfic. fi: ^r"^">et!e' 7* 5eil Meffe mit Generalkamm, de« Mtittei-nerein«' 8- deutsche Sinameffe mit Pr?dl*t: «Mn- <ür-M«t Snib"mt: v,iü: Kinder"otte^bieiist mit Prediat 2- Christenlehre für die Mädchcu: -4.1: Vewer. I St. Martiuskirche (Rintheim). >40: bl. Messe mit Predigt: 2: Andacht. xiebirauenkirwe. 0: strübmefle: 7: Kommunion- messe mit Monatskomm. der brauen: 8: deutsche Singmefie mit Predigt? >410: Sauptoottetdienft m t Aochamt und Predigt: 11: KindergotteSdienst mit Prediat: %2: Christenlehre für die Mädchen: l2S!ährige Jubiläums» -48: St. Bonilatinskirche. feiet feit meffe; liehen ^,1 h.»,unu vi, uvl 8 : de"Hdn' Singnicsse und Predigt:"'Ä0:"",>efi^ aottcSdienst: ffesivredigt hochw, H. Pfarrer Ansel- ment. levit^ Hochamt vor ausgesetztem »Iller- heiligsten. Tedeum nnd Segen: >412: Kinder- gottesdienft und Predigt: 2: ^hriftenlebre fi'? die Mädchen: !43: feiert. Vesper. 8: Mesfe ft. Peicr- nud Paulokirche. 8: ftrfiBmeffe, Mo- iintuEomm. der Krauen: %8: Generalkomm. de« Muttervercins: 8: Hochamt mit ,>cs!vrcdint und Seaea: >410: deutsche Singmesse mit Predigt: .12: KlNdergottesdienst mit Prediat: 2: Christen- !Äu'ilic"r Mädchen: >48: Andacht zur heil. et. Konradskirche «Telegr.-Kalerne». Patco- ziniumofest 48:. Austeilung der bl. Komm: Nestvredjgt, levit. Hoch- i ^t Segen Segen: >44: Herz-Iesn-Andacht m^Prediat""""'^'"'^ 6cul,l6c ® in 8mc(fe 6 rf : Beicht. «legenfteit: %7: fiomnututönmesse: 8?' d?n sche mit, Predigt: MO: Amt und Predi't: ^egen ^re: 2: Rosenkranzandacht mit A?!. 6—7: Beicht- 7: Hrübmekse mit Monatskomm sür den Tugend- und Maunerverein und Euch. Man» neravostolat: MO: Hochamt und Predigt: ll- ^aveUe 4 ' e Mädchen: 2: Vesper ,u St. Rikolanokirche lRüppurr». 6—7; Reicht. : '• ij ruh messe: «. v.mt mit Pu-dki: kilircn Öc5 hl. MOiirab; 5t ^ofenfranü tri der ^ fu Ir Aunalinae und Mädchen: 2. Andacht für dic Abaestorbenen. SS?' «- Ä! i£ISjPw-«« Kirche ,"»etn Christi der »,»>.,«« lewe» Tnc, ' i-iitfient.'rafti' 711 Cing eririttnftr.i Zoiimaa norm n>'« und nachm. 8 Ni r Mit»,» abds» Ilbr' N?«aonfi»!isch, Gemeinde. Gartenstr in mot- lesdienste Sounlaa vorm. g >4, „ach" 4 Mittwoch abend L Uhr, .'iwciaaeniriiide: Ublaiüstr. 9. ebens?