»MltttStrrrigr v^chentli» 76 Goldvka. fwt ,}n unterer Äe- W.fftSftene öfter in unteren Äaent abackolt 70 ©olöofn. Durch iie Post bt». tnonnfl. M 8.2« auSlckl Lustellaelb. Ei»»«lverka«ksvrri» IS Psg. , Im ftufle heilerer Gewalt hat der Bezieber keine An- lorticke bei verlpütetem oder Nichterschcintn der .^eituna. Abbeltcllnnaen können nur leweil« bis mm 25. auf den wlaenden MonntSlebten an- aenommen werden. Badische Morgenzeitung Mit der Wochenschrift ,Die Pyramide" Grnn^^üV rfcT«QöI: Gruudjabi für die öaefunrt. 9 onunrciüejeile oder deren ^louin -JIKI. auswärts J4n. Somiltenanjciaen und Stcl- lenaeiuche fi«. Ncklnme,eile ®v,»« erster Steile «k echiflsteiiBöi , 4oo »00 ooo. JH a o o 11 nach Tarif "'an, '!' r - 21 «nd 297. idirirlleilnit« Nr. 20 '"st!che• 4» 4» •> 4* 4* _♦ 4*_4*.4» 4» 4» «f» Jrankreichs „Rheinische Aepudlil". Obgleich die Fra»zosen 1783. da eS die Er- Neuerung und Zusammenfassung ihrer «Nation" «alt. den Grundsatz des N a t i v n a l»Staates verkündeten, der ein Volk von Brüdern und eine Betbriiderung der Völker herbeiführen sollte, ihr Mirabeau die Deutschen aufforderte: sich aus Grundlage des Fürstenbundes. wie ihn Friedrich der Große 1755 zustande gebracht hatte und der das engere Teutschlands mit Ausschluß von Oesterreich, umfaßte, zu einem National» Staate znkam ««nfchlieten, Frankreich nur noch Franzosen umfassen sollte, haben sie alSbald die Nlieinlinie. als die „natürliche" Grenze Frankreichs und somit die linksrheinischen deutschen Lande für Frankreich in Anspruch genommen! Die drei „geistlichen" Kurfürsten- tümer sTrier, Köln und Mainz) waren, bei ihrer Webrlofigkeit. leicht genug über den Hau- fen geworfen. Am tatsächliche» Besitze der Rheinlinie haben sie 1795 diese alS „nationale" Grenze in die neue Verfassung ausgenommen! Tie Staatslenker an der Seine sollten keinen Brieden schliefen dürfen, ohne diese Grenze zu sichern. Napoleon Bonavarte ist nicht zum weniaften dadurch zur Macht gelangt, das» er, zunächst zu Campo Formio und Rastatt (1708) und wieder zu Luneville (1801) die Rheinlinie gewann. Seitdem diese 1814/15 verloren gegangen mar, haben die Heißsporne an der Seine lund nicht nur diese!) nicht aufgehört, sie anzustreben. LouiS Napoleon, der Ne'fe, verkündete zwar, als eS daS Kaisertum wieder aufzurichten galt: „Das Kaiserreich ist der friede!" Allein vom Navoleoniden erwarteten die ..Nationalen" zu- versichtlich, daß e* dir Friedensverträge von 1814/15 einreißen und mindestens die Rheinlinie wieder einbrinaen werde. Um diese zu gewin« nen und damit dem im Entstehen begriffenen deutschen Nationalstaate den Garaus zu machen, hat Louis Napoleon 1870 nolens volens zum Schwerte greifen müssen, sonst war es um se'ne Dynastie geschehen. Ter frankfurter Friede machte dadurch, daß er den Franzosen das Elsaß wieder nahm, den Vater Rhein abermals, wie bis zum Dreißigjährigen Krieae. zu „Deutsch- lands Strom". Um ihn Deutschland zu ent- reißen und unter das französische Schwert zu bringen, haben Poincarö und Genossen den Krieg 1914 inszeniert. Die Hartnäckigkeit, mit der die Staatslenker an der Seine bei der Pariser FriedenSverhavd- lung an der Rheinlinie festgehalten haben und so unentweat weiter festhalten, versteht man erst, wenn man dicke Vnrgeschicbte kennt. Nicht nnr dies. Das französische BolkStnm. daS keine 40 Millionen zählt, ist. da eS sich durch Gebur- ten nicht vermehrt, auf dem toten Punkte ange- langt. Dabei mißt es sich mit den 7g Millionen Deutschen. ES verlangt daher nicht nnr nach der Rheinlinje alS „strategische" Grenze, sondern will die linksrheinischen Deutschen zu Franzosen machen, um der französischen BolkS- kraft alS solcher auszuhelfen. „Der Deutschen stnd 20 Millionen zu viele!" ruft der „Tiger" Elemeneeau. Das Elsaß und Deutsch- Lothringen sind den Heißhungrigen ohne weite- res auSaeliesert worden, ohne ihnen auch nur eine Volksabstimmung aufzuerlegen. Das „Un- recht" von 1870/71 sollte, wie jener Wilson, der von keinerlei B"lksveraewaltignng wissen wollte, sich ausdrückte, unbedingt gut aemacht werden! Damit sollte es «edoch. wenn eS nach ihm gina. genug sein. Als Wilson indes an- fangö 101g heimfuhr, um sich die Stimmung seiner Amerikaner zu sichern, nutzten die Fran- zosen seine Abwesenheit, um ihr schwerstes Geschütz aufzufahren. Marschall Foch. der „Sie- ger". trat In einem Memorandum auf de« Plan, mit dem lapldarischen Leitsätze: ..Der Rhein muß die westliche militärische Grenze Deutschlands sein, die Wacht am Rheine zum Kampfruf Frankreichs werden!" Die Loslösung „der reichen und bevölkerten Rheinvrovlnzen" von Teutschland bedeute zudem eine politische und wirtschaftliche Schwächung desselben. Deswegen brauchten die Rheinland? nicht Frankreich ein- verleibt zu werden, von einer „Annexion" derselben sei abzusehen — es genüge. wenn dort «neue. autonome StaatSgebilde" geschaffen wlir- den. die durch ein Zollsystem mit Frankreich wirtschaftlich verbunden feien. Habe man die Rheinlinie. jubelte der Feldmarschall. könne man unbehindert über Deutschland hinweg, den Anschluß an Polen und die Tschechoslowakei ge- Winnen und gegebenenfalls swie dereinst Navo- leon) gegen Rußland zu Felde ziehen! ..Der Verlust des linken Rheinukers." rechnete T a r d i e u. die rechte Hand Clemeneeaus, in der „Fricdens"-Konferen, vergnügt zusammen, „beraubt Teutschland 8 Prozent seines Gebietes und bedinat einen Verlust von 11 Prozent seiner Bevölkerung. 15 Prozent seiner Eisenbahnen ®tt MiMlM Nif SM WWW. Erklärungen des Reichskanzlers gegenüber einem amerikanischen Journalisten. Paris, 21. Dez. lTrahtbericht.) Der deutsche Reichskanzler Marx hat dem Berliner Korrespondenten deS „New Aar! Herald" ein Interview gewährt und dabei u. a. erklärt: Ter verantwortliche Leiter der deutschen Ge- schicke muß heute Optimist sein, wenn er ange- sichts seiner riesigen Aufgabe nicht verzweifeln will. Deshalb muß er annehmen, daß eine Lö- fung der Revarationsfrage aefunden wird, eine Lösung, die das deutsche Volk in den Stand setzt, wieder zu arbeiten und wieder emporzukommen. Teutschland hat den größten Wunsch, zu einer Regelung zu aelangen. Wenn die Reparations- kommission ief-t durch ihre Sachverständigen«»?» schüssc die Fraae der deutschen Kapital- flucht zu untersuchen gedenkt, so begrüßt man die? unter den gegebenen Umständen in Deutsch- land. weil man ein starkes nationales und wirt- schaftlicheS Interesse an der Feststellung und Kontrolle der ausgeführten Vermögen hat. Teutschland ist insbesondere dan'bar dafür, daß amerikanische Finanzleute und Wirtschastler von hohem Range hierbei mitwirken wollen. Ich persönlich möchte annehmen, daß Poin - cor« erkannt hat. daß offene Verhandlun- gen und eine vertrauensvolle Verständtaimg zwischen Frankreich und Teutschland daS Beste für alle Beteiligten ist. Schließlich muß Klar- beit darüber geschaffen werden, od Frankreich in erster Linie politische oder wirtschaftliche ^iele aeaenüber Deutschland verfolgt, lZweiselt Marx immer noch? D. Red) Wenn Frankreich Geld von Deutschland braucht, so muß e? dem deutschen Volke die Möglichkeit lassen, in Ruhe zu leben und zu arbeiten. In erster Linie muß die Lage am Rhein und an der Ruhr geklärt werden, da sonst eine Lösung der Reparationssrage unmöglich ist. Jede Abschätzung der deutsch«« .Zahlungsfähig- keit wird offenbar von der Fraa« beherrscht, ob Deutschland seine großen wirtschaftlichen NilsS- auellen in der Hand hat oder nicht. Das Ruhr- gebiet ist das Herz Deutschlands: es muß für Deutschland schlagen, wenn Deutschland leben soll. Seit der französisch-belaischcn Besetzung sind alle Abgaben anZ dem Ruhrgcbiet und den Rheinlanden für Deutschland verloren. Sie haben zwei Fünftel der deutschen Einnahmen ausgemacht. Auch heute noch, wo der pas- five Widerstand endaültia eingestellt ist. könne man— so fuhr der Reichskanzler fort — nicht saaen, ob die Rheinlandkommission gestatten werde, daß die deutschen Behörden im besetzten Gebiet die vom Reich eingeführten neuen Steuern erheben dürften, ohne die Deutschland nicht länaer bestehen könne. Ob eö dem Reich möalich sein werde, durch lausende Einnahmen aus dem verarmten Lande auch bei schärfste« Eingriffen in die Substanz den Bedarf des Staates zu decken und gleichzeitig eine neue Währung zu schaffen, wage er nicht zu sagen, insbesondere, da Industrie. Handel und Landwirtschaft größere Kredite ver- langen. Wenn eS indessen, wie er hoffe, möglich sein werde, eine größere Anleihe auszubrincicn. so würden die gesunden menschlichen und wirk schastlichen Kraftquellen Teutschland? es auch über diese schwersten Tage seiner Geschichte hiw weatraaen. Der Reichskanzler äußerte die Hoffnung, daß die schwebenden Verhandlungen mit Deutschland das harte Schicksal seiner Rhein, lande bessern würden. Die Leiden der Bevöl> kening seien unerträalich. Der Reichskanzler bestritt entschieden, daß er eine Loslösung der Rhein lande von Preußen unter- stützt habe. Das separatistische Schreckaespenst am Rhein, mit dem die Rheinländer nicht? zu tun hätten, werde völlla verschwinden, sobald die Separatisten keine finanzielle Unterstützung mehr erhielten. Deutschland, so erklärte der Reichskanzler zum Schluß, sei natürlich bereit. Frankreich jede angemessene Garantie a^gen einen deutschen Angriff zu biel ten. die mit der deutschen Souveränität verein- bar sei. iUud weiche Sicherheit hat Teutschland gegenüber Frankreich? D. Red ) Im Auaen blick fürchte er weder einen Putsch von rechts, noch von link?. Tie Gefahr einer derartigen Entwicklung fei weniastens vorüberaehend über wunden. Niemand aber könne voraussagen, ob sie nicht wiederkehren werde, wenn das Elend in Teutschland ein noch größeres Außmaß an- nehme. Ter Winter, der vor der Türe stehe, iverde für die auS^ehunaerte Bevölkerung eine schwere Prüfung sein. ES bleibe nichts anderes übrig. alS schwer zu arbeiten und die Preise so niedrig wie möglich zu halten. Offene französische Hilfe für die Separatisten. Lnbwigöhafcn. 21. Dez. Heute vormit- tag lieh d-'r Bez!rködcle«icrte in LndwigShafeu Mennetier die Vertreter der Beamt/nschast von LvdwigShasen zu sich kommen, nm ihnen eine Erklär»,ng vcrinlcgen. ans der sich eine unoer« hüllte Stellnnguahme der Franzosen zu Gunsten der Separatisten ergibt. Die Erkiürnng besagt u. a.: t. Die deutsckp Polizei mlisse sich bewußt sein, daß sie seit dem Einmarsch der Separatisten in Lndwigsliafen nnter franzSssschem Kommando steht, und daß sie sich in politischen Angelegenheiten nnfr keinen Umständen einzumischen, sondern lediglich, die Befehle der französischen Behörden zu befolgen hat. 2. Ei» Streik der Beamten anläßlich deS Bor- gehens der „antonomen Negiernug der Pfalz^ sei verboten Wer streike, wer!>e inS G>'säng- »IS ges tzt. Die Amtsoorktände hätten dafür zn sergen, daß d'e Beamten ihre Arbeit ordnnngS- gemäß weiterführen. 8. Seine eigene vorgeseNtc Behörde habe die autonome Regierung der Pfalz anerkannt. Die Suche nach dem deutschen Auslands- kaPital. Paris, 31. Dez. lDrahtber.) Wie HavaS aus Washington berichtet, hat eine hochstehende ossi- zielle Persönlichkeit der Regierung zu der Ein- setzung des mit Untersuchung der deutsche» Ka- pitalslucht betrauleu SlickverstäudigenausschusseS auss neue erklärt, es bestehe keinerlei gcfetzue- berische Handhabe, die es den Sachverständigen ermöglichte, nnisangreiche Informationen über die in den Banken vorhandenen Depot? einzu- ziehen. Da es sich um beträchtliche Summen handeln würde, fei es jedoch den Sachverständi- gen auf Grund ihrer persönlichen Informativ- nen und ihrer allgemeinen Kenntnis der Bank welt nicht allzusehr erschwert, genügend AuS- fünfte zu erhalten, um der ReparationSkommif- sion ihre Ansicht darzulegen, was der Haupt- zweck ihrer Mission sei. Dao Reich ans der Geldsuche. Berlin, Lt. Dez. sDrahtber.) Gestern hat ein Berliner Blatt gemeldet, daß das Finanz- Ministerium eine Zusativerordnung zur Renten- bankverordnung ausarbeite, in welcher von der Regierung der städtische Besitz an Grund und Gebäuden klir die Zwecke der Rentenbank mit einer Grundschnld belastet werden soll. Hier- zn erklärt daS W.T.B.: Nach Paragraph 2 der N'ntenbankvererdnnng ist der städtische Grund- besitz nach Maßaabc der A n f h e b u n g der Zwangswirtschaft znm Zwecke der Ber- ftärkuug der Mittel der Rentenbank heranzn- ziehen: wenn die Zwangswirtschaft anfakhoben wird, mnß der Paragraph 2 seine Rnsftikrnng finden, ^rlbstverständlich w rden die vorberei- tenden Schritte getan. Ein Entwurf liegt aber noch nicht vor, da die Anshebnna der Zwangs- Wirtschaft noch nicht entschieden ist. Ein Abkommen der Halzindustrie mit Frankreich. ßö'u, 21. Dez. «Dralttber.) Wie die .Köln. Zeitung" aus Essen melde:, haben die Befchl".g- uahmui'gcn von Holzvorräten durch die Bcset- zuugsbehörden im besetzten Webiet seit für ein aufgehört. Wie in einer B sprechung der Vcr- bände der Holzinieresjenten mit ten Vertretern der Bcsetznngöbehörden ersteren mitgeteilt wurde, wolle die $3cfc6imiSBchö>-örn von w-u- teren Holzbeschlagnahniui'gen überhaupt Ab^ stand nehmen, wenn die Verbände von sich auS gewisse Holzmengen als Reparationslieferungen regelmäßig an die Besetzungsmächte abliesern. Die in Betracht kommende« Verbände wollen nun mit den zuständigen S'ellen in Berlin dar- über verhandeln, ob und in welchem Umfange derartiges Holz zu ReparationSzwecken über- geben werden darf. Die feit der Ruhrbefetziliig beschlagnahmten Mengen sind arößienteilS ab- transportiert worden. Die Holzvorräte find sehr groß. Allein im Ruhrgeblet sind 24 Sägewerke und Holzlager beschlagnahmt wor- den. Dazu kommen umfangreiche Beschlagnah- mnngen von Holz in Süddeutschland. namentlich in den Rheinhäfen. und seines FlußverkehrS. S7 Prozent seines Weinbaues. 12 Prozent seiner Kohlenminen. 80 Prozent seiner Eisenerze, wenigstens 33 Pro. zent seiner Hütten, 30 Prozent seiner Textil- Industrie." Ging eS nach Clemenceau. so sollte alsbald auch das Ruhrgebiet mit Essen dazu geschlagen werden. Wie Minister Loncheur bereits im Februar in einer Denkschrift ausführte, sei dies ein Mittel, um der Wiederbewasfnuna Deutsch- lands vorzubeugen, so daß dieses nicht einmal den Kampf gegen Polen werde aufnehmen können! Ueber diese französischen Forderungen geriet Lloyd George so auS dem Häuschen, daß er in einem Schreiben au Wilson sich vernehmen ließ: „Wenn man nach dem lsranzössschen) Memoran- dum vom 25. April urteilen darf, scheint Frank- reich keinen Wert ans die reichen deutschen afri- konischen Kolonien, die es in Besitz genommen hat. zu legen. ES legt keinen Wert auf Syrien, es legt keinen Wert auf Indemnitäten und Kompensationen. Es legt auch auf die Tatsache keine» Wert, daß eS Elsaß-Lothringen mit der Mehrzahl der Eisenbergwerke und einem er- hebliche» Teil des deutschen Kali besitzt. ES legt keinen Wert darauf, einen Teil der deutschen Schisse anstelle der durch Unterseeboote versenk- ten französischen Schisse zu erhalten oder einen Teil der deutschen Schlachtschiffe zu bekommen. ES legt keinen Wert auf eine britische und ame- rikauische Garantie der Unverletzlichkeit seines Bodens. All dieses wird als eine Sache hinge- stellt, die nur „Seevölker", die keine Invasion kennengelernt haben." berührt. Worum Frank- reich wirklich besorgt ist, das ist. daß die Deut- schen Danzias den Polen auSaeliesert werden." Llond George wollte infolgedessen seine Hal- tung Frankreich gegenüber fortab ändern. Hätte er es nur auch getan! In Taten und nicht in Worten. Anstatt die Franzosen in Schranken zu halten und vom Rheine abzubringen, ward ihnen eingeräumt, daß die deutschen Rheinland? volle 15 Jahre besetzt gehalten werden sollten! Wohl sollte diese Besetzung eine gemeinsame der drei Alliierten iFranzosen, Engländer und Ame- riffltter) sein, so daß der Franzose nnr einen Teil des Gebietes innehatte und durch die beiden anderen Mächte im Zaume gehalten werden konnte. Es sollte auch daS normale Leben der besetzten Lande durch die Besetzung möglichst wenig beeinträchtigt werden. DieS galt insbesondere auch vom wirtschaftlichen. Am 16. Juni ISIS mußte Cltmeneeau seine Unter- schritt mit unter eine Urkunde setzen, in der fest- gelegt wurde, daß die Besetzung der Rheinlande nicht unnötig lange andauern solle, daß wenn Deutschland vor Ablauf der 15 Jahre allen seinen Verpflichtungen ans dem Friedensvertrage nachgekommen sei, die Besetzung augenblicklich zurückgezogen wer- den solle. Jndeß — sorgten die Franzosen dafür, daß die Deutschland Im Verfailler Henker« vertrag auferlegten Verpflichtungen derart wa- rcn, daß eS denselben unmöglich nachkommen konnte. Noch in letzter Stunde schmuggelten sie in das „Friedens"-Diktat vieldeutige Klauseln, wozu Lloyd George und Wilson, damit es endlich zur Unterzeichnung des „Friedens" käme, beide Augen zudrückten. Gleich Eingangs, noch vor dem Abschluß der Konferenz, kümmerten sich die Franzosen hin- sichtlich der so begehrte» Rlieinlandc um die Ver- cinbarunge» — keinen Deut. Als Wilson von seinem Sekretär Davis auf ihr Treiben ausmerk- iam gemacht wurde, rief er: „Aber die dauernde Vereinbarung, die Fünszchnjahr-Vereinbarnng, unter der es keine Einmischung in das ökonomische und industrielle Leben des Landes in irgend einer ?l r t geben dars!" Seine einzige Hofs- nung sei. seufzte der Ratlose, daß sobald der Friedensvertrag unterzeichnet sei, dieses eigen- mächtige Treiben ein Ende nehmen werde. Seit- her haben die Franzosen, vollends nachdem die Amerikaner sich völlig zurückgezogen hatten, sich erst recht nicht — geniert. Daß das Programm des Marschalls Foch das- lenige Poineares gewesen ist, daraus macht die- fer gar kein Hehl, begrüßte er doch de» Marschall, gelegentlich von dessen Aufnahme in die Aka- demie, indem er bedauerte, daß nicht sein Pro- gramm bei der Friedensverhandlung dnrchge- drungen sei. Zur Zeit der letzteren war Poin- carS als unverantwortliches Staatsoberhaupt genötigt, sich Zurückhaltung aufzuerlegen und die Verhandlungen» Clemenceau, als Minister- Präsidenten, zn überlassen. Seitdem er selbst wieder Ministerpräsident ist, hat er freie Hand bekommen. Wie er diese dazu nutzt, um das seiner Meinung nach Versäumte nachzuholen, weiß die Welt nachgerade. Zur Deckung dient ihm. daß auch Foch keine „Annexion" der deut- schen Rheinlandc wollte, sondern nur eine Los- lösung derselben von Deutschland nnd Angltede- rung an Frankreich! An „Annexion." ruft er demgemäß über deu Kanal in die Welt hinaus, denke Niemand. Bereits im Frühjahr 1919 haben die Heißsporne sich an die Arbeit gemacht, nm die „Rhei- nische Republik" in diesem Sinne ins Leben zu rufen. Im April 1919 gelang es dem Keneral Mangin in Mainz und Wiesbaden mit Hilfe des Dr. Dorten, die sepklatistijche Bewegung Nr. 352. Seite 2 Karlsruher Tagblatt. Samstag, den 22. Dezember 1928 Erstes Blatt zu inszenieren. Um die französische Mache dabei zu verhüllen, sollte Koblenz, wo die Amerikaner standen, Hauptstadt der „Republik" werden. Mangin entsandte daher einen Stabsoffizier an den General P e r s h i n g, den amerikanischen Oberbefehlshaber daselbst, der dessen Zustim- umng zu dem Unternehmen erlangen und ihm melden sollte, daß sich alsbald 50 „Abgeordnete" einfinden würden, die den Kern der „Rheinischen Republik" bilden sollten. Pershing lehnte indeß ab, den Vorschlag überhaupt in Erwägung zu ziehen. Wilson war hiermit mehr als einver- standen: die „Agitatoren" für die „Rheinische Republik" sollten ans dem von den Amerikanern besetzten LandeSteile ausgewiesen werden.. Zu- gleich setzte Wilson von dem erstaunlichen Vorfall Clömeneeau in Kenntnis. Der Fuchs wußte natürlich noch von nichts: er wolle Erkundigung einziehen! Der Tatbestand lag zu klar am Tage, war zu greifbar beurkundet, als daß er es dabei bewenden lassen konnte. General Mangin wurde darauf aufmerksam gemacht, daß er seine mili- iärische Befugnis überschritten habe: in die Zi v i l - Angelegenheiten dürfe er nicht eingrei- fen. Bon einer Mißbilligung des Versuchten war jedoch keine Rede. Angesichts der Haltung Wilsons konnten die Franzosen indeß zur Zeit nicht anders, als Dorten und Genossen vorlänsig fallen zu lassen. Um so ungenierter haben sie, als die Amerikaner vom Plan verschwunden waren, den Faden weitergesponnen. Um die Rheinländer selbst kirre zu kriegen, sind sie vor keiner Gewalttat zurückgeschreckt. Der passive Widerstand gegen die Ruhrgebiet- besetznng hat ihnen zum Borwande gedient, auch die Rheinlande so zu knebeln, daß ihnen der Arem ausging. Nachdem der Widerstand an der Ruhr zusammengebrochen, lockern sie die Dau- menschraube auch linksrheinisch. „Erst die Peit- sche und dann das Zuckerbrot!" ist daS nur zu wohl erprobte Rezept. In demselben Maße, als das Elend zunahm, sind die Separatisten in die Halme geschossen. Nur der Umstand, daß die Enzländer ihr Veto einlegen und noch in Köln stehen, hat verhindert, daß die „Rheinische Re- publik" in aller Form verkündet und eingesetzt worden ist. Gegen solche Amputation ist Deutsch- land nachgerade so ohnmächtig, wie zur Zeit des 80 jährigen Krieges, da eS die Franzosen ebenso mit dem Elsaß machten. Deren Zuversicht in das Gelingen der Operation ist um so größer, als die Rheinländer in der Tat von 1795 bis 1815 ebenso „gute" Franzosen gewesen sind wie die Elsässer. Daß sie, die begeistert römischen Katho- liken, 1315 zu den protestantischen Preußen geschlagen wurden, haben sie erst 1870, da Pren- ßen in Deutschland aufgegangen war, ver- schmerzt. Und sie sollen, wie Paris sagt, doch nur vom ketzerischen Preußen los- und zu dem rein katholischen Frankreich in ein „sreuudschast- liches" Verhältnis kommen! Um das protestan- tische Elsaß mit dem katholischen Frankreich ans- zusöhnen und zu verschmelzen, hat Ludwig XlV. damit begonnen, es zu katholisieren, waS im Laufe der Zeiten so geglückt ist, daß die Prote- stauten im Elsaß nur noch eine verschwindend kleine Gruppen bilden. Daß bislang die drei in Frage kommenden rheinländischen nationalen Kirchcnfürsten so fest und loyal deutsch geblieben sind, sich der Vergewalti- gung ihrer Gläubigen so entschieden entgegen- gesetzt haben, ist das größte Hindernis, auf daS die Franzosen gestoßen sind. Mit Tirard als „Präsidenten", wie er von der BefatzungSkommission tituliert wird, hat Poinearö die denkbar glücklichste Nummer ge- zogen. In dem Republikaner des Ostens (L'Est R^publicain) vom G. Oktober können zwei Franzosen, Journalisten, die die ersehnten Ge- biete bereist haben, um zu sehen, wie die Uhr steht, ihn nicht genug in den Himmel heben. Wenn Einer, so habe er die deutsche ..Seele" verstanden und zu nehmen gewußt, sich dieses „weichen Wachses", wie Frau von S.ael sie hieß, bemäch' tißt. Er hat verstanden den tiefgreifenden Unter- schied zu erfassen, der zwischen den Rheinlän- dern, deren Beamten, und den Preußen, ihren gefährlichen Nachbarn (!) besteht. Geg n die Letzteren hat er alle Maßregeln ergriffen, w.'lche Vorsicht und Sicherheit geboten, während er den Der Homer der Infekten. Zur 100. Wiederkehr des Geburtslages vvn Jean Henri Aebre am 23. Dezember. Von Richard GermerShansen. Jean Henri Fabre, Hessen GeburtStag sich fetzt Dun hundertsten Male jährt, und der erst vor acht Jahren 'in höchstem Greisenalter gestorben ist, hat daS gleiche Schicksal gehabt wie viele be- deutende Männer, die ihre eigenen Wege gin- gen und ihre besonderen Methoden anwandten. Zunächst übersehen, verkannt, dann befehdet, ab- getan, ward ihm erst am Soätabend seines Le- benS das Glück, seine Verdienste anerkannt zu sehen. Seine Lebensbahn hatte nie auf der Son-- nenseite gelogen, und wenn ihm vielleicht auch allezeit eine kleine Gemeinde in aufrichtiger Treue zugetan war, so wurde dem Mann, der -gewiß der größte Insekten forscher und Kenner seiner Zeit war, doch erst nach oyjähriger, auf- opfernder Betätigung im Dienst Her Wissenschaft öffentliche Ehrung un.d Anerkennung zuteil. Als Kind einfacher, armer Bauersleute kam Fabre am 23. Dezember >823 in Saint-Leous, einem steinen französischen Dorf, zur Welt. Schon in dem Kinde kündete sich der spätere „Homer der Insekten", wie ihn Victor Hugo so treffend genannt hat. Barfuß, im ärmlichen Kittelchen, streifte er auf den Feldern umher, und alles, >vas da kreucht und fleucht, war ihm vertraut. Der Lehrer der Dorfschule war bei dem wissenKdnrsti/zen Knaben mit leiner Wissen- schaft bald zu Ende. Aber schließlich gewann dem jungen Jean Henri sein Fleiß und seine In- telligenz eine Freistelle an der Schule in Avis- non. Die Ausnutzung jedes freien Augenblicks zur Weiterbildung brachte ihm den Erfolg, daß er schon im Alter von 18 Jahren die Berechti- gung erhielt, an höheren Schulen zu unterrich- ten. Stets für sich selbst fleißig an der Arbeit, mußte er als Broterwerb in Carpentvas, dann in Aiaeeio auf Korsika und schließlich in Avig- non Chemie und Physikunterricht erteilen. Da fiel ihm eines Tages ein Werk in die Hände, Erftern gegenüber, indem er den Satz G o e t h e's in bezug auf die Armeen Napoleons auf- griff, sich bemühte, ihnen „Freundschaft ent- gegen zu bringen." An seinem Mittags- tische hörten sie aus seinem eigenem Munde, wie er nicht zweifelte, daß Deutschland am „Zu- sammenbrnch" sei: „nur Geduld und Zuver- ficht!" — Mit am Tische saß der Herr Hubert Jacques, der Schriftleiter des in Mainz ge- druckten „Rheinischen Echos", des Organs der französischen Propaganda, das im besetzten Deutschland sein Geschäft meisterhaft verstehe und den Tirard vor ihnen dafür mit dem Kreuze der Ehrenlegion dekorierte, angesichts der Feste Ehrenbreitensteins. auf der während des Krie- ges Elsässer interniert gewesen seien! — Tirard habe um so erfolgreicher wirken können, als er während all der Jahre auf dem Posten belassen worden sei, während die anderen Mächte ihre Kommissare wiederholt gewechselt hätten. „Fran- zosen!" rufen die beiden so hoch Befriedigten zum Schluß, „seien wir beruhigt! Die Wacht am Rhein ist in guten Händen!" ES wäre zu wünschen, daß die Rheinländer derartige in Frankreich erscheinende Blätter in Sie Haud bekämen und nicht nur das Main- zer „Echo". Die Gefahr, daß es den Franzosen gelingt, sie sich zu assimilieren, ist um so größer, als sie als romanifierte Franken, mit ihrem beweglichen Blute, weit leichter mit den Fran- zosen sympathisieren und deren Sprache sich an- eignen können, als der elsässische Alemanne mit seiner schweren Zunge, die ihn in den Ohren der Franzosen, gar der Pariser, stets zu einem „Boche"stempeln wird. Trotzdem müssen siewissen, daß ihnen, wenn sie beigehen, nichts Geringeres droht, als die intellektuelle — Köpsung, das Schicksal jener urdeutschen Flamen und Elsässer, denen, an Stelle ihrer wurzelechten deutscheu Kultur die frans, aufgepropft worden ist und die derart mit ihrem eigensten Selbst in unauS- gleichbaren Konflikt geraten sind. Eine Unter- jochung, wie sie kein Volk schlimmer erleiden kann. Die „Rheinische Republik", die ihnen winkt, ist nur eine Wiederholung dessen, was zur Zeit Napoleons l. ins Werk gesetzt worden ist. Wollen sie wirklich wieder, wie damals, die französischen Bataillone füllen, um ihre deut- fchcn Brüder allesamt unter das französische Schwert zu bringen? Hat nicht Napoleon feine ..glänzendsten" Schlachten mit deutschem Blnte geschlagen? Schon bei Niederwerfung Oesterreichs im Jahre 1805, als c* erst noch nur über die Linksrheinischen versügie. hat ein großer Teil seiner Streitmacht aus Deutschen be- standen. Bei Jena verfügte er. mittels der „Rheinländer", über die Süddeutschen. 1812 hat er, im „Bunde" mit Oesterreich und Preußen, die Deutschen allesamt gegen Rußland ins Feld geführt. Auf den russischen Schneefeldern hat Bayern allein SOOOO seiner Söhne lassen müssen? ans dem Obelisken, der in München ihrem Ge- dächtnis gewidmet ist. stellt allerdings zu lesen: „Auch sie starben für das Baterland!" In Wahr- heit: für die Unterjochung des Vaterlandes. Welcher noch halbwegs deutsch empfindender Rheinländer wollte diese Zeilen wieder herauf- beschwören helfen wollen? Der Hebel, den die Franzosen sPoincarS hat sie in diesem Falle alle hinter sich) ansetzen, ist: „Die Rheinische Republik" von Frankreichs Gnaden. Ar. B. Die Ansahigkeit der Regie. Dortmund, 21. Dez. iDrahtber.) Wie bereits gcmeloet, hat die >ranzösifch-belgische Eisenbahn- regie auf Grund des Mainzer Protokolls von der deutschen Reichsbahn die Zuführung von achttausend lce^en Kohlerwagen gefordert. Die Herbeibringung derselben war der Reichs- bahn nur unter erlr' ,,: ''""u « etilen Betriebsleistungen möglich. Es stellte sich in- zwischen heraus, taß die sran/ofis.!? Eisenbahn- reg:e' noch nicht die Hälfte der anrollenden Wa- gen übernehmen konnte, und heute ist de- Ruiir- bezirk wiederum so v o l l g e f a h r e n. daß der Betrieb fast völlig stockt. Es erscheint überhaupt daS L^on Dufonr. einen eifrigen Jnsektenbeo- bachter, zum Verfasser hatte. DaS war sür Henri Fabre der Ansporn, sich mit der Lebensweise der Jwekten zu befassen, die er schon von Jugend aus liebte. 15 Jahre lang bemühte er sich so bei kümmerlichem Gehalt, dem toten Schnlprogramm und der lebendigen Natur zugleich gerecht zu werben. Wie es ihm dabei erging, das erzählte er hie und da beiläufig in seinen Werken. Mau erfährt daraus, daß er fast nur von Erbsen. Zwiebeln und Olivenöl lebte, um die Anschaffung naturwissenschafUichcr Weile und Apparate zu ermöglichen. Schließlich geriet er mit den offiziellen Schulbehörden in Zwist und mußte das Lehramt aufgeben, woraus er sich in die Ein- samkeit eines Dorfes in der Provence zurückzog. Dieses Dorf, Serignan. war !?!bdem «ein Wohnsitz und die Stätte seiner unermüdlichen Forschertätigkeit. Ein Häuschen, inmitten von Bäumen und Gärten, gleich vor dem Eingang zum Dorf, war des Einsiedlers Wohnsitz, und in Serignan ist er auch Anfang Oktober 1915 ge- storben. Seine „Souvenirs Entomologigue", die in Serignan entstanden, begannen im Jahre 1878 zu erscheinen. In z«hn Blinden führt uns hier der große Jnsekteufor'cher das Leben zahlreicher Insekten vor Augen, in einer Darstellung, die .ihresgleichen sucht. Denn Fabre belaß eine geradezu phänomenale Darstellungögkve, ein Er- zählertalent, in dem es dem einsamen Natur- forscher nicht viele nnter den erzählenden Schrist- stellen, gleichtun. Alles, was er schildert, ist von duftiger Poesie umwoben. Wie spannend weiß er das Leben und Treiben des Maikäsers, der Mauerwespe, der Gottesanbeterin und hundert anderer Geschöpfe, die unser Fuß unachtsam zer- tritt, zu schildern. Daß die Honigbienen, die Ameisen, wunderbar eingerichtete Staatswesen besitzen, ist allgemein bekannt. Daß aber auch der Mistkäser und die Heuschrecke ebenso wunderbare Geheimnisse bergen, das hat uns erst Fabre gelehrt. Denn vor ihm hat sich kaum jemals ein Forscher gründlich mit diesen arm- seligen Geschöpfen beschäftigt, wenigstens nicht in tei Weise, die für den Laien und den ziius- zweifelhaft, ob es der Regie überhaupt gelingen wird, die leeren Wagen im Ruhrbezirk recht- zeitig an die Bedarfsfällen zu bringen und sie nach Beladung rechtzeitig wieder abzufahren, solange sie mit der Einstellung der erfahrenen deutschen Beamten zurückbält. Ehe aber das Verkehrswesen im Ruhrrevier nicht in Gang kommt, ist auch an den Wiederaufbau des Wirt- schaftslebens des Ruhrbezirkes nicht zu denken. Die Entscheidung über den deutschen Kreditantrag wieder verschoben. Paris, 21. Dez. sDrahtber.) Die Repara- tionskommission hat in der Frage der amerika- nifchen Nahrungsmittelkredite beschlossen, die Entscheidung darüber, ob in dieser Angelegen- heit die Reparationskommission oder die alliier- ten Regierungen zuständig sind, den Regie- r u n g e n zu überlassen. Der Garantieausschuß ist beauftragt worden, inzwischen den deutschen Antrag zu prüfen, ohne den Beschluß der Regie- rungen abzuwarten. * Im Namen der deutschen Kriegslasten- kom Mission hat gestern Regierungsrat'Dr. Meyer den Delegierten die Mitteilung gemacht, daß Deutschland sich bei seinem Verlangen nicht nur auf Artikel 251, sondern auch auf Artikel 248 des Friedensvertrages beruft. Ein TeU der Presse hatte aus der Anführung des ersteren Artikels geschlossen, daß sich die deutsche Regie- rung an die falsche Adresse gewandt habe, da der Artikel 251 nur von den alliierten Regierungen spricht. Die neu abgegebene Erklärung hat den Zweck gehabt, j^nes Mißverständnis auszuklä- ren, indem die deutsche Regierung darauf hin- wies, daß sie auch den Artikel 248 bei ihrer De- marche im Auge hatte. Die Pariser Untersuchungsausschüsse. London. 21. Dez. Die englischen M'ialieder der Sachverständiaenansschüsse der Reparations- kommission sind der Gouverneur der Bank von England Montague Norman, der ehemalige Schatzkanzler Mac Kenna und der wirtschaftliche Sachverständige Iowa Stamp. Das wertbeständige Notgeld sür die besetzten Gebiete. Düsseldorf, 21. Dez. Die Verhandlungen über das wertbeständige Notgeld für das besetzte Ge> biet werden in Koblenz mit der Rheinlandkom- Mission fortgeführt. Dieser ist ein neuer Ver- Handlungsvorschlag der kommunalen Körper- schasteu unterbreitet worden, von dem man hofft, daß er die Zustimmung der Kommission finden werde. Das neue Geld könnte dann mit Anfang des neuen Jahres eingeführt werden. Rückkehr ausgewiesener Postbeamter. Dortmund, 21. Dez. Die Oberpostdirektion teilt mit: Die ausgewiesenen Postbeamten, Post- amtmann Steinweg ans Hörde, Oberpostmeister Herbst aus Lengede und Oberpostmeister a. D. Flohr aus Wetter a. d. Ruhr haben infolge Zurücknahme der Ausweisungsbefehle zurückkehren können. Ebenso werden in den nächsten Tagen zur>tkehren der Präsident der Lbervostdirektion, Ernst, Oberpostrat und Abteilungsdirektor a. D. Hügsel, Postinspektor Malmus nach Dortmund, Postinspektor Tudlesing nach Hattingen a. d. R. und Postmeister Niegand nach Steewel bei Bo- chum. Ausgewiesen. Kehl. 21. Dez. Der Zeitschriftenhändler Aug. Prues ist ietzt von der französischen Besatznngs- behörde, nachdem er eine Gefängnisstrafe abge- (essen hat, ausgewiesen worden. tigen Naturforscher zugleich geeigner und voller Anregung ist. Und gerade dem Laien eröffnet sich beim Le en der FaSreschen Schilderungen ein t-ieser Einblick in eine Welt, von deren Dasein er sich nichts träumen ließ: er erfährt zu seiner Verwunderung, daß das armselige Käferlein, das er gestern noch übersah oder zerknickte, so- zusagen eine Seele hat, wie er selbst, daß es ein denkendes und fühlendes Wesen ist, ja, daß es in manchen Dingen dem über ihn hinwegschreiten- den Riesen unendlich überlegen ist. Alle Jnsektengruppeu, Tausendfüßler, Skor- pionen und Spinnen haben Fabre beschäftigt und viele von ihnen Hat er gezüchtet. Treffend hat Maurice Maeterlinck sich einmal darüber aus- gesprochen, waL Fabre für die Wissenschaft ge- leistet hat: „Fabre." so heißt es da, „ist der Ent- schleierer einer neuen Welt, denn — so befremd- lich dies in einer Epoche klingen mag, in der wir alles zu kennen glauben, was uns umgibt — die Mehrzahl jener in den Nomenklaturen so pein- lich genau beschriebenen, so gelehrt klassisch fixier- ten und oft so barbarisch getauften Jrnekten hatte man vor ihm fast niemals hinlänglich als lebende Wesen beobachtet, noch sie gründlich ge- nug in allen P r ..~n ihres vorübergehenden, kurzen Erscheinens befragt. Er aber hat. um ihnen ihre kleinen Geheimnisse abzulocken, die die Kehrseite der größten Geheimnisse sind, 50 Jahre eines einsamen, verkannten, ärmlichen Daseins geopfert, das oft genug an das Elend grenzte, aber köstlich durchleuchtet wurde von der Freude, die die Erkenntnis aller Wahnbek begleitet, die doch recht eigentlich die menschliche Freude aus- macht. Es sind aber doch recht kleine Wahrhei- ten, wird man sagen, die uns die Lebensgewohn- heiten einer Spinne oder Heuschrecke lehren kön- neu. Allein es gibt keine kleinen Wahrheiten, sondern nur eine einzige, deren Spiegel für unsere unzuverlässigen Augen zerbrochen scheint,' von denen indes jedes Bruchstück, mag es die Be- wegung eines Gestirnes zurückstrahlen oder den Flug einer Biene, das oberste Gesetz einschließt." Wenn auch Jean Henri Fabre nicht so geistes- gewaltigen Forschern ans dem Gebiet der Natur wie Alexander von Humboldt und Charles Dar- Vorläufig keine Auflösung des bayerischen Landtags. München, 21. Dez. Der bayerische Landtag erörterte verschiedene Anträge über die Auf- lösung des Landtags, die u. a. vor der Auflösung des Landtags gesetzliche Sicherungen für die Verringerung der Abgeordnetenmandate um ein Drittel bezw, um die Hälfte und Verminderung der Zahl der Ministerien von 8 auf 5, sowie so- fortige Aufhebung des bayerischen Ausnahme- zustandes forderten. In der Abstimmung wurde die sofortige Auflösung des Landtages zn- rückgestellt bis nach Erledigung der hierzu vorliegenden Ergänzungsanträge, die dem Ver- fassungsausschuß überwiesen wurden. Damit ist die Entscheidung über die Landtagsauflösung auf längere Zeit verschoben, dagegen wurde der Antrag auf sofortige Verringerung der Ministerien sowie ein weiterer Antrag auf Abänderung des Landtagswahlgesetzes an- genommen. Schließlich erhielt der Präsident die Ermächtigung, den Zeitpunkt für die nächste Vollsitzung selbst zu bestimmen. w. München, 21. Dez. sDrahtber.) Die Baqe- rische Volkspartei kündigt an, daß sie durch Volksentscheid die Auflösung des Landtags her- beiführen wolle. Das geplante Attentat gegen Kahr. München, 21. Dez. Den Blättern zufolge han- delt es sich bei dem geplanten Attentat auf den Generalstaatskommissar nicht um ein Komplott. Der verhaftete Schauspieler Barthel hat zuge- standen, daß er die Tat al l e t n ausführen wollte. Er bezeichnet sich im übrigen als Ratio- nalfozialist. Während der Zeit des passiven Widerstandes gegen die Einbrnchsmächte im Ruhrgebiet sei er bei der Regie tätig gewesen, und erst acht Tage vor seiner Verhaftung nach München gekommen. * Das württembergische Ermächtigungsgesetz. w. Stuttgart, 21. Dez. sDrahtber.) Der Land- tag hat das Ermächtigungsgesetz mit der erfor- derlichen Zweidrittelmehrheit angenommen. Stuttgart. 21. Dez. In der gestrigen Sitzung des Landtags erklärte Staatspräsident Dr. Hie- ber, eine Regierungserweiterung nach rechts und nach linkS würde seinen Beifall finden. Er glaube aber nicht, daß die Rechte mit Parteien, deren Politik von ihr selbst als so sehr verfehlt und schlecht hingestellt worden sei. zusammen- arbeiten könne. — Geaenüber einem Antrag des Abg. Bazille sBüraerpartei), der der Regie- rung das M i ß t r a u en aussprach, Auflösung des Landtags und Neuwahlen am 20. Jan. 1924 verlanate, erklärte der Staatspräsident, mit Wahlen würde man besser bis mim Zeitpunkt der Reichstaaswahlen warten. Sollte "das von der Regierung voraeleaie Ermächtigung?- gesetz nicht die erforderliche Zweidrittelmehr- heit im Landtag finden, so werde die Reaieruna den Rücktritt erklären: andernfalls glaube sie einen Rückhalt für die Fortsetzung ihrer Ge schäste zu haben. Die Lage in Sachsen. Berlin, 21. Dez. iDrahtber.) Der Reichs ivehrminister ist von einer kurzen Reise au^ Sachsen wieder hier eingegossen. Er hat au? Sachsen den Eindruck mitgebracht daß die Ab ficht, den militärischen Ausnahmezustand auszu heben, zurzeit noch nicht verwirklich! werden kann. Herabsetzung der Zahl der Reichstags- abgeordneten. Berlin, 21. Dez. Der ReiÄsrat stimmte in seiner gestrigen Sitzuna dem Gesetzentwurf zur Aendernng des Bahlgesei es »u. gewissen Einwendungen seitens der Ausschüsse des Reichsrats führte der Berichterstatter aus, daß die Reichsregieruna eine Erklärung abaeaeben Habs, wonach sie beabsichtiae. sobald wie möalich dem Reichsrat ernent eine Novelle vorzulegen, in der den preußischen Wünschen entsprechend win an die Seite zu setzen ist, so gebührt ihm doch der Ruhm, der feinsinnigste Beobochter der Lebensweise der Insekten und der ihnen ver» wandten Tiere gewesen zu sein, der bis ans feine Tage sich mit diesen winzigen Gliedern der Schöpfung wissenschaftlich besaßt hat. Ehester uir67Kuflf Kammersänger Hans B-»^ > i<> v*r • Tagen das Fest seines 6 0. Geburtstags. Den vielen Glückwünschen, die dem hochverehr- ten Künstler aus diesem Anlaß zugegangen sind und noch zugehen, schließen auch wir uns herzlichst an. Was Kammersänger Hans Bus- sard für das künstlerische Leben unserer Stadt, im besonderen für die Karlsruher Bühne be- deutet, ist so bekannt, daß weitere rühmende Worte sich e"üb^'aen. Man *—»>« *•-' Ka-'S» ruher Theater ohne Hans Bussard einfach nicht denken. Darum ist es der Wunsch wohl jedes Theaterfreundes, daß die unschätzbare Kraft uud die reichen Ersahrungen dieses großen. echten Künstlers, der sich als Sä'-ger wie als Regisseur größte Verdienste um unser Theater erworben hat. diesem noch lan-^e ^"''-e e r f>af'*v * Ein deutsches Beethoven-Denkmal in Mexiko. Zum zehnjährigen Jubiläum der mexikanischen Republik hat auch die deutsche Kolonie in Mexiko hinter den anderen fremden Kolonien nicht zu- rückbleiben wollen und ihrem Gaststaate ein Denkmal zum Geschenke gemacht. Während Frankreich ein Standbild von Pasteur und Italien ein solches von Dante stiftete, wählte die deutsche Kolonie ein Denkmal Beethovens. Die Wahl des Künstlers legte sie damals in die Hand des inzwischen verstorbenen Ferdinand Avena- rius. Dieser gab den Auftrag an Theodor von Gosen, den Breslauer Akademie-Professor. Die Kolonie hat volle Freiheit gegeben, sein Werk in Bronze zu gestalten. Jetzt ist das große Modell, das Gosen nicht erst in Ton. sondern gleich in Gips geformt hat, fertig und der Guß soll nunmehr erfolgen Gosen schuf keine Bild- uisfigur, sondern eine freie künstlerische Darstel- GrsteS Blatt Karlsruher Tagblatt, SamStag. den 22. Dezember 1923 Nr. 852. Seite 8 eine Aenderung des Wahlkreises Berlin-NntS» dam vorgeschlagen und serner die Zahl der Reichstagsabgeordneten herabgesetzt werden soll. * Wie der „Lokalanz." von unterrichteter Seite hört, sind Bestrebungen im Gange, den Reichs- wirtschaktsrat. ebenso wie andere Parlamente abzubauen. Es sei jedoch noch kein konkreter Plan in der Richtung vorhanden, daß es sich, wie eine Blä'ttermelduna wissen wollte, um die Herabsetzung der Zahl der Mitglieder um die Hälfte handelt. Die Vereinfachung der Straf- rechkspflege. Berlin. 21. Dez. Der Fünfzehnerausschuß hat eine Beiordnung zur Vereinfachung der Strafrechtspflege besprochen, die die Reichs- regierung aus Gornd des Ermächtigungsgesetzes zu erlassen beabsichtigt. Die Verordnung will die Strafrechtspflege vereinfachen und zugleich verbilligen. So soll u. a. die Zuständigkeit des Einzelrichters erheblich erweitert werden. Die erstinstanzliche Zuständigkeit der Strafkammer wird beseitigt. Am Schwurgericht mit seiner Trennung der Schuld- und Straffrage wird grundsätzlich festgehalten, aber die Zahl der Geschworenen aus sieben vermindert. Tie Zuständigkeit des Schwurgerichts wird zu- guuste» des Schöffengerichts eingeschränkt. Um das Reichsgericht zu entlasten, sollen ihm von Landesverratssachen die weniger bedeutsame» abgenommen werden. Bon den auf den Gebie« ten des Verfahrens vorgeschlagenen Verbilli- gungsmaßnahmen sind hervorzuheben die Ein- schränkung des Versolgungszwan- g e S, die Erleichterung der schriftlichen Urteils- begründnng und die Beschränkung der Rechts- mittel. Bei geringfügigeren Straftaten ist nur Revision zugelassen. Um den Ländern die Durch- ftthrung der neuen Organisation zu ermöglichen, muh ein Spielraum von zwei bis drei Monaten gegeben werden. Mit Rücksicht auf die ftnan- zielle Notlage soll für diese Uebergangszeit auf die Mitwirkung von Schöffen und den Zu- sammentritt der Schwurgerichte verzich- tet werden. Privatklagen sollen einst- weilen nicht behandelt werden dürfen und die Berufung wird bei allen Uebertretnngen und Vergehen ausgeschlossen, wenn lediglich auf Geldstrafe erkannt worden ist. Ter Ausschuh erkannte an, dah die Finanznot des Reiches zu einer Umgestaltung der Strafgerichte zwinge. Er billigte die Grundzüge der Verordnung, emp- fahl aber, bei der Besetzung der grohen Schöf- fengerichte sich auf zwei Berufsrichter zu be- schränken. Damit, dah in allen vor den Amts- und den Schöffengerichten künftig zu behandeln- den Strafsachen der Umfang der Beweisauf- nähme vom Ermessen des Gerichts abhängen soll, war der Ausschuh einverstanden. Er stimmte den vorgeschlagenen Einschränkungen des Ver- folgungSzwanges zu. erachtete aber eine Berein- fachung der Urteilsbearündnng nicht für wün- schenswert. Dem Vorschlag, für die Uebergangs- zeit von zwei bis drei Monaten auf die Mitwir- kung der Schöffen und den Zusammentritt der Schwurgerichte zu verzichten, trat der Ausschuh bei. Deutsches Reith Aerztc und Krankenkassen. w Berlin, 21. Dz. «Drahtbcr.) Bei den Heu- tigcn Berhandlungen zw.schen Aerzten nnd Krankenkassen ist eine Verständig»»« erzielt worden. Die Gebühren für Zeugen und Sach- verständige. Berlin, 21. Dez. Der Reichsrat »ahm eine Verordnung über die Umstellung der Gebühren für Zeugen und Sachverständige auf Gold an, jedoch mit der Maßnahme, da "• etwa Dreiviertel der Höhe des Friedenssatzes iestgesetzt werden. lung. Das Snmbol kür das titanische Ringen des Schöpfers der „Neunten" fand er in dem Bilde des mit dem Engel ringenden Jakob: „Herr ich lasse dich nicht, du segnest mich denn." ES ist ein gewappneter, mit gepanzerten Beinen dahinschreitender, von mächtigen Flügeln nm- rauschter Engel, der hyheitSvoll mit der Rechten den Kämpfer Jakob segnet. Dieser droht zu- sammenzubrechen, er stemmt den nackten Leib gegen den Engel, sein Haupt richtet sich in der Ekstase zurückgebogen nach oben. Die Grippe ist über drei Meter hoch nnd kommt auf ein etwa fünf Meter Hobes einfaches Postament. An die- fem wird die Maske Beethovens angebracht.. Aus dem Karlsruher kunftteben Die kunstgewerblichen Werkstätten C. F. Otto Müller haben neuerdings Herstellung und Vertrieb vou Lnxor- und K e r a m i k - Artikeln übernommen nnd sie als „Marken" in den Handel ein- geführt. Die „Lnxor^Messing-Handtreibarbei- ten haben auf der Hingst geschlossenen „Grohen Deutschen Kunstausstellung" durch ihre streng stilistische ^orm und durch die vollendet tech- nische Bearbeitimg des aoldalänzenden Mate- rials. die alle seine guten Eigenschaften hervor- treten läht, Aufsehen erregt. In der Tat ist Treibarbeit, Lötnna. Form und Verwendbarkeit der Gegenstände mit bestem Bedacht und gröh- ter HeinHihligkeit von geschulten Kräften mit kaufmännischer Erfahrung ausgenützt. Dadurch sind eine grohe Menge von Gebrauchs- und Ziergeaenstände» für den Schreibtisch lTinten- zeug. Löscher), für das Eß-immer tObstschalen. Servierplatten. Weinkühler). für die Wohnung lKlingelkontakte. Rauchverzehrer. Rauchzeuge. Tee- nnd Kaffeemaschinen. Bowlen. Wandteller Leuchter und Heizkörper usw.) entstanden, die ihres Glanzes, ihrer ^orm und ihrer Zweck- mähigkeit wegen iedem Haushalt eine willkom- mene, schönheitsvolle Bereicherung sein werden. Der gute Ruf mittelalterlicher Handwerkskunst Die Löhne im Bergbau. Berlin. 21. Dez. sDrahtber.) Die Löhne im Kohlenbergbau in, unbesetzten Gebiet für die Zeit vom 17.—30. Dezember 1923 wurden durch Schiedsspruch wie folgt festgesetzt: ftiir Oberschlesien 3.00, für Niederschlefien 2.50, Sachsen 2.70, Mitteldeutschland (Kernrevier) 2.50 Goldmark je Schicht. Hierzu treten für die ein- zelnen Reviere für jede in der vorerwähnten Zeit verfahrene Schicht Teuerungszulagen von 735 bezw. 900 Milliarden Mark. In den Re- vieren, in denen bereits Ueberarbeit geleistet wird, werden weitere Zuschläge gewährt. Um die Arbeitszeit. Berlin, 21. Dez. lDrahtber.) Da die in der Kaliindiistrie schon seit vielen Monaten an- danerirde» Verhandlungen mit den Führer der Arbeiterorganisationen über eine Verlängerung der Arbeitszeit zu keinem Ergebnis geführt hatten, haben jetzt, wie der „Lokalanzeiger" mit- teilt, die Arbeitgeberverbände der Kaliindustrie von sich aus unter Heraussetzung des Lohnes bis um 20 Prozent zur Wiederaufnahme der Vor- kriegsarbeitszeit aufgefordert. Ein Rechtsstreit zwischen dem preußischen Staat und dem Prinzen Friedrich Leopold. Berlin. 21. Dez. In dem Rechtsstreit zwischen dem Prinzen Friedrich Leopold und dem preu- frischen Fiskus um die historischen, ehemals kur- fürstlichen Schlösser und sonstigen Besitzungen des Prinzen in Klein Glienicke bei Potsdam hat da? Landgericht Potsdam, nachdem bereits die beiden Schlösser dem Prinzen zuerkannt waren, durch weiteres Urteil auch die zu den Schlössern gehörigen, an den Hasenusern gelegenen Park- anlagen als Eigentum des Prinzen festgestellt und den Anspruch des Finanzministeriums auf Herausgabe dieser Besitzungen abgewiesen. GaSisckMolitik Der Reichsfinanzminister Dr. Luther ist am Donnerstag in Karlsruhe eingetroffen und im Präsidialgebäude, Schlohplatz ll, abge- stiegen. Um K9 Uhr versammelten sich eine An- zahl geladener Gäste. StaatSpräsidnt Köhler begrüßte ixen Minister aus Berlin und hieh ihn namens der badischen Regierung in Karlsruhe willkommen. Der ReichSfinanzminister dankte unb verbreitete sich a'^dann in längerer Dar- legung, die vertraultclzen Charakter trug, über die Einführung der Rentenmark und ihre wäh- rungSpolitische Bedeutung. Am Freitag vor- mittag .erörterte Dr. Luther mit den Mit- gli-dern der badischen Regierung die schweben- den Finanzsragen. Die verbotene nationalsozialistische Organisation. t. Konstanz, 21. Dez. Ein Prozeh mit politi- schem Einschlag hat die hiesige Strafkammer be- schästigt. Fünk Angehörige der nationalsozia- listischen Arbeiterpartei in Konstanz waren sei- nerzeit von der hiesigen Strafkammer wegen Vergehens gegen das Gesetz zum Schutz der Re- publik mit je drei Monaten Gefängnis bestraft morden. Tie Beschuldigten waren Mitglieder einer nationalsozialistischen Organisation, die ihren Sitz in München hatte und in Baden ver- boten war. Auf eingelegte Revision hin hat das Reichsgericht das Urteil aufgehoben und die Angelegenheit zur nochmaligen Verhandlung an die hiesige Strafkammer zurückverwies'», weil die Verordnung des badischen Innenministers nicht klar genug gefaßt war. Inzwischen ist be- kanntlich diese Verordnung wohl auf Grund der reichsgerichtlichen Entscheidung, erweitert und ergänzt worden. In der Hingste« Sitzung der Strafkammer wurde» sämtliche Angeklagten freigesprochen. ist hier in neuem Material und neuer formen- welt wieder lebendig aeworden. Noch spätere Zeiten werden das Lob dieser aeschmackvollen nnd zweckmähigen Ausstattungsgegenstände ver- künden. Die keramischen Arbeiten der neuerrichteten Riipvurrer Fabrik G. m. b. &. erweitern die vielseitig entwickelte Karlsruher Keramik in wertvoller Weise. Die ssormwelt der Basen. Schalen, Teller. Tosen schlicht sich vielfach an zwar alte Muster an. erfüllt diese aber durch eigenartigen Dekor mit neuem Leben und gibt ihnen als Gebrauchs- und Zierstücke eine charak- teristische Note. Die überaus vielseitigen kera- mischen Verkaufs- und Sammlnnasbestände des Kunstgewerbehanses C. ft. Otto Müller mit den reich ausgestatteten Lagern an ftavencen. Maio- liken. Porzellanen und Edeltöpfereien sind dnrch die Erzeugnisse der Rüppnrrer Fanenee-Fabrik G. m. b. H. um eine bemerkenswerte Note in ^orm und Dekor vermehrt worden. Es scheint, dah Karlsruhe für Südwestdeutschland in der Keramik die Führung an sich reihen will und den alten Ruf der Durlacher und Mosbacher Fabrikation neu aufleben läht — in einem neuen Geist nnd in einer neuen vielseitigeren Entwick- lnng der keramischen Tätigkeitsgebiete. D. B. tUeines fruilleton Das Urbild des Peer Gynt. Viele Leute haben sich schon die Köpse zerbrochen, ob Henrik Ibsen ein lebendes Modell für seinen Peer Gynt gehabt hat, oder ob dieser nur ein Phanta- siegeschöpf des Dichters ist. Aber es hat in der Tat einen Peer Gnnt gegeben. Peer Olsen Haa- gaa wie er wirklich hieh. war ein Freilnflmensch in des Wortes weitester Bedeutung. Er fühlte sich am wohlsten, wenn er mit Büchse und Angelrute -n die Berge ziehen konnte. Oben am Atnesee hatte er sich eine Fischerhütte einge- richtet. Sein größtes Vergnügen war, der Spur der Renntier» im Hochgebirge zu folaen. Jagd- Hunde kannte man dort damals nicht, so dah Aus BaSen. — Bahnbrücke« bei Bretten. 21. Dez. Der 74jährige frühere Gemeinderechner Christian Kolb stürzte so unglücklich die Haustreppe hinunter, dah er an den erlittenen Verletzungen st a r b. X Mannheim, 21. Dez. Gestern trat zum ersten Male das erweiterte Jugendge- richt, das sogenannte Jugendgeschworenenge- richt in Funktion. Es besteht aus zwei Richtern und drei Schöffen. Die Konstituierung dieses Gerichtes erfolgte hauptsächlich, weil eine Reihe von Jugendlichen wegen Landsriedensbruchs abzuurteilen ist. = Kehl, 21. Dez. Die hiesige Zollverwaltung richtet sich für den stärker werdenden Verkehr mit Strahburg nunmehr ein. An der Rheinbrücke wird ein größerer Unterstand her- gestellt, der mehreren Beamten Platz gewährt. X Emmendingen. 21. Dez. Ortseinwohner bemerkten, dah die Scheuer des Landwirts Bernhard G ö tz in Flammen stand. Die herbei- geeilte Feuerwehr konnte des Feuers Herr wer- den, so dah nur zwei Kühe und eine Ziege in dem Brande umkamen. Die Entstehungsursache ist noch unbekannt. = Freiburg, 21. Dez. Der Direktor des hiesi- gen Lehrerseminars, Geh. Hofrat Schmitt, der jetzt sein 65. Lebensjahr erreicht, wird in den Ruhestand treten. Durch mehrere Jahr- zehnte hindurch hat er als Direktor der Lehrer- feminarien Ettlingen, Karlsruhe II und Freiburg der Ausbildung der Lehrer seine Kraft gewidmet. Seit 1907 wirkte er an dem hiesigen Seminar. Waldkirch, 21. Dez. Mitglieder des Schwarz- waldvercins und des Vereins „Naturfreunde" haben die durch die Witterung schadhaft gewor- dene Gustav Beck-Hütte auf dem „Gereut" wieder hergestellt. Das Holz zu der Wieberher- stellung wurde von der Gemeinde Siensbach un- entgeltlich zur Verfügung gestellt X Anggcn, 21. Dez. Die hiesige Obstgro^- Handlung Emil I a k o b i plant eine neue O b r konservensabrik einzurichten. Mit dc. Bau wurde bereits begonnen. — Saig bei Neustadt, 21. Tez. Bekanntlich hatte nach dem Doppclmord an dem Ehepaar Köpfe r hier Bürgermeister Siegwart sein Amt niedergelegt. Bei der nun jetzt abgehal- tenen Bürgermeisterwahl ist ^elaenbauer Jo- ses B r u g g e r zum Büraermeister gewählt wor- den. Ter Toppclmörder Hundertpsnnd konnte noch nicht verhaftet werden. — Mehkirch. 21. Dez. Eine üble Erfah- mitf» mit seiner Berufung machte der Vieh- Händler Leopold L ö w e n st e i n . der vom Schöffengericht Meßkirch wegen unerlaubten Handels zu 5 Billionen Geldstrafe verurteilt worden war. Er lcgie Berufung ein und die Strafe wurde aus 150 Goldmark e r h i' 'i t. = Waldshnt. 21. Dez. Für den Bürger- m e i st e r p o st e n werden von bürgerlicher Seite Tr. Horster. Svndikus der Handels- kammer Schopsheim. und von der Sozialdemo- kratischen Partei Stadtbaumeister Dr. B u l a n - ger in Singen a. H. voraeschlagen. X Säckingen, 21. Dez. Das Haus des Säge- reib sitzers Gr ein er wnrde gestern morgen, vermutlich hervorgerufen durch einen Kamin- brand, vom Feuer heimgesucht. Eine Hälfte des Hauses, das durch eine Brandmauer geteilt ist. erlitt erheblichen Schaden. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen. X Konstanz, 21. Dez. Am Mittwoch abend wurde bei einem Spaziergang mit einem Freund- der 24 jährige verheiratete Anwaltsgehilfe T'rnst Männer bei den Schießständen durch den dort ausgestellten Posten der Reichs- wehr schwer verleftt. Der Posten soll sofort nach dem Rufe „Halt" Feuer gegeben haben. Wie vom Krankenhaus mitgeteilt wird, besteht Le- beusgefahr für M. nicht mehr. er selbst die Tiere aufspüren mußte — eine schwere Arbeit, da das Fell deö Renntiers sich kaum vom Moos des Gebirges abhebt. Des- halb mußte Peer versuchen, selbst dahinter zu kommen, wo sie sich aufhielte», und um seinen *Blick zu schärfen, blinzelte er mit den Auge», und bei jedem Blinzeln glaubte er besser und schärfer zu sehen. Diese Art. mit den Augen zu zwinkern, nannte mau oben im Gndbrandstal „gynta", und so er- hielt Peer seinen Zunamen „Gynt". Im übrigen wird erzählt daß der Name Gynt mehr nach Peers Tode als zu «seinen Lebzeiten gc- braucht worden sei. Noch lebende Menschen am Atnesee berichten, daß an den Wänden von Peers Fischerhütte breite „Namenshölze''" auf- gespiehr waren, in die Peer mit fe'trm Schnitz- messer viele höchst interessante Sachen eingeschnitzt oder eingeritzt hätte, besonders Jagd- geschickten. Verschiedenes vom Fischfang Namen und Einfälle, lustiae und traurige Gedanken usw. Man hat vergeblich versucht, einiae von diesen ..Namcnhölzern" zu erhalten. Sowohl sie wie die Fischerhütte selbst sind verschwunden. Diese Hinterlassenschaft hätte zweifellos einen interessanten Einblick in Beer Gnnts Charakter und sein schlicßliches Schicksal gegeben. Am Ende de? Rondanetals steht aber noch heutzu- tage eine aus Geröllsteinen ausgeführte Jagd- Hütte, die. wie alte Leute erzählen. Peer Gynt aehört hat und vou ihm bewohnt wnrde. eine sichere und ruhige Zufluchtsstätte während seiner n" t ?-rt.rtot» ?5aad?abrten i!n Rnndanegebi^ge. Wie die Ohrringe iu die Welt kamen. So be- sremdltch es auch klinaen mag, so ist es doch eine historisch beglaubigte Tatsache, dah die Ohrringe von einem Mann erfunden wurden, und zwar von einem Selbstherrscher der in der Absicht, die Kriegsgefangenen einer ebenso schmerzhas- ten wie entehrenden Strafe zu unterziehen, auf den Gedanken gekoinmen war. ihre Ohrläppchen nora Henker durchbohren zu lassen und sie an der Tür ihres Herrn anzunageln. Es sollte das ein äu5eres deichen der Sklaverei sein, und um dieses Zeichen der Schmach zu »erewigen. warkn die Henker angewiesen, in die Wunde ein Stück- VerschieöeneDvahtmelKungen. Konflikte im fernen Osten. Moskau. 21. Dez. Wie die russische Tele- graphenagentur meldet, sind in Taschkent Nach- richte» aus Kabul eingetroffen, wonach der englische Vertreter in Kabul an die afghanische Re- gierung ein Ultimatum wegen der kürzlich an der afghanisch-indischen Grenze verübten Er- mordung von Engländern gerichtet hat. Wie ge- meldet wird, soll das Ultimatum in der Forde- rung gipfeln, daß Afghanistan sich der englische» Herrschaft restlos »nterwerfe. II. a. fordert daS Ultimatum, die afghanische Regierung solle alle Beziehungen zu Ruhland abbrechen. Falls das Ultimatum abgelehnt werde, werde Eng- land vor einem neuen Kriege nicht zurück- schrecken. 3000 Menschen beim Erdbeben in Kolumbien umgekommen. Paris, 21. Dez. lDrahtber.) Nach Blätter- Meldungen aus Neunork verlautet aus Bogot, dah nach den letzten Schätzungen bei dem Erd- beben in der Lenador benachbarten Gegend 3000 Menschen den Tod gefunden haben. Mehr als 2000 Häuser sind zerstört worden. Der See Las Granas bei Tulcam sei vollständig «erschwun- den. ßuntt Eine seltsame Naturerscheinung. Wie aus Riga gemeldet wird, hat eine plötzliche Erd- senkung in der dortigen Gegend Aussehen er- regt. Es handelt sich um ein Grundstück, das der römisch-katholischen Kirche in Scheuberg, in dem Bezirke Bausk gehört, hart an der litani- schen Grenze. Auf diesem Grundstück entstand plötzlich ein Loch, das sich mit ungeheurer Schnel- ligkeit verbreitete und namentlich vertiefte. Ursprünglich maß es nur 30 Fuh in der Runde. Nach wenigen S'nndcn betrua der Durchmesser schon 100 Fnß. Inzwischen hatte sich die Oeff- nung soweit verliest. daß man den Boden zu- nächst überhaupt nicht mehr feststellen konnte. Eine Scheune, die am Rande der Erdsenkung stand, wurde mit in die Katast >lie hinein- gerissen und verschwand mit samt i em reichen Inhalt an Stroh und Heu svurlos i der Tiefe. Harte Gegenstände, die in die Tic geworfen werden, geben nach längerer Zeit einen fchwa- chen Widerhall. Jedoch hat man die eigent- ließe Tiefe noch nicht festgestellt. Besorgnis- erregend ist der Umstand, daß die Senkung, wie es scheint, noch nicht zum Stillstand gekommen ist. Ein Kirchenskandal in Nenyork. Der Bischof von Neuyork namens Männing. hat den Haupt- Pfarrer der St. Markuskirche. Dr. William Norman Guthrie, durch ein Schreiben vor sein Fornm geladen. Der erwähnte Geistliche zeich- nct sich schon seit einigen Jahren dadurch aus. daß er in seiner Kirch« Neuerungen durchführt, die alle einen ausgesprochen modernen Zug ver- raten. Neuerdings hat er in seiner Kirche grie- chische Barsuhtänzer austreten lassen und die Presse hat darüber ausführliche Berichte ge- bracht, da trotz alle- bisheriaen Leistungen des erwähnten Geistlichen dieses Zwischenspiel in der Kirche doch immerhin eine gros-e Sensation war. Der Bischof nimmt in seinem S'b-e'ben a"s d esc Presseberichte Bez'.'g und sagte, er sei ewvört nnd entrüstet, über des Aussehen, das die Sache in der Oefsentlichkeit gemacht habe nnd er müsse leider annehmen, dah d>e Presseberichte nicht übertrieben seien. Mit dem Pfarrer ist anch der gesamte Kirchenvorstand von dem BH-ftif zur Rechtfertig!»'« vorgeladen worden. Der Geistliche gibt schon ietzt die Erklärung ab. dah er sich im Rechte fühle. Er Hab- nichts weiter im Sinne gehabt, als durch den Barfuktanz die Gebiirt und die Entwicklung der menschlichen Seele symbolisch darzustellen. Man ist trotz dieser Erklärung auf die weitere Auseinander- sctznng des Geistlichen mit dem Bischof sehr gc- spannt. chen Holz zu klemmen. Gelang es einem Gekan- genen einmal, die Freiheit wieder zu erreichen, und den Weg zu den Seinen zurückzufinden, so ersetzte er das Stückchen Holz durch ein Goldoder Silberstück. Dieser Bebels stach aber den vornehmen Damen so in die Angen, daß sie keinen Augenblick zögerten, ihre rosigen Ohrlävp- chen durchbohren zu lassen und in die Löcher Iu- welen verschiedener Form und verschiedenen Wertes zu stecken. Im Lause der Jahrhunderte entwickelten sich daraus Ohrringe und Ohrge- hänge in allen Größen und Formen. Humor. Ehrlich? Ein Radfahrer fährt auf der Straße einen Mann an. „Zum Donnerwetter!" schreit ihn dieser wütend an, „können Sie denn nicht klingeln?" „Doch." meint der, „klingeln kann ich — aber nicht radfahren!" Schlau. Ein Bauer sagt zu seinem Rechtsau- walt, der einen verwickelten Prozeß sür ihn führt: „Ich meine. Herr Doktor, das beste wäre, ich schicke dem Herrn Amtsrichter einen Hasen." „Wenn Sie das tnn," erwiderte ihm der Anwalt, „haben Sie den Prozeß glatt verloren." Der Prozeß kommt zur Verhandlung — und der Bauer gewinnt. „Sie. Herr Doktor," trium- phiert der Bauer, „was sagen Sie dazu, ich habe dem Amtsrichter doch den Hasen geschickt." „Un- möglich!" „Doch." entgegnet verschmitzt daS Bäuerlein. „nur habe ich als Absender den Na. men meines Gegners angegeben." Zeitgemäßes aus dem „Ulk". Bei Nachullrichts. „Sag' mal. waS schenken wir dem Hauslehrer, der sich um unseren Sohn sehr bemüht, zu Weihnachten?" »Ach glaube, das Beste wäre ein schönes Bnch." „Ausgeschlossen. Er hat bereits eine Bibliothek. Vom Wnchermarkt. Vom Wuchergericht sind zwei Hühner mit einem Verweis bestraft wor- den, weil sie so teure Eier legen Die Unkosten für die als Zeugen erschienenen Eierfraucn wurden der Staatskasse auserleat. Nr. 352. Gelte Karlsruher Tagblatt. Samstag, den 22. Dezember 1128 Erstes Blatt Verschiedene Sorten Schweizer Emmeuthsler ohne Rinden i» Schachteln Limdurger Camembert Tilsiter hsrü » ©(flauet am Sonntag von l-ö UHr. Run Katholische «Belgien - öttsetae fiatlStttlie. Gilauz TJi.ioa. 1. VicaenMiaft:n 86 82B Z. aus vor. :>!cch«. 811 Z. lonit. Koidcrg. £5j_823 653 990 Paklwa. 1. «ft cnfjpiial 7 500 •# Z. Gewinn . .41041-« 3. gonK-Schnl».4i)6 551 « «55 »90 » Eine Dividende kommt nicht,ur ^lu.zablunn. Karfsrulie. 17. D«- IvZZ. 3. V. Rt ibena eter A Für den Iii: ZiWllkii WMle» in 10 und 25 Stück» Ivel entoackun >en in b k>>n:u voiziia- licher Qualität Svezial- ab teitunacn: «a^l->r,edrtch- strafte S. Werdervla«, 34. 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Aul.. . ifti ito.Bwijfunl. S°oTeh.N.Raiiw. 4V S . . , 4'/j^natol.S.l . Iva " 8 " ,T B. III _ 19 13 0 62 II 16.75 146 ü 3.« 0-55 6U 30 S* ai. 13 1-5 B.Z 0 54 10 16 1) lt?6 Z? 47 053 Oe«t. Credit , Ostbank. . . > Uetehsbank. . Ithuin.Cri'dftbk. WiaaerDnnkv.. Branerrien. BnMrtlEnoa Hardt 15 „Mr.hltfi.-I'alr. 971 „ Dortm. Akt. 20 ,, Otrta. lioir 18 .. Riebeck L ■ pz. 4.5 «eieholbrllu 9.2 r. Tuch ersehe . {t Indnstrle-Aktlon. 8.5 SO 17 13 Etwnbahn-.l ktiea. Allg i.okalb. . > Hochbahn . . Lnheck-Hach. Sudd.Eis.nb.. , Baltimore. . . Schaniung . . Lombaritan . . 33 h 975 it* 355 45 Schiffahrt«-Werte. Arge-Akt v. Austral.-Aki. Hapag-Akt.. . . H. Südam.-Akt» Hansa-Akt.. . . Nord-IJoyd Akt. Ter. Elbe-Akt. 8 ! ft H 42 5 , ly s i 1.75 7-4 I .2 45 23 11 7.4 Itnn U-A litlen. Bk. f. «1. Wertej Barmer B.-^ er JBerl. Hand. Oes. Braisil. Bank . .[ Coramerebank .1 Dan». Priv. Bk.j Darmstdt. Bk. , j D. Asiat. Bankt Deutpcho tank D. Uebersee-Bk. Disc.-Koram.. . tlresdenpr Hank Ess. 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Der Kommandant deS Brückenkopses Kehl, General Michel, verössentlickt solaende Bekannt- machung: Als wohlwollende Massnahme anläßlich der Weihnachts- und Neuiahrsfeier bat der kommandierende General beschlossen, das? die Genehmigungen, die zur Einreise des unbefetz- ten in das beseite Gebiet des Brückenkopfes Kehl und umgekehrt notwendia sind, durch die Grenzkontrollposten der Strassen- und Eisenbahnstationen in einem'sehr breiten Mähe und unentgeltlich erteilt werden. Diese Ausnahmebestimmungen cielten für die Dauer vom 20. Dezember 132? bis zum 10. Januar 1024. Demnach ist also die vorherige Einholung der Einreiseerlaubnis nicht nötig. Die Erlaub- niS wird von den Kontrollposten direkt gegeben, in Ottenburg z. 83. von der Kontrolle im Bahn- Hof. Deutscher Mh oder Personalausweis mit- nehmen! Heraus mit der Remenmark! Wir hören aus Bankkreisen. das, die Nentenmark nicht wieder an die Banken zurückslieht. Die Rentenmark scheint in Brieftaschen. Ladenkassen und Schub- laden festgehalten zu werden, was dem Wirt- schaftSleben in der derzeitigen Krise deshalb von grossem Nachteil ist, weil es dadurch den Banken unmöglich ist. die von der Wirtschaft zur Weiter- führung der Betriebe geforderten Nentenmark- Kredite zu gewähren. ES ist daher iedem, der Beträge von mindestens 50.— NM. befitzt, anzuraten. seine Nentenmark zu seiner Bank zu bringen und sich don ein Nentenmark-Konto er- richten zu lassen. Die Banken vergüten bekannt- lich für Rentenmarkguthaben 0 Proz. per anno. Ehrung. Der Direktor deS Elektrotechnischen Institut? der Technischen Hochschule Karlsruhe. Professor N i ch t e r. hat einen ehrenvollen Ruf an die Technische Hochschule Hannover a b g e - lehnt. AuS diesem Anlah veranstalteten die Studierenden der Abteilung für Elektrotechnik am Mittwoch abend innerhalb des Hochschulge- bände? einen Fackelzug, der sich vom Aula- gebäude zum elektrotechnischen Institut be- wegte. Im Namen der Studierenden der Elektrotechnik dankte eand. el. Gattung dem Pro- fessor Nichter dafür, bah er sich entschlossen habe, der Friderieiana treu zu bleiben und gab seiner Freude darüber Ausdruck, indem er betonte, wie hoch Professor Richter alS Lehrer und Mensch geschätzt werde. Ter Geehrte sprach freudig be- wegt den Studenten für die dargebrachte Ova- tion seinen herzlichsten Dank aus, wobei er die Gründe erörterte, die ihm seinen Entschluß, der Karlsruher Hochschule treu zu bleiben, erle^ch- tert haben und zollte zugleich der badischen Re- gjerung warme Anerkennung für die AuSgestal- tung des elektrotechnischen Instituts der Fride- rlciana. „ .. . . Eine «an, besondere WeihnachtSfrcnde berei- tete die Nähmaschinenfabrik Karlsruhe vorm. Haid & Neu ihren allen langjährigen Ange- stellten und Arbeitern, die von der Direktion am vergangenen Donnerstag in der Fabrik- kantinü zusammengerufen wurden. Nach einer kurzen Ansprache von Direktor W a g e n e r, die in der Ermahnung zum Ausammenhalten und zum wiederkehrenden gegenseitigen Vertrauen in dieser Zeit wirtschaftlicher Not gipfelte, durs- ten nicht weniger alS 17 Veteranen der Arbeit mit einer Dienstzeit von 40 Jahren und mehr nnd 109 von 25 Iahren und mehr, also insge- samt 12K treubewährte Angestellte und Arbeiter aus den Händen der Direktion ein hübsche? Weihnnchtskörbchen mit wertvollem Inhalt ent- gegennehmen. Den Dank für diese schöne Weih- nachtsüberraschung brachte der älteste Jubilar, der über 50 Jahre bei der Firma im Dienste steht, in kurzen schlichten Worten im Namen der reich Bedachten zum Ausdruck. Spende für die Notleidenden der freien Re- rufe. Zur Linderung der Not der freien Be- rufe hat Generaldirektor Dr. Döderlein dem Oberbürgermeister eine weitere Spende von 200 Goldmark zur Verfügung gestellt. Von der Rrotvcrsorgnngsabgabe ist bis zum 2. Januar 1024 d?r zweite Teil zu entrichten. Er beträgt grundsätzlich das 1g5-mtllionenfache deS ZwangsanleihebetrageS. Wer also z. B. 100 OOO Mark ZwangSanleihe zu zeichnen hatte, hat 19,5 Billionen Paviermurk als zweiten Teil der BrotversorgungSabgabe zu zahlen. Die Zahlung ist ausschließlich bei den Finanzkassen zu leisten. Bei nicht rechtzeitiger Zahlung der Ab- gäbe hat der Steuerpflichtige zwangsweise Bei- treibung zu erwarten und empfindliche Verzugs- zuschlagszinsen zu entrichten. T'.r Sonderausstellung von künstlerischen und gewerblichen SandwerkSarbeiten für den Weih- »achtsverkaus im LandeSgewerbeomt, die zwei Räume umsaht, bietet ein recht erfreuliches Bild deS kunsthandwerklichen Schaffen? von Karls- ruhe und Umgebung. Neben Kleinmöbeln. Beleuchtungskörpern. Metalltreibarbeiten. Arbei- ten aus Zinn, Schnitzereien. Intarsien. Maio- liken. Textilien und anderen der Wohnnngsknl- tur dienenden AnSstellunasstlicken. finden sich auch praktische HandmerkSarbeiten wie Reise- taschen. Schulranzen ,'sw. Die recht vielke-tiae kleine Ausstellung bietet r. :n dem künstlerischen Gennst auch einen erf-enlichen Neberblick über eine Reibe tüchtiger, hiesiaer und benach- harter. leistunliSkähiger Handwerksbetriebe, so dah der im übrigen kostenlose Besuch besten? empfohlen werden kann. Die Ferienheime für Handel und Industrie (Deutsche Gesellschaft s. KansmannS-EicholungS- Heime E. V.) werden in diesem Winter voraus- sichtlich ihr ErzaebiraS-^eim in Bärenbura- Kipsdorf (630 Meter hoch» und ihr Heim Brök- ken-Sckeideck in dem bekannten Winterfportnlatz Schierke im Harz lk>40 Meter hochi eröffnen. Bei genügender Beteilignna kommt noch ein drittes Saus in Frage. Aufughme finden Mit- glieder oder Angestellte der der Gesellschaft an- geschlossenen Girmen. Anfragen find an die Hauptgeschäftsstelle in Wiesbaden. Wilhelm- strahe 1. zu richten. Das ReichsgeseMatt Rr. 128 vom 18. Dezember hat folgenden Inhalt! Gesetz zur Aenderung des Artikels 8fi der Reichßversassung. — Gesetz über die Erstattung von Reisekosten an Handels- richter. — Gesetz zur Verlängerung der Gel- tungSdnuer der Verordnung über Lobnpsän- düng. — Gese^ über die Erstattung von Prozeh- kosten. — Weitere Verordnung zur Entlastung Schweizer Hilfsaktion für deutsche Rot. Wieder ist es außer Amerika die freundnachbarliche Schweiz, die uu S wie im Krieg zur Zeit höchster Not beispringt, um daS Elend zu verscheuchen und so zu beweisen, dah die politi- sche Grenze keineswegs die Menschlichkeit ver- hindert. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit wird es bei der grohen Arbeitslosigkeit mit besoude- rem Danke ausgenommen, in welcher grohzügl- gen und verstehenden Weise die Schweizer sich der deutschen Not annehmen, eine Tatsache, die vielen das „F^st deS freudigen Gebens" erst wirk- lich zum Fest werden läßt. In der gestrigen Nummer wurde bereits dos Gebiet näher um- grenzt, in dem die zweite Aktion vor sich gehen soll, woraus hervorging, daß für die Versorgung nur S ü d d e u t s ch l a n d iu Frage kommt. Da- sür sind natürlich nicht politische, sondern nur wirtschaftliche und materielle Gründe maß- gebend. Es wäre unmöglich, dah die kleine Schweiz daS ganze Reich bedenken könnte. Im einzelnen erfahren wir über die HilfS- aktionen folgende?: Die „Schweizer Hilfsaktion für deutsche Not*, Zentralstelle in Bern, hat zur Zeit in Karlsruhe eine doppelte Hilfe für die Notleidenden einge- richtet: 1, Die Schweizer Suppenküche in der Hildakrippe unter dem besonderen Pro- tektorat der Stadt Basel. Gespeist sollen werden 500 Personen mittags und 500 Personen abends mit einer kräftigen Gersten-, Brietz-, ReiSsuppe usw. Die hierfür erforderlichen Geldmittel werden ausgebracht von der Bevölke- rung der Stadt Basel, besonders von den dor- tigen Frauen, und durch Zeichnen von Gutschei- uen auf eine bestimmte Anzahl von Essen. Es sind bereits geliefert: 2 Waggon Lebensmittel, enthaltend Obst, Gemüse, ReiS, Mehl, Zucker, Fett usw. Die Suppen werden für 2 Renten- Pfennige, die zur Deckung der Regiekosten be- stimmt sind, abgegeben. Besondere Bedürftige können kostenlos gespeist werden. Die Vermal- tung untersteht einer Sch w e t z e r Schwester, während der Betrieb in die Hände des Bad. FiauenvereinS gelegt ist. Die Schweizer Schwe- ster ist bereits eingetroffen. Die Küche wird ihren Betrieb am 27. Dezember ausnehmen. Anmeldungen für die Teilnahme an der Spei- fung (soweit noch Platz vorhanden) werden von den coritativen Bereinigungen der Stadt und vom Fürforgeamt entgegengenommen. Die 2. Hilfe hat die Kleider- nnd LebenSmitielversorgnng zur Aufgabe. Sie geht direkt vom Schweizer Hilfskomitee aus. Sie umfaßt die Hilfe der ganzen Schweiz für die notleidende Bevölkerung Süddeutschlands. Eingetroffen find bisher drei Waggons, enthaltend Kleidungsstücke, Schuh- waren aller Art, sowie Lebensmittel. Obst, Mehl, Zucker, Salz. Schokolade usw. Die Waren wer- den zurzeit von 40 Hilfskräften, die die „Winter- nothilse" zur Verfügung gestellt hat, im Aus- trage der Schweizer Hilfsaktion durchsortiert, um eine zweckmässige Belieferung zu sichern. Sie werden dann an die geschlossene- voraussichtlich auch an die offene Fürsorge MittelbadenS ver- teilt. Weiter sei erwähnt, Saß daS Sekretariat der Hilfsaktion siir die geistig Schassende» lmit dem Sitz in Zürich) alS vorläufige Weih- uachtsfendung für die Geistigarbeiteudeu in Deutschland, wie Maler. Aerzte, Architekten. alS erste Spende 80 Liebesgabenpakete sowie 200 Franken der Winternothilfe Karlsruhe znkom- men ließ. Die Kleider- und LebenSmittelversorguug wird von dem Schweizer Hilfskomitee in der Weife ausgeführt, daß in Karlsruhe. Frei- bürg und Mannheim Stellen zur Sortierung eingerichtet werden. Die Spenden enthalten wertvolle Dinge für die Versorgung, müssen aber erst für die Verteilung sortiert werden. Alle diese Arbeiten geschehen unter Aufsicht und bedingen eine große Arbeitslast, der sich die Be- treffenden aber gern unterziehen, da mit den Spenden ein großer Teil der Not beseitigt wer- den kann. * Am DienStag fand in Bafel eine Konfe- renz aller Deutschlands Hilfswerke der Schweiz statt. In dieser Konferenz, die eine bessere Organisation der Deutschlaudshilse er- möglichen soll, wurde beschlossen, von Zeit zu Zeit die Vertreter der einzelnen Organisationen zusammenkommen zu lassen, um eine bessere Uebersicht über daS große Hilfswerk zu ereichen und dieses dadurch in größerem Umfange aus- gestalten zu können. Gleichzeitig soll aber auch der Ankauf, in dem seder Zwischenhandel ver- mieden werden wird, verbilligt werden und durch gnechte Zuteilung an die einzelnen Ver- einignngen die Not schnell und praktisch behoben werden. der Gerichte und über die Gerichtskosten. — Dreizehnte Verordnung über die Gebühren der Rechtsanwälte. — fünfte Verordnung über die Gebühren der Gerichtsvollzieher. — Verord- nung zur Ausführung der Verordnung über daS Schlichtungswesen. — Zweite Verordnung über Postvorschüsse in der Unfallversicherung. — Verordnung zur Nbänbernng des Okkupation?- leistungSgesetzes. — Zweite Verordnung zur Aenderung deS Gesetzes über die Ausgabe und Einlösung von Notgeld. — Verordnung deS Reichspräsidenten über Entrichtung deS Gegen- wertS für auf Grund der Verordnung vom 25. August 1Ö28 nach dem 25. November abgelieferte ausländische Vermögensgegenstände. — Ver- ordnung zur Aenderung der Postordnung. — Zweite Verordnung über die Aenderung der Grundbeträge in den Versorgungsgesetzen. Unfälle. Am 20. d. Mts. stürzte ein hiesiger Mglermeister beim Anstreichen einer Küche in der Kaiserstrahe von der Leiter und erlitt einen Schädelbruch. Gehirnerschütterung und einige Rippenbriiche. Ter Verletzte muhte in bewußt- losem Zustand nach dem Städt. Krankenhaus ge- bracht werden. — In einer Fabrik in Mühlbnrg explodierten Donnerstag nachmittag zwei Lust- behälter, wobei einem ledigen Schlosser von hier ein Stück Eisen an den Kopf flog. Er erlitt erhebliche Verletzungen und fand Aufnahme im Städt. Krankenhaus.. Selbstmord. Im Zustande geistiger Umnach» tung stürzte sich in der Nacht zum 20. l. MtS. eine ledige Privatiere in einem Hause der Nel- kenstrahe ans einem Fenster deS 8. Stockwerkes nach dem Hof, wo sie früh von Hausbewohnern tot aufgefunden wurde. festgenommen wurden: ein HauSburfche von Dresden, der vom Amtsgericht Blankenese wegen Unterschlagung gesucht wurde, ein Tchlos- ser und ein Taglöbner von Lichtental, die in Baden mehrere schwere Diebstähle verübten, flüchtig gingen und sich unter falschem Namen hier aufhielten, ein Monteur von Dax'anden, der sich in ein hiesiges Hotel einlogierte und sich unter betrügerischem Borgeben größere Mengen Lebensmittel in einem Geschäfte hier bestellte und ins Hotel bringen ließ, um damit flüchtig zu gehen, ferner sieben Personen wegen verschiedener strafbarer Handlungen. Mitteilungen de» Bad. Landeslhcalers. In Hans Pfltzners musikalischer Legend« „ Pale- st r l n ii* wird die Titelpartie dargestellt von Rudolf Ba l ve. Die übrigen Hauvipartie» werden vcNrctcn von den Herren Bussard, Glah, Kalnbach, Lolchinger, Mcacr, Nentwia, PcterS. ReimerS. Warth. Wavke und Dr. Wucherviennig, low!« den Damen, Brei«, v. Ernst, v. fsabeck, Holzbaur. RvS, Stedorf nnd Weber. ES wird besonders daraus aufmerksam gemacht. dich bei den Ausführungen deS .Palcstrina" am 83. und 26. Dezember unmittelbar vor Beginn der Vorspiele in den einzelnen Akten die Türen geschlossen werden, und dah »ach Beginn deS SrielS wälirend der einzel- nen Akte niemanden Einlah gewährt werden kann. DaS Publikum wird daher gebeten, pünktlich zit erscheinen. Ebenso wird besonders daraus aufmerksam gein»chi. daß die WohltätigkeitSveranstaltung lWicdcrhvlnng deS t. SinsoniekonzerM in der Festhalle am Sonntag, den 28. Dezember, bereits um 8 Uhr beginnt. Veransl Minzen. Sonntagskonzerte. Die bereit? angekündigte Arbeits- gemeinschaft zur Wiederbelebung der Sonnt.?g-N.'ch>rit- tagökonzerte in der Festhalle ist nunmehr endgültig gebildet. Tie gibt ihr ersied Konzert am 2. WeibnachlS» fciertag. Mittwoch, den 26. d. M, Das Eritfsnnne.s- tonzert bringt ein heiteres Programm. in dem aber die Beziehung aus den Feiertag gewahrt ist. Mitwirkende lind ausser der Harmoniekavelle unter ihrem Dirigenten R u dolvh und HanS Blum, der neben seiner Tätigkeit «IS Ansager neue beitere Vorträge bringr. Ada Kugele mit Liedern zum Orchester, Anni Heu- ser mit einigen neuen Tänzen und Karlheinz K ö - g e l e mit Liedern mr Laute. Der Einheit?»?«!? ist einschliesslich aller Abgaben auf 80 Goldpsennig sest- gelebt. ES wäre zu wünschen, dah daS neue Unter- nehmen sosort ein gute« EröfsnungSvau» hat. damit auS dem Versuch sich wieder eine ständige Einrichtung entwickeln kann. DaS Karlsruh« Mariouetteutheat« bringt an den WeihnachtSfeiertagen daS WeihnachiSzaubermärchen „Tanlinde" zur Ausfülirnng. Da» Stück ist neu ein- studiert und unter Mithilfe deS Kunstmaler« Otto Eichrodt 'vollkommen neu ausgestattet. „Taullndc" ist vor zwei Jahren sür daS Karlsruher Marionettentheater von dessen Leiter D e i n i n g e r aeschrie- ben und damals mit groliem Beisall aus der alten, kleinen Bühne aufgeführt worden. Die Neu- auZstattung dürkle da« Stück wohl zu einer -rhilbten Wirkung bringen. Wie wir hören, steht Dr. Sassafras mit einigen Aussührnngen »um lebten Male auf dem Svlelvlan. Die Humoreske „Waldfrieden" von L.Thoma und ein neue» „Hans SachZstück' sind in Vorb ereitung. Kür die Kleinen kommt im Januar »Der Sroschkünig' nus den Spielvlan. Standesbuch'Ausztige. Todesfälle, in. De».: Clementine Freiin Stock- Horner o. Stareln, ledig, alt SN Jahre: Mal». Becker, Fabrikarbeiterin, ledig, alt M Jahre. — 20. Dez.: Jngeborg, alt 14 Tage. Vater Albert W o l,, Klnovorsührer; Eugenia Eiche m, ledig, alt 4l trockenes Winterwetter für die nächsten Tage in Aussicht. Folgende Einzelmeldungen liegen von Frei- tagabend vor: Herrenalb-Dobel gebiet: Starker Schneefall, 40 Zentimeter Schneehöhe, vulvrig. trocken. — 3 Grad. Nordwcstwind. Ski-, Rodel- und Schlittenbahn sehr gut. Kaltenbronn: Schneehöhe 35 bis 50 Zentimtr., S5 Zentimeter vulvriger Neuschnee, —6 Grad, Schneefall anhaltend. Ski- und Schlittenbahn sehr gut. Baden-Baden: Im Tal Ii Zentimeter, aus d"m Merkur 20 Zentimeter Neuschnee, vulvrig. alle Winter- svortbahnen vorzüglich, —8 Erad. Saud-Badenerhöhe: Schneehöhe U9 Zentimeter. SO Zentimeter vulvriger Neuschnee sei« 24 Stunden. — ß 5 Zentimeter, anhaltend Schneesall, — 5 Grad, Pulver- schnce. alle Sportarten ausgezeichnet. Schönwald: —0 Grad, starker Schnecsall, Schnee- höhe SO Zentimeter, starke Schneeverwehungen. Ski-, Rodel- und Schlittenbahnen prachtvoll. Wege gebahnt. Feldberggebiet: Anhaltend Schneesall, Schnee.» höhe SO Zentimeter, stellenweise 1 Meter, teilweise ver- webt. Nordwind. Skibahn vorzüglich bis ins Höllental. Titisee-Hinter, arten: 40 Zentimtr. Schnee- höhe, starke» Schneegestöber, Nordwind. Pulverschnee. Ski-, Rodel- und Schlittenbahn sehr gut. Halde-SchauinSland: Schneehöhe 73 Zentimeter, darunter 40 Zentimeter Neuschnee, —7 Grad, Nordwind. Skibahn nach allen Richtungen vis ins Tal sehr gut. HerzogenbornrasthauS: Nebel und wei- terer Schneefall, Schneehöhe 1 Meter, darunter bO Zentimeter pulvriger Neuschnee, —10 Grad, Skibahnen sehr gut. ?ns?doll. Berel» fllr BewesnugSsoicle. Zum fälligen Rück- spiel erwartet der V. f. B. Karlsruhe am Sonntai. den 28. d. AI., nachmittags '48 Uhr, auf seinem Svielvlat» in der verlängerten Hardtstrabe die soieltüchilge Mann- schaft de» B. f. B. Gaggenau. Der Anwärter um die Meisterschaft, F.C. Frankoula. mutzte sich am letzten Sonntag feine erste Niederlage im Spiel gegen die Guggenau« Mannschaft gesallen lassen. DaS Spiel ist insofern von grober Bedeutung, alS beide Vereine ihre Punkte benötigen, um die Plazierung in der Tabelle zu verbeffern. Vom Bücherkifch. AuS der Tiefe rufe ich ... . DaS deutsche Erwachen, von Peter Weber. Verlag Gebr. Paetel, Berlin. In dem Buch ist in erschütternder Weise das ganze Leid der Gi- genwart geschildert, wie eS sich auf deutschem Boden am Rhein und an der Mosel zusammen- ballt. ES ergänzt in zu Herzen gehender Weise die sich ständig erweiternde Literatur, die auS den Tiesen deS WemüteS deutscher Dichter und auS den Herzen solcher Männer und ffrauen der Gegenwart steigt, denen das Geschick deS Vaterlandes, sein Ringen in Not und Qual eine rein persönliche Angelegenheit geworden ist. Wie die Rufer im Streit nun das einstmals deutsche Elsaß, daS doch heute noch ebenso deutsch ist wie ehemals, nicht müde werden, so melden sich nun auch immer mehr Federn zum Wort, die Rhein und Ruhr, Mosel und Saar in heiligem Zorn befreit und all jene Separatisten hinweggefegt wünschen, deren Wirken und Streben die Kultur und die Wohlfahrt blühender Landstriche zu- gründe richten müssen. DaS Buch verkündet lebendige Worte, drum ist ihm alS Kraftspender und Rüttler der Schwachen im Interesse der nationalen Sache weite Verbreitung zu wün- schen. —a. ErinuerunaSlaud. Von Marie Harb. Ver- lag Greiner « Pfeiffer, Stuttgart 1023. Da? in eisässischem „Düifch" gehaltene Buch ist allen de- nen gewidmet, denen da? sagenreiche Elsahland mit seinen Gärten und Wäldern im Kranz sei- ner Berge immer neneS Heimwehempsindeu weckt, daS nie gestillt werden wird, weil alle die, denen daS Elsah eine Heimat bedeutet, diese nie mehr so wiederfinden werden, wie sie sie einst verliehen. So bleibt nur die Erinnerung an ein Land, da? uu? zwar politisch einmal ge- hörte, das unserer Erinnerung und unserem Herzen aber nie geraubt werden kann. Do ziehen wir denn in Poesie und Prosa, geleitet durch den Zauberstab der gefühlvollen Verfasse- rin, im Geist durch die alten Gassen, blicken wie- der in die stillen Winkel, halten vor so manchem alten poesicumwobeucn Bürger- uu* Patrizier- hauS und lauschen dem Rauschen der Wälder, das unS von einer deutschen Vergangenheit erzählt. Man lege daS Buch einem Freunde auf den Weihnachtstisch, der mit dem Elfah seine Heimat verlor und man wirb stille Freude und lauten Dank ernten. —x. Achtung! poftbezieher! Habe» Sie die Erneuerung JlireS PostabonnementS auf das .^karlsrulicr Tagblau" siir den Monat Januar vorgenommen? Vergessen Sie cS heute bestimmt nicht! Vestellmigen nach dem 25. ds. MtS. kosten Nr. 352. Seite 6 Vereinfachung im Städtischen Haushalt. Wijkdvllg der Ulm- MV ö.lküiknM. — Eniik des WmngstMlsl- und Biennjtofjamtes - Das MWml. — Eom Booeii. Karlsruher Tagblatt. Samstag, den 22. Dezember 1923 Zweites Blatt Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Don- nerstag folgende Aeschlll sse gesaßt: Die beiden im städtischen Lnisenliaus und im städtischen Hilda Hans als zwei selbstän- dige Anstalten von der Stadt betriebenen sogen. Kinderkrippen — die aber nicht mehr wie früher als Tageskrippen, sondern fast aus- schließlich zur Unterbringung von Sün«lIngen und Kleinkindern dienen — werden wegen Un- Wirtschaftlichkeit des jetzigen Doppelbetriebs auf 1. J««uar 1924 ausgelöst. Start dessen wird in einem der leerstehenden. dafür bestens geeig- n»ten Gebäude des stäidtischnr Krankenhauses ein Säuglingsheim zur Unterbringung gesunder Kinder im Anschluß an den Kranken- hansbetricv «ingerichiet. Soweit sich auch künitighin noch ein Bedürfnis zur tagweisen Unterbringung von Krippenkindern — außer den bestehenden Kleinkinderfchulen und Kinder- gärten, die erhalten bleiben — ergibt, wird das Städt. Jugendamt sür Schaffung geeigneter Gelegenheit hiefür im Anschluß au vorhandene Kinderanstalten ^Kinderkrankenhaus. städt. Kinderheim in der Südstadt. Ludwig-Wilhelm- Krankenheim) besorgt sein, ohne daß der Stadt- Verwaltung dadurch besondere Kosten erwachsen. Nachdem eine Mitwirkung der Statverwal- tung auf dem Gebiet de Vrotverforgung weder aufgrund gesetzlicher Borschriften noch nach Lage der wirtschaftlichen Verhältnisse länger nötig ist, wird das städtische Nahrungsmittelamt auf 1. Januar 1921 aufgehoben. Dem langjährigen verdienstvollen Leiter des NaHrungS- mittelamtes Kaufmann Carl Bender, spricht der Stadtrat aus diesem Anlaß Dank und Aner- kennung aus. Gleichzeitig wird das mit dem Nahrungsmittelamt verbundene Brenn- st o s s a m t, nachdem die öffentliche Bewirtschaf- tung der Brennstoffe restlos eingestellt norden ist, als gegenstandslos a u s g e l ö st. Das gleichfalls mit dem Nahrungsmittelamt ver- bundene städtische Preisprüf ungSamt wird auf deng leichen Zeitpunkt mit dem Städt. statistischen Amt vereinigt, ohne daß dabei eine Personalvermehrung dieses letzteren einrtitt. Mit der Frage der Aufhebung des städt. Mi l ch a m t e s nnid Übertragung der städt. Milchzentrale aus eine zwischen der Stadt und der landwirtschaftlichen Hanptgenofs^nschast zu bildenden G. m. b. H. wird sich der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung befassen. Durch Veröffentlichungen in den Tageszei- tungen erhielt man Kenntnis, von der babsich- tigte Auflösung der vorerwähnten Krippe n, die nach Informationen von zu- ständiger Seite schon lange nicht mehr den Cha- rakter von Tageskrippen hatten. Wenn die Auf- Hebung vom Städt. Jugendamt und Bürger- meisteramt ins Auge gesaßt wurde, so geschah das selbstverständlich unter Beobachtung der Verantwortlichkeit den Kindern gegenüber. Alle drei Kinderheime wirtschafteten selbständig, und es ist klar, daß der Gesichtspunkt der Nentabi- lität mehr oder weniger außer acht gelassen werden mußte. Als der Bad. Fraunverein die Krippen nicht mehr betreibe» konnte, wurden sie vor drei Fahren von der Stadt übernominen. Allmählich hat sich das Bedürfnis nach Tages- krippen vermindert, und die Anstalten entwickel- ten sich zu Kinderheimen, in denen Tag und Nacht Säuglinge untergebracht wurden. lDie beiden Heime, die aufgehoben »verden sollen, waren schließlich nur noch mit acht Kindern be- legt, mit denen die Einrichtung als Tageskrippe natürlich nicht aufrecht erhalten werden kann.j Die Krippen waren vom Standpunkt der Hn- giene nicht immer so, daß man ihren Betrieb mit gutem Gewissen als durchaus einwandfrei ansehen konnte. Für die Unterbringung im Städt. Krankenhans — genauer gesagt, in einem freistehenden Gebäude dort — wird gel- tend gemacht, daß eine größere Wirtschaftlichkeit zu erzielen sei und das? die Vorteile einer mit allen Errungenschaften der Neuzeit ausgestat- teten Anstalt auch dem Kinderheim zugute koin- men wüoden. Namentlich in de» Fällen, nx> bei Erkennen von Kinderkrankheiten sofort die Jsoliermethode angewendet werden kannn. Auch die Verbillignng darf nicht vergessen werden. Im Krankenhaus stehen soviel Uttterbringungs- Möglichkeiten zur Verfügung, daß z B. die Auf- nähme nicht beschränkt zu werde» braucht. Sollte ein verstärktes Bedürfnis nach Kinder- Heimen eintreten, so wäre es möglich, diese in Kinderschulen oder Kindergärten einzurich- ten. Der Abbau der verschiedenen Aemter ergibt sich aus der Zeitlage. Etwa 15—10 Beamte ha- ben dadurch kein Betätigungsfeld mehr. Das Nahrungsmittelamt konnte bekanntlich im Herbst zur Zeit der Kartosfelnot uoch einmal feine Existenzbere^tigung. und die Gerechtigkeit gebietet, die segensreiche Wirksamkeit hier an- zu erkennen, zeigen. Es ist erfreulich zu wissen, daß die Stadt eine Reserve an Kartosseln zur Verfügung hat. Mit der Verteilung nach Be- darf find die Gewerkschaften betraut. Die städtischen Bäder sind auf dem Punkt größter Wirtschaftlichkeit angelangt. Die Preise nähern sich dem Friedensstand. Gegen- über anderen Städten sind die Preise hier er- heblich niedriger. Ei stärkerer Besuch würde aber eine weitere Verb'lligung bringen. Das Wasser im Schwimmbassin wird durch eine Bor- richtuug so gereinigt, daß es fast dem Trink- wasser gleichkommt. Sie erspart, weil das Becken nicht so oft durchweg neu gefüllt wer- den muß. der Stadt jährlich 2000 Zentner Kohle. An 2700 Volks- und Mittelschüler wurden im Vorjahre im Schwimmen ausgebildet. Fast sämtliche der 8. Klaffen können schwimmen. Bei Verwendung von Jahreskarten ergibt sich ein Rabatt von 20 Prozent. Man darf also er- warten, daß sich der Besuch weiter hebt, und so eine Schließung am Montag zur Ersparung von Heizmaterial nicht nötig wird. Briefkasten. O. 28., Baucrbach. Die Poftfachgebühr betrug An- fang November 2 M, Mitte November 4 M und Ende November 16 Jl. Stau P. In M. Ihr? Anfrage ist In juristischer Beziehung aujzerordentlich interessant. Wir neigen zu der Ausfassung, daß Sie die Raten der folgenden Jahre in Goldmark zahlen müsse». Wir wollen es aber nicht unterlassen, daraus hinzuweisen, da& man, um ein sicfic. res Urteil zu haben, die ganzen Umstände des Falles kennen sollte, vielleicht käme man dann zu einem andern Ergebnis. Geschäftliche Mitteilungen. Das FeiertaaSbier. Unserer heutigen Stadtau klage liegt ein Prospekt der Firma Sinner ZI.G. bei. den wir der gefälligen Beachtung unserer Leser emvsehlen. m Carl Diehl 38 WaldstraOe 38 Fernruf 736 Karlsruhe Fernruf 73s M k ™ sü fluni» II»»!« ig? Passende Weihnachtsgeschenke in111111111111111111]111111■ 11■ 11111111111ii1111aTnimiiiniiiiiiiiiin empfiehlt in G Ectitsm Schmuck - ElfenMn - Eheringen ü ® Bestecken • Bonbonnieren - EiiwHIegarnitiiren W I RsguSaSaure — Wecker Küchen-, Büro-, Kalender-. Schreibtisch-, Salon-, Reise-, Armband- und Taschen- Uhren in sämtl.chen Ausführungen. ' Spezialität: Große ' ■ ■ C von einfach bis S t a n d- Kamin Billige Lebensmittel Kokosfett Tafei . . Kokosfett offen . . Margarine Pfund . Feinstes Tafelöl Ltr. 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Dialo-iissen^ianSkirche. 10: Psr. Sibler. Abends au» Karl-Frledrlch-Geda-btniskirchk fStadtleil Mühl- turgl. 8^.: Frühgottesdienst. Stadtv. Diirr. V-iiur Stadiv Türr. 5« 11: Kindergottesdienst. Stadt, viknr Dürr. VA: Weihnachtsseier d-r Kinder- fmule. Dnrl-ude» (neues Schulhaus». V&: WeihnachtS- scicr des IugendgottesdiensteS. Stadtv. Dürr. Beiert beim. 'A10: Stadtv. Münzel. -411: Kin. dernattesdlenst, Stadtv. Münzel. Riivvnrr. «,10: Sauotgottesdienft. Pfr. Stein- mann. 1: Ehristenlehrc. Pfr. Steinmann, v..! ."' °ntag. den 24. Dezember. Stadtkirche. 5: Sit. Weihnachtsfeier. Pfr. Herr- lttftnn. Schloßkirche. 544: Kinderweihnachtsieier. Fohanneskirche. 6: Christvesoer. Pfr. Mayer, istlmann. Cliristkeier, Pfr. Hemmer. Iiis " ' " ^ Si *' L , "V l»e VUllMtv*. ,'eier'" 'anölirche. 5: 1. lit. WeihnachtS- f,„?„ a i tl * 5 c rleS ii dl frf 4s6 . ä ' 6>' Tonntan, vorm. 10: Predigtgotteß. dienst. — Zltontag, abends 5: Cbrjstvelver **' "" '' fötaieittidjafl. Beiert- >. vorm. V410: Predigt. ""'"aßlfifbur^ 6 de^Sonntagsschu^e' Äi: Predigt tö ' traKC 5 - Sonntag, abend« FticftuaHiiS« der Melh. Gemeinde. Karlstr. 4!>k. Sonntag, vorm. MIO: Prediat. Pred. J){ürfer. it* sonntagsschule. 4: Iugcnd-WeibnachtSgvtteSdienf^ Katholische Stadtgemeinde. Stadtkirche St. Stevlian. biB: Frühmesse: 6* fSi J"','. äldoentetomm. der Männer und hSu« »SSxjfe)"- 'Zuckte zur Unter. Amt'' Vt«zcuu «vlavelle. Vm: 61. Mefle: 8: 7 >,J; ^?'?!'°^uskirche 6: Frühmesse. iHoritc: viii- öeutsche Singnielie mit Predigt: A'IÜ. ^icotfit und vvchamt: VM: ^iuberaDttfA. dienst mit Predigt: 2: Thrillen lehre für «tädcheu: Atoratt ^ Advent^andacht. — Montag. 7: bl. Messe fta ss Ät »n sn^f'- u: -tiorateamt: 7: beil. Meile und Adventoromm. deo christl. Müttcrver- eins und der übrigen Frauen: t>; deutsche Sin, mefic und Predigt: VblO: Hauptgottesdienst. ö'nrt amt und Predigt: V4I2: lllitiii i rftnft.&.si.».r. Pr «Ii ä)i «....v.*....v ..... sür die iiucoiu. Geist»icheni. «Howia - ilviibet« - tirau .enbeim. GottesdienN iciiit aus. Nächster wieder am 6. Januar l ')°4 >L.t. Peter- itiio Pan.ö^»rche. ti' iRuratenirt* £nuuJ?fiJS''hiI ä 5i H" i>«mitien voni Peter-' und Paulvplav bis Aork- und «lücheritratze: 8: dem» j5 ] e , "'if, Pt^fint: V>lu: Predigt und Hi \i Kindergottesdienst mit Predigt: - Montag. ^-dig^Adventsanoacht und Segen. * 9: b-"t> m.? t vrtöi ! u t0nttn!,anB ' V48: Rutsche Sing.nesie veiiiB =Gntt =»ii(f)( «Daxlandenl. 6— S: Seicht- Seicgenheit: %?: Kouimunionmesse: «: öeutnue mih'iS't' io ? lm ' mil predigt: 2: Advents- eil, « ii » . Berlaiiimlnng tur den MütlcitKr- ein mit Vortrag und Andacht. — Montag, von » bis 7: Ä.milaeleaeiihetl. B " et. «oicsötiraie (Gtiiiuutafcl). >47—!48: Beicht- eteHetibeit: Va«: »ruhmesse mit Advenistomin. ^ i n a i'i ftn ^ cr: ' 2ltJ: Ämt mit Predigt »ad .^uerlollekte lur arme ^.heotogen: Uli: yiiriften- v Madchen: 11 vis 12: Bortomaus- V'^'^MEftuiide: 2: Advcnteandacht: 5: Noten- nnrint " ^ t . 1 , — Montag. 7: Bigilamt: nachm. 4—t: äbiidjtaelcgcnijeit. ttl. Ntfo.aitckiraie (3iiii.«itrr). 0—7: Beicht- gclencnfteit: ,: Aruumene mit Adventtkomm. oer Männer unO Junamäniier: U: Amt mit Predigt: Aü^,Mristenlebre snr Jünglinge nnd Mädchen •i: Adveni^anoacht. ' ®1. Michaclslirchr IBcierlhcimI. 6: »eicht- aiv- 7: ^!°ratea»it. zugleich Advents- komm, der Ptauner und Jungtinge: 8: deutsche Suinmesie und Predigt: tili): »auotgotteSdieiili "?u Predigt und vvchamt: W2: telirifteiilchie für die Mädchen: 2: Adventsandacht. — Kollekte für Äe^otdung der Seelsorger. ti.. bell Mt' tatijotiidie Stadtgemttnde. Aufcr4tcliuuaS. lrche. 10: deutsches Hochamt. Nachm. 'vö: E-iNft- elcherung »Ul Kripvenlvlel. .Kirche .lein lihrttt i«a i'ellweu der levieii Tage isviienurane 7» Ein« Vcffiiiflftr.» Sonntag, vorm mw un i> naa.tn.31lbt Mittw abdS 8 Uhr Nenapoltolische Gemeinde. Ganensti 10-, Got- teSdlenste Sonnlag vorm. »>/--. nachm 4. Mitlwoch abend « Uhr. Hiueigaemeinde: Uhlandktl. 0, ebenso. Zweites Vlatr Karlsruher Dagblatt, SamStag. den 22. Dezember 1928 Nr. 852. Seite 7 ltvirtschafts-unö Hanöels-Mtlms Die Goldmark am 21. Dez. berechnet nach dem amtlichen Berliner Dollarbriefkurs, 1 Dollar — 4.20 Mk. > Vorkriegswert, 1 002 500 000 000 Papiermark. Goldanleihe (1 Dollar) 4200 iMilliarden Doilarschatzanweisungen4200Milliard. Fi arklarier Börne. Tendenz: fest. — Frankfurt a, M„ 21. Dez. (Drahtber. unseres Frankf. Handelskorrespondenten). Die Börse zeigte heute bereits Feiertagsstimmung, was namentlich aus dem schwachen Besuch kenntlich war. Bei Eröffnung setzte eine feste Stimmung ein, die aber in der zweiten Stunde einer schwächeren Haltung Platz machen mußte. Eine Stütze bot dem Markt der andauernd flüssige Geldstand. Der Satz für tägliches Geld im Scheck- tausch wurde auf 1 Prozent festgesetzt. Nachfrage bestand namentlich nach Montan- aktien und Elektrowerten; auch einzelne chemische Aktien waren höher verlangt. Im späteren Verlauf haben sich die erhöhten Kurse bei ruhigem Geschäft gut behauptet. Am Montanmarkt waren vor allem Kohlcnaktien stärker gefragt. Die Mitteilung in der Generalversammlung, wonach die letzten Monate große Verluste für die Mansfelder Aktiengesellschaft gebracht haben, blieb ohne Einfluß auf den Kurs des Papiers. Ober, schlesische Montanaktien waren vernachlässigt. Von chemischen Aktien haben sich die Werte des Anilinkcnzerns sehr wenig verändert. Vereinzelt setzten die Werte zwar etwas höher ein, gaben aber im weiteren Verlauf wieder nach. Größeres Geschäft entwickelte sich in Th. Goldschmidt- Aktien. Ferner waren Scheideanstalt begehrter. Lebhafte Nachfrage bestand bei Elektrowerten, von denen die Werte der Rhein-Elbe-Union im Vordergrunde standen. Feste Haltung bei Bankaktien zu beobachten. Auch österreichische Werte konnten im späteren Verlauf ihre mäßigen Gewinne nicht behaupten. Schiffahrtsaktien waren Weiter begehrt. Autoaktien haben sich nur wenig verändert. Zellstoff-Aktien waren fest; an der Spitze standen Aschaffenburger Zellstoff, bei denen sich die seitherigen Meinungskäufe fortsetzten, so daß sie sich von ihren letzten Rückgängen gut erholen konnten. Am Rentenmarkt mußten sich die deutschen Anleihen neue größere Kursabschwächungen gefallen lassen, da von Regierungsseite immer wieder jede Aufwertung abgelehnt wird. Von Versicherungsaktien gaben Frankfurter Allg. Versicherung trotz günstigen Rechnungsabschlusses stark nach. Nachbörslich wurden die Aktien wieder mehrere Prozent höher gefragt. Im Schliißverlaul gestaltete sich die Tendenz wieder ziemlich fest Vereinzelt wurde realisiert. Am Einheitsmarkt überwogen die Kurssteigerungen. Der freie Aktienverkehr hatte stilles und lustloses Geschäft, besonders anfänglich wurden Realisationen vorgenommen. Bezugsrechte: Schleußner 1.20 fminus 0.30) Bill. Prozent, Barmer Kreditbank 1.5 (unverändert) Bill. Proz., Elberfelder Kupferwerke 340 (plus 30) Milliarden Prozent. Wertbeständige Anleihen im Freiverkehr: Walchensee - Goldanleihe l°/s—l^s Bill, pro Gramm Feingold, Festwertanleihe l'A Bill, pro 'Gramm, Rhein-Main-Donau-Goldobligationen 2'A—2% Bill, pro Dollar, Neckar-Goldobligationen l '/s—2'U Bill, pro Dollar. An der Nachbörse Wurden notiert: Holzverkohlung 16 bez. G. Am Devisenmarkt hat das Angebot zugenommen, nachdem sich die Markstabilität auf der Basis der Einheitskurse auch im Ausland behauptet und dringender Geldbedarf 2um Ultimo zur Abstoßung von Devisenpositionen rötigt. International blieb Paris schwach bei 81.50 gegen London. Am Geldmarkt war 14-Tage-Geld 12 bis 13, Monatsgeld 35 bis 37 Prozent. Die nächste Vollbörse findet am Freitag, 28. Dezember statt. Eerliaer Börse. — Berlin, 21. Dez. (Drahtber. unseres Berliner Handelskorresp.) Am letzten Börsentag vor dem Feste regte die Auswahl von Goldwerten zu Käufen von Wertpapieren an, wobei der Begehr sich besonders auf solche Effekten erstreckte, die gut fundiert sind und bei denen man sich nach der Goldbilanzierung am Ende dieses Jahres eine gesunde Anlage verspricht. Infolge dieser etwas regeren Nachfrage war die Tendenz freundlich, weiterhin aber, als die Kaufaufträge erledigt waren, wurde die Tendenz auf dem ganzen Markt wieder schwächer. Verstimmend wirkte das Anziehen der Geldsätze. Im allgemeinen hiel'en sich die Umsätze am Effektenmarkt im weiteren Ver- iii .. ; Wi'iIT.7 " 0, o VX-TX r, 4>J,läMer " 5 % Dtscii. ßeicüsanl. " „ re: :: Deutsche Prümienan!. 5*/© Pr. Schatzan.1921 3% - . .. 10« 4 °! 0 Preuß. Consols . :: :: : 4°/o Ea''»n von 1901* - „ von 1008.1809-14 von 1919 . . . . R'/j <% abg?st .... »'/, °/o von 190a, 1901 Radenwerk 4 Bayern •"i> "Vera .... ü " d Davrrn 4 % Pfalz. E.B. Prior. 8, /| °!t » ii Co;:v. »«o 4 % Hessische v. 1839 4 «!„ Reihe 1«. Vit o/o abgest 3 l 't «/o »% 5 ®/o Warttembmrer. 4 Vi ®;p von 1«*; 35 . . s>U ou von 1903 u. ff. 4 »Jo Slehs Staate aal. 8 °/ 0 Bich«. Kente . . 4°/n fl.* , ehnt.R^eMn!. Zwangsani, (in MM) 19. 12. 33 420 2 >6 975 810 21.12 20 590 2ub BOG 0-3 225 300 400 500 500 300 400 OisUoato Ooaimandtt Dresdener Banli . .. MotaUbaak Mttteld. Creditbank . Oeeterr. Undertmak Pfalnisc'ie Bank . . . Rhein. Cr«dltbank . . Rndd. D!skonto-0«s.. Wiener Bankverein . Worttbg. Notenbank 19 12 25 2.8 3.25 6 b 0 575 Fremde Werte 5 % Silhermeslkaner 5 Qo'doiexikaner U % ., Tamaapllas 6 % Tehnantepec. . . 4>,°jz 4 % MiiBonri Pacifio . Tarlten unifiziert 6 0| 0 tnmänen v. 1"01 jo^tesn.u. Kerzegw. 56 25 k 12.5 \ Hanken 850 55 Radist&e Bank Berg. Mürk. Industrie- Bank D&rm»t&dt«r Bank. . Uenucne Bank.... 24 12.5 9~ 12.5 20 9-5 Indnxtrien Affler St Oppenheimer Almnio. Neuhauseu . Armatur. Klein .... Asca.iff. Zellstoff... B.id. Anilin ..... Päd. Uhrenfabrik .. B. Masch. Badenia. . Baltimore and Ohio. Bang. Ph. Holtmann. Baug. Way« JtFreitag Ben» Motoren .... B'ei- und Bllberbfttt« Braubach Bnohumer H-uSstaM • Brauerei Wolle.... Traun Pfeddersheim. Dühring i. Luab.. . . Chem. Alherturerke ,, 0. & Silberoch. . Grleaheim . . . _ Hiebet , Weiler ter Mer I»a!w!er Jlentsche Petroleum , X)yckerUoff & Widm.. glsenwerk« Kaiserei, berfolder Farben . gektr. Liehtu. Krsft B&aser Baumwolle. Emag Frankfurt . ., Paber & flchleiehcr » Feinmechanik J etier «Zehr. Junghans .. . Oebr Adt ....... Gebr. Fair ...... Gelsenklrehen .... Gr an & Bililnger . . . üummi/abrik Peter • Haid & Neu Hanfwerke Fussen . llarwner Hedtornketm. Kupfer goch und TM . . . . ol*verkohlttRJ . . . •>na« Julius Sichel, Mainz 50 26.5 27-25 15 1^6 4.5 6 7.5 18 25 47 25 20 19 4-2 & 3 25-9 V 098 4 48 10-9 & 5 17 15 15 75 7 3.4 14 21. 12. 18.5 b 3-1 Ö06 8-5 28-5 28-5 1-5 35 4 5-6 7_ 1-8 53 2u-5 Ü 6 4-6 22 3.5 II C-98 37 50 15 I 72.5 1.4 15 1J.5 r 3-4 16-4 43 8.25 K&rarag. K&lßerelaut. ÜLauraliQtte ...... Leciiwerke Lederfabrik 8n!c>arz Lokomotiven Kraaß . Ludwlgsh. Walzmahlo Mansfelder Kuxe .. Mainkraft, Maschfab. Karlsruhe Masohfabrik Darlach Maschfanr. öritznor . Maech. Eßlingen . . . „ Pokomy & Wittek. Moenns Maschmen. . Oberurse! Oleawerke PfSlr. Nahm. KayscT Pinselfabr. Nürnberg Porz .-Stein gut Wessel Jlheln Elektra .... Rodbers Eütgers-Werke .... Walzwerk Hellbronn ßchlinclt & Co ßchnellpr. Frankent. Schramm Lackfabrik Schuhfabrik Herz . . Feilindustrle Wolff . Binalco Ptoeckicht Gummi. . Blldd. Metall-Aktien . Spinnerei Ettlingen . Tellus Bergbau . . . Trikotw?b. Besigheim V erlagsanst .Deutsche Voigt & Haffner . . . Voltohra Kabelwerk . Uhrenfab .Furtwang;!. Wappgnn-Fabr. Fuchs W ürtt. elek. Qesellsch. Zellstoff Waldhof . . Zement Karlstadt . . Zementw. Heidelberg Zuck erfahr. \Vagh. . „ Franken th. „ Heilbronn . „ Offstein. . . . Stuttgart. . » Kneingau , (Dividendenpapiere und ausländische Anleihen in Billionen Prozent, auf Mark wutende festverzinsliche deutsche Anleihen In Milliarden Prozent.) 19. 12. 21.12. 11-5 - 26-5 10 4.5 12 58 n 13 5 'ii S» 18-5 b 1.5 18 55 78 ü 4-2 32 9-7 975 4 11 12 5 181 i 6 21-5 5 & 5 3-25 II 26 5 1 5 lh 150 5 5 22 5 2.2 4-6 20.5 5^25 6 5-25 1:1 2-95 85 11.5 14 S 9 7.6 9-75 17 ff 10-5 85 1P-5 10 ab in Frankfurt a. M. erscheinende Radio-Umschau bereitet für diese Tagung Sondernummern vor, desgleichen die Zeitschrift des Meßamt» und der Hamburg-Amerika-Linie, Der Bund. Die eigene Sendestation der Südwestdeutschen Rundfunkdienst-Gesellschaft in Frankfurt a. M. wird anläßlich der Frankfurter Frühjahrsmesse in Benützung genommen und den Ausstellern der Radio-Industrie auf der Frankfurter Internationalen Messe die Möglichkeit geben, ihre Apparate in den Messestunden praktisch vorzuführen. Nähere Mitteilungen folgen. Auskünfte durch das Meßamt Frankfurt ft. M. Berlin, 21, Dez. Kartoffelnotierung im Großhandel heute 50 kg zu 1.85 Goldmark. Hamburger Altmetallmarkt» vom 21. Dez. Kupfer 55—57, Rotguß 45—46, Messing, leicht 32—34, Messingspäne 31—33.10, Messingguß 35—38, Blei 21 bis 22.10, Zink 22—23. Devisennotierungen: w. Berlin, 21. Dezember. MM <= Millionen Mark TM =» Tausend Mark die Einheit. 21. Dezember. Brief Amsterdam Buen.-Aires Brüssel . . Chriötiania Kopenhag Stockholm Helsingfors Italien . . . London. . . N^w-York . Paris . . . Schweiz Spanien . Lissabon . . Japan. . . . Rio de Jan. Wien . . Prag . . . . Jugoslawien Budapest. . Sofia . I 20. Dezember. Geld | Brief 1596000 1504000 <1346625 1 1.153375 192B18MM i 14COO 1844600(1 4189500 221445MM 7--2165MM !5 r -&620MM >14980 MM 1503 ?5MM 199^975 39S99;:MM 60150 TM 125315 MM 473bÖ MM I 481 '0 MM 219450TM ; 220550TM 30423 TM i 30577 TM 0«1u 1595000 1346525 18 5 '8MM 626-iGCMM 751U8MM 110378J 102742MM 183540MM 18 554: 00 4199500 216458MM 732 65MM 551620MM 14962-.MM 195510O 395310MM 59850 TM 6Ö1SÖ TM 1^69°MM 124310 MM 47680 MM 4/9->0 MM 21955 TM 220550 TM 29426 TM .29575 TM 1604000MM 1353375MM 189472 MM 629570 MM 754832 MM 11G9?20MM 11.3258 MM 154460 MM 18446000 fe°JS 7 35835 MM 553380 MM 150375 MM 19619 0 l» M - M päi i ! gon: Am9t frdare-Rottor.iara 6%, Ruenos-Aires -% f" ZSy'tr,V ''bristlania — °fo. Kopen agen l&C Stockholm S00;„, Helsmgfors Italien 50 % London IfiU >, Paris 7%.Schwei« 10 «/„, Spanien -«A p!5? Oi - / 0 ' ,' ai i ß o d0 Jar,eIro —'In- Wien —0, 0 Prag -o/ 0 . Jugoslavien — o, 0 , Budapest — Soda - o t 52 52 2-6 2.9 5-3 11 16bu. 3bbei. 3 75b«. 5.5b«. 2b«. -b«. Unnotierte Werte. Mitgeteilt von Baer&lSlend, Karlsruhe, Karl-Friedr>cli8tr. 26 Alles circa In Billionen Mark für nom. 1000.- oder je Stück: Adler Kali .... Ap» Bad. Lokomotivwerke Baidur ... . . Becker Kohle . . . Becker Stahl . . Benz ' Brown Bovert . . Con tin. Holz verwertnn g Deut«che> Lastauto Deutsche Petroleum . bermania IWnoleum . 6rindler Zig rren Groükraltw. Württemb. Hansa Llovd . . . Heldhurg Vorzugs-Akt. ina^ ...... Itterkraftwerke Kabel Rheydt . . . Kammerkirsch. . . Karstadt .... Knorr KrligershaU .... Lande8wirtschafts8telle für das BadischeHand- werlt . . Melliand Chem Meurer inrit/.metall . Moninger Brauerei Otfenburger Spinnerei 250 110 12 5 ! !s 30 % 210 Ä 20 35) n w 25 65 110 11 30 20 Pax, Industrie- und Handels-A.-Ö. . . Peter«bgr. Int. Kastatter Waggon . Rodi & Wienenberger Schuvag Sichel Sloman Tabak-Handels« A.-G. Telchsrräher ... Textil Mever . . . Turbo-Motoren. . . Ufa Zuckerwaren Speck . Wertbeständige Anlagen: 6°u Kad Kohlen w.-Anl. 6% Mannh. 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Seite 8 Karlsruher Tagblatt. Samstag, den 22. Dezember 1923 Bekanntmachung. Slullgart-Veriiner Verfilherunxs-Aktien Gesellschaft. Mm Frettay. de« 2». Te,en»i>«r. vormittags r dem Sto arial« &ierSniS«SruitM*ttd: 9 Uhr iutrö vor i Cflb.'üfr. 2834, 2» 09qm .ftofrtite mit Eeliäuden. HiiuS «uifenfirage 29. Et uerwert S70UU-— üJif. äffcntlidi »evltcln tt. SDfinbeftfle. ot: SN»» Gold-Mk. Die ildriaenVcrstciaerunqsbcdinaunaen tönne» aebübrenirei biir. Kailerstratze 184. 1. Stock, Zimmer 2 eingesehen werden. Karlsruhe, den 21. Dezember 1923. BadischeS Notariat II GnMliotnig beim MuMm. DieVerbSltniszahl sürErmäßiaungen b.-imSt<>uer- abzua betr«gi ab 2S. Dezember d. I.Sechshundert» tausend Die Anzeigt der Firma Hiimmerle » Mrver» das, fte für obige Ge- könnte zu dem Jahren l-reiftaat lelllchalt au» die ^euerververlicheruna übernommen habe, Mivverstandnis Vrrantasiuna neben, als ob die von mir leit viele verwaltete BezirkZdirektiou der Stuttgart-Berliner sür den Baden aus genannte Sirma übergegangen wäre. Dies ist nicht der Fall, vi'lmeSr ist erwSbnte Firma ledialich in lebterer Zeit ermächtigt worden, auch Fener-Pcrstchernngen, dir nach^ . Sei'Ufi dr> der riväbnte Firma N. . 1 ■ WWW »chernngen, dir nach Person und Sache seither no chas» bestände , Kaden» neu abzuschli tze», ebenso wie Nicht .larlSrube, den 2l. Dember IS28. Die Si»au»iimter Stadt und Land. faniiroprrM Sonder-flussttilllng non künstlerischen und gewerblichen Sisndwerdsarbriten — für den Verkauf. — Besuchszeiten: Sonntags von 11—I und »-5 Uhr. Än «erktatien von 1»—12 u. 2—4 Uhr. Eintritt srei! »wischen den Stuttgarter Berftcherung^-Bereinen und mir ein gleiche« Äb- kommui lür Levens-. Unfall- und Ha>tvÄ'lcht»UerficherunAen betroffen wurde. Die «erwaltuna meines seitherigen «ersicherungS-BeftandeS unter«if»t nach wie vor mir. Zugiei i) teile ich mit. dah ich vom I. Januar k. IS. ab b .'N bewährten Cfcert.Jücltqr meiner Geseiischast, Herrn Äiix «tändle, als Teilhaber in mein Geschalt ausnehmen und dasselbe von Neujahr ab unter der Firma W. Rothermel & Cie. «> e 'Httii6ten werde. Die Prokura meines langjährigen Mitarbeiters, Herrn Karl Pavtt bleibt auch unter der neuen Firma weiter bestehen Sowohl sür die Ken «vie »Ur A« rühr, Einsruchdiebttaht-, F»hr,eugn«satt° ml TranSvortverftcherunz, serner für Hasivflich .. Unfall- und LedenSverNcherung halt ich yur Umwandlung bestehender, seither ncherungen in Goldwährung und zur fiten ' " ... mich zu meinem jesorgung ium Äbschluh neu r, wie Bestände oeöiitiper Ber- aUer sonstigen Agentur- ngeiegenhciteu bestens cmpsoblcn W. Rothermel, Bezirksdirektor für Baden, Dou->lasitrane 1«. Kernsprecher 47517. Sl. Idealer Sportplatz Jll Prachtvolle Rodel- i" und Skibahnen Schlitten - Partien. Sonntag, den 23. Dezember 1923 Extrazug Abgang 10 Uhr vormittags Albtalbahn. — Sonntagsfahrkarte giltig. — Gute Unterkunft und vorzügliche Verpflegung. Bahnhotel, Hotel Post, Telephon 20 Telephon 3 Hotel Sonne, Cafe Harzer Telephon 6 Telephon 21. nriDCi 720müber l8#U?ÜSC I» dam Meer Bahnstation Herrenalb, 20 cm Neuschnee. Hotel „Sonne", Dobel. Gold- und Siiberwaren Tatelbestecke empfiehlt auf Weihnachten Christ. Fnnkle, Goldschmied, Karlsrah*. Kaiserps«ige 7. 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Nicht seine Schwester! Nickt Väterchens Kind — nicht der heiftaeliebien Mutter Tochter wie Griedel! Ein fremder Eindringling, rechtlos, blök aus Gnade und Barmherzigkeit auf- erzogen . . . Warum? O warum hatte man ihr dies ver» schwiegen . . .? Sie fuhr sich über die Stirn, versnckte zu den- ken. All daS mustte doch einen Grund haben...? Klaus von Wieckfeld — so Olef? ja der Bezirks- Hauptmann von Bruck, mit dem sie einmal im Auto ans dem Ullnauergraben gefahren war. War das ihr Vater? Und wenn — warum lebte sie nicht bei ihm? Warum hatte ihr niemand je von ihm gesprochen, er nie nach ihr aesragt? Der Kops schmerzte sie vom Denken, aber Ant- wort sand sie keine aus diese Kragen. Nur eines suhlte sie: Es nwr da ein Geh.imniS, das man ihr absichtlich verbarg. Vielleicht aus Li:be, viel- leicht aus Mitleid. Darum hätte cS keinen Zweck gehabt, Lobenstreits danach zu fragen. Und dennoch: Wissen mußte sie es! Jetzt, nach- dem der Zufall einen Zipfel davon gelüftet, hätte sie in alle Zukunft keine ruhige Stunde mehr gehabt, wenn sie nicht die ganze Wahrheit er- fahren haben würde. B?sah sie denn nicht auch ein heiliges Recht daraus? . . . AIS Friede! heimkehrte, lag Lotte im LZett. D^e Vorhänge waren herabgelassen, das Zimmer dunkel. „Ich Hab' so elende Kopfschmerzen," mur- melte Lotte mit blassen Lippen. alS Friede! be- sorgt fragte, was loS sei. ..Viite. entschuldig!: mich ben, wer ihr Vater war — da er doch lebte Denn es konnte kaum ein Zweifel dar- über bestehen, daß der Bezirkshanptmann von Bruck ihr Vater war. Dankbarkeit, Liebe und Zärtlichkeit traten zurück vor solch bitterem Gedanken. Und iedeS scharfe Wort, daS Bertie je gesprochen, siel i5.r in diesen Tagen wieder ein, trieb seinen S'achel tiefer ins Herz und schien ihr nur auf eine Art erklärbar: Berti? iah in ihr eben nnr den Eindringling, dem er den Platz im HaitS nicht gönnte — so wenig wie die Liebe der Mutter. „Nun. ich werde ihm nicht mehr lan<;e im Wege stehen." dachte Lotte und Immer ßärker wurde der Wunsch in ihr. Erlsbach so Sml& atS möglich zu verlassen. Ohne Verdruß, ohne Er- klärungen. Und a!S käme der Himmel ihren Wünschen entgegen, so schrieb gerade in diesen Tagen Käthe Kalkgräl?er an sie. ob sie nicht sür ein paar Wockzien zu ihnen kommen könnte, da Frau Kalkgräber die Hand verbrüht habe. sie. Käth' aber und ihre Schwester zu einer Tante nach Berlin eingeladen seien. Lotte wisse ja — die Erbtante, Fran Kvmmerzienrat Schnitte, von der sie beide so viel silr ihre Znkunst erhofften. Und darum würden sie den Besuch nur äußerst ungern ausgeben oder verschieben. AudererjeitS aber könne Mama unmöglich allein zurecht kom- men, jetzt, wo sie dte rechte Hand, wie der Arzt sagte, noch wochenlang nicht vürde gebrauchen können. Lotte war sofort bereit. Wie eine Erlösung kam ihr die Äussordernng. Frau Lobenstreit, der ihr verändertes Wesen schon lange heimlich Sorge bereitete, machte keine Schwierigkeiten. „Vielleicht wird sie dort leichter über Vaters Verlust hinwegkommen als vier, wo alles an den Toten mahnt." meinte sie zu Friedet. j So reifte Lotte zwei Tage nach Erhalt row Käthe KalkgräberS Brief ab. Sie hatte sich von niemand besonders verabschiedet a>S von dem alten Maler Koblitz. obwohl sie mit dem Entschluß von Erlsbach ging, nie wiederzukehren. Ihre Absicht war, persönlich im LandeSschul- rat vorzusprechen, und ihr Gesuch nach einer Lehrerinnenstelle zu betreiben. ftede Stelle würde ihr recht sein, auch die schlechteste im elendsten GebirgSnest. Nur auf eigenen Füße« stehen, kein Gnadenbrot mehr essen. Und vorher wollte sie noch zu Herrn v. Wieck- selb. Das schien ihr unerläßlich. Aus seinem Mnnde mußte sie erfahren, warum er all seine Rechte an Lobenstreits übertragen und nie mit einem Wort nach seinem Kinde gefragt hatte. Deser Gedanke beschästigte Lotte jetzt so auS- schließlich, daß alle Wirklichkeit um sie herum schattenhaft und eindrucksvoll an ihr vorüber- glitt. Daß man sie bei Kalkgräbers wie «in Kind des HanseS empfinn^ da^ Käthe nnd ihre Sckwester Olga am nächsten Tag nach B rlin abreisten, daß Frau Ka/kgräber sie in dan 'barer Zärtlichkeit Töchterch^n nannte, und Dr. Berger schon am nächsten Tag seinen Besuch machte sie merkte es kaum. lFortsetzung folgt.) — hell und dunkel garantierte Friedens-Qualität! iiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuitiiiiiiiiiiiiiininniuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiüiiiiiiiumiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiuiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiui Ii Flaschenbier-Verkaufsstellen: In Karlsruhe: L. Zimmerer 0. Schneckenburger Hch. 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