12S. Jahrgang Ar. 23S Donnerstag, -IS. Zuli 1926. Karlsruher Tagblatt monailich mi.zjo frei Hau«. 3n unfcrer Seft-Lst«- wer in unseren Stamturen abaeholf Ut.m Our» die Dost bezoaen "Sn'l 1 " »ertien nur die 23 . auf den folgenden MonoiOetzien nnge- "»>ei-.7. '->»-r!auf«brri<:Wcrttag« 10 pfg„«analog« 13 Pf» die »gespaliene 0k«nparrINrzeiI« oder deren Nau» «elea^^^°^"> 53 Pf«-. Äenomejeiie DU.-, an erster SlelleM.tW. atjjn:und lfamiiienanzeigen sowie Siettengesuche ennckslgier frei«. Iu »«<»ii(ilf r t ! u " 9 nach Tarif, der dei Ziichieinhaliung de« Zah« iritt. Lei,' "" gerichtlicher Äeilreidunq und bei «onttmen außer «rast >ogen- Lnierbattung, Spori, Trchntt, Krauen, Wandern. Musis. Tandwirlschaft und Satten. Tlieratur, Badische Morgenzeitung Industrie- und Handelszeitung ^ und der Wochenschrift »Die Pyramide" G---. >«- Gegr. 1803 Katt «ruhe. Druck u. »erlag: _ __ berliner Redattion: Dr. A Zligler, Seriin-Siegiiß, Sedanstraße 12, Telephon Ami Sieglitz 111». Für.unverlangte Manussttpie übernimmi die Redattion lttne »eranlwottuna. Sprechstunde der Hedattion o»n 11 bi« 12 Uhr vorm, »erlag. Schriftieiiung u. Seschstst«stette: Karleruhe. Risterstraße 1. Aernsprechanschiaffe: Ar. 1», 1», 20 , 21. 2»7. « 23 . posischecksonio «arl«rube Ar. 9S4T. Unter dem Eindruck der Entwaffnungsnete. Der Einfluß aus die deutsche Völkerbundspolitik. Hefter Dienst des Karlsruber Tagblattes.j « .. vr. kl. J. Berlin, 14. Juli. ^ei*il emc(öun ß en wollten heute wissen, daß die sich j r°6lerunq in den letzten Tagen politisch über si».^?isacher Beziehung Frairkreich gegcn- in n habe. Erstens sei eine Demarche >l.Lr y ~ 1 s erfolgt, wegen der Note der habe' t,',!' „ on die Reichsregierung und zweitens diete Reichskommtsiar für die besetzten Ge- ^er'n • 1c *fierr Langwerth von Sim> ■®°Tfteir, UI Koblenz bei der Besatzungsbehörde "Ungen erhoben wegen der >£. Vorgänge in Germersheim. kriahx ^ie.letztere Angelegenheit anöetrint. so ^kztek,,. u>ir, bah diese Meldung in gewisser °ssi!j"ß den Tatsachen vorauseilt. Ten er r. en Protest wird die Reichsregie- 6iii ^uun erlassen, wenn das Material, nicht der Fall ist, lückenlos aus vorliegt. Dagegen ist die Ger- iaE^han!,, ^ Angelegenheit in den diplomatischen SJ, Uu fleit zwischen den zuständigen »oli* Ägz Hellen bereits erörtert worden. r^ttim * ot< bet » fo hat zwar Herr von Hoc sch be, ? ■ Unterredung mit dem französischen r'Ugewi-i^uliüenten diesen auf die Erregung die in Deutschland durch daS Bell. eWr»?2 der Angelegenheit hervorgerufen i'fanjttY® wird aber von unterrichteter Seite iu der Wtlhelmsiraße die An- igst zunächst mit Ruhe behandelt v'ird >. w.'5.dresierung 5-^^nn .'"den die isnnzeineiren ver nrum ivuupi= |a®ttift "UU den zuständigen Refforts gründlich m «>»?b bearbeitet sein werden. Zu irgend- ^ ketn.^eunigung der Angelegenheit sielst Ä«,, . n Grund. ... wird erst Einzelheiten der Stellung neh- neuen Forde- üu ® ruJ, ö- ?. uf fttffu., CCtt i't man in politischen Kreisen der ,H* dea«!?’ M man in Frankreich mit Absicht Mche iv""?etigen Augenblick, in dem die fran- 'ig nai?rerung durch die Finanzkrise andcr- ih eu «^bunden ist, gewählt hat. um einen l.u k, gegen Deutschland zu unterneh- tz. Bn-^gt nahe, daß der Urheber die- r!? inV/tohes der Marschall Foch ist. in « aegenwärtigen politischen Verwir- ^Iklbr.„ueis der einzige ruhende Pol ist. Es Mt genar,^ ländlich, daß die Reichsregierung z» ist, sich in einer Weise bevormun- Miinu, " >en, die weit über den Rahmen der »i • Ts« ß?u des Bersailler Diktats hinaus- weil» der R e i ch S r e g i c r u n g vertritt d»k> x den Standpunkt. ItPHoflA S«« tt e Armee kei- • c *^Oberbefehlshaber besitzen dürfe. " ^ ^eecktö Ltellung abgeändert wor eine beherrschende Stellung . .. . mahgcbender Stelle wird fi* s ^ o r i ö 1 c f c neue Note den S . " gebracht habe, und daü eS >i,» entscheiden müsse, ob die deutsche ' . etftbr»^" dem Wege der Bölkerbundspoli- » lei» oder ob sie erklären muh, daß 1 ,^ 1 , Möglichkeit mehr ficht, bu^t j,»^öaitblitacn über den Ein- üdz,,^"tschlands in den Völker» u beteiligen. ^ Cr „Unsinn" der Kontroll kommiffion üti, umnniflion. Stimme zur Entwafsnungsnote. i'C .norreip . ,CIe schreibt: ,^ie i . v n . Alliierten Kontroltkornmis- i- 1 " Neichskommissar für EntivasfnungS- 7'Iitij_. beriandtc Rote betreffen drei Punkte "^».'sche Ausbildung, Benutzung von : London, 14. Juli. Korrespondent des „Daily von der ü b e r f l ü s - ontrollkornmis- den. Nun wird verlangt, datz das deutsche Heer doch einen wirklichen Oberbefehlshaber besitzen müsse, daß dieser aber nicht der General von Seeckt sein dürfe." Ter Korrespondent sagt, dieser Unsinn stärke lediglich die Reaktionäre und Aionar- chisten in Deutschland. Man brauche sich nicht darüber zu wundern, daß die ganze deutsche Presse dieses Vorgehen der Kommission als ungeheuerlich betrachte. Llnierzeichnung des deutsch, schwetzerischen Handelsvertrages» :: Berlin. 14. Juli. Nach monaielangen Verhandlungen ist nunmehr, wie bereits gemeldet, in den deutschschweizerischen Vertragsverhandlungen eine Einigung erzielt worden. Der Handelsvertrag ist heute in Bern durch die Bevollmächtigten der beiden Staaten unterzeichnet worden und wird morgen im Reichsanzeiger veröffentlicht werden. Der Vertrag tritt nach Genehmigung durch die Parlamente bezw. einen Monat nach dem Austausch der Ratifikationsurkunden in Kraft. Der deutsch-schweizerische Vertrag ist auf drei Jahre abgeschlossen worden. Oie deutsche Wacht im Osten. Der Reichsinnenminister über das Verhältnis Ostpreußens zum Reich. : Tilsit, 14. Juli. Auf einem von der' Stadt. Tilsit gegebenen Abend äußerte sich R e i ch s i n n e n m i n i st e r Dr. Külz in seiner Antwort auf die Begrüßung des auf einer Besichtigungsreise durch Ostpreußen begriffenen Reichsrats eingehend über das Verhältnis Ostpreußens zum Reiche. Durch die Zerreißung der Wirtschaft- I lichen und politischen Einheit des Ostens seien sowohl dem Deutschen Reiche in seiner Gesamtheit, als auch den einzlncn Gebietsteilen im Osten, vor allem Ostpreußen mit seiner jetzigen insularen Lage, schwere Wunden geschlagen worden. Um sic zu heilen, ergeben sich für das Reich und für Preußen ganz besondere wirtschafttiche, politische, bevölkeruiigspölitische, verkehrspolitische und kulturpolirische Aufgaben. Nichts sei verkehrter, als wenn man jenseits oder diesseits der Grenzen glauben wollte, Deutschland habe Ostpreußen „innerlich schon abgeschricben". Im Gegenteil,- das Reich n»d Preußen werden mit allen Mitteln dahin streben, daß ivirtschaftlich, kulturell und bevölkerungsmäßig der Osten das bleibt, was er seit vielen Hunderten von Jahren ist und was er nach dem Ergebnis der Abstimmungen für alle Zeiten bleiben soll: Deutsches Land. Wenn in einer polnischen Denkschrift der Satz gewagt werden konnte, „daß Ostpreußen eine Kolonie ist, die sich in den Schoß der ihr fremden slavisch- litauischen Welt hineingedrängt hat", so sei demgegenüber der Satz gestellt: Ostpreußen ist ein starker deutscher Borposten im Osten, -er a l s solcher unbedingt gehalten werden wird. Je rückhaltloser diese geschichtliche Tatsache anerkannt wird, umso befriedigender werden sich die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen im Osten gestalten. Der Minister schloß: Einem innerlich geschlossenen. kulturell und wirtschaftlich leistungsstarken Deutschtum in Ostpreußen gelten unsere Wünsche und unsere Arbeit. Errichtung einer Deutsch-Amerika. Stiftung. : Berlin, 14. Juli. Auf Grund des von den „Eentral Committee for the reliev of distreß in Germany and Austria" in Neuyork gefaßten Beschluß, seine eigentliche Sammeltätigkeit cinzustel- l e n u n d aus d c n R e st m i t t e I n - c i tt c Stiftung z u errichten, die den Anstalten der freien Wohlfahrtspflege in Deutschland kurzfristige Darlehen in kritischen Augenblicken gewähren soll, fand im Hause der freien Wohlfahrtspflege eine Sitzung statt, in welcher der Borsitzende des Liguida- tionsausschusses des Central Committees dem Präsidenten der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege einen Scheck über 7 2 000 Dollars übergab als Grundstock der Stiftung, die den Namen'„Deutsch-Amerika-Stiftung, ein Denkmal der Hcimatliebe und Opfer, welche die Deutsch-Amerikaner in schwerer Zeit durch Vermittlung des Central Committees dem deutschen Volke brachten", trägt. Graf Lerchenfeld dankte herzlich und gedachte der aufopferungsvollen Tätigkeit des Central Committees für die notleidende deutsche Bevölkerung. Das belgische Ermächtigungsgesetz In erster Lesung angenommen. : Brüssel, 14. Juli. Der zur Wiederaufrichtung der finanziellen Lage Belgiens und zur Vorbereitung der Stabilisierung feiner Währung von der Regierung in der Kammer eingebrachte Entwurf eines Ermächtigungsgesetzes bestimmt, daß der König während der nächsten 6 Monate alle in Kraft befindlichen Bestimmungen über den Banknotenumlauf ändern oder ergänzen kann, daß er ferner alle Maßnahmen zur Stilllegung oder Einsibränkung der Inflation, zur Zurückfchafsung der im Ausland befindlichen Kapitalien und zur Liquidierung bezw. zum Verkauf der unter Sequester stehenden Güter der Angehörigen ehemals feindlicher Staaten treffen und alle Maßnahmen ergreifen kann, die geeignet sind, solche Anzeigen oder Nachrichten zu unterdrücken, die den Staatskredit erschüttern können. Schließlich soll der König alle Anordnungen treffen können, durch die die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln sichergestellt wird. Mit diesem Gestzcntwurf beschäftigte sich die belgische Kammer in einer N a ch t s i tz u n g. Minister L y m a n s erklärte, die Regierung beabsichtige, auf dem Boden der Verfassung zu bleiben.' Die richterliche Gewalt werde die Kontrolle darüber haben, daß die Handlungen der Regierung in Einklang stehen mit den ihr von der Kammer gewährten Vollmachten. Die Gesetze über die Presse würden in Kraft bleiben. — Premierminister Jasper sagte: Das Jn- terpellationsrecht des. Parlaments bleibt bestehen. Die Regierung denkt nicht daran, neue Steuern zu schaffen. Der einzige Artikel des Gesetzentwurfes wurde darauf in er st er Lesung angenommen. Die zweite Lesung wird am Donnerstag stattfinden. Oer französische Nationalfeiertag. : Paris, 14. Juli. Anläßlich di. Nativuali'-rtages hat heute vormittag auf den Champs Elysses in unmittelbarer Nähe des Grabes des Unbekannten Soldaten die übliche Parade vor dem Präsidenten der Republik stattgesunden. Der Havas- bcricht verzeichnet einige kleine Zwischenfälle. Der Beifall \v Publikum soll wiederholt durch Pfeifen unterbrochen worden sein. Auch kam es zu Zusammenstößen unter der Menge, in deren Verlauf fünf Verhaftungen vorgenommen wurden. Außerdem wurden einige Ausländer verhaftet, die Flugblätter verteilten. Unter den Verhafteten befindet sich auch der kommunistische Stadtrat Joli. Schwere Kämpfe in Marokko. : Paris, 14. Juli. In einer Havasmeldung aus Rabat wird von schweren Kämpfen au der Front von Fez und besonders an der Front von Taza berichtet. Die Riflcute setzten dem Vorgehen der französischen Truppen heftigen Wider st and ent- gegen. Nach einer Meldung des „Petit Parisien" ist Hamed Budra der frühere Kriegsminister Abd- el-Krims, von den Spaniern gefangen genommen worden. Oer englische Kohlenstreik. Die Mehrheit der Bergarbeiter für Fortsetzung des Kampfes. :: London. 14. Juli. Das Epekutivkomitee der Bergarbeiter trat heute nach 14 tägiger Pause in London wieder zufammen. Gegenstand der Besprechungen waren die aus den einzelnen Bezirken vorliegen- Y-, Berichte, die erkennen ließen, daß bei einer Minderheit eine schwache Tendenz für eine Rückkehr zur Arbeit vorherrschend sei, daß aber die g i o s> e M e h r h et t entschlossener denn ic für d ie Fortsetzung des Kampfes erntr e te. Die heutige Ausgabe unseres Blattes umfaßt 14 Seiten. Reue Schikanen. Der Vorstoß der Militärkontrollkommission. General Walch, der Vorsitzende der Diilitär- kontrollkommission in Berlin, hat einen Vorstoß gegen die Stellung des Generals von Seeckt unternommen. Auf seiten der Regierung betont man, daß die Kontrollkommission und nicht etwa die Bvtschafterkvnfereiiz die Urheberin dieser Aktion ist. Man ist überhaupt geneigt, die ganze Angelegenheit mehr unter der Hand und nicht als eine politische Sensation zu behandeln. Ursprünglich sollten die Noten des Generals Walch nicht veröffentlicht werden. Wie von Regic- rnngsseite betont wird, sind sic keine einzelne Aktion, sondern stehen im Zusammenhang mit einer fanzen Reihe von Schritten, die die Kontrollkommission im Anschluß an die letzte große Entwasfnungsnote der Botschaftcrkonserenz unternommen hat. Man hätte auch über die neue Attacke gegen die Stellung des Generals von Seeckt im Stillen verhandelt. Durch irgend eine Indiskretion — so wird erklärt — hat die Oeffentlichkeit dann aber doch Kenntnis von dem letzten Vorstoß der Militärkontrollkommission erhalten und nun gibt man auch an amtlicher Stelle den Tatbestand zu. Diese Indiskretionen mehren sich! Sie haben i» einer vor dem Kriege unmöglichen und unbekannten Weise derart zugenommen, daß die dringende Forderung am Platze erscheint, Maßnahmen zu treffen, die in Zukunft derart unliebsame Vorfälle ausschließen. Einerlei, ob in den zahlreichen Fällen, wie in dem vorliegenden, Fahrlässigkeit oder offensichtlicher „Verrat" vorliegen, Staat und Volk haben aleiches Interesse daran, daß hier ein Riegel vorgeschoben wird. Es ist bezeichnend für den Arbeitsorganismus unseres heutigen Stqqtes, dqß derartige, das Staatsinteresic gefährdende Vorgänge, immer wieder passieren und daß dann die verantwortlichen Stellen sich gegenseitig die Schuld zu- schteben. Das alte Spiel: hinterher will es keiner gewesen sein. Hier lehnt das Reichswehr- minifterium jede Verantwortung für seinen Bereich ab. General von Seeckt weilte zurzeit der Uebcrreichung der Note an den deutsche» Bevollmächtigten in einem deutschen Secbade — General von Pawels — znr Kur in Bad Oeynhausen. Durch die Tatsache, daß ihm die wichtige Note durch einen Offizier persönlich übcr- bracht werden mußte und von hier an die drei Rcichsstellen meitergeleitet wurde, erklärt sich die Verzögernng von fünf Tagen. Das Geheimverfahren, das die Negierung dann beabsichtigte, geht ans das Bestreben zurück. eine Beunruhigung der politischen Atmosphäre zu vermeiden. Man glaubt, den Vorstoß des Generals Walch eher abschlagen zu könne», wenn man darüber im Stillen verhandelt, als wenn man daraus eine politische Streitfrage entstehen läßt, die schließlich nur zwischen der Botschasterkonserenz und der deutschen Reichs- rcgiernng ausgctragen werden kann. In diesem Falle schadet es aber nichts, wenn die deutsche Oeffentlichkeit sich mit dem Fall beschäftigt. Das Vorgehen der Militärkontrollkommisiiun ist ein so unerhörter neuer Eingriff in die Angelegenheiten der deutschen Reichswehr, daß es notwendig erscheint, ihn öffentlich mit aller Entschiedenheit zurückzuweiscn. Wenn ein Teil der Linkspresse es fertig bringt, wegen der Veröffentlichung des Materials eine deutsche Schuldfragc z» konstruieren und die herausfordernden Nebcrgriffe des Generals Walch dahinter verschwinden zu lassen, so beweist das nur, welcher Selbstverlengnung aller nationalen Rcaiingc» diese Preise fähig ist. Das Vorgehen der NNlitärkontrollkvmmis- fioit richtet sich offenbar nicht nur gegen die Stellung, sondern auch gegen die P e r s o m des Generals von Seeckt. Der Ebcf der Heeres- leitunq eristiert heute nickst mehr. Er ist im Jahre 1920 durch den Reichspräsidenten Ebert peschasfc» worden. Er hatte keine Befugnisse eines Oberbefehlshabers, denn der Artikel 47 w Vers>'»ui'r> besti'»>ist. daß der Reichspräsident den Oberbefehl über die gesamte Wehrmacht des Reiches führt. Vielmehr galt er lediglich als oberster Vorgesetzter. Die Entente witterte in dieser Stellung, wie cs scheint, noch einen Uebcrrcst des früheren deutschen Gcneral-- stabes. In den großen Entwaffnnngsverhand- lnngen, die vor der Räumung der Kölner Zone geführt wurden, berief sie sich darauf, daß die sieben Infanterie- und drei Kavallcric-Divisio- neu der deutschen Reichswehr nach dem Artikel 100 des Versailler Vertrages nur unter zwei Generalkommandos znsammengcfaßt werden, also keiner einheitlichen Zentralstelle unterstehen dürfen. Ihren Einwendungen wurde Genüge getan, der Chef der Hecresleiinng verschwand und Herr von Seeckt trat in die Organisation des ReichswchrministcriumS über. Wenn die Militärkontrollkommissio» diese längst erledigte Streitfrage setzt wieder anfgreift, so kann daran iinr die Absicht aefnnden werden, gegen Herrn von Seeckt persönlich Front zu Seite 2 Karlsruher Tagblatt, Donnerstag, den 15. Juli 1926 Nr. 233 machen' nnd diesen als ausgezeichnete militärische Kraft anerkannten General matt zu setzen. Tenn sonst wäre es unverständlich, das! die Militärkontrollkommission die Ernennung eines der beiden Gruppenkommandeure zum Generalissimus und zum Oberbefehlshaber der deutschen Reichswehr verlangt. Nachdem >— den Cehf der Heeresleitung beseitigte, hat dieses Verlangen nur dann einen Sinn, wenn man den General von Teeckt überhaupt ausschaltcn will. Es bleibe dahinaestellt, wie man sich das Vorgehen der Militärkontrollkommission zu erklären hat. Vielleicht hat man wirklich Angst vor dem General von Seeckt und glaubt nicht eher ruhig schlafen zu können, bis dieser deutsche General- kaltgestellt ist. Vielleicht will die Kommission auch den Beweis ihrer Unentbehrlichkeit erbringen und d a- mit ihrer drohenden Auflösung Vorbeugen. Jedenfalls macht der Vorstoß des Generals Walch ganz den Eindruck, als ob man aus der Gegenseite wieder einmal nach der früher beliebten Manier Händel mit Deutschland suche. Ist dem so. so wird die Botschaster- konferenz gut darantnn, dem Uebereifer des Generals Walch die nötigen Zügel anzulegen. Sie hat im März dieses Jahres der Aufnahme- kommission des Bölkerbundsrates selbst die Versicherung abgegeben, daß di« Ab- rüstungsverpflichtungen Deutschlands erfüllt sind. Tie damalige Feststellung durch erneute Abrüstungshändel mit Deutschland zn widerrufen, ist nicht nur ein Ding der Unmöglichkeit, sondern auch eine sehr gefährliche Politik. Im September dieses Jahres will man Deutschland in den Völkerbund aufnehmen. Das bedeutet sowieso das Ende der ständigen Mili - tärkontrolle. Will man von französischer Seite dieser Aufnahme seht Schwierigkeiten machen, will man Deutschland in die Unmöglichkeit versetzen, die in Locarno begonnene Politik weiter fortzuführen und die Völkerbundsverhandlungen überhaupt noch ernst nehmen. Wenn fa. so lasse man den stseneral Walch aewähren. wenn nein, so sorge man dafür, daß dieser Se» schwerdesall so rasch wie möglich ans der Dis- kuffion verschwindet. ».Jede Vermehrung der französischen Zahlungen wird seitens der englischen Regierung verzinst werden. 6. Die Kriegsschuldenkonten Frankreichs an Grotzbritanien werden endgültig abgeschlossen. 7. Der Betrag von 58 500 000 Pfund Sterling verbleibt als unverzinsliche Schuld. Tie Rückerstattung dieser Schuld wird durch späteres Abkommen geregelt werden. Die britische Regierung wird als Garantie dieser Schuld das in London während des Krieges durch die französische Regierung hinterlegte Gold (Abkommen von Calais) unverzinslich weiterbehalten. 8. Vor dem Inkrafttreten des gegenwärtigen Abkommens und der Aushändigung der französischen Schuldscheine an Grotzbritanien, sowie Erfüllung der anderen Bedingungen, wirb das britische Schatzamt die augenblicklich von Groß- britanicn in Besitz gehaltenen Bons der französischen Schatzanweisungen annllieren und Frankreich wieder zustellen. Oie Schutzklausel für Frankreich. :: Paris. 18. Juli. Das französisch-englische Schuldenabkommen wird durch einen Briefwechsel Cail - laux — Churchill ergänzt. Caillaux schreibt am 12. Juli an Churchill: „Angesichts der Tatsache, daß durch das zu unterzeichnende Abkommen zur Regelung der Kriegsschulden Frankreichs an England die Zahlung der D a w e s l e i st u n g e n aus die alleinige Verantwortung Frankreichs übergeht, bin ich zu der Erklärung gezwungen, daß nach Ansicht der französischen Regierung auch in Zukunft die Zahlnngen aus den Schuldcnkonten Frankreichs bei den Vereinigten Staate» und bei England unbestreitbar und im großen Maße von den von Deutschland nach dem Dawesplan zu lei st enden Zahlungen abhängen. Wenn daher unabhängig von den Zahlungen Frankreichs diese einmal aufhören würden, oder die Fehlbeträge die Hälfte der festen Summe überschreiten würden, so würde eine neue Lage geschaffen, und die französische Regierung behält sich das Recht vor, in einem solchen Falle die Regierung von Großbritannien aufzufordern, mit ihr die nengeschaf- fene Sachlage und alle eventuellen Vcgleit- umstände neuerdings zu besprechen. Mit diesem ausgesprochenen Vorbehalt bin ich bereit, den von uns verfaßten Vertrag zu unterzeichnen.'* Das Antwortschreiben Churchills an Caillaux vom 12. Juli hat folgenden Wortlaut: „Ich habe Ihren Brief vom 12. Juli erhalten. Wie ich Ihnen angedentet habe, muß die britische Regierung an dem Standpunkt sestOalten, daß die Regelung der Kriegsschulden Frankreichs an England, wie mir sie eben sestlegten, sowie die Schuld selbst allein auf die Verantwortlichkeit Frankreichs gehen. Sie werden einschen, daß, wenn die von Ihnen aufgestellte Hypothese Wirklichkeit würde, auch Großbritannien bereits eine Verminderung seiner Einnahmen aus dem Dawesplan erfahren würde, Einnahmen, mit denen es bei Regelung der verschiedenen Kriegsschulden ebenfalls rechnen mutz. Dieser Gesichtspunkt muß, falls Frankreich wünschen würde, daß die Lage neu besprochen wird, berücksichtigt werden. Außer diesem Vorbehalt habe ich keine anderen Bemerkungen zu Ihrer Erklärung zu machen. Sollte eine Aenderung der Bedingungen erfolgen, so glaube ich mit Recht erwarten zu dürfen, daß dann gleiches Recht für sämtliche Alliierten gelten wird und die Mächte, die ebenfalls Gläubiger Frankreichs sind, eine analoge Modifikation der ihnen zu- kommendn Schuld in Erwägung ziehen." Das französisch-spanische Marokko-Abkommen. Das englisch-französische Schulden- abkommen. :: Paris. 14. Juli. Das Finanzministerium veröffentlichte, wie bereits gemeldet, gestern abend einen offiziellen Bericht über das in London Unterzeichnete französisch-englische Schulbenabkommcn. Der Text des Abkommens hat danach folgenden Wortlaut: 1. Frankreich ist damit einverstanden, Grotzbritanien folgende Jahreslei st ungen zur vollständigen und endgültigen Regelung der insgesamt 653127 900 Pfund Sterling betragenden französischen Schulden an Grotzbritanien zu zahlen: Im Finanzjahr 1926/27 4 Mill., 1927/28 6 Mill., 1928/29 8 Mill.. 1929/30 10 Mill., 1930/31 bis einschließlich 1956/57 12)4 Mill., 1957 bis einschließlich 1987/88 14 Mill Pfund Sterling alles in Anweisungen des französischen Schatzamtes. 2. Frankreich wird dem britischen Schatzamt, vor oder spätestens bis 15. September 1926 einen Schuldschein für jede der unter Ar- tikel 1 des Abkommens vorgesehenen Zahlungen aushändigen. 3. Die auf Grund sämtlicher gemäß den vorliegenden Abkommen ausgegebenen Bons gemachten Zahlungen werden ohne Abzug geleistet und werden keinen Steuern oder anderen öffentlichen Belastungen in Frankreich unterliegen. 4. Frankreich kann je nach seiner Lage nach einer vorherigen Mitteilung an die englische Regierung, die zum mindesten 90 Tage vorher erfolgen muß, die Zahlnngen eines Teiles der Schulden vertagen, wenn die in Frage kommende Summe die Hälfte sämtlicher dreimonatlichen Zahlungen nicht übersteigt. Es wird festgestellt, daß sämtliche verspätete Zahlungen Zufatzzinsen von 5 Prozent tragen. : Paris. 14. Juli. Das vom Ministerpräsidenten Briand und dem spanischen Ministerpräsidenten General Primo de Rivera am Onai d'Orsay Unterzeichnete Abkommen über die Rifangelegenheiten enthält nach einer Mitteilung des französischen Außenministeriums folgende wichtige Punkte: Die beiden Regierungen haben sich über folgende Bestimmungen geeinigt: 1. Abgrenzung der beide» Zonen. Das französisch-spanische Abkommen vom 2 7. November 1912 bat nach Abgrenzung der dem französischen bezw. spanischen Einfluß unterstehenden Gebiete Marokkos vorgesehen, daß «ine Kommisiion an Ort und Stelle die Abgrenzung zwischen den beiden Zonen vornehmen wird. Die Festsetzung dieser Grenze soll nunmehr, nachdem im Ostgebiet der Grenze eine Pazifierun« bnrchgeführt ist, erfolgen. An den Verträgen ist keine Veränderung vorgenommen worden, jedoch wurde zur möglichen Sicherung des Friedens an der Grenze vereinbart, daß di« noch unbestimmten Punkte sofort in einer Weise geregelt werden, daß die Stämme an der Grenze bis zur endgültigen Grenzsestsetzung nicht im Zweifel darüber sein können, welchen Behörden sie unterstehen. 2. Uebekwachnng der Küste. Es wurde vereinbart, daß die Ueberwachung der marokkanischen Küsten von der algerischen- marokkanischen Grenze am atlantischen Ozean bis zum Wed Draa, der die Grenze der französischen Marokkozone am atlantischen Ozean bezeichnet, nicht gelöst 'werden soll. Jede Macht wird die Ueberwachung in den ihr unterstehenden Küstengewässern selbständig ansübcn, jedoch ist bestimmt worden, daß am atlantischen Ozean zwischen dem Wed Bu Scdra und dem Wed Draa die Ueberwachung Sache beider Mächte ist und von den Fahrzeugen der einen oder anderen Macht ausgcübt werden kann. Diese Ueberwachung dient, wie in der Mitteilung des französischen Außenministeriums erläutert wird, der Sicherung der genauen Bea^tung der internationalen Bestimmungen, sowie der besonderen Gesetzgebung jeder Zone, wonach einerseits jeder Zugang zn den marokkanischen Küsten außerhalb der geöffneten Häfen und andererseits jede Einfuhr von Waffen, Munition und Kriegsmaterial verboten ist. 3. Regime der Besaßnngsgrenzcn. Die von den beiden Mächten militärisch besetzten Gebiete sind festgelegt und die Fühlungnahme zwischen den Behörden beider Zonen geregelt worden. Dort, wo eine Berührung mit den Disiidenteusitämmen gegeben ist, sollen die zur Aufrechtcrhaltung der Ordnung und zur Schaffung allmählicher gutnachbarlicher Beziehungen geeigneten Maßnahmen getroffen werden, die die endgültige und vollständige Pazifizierung vorbereiten sollen. Die Vertragschließenden haben sich gegenseitig das Recht der Verfolgung und des lieber- fliegenS in der Nähe der Grenzen zugeftan- den, so daß, wie die Mitteilung des Außenministeriums besagt, unmehr unter allen Umständen die Wiederherstellung und Aufrechterbaltung der Ordnung möglich ist, ohne daß in der Durchführung einer notwendig gewordenen Sichcr- heitsaktion eine irgendwie geartete Abänderung der politischen Grenzen zu erkennen wäre. In der Mitteilung des Außenministeriums heißt cs schließlich: Die beiden Regierungen sollen dnrch eine gleichgerichtete Aktion jede in ihrer Zone und mit den ihr geeignet erscheinenden Mitteln bas gesteckte Ziel erreichen. Diese auf gegenseitigem Einverständnis beruhende Aktion läßt jeder Zone ihre Unabhängigkeit in dem allgemeinen Rahmen der Verträge, die die Integrität des Scherifenreiches garantiert haben. Ln der Heimat des Trompeters. Stimmungsbilder von der Schefseljahrhundert- feier in Säckingen. Das Trompeterstädtlein, der anmutige Marktflecken am brausenden Rhein, feierte seinen Dichter. Denn hier hat Scheffel, selbst durchglüht von der Liebe Lust und Leid, dem treuesten Paar, das je in diesen Mauern weilte, durch feinen Sang Unsterblichkeit verliehen. Es war, als seien die Geister der Romantik den stillen Wassern des nahen Bergsees entstiegen. um die Stadt mit holdem Iohannisspuk zu durchweben, und sicher haben sie den vielen fleißigen .Händen beim Schmuck der Häuser und Straßen heimlich geholfen. Tic jubelnde Stimmung der Festwiese in den „Meistersingern" durchwogte die Straßen der ganzen Stadt. Und als der Samstag abend nicdersank, wurden unzählige flammende Kerzlein. die in bunte» Kacheln das Grün durchleuchtete» und die Fassaden umsäumten, zum Sinnbild des Lichts, das Tichterglut in Menschenhcrzen strahlt. Die Spielseligkeit der Stadtmusikanten nnd die Burschenherrlichkeit der Studenten gestattete in dieser Nacht nun wenig Schlaf, nnd so zogen die Besinnlichen wohl einen Scheffelband ans dem Reisekoffer und vertieften sich ein ivenig in di« schlichten Verse des „Trompeter S", der dem Dichter des Volkes ganzes Herz ge- ivann, oder in die feine Wehmut des „E k keil a r d", die er umsonst durch die Geister des Weines und die feucht-fröhlichen Gaudeamuslieber zu betäuben suchte. Die Sehnsucht nach Emma Heim, der „stillen holdseligen Schwarzwaldlieb", hat das Herz des jungen Juristen verzehrt, als er zum erstenmal vor dem Grabmal des Säckinger Trompeters Werner Kirch Hofer und seiner adeligen Gemahlin Maria Ursula von Schönau stand und fühlte, daß das Schicksal dieser jungen Liebe kein alltägliches war. Verdeutscht lautet die Inschrift des Steines, der l>eute mit einem Scheffel-Relief darüber in einer Nische der Fridolinskirche seinen neuen Standort gefunden hat, folgender- «atzen: „Ewige Ruhe der Seele und des Leibes suchte hier bei Lebzeiten und fand durch einen ruhigen seligen Tod das in gegenseitiger Liebe unvergleichliche Ehepaar: Herr Franz Werner Kirchhofer und Frau Maria Ursula von Schönau. Er am letzten Mai 1690, sie am 21. Mai 1691. Sie leben in Gott!" Da empfand der Dichter die tiefe Verwandtschaft alles Menschlichen und wußte sich bald darauf den Schlüssel zu der geheimnisvollen Inschrift zn verschaffen: „Werner Kirchhofer, der Sohn eines unbemittelten Säckinger Bürgers, musizierte mit anderen Kameraden öfters im Schlosse des StistS- meters Freiherrn von Schönau. Dessen Tochter fand Wohlgefallen an dem schmucken Jüngling, und es entwickelte sich hieraus bald ein inniges Verhältnis. Ter alte Freiherr erhielt aber eines Tages Kenntnis davon und verbot Jung Werner das Betreten des Schlosses. Kirchhofer zog in die weite Welt hinaus und erhielt in der Kaiserstadt Wien die Stellung eines Domkapellmeisters. Eines Tages erblickt« er, nachdem das Kaiserpaar den Dom verlassen hatte, die Geliebte im Gefolge der Majestäten. Auch Maria Ursula, die nach Werners Weggang von Säckingen als Ehrendamc an den Wiener Hof gekommen war, batte Werner Kirchhofer erkannt und fiel vor Freude in Ohnmacht. Tie kaiserliche Familie wurde aufmerksam, Maria Ursula verriet dem Kaiser ihre Zuneigung zu Wernerund die einer ehelichen Verbindung beider entgegen- stehendcn Hindernisse. Die Gunst des Kaisers ivard den Liebenden zuteil, und im Stefansdom fand die Vermählung statt. Aus des alten Frei- hcrrn Wunsch siedelte das Paar später dann nach Säckingen über, und die Ehe wurde unvergleichlich glücklich." Mit dieser anmutigen Erzählung im Sinn flüchtete Scheffel aus dem behäbigen Getriebe der Kleinstadt an das Ufer des dunklen Bergsees. wo er die historische Ouelle etwas umgc- staltete und voll tiefer Liebe zu seinem Stoff den idyllischen „Sana am Oberrhein" schuf. Ein leises Lächeln stillen Humors mag seine Lippen umspielt haben, als er dem Papst Jnnocen- ttus XI. di« schön« Aufgabe der Vermittlung übertrug und den sanften Stoßseufzer in den Mund legte: „'s ist ein mächtig Wesen, was man so gewöhnlich Liebe nennet. Feiner als das Licht durchdringt sie alle Fugen, alle Ritzen dieser Welt, der Stuhl Sankt Petri selber wird von ihr behelligt, und sie bittet uns um Beistand.... Unter allen Völkern aber sind's die Deutschen, die am meisten uns damit zu schaffen machen." (16. Stück.) Und da Scheffel auch hierin ein echter Deutscher war, wurden hier in stiller Waldeinsamkeit, wo er sich ganz dem Segen des Grünen hingab, die lieblichen Lieder Jung-Werncrs geboren, — auch jenes eine, das mir nie vergessen, weil es die Mutter sang in früher Jugendzeit, als sie das erstemal vom Ernst des Lebens zu uns sprach . . . Scheffel kannte ihn noch nicht in seiner ganzen schmerzvollen Tiefe, doch er ahnte ihn, als er Werners Lieder aus Welschland in die Heimat sandte. So einte er das junge Paar, ihm selber aber war das Schicksal weniger gewogen. Da schrieb er seinen „Ekkehard" . . Und kaum sind die Nachdenklichen im festlichen Säckingen endlich am Elcstade der Träume gelandet, da weckt sie mit den frohen Böllerschüssen ein Trompcten- solo: „Das ist im Leben häßlich eingerichtet, baß bei den Rosen gleich die Dornen stehn." Während Sonntag morgens am Gartcn- pavillon des Trompeterschlößchens romantische Weisen ertönten, blickst du sinnend in die brausenden Fluten des jungen Rheins, der breit und mächtig nnd doch so anders fließt als in der Heimat, anders als dort, wo die Borgen und Dome sich in den majestätischen Fluten spiegeln. Schäumende Kraft, die noch nichts von ernster Sorge weiß, bricht sich in lautem Wellenschlag an den Pfeilern der „holzvcrschalten" alten Brücke, auf der seit mehr als 350 Jahren Deutsche in die Schweiz, Schweizer nach Deutschland wandern. Denn das Blut ist ein zu starkes Band, als daß der Grenzpfahl auf der Brücke es zerreißen könnte. Das wußte auch Scheffel, als er in den Jahre» 1850 gar oftmals von sei- Ein französisches Militär- flugzeug in Fürth verunglückt. Nürnberg, 11. Juli. Gestern nachmittag gegen 6 Uhr landete dem Flugplatz Fürth ein französisch 0 Militärflugzeug mit 4 Mann Besatzung wegen Benzinmangels. Es handelte sich Bt , ein zweimotoriges französisches K a rnP ' flugzeug neuesten Typs. Die Masch""> di« sich nach Angaben der Besatzung auf ein 0 ^ Flug von Paris nach Prag—Belgrad und ter nach Konstantinopcl befand, startete ivi«^ um 6,25 Uhr. nachdem sie ihre Benzinvorrate Fürth ergänzt hatte. In einer Höhe von etw^ 100 Metern und in ganz geringer Entfern»»" vom Flugplatz setzte plötzlich der rechte Mo> aus und das Flugzeug geriet aus bisher »>", bekannter Ursache in Brand. Ter führcr, der sofort zur Landung nnsetztc, und ' < weiteres Mitglied der Besatzung konnten ' durch Abspringen retten, während zwei M«» der Besatzung verbrannten. Tie beiden Geretteten sind in verletztem Z"! stand in das Fürther Krankenhaus eingelleü- worden. Lebensgefahr besteht bei beiden «i« ' In den Trümmern des völlig nnsgebran»^ Flugzeugs fand man nach einer Meldung „Telegraphen-Union" u. a. eine Pivotl«' fette für ein Maschinengewehr, «‘ Trom m c l zur Aufnahme der ?? schinengcivehrmunition. ebenso t?» ücbc Instrumente für die rnilitärN" Beobachtung, jedoch keine Armierung. Auch in diesem Falle sind von Nachnch»' büros und leider auch von einigen deutia Zeitungen voreilige Meldungen verbreitet "* den, die beim Leser den Eindruck eriveüen i«" 1 , tcn, daß es sich bei dem verunglückten KluE um eine V e r k e h r s m a s ch i n e der . Paris—Prag handelt. Wir l-aben erst kurl anläßlich der Notlandung eines polnischen .0' zeuges auf der Frischen Nehrung iwraui " , weisen müssen, wie gerade in solchen tV““ durch eine unzuverlässige und lediglich auf «s \ sätion eingestellte Berichterstattung das dur.^ aus berechtigte Vertrauen des Publikums die Zuverlässigkeit und die Sr«, heit des Luftverkehrs erschüttert »» „ Es liegt auf der Hand, daß bei der .Konstrurv . von Militärflugzeugen, entiprcae,. den völlig anders gearteten Aufgaben, gani dcre Momente im Vordergrund stehen, alS { Bau der modernen Ve r k« h r sflu g ze und daß dementsprechend der Sicherhejtskof ^ zient bei den «rsteren eine weit geringere spielt. , „ „f. Wenn trotzdem in Fällen, wie dem oben d>c schilderten Meldungen verbreitet werden ..,,. v .. und diese Unterscheidung zwischen Militär kehrsflugzeug vermissen lassen, so leistet ^ dadurch der Sache unserer jungen deutschen kehrsflicgerei^- die doch Sache des ga B ^hr deutschen Volkes sein sollte — einen • v . schlechten Dienst, den sie wahrhaftig nicht dient hat. Gerade die furchtbaren Un» etI ..« katastrophen der letzten Wochen - fieii"' land nicht mehr von so starken Unwettern « - c f gesucht worden, wie sic die ersten Tag« Monats brachten. Aus allen Teilen des liefen Berichte über Katastrophen und Z»"! ork fälle aller Art ein. Insbesondere litt Eisenbahnverkehr sehr stark unter den schwemmungen und Unterspülungen der ^ nenstränge. m«’ Es ist nun interessant fcstzustellen, welw 0 Wirkungen die Unwetter aus die Hochstraßen Verkehrs, die unabhängig von der Ervss.!^k< tung sind, d. h. aus den regelmäßigen ~» T ^ kehr gehabt haben. Für diejenigen.- durch schlechtes Wetter von einem . fl*? fit»! Fluge bisher abschrecken ließen, weil w Störung, Unterbrechung oder gar Unfall«-c» fürchteten, bedeuten die bei der Deuri"^. Lufthansa vorliegenden Streckenberich' nein Wohnsitz im Deutschordcnsritterha»^ zjg- Rhein in das liebliche Schweizers ors Stet» ., überpllgerte und die Verwandtschaft ^ . ^>ak Ter Festtag ist verrauscht . . . Der öde und leer, die Frohen fanden sich z»'... gi- Tafelrunde. Du aber stehst unter der Li»» ^r« Bildnis der Madonna, die voller Jnbrn> -Hände faltet und deren Glorienschein »")- gcw' spitzen Sternen einer Dornenkrone ähnu^^o^' Ihr treuer Blick geleitet dich aus oer^Kt. peterstadt. Hildegard Theater und Musik. Ein Lexikon, das man als empfehlen kann, ist Prof. Kalauers MuNl^j^üic lSteingräbcr-Verlag), dem wir heute charakteristische Beispiele entnehmen. .fjoft** Czerny, Carl, ein Mann von [*,:!«!' Gemütsart, der keine kleinen Kinder konnte und deshalb beständig Etüdenl ' Seit seinem im Jahre 1857 erfolgten man mit der Zählung dieser Etüden »ei aber noch nicht damit fertig geworden - - ' Liszt. Franz, zerfällt wie > Künstler in drei Perioden, nämlich t" 0 ;» v c \. »weite und die dritte. — AlS KoMpoN zweite und die dritte. — Als Kompo dient er sicherlich das Zeugnis last." . . . Unter seinen zahlreichen sein Lieblingsschüler bet weitem der ***^*#0^ Patti, AdeIina, Sopranistin erst 0 , n- ges, berühmt durch ihre hohen Töne> ?u ( rt t0 durch ihre unerreichten Eintrittspreiic fen wurden. . fatf 1 " Wagner, Richard, hat außer lichen Werken auch die nach ihm hena»»" „ tD ncrianer hinterlafscn, was nicht [*<>» jot-, war. Diese wissen genau, was siw 0 ?L'itt bei jeder Note, ja sogar bei den o* nen Kompositionen gedacht hat, uno „rJ»'.« dies auch Andersgläubigen mit der ^<10» Bayreuthwilligkeit. Diese unendliche ^ - wird schließlich zum sogen. Leidmotiv. w u l. ih ti 98 S-'t Io Si iti f: öl tu tii tri 8f t»i r» jf £ L rii Sei »ii iö) S; 9) c 'in *u< b e , (i| d», fiel < Jttl b % »0, °r fteij S s tfo ? e 6i Si °l>j ll» w ;» k «e«, io. "ii » 1 K & '"ti i 1} ■ V t. 233 ^Überraschung und zugleich eine Be- I. b- In der Unwetterperiode, die am ihren und am Montag, den S. Juli, ri« P» mustgenHöhepunkt erreichte, wurde ^ P r » ? ^ " tz i g k e i t S k o e f f i z i c n t von (i. . v 1 0 ^ f tt t * r v « « #r% i s. L. _ r ^ v .* i * . Karlsruher Tagblatt, Donnerstag, den 15. Juli 1926 Seite 3 ^ustver",-/ " i.e r r e i ch t. d. h. der regelmäßige n t "?r zeigte sich von der Wittcrungsunbill i« aut »»: ^ ow VVII vcr Wirrerungsunorii '->»na ^unabhängig. Ganz gewiß eine Lei- “«ierV ■ ZÄ et mmi d'e Deutsche Lufthansa und ^unschp» Berkehrspiloten herzlich beglück- b'eiden Umsomehr sollte man alles ver- öaau angetan ist, die Aufwärts- °i» 1 rä^ti^ des deutschen Luftverkehrs zu be- ikau«, »!?»"-»^"d das täglich wachsende Ber- hkrei ,,, Publikums in unsere Berkehrsflie- n SU erschüttern. ^ Germersheim. teil w*? ^begangen in Gcrmersheim erhalten ? lo t«lfinl? UT€M '* > Zuschriften, die die starke Te- )kr s.. "°u. und den erschreckenden Tiefstand durch ,Abstichen Besatznngstrnppen in einer !^nen r„» Beispiele erhärteten Weise er- d»k «. .?ukn. Leider sind diese Beispiele derart, in der t,tz ^ksfentit!?- uuch nicht andeutungsweise ■ wiedergeben lassen, obgleich sie bisletc» ma des Tagesgesprächs unter den ent- Ei»e - • ^Eguälten Einwohnern bilden. 8c „i>e^ '"^Ueren Zuschrift, entnehmen wir fol- ^?ichgks^"^"6^mpsung der offiziellen deutschen <%[ Schivarz-3lot-Gold und der bayc- ^sischk Püggen und Hoheitszeichen durch fran- »"Nie« sr, Ä"llstruppen und die übrigen besten m»k>> Breitungen der französischen Sol- ^Ekshei^^ud des Kriegervereinstages in (Yer- wie verlautet, deutscherseits zu "! c fiien,t,n c -l schritten bei der französischen - ' Ära^^uren werden, sind gleichzeitig auch L?cht in (ui e f ,er für die französische Mannes- »'"«oan^^rsheim. lieber sie wird von der ?Er u>nq»! ^vor allem von den Anwohnern e Uuiio. ’? , öcr französischen Kasernen, schon p 'der ?.Zbx-' „•?« uch die Soldaten den Frauen ge S hi u«»ttlich benehmen ~ u'I^n Lr.? der Kaserne Frauen und Mäd- vorbeigehen müssen, t? bljK. bst in Begleitung von Männern durch ^^Sosii^,..^srufe und Aufforderungen von «oldaten belästigt und in ihrem 12*1* (ehr»*. e,^'e dn ^ keinen Einhalt gebieten, son- di. -b dJ“* w ermuntern und sich sogar ist i^iszivsil."" beteiligen. Daß darunter MKti 6 ttUerrH- ? cr Truppen schwer leiden muß, z^ch«n «handlich. Doch das ist Sache der fran- w^bviinu^^vbostellen und des französischen V dar^riums. Man wird sich in Pari« d». als k^r sein, daß derartige Borkmnm- dy^ran-tz.Nluß einer sehr schlechten Disziplin W?^beitr»!!?EN Besahungstrnppen sicher nicht ü>>> 9 i"! n werden, das Ansehen der fran- ^- »- rm rc bei der deutschen Bevölkerung en. Da sich je- nicht in Frank- «n* Nr. /. ^ oer oeuircyen tti* ii{ fe f. 1 acgenüber zu heben. sti- 7 - svn>>^""Sösischen Truppen nie ^^i>r,o"b«rn auf deutschem Boden zur Durch, di, Besetzung befinden. lg. bem Wortlaut und dem Geist der ^ öi« . * ine "Niedliche sein soll«. iis^ria^'chc Bevölkerung der Pfalz ein Recht, die Manneszucht der sranzö- >»j, Visa , vungstruppen wenigstens soweit der bier ^6 man vor Belästiaungen, Sstr "'»r angedcutet wurden, geschützt ist. ' sn?" 5 p» Ü ol « Selbstverständlichkeit nicht "»ks, ^lz i„ "kisben Truppen, die früher in W,, Mck s„l; ar . n ’> t,n lagrn, gewohnt, sondern «o. ^vvik.. elementarsten Ansprüchen eines N»r?^"^Echen. Jedenfalls muß bas der grande Nation solang« ^ 23c»J n' aI ® sic auf deutschem Boden " ne erst wieder daheim und unter sich sind, dann mögen sie es mit Zucht und Sitte auch ihren Frauen gegenüber halten, wie sie wollen. E. Oer Kanzler über die neue Aufwertungsaktion. Berlin. 14. Juli. Rach einer Meldung der „Telegrapheu-Union" hat Reichskanzler Tr. M a r x gestern anläßlich einer im Kreishause zu Cleve mit Bertrc-. tcrn der Bürgerschaft und der politischen Parteien abgehaltenen Besprechung eine Rede gehalten, in der er zunächst auf die A n f w e r - t u n g und die jetzigen Bestrebungen zu sprechen kam, die alten Tausend-Mark scheine wieder in Kraft zu setzen. Er erklärt«, wenn nur ein Bruchteil der noch nicht an die Reichsbank zurückgegebenen alten Tausender präsentiert und eingelöst werden würde, sei der Bankerott wieder da. Er habe als Kanzler die Pflicht, jedes persönliche Empfinden zurückzustellen und nur daran zu denken, das Bülk zu retten. Er habe den Satz ausgesprochen, das deutsche Volk gehe nicht zugrunde, wenn es sich nicht selhst zugrunde richte. Ein Wort müsie man sich aber immer wieder in seiner ganzen Furchtbarkeit vor Augen halten: „Wenn unsere Währung noch einmal ins Gleiten gerät, dann i st cs aus m 11 d e m deutschen Volke, dann gibt es keine Rettung mehr, darum kein Ruf nach Ersatz und iv c i t c r c r Aufwertung.« Eine Rede des Reichskanzlers in Moers. TU. MoerS, 14. Juli. Anläßlich des Besuches des Reichskanzlers Tr. Marx in Moers fand eine Begrüßungsfeier der Behörden statt, bei der Marx eine Rede hielt. Er führte u. a. aus: Die Regierung ist durchaus gewillt, den Schmierigkeiten entgegenzutreten, die wir in allen Teilen unseres Vaterlandes, vor allem aber in dem besetzten und besetzt gewesenen Gebieten des Reiches zu bewältigen haben. Dir Regelung stößt aber auf außerordentlich große Schwierigkeiten, wenn sie so geschehen soll, daß Zufriedenheit in die einzelnen Berufsstände hineinkommt. Unsere Wirtschaft, unsere Äerufsstände befinden sich in einer äußerst traurigen Lage. Bon dieser Tatsache sind die Regierungen der Länder und die Reichsregierung überzeugt. Vertreter Amerikas haben sich mir gegenüber geäußert: Sie muten Ihren Leuten sehr viel zu. Das könnten wir in Amerika nicht ertragen. Aber gerade das, mack wir dem deutschen Volke zngemutet haben, das hat im Ausland die Ueberzeugnng begründet, daß das deutsche Volk seinen Aufstieg will und bereit ist Lasten zu tragen, bis an die Grenze des Erträglichen. Und die Regierung ist gewillt, das zu erfüllen, was sie verivrochen hat. Dazu gehört die Ueberzeugnng der Pflichterfüllung und die Notwendigkeit, dafür zu sorgen, daß die Einigkeit deS Reiches gewahrt wird. Die einzige richtige Staatspolitik kann nur die sein, daß wir nicht einen Stand hinter den anderen zurücktreten kaffen. Ein jeder Stand hat seine Rechte. Das ist wichtig für die Zukunft unserer gesamten Entwicklung. Es ist gesagt worden, wir leide» unter der schweren sozialen Belastung. Aber darauf können wir stolz sein. Daran festzuhalten bin ich als Leiter der deutschen Reichsreaierung gewillt. TSenn es der Arbeiterschaft gut geht, dann geht es anderen Ständen auch gut. Wir hier am Rhein müssen an unserer Zugehörigkeit zu Preußen und zum Reiche fest- halten. Die Länder gehören zusammen. Das Wohl des Reiches wird am besten gefördert, wenn «S den Ländern gut geht. Wir sind in diesem SchicksalSjahr vorwärts gekommen und werden uns auch in Zukunft nicht niederrinaen lassen. Um Gevering sEigcner Dienst des Karlsruher Tagblattes.j 8. Berlin. 14. Juli. Nach einer Mitteilung von zuständiger Stelle kehrt der preußische Innenminister Severing Ende dieser Woche von seinem Urlaub nach Berlin zurück, um die Amtsgeschäfte wieder zu übernehmen. Wie wir hören, ist diese Ueber- nahme der Amtsgeschäftc nur eine vorübergehende, da Severing die Klärung der Frage, ob er bleiben will oder nicht, von einer Besprechung mit dem Ministerpräsidenten Braun abhängig machen will. Der „Vorwärts« stellt fest, daß Sevcrings Gesundheit in der Tat schwer erschüttert sei, daß man aber noch hoffen müsse, ihn zum Verbleiben im Amte zu bestimmen. Ungeheurer Hochwasserschaden in der Provinz Sachsen. Die Ernte von über 300 000 Morgen vernichtet. Halle. 14. Juli. In bisher beim Landbund der Provinz Sachsen eingegangenen Meldungen, die allerdings für den Regierungsbezirk Erfurt noch vollkommen ausstehen, kommt zum Ausdruck, daß in der Provinz Sachsen die Ernte von über 800 000 Morgen Land vernich- t e t sei, davon im Regierungsbezirk Merseburg über 200 000 Morgen, im Regierungsbezirk Mngdebnrg über 100 000 Morgen. Diese Zahlen bedeute» jedoch noch keine abschließenden Angaben des angerichteten Schadens. da eine große Anzahl von Einzclmel- dungen noch fehlen und sich außerdem täglich neue Wolkenbrüche ereigne», die auch die bisher verschont gebliebenen Gegenden in Mitleidenschaft ziehen. DeutMes k^eirii Verhandlungen über das neue Weingesetz. Berlin, 14. Juli. Am 16. d. Mts. finden wiederum Verhandlungen zwischen Vertretern der Regierung und Vertretern des deutschen Weinbaues über das kommende neue Wcin- geseh statt. Die bisherige» Bcsvrechungen in dieser Angelegenheit hatten nur informatorischen Charakter. In unterrichteten Kreisen glaubt man. in der Sitzung am 16. Juli dem gemeinsamen Ziel näher zu kommen und die bisher vorgebrachtcn Anträge und Wünsche auf eine mittlere Linie bringen zu können. Beschlagnahme der „Süddeutschen Arbeiterzeitung". DZ. Stuttgart, 14. Juli. Die gestrige srum- mer der Süddeutschen Arbeiterzeitung ist durch Beschluß des Amtsgerichts Stuttgart wegen eines Artikels, in dem eine Beschimpfung des Reichspräsidenten von Hindenburg erblickt wird, beschlagnahmt worden. Eine aufsehenerregende Entdeckung zur Aufdeckung von Noten- und Urkundenfälschungen. Berlin, 14. Juli. Der Hanauer Ouarz- La in pen-Gesellschaft, die der A.E.G. nahesteht, ist es gelungen, einen Apparat zu konstruieren, mit dessen Hilfe eS möglich ist, innerhalb kürzester Zeit Falsifikate von Banknoten, Briefmarken. Aktien und anderen Wertpapieren leicht zu erkennen. Diese Lampe ist einem größeren Kreise von Sachverständigen und Pressevertretern vorgesührt worden, und es zeigte sich, daß die neue Erfindung geeignet ist. schonungslos den Fälschern das Handwerk zu legen. Drei bis vier Sorten Papier, die alle bei Tageslicht gleiche Farbe haben, leuchteten unter der analysen Quarz-Lamve sämtlich verschieden auf. Auch solche Fälschunaen. die durch Ausrabicrungen oder Zusätze vorgenom- men wurden, konnten augenblicklich als Falsifikate entlarvt werden. Auch Tinten, die mit dem bloßen Auge nicht voneinander zu unterscheiden sind, fluoreszieren unter der Wirkung des Apparates so verschieden, daß jede Aende- rung von Schriftstücken sofort wahraenommen werden kann. Verschiedene Meldungen Der Potemkinfilm auch in England verboten. London, 14. Juli. lFunkspruch.) Wie der „Berliner Lokalanzeiger« meldet ist der russische Propagandafilm „Panzerkreuzer Potemkin« auch von der Londoner Zensurbehörde verboten worden. Zur Strandung des Moselweinschiffes bei Köln. Der Deutsche Weinbauverband hat über die bekannten Vorgänge Erkundigungen beim Polizeipräsidium Köln eingcholt, die besagen. daß nur drei unterernährte Arheitsloie dem Alkoholmißbrauch erlagen. Zwei Leute ertranken beim Landen der Weinfässer im Rhein. Ferner erklärt der Deutsche Wciubauverband, daß der Weiu nicht vergällt gewesen sei, d. h. durch Zusatz von Chemikalien ungenießbar gemacht, um der Steuer zu entgehen. Ein solches Verfahren sei im Weinhandel, unbekannt. Die cingctretenen Vergiftungserscheinungen beruhen nur auf dem 11 ebermaß des Genusses, das auf den unterernährten Körper besonders schlimme Wirkungen ausübtc. Das Urteil im Mordprozetz Meon ausgehoben. Darmstadt, 14. Juli. Vom Schwurgericht Darmstadt wurde am 8. Mai der Student Joseph Meon wegen Mordes an dem Dienstmädchen Anna Gillmann, zum Tode verurteilt. I» der gestrigen^levisionsverhand- lung vor dem Reichsgericht wurden von der Verteidigung prozessuale Rügen geltend gemacht. Nach mehrstündiger Beratung erkairnte das Gericht diese Beanstandungen als berechtigt an, hob das Urteil ans und verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Vorinstanz zurück. Schwere Unwetter in Italien. Rom, 14. Juli. Ueber Italien sind an verschiedene» Punkten wieder schwere Gewitter niedergegangen. So brach über Neapel in der letzten Nacht ein heftiges Gewitter mit ^volken- brnchartigem Regen los. Verschiedene Straßen ivurdcn überschwemmt. Das Wasser bedrohte einige Häuser, die von den Bewohnern geräumt werden mußte». In der Nähe von Pozznwti zerstörte ein Erdrutsch die Eisenbahnstrccke. So- wohl in Florenz als auch in Rom ist nach der starken Hitze die Temperatur plötzlich gesunken. Starke Regenfällc sind in Latium und in Toscana niedcrgegangen. In Saldino bet Udine wurde ein alter Mann vom Blitz erschlagen und drei Frauen verletzt. In 28 Tagen um die Erde. Nenyork, 14. Juli. Die amerikanischen Welt- flteger Ewans und Wells trafen tm Flugzeug am Dienstag abend 8.30 Uhr in Chicago und um 11.30 Uhr in Clewcland ein. Heute früh werden sie auf der Endstation Mitchell Fiel- bei Neu- york erwartet. Die Reisedauer um die Erde betrug 28 Tage und vier Stunden. 'S. ei DIE SAUERSTOFF=ZAHNPASTA BIOX ULTRA STARK SCHÄUMEND bi ^ternenweli im Kuppelbau Zeih-Planetarium. Bon Vrnst Valentin. seil . 'chE Museum in München, das " ®eii.« me t . m 3ahr besteht, inzwischen zu '«»^den »i^Enheit hatte, der erinnert sich >it fflrtHrf Wundern der Technik und den °Xh. e « »ftfcrrl 1 Kuriositäten, die dieser Bau !' ib'I LebK»fH " Sälen birgt, gewiß mit bc- I a nVan jenen Augenblick, als o», ariltm stand und in dem ver- ^l n^bpclban plötzlich der Sternen l( it, D * ißt»* lc , uer Klarheit und unendlichen Ä irbpri "u glühte, wie er in solcher Klarte ,^bischen Pracht nur in ganz selte- c ' 1 Uier„7 ten öem Betrachter sich darbietet. An? »uz i’JO an diese Stunde, als Sonne, »ns i lletc i l thre Wege zu wandern q-t tzini n Zuschauer das dunkle Gcheim- !» °nd,,>»s nngSvorgängc, indem es, um * üt und die Bildung der Mond- £aa a»M den ZeUram» von vier Minuten zusammenrafft. Auf die gleiche Zeit wird, bei der Darstellung der Pla- netenbemegungen das Jahr verkürzt, und so kann man nun beobachten, daß die Planeten, die ja tatsächlich in schwachen Ellipsen um die Sonne wandern, von der Erde aus betrachtet, den Eindruck erwecken, als ob sie seltsame Kurven und Schleifen beschreiben, sich gegenseitig überholen und kuriose Rückläufe ausführen. Aber dann flammt der ganze Nachthimmel über uns ans: 4300 Sterne bis zur sechsten Größenklasse. Die Milchstraße, ein Gewühl von Milliarden von Sonnen, zaubert ihr Lichtbild an das Firmament und schlägt eine Brücke in die Unendlichkeit. Welch ein Anblick! Das Wunder dieser grandiosen Pracht ist so unerhört, die Ueberraschung so vollkommen und überwältigend, daß man keines Wortes mächtig ist. Die Kuppel scheint weggehoben, das Himmelsgewölbe in seiner ganzen Raumtiefe dem Blick geöffnet. Und nun vollzieht sich ein neues Wunder: das Firmament gerät in Bewegung und kreist.um den Polarstern, während die inneren Planeten iMerkur und Venus) ihren rnsenden Lnnf beginnen und der Blond, sein Antlitz in allen Phasen spiegelnd, wie eine Rakete vorübersaust. Wir sehen wie die Sonne durch den Tierkreis läuft und wie alliährlich der sogen. Frühlings- vnnkt um einen Grad weitcrrückt, um (insolge der Krciselbcwegung der Erdachse, der sogen. Präzession) im Lauf von 26 000 Jahren (!) den ganzen Tierkreis zu durchwandern. Wenn der Zeitraum eincö einzelnen Jahres im Planetarium auf 7 Sekunden zusammengefaßt wird, so nimmt die Darstellung des „Großen Jahres", ivie man die Zeitspanne von 26 000 Jahren nennt, etwa 30 Stunden in Anspruch. Als Dr. von Miller das Planetarium bei Zeiß in Auftrag gab, da war es ihm darum zu tun, für die astronomische Abteilung deS Deutschen MuseumS ein Himmelsmödell zn erhalten, daS dem Betrachter den Himmel zeiat. wie er ihn in der Natur sehen kann. Dr. Ing. Banersfeld kam auf die glückliche Idee, anstelle eines gegen- ÜLndUcheu Modells mit Hilfe einer Vielheit von kleinen Projektionsapparaten, die im Mittelpunkt einer „Kugel« lnämlich eines Kuppelbaus) ruht, den Sternhimmel an der als Projektionsfläche bcnutzteir Kugel sichtbar zu machen und die Bewegungen der Gestirne durch ein Triebwerk zu demonstrieren. War schon diese Idee kühn und originell, die Konstruktion, an der Bauersfeld fünf Jahre lang gegrübelt und gerechnet hat, übcrtrifft die kühnsten Vermutungen. Welch ein Beginnen, das scheinbare Gewirr der vielfältigen Bewegungen am Sternhimmel, durch ein geheimnisvolles Räderwerk in eine wundervolle Harmonie aufzulösen und öarzustellen! Insgesamt sind 81 Projektionsapparate in sich vereinigt, von denen 42 der Projektion des Himmels selbst dienen und 30 für Erläuterungen bestimmt sind. Das Planetarium, das jetzt in Vtüiichcn sich befindet, wurde im Jahr 1824 vollendet und wurde vom August 1824 ab in Jena öffentlich vorgesührt. Im Zeitraum von sechs Monaten haben 80 000 Menschen dieses Planetarium, das „achte Weltwunder«, wie man es mit Recht genannt hat, besucht. Bei den neuen Planetarien, die jetzt gebaut wurden, ist die Zahl der Bildwerfer auf 113 (gegenüber 81 beim Münchener Planetarium) erhöht worden. Auch sonst zeigen die neuen Instrumente mehrfache Verbesserungen. Besondere Bildiverfer zeigen noch 18 Sternhaufen und Nebelflecke (u. a. den berühmten Andromeda-Nebel), die das unbewaffnete Auge gerade noch als feine Lichtpünktchcn zu erkennen vermag. Ebenso geben die neuen Instrumente das Tierkrcislicht wieder, jenen rätselhaften schwachen Lichtschein, der allerdings nur wenigen näher bekannt ist. Der Direktor der Sternwarte in Kopenhagen, Prof. Dr. Strömgreen, der ausgezeichnete dänische Astronom, hat über das Planetarium in Jena in der dänischen Zeitung „Politiken« u. a. geschrieben: „Nie ist ein Anschauungsmittel geschaffen worden, das so instruktiv wie dieses wäre, nie eins, das mehr bezaubernd gewirkt hätte, nie eins, das im selben Grad wie dieses sich an alle wendet. Es ist Schule, Theater, Film auf einmal, ein Schulsaal unter dem Gewölbe des Himmels und ein Schauspiel, wo die Himmelskörper Akteure sind. ... In dem modernen Jenaschen Wunder liegt so viel Phantasie und so viel Poesie, baß es im selben Atemzug mit den großen Namen der deutschen Dichtkunst genannt werden kann.« Das Interesse für astronomische Fragen ist in den letzten Jahren in allen Kreisen unseres Volkes außerordentlich gewachsen. Der Mensch, bedrückt von der Mühsal des Lebens, hat gelernt, wieder nach den Sternen zu schauen, deren Licht tröstend aus dunkler Tiefe glänzt. Die Tore der Ewigkeit stehen weit geöffnet. Und alles Licht, das von oben strömt, offenbart die Wunder des Unendlichen. Kunst und Wissenschaft. Die Frankfurter Oualitätsscha» der deutschen Photographie. 14. Slugust bis 1. September 1826.) In den letzten 23 Jahren hat die Bild- niöphotographie eine tiefgehende Wandlung durchgemacht und einen großen Aufschwung genommen. Man hat auch in der Photographie, begriffen, daß Kunst nur das ist, was wahr und echt in Material und Sluffassung, und unter dem Gesichtspunkte, daß die Porträtphotographie in ihren Leistungen sich zum Slnsdrucksmittel künstlerischer Empfindungen erhebt, vollzieht sich hie neue Bewegung. Zum ersten Mal seit dem Weltkrieg tritt auf einer Fachausstellung des photographischen Kunsthandwerks in Frankfurt am Main das Bild auch äußerlich mit einer persönlichen 21ote auf. Allerdings wird die Be- rufsphotographic im Oiegensatz zur wissenschaftlichen und Liebhaber-Photographie als Handwerk angesehen. Aber damit ist kein Gegensatz zu Kunst und Künstler sondern nur zu Kaufmann und kaufmännischer Beruf geschajfen. Was dieses Kunsthandwerk neben den Leistungen der wiffenschaftlichen, technischen und Liebhaberphotographie zu leisten vermag, dafür soll die Frankfurter Ausstellung, die erste großen Stils nach der internationalen Ausstellung Dresden 1908, Zeugnis oblegen. T. /I li> ,iijy [jiJJ ii i 1 M*J Seite 4 Karlsruher Tagblatt, Donnerstag, den 15. Juli 1926 Nr. 233 Dadifches iCanöeßtbeatn Donnerst««, 15. Jnli. * Bolksbübne 11. Trauerlviel tn 5 Akten von ^fiofcfueare. In Szene «efctjt von Nietix Baumbach. Personen: EScalus von d-r Trenck Dr. Storz Ktenscherf Herz Gras Paris Montague üavulet Romeo Mercutio Bcnvolio Tnbalt Leitaev o- --men Kloeble Dablen Iruder Lorcnzo Höcker Bruder Johannes Gemmccke Balthasar Clement «Äreaorio Schneider Abraham Rihl Peter Müller Simson Brand Ein Avotheker. Prütcr Wväfin Montague Genter Gräfin Cavulet Ermarth Julia Scheinvklug Juliens Amme Roorman Anfang Vh Uhr. Ende 10% Uhr. Sverrsitz 1. AR. B.20 Jl Ter IV. Rang ist füt d. allg. Verkauf freigeb. Ir., 10. Juli: Romeo nnd Julia. — Sa.. 17. Juli: Das Wintcrmür- chen. _ F.CJBaden Lokal: Lfiwenrachen Morgen Freitag, den 16. Juli, punkt 8 Uhr, im Lokal ,,Löwenrachen“ ordentliche Gensralyeriammlung mit bekannt. Tagesordnung. Resrloses Frscheineu aller aktiven und passiven Mitglieder wird erbeten. Oie Vorn tan d scliaft- Reparaturen n. Polieren. Umbeizeu von Möbeln. Pianos besorgt Oberhemden nach Maß Rad. Hugo Dietrich O Tierschutzverein. : .,Krokodil“, 2. Stock, am Freitag, den bt). Juli, pünktlich um 8 Uhr. 1. Vorsitzender: Friedrich Worret. Gasthaus r» den % Kronen Heute Schlachttag Gut Mittag, u. Abendtisch. Prima neue Weine, I ft. Moningcr Biere. Ferdinand Weber. Verbandstoffe Gummiwaren Irrigatoren etc. Carl Roth Drogerie /s nrerp fachgemän Ganzmaun, Schützenürahe 22 oder Amalicnstrahe 12. III. Hervorragend sind meine Photo» artitcl in Preis n. Güte. Rcvaraturcn. Photoarbeitcn. I'. Kneller, Waldstr.68. Kein Lad Tel. 225 oder Postkarte Kaiserallce 37 für A b h o 1 e n u. Zustell en Wäscherei Sdiorpp Nach jedem Regen sind Ihre Fenster beschmutzt. Dieselben rasch, ohne Wasser u. ohne Leder spiegelblank zu putzen, geschieht einfach mit ein paar Tropfen Schnell-Hell und einem gewöhnlichen Lappen. Ein Kännchen ca. '/< Ltr. Inhalt 85 Pfg. In Drogerien und einschlägigen Geschäften erhältlich. — Verlangen Sie Gratisprobe — I Einzelverkauf von Fabrikaten § ® sächs. Gardinen-Webereien | » bringt || buntfarbige x I Madras- und Etamine-Mänse 1 § passend für Ess-, Herren-, Wohn- und /j\ Schlafzimmer in hervon’agender Muster- \II ® auswähl und modernsten Zeichnungen fjt Preislagen für einfachen n. besten 11 JPaul Schulz! III Waldstrafle 33, gegenüber dem Colosseum ^ www mwmm DÜSSELDORFS MAI OKT (CKWAA2XOPS GROSSE AUSSTELLUNG GESUNDHEITSPFLEGE SOCIALE FÜRSORGE 0 LEIBESÜBUNGEN Verbünden mH darXüffeldorfet\ Vunfta usftellung-* Brotmeise ob 15. Juli: 500 g Halbwcih- brot 24 Pfg. 750 g Kornbrot 30 Pfg. 1500 g Kornbrot 58 Pfg. 750 g Kornbrot. II. Sorte 28 Ps.g 1500 s Kornbrot II. Sorte 55 Pfg. 75 g Wasserwerk 7 Pfg. Freie Bäckerinnuug Karlsruhe. PROVITTA Das beste moderne selbst'ätige Sauerstoffwasch mittel spart 60" der Arbeit. Erhältlich in folgenden Geschäften: Hafner W., Karlstr. 128, Palm Wilh. Schützenstr. 68, Drogerie Tscherning, Karlstr. am Imdwigsplatz, Drogerie Walz,Kurvenstr. 17, Werner «Johanna, Akadenüostr. 18. Generalvertretung- C. R Biebclheimer, Pforzheim, Dillsteinerstr. 48, e fsauet* dvachtet gewahrt ein Sexxxg die allergrößten Vorteile. REFZGER MÖBEL erkalten Sie direkt au# der Fa» bril« in Rafbrtt oder derenVer» kaum fTetletv in Mannlmim., Kart.iuHe, Pforzheim, Treiburg, Koxxffami • KARLSRUHE > Xaiferftr. 97 Freitag, den 16. Jali, abends von »—lO’/i Ihr Konzert der Feuerwehrnapelle Sonntag, den 18.Juli, vormittags von 11—12‘/j Uhr: Promenade konzert (kein Musikzuschlag), nachmittags von 4—«V, Uhr u abenas von 8—10V, Uhr: Konzerte. Sämtliche Konzerte ausgeführt von der Kapelle des Musikvereins Karlsruhe. Abends außerdem autaßueu , v\ ‘ , . _ _ — D nJlakvA t»Ki,n d An GolIHfl FltÜ t.* PTOUv^ _ ö: JMcntAnonneiuen-c.rwaL.ust*ue i ,ä. ahuiiuch*- Erwachsene 80 *$. Bei Benützung der Kartenhefte werden vod Mc» 1 * abonnenten 3 Scheine und von Abonnenten 2 Scheine entwertet. Denkt tiarati: Zeppelins Geist Lckeners Tot Des öeutschen Volkes Zank! veilräge für die Zeppelin * leimet«dpenfie nimmt entgegen der Ortsausschuß. wo ein solcher nicht vorhanden ist, zahle man ein bei üen öffentlichen Kaffen, Sanken oSerouspostscheckkonto Stuttgart }845- jeden üefai und m tadeMa&e>i ytu^üJiucnf die %%ac&eAei, JliM&isfaaie- 4, ^eMibpAechen, Waldstr. ■Telefon 5111 denz- Llchtspleie Ab heute Donnerstag: Das schone und lästige Filmwerk (üirsimluoink.u.K. InfonL-Reglment Ein Militärschwank von Richard Oswald vom Wiener Leben und Treiben, von k. u. k. Herrlichkeit u. heuriger Stimmung- In den Hauptrollen: Colette Brettl. Camilla Splra. Lydia Potechina* Paal Heidemann. Hans Brausewetter, Fritz Hampers, Paul Morgan, Julias Falkenstein. Ein Filmwerk, das ebensogut gefallen wird, wie der erfolgreiche „Walzertraum“. Außerdem ein reichhaltiges Beiprogramm! Anfangszeiten: 3.80, 5.00, 7.00, 9.00 Uhr. Uoldstr. •t- “Die Frau, die heimlich grüßte... ei« Bild aus der Berliner Gesellschaft. Roman von Paul Rosenhann. (RY - (Nachdruck verboten.) „Ich bedaure," sagte der Diener, indem er die Hand an die Tür legte, so als ob er sic zu- drüctcn wollte, „die Borderzimmcr sind verschlossen — ich kann Sic nicht hineinlasscn. Leben Sic wohl." Damit drängte er Jens J-alant mit sanfter Gewalt hinaus nnd schloß die Tür. Jens ging langsam die Allee hinunter. Seine Schritte wurden immer stockender,- ein paarmal schickte, er sich an, umzukchren. Aber er hatte das Gefühl, daß man ihm nachblickte: so ging er um den kleinen grünen Platz herum und näherte sich, indem er sich vorsichtig unter den Bäumen hielt, durch die Fasanenstraße der Billa Könnyved von hinten. Er mar ein gewandter Turner — mit zwei Sätzen war er im Garten. Tort, aus der Hinterveranda, hantierte Herr Petermann mit allerhand Kleidungsstücken, die er auf kunstvoll gebaute Spannapparate zwängte,- Jens glitt hart am Gitter entlang nach vorn. Er sah prüfend die Bauart des Hauses an: Es ging. Die Fenster des Parterres lagen ziemlich niedrig, außerdem liefen in der Mauer seine Rillen, die ein Anfsteigcn erleichterten. Er schwang sich ans den Fenstersims und blickte hinein. Gott sei Dank, das Zimmer war. leer. Dein erster Blick fiel auf ein großes tafelförmiges Klavier, das in der Ecke stand, die dem Fenster entgegengesetzt lag. Darüber hing ein Bild: ein Segelschiff mit einer jungen Dame am Steuer und zwei bewundernden Matrosen: das war der Tom Browne. Links blinkte der lederne Sessel. Daneben stand das Telephon und hart nach dem Fenster zu, so daß er nur Stückchen davon erwischen konnte, begann der Kirschholzschreibttsch . . . Es stimmte also — Herr Johann Petermann hatte gelogen. Warum? Eben wollte sich Jens von seinem Sitz herunterschwingen, als eine Veränderung cintrat, die seine Aufmerksamkeit erregte: eine Tür öffnete sich — die Tür zum Nebenzimmer. Jens zog sich, so gut es ging, in die der Tür parallel liegende Ecke zurück, so daß er sich außerhalb der Blickrichtung des Eintretcnden befand. Tic Tür öffnete sich ausfallend zögernd — fast, als wandte der Ankömmling ans geheimen oder verbotenen Wegen — oder als rechne er damit, daß er beobachtet würde. Ter Eintretendc hatte merkwürdigerweise unablässig das Gesicht der Korridorwand zugcrich- tet. Das war eine ganz unnatürliche und durch nichts erklärbare Haltung. Einen Augenblick zerbrach sich Jens den Kopf über den Grund — aber dann sah ers plötzlich: über dem Flügel hing ein kleiner geschliffener Spiegel. Der Ankömmling beobachtete das Fenster. Es war ausgeschlossen, daß er etwa in dem kleinen Stückchen Glas den draußen Harrenden sehen konnte. Das ging aus der beruhigten und sorglosen Bewegung hervor, mit der sich nun der Fremde nmdrehtc. Er faßte in die Hosentasche und zog ein Etui, aus dem er eine Zigarette nahm: cs war eine russische Zigarette. Tann rieb er ein Zündholz an. Beinahe hätte Jens anfgeschricn. Es war der Mann im Mantel. Einen Augenblick stand Jens reglos. Tann sprang er, unbekümmert nni das Geräusch, auf den Erdboden, stürzte die Höltyallee hinunter und rief in der Hardenbergstvaße eine Droschke an: „Zum Polizeipräsidium!" Der Polizciinspektor stand in dienstlich korrekter Haltung im Empfangszimmer der Billa in der Höltyallee. Er hatte seine Karte hinein- gcschickt: er müsse Herrn Könnnvcd dringend sprechen. Der Gewünschte erschien — niemand anders als jener Herr, den Jens vorhin als den Mann im Mantel erkannt hatte. Ter Polizeiinspektor machte eine kurze, knappe Verbeugung. Herr Könnyved forderte ihn weder zum Sitzen auf, noch bewies er sonst in irgend einer absichtlichen oder »nwilikürlichen Geste jenes leise Entgegenkommen, das die meisten Menschen den Organen der Polizei gegenüber gern in ihr Verhalten einsließcn lassen. Polizeiinspektor Krauledat fühlte sich von dieser Haltung, wie er sich heimlich eingestand, angenehm berührt. Er war es gewohnt, daß man an seine Nachsicht, an sein Wohlwollen, mit anderen Worten sozusagen an ihn als Privatmann appellierte. Dieser Mann tat nichts dergleichen: er war restlos sachlich — und Sachlichkeit ist in den Sachen eines guten Polizeimannes die höchste Tugend, die cs auf dieser Welt gibt — freilich zugleich die schwerste. „Seit wann bewohnen Sie dieses Haus, Herr Könnnvcd?" „Seit elf Jahren." „Seit wann befindet sich das Schild mit Ihrem Namen an der Tür?" „Seit meinem Einzüge." „Ist es Ihnen bekannt, daß am 9. August dieses Schild vorübergehend durch ein anderes ersetzt worden ist? Daß an diesem Hause der Name Amalie Mühlenpsordt Wwe. gestanden hat?" „Das ist ausgeschlossen!" „Mein Gewährmann, dem ich die Mitteilung verdanke, hat mir verschiedene Angaben gemacht, die seine Darstellung bestätigen. So hat er mir zum Beispiel die Einrichtung dieses ZimmerS beschrieben — wie ich sehe, ljaargenau." „Das begreife ich nicht. Immerhin läßt sich die Einrichtung des Zimmers auch vom Fenster aus feststellen." „Hm. Es kommt etwas anderes hinzu, waS der ganzen Geschichte allerdings ein wesentlich gefährlicheres Gepräge gibt: im Verlaufe der Angelegenheit, deren Anfang sich in diesem Hause abgespielt — haben soll — ist ein Mord geschehen." Jüm Mord?" „An einem gewissen Erich Heinemann. Sic diesen Äiamen?" „Nein." ^ „Der Mord hat sich in Kopenhagen * ( gen. In einer entlegenen Straße- „Jetzt entsinne ich mich." — Herrf (i * warf einen Blick auf die Zeitung, , Schreibtisch lag — „ich habe davon 9» , Hck „Wann waren Sic zuletzt in Kopenva« Könnyved?" ■*, in * „Ich war in meinem Leben noch n»v penhagen." f»e6 a ß f Merkwürdig. Mein Gewährsmann , tet. Sie in Kopenhagen gesehen zu v« i( „Das ist bestimmt ein Irrtum. .^ < „Ter Mord ist am 21. August waren also an diesem Tage nicht in |( Herr Könnnvcd?" „Verzeihung," — die Stimme des ' t ,cr«' wurde ein wenig stärker — „ich n» die Ehre, Ihnen zu sagen, daß sw Soi^ ganzen Leben überhaupt noch nia)> Hagen war." . „Sie waren am Mvrdtagc in „Nein, ich war nicht in Berlin. ,^Wo waren Sie also?" „In München." „Wo haben Sic gewohnt?" „Im Rcgina-Palacc-Hotel." sie?" „Welche Zimmernummer hatten & ' j, „Nummer 34." zll 1 af „Um noch einmal auf den §>e men: wäre cs vielleicht möglich, oa« ^„d ,,j auf kurze Zeit entfernt gehabt, ßa'vAflj * $ irgend jemand in Ihrer Abweicnhcn {t an.» betreten und benutzt hätte? . zeitig das Türschild vorübergehend v ^ n>^ Herr Könnyved zuckte die Achseln- $1 natürlich nicht geradezu unmögU"'.^- z, höchsten Grade unwahrscheinlich- ^ . ( ; hat ein sehr kompliziertes Schloß- „Gibt es irgend jemand außer » einen Schlüssel zum Hause hat? »Ja. der HauSwirt." . « in J „Er wäre in der Lage, das Hü» Abwesenheit zu betreten?" iFortsetzunS l- i Nr. 233 Karlsruher Tagblatt, Donnerstag, den 15. Juli 1926 Seite 5 Aus dem Eta-ttreife Zeppelin-Eckenef'Spende. Was tust Du, wenn Dü für die Zeppelin- ®citcTsSpettbc opferst? •£it ehrst das Andenken des Grasen Zeppelin, «,,"üt seinem lenkbare» Luftschiff seinem Volke ^tgeltung und Zukunft schenkte. Ltüfjfft Dich mit verautmortlich für eine ^c. die Volkssache ist. - .Öilfft der deutschen Wissenschaft, die sich die ^'°richn»g von Luftschichten und -Strömungen l,* 8iel seht und ihre Beobachtungen und Mc,- nur vom sicheren Bord eines starren ^ rballous aus vornehmen kann, all" .hilfst Deinen arbeitenden Brüdern der j,, ^^^tnmerft und wirst ihnen ein Mitrcttcr ^ Arbeit und ihrer schaffenden Leistung, beweist, daß Du den Glauben nicht vcr- b bast an die deutsche Arbeit, an den erut- ^5' Geist und die deutsche Zukunft, be» eine Pflicht der Dankbarkeit gegen stin.„ der einst auch auf Deine Bitten hin ^uere über dein Haupt dahin * Das Fest der schönen Frauen. .Wahllose Aussprüche bedeutender Mcu- beweisen, daß die Achse, um drc ’ alles ‘ ■ gab f e u r ^ es dreht, die Schönheit ist. Es «ie eine Zeit, in der man sich so stark, besck^n: r c beute, mit der Frage der Schönheit W» Schön sein ist das Bestreben jeder ""ii in«. c bleibe ich jung, schlank und schön >nej!.,„'s. bringt die Mode, ist die Frage der Wo ar . uclt - Der kurze Rock, bczw. das „l 8 beantwortet die erste Frage, der "m « bfschnitt ist wohl mit das stärkste Mittel heutig öu erscheinen. Schlankheit gehört zum ^ci b vollkommenen Schönheitstyp. öi»g„ Mode ist man gezwungen, sich ihr be- kchSst lD § zu unterwerfen, will man jung und finden ^ und üt gesteigertem Maße Beachtung der ZI, Sogar die Unterkleidung, die Wäsche. Nivd^buwpf und der Schuh wechseln durch die Ti ®io5c Modenschau ist in den letzten Jahren auch «» A,,°'b?rdcn. Sie führt die Holden mit gro- Divde»,!?Echilungen ins Reich der Moden. Eine kUng Z">"u elegantesten Stils unter Mitwir- »>it orsten Firmen Karlsruhes, verbunden ^lant uellnng, ist im Stadtgarten Ende Juli «it Modcvorführungen im Garten. Schön- 'Uiieru,,. .'uft sollen sich vereinigen. Eine Prä- ^°f>eii b schönsten Bubikopsschnitte ist vor- deitz^-,' Eine Bubikvpfausstellung und Schön- der- un^^o^d gezeigt. Die elegantesten „Klei- Traa«"? Hutmodellc und alles »Drum und :? r Toilette, wie seine Wäsche, Bade- M E», !?• werden vorgeführt. Ueberraschung Ae„, "Zucken wird die Pelzmodenschau aus- biins»,. te ora. Leituna äieies kieste« Uent in '»folft 'i> te ä Stuttgarter Veranstalters vieler ™ D &c»ti? er Modenschau-Revuen. Außer der »z^ote,, "Z, wird uuch künstlerische Unterhaltung Tie großen Vorbereitungen für diese ^irb d,,"^ung sj„d in vollem Gange. Näheres ^ urf y die Slnzcigen bekannt gegeben. r,^rausstellung schlichter Wohnräume. ^eitxn^d. Landesgewcrbeamt wird in der ^bige »^"lfte des Monats September für ^erhjjl.7,ochen eine den heutigen wirtschaftlichen e " der Verbraucher und dem Zeit- ""gepaßte Sonderausstellung schlichter Mtait»,, w" in der Landesgewcrbehalle ver- n Egenb-^ bem badischen Schreinerhandwerk ""d Uw ru geben, seine Leistungen zu zeigen Nse Allgemeinheit mehr auf fachlich L^buh-i,!?brungen und den Reiz sowie die gsbrich.,,» "" schlichten Formen hinzuweisen. Die ?ekvrg^"Sen sollen durch Polsterer-, Tapezierer-, ?"ush.i"Usmaler-, Justallationsarbeiten und b ^ Hesti^^llegenständc ergänzt werden. «e,iini""o^iion,ranoc ergänzt weroen. Nä- »^""'ugen und Anmeldeformulare sind <^n.Rä,H lierbeamt kostenlos erhältlich, 'Sj - n * en für die Verkaufspreise der U i? et it ?„^? n . mc im Benehmen mit den Er- lin «eiu’ijmeu nui ücu aild-I^?osetzt hat. Nach den bisher hier 3 bei Möbelausstellungen gcmach- ,"cke» ^"^ungen ist dieses erste ernsthafte ?lb- >n uiciw criic rrnnvui>e «v- ""g ber bisherigen Uebung, bei Slus,tel- ^'eiten .""r für den kleinen Kreis der Be- ^iuna-?"bfbare. reichere und prunkhaftc Etn- ?)% *ii t ^"ißen zu wollen, als gesundes Ziel Ukeit begrüßen, da der Anspruch auf Behag- ^Scub», ""d geschmackvolle Einfachheit des !** «etl ß o°r allem der allergrößten Mehrzahl ^beu s^aucher zukommen sollte, die ihre Aus- '"r Einrichtung stets beschränken muß. Öffnung des Kindererholungsheims . Steinabad. 'Mer/d? Kreis Karlsruhe erworbene ?rf »„Lurhaus Steinabaü bei Bonn- ^Ue7br°e am 1. Juli ds. IS. »ach gründlicher thyi. ""na ..'= "'ii >! Q, .. uuviiiumijn UIUUJ uiv a»- f»?lerzte und Kreissttrsorgerinnen, zu ,>u i-^!"">^wöchigen Erholungsaufenthalt ew. ftn?rI U Sonntag überzeugte sich der Kreis- 7« Kr,i^"be, dem sich u. a. der Kreisvorsitzende ^i> »» es> f^reiburg, der Landrat von Nenstadt et zuständige Bezirksarzt angeschlossen ' ei ) te ^ Bestimmung als Kinder- t»? Ul >ö ->n l n übergeben. Es zogen 40 Mäd- i,j'"den „'"b^n aus den verschiedenen Ge- ej?"fgen »s Kreises, ansgcivählt durch die zu- Re Verkehrsregelung auf dem Karlsruher Marktplatz. Wir erhalten in Ergänzung der von uns veröffentlichten Skizze und Erläuterung folgende Zuschrift: » Tie im Herbst dieses Jahres in Berlin statt- sindende Große Polizciansstellung gibt dem bekannten Polizeifachmann Walther Hermann- Adolf in Lübeck Veranlassung im „Deutschen Polizei-Archiv" lhcransgcgcbcn vom deutschen Polizei-Verlag Lübecki in einer größeren, sehr anregend geschriebenen Artikelserie die wichtigsten VerkehrSpolizciprobleme der Welt zu behandeln. Im Heft Nr. 18 vom 10. Juli der an- fcschencn, im In- und Slnsland stark verbreiteten Zeitschrift beschäftigt sich Hermann-Sldolf, unterstützt von zwei SitnationSpläncn, besonders eingehend mit dem Projekt zur !li c g c - t u n g der V c r t c hr s v c r h ä l t n i s s c auf dem M a r k t p l a tz in Karlsruhe. Ter Verfasser weist dabei einleitend aus die besondere Bedeutung hin, die der „Internationalen Polizeitechnischen Ausstellung in Karlsruhe 1922" für die gesamte moderne Vcrkchrstechnik znkommt. Tort, so schreibt er, im Ansstellungs- gebäudc der badischen Hauptstadt wurde eigentlich zum erstenmal die große Bcdcntnng offenbar, welche im „Zeitalter des Vcrk> >'rs" die Bc- ziehnngen zwischen Polizei, Verkehr und Technik sowohl für die Fachleute wie auch für das große Pobliknm hat. Die wertvollen Erfahrungen, die die Karlsruher Ausstellung auf diesen Gebieten gebracht habe, müßten bei der Berliner Ansstellnna weiter ansacwcrtct werden. Hermann-Adolf geht dann näher aus das von i>er Karlsruher Stadtverwaltung im Benehmen mit der Polizcidirektion Karlsruhe ansgearbei- tetc Verkehrsprofekt ans dem Marktplatz ein. Zunächst fibt er einen Ucberblick über die ver- kehrStcchnische Lage des Platzes, die auch in Karlsruhe interessieren dürfte. Ter Ptarktplatz. der auch in seiner künftigen Gestaltung der Brennpunkt des Verkehrs der badischen Landeshauptstadt fein wird, hat eine Länge von etwa 175, eine Breite von etwa 00 Meter. Ter nördliche Teil fällt in den Lauf der Hauptverkehrsstraße, der Kaiserstraße. Hierüber läuft die Hauptlinie der städtischen Straßenbahn Ost-West in 2 Spuren. Dieser Teil ist gleichzeitig auch Vereinigungspunkt der Ost-West-Linie mit den, Süd-Ost, Süd-Westverkehr der Straßenbahn. Hier mündet auch der Fuhrwerks- und Krast- sahrzeugverkehr von Württemberg nach der Pfalz-Südbaden-Nordbaden sowie der reine Ttadtinnenverkehr aus fast allen Richtungen zusammen. In der bisherigen Gestaltung ermangelte es, so betont der Verfasser zutreffend, an Einrichtungen. di« ein zlvangswciscs Verhalten der Fahrzeug« und Fußgänger bedingen. Daher flutet ber Verkehr kreuz und auer durcheinander, hindert sich gegenfeitig und bringt mannigfache Gefahren. Im nördlichen Teil des Platzes unmittelbar vor der Straßensläche der Kaiserstraße war als einziger Platz, der Fahrgästen und Fußgängern einen einigermaßen gesicherten Aufenthalt bot, die sog. Insel iTreieck» angebracht. Sic reicht aber zur Ausnahme der Fahrgästc »sw. längst nicht mehr, so daß diese zum Teil aus der Fahrbahn stehen müssen. Für die Fahrgäste der nach süden fahrenden Straßenbahn kommt diese Jn- >el nicht in Betracht. Die Haltestelle für , diese Linie liegt vielmehr rechts und links der Gleise in Höhe der Insel ungeschützt ans dem ' Platze selber, auf dem bis zu den Gehwegen verbleibenden nur einige Nieter breiten Raum außerdem noch der Fuhrwerks- und Kraftfahr- zcn->vcrkehr Nord-Süd sich abwickelt. Hierin liegt eine dauernde Gefahrenauelle für den Verkehr. Die Straßcnbahnzügc (meistens 8 Wagenl nach Westen, halten vor der Einmündung der von diordcn kommendeu Straße, die nach Osten unmittelbar vor der Insel. Meistens stehen gleichzeitig auch noch S'-^ßenbahnzüge ans dem Süd-Nordverkehr östlich und westlich der Insel. Das bewirkt eine völlige Unübersichtlichkeit an dieser Stelle des Platzes: die dort ausgestellten Verkehrsposten können die in den Verhältnissen begründeten Schwierigkeiten nur teilweise beheben. Durch das neue Projekt wird nun die bisherige Anordnung beseitigt und die Atöglichkcit einer reibungslosen und übersichtlichen Ver- kehrsentivicklnttg geschaffen. Zunächst wird für den Süd-Ost- und Süd- West-Verkehr der Straßenbahn je ein besonderes Gleispaar über den Marktplatz gelegt, so daß der VereinignngSpuukt der beiden Linien nicht mehr unmittelbar vor der Insel, sonder» am südlichen Ende des Platzes zu liegen kommt. Zwischen diesen Gleisen erstreckt sich über die ganze Länge des Platzes ein vom Fuhrwerks- verkehr freier Raum von 10—15 Meter Breite. Oestlich und westlich der Gleise liegt eine je 5—ö Meter breite Fahrstraße. An diese schließen sich an die Häuier anlehnend breite bequeme Gehwege an, die an ihren Einbuchtungen im nördlichen Teil Raum zur Aufstellung der öffentlichen Fuhrwerke bieten. Au der Nordseite des Platzes werden die Gleise der Ost- West-Linie nach Süden auSgebogen. Die Haltestellen der Stratzenbahnzüge werden in gleicher Höhe in die Mitte des Platzes gelegt,' für die wartenden Fahrgäste werden besondere Schutzinseln eingerichtet, welche den Fahrdamm ber Kaiserstraße in zwei besondere Fahrbahnen von je 5—6 Meter Breite für den Verkehr nach Osten und Westen trennen. Die Haltestellen für den Süd-Ost- und Sttd-West-Verkehr sind mehr nach der Mitte zu verlegt: auch hier werden für die Fahrgäste ausreichende Schutzinseln erbaut. Der gesamte Fuhrwerksverkehr wird durch diese Einrichtung reiner Richtungsverkehr. Die nördliche Fahrbahn ber Kaiserstraße erhält Ost- West-, die südliche West-Ost-Verkehr: die Westseite des Marktplatzes Nord-Süd-, die Ostseitc Süd-Nord-Verkehr. Das Verkehrsbild wird dadurch einfach, die Uebersicht gut. Soweit der Verfasser des Artikels „Verkehrspolizeiliches aus aller Welt". Ans der Abhandlung geht deutlich hervor, daß hier in unserer Landeshauptstadt aus bem Marktplatz die Lösung eines Verkehrsproblems gefunden ist, das weit über Baden hinaus Beachtung findet. Der Artikel zeigt aber auch, wie hoch in Fachkreisen die Bedeutung und der Wert der Karlsruher Polizeiauöstellung für die Entwicklung der modernen Pvlizeitcchnik, besonders im'Verkehrs- wesen eingeschätzt wird. Wie die badische Pvli- zeiverwaltung mit dieser Ausstellung im vergangenen Jahr Führendes geleistet hat, so ist jetzt wieder mit der Verkehrsregelung auf dem Karlsruher Nkarktplatz eine verkehrstechnische Spitzenleistung erreicht, die von fachmännischer Seite den wichtigsten neuzeitlichen Berkehrsprojekten zugezählt wird. hatten, vom neuen Zustand des Heimes und der Unterbringung der Kinder. An Neuerungen sind vom Kreis ein Verandaanbau, der zugleich als Liegehalle dient, Wasch- und Baderänme sowie ein Spielsaal geschaffen worden. Tic Wände sind frisch tapeziert, die Wöbel und Betten in weiß gehalten, so daß das Ganze einen überaus freundlichen Eindruck macht. Tie Oekonomic umfaßt bei 30 Morgen Wiesen und Felder, einen Viehstand, der ausreicht, um die für das Heim erforderliche Milch selbst zu erzeugen. Bei der Besichtigung durch Kreisrat und Gäste konnte man nur Worte der Anerkennung über das geschaffene Werk hören, und das glücklich-dankbare Leuchten der Kinderaugcn sagte mehr als Worte, daß es den Kindern in dem neuen Heim gut gefällt. Die fröhlichen Gesänge und Reigen der Kinder gaben auch davon Zeugnis ab, daß die staatlich geprüften Kindergärtnerinnen, denen die Aufsicht über die Kinder obliegt, mit ihren Aufgaben vollkommen vertraut sind. Möge von diesem neuen Werke der Selbstverwaltung viel Segen für die Heranwachsende, in ihrer Gesundheit gefährdete Jugend ausgchen! Freigabe von Schnellzügen für Sonntagsrückfahrkarten. Vom 17. Juli an bis auf weiteres iverden die Schnellzüge D 85, Basel Bad. Bahnhof ab 7.15, Freiburg au 8.13 vorm. D 75, Basel Bad. Bahnhof 2.10, Freibnrg an 3.08 irachm. T 270, Frciburg ab 6.03, Basel Bad. Bahnhof au 7.05 nachm, nnd D 80, Freiburg ab 10.27, Basel Bad. Bahnhof an 11.22 nachm, zivischen Basel und Freiburg für Sonntagsrückfahrkarten gegen Zahlung des vollen Schnellzngsz"->!>s,i a ca freigegeben. ^ Einen genußreichen Abend im Stadtgarten erlebten die Besucher, die im Anschluß an den herzlichen Empfang der Harmoniekapcllc zu dem Konzert am Dienstag gekommen waren. Tie Harmoniekapelle unter ihrem Leiter R ud o l p h und der Lieücrkranz unter seinem Chormeister H o f m a n n schöpften aus Musik- und Gesangsliteratur manches köstliche Werk, das die Erschienenen zu lebhaftem Beifall zu begeistern wußte. Die Harmoniekapellc, die ihren prachtvollen, in Schwäbisch-Gemünd errungenen Preis bewundern ließ, spielte trotz großer Reisestrapazen unermüdlich, und bot auch ihr Preisstück, die Ouvertüre zum „Römischen Carneval", da, was stürmische Anerkennung fand. In die sommerliche Stimmung des Abends paßten sich die wie immer flott und präzis gesungenen Chöre „Eivig liebe Heimat", „Wie könnt ich dein vergessen", „O Schwarzwald o Heimat" und „Am Brünnele", des Liederkranzes, dessen Sänger in starker Zahl erschienen waren, prächtig ein. Die Darbietungen waren eine freundschaftliche Huldigung an die schöne Leistuug der Harmonie, die sich beim Publikum lebhafter Beweise von Sympathie erfreuen durfte. Die kubanische Regierung und das deutsche Eigentum. Tie kubanische Regierung hat mitgeteilt, daß sie nicht beabsichtige, dir Bestimmungen des 8 16 der Anlage 2 zu Teil 8 des Vertrages von Versailles auf das Eigentum der deutschen Reichsangehörigen und Genossenschaften anzuwenden. Diese Haltung habe die kubanische Regierung schon stillschweigend dadurch bewiesen, daß sie seinerzeit die von ihr unter Be- wachuug gestellten deutschen Sachgüter zurück- gegeben habe. Rechtsfolgen des Berschweigcns der Schwer« bcschädigtcneigenschaft. Schwerbeschädigte, die bei Dienstantritt dem Arbeitgeber die Schwer- beschädigteneigcnschaft verschweigen, gehen in der so erlangten Arbeitsstelle des besonderen Schutzes nach dem Schwerbeschädigtengesetz verlustig. Der Arbeitgeber braucht zur Kündigung nicht die Zustimmung der Hauptfürsorgcstclle einzuholen. Auf diesen Standpunkt haben sich die Gerichte in einer ganze» Anzahl von Urteilen gestellt. Oer Wiener Schubertbund, der bekanntlich hier am 19. Juli konzertiert, hatte das Glück, daß seine Vorstände durchwegs lange Jahre an seiner Spitze standen. Sein erster Vorstand Franz B o b i e s leitete die Geschicke des Vereines durch mehr als 35 Jahre bis zu seinem 1891 erfolgten Tode: vor kurzem hat ihm der Verein zur Zentennarscier seiner l-eburt an seinem Geburtshause eine Gedenktafel gesetzt. Nach Bobics führte August Fetz- m a n n lange Jahre den Verein, dann folgte Josef I a ck s ch durch 26 Jahre, der noch heute als Ehrcnvorstand fungiert und die gleiche Ehrung vom Ostmärkischen Sängcrbrmd, dessen ltzcschickc er seit 1899 lenkt, erfuhr. Schulrat Jaksch ist ferner seit 1901 Mitglied des Gesamt- ausfchusfcs des Deutschen Sängerbundes und seit 1926 Mitglied des .HauvtauSschusses desselben. Ehrenvorständc des Wiener Schubcrt- buudes sind ferner August Fetzmann und der langjährige ehemalige Borstandstellvertreter Direktor Anton Weiß. Seit Jakschs Rücktritt steht an der Spitze des Wiener Schubertbundes als Vorstand Scknllrat Ferdinand Soeser, der sich in seinen jüngeren Jahren als Konzertsäuger und Solist des Vereines einen bedeutenden Namen erworben hatte. Auch die künstlerischen Führer des Vereins schenkten ihm durch lange Jahre ihre Kräfte, so Franz M a i r von 1868 bis 1890 (er schloß seine Tirigentenlanfbahn in diesem Jahre als Festdirigent des vielsten deutschen Sängerbundesfestes in Wien), ferner Ernst Schmid (1863 bis 1892), Prof. Adolf Kirschl (der gegenwärtig die Würde eines Ehrenchormeisters bekleidet. 1891—1916), Prof. Hans Wagner (1906 bis 1910), Prof. Ferdinand Rebay (1916—1921). 1922 hatte der Wiener Schubertbnnd das Glück, einen der bedeutendsten Männerchordirigenten zu gewinnen — Prof. Viktor Keldorfer, dessen Name in allen deutschen Gauen und bis iibers Meer den besten Klang besitzt, Professor Keldorfer, der Festdirigent des 9. Deutschen Sängerbundesfestes in .Hannover 1924, versteht es wie kaum ein anderer, aus seinem Chor alle Stimmungen und Wirkungen herauszuholen u»ch die Wiener Schubcrtbündler bringen ihm eine schwärmerische Verehrung entgegen. Keldorfer ist ein unuübertrefflicher Schubertinter- vret und gilt außerdem als der beste Dirigent der Werke des Wiener Walzerkönigs Johann Strauß. Unter den hervorragenden Männern, die an der Spitze des Wiener Schubertbundes stehen, muß auch Direktor Georg Philp genannt werden, der seit 1897 als Rcisemarschall tätig ist. und als solcher sich um den Verein die größten Verdienste erworben bat. Internationales Mnsikfest 1928 in Basel. Anläßlich der internationalen Binnenschiffahrts- Ausstellung in Basel veranstaltet der Musikverein Basel (einer der größten Musikvereine der Schweiz) zu seinem 76jährig«n Jubiläum ein großes Internationales Musikfest, an dem sich eine Anzahl Kapellen aus allen europäischen Ländern beteiligt. Außer mehreren deutschen Kapellen beteiligt sich auch die Karlsruher Feuerwehr-Kapelle unter der Leitung von Musikdirektor Jrrgang an diesem Fest. Unter den Kapellen findet ein Preis Wettspiel statt. Die Feuerwehrkapelle konkurriert, wie im vorigen Jahre in Luzern, in der 1. Höchstklasic für sehr schwere Kunstmusik, ihre Gegner sind u. a. eine Pariser Kapelle in einer Stärke von 120 Mann und der Musikverein .Harmonie (Militär) aus Straßburg, 110 Mann. Ter Ausgang des Wettstreites dürfte interessant werden, umsomehr, als die Feuerwehrkapelle an Kopfstärke den andern Kapellen nicht gleich kommt, sondern nur in ihrer Normalstärke mit 60 Mann in Konkurrenz tritt. Wie wir ferner hören, ist die Feuerwehrkapelle bei ihrer Hinfahrt nach Basel am 17. Juli von der Stadt Freiburg i. B. für ein Konzert verpflichtet worden, desgleichen für ein Sonderkonzert in der internationalen Binnenschiffahrts-Ausstellung neben einer Pariser Kapelle. Wir wünschen der Kapelle einen guten Erfolg. Diakoniffen-Jnformationskurs. Das Diakonissenhaus Bethlehem veranstaltete vom 12.—14. Juli eine» Jnformationskurs für die Vorstände seiner Stationen. Durch Vorträge and Äesich- tigungen des Mutterhauses, der Kindergärten, Krippen, Nähschnlen nnd des Seminars wurde eine Einführung in das Gebiet der weiblichen Diakonie geboten. Prälat D. Schmitthen- n e r eröffnete die Reihe der Vorträge über „Diakonie nnd Kirche". Er bezeichnet die Diakonie als einen Teil der inneren Mission, der das apostolische Diakonenamt erneuern wolle. So stehe die Diakonie in engem Zusammenhang mit der Kirche selbst. Er schloß mit einem Aufruf an das Verantwortungsgefühl der Gemeinden nnd an den Willen der Diakonen zu ihrer Arbeit. Schwurgericht. Am 19. und 20. Juli findet die zweite Tchwurgerichtstagung statt. Am ersten Tag wirb gegen den Schuhmacher Karl Fand aus Neckarbischofsheim wegen Tot'- schlags verhandelt. Nachmittags bat sich daS Dienstmädchen Berta O s e r aus Steinbach wegen Dieineids zu verantworten. Am zweiten Tag wird gegen den Kaufmann Walter Weiß aus Schwäbisch-Hall, den Führer des Karlsruher „Stahlhelm" und den Redakteur Ludwig Unser Schuhwaren-Saison-Ausverkauf vom 1. Juli bis 22. Juli bietet Ihnen enopm gposse Vorteile. Besichtigen Sie yop Einkauf Ihpep Sehuhwaren unsere Lägep u. Söhaufenstepl Karlsruhe, Kaiserftr. 52, Mam , h f im Ä % Seite 6 Karlsruher Tagblatt, Donnerstag, den 15. Juli 1926 Wilhelm Roth an der „Badischen Zeitung" in Karlsruhe wegen Bcleidiguna der badischen LtaatSrcgicrung verhandelt. Brand. Gestern abend entstand in der Werkstatt der Karlsruher Schwcißwerke. Essenwein- straßc, dadurch ein Brand, dass eine Kiste mit Brennmaterial, die in der Nähe des Heizofens stand, ^cncr fing. Dem schnellen und tatkräs- tigen vingrcifen der Feuerwache ist cs zu verdanken, dah ein größerer Brand verüiitct wurde, da in der Werkstatt u. a. auch Explosivstoffe und ein Gasometer nntcrgebracht sind. Nach etwa ^ständiger Tätigkeit konnte die Feuerwache wieder abrückcn. Gin Zusammenstoß ereignete sich Ecke Karl- und Gartenstraßc zwischen einem Motorradfahrer und einer 14 Jahre alten Radfahrerin, die zu Fall kam. Das Rad wurde beschädigt. Die Schuld an dem Zusammenstoß dürfte den Führer eines Personenkraftwagens treffen, da dieser falsch in die Karlstrabe eingcbogen ist und hierdurch den Motorradfahrer zur Seite drückte. Fcstgenommc» wurden: ein Arbeiter von Ettlingen, ein Maler, ein Installateur, ein Kraft- wagcnführer und ei» Rundschleifcr von hier zum Strafvollzug, bei einer Streife in Tnrlach, ein Buchbinder von Mannheim, ein Arbeiter von Snlzfeld, ein Arbeiter von Heidersbach und zwei Arbeiter von hier wegen Hausfriedeusbrnchs, ferner 5 Personen wegen verschiedener strafbarer Handlungen. Neues vom Film. Di« Residenz-Lichtspiele zeigen ab beute: „Wir sind vom K. und fl. Infanterieregiment". Ein Soldatcn- luftspiel in 7 Akten aus dem alten Lesterreich. Die Aufnahmen sind an historischen Stätten gemacht, bringen viel Wiener Naturaufnahmen »nd zeigen das Aufziehen der Wache des Hoch- nnd Dcutschmeister-Regl- mente. Tie Handlung selbst ist ein« in tollsten Verwicklungen und Spannungen fortgesetzte komische Situation Paul Heidcmanns, dadurch verursacht. daß ein ge- miitlicher Wiener Oberst keine seiner hübschen drei Töchter anders als einem Ossizier verbciraten will. Tie Rolle als Lieblinastocher verwaltet Morn Kid mit ihrem bekannten Ebarme. In de» übrigen Rollen fleht man neben bekannten Humoristen Hans Bransc- ivettcr. — Tazn das reichhaltige Beiprogramm nnd die neuesten Weltereignifsc im Bilde. Veranstaltungen. Bortragsabeud. Am 20. Juli. 7!-- IIbr abends, wird der aus Urlaub aus Ehina eintreffcnde Privatdozent unserer Hochschule Tr. Ing. Alfred Berrer, Dozent an der Tungchi Technischen Hochschule in Woosung (China) einen Vortrag halten über: „Baningenienr- Aufgaven in Ehina" (Rückblicke und Ausblicke: unter Vorführung von Lichtbildern). Ter Bortrag findet »n großen Hörsaal dcö Gebäudes der B-ruingcnieur-Abtei- lnng an der Technischen Hochschule statt. Stadtaarte». Am Ireitag, abends von 8—10V> Uhr, konzertiert die Kapelle der sreiwilligcn Ienerlvehr unter Leitung des Musikdirektors E. Irrgang. TaS Programm weist eine Anzahl vortrefflicher Tonwcrkc älterer nnd neuer Meister aus. — Am Sonntag, 18. Juli, sindet der Bundestag des Teutschen Arbei- terradsahrerbundes „Solidarität" statt, stieben anderen Darbietungen zu Ehren dieser Gäste ist auch i», herrlichen Stadtgarten am Abend des 18. Juli ein großes Gartenfest vorgesehen. Sieben dem Konzert der Kapelle des MnftkveretnS Karlsruhe, gelangen durch den Sängerbund „Borwärts" einige Eböre zum Bortrag und zum Schluß findet wieder eines der Feuerwerke statt, das von der bekannten Firma Wilhelm Fischer, Cleebronn (Witba.). ausgesnhrt wird. Ter musikalische Teil dieses Tages ivird durch baS vormittags von 11 bis 12'.i Uhr stattsindcnde Promcnadekonzert eingeleitet. Tic Besucher dieses Konzerts zahlen keinen Musik- zuschlag. RachmitlagS von 4—S'.b Uhr konzertiert nochmals die Kapelle des Mnsikvcreins Karlsruhe. Tie Preise für die Abendveranstaltung erfahren eine kleine Erhöhung. Kartenheste haben Gültigkeit. Der Gesangs-Abend des Munzschcn Konservatoriums, der am Freitag, 16. Juli, die GesangSMafle von Frau Bürg-Tteinmann vorführen wiw, darf als besondere Abschlußveranstaltung der PrflfungSkonzerte angesehen werden, vornehmlich auch deshalb, weil verschiedene der konzertreiscn Zögling« ihren hiesigen Ab- schiedS-Abend verbinden werden. So wird Frl. Schlimm ans Stadttheater Hannover gehen, Frl. Weidner ist nach Heidelberg als Koloratursoubrettc verpflichtet. Die ebenfalls bereits vorteilhaft bekannte Frl. Schöning ist dem Ensemble des hicflgen Landes- theaters eingegliedert worden. TaS abwechslungsreiche Programm, das fast durchwegs vom Orchester des Munzschen -Konservatoriums begleitet wird, erhält durch di« Mitivirkung der obligaten Justrumentalsolisten Hormuth lFlötc). Nagel lKlarinette) und Kammermusiker S ch i m e k (Harfe) und endlich durch die Mitwirkung der Gesanassolistcn Hutt lTenor) und Müller (Bariton) sein« besondere Note. Tic Gelamtleitung hat Muflkdirektor Mun». Standesbuch-Auszüge. Todesfall. 14. Juli: Karolin« Burckhardt. 88 Jahre alt, Witwe von Daniel Burckhardt, Kaul- MllNN. Das Schachturnier in Budapest Rubinstein schiebt sich allmählich sichtlich nach vorn, desgleichen Rcti, während Dr, Tartakowcr kaum noch über einen guten Mittclplatz hinauskommen wird. Rubinstein gewann in der 12. Runde gegen Vajda, nachdem dieser in ciUcm wichtigen Moment nicht aufgepaßt hatte. Reti hatte mit Takasz viel Mühe, konnte aber zum Schluß die Oberhand behalten. Auch ?1atcs, der wieder einmal eine schneidige Angrisfspartic lieferte, blieb über Kmoch siegreich. Snosko rang Tr. Tartakowcr ein Remis ab, auch Mün- ticclli und Dr. Nagn trennten sich »ach sehr schnellem Spiel Remis. In der 13. Runde gewann Rubinstein iviederum, diesmal gegen Pro- kesch, der sich bei einem Angriff festgefahrcn hatte. Grünfeld siegte über Snosko, nachdem! er schon gleich zu Anfang einen klaren Vorteil hatte. Steiner verlor gegen Kmoch. Tr. Tar- takower rcmisicrtc wiederum mit Mönticelli und Vajda mit Havasi. Durch einen ganz ausgezeichneten Sieg ül>er Takasc gelangt Rubinstein in der 14. Runde mit Grünfeld zusammen an sie Spitze. Grünseld selbst gewann gegen Kmoch in einer schönen Partie, desgleichen Havasi gegen Prokesch. Steiner erzielte im Mittelspiel gegen Mattison einen Vorteil, den er zum Siege aus- nuvtc. Remis-Partien gab cs nicht, Snosko — Münticelli, ?)atcs—Vajda, (solle- Dr. Nagn und Rcti—Dr. Tartakowcr kamen nicht zu Ende. Ter Stand des Turniers: 1. Grünseld 0 ( + 1), 2. Rubinstein 0, 8. Kmoch 8, 4. Rcti 7A (+ 2), 5. Takasc l'A (+ 1), 6. Msnticclli 7s- (+ 1), 7. Dr. Tartakowcr 6'A ( +1, 8. (solle 6 + 3), 9. Patcs 6 (+ 2), 10. Dr. Nagn oA f + 2), 11. Havasi 5K (+ 1), 12. Mattison 5 (+ 21, 13. Vajda 3 (+ 1), 14. Prokesch 4H f+ l.l, 1L. Steiner 4 1+ 2), 16. Snosko SA (+ 2). Oie gesetzliche Regelung -er Wohlfahrtspflege in Baden. Bon zuständiger Seite wird uns mitgeteilt: Die in einer Karlsruher Tageszeitung gestellte Frage, ob cs Absicht des Entwurfs eines badischen Wohlfahrtspslegegesetzes sei, die Fürsorge „völlig zu verstaatlichen", kann mit einem platten „Nein" beantwortet werden. Diese Absicht lmt niemand und kann niemand haben, der je in der Wohlfahrtspflege gearbeitet hat. Und weil niemand eine „Verstaatlichung" will, ist auch die Frage nach den Gründen für eine solche müßig. Zunächst bleibt nach dem Entwurf in den 10 verbandssrcien Städten überhaupt alles beim alten. Tic Städte sollen nach wie vor die Wohlfahrtspflege in vollem Umfang und völlig selbständig ausübcn. Zum Uebersluß steht in dem Entwurf ausdrücklich, daß die städtischen und ländlichen Bczirkssürsorgevcrbände ihre Aufgaben als Selbstvcrwaltungsangclegenhciten durchführen. Ist dies eine „Verstaatlichung"? Wer den Entwurf genau liest, wird die Frage ohne weiteres verneinen müssen. Ter Entwurf ist ein Gegner der „Verstaatlichung" der Wohlfahrtspflege und ei» Freund der Selbstverwaltung. Das gilt wie oben dar- gclegt, für die städtischen Bezirksfürsorgever- bändc und erst recht für die Landbezirke. Wer den 8 7 des Entwurfs, der von den ländlichen Bezirksfürsorgeverbändcn handelt, genau liest, der wird dort finden, daß auf die ländlichen Bezirksfürsorgeverbände „die fift Zweckverbände geltenden Bestimmungen des 8 6 der Gemeindeordnung" Anwendung finden sollen, und daß die Befugnisse der Bezirksfürsorgeverbände sich hierbei „nach den für die Städte geltenden Bestimmungen der Gemeindeordnung regeln". Das bedeutet, daß auch die ländlichen Bezirks- sürsorgevcrbände die gleichen Rechte erhalten sollen, die die Gemcindeordnung zurzeit den Städten gewährt. Sic sollen also ein Selbstver- waltungsrecht in weitestem Umfange erhalten und mit den Städten auf die gleiche Stufe gestellt werden. Es müssen eben Selbstverwaltuugskörpcr für den Bezirk einer unteren Verwaltungsbehörde (Amtsbezirk) geschaffen werden, wie sic von den neuen Reichsgesctzen stets verlangt und vorausgesetzt sind und wie ste in allen anderen deutschen Ländern außer in Baden schon längst zum Nutzen der Bevölkerung und zur Förderung des Gedankens der Selbstverwaltung überhaupt bestehen. Solange das in Baden nicht geschehen ist, wird man mit dem Vollzug der Reichsgesetze immer wieder dieselben ober ähnliche Schwierigkeiten haben, wie sie auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege jetzt durch die Rechtsprechung des Bundesamts für das Heimatwescn entstanden sind. P.A. jftus Baten Totenliste aus dem Lande. Mannheim: Otto Qucnzer, 20 Jahre. — Taubcrbischofsheim: Johann Grumbach, 55 I. — Billigheim: Wilhelm Hoffmann, 55 I. — Baden-Baden: Josef Wihslcr. 19 Jahre. — Kehl: Martin Krieg, 31 I. — Radolfzell: Emma Brender, 74 I. * Die Pflege der Obstbäumc. — Tentschncurcnt, 14. Juli. Am Sonntag, den 1l. Juli ds. Js., nachmittags, versammelte sich der O b st b a u v c r c i n T c u t s ch n e n r c n t zur gcineinsamcn Schau der im freien Felde gepflanzten Obstbäume. Mit ganz geringen Ausnahmen mußte festgestellt werden, daß die Bäume zu tief und zu eng gepflanzt sind. Bei der Pflanzung wurde nicht überlegt, daß die Bäume zur Entwicklung ihrer Kronen Luft, Licht und Raum benötigen. Entfernungen von 2>A bis 3 Meter bei Zwetschgen und 3—4 Meter bei Apfel und Birne sind keine Seltenheit. Die Kronen sind viel zu dicht und dürres Holz, übergenug, ist noch zu beseitigen. Kranke und verkrüppelt« Bäume wurden leider in übergroßer Anzahl fcstgestellt. Diese bilden eine Gefahr für die gesunden Bäume. Der Besitzer erlebt keine Freude an solchen Bäumen und es kann ihm, zu seinem eigenen Vorteil, nur zu Beil und Säge geraten werden, denn sie sind den Platz nicht wert, auf dem sic stehen. Erfreulicherweise lassen neue Anlagen — nicht allgemein — den im Obstbauverein herrschenden Geist erkennen durch richtiges Pflanzen der Obstbäumc. Ter Obstbau liegt bei uns noch sehr im Argsn und noch vieles ist zu tun, um der mäßigste» abfälligen Kritik, standzuhalten. Woran liegt es nun, daß unser Obstbaumbestand ein so wenig erfreuliches Bild zeigt? Einfach darin, daß wohl Bäume beschafft und gepflanzt, diese aber dann ihrem Schicksal überlassen werde». Jede Kulturpflanze bedarf der Pflege nnd der Obstbaum als solche erst recht. Eine erfreuliche Tatsache darf nicht unerwähnt bleiben. Biele Hausbesitzer der Bahnhof- und der Hauptstraße lassen den von der Gemeinde gepflanzten Obstbäumen an den genannten Straßen liebevollste Pflege zuteil werden, durch Lockerung der von spielenden Kindern festgetretenen Baumscheiben und verständnisvolles Gießen bei Trockenheit. Tagung badischer Hebammen. bld. Freiburg. 13. Juli. Die Tagung wurde mit einem Prolog und einer Ansprache der Landesvorsitzenden Frau Brecht-Huttenheim eröffnet. die auf engeren Zusammenschluß der Hebammen drängte. Ein Vertreter der badischen Regierung führte aus, daß die Regierung den Bestrebungen der Hebammen wohlwollend gcgenüberstehe. Vertreter der Bezirksärztekammer, Oberarzt Tr. Kr enter von der llni- versitätssrauenklinik-Freiburg und Frau Reichstagsabgeordnete Philipp betonten ebenfalls ihre Sympathie für die Förderungen der Hebammen. Bor allem wurde Wert auf die baldige Schaffung eines Hebammengesetzes gelegt, mit Regelung des Verhältnisses der Hebammen zu den Gemeinden, denn diese ließen- in mancher Hinsicht zu wünschen übrig. In einer Entschließung wird die badische Regierung um baldige Vorlage eines solchen Gesetzes ersucht. Die nächste Tagung soll in Heidelberg stattsin- den. Neue Verhaftungen wegen Falschmünzerei. dz. Pforzheim, 14. Juli. Nachdem erst vor einigen Tagen hier mehrere Verhaftungen wegen Anfertigung von falschen Drei« ninrlft üefen vorgenommen worden waren, hat die Polizei gestern wieder neue Verhaftungen vornehmen müssen, und zwar scheint es sich diesmal um eine schwere Sache zu handeln. Unter dem Verdacht der Falschmünzerei wurden festgenommen der in der Ebcrsteinstraße wohnende Silber, und Alpacea- Fabrikant Emil Bruder, sowie besten Schwiegersohn und der Werkftthrer. * — Graben, 14. Juli. Dem Mannergesangverein Liederkranz Graben war am Sonntag ein weiterer großer Erfolg beschic- dcn. Nachdem cs ihm erst vor 3 Wochen in Neureut gelungen war, die beste Tagesleistung zu erringen, war ihm diesmal ein Erfolg anläßlich einer Sängcrsahrt in den Odenwald beschie- den. Ter Männergeiangverein Liederkranz in Buchen feierte sein 80iähriges Stiftungsfest verbunden mit Preissingen, an dem sich der hiesige Verein anläßlich seiner Odenwaldsahrt beteiligte. Trotz starker Konkurrenz holt« sich der Liedcrkranz. unter der Stabführung seines musikalischen Leiters Grumann, auch diesmal wieder die b e st e T a g e s l e i st u n g und den Is-Preis in seiner Klasse im erschwerten Volksgesang mit 197 Punkten. Ein prächtiger Kelch der Stadtgemeinöc Buchen belohnte die Sänger für die hervorragende und mustergültige Leistung. Den heimkehrenden Sängern wurde seitens der Einwohnerschaft ein herzlicher Empfang zuteil. Mit einem gemütlichen Zusammensein schloß der so erfolgreich verlaufene Sängerausflug. bld. Gochsheim bei Breiten, 14. Juli. Ein Mädchen benutzte zum Haarbrenncn einen Spiritusapparat, den es auf seinen Tchließkorb gestellt hatte. Als der Apparat plötzlich »mfiel und der Spiritus auslief, brannte sofort der Schließkorb samt seinem Inhalt lichterloh. Um ein großes Feuer zu verhindern. zog das Mädchen den brennenden Schließkorb aus dem Zimmer hinaus auf den Gang. Dabei erlitt es schwere Brandwunden. Gestern mutzte dem Mädchen der linke Arm bis zum Ellenbogen abgenommen werden. Es besteht noch die Gefahr, daß an der rechten Hand drei Finger amputiert werden müssen. roh. Hockenheim, 14. Juli. Von einem Mannheimer Lastauto wurde in der Nähe der Station Talhaus ein Fuhrwerk aus Ketsch angefahren. Infolge der schweren Verletzungen mußte das Pferd getötet werden. — Sonntag abend warf ein junger Mann nach vorausgegangenem Wortwechsel ein Mädchen Uber die Kraichbach- brücke ins Wasser. Es wurde wieder herausgezogen und mußte heimgeschafft werden. Die Angelegenheit wird noch ein gerichtliches Nachspiel haben. — Da in der letzten Zeit auf dem hiesigen F r i ed h o f die Blumendiebstähle, Grabschändungen und Beschädigungen an den Einfassungen überhand nehmen, hat sich die Stadtverwaltung gezwungen gesehen, scharfe Maßnahmen gegen diesen Friedhoffrevel zu ergreifen. bld. Mannheim. 14. Juli. In der Rheinischen Eisengießerei und Maschinenfabrik A.-G. Neckarau geriet gestern vermutlich durch schadhafte Heizungsanlage das Dach über den Trockenöfen in Brand. Die Berufsfeuerwehr hatte 2 l A Stunden zu tun um des Feuers Herr zu werben. Der Schaden beträgt etwa 20 000 Jt. Das Dach ist zerstört. Ebenso sind die beiden Trockenöfen, die durch das Dach geschützt wurden, unbrauchbar geworden. Das Feuer hätte sehr leicht noch weiter um sich greifen können, da in nächster Nähe die Rheinische Gummi- und Eelluloidfabrik ist. bld. Sandhosen bei Mannheim, 14. Juli. In der Nacht sprang in Sandhofen ein junger Mann aus einem Lokal direkt in das Motorrad eines vorüberfahrenden Mannheimers hinein. Er wurde schwer verletzt mit einer Gehirnerschütterung vom Platze getragen. An feinem Aufkommen wird gezweifen. Auch der Motorradfahrer, den keine Schuld treffen soll, trug schwere Verletzungen davon. dr. Eberbach a. N., 14. Juli. Am Sonntag und Montag, den 18. und 19. Juli, findet in Ebcrbach die Landesversammluug des 'Badischen Gustav-Adolf-Vereins statt. Pfarrer Hauß-Stockach wird die Festpredigt halten, Kirchenrat Röhm-Singen den Jahresbericht erstatten. In einem Familienabend wird Diasporapsarrer Galle-Todtnau aus der Diaspora-Arbeit erzählen. Bei schönem Wetter ist noch eine festliche Vereinigung im nahen Wald geplant. Ter Montag dient geschäftlichen Fragen. —g Gernsbach, 14. Juli. Bei der vor wenigen Tagen stattgefundeuen Vürgeraus- schnßsitzung stand als einziger Punkt die Errichtung eines neuen Realschulgebäudes. Tie Vorlage wurde abgelehnt. Dagegen wurde einem Antrag zugestimmt, wonach alljährlich als Rücklage für diesen geplanten Neubau, von dessen Notwendigkeit man allgemein überzeugt war, ein Betrag von 13 000 M einzustellen ist. Die Stadtgemeinde wird nunmehr weitere Wohnungsbautcn zur Linderung der Wohnungsnot durchführen, obwohl beim Umbau des alten Realschulgebäudes auf billigere Art hätten zahlreiche Wohnungen erstellt werben können. — Die Bezirks s parkasse Gernsbach, die sich die Förderung der Neubautätigkeit durch Bewilligung von Baudarlehen auch in diesem _ Nr. 233_ Jahre besonders angelegen sein lieb, vom Reich einen größeren Zwischenkredit e Förderung des Kleinwohnungsbaues zur ^ sügung gestellt. Es wurde damit erreicht, " nunmehr in 7 Gemeinden 16 neue Einsainii" Häuser erstellt werden, was sicherlich von beteiligten Bauhandwerk mit Befriedigung *>' genommen werden wirb. k. Gaggenau. 14. Juli- Für den, infolge klebe nähme der frcigeworbenen Forstwartstelle »» geschiedenen Gcmeinderat Stahlbcr«„ wurde Vorarbeiter Lorenz Stößer gewa" Genannter gehört der bürgerlichen Partei ' dz. Forbach i. Murgtal, 14. Juli. Im bruch zwischen Forbach und Raumünzacki "L. unglückte ein verheirateter Steinbruchar? tcr aus Württemberg durch herabfallende sie . masten. Auf dem Wege zum Krankenhaus der Verletzte. „ bld. Baden-Baden, 14. Juli. Heute früh aeg, A9 Uhr wollte ein 40 Jahre alter Bahnarbe"' kurz nach Abfahrt des Zuges nach Baden-Bm ■ auf dem Bahnhof Baden-Oos die Geleise "Q- schritten. Dabei wurde er von einer rückw« fahrenden Lokomotive erfaßt und. zu ^ j den geschleudert. Tie Lokomotive fuhr \W l v rechte Bein oberhalb des Knies ab. Er sofort in das Krankenhaus gebracht. ^ Feuerwehr Baden-West begeht am ni gj sten Sonntag ihr OOjähriges Stiftungsfest. ^ werden zahlreiche Vereine aus der UntO^f, erwartet, im Rahmen der unterhaltenden anstaltungen werden den ausgezeichneten * gliedern Ehrungen zuteil werden. ^ 'dz. Baden-Baden, 14. Juli. Jakob Schurman, der amerikanische Botschafter^ Berlin, ist mit Familie in Baden-Baden ew^, troffen und in Brenners Stephanic-Hotei gestiegen. .» dz. Offenburg, 14. Juli. Wie berichtet löll r ! haben in der letzten B ü r g e r m e i st e r v c , sammlung in Kehl die Bürgermeister Bezirks einstimmig beschlossen, daß gege» .( Festsetzung einer vorläufigen Kreis um > „f für das Rechnungsjahr 1926/27 von 5 Pt?- ^ 100 Mark Steuerwerk Protest beim schuß eingelegt werden soll. Begründet wuJ. der Protest damit, baß die st^emeinden wit.^, sicht auf die wirtschaftlich schlechte Lage,, sondere der Landwirte, nicht imstande f £t von Jahr zu Jahr steigenden Kreisumm aufzubringen. j dz. Nordrach. 14. Juli. Zwischen ^ D s ,,itü und Zell a. H. ist eine Autoverbin geplant, die voraussichtlich am 13. Juli, stens am 1. August, durchgesührt werden und zwar von einem Privatunternehmer- „i dz. Frcibnrg. 14. Juli. Im zweiten OExr 1926 haben in Freiburger Hotels, GastmM/^. usw. etwas über 36 000 Fremde ttber»«^^ Mit Rücksicht aus die ungünstige Wittcrunn ^ de» Monaten Mai und Juni ist der um etwa 110 Fremde gegenüber dem Quartal des Vorjahres nur unbedeutend- 7^1 den über 36 000 Fremden waren 8,1 P' Ausländer. dz. Meersburg, 14. Juli. Die für den 17. Juli vorgesehene erste ^Jrieat* beleuchtung findet nicht statt, dürfte die zweite Beleuchtung am Samsta»- 14. August voraussichtlich zur Ausf«" kommen. , „, a 4 dz. Stühlingeu (ST. Waldshutj. 14. Ful!- ^z, langem Abenteurerleben ist der hiesige sohn Emil Rudolf Grüninger in ^eine^. mat zurückgekehrt. Er hat u. a. als ^ benlegionär die Kämpfe der Berber den Rifkrieg mitgemacht. MlS Kachbarlün-ekss, dz. Kreuznach, 14. Juli. Der Polizei. 'st ^ gelungen, drei 18—20jährigc Burschen fest'" fj4 men, die, um ihre Finanzen aufzubessern- zu einer Falsch münzerbandc schlossen Und die Herstellung von falsche" Markstücken versuchten. Als sie das §in gens sehr schlecht gelungene Falsisikat beim.^es' kauf von Zigaretten an den Mann ® ‘ der Methode Touflaint-Langcnschetdt Engl >>«■.* Engländer. Spanisch wie ein Spanier usw- Der Verlag der Unterrichtsbrief« lLanaf"^ ^ ^ Verlagsbuchhandlung — Prof. G. Langens«* m. b. H.. Berlin.Schöneberg) sendet jefreöi, e „ mitteilt, für welche Sprache er Interesse Probelektion kostenlos, portofrei und ohne Verbindlichkeit. b»**# Das ganz« Städtchen zerbricht ftch den Kool wie es Kluges bei ihrem geringen Einkomm — ,jM lichen können, jedes Jahr mit der ganzen o „ ff j die Sommerfrische zu gehen. Eine Dam« > Kluge, wie ste das nur fertig brächte. » , scld-,-,i sagte lächelnd: „Ich lebe mit meiner Fam>" £ )5 teueren Sommerfrischen so billig und baptt jtifl* „} wir — wenigstens zu den Hauptmahlzeiten.V Restaurants gehen, sondern sür uns selbst ‘y fafl' „f — das ist eine Sache, die sicher ins weil wir »um Kochen wie auch als Brotaw „ ^ „Rahma-Margarine buttergleich" verweno - stö- „z Dame, die sie befragt hatte, erwiderte , - „fl ^ bedankte sich nur kurz sür die sreundliche 2 ln ^ (*,,, ging. Aber im nächsten Sommer war nn"„x ersten Male) mit ihrer ganzen Familie >n mcrfrischc. Tagesanzeigeo Mau beachte die Anzeige«! . Douuerstag, IS. Juli- . Bad. Laudestheater: 7%—10% Uhr: Romeo ** S»»zerthaus (Badische Lichtspiele): abends ^ „Wvllensteins Tod". , .-.ni^ Refldeuz-Lichtfpiele: Wir sind vom k. und 1 Regiment. riet 1 •at iet‘ »aß er >e>" jin- bei' I»*’ je* m «#• eir he>> :i!>- «t* it-l d-' irt # fw; i«» rX ?ii (iÄ 1 p tt » 1 •ui» i# 5 it » 1 e r ; d- S'k irf; fitf' >!( ar" IG*® itO V $ <.90 üfi; «Dl 1 ictf 1 iwr < d- [j4 [t* BV »Bk r ti itbf f# .Cif’ «!' b**' tf»’ fl 5 . 1 ! r<: Nr. 233 Karlsruher Tagblatt, Donnerstag, den 15. Juli 1926 Sette 7 Der Wafferkraftkataster der Alb. kurzem ist Heft 16 des badischen Wasser- Matasters über die Alb und ibre Zuflüsse "N'enen. dem 290 qkm großen Flußgebiet der IA> .t^en 60 qkm im württenbergischen und IlN 'tn badischen Schwarzwald, ferner > " ?km in der Rheinebene. Die Wasserscheide ta» von der Mündung des Flusses nach ^udcnde von Neureut bieat beim ehemali- «...^rerzierplatz nach Osten und gelangt am s,,^>rande von Karlsruhe vorbei nach Dnrlach. 0>er zieht sie östlich von Palmbach und $W eu6ad} über das Alb-Psinz-Plateau nach bkl, "alb, wendet sich über Dennach und Do- Teufelsmühle, verlauft über den Mau- «tTpi*? un * den Mahlberg nach Freiolsheim, bei Malsch wieder die Rveinebcne und d°Mm " ^rsch vorbei zum Rheinhochwaßer- -.^»..^oobachtung der im Flußgebiet fallen- »iiederschläge sind badische Regenstationen ,Gleiberg und Karlsruhe und württenbergi- iet ^!?^onen in Gaistal und Dobel eingerich- 4r'»q.Ä"nd ein Schreibpegel bei Bischweier der W.„^ung der Schwankungen der Waßer- Di-^.des Flusses dient, dir»- , lb erscheint beim Austritt aus dem Ge- r.,,. '".die Rheinebene naturgemäß in zwei I°nn°?E'chieden. Auf der oberen 20 Kilometer wm « A"Wrecke von der Landcsarenze bis »es8s,. "kvunkt liegt ein durchschnittliches Fluß- ">iibr° 1 Meter auf 100 Meter Länge vor, der Fluß auf der 22 Kilometer langen t'ntetpl ,n der Ebene durchschnittlich nur 7 Zen- iind'. auj W Meter fällt. In der Hauptsache "utziin eshalb schon von altersber die Aus- des Wassers für Kraftzwecke auf der tefo" Außstrecke bezw. an den oberen Zu- wieoer oie juwcuicvu« Mörsch vorbei zum Rheinhochwasseroberen Zll' °o,i 3 ^**' in früherer Zeit für den Betrieb und Sägewerken, in neuerer Zeit . ?ln -».'^d'Okrielle Unternehmungen. SUnni , 6 liegen 24, am Maisenbach 10. an v2, b 5 Wassertriebwerke und je ein ?»t am Langenalber Dorfbach und I** Kan-°Ü" ins7,9 Millionen Pferbestärkestun- E^rerkt ^'"t. Die Bewässerung mit Albwasser , ift ? "ul 586 Hektar Wiesenfläche, z "fikatan absichtigt, durch badischen Wasser- oa, ».ein Sammelwerk zu schaffen, in Irisch.,, srlußgebiete des Landes in wasser- °s E Erg.Z?" Hinsicht beschrieben sind. Um Ä'ffo der Allgemeinheit zugänglich zu Me«.' »'vlgt die Veröffentlichung in Einzcl- «afirrz rs" den Heften wirb die Nutzung des Aier b-!^.^rast-. Wässer- und andere Zwecke Ä^dwerr-^derer Berücksichtigung der Waffer- d ödeste^'"gehend behandelt. Auch über die *>~"ß und Erweiterung der vorhan- E r!ü^. ^vke und über den Ausbau der noch bieten die Hefte ein- und über ^°"de°n", Gefallstufen lieber Ä^rlagen. Muk, ..ElNzelheitev ael Muh, zj^'uzelheiten geben Verzeichnisse Auf- >, »entji^ Zugaben enthalten über Zweck und Ä, leben Werkes, Amtsbezirk. Gemar- ,ag im Wasierrechtsbuch, Lage nach i?^esz,,?f"n und Meereshöhe. Roh- und E' EiKmarken, das dem Werk dienst- ^»ukn^llsgebiet» die Wasserführung und ihre Mte ,,"?on, Wassermotoren, Beaufschlagung, zVungtz,,"" mittlere Nutzleistung, jährliche t,l^ r önfi?5 Uer - Ergänzungsanlagen, Nutzungs- » f unf, 5 en durch Wasservertcilung, Wässer- ^ ° dcrgi. werden ergänzt und vervoll- iliNrfispjtz^^Uebersichts-, Höhen-^ und Quer- "Uchr-j°°»auer. Ergänzungsanlagen. Nutzung Kchjl "langen durch Wasservertcilung. Wäger Ti« ^"d dergl. iMittl^urch'uebersichts-. Höben- uni' Duer- ilh^, vlane des Wasierlaufes und seiner Zu- 1® «ft bei der Buchhandlung Müller ^ l'lfc o Karlsruhe und beim Berlaa des „Ba "Bq z-^andSmanns" in Ettlingen zum Preise zu beziehen. $ t i5 j; »»' r> ji4 f & J» 1 ’ “! $ iif &■ ,ll>' TeriMssanl i»r me (^remoemegion. ^»»r^Eilte l?- Juli. Das Schöffengericht Nnj eil "lei än “* VUUUJIHS^UIUI nuHi|u«u l6 ttt»i l, "9e 'awÜ U"d vier Monaten^ Gk^äMnis. Werber für die Fremdenlegion. -ilt, l- 18. Juli. Das Schöffei ^.. . »o«l»iakuL.dwei stellenlose, mehrfach bestrafte mt tt «We5rli ttö e, die einen jungen Stritt- .pj s.aKfj-.... ^ a,b tni,ü* t Werbestelle der französischen in Ludwigshafen zugeführt 'i^?f und vier Monaten Gkijängnis. 'th " fein»* mar von dem Werbeoffizier "’oe&ei, iuoendlichen Alters zurückgewie- 5Ur Hindenburg-Wahl. tz.K 14 . Frrli. Vor dem Schwur, ^d^fisleo». Ä'chmals die Anklage gegen den i i»"?lteur itter und gegen den früheren i ve,z».^?l ö von der ,A r b e i t e r z e i- ' dj, """delt. die wegen der gefälschten ^llr/°rzeit»«^ b " Hindenburg-Wahl in der I veröffentlicht wurden, zu 50 .M »er«w 8 , Monaten und 2 Wochen Ge- i^^ßte z!! ^!>ll waren. Das Reichsgericht i»>iirs> zugs fE Revision, weil in der Vcröffeut- ^ki^ d >«tze z?« E>n Vergehen gegen das Gesetz "ty r -ichlnb 5 Nepublik gefunden wurde. DaS ' E K»..? um dieser Aufasiung an und ver- Freiburger Brief. Rund um Freiburg im Flugzeug. Nun hat auch Freiburg seinen regelmäßigerr Luftverkehr, der es mit Stuttgart verbindet und sich dann auch nach Basel erstrecken soll. Mau kann in 40 Minuten Stuttgart erreichen und dabei den Schwarzwald in seinen schönsten Teilen überfliegen. Das dürste der Freiburger Flugplatz jedem anderen voraus haben, daß er die schönste Umgebung und Lage hat. Ein herrlicher grüner Rasenteppich liegt er, im Westen vom schönen Mooswald begrenzt sonst nach allen Seiten frei und in allen Nüancen von Grün und Blau leuchten die Schwarzwaldberge, grüßt 15 Kilometer weit vom Rhein her der Kaiserstuhl mit seiner klaren Silhouette. Und wenn man nur wenige 100 Meter hoch fliegt, öffnet sich dem Auge neben dem interessanten Stadtbild der alten Bischofsstadt mit ihrem Münster ein Gebirgspanorama von unermeßlicher Ausdehnung. Nach wenigen Minuten ist man das Höllental entlang unweit des alles überragenden turmbckrönten Feldberg, sieht südlich des Blanens und Belchens wuchtiges Massiv, während unter uns reizvolle Bauanlagen wie die .Karthause, Ebnet mit seinem Schlößchen, St. Peter nnd St. Margen vorübcrzieheu. Zlber auch ein Ilus-„Flug" nach Norde» läßt einen Film an uns vorüberztchcn: Burg Zähringen, zwischen Laubbäumen versteckt, das tics sich hiuziehende Glottertal mit dem Flannser tm Hintergrund: Denzlingen und das Elztal. hart am Fuße des breitschultrigen Kandel und mit dem spitzen „Hürnlcberg" am Eingang des Wilögutachtalcs, dessen tiefe Einschnitte tm oberen Teile schwarzschattig von den grünen Hängen sich abhebt. Es ist herrlich, so in 1000 Meter Höhe über beschwerlich zu ersteigende Bergwände mühelos hinwcgzuflicgen, von den großen Schwarzwald- höfen, nur die gewaltigen, oftmals geflickten Dächer zu sehen und die denkbar frischeste und reinste Schwarzwaldluft zu genießen. Und, gewöhnt an das monotone Surren von Propeller und Motor fesselt uns die unendliche Stille der Natur, die keine Nachbarin mit ihrem Klagelied, sie habe ihr Herz in Heidelberg verloren, unterbricht. Ills einzigen, aber gewaltigen Nachbar haben wir zur Rechten über dem Kandelplateau einen Gewitterwolkenberg. Schnell enteilen wir wieder und grüßen die einstmals gewaltigste Feste Badens, die Bergfestung Hochburg, ein Stammsitz unseres Fürstenhauses, der kurz nach seiner Vollendung unter französischem Druck nnd durch französische Verratsvolitik im Rahmen der jahrhunderte alten Rhcinpolitik unseres Erbfeindes geschleift und zerstört wurde! Und schon sind wir über dem städtebaulich so interessanten Goethestädtchen Emmendingen. Leider hat sich mittlerweile der Himmel bezogen, so baß unsere Karlsruher Bekannten, denen wir einen Gruß zuwinken wollten, uns wohl nicht sehen. „Hab ich den Markt nnd die Straßen doch nie so einsam gesehen! Ist doch die Stadt wie gekehrt!" können wir heute bei dem einsetzendcn Regen, wie einst Goethe vor 128 Jahren von demselben Städtchen sagen. Aber nun wirds auch für uns Zeit zur Heimkehr. Schon reicht die Sicht nicht mehr bis zum Ricgeler Kirchlein nnd auch die Rheinebenc zum .Kaiserstuhl hin. von dem das Jhringer Kapell- chen noch weiß herttberlenchtet, überzieht sich mit leichtem Dunst. Noch sehen wir den Weg von Dinglingen nach Altbreisach, auf dem wir am glutheißen 9. August 1914 den Vormarsch antraten nnd mit der Schlacht bei Mülhansen abschlosscn. Schon nähern wir uns ivieder Freiburg! Aus dem Rathausplatz ist.reges Treiben, in dem nur Bcrthold Schwarzens Bronzefigur unbeweglich steht, als dächte er darüber nach, ob er niLr auch unter die Pioniere des Flugwesens zu rechnen sei, da er doch sogar den schweren Teckel seines Mörsers zum Fliegen gebracht habe. Noch eine letzte Runde um des Münsters vielzackige Filigran-Pyramibe und dann in steilem Trudeln hinunter, bis die Baumkronen des MooswaldcS wieder in Lebensgröße unter uns vorbeiflitzen und wir wenige Sekunden darauf vor unserer Flugzeughalle stehen. R. O. Land. Gesetz zum Schutze der Republik und übler Nachrede gegen den Minister Remmele und Staatsrat Marum zu einer Gefängnisstrafe von 3 Monaten, wovon 2 Monate verbüßt sind. Für den Rest erfolgte Bewährungsfrist. Ritter wurde zu 800 M Geldstrafe verurteilt. dz. Oderlaruhringe» Ol. Waldshut), 14. Juli. Wie seinerzeit berichtet, war hier ein Hausierer abends vermutlich von einem Auto ü 2 e r- fahren worden. Er wurde schwer verletzt von dem mit seinem Auto des Weges baherkommcn- den Kaufmann Fester aufgcfunden und unter Beihilfe anderer in eine nahegelegcne Scheune gebracht, wo er kurz darauf starb. Fester, der selbst Arzt und Gendarmerie verständigte, kam in den Verdacht, den Mann überfahren zu haben und wurde in Untersuchungshaft genommen. Nunmehr kam das Schöffengericht zu einem Freispruch Festers, da angenommen w'^de. daß in der Zeit, in der ein Motorradfahrer den Hausierer noch lebend gesehen hatte, und der Ankunft des Autos Festers noch ein Auto die Straße entlang gefahren sein muß. das den Hausierer überfuhr. Kport-Vpiel Wasserball-Entscheidungsspiel Karlsruher Schwimmverein — S.V. Jungdeutschland Darmsladt 2:2 (Halbzeit 2:0). Im Kampfe um die süddeutsche Wasserball- Meisterfchast standen obige Gegner am Mittwoch abend im KüHlen-Krug-Bad sich gegenüber. In den Reihen der Darmstädter stand der berühmte Schwimmer Berges, der Besieger des Amerikaners Läufer, dem auch sein Klub daS heutige günstige Abschneiden in der Hauptsache zu verdanken hat. Dank der eminenten Schnelligkeit des genannten Darmstädter Schwimmers waren die Gäste bei jedem Anspiel schneller am Ball, doch schlugen sich die Karlsruher glänzend, in prachtvollem Zusammenspiel kamen sie immer wieder vor das Tor der Darmstädter und kurz nach Anspiel erzielte der Außenstürmer Bierhalter das erste Tor. dem der gleiche Spieler nach einiger -Zeit das zweite folgen ließ. Wohl kamen auch die Darmstädter mehrmals vor das Karlsruher Tor, doch hielt hier der Torwächter mehrmals prächtig, so daß Karlsruhe bei der Pause mit 2:0 Toren führte. Die Hoffnung der Karlsruher auf einen Sieg verwirklichte sich leider nicht, direkt vom Einwurf aus erzielten die Gäste ihr erstes Tor. Auch in der Folgezeit beherrschten die flinken Darmstädter meist das Feld, die Karlsruher kamen trotz größter Aufopferung nicht mehr recht auf und kurz vor Spielschluß fiel das ausgleichende Tor. Ta Darmstadt das Vorspiel gewonnen hat, ist Karlsruhe im Kampfe um die süddeutsche Meisterschaft ausgeschiedcn, während Darmstadt gute Aussichten hat, süddeutscher Meister zu werden. K. Die Kampfspielsieger Körnig, Dr. Peltzer und Schlokat in Saarbrücken. Saarbrücken, 14. Juli. Zu dem leichtattzletischcn Abendmeetinq des S.V. Saar 05 Saarbrücken batte der Batten-Verband leine ganze Kampsipielmannschaft — insgesamt 15 Mann — entsandt. Außerdem waren die Aamvfsviclsieger Körnig» Breslau, der bekannte Berliner Svccrwursmeister Dr. Lü decke., sowie die besten Leilbtathleien des Rhein-Main--Saar-Berbandes mit Zuniums-Lirbwigshafen und den Leuten aus Pirmasens, Landau nnd Trier^ erschienen. Saarbrücken bereitete den SvortSleuten aus dem unbesetzten Gebiet einen glänzenden Empfang und alS Dr. Peltzer auf dem Kampfplatz erschien, erscholl donnernder Applaus der 4000 Zuschauer. Die Leistungen, die geboten wurden, waren durchweg sehr gut, obwohl es sich in den Laufkonkurrenzen unangenehm bemerkbar machte, daß di« Kurven der Bahn nicht überhöht sind. Eine Ucberraschung gab es im Speerwerfen, wo der Kampf- spielsicger Schlokat-Jnsterburg von Molles-Baltenvcr- band, der sich aut den Kamvfspielen nicht plazieren konnte, geschlagen wurde. Di« Ergebnisse des Meetings, daS bei herrlichstem Wetter abgehatten wurde, sind folgende: Ivv-Meter-Lans: 1. K ö r n t g»Breslau 11 Sek. 2. Dahlstein-Trier 11L Sek. 8. Butzbach-Saar 05 Saarbrücken 11,4 Sek. 4I>b-M«ter-La«s: Dr. Peltzer-Stettin 51 Sek. 2. Heller, Preußen-Stettin 51.7 Sek. 8. Link-Danzig 53,9 Sek. 899-Meter-Lauf: 1. Ziegler-Saar 0o Saarbrücken 2,00,4 Min. 2. Wörns^Saar 05 2.00,8 Min. 8. Min- del-Baltenverband 2,00,8 Min. 1598-Meter-Lauf: 1. B o l d e - Stettin 4,15,1 Min. 2. Dauenhauer-Pirmasens 4,17,8 Min. zvvü-Meter-Lauf: 1. Boltzc-Stettin 9,19,1 Min. 2. Lemvke-Königsberg 9,25 Min. 8. Opp-Landau 9,45 Min. 4mal 199-Meter-Stasfel: 1. Saar 05 Sarbrücken- Trier 05 komb. 44,1 Sek. 2. kom. Mannschaft des Baltenverbandes mit Dr. Peltzer und Körnig-BreSlau 45.8 Sek. Olympische Staffel: 1. Preußen-Stettin 3.44.8 Min. 2. Rhein-Main-Saar-Verband 8,46,8 Min. 8mal 1999-Meter-Stafsel: 1. Baltenverb and 3,88,4 Min. Sveerwcrse«: l. M o l l e S - Baltenverband 56,55 Meter. 2. Schlokat-Jnsterburg 56 Meter. 8. Dr. Lü- decke-Berlin 55,24 Meter. 4. JuniumS-LudwigShafen 50.64 Meter. Weitfvruug: 1. Adams-Trier 05 8,56 Meter. 2. Schicks-Baltenverband 6,47 Meter. 199-Meter-Lauf für Dame«: 1. Frl. Vogel Saar 05 Saarbrücken 18,8 Sek. 2. Frl. Kalweit-Tanzig. 8. Frl. Grundmann-Danzig. Rennsport. Das Kuielinger Pserdcrenueu, das sich in ganz Mit- telbaben und der Pfalz immer großer Beliebtheit er- sreut, findet am Sonntag. 25. Juli, auf den Renn- wiesen statt. Di« Borbereitungen sind in vollem Gang. Die Nennungen laufen überaus zahlreich ein. Zum erstenmal wirb ein öffentlicher Totalisator in Betrieb gesetzt. Am Montag, 26. Juli, vormtttags 8 Uhr, sin- det Pferde, und Fohlcnmarkt statt. Bei diesem Anlaß werven 18 Fohlen angekauft und nachmittags verlost. Deutscher Geeflug.Wettbewerb. Die Erfolse des vorfährisen Deutschen Runö- sluges halten gezcist, saß für Las deutsche See- flngzeuq feit Kriegsende bisher noch nichts geschehen ist. Der Deutsche Lufksahrerverband, in Verbindung mit dem Motor-Aacht-Club von Deutschland schrieb daher für 1926 den I. Deut- fchen Seeflug-WettLewerb nach Warnemünde aus und legte als Grundgedanken fest: Schaffung eines seetüchtigen Post- und Verkehrsflugzeuges. An Geldern neben Ehren- und Sonderpreisen sind zur Verfügung gestellt: um den Hauptausschrcibungspreis 250 000 M, um den Zuverlässigkeitspreis 65 000 M, um den Zusatzausschreibungspreis 50000 .A und um den Zu- satzausschreibungspreis der Reichspost 10 000 M, Die, Wettbewerbsbestimmungen und die Formeln sind zu Zeiten verfaßt, als die Pariser Verhandlungen noch stattfanden, die erst Anfang Mai Deutschland die Freiheit in der Luft Wiedergaben. Der Wettbewerb zerfällt in zwei Teile: Die technischen Prüfungen vom 12. bis 23. Juli, sowie die Str e cken flüge und zwar: am 24. Juli: Warnemünde—Pillau: 27. Juli: Pillau—Warnemünde. Vom 29. Juli an finden Seetüchtigkeitsprüfungen statt entsprechend den Witterungsverhältniffen, da die Ausschreibungen für die Seetüchtigkeit Windstärke 4 verlangen. Genannt waren bisher 17 Flugzeuge, von denen 12 an dem Wettbewerb tetlnehmen. Ueber den Start von Heinckel ist noch nichts Definitives bekannt. Die Gerbrecht-Maschine traf am Montag in Warnemünde ein, war aber noch nicht ablabefähig. Die beiden Dornier - Mafchinen können an dem Wettbewerb nicht teilnehmen, da sie nicht rechtzeitig zur Stelle sind. Udet, der gemeldet, dann aber zurückgezogen hatte, bat, an dem Wettbewerb ab 20. Juli teilnehmen zu dürfen, doch ist noch nichts bekannt, ob ihm dies gestattet werden wird. Mehr als bedauerlich ist, daß die Casper-Maschine verbrannt ist, sie hätte den Wettbewerben interessante Vergleichsmöglichkeiten geboten. Der diesjährige Olachkriegswettbewerb findet an demselben Ort statt, wo er für August 1914 vorgesehen war. In der Zivischenzett hat sich das Seeflugzenq als nur für die Marine bestimmt, lediglich als Kriegshandwerkzeug entwickelt, ohne Rücksicht auf einen Weltluftverkehr. Natürlich haben die Forderungen des Krieges technisch das Flugzeug stark gefördert, aber für einen wirtschaftlichen Luftverkehr auf Abwege gebracht. Hier soll nun zum ersten Male wiederum der Sceflug-Wettbewerb 1926 friedlichen Forderungen Rechnung tragen. Die anderen deutschen Wasserflugzeug-Wettbewerbe 1912 in Hciligendamm und Putzig galten lediglich Marine-Forderungen. Sie konnten nicht erfüllt werden: deswegen verlegte man den dritten Sceflug-Wettbewerb im Jahre 1913 an den Bodensee. wo auch der vierte derartige Wettbewerb im Jahre 1914 stattsand. Wetiernachrichiendiensi der Badischen Landeswetterwarte Karlsruhe. Die letzten Tage herrschte in ganz Baden fast fortgesetzt heiteres Wetter, die Temperaturen erreichten dabei in der Rheinebene den Höchstwert 28 Grad. Die Hochdruckwetterlage dauert an. Für die nach st e Zeit ist daher noch Fortdauer der schönen Witterung zu erwarten. Wetteransfichteu für Donnerstag, den 15. Juli: Heiter, trocken und'warm. Nur vereinzelt örtliche Bildung von Wärmegewittern. Auherbadische Meldungen. Lufwruck t. Meeres» Niveau Temperatur Wind Ttärke Äeltei Zualvttze* 587.8 4 SO leicht wolkenl Berlin 765.8 24 O leicht wölken. Hambura 766.8 28 O leicht wol keni SeybiSsiord 759.8 10 SW leicht wolkig, Siockbolw 762.5 26 SSO reicht wolkenl SkudeneS 764.2 18 S krisch 1 wol fem Kovcnliancn 786.5 22 Stille — wolkenl Erovdon «London] 768.5 19 N leicht Nebel Blissingen 768.1 20 O leicht balbbed. Paris 7614 22 NO leicht w.Ikenl Zürich . . 768.0 18 NO leicht heiter Gens.... 768.8 17 SW leicht halbbeb. Lnaanv 162.5 19 ' 91 leicht heiter «tzenua • - 761.7 21 NW irisch wolkig Padua. . . 762.0 20 NO leicht wolkig Nom . 760 6 19 NW leicht wolkenl Zaragosia 761.9 21 Stille _ Regen Mefsina. . 781.4 23 91 leicht halbbed. Budapest 768.4 28 N leicht wolkenl. Warschau 766.8 24 Stille _ 91ebel Tetuan . . 762.1 28 Still- — wolkenl. * Luftdruck örtlich Rheinwasserstand. Walds»«« . S-tzuItertnsel Kehl. . . . Mara» . . Mannbei« 14. Juli 4 00 m 8 02 m 8.95 m 6 00 m 5.81 m 13. Jult 4.10 m 815 m 8.90 m 6.04 m mittags 12 Uhr 6.01 m abend» 6 Udr 5.99 m 5.31 m wegen Vergehens gegen 1 »1* Schokoladenspeise mit gehackten Mandeln ist ein Feinkost-Pudding von delikatem Geschmack, der auch von Männern gern gegessen wird. Angerichtet mit Dr. Oetker’s Vanille-Soße trägt er jeder Hausfrau im Familienkreise und bei Gästen hohe Anerkennung ein. Die Herstellung ist einfach und schnell nach der jedem Päckchpn «utoifnu-vtan 4m>,»i»nn« n- —•- « Originalpackungen (niemals lose) Ebendaselbst erlialten Sie die neuen farbig muuncricn i/eutcr-KezeptDUcner, Ausgabe F für 15 Pfg., wenn nicht zu haben, gegen Einsendung von Marken von V n Dr. A. Oetker, Bielefeld Seite 8 Karlsruher Tagbiatt, Donnerstag, den 15. Juli 1926 Oie Schlacht an -er Somme. 19-16 — 24. Juni bis 26. November — 1926. Die Herbstschlachten 1915 in der Champagne und im Artois hatte der Cntente den erhofften Sieg nicht gebracht. Schon bald beschlossen ihre Heerführer einen neuen gemeinsamen Angriff der Franzosen und Engländer an der Somme, dessen Beginn mit Rücksicht auf die gewaltigen Rüstungen auf den 30. Juni 1916 festgesetzt wurde,- eine große russische Ossensive gegen die gesamte Ostfront der Mittelmächte sollte vorangehen. Ter überraschende deutsche Vorstoß auf Verdun im Februar 1916 vermochte an diesen Plänen nichts zu ändern, doch wurde die Zahl der französischen Angriffsdivisionen wesentlich eingeschränkt. Der Angriff der Entente sollte die deutsche Front zwischen den Dörfern Commscourt und Vermandovillers durchstoßen, dann die Linie Bapaume-Peronnc erreichen und im nordöstlicher Richtung bis St. Quentin—Cambrai weitergesührt werden. Das voraussichtliche Äampfgeländc, ein Teil der Picardie, war eine fruchtbare, gut angebaute Ebene, die von einigen mehr oder weniger hohen und breiten Wellen durchzogen wird. Zahlreiche Dörfer mit meist massiven Häusern und einige kleine Waldstücke bildeten treffliche Stützpunkte, um die später mit größter Erbitterung gekämpft wurde. Zwei Wasserläufe, die stark gewundene, stellenweise sumpfige Somme sowie ihr rechter Nebenfluß, die Ancre, durchfließen in westlicher bezw. südwestlicher Richtung das Schlachtfeld und gliedern es in drei gesonderte Abschnitte; nördlich der Ancre., zwischen Ancre und Somme, sowie südlich der Somme. Seit Herbst 1914 lag hier in verhältnismäßig ruhiger Front die 2. deutsche Armee, deren Oberbefehl seit dem Mai 1915 General Fritz von Below führte. Nördlich der Somme stand das 14. Reservekorps unter Generalleutnant von Stein, dem späteren preußischen Kriegsminister, mit fünf Divisionen, südlich des Flusses das 17. Armeekorps unter General von Pannwitz mit vier Divisionen in zwei hintereinander liegenden Stellungen; drei Divisionen bildeten die Reserven. Die ausgedehnten Vorbreitunaen der Entente waren den deutschen Truppen nicht entgangen. Schon im November 1915 wurde das Einrücken englischer Kerntruppen in die bisher nur von Franzosen besetzten Stellungen bis zur Linie Combles—Carnoy östlich der Ancre erkannt, bald sah man große Barackenlager hinter der feindlichen Front entstehen, in der zweiten Hälfte des Juni 1916 schien alles zum Angriff bereit. Die deutschen Truppen wurden daher durch das am 24. Juni einsebende Trommelfeuer an sich nicht überrascht, doch waren sie auf einen derartigen Einsatz von Munition nicht gefaßt, von vornherein zeigte der Kampf den Charakter der ausgesprochenen »Materialschlacht." 480 Stunden lang hämmerten Tausende von schweren und schwersten Geschützen gegen die deutschen Stellungen, die bald ein großes Trümmerfeld waren. Aber die Hoffnungen der Entente, in kurzem Ansturm die deutschen Linien nehmen und dann durch die bereitgestellten Kavalleriemassen die stark erschütterten Verteidiger verfolgen zu können, erfüllte sich nicht: die 18 englischen Divisionen, die Marschall Haig am 1. Juli 9 'A Uhr früh gegen die 26 Kilometer breite Linie Commecourt—Mon- teauban ansetzte, stießen ans harten Widerstand. Nördlich der Straße Albert—Bavaume hatte der Engländer keinen Erfolg, südlich konnte er sich in dem Raume Thievval—Bacentin—Ma- metz festsetzen, wo in den nächsten Tagen die erbitterten Kämpfe um die Ortschaften anhielten. Bedeutend gröbere Erfolge hatte weiter südlich General Foch, der zwei Stunden später mit seinen 12 Divisionen die deutsche Front zwischen Hardecourt und Fan in einer Breite von 16 Kilometern übcrrannte und zahlreiches Kriegsgerät sowie eine Anzahl Gefangene erbeutete. In den nächsten Tagen drangen die Franzosen in verlustreichen Kämpfen bis Hem an der Somme und Biaches hartwestlich Peronne vor. Hier gruben sich die deutschen Divisionen von neuem ein. Mehrere Armee- kvrpA eilten zur Verstärkung herbei, vor allem aber griffen zahlreiche schwere deutsche Batterien, die von allen Teilen der Wcstsront, selbst von Vcrdnn herangezogen wurden, in das gewaltige Ringen ein. Trotz unausgesetzter Angriffe der Feinde, ungeachtet eines geradezu ungeheuren Munitionscinsades kam der gemeinsame Durchstoß in nordöstlicher Richtung schon am 20. Juli ins Stocken. Wohl erreichten die Engländer bis Ende des Monats die Höhen von Longneval und die Franzosen drangen in Barlcnx ein, doch hatte sich die Schlacht in eine Reihe erbitterter Teilgefcchte aufgelöst, die meist um die zähe verteidigten Ortschaften geführt wurden. Zur besseren Leituna des Kampfes wie vor allem des Mnnitionsersatzes war die deutsche Front in zweit Armeen geteilt worden: nördlich der Somme befehligte General Fritz von Below die 1. Armee, während südlich des Flusses alle Truppen zur 2. Armee un- ter General von Gail witz zusammengefaßt wurden. Die mit der gleichen Wucht fortgesetzten Augustkämpfe brachte» der Entente nur einen geringen Gcländegewinn; schon wurden Ansichten laut, daß der Durchbruch in der bisherigen Weise nicht gelingen würde. Ter Eintritt Rumäniens in den Weltkrieg änderte die Verhältnisse, die Entente hoffte, daß Deutschland Truppen gegen den neuen Feind von der Westfront abziehen müßte, im September begann der strategische Durchbruchsversuch von neuem. In drei großen Anläufen, vom 3. bis 7. September, dann vom 12. bis 17. und mit stärkster Anspannung vom 25. bis 27. September wurde zwischen Somme und Ancre sowie südlich der Somme erneut angegriffen. Dadurch entstanden zwei völlig getrennte Schlachten. Im Süden gelang es den Franzosen, zwischen Berny und Chaulnes Gelände zu gewinnen, bedeutend wichtiger aber waren die Erfolge der Verbündeten Bei dem Angriff auf Combles und Longueval, die beide am 26. September für die Deutschen verloren gingen. Trotzdem bildet gerade dieser Tag den Wendepunkt der Sommeschlacht. Es war der Obersten deutschen Heeresleitung inzwischen gelungen, größere Munitionsmenaen bereit zu stellen und auch die Unterlegenheit in der Luft etwas auszugleichen. Der Umschwung machte sich in den Oktoberkämpfen fühlbar, in denen die Entente zwar noch einige Geländestücke gewann, doch mußte sie selbst cinsehen. daß an einen Durchbruch nicht mehr zu denken war. Bis Mitte November tobten die Kämpfe auf allen Teilen des weiten Schlachtfeldes weiter, Engländer und Franzosen machten noch einige Fortschritte, doch hatten alle ihre Bemühungen nicht mehr den nötigen Nachdruck, auch ihre Kräfte waren erschöpft. Nach dem letzten Großkampftage bei Serie am 18. November flauten die Kämpfe, allmählich ab, am 26. November begann auch hier wieder der Stcllunaskrieg.. Auf deutscher Seite waren 69 Divisionen, davon einige mehrere Male, eingesetzt worden, von der Entente haben 58 englische und 51 französische Divisionen gekämpft. Die Verluste waren auf beiden Seiten ungeheuer, die deutschen Truppen hatten bereits bis Ende Juli 1016 275 000 Mann eingebüßt: die Engländer geben ihre Verluste auf rund 400 000 Mann an, die französischen sind amtlich nicht bekanntgegeben .worden, doch sind sie mit 850 000 Mann eher zu gering als zu hoch geschätzt. Und der Erfolg des gewaltigen Ringens? Eine der blühendsten Landschaften Frankreichs war in eine grauenvolle Wüste verwandelt worden. Im übrigen mußte sich die Entente mit einem Geländegewinn von rund 300 Kilometer begnügen, die deutsche Front war in einer Breite von 40 Kilometer etwa 12 Kilometer tief eingebeult, aber keineswegs durchstoßen oder gar erschüttert worben. Die Deutschen Truppen aller Stämme hatten von neuem ihre militärische und vor allem auch ihre moralische Ueber- legenheit über den an Zahl weit stärkeren Gegner bewiesen, dem außerdem die Rüstungsindustrie der halben Welt zur Verfügung stand. So ist auch die Schlacht an der Somme ein hohes Lied von deutscher Tapferkeit und heldenmütigem Ausharren. Major a. D. Möllmann. Nordpolforscher. Das Ableben des Herzogs Philipp von Orleans hat Veranlassung gegeben, daran zu erinnern, daß der Herzog einst eine bedeutende Rolle bei der Erforschung des nördlichen Eismeeres gespielt hat. Er nahm persönlich an einer Expedition teil, die im Jahre 1005 auf der von De Gerläche kommandierten „Belgica" in See stach. Der Zweck der Expedition war, das Gebiet östlich von Grönland zu erforschen, das Nr. 233 Hei nur bis zum 77. Breitengrade, biS sunt B Bismarck, von einer schiffbrüchigen deutM- Expedition früher durchforscht worden war. A . vielen Schwierigkeiten gelang es dann <>» wirklich. baS Schiff durch das Eis bis zum ^ Breitengrad zu bringen und die Küste Gr". lands kartographisch festzulegen. Zu Ehre»^., Forschers wurden Teile de: Küste mit dein ^ men Kap Philipp und Insel von Frankrc benannt. Cin neuer Roghi im Riff. Der französische Feldzug im Riff ist J*, keineswegs zu Ende. Nachdem sich Abd el den Franzosen ergab, hat Moulay Ahmed gar seine Nachfolgerschaft angetreten; der ” , Roghi beansprucht bereits den Titel Emir * predigt den noch nicht unterworfenen -j stammen des Riffs verstärkten Widers» gegen Frankreich. Die Wahrheit von der Beständigkeit v, ewigen Wechsels tritt hier wieder einmal 1 zutage. Frankreich spricht bereits wieder ” ; neuem Verrat und abtrünnigen Stämmen übersieht dabei vollständig, daß das ganzc/^ von jeher selbständig waren und so krieg^ gesinnt, daß sie sich niemals einem fre»^ Eroberer unterwerfen wollten. Abd el 8 ^ wurde besiegt, aber die Stämme bleibe» unbeeindruckt von seiner Niederlage. Vor .... Frontabschnitt der 128. französischen D>»^. haben die Beni Mostara einen Brief von , der ihnen ^ lay Ahmed Beggar erhalten, Ernennung zum Sultan ankündigt und >» Li gleichzeitig mitteilt, daß er deE^ mit großer Verstärkung in ihrem Frontal»"^, er ihnen ... gsS eintrefsen würde. Vor der 4. Division » Cl ^ Beni Ahmed wurden diejenigen Stämme , (1# sich Frankreich unterworfen hatten, von Beni Mostara heftig angegriffen, die hierbc> (|l anderen Bergstämmen stark unterstützt jp Die beiden Stämme Kukek und Surak reits zu Moulay Ahmed Beggar übergeg»^,! die anderen können sich nur noch halten " der Unterstützung durch französische Flugl^j und schwere- Artillerie. Ihre Familien ihre Herden flüchten nach Süden. Ein Teil der angegriffenen Stämme ver»^ dringend nach starker französischer Untersttw^j, und die französische Heeresleitung hat fW »m schlossen, beträchtliche Verstärkungen »u j* neuerdings stark gefährdeten Frontabschm^g» entsenden. Die Tätigkeit der Beni gegen die bereits von Frankreich unterwok^ ^ Stämme läßt darauf schließen, daß der Kr'-", -.. D w., „„„ - , 'jit weiten Teilen des Riffs erneut aufflam»».^,,' Anhänger des Roghi Beggar haben die > £r , zosenfreundlichen Stämme von Tschesch»»^^ jagt, und die Franzosen haben alle Vorp,^x, tungen getroffen, um einem erneute» dringen des Roghi Beggar in der Nicht»"» Maghzen Widerstand leisten zu können. -ß Mit der Uebergabe Abd el Krims von Frankreich so sehnlichst erwartete •'•'juit’ läge aller Riffstämme also keineswegs »y („ft den. Ein neuer Roghi führt als Abd el Krims im Riff gegen Frankre«« Spanien Krieg. ^ Statt besonderer Anzeige Mein lieber Mann, unser treusorgender Vater Karl Seltenreich Bezirkstierarzt ist am 12, ds Mts. durch einen Unglücksfall seinem lieben Kind Marga in den Tod gefolgt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hulda Seltenreich, geb. Hafner Liesel Seltenreich Waldkirch, den 14. Juli 1926. Die Beisetzung findet am Freitag nachm. 2 Uhr in Karlsruhe von der Friedhofkapelle aus statt. VERZINKTE Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme, die ich bei der langen Krankheit und dem Ableben meines lieben Mannes erfahren durfte, für die allseitige Beteiligung an der Beerdigung, die ehrenden Nachrufe seiner Vorgesetzten und Kollegen, sowie die überaus zahlreichen Blumenspenden spreche ich auf diesem Wege den innigsten Dank aus, da es mir leider nicht möglich ist, jedem Einzelnen persönlich zu danken. Karlsruhe (B), den 14. Juli 1926. Frau OberpostdireKtor Bücheier Solange Vorrat! • ••IlfflllimttlllMMIdMMIItM WAREN Wassereimer.stück 0.75 Mülleimer.stück 4 .so, 3.25 2.75 Waschkessel mit Deckel, 42 cm . . . Stück 3.50 Waschkessel mit Deckel. 44 cm . . . Stück 4.00 1 Posten Wannen 65 cm, oval . . Stück 3.25 Wannen 100 cm, oval.Stück 10.80 Wannen 48 cm, rund.Stück 1.95 fpßm dffi * * *** * Kaiserstraße 201 Eingang Waldstraße neben der Hofapotheke Abonnenten kaust bet gntercnten deS SarlSruder TaäblattS. r 6 Tage zur Probe BW auf Kredit Tisch, Schrank, Truhe Sprechapparate Schaltplatten niedrige Preise wöcheat* lieh Mk. 3.— an Katalog gratis! Vertreter gesucht Kaufmann SRudd Frankfurt a.M.392 Hasengasse t Dr. R. Behrens Kinderarzt ist verreist Vertreter: Herr Dr. Körner, Krau Dr. Cohn- Heidingsfeld, HerrDr.Paul Mayer, Herr Dr. Schiller. Wohne jetzt Ecke Scimizenstr. - HtliiieerstraBe Dr. Katzenstein, Arzt JZoscfi Fabrik-Lager u. Rep.-Werkstatt Karlsruhe Alleinige offizielle SlINUCHT GESELLSCHAFT A.-G. Mannheim - Mensch, mußt Du I Kannst Du nicht I Hühner^ %jd!\ auf Krücken %e.hn\ gerade stehn ?! drucke n .— , LEBEWOHL errettet Dich! • , zers^b» Gemeint ist natürlich das berühmte, von '»“‘HL, LeK’ ite» «mpiomene nunneruugen-ijeoewoni iur nie wom-Ballenscheiben iür die Fußsohle, Blechdose (8 j- , pillr 75 Pfg., Lebewohl-Fußbad gegen empfindliche f üße un u knlt9 o schweiß, Schachtel (2 Bäder) 50 Pfg.. erhältlich in AP° und Drogerien. Nr. 233 Karlsruher Tagblatt, Donnerstag, den 15. Juli 1926 Seite 9 Königin Victoria.') )efwechsel und Taaebuchblätter während der 1862 bis 1~" Jahre 1878. Köllig Georgs V. von England Lüniaiv CI I? ( ^ eric ausgewählter Briefe der Eduards v?T ft £ ria ! öic im Aufträge König $W nu ö Bereits 1007 erschien und die von eine ~ '^ er herausgegeben wurde, jetzt öffeim;i! tc ' ! ?f rie Oefolgt. Die damals ver- lvvnd-«? Dokumente enthielten die Korrc- »emabis bis änm £oöe deS Prinz. Ranz» Die beiden jetzt vorliegenden Pa«:,, ''"Nassen die Zeit von 1862—1878. Die dem “«*»«« an besonders gesicherten Orten, Autc . 01 Utö Tower mtfi im ^rhTnfc Sfäitfhfnr ausbomlL s ^-^wer uno lm ^cylotz Wrnosor 3nbak. und geben nach ihrem Umfang und ritten f: e c m umfassendes Bild der Königin und dankeniv i" ^"blick in deren Arbeits- und Ge- irijh Außer vielen wichtigen Urkunden von Regierungen, enthalten sie eine Reihe tohtift». uvn jedem der damaligen Premier- »anaen ^jj r Inhalt beschäftigt sich mit Bor- iiaen vnr^--'^Enett und Parlament, mit wich, vorrn»»/!suchen fragen. Sie berichten von her» che,, ^..Männern jener Zeit, von Monar- Vvlds z »ürsten, besonders den beiden Leo- briu-ett!^" delgierkönigen, der deutschen Kron- riK „v'i und späteren Kaiserin Fried- ^ais-«-"b anderen Mitgliedern der deutschen ttild V««??. ^E, schließlich auch von Freunden ^ 1, iflaitflg tl8en Persönlichkeiten des vertrauten bereits Gelegenheit genommen, in großen" Buchbesprechungen die Periode der iigx„ ^^,e»0lischen Königin eingehend zu wür- rrkenn»« ""b können auch hier immer wieder biefer ttent°„^^^rsrn ist. Da sich unter den Doku- Keleaeiitt?-. solche befinden, die von den An. der Dn^-E.u fast aller europäischen Staaten, der i>j/!uaw»s, Indiens, des britischen Heeres, dem a.rl»"!^' bru Krongütern, wie überhaupt Organismus der konstitutionellen ^Nrens »handeln, bilden sie in ihrer Zu- Vttbe» i-sung mit eine der wichtigsten Fund- Zeit, '»r die Erforschung der Geschichte ihrer Ätt Seber vorliegeirden Bande hat der HerauS- ?Eeian., o^EN solcher Dokumente gebracht, die der Kg^-^.u^en, die Entwicklung des Charakters Mür a.tt * lt »eigen und die typische Beispiele ^ssschaOr.^ ' wie die Königin politische und ge- , Än Angelegenheiten behandelte, dichtewesentlichen Punkt weicht die Ge- ^ird, « in diesen beiden Bänden fortgesetzt Ml n ,ar berjenigen der ersten Serie ab. Bis Me bre Lebenslaufbahn der Königin, was !'che. lichkeit anbetraf, eine überaus glück- sb> w Herrscherin stand in jeder Hinsicht ^ahr- iöh ihres Lebens, als ihr der Tod im ?ahkn . den über alles geliebten Gemahl dcffett' g>°Essen Persönlichkeit und Charakter, , * UnzE^unung und Lebensweise, dessen Ar- d'tte Pflichttreue im Dienste des Staates ^a^ksten Stützen der Königin gewesen 'vrt alles war mit einem Male zer- a«f Loz^arf dadurch tiefe und lange Schatten ^unen- und Außenleben am englischen I^ent» Gerade die hier vorliegenden Do- T»r ^igen, wie vernichtend und furchtbar ; t8 Gw? 8 war, der die Königin durch den Tod !®t, o U f traf, waren doch auch die Männer U biaL" ereit Beistand und Rat die Königin »°ber, §5 ttdsiützt hatte. Lord Melbourne, Sir Abertz..)s^l, der Herzog von Wellington, Lord "krs ej rn - Unter ihnen hatten Melbourne und besonderen Platz eingenommen. So »on Karl Tiegismund. Berlin. Auf Ver. v.Ü des Königs Georgs V- herausgegeben »i 1 “):, 'T'„ Earl Buckle. Uebersetzt von Rickmond an der Deutschen Hochschule für Politik. 2!"ber. »Z0N Strorchen, Queen Victoria. Verlag »^a,a^"w- Lord Grev. 35 Jahre Politik, Verlag München. Europäische Politik unter ^fit "on I. A. Farrer, Verlag Bruckmann, Internationale Automobilrennen auf der Avus um den Großen preis von Deutschland. Momentbild in der Nord-Kurve um den Großen Preis von Deutschland. HE- üüü VvS;. *iV $ "H ÜH Wmk zeigen denn die Aufzeichnungen auch, wie eng sich die verwitwete Königin an die Gedanken und Pläne des verstorbenen Gatten hielt. Nichts sollte sich ändern. Aber wenn auch die Arbeit und Arbeitsweise beibehalten und eher noch dauernd vertieft wurden, so wurde doch eine große Aenöerung in der äußeren Lebensweise vorgenommen. Die Königin verlegte, von jetzt ab die Unruhe der Residenz meidend, ihren Wohnsitz vom Bnckinghampalast nach Windsor, das sie nur verließ, um auf ihren privaten Wohnsitzen in Schloß Osborne auf der Insel Wight oder im schottischen Hochland auf Schloß Balmoral Erholung zu suchen. Wo immer aber auch die Herrscherin weilte, überall begleitete sie die Arbeit, die mit einer staunenswerten Gewissenhaftigkeit verrichtet wurde. Es ist gerade diese vorbildliche Arbeitsweise, die der Leser in den vorliegenden Blättern immer wieder finden und bewundern kann. Die Königin stand als konstitutionelle Monarchin in ständigem unmittelbarem Gedankenaustausch mit ihren Ministern, sie widmete ihre besondere Aufmerksamkeit den auswärtigen Angelegenheiten, sie las alle Depeschen ihrer Botschafter und Gesandten und überwachte persönlich alle wichtigeren Telegramme. Sie stand in ständiger Fühlung mit der Leitung ihrer Land- und See- streitkräfte, besonders der Armee, sic war stets auf das genaueste über alle Angelegenheiten orientiert, die die Interessen ihres ausgedehnten Weltreiches in Indien und den Kolonien wie in den Dominions betrafen, sie korrespondierte unmittelbar mit ihren Vizekönigen und Generalgouverneuren und sie wünschte, daß die Staatssekretäre für Indien wie für die Kolonien sie ständig auf dem laufenden hielten und über alle wichtigen Angelegenheiten befragten. Welch maßgebenden Einfluß diese Königin eines parlamentarisch regierten Landes durch ihre Persönlichkeit und ihre politische Klugheit auszuüben verstand, zeigt ihre Tätigkeit während der schleswig-holsteinischen Wirren der Jahre 1863 und 1864. Die Königin erklärte ihrem dänenfreundlichen Kabinett schon am 2. Dezember 1863, es sei „nicht anständig", dje früheren deutsch-dänischen Vereinbarungen zu ignorieren. Am 8. Januar 1864 erhob sie entschiedenen Einspruch gegen den Entwurf einer Depesche, die für den Fall eines preußischen Einmarsches in Schleswig ein kriegerisches Eingreifen Englands androhen sollte. Während des preußisch-österreichischen Vormarsches wandte sie sich gegen den Plan einer englisch-russischen Flottendcmonstration vor Kopenhagen: in dieser Frage wurde der dänenfreundliche Premierminister Palmerston schließlich auch im Kabinett überstimmt (24. Februar 1864). Nach dem Fall von Düppel lud England die euroAiischen Mächte zu Verhandlungen nach London ein: die Könjgin setzte durch, daß bei dieser Einladung jeder drohende Ton vermieden wurde (10. AprU) und erhob auch kurz vor der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten Einspruch gegen einseitige Drohungen bei den englischen Vermittlungsversuchen (12. Juni 1864). Erst im letzten Abschnitt des Kampfes faßte das Kabinett zur Zufriedenheit der Königin den klaren Entschluß, sich an einem Krieg nicht zu beteiligen, soweit er die Herzogtümer Schleswig und Holstein anginge (25. Juni 1864). Damit hatte die Meinung gesiegt, welche die Königin unentwegt festgehalten und trotz aller Angriffe in Presse und Parlament durchgefochten hatte: daß England sich nicht ohne zwingenden Grund in einen Krieg gegen Deutschland, sei ne n „natürlichen Verbündeten", treiben lassen dürfe. Ohne diese feste Haltung der Königin Viktoria wäre die Geschichte der Jahre 1864 vermutlich anders und vielleicht für Deutschland und England weniger günstig verlaufen. Neben allem fand die Herrscherin aber auch noch Zeit, sich eingehend mit ihren Privatange- Wieder ein Staatsstreich in Portugal. Die Diktatur des General da Costa in Portugal ist bereits wieder beendet und eine neue Regierung hat ihren Platz eingenommen. Der diesmalige Staatsstreich- ler heißt General C a r- m o n a (aus dem Bilde). General Carmona war bisher Außenminister in der Regierung da Co- stas und war als solcher vor einigen Tagen zusammen mit 2 anderen Ministern zum Rücktritt gezwungen worden. Die Empörung darüber hat den General veranlaßt, mit ihm treuen Truppen den General da Costa tm Palast Belen gefangen zu nehmen und abzusetzen. General Carmona hat in dem neuen Kabinett selbst das Krieasmimsterium und die Ministerpräst- dentschaft in ne. Als erste einschneidende Maßnahmen der neuen Regierung ist der Völker- bundsvertreter Portu- gals da Costa zurückberufen worden, wobei man ihm außerdem die Ehren eines Gesandten entzog. Die portugiesischen Vertreter tn Madrid. Paris. Amsterdam und Rom wurden auch abberufen. Wie lange es bis zur nächsten Re- . volution dauern wird, läßt sich uicku übersehen, sicherlich werden die Anhänger General da Co- stas nicht so sang- und klanglos die Waffen strecken. legenheiten zu beschäftigen und sich in geradezu vorbildlicher Weise ihren Pflichten gegenüber ihrer ständig wachsenden Familie — den Kindern, Enkeln und Urenkeln zu unterziehen. Wenn es auch um die Zeit, tn der gerade die vorliegenden Memoiren spielen, vorübergehend infolge der vollkommenen Zurückgezogenheit, in der die Königin seit ihrer Witwenschaft lebte, zu einer Verstimmung zwischen ihr und ihrem Volke kam — man forderte sogar die Abdankung — so brach sich doch schließlich die Erkenntnis Bahn, daß das Land hier eine Herrscherin von ungewöhnlichen Ausmaßen und außergewöhnlicher Pflichttreue und Charakterveranlagung besaß. Auch diese Frau hat die Bitternisse des Lebens in reichstem Maße erfahren. Aber unabänderlich und treu hielt sie an ihren Grundsätzen und Idealen fest, die in Pflichterfüllung, Einfachheit der Lebenshaltung, zärtlicher Liebe für ihre Familie und unaufhörlicher Arbeit und Liebe für ihr Volk gipfelten. So kam es auch, daß diese Stellung der Königin von England und Kaiserin von Indien in ihren letzten Lebensjahren zur majestätischsten der ganzen Welt wurde und daß, als diese Frau die Augen schloß, ein Volk trauerte, dessen nationale Fäden den ganzen Erdkreis umspannten. Dem ersten Baird, der die Zeit bis 1860 behandelt, schließt sich der zweite an, auf den wir besonders zurückkommen werden. Da alle in diesen Bänden enthaltenen Schriftstücke — mit wenigen Ausnahmen — zum ersten Male veröffentlicht wurden, wird man dem Inhalt dieser Aufzeichnungen gebührende Beachtung schenken müssen. Ende der Bonapartes. ^ Si'ng-n ^"nzösischen Monarchisten nach Brüs ''E'" bem verstorbenen Prinzen Victor ■ ®bte» ÖOtt dtt Dynastie Bonaparte die letz- ? zu erweisen, haben sie gleichzeitig b, Don ö" bonapartistischen Bewegung ^ -^chmen. Eine bemerkenswerte Phvs ttnt Ansprüche, welche die Familie Bona- politischen Umwälzungen un- ,j^>It«n den Thron Frankreichs aufrecht Bi>n„^te. sing nun erloschen. Es ist noch damit zum Abschluß ge- als 7 ' etiuiujtu. m uv«; w!" 1 er lx£r e der direkten Linie vorhanden, ls 8 " nirt» r nicht mehr mit. Für seine An- im © ^ er Sonderling, der Anfang letzter j^Nkrxich^^il in Belgien starb, der Kaiser von i oChS 1J { ö C'TUP) 0 tt ttttS niOMM rtt* ttTf* ?be «!,.flotte und wenn er auch nie fiirff Aussicht auf die französische Kai zollte man ihm wenigstens im HiiLEhren.Victor Napoleon wurde he« Mmp, den seine loyalen Anhänger Io* ‘ den ^ .p' mn lerne loyalen Anhänger En, -v ^Erichenden Verhältnissen anwendcn k«r^lich°„ 0)rabe getragen. Ter mit dem ^.'EriiL ” Purpur ausaesch Si»M"che>, w ! ,‘V vut ausgcichlagenc «arg, die kj^ie Kj^Adler auf den Standarten und der «Urb der Erde übergeben und mit 0 «ttifte n C e ^ te Aussicht der französischen 1-Dit f) n "• ~ -Verbannung des großen Napoleon dDN gaben der Gelegenheit ih ^Dtt Anstrich. Der vorletzte """"ung des großen Rapoicon und der Rückberufung Ludwigs ltz. ite« ^ haben sich die französischen Mon- E im Lager gespalten, die Roya- ku?E"tl>chen Sinne, welche hinter der J i,„zusa^??^on unter deutschen Schwertstrei- L jt mi??Enbrach. Auch die Royali Orl-^"-^""*bonen und dann lhren o". • »emeniiar *£ on v lfi durch den vor ^tllchen Wochen >» OlCJl f.j. , •* 1/CH Hvi vlilUJCIl atu des Herzogs von Orleans ver- uuu die Bouapartisten ihren letzten Kaiser. Sie bildeten für das moderne Frankreich, in dem die Republik nun seit über einem halben Jahrhundert schwere Stürme erfolgreich überstanden hat, keine wirkliche Gefahr mehr. Zwar hat die Weltgeschichte manchmal Ueber- raschungen ganz unerwarteter Art gebracht. Ein wirklich starker Orleans oder Bonaparte hätte am Ende in erschütteruder Weise 'n Frankreichs 6)eschick und damit das der ganzen modernen Welt eingreifen können. Zu den wirklich starken Persönlichkeiten aber hat der verstorbene Victor Napoleon nicht gehört. Im Gegenteil. Sein Lebenslauf war tragisch, aber nicht heroisch. Vom Geiste seines großen Ahnen hatte er nichts und vom unersättlichen Ehrgeiz und der verschlagenen Staatskunst des dritten Napoleon ebenso wenig. Nachdem Victor Napoleon sich gezwungen gesehen hatte, Frankreich zu verlassen, ging er nach Brüssel, wo der bildschöne, junge Prinz von König Leopold mit offenen Armen empfangen und als Standesgenosse begrüßt wurde. Auf einem der Hofbälle machte er die Bekanntschaft der schönen Prinzessin Clementine, der zweiten der drei -Schicksalstöchter des belgischen Königs. Sie hatte kurz vorher ihren Verlobten, den Grafen Baudouin von Flandern, der in einem Duell fiel, verloren, tröstete sich aber schnell mit Victor Napoleon. Allein König Leopold, der zwar bereit gewesen war, dem thronlosen Kaiser von Frankreich gegenüber liebenswürdige Handbewegungen zu machen, hatte nicht die Absicht, durch die Heirat seiner Tochter gewissermaßen eine Familienalliance mit den Bonapartes zu schließen. Er verbot die Ehe. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Vater und Tochter. Die Prinzessin wurde schließlich nach Süd-Frankreich verbannt und Jahre vergingen, ohne daß sich Victor und Clementine gesehen hätten. Allein die Flamme erlosch nicht. Leopold starb im Jahre 1010. Das Paar traf sich in England und verheiratete sich dort. Es verlebte die Flitterwochen auf einem der Landsitze des reichen Prinzen in England, reiste durch Italien und kehrte am Ende nach Brüssel zurück, wo Clementine, die ungekrönte Kaiserin von Frankreich, in den letzten Jahren das schwere Schicksal tragen mußte, ihren Gatten dem Verfolgungswahn zum Opfer fallen zu seben. Ruhelos hat der vorletzte Sprössling der Bonapartes die letzten Jahre seines Lebens auf der Flucht von Ort zu Ort verbracht, in dem Wahne, daß man ihm nach dem Leben trachte. Clementines Leben war zuletzt kein heiteres, aber doch unendlich glücklicher als das ihrer beiden Schwestern Louise von Coburg und der schönen Stephanie von Oesterreich. Louise wurde in jugendlichem Alter mit dem Prinzen Philipp von Coburg vermählt, dem Bruder des Königs Ferdinand von Bulgarien. Ihre Eskapaden sind bekannt. Sic, die verwöhnte, schöne Tochter eines der reichsten Fürsten der Erde, ist schließlich einsam und arm vor einigen Jahren >n Wiesbaden gestorben. Eine glänzende Zukunft schien Stephanie, an den Erzherzog Rudolph, den österreichischen Thronfolger verb"iratet, zu erwarten. Das Geschick hatte es anders bestimmt. Rudolph starb 1880 in Mayerling, wahrscheinlich durch eigene Hand, und wiederum erfüllte sich das Schicksal an einer Tochter des belgischen .Hauses. Mit dem Tode seines Vaters wäre nun Prinz Victors junger Sohn Jerome der logische bona- partistischc Prätendent, allein der Knabe, der in Belgien von seiner belgischen Mutter erzogen wird, dürfte wohl kaum jemals seine Ansprüche auf den französischen Thron geltend machen. Das läßt das Fesd frei für den Herzog von Gutfe, der durch den Tod des Herzogs von Orleans zum Haupt der Familie und zur Hoffnung der französischen Royalisten geworden ist. «eine Persönlichkeit ist indessen den Monarchisten nicht genehm, denn der Herzog ist allen Berichten nach guter Republikaner. Man greift mcht fehl, wenn man unter diesen Umständen lagt, daß die direkten Linien der Kronpräten- denten erlosthen sind. Die Monarchisten und Royalisten Frankreichs sind ohne sogenannte legitime Führer nicht stark genug, um die dritte Republik zu Falle zu bringen. Sollte sie einmal zerichmettert werden, so würde es wahrscheinlicher sein, daß der Streich von einem Diktator, von dem man heute noch nichts träumt, geführt werden wird. Indianerromantik. Am 26. Juni waren 50 Jahre vergangen seit der Niedermetzelung des Generals Custer und seiner tapferen Schar durch die Sioux-Indianer. Im Jahre 1630 mußten die Sioux-Indianer, welche die Prairie in Nord- und Süd-Dakota bewohnten, ihre Ländereien östlich vom Mississippi an die Bereinigten Staaten abtreten. In den Jahren 1841 und 1851 wurden sie wiederum gezwungen, ihr Land in Minnesota aufzugeben. Als Entschädigung wurden ihnen jährliche Zahlungen versprochen, die jedoch nicht erfolgten, und im Jahre 1862 brach ein Krieg zwischen den Indianern und den Weißen aus. Viele der Indianer hatten sich aus der Reservation bei Aank- ton niedergelassen, aber die kriegerischen gingen nach Nord-Dakota zurück und organisierten eine Streitmacht unter dem fähigen Häuptling Sit- ting Bull, um später wieder aus den Kriegspsad zu gehen. Die Generäle Custer, Torry und Cook wurden im Jahre 1876 gegen sie geschickt. Sit- ting Bull hatte in der Nähe des Little-Big- Hornflusses Stellung genommen, und Custer plante, den Indianern den Rückzug nach Osten abzuschneiden. Er machte sich daher auf den Weg: Torry und Cook, so wurde beschlossen, sollten am 26. Juni mit ihm zusammentresfen. Custer erreichte den verabredeten Ort einen Tag früher und beschloß, das vor ihm liegende Jn- dianerdorf zu erstürmen. Zwei Abteilungen seiner Streitkräfte wurden beauftragt, die Flanken zu decken, während er mit 260 Mann im Zentrum vorging. Die Indianer hatten di« meisten ihrer Krieger in Schluchten versteckt. Als Custer vorging, brachen sie hervor, umzingelten die Weißen und machten sie nieder. Nicht einer von den 260 Leuten, die Custer anführte, blieb am Leben. Custer soll deutschen Ursprungs gewesen sein. Später wurde der Häuptling Sitting Bull besiegt und floh nach Kanada. Er kehrte nach den Vereinigten Staaten zurück, wurde aber im Jahre 1800 im Aufstand der S»oux-Jndianer getötet. Seite 10 Oer Kölner Dom in Gefahr. Gelegentlich der Hauptversammlung des Vereins Deutscher Zeitungsverleger, die kürzlich in Köln stattfand, ergriff einer der Redner das Wort, um u. a. auch auf die Gefährdung des Kölner Domes hinzuweifen und damit einen Appell an die Oeffentlichkeit zur werktätigen Beihilfe zu verbinden. Ter Redner führte u. a. aus: Man hat in der letzten Zeit immer häufiger gehört, daß der Kölner Dom in Gefahr steht, nicht nur dadurch, daß er große Teile seines schmückenden Bauwerkes verliere, sondern dadurch, daß das Steinwerk «ine dauernde Verletzung erfahre. Wenn ich hier das Wort ergreife, so handelt es sich darum, darauf hinzuweisen, daß sich der Zentraldombauverein in einem Aufruf an alle deutschen Zeitungen gewandt hat, die Aufmerksamkeit auf diesen Zustand zu lenken. An dem bis dahin unvollendet gewesenen Kölner Dom begann vor etwa 80 Jahren der Ausbau. Im Jahre 1880 wurden die damals in ihrem Ausbau vollendeten Türme im Beisein des Kaisers Wilhelm eingeweiht. Der Kölner Dom ist damals gebaut worden als ein Werk der ganzen deutschen Nation, ohne Unterschied der Konfession, ohne Unterschied der Länder. Die Beobachtungen haben ergeben, daß der zum Bau verwendete Stein von Drachenfels sich als ungeeignet erwiesen hat. Di« in der Nähe Kölns gelegenen Braunkohlenwerke mit ihrer Rauchentwicklung, die groben und vielen chemischen Werke, sowie der Bahnhof in der Nähe des Domes tragen stark zu dessen Zersetzung bei. Kürzlich noch stürzte ein Stück von 6 Zentnern ab und neulich ist nur durch Zufall ein Menschenleben gerettet worden. Nun haben das Reich' und der Staat Preußen selbstverständlich ins Auge gefaßt, dem Dombauverein zu helfen. Das Reich hat 200 000 JI, Preußen 100 000 Ji, Provinz und Stadt haben 100 000 .M zur Verfügung gestellt. Aus der Dombaulotterie hofft man SO 000 Ji herauszuholen. Der Reichspräsident v. Hindenburg hat 100 000 Mark aus dem ihm zur Verfügung stehenden Fonds zur Rettung des Domiverkes gegeben. All das Gelb wird dazu reichen, di« notwendigsten Arbeiten am Chor zu bestreiten. Die Türme aus ihrem gefährlichen Zustand herauszubringen, wird es ganz großer Mittel bedürfen. Der Dombauverein hat durch die Inflation sein Vermögen verloren und besitzt heute nur mehr eine geringe Mitgliederzahl. Ich habe Ihnen diese Sache als Protestant vorgetragen. Helfe jeder mit, daß das mächtigste Denkmal deutscher Gotik am Rhein erhalten bleibe. Unsere Brüder im Reich wollen wir auffordern, daß auch sie ihr Scherflein geben. Der Rhein ist Deutschlands Schicksalsstrom. Der Kölner Dom, der sich in seinen Wogen spiegelt, ist daS Wahrzeichen deutscher Einheit und Schicksal S ve r bun de nh ei t. Es wird infolgedessen in nächster Zeit ein Aufruf veröffentlicht werden, der sich an daS ganze deutsche Volk wendet. Möge er den gewünschten Erfolg haben. Deutscher Krankenkassenkongreß 1926. Auf der 10. ordentlichen Mitgliederversammlung des Gesamtverbandes der Kran- kenkasfen Deutschlands, di« in Dortmund stattfand, wurde zunächst der Geschäfrs- und Kaffenbericht erstattet, der ein trostloses Bild der gegenwärtigen Wirtschaftslage und ihrer Auswirkung auf dis soziale Fürsorge entwirft. Am 1. Januar 1928 waren im Deutschen Reiche 829161, am 1. Januar 1926 1 488 931 Hauptunterstützungsempsänger in der Erwerbslosenfürsorge vorhanden. Während noch im Jahre 1928 der Durchschnittskrankenbestand 2,45 Prozent der Kaffenmitglieder betrug, schwankte im Jahre 1925 dieser Prozentsatz zwischen 3,65 und 5,06. Gegenüber dem vielfach erhobenen Vorwurf, daß bei den OrtSkrankenkassen die Verwaltungskosten ein Drittel der Einnahmen verschlängen, wird betont, daß nach der amtlichen Statistik der Berwaltungskosten im Jahre 1924 nur 7,8 Prozent der Ausgaben betragen hätten. Ueber das Verhältnis zwischen Krankenkassen und Zahnärzten (und Dentisten^ wurde eine Entschließung angenommen, die für di« GlejAberechtigung der Dentisten und Zahnärzte ei nt ritt und eine Monopolstellung der Zahnärzte ablehnt. Weiter gelangte eine Entschließung zur Annahme, die sich mit den Eigen betrieben der Krankenkassen befaßt und fordert, daß an den Rechten des Kaffenvorstandes. alle diejenigen Einrichtungen zu treffen, die er für die Gewährungen der Leistungen aus der Krankenversicherung für erforderlich hält, nichts geändert wird. Nach der Genehmigung des Geschäfts- und Kassenberichts und Erteilung der Entlastung sprach Reichstagsabgeorüneter Becker- Arnsberg über „Die Reform der Krankenversicherung". Er betonte, daß die Zersplitterung in der Organisation der Krankenversicherung, die fortgesetzt neue Zweigkranken- kasien entstehen laste, weder im Interesse der Versicherten noch der Arbeitgeber liege und beseitigt werden müsse. Die Wochenhilse sei eine ausgesprochen bevölkerungspolitische Maßnahme. Die Kosten dieser Fürsorge müßten auf das Reich übernommen werden. In der Aerzte- frage ersuchte der Redner den Kongreß, zu prüfen, ob nicht bei dem fortgesetzten Widerstand der Aerzte gegen die Krankenversicherung überhaupt ein« Aenderung in der Art der gesetz- lichen Versorgung der Versicherten anzustreben sei. Der Kongreß nahm eine Resolution im sinne der Ausführungen des Redners an und sprach seinen Vertretern im Reichstage, den Abgg. Behrens, Becker und Ziegler, für ihre bisherige Stellungnahme in der Äerztefrage volles Vertrauen aus. Ueber Sozialfragen sprach Mg. Ziegler-Siegen. Ausgehend von der historischen Entwicklung der Sozialversicherung schilderte er den auf dem Gebiete der Sozialversicherungsfragen bestehenden unübersichtlichen Zustand und bedauerte die auch bei der Sozialversicherung sich bemerkbar machende parteipolitische Zersplitterung der deutschen Bevölkerung. Mehr Karlsruher Tagblatt, Donnerstag» den 15. Juli 1926 denn je bestehe heute die Notwendigkeit, über alle parteilichen Zerklüftungen hinaus sich einander die Hand zu reichen zu gemeinsamer Arbeit in der sozialen Versicherung. Das Durcheinander, das heute noch aus dem Gebiete der Versicherungsfragen herrsche, müffe bald einer durchgreifenden Reform Platz machen. Eine stärkere Veteiligung der Arbeitgeber in den Organen der Krankenkaffen sei dringend erwünscht. Senatspräsident a. D. Dr. Spiegelthal, der Vorsitzende des Reichsschiedsamtes für Aerzte und Krankenkaffen gab sodann Aufklärung über „Das Wesen des Reichsschiedsamtes für Aerzte und Krankenkassen". Er hob hervor, daß infolge der Tätigkeit des Schiedsamtes gegenüber dem früheren unerträglichen Zustand, der manchmal in einem offenen Kampf zwischen Krankenkassen und Aerzten ausartete, in letzter Zeit eine wesentliche Beruhigung einaetreten sei. Das Vertrauen zu den Schiedssprüchen des Reichsschiedsamtes sei im Wachsen begriffen. Zum Schluß verbreitete sich Pros. Dr. R o t t vom Kaiserin-Auguste-Viktoria-Haus in Berlin über „Planwirtschaft in der Säuglings- und Kinüerfürsorge und Krankenkassen". Seine Ausführungen fanden ihren Niederschlag in einer Entschließung, in der die Notwendigkeit betont wird, daß sich Krankenkassen auch an den der Vorbeugung dienenden Gesundheitsfürsorgemaßnahmen und Arbeiten für Mutter. Säugling und Kleinkind beteiligten. Die Voranschlagsberatungen. Oie Zukunft des Badischen Landestheaters. In der Nachmittagssitzung am Dienstag beschäftigte sich der Haushaltsausschuß des badischen Landtags, wie bereits kurz berichtet, mit dem Voranschlag für das Badische Landestheater, zu dem bei der ersten Erörterung verschiedene Anträge eingegangen waren. Zn Beginn der Sitzung erklärte der Vertreter der Bürgerlichen Vereinigung, daß seine Fraktion ihren Antrag, wonach der bisherige Vertrag gekündigt und das Landestheater in ein Stadttheater umgewandelt werden solle, zurückziehe und daß seine Fraktion dem Antrag des Zentrums zustimmen werde, wonach der zwischen dem badischen Staate und der Stadt Karlsruhe bestehende Vertrag auf den nächst zulässigen Termin gekündigt werden solle und in einem neu abzuschließcnden Vertrag statt der hälftigen Uebernahme des Defizits auf die Staatskasse ein sest stchen d e r Staatszu- schuß vorgesehen werde. Der Antragsteller begründete namens der Zentrumsfraktton diesen Antrag. Kultusminister R e m m e l e ließ sich dann des längeren über den Etat des Badischen Landes- t h e a t e r s aus und erklärte, daß auch dessen Verwaltungsrat der Ansicht sei, daß die D e - fi zitwirt schast einmal aufhören müsse. Die Gagen der ersten Kräfte seien gegenüber früher gewaltig gestiegen. Man dürfe aber damit rechnen, daß in Zukunft wieder billigere Vertraassätze möglich würden. Andererseits werde aber auch in Zukunst allgemein mit höheren personellen Ausgaben als in der Vorkriegszeit gerechnet werden müssen. Der Verwaltungsrat habe ein neues Abonnement ausgeschrieben und hoffe, daß weitere Kreise als bisher sich an dessen Vorteilen beteiligen würden. Der Minister gab der Ansicht Ausdruck, daß, wenn der Antrag des Zentrums Beschluß werde, jedes Jahr bas Defizit neu beschlossen werden müßte, weil eben jedes Jahr Nachforderungen kommen könnten.' Er wies darauf hin, daß die Verhandlungen mit der Stadt den Zweck haben sollen, einen höheren Beitrag von der Stadt Karlsruhe zu erreichen. Der Minister sprach sich für die Erhaltung des Landestheaters aus, weil das Theater als Stadttheater wohl kaum seine bisherige künstlerische Höhe werde erhalten können. Ein Vertreter der Deutschen Bolkspar- tei erklärte, daß angesichts der schwierigen Finanzlage des Staates seine Pa^-i an ihrem Antrag, von dem im Voranschlag festgesetzten Betrage wesentliche Abstriche zu machen, festhalten müffe. Da nach den Erklärungen des Ministers Abstriche im Rechnungsjahr 1926/27 ausgeschloffen seien, so müßten eben im nächsten Rechnungsjahre höhere Beträge erspart werden. Der deutschvvlksparteiliche Antrag wolle, daß bei den personellen Ausgaben pro Rechnungsjahr 100 000 Ji und bei den sachlichen Ausgaben 50 000 M abgesetzt würden. Der Redner gab der Ansicht Ausdruck, daß bei dem Theater auch heute immer noch zu sehr aus dem Vollen geivirtschaftet werde und daß auch an der Ausstattung noch gespart werden könne. Auf der anderen Seite setzte er sich mit allem Nachdruck für die Erhaltung des Landestheaters als solches ein, und sprach sich dafür aus, daß der Einfluß des Staates auf die künstlerischen Leistungen, die er in vollem Maße anerkenne, gewahrt bleiben müsse. Man könne nicht nur erste Kräfte anstelle», sondern müsse sich, wie das auch früher gewesen sei, auch mit guten Anfängerkräften ab- findcn. Er verlangte besondere Vorlegung des Voranschlags für das Landestheater, da das Thcaterwirtschaftsjahr und das Etatjahr nicht zusammenficlen. Gegenüber einer sozialdemokratischen Feststellung, baß der Staat heute einen geringeren Beitrag zum Theater als 1914 leiste — damals 611000 M, heute 428 000 M — stellte der Redner fest, daß heute ein Beitrag von 826 000 Ji geleistet werde, und wenn auch die Stadt Karlsruhe daran mit der Hälfte beteiligt sei. so müßte doch tatsächlich der Steuerzahler heute einen höheren Betrag aufbringen. Der Sprecher der demokratischen Fraktion erkannte die Zwangslage an. in der sich der Staat gegenüber dem Landestheater befinde. Auch er sprach sich für die unbedingte Beibehaltung des Theaters als Lanbest heat er aus und machte den Vorschlag, sich bei den Verträgen auf eine kürzere Frist zu heschränken. Er bat die Regierung um Auskunft über die Bezüge, die der Staat heute dem früheren Operndirektor Cortolezis bezahlen müsse. Ter Minister stellte hierzu fest, daß Cortolezis bis 1928 sein bisheriges Vollgehalt erhalte und feine weiteren Bezüge davon abhängig seien, ob er wieder eine Anstellung annehme oder nicht. Minister R e m m e l e gab weiter Auskunft über die P e n s i o n s l a st e n, die augenblicklich etwa 45 000 Mark betrügen. Bei Aufgabe des Theaters als Landestheater würde sich diese Summe ganz wesentlich erhöhen. Ob es zweckmäßig sei, kürzere oder längere Verträge mit den Künstlern abzuschließen, richte sich nach den wechselnden Verhältnissen. Der Minister stellte fest, daß die im Etat ausgewiesenen Ausgaben nicht überschritten würden. Das Defizit sei eben die Folge geringerer Einnahmen. Für Ausstattungen würden im Jahre nur 84 000 Ji ausgegeben. An diesem Betrage könne*nicht mehr gespart werden. Wenn die Stadt Karlsruhe in Zukunft einen höheren Beitrag leisten solle, so werde sie wohl auch einen größeren Einfluß für sich in Anspruch nehmen. In warmen Worten sprach sich der Minister über die künstlerischen Leistungen des Theaterpersonals aus. Ein Vertreter des Zentrums gab der Ansicht Ausdruck, daß die Stadt Karlsruhe das Theater übernehmen solle. Nachdem aber das bisher nicht geschehen sei, müsse die Gelegenheit ergriffen werden, zu klaren Verhältnissen zu kommen. Man müsse auch dafür Verständnis haben, daß im Lande andere Ansichten darüber herrschten, baß man nur einer Stadt mit großen Beiträgen zur Unterhaltung des Theaters helfe. Der Sprecher der Sozialdemokratie setzte sich ebenfalls für die Erhaltung des Landestheaters und auch für die Beachtung größter Sparsamkeit ein. Eine Kündigung solle vorerst nicht erfolgen, sondern erst eine Rücksprache mit der Stadt Karlsruhe über die Möglichkeit eines höheren Beitrags stattfinden. In der Abstimmung wurde, wie bereits gemeldet, der volksparteiliche Antrag auf A b - striche an dem Theatervoranschlag mit 10 gegen 6 Stimmen sSoz.j. bei vier Enthaltungen l2 Dem., 1 Bürger!. Vereinigung, 1 Zentrums angenommen. Der Antrag des Zentrums auf Kündigung des Vertrages mit der Stadt Karlsruhe auf den nächst zulässigen Termin und Abschluß eines neuen Vertrages, in dem statt der hälftigen Uebernahme des Defizits ein feststehender Staats zu- s ch u ß festgelegt wird, wurde mit 12 gegen 6 Stimmen angenommen. Ein deutfchvolks- parteilicher Antrag, der für das Stadttheater in Freibura die Bewilligung eines jährlichen Beitrages von 50 000 RM. vorsieht, wurde mit 8 gegen 6 Stimmen bei 6 Enthaltungen angenommen. Ein sozialdemokratischer Antrag für den Ankauf von Werken badischer Künstler zur Ausschmückung staatlicher Arbeitsräume und zugleich zum Zwecke der Unterstützung notleidender Künstler, den in den Voranschlag eingestellten Betrag von 10 000 RM. auf 80 000 RM. zu erhöhen, wurde mit 12 gegen 3 Stimmen bei 4 Enthaltungen angenommen. Oas Gutachten über das Schluchseewerk. Der -Haushaltsausschuß des badischen Landtages hat gestern vormittag das Gutachten des Geheimrats Dr. Bloch, Generaldirektor der Elektrizitätswerke in Berlin über das S ch luchse e w e r k angehört. * Wir verweisen bezügl. des Gutachtens dieses Wärmekraftsachverständtgen aus die Ausführungen des Finanzministers im Bad. Landtag gelegentlich der Badenwerk-Jnterpellation. — Den zahlreichen uns aus der Oeffentlichkeit zugegangenen Wünschen, schon heute näheres über den Ausfall dieses Gutachtens zu erfahren, konnten wir nicht entsprechen, da uns dasselbe bei Re« daktionsschluß noch nicht vorlag. * Weitere drei Millionen für die Erwerbslosenunterstützung in Baden. In der gestrigen Nachmittagssitzung des Haushaltsnusschusses wurde von der Regierung mitgeteilt, daß für die nächsten drei Monate in- folge des Anhaltens der Erwerbslosigkeit ein weiterer Betrag von drei Millionen Mark für die staatliche Erwerbslosenunterstützung angefordert werden müffe. Vom Januar bis Ende April ds. IS. seien vom Lande 3 676 922 Mark für Erwerbslosenunterstützung aufgewandt worden. Die Er- werbslosenziffcr rekrutiert sich aus etwa 27 bis 28 Prozent Metallarbeitern, 16 bis 18 Prozent in der Nahrungs- und Genußmittelbranche Beschäftigten und 23 Prozent ungelernter Arbeitern. Anfang Juni waren etwa 2500 Bauarbeiter und 3500 kaufmännische Angestellte ohne Beschäftigung. Der Ausschuß erteilte einstimmig die Er- mächttgung, den Betrag von drei Millionen Mark vorschüßlich zu verwenden. Die Grunderwerbs- und Zuwachssteuer. Weiter wurde dem Haushaltsausschuß gestern nachmittag die von der Regierung verlangte Mustersteuerordnung für die Grund- ermerbssteuer und die Zuwachssteuer vorgelegt. Es sind folgende Steuersätze vorgesehen: Bei einer Eigentumsdauer bis sechs Monate 50 Prozent des Wertzuwachses. 1 bis 2 Jahre 30 Prozent 2 bis 3 Jahre 25 Prozent 3 bis 4 Jahre 20 Prozent 4 bis 5 Jahre 15 Prozent Bei je einem Jahr mehr ermäßigt sich der Steuersatz um 1 Prozent, jedoch nicht unter 10 Prozent. In der Debatte, die sich hauptsächlich darum drehte, ob diese Sätze zugleich Höchstsätze sein sollen, erklärte sich nur die Bürgerl. Ver- einigunggegendieses Gesetz. Das Gesetz wurde gegen die Sttmmen der Bürger!. Nr. 233 Vereinigung und bei Stimmenthaltung eive^ Vertreters des Zentrums von den übrige" Ä«' Ausschutzmttgtteoern angenommen. nähme fand ein Zentrumsantrag, bei der H»» des Steuersatzes die I n f l a t i o n sv e r l« «. bei Grundstücken zu berücksichtigen, cben ein Antrag, nach dem gegen die Steuerfeüsetzw» das Recht der Beschwerde zusteht, während Zentrumsantrag, bei der Höhe des Steuersae., Jnflationsverluste allgemein zu berück«" tigen abgelehnt wurde. Oie Aenderung des Forstgesetzes. Die Regierungsvorlage an die Regierung zurückverwiesen. In der DienStag-Nachmittags-'Sitzung Rechtspflege-Ausschusses wurde “< Beratung der Novelle zum F o r st g e s e tz bb der ehemaligen Stammgutswald» gen fortgesetzt. - Ein sozialdemokratischer Redner regte an, die Regierung das Gesetz noch einmal na« ^ Richtung prüfen solle, ob nicht die Bestim«"' gen des Gesetzentwurfes auf größere Priv« Waldungen ausgedehnt werden sollen. dem Vertreter der üemokrattschen Fraktton ^ der Bürgerlichen Vereinigung wurde der sE,, demokrattsche Antrag unterstützt. Ei«^^ trumssprecher erklärte sich mit der rrusv-.«- ,, der Beschränkungen auf die Privatwaldum nicht einverstanden, weil dies einen Eingriff in die Rechte der Privatbesitzer bed«^ Dieselbe Auffaffung wurde auch von dem deü^ volksparteilichen Sprecher vertreten. Dann gab der Vertreter der Regierung gcre Erläuterungen über die Schwierigkeit., Ausdehnung der Beschränkungen. Der 'i' 1 '!,, wald stehe im allgemeinen nicht unter nischer Leitung. Es würden vielfach keine richtungswerke bestehen, so daß der Stav'^ Verwaltung in die Hand nehmen müßt«, A große Anforderungen an den Personalbe« der Forstverwaltung verursache. Schließlich wurde der sozialdemokratisch^ ^ trag, wonach die Regierung prüfen möge, ^ Bestimmungen des Gesetzentwurfs nicht Waldbesitzer, die 150 oder mehr Hektar ~g V besitzen, auszudehnen seien, nach längeren j örterungen darüber, daß die Grenze z« gegriffen sei, wenn man mit dem Antrag Haupt etwas erreichen wolle, dahin abgearm^ daß die Prüfung sich auf alle größer ^ Waldbesitzer er st recken solle. man aber von verschiedenen Seiten, insbefo« ^ vom Zentrum und der Deutschen Volksva^ der Befürchtung Ausdruck verliehen darin schon der Wunsch des Ausschusses auk dehnung auf die Privatwaldungen erblickt den könne, wurde «in deutschvolksparte» ^ Antrag eingereicht, wonach dt« Regieru"ä^ Gesetzentwurf noch einmal nach der Rl« ^ prüfen solle, ob sie die Beschränkungen «“Lp größeren Privatwaldungen ausdehnen oder sich diese nicht empfehle, und weiter {( Notwendigkeit des Gesetzes “ Haupt auch auf die bisherigen Starnrng“^,- dungen noch einmal zu prüfe« näher zu begründen. <, In der Abstimmung wurde der s “ demokratische Antrag mit 9 gegen fTp* men bei einer Stimmenthaltung a b g e 16 und der volksparteiliche A«tragm>jk» gegen 1 Sttmme angenommen. Sonnr^s^ der Gesetzentwurf durch die Regierung « D .®, p geprüft und näheres statistisches Maten« schafft werden, vor den Sommerferien können. also voraussichtlich nicht mehr besä Die nächste Plenarsitzung des Landtags na " 1 Der Präsident des Landtags hat die Vollsitzung auf Montag, den 1»- a ^ nachmittags V, 4 Uhr anberaumt. Auf o* < #, gesordnung steht: Festsetzung der Na«l° schaff des verstorbenen Abgeordneten und Beratung des Staat Svoransw» ^ über Staatsministerium, Landtag und ^. pr rium des Innern. Es ist vorgesehen, allgemeinen Aussprache über den Mt* anschlag 1926/27 nur je ein Redner der ei«» Parteien das Wort erhält. Oas Gesamtergebnis der zur (8v. Landessynode. ß Es liegt nunmehr das Wahlergebnis „ositi^ ganze Landeskirche vor: 90w» f.jtjef* Stimmen, 57 698 liberale, 12 084 für A AM 867 »'JSÄBfr** kirchliche Vereinigung Vereinigung und 27 395 für bund evang. Sozialisten'. «elückÄk Nach genauerer Berechnung unter ^ -e ttgung der verbundenen Listen werde« * w neuen Synode die Kirchlich-Positive« di« Kirchlich-Liberalen durch 17, die la«^^ liche Gruppe durch 3 und der Volkskl evang. Sozialisten durch 7 gewählte - .netc vertreten fein. Das Ergebnis im Kirchenbezirk Karlsruhe-Land: Gemeind« Stimm, abgegebene berechtigte Stimmen vos Blankenloch Eggenstei« Friedrichstal Grabe« Hochstetten Knielinge« Leopoldshasen Liedolsheim Linkenheim Philippsburg Rußheim Spöck Staffort Teutfchneureut 1198 Welschneureuth 6 62 Insgesamt: 13 201 Uns best« Hflhneraugenmlttel ifi gf» 5635 201 Erhältlich in Parfümerien: HtauA. lafilngei, Ludwie-Wilhelmstr. 18. *** str. 18. Huber, Schüfaenstr. 16. H*** bützenstr. 16. Karlstr. 29.