(Somriag, 19. Dezember 1926. 123. Jahrgang Nr. 390 Karlsruher Tagblatt 2e,»»«pret«: monatlich M.L50 irrt Lao«. 3n unterer SefchLst«» stelle oder in unteren Agenturen abgehoii 230.2.23. Durch die Post bezogen monatlich Ml. 2.50 auösthi. Zustellgeld. 3m Falle Hökerer «ewal« hat der Dezieber leine Bnfprliche bei verspaieiem oder Nichterscheinen der Zeitung. Abbestellungen werden nur bi« 25. aut den folgenden Mona««ietzien angenommen. ölin^eiverkausevrei«: Werltag« lv pfg., Sonntag« 15 Pf«. Anzetgenpreise: die »gespaltene NonpareiNezeile oder deren Raum 2» pfg.. au«würt« 33 pfg., Rellamezeiie 3311.1.an erster Stelle Ml. 120 . Seieaenbeli«- und Jamilienanzelgen sowie Steilenaeiuche ermänigler Preis. Del Wiederboiung Rabatt nach Tarif, der bei Nichteinhaltung de« Zah- iung«ziele«, bei gerichtlicher Deitreibuna und bei Konlursen außer «rast tritt. D e l l a g e n: Unterhaltung Sport, Technil, Frauen, Wandern. Mustl, Tandwlettchast und Garten. Literatur. Badische Morgenzeitung mit Industrie- und Handelszeitung Gegr. 1803 und der Wochenschrift „Oie Pyramide" Gegr. 1803 Hauptschrlftletter H v. Laer. Derantwottlich für Politik: Fritz Shr» haro; für den Nachrlchteptett: Hans Voß; für den Handel: Helur. Nippel; für Stadt. Baden. Nachbargebletr und Spon: Heiuria» Gerhardt; für Feuilleton und -Pyramide": Karl Zoho; für Musik: Anton Nudolvh; für die Frauenbetiage: Fräulein Vr. L Zimmermann; für Inserate: H. Gchriever; sämtlich in Karlsrude. Druck u.Äerlaq: LF.Müller, Karlsruhe. Nitterstraße 1. Berliner Nedaktion: Vr. N. Zügler. Berlin-Steglitz. Sedanstraße 17. Telephon Amt Steglitz 1119. Für unverlangte Manuskripte übernimmt die Nedattion keine Derantwortunq. Sprechstunde der Redaktton von 11 bis 12 Uhr vorm. Verlag. Gchristleitung u. Geschäftsstelle: Karlsruhe, Nttterstraße 1. Fernsprechanschlüsse: Nr. IS. 19, 20, 21, 297,1921 Postscheckkonto Karlsruhe Nr. 9541. Neubildung derNegienmg erst MitieIamiar Oie Parteiführer beim Reichspräsidenten : Berlin, 18. Dezember. Reichspräsident v. Hindcnburg empfing heute vormittag den Fraktionsführer der Deutschen Volkspartci, Tr. Scholz, zu einer Besprechung, in der die durch die gestrige Abstimmung und den Rücktritt des Kabinetts geschaffene Lage besprochen wurde. Im Anschluß daran hat der Reichspräsident die Führer der großen Parteien des Reichstages, für die Sozialdemokraten Hermann Müller, o. Gnsrard (Zentrum) und den Grafen Westarp sür die Dentschnationalen zu sich gebeten. Diese Besprechungen haben zunächst nur in« sor malerischen Charakter. Eine Beauftragung mit der Regierungsbildung kommt vor den Feiertagen nicht in Frage. Vielmehr wird der Reichspräsident zunächst einmal bis in den Monat Januar hinein warten, dam.t inzwischen die Verstimmungen, die aus der gestrigen Entwicklung entstanden sind, Zeit haben, einer ruhigeren und sachlicheren Beurteilung Platz zu machen. ..... lieber die Besprechungen des Reichspräsidenten mit den Parteiführern wurde am Abend amtlich folgendes Kommunique ausgegeben: „ „Der Reichspräsident empfing im Laufe des heutigen Tages zu Einzelbesprechungen über die Neubildung der Reichsregierung die Führer der größeren Rcichstagssraktiouen. nämlich die Abgeordneten G r a s W e st a r p (D.N.), Müller- Franken (Soz.1. p. Gusrard (Ztr.), Dr. Scholz (D. Vp.) und Dr. K o ch (Dem.) Ferner empfing der Reichspräsident heute den Reichsarbeitsminister Dr. B r a u n s, sowie den preußischen Ministerpräsidenten Braun. Aus her ersten Fühlungnahme mit den Fraktjonsvor- sitzendcn gewann der Reichspräsident die Ueber- zengung. daß die Aufnahme von Verhandlungen zur Neubildung der Rcichsregierung im Hinblick auf die Weihnachtsseiertage und die Vertagung dcS Reichstages bis zum 18. Januar zurzetsnicht möglich ist. Der Reichspräsident hat sich daher entschlossen, die Verhandlungen bis kurz vor Wicderzusammentritt des Reichstages zu vertagen." Oie Bayerische Dolkspartei gegen die große Koalition. München. 17. Dez. Die Bayerische Volksvarteikorresvondenz schreibt zum Sturz der Regieruna Marx, die Deutschnationalen hätten es in der Sand gehabt. das Kabinett Marx zu retten und das Reich vor einer Regierungskrise zu bewahren, zu deren Lösung der gegenwärtiae Reichstag nicht fähig sein werde. Es sei zu befürchten, daß jeder Klärungsversnch ein Durcheinander heraufbeschwören werde, wie es aroner noch nie im Reichstage herrschte. So lebe das Weihnachtsgeschenk aus, das die beiden aronten Parteien des Reichstages dem deutschen Volke boten. Die Große Koalition lei durch die unglaubliche Rede Scheiüemanns für öte* s e n Reichstag e n d a ü l t i a u it m ö g l l ch geworden. Nicht nur für die Bäuerliche und für die Deutsche Volksvartci. sondern auch sür das Zentrum müsse nach dem Verhalten der Sozialdemokratie der Gedanke der Großen Koalition erledigt sein. Oie französische Beurteilung der deutschen Krise. lEigcner Dienst des „Karlsruher Tagblatts.") 8. Paris, 18. Dezember. In französischen politischen Kreisen ist man der Auffassung, daß Dr. Strcsemann von der augenblicklichen Regierungskrise in Deutschland nicht berührt werden wird, Er dürfte auf jeden Fall das Portesemlle des Mim- steriums deö Auswärtigen behalten. Dagegen glaubt man nicht, daß Dr. Marx aussemcn Posten als Reichskanzler zurückkehrt. Als Kandidat für den Reichskanzlerpostcn nennt die heutige Abenbprcssc, die sich im übrigen, was Prophezeiungen anbclangt, große Reserve.amerlegt, den früheren Reichskanzler Dr. -Wirth, den „guten Wirt h", wie er hier genannt wird, der aber infolge seiner letzten Rede im Reichstag viel Sympathien bei der Rechtspresse verloren hat. Hat man nicht, so schreibt die Zeitung, jetzt zur Genüge erfahren, daß auch Dr. Wirth an den militärischen Intrigen in Hohem Maße beteiligt ist? , • Die Versuche, die jetzige Krise in französischem nationalem Sinne auszubcuten, dauern fort. Heute schreibt z. B. „Journal des ^ebcits": In der jetzigen Stunde bleibt die Besetzung der Rheinlanüc mehr denn je ein wertvolles Pfand, das wir nicht leichten Herzens ausgeben dürften, denn am Tage der Aufgabe der Rheinlandbesetzung ohne genügende andere Garantien wird schließlich die deutsche Politik ihre Karten hinsichtlich Polen und einer Revision des Dawesplanes aufdecken. Die deutsche Krise darf unsere Wachsamkeit nicht vcrminoern, im Gegenteil. Auch der gestrige Beschluß der „Union repn- blicaine". der bekanntlich der Minister Marin angchört, und der die sofortiae Einberufung der Kommission für auswärtige Angelegenheit forderte, um von der Regierung Rechenschaft über Genf zu verlangen, kann nach derselben Richtung hin gedeutet werden. Nämlich wachsende Unzufriedenheit mit der Politik, Brian ds und Steigen des Einflusses Poincarss ans die Außenpolitik. Ter Ministerpräsident dürste auch ietzt, nachdem heute »acht das Budget sicherlich endgültig angenommen ist und die Kammer in die Ferien geht, von den größten Sorgen der Finanzpolitik ücsreit. mehr Zeit übrig haben, um sich seinem irievlingsgebiet widmen zu können, nün.llch der Außenpolitik. Mißhandlungen Deutscher in Ostoberschlesien. WTB. Benthen. 18. Dez. Nach einer Meldung aus Kattowitz kam cS dieser Tage in Siemianowitz, auf dem Platz vor dem Bahnhof, zu Ausschreitunaen einer Bande von etwa 28 Manu, die teilweise Jnsurgenten- uniform trugen, gegen mehrere ans Benthen kommende Reisende, u. a. den Hütteninspektor t chwtigel und seine Familienanaehörigen. ls Schweigcl die Sperre durchschnitten harte, wurde seinem 16jährigen Sohn, der eine deutsche Schülermütze trug, der Stock, aus den er sich wegen einer Fußverletzung beim Geben stützte, fortgerissen und der Sohn vcrvrügelt. Als ihm Schweigel zu Hilfe kommen wollte, fielen die Angreifer auch über ihn her und mißhandelten ihn. ebenso seine beiden Töchter, die ihren Vater vor Schlägen schützen wollten. Hütteiilnivektvr Echwcigcl wurde ins Krankenhaus gebracht, wo der Arzt Rippenbrüche und Verletzungen der Lunge feststellte. * In Verfolg der polnischen Aktion gegen die obcrschlcsiscken Völkerbundsinstanzen ist 'etzt das polnische Mitglied der Gemischten Kommission für Oberschlesien, der polnische -eiii'inarschall Wolny abberure» morden. A lö fein Nachfolger ist -in Beamter des Warschauer Außenministeriums in Aussicht aenommen morden. Als Grund sür die Abberufung Wolnys wird allgemein sein Eiurreleu gegen die unberechtigte Ausweisung des deutschen Generaldirektors Schultz genannt. Oer Ltmsturz in Litauen. Kowno, 18. Dezember. Das Kabinett Sheshevitsch—Grinius ist zu- r ü ck g e t r e t e n. An seine Stelle tritt das neue durch den Militärdiktator Swetoun gebildete, mit Woldemaras Tautininski als Ministerpräsident und Außenministe r. In Litauen und im Mcmclgebiet ist alles ruhig. Die Grenzübergäuge nach Deutschland sind geschlossen. Der Verkehr wird nur an den Zollübergängen gestattet. Der Uebertritt ist nur Personen mit Auslandspässen erlaubt. Auch der gesamte Kleine Grenzverkehr ist aufgehoben. Ein Teil der Truppen, die zur alten Regierung stehen, sollen den Grünen Berg und die Kowno umgebenden Befestigungen b e s e tz t h a l t e n. Die ans mehreren Regimentern bestehenden regierungstreuen Truppen sollen den Ansständischen ein Ultimatum übersandt haben, i» welchem sie die Uebergabe der Stadt bis 6 Uhr abends gefordert hätten. * Warschau, 18. Dezember. Berichte über die litauische Militärrevolntion, die über Wilna hier eingetroffcn sind, melden aus Litauen, daß dort eine scharfe antibolschewistische und a n t i v o l n i s ch e Stimmung herrsche, so daß man Gewalttaten befürchten müsse. Nach weiteren Wilnaer Nachrichten sollen in Kowno bereits Pogrome gegen Polen und Juden eingesetzt haben. Ebenso werde in Kowno sür den Gedanken des Marsches auf Wilna Propaganda gemacht, um die Bevölkerung von den innnerpolitischen Kämpfen abzulenken. Die Revolution scheint noch nicht zu Ende zu sein. Es wird immer noch von andauernden Kämpfen zwischen den Anhängern Smetonas ni.d Truppenteilen berichtet. Eine französische Llnterfuchungs- kommifsion für ElsaßLochringen? jEigener Dienst des Karlsruher Tagblattes.) 8. Paris, 18. Dez. Der Abgeordnete Seltz, der Herausgeber des „Elsässer", Mitglied der Demokratischen Partei (katholische Gruppe) in der französischen Kammer, hat heute einen Antrag eingebracht, der eine Untersnchungskommission fordert, der Senatoren, Deputierte und Regicrnngsmitglie- dcr angchörcn sollen, und die sich mit der Lage im Elsaß befassen soll. In der Begründung heißt cs, daß die Lage im Elsaß außerordentlich ernst ist. Man dürfe sich keinerlei Täuschung über den Ernst der Lage hingeben. Die Verstimmung rühre schon vom Waffenstillstandstage an her. Jetzt handle es sich bereits um eine grunndsätzliche Opposition, nicht allein gegen die Verwaltung, sondern auch gegen das Regime und Frankreich selbst. Sofortig« Maßnahmen müßten ergriffen werden. Man dürfe nicht mehr länger warten, sonst seien sehr unliebsame Ucber - raschungen zu erwarten. Ein Besahungszwischenfall in Königstein. TU. Frankfurt, 18. Dezember. AuS dem von englischen Truppen besetzten K ö »i g st e i u i. Taunus meldet die „Frankfurter Zeitung": Der Schulansflug einer auswärtigen Gymnasialklasse führte hier dieser Tage zu einem Zusammenstoß mit z w ei e n g l i s ch e n O f s i z i e - r c n, die den „übrigens schon erwachsene» Schülern" auf dem Bürgersteig entgegenkamen. Ter Lehrer ermahnte die Schüler noch ausdrücklich zur Vorsicht. In dem Bestreben, auszuweichen, streifte einer der Schüler einen englischen Offizier am Aermcl. Darauf kehtre sich der Offizier um, trat dem Schüler mit voller Wucht in den Rücken, riß ihm die Mütze vom Kopf und schlug ihn, obwohl sich dieser lebhaft zu entschuldigen versuchte, zweimal mit der F a u st ins Gesicht. Oie Reform der Rheinland- ordonnanzen. Die Verhandlungen zwischen Rheinlandkommission und dem Reichskommissär für die besetzten Gebiete. Koblenz, 18. Dez. Nach den bei der Rheinlandkommission nunmehr vorliegenden Jnstruktioncil werden die seit längerem angekündlgten Verhandlungen zwischen der Rheinlandkommission und dem Reichskommissar für die besetzten Gebiete, Freiherr L a n g w e r t h von S i m m e r n, tu den ersten Tagen des Januar stattfinden. Man sieht hier diesen Verhandlungen mit Jntercffe entgegen, da man aus ihrem Verlauf wird erkennen können, wie weit die Rhcinlandkommij- sion den berechtigten deutschen Forderungen auf Abänderung des, Besatzungsrcgt- m e s stattzugebeu und den von ihr ausgearbcite- ten Entwurf abzuündern bereit ist. der in keiner Weise dem von der Botschaftcrkonferenz in ihrer Note vom November 1825 anfgestellten Rcform- programm für das besetzte Gebiet zu entsprechen scheint. Die bisher aus diesem Entwurf der Rheinlandkommission bekannt gewordenen Einzelheiten zeigen nur eine rein äußerliche Umarbeitung der Rheinlandordoniianzen und las' seit sedes Eingehen auf den Geist von Thoiry vermissen. Sie zeigen zu deutlich, daß die Rheinlandkommission sich bisher nicht veranlaßt gesehen hat, die vom besetzten Gebiet seit Locarno erwarteten Rückwirkungen wenigstens in der neuen Fassung der Rheinlandordonnanzen einzusetzen. Man erivartet nunmehr im besetzten Gebiet, daß die in dem gemeinsamen Protokoll der Ratsmächte niedergelegten Ergebnisse der letzten Genfer Tagung sich in den der Rheinlandkommission erteilten Instruktionen für die Januarverhandlungen answirkcn und zu günstigen Resultaten für die Bevölkerung des besetzten Gebietes führen werden. Die heutige Nummer unseres Bißfies umsahl 28 Seilen. Was soll geschehen? Bierundzwanzig Stunden nach dem Sturz der Regieruna Marx hat sich über die Erörterung der Schuldfrage hinweg schon die andere große Frage erhoben: Wassolljctztgeschehen? Die rückschauende Kritik ist heute sofort in die Schranken gewiesen durch die Nachricht, daß der R c i ch S p r ä s i d e n t die Parteisührer empfangen hat. Durch dieses schnelle Handeln hat der Reichspräsident sofort den Blick der öffentlichen Meiiiuiig nach vorne gerichtet und demonstrativ die positive Arbeit vor die negative Kritik gesetzt. Taktisch und materiell hat sich bei den in- formatvrischcn Besprechungen bet dem Reichspräsidenten nur ergeben, daß vor Mitte Ia - ituar eine Lösung der Krise nicht möglich ist. Zunächst müssen wir damit rechnen, daß beim Wiederzusammcntritt des Reichstages schwierige und wahrscheinlich langwierige Verhandlungen sich ergeben. Denn scheinbar stehen wir innerpolitisch vor einem Trümmerhaufen. Das Parlament ist in mindestens drei große Blocks gespalten. Links stehen die Sozialdemokraten, die in der nahrhaften Opposition sich wohl zu fühlen gedenken: die Mitte ist in sich gespalten, da die Deutsche Bolkspartei und die Bayerische Volks- Partei es dem Zentrum mit Recht übel nehmen, daß es diese Partei war, die das Nichtzustande- kommcn der Nechtsrcgicrung verschuldete. Tie Deutschnativnalcn bleiben rechts und warten ab. So stehen die drei Gruppen nebeneinander und harren der Dinge, die da kommen sollen. Wo ii. wie sollen Brücken geschlagen werden? Jeder Versuch zur Lösung dieses jetzt nicht mehr für ein Kabinett von 11 oder l2 Ministern, sondern für das ganze deutsche Volk kritischen Zustandes muß von der Frage ausgehen: W i c i st d i e Krise ent st a » d e n ? Die hervorstechendsten innerpolitischen Erscheinungen der letzten Wochen, die Jnsterburger Rede von Dr. Scholz, und die Zustimmung der Dentschnationalen zum Mißtrauensvotum sind nur Begleiterscheinungen des ganzen Kampfes, der durch den Ansturm der Sozialdemokraten gegen die Mitte, gegen die Regierung, letzten Endes gegen die herrschende Staatsordnung seit einigen Wochen geführt wird. Das Jngend- schutzgesetz zeigte den Sozialdcinokraten, daß die Regierung nicht willenlos sich den Diktatnr- lüsten der Sozialdemokratie unterwerfen wollte. Da beschloß sic Seit Generalangriff. Er ist großzügig organisiert. Um ihn erfolgreich zu führen, wurde die Republikanische Union mit den großen Trommlern Wirth und Löbc an der Spitze gegründet. Diese republikanische Union soll der Kern de? Kampftruppe sein, die die sozialistische Republik erkämpfen soll. Sie soll den linken Flügel der Mitte absprengcn, um ihn der breiten linken Front zuzuführcn und eine Konsolidierung der Freunde und Anhänger der sozialistischen Republik zu erzivingen. An die Spitze der Stürmer stellte sich zunächst Lübe. Er griff die Reichswehr an. Mit Vorbedacht wurde dieses Angriffsziel gewählt: Man wollte aufs Ganze gehen.' Innenpolitisch ist die Reichswehr das wichtigste und mächtigste Instrument des Staates. Steht die Reichswehr über den Parteien, fo steht der Staat, die Ber- fassung und die Negierung innenpolitisch felsenfest, gehört die Reichswehr einer Partei oder einer politischen Richtung, so ist diese politische Richtung und ihre Partei Herrscherin des Staates. Das haben Lübe und seine Freude richtig erkannt. Für sie galt es erst die Reichswehr in die Hand zu bekommen. Das war ihnen wichtiger noch als die Beteiligung an der Reichs- regicrung. Sic trommelten zum Angriff auf die Reichswehr. Die Hetze begann. Sie wurde gekrönt durch öic^ landesvcrräterische Rede Scher de man ns im Reichstage. Es schien, als ob diese Rede zwischen dem linken Flügel der Regierungskoalition, zwischen dem Kreise um Wirth und der Sozialdemokratie, eine Kluft aufgcrisscn hätte. Aber cs schien nur so. Denn es ist sehr beachtenswert, daß cs gerade Wirth und Haas waren, die als Redner in der Scheidemanndcbatte anftratcn und die bei aller Kritik an der Auskramcrei Scheidemanns doch ansklang in dem unausgesprochenen Geständnis, daß das Endziel von Wirth, Haas und Schcidemann (dem Vertreter LöbeSj in bezug auf die Reichswehr das gleiche sei: Umwandlung der Reichswehr zu einer Schutztruppe nicht der Republik, des Staates und seiner Verfassung, sondern der Republikanischen Union, der Linksrepublik, des Marxismus. U m die R e i ch s w-c h r geht der innen- p o l i t i, ch e Kampf im allgemeinen und bei der jetzigen Regierungskrise im besonderen. Tenn auf die Reichswehr richtet sich der erste Generalangriff bei 6«fte 2 Nr. 390 Karlsruher Tagblatt, Sonntag, den 19. Dezember 1926 Linken. Diese Erkenntnis muß nun alle Sie Kreise und Parteien zusammenschweißen, die die Reichswehr als das erhalten wollen, was sie innenpolitisch ist. Schon aus diesem Grunde ist es im Interesse des Vaterlandes nötig, daß jetzt eine Regierung ohne die Sozialdemokratie gemacht wird. Also, da eine Regierung der Mitte zahlenmäßig zu schwach ist, eine Regierung mit den Deutschnationalen. Bayerisch: Volkspartei und Deutsche Volkspartei sind dazu bereit, Wirtschaftspartei und Völkische werden sie unterstützen. Die Haltung des Zentrums ist noch ungewiß. Diese Partei hat den Schlüssel zur Lage in der Hand. Wir glauben, über die innere Einstellung der leitenden Zemrumskreise richtig unterrichtet zu sein, wenn wir leststellen: Die Mehrheit des Zentrums ist, wenn man von dem Kreise um Wirth un dJoos absieht, der Auffassung, daß eine Rechtsrcgierung schon aus kulturpolitischen Gründen kommen muß. Als Hindernis auf diesem unvermeidlichen Weg sieht man aber neuerdings das Arbeitszeitgesetz und das Arbeitslosen-Versiche- rungsgefetz, besonders das elftere. Mit Rücksicht auf die christlichen Gewerkschaften möchte man dieses Gesetz noch gerne mit den sozialistischen Gewerkschaften zusammen machen, schon um ein Neberlaufen christlicher Gewerkschaftler zu den Roten zu verhindern. Es wird behauptet, Stegerwald sei in dieser Beziehung sogar schon Bindungen mit den Sozialdemokraten eingegangen. Diese Hinweise könnten übrigens das Zaudern des Zentrums erklären, als Graf W e st a r p die Partei fragte, ob sie mit ihm verhandeln wolle oder nicht. Wie derartige Hindernisse überwunden werden können, muß sich aus der weiteren Entwicklung ergeben. An dem einen aber muh festgehalten werden: diejenigen Kräfte, die unter dem Zeichen der Republikanischen Union und des Reichsbanners nach links streben, wollen die Reichswehr zu einer Parteigruppe machen. Dieses Verhängnis muß vermieden werden im Sinne der Erklärung, die der Reichskanzler gegen die Scheidemannreöe abgegeben hat. Deshalb muß die Regierung der Parteien vom Zentrum bis zu den Deutschnationalen gebildet werden. Ter Einwand der Linken, eine solche Regierung sei außenpolitisch nicht tragbar, ist lächerlich, denn wir glauben zu wissen, daß der Reichsautzenminister Dr. Stresemann sich nicht nur aus inncrpolitischen Gründen für die Einbeziehung der Dentschnationaleu in die Regierung eingesetzt hat, sondern daß er auch ausdrücklich erklärt hat, außenpolitisch lügen keineswegs Bedenken gegen eine R c ch t s r e g ie r u n g vor. Dr. R. I. Die Nachmittagssitzung begann mit der Beweisaufnahme über die Vorgänge, die sich nach dem Zwischenfall in der Gastwirtschaft zum Engel bis zu der Zeit der ersten Bluttat Rouziers abgespielt haben. Zum ersten Mal in den anderthalb Tagen des Prozesses kam die Person Rouziers selb st in Betracht, da sich ietzt erst nach Erörterung der Nebenfälle die Verhandlung dem eigentlichen Kall Rouzier nähert. Die erste Zeugin, die Kellnerin Fickeisen gab an. daß nach dem Zwischenfall in der Wirtschaft ihr Bräutigam P r u ö'h o m m e, der Leutnant Fi 1 oux und Rouzier an der bereits verschlossenen Tür klopften und Einlaß begehrten. der ihnen gewährt wurde. Die französischen Offiziere, die in Zivil waren, erkundigten sich bei der Zeugin nach dem Zwischenfall. Leutnant Filoux verlangte das Seitengewehr des Gorin, das ihm gegeben wurde. Es war allerdings nicht das des Gorin, das erst am nächsten Tage gefunden wurde, sondern das seines Begleiters. Tie Offiziere gingen fort, kamen aber bald wieder und blieben im Lokal. Rouzier spielte Klavier. Als Feierabend geboten wurde, gingen sie fort. Nach etwa 10 Minuten kamen zwei unbekannte Offiziere und wollten Bier haben. Einige Zeit darnach erschienen wieder Prudchomme und Filoux und fragten, wo Rouzier sei. Die Zeugin wußte es jedoch nicht. Der nächste Zeuge, der 17 Kahre alte Malerlehrling Willy Klein, schildert den Vorfall vor dem Postgcbäude, wo Rouzier die erste Brutalität an diesem Abend gewissermaßen als Auftakt seiner Bluttaten durch die Mißhandlung des Zeugen beging. Der Zeuge war unter der Anschuldigung, an den Streitigkeiten in der Wirtschaft zum Engel beteiligt gewesen zu sein, verhaftet worden, als er gerade das gegenüber der Post befindliche Kaffee Schlindwein betreten wollte Plötzlich stürzten aus der Post, so erzählt der Zeuge, französische Offiziere und Soldaten, packten mich, schlugen und stießen mich von hinten und schleppten mich in die Post. Daraus, daß er einem französischen Soldaten gegenüberqestellt wurde, schloß der Zeuge, daß er der Mißhandlung eines Franzosen beschuldigt wurde. Rouzier hat mich zweimal mit der Reitpeitsche geschlagen, als ich aus der Post hinausgeworfen wurde, so sagte Willy Klein. Der Zeuge hatte von der Mißhandlung am näck'sten Tage sehr starke Schmerzen und ging nur zur Arbeit, weil er den Svott seiner Kameraden fürchtete, obwohl seine Mutter meinte, er solle zu Hause bleiben. Der Offizier Brune bestätigt die Aussagen/ daß er weitere Mißhandlungen durch Rouzier verhindert habe. Auch sagte er aus, daß er Rouzier und Prudhomme zur Zollerkaserne geleitet habe, um den unschuldig verhafteten Klein wieder frcizukassen. Rouzier gab es zu» mit dem Bemerken, daß er /ich nach dem Befinden des geschlagenen französischen Soldaten Gorin erkundigen wollte. Eine Frau Wünsch und ein Fräulein Frida Müller waren Augenzeuge der Mißhandlung - des Willi Klein durch Rouzier. Sie aaben über» einstimmend an, daß die Anwesenden über diese Mißhandlung auf das Schweiße empört und erregt gewesen seien. Nachdem noch di« Mutter des Klein die Angaben ihres Sohnes Willi bestätigt hatte, kam unter großer Spannung im Saal die Vernehmung des Leutnants Rouzier über seine erste Bluttat am Lndwigstor, wo der wegen beleidigender Haltung angeklagte Holz mann von Rouzier geschlagen und än- gcschossen wurde. Rouzier erklärte an einem großen im Saal aufgehängtcn Plan von Clermershcim len Weg, den er gegangen ist. Er gab dann folgende Schilderung, der die Nnglaubwürdigkeit und Nn- wahrschcinlichkeit auf der Stirne geschrieben steht: Als er am Luöwigstor anaekommen sei, durch , das er gehen wollte, seien ihm vier junge Leut« I Em pmH Im Rouzitt-Aozeß. Oer zweite Verhandlungstag. (Bon unserem Sonderberichterstatter.) lz. Landau. 18. Dez. Auch am zweiten Verhandluugstag wurde das Manöver der französischen Mtlitärjustiz fortgesetzt durch die sogen. Nebenfälle. — der Sondernheimer Kirchweihstreit und der Wirtshausstreit in der Gastwirtschaft zum Engel. — die Aufmerksamkeit von dem eigentlichen Rouzierprozeß, mit dem diese Nebcnfälle gar keinen inneren Zusammenhang haben, a b z u l e n k e n. Ter zweite Zweck die? ser französischen Taktik ist der, die Existenz der sog. „Bande Mathes" nachzuweisen, was aber schon in der gestrigen Verhandlung mißlungen ist, zum mindestens aber eine Provokation des Hanptangeklagten Rouzier zu konstruieren, und damit die i« dem französischen Strafgesetz für den Totschlag vorgesehenen mildernden Umstände für Rouzier zu schaffen. Ter zweite Nebenfall, der Streit in der Wirtschaft zum Engel in Germcrsheim, mit dessen Erörterung die Vormittagssitzung des zweiten Verhandlungstages ausgefüllt war, bildete insofern den Auftakt der Bluttaten Rouziers, als Rouzier in ihm am 20. September zum ersten Male in die Erscheinung trat und seine Gewalttätigkeiten mit der Mißhandlung, des unter falschem Verdacht der Beteiligung an dem Streit im Engel verhafteten Malerlehrlings Willy Klein einleitete. Wegen der Beteiligung an dem Streit «m Engel, der zu der Kategorie der unpolitischen Zwischenfälle gehört, ist der Arbeiter Heinrich Fechter aus Germersheim angeklagt, her seit Ende September in Untersuchungshaft ist. Er bestritt ganz entschieden irgend wie an dem Wirtshausftreit, auch nicht auf der Straße, wo der hinausgeworfcne Soldat Gorin weiterhin Deutsche belästigte, beteiligt gewesen zu sein, da er erst später in die Wirtschaft kam, wo sich zwischen 0 und 10 Uhr folgender Vorgang abgespielt hatte: Der sinnlos betrunkene Soldat Gorin vom 171. Infanterie-Regiment hatte die Kellnerin Fickeifen. die Braut des französischen Unterleutnants Prnd'homme belästigt, und sie und andere Gäste mit dem Seitengewehr bedroht. Tie Kameraden des Gorin versuchten, Gorin zu beruhigen. Als dieser das Servierfräulein schlug, griff der Mitangeklagte, aber nicht anwesende Arbeiter K ö g l e r ein. stieß den Franzosen zurück» wobei beide zu Boden fielen und der Franzose auf Kögler fiel. Dieser suchte den Mitangeklagten aber ebenfalls nicht anwesenden Arbeiter A r b o g a st znrückznzieheu. Gorin wurde von der Kellnerin entwaffnet und von dem Vertreter des Wirtes zum Engel vor die Tür gesetzt, kam aber wieder und zerschlug mit seinem Säbclkoppel eine Lampe und geriet vor der Wittschaft in Streit mit einigen Deutschen unter denen sich der Mitangeklagte Heinrich Fechter befunden hat. Ein als Zeuge vernommener Soldat will gesehen haben, wie der vollständig betrunkene Gorin auf der Straße von zwei Deutschen geschlagen worden sei und will in einem der Deutschen, die zu Hilfe kommen wollten, den Mitangeklagten Heinrich Fechter erkannt haben. Dagegen erklärte Gorin, den Fechter nie gesehen zu haben. Die Schilderung, die die Kellnerin der Wirtschaft znm Engel. Fickcisen, von den Vorgängen in der Wirtschaft gab, bestätigt den Eindruck, daß dem Franzosen die alleinige Schuld an dem Zwischenfall znzumesien ist, und daß der Wirt der Wirtschaft zum Engel die Wirtschaft schloß, damit der Franzose, der wieder eingedruugcn war, nicht znm dritten Mal wiederkäme und noch weiter Streit mache. Wie falsch die französische These von der angeblich feindseligen und gewalttätigen Absicht der Germcrshcimer Bevölkerung gegenüber der französischen Besatzung, und wie unhaltbar die sranzösifche Fiktion einer sogenannten „Bande M a t t h e s" ist, das bewies die Aussage der Zeugin F i ck e i se n , die erklärte, der Begleiter des Gort», der französische Soldat Oger habe, nachdem Gorin an die Lust gesetzt war, sich bei den Deutsche'.: Gästen angcbicdcrt mit ihnen angestoßen und esagt, die Deutschen hätten es gnt gemacht, Gorin hätte noch mehr verdient. Auch die Anaaben des Wirtes der Wirtschaft zum Engel, des Ludwig Braun, gaben ein bezeichnendes Bild von der Disziplin der Franzosen in Germershcim, vollständig betrunkene Soldaten, die mit dem Bajonett sogar Frauen bedrohen und sich als Angehörige einer Be- satzungsarmec völlig unwürdig benahmen. entgegengekommen. Er sei nicht durch das Tor gegangen, sondern habe sich in den Schatten des Tores gestellt. Einer der Leute, Holzmann, sei auf ihn zugegangen und habe ihn in schlechtem Französisch angeredet. Er. Rouzier. habe ihn nicht verstanden und zu ihm gesagt, er solle Weggehen. Holzmann habe die Hand zurückgezogen und ihn mit der Faust geschlagen. Er sei, um dem Schlag zu entgehen, zurückgewichen und der Schlag habe ihm nur die Brille heruntrr- gerissen. Holzmann habe daraufhin eine drohende Haltung angenommen (!), so daß er geglaubt habe, Holzmann wolle gegen ihn Vorgehen, er habe deshalb mit der Reitpeitsche zu- geschlagen. Da die Kameraden des Holzmann herbeigekom» men seien, von denen einer ein« drohende Haltung angenommen habe, habe er in dieser Lage, weil er nicht mehr klar sehen konnte, zweimal in die Lust geschossen. Da Holzmann nicht geschrien habe, habe er nicht angenommen, daß er Hvlzmann getroffen habe. Holzmann sei zu seinen Kameraden gegangen. In der Nähe hätten noch zwei andere Leute gestanden. Mit diesen sei Holzmann sort- gegangn, während die anderen über «ine kleine Treppe verschwanden. Er sei noch kurze Zeit an der Stelle geblieben, um seine Brille und seine Reitpeitsche zu suchen, hätte jedoch nur noch die Reitpeitsche gefunden. Holzmann gab eine wahrheitsgetreue Schilderung des Vorfalles, so wie er sie in der deutschen und französischen Untersuchung darstellt. Als er mit seinen drei Kameraden Schardt, Beißmann und Fritz Klein am Ludwigstor vorbeikam, habe er im Schatten einen Zivilisten stehen sehen. Er glaubte, es sei sein Freund Sanömeyer, Er ging auf ihn zu. Als er ungefähr zwei Meter von der Gestalt entfernt war, sprang diese, ehe er er, kennen konnte, wer es war, auf ihn zu, und versetzte ihm mit der Reitpeitsche einen solchen Hieb über den Kovf, daß ex nach vorwärts fiel. Bon diesem Augenblick an weiß Holzmann nichts mehr. Der Vorsitzende versucht immer wieder, Holzmann zu der Aussage zu veranlassen, daß er auf Rouzier zugegangen sei, trotzdem er sich Goldne Taten sind mehr wert als goldne Worte. — Eine Kopfwaschung wöchentlich mit „Pixavon“ fördert die Gesundheit und Schönheit des Haares mehr als hundert Schriften, Vorträge und Ratschläge über Haarpflege und Haartracht. Durch die Pixavon-Pflege wird das Haar seiden- weich und geschmeidig, Voraussetzungen für die geschmackvolle Bubifrisur. 5=a. PIXAVON Keine der gewöhnlichen flüssigen Haarwa*chseifenhat auch nur annähernd die Wirkungen von Pixavon. Bestehen Sie fest auf „Pixavon** (nur in Beschloss senen Originalflaschen), sowohl für die häusliche Haar • wäsche, wie auch für die im Frisiersalon- Fordern Sio tottonlo* von um Abbildungen nottor Bubenkopf’ tehnitto für Wintor 1926. LJNGNER- WERKE Dretden Ernstes und Heiteres aus meiner Künstlerlaufbahn. Bon Sofie Spoel-Fritsch (den Haag). VI. * Mottl dirigierte in diesem Sommer zum erstenmal den „Tristan" in Bayreuth. Ueber diese einzig dastehende, fast unbegreifliche Leistung ist schon so viel gesagt und geschrieben worden, daß jedes weitere Wort überflüssig ist: er versetzte das Publikum in eine Ekstase, die man mit erlebt haben mutz, erzählen läßt sich das nicht. — Ich sagte früher mal in Karlsruhe scherzweise zu ihm: „Sie berühmter Mann", worauf er mir antwortete: „nein, berühmt bin ich noch nicht". Nach der ersten „Tristan"-Aufführung in Bayreuth fragte ich ihn beim Abendeffen: „Nun, wie denken Sie jetzt über Ihre Berühmtheit?" worauf er leise und glücklich lächelnd sagte: „Ja, jetzt bin ich berühmt." Auch auf den Vorstellungen des „Parsifal", die von Generalmusikdirektor Hcrm. Levi-München mit größter Hingebung geleitet wurden, lag eine unbeschreibliche Weihe. Erhoben und beglückt verließen die aus aller Welt zusammeugeströmten Zuhörer stets das hehre Haus auf dem Festspiclhügel. An dieser Stelle möchte ich eine kurze, wohlgemeinte Mahnung an unsere Jugend richten: „Laßt Euch nicht den Geschmack, den Sinn für edle Kunst durch den leider immer mehr um sich greifenden „Jazz" verderben! Man hat uns Länder und Macht entrissen, wollen wir doch die unantastbaren Güter, die uns geblieben sind, um so treuer hegen und wahren — unsere deutsche Kunst! Welche Nation kann sich rühmen, einen Titanen wie Richard. Wagner zu besitzen?! Und das köstlichste: er blieb keine einmalige Erscheinung, die eine öde Leere nach sich zieht. Noch lebt ein ganz Großer unter uns: Richard Strauß, dessen Lieder allein schon ihm die Unsterblichkeit sichern. Wir können im realen, praktischen Sinn von Amerika wohl noch manches lernen, aber in der Kunst, in der Musik wollen wir deutsch bleiben. Ehrt Eure deutschen Meister, dann bannt Ihr gute Geister. Schön war cS von Hermann Levi, daß er Mottl neidlos die Palme zuerkannte. Ich fragte ihn einmal: „Worin liegt denn eigentlich die Größe Mottls?" „Ta, wo wir physisch und psychisch am Ende unserer Kraft sind," sagte Levi, „fängt Mottl erst recht an!" Und dieser geniale Mann war u n s e r Kapellmeister in Karlsruhe. Ein stolzes Glücksgefühl überkam mich da. Die Tage, an denen nicht gespielt wurde, benutzten wir meist zu Ausflügen per Wagen in die reizende Umgebung und waren dann lustig wie ausgelassene Kinder. Nach solch einem Ausflug blieben wir oft abends alle noch lange beisammen: zuweilen machten wir Gesellfchasts- spiele, manchmal wurde auch ein Tänzchen gedreht. An einem solchen Abend stand plötzlich Stägemann aus Leipzig unter uns. Wir begrüßten uns sehr freundlich: er blieb den ganzen Abend und machte mir im Verein mit Mottl tüchtig den Hof. „Nun haben Sie das Fritschle ein ganzes Jahr in Karlsruhe gehabt, jetzt könnten Sie sie mir eigentlich für Leipzig abtreten," sagte Stägemann im Scherz. Doch Mottl erwiderte, ohne dabei eine Miene zu verziehen, in ernsthaftem Ton: „Das geht nicht, das „Fritscherl" ist bei uns in Karlsruhe lebenslänglich gebunden." Heute noch muß ich lachen, wenn ich an das verblüffte Gesicht Stägemanns denke! Meine Kolleginnen, die Solvblnmen, beklagten sich mal bei mir, daß ich mich ihnen nie anschlössc, sondern immer nur in der „ersten Garnitur" verkehrte: ich machte daher am nächsten freien Nachmittag einen hübschen Ausflug mit ihnen nach der reizenden „Fantasie". Nicke Herren vom Orchester waren auch mitgekom- men, es war sehr nett. Plötzlich stand, wie ans dem Boden gewachsen, Heinrich Sch., ein- Intimus von Mottl, vor mir und sagte leise: „Draußen auf der Straße steht eine Dame, die Tie sprechen will." Dabei bot er mir den Arm und führte mich weg. Ich rief noch zurück: „Ich komme gleich wieder Kinder." Auf der Straße jedoch stand keine Dame, sonder: ein kleiner Wagen, in welchem Mottl saß. Ehe ich michs versah, hatte mich der große, riesenhafte Sch. in den Wagen gehoben und war dann selbst aufgesprungen, und nun gings im Galopp nach der Eremitage, wo die „erste Garnitur" versammelt war und uns mit „hurrah" empfing! Nur zu bald war dieser schöne Sommer zu Ende. Und nun gings wieder nach Karlsruhe zurück, wo viel Arbeit meiner wartete. Im November erhielt ich eine Einladung aus Am. steröam, in einem Konzert des Richard-Wagnervereins zu singen: ich erhielt 600 Mark (später erhöhte sich diese Summe bedeutend) für den Abend, der prächtig verlief, so daß ich von da an ein häufiger und gern gesehener Gast im holländischen Konzertsaal wurde. Auch in unserer näheren Umgebung sang ich häufig: in Konstanz, Heidelberg, Mainz, Colmar (Jahreszeiten), Mannheim (Schöpfung). Nach diesem letzteren Konzert erhielt ich, wieder in Karlsruhe angelangt, eine große Kiste aus Mannheim, die bis oben mit frischen Blumen angefüllt war. Ich habe den anonymen Spen- der niemals erfahren. Natürlich kehrte ich auch alljährlich 1—2mal in Stuttgart an, was immer ein kleines Fest war! Meine Tätigkeit wuchs von Jahr zu Jahr zu. Insbesondere hatte sich nach und nach ein großer Kreis von Schülerinnen um mich gebildet: dabei sang ich 1886, 1888, 1889 in Bayreuth, hatte also während 4 Jahren nur einen Sommer Ruhe. Es wurde fast zu viel, darum mußte ich von nun an auf das geliebte Bayreuth verzichten! Es war gut, daß ich dies tat, denn nun erst konnte ich durch fortgesetzte Uebung jene Fortfchritte machen, die ich selbst erstrebte, um mein mir gestecktes Ziel zu erreichen! Ich durfte mich nun an die schwersten Aufgaben heranwagen: Lucia, Constanze, No- rina in „Don Pasquale" sang ich mit denkbar günstigstem Erfolg, Kritiken einstimmig glänzend. In jener Zeit trat plötzlich in ganz Deutschland die Influenza cpidcmicartig auf: auch bei uns in Karlsruhe wirkte sie verheerend und forderte manches Menschenleben. Mehr als ^ie Hälfte unseres Th-aterpersonals lag darnieder, ich widerstand. Aber im darauffolgenden Jahr, als sie wiederkehrte, faßte sie mich umso heftiger und artete nach zwei Tagen in eine schwere Lungenentzündung aus, der ich zu erliegen drohte. Mein geliebtes Mütterchen pflegte mich mit rührender Hingabe, und ihrer Aufopferung allein verdanke ich es wohl, daß ich am Leben geblieben bin! In jener schweren Zeit durfte ich so recht erkennen, wieviel Liebe mir von allen Seiten entgcgengebracht wurde: Blumen, Früchte, stärkende Weine usw. waren zu Bergen aufgehäuft. Als ich nach sechs Wochen auf Anraten Mottls mich schriftlich bei der Hof» thcaterintendanz gesund meldete, erhielt ich als Antwort die Ernennung zur Kammersängerin! Rach achtwöchiger Pause trat ich zum erstenmal wieder vor das Publikum. Es wurde ein Festabend für mich. Ich wurde von dem öicbtbesctz- ten Hause stürmisch begrüßt und erhielt Blumen und Kränze in reichster Fülle: darunter einen riesengroßen Lorbeerkranz von der gesamten Karlsruher Kritik! Gewiß eine seltene, fast nie dagewesene Auszeichnung. Und dabei kannte ich damals nach sechsjähriger Tätigkeit an der Karlsruher Hofoper noch keinen der Herren persönlich. Eine Zeitung schrieb nach diesem Abend: „Zu einem wahren Eöreuabend gestaltete sich die Aufführung für Frl. Fritsch, welche zum erstenmal nach längerer Krankheit wieder auftrat usw. Daß Fräulein Fritsch zur Kammersängerin ernannt morden ist, haben wir schon mitgeteilt: hinzufügen können wir noch, daß gestern auch ein Kranz von der Karlsruher Kritik gespendet wurde, welche dieser Dame gegenüber in der angenehmen Lage ist. stets loben und nie tadeln zu müffen. Fräul. Fritsch zeigte als „Rose Friauct" wieder den ganze» Zauber ihrer süßen Töne und ihres meisterhaften Spiels." Der Sommer kam und ich konnte mich im lieben, duftigen Schwarzwald nun noch gründlich erholen. Der Winter brachte wieder reichlicht! Arbeit und stets steigende Erfolge: außerdem wieder mehrere Gastspiele und Konzertreisen: Holland, Stuttgart usw. (Fortsetzung erscheint in der nächsten Sonntags- Nummer.) »r. 390 Karlsruher Tagblatt, Sonntag» den 19. Dezember 1928 Seite 3 überzeugt hätte, daß es nicht sein Freund Gandmeyer sei. Holzmann lieb sich jedoch nicht verwirren und blieb dabei, daß er geschlagen wurde, bevor er die Ge st alt erkannt habe. Bei der Gegenüberstellung des Holzmann mit Rouzier zeigte sich hier bald ganz klar die Einstellung des Gerichts. A«S der Fragestellung des Vorsitzenden ergab sich, dab er die Aussagen des Rou- zier als richtig unterstellt und die Aussagen Holzmanns angezweifelt wurden. Di« wiederholt an Holzmann gerichteten Fragen, ob er das und das nicht so und io gemacht hätte, wurden an Rouzier nicht gerichtet, obwohl dessen Aussagen sehr unwahrscheinlich klangen. Holzmann lieb sich nicht verwirren und blieb fest bei seinen Aussagen, trotz einer Reihe von suggestiven Fragen des Vorsitzenden, desgleichen die als Zeugen vernommenen Äegleiter des Holzmann, S ch a r ö t und Fritz Klei». Bei Vernehmung des Zeugen Schardt kam es zu einem schweren Zwischenfall. der dadurch veranlabt wurde, datz der französische Staatsanwalt die Frage stellte, wovon der Zeuge Schardt, der vor der inquisitorischen französischen Untersuchung ebenso wie Klein i n s rechtsrheinische Deutschland geflüchtet war, während dieser Zeit gelebt habe. Als Schardt diese Frage dabin beantwortet«, dab er vom Roten Kreuz betreut worden sei. wollte der französische Staatsanwalt daraus eine grobe politische Sensation machen. Die deutsche Verteidigung wies jedoch darauf hin, daß man es Len Zeugen nicht verdenken könne, wenn sie sich der Gefahr einer Verhaftung entzogen hätten, nachdem Holzmann, der bei der Voruntersuchung ursprünglich als Zeuge geladen worden war, auch während seiner Vernehmung auf die ganz einseitige Anschuldigung des schwerbelastetcn Rouziers hin verhaftet und zwei Monate in Untersuchung gehalten worden war. Als der französische Staatsanwalt bei der Vernehmung des Zeugen Klein die gleiche Frage stellte, prote st irrte die deutsche Verteidigung ganz entschieden dagegen, daß dieser Prozeß durch derartige Fragen auf das politische Gebiet gebracht würbe, wobei Rechtsanwalt Dr. Führ-Laudau daranf hin- wies. daß, wenn man politische Fragen answerfe, man vor allem die Frage der Berechtigung «nd Zuständigkeit der französischen Militär- jnstiz im besetzten Gebiete auswcrseu müsse. Die deutsche Verteidigung überreichte daraufhin folgende Entschließung: In Erwägung dessen, datz der Anklagevertreter verlangt hat. an den Zeugen Schardt die Frag« zu stellen, wo er nach seiner letzten Vernehmung gewesen ist, und was er auf dem rechtsrheinischen Ufer gemacht hat, und wovon «r dort gelebt hat, in Erwägung weiter, datz diese Frage mit dem Prozeß gar nichts zu tun hat, und datz sie ohne jedes Interesse lediglich aus politischen Gründen gestellt worden ist, die außerhalb des Prozesses liegen, in Erwägung endlich, daß diese Frage geeignet ist, eine feindselige Atmosphäre zu schaffen, beantragen wir, indem mir uns formal der Zulaffung dieser Fragen widersetzen, diese Fragen nicht -uzulassen. Nachdem die französische Verteidigung erklärt hatte, datz sie an diesen Fragen kein Interesse hat, zog sich das töricht zurück und verkündete nach längerer Beratung mit drei gegen zwei Stimmen, datz derartige Fragen nicht rugelassen werden- Damit war der Zwischenfall erledigt. Die Sitzung wurde auf Sonntag vormittag v Uhr vertagt. Oie Berliner presse zur Regierungskrise. Berlin, 18. Dezember. Die „Deutsche Tageszeitung" schreibt unter der Ueberschrift „Der Weg ist frei!": Durch das gestrige aktive Eingreifen der Deutschnationalen ist die Bereitwilligkeit zur Teilnahme an der Verantwortung nur noch unterstrichen worden, denn sie hat damit den toten Punkt ihrerseits überwinden Helsen. Die nächste Initiative liegt beim Reichspräsidenten. Die „K r e u z z e i t u n g" betont: Im Vordergründe auch der kommenden Verhandlungen über die Regierungspolitik wird der Schutz der Reichswchr stehen, die unter keinen Umständen der Sozialdemokratie ausgeliefert werden darf. Die große Fülle anderer innerpolitischer Erwägungen tritt zurück. Auch die „Deutsche Allgemeine Zeitung" erklärt, daß die Bereitschaft der D e u t s ch n a t i o n a l e n zur Beteiligung au der Regierungsverantwortlichkeit unverändert andauere und daher Berücksichtigung als wesentlichstes Moment der Verhandlungen erheische. Der „Berliner L o k a l a n z e i g e r" hebt hervor, daß der Kurs der Außenpolitk unverändert bleiben müsse, werde von den meisten Parteien für selbstverständlich gehalten. Die „Tägliche R u n d s ch a u" sagt: Bei den gegenwärtigen politischen Vcrhältnisien ist es ganz unmöglich, eine Regierung unter Umgehung der Mitte zu bilden. Deshalb ist auch der Gedanke der Weimarer Koalition überhaupt nicht diskutabel. In der „Germania" heißt es, das Endresultat wäre also dies: Beide Flügelparteien haben gesündigt und parteipolitische Bedenken über staatspolitischc Gesichtspunkte gestellt. Daraus ergeben sich für das Zentrum bestimmte Richtlinien. Es ist in seinen Entschlüssen völlig frei, nach keiner Seite hin gebunden und kann seine Entschließungen in voller Unabhängigkeit fassen. Das „Berliner Tageblatt" siebt den einzigen Ausweg aus der Krise in der Wiederherstellung derselben Koalition mit anderen Personen und mit dem Ziel, die Große Koalition später zu bilden. Der „Vorwärts" schließt seine Ausführungen mit den Worten: Läßt sich das Zentrum nicht zum Bürgerblock zwingen, dann bleibt nur zweierlei: Es muß mit der Sozialdemokratie regiert werde» oder der Reichstag muß aufgelöst werden. Der Artikel der „Roten Fahne" ist eine einzige Angriftsfansare gegen die Sozialdemokratie wegen der Koalitionsbereitschaft. Generqlausfperrung in -er Schuhindustrie. Frankfurt a. M.. 18. Dez. Eine gestern abgehaltene außerordentliche Mitgliederversammlung des Verbandes der deutschen Schuh- und Schäftesabrikanten befaßte sich mit dem von der Schlichtunaskammer des Reichsarbeitsministeriums gefällten Schiedsspruch und lehnte einstimmig den Schiedsspruch ab, da notwendigerweise zu einer Steigerung der Schuhpreise und damit angesichts der geringen Kaufkraft des Publikums zu einer Ein- schränkung der Produktion und somit zur Arbeiterentlassung führen müsse. Die Mitgliederversammlung beschließt die Generalaussper- rung, d. h. die Kündigung der Arbeitnehmer in sämtlichen Berbandsbetrieben am 22. Dezember zum 8. Januar 1627 und beauftragt den Geschäftsführer. diese Entschließung dem Schlichter im Arbeitsministcrium und den Gewerkschaften mitznteilcn, sowie darauf zu wirken, daß eine Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches nicht erfolgt. Deutsihes Keidi Einmalige Beihilfe für die Reichsbahnarbeiter. Ml. Berlin, 18. Dez. Zwischen der Reichsbahngesellschaft und den am Lvhntarif beteiligten Gewerkschaften wurde heute eine Vereinbarung getroffen, wonach den unter den Lohn- tarifvertrag fallenden Reichsbahnarbeitern zu Weihnachten eine einmalige Beihilfe ausgezahlt wird. Spionage. Stuttgart, 18. Dez. Bor dem Strafsenat des Oberlandesgerichtcs wurden zwei Spionagesälle verhandelt. Der 21 Jahre alte Handlungsgehilfe Otto Frech von Stuttgart trat im vergangenen Frühjahr mit einem französischen Agenten in Kehl a. Rh. zwecks Anwerbung zur französischen Fremdenlegion in Verbindung. Dieser bestimmte Frech, für den französischen Nachrichtendienst in Deutschland tätig zu sein. Zu einer Ausführung des Vorhabens kam cs jedoch infolge der Verhaftung des Frech wegen anderweitiger Straftaten nicht. Er wurde indes wegen Vergehens gegen 8 6 des Gesetzes wider den Verrat militärischer Geheimnisse zu der Gefängnisstrafe von einem Jahr verurteilt. — Fm zweiten Fall handelt es sich um die 37 Jahre alte Maschinistenchefrau Josephine Badt- m a n n in Stuttgart, eine geborene Elsässerin. Diese ist wegen Ausspähung militärischer Geheimnisse erheblich vorbestraft. Im Jahre 1924 hat sie in Stuttgart'erneut, jedoch ohne Erfolg versucht, sich geheim zu haltende militärische Nachrichten und Schriftstücke zu verschaffen, um sie an den französischen Nachrichtendienst weiterzuleiten. Sic wurde deshalb zu der Zuchthaus- strafe von einem Jahre und sechs Monaten unter Anrechnung von vier Monaten der Untersuchungshaft verurteilt. Auch wurden :hr die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren abgcsprochcn. Weitere Verhastungen in der Akten- beseitiaungsaffäre. Berlin, 18. Dez. In der Akteubescitigungs- affäre wurden heute morgen vier private Ans- traggcbcr. die die Beseitigung der sie belastenden Akten veranlaßt hatten, verhaftet. Sic sind geständig. FluswärtigeHtaaten Die Freigabevorlage vom Repräsentantenhaus angenommen. Washington, 18. Dez. Das Repräsentantenhaus hat die Vorlage über das fremde Eigentum a n g e n o m m e ». Zu dem Vortrage lldets in Paris. Paris, 18. Dez. Dem Vortrage Udets im französischen Zivil-Fliegervcreiu wohnten auch ehemalige Kampfflieger bei, die mit Udet während des Weltkrieges in der Luft gekämpft hatten. In einer Unterredung mit einem Pressevertreter sprach sich Udet sehr günstig über die Aufnahme in Paris aus. Er hätte Zwischenfälle befürchtet, aber seine französischen Kollegen hätten ihn ans die liebenswürdigste Art empfangen. Tagung der Internationalen Lustschisfahrtsvereinigung. WTB. Paris, 18. D:>. Tie Internationale LiFtschisfahrtverciii'gii.ig ist gestern hier zniam- mengetreten. 18 Nationen waren vertreten, darunter auch zum erstenmal Deutschland. Tie Goldene Medaille wurde iiir >>scs Jahr dem englischen Flieger Evbham sür seinen Flug London—Australien zuerkannt. Die nächste Tagung der Vereinigung findet am 2ö. Januar 1627 statt. VerschiedeneMeldungen Mittelholzer in Kairo. Kairo, 18. Dez. Der Schweizerische Flieger Mittelholzer ist in Kairo eingetroffen und aus dem Nil vor dem Hotel Scmiramis, das Eigentum der Schwcizcrisch-Aegyptischen Hotelgesellschaft ist, niedergcgangen. Ein neuer Ueberfall in der Eisenbahn. Berlin, 18. Dez. In einem Wage» des Zuges Berlin—Velten, der gegen Ml Uhr den Stettiner Bahnhof verlassen hatte, wurde auf einen Reisenden namens Schlaffer, der sich mit keiner Frau auf der Fahrt von Berlin nach Hennigsdorf befand, von zwei Männern ein Ueberfall verübt. Der Uebcrfallene streckte ^edoch den einen der Räuber mit einem Faustschlag zn Boden, mährend er den anderen festhiclt vis der Zug in den Bahnhof Gesundbrunnen einlief. Dort wurde der Fcstgchaltene sowie der im Abteil bewußtlos Liegende der Bahnhofswache übergeben. Eine halbe Million Lohngelder geraubt. Homburg i. d. Pf., 18. Dez. Donnerstag abend zwischen 5 und 6 Uhr kamen vier unbekannte Männer auf die Schachtanlage 8 der in französischem Besitz befindlichen Grube Frankenholz, verlangten von dem Beamten Sollet die Schlüffel vom Büro und zum Kassenschrank, was dieser verweigerte. Darauf schlugen ihn die maskierten Männer nieder knebelten ihn und schleppten ihn in ein nahe gelegenes Gehölz. Die Räuber drangen dann in die Büroräume ein, sprengten den Kassenschrank und raubten daraus eine halbe Million Lohngelder, die heule ausgezahlt werden sollten, worauf sie das Weite suchten. Der Chausfeurmord auf der Landstraße. Berlin, 17. Dez. Wie bereits gemeldet, haben gestern auf der Chaussee zwischen Tcehauieu und Stendal drei Leute den Chauffeur eines Mietantomvbils während der Fahrt ermordet, um sich den Wagen anzueianen. Ein Landjäger aus Hindenburg bei Osterbura hat den acraub- ten Wagen mit einem anderen Auto verfolgt, die drei Täter gestellt und bereits in der Nacht ins Stendaler Gcfänanis einaeliciert. Es handelt sich um Kurt Masczewski und Ernst Ober ans Berlin und Robert Plate aus Saarbrücken. Sie waren bei einem Autvliändler in Seehausen erschienen, um angeblich ein Auto zu kaufen und der Wagen war ifin.ni kür eine Probefahrt zur Verfügung gcst"llt worden. Dlc drei sollen vor kurzem im Rheinland einen ähnlichen Anschlag ausgcftthrt haben. Ein dreifacher Mörder zum Tode verurteilt. Schwerin, 17. Dez. Das Schweriner Schwurgericht verurteilte heute den Schnitter Anton Marloch wegen dreifachen Mordes zum Tode. Der Angeklagte hatte im Frühjahr seine Geliebte, deren dreijährige Tochter und seine uneheliche Tochter in einem Wafserloch bei Boizen- berg ertränkt. Der „Patriarch von Wallstreet". Nenyork, 18. Dez. Der Patriarch von Wallstreet, der Bankier John Alkmau Steward» ist im Alter von 104 Jahren ge stör- b e n. Bis zu seinem 66. Geburtstag pflegte er dreimal wöchentlich im Auto nach Neuuork zu kommen, um seinen Pflichten als Vorsitzender der United States Trust Company zu genügen. Sie sehen schlecht aus, weil Sie an Verdauungsstörungen leiden. Lassen Sie dieses Uebel nicht chronisch werden, sondern, verschaffen Sie sich durch das mild wirkende Laxiu-Konfekt eine geregelte Darmtätigkeit. Laxin ist der leichte und sichere Weg zn Wohlbefinden, Schlankheit und froher Stimmung. Laxin ist das ideale Abführmittel und schmeckt wie das feinste Konfekt. Eine Dose kostet M. 1.50. In allen Apotheken und Drogerien zu haben. Weltraumstug. Fest hält -ich Erdenschwere hier gebunden Ob sehnend auch nach oben strebt dein Blick: Und nur für wenig irdisch slücht'ge Stunden Entfliehst du ihr. dann sinkst du jäh zurück. Suchst du mit Schraub' und Flügeln sic zu zwingen So fühlet seine Ohnmacht bald dein Geist: Der Flug nach drüben wird dir erst telingen. Wenn der Naturgesetze Fessel reißt. Doch — eine kann es, ihren Zauberflügelv Vertrau dich an, der holden Phantasie: Allein nur Dichters Hand weiß sie zu zügeln Berechnen aber, Mensch, wirst du sie nie. Dr. Hermann Clautz. * Glosse zu einem Bild. Von Roland Bctsch jKarlsruhe). Durch die Illustrierten Zeitungen geht jetzt ein Bild, das einem kritisch veranlagten Men- scheu zu denken gibt. Da sitzen zwei Männer auf einem offenen Grab und schauen interessiert in die Kameralinse. Der eine ist ein untersetzter, kräftiger Bursche, der sich die Haare frisch mit Shampoon gewaschen und hinterher auf die ordnende Wirkung des Kammes versessen hat, so daß besagter Kopfputz nun wie ^ungebleichtes Seegras um seinen mastigen Schädel hängt. Während er auf dem rechten Auge schielt, hält er im wulstigen Mundwinkel rine neue Ärnyere-Bfcife mit Wasieraoschcider und man ist gewärtig, daß er im nächsten Augenblick einen braunen Strahl spuckt. Er tut cs aber nicht, sondern ist angetan mit einem Anto- niobilmantel von Gcrson in Berlin, der ihn wäßjg sportlich kleidet und der in dieser Kirch- hossumgebung einen fast gestohlenen Eindruck Uiuterläßt. Der Zweite scheint fraglos ein Seemann, ein Schollenfischer aus Geestemünde, Käptn Hein Godenwinö, der Admiral von Moskitanien. Eine biedere und doch hinterlisttg verschmitzte Kautabakseele. Dieser hält-brr!- einen Totenschädel in den schwieligen Händen und bohrt die Seemannsfinger in die ansgetrocknete Hirnhöhle. Sein Haar ist weiß: auf dem Kopf eine Jungensmütze mit Äollenquaste. Sonst weniger problematisch. Aber der Erste! Wenn man ihn so sitzen sicht, macht man sich seine Gedanken. Sicher ist er irgend ein Äenzinhengst, einer mit 60 Steuerpferden unter der Karofserie, dem's vordem nur unter Vollgas wohl war, dem Mensche» und Hunde unter den Gleitschutz kamen, so daß ihm jetzt der Verstand abhanden geriet und er, aus einer jener bekannten Anstalten vorübergehend entwichen, nunmehr am Grabe eines seiner zahlreichen Opfer gedankenvoll weilt und an der Bruyere kaut. Fraglos hat er Gewissensbisse: Nervenzerrüttung: der sympathicus ist ausgeleiert. Er riecht nach Klinik, nach Bromtabletten und Pcrkusiionshammer. Man möchte seine Pupillen und Sehnen nach Reflexen absuchen. Wiederum hat man Angst, er würde sich wehren und Tabaksaft spucken. Vielleicht auch irre ich mich. Vielleicht ist er ein-nein, ein Fußballspieler kann er nicht sein. Sonst hätte der andere sicher ein Schienbein in der Hand. Dem ist aber nicht so. Er hat wirklich einen Schädel mit 32 gesunden Zähnen, die das helle Entsetzen jedes Dentisten heraufbeschwören müssen. Nein, ich irre mich überhaupt. Was für Unsinn rede ich! Warum habe ich nicht gleich die Unterschrift gelesen! Ich habe mich ja erbärmlich verhauen. Meine Großmutter hatte recht, als sie sagte, ich hätte keine Menschenkenntnis. Der Mann im Autodreß, der Seegras- behanptcte mit dem schielenden Auge und der tadellosen Bruyere ist ja der Berliner Schauspieler Kortner als Hamlet in der Inszenierung von Jeßncr. Und der Seebär von Ge.stcmünde ist von dort gar nicht gebürtig, ist auch nicht Admiral von Moskitanien, sondern in Wahrheit r Mime Albert Florath als Totengräber. Mit ntomantel und Jungensmütze haben sic sich rr maskiert. Aus Jiix. Um die Leute irre zu hren. Haben mich dcirn alle Säulcnhciligen ver- ssen!? Wr t ist aus mir geworden? Ich raufe ir die eigenen Seegrashaare. Wie konnte ich I Dänenprinzen — im bee or not to bee — — wie konnte ich in ihm einen irren Automs- listc», wie konnte ich in-- —! . Geh in ein Kloster, Bctsch! Geh — in — cu. Theater und Musik. 3. Konzert der Arbeitsgemeinschaft für neue Musik. Pianisten lund Komponisten) Nikolai Lopat- » i k o s f in vollendeter Ausgeglichenheit des Spiels wiebergegeben. Die mit Reckt hochgeschätzte Konzertsängcrin Elisabeth Friedberg war den Liedern die sorgsamste Interpretin. Gesanglich sowohl lebte Kovftonbil- dung) wie musikalisch bot sie Reifstes und wurde den verschiedenen Stilarten auf's Beste gerecht. Nikolai Lopatnikoss wußte sich ihrem Ausdruck und ihrer Tonsormung gewandt an- zlischmiegen. und Klang durch Klang zu stützen. Frl. Moest vom Landestheater sprach die deutschen Ucbertragungeu der Lieder mit feinem Empfinden. Ei» besonderes Lob dem trefflichen Klarinettisten, Herrn Hager. Das Konzert mar gut besucht. R. * Dies Konzert, in Gestalt eines Liederabends. der internationalen Charakter trug, war eine der interessantesten und genußreichsten Veranstaltungen der Arbeitsgemeinschaft. Zwar war Debuny kein Homo novus. Darius Mil- 85^ lenrer der «Sechs") schon eher. dessen drei Gesänge aus öett „Posmes juifs" zwingenden Ausdruck und fesselnde Einzelheiten enthalten. Die Zärtlichkeit des Formens verlieren die Franzvien nie ganz. Auch die englischen Komponisten versuchen zum mindesten etwas wie Stimmungen cinzufangen. Daß diese Stimmungen keine eigentliche Erlebnisfriscke zeigen, liegt natürlich an anderen Ursachen. Statt des Gefühls wird der Verstand unter Truck gesetzt, die Inspiration wird von der Berechnung ausgeschaltet. So hatte man von den Schöpfungen eines Gustav Holst, Arnold Bax. Cnril Scott oder Josef Holbrookc keine starken Eindrücke, dagegen bereitete Arthur Bliß mit seinem reizvollen Liede „The dandelion" für Sinqstimme und Klarinette viel Freude. Es mußte wiederholt werden. Arthur Honegaers Sonate sür Bratsche und Klavier, m Einzelheiten sehr ansprechend, ist als Ganzes, zu dickflüssig, zu verworren. Wir kcniieil weit wertvollere Arbeiten von ihm. Das Werk wurde von dem hervorragenden Bratschisten und Musiker Valentin P a n z c r im Verein mit dem ansgezcichneten > Mitteilung des Bad. Laudestbeatcrs. In der zyklischen Folge der anläßlich des Beethoven- Jubiläums . vorgesehenen Aufführung seiner sämtlichen Sinfonien kommen beim nächsten III. Volks - Dinfoniekonzcrl, das Montag, d e n 2 0. D e z e m b e r in der Stüdt. Fcsthalle stattfindet, die zweite und die vierte Sinfonie zum Vortrag. Da beide Werke sonst nicht allzuoft auf einem Konzcrtvrvgramm erscheinen und auch hier seit mehreren Jahren nicht mehr vom Landcsthcaterorchcstcr zu Horen waren, wird ihre Wiederaufführuna um so lebhafter begrüßt werden. Bemerkt sei außerdem, baß inhaltlich eine enge Beziehung zwischen beiden Tonschöpfunoen besteht: auch aus diesem Grund ist deren Gegenüberstellung an einem Konzertabend äußerst wertvoll. Den Mittelteil der Vortraasfoloe füllt die bekannte und beliebte dramatische Szene mit Orchester „Ah perfido", für deren SovraiG'lo Mali« Fanz als bewährte Interpretin a^"nnen ist. Das unter der Gcsamtlcitnna von ' u 1. Kapellmeister Joses Krips stehende >' '>zert beginnt um 8 Uhr und endet gegen ? 'ihr. Der neue Generalmusikdirektor -,-8 Uhr. Durlach gegen Beiertheim. Sammer-Lichtsviele: „Die Abmanns". „Schweigen". Kaff« Odeon: lllb—1 Uhr vormittags Konzert. Reftanrant mm Grafen Zeppelin: Ab 8 Uhr abends. Streichkonzert. Kaffe« Rowack: Große Vogelausstcllnng des Vereins deutscher Kanarienzüchter. Oie Regmientsgeschichte der Badischen Leibgrenadiere. ist nun dieser Tage erschiene« und bringt, wie schon aus dem Umfang des geschmackvoll ausgestatteten Buches von rnnd 1200 Leiten mit 100 Seiten Bildern. 108 Skizzen «ud 9 Karten hervorgcht, nicht nur eine tagebuchweise Auszählung der Verwendung des Regiments im Kriege 1914/18, sondern eine aussührliche stimmungsvolle Schilderung der ganzen Betätigung des Regiments in den Kriegs- jahreu. Oberstleutnant a. D. R. v o n Kreydors. einer der ältesten Ossiziere des stolzen 1. Bad. Lcibgrcnadier-Rcgi- ments 109, in dem die besten Söhne des Badnerlandcs standen, hat die Rcgimcnts- gcschichte im Auftrag der Kameradschaft badischer Lcibgrcnadiere. gemeinsam mit einem großen Mitarbciterstab bearbeitet «ud damit ein Kricgswerk geschaffen, das in seiner tiefgründigen Bearbeitung ein gut Stück badischer Geschichte enthält.. Wir sind mit Erlaubnis der Kameradschaft badischer Lcibgrcnadiere lGcschäfts- stellc Karlsruhe, Karlstrabe 64s. welche die Regimcntsgeschichtc im Verlag C. F. Müller. Karlsruhe, herausgibt, in der Lage, folgenden interessanten Abschnitt aus der Rrgimentsgeschichtc wicdcrzn- gcben: Das Unternehmen „Baden" am 16 August 1917. Aus dem Abschnitt: Der Abwehrkampf bei Verdun (15.—19. Sept.) Das war die Stunde, die die 28. Divisiou vorausgcseheu hatte, als sie im Mai des Jahres das Unternehmen „Baden" einzuübcn befahl, einen Schlag, der die Freiheit des Handelns auf deutsche Seite bringen und den Gegner taktisch binden sollte. Jetzt wurden die alten Befehle und Zeichnungen aus der Tiefe der Aktenkisten gezogen und die Ausführung des Unternehmens anl alten Sturmwerk neu eingeübt. Bis zum 15. August lief die Ruheperiode des II. Bataillons, drei Tage standen also noch zur Verfügung, die voll ausgenutzt werden muhten, um den geplanten Angriff ausführbar zu machen. Zum Sturm in die feindlichen Linien wurden die vier Kompagnien des II. Bataillons nebeneinander angesetzt, indem um die Bezonvaux- Sappe ein neuer Abschnitt gebildet wurde. Anschließend rechts hatte das III. Bataillon des Grenadier-Regiments 110, links eine Kompagnie des Füsilier-Regiments 40, die dem II./109 unterstellt wurde, anzugreifen. Die Reihenfolge der Kompagnien des II. Bataillons war folgende: auf dem rechten Flügel sollte aus I, heraus die 8. Kompagnie vorgehcn, an die sich aus dem verkleinerten Abschnitt Js die 6. Kompagnie anschloß. Aus dem neuge- bildeten Abschnitt Jj griff die 5. Kompagnie au, während der 7. Kompagnie der ebenfalls verkürzte Abschnitt 0, znfiel. Ans K t trat die 9./40 zum Sturme an. Jede Kompagnie bildete vier Wellen. Der ersten Welle waren als Ziele die UnterstandS- gruppen in und südlich des dritten französischen Grabens gesetzt, die sie, immer außerhalb der Gräben bleibend, möglichst vom Rücken her anzugreifen hatten. Die zweite Welle sollte bis in den zweiten feindlichen Graben vorspringen, diesen aufrollen und die erste Welle im Kampfe unterstützen und Verluste ausgleichen. Die dritte Welle mutzte den ersten französische» Graben aufrollen und mit der zweiten Welle Verbindung aufnehmen. Die vierte Welle endlich war als Arbeitskommando gedacht. Eie hatte der ersten Welle zu folgen und diese mit Munition, Stacheldraht und Schanzzeug zu versehen. Auf dem rechten Flügel, dort wo der U-Boot-Graben in die eigene Stellung mitein- bczvgen werden sollte, hatte sie die "nötigen Ber- biilöunJswege auszuheben und Hindernisse zu bauen. Hier waren Teile des I. Bataillons zur Unterstützung der Arbcitswelle eingesetzt. , Pioniere des Pionier-Bataillons 14 waren jeder Welle zugeteilt, unter deren Leitung die Sprengung der feindlichen Unterstände vor sich gehen sollte. Zur Feuervvrbereitung standen zur Verfügung: di« verstärkte» Artillerien von drei Dtcllungsdivisionen und die der links angrenzenden Gruppe Banx. die flankierend von Osten her mit ihren Geschossen die feindlichen Gräben bestrich: 12 schwere, 28 mittlere und rund 60 leichte Minenwerfer. Dazu die Granatwerfer der Regimenter. Nach einem Feuerschlag von vier Minuten war das Feuer um 200 Meter vorzuverlegen und nach weiteren vier Minuten als Feuerglocke um die zu nehmende Stellung zu gruppieren. Während der Nacht hatte es als lebhaftes- Störungsfeuer die Brnleschlucht und weiter rückwärtsliegcnüe feindliche Gräben, Beobachtungen usw. zu bestreichen. In der Nacht vom 14. zum 15. August rückte das II. Bataillon in Stellung in der Erwartung, daß am Abend des 15. der Sturm zur Ausführung gelangen sollte. Der Marsch in Stellung war unter den veränderten Umständen eine seelische und körperliche Anstrengung an sich. Von Romagne an befanden sich die Kompagnien im Wirkungsbereich lebhaften feindlichen Streufeuers, das Straßen und Dörfer fast ungangbar machte. Hier taten die Kolonnen ihren schweren Dienst. Aus Bagagewagen der Infanterie- Regimenter war auch eine Munitionskolonne zusammengcstellt morden, um den großen Munitionsbedarf der Artillerie sicherzustellen. Zu- sammengeschoffenc Pferde und umgcstllrzte Wagen gaben ein Bild nächtlichen Grauens. Erst gegen Morgen waren die vordersten Gräben erreicht und die Ablösungen beendet. Welch an» öeres Bild zeigten die ehemaligen Gräben, die durch das tägliche, ununterbrochene Minenfeuer in ein unkenntliches Trichterfeld verwandelt ,— —* Veit Groh & Sohn Feine Herrenschneiderei Tuchhandlung Kaiserstr. 193/95 Telefon 3009 -- - Ecke Jolly- und Boeckhstratze. Ein Salas und Gomez, raget Aus brandendem Verkehr Ein schön gepflastertes Eiland: Kommt, rettet Euch hierher! Ein Hydrant nur steht einsam Auf der Insel des Verkehrs. Ich glaubie erst von Weitem, Ein kleines Männlein wär's. Doch — keines Menschen Fuß noch Die öde Insel betrat, Ich sah nur dreibeinig ein Hnndlern Einmal an dem stillen Gestad. Beschetdentlich möcht' ich draus schließen: Was hier uns die Stadt hat beschert Bon Verkehr erleichternden Inseln, Vielleicht war's doch verkehrt. B. Der Grenzverkehr. Die guten Renchtäler haben nun ihre Bahn tief hiirein in den Schwarzwald. und von allen Seiten werden die Schwarzmaldwanderer herbeiströmen. um die neue Strecke zu befahren. Aber der Strom verebbt und so ist mit Recht von verschiedenen Seiten, in den Reden darauf hingewiesen worden, daß für die Opfer die gebracht wurden, das Renchtal wobl auch ans wirtschaftliche Erfolge rechnen dar?. Schlimme Jahre liegen seit dem Krieg und der Nachkriegszeit hinter den Bewohnern des Tales. Die neue Grenze am Rbein nahm ihnen ein Hauptkontingent ihrer Gäste aus dem Elsaß fort und damit eine aanz erhebliche Ein- nahmegnelle. — Die politische Umvrdnung kann wohl äußerlich trennen, sie kann neue Grenzpfähle aufrichten, innerlich trennen kann sic nicht. Aber hemmen kann diese Umorönuiig, Schwierigkeiten auftürmen und so zur Unmöglichkeit machen, was Hüven sowohl als drüben so sehnlichst gewünscht wird: Gedankenaustausch, eine Reise nach dem Schwarzwald wie früher! Wie hieß es doch kürzlich in einer iliede des Herrn Painlevs in Straßbura. das Elsaß soll die Brücke sein zwischen den beiden Ländern'? Sind die Schwierigkeiten und Koste» .zur Erlangung eines Passes und Sichtvermerkes, um von Straßbura zum Schwarzwald zu gelangen, der Brückenzoll? Trotz dem Hin und Her der Politik, trotz der freundlichen oder nnfrenndlichen Töne Deutschland gegenüber, hat man doch die Kehler und Hanauer in Straßburg gern als Gälte und Käufer gesehen und ihnen Grenzkarten gegeben. Politische Verwicklungen sind deshalb wohl auch nicht entstanden. — Genau so gebt es den Rcnchtälern. Sie wollen auch wieder Gäste aus Straßburg, dem Elsaß, bei sich sehen, und Politik wird im Renchtal nicht aemacht! Sollte es nicht möglich sein. 8 Jahre nach Kriegsende zwischen benachbarten Gauen wieder Verkehrsmöglichkeiten wie ehedem einzurichten? Leben wir zwischen Schwarzwald und Vogesen auf dem Balkan? Wir hören von Locarno und Thoiry. sitzen vereint im Völkerbund und unsere Gäste von früher können nicht mit einer einfachen Grenzkarte von Straßbura nach Oppenau, Petersral, dem Kniebis kommen, eine knappe Stunde mit dem Bähnle! Was zwischen der Schweiz und Deutschland seit langem möglich ist. srllte dies nicht auch zwischen dem Elsaß und Deutschland möglich sein? Sicherlich wird drüben der alciche Wunsch bestehen u. die^e Zeilen dort ein Echo wecken: schon oft ist in der elsäss. Presse aus die notwendige Einrichtung eines Grenzverkehrs zwiscizen den beiden benachbarten Ländern hinaewieien worden. Es ist nötig, daß unsere zuständigen Stellen sich einmal mit Nachdruck dieser Sache annehmen und wenn nur Berlin entscheiden kann, so sollte badischerseits mit allem Nachdruck bei dem hohen Answärtiaen Amt ank die Schwierigkeiten des Grenzlandes hiiiacwiei'eii und verlangt werden, daß unsere Divlomaten auch hier auf Gleichberechtigung sehen. Z. Die Schnakenplage und kein Ende. Also in unseren Tagesblättern erscheinen wiedermal die oberbürgermeisterlichc» Anzeigen, die Tchnakcnvertilguna in den Kellern betreffend, in etwas milderer Form wie früher. Daß diese Angelegenheit für uns Karlsruher von gewisser Bedeutung ist, bezeugen die vielen Zuschriften an das Taablatt. die alle von dem wohlgemeinten Bestreben geleitet sind, diese Gottesgeißel noch beseitigen zu helfen. Ta werden z. B. unter anderem der Kosmosartikel über die Fledermaustürme in Mexiko, der Schutz der Singvögel, mit Anschluß der Ausrottung der Katzen, die Fische und die Frösche angeführt, die mithelfen sollen, diese Plagegeister zu überwinden. Selbst wenn diese Helfershelfer mitzuwirken imstande wären, dürste ein Erfolg zweifelhaft sein. Wir haben cs hier mit Natnrcrschcinnnaen zu tu», die erfolgreich zu bekämpfen ganz außer unserer Kraft liegt, und deren Auswirkungen 'wir leider über uns ergehen lassen müssen. Die Alt» rheine, die mit ihren stillen Gewässern die Stadt im Westen umkreisen, sind die eigentlichen Dorado dieser Blutsauger, und unsere Maßnahmen dagegen Tropfen ins Meer! Den Schnaken würde es vielleicht nicht ein- kallen, die Karlsruher in mächtiaen Stnrry- kolonnen zu überfallen, wenn nicht dann und wann ein neckischer Zephyr oder gar ein Tornado die Gesellschaft aufrütteln und sic nach Osten trugen, wo sie denn an uns armen Karlsruhern ihre Wut auslassen. Dielen Naturereignissen stehen wir ebenso machtlos gegenüber wie die Menschen der südlichen Zonen den Heuschreckenschwärmen. Daß unsere seitherigen Maßnahmen unnütz, und meine Erwägungen zurecht bestehen, beweist die Tatsache, daß wir in diesem Spätsommer ungeheuer am Schnakenplage litten, während das vorhergehende Jahr uns nahezu davon verschonte! Nun zu den angeblichen Helfershelfern. Bevor die Stadt zum Bauen von "eledermaustür- men übergeht, müßte doch noch überlegt werden, ob unsere Fledermäuse nicht lieber zum Abendschmaus mit ein paar fetten kleineren und größeren Nachtfaltern vorlieb nehmen, als mit den winzigen Schnaken, deren lie eine mächtige Menge vertilgen müßten, um satt zu werden. Und nun unsere lieben Singvögel! Was diese tagsüber an Schnaken vertilgen, dürste sehr bescheiden sein, und wenn der große Futterbedarf, die Brutperivdcn da sind, öqm, ist andere Kost nötig, um die immer bnngrigen Schnäbel im Neste zu befriedigen. Wir sehen dann wie sie Würmer, Kerfe. Räuvchen. Insekten aller Art zum Neste schlcvvcn. aber keine Schnaken. Daß die Singvögel, mehr als bisher geschont werden sollen, wird jeder Boael- frcnnd mit Freuden begrüßen, mit Nistkasten- anshängcn ist aber nicht alles getan, es gibt eine Menge Singvögel, die keine Höhlenbrüter sind. Auch die Katzen haben vieles auf dem Gewissen in bezug auf de» Rückgang der Singvögel: aber nur die in den Gärten herumstrolchenden sind allerdings den Boaelbruten besonders gefährlich und gehören „erledigt"! Die Katzen allein sind es aber nicht, die die Singvögel ans unseren Gärten verdränaen, die Spatzen, die in ungeheurer Zahl sich vermehren, sind ebenfalls nicht unschuldig am Zurückweichen ihrer zarteren und empfindsameren Kollegen aus der gefieberten Welt. Wo die frechen Spatzen in größerer Menge sich breit machen in unseren Gärten und Höfen, ist für Singvögel kein Platz, deshalb nehme man auS den Nestern die Gelege und verhindere oder zerstöre man ihre Nestbauten. Aber noch ein Vogel, ein hervorragender Sänger gehört leider zu den Feinden unserer kleineren Singvögel unserer Gärten! ich nenne ihn unaern: es ist die Amsel. Auch sie läßt Gewalt vor Recht gel- ten und kann besonders währen- ihrer Brut- perioden den kleinen Vögeln gefährlich werden. - Als einwandfreie Schnakenvertilaer dürfen wir die Schwalben bezeichnen, die aber immer mehr znrückgehen, weil ihnen die DaseinSbedin- gungen genommen werden:' die Niitaelegen- heiten. Hier könnte ohne große Umstände leicht abgeholfen werde». Den Schutz der Singvögel helfen in die Wege zu leiten, müßte eigentlich eine selbstverständliche und angenehme Pflicht unserer Karlsruher Vereine von Bogellieb- habern sein! Nun haben wir dieser Taae die städt. Schna- keilvertilgungskvmmission in unseren Kellern und müssen sie ihres Amtes walten lassen, wenn wir nicht selbst vorher geholfen haben, indem wir die Fenster und Wände einfach abflammen, was mit einem Stock, an welchem wir Zei- tungspapier binden, geschebcn kann. Feuergefährliche Sachen dürfen selbstverständlich nicht vorhanden sein. Schnaken, die sich hinter Kisten, Schränke und deral. versteckten, bleiben unversehrt, aber auch die Spritze der städt. Vertilger kann ihnen nichts antun. und so bleibt auch diese Arbeit Stückwerk. Die Männer des Gesetzes machen dann aroße Augen, und wehe wenn irgend so ein Vösxwicht in einer Ecke entdeckt wird! aber sie ziehen schließlich doch ab, und wir haben uns um eine neue Steuer herumgedrückt, und — ein Trovsen ist ins Meer gefallen. Zeka. Nr. 390 Seite 7 waren! Bretter, Stangen, spanische Reiter und Draht und immer wieder Draht versperrten den Durchgang. Die Unterstände hatten bisher gehalten, wenn auch der eine oder andere Eingang verschüttet worden war. Das Regiment hatte am 13. August erhöhte Gefechtsbereitschaft befohlen. Der Einsatz des n. Bataillons in der Hauptstellung geschah gemäß der Angrifssgliedernng. Mit seinem Einrücken in die vordersten Gräben nahm das Regiment folgende Gliederung ein: Das II. Bataillon besetzte mit den Kompagnien G e r L» b a ch (8.), v. Livonius (0.), Gutmann (5.), Wiederseiner (7.) in der Reihenfolge von West nach Ost die vordersten Gräben als Kampfbataillon. Das I. Bataillon setzte die 1. und 4. Kompagnie, die taktisch dem ll. Bataillon unterstellt wurden, im K,-Graben ein und hielt mit der 3. Kompagnie den Steinbruch, mit der 3. Kompagnie den Kuenzer-Graben. Der Gefechtsstand befand sich auf der Grenadierhöhe. Das III. Bataillon, das seinen Gefechtsstand im früheren Stollen des Bercitschaftstrnppen- kommandenrs nahm, blieb als Reservebataillon ebenfalls in der Kampfzone eingesetzt, und verteilte seine Kompagnien so, daß die 9. Kompagnie in der Pionicrkaserne aus der Grenadierhöhe, die 10. Kompagnie in Orncs die 11. Kompagnie auf der Marienhöhe und die 12. Kompagnie in der Vanx-Kreuz-Schlucht zu liegen kamen. Der 15. August war mit lebhaften Vorberet- tungsarbeiten für den geplanten Sturm ausgefüllt. Vor allem galt es noch, das verschle- dentlichste Material bereitzulegen, welches die rückwärts untergebrachten Kompagnien an die Hauptstellnng hcranschafften. Mit beginnender Morgendämmerung nahm der Feind das planmäßige Vernichtungswerk gegen die deutsche» Gräben wieder auf und sandte Minen cknf Minen zur Zerstörung der Gräben und Unterstände, in denen die Angriffstruppen voller Erwartung und in höchster Spannung auf dre kommenden Dinge lauerten. Doch der Tag verging, ohne daß der Ausführungsbefehl zum Sturmantritt eintraf. Bald wurde bekannt, daß das Unternehmen um 24 Stunden verschoben sei: ein weiterer Tag des Ansharrens im feindlichen Feuer stand bevor. Am 18. August wiederholte sich das teufliche Spiel des feindlichen Feuers. Ta traf um Mittag die von der Division ausgegebene Uhrzeit und der Befehl zur Ausführung des Unternehmens n m 8 U h r abends ein. Nur langsam verging den in den Unterständen eingeschlossenen Truppen der Nachmittag. Gegen 7.30 nachm, wurden die Sturmausgangsstellungen bezogen. DaSNachlassen des feindlichen Feuers um diese Zeit erleichterte die Bereitstellung. Da setzte wie der Schlag eines Donnerkeils vier Minuten vor 8 Uhr nachm, das Vorberei- tungsseuer ein. In höchster Feuersteigerung warfen Mörser, Haubitzen, Kanonen, Minen und Granatwerfer ihre furchtbarenGeschosse in die feindlichen Gräben. Ein Getöse erhob sich, als ob Himmel und Erde einstürzen wollten. Ge- fangencnaussagen bezeichneten später diesen Feuerschlag als wahrhaft „kormidsble". Während die deutschen Sturmtruppen in voller Rübe und Ordnung an die vorderste Grabenwand heranrückten und sich zum Sprung in die feindliche Stellung bereitmachten, ha^is. sich des Gegners eine unerhörte Panik bemstuKigt. Voll Schrecken eilten die Posten in ihre Unterschlupfe, griffen die Grabenbesatzungen in ihren Unterständen zum Stahlhelm und Gewehr, um sich zu verteidigen. Doch was war das? Ehe es ihnen gelang, die Stollcnausgänge zu erreichen, standen feldgraue Gestalten in ihren Gräben und vor ihren Unterständen und entwaffneten die völlig Uebcrrasch- ten, bevor sie die Besinnung wiederfanden. Wie auf dem Uebnngswerk in Rvmaane hatte sich die Besetzung des feindlichen Grabenspstems abgespielt. Nur in den am weitest entferntgelegeuen Stellen hatte der Gegner Zeit gefunden, sich zum Kamps vorzubereiten. Hier mußte erbittert gefachten werden, ehe es gelang, die UnterstandS- gruppcu zu nehmen und die Besatzung, zu überwältigen. 8.30 Uhr nachm, trafen bei den BataillonS- siäben die Meldungen ein, daß die befohlenen An griffsziele erreicht seien. Jetzt setzte auch das feindliche Sperrfeuer ein, das wirksam von Maschinengewehrnestern auS dem Zwischenwerk Bezonvanx unterstützt wurde. Während Karlsruher Tagblatt, Sonntag, den 19. Dezember 1926 die Arbeitswellen unermüdlich Material und Munition den vorderen Kampftruppen zutrugen, begannen die in die Sturmausgangsstellung nachgezogene 1. und 4. Kompagnie mit den Arbeiten am U-Boot-Graben. Die 2. und 3. Kompagnie wurd-n zum Verwundetentransport und Materialnachschub angesctzt. Indes nun dte vorderen Wellen vereinzelten kleinen Gegenstößen ihr Augenmerk zu schenken hatten, begann in den Gräben der genommenen Stellung eine eifrige Tätigkeit. In die Unterstännde wurden geballte Sprengladungen geworfen, Gräben wurden etngerifsen,. und erbeutetes Gerät wurde geborgen. Unter all diesen Arbeiten senkte sich die Nacht herab und bedeckte mit ihrer Dunkelheit bas wüste Bild. Es war eine pechschwarze Nacht, und gegen die zwölfte Stunde hatte die Dunkel- heit einen solchen Grad angenommen, baß an weiteres Arbeiten nicht mehr zu denken war. Aber die Hauptsache war getan, und so konnten in den Morgenstunden die Kampftruppen fn ihre Ausgangsstellung zurückgenvmmen werden, während einige Patrouillen am Feinde blieben, um sein Nachfühlen zu beobachten. Als die Morgendämmerung hereingcbrochen, waren die Verbände wieder geordnet, die Befehlsverhält- niffe geregelt und die Verluste fcstgestellt. Bet dem starken feindlichen Feuer während des 15. und 1». August waren die Leutnants ' b. R. Vechtel und Ebeler gefallen. Das Unternehmen selbst hatte kein Menschenleben gefordert. Leutnant d. R. Schulz und Fähnrich v. C a r l o w i tz waren verwundet. Mit ihnen 57 Unteroffiziere und Mannschaften. Ein Mann war vermißt. Das Ergebnis war ein überaus glänzendes. An Gefangenen wurden im ganzen 13 Offiziere und 703 Mann eingebracht, dazu 8 Maschinengewehre, 40 Musketen und 13 Minenwerfer. Reiche Belohnungen, Beförderungen und Auszeichnungen wurden den tapferen AngrisfS- truppen zuteil. Der Heeresbericht vom 17. August vermerkte die. Erfolge der „kampi- bewährtcn badischen Regimenter". Grotzhcrzog Friedrich telegraphierte: „Bin stolz auf dieses Ruhmesblatt meines tapferen Regiments, das ich herzlich grüße." Auch von Großherzogin Luise lief ein Glückwunschtelegramm ein. Ter in die Stellung einbezogene U-Boot- Graben konnte in der Folge nicht gehalten werden. Es zeigte sich, daß die deutschen Unterstände zu weit von dem gewonnenen Grabenstück entfernt lagen, so baß bei feindlichem Angriff die Stoßtrupps erst in den U-Boot-Graben hätten eindringen können, nachdem der Gegner siw dort schon zur Verteidigung eingerichtet hatte. Infolgedessen wurde bei einem feindlichen Vorstoß am Abend des 17, August der gewonnene Graben geräumt und «in von den Kompagnien zu seiner Wiebernahme ange^etzter Gegenstoß abgesagt. Ueberaus interessant für die Beurteilung der Lage gestaltete sich die Vernehmung der ein- gebrachten Gefangenen, die den Stellungsregt- mentcrn 162 und 247 angehörten. Sie waren über den deutschen Angriff um so erstaunter, als ste selbst täglich ihre Ablösung durch Truppen erwarteten, die einen eigenen, lang vorbereiteten Angriff gegen die deutsche Stellung unternehmen sollten. Die Annahme in allernächster Zeit bevorstehender Angriffe wurde bestätigt. Ein Gefangener gehörte dem Jnf.- Regiment 332 der 42. Infanterie-Division an. Er war als Vorkommando in die Stcllupg vorausgesandt worden und verriet das bevorstehende Jn-Stellung-Gehen der 42. Infanterie- Division, die für den Angriff bestimmt sei. Somit hatte bas Unternehmen „Baden" in hervorragender Weise seinen Zweck erfüllt. Außer der Zerstörung feindlicher Angrisfsvor- bereitungen war Aufklärung über die Absichten des Gegners in weitgehender Weise erzielt worben. Eine feindliche Ueberraschung war unmöglich gemacht. Leider konnte das 2. Bataillon nach den Anstrengungen des Sturmes und seiner Vorbereitungen nicht der wohlverdienten Ruhe zugeführt werden. Die gespannte Lage erforderte den Einsatz aller drei Bataillone in der Kampfzone. Bevor das Bataillon die Unterkünfte des Bereit- schastsbataillons bezog, mußte es noch einmal seine Stoßtrupps in die feindlichen Gräben entsenden, um den Zustand der Stellung zu erkunden. Am 18. August. 9 Uhr abends, drangen abermals fünf Stoßtrupps des II. Bataillons und drei Stoßtrupps des I. Bataillons in den. U-Bvot-Graben ein, stießen stellenweise bis zum zweiten französischen Graben vor. kehrten aber ohne Gefangene zurück, da der Gegner geschickt auswich und die Zugänge zu den Hinteren Gräben mit großer Uebermacht sperrte. In den frühen Morgenstunden des 18. August löste dann das I. Bataillon in der vordersten Kampfstellung bas II. Bataillon ab, das die Bereitschaftsstellung :it besetzte. In der folgenden Nacht rückte bas III. Bataillon in die Kampfstellung und überließ den Kompagnien des I. Bataillons seine bisherigen Unterkünfte um die Hauptstellung II. Doch blieb die 3. ^ Kompanie im IC»-Graben, die 2. Kompanie in der Vanx-Kreuz-Schlucht. Schon in der nächsten Nacht wurden auch die 1. und 4. Kompanie wieder in die Gräben der Hauptstellung l verlegt. Die Hauptstellung ll besetzte % III./1B2. Am 24. August wurde dieses Halbbataillon aus dem Re- gimentsverbandc entlassen und durch süns Grnp- ven der Jnfanterie-Pionierkomvanie 108 ersetzt. In der vorhergehenden Nacht hatte das I. Bataillon die vordersten Kampfgräben wieder übernommen, das III. Bataillon dahinter Stellung bezogen. KusSaSen. Staatsbeihilfe für die Badischen Lichtspiele. Karlsruhe, 10. März. Den Badischen Lichtspielen sür Schule und Volksbildung, G. m. b. H. in Karlsruhe, war bereits im Staatsvoranschlag 1928/27 eine Beihilfe von 10 000 Jl zugcdacht worden. Die Gesellschaft konnte jedoch angesichts ihrer schlechten Finanzlage ohne weitere Beihilfe ihre eingegangenen Verbindlichkeiten nicht erfüllen und das erzieherisch und jugendpflege- risch bedeutungsvolle Unternehmen in dem erforderlichen Umfange.nicht sortführeu. Auf die von der Gesellschaft beim Landtag eingerichte Denkschrift hat dieser unterm 6. August einen Antrag der Abgg. D. Mayer u. Gen. angenommen, der um einen weiteren Zuschuß ersuchte. Diesem Beschluß wurde »ach näherer Prüfung der Verhältnisse und da der Bestand des Unternehmens nur durch /ofortige Hilfe zu retten mar, durch Bewilligung einer weiteren Beihi'fe von 10 000 Ji im Wege der Administrativkredite Rechnung getragen. dz. Ettlingen, 18. Dez. Im benachbarten Waldprechtsweier hat ein Mädchen des 8. Schuljahres eine N ä h n a d e l verschluckt. Es wurde in ärztliche Behandlung nach Karls- rnhc gebracht, wo man versuchte, die Nadel aus der Luftröhre herauszuholen. Bis jetzt sollen die ärztlichen Bemühungen erfolglos gewesen sein. v. Kippenheim, 18. Dez. Die Gemeinde- ratswahl wurde von der unterlegenen Partei augefochten. Der Bezirksrat Lahr hat die Wahl für ungültig erklärt. ch. Heidelberg. 18. Dez. Den städtischen Beamten, Angestellten, Rnhegehaltsempfängern usw. soll dieselbe einmalige Zulage gewährt werden, wie sie für die Staatsbeamten festgesetzt wurde, ebenso sollen die' städtischen Arbeiter in gleicher Weise wie die Staatsarbeiter eine einmalige Lvhnzulagc erhalten. vb. Mannheim. 18. Dez. Wie schon mitgeteilt wurde, erhält Mannheim in den nächsten Tagen seine neue vierte Ncckarbrücke, die Fried- rich-Ebert-Brücke. Das Programm für dte Er-, öffnungsfeier sieht für Donnerstag, 23. Dezember. vormittags, den feierlichen Einweiheakt. sowie anschließend eine interne Feier vor geladenen Gästen vor. Am Abend wirb eine Illumination der neuen Brücke lKonturenbeleuch- tungj, sowie ein großes Höhen- und Frontenfeuerwerk veranstaltet werden. Die Illumination und Konturenbelenchtung wird an den Abenden der drei ersten Tage durchgestthrt. a. Weinheim, 18. Dez. Die seit dem Jahre 1900 hier bestehende R c i ch s b a n k n ebenst e l l e. die bereits dreimal ihr Domzil wechselte, übersieoelt heute in das eigene, von ihr hier erbaute Gebäude. Aus diesem Anlasse richtete Reichsbankpräsident Schacht an den derzeitigen Vorstand der Reichsbanknebcnstclle Weinhcim, Bankrat G ü t l e, ein Glückwunschtelegramm. — Ter Einspruch gegen die hiesigen Stadtverordneten-, Bezirks- und Kreis- wahlen ist seitens des Gemeinde-Blocks zurückgezogen worden. Demzufolge sind die hiesigen Gcmcindewahlen gültig. s. Rippenweier lAmt Weinheim), 18. Dez. Dem hiesigen Bürgermeister F a t h wurde anläßlich seines 40jährigen Bürgermeisterin b i l ö u m s durch den Gemeinderat eine Ehrenurkunde und ein Ruhcscssel überreich,. bl6. Pforzheim, 18. Dez. Der Bürgeransschutz wird am Montag über eine Vorlage zu beschließen haben, die eine Weihnachtsbeihilfe für die Gemeindebeamten und Staatsarbeiter sowie die Errverbslosen Vorsicht. Die vor- geschlagene Verteilung dieser Hilfe weicht insofern von der badischen Regelung ab, als nur die Beamten der Gehaltsgruppe 1 bis 6 bedacht werden sollen, und zwar gleichfalls mit 30 M für Ledige und 50 Jl für Verheiratete, und Arbeiter mit einer Kinderzulage von je 6 M. Verheiratete Aushelfcr, sofern sie sechs Monate beschäftigt sind, erhalten ebenfalls 30 Jl; ledige einen vollen Wochenlohn, die Erwerbslosen 7,50 Mark, für Frau und Kinder je IM Jl. Der gesamte Aufwand für diese Sonderhilfc stellt sich auf 88 691 Jl, davon entfallen 17 450 auf die Arbeiter, 1630 Jl auf die Aushelfer und 28111 Mark auf die Erwerbslosen. dz. Rastatt, 18. Tez. Die Stadtverordne t e n v o r st a n d s w a h l ist von der Staats- aufsichtsbchörde für ungültig erklärt worden. Es muß deshalb nochmals eine Wahl stattftnöcn, die ans kommenden Mittwoch vor der Bürgerausschußsitzung festgesetzt wurde. — Ten Altveterancn und Altveteranen-Witwen wird, wie in den Vorjahren, eine Weihnachtsnabe von je 30 Rm. bzw. 20 Rm. bewilligt. dz. Kehl. 18. Tez. In der ersten Sitzung des neuen G e m « i n d e r a t s wurde eine Finanz- und Stcnerkommission und ein Ausschuß für soziale Fürsorge und Wohlfahrtspflege gebildet. Im Zusammenhang mit der drn Ge- meindebeamtcn zustchenden Weihnachtsbeihilfe hat sich der Gemciudcrat dafür ausgesprochen, auch den ständigen Arbeitern und Arbeiterinnen eine Beihilfe zu bezahlen. Eine in Höhe von 15 000 M. soll, wenn nötig durch Umlage gedeckt werden. dz. Heimbach lAmt Emmcnbingcn), 18. Tez. Auf dem Heimweg aus dem Wald geriet ein Holzmachcr mit dem Forstwart Sch leer in Streit, in dessen Verlauf letzterer mit Totschlägen bedroht wurde. Ein anderer Holzmacher konnte Tätlichkeiten verhüten; der Bedrohte erlitt aber einen so heftigen Nerv.cnschock, daß er nervenkrank im Bett liegt. bld. Psohrcn. 18. Dez. Ans der Landstraße Unterbaldingen—Pfohren wurde der Landwirt Johann Mayer von Unterbaldingen von einem bis jetzt noch unbekannten Täter überfallen. Meyer setzte sich häufig zur Wehr und brachte dem Burschen durch mehrere Stockhiebe Verletzungen am Kopfe bei, ehe es dem Gauner gelang, zu entkommen. dz. Freiburg. 18. Dez. Auch die Arbeiter, Angestellten und Beamten der Stadt Freiburg bekommen nun ihre Weihnachtsbeihilfe, nachdem der Stadtrat sich über die Deckungsfrage schlüssig geworden ist. Es handelt sich um etwa 150 000 M.. die in der Hauptsache aus Ueberschnsscn der städtischen Werke gedeckt werden sollten, ohne daß eine Tariferhöhuna not» wendig wird. Triberg. 8 Uhr morgens: Anhaltender starker Schneefall, Temperatur minus 8 Grad. Schneehöhe 8 cm Pulverschnee auf ca. 25 cm Altschne«. Ski-, Rodel- und Eisbahn benutzbar, Skibahn bis in die Talstationen. b!d. HarrcSbeim, 17. Dez. Landwir: Jakob Hummer v»n hier geriet beim Goi-G.'Icu nnter einen tollenden Stamm und erli/t einen Schideibrnch. I Bürsten-V ogel I 3 Friedrichsplatz 3 Tel 1424 I SAL AM AN DE D-SCHUHE , FÜR JEDERMANN, *■ t ’/o '' «*%/', wm Ä Är v . .fl, «Um. SALAMANDER GUTSCHEINE. DAS PASSENDE WEIHNACHTSöESCHENK SALAMANDER Karlsruhe WEIL PREISWERT, ELEGANT. HALTBAR UND VON HERVORRAGEND GUTER PASSFORM NUR 6 PREISE 1 «50 1450 IHN 1ft50 21 00 24°° Kaiserstraße 167. Seite 8 Karlsruher Tagblatt, Sonntag, de« 19. Dezember 1926 Nr. 390 Badischer Kunstgewerbeverein, Waldstr. 3 Ausstelungs- und Verkaufsräume im Hause des Kunstvereins eröffnet. Zwanglose Besichtigung erbeten Badisches Landescheam eonntaa, de« 19. De». Nüllimittags: B. Vorstellung der Son- dermietc f. Auswärtige. (armen von Bizet. Mustkalische Leitung: AÜons Ris-bner. In «reue gesetzt von Hans Waag. 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Dez. 3lim erstenmal: Sie MrchzöMkin. Bon Ludwig Fulda. In Szene «e setzt von Dr. Gerhard Storz. Gustav Tboms Prüter Amalie Ermarth Jlsebill Rademacher Frau Krüsemann Genier Engelbert Kloeble OMvosf Müller Harro Leitgeb Krl. Svannagel Möderl Frl. Mivig Frauendorfer Dr. Haubold Höcker Frieda Brandt Moest Mertens Brand Clarkion Gemmecke Zöglinge Moest Clement Silber Albrecht Merk Dienstmädchen Merk Silber Ein Neger Schneider Ein Groom Dennig Ein Aufwärter Mehner Anfang IVs Ubr. Ende gegen 10 Ubr. I. Parkett 4.20 JL _ | Eintrittskarten (Tanzgeld, Steuer und EinlaQgebühr inbegriffen), für Mit- | glieder im Vorverkauf Mk. 1—. Abendkasse Mk. 1.50. gegen Vorzeigen der gelben Ausweiskartei für Nichtmitglieder im Vorverkauf I Mk. 2.—, Abendkasse Mk 3 —. Vorverkauf vom 21. Dezember ab für I Mitglieder nur in der Geschäftsstelle Buchbinderei Schick, Waldstr 21, für Nichtmitglieder bei Zigarren- | geschäft Holz, Karlstr 64, Zigarrengeschäft Pfeiffer, Kaiserstr., beim j Marktplatz u. Buchbinderei Schick, Waldstr 21, bei der auch Tischbestellungen (kostenlos) entgegengenommen werden. Da$ gesellschaftliche Ereignis des Winters ist das am 8. Jan. 1927, abds. 8 Uhr, statifindende I. Sirawdicsl am Bappcnwdrfli S Rheinklub „Alemannia“ E.V. Reil. Juni «rasen StCMlln" Honte ab 6 Ubr abends Streich-Konzert ^ iFamilien-Abend) Anerkannt gute bürgerliche Küche, ladet böflichst ein Frau* Lorenz. Zigarren Bekanntes Spezialgeschäft für vorteilhaften Einkauf. PreiswerteGescI^ | Waldstraße 3. AUSSTELLUNG vom 18 - Dez - 1926 bls 7 - Jan - 1927 ftmtowtoe CoUektlonen WKM von HANS BAUER-Weimar, HEINE. BRENNEISEN - Karlsruhe. PHIL. «* HERMANN-K’ruhe, PAl LKUSCHE- Karlsruhe, KARL OERTEL-Kai isruhe, EUGEN 8EGE- WITZ-Wangen und FRANZ TUERCKE-Berlin. FRIEDE. BARTH-Kai Isruhe und H. DRECHSLER- Eppingen: Radierungen. Nachlaß-Ausstellungen von HCH. EYTH-Kar sruhet u. GOTTLIEB TEUFEL- HogsohOr. 0 Die Verlosung lllr dieses Jahr hat am 18. Dezember stattgefunden, die Ziehungsliste ist am schwarzen Brett im AussteUungsgebäude angeschlagen. Sonntag 4 nnd 8 Uhr Der geheimnisvolle Dieb B ♦ Kräftigungsmittel ♦ -Schöne volle KOrperformen durch Steinern „Oriental - Kraft - Pillen“ ln kurzer Zeit erhebliche Gewicntszunahme und blühendes Aussehen (für Damen prachtv. Büste). Garant unschädl. Aerztl. empfohl. Viele Dankschreiben. 28 Jahre weltbekannt. Freiseekr. mit Gold. Medaille u. Bhrendipl. Preis Pack. (100 Stück) 2.75 Mk. lu haben in den Apotheken, wenn nicht direkt durch D. Franz Steiner & Co., G. m. b. H., Berlin W. 30 82, EisonacherstraUe 16. amte erhalten geg- monatl T eilzahl ungen Damenmän'el, Kostüme etc. — Gefl. Angebote unt Nr 1646 ins Iagblattbüro erbet. Pracht- uolshvte größeres Werk Mk. 485.- Teitzahlung gestattet m. Kader Amaltenstr. 67 Institut Kaiserstr. 235 (ri&ca td.Hir.-chstr.) lanaar neue Kurte, tinzelunterr oht Anmeldung iederzelt £cil)l)itilmtheb Zahrtngerstr. 60. gegen- -Avotbeke Uber d. 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V. bekannte Schriftsteller Hermann Eris Busse legt hier sechs Erzäh- lungen vor die aufhorchen lassen durch die sprachlich gewandte, epische Prägung, durch die Wahl der Erlebnis-Motive, durch die psychologischen Feinheiten wie durch Hie Schürzung und glutende Leidenschaft, mit der in diesen deutschen Geschichten Hemmungen, Opfer, Läuterungen der Liebe dargestellt sind. Ein neuer süddeutscher Erzähler, dessen vorliegende Novellen den beseelten Dichter erkennen lassen, von dem noch gröbere Arbeiten zu erwarten sind, einer, der sich durchringen wird kraft keines eigenen Gesichtes und seines schöpferischen Schaffen Lu begehen durch jrdr Luchhandlung LF.Müttkr Verlag, Karlsruhe i.L. - -VQX ^bbnfcate *ind in, .allga besten, jdej^ erhätiUth, Musikfreunden bereitet man die s chönste Weihnachtsfreude mit Roten. Reichhaltige Auswahl, auch an gebun- denen Musikalien, für Klavier, 2- und 4 händig, Kammermusik, Violine oder Cello und Klavier, Gesangs-Albums, Klavier-Auszüge usw. finden Sie bei Kurt Neufcldt Waldsttaße 39, eine Treppe Geschäftszeit 9 bis 7 Uhr. Sep. Vor- und Durchspielraum. Sfaafslofferfe Die Auszahlung der Gewinne aus der 3 Klasse, sowie die Erneuerung der Lose zur 4. Klasse der 28.IZ54.PreuB.Sidd. . beginnt am Samstag, den 18. Dez. in meinen Geschäften. SctiluB i 4 . lanuar 1927 Am goldenen Sonntag sind meine beiden Geschäfte von 2—6 geätfnet Bad. Lotterie- Einnehmer Karlsruhe i.B, Hebelstr. il n. Waldstrafle 38 I Telephon 4828, Postscheckkonto 17808 Der Gabentisch der Technik praktische Winke für den Einkauf. Ach, du lieber guter Weihnachtsmann, ick, kann mir Deine Nöte recht wohl vorstellen, wenn auf dem Wunschzettel von Mama ein Snbitotherm, auf dem von Papa ein Mavometer, dem der Tochter ein Kinlein und dem des Sohnes ein Tami steht. Es hat für Dich, lieber Weihnachtsmann, auch keinen Zweck, im Konversationslexikon nachzn- blättern, sondern Du wirst schon zu rubrizierten Wunschzetteln greifen müssen — so etwa wie unsere Steuererklärungen — so daß Du wenigstens entnehmen kannst, ob das Gewünschte zur Optik, Telegraphie, Wärmcwirtschaft oder Mechanik gehört und welche Wirkung mit dem Gewünschten erreicht werden soll. Dann ist wohl auch Dein Weihnachtssack nicht mehr ganz zeitgemäß, denn bei dem wirren Durchcinanderliegen könnte cs Dir doch passieren, daß ein kräftiger Hufeisenmagnet umliegende Spielsachen peinlich beeinflußt, oder ein nicht ganz senkrecht stehender Akkumulator ,cine Schwefelsäure auf eine Packung Gaslichtpapier tröpfelt. _ . m . „ Bor 'allem nimm für Dich einen Wanderer und für Deinen Engel B.M.W.'s und fahre mal ganz langsam durch die Geschäftsstraßen, da wirsi Du eine Fülle interessanter technischer Dinge finden, die überall die größte WeihnachtSfrende auslöfen werden. Ein außerordentlich praktisches Weihnachtsgeschenk ist der elektrische Sparkocher „Elek- tro-Oekonom", der sich dank seiner vortrefflichen Eigenschaften mehr und mehr ein- führt. Der „Elektro-Oekonom". der vom Verein Deutscher Elektrizitätswerke auf das beste beurteilt wurde, ist der einzige clektriiche Apparat, der es ermöglicht, gegenüber anderen Koch- methoden wesentliche Ersparnisse zu erzielen, und zwar Ersparnisse an Zeit! Geld und Arbeit. Der Vorteil des „Elektro-Oekonoms besteht vor allen Dingen darin, daß keinerlei Ver- schwenbungsmöglichkeit vorhanden ist. da der Strom jeweils nach Errcichuna der notwendigen Koch- oder Backtemperatur lelbittatig abgeschaltet wird, so daß zum Garkochen oder Fer- tigbackcn keinerlei Strom verbraucht wird. Der Apparat ist bei der Fa. C. F. Otto Müller er- hältlich. „ 4 .. Unter der großen Anzahl von Staub, a u- g>ern verschiedener Fabrikate nimmt der .Vampyr" eine hervorragende Stelle ein. Bel dem niedrigen Preis von RM. 125.— mfL aller Zubehörteile ist der Apparat sogar «egen Zahlung von 12 Monatsraten ohne Preiserhöhung bei der Fa. C. F. Otto Müller zu haben. Zur Winterszeit sind Erkältunaskrankheiten eine unangenehme Begleiterscheinung. Em äußerst willkommenes Geschenk ist deshalb der „Aeroclar - Inhalier - Avvarat der Fa. E. F. Otto Müller, der sich bei Aerzten und Patienten zahlreiche Freunde erworben hat. Der Apparat unterscheidet sich gänzlich von bisher bekannten Jnhalier-Apparaten. da die zur Anwendung kommenden Heilmittel nicht mehr vernebelt oder zerstäubt, sondern durch Wärme- zuiuhr vergast werden. Die so erzeugten Hcil- gase sind von verblüffender Wirkung bei Sck'nnpfen, Husten. Bronchialkatarrh usw. Die von zahlreichen Fachärzten aus das beste begut- achteten Apparate, wie die zugehörigen Colde- xin-Jnhalier-Essenzen sind in den meisten Apo- thcken zu haben. Der Aufenthalt in geschlosieneu Räumen läßt den Wunsch nach einem Apparat laut werden, der die Lust verbessert oder etwa vorhandenen Tabakrauch zum Verschwinden bringt. Dies löst in hervorragender Weise der .Aeroclar» Rauchverzehrer" der Fa. C. F. Otto Müller, dessen Wirkung derartig >,t. daß Ta- bakrauck, in Räumen, in denen der Avvarat zur Aufstellung gelangt, in kurzer Zeit verschwindet. Dabei wird die Zimmerluft desinfiziert und erfrischt. . , . t Die gemütliche Teestunde beginnt sich auch in Deutschland immer mehr einzilburger». Ist doch gerade zur Winterszeit der Tee eines der angenehmsten Getränke, unter der Voraussetzung, daß er richtig zubereitet wurde. Zur richtigen Teebereitung gehören ae^änete Gesäße. Der von der Fa. C. F. Otto Müller hcrausgebrachte elektrische „Samovar. in dem der Tee nach russischer Manier zubereitet wird, gewährt die Sicherheit, daß der Tee immer vorzüglich gerät. In handaetriebencm Messing ausgeführt, bilden die elektrischen „Samovare" eine hervorragende Zierde für jeden Raum und sind deshalb begehrte Ge- schenkartikcl, deren schöne Form bas Auge jedes Kenners erfreut. Teemaschinen in billiger Preislage, für jedermann erschwinglich, sind die „Katinka-Tcekannen" der erwähnten Firma. Aus glasiertem Ton hergcstellt, gewährleisten sie die Herstellung eines vorzüglichen Tees und sind außerdem mit einer sinnreichen Vorrichtung versehen, die bas Vertrovfen der Tischtücher unmöglich macht. „Katinka"-Teekannen erwecken überall Freude. Heißes Wasser überall! Dieses Prinzip verfolgt der „Subitotherm-Heißwasser- spender" der gleichen Firma. Die „Tnbito- thcrm-Heißwasierspender" sind clcktr. beheizte Heißwaner-Apparate. die zum Teil direkt am Wasserhahn angeschlossen werden können, in der kleinsten Ausführung oder in größerer Ausführung an der Wand montiert werden. Sie können an jeder Lichtleitung anqcschlossen werden, da sie nach dem Sveichcrsystem gebaut sind. In allen Größen von X Liter bis zu 120 Liter Inhalt hcrgestcllt, die letzteren auch als Badeöfen verwendbar, können „Subitotbcrm-Heiß- waner-Apparate" sehr empfohlen werden. Der Rotarex-Staubs äuge r. den die Firma «toll anzcigt. vereinigt in sich die Vorzüge aller auf dem Markt befindlichen Staubsauger und ist doch in vieler Hinsicht etwas ganz Neues und Einzigartiges. Sein leichtes Gewicht wird überraschen! Er wieat nur 3,5 Kilo, erreicht also kaum die Hälfte des Gewichts anderer Staubsauger. Schon aus diesem Grunde allein könnte mau ihn als den hand- lichiten aller Staubsauger bezeichnen. Dieser Vorzug wird aber noch übertroffcn dadurch, daß sr dank der patentierten Unterbringung des Aowrs und Stanbsacks in einem kuaclartigcn Gehauie bei Benützung nicht wie viele andere Stanb,auger,ysteme geschoben oder getragen zu werden braucht, vielmehr folgt der Apparat beini Entstauben automatisch den Bewegungen des Saugschlauches, ohne den Bedienenden irgendwie zu ermüden. Rotarex ist so leicht und einfach zu handhaben und derart unkompliziert kon,trniert, daß ihn tatsächlich jedes Kind in Betrieb setzen und gebrauchen kann. Die elektri- •", ' 4 ' CI i? £ e8 Rotarex sind von dem vicrt- grötzten Weltunternehmen der Elektroindustrie, der Bergmann-Elektrizitätswerke A.-G., Berlin, hergeitellt, eine Garantie dafür, daß es sich um ein erstklassiges Oualitätsfabrikat handelt, -t-ie Herstellerfirma leistet ein Jahr Garantie gemäß uniercn Gnranticbestimmnnaen. Der Motor leistet ca. X PS. und hat einen --Stromverbrauch von nur ca. 0,15 KW.-Stnndcn. Für die Reinigung einer Fttnf-Zimmerwvbnung sind also nur ca. drei Pfennig aufzuwenden. Dabei ist die Saugleistung ganz hervorragend, wenn nicht sogar größer als bei anderen führenden Marken. Einen besonderen konstruktiven Vorteil bedeutet die Anordnung des Staubbeutels, er ist — in der Saugrichtung betrachtet — vor dem Motor gelagert. Der angesauate Staub nimmt daher den direkten Wca durch den Schlauch in den Staubbeutel und muß nicht, wie bei den bekannten fahrbaren Modellen, erst an der Turbine vorbcipassieren. Bei letzterer Anordnung des Staubsackes entstehen erfahrungsgemäß sehr häufig schwere Beschädigungen der Tnrbinenslügel dadurch, daß etwa auqcsaugte Knüpfe, Geldstücke, Nägel, Nadeln uim. von den Turbineuflügeln erfaßt werden und Flügcl- bruch verursachen. Der Preis des Rotarex beträgt einschließlich sämtlichem Zubehör nur 00 Mk. bei sofortiger Kasic. Wenige Errungenschaften der Technik der letzten Jahrzehnte haben in verhältnismäßig so kurzer Zeit eine solche Verbreitung in allen Schichten unseres Volkes gefunden, wie der Lieb haber-Foto -Apparat. Sind doch Erinnerungsbilder an schöne Stunden unschätzbare Werte, die sich niemals nachholcn lassen. Ob cs sich um Aufnahme» im eigenen Heim, um hübsche Kinderszcncn, oder um Bilder ans Reisen oder beim Sport handelt, immer werden derartige Aufnahmen in späteren Zeiten eine Fülle von Anregungen und Erinnerungen auslöscn. Diese große Verbreitung ist besonders unserer hochentwickelten Kamera-Industrie zu verdanken, deren Modelle nicht nur allen Ansprüchen an optische Leistung und Präzision genügen, sondern auch bezüglich Leichtigkeit und Eleganz eine ausgezeichnete Lösung gefunden haben. In dieser Beziehung sind die vom F o t o h a u s B e i t t i n g c r, hier, angcbotcncn „F v k a - K a - ine ras" besonders hcrvorzuhcbcn, iveil diese Apparate nicht nur qualitativ erstklassig, sondern auch in bisher noch nie gekannter Preis Würdigkeit angebotcn werden. Diese Apparate besitzen von RM. 38.— an Anastigmatc mit einer Lichtstärke von 1 :6,8, so daß auch Ausnahmen ohne Sonne aus der Hand gemacht werden können. Tie regulierbaren Bario- und Ibso-Vcrschlüssc gestatten Aufnahmen mit allen Geschwindigkeiten von '/25—'-100 Sek. rcsp. 1—*/100 Sek. Alle Foka-Apparatc, auch die billigsten besitzen echte Ledcrbälge und werden von RM. 22.— an angebotcn. Besonders soll hervor- gchoben werden, daß das Fotohaus Beittinger nach den Weihnachts-Feiertagen Anfängerkursc einrichtct, an denen alle Käufer eines Apparates kostenlos teilnehmen können, damit sie sofori in der Lage sind, einwandfreie Resultate zu erzielen. Eine weitere Neuheit bietet diese Firma mit dem verbesserten „Paths Kinlein" mit dem neuen Toppelgrciser an, dem kleinsten unbequemsten Kino - Wiedergabe - Apparat. Tic Handhabung ist spielend leicht; der Apparat wird jedem Interessenten gerne im Betriebe vvr- geführt. Eine riesige Auswahl billiger Filme (Rolle RM. 2.50s inacht das Kinlein so zum idealen Unterhaltungs-Vermittler im eigenen Heim. Daß das Fotohans Veittingcr diese Apparate auch auf Wunsch mit Zahlungserlcich- terung — ohne jeden Aufschlag zu Original- Fabrik-Prcisen — liefert, sei noch besonders ber- vorgehobcn. Damit sind alle Vorbedingungen gegeben, daß mancher stille Wunsch »ach einem solchen Apparat zum bevorstehenden Wcihnachis- sestc verwirklicht werden kann. Weitere optische Weihnachtsgeschenke sieht man in der PräzisionSwcrkstatt E. S i ck l c r. Bei der Konstruktion der Operngläser hat man besonderen Wert auf eine kleine Form gelegt, so daß man das Opernglas in der ■ Westentasche unterbringen kann. Dabei ist natürlich >wn den optischen Werken auf größtmögliche Helligkeit und auf ein verhältnismäßig großes Gesichtsfeld Wert gelegt. Für den Wanderer und Jäger eignen sich die Prismengläser besonders als Weihnachtsgeschenk. Auch hier haben die Gläser, selbst bis zu achtfacher Vergrößerung, noch eine 'ehr handliche Form. Für den Schüler, der in Ma- thematik und Naturwissenschaften eine gute Note hat, dürfte besonders das Schüler- Mikroskop Tami lTaschcn-Mikroskop» ein erwünschtes Olcschcnk sein. Mit der erreichbaren 200sachen Vergrößerung kann der Schüler alles beobachten, was in seinem Intcrcssenberich liegt. Dabei kann cs durch seine Schutzhülle selbst eine etwas rauhere Behandlung aushalten. Ist der Jüngling der Meteorologie beflissen, so stehen Barometer, Hygrometer und Thermometer, auch sclbstregistricrende, zur Verfügung. In hervorragender Ausführung sehen wir' Vcrmessungs- instrumcnte lTheodolite), bei denen die kompen- diüse Form sowie die Ausstattung der Fernrohre mit innerer Einstcll-Linse hcrvorzuhebcn sind. Auch die Liebhaber-Astronomen können alle Apparaturen dort erhalten. Soll das Weihnachtsgeschenk einen akustischen Charakter haben, so muß man zu Firma Maurer gehen. Tort kann man sich die echten Grammophon-Apparate (Tie Stimme seines Herrn) vorführcn lassen, und man wird erstaunt sein, daß die neuen Platten eine viel bessere Klangrcinheit und eine weit natürlichere Wiedergabe haben, als die früheren. Auch diese Tatsache ist eine Errungenschaft der modernen Technik, denn diese hervorragenden Platten werden nicht mehr direkt besprochen, sondern die Besprechung erfolgt auf clcktr. Wege. Durch dieses eingeschaltete elektr. Zwischenglied ist es möglich, nicht nur den mechanischen Uebertragnngs- Effekt zu verstärken, sondern auch Nebengeräusche auszuschalten. Ferner eignen sich für den Musik-Ausübenden die Pianos und Flügel neuester Konstruktion, sowie die Harmoniums. Zu finden sind Harmoniums nach dem Sangwind- und nach dem Druckwindsystem, den Gipfel der Leistungsfähigkeit stellt jedoch das „Kunst- und Mcistcrharmonium" mit doppelter Expression dar. In das Gebiet der Akustik fällt weiter eine hervorragende Errungenschaft der Technik, die der sehnlichste Wunsch aller Schwerhörigen ist. Es ist dies der Phonophor. Dieser elektrische Apparat, der mit einem neuen Mikrophvnvcr- stärker kombiniert ist, wird von der Firma Siemens, R e i n i g c r, V c i f a, Ges. für mcd. Technik, hcrgestellt. Der Phonophor besteht aus einem Doppe l mi k r opch o n als Schallfänger, dem etwa knopfgroßcn Mikro- p hon verstärke, einem am Ohr zu bc- scstigendcn Fernhörer, einer Taschenlampen- Battcrie und einem Regulicrwiderstand zum Einstcllcn der Lautstärke. Ter Ohrsprccher hat eine bedeutende Lautvcrstärkung und dabei den Vorzug der größten Unauffälligkeit. Besondcis hcrvorznheben an dem Apparat ist der Mikrv- phonvcrstärker. Er beruht auf dem einfachen mikrophonischen Prinzip. Dank dem Brrsiärkcr ist der Berstärkungsbcreich für den Schwerhörigen um ein vieles größer als bei Apparaten ohne Verstärker und der mit dem Schwerhörigen Elektrisch Gramola-, Polyphon-, Elektrigrammophon- Einge„.ge„ Schur.m.rk. Unübertroffene Klangfülle. — Plastische Tonwiedergabe. Kein Nebengeräusch aufgenommene Caruso — Joseph Schwarz — Schlusnus — Moissi — Hempcl Jvogün — Battistini — Slezak u. a. Chöre — Orgel — Klavier (Kettelte ‘Sande / KOeifjm^tsmufik Alleinige Spezial-Niederlage in Karlsruhe: H.MAU Kaiserstraße 176, Eckhaus Hirschstraße, Haltestelle der Straßenbahn • Sonntags vor Weihnachten geöffnet RMaims in unerreichter Preiswürdigkeit von Mk. 22.— an. 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Günstige Zahlungsbedingungen SpezlalfabrtK Karlsruhe Gegründet 1815 — Telephon 282 Einmauerschränke Sprechende ist auch bei größerer Entfernung nicht gezwungen, lauter als sonst zu sprechen. Musik und Sprache werden aber auch durch die Radiotechnik übermittelt. Beider Firma Busold & Nied finden wir Jsaria-Rund- sunkge rate, sowohl Audion-Rückkoppelungs- Empfänger wie Mehrröhrengeräte in verschiedenster Konstruktion und auch Nieberfrequenz- verstärker. Besonders sind für den Empfang die Erpees-Kopfhörer und der Kabinettlautsprecher geeignet. Für den Bastler spielt aber das Meßinstrument die grobe Hauptrolle, und es sei deswegen besonders auf die Tascheninstrumente (Drehspulamperemeter und Milli- amperemetcr, Voltmeter sowie Hitzdraht-Hoch- sreguenzstromzei^er zu erwähnen. Das Wunder der Meßtechnik ist jedoch das Radio-Univcrsal- mavometer. Mit diesem Apparat können durch Zuschaltung von Bor- und Ncbenwiderständen alle Ströme, Spannungen und Widerstände in weitesten Meßbereichen gemessen werden. Bei der Firma C. G a r b r e ch t, Inhaber I. Bohl, findet man zunächst den Rekordbaukasten, der eine große Zahl gelochter Holzklötzchen, Stäbchen und Rollen enthält, aus denen man alle möglichen Gebrauchsgegenstände wie Tische, Stühle, Bänke, Schaukeln und Wagen, sowie kleine Maschinchcn bauen kann. Für die reifere Jugend kommen die Märklin-Metallbau- kästen in Frage. Afle Modelle, die mit dem Metallbaukasten herzustellen sind, sind nach den Grundregeln der Mechanik und der Maschinenbaukunst gebaut und die verwendeten Einzelteile wie Hebel, Träger usw. geben die wichtigsten mechanischen Bestandteile wieder. Wenn man die Modellbücher der Metallbaukästen durchsieht, so ist man — ganz abgesehen von der Fülle von Hunderten verschiedener Modelle — darüber erstaunt, wie weitgehend mit diesen Baukästen die Erzeugnisse der Industrie nachgeahmt werden können. Aber nicht nur das, die Baukästen stellen sich auch in den Dienst der Wissenschaft, indem sie Anreiz zur Konstruktion von Flaschenzügen, Zentrifugal-Regulatoren, Kreuzgelenk- Kuppelungen und Differentialgetrieben usw. geben und indem sie genaue Konstruktionen hinzufügen. Ein technisch begabter Junge kann mit den Spielen seine Ideen realisieren. Wir kommen jetzt zu den modernen Besörde- rungsmitteln: Fahrrädern, Motorrädern und Automobilen. Die Firma Peter E b e r h a r dt hat den Vertrieb der Op e!- Fahrräder, die als außerordentlich stabil und für heutige Verhältnisse sehr preiswert bekannt sind. Ferner erregt das Wanderer-Auto- mobil den Weihnachtswunsch weitester Kreise. Diese Automobile werden hauptsächlich In zwei Typen 5'20 PS und 6/30 PS fabriziert. Die Ausstattung ist hervorragend. Selbstverständlich hat es Vierradbremse, Boschhorn, Boschlicht, Ballonbereifung und als besonders bemerkenswert das Allwetterverdeck. Die Wandererautomobile sind bekannt durch ruhigen Gang, durch große Leistungsfähigkeit und geringe Reparaturen. Sie sind der geeignetste Wagen für den Herrenfahrer und für die Automobilistin. Soll ein hervorragendes Motorrad zu Weihnachten in Frage kommen, so tut man gut daran, das B.M.W.-Rad zu wählen. Bei der Handels- und Jndustriegeselüchaft „S ü ö" sind drei verschieden? Typen ausgestellt: ein Einzylindermotor, eine Zweilylinder-Tou- renmaschine und eine Zweizylinder-Rennmaschine. Die 1.9/12 PS Tourenmaschine erregt selbstverständlich das größte Interesse. Das Modell R 42 hat tiefe Schwerpunktlage und geringe Sattelhöhe, also große Fahrtsicherheit. Außerdem besitzen alle Getriebeteilc öldichte Kapselung, so daß keinerlei Gefahr bezüglich Kleider- beschmutzung besteht. Eine übersichtliche Gcsamt- anordnung der Motoranlage und ihrer Bedienungshebel, eine gute Kühlung des Motors, infolge der Querlage zur Fahrtrichtung und gegen den Zylinder veranlaßen höchste Motorleistung bei geringem Brennstoffverbrauch und kleinstem Materialverschleiß. Zu den bekannten Vorzügen der Kardananwendung kommen noch die der mit höchster Präzision durchgeführten Werkstattarbcit. — Dem Automobilisten wird das Putzmirtel „Optimum" das Werkstatt. Motorrad und Auto gleichermaßen reinigt, eine sehr erwünschte Weihnachtsgabe sein. Der B ö g r o, den die Firma Leopold E u fl c U harö anbietet, ist ein elektro-medizinischer Heilapparat, aufgebaut auf den neuesten medizinischen und technischen Errungenschaften, der es ermöglicht, im eigenen Heime mittelst Hochfrequenzströmen und dem sich bildenden Ozon die Blutzirkulation in die richtigen Bahnen zu lenken, Krankheitskeime aus dem Körper zu entfernen und Jugend, Kraft und Schönheit wieder herzustellen. — Hautkrankheiten, Asthma, nervöse Beklemmungszustände, Katarrhe, Gicht, Kopfschmerzen, Nervosität, Rheumatismus, Schlaflosigkeit, Verdauungsbeschwerben, usw. werden von den durch den „Bögro" erzielten Hochfrequenzströmen nicht nur gelindert, sondern auch geheilt. Ueberdies dient der Apparat auch zur Schönheitspflege, so zur Brnstentwicklung, zur Fuß- und Haarpflege, zur Beseitigung von Fettleibigkeit, Haarschuppen, Mitessern. Hautbläschen, Muttermalen, Narben. Warzen, Hühneraugen, Tätowierungen und Kropf usw. Ein gewichtiges Geschenk soll den Schluß dieser Betrachtung bilden. Die Firma Wilh. Weiß, Kassenschranksabrik und Tresorbau älteste und bestrenommierte Fabrik Badens, gegründet 1816. bat in ihren Verkaufsräumen, Erbprinzenstraßc 24, eine Ausstellung erstklassiger Kassenschränke in allen Größen Einmauerschränke und Kassetten und ladet zur Besichtigung ihrer Fabrikate ein. Ter Kasseuschrank ist heutzutage kein Lurusartikel. sondern für jedermann, namentlich für jeden Geschäftsmann, eine dringende Notwendigkeit, um Geschäftsbücher und Wertgegenstände diebes- nnd senersicher unterbringen zu können. — Die Kassenschränke der Firma Weiß haben sich in beiden Ernstfällen glänzend bewährt. Ganz besonders seien noch erwähnt: die feuersicheren Abschlußtüren nach Vorschrift der Baukontrolle und die nach dem neuesten System hergestellten schmelzsicheren Türen und schmelzsicheren Panzerkassenschränke. Nun, lieber Weihnachtsmann, haben wir daS technische Wirrsal in Deinem Kopf hoffentlich etwas geklärt. Laß' also, wenn Tu fast unleserlich erscheinende technische Ausdrücke auf einem ■ Wunschzettel findest, den Mut nicht sinken und bedenke, daß Dir nicht allein dieser Wunschzettel, sondern auch die speziellen Auskünfte der einschlägigen Geschäfte bestens dienen und Deine zweifellos schwierige Tätigkeit erleichtern. Literatur „Tage der Technik" 1927, Technisch-Histor. Abreißkalender von Dr.-Jng. h. c. F. M. F e l d- h a u s Verlag R. Oldcnboura. 365 Blatt, 365 Abbildungen. Preis 5.— M. Dieser Abreißkalender vermittelt uns aus angenehme Weise Wissenswertes und erweitert unseren Gesichtskreis, ohne daß wir uns dabei recht zu konzentrieren brauchen. Jedes Blatt bringt eine Abbildung. Technisch-Historische Bilder auS allen Zeiten und Völkern wechseln mit solchen vliautastischer und kurioser Art ab. Mit großer Geschicklichkeit hat der Verfasser es verstanden, die geeigneten Abbildungen zusammenzustellen und die aus den einzelnen Tagen ab- gebildetcn Maschinen, die geschilderten Ereignisse, die historischen Erinnerungen und Bildnisse in wohldurchdachtc Zusammenhänge zu bringen. Vor allem kommt auch der gesunde Humor zu seinem Recht, bald gemütlich, bald scharf ironisch, aber immer mit dem einen Ziel, einen neuen Vers für das Hohelied der deutschen Technik zu dichten. Nicht nur Techniker, Handwerker, Ingenieure, Lehrer und Schüler sollten sich dieses Kalenders bedienen, sondern da heute wohl jeder mit der Technik in Berührung kommt, ist dieser Kalender auch für jeden wertvoll. Der Kalender räumt gründlich mit der Meinung ans, Technik sei langweilig. Hg.' C.GARBRECHT INHABER: CARL VOHL Kais erstrasse 193/95 KärMinsdte MelaH-Baukasten ebenso Stabil- u. ReKord-HolzbauKasfen USW. Dem Sportsmann zu Weihnachten ein B.M.W. 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Und wer nicht nur auf den Gassen oder in den Vergnügungshallen herumhört, sondern auch in die traulichen Stadt- und Dorfstuben hineiulauscht oder in die Tiefen der Wälder, dem klingen, weit öfter als im allgemeinen angenommen wird, die alten oder neuen Weisen echter, volkstümlicher Lyrik entgegen, die der Lehrer in die Gemüter gepflanzt hat. Denn es ist bleibendes Gut und was »wischen der reichen, schweren Frucht als leichtes Unkraut aufschießt, vergeht rasch wieder. Auch heute braucht man noch nicht »u fürchten, baß die Masse dieses Unkrauts nur eine einzige der schönen alten Blüten erdrücken werde: selbst verdeckt leben sie fort und in inneren Stunden neigt sich jeder wieder einmal zu ihnen hin. Dafür sorgt das Leben mit seinem kontrastreichen Wechsel, dafür sorgt aber anch die zielbewußte, nicht hoch ocnug zu schätzende Wirksamkeit des Lehrers, die sich in musikalischen Dingen nun schon seit Jahrhunderten bewährt hat. Daß der große Lehrerkreis seine gediegene musikalische Biloung auch auf anderen Kunstgebieten verwertet, ist mit Freude und Tank zu begrüben. Denn auch hier ist er berufen, Vorbildliches und Außerordentliches zu leisten. In den meisten Fällen widmet er sich dem Gesang und so sind die Lehrcrgesairgvercine mit die eifrigsten und geistigsten Förderer des Musiklebens der großen Städte. Sie dürfen sich an die Bewältigung außergewöhnlicher, künstlerischer Probleme wagen, weil für sie keine eigentlichen technischen Schwierigkeiten bestehen. So brachte der Karlsruher Lehrergesangverein in seinem gestrigen Konzert zur Feier seines 43. Stiftungsfestes nur Uraufführungen von Männerchören und Sololiedern. Bor knapp anderthalb Monaten erst war er mrt einem eindrucksvollen „Geistlichen Konzert" ber- vorgetreten, das eine stilvolle, abgeklärte Interpretation von Werken alter Meister bescherte und damit einen starken, nachhaltigen Erfolg errang. Am Avril b. A. führte der Verein daS Jubiläumskonzert des Badischen Lehrerverems nebst der musikalischen Umrahmung der Festakte durch und bot am 1. Mai die Wiederholung dieses Konzertes für die Oefsentlichkeit. So darf man wohl von Fleiß und Hingabe des Dirigenten, 1. Kapellmeister Dr. Heinz K n ö l l. und der Sänger an die mannigfaltigen und großen Aufgaben sprechen. Man spürte sogar mehr: Unermüdlichkeit, und von beiden Seiten da» Bestreben, die Leistungen des Lehrergesangver- -ins zur höchsten Höhe zu führen und ihnen den Ausnahmecharakter zu geben. Für dies alles , zeugte schon das ganz erlesene Programm, in dem Baden mit den Namen seiner ersten Komponisten vertreten war: Aulius Weismann. Arthur Küste rer und Franz Philipp hatten ihre jüngsten oder doch noch nicht vor der Rarlrruher Tagblatt, Sonntag» den IS. Dezember 1926 Oefsentlichkeit gesungenen Sololieder beigesteuert. Vom greisen Heinrich Zöllner, der in Freiburg lebt und schafft, gelangten zwei Chöre zum Vortrag. Auch Heinrich Kaspar Schmid. der Ehrenchormetster deö Vereins, ist in Karlsruhe und auch im Lande noch wohl- bekannt. Für die Innigkeit des alten Verhält- nisies spricht die Tatsache, daß er seinem einstigen Chor die Uraufführung dreier großer, schöner Chorwerke anvertraut hat. Den Abend ^r° öffnete Mar Egger mit „Der Deutschen Trostlied". Der Komponist ist am 28. November 1868 zu Wien geboren und mütterlicherseits ein Enkel -es berühmten Musiktheoretikers Simon Sechter. Er war zunächst Schüler des Domorganisten Anton Seydler in Graz, dann des Hofkapellmeisters Rudolf Bibi in Wien. Er wirkte als Lehrer in Steiermark und übersiedelte dann nach Wien. Unter seinen Werken befinden sich mehrere Opern auf eigenen Text, so „Frau Holda", 1908 an der Wiener Volks- oper uraufgeftthrt, ferner „Der Pate des Todes", „Truggolb" und „Hexenlinde". Bekannter ist er durch seine großen Chorschöpfungen mit Orchester oder Orgel. Zu nennen sind „Siegvaters Weisung", „Tonenwenbnacht", „Hohe Minne", ..Brautfahrt", „Klausners Traum" (1917), „Palmsonntagmorgen" (1924) u. a. Groß ist die Zahl seiner Männerchor-Komposi- tionen mit ober ohne Begleitung. Die Daten und Hauptwerke der übrigen am Programm beteiligten Komponisten sind schon von früheren Veröffentlichungen her bekannt. Der große Saal der Festhalle war bis auf den letzten Platz besetzt und gab der sestlichcn Veranstaltung den entsprechenden Rahmen. Erhöht wurde die Stimmung durch die Erwartung all der neuen Werke, die hier aus der Tause gehoben wurden. Gleich der klanglich gutgesetzte Eggersche Chor „Der Deutschen Trutzlieü" offenbarte in der von Wohllaut burchdrängten Wiedergahe. in der straffen, explosiven Rhythmik, der lebendiaen. kontrast- reichen Dynamik die Vorzüge des Lebrergesang- vereinschores. Die schöne Fülle der einzelnen Stimmgattungen, die Weichheit der Ton. ansprache und ihr Weiterspinnen in den rein und sicher getragenen musikalischen Linien wirkte schon hier hestechend, so daß die im Charakter kraftvolle Komposition lebhaften Beifall fand. Julius Weismanns feine poetische Natur schimmerte aus den beiden Liedern „So schrittest du vorüber" und „Mein Waaen rollet langsam . die durch die innere Zartheit überaus ansprachen. Warmer Impuls und tiefes Stim- mungserlebnis sprachen aus Arthur Kusterers aus einfache musikalische Basis aufaebauten Ge- sängen „Traumumfangen" und „Was flüsterst du" (Tagore). Das Zweite erhebt sich aus psalmoüierendem Verweilen auf einem Ton »um dramatischen Ausdruck bewegtester innerer Dialektik. Hedy Jracema - Brügel» mann nahm sich der Lieder mit ihrer reifen Gestaltungskunst an. die reiches Emvfinüen und ruhig formende Ueberlegenheit in gleichem Maß« zeigt. Die tonliche Behandlung war delikat und lies im Gleise eines weichgelagerten Parlandos. Am Flügel lieh Dr. Heinz Kn ö l l wn nicht leichten Begleitungen stiiNmunqs- gesattigten Ausdruck. In eigenartigen Zauber hat Heinrich Zöllner das herrliche „Lied an die Nachtigall" (aus dem ,/vimpIrcius Simplicissimus") gekleidet indem er den Männerstimmen einen Solosopran entgegenstellte, dessen Helle in der Tat wie eine Bogelstimme über dem Dunkel leuchtet. Das einfach und sinnfällig deklamierte Lied hat durchaus volkstümliches Gepräge und geht dem Ohre leicht ein. Die glänzende Wiedergabe durch den Chor und Hedy Jracema-Brügel- mann, die die Solopartie wohllautreich sang, wie auch daS Werk selbst fanden wärmste Aner- kennung. Weit mehr Schwierigkeiten mustkalt- scher und gesanglicher Art bereitet Zöllners „Adventslied" Op. 183, für achtstimmigen Doppel-Männerchor mit kleinem Chor und Baritonstimmen. Mittelalterliche Luft weht in diesem herben, wie nach innen gerichteten Werk, das keine Konzessionen an den Hörer macht. Mit der eindrucksmächtigen, bezwingenden Ausführung dieses monumentalen Adventsltedes gab Chormeister Dr. Heinz Knüll ein Kabmetts- stück künstlerischen Studiums, farbiger Ge- staltung des Gesamtklangs und sicherer mnsika- lischer Tektonik. Die quellfrische, innige und keuiche Lyrik Franz Philipps sowie deren edle, ungezwungene Melosbildung entzückte und beglückte in den schönen Liedern „Frühlingslied" und .Heimat", wogegen die knorrige alemannische Wesensart sich licht und ursprünglich im „Haussegen" auS- sprach. Auch an diese kurzen und so reizvollen Kunstgebilde setzte Hedy Jracema-Brügelmann, von Dr. Heinz Knüll am Flügel anschmiegsam unterstützt, ihr Bestes. Ganz bedeutende Anforderungen an den Chor und an die Gesangssolistin stellten auch die von allem Glanz reinster Romantik erfüllten Chöre Heinrich Kaspar Schmids: „Waldeinsamkeit" mit Blasorchester. „Jung Diethelm" » cappella und Sopran-Solo und „Tiroler Nachtwache" mit Blasorchester, Orgel und Glocken. Stimmführung, Klangtimbrierung, Stimmungstönung verraten die Hand des überlegen gestaltenden Schöpfers, der jeden Ausdruck, jede Nüance treffsicher setzt. Die schwierigen Aufgaben wurden von Dr. Heinz Kuöll und dem mit feinster Abschattung und ganzer Hingebung singenden Chor in imponierender Weise gelöst. Das ideale Ziel des Abends war vollkommen erreicht und das Karlsruher Musikpublikum ist dem Chormeister wie seinen Sängern für die Darbietung dieser schönen, neuen Gaben aufrichtigen Dank schuldig. Die Orgelpartie brachte Ferdinand Auer zu eindrucksvoller Wirkung und auch dem Blasorchester vom Bad. Landestheatcr gebührt Lob. Von den Chorkomponisten wohnten Heinrich Zöllner und Heinrich Kaspar Schmid dem Festkonzerte an. Beide wurden stürmisch gefeiert. A. R. Weiiernachrichiendienst der Badischen Landeswetterwarte Karlsruhe. Das Vordringen warmer Luft gegen die über dem Festland lagernden Kaltluftreste brachte für Baden stürmisches Wetter mit Schneefällen, die im nördlichen Teile des Landes meist mit Regen untermischt waren. Die Windstärke erreichte nachts beträchtliche Werte (durchschnittlich 10 Metersek., Maximum 28 Metersek.) Da im Westen weitere Wärmcwelleu nachfol- gen, ist zunächst noch mit zunehmender Erwärmung und weiterhin lebhaften Winden zu rechnen. Auch stehen in der Ebene Regenfälle, im Gebirge bei Frosttemperaturen Schneefall bevor. Wetteraussichten für Sonntag: Fortdauernd stürmisch. Tiefere Lagen etwas wärmer und weitere Regenfälle. Schwarzwalb Schneefälle. Schneeberichte am 18. Dezember. Dobel. 0 Grad, 8 cm Altschnee und 12—18 cm Neuschnee. Bewölkt. Anhaltend starkes Schneetreiben. Skibahn fahrbar. Sette II Wetterbericht des Frankfmler UniversitätS- Instituts für Meteorologie und Physik. Aussichten für Montag: Neu« Trübung und Niederschläge, mild. Badische Meldungen. Höhe über NN .LZ *3.2» ZZ Lrr 3 £ «S XemjiecatuT Wind Wet- ttt fl i 4 t£8 n Rich. tung Stärke einigstubi 568 754.9 —1 0 —8 SW Imäbia tokMd 05 — itottlndc 120 7446 2 4 i SW stürm. Seda«: 0.5 — Baden. 218 — —2 0 -5 NW leicht N-brl — — St.BIaste» 780 _ _ — — — — — — — SJtltteta*} 1292 1626.0 -6 -4 -7 W !®turm 'Schsesf — 18 Waldohu«.. WB m eAttftctinfcl 0.68 m ftefcl.1-8} m Maxau . • 8.61 m .- “ Mannheim 2.29 m Rbeinwasserftand. 17. Dezember 16. Dezember 1.95 m 0.70 m 1.91 m 3.61 m mittags 12 Uhr 3.59 m abends 6 Ubr 8.61 m 2.82 w Seriikdösdal dz. Haslach i. 18. Dez. Die D.enstmagd Agathe Scheitinger aus Augsburg, die im Kellerraum des Elektrotechnikers Wendelin Neumairr hier l'einerzeit Feuer angele g t und eine Geldkassette mit etwa 900 Mk. entwendet hatte, wurde wegen Brandstlftung und Diebstahl vom Schwurgericht Augsburg zu Seide und Kultur. Der Zug »u freudiger Lebensbejabung. der unsere ge» samte Kultur erfüllt, findet einen starken AuSdNlck ttt der (Sport« und Körperkulturbewegung und nicht zuletzt tn der Mode. Bubikopf, kur^r Rock. Bermänn- lichung der Damenmode sind kulturelle Erscheinungen, die den Zeitgeist widerspiegeln. Wenn bIS beut« noch nicht tn weitesten Kreisen baS Bedürfnis nach einer praktischen und billigen Eleganz befriedigt werben kann, so ist das auch eine bedauerlichc Auswirkung deS Krieges und der Inflation, bi« zu be» ieitigen die Ausgabe der deutschen Industrie kein muß. Dieses Problem ist allerdings, wie viel« nicht zu wissen scheinen, hinsichtlich der Seide längst gelöst. Die einzige deutsche Kunstscibenfabrik, welche nach besonderem Verfahren die sogenannt« Kupferseide ber- ftellt, die I. P. Bemberg-A.^y. tn Barmen, fabriziert eine Kunstseide, die selbst der Fachmann von Naturseide kaum unterscheiden kann. Dl« Bembergseid« kostet aber nur einen Bruchteil der Naturseide. WaS Bembergfeide beut« und in Zukunft immer mehr für bas gesamt« Kulturleben bedeutet, zeigt «in« neue klein« Broschüre mit bochkünstlerischen Zeichnungen und in hervorragender Ausstattung. Bekannte Modeichrift» stellet plaudern über den Seidenstrumpf als Kulturfaktor. über die Wäsche des Herrn, über das große G» beimniS u. a. Die Broschüre, welche «Ine Zierbe jede» Lesezimmers ist, wird von der I. P. Bemb«rg-A.»G. in Barmen»R. an solche Leier, welche sich für „Seide und Kultur" interessieren, gern« unentgeltlich ab» gegeben. —— ■■■ ^rtrv?lvyy¥y)O^ßCI3QCQID0l00lDGIDffl 5 ßCI0Ct0CI0^ E.BÜCHLE Inhaber: W. Bertsch Kunsthandlung u. Rahmenlabrik Karlsruhe — Kaiserstr. 128 /.wischen Wald- u.KarlstraSe Wandbilderschmuck R Bildereinrahmungen PERISCHIN Luisenstraße 4 die Universalmittel gegen Unqerlefet aller Art Telephon 4205 Pianos - Flügel Radiobestandteile scheuer ssa p arfümerlen, Puppen UPPeillfimtK Karlsruhe TIiser.tr. 223 f) ^ßtßlßV westl.d. 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Januar 1927 Die Schulleitung: Dr. K, DSU. SeWsksekWmg u. Der verehrten Einwohnerschaft von Karlsruhe, besonders meiner werten Nachbarschaft zur Kenntnis, daß ich eine Schuhmacherei für feine Maß- u. Reparaturarbeit eröffnet habe. Werde für die Zufriedenheit meiner wer ten Kundschaft stets bedacht sein. Um gefälligen Zuspruch bittet: Hochachtungsvoll Raimund Weber, Schuhmacher, GrenzstraBe 12—14. WM- Wohnung mit Annahmestelle: Htrsch- strafle £0 a III. Stock. „St. Mbar« Mailen-. Leker-. Nieren-Tee p. Bonus-Werk Dresden 25 Mo. Med. Kräuter. erhält Sie gesund. Kurpaket 2 Mk7 Äu Hab. Juternattouale Avotbeke Armbanduhren Taschenuhren Regulateure Lüchenuhren Weckeruhren Trauringe empfiehlt äußerst billig t MIM Uhrmacher Hebclstraße 28 gegenüb. Cafe Bauer Leitern sürJndustrte.f« «-werbe «nd Haushalt ing i Revaraiure«. Erste Karlsruher Leitern-Fab. Robert Raibl«. Karlsruhe I. B. Blßniarckst.33. Tel. 5842. 5 cbrim Zwecke der Finanzierung von Wohnungsbautcn. Die Anleihe ist von den beiden genannten Instituten z» je 10 Mill. Rm. übernommen worden. „Eisenwerk Nürnberg vorm. I. Tafel A.-G. in Rüruberg. Die Gesellschaft schließt das abgelausene Geschäftsjahr bei einem Aktienkapital von 2 Mill. Reichsmark nach 118 040 Rm. Abschreibungen einschließlich des vorjährigen Verlustes von 164 611 Rm. !»it einem G c s a m t v e r l u st von 547 148 Rm. ab der auf neue Rechnung vorgciragen werden soll. Das neue Geschäftsjahr brachte eine leichte Bcflcrung Und eine kleine Steigerung der Erzeugung im Walz- 'verk. In der Schraubcnfabrik konnte der Betrieb «°ll aufrecht erhalten werden. Immerhin reichen die Aufträge zur vollen Ausnutzung der neuen Anlagen bei weitem nicht aus. Pfälzische Nähmaschinen- und Fahrräder-Fabrik, vorm. Gebr. Kayser, Kaiserslautern. Die Gesellschaft bleibt dividcndclos (i. B. Gratis-Vorratsaktien !>u Verhältnis 1 ans 10). Der nach Rm. 78105 USO 508) Abschreibungen verbleibende Reingewinn von Rm. 53 717 (208 884) wird vorgciragen. (G.V. Januar) Kohlenförderung in» Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnungen wurden in der Zeit vom 5. bis 11. Dezember Im Ruhrgebiet in 5X Arbeitstagen 2 422 761 Tonnen Kohle gefördert gegen 2 482 806 Tonnen in der vorhergehenden Woche in 6 Arbeitstagen. Die arbeitstägliche Kohlenförderung betrug 450 746 Tonnen gegen 413 818 Tonnen in der vorhergehenden Woche. Berlängeruug der Fristen der Exportgarantie für Rußlaudgeschäste. Die Reichsregierung hat im Sinne einer Ermächtigung des HauShaltSausschustes des Reichstages vom 11. Dezember die am 81. Dezember d. Js. ablaufenden Bestellfristen für Lieserungs- geschäste nach Sowjetrußland, die unter Reichsgarantie fallen, bis 8. März 1827 verlängert. Diese Verlängerung ist mit Rücksicht darauf erfolgt, daß aus Grund der Garantie bis Ende dieses Jahres Bestellungen im Umfange von nur 140 Millionen Rm. erfolgt sein werden. Auf Grund und im Rahmen der Ermächtigung ist ferner zugestandcn, daß für die vom 1. Januar 1827 bis 81. März 1927 abgeschlostcnen LieserungSvcrträge die Garantiefrist für die zweijährigen Geschäfte mit dem 81. März 1828 und die Garantiefrist für die vierjährigen Geschäfte mit 81. März 1331 ablauscn. Was die Finanzierung angchi, so kann sie als im vollen Maße gesichert angesehen werden. Das deutsche Bankcnkon- sortium hat für die Finanzierung insgesamt 180 Millionen Rm. zur Verfügung gestellt. Ein ausländische» Bankcnkonsortium, an dem zwei deutsche Großbanken beteiligt sind, gewährt rund 80 Millionen Rm. Der restliche Teil kann als durch die beteiligten Außcnhandelsqucllen finanziert betrachtet weiden. Im übrigen werden mit Rücksicht auf die Verlängerung der eingangs erwähnten Fristen mit beiden Bankkonsortien Verhandlungen wegen einer entsprechenden Verlängerung der Finanzierung ausgenommen- Karlsruhe, 18. Dez. Eine Angelegenheit, die nun schon seit zwei Jahren der Börse Anlaß zu Kurstreibereien gegeben hat, und zwar sowohl der Hausse- als der Baissespekulation, scheint jetzt der endgültigen Lösung «ntgegenzngehen. Die Gcsetzesvorlage über die Freigabe des beschlagnahmten deutschen Eigentums wurde nach der einstimmigen Genehmigung durch den Finanzausschuß im Repräsentantenhaus der Bereinigten Staaten eingebracht. Die Annahme dort scheint gesichert. Was fließt nun, wenn diese Regelung durchgeführt ist, nach Deutschland? 80 Prozent des beschlagnahmten Eigentums sollen vergütet werden. Da man die deutschen Forderungen aus dem beschlagnahmten Vermögen auf rund 270 Mill. Dollar schätzt, würden an Deutschland rund 210 Mill. gezahlt werden. Für enteignete Patente. Schiffe, Funkstationen usw., die in obiger Summe noch nicht enthalten sind und deren Wert aus etioa 100 Mill. Dollar geschätzt wird, sollen vorläufig 50 Prozent, b. s, 50 Mill.-Dollar vergütet werden. Die zurückbehaltenen Beträge, also 20 Prozent auf rund 270 Mill. und 50 Prozent aus rund 100 Mill. Dollar, ferner die aufgelaufenen Zinsen von rund 26 Mill., also insgesamt rund 130 Mill. Dollar, dienen zur Befriedigung der amerikanischen Forderungen an Deutschland. Da diese rund 190 Mill. betragen, werden noch die von Deutschland zu zahlenden Tawesbeträge von jährlich 34 Mill. Dollar zur Befriedigung der amerikanischen Gläubiger benutzt. Sobald die amerikanischen Gläubiger ebenfalls bis zu 80 Prozent befriedigt sein werden, werden die» weiteren deutschen Reparationszahlungen gleichmäßig auf die deutschen und amerikanischen Forderungen verteilt bis zu deren lOOprozentigen Befriedigung. Es fließen also der deutschen Volkswirtschaft zunächst rund 260 Mill. Dollar oder 1,12 Milliarden Reichsmark zu. Welches ist nun die Wirkung dieser nach Deutschland strömenden Dollarbcträge? Privatwirtschaftlich kommen zunächst nur wenige deutsche Gesellschaften in Betracht, d. h. die bekannten „Freigabewerte". Dazu gehören die Berliner Handelsgesellschaft, J.-G. Farben, Kammgarn Stöhr, dann die Telegraphengesellschaften und vor allem die großen Reedereien. Diese Gesellschaften erfahren dadurch eine bedeutende Stärkung, die beschlagnahmten Vermögen in Amerika waren zumeist ganz abgeschricben. so- daß die Entschädigung buchmäßig als Reingewinn zu betrachten ist. Die Gesellschaften können ohne Inanspruchnahme fremder Mittel ihren Ausbau fortsetzen und ihre Reserven stärken bezw. Schulden abtragen. In Dividende werden sich die Entschädigungsbeträge nur indirekt umsetzen, da sie ja nur «in Ersatz für verlorengegangene Substanz sind, doch werden die ersparten Zinsen und die durch die neuen Mittel ermöglichte Rationalisierung sich im Erträgnis natürlich bemerkbar machen. Hingewicsen sei hier z. B. auf das Bauprogramm des Norddeutschen Lloyd, das rund 140 Mill. Mark ausmacht und bei dessen Finanzierung man wohl stark mit der Entschädigung rechnet. Die Börse hat seit Jahr und Tag die Freigabewerte in die Höhe getrieben, so daß der jetzige Beschluß nur mehr geringe Kurssteigerungen zur Folge hatte. Die Freigabcaktion dürfte zum großen Teil im Kurs bereits eskomptiert sein. Auf dem G e l d- markt wird sich die Freigabeaktion etwa eben,» auswirken wie der Zustrom ausländycher An- leilKit, d. h. die zunächst hereinnkcmmcndcn Mittel werden, bis sie in Lauernde Anlagen uber- gcfübrt werden, die Flüssigkeit des Geldmarktes verstärken und damit die bekannten Wirkungen auf die Börse und das Preisniveau auslösen. Volkswirtschaftlich von Bedeutung ist, daß diese Auslandsbcträge keine Belastung unserer zukünftigen Zahlungsbilanz durch Zinszahlungen bedeuten. War unsere Zahlungsbilanz 1925 „geborgt aktiv" infolge der hercingenommencn Ausländsanleihen, so wird im Jahr 1927 dieser Zufluß schon infolge der Maßnahmen der Reichsbank und der Aufhebung der Steuerfreiheit stark abgcstopvt werden. An seine Stelle werden die Entschädigungszahlungen treten. Was die Reparationszahlungen anbetrifft, so ist darauf ßin-uweisen. daß der Revaraftonsagent Branntweiustatiftik. Im November hatten die Bestände der Reichsmonopolverwaltung einen Zy- gang von 117 830 Hektoliter Weingeist, einen Abgang von 183 481 Hektoliter, so baß sich die Gcsamtbestände von 827 181 Hektoliter auf 751 040 Hektoliter vermin- derten. Deutsch-schweizerisches Handelsabkommen. Wie be- rcltS gemeldet, ist der am 14. Juli d. I. in Bern geschlossene Handelsvertrag zwischen dem Deutschen Reiche und der Schweiz deutscherseits ratifiziert wor- den. Nähere Auskunft über den Inhalt des Vertrages erteilt die H a n d - l s k a m m e r für die Kreise Karlsruhe und Baden. Zwei Prozent Rachentschädiguug für kanadische Werte. Das Reichscntschädtgungsamt in Berlin ist nunmehr angewiesen worden, den ehemaligen Besitzern kanadischer Werte usw., die infolge Beschlagnahme oder der unifcrlegten Äbliescrungspslicht seinerzeit geschädigt wurden, auch dann die Nachenlschä- bigung von 2 Prozent des Fiicbcnsivcrtstandcs ige- mäß Nachentschädigungsrichtlinien vom 25. März 1325) zu gewähren, wenn diese Posten ohne entsprechende Gegcngutschrift von kanadischer Seite geblieben sind. Diese Maßnahme hängt offenbar mit den negativ auslaufenden Verhandlungen zwischen dem Rcichs- finanzministcrium und den kanadischen Unterhändlern vor einigen Wochen zusammen, die aus Berlin abgerctst sind, ohne die gering st e Bereitwilligkeit zur Rückerstattung des beschlagnahmten oder liquidierten deutschen Eigentums zu zeigen. z. Reue sranz. Rheinschissahrtsgründung. Wie wir erfahren, ist am 1. Dezember die Firma „Lloyd Rhen an (Socists Mulhousienne de Navigation de L'Est de la France) mit dem Hauptsitz in M ü l h a u - s e n und Direktion in Straßburg gegründet worden. Die Firma verfügt über etwa 30 000 Tonnen Schiffsraum (21 Schiffe), den sie käuflich von der Regierung aus diesen rückflicßenden Kapitalanlagen ebenso wird transferieren können, wie aus dem bisher durch Auslandskredite angereichcrten Devisenmarkt. Sind also die Reparationen bis jetzt mit Auslandskrediten bezahlt worden, so werden sie 1927 zum Teil mit diesen einmaligen Einkünften betritten werden. Uebcr das Transfer- Problem und die Möglichkeit seiner Durchführung aus dem regelmäßigen Ertrag der deutschen Volkswirtschaft wird also auch das nächste Jahr noch keine Klarheit schaffen. * Die Arbeitsbeschaffung hat in der letzten Woche durch zwei Tatsachen eine starke Förderung erfahren, einmal durch die Ncubaupläne des Lloyd und dann durch die Gründung der Waggonvereinigung und die Aufträge der Reichsbahn an diese. Dem Werte nach bedeutender ist das Bauprogramm des Lloyd. Die geplanten zwei Schnelldampfer kosten je 45—50 Mill. Rm., die sechs Frachtdampfer zusammen etwa 40 Mill. Rm. Dadurch erhält die schwer darniedcrliegende Werftindustrie einen mächtigen Impuls, dann aber entfallen bei der unendlichen Mannigfaltigkeit eines modernen Luxusschiffes fast auf alle Industriezweige Aufträge, Die Reichsbahn hat an die Waggonindustrie bis zum Juni Aufträge im Wert von 32 Mill. Rm. erteilt, ein verhältnismäßig sehr geringer Betrag, der aber einem Industriezweig zugute kommt, der mehr als alle anderen von den Nachkriegscrscheinungen gelitten hat und bei den Sanierungen und Stillegungen an der Tagesordnung waren. Diese Aufträge sind aber deswegen von Bedeutung, weil sie in einer Zeit kommen, die wieder eine Verschlechterung am Arbeitsmarkt erkennen läßt, die allerdings zum Teil saisonmäßig ist (Baumarkt, Landwirtschaft). Am 15. Oktober wurden 1339 000 Arbeitslose gezählt, deren Anzahl auf 1308 000 am 1. November zurückging, um 14 Tage später auf 1314 000 wieder anzusteigcn. In den folgenden 14 Tagen, d. h. bis zum 1. Dezember hat diese Ziffer eine weitere Steigerung auf 1369 000 erfahren. * Die Effektenbörse hat mit diesem Medio den bisher schwersten Liguidationstermin des Jahres hinter sich. Wenngleich die Mehrzahl der Großbanken Prolongationsgeld im bisherigen Umfange zur Verfügung stellte, so waren die Reportierungsschwicrigkciten doch recht groß und die dadurch hervorgerufene Nervosität wurde noch durch die merkwürdige Uneinheitlich- feit der Prolongationssätze bei den einzelnen Großbanken erhöht. Da gleichzeiftg diese Schwierigkeiten von der Baissepartei und von einer Eligue Amsterdamer Bai ff cspc kulanten zu einem ebenso scharfen wie geschickt inszenierten Vorstoß gegen das Kursniveau ausgcnutzt wurde, so gingen die Kurse an einigen Tagen recht emvfindlich zurück. Zur Verstimmung trug auch die Einschränkung der Produktton bei der internattona- len Rohstahlgemeinschaft und die zahlreichen Fälle von Sanierungsnotwendigkeiten und Ab- schlnßenttäuschungen (so bei Daimler, bei der Ufa, bei Basalt und Telephon Berliner) bei. Tie Abwärtsbewegung der Kurse hörte erst auf, als einige Großbanken mit Interventionen vorgingen und der Medio als erledigt gelten konnte. In den letzten Tagen zeigten sich Anfänge einer neuen Kaufbewegung, das Rheinland und die anderen Industriegebiete gingen wieder verein- zelt mit Käufen vor, doch blieben die Umsätze geringfügig. Auch nach Erledigung des Medio, der ja für die Terminengagements, soweit sie durch Reportgeldhereinnahm« Deckung finden, gleichzeitig die Versorgung über das Jahresende hinaus bedeutet, wollten die Geldsorgen nicht ganz schwinden: man befürchtet, daß die Großbanken zur Aufbesserung ihrer Jahresbilanzen noch vor dem Jahresende größere an der Börse ansgeliehenc Beträge zurückfordern werden. Immerhin gewann die Stimmung an Zuversicht, wobei freilich Rückkäufe der Baissevartei u:d Rückkäufe von Spekulanten, die anf die Prolon- gationsschwierigkeitcn hin ihre Medioengagc- ments gelöst und nun per Ultimo ihre Engagements wieder aufbauten, die Hauptrolle spielten. erworben hat. DieseNeugründung bedeutet eine Stärkung der belgisch-französischen Interessengemeinschaft in der Rhcinschiffahrt (Socists Francaise — Pluvicr Antwerpen). Das Aktienkapital beträgt 3 Millionen Franken. Der Präsident des Verwal- tungsrat» ist ein Herr F. Lanicn-Mülhauscn. — Die Firma beabsichtigt, die Schiffahrts- und Speditionsbetriebe auf Rhein und Kanälen auszunchmen. ES ist dies, soviel unS bekannt, die erste Gründung, die in Mülhausen ihren Hanptsitz hat, und bedeutet somit eine aktivere Betätigung des Mülhauscr Platze« auch ln der Rheinschifsahrt und besonder» im Verkehr mit Antwerpen. Einschränkung der Konsumsiuanzieruug in Amerika. Zur selben Zeit, zu der in Deutschland maßgebende Handelskreise sich unter amerikanischer Mithilfe für die Konsumfinanzierung besondere Organisationen geschaffen haben, kommt aus Amerika die Meldung, daß die Summe der Abzahlungskredite im amerikanischen Einzelhandel jetzt über 7 Millionen Dollar ergeben habe und daß eine bedeutende Finanzgruppe dadurch veranlaßt worden sei, ein« Enquete über die Konsilinsinanzierung zu veranstalten. Nach dem „Konfektionär" wird darin grundsätzlich gegen die Einbeziehung von Bcklcidungserzcngnisscn, Schmuck- waren und Autoreifen in den Kundenkredit Stellung genommen, da eine Kreditierung in diesen Erzeugnissen für durchaus ungesund betrachtet wer- 'den muß. Der Konsumkrcdit sei auf produktive Gegenstände mit innerem wirtschaftlichen und- lang andauernden Wert zu beschränken. Die Finanzgruppe warnt vor allen Dingen vor den Folgen einer Ucber- konkurrenz unter den einzelnen Krcditgcsellschast«n. Weiterer Protest gegen di« Erhöhung der Brannt- «rinsteuer. Gegen die Erhöhung der Branntwein- steucr hat bekanntlich u. a. die Deutsche Kartosfelbau- gesellschait, der Rcichslandbund und der Deutsche Landwirtichaftsrat protestiert, weil daraus schwerste Schäden für das landwirtschaftliche Brennercigcwcrbe entstehen müßten. Es liegt auch jetzt -ine Entschlie- ßung der Hauptversammlung der Abteilung Süddeutschland de» BerwertungSverbande» deutscher Spiritussabrikanten vor, in der die Vertreter des bayerischen, württembcrgischen und badischen Brcuncreigcwerbes „einmütig schärfste Verwahrung gegen die plötzlich von der Rcichsregierung beabsichtigte Erhöhung der Branntweinsteuer ein- legen. „Eine solche Maßnahme" — so heißt e» in der Entschließung — „würde das ohnehin schon stark gefährdete Gewerbe, in allererster Linie die AbfindnnqS- brcnner. vollends zum Erliegen bringen, da dadurch der Verbrauch von Trinkbranntwein und auch der von gewerblichem Spiritus noch weiter erheblich her abgedrückt würde". Tarifkampf in der Schuhindustrie. Mit dem am 16. Dezember 1826 von der Schlichtungskammer de» RcichSarbeitsministeriumS gefällten Schiedsspruch befaßte sich die in Frankfurt a. M. stattgesuntene außerordentliche Mitgliederversammlung deS Bcr- bandcs der Deutschen Schuh- und Schäftefabrikanten E. V. Die zahlreich besuchte Versammlung nahm mit lebhaftesten Befremden von dem Schiedsspruch« Kenntnis. Es gelangte einstimmig nachstehende Entschließung zur Annahme: „Die Mitgliederversammlung des Verbandes der Deutschen Schuh- und Schäftefabrikanten E. V. beschließt einstimmig, den am 16. Dezember 1826 von der Schlichtungskam- mcr des ReichsarbeitSministcrinmS gefällten Schiedsspruch abzulehnen. Sie ist der Auffasiung: 1. Der Schiedsspruch ist nicht den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend zustandegekommen, 2. Der- Schiedsspruch berücksichtigt in einseitiger Weise die Interessen der Arbeitnehmer und verletzt ganz offen-, sichtlich diejenigen der Arbeitgeber. 3. Der SckiiedS-' sprach belastet, falls die in ihm vorgesehene Lohnerhöhung vom Arbeitgeber getragen werden muß, diesen derart, daß sie für ihn wirtschaftlich untxag- kar Ist." Der Ankauf englischer Kohl« durch bi« Reichsbahn. Zu den Meldungen über Ankauf englischer Kohle durch die Reichsbahn wird von authentischer Seite folgendes mitgcteilt: «Die Reichsbahn hatte bei dem angclvauntcu Kohlcnbcdars infolge des Ausfalles der englischen Kohle schon im Lause des Jahres zugunsten des Exportes deutscher Kohle ihre Anforderungen beim Kohlensyndika! verringert. Dieses geschah im Interesse der deutschen AuSsuhrwirtschast. A ls jedoch die Kohlcnbcstände so bedenklich hcruntcrsankcn, daß die Bctricbssnhrung eine weitere Auffüllung verlangte, trat die Reichsbahn an das Kohlensyndikat mit dein Wunsche heran, vermehrte Mengen von Kohle zuzutcilcn. Vom !>rcichskohlenkommisiar wurde daraufhin verlangt, daß bei Mehrzutcilnng von Kohle die Reichsbahn 10 Prozent der Menge an Koks ab- zunehincu hätte. Dies mußte die Reichsbahn ablch- ncn, da sic KokS zur Lokomotivfeucrung nicht vertuenden kann. Niemals vor dem Kriege, auch nicht zusätzlich, ist Koks zur Lokomotivfeucrung verwendet worden. Lediglich war als Notmaßnahmc ein Zusatz von Koks gemacht worden, wodurch sich aber so viele technische Schwierigkeiten in den Fcuerbuchsen und In der Verschlackung der Roste ergeben haben, baß die Reichsbahn anf keinen Fall noch einmal einen sol- chcn Versuch unternehmen kann. Da die n o t w e n- dig gebrauchte Kohle vom Kohlenkom- missar nicht zu erlangen war, mußte auf ein zufällig sich ergebende» Angebot englischer Kohle zugegrisfen werden. Es handelt sich um 70 000 Tonnen — da» kommt nicht an einen ZweitageSbcdarf der Reichs- OliU'i dem „Goldenlen Sonntag", sind die Geschäfte bekanntlich von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends geöffnet. Wir empfehlen Ihnen daher, Ihre Weihnachts- Einkäufe nicht erst kurz vor den Festtagen zu tätigen, sondern diese Gelegenheit wahrzunehmen, die Geschälte, die im „KarlsruherTagblatt" sich durch eine Anzeige empfehlen, aufzusuchen. Jetzt sind Sie nicht nur einer individuellen Bedienung sicher, sondern es kann Ihnen auch eine größere Auswahl von Geschenkartikeln vorgelegt werden. Der umsichtige Kaufmann aber lenkt di e Aufmerksamkeit des kauflustigen Publikums durch die Aufgabe einer Anzeige in der Sonntagsausgabe des .Karlsruher Tagblattes", der führenden Morgenzeitung Badens, auf sich I Wirtschaft-Wochenschau. $ Gelte 14 Karlsruher Tagblatt, Sonntag, den IS. Dezember 1828 Rr. 39V Sahn heran. Täglich verfeuert die Reichsbahn bis zu 4V OSO Tonnen." Machtkämpfe i« «alifyndikat. Bon dem Führer des Burbach-Konzerns, Herrn Dr. Gerhard Körte, wird mitgeteilt: Die bisher der R e ch b e r g - Gruppe gehörenden rund 400 Stück Winters- Hall-Kuxe sind vom Burbach.Konzern er- worben worden. Bon der Burbach-Gruppe wird mit dieser Transaktion ein doppelter Zweck verfolgt. Es soll einmal verhindert werden, baß ein für die deutsche Kali-Jndustrie bedeutungsvolles Konzernpaket in Hände gelangen könnte, die dem Kali-Syndikat und damit der Gesamtheit dieser Industrie nicht genehm wären. Ferner soll durch die Jntereffenahme deS dem Kaliblock angehörigen Burbach-Konzern an der Wintcrshall-Gruppe ein reibungsloses Zusam- menarbeiten aller Konzerne für die Zukunft ermöglicht werden. Der '.orsitzende des Burbach-Konzerns bezeichnet als sein Ziel hierbei Erhaltung der Unabhängigkeit und Einigkeit der Kali-Industrie. Aus Baden Anleihe der Stadt Pforzheim. Der BürgerauS- schuß wird sich in seiner Sitzung am nächsten Montag mit der Aufnahme eines Darlehens von 1 Million Reichsmark von der Badischen Girozentrale in Mannheim beschäftigen. Das neue Darlehen soll zur Hälfte zur Gewährung von Baudarlehcn an private Bauunternehmer, im übrigen zum Grunderwerb verwendet werden. Die Anleihe ist zu 7 Prozent zu verzinsen, der Auszahlungskurs beträgt 80,25. Bayer. Brauhaus Pforzheim A.-G. Der Bier- erlos in dem am SO. September abgeschlossenen Gc- schäftssahr betrug 1081 234 Rm.. dagegen beanspruchten das Braukonto 886 450 Rm, die Abschreibungen 88 661 Rm., so daß ein Reingewinn von 78 250 Rm. verbleibt, woraus 6 Prozent Dividende gezahlt werben. Märkte Berlin, 18. Dez. Amtliche Produkten- Notierungen in Reichsmark je Tonne (Wcizcn- und Roggcnmchl je 100 Kg.). . Märkischer Wetzen. 265-268, Dezember 288, Marz 285. Mai 283,50 B. Märkischer Roggen 231—236, Dezember 248,50—240, März 244,50, Mai 244,75 G. Sommergerste 217—§45, Wintergerste 182—205. Mär- kischer Hafer 175—185, Dezember —, März —, Mai 302. Mais, loko Berlin 185—188. Weizenmehl 34,50—87,75, Roggenmehl 32—34,35, Weizenkleie 13, Roggenkleic 11,80^—12. Für 100 Kg. in Mark ab Abladestationen: Viktoriaerbsen 52—61, kleine Speifeerbsen 31—83, Futtererbsen 31—24, Peluschken 20—22, Ackerbohnen 21—22, Wicken 22—24, blaue Lupinen 14—15, gelbe Lupinen 14,50—16, Seradella, neue 20,50—22, Rapskuchen 16,40 bis 16.50, Leinkuchen 21—21,30, Trockenschnitzel, prompt 8,60—8,80, Soja 18,80—18,80, Kartofselflocken 36,80—27. Hamburger Warenmärkte vom 18. Dez. Reis: Am Platze waren die Umsätze recht gering. Für Exportwaren bestand bessere Nachfrage bei teilweise guten Abschlüssen. Tie Lokopreise blieben unverändert. Burmareis loko 16/6 sh, dito per März-April 14/4% sh, Valencia 000 loko 20/3 sh, Siam 000 loko 21/6 sh bis 24 sh. Bruchreis A I loko 14/6 sh, dito neue Ernte 13/6 sh, Patnarcis 000 loko 30 sh, Moul- mein 000 loko 20 sh, dito per April-Mai 18/1)4 sh, Bassin 18 sh. — A u s I a n d « z u ck c r : Tendenz ruhig: Preise behauptet. Tschechische Kristalle Fein- körn, prompte Ware 18 sh, dito per Dezember 18 sh. dito per Januar-März 18/3% sh, dito per Mai 18/7% sh. Deutscher Kristallzucker, prompte Ware 17/10% sh, dito per Dezember 17/10% sh, dito per Januar 18 sh. — Kaffee: Tendenz ruhig. Käufer abwartend. Die Umsätze waren demgemäß gering und teilweise zu ermäßigten Preisen. Extra Prime 1.00 bis 1.10, Prime 0.83—1.00, SantoS Supertor 0.88 bis 0.83, Goods 0.86—0.88, Regulars 0.83—0.85, Rto- Kafsec 0.76—0.83, Viktoria 0.73—8.80, Sul de Minas 0.83—0.85. Gewaschener Zcntralamerikancr: Salvador 1.30—1.60, Guatemala 1.86—1.65, Costarica 1.55 bis 2.05, Maragogype 1.85—2.45. — Schmalz: Tendenz stetig. Amerik. Stcamlard 80,75 Dollar, Trans. Purelard in Tierces, biv. Standmarken 31,50 bis 32 Dollar. In Firktns je 50 Kg. netto % Dollar teuer, in Kisten je 25 Kg. netto % Dollar teurer. Hamburger Schmalz in Dritteltonnen, Marke Kreuz 36,75 Dollar. — Kakao: Tendenz ruhig. Nachdem gestern Accraernte auf Abladung (alte Ernte) bis 68 sh bezahlt worden, sind die Eigner heute aus schwächere Neuyorker Terminnotierungen williger. Guayaquil sehr fest. Navidad fordert bis 80 sh cufr. Accra, alte Ernte loko 62/6 sh bis 63/6 sh, dito Neuernte loko 66 sh, dito per Dezember-Januar 66/6 sh, dito per Januar-März 67 sh, Superior Bahia per Dezember-Januar und per Januar-Februar 70 sh cufr., dito schwimmend 69/6 sh cufr. angeboten. Für Trinidad und ^Lissabon liegen keine neuen Offerten vor. — Hülsenfrüchte: Geringe Versätze bei unveränderten Preisen. Nürnberger Hopfenmarkt. Nürnberg, 18. Nov. Das Marktgeschäft hat auch in der abgelaufenen Woche den bisher recht ruhigen Charakter beibehalten und es ist aus den schon wiederholt erwähnten Gründen, zu denen sich noch die Nähe der Feiertage und des Jahresschluflcs gesellt, der Verkehr auch in der letzten Woche wieder weiter zurückgegangen. Wurden doch in der Berichtswoche nur etwa 80 Ballen dem Markte zugcfahren und zwei Markttage blieben überhaupt gcschüftslos. Den größten Umsatz hatte der Freitagsmarkt mit nahezu 100 Ballen. Der ganze Wochenumsatz beziffert sich aus 160 Ballen. Freilich sind bas nur die reinen Marktziffern. Am Platze Nürnberg selbst wurden im Verlaufe der Woche namentlich in den Privat- und Transitlagern weitaus größere Abschlüße getätigt — man spricht von nahezu 500 Zentner —, von denen allerdings weitere Einzelheiten nicht bekannt wurden. Fcstgestellt sei in diesem Zusammenhänge auch noch, daß gegenwärtig die Bestände des Marktes kleiner sind, als je um diese Jahreszeit, und weiter, daß gerade die Zufuhren vom Lande fast ganz ausbleiben, ein Zeichen dafür, daß schon viele Produktionsorte als ausverkauft angesprochen werden dürfen. Die Preise haben gegenüber der Vorwoche keine wesentliche Acnderung erfahren. Im allgemeinen zeigten sich die Eigner abgabewilliger, sodatz sich die Preise teilweise etwas zugunsten der Käufer neigten. Im einzelnen notierten zu Wochenschluß: Markt- und Gcbirgshopfen: prima 480—510 .fl, mittel 370—470 .Ä, geringe 810—860 .H; Hallertauer mit und ohne Siegel: prima 480—520 .ä, mittel 880—480 .11, geringe 840—870 Jl; Württemberg»: prima 480—520 M, mittel 380—480 M, geringe 840—370 Jl-, Elsässer, verzollt: prima 480—500 Jl-, rote Hopfen: geringe 250 bis 280 .# je 50 Kg. Auch auf den Auslandsmärkten ist in der letzten Zeit größere Ruhe eingekehrt: in Saaz schwanken die Preise noch zwischen 3660 und 4300 Kronen. b. Aus dem pfälzischen Weinbaugebiet, 17. Dezbr. Das McngcnerträgntS der Gemarkung Bad Dürkheim, der größten weinbautrcibcnden Gemarkung der Pfalz, beträgt bei einer Anbaufläche von 684 Hektar für Weißwein und 183 Hektar für Rotwein in diesem Herbst 547 Fuder Weißwein und 183 Fuder Rotivein. Der Mittelfudcrpreis für Weißwein wird auf 1200 .fl, der für Rotwein aus 700 .H angegeben. Der G e s a ni t c r l L s wird auf 800 000 ,H beziffert. Berliner Schlachtvichmarkt am 18. Dez. Bezahlt wurde sür 50 Kg. Lebendgewicht: Ochsen: a) 60—62, b> —, e> 56—58, d) —, e> 48—51, f) 43-45; Bulle n: a» 55—56, b) 51—54, c) 47—40, d> 48—46; Kühe: a> 47—50, b) 86—42, c) 20 —30, d) 18—22; Färse!' : a» 68—60, b) 48—58, c) 42--44; Fr esse r : 88—48; Kälber: a> —, b> 82—82, c) 62—80, d) 50—60; Schafc : a> —, b> 55—58, c) 48—50, d) 88—40, e) 82 bis 35; Schweine: a> —, b) 78, c) 76—78, d> 74 bis 77, c) 70—72, f) —, Sauen 68—70. Auftrieb: Ochsen 488, Bullen 528, Kühe und Färsen 1258, Kälber 2150, Schafe 8888, Schweine 12 288, Auslandsschweine 266. Marktverkauf: bei Rindern, Kälbern und Schafen glatt, Kühe vernachläsiigt, bei Schweinen anfangs glatt, später stark abflauend. Die Preise sins Marktpreise für nüchtern gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall sür Fracht, Markt- und Berkaufskosten, Umsatzsteuer sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein, müsien sich also wesentlich über die Stallpreise erheben. Schweinemarkt i« Osseuburg am 18. Dez. Aus- gcsahren wurden 268 Stück, darunter 2 Läufer. Geschäftsgang mäßig. Preise sür das Paar Läufer 115 Jl, für Ferkel das Paar 20—42 Jl. Börsen Frankfurt a. M., 18. Dez. Der Sturz des Kabinetts gab Anlaß zu großer SpekulattonS- tätigkeit, so daß der Wochenschluß in außerordentlich fester Haltung schloß. Die Bewegung ging am Montanmarkt besonders von Stahltrustaktien ans. Daneben waren Commerzbank wieder groß im Geschäft, Auch Farbenaktien konnten sich kräftig erholen. Insgesamt wurden KurSer- höhungen in Spezialwerten von 4 bis 7 Prozent festgesetzt. Am Montanmarkt zogen Stahltrust 1,50, Harpener 3, Gelsenkirchen 3,50, Phönix 2 Prozent an. Mannesman» zum ersten Mal ausschließlich 5 Prozent Dividende 3 Prozent scster. Kaliwerte weiter gesestigt, angeblich, weil der Kalitrust doch noch zustande komme. Aschersleben plus 5,50. Petroleumwerte bis 1 Prozent höher. Von variablen Werten Autowerte stark erhöht, Daimler plus 2,50, die Metallbankgrnppe ruhiger, doch fest. Zcllstosfaktien ebenfalls beseitigt, Waldhof 280. Von Bauaktien gewannen Heidelberg 2 Prozent. Elektro- aktien nach wie vor gefragt, Siemens u. Halske 187. Ter Anleihemarkt war im Gesamtrahmen der Börse ebenfalls stark erholt, sowohl bei deutschen wie auch bei fremden Renten. Kriegsanleihe 0,750, Schutzgebiet 15,4, zweite Anatolier 30,50, Zolltürken 16,25. Der weitere Verlauf war etwas ruhiger, blieb jedoch fest. Am Devisenmarkt nannte man unverändert London—Paris 121,50, gegen Mailand 108%, gegen Neuyork 4,85%, Pfund gegen Mark 20,38, Dollar gegen Mark 4,20. Geld bleibt sowohl in kurzen wie in langen Fristen zu den hohen Sätzen gesucht. Berlin, 18. Dez. Die Lage an den Effektenmärkten hat durch die Verkäufe der letzten Zeit eine so weitgehende Reinigung erfahren, daß die innerpolitische Spannung eine nachhaltige Wirkung auf die Tendenz nicht auszuübcn vermochte. Die Verstimmung, die an der Frankfurter Abendbörse auf die Kurse drückte, war bei Beginn der Samstagbörse gewichen. Die ersten amtlichen Kurse hielten vorwiegend über den Schlußnotierungen des Vortages, da die leichte Herabsetzung des Tagcsgeldes auf 4—6 Prozent und vor allem die Ausführungen der Großbanken mit ihren neuesten wirtschaftlichen Berichten die Spekulation zu Deckungskäusen und das Publikum zu kleineren Anschaffungen ver- anlaßten. Das Geschäft verlies jedoch an den meisten Märkten bei freundlicher Grundstimmung ruhig. Nur am Bankakticnmarkt, in Elektro- und Montanakticn, einigen Spezialpapieren, J.-G. Farbenakticn und zeitweise in Tchiffahrtswerten janüen etwas lebhaftere Umsätze statt. Die Aktien der Schubert und Salzer A.-G., in denen angebliche amerikanische Aufkäufe stattfinden sollen, zogen während der ersten Börsenstunde um 4 Prozent an. Am Bankakticnmarkt lag der Schwerpunkt des Interesses bei der Com- mcrzbank, die 5 Prozent höher einsctzte. Die Ren- tenmärktc wurden dagegen vollständig vernachläsiigt, konnten sich aber mit einzelnen Ausnahmen (Türken) gut behaupten. Am Geldmarkt war teilweise auch schon unter dem angegebenen Satz »nzükvmntcn. Ein halböffentliche« Institut stellte Tagesgeld für erste Firmen mit 4 Prozent und darunter zur Verfügung. MonatS- geld wurde nach wie vor bei lebhafter Nachfrage nicht unter 7—8 Prozent ansgeliehcn. Für die Unterbringung von Warenwechseln mit Großbankgiro mußten zirka 5% Prozent angelegt werden. Im internationalen Devijenvcrkehr notierten die Hanptvaluten aus ihrer bisherigen Basis. Tic Reichsmark setzte ihre schon gestern beobachtete Befestigung heute gegen Neuyork auf 4,1005 fort. DaS englische Pfund notierte mit 4,8528 gleichfalls fest Berliner Nachbbrf« vom 18. Dez. (Etg. Draht« meldg.) Die Börse schloß ruhig bet feste« G r u n d t o n. Die Kursgestaltung war nicht einheitlich. Bankwerte lagen weiter sest. Commerzbarrk 212,25, Dresdener Bank 168. Montanwerte lagen etwas unter den höchsten Tageskursen, Harpener 186,60, Rhcinstahl 185,50. Volkswirtschaftliche Literatur. Der Ausstieg des Wirtschaftslebens. Lösung der wirtschaftlichen Kernfrage. Bon Dr. Oskar Michel. Heft 76 der „Bibliothek für Volks- und Weltwirtschaft". (Dresden, Globus Wisienschaftl. VerlagS« Anstalt.) Preis 2 Mk. — Seit Aristoteles ist die Frage nach dem Urprinzip, das das gesamte Wirtschaftsleben bewegt und prägt, nicht zur Ruhe ge« kommen. Die Deutschen haben zur Lösung deS Problems den größten Beitrag geliefert: Friedrich List, Brpno Sildebrand, Gustav Schönberg, Karl Bücher, Gustav Schmoller, Werner Sombart, Joh. Plenge, ohne jedoch die „Patentlösung" bisher gefunden zu haben. Eine solch« Lösung bietet jetzt Oskar Michel, der von der Philosophie kommt und sich bereits als Religionspbilosoph einen Namen gemacht hat, in seiner Schrift: „Der Aufstieg des Wirtschaftslebens (Systematik der Wtrtschaftsstufcn). Devisen. w Berlin, 18 Buenos-Alres 1 Pes. Kanada 1 kaoad. Doll. Japan 1 Ten. Knnatantinopel 1 türk Pf. London 1 Pf. New York 1 D. Rio de Janeiro 1 Milreis Uruguay 1 Peuo Amsterd.-Rotterd. 100 Q. Athen 100 Draebm. Brüss.-Antwero. 100 Belga Danzig 100 Gold. Helsingfo» 100 linn M. Italien Jugoslavien Kopenhagen Lissab -Onorto Oslo Paris Prag Schweiz Sofia Spanien Stockh.-Gothenb. Wien Budapest 100 Lira 100 Dinar 100 Kr. 100 Eseudo 100 Kr. 100 Eres. 100 Kr. 100 Frcs 100 Leva 100 Pes. . 100 Kr. 100 Schilling 100 000 Kr. Gf»idkut h 4#*irtkuii 17. 12 18 12 1.727 1 726 4 190 4192 2-C50 2.120 2-048 2120 20.352 20.355 41945 4.1955 0499 0.495 4.260 4260 167 74 167 74 5 24 5 24 58.32 58.35 8145 8150 10 567 10557 18 71 1871 7.400 7.402 11179 11182 21 495 21.495 10587 105.90 16 79 16 880 12.420 12422 81125 81125 3032 3035 63 92 6388 11210 11211 5917 59 12 5 865 5 865 Dezember Zuschlag t. Brief k. •K.OT4 + 0.05 ■ + o.oio + 0.02 *■ 0.01 +■ C -42 4 0.02 + O.IJ + 0.20 + 0.04 + 0.04 t 0 02 4-0.28 + 0.06 + 0.24 + 0.04 + 0.04 + 0.20 + 0.01 + 0.16 t 0.28 I 0.14 + C-02 Berlin, 18. Dez. Ostdevisen: Danzig 81,56 bis 81,78, Bukarest 2.20—2.22, Warschau 46.58—46.82, Kattowitz 46.63—46.87, Posen 48.48—46.72, Reval 1.11« bis 1.122. — Noten: Polen, große 46.46—46.84. kleine 46.46—46.84, Lettland 78.80—80.70, Estland 1.125 bis 1.185. Basler Devisenbörse. A m t l i ch e M i t t e l k u r s e vom 18. Dez. (Mttgctcilt von der Basler Handelsbank.) Paris 20.72%, Berlin 123.10, London 25.00, Mailand 23.05, Brüssel 71.95, Holland 206.85, N-u- york (Kabel) 5.17%, Neuyork (Scheck) 5.16%, Kanada 5.16%, Argentinien 2.12%, Madrid und Barcelona 78.80, Oslo 180.75, Kopenhagen 137.80, Stockholnt 138.20, Belgrad 9.12%, Bukarest 2.65, Budapest 72.56, Wien 73—, Warschau 57.—, Prag 15.32%,, Sofia 3.75. Prämien-Satze der ifetnkfirma Baer L Elend, Karlsruhe. I Jan •Ul.Elek.Ges.' 6 1 - Bochumer . / D&rmst. Nbk., 8 Deutsch.Bank j b'i Disconto . .: Dresdner Bk.; 6S Deut. Erdöl . i § D.-Duxemb. . — Farbenindust. 13 3eisenkirch..! 7 Feb. März Jan Feb. 9‘z 12 1 ? Hamb.Pakett. 7‘/i 10 V, 10 11 9 . H m 12-, Handelsges. Harpener Licht u. Kraft Mannesmann Nordd. Lloyd 14 !8 10 10", 11 14 Phoenix . . . 6'/! 9", Rheinstahl 8 12 ►*1-* ooo 23 Slem.&H&lsk. 7V. 11-., 13 iVk 19 13 ll 4 lh 15',4 Frankfurter Kursbericht. Die Kurse verstehen sich in Prozent, Deutsche Staatspnpiere Zwangsanleihe ;">% Reichs.-An!. 3% do. 40/0 B.Anl.v.1901 dto. 1908-0» dto. 1919 . 3'/, % Bad, Aul. v. 1876-80 . . 3%°/o abgest. »>/.«/,. 1904-06 , - “ r.E.B.An. 0750 0790 0747 0790 9V,°/oBy.E.B.A. 90/oBay.E.B.An. 4%Hess. v. 1899 4 ol o dto. Reihe . 3V 2 U ; 0 H.abgest. 3 Vj °,'o Hessen . 3<>/o Hessen . . 80/n WOrttemb. ■#/,% v. 1881-86 3V, % von 1903 0 680 0680 0690 0700 0640 0.680 0 680 0.680 0 680 0663 l°io Sächsische 17.12. 18.12. Staatsanleihe —.— —— l°/n Säclis. Rente —.— Sachwerte jO/ 0 Bad. ltohle 1370 —— io/oHess.Braun. —6 85 ö°/o Pr. Kalianl. — — 570 äO/oPr.Rogg.An. 9.— 9— >o/„8äch. Braun. —.— —— P>/ 0 dto. Braunk. —330 ■t°/odto. Braunk. ——— Pt!Uz.Hyp.PIdb. Rhein. Pfandbriefe 16.10 1315 1582 1312 Fremde Vierte i°/^Ruraän 1903 —— 12-25 yy 0 Bos. u. Herz. —.— —— ,»/(, Mcxik. am. innere (Silb.l —.— —.— . (, . u Mexik.konv. 17. 12 IS. 12. &uss. (Gold) . 4325 . o/p Mexikaner konv. innere Mexikan. Irrfe. Anl . . _ 3450 4°/r>Türk v.1011 1612 l‘/i % Anat 8.1 31 3150 4Vi°/oAnat.S.II. 30.50 30.50 Baguadbahn T 25 - Bagdadbahn 11. 2150 2112 .SalonikOlonas. 25— 25— i^/gTehuantepec ab 1U14 . . . 27— VerslchcrunjtK-Aktlen Erst. Ali Vers 109 50 110.50 ErankoniaVers 76 50 —.— Transportwerte Hanau . . .Ho- 166 53 167— N’ordd Lloyd 40 165 37 164.87 Baltim.u ObioR — 106 — Banken 17. 12. 18. 12. AU.D. Kredit. 2t: 146— 14650 Bad. Bank . 10'.. — .— — . - Barmst. Bk: 103 256— 258- — Dtsch. Bank 100 181-87 182 37 Disconto-G. ISO 17175 171 25 Dresd. Bank 80 — . — 163— Metall Bank 160 170 50 172 - Oest.Creditaust 776 7.60 Rh. Creditb. 40 136— 136 50 Reichsbank 100 160 50 161. - Snd.DiRk-G.10 157— 157— Indnstrlew Bochum. Gull, nu 170 Buderus Eia. 200 107 lisch.Lux.Bg700 167 Gelsenk.Bg.700 171 Harpen.Bg'1000 186 KaiiAschersl 50 144 Kali Salzdet. 160 — Kali Wester. 160 154 Klöcknerw. 600 — Mann Röhr 600 192 ertc 50 170— 107 50 .50 170 - - 171 25 - 186 - 75 145 25 75 157— — 146— 5018850 >lansf. Bgb. .V ■‘hönix Kgh.60t rih. Braunk. 800 Rh. Stahlw. 8tHj Riebeck Men.40t l’ellus Bergb.2t laurahotte. 10c Brau. Wulle 12t Adt Gehr. . 60 \dlcr&Opp. 260 Adlerwerke .40 AEG. . . .60 Asch. Zellst.40t Bad. Wcinh. in B.Msch. Dur.200 B.Lhr.P'urt. 400 Bergmann . 20t Ceni.Heidel.30t Daimler Mot 60 D G. u.Ssch. 140 Dyck. & Wid. 6t. Eis. Kalsersl. 40 El .Licht u.Kr.00 17. 12. 1 33— 126 90 2'3— 196— 178— 102 — 76-- 144 50 43— 110.50 157.25 147.25 1Ü 50 3475 156 60 127 25 §4 50 174— 73.30 155— 18 12. D- 241 — 195— 18050 12— 75— 145— 43— 109>0 15750 147 50 111— lli 50 128 50 84 75 17225 7450 5810 1:5.87 .•Jl.ßd.WollelOU •Cßlin.Msch.KXi ISttlg. Spiunerei l'aher & Schi. 80 [•’arbenind. I.G. Fahr Gcbr. 100 Fein. .Jetter 120 Fr.Pokor&WlOO Fuchs Wagg. 25 Germ. Din vl. IOC 4old8chmidt200 Gritzn.Msch 80 .iran fc.Bilf. lbc Haid & Neu 80c tlanfw.Füss 200 Hirsch Kupf.loC Uoch-u.Tieib.2< Holzmann Ph.8C Holzver.-Ind 80 ioag Erlang. 20 lungh.Gebr. 14C Kamm.Kais. 12i 17 12. 54— 71 80 207.- 99- 312 50 »- 74.50 0 520 193— 142.50 119 - 132 50 4990 10975 101 50 103 25 160 - 7290 69 50 103 10 18. 12. 71 io 207— 99— 3 & 2 - 5 89 - 7450 050 193 - 144 90 118 25 135— 4950 109- 101 — 10.3.25 160— 73 25 iol— 146— 146— varlsr. Mscb. 6b Kl. Sch. & B m Knorr Heilb. 60 Kons. Braun 15 KraullLokom.6U . .ahmever . löt l.ech. Augsb 260 ..eder. Spich. 60 Linoleumw. 120 Lud. Walzm.60( vlaink.H6ch.14t detail!-. Krkf.60 MCnusStammBt dot. Oberui 26t 'eck Fahrz.lOt ’eters Union St t’lalz.N.Kays 60 iein.,G.&Sch.3( th.El.Mann lut dto. Vorz. 40 thena. Aach 60 RodbergDar 60 17. 12. 44— 96 - 149— 57 50 70 87 136— 115— 10725 114— 177.50 |6 5_0 104— 119— 61 — 109— 150— 8925 68.50 lo.75 18. 12. 43— 95— 150— 57— 135 25 11412 107— 114— 179— 57 25 60.50 104 50 120 — 61 — 112 — 149 75 89 25 66 50 15 75 (öder Darm. 12b tQtgerswer. lt>c chn. Krank. 10, SchuckertEl.lOb teilt. Berneis 4b tiem.L Hals. 70b Slldd. Metall 16t hren.Eurtw.40 tto.LHLlI.8t. 26 iVayB&E"reyt.4o Zell. Wid. St. 10t Zuckl. Wagh. 4t. do. E'rankth.4b do. Heilbi. 4b do. Offstetn 4b do. Stuttg. 4 17. 12. 13025 85 25 156— 65.50 19725 83.50 11612 139— 22950 127— 102 — 126— 164 75 126 50 18. 1L 123 25 130- ill:5 ‘ii : i 23 50 119-- 140.- 230 - 127 < 102 gß 126Z 183 rarinbel denz Motor. 00 — Dscb.Petrol. 160 — — —' GrvLK.^Vartt.20 — Blech. Erdsi 40c 172 50 172 50 Berliner Kursbericht Die Kurse verstehen sich in Prozent. — Der niedrigste Nennbetrag einer Gesellschalt ist neben deren Narpen angegeben. Beiohsbankdiscont 6»/ 0 . - Reichsbanklombardsatz 7 °' 0 . Reiohsbankdiscont 6 °/ 0 . festverxiasliche Werte 17. 12. 18. 12 6»/ 0 L.-E. Kohle 60/q Pr. Kali . Goldanleihe . . 4‘/, Schatz. IY-Y 50/oD.Reichsan. 4 °. o ,, W/o 3®/o », 4“/o Schutzgeb. Sp.-Prämienan. 40/0 Pr. Consols Wh .. 30/0 ,, 60/ 0 Mexikaner . 4 1 /, Gest. Sch. 14 40.3 Gest. Goldr. # > /oOe«t.Kronr. 4»/ 0 Thrk. adm 40/ 0 T.Bagd.S.I 4»/o Türk, v.® 40/ 0 T. Zoll 1911 4o, o T.400P.Lose 40/ 0 TTng. Goldr 4», 0 Ung. Kronr. 60/- Tenuantep. 4 l /a*/o .. 1385 572 93 - °o b n 0.69 0 69 0-772 1550 0 425 0.695 13 25 5.84 98— 8« 0 ° 68 ? ch 044 0.652 2915 26 40 Pfandbrief« 4°/o Bad. Schatz. ~ —- Berl. Hypothek. 1-4,7-8 u. Abg. 1530 15-25 do. Serie 28, 24 do. Serie 26 . . do. Serie 26 . . *5 90 do Komm. S. 1-2 6— Dtsch. Hypoth. S. 1, 4—24 . . 1555 15.40 Franki. Hypbk. S. 14 .... 1530 1510 Franki. Piandb. S. 43, 44, 46-62 16 25 1525 Gothaer Grund- kred. Abt. 2-20 1455 14 50 do. Abt. 21 . 4 65 4 65 do. Abt. 22 . 1— do. Abt. 28 . do. Abt. 28a . do. Ko». Qm. 1 —.— 17. 12. 1235 18. 12. 12 40 875 8.75 12 63 12-55 ~Ö"24 0 25 1320 13-25 12 65 1270 1360 563 13.45 595 ilambg. Hypbk. 8. 141—tjhf) . Mecklenb. Hyp. u. Wbk. S. Idi Meining. Hypb. Em. 1-17 . . do. Prlmienpl. do. Em. 18 . . do. Em. 19 . . Nordd.Grundkr. 8. 3-19 . . . do. 8. 20 . . . Preuß. Bodenkr. 8. 3—29 . . . Preuß.Centralb. 86—99, 01—12 Preuß. Komm.. Preuß. Hypbk. 1904—05 . . . Preuß. Piandbr. 8. 17—33 . . do. 8. 34 . . . do. Komm. Em. 1—12 .... Rh.Westi. Bod.- kredbk.S.1-13 do. S. 14 . . . —— - — Eisenbahn-Aktien A.-G. l.Verk. 000 182— 188— Hochbahn .600 89 50 86 50 SUd.Eisenb.800 135— 135 - Baltimore . . 105 — 106 25 Luxenib. P.H.B — — — — ächantung . . 16.37 16 25 Canada-Paciiic 7525 —— Üichiffahrts-Aktien D. Austral. 30b 164— 164— Hapag . . 300 166 50 - — Hamb. Sud. 300 183 25 -. - Hansa ... 60 l9l— 190-50 Kosmos . .200 164 84 —— Nord-Lloyd .40 165— — — Verein. Elbe 40 82 75 82-50 Bank-Aktien Bkf.Brauln.20 170— 170— Barm.B.Ver. 20 145 50 Bay.H.u.Wb^O 175 75 175— 14.95 1475 13 30 13.15 5.35 5.50 12.35 1215 Berl.Han.G. 100 C’ommerzbk. CO Darmst. Bk. 100 Deutsche Bk. 60 D.Uebersb. 1000 Oise.-Korn. 40 Dresdner Bk. 20 Leipz.Cred.A.20 Mite. Creditb. 20 Gest. Credit . . Reichsbank 100 Rh. Creditbk. 20 Rhein. AVestf. Bd.Cr.Bk 100 Wiener Bankv. 17 12. 262— 296 50 257— 183— 11950 171— 163— II 16175 136— 15 1S 18. 12. 206— 257— 119-37 17175 16360 7.50 U- 150— 550 560 Brauerei-Aktien Engelhard . 30b 164.— 165.— Sch6iTerh.-B.250 276— 277 - Schulteis-Pa. 20 297 75 29775 Industrie-Aktien Aach. Leder 00 21— 21— Accumulat 600 145— 145— Adler&Opp. 260 118— 117— Adlerh. Glas 200 14475 14475 Adlwcrke . .40 109 50 109 — AUg.Elek.G. 60 158— 158 50 Ammendl. P. 60 182— 182— Angl.Con.G. 100 109 87 109 75 Anna. Stein. 800 60 — 60— AnnenerGuß 160 25— 25— Asch. Zellst. 300 — .— _ _ Augs.Nrb.M.200 123.75 12312 Balcke Masch. -— -.— Barop.Walz. 140 116 25 117— Basalt A.-G. 20 92-12 92— Bay.Spiegelg.60 60 - 60. - .1. P. Bembg. 200 217 - 216. Berg Evckiu.400 99 50 Berger Tiefb. 60 265— Bl. Anh. M. 100 51 75 50 Bergm.E.W. 200 154-60 154.50 270— 51 — 92 l » 170 DUTarl.In.lOOU 93.- BI. Maschin. 100 115.— Bing NUrnb. 60 65.— Bochum. Guß 50 lo9. - 170.50 Gebr. BölüerlOO - Braun. Brlk. 600 164.— 165 50 Brsch.Kohle 150 191 — 196. - Breitenbg.Ze.80 144 50 149 — Brom. Linol.250 139 - 186 — Brem.Vulk. 1000 105.50 107 - „ WoUka. 1000 156.- 15775 17.12, 18.12 Brown Bov.&C. Buderus . . 200 Busch Wagg. 80 Capito&Kl. . . Charl. Wass.120 Chm.BuckauSOO „ Heyden . 40 „ Gelsenk. 1000 „Albert .300 Conc. Chem. 400 Cont. Cautch. 40 Daimler... 60 Delm. Linol. 160 Dessauer Gas 80 Dsch.At.Tel.150 „ Luxembg. 100 Dsch.Eb.Sig. 80 , „ Erdöl . .400- „ GuBstahl 60 : „Kaliw. .200- „ ßpiegelgl.100 „Ton u. St. 20 - „ Wolle . . 80 „ Eisenhdlg. 80 „Maschin. 100 ! Donnersm. . 500 1 Dresd. Gard. 50 ! Düren. Met. 1000 Dürkqpp . .150 DUss.Eiuenh.250 Dyckerhoff . 60 Dyn. Nobel 120 : Eintr. Brk. 600 : Eisen. Kraft 250 Elek. Liefer.200 „ Lichtn.Kr.60 ■ El.Bd. Woll.100 Email.Ullrich GO EnzingerW. 100 ErlangerBw.100 Rrnemann . 50 Eachw. Bg. <>00 Las Steink. 700 FaberBleist.140 I.-G.Farb.In.IOO Eeldm. Pap. 60 Feit.&GuiIl.300 Prankt.Zuck.40 Frankonia . 100 Friedrichs!*. 300 R. Frisier . .60 Fuchs Wagg. . 106 50 106 50 124'- 125- 13160 9950 150. - 80 50 110 - 84 75 179— 171.87 104— 7775 124 87 128— 133 75 100 25 149— 817E 1117! 3- 173.50 12075 ‘ä* 87 25 113— 126 50 119 - « 62 50 75.25 15312 98— 31260 158. - 152— 10237 19— 12150 94— 0.50 9887 31475 160 . 153.12 10237 19.50 122 - 94— 0.50 Saggen.Eis.100 Geb.&K6nig400 Gelsen. Bgw. 400 Gelsen. Guß. 400 Genschow .400 Germ. Zem. 140 Gcrresh.Glas400 Ges.l.e. Unt. 100 I.Girmes&C.lOO Glockenst. . 140 Gebr.Goedh. 150 Th. Goldsch. 200 Gothaer Wag. 60 GörlitzWagg.20 pln, W. 100 Grepp Gritzner .300 17 12. 18. 12. 54— 53 - 78— 78— 170 87 170 25 12 - - — 80 50 83— 180 - 179- - 140 - 140. - 174— 176 50 134 75 13475 63— 62— 120— 115.50 14312 142 50 22 37 2075 19.87 20 153— 15225 119 75119— Hacketh. Dr. 40 Halle Masch. 40 Hammer Sp. 200 Han. Masch. 160 Hansa Lloyd 20 HarburgW.G.20 HarkortBgw.20 Harpener . 600 Hartmann . 60 C.HeckmannSOO Hedwigsh. 260 Held &Pranke20 Hilpert Ma. 80 Hirsch Kupf.160 Hoesch Eis. 600 Hoffm.Stärke60 Hohenlohew. Holzmann . 80 A.HorchAC.180 Hotelb.-Ges. 700 Howaldw. . 800 Humboldt M. 20 Lud. Hupleld80 C. M. Hutsch. 80 Jlse Bergb. 200 256 50 253 50 JeserichAsnh.40 145.- 145 — M.Jßdei&Co. 60 134— 136.50 Jungh.Gebr. 140 104— 103 60 Kahla Porz. 100 101.50 101.50 Kahlbaum .20 - .— —. - Kali Aschers. 60 144— 146 50 Karlsr Msch.50 4150 42 60 KlOcknerw. 600 148-50 149.26 K6hlm.8t4rk.60 108 104 — Kolb&Schfll.lOO 147 50147 5, ; Köln-Neuess. 60 171.5017175 102 /5 69.25 8350 51— 184 - 45.60 7787 160— 84— 5875 101 75 I 7 I - 24— 159 75 116. 154 50 l&I 11850 104.50 68 25 8275 50- 186 50 n.- 159.97 84-37 59 25 101 — 163— 75— 27.25 160.25 116— 154 - 53 50 53.50 29 25 29.50 55— 53 50 17.12. 18 12. Kdln-Rottvr. 140 155.25 156. Kosth. Cell. 80 r;z;- - Krauss& Cie. 60 , ll — Kronpr.Met. 160 103 50 102 60 Kyffli. Hatte 20 69— 69— Lahmeyer. 160 Laurahatte . 60 Leopoldsgr. 140 Linde Eism. 100 LindstrOm. 200 Lingner W. 140 Linke Hoffm.20 Ludw. LOwe 300 C. Lorenz . 60 LQdensch. M. 60 Magdebg. M. 80 C.D.Magtrus60 Mannesm. . 600 Mannesm. M.200 MansI.Bergb. 60 Marienh.b.K. 80 M.h'b.BreuerlOO Maximilians. 120 Mch.Wb.Lin. 40 M.Web.Zitt. 10O Metallbank. 160 Miag .... 20 Mix&GeneBtlOO Motor.Deutz 160 Mali.Bergw .700 Xeck.Fahrz. 100 105— N'ieder.Kohl.800 174 50 Nordd. Stgt. 600 166 50 „Wollkamm 600 154-25 Nord. Krait. 100 8712 Nürab Herk 80 69— Obersch.EbI.60 111.- „ Kokswerk .400 14150 Oeking-St. .600 50 50 OrenBtein . 200 134 87 134 75 75 37 11825 16475 188 50 104— 82— 225— 11350 120— ‘P- 19250 612 201— 93 25 170. 122 50 l Ä- 146— 135— 75 50 li§'25 iö:r 8225 236— 123— 1 !- 189— 6— 133.50 6850 200 — 90— 12375 %- 1/4— 106 25 172— 166— 152.50 87— 6975 114.50 14075 50— 137— PanzrrA.-G.200 — — 100 50 Phön. Bergb. 300 126-87 Jul. Pintsch 600 12375 149— Pittl.Werkz. 180 Rathg.Wag.100 69 60 Ravensb.Bp. 200 —. — ReicheltMet.100 95.— ReisbolzPap.120 — Rh. Braunk. 300 23775 123 50 150.75 69.50 96 50 290— Rh. Elektra 100 „ Stahlw. .300 „ Nass. Bg. 100 ,, 8piegelgl.300 Rh.W.Klkw.900 Rhenania Ch. 20 Rheydt elekt. . RiebsckMon.400 J. D. Riedel . 40 Rock.ASch.1000 Roddergrube400 Rombach H. 300 Rosen t.Porz.300 Ratgersw . 100 Sachsenwerk 20 Sachs. Th dring. Porti. Zem. 160 Sachs.Wogg. 60 Sachs. Webst. 40 Salzdetlurth 460 Sangerh. SL 60 SarottJ ... 20 SchaierBlech 60 Scheideman.200 Schering ch. 260 Schl. Textil. 100 Schl. Zink . 100 H. Schneider 80 Scholler Eitort Schriitg.Off.160 Schub&Salz.lOO Schuckert 700 Seebeck . .200 Siegen Solln. 40 8iemensGlas200 Siemens Hai.700 Sluner . . .100 Staßturt Ch. 100 Stett. Cham. 300 „ Vulkan 120 StOhr & Cie. 250 StoewerNäh.200 Stoib. Zink 100 Stral.Splelk.600 17. 12. 14975 193 75 179— 123— 6737 178— 97.50 84— -30— 13 75 112.50 18. 12. 150— 176— 122.25 68 — 2 80 178— 97— 83 50 530— 111.25 11150 112— 187— 59.25 179.50 154 60 228— 230— 83 25 85— 278— 164— 6950 63.50 164— 1 6§ 87 6s75 88.50 75 25 163— 9175 165— 178— Taielglaa . . 60 40. — Tecklenburg. . 33 05 TeletonBerUn60 qn 1 o Terra A.-G. .80 40 75 Thale Eisen 200 Thoine, Fr 400 JQ8. _ Transradio 160 ikg cn TttUi. Floha 200 37.75 735— 154— 69.50 62. 0 16625 lII-75 181— 39 75 41— 108— 89 75 L’rüon ch.Pr.150 VarzinerPap.80 V. Hl. Fr. Gum 40 V.Dsch.Nick 300 V.Glanz.Elb.800 V.Mt. Haller 220 V.Scbf. Hern. 40 Ver.Stablw.1000 V. 8t. Zypen 600 Viktoria-Wk. ÖO VogelTel.-Dr.40 Vogtl. Masch. 40 TQllfab. 140 Vor.Biel.8p. 180 Wand.-Wk. 100 Warst. Grube 60 Wegi Iin-Russ40 Weg.&HUbn.IOO Weras. Kam. 50 Westeregeln 160 Wfl.D. Ha mm 60 Wfl. Eis. Lg. 260 Westf.Kupf.100 Wiek. Zem.. 600 Wühelmah.E.40 WitteQ.GuQ.200 Wittkop Tfb.140 R. Wolff . . 80 Zeitz. Mach. 100 Zellstoff-Ver. 60 Zellst. Wald. 100 Zimmertnew, 20 Zwickau Ma. 20 17.12. 18. 1k- 109 50 10778 8075 80-^ 169 - 17 t L 337. 33978 88 75 89.-1 6h.25 66 50 225 - 225.53 80 50 8075 106 50 10660 87 — 85 ." 61 — 62 ." 194— 195.^ 1(6- 10650 154 25 78 12 78 rl 67 50 66.52 87 75 8- 52 14150 14152 75 25 7-50 62— 62-" ist: S8Ä 227 75 230 " 4t 1 - 2 44> Kolontalwerte Dtsch.Ostair.60 325 - 320-" Neu-Guinea .20 1795 1800- Otavi-Minen . . 37 75 " • Vicbtamtl. .VotleruM** Dsch.Petrol.160 73— "' ^ Sloman-SalpeL — — ‘ Ergänz ungl-Knrs» Brem. Beslg. 20 70— ,52’^ D.Sehachtb.600 107 — lfiv — Fein Jut.Sp. 100 9212 Grttn & BiH 180 137 50 1 Knorr. KoU.&.Tourd200 „ . Mot. Mannh. 100 35 25 Schuhi. Herz 60 61 50 6D -- IWiesl. Ton 200 108— 108-7® 50 . S; 1‘3 25 153 "„ d200 80 - 79 75 I mn IR 5>R 36 Nr. 390 Karlsruher Tagblatt, Sonntag, den 19. Dezember 1926 Seite 15 Moderne Hexen. Sie schmieren sich nicht mehr ihre Gliedmaßen mit zaubrischer Salbe ein, die Hexen von heute» sie reiten nicht mehr aus dem Besenstiel zum Blocksberg, um dort mit Herrn Urian und ihresgleichen wüste Walpurgisnächte zu verleben. Sie hausen nicht mehr in düsterer Kammer, nur in Gesellschaft von uralten weisen Eulen, schaurigen Fledermäusen, fahl phosphoreszierenden Totenköpfen und Skeletten. Ach, die Zeit ist poesielos geworden: auch unsere Hexen von heute besitzen meist eine komfortabel eingerichtete Wohnung und ein mehr oder weniger großes Bankkonto — solange wenigstens, bis es nicht die allen Zauberdingen rücksichtslos feindliche Staatsgewalt — sprich Polizeibehörde und Gericht — mit Beschlag belegt. Wo sind die düster geheimnisvollen Requisiten der mittelalterlichen Sybillen und Hexen hin, wo blieb die schaurige Poesie der Mitternächte der düsteren Heide, der gespenstig verlassenen Kreuzwege, der drohend in die Nacht aufragenben Galgen, an denen die Gehenkten mit den Gebeinen klapperten und zu deren Füßen man die geheimnisvolle Alraunwurzel ausgrnb? Immerhin: Hexen haben wir auch heute noch. Es sei da — pars pro toto — an jene berühmte Hexe von Straßburg erinnert, die vor nunmehr genau 30 Jahren verurteilt wurde, und deren Praktiken kennzeichnend dafür sind, wie auch heutzutage noch das Hexenhauüwerk gehandhabt wird. Die würdige Dame hieß Stehli, stand wegen übernatürlicher Gaben und Kenntnisse in hohem Ruf und wurde von weit und breit um Rat angegangen, wenn natürliche Mittel nicht mehr Velsen wollten. Sie behauptete, jegliches kranke Stück Vieh heilen, untreu gewordene Liebhaber wieder zurücksiih- ren, verlorene Gegenstände herbeischaffen und durch zauberische Manipulationen sogar völlig aussichtslose Geldforderungen eintreiben zu können — eine Sache, die doch oft selbst dem gewiegtesten Gerichtsvollzieher mißglückt. Sie legte Karten, wahrsagte aus dem Kaffeesatz und gab Sympathicmtttel. Natürlich war das alles eine kostspielige Sache — Hexenkünste stehen nie gratis zur Verfügung. Was Wunder, daß die Stehli ein Einkommen hatte, um das sie ein Minister hätte beneiden dürfen? Es ist nie ganz aufgekommen, welch riesige Summen sie erbeutet hat, da sich eine große Anzahl der von ihr Betrogenen naturgemäß nicht meldete, als endlich die Polizei dieser Straßburger Hexe das Zauberhandwerk legte — aus Furcht vor Spott und Gelächter. Immerhin warf die damalige Gerichtsverhandlung ein grelles Licht auf das Treiben der „Zauberin" sowohl als auf die Dummheit ihrer Mitmenschen. Besonders interessant ist ihr „Liebes- oder Hciratszwang", den die Hexe ihren Kunden verschrieb. Da riet sie einem Mädchen, deren Verlobter untreu geworden war, Nadeln in Kerzen zu stecken und diese dann zu verbrennen, Salz auf Kohlen zu streuen, drei Stücke Brot über Kreuz ^u legen und ähnlichen Unsinn. Solch ein Natsmlag kostete 80 bis 100 Mark. Einem anderen Mädchen nahm sie für „drei Messen" 10 Mark ab, dann 15 Mark für die „doppelte Andacht , 6Mk. für eine „blinde Andacht", nochmals 15 Mark für eine „doppelte Andacht" und endlich den gleichen Betrag für die „Schlußandacht". Natürlich behauptete die unternehmende Dame mit Geistern und Zauberern im Bunde zu sein. Sie faselte vor allem von „drei Baseler Herren namens Petri, Weber und Jean, die sie bei ihren Zaubereien unterstützten. Sie hatte einen Helfershelfer, einen jungen Tagelöhner, der otc angeblich von diesen Baseler Schwarzkünstlern herrührenden Briefe, Musterbeispiele grotesken Blödsinüs. schrieb. Solch ein Brief kostete dann bis zu 200 Mark. . Angeblich hatte sie sich, wie sie wenigstens ihren Kunden erzählte, bereits mit 16 Jahre« dem Tensel verschrieben, der ihr seit dieser Zeit treu zur Seite stand. Mit Eine Nathenau-Schenkung I UU ' ? i/A > Die Erben Walter Rathcnaus haben das durch Ratheuau im Jahre 1908 von der Krone erworbene alte Schloß Freicnwalbe mit zugehörigem große» Schlosspark dem Kreise Ober-Bar- nim zum Geschenk gemacht. Das ehemalige Königliche Schloß, das in den Jahren 1797/98 für die Königin Ulrike Friederike erbaut wurde, bietet durch die in großen Teilen erhaltene ursprüngliche Einrichtung ein getreues Bild der Preußischen Kultur und Kunst um 1800. Nur das kleine Schlößchen Paretz, der Licblingsaus enthalt der Königin Luise, im Kreise Osthavcl- land kann sich mit den eigenartigen landschaftlichen Reizen von Schloß Freicnwalbe messen. Das Bauwerk soll künftig ebenso wie der 48 Morgen umfassende Schloßvark in seinem jetzigen Zustand erhalten und der Oesscntlichkeit zugängig gemacht werde». Gleichzeitig mit dieser Schenkung wurde ein angesehenes Kapital zur Verfügung gestellt, welches der Er- haltuicg des Schlosses dienen soll. Der Kreistag von Ober-Barnim hat die äußerst wertvolle Schenkung angenommen, die unter dem Namen Walter Rathenau-Stiftuna der Allgemeinheit zugänglich gemacht wird. Unser Bild zeigt das Schloß, das nach den Entwürfen von David Gilly, den Vorgänger und. Anreger Schinkels, erbaut wurde. Berlins neuestes Kino. ES? 1 Durch den unpvsanten Neubau des „Europahaus" am Anhalter Bahnhof, da» im Zuge der Königgrätzeritraße noch durch Analiedcrung eines Hochhauses vergrößert wird, hat das Stadtbild am Anhalter Bahnhof eine durchgreifende Veränderung ersahren. In diesem mächtigen Bauwerk wird jetzt ein Lichtspieltheater eröffnet, das 2000 Sitzplätze zählt und mit seinen sonstigen Einrichtungen eine bedeutende Anziehungskraft ausüben wird. Die polizeilichen Sicherheitsvorschriften für Lichtspieltheater sind derart berücksichtigt, daß bei Gefahr das Theater in wenigen Minuten von den Besuchern verlassen werden kann. Unser Bild zeigt den Eckbau des „Eurovahaus" am Anhalter Bahnhof in Berlin. ihren Mätzchen machte sic einzelne abergläubische Kunden buchstäblich verrückt, so daß diese sich einbildeten, bei sich zu Hause alle Geister der Hölle krakehlen zu hören: da mußten dann, um die Gespenster zu bannen, natürlich wieder die „Baseler Herren" zu Rate gezogen werden, die leider ihre Weisheit recht teuer verkauften, denn die Briese dieser Hexenmeister enthielten stets Geldforderungen. So mußte ein Bauer, der zunächst wegen feiner kranken Hühner zur Stehli gekommen war, in dessen Heim es dann aber zu spuken begann, annähernd 1000 Mark zahlen: danach spukte es nicht mehr in seinem Haus, aber in seinem Hirn. Mit welcher Unverschämtheit diese moderne Hexe ihren Schwindel betrieb, bezeugt ein anderer Fall. Ein Fuhrmann kam zu ihr, um ein Mittel zu erlangen, mit dem er eine aussichtslose Forderung von seinem Schuldner eintreiben könne. Natürlich hatte die Stehli Mittel genug dafür an der Hand: die Baseler Herren ließen sie nicht im Stich. Sie benutzte aber auch gleich die Gelegenheit und ging den abergläubischen Kunden um ein stattliches Darlehen an. Sie erzählte etwas von einer Nie- senerbschaft, die sie zu erwarten habe, und ver- pfändete ihm zugleich ihre Wohnungseinrichtung. Beides war Schwindel. Die Erbschaft existierte überhaupt nicht, die Möbel gehörten gar nicht ihr, was sie aber nicht gehindert hatte, sie insgesamt viermal verschiedenen Leuten zu verpfänden. Der abergläubische Fuhrmann ist dabei sein ganzes Vermögen losgewordcn. Das Tollste aber war folgendes: Ein Mädchen war, trotz Eheversprechen, von ihrem Bräutigam verlassen worden: der Ungetreue hatte eine andere geheiratet. Da begab sich das Mädchen zu der Stehli und verlangte, sie müsse durch ihre Zaubermittel bewirken, daß die Frau ihres ehemaligen Verlobten sterbe. Auch dazu gab sich die „Hexe" her: gottlob erwiesen sich ihre „Zau- bermittcl" als unwirksam. Aber man kann sich leicht vorstellen, welch katastrophale Folgen solche Dinge nach sich ziehen können, denn das heimliche Einmischen von gefährlichen Stoffen in Speise und Trank gehört ebenfalls zu diesen Hexenkünsten. , ^ „ Die Stehli erhielt sür ihren Hokus-PokuS drei Jahre Zuchthaus und 2006 Mark Geldstrafe aufgcbrummt. Wer sich aber nun einbildet, daß es sich hier um einen einmaligen, außerdem auch schon länger zurückliegenden Fall handelt, der ist gründlich im Irrtum. Diese Art moderner Hexe ist auch heute noch zahlreich vertreten — man blättere nur einmal die Zeitungen durch oder forsche in den Großstädten nach. Auch sind die Opfer meist nicht nur sogenannte „Ungebildete". Wenn alles versagt, ist die Kartenlegerin und Hexe die letzte Rettungsinstanz, ähnlich wie, wenn die ärztliche Wissenschaft scheitert, oft der Dorsschäfer oder sonst ein „Wundermann" zu Hilfe gerufen wird. So erklärt sich allein der große Zulauf, den die modernen „Hexen" auch heute noch haben, und das blinde Vertrauen, das ihnen entgegengebracht wird. C. Ein Kalb mit zwei Köpfen. Es kommt nicht allzuselte» vor. daß Tiere mit doppelt ausgcbildetcn Gliedmaßen zur Welt kommen. Tiere mit zwei Köpfen gehören aber zu den größten Seltenheiten. In einem ober- bayerischen Dorf gebar vor kurzem eine Kuh» die bis dahin immer ganz normale Junge gehabt hatte, ein doppclköpfiges Kalb, das wenige Minuten nach der Geburt bereits starb. Das ist insosern eine Ausnahme, als in den wenigen analogen Fällen, die bekannt geworden sind, das abnormale Tier bereits tot geboren wurde. Uebcr die Ursachen solcher Erscheinungen ist sich die Wissenschaft noch nicht ganz im klaren. Bei niederen Tieren, insbesondere bei Amphi, bien und Reptilien, sind solche Erscheinungen häufiger, und doppelköpfige Schlangen sind durchaus keine Seltenheit, ebenso wie Eidechsen mit fünf oder sechs Füßen und zwei Schwänzen. In allen diesen Fällen sind aber die überzähligen Körperteile verkümmert und unbrauchbar. Niesenschwindel mit Mumien. Schwunghafter Handel mit falschen Mumien. In Kairo ist dieser Tage eine Betrügerband« ausgehoben worden, die seit längerer Zeit ernen schwunghaften Handel mit gefälschten Mumien betrieb. Die Betrügerbande war regelrecht als eine Art Aktiengesellschaft organisiert und befaßte sich bereits seit drei Jahren mit der Erzeugung von „Mumien, Das Geschäft erwies sich derart lohnend, daß die nndrgen Unternehmer in letzter Zeit die Fabrizierung von einbalsamierten Pharaonenskeleiten «a gros betrieben: sie haben Hunderte solch« Reliquien nach Amerika, England und Frankreich gebracht und sie dort verkauft. In mehreren Fallen kamen die Sammler bald darauf, daß sie Betrügern aufgesessen waren. Doch hatte keiner eine Anzeige erstattet, offenbar, um mcht ausgelacht zu werden, denn die Unverschämtheit der Mumienfälscherbande ging zuletzt schon so weit, gehörig präparierte, in entsprechend bemalte Ge- webe eingewickelte Pferdeknochen als sterbliche Ueberreste berühmter Pharaonen um gutes Geld zu verkaufen. Immerhin waren die Betrüger vorsichtig genug, nur private Sammler mit Mumien zu beliefern. Erst vor einem Monat machten sie eine einzige Ausnahme. Diesmal wollten sie den Londoner Antiquitätenhändler Sk inner hereinlegen. Sie hatten offenbar nicht gewußt, daß Skinner ein hervorragender Fachmann ist, der ihren Betrug sofort durchschauen werde. Die Anzeige, die der Londoner Kaufmann in Kairo erstattete, brachte nun die Herrschaften hinter Schloß und Riegel. An der Spitze der Mumienfabrik stand ein Amerikaner namens Hastings, der vor einigen Jahren nach Kairo gekommen war und sich dort niedergelassen hat. Er gründete eine Antiquitätenfirma Hastings u. Co. In Wirklichkeit befaßte sich er und seine drei Komplizen ausschließlich mit der Ausbeutung unkundiger Sammler. Die seit der Entdeckung des Tutan- chamon-Grabes besonders in Amerika aufgekommene Mode, Mumien zu sammeln, bedeutete sür Hastings u. Co. eine überaus günstige Konjunktur, Sie kauften in Griechenland und in Kleinasien eine Anzahl von Skeletten zusammen, die dann als Mumien entsprechend präpariert wurden. Es ist unbestreitbar, daß Hastings und seine Freunde in der Erzeugung von Mumien eine ganz besondere Gewandtheit an den Tag legten: die meisten ihrer Erzeugnisse waren von den wirklichen Reliquien nicht leicht zu unterscheiden. Hastings stellte auch entsprechende Särge für die Mumien her, mit allerlei in wirklichen Hieroglyphen gehaltenen Inschriften. Diese Inschriften können nur von einem Gelehrten, einem Meister der Aegyptologie, stammen. Wer der wissenschaftliche Berater der Firma Hastings u. Co. gewesen ist, steht noch nicht fest. Die Polizei hat entsprechende Erhebungen eingeleitet, um diesen Aegyp- tologen auszuforschen. Hastings pachtete eine große Anzahl von Felsgrotten, die dann als altägyptische Mausoleen eingerichtet wurden. Meldete sich ein besonders vornehmer und kritischer Sammler, dem Hastings nicht eine vor wenigen Tagen erzeugte Mumie als ägyptische Reliquie anzubieten traute, so ließ ihn der findige Amerikaner einfach zu einem dieser Mausoleen führen: er durfte bei der „Erschließung der Gruft" anwesend sein, und konnte sich mit eigenen -lugen überzeugen, wie die einbalsamierte sterbliche Hülle eines berühmten ägnptischcn Feldherrn» eines Prinzen oder einer Prinzessin ausgehoben wurde. Diese Manipulation war geeignet, jeden Zweifel über die Echtheit zu zerstreuen, und der Sammler aus Dollarien bezahlte für den seltenen Schatz gern einig« tausend Dollars. Es versteht sich von selbst, daß die von Hastings und seinen Kompagnons gefälschten Mu- nrien stets als irdische Hülle historischer Persönlichkeiten bezeichnet wurden. Die Mumie eines Pharao, und deren gab es viele in der Fabrik Hastings, stellte sich auf den ansehnlichen Preis von 2500 Dollar. Für einen Prinzen oder eine Prinzessin forderte der Amerikaner nur 1000 Dollar, einen Hohenpriester bekam man bereits um den Spottpreis von 500 Dollar. Bei der Untersuchung stellte es sich heraus, daß der großzügige Antiquitätenhändler die Mumie des berühmten Pharao Saita- p h e r n e s nicht weniger als zweihundertmal nach Amerika verkauft hat. Billigere Reliquien wurden einfach aus Pfcrdeknochen hergestellt. Mord im Traum? Ein Kriminalfall, der auch auf das Interesse der Psychologen Anspruch erheben darf^hiu stch vor einigen Tagen in der Nähe von Szegedin lUngarn) ereignet. Ein Gutsbesitzer hat seine Frau ermordet und nach der Bluttat die Leiche im Garten seines Hauses verscharrt. Das Verbrechen kam auf und der Mann wurde verhaftet. An Leib und Seele gebrochen, legte der Mörder ein Geständnis ab, aus dem hervorzugehen scheint, daß der Unglückliche den Mord im Traum zu stand begangen hat. Die Einzelheiten des Dramas sind allerdings noch vielfach ungeklärt, lieber den aufsehenerregenden Krrminalfall wird folgendes berichtet: Der Gutsbesitzer Michael Czenc hat vor Jahren eine reiche Witwe geheiratet. Czene war in früheren Jahren einfacher Ackerbauer. Nach der Eheschließung wurde ein Teil des Besitzes j?. 1 ’’ fruien Namen geschrieben. Die Ehe erivies sich Erdings als nicht glücklich.- Zwischen dem ungebildeten Mann und der Frau, die einer Be- amtcnfamilie entstammt, waren die Zwistigkeiten an der Tagesordnung. Michael Czene nahm es auch mit der ehelichen Treue nicht sehr genau, zumal seine Frau um zehn Jahre älter war als er. Die drei erwachsenen und verheirateten Töchter aus der ersten Ehe der Frau Czene gaben ihrer Mutter den Rat, sich von ihrem Mann scheiden zu lassen. Dieser wollte jedoch von einer Scheidung nichts hören und suchte die Frau zu überreden, auch die andere Hälfte ihrer Guter auf seinen Namen schreiben zu lassen. Frau Czene schlug jedoch dieses Ansinnen glattweg ab. Von dieser Zeit an kam cs zwischen den beiden Ehegatten zu heftigen Auseinandersetzungen. An einem Sonntag kam eine der drei Töchter der Frau Czene zu Besuch. Sie fand zu ihrer Ueberraschung das Haus leer. Die Wohnungstür war zugesperrt, und auch das Dienstpersonal abwesend. Sie erkundigte sich bei den Nachbars- lcuten, niemand wußte es jedoch zu sagen, wo sich das Ehepaar aushalte. Im Garten siel ihr plötzlich ein frisch aufgeworfener Hü» gel auf. Ein furchtbarer Verdacht bemächtigte sich ihrer. Sie rief zwei Bauern, ' die in der Nachbarschaft wohnten, herbei und bat sic, den Hügel umzugraben. Nach einigen Spatenstichen kam ein schauriger Fund zum Vorschein: unter dem Hügel, etwa 20 Zentimeter tief, ruhte die Leiche der Frau Czene. Es wurde sofort die Polizei verstästdigt: die gerichtsärztliche Untersuchung der Leiche ergab, daß die Unglückliche erwürgt worden war. Der Mörder hat nach der Bluttat der Toten mit einer Axt eine sürch- terliche Kopfverletzung beigcbracht. Der Verdacht der Täterschaft fiel sofort auf Michael Czenc. Die Verfolgung des Flüchtigen führte bereits 24 Stunden später zum Ergebnis: Michael Czene wurde in Szegedin in einem Hotel verhaftet. Man brachte ihn in den Garten seines Hauses und zeigte ihm den aufgegrabenen Hügel. Er fiel in Ohnmacht, und als er zu sich kam, bat er kniefällig die Kriminalbeamten, ihn von der Stelle, wo er das furchtbare Verbrechen begangen «hat, wcgzuftty- ren. Noch in derselben Stunde legte er ein umfassendes G e st ä n d n i s ab. Er will bereits vor längerer Zeit den Plan gefaßt haben, die Frau zu töten, weil sie seine Bitte, das ganze Gut auf seinen Namen zu schreiben, abgeschlagen hat. Es habe ihm jedoch stets an Mut zur Ausführung der Tat gefehlt. Samstag nacht hatte er einen fürchterlichen Traum. Ohne sich recht dessen bewußt zu sein, was er unternehme, erhob er sich in dem Bette: halb schlafend, halb wach, ganz im Traum befangen, stürzte er auf die Frau und erwürgte sie. Erst jetzt sei er zu Bewußtsein gekommen: eine unsägliche Angst, daß sein Opfer noch am Leben sein könne, bemächtigte sich seiner, er holte eine Axt und zertrümmerte der Unglücklichen den Schädel. Dann ergriff er die Flucht. Nach der Aussage der Bekannten von Michael Czene soll dieser Jahre hindurch Schlafwandler gewesen sein und befand sich auch als Somnambule in ärztlicher Behandlung. Nr. 390 Seite 16 Karlsruher Tagblatt, Sonntag, den 19. Dezember 1926 Gin abenteuerlicher Ritt durch Weitpersien. Bon Sven Hedin. Wir geben nachstehend einige bisher in Deutschland unveröffentlichte autobiographisch« Mitteilungen des Asienforschers und Deutschenfreundes. Es ist zu erwarten, daß eine zusammenhängende Lebensbeschreibung Sven Hedins im Laufe des nächsten Jahres bei seinem deutschen Verleger F. A. BrockhauS erscheinen wird. In Bagdad besuchte ich den englischen Kaufmann Hilpern. Er und sein« Frau nahmen mich mit der größten Gastfreundschaft auf, und ich blieb drei Tage bei ihnen. Ich streifte in der Stabt und in der Umgebung umher, rudert« in einer Guffa auf dem Fluß und lebte am Tisch meiner Gastgeber wie ein Fürst, Hilpern hielt mich sicher für einen unbedachten Jüngling. Allein war ich nach Bagdad gekommen,- ohne Diener wollte ich jetzt durch die Wüste, durch das unsichere Kurdistan und Westpersien nach Teheran zurückreiten. Ich brachte es nicht über mich, ihm zu erzählen, daß ich in meinem Gürtel nur noch ISO Kran {120 Mark) hatte. Lieber wollte ich die Wildnis als Mauleseltreiber durchqueren als verraten, wie arm ich war. Hilpern begleitete mich zu den großen Karawansereien, die mit den Basaren in Verbindung stehen. Auf einem Hof waren gerade Männer dabei, ihre Warenballen zu packen, um sie aus die Packsättel zu laden. Wir fragten, wo sie hinzögen. „Nach Kirmanschah," antworteten sie. „Wieviel Tage brauchen Sie bis dorthin?" „Elf bis zwölf —" ,Mie groß ist die Karawane?" „Wir haben fünfzig Lasttiere. Wir sind zehn Kaufleute und werden auf Pferden reiten,- außerdem haben wir zwei heimkehrende Mekka- pilger, sechs Pilger aus Kerbela und einen chal- daischen Kaufmann bei uns " „Kann ich mich Ihrer Karawane anschließen?" fragte ich. ,Ffa, wenn Sie gut zahlen." „Was kostet ein Pferd bis Kirmanschah?" „Fünfzig Kran." Hilpern riet mir, das Angebot anzunehmen. Zur festgesetzten Zeit am Abend des 6. Juni holten mich zwei Araber ab. Mein persischer Reit- sattel wurde dem gemieteten Pferd aufgelegt, ich sagte meinen freundlichen Wirten Lebewohl und saß auf. Durch ganz Bagdad führten mich die beiden Araber zu der Karawanserei, die am Rand der Stadt lag. .Es ivar im Fastmonat Ramasan, in dem die Anhänger des Propheten weder essen, trinken, noch rauchen, solange die Sonne am Himmel steht. Sobald die Sonne jedoch untergegangen ist, halten sie sich schadlos. Dann sitzen die Männer in den offenen Cafss der Basare und essen ausgiebig. Mitten durch dieses Menschengewimmel führte unser Weg. Der Rauch der Wasserpfeifen lag wie ein Nebel in den engen Gassen, und der Schein der Oellampen kämpft« mit dem Dunkel. Erst um 2 Uhr morgens waren die Maulesel beladen, und die lang« Karawane brach auf. Haine und Gärten blieben hinter uns, und die schweigende dunkle Wüste umgab uns. Die Schellen klangen, und „dong, dong" tönten die Bronzeglocken, die die Lasttiere um den Hals trugen.. Als es aufing zu tagen, waren hier und da schleichende Schatten zur Seite des Weges zu sehen, Schakale und Hnänen, die von nächtlichen Beutezügen in ihr« Löcher zurückkehrten. Um 4K Uhr ging die Sonne über der Wüste auf,- vier Stunden später hielten wir in der Karawanserei Ben-i-Said. Die Maultiere wurden von ihren Lasten befreit und die Männer legten sich hin, um während der wärmsten Stünden des Tages zu schlafen. In der kleinen Stadt Bakuba am Fluß Dijala wurde ich von der Grenzwache umringt, einer *) Nachdruck auch auszugsweise verboten. Schar Soldaten, die kategorisch erklärten, ich dürfte die türkisch-persische Grenze nicht überschreiten, da mein schwedischer Paß keinen Sichtvermerk habe, Als sie versuchten, meine geringen Habseligkeiten gewaltsam mit Beschlag zu belegen, verteidigte ich sie mit dem Mut eines Löwen. Ein Handgemenge entstand, in dem meine arabischen Reisegefährten meine Partei ergriffen. Die Schlägerei endete damit, daß wir zum Gouverneur gingen, der meine Papiere gegen eine Gebühr von 6 Kran in Ordnung brachte. Während des Ritts in der folgenden Nacht kämpfte ich verzweifelt gegen den Schlaf,- immer- wieder nickte ich im Sattel ein. Als mein Pferd einmal beim Anblick eines toten Kamels scheute und einen Satz machte, lag ich, ehe ich mich dessen versah, auf der Erde, und das Pferd galoppierte in die Nacht hinein. Einige Araber fingen es aber wieder ein. Am Abend des 9. Juni holte uns ein alter Araber ein, der zu unserer Gesellschaft gehörte und ein arabisches Vollblutpferd ritt. Als ich das edle Tier erblickte und daran dachte, daß die ganze fast 300 Kilometer lange Strecke bis Kinmanschah des Nachts im Dunkel zurückgelegt werden sollte, beschloß ich, die Karawane im Stich zu lassen. Allein konnte ich den Plan freilich nicht ins Werk setzen. Ich begann daher ein vorsichtiges Gespräch mit dem chaldäischen Kaufmann und dem alten Araber. Der erstere widerriet auf das Bestimmteste; wir würden von kurdischen Räubern überfallen und tot- aeschlagen werdeii. Ter letztere hatte keine Furcht, aber er verlangte 25 Kran täglich für sein prächtiges Pferd, obgleich ich schon den ganzen Weg bezahlt haste. Ritt ich aber mit ihm los, dann erreichte ich Kinmanschah in vier Tagen statt in neun Nächten. Was ich dann tun sollte, wenn ich kein Geld mehr in der Tasche hatte, würde sich später schon finden- Verhungern würde ich wohl nicht. Ich mußte schließlich eine Stelle in einer Karawane annehmen oder mich wie die Derwische durchbetteln. Ein Araber hatte jedoch gehorcht und verriet seinen tzsefährten den Plan. Diese wollten unter keinen Umständen ihre Einwilligung geben. Ein Ungläubiger mehr oder weniger, das besagte nichts: aber das Pferd konnte verloren gehen. Ich aab mir daher den Anschein, als stünde ich von meinem Plan ab, und wie gewöhnlich zogen wir in die Nacht hinaus. Ter Mond stand am Himmel. Langsam schritten die Stunden vorwärts. Müde und von dem eintönigen Klang eingeschläfcrt, schlummerten die Kauflcute auf ihren Pferden ein. Einige hatten gesungen, um sich wach zu halten, auch sie waren aber bald verstummt. Keiner merkte, daß der alt« Araber an meiner Seite ritt. Von den blanken Silbermünzen verlockt, trotzte er seinen Gefährten. Unauffällig setzten wir uns an die -Spitze des Zuges und warteten, bis der Mond unterging und es dunkel wurde. Da entfernten wir uns langsam von der Karawane. Der Glockenklang übcrtönte den Hufschlag unserer Pferde. Wir ritten schneller, der Klang wurde immer schwächer und erstarb schließlich hinter uns. Da bestieg ich bas arabische Vollblut, stemmte ihm kZe Hacken in die Flanken und ritt mit meinem Begleiter in scharfem Trab gen Kirmanschah. * Nach Sonnenaufgang rasteten wir eine Weile in einem Torf, wo wir Störche sahen, die mit Fröschen im Schnabel zu ihren Nestern zurück- kehrtcn. Tann auf und wieder in den Sattel! Ein heftiger Platzregen überfiel uns und peitschte den Boden. Wir überschritten die persische Grenze. Die letzten Palmen blieben hinter uns. Ich hielt meinen Revolver bereit, aber wir begegneten nur Reitern. Fußgängern und Karawanen. Wir befanden uns in den gefährlichen Gebirgsgegenden, wo Ueberfälle und Plünderungen nicht selten sind. Eine Schar Pilger kam uns entgegen. Sie ritten ans Eseln und waren aus dem Weg nach Bagdad, Damaskus und Mekka. Wenn sie auf dem Gipfel des Arafatbcrges stehen und die heilige Stadt erblicken, wird der höchste Wunsch ihres Lebens in Erfüllung gehen, und wenn sie an der Kaaba, dem schwarzen Stein, gebetet haben, haben sie den Ehrentitel Hadschi. „Mekkapilger", erworben. Als wir in eine Gegend kamen, die als besonders unsicher galt, schlossen wir uns einer Karawane an. die in derselben Richtung zog wie wir. Einmal kam ein kleiner Trupp persischer Soldaten in weißen und blauen Mänteln und mit silbergestickten Schärpen und leistete uns Gesellschaft. Dabei führten sie alle möglichen Kunststücke zu Pferde aus: dann begehrten sie ein Trinkgeld dafür, daß sie mich vor Räubern gerettet hätten, denen ich ohne ihren Schutz sicher in die Hände gefallen wäre. Aber ich hatte kein Geld, das ich ihnen hätte geben können und konnte meine Ehre nur dadurch retten, daß ich sagte, ich hätte ihren Schutz nicht erbeten. Am 12. Juni erreichten wir Kirmanschah und ritten durch seine geräuschvollen Basare, wor wir uns zwischen Eseln, Derwischen. Karawanen, Reitern. Käufern und Verkäufern hindurchdrän- gen mußten. Auf dem Hofe einer Karawanserei saßen wir ab. Nachdem ich dem Araber für das gemietete Pferd 100 Kran bezahlt hatte, hatte ich nur noch einige Silbcrmünzen in der Tasche: aber da der Alte inständig und schließlich mit Recht um ein Trinkgeld für den glücklich beendeten Ritt bat, erhielt er auch diese noch. Ich behielt nur eine kleine Münze, im Wert von etwa 60 Pfennig für mich zurück, damit ich mir ein paar Eier, ein Stück Brot und einige Glas Tee zum Abend kaufen konnte. Dann nahm ich von dem Alten Abschied, warf meine Siebensachen über die Schulter und ging in die Stadt. In Kirmanschah gab cs keinen einzigen Europäer, und ich hatte auch keinen Empfehlungsbrief an irgend einen Mohammedaner. In der Wüste batte ich mich kaum so einsam und verlassen gefühlt wie hier. Ich setzte mich auf eine zerfallene Lehmmauer, um zu überlegen und betrachtete die Menschen, die vorübergingen. Sie sahen mich an. als sei ich ein wildes Tier, und scharten sich in lebhaften Gruppen um mich. Keiner von ihnen war so arm wie ich. Was in aller Welt sollte ich anfangen? Es waren nur noch einige Stunden bis zur Dämmerung, und wo sollte ich die Nacht znbringen, um den Schakalen zu entgehen? Die Masse ist immer grausam, und wer kümmert sich um einen Ungläubigen, einen Christenhund? „Ich werde wohl den Sattel und die Decke verkaufen müssen," dachte ich: doch da fiel mir plötzlich ein, daß ich in Buschehr und Bagdad von Aga Mohammed .Hassan hatte reden hören, einem arabischen Kaufmann, dessen Karawanen ganz Westasicn zwischen Herat und Jerusalem, Samarkand und Mekka durchzogen. Er war überdies „Agent des englischen Reiches" in Wcst- versien. Der mußte mir helfen! Warf er mich hinaus, bann blieb mir nichts anderes übrig, als in eine Karawanserei jsü gehen und eine Stelle bei einer Karawane anzunehmen. Ich erhob mich also und fragte einen Mann, der freundlich aussah, ob er wisse, wo Aga Mohammed Hassan wohne. „Ja, natürlich, kommen Sie mit!" sagte er. Nach einer Weile blieb er vor der Pforte einer Mauer stehen und schlug mit einem Türklopfer an die Platte. Der Türhüter öffnete. Als ich gesagt hatte, was ich wünschte, führte er mich durch einen Garten an ein schloßartiges Haus, ging eine Treppe hinauf und kam bald mit dem Bescheid zurück, daß Aga Hassan empfange. Ich wurde durch prächtige Gemächer geführt, die mit persischen Teppichen, Geweben und Kasctz- mirschalen, Diwanen und Bronzen geschmückt ivaren, und kam schließlich in Aga Mohammed Hassans Arbeitszimmer. Er saß auf dem Boden auf Teppichen, umgeben von ganzen Bergen von Schriftstücken und Briefen, und diktierte seinen Sekretären. Mehrere Besucher standen an den Wänden. Aga Hassan war ein älterer Mann mit angegrautem Vollbart, freundlicher und vornehmer Miene. Er trug eine Brille, hatte einen weißen Turban auf dem Kopf und war mit einem ebenfalls weißen golddurchwirkten Seidenmantel bekleidet. Er erhob sich und bat mich, näher zu treten: ich ging mit meinen staubigen Stiefeln über die weichen Teppiche in meinem abgetragenen Anzug — dem einzigen, den ich hatte. Er reichte mir die Hand, bat mich. Platz zu nehmen und erkundigte sich nach meiner Reis« und meinen Absichten. Zu allen Antworten nickte er verständnisvoll. Der einzige Stein des Anstoßes war Schweden und seine Lage. Ich versuchte, es ihm klar zu machen, indem ich sagte, Schweden liege zwischen England und Rußland. Nachdem er eine Weile nachgedacht. fragte er. ob ich aus dem Lande des Königs Temirbasch sei. Temir- basch, „der Eisenkopf". ist der Name, unter dem Karl XII. noch heute in der Türkei berühmt ist. „Ja." antwortete ich. „ich bin aus dem Lande des Königs Temirbasch". Da leuchtete sein Gesicht auf; er neigte den Kopf gleichsam in Ehrfurcht vor einer großen Erinnerung und sagt«: „Sie müssen sechs Monate als mein Gast hier bleiben. Alles was ich besitze, gehört Ihnen, Sie brauchen nur zu befehlen. Sie müssen entschuldigen, daß meine Pflichten mich an die Arbeit fesseln, aber die Mirzas, die Ihre Diener sind, werden Sie in ein Haus in meinem Garten führen, wo Sie sich, hoffe ich. heimisch fühlen werden". Darauf führten mich Chadik Effendi und Mirza Misak in ein nahe gelegenes Haus in prächtigem persischen Stij mit prunkvollen Gemächern, herrlichen Teppichen, schwarzen Seiden- biwanen und blitzenden Kristallkronleuchtern. Ich atmete erleichtert auf und hätte die beiden umarmen mögen, die zu meinem Ehrendienst befohlen waren. Vor einer halben Stunde hatte sch wie ein Lumv im Straßenstaub gestanden, umgeben von anderen zerlumpten Kerlen, und jetzt brannte Aladdins Wnnderlampe mit klarer Flamme vor meinen Augen: die Zaubermacht des Schicksals hatte mich in einen Prinzen aus Tausend und einer Nacht verwandelt. Afrikaforscher Frobenius. Ter bekannte Ethnologe, Geheimrat Leo Fro- benius, der unlängst mit der Deutschen Inner- afrikanischen Forschungsexpedition aus Aegypten und Nubien zurückkehrte, gibt jetzt die hochinteressanten Ergebnisse dieser Expedition durch die nubische Wüste bekannt. Ter Forscher hat hierbei ganz neue, bisher unbekannte Gebiete entdeckt und Ncberreste vorgeschichtlicher Felsbildkunst gefunden, von denen angenommen wird, daß sic äußerst wichtige Aufschlüsse über die Anfänge der afrikanischen Kultur geben. rrr ,.„-, ALPURSA o&fpenmifofo ScfroftofaBe in vielen Fenstern, da gibt es alljährlich noch Leute die aufgeregt durch die Straßen gehen. Es sind das diejenigen, die bis zum letzten Moment nicht wissen, was sie kaufen sollen. Und doch ist die Frage so leicht zu lösen! Ein Geschenk muß hübsch, in die Augen fallend und zweckentsprechend sein. In wundervollen Packungen bieten sich die Alpursa-Pralinen und -Schokoladen dem Auge, schmücken jeden Gabentisch und — was die Hauptsache ist — sind ob ihres herrlichen Geschmackes die Freude eines jeden Menschen. 1 Alpursa-Schokoladen sind in allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Ipra-IM H Biessenlofeii bayer. Allgäu. Don Machiavelli bis Lenin.*) Der heuttge Deutsche, der nach unserer Verfassung über die Geschicke seines Landes in weit stärkerem Maße zu entscheiden hat als früher, hat auch die politische Bildung weit nötiger als «inst. Zu einer solchen aber gehört auch eine Kenntnis der großen Staatstheorien, die in der Geschichte aufgetreten sind, soweit sie noch für die Gegenwart fruchtbare Momente enthalten. Trotz unserer überreichen Literatur fehlt es heute noch durchaus an einer aus wissenschaftlicher Grundlage ruhenden und dennoch jedem Gebildeten verständlichen Gesamtdarstellung der modernen Staats- und Gesellschaftstheorien. Eine solche hat uns hier zum ersten Male der bekannte Lehrer für Staats-, Moral- und Gesell- sch-aftsphilosophie an der Universität Münster, Karl Vorländer, geschenkt. Durch langjährige Studien mit diesem Gebiet vertraut, gibt er in fünfzehn äußerlich für sich abgeschlossenen, innerlich aber eng zusammenhängenden Bildern eine lebendige Schilderung der großen Staats- und Gcsellschaftslchrer der letzten vier Jahrhunderte. Ter Verfasser beginnt mit der Darstellung des reinen Machtpolitikers Machiavelli und seines sozialistischen Gegenpoles Thomas More und geht dann über die Anfänge liberaler Staatsanffaffnng bei Vodin, M i l t o n usw. zu dem eigenartigen politischen Denken eines Hobbes, Spinoza und M a n d e v i l l e über. Er verfolgt den Liberalismus der englisch-französischen Aufklärung (Sötte, Montesquieu) und den Dcmokra- tismus der französischen Revolution, um schließlich über die Ttaatsanschanungen unserer Tich- terklassiker bis zn unserem philosophischen Klassiker Kant zu führen. Das 19. Jahrhundert wird eingeleitet durch die Physiokratcn Adam Smith und den jungen Wilhelm v. Humboldt. Vertreten sic den wirtschaftlichen Liberalismus, so kommt in der Romantik, der Restauration mit Hegel und seine» machtpolitischcn Nachfolger» die konscr- *1 Neuzeitliche Ttaats- und Gcsellschoststl,cor:en. Von Proseffor Dr. K. Vorländer. Mk. 10.—. Vertag Duelle & Meyer, Leipzig. vative Staatsaufsassung zum Durchbruch. Dazu kommt als dritte c-roße Theorie der sich bereits in Fichte ankündigende Sozialismus, der dann später in der Gestalt eines Marx, Prud- h o ii, Krapvtktn und Lenin ganz verschiedene, zum Teil anarchistische Färbung erhält. Vorländer versteht es in hervorragendem Maße, die Grundtypen der Staatsthcorien in ihren großen historischen Vertretern klar und anschaulich zu schildern. Wie schon der Titel von Machiavelli bis Lenin zeigt, ist das bedeutende Werk nicht im Sinne weltabgeschiedener Theorien geschrieben, sondern es steht in engsten Beziehungen zu den großen politischen Kräften der Gegenwart. Daher ist cs für den Fachmann ebenso vorzüglich geeignet, wie für jeden Gebildeten, der sich politisches Wissen erwerben will, um seine Aufgaben als Deutscher und Staatsbürger zu erfüllen. Will also Vorländer in diesem Buche die durch die oben genannten Männer verschiedenster Zeiten vertretenen neuzeitlichen Theorien dar- siellen, so geht er dabei von dem Standpunkt aus, daß der Beginn der Neuzeit nicht nach dem alten dreiteiligen Schema der Zuteilung der Welt- und Kulturgeschichte in Altertum, Mittel- alter und Neuzeit berechnet werden kann, wie sie einer der Thüringer Magister, Ccllarius, gegen Ende des 17. Jahrhunderts vorschlug —, eine Zeitrechnung, die erst im Lause des 18. Jahrhunderts in die Schulen und damit in das öffentliche Leben überging. Ter Verfasser sucht den Beginn der Neuzeit vielmehr bereits Jahrhunderte früher als 1192 (der Entdeckung Amerikas) oder 1517 (der Reformation), er erblickt ihr Charakteristikum wirtschaftlich in dem Aufkommen des Frühkapitalismus und in Verbindung damit des städtischen Bürgertums, wie es schon zur Zeit Kaiser Rotbarts und seiner Lombarden- krieae einsetzt: politisch in dem Emporkommen der Für- stenmacht und der großen Nationalstaaten — Frankreich, England, Spanien — gegenüber dem Imperialismus und Feudalismus des Mittelalters und dem Niederfang des von diesem regierten Deutschland und Italien: g e i st i g in der Verselbständigung der Persönlichkeit gegenüber der Gebundenheit des mittelalterlichen Wesens. Sodann will Vorländer aber auch Staats- und Gesellschaftstheoricn zur Darstellung bringen, die mit nationalökonomischen und geschichtsphilosophischeu Gedankengängcn nichts gemein haben sollen, schließlich auch Theorien als solche, das heißt systematisch ausgebildete Lehren, die nicht in einzelnen Gedanken auch noch so hervorragender Männer wie Luther, Calvin. Richelieu. Friedrich der Große, Napoleon, Stein oder Bismarck ihren Niederschlag finden. To wird hier nicht eine fortlaufende Geschichte der modernen Staats- und Gesellschaftslehren gegeben, sondern es sollen hier nur die großen, hervorragenden weltgeschichtlich und systematisch bedeutsamen Staats- und Gcsell- schaftstheoretiker in anschaulichen, in sich zusammenhängenden Bildern gezeichnet werden. Dabei wird zu beachten sein, daß kaum eine wichtige Gestalt oder Zeitrichtnng übergangen worden ist. Indem Vorländer schon in den Titel in weitausgreifender Linie die sich polar gcgenübcrstchenden Namen Machiavelli und Lenin setzt, macht er den neuartigen Versuch, de» Leser durch die Vergangenheit bis zur neuesten Gegenwart zu führen und dadurch dem gebildeten Deutschen eine ihm heute vielfach noch fehlende, aber deshalb um so notwendigere Kenntnis der politischen Theorien der Vergangenheit unter Beziehung auf die Gegenwart zu vermitteln. — Nr. 390 Karlsruher Tagblatt, Sonntag, den 19. Dezember 1926 Die Bedeutung -es Rundfunks. Ein Vorirag -es Rurrdfuntkommiffars Or. Bredow-Berlin. Am letzten Donnerstag nachmittag hat im Festsaal des Künstlerhauses in Karlsruhe die 13. ordentliche Generalversammlung des Verbandes Südwe st deutscher In - üustrieller unter dem Vorsitz des Kammer, zienrats Stoeß - Ziegclhausen bei Heidelberg stattgefunden. An den Beratungen nahm auch Staatssekretär a. D. und Rundfunkkommissar Dr. Bredow teil. Er hielt einen Vortrag über die Bedeutung des Rundfunkcs: Der Vortragende wies einleitend darauf hin, wie sich auf allen Gebieten der Technik, besonders im Verkehrswesen, in den letzten Jahrzehnten ein scharfer Kampf um die Ueberwin- dung von Raum und Zeit abgespielt hat. Die Höchstleistung in dieser Beziehung hat die elektrische Welle erzielt, deren Entdeckung durch den Physiker Heinrich Herz in Karlsruhe erfolgt ist. Mit Hilfe der elektrischen Welle ist es möglich, beispielsweise ein telegraphisches Signal von Deutschland nach Australien auf etwa 20 000 Km. in Vis Sekunde zu übermitteln, da sich die Ausbreitung der Wellen bekanntlich mit der Geschwindigkeit des Lichts, b. h. 300 000 Km. in der Sekunde vollzieht. Da es heute bereits telegraphische Funkstationen gibt, deren Energie so groß ist, daß sie an jedem Punkt der Erde gehört werden können, ist es auf diese Weise theoretisch möglich, von einem Punkt der Erde aus. sämtlichen Erdenbewohnern gleichzeitig eine Nachricht zukommen zu laffen. Diese überwältigende Zukunftsmöglichkeit wird der telephonische Rundfunk, der auf der Zirkularwirkung der sich gleichmäßig nach allen Richtungen hin ausbreitenden Welle beruht, eines Tages wahr machen können, wenn genügend starke Rundfunksender zur Verfügung stehen, und wie eS einmal sicher der Fall sein wird, in jedem Haushalt der Rundfunkempfang eine Selbstverständlichkeit geworben ist. Der Vortragende wies weiter auf die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten des Funkwesens hin und erläuterte, in welcher Weife dieses neue Nachrichtenmittel in das System der Welttelegraphenverbindungen eingefügt ist uno dem Welthandel neue und schnelle Nachrichtenverbindungen erschlossen hat. Deutschland hat gerade nach dem Kriege, infolge des Verlustes seiner überseeischen Kabelverbindungen, besonderes Interesse an der Errichtung von unmittelbaren Verbindungen mit wichtigen Absay- ländern, und es ist der Deutschen Reichspost in Zusammenarbeit mit der deutschen Funkindustrie und der Transradio-Gesellschast für drahtlosen Neberseeverkehr gelungen, außer Funkverbindungen mit fast allen europäischen Ländern auch solche zwischen Deutschland einerseits und Nord- Amerika, Brasilien, Argentinien, Japan, Niederländisch-Jndien andererseits hcrzustcllen. Zu diesem Zweck werben in Deutschland ausgedehnte mächtige Funkanlagen in Königswustcr-' Hausen, in Nauen und Eilvese bei Hannover betrieben. Besonders wichtig ist auch das Funkwesen für die Seeschiffahrt und das Flugwesen geworden, und der Funkapparat ist heute an Bord von Schiffen und Luftfahrzeugen bereits eine unentbehrliche Einrichtung, nicht nur für den Verkehr, sondern auch für die Navigation. Die neueste Anwendung, in der Deutschland bahnbrechend vorangcgangen ist, ist der telephonische Funkverkehr vom fahrenden Eisenbahnzuge aus, der bereits 'eit <':n>aer Zeit ans der Strecke Berlin—Hamburg in Betrieb t»i und allmählich auf allen anderen Hauvtstrecken eingeführt wird, so daß in absehbarer Zeit ledcr Reisende während de: Fahrt Televhonaespräche führen oder Nachrichten bekommen kann. Eine gewaltige Ausstehnnna hat der Rundfunk gewonnen. Während im Jahre 1922 von einem Zentralscnder in Köniaswustcrhausen aus mehrere tausend im ganzen Reiche verstreute Teilnehmer sunktelevlioinich mit.Wirt- schastonachrichten versorgt wurden, ist dieie Art der Nachrichteiiüoer-ni.ituin 1923 aui das Gebiet der Unterhaltung ausgedehnt worden. Zu diesem Zweck ist Deutschland in 9 Runosunk- bezirke eingeteilt, die jeder je nach den örtlichen und technischen Verhältnissen mit einem oder mehreren Sendern ausacstattet sind. Für Zusammenstellung des über diese von der Reichspost betriebener Rundfunkstellen zu sendenden Nachrichten und lluierhaltnnavstosjcs ist für jeden Rundfunkbezirk eine unter der wirtschaftlichen Kontrolle der Reichsvoit und unter politischer und kultureller Kontrolle des Reiches und der zuständigen Länder siegende Rundfunkgesellschaft gebildet. Die Gesellschaften führen täglich e'.n uiniangreiches Programm durch, das nicht nur der Unlerhaltnila. beispielsweise der Pflege der Munk dienr. sondern auch aus allen anderen Gebieicn der Kunst und der Wissenschaft schom', um dein ganzen Volk Anregung und Freude zu bringen. Beäonde's wird auch die Volksbildung durch Veranstaltung von Vorträgen und Foribilbun iskuri'eu aller Art zu fördern gesucht, und auch dem Interesse der Wirtschaft wird der Nundfunk durch Verbreitung von Wirtschaftsiiiclönnaen aller Art in immer weiterem Maße dienstbar gemacht. Es ist anzunehmen, daß hier ein Nachrichtenmittel entsteht, das jeden Menschen :.t viel innigere Berührung mit allen Geschehnissen der Außenwelt bringt, als dies bisher möglich gewesen ist. Ferner ist mit Sicherheit anzunebmen, daß der Rundfunk, der in seiner technischen und künstlerischen Form vielleicht noch allerlei Wandlungen unterworfen sein wird, in kurzer Zeit zu einer unbedingten Lebensnotwendiakeit geworden ist. Dies zeigt die beispiellose Entwicklung der Teilnehmerzahl, die von Anfang Seite 17 1924 an bis Ende 1928 auf etwa 1.3 Million»-« gestiegen ist. Für die Programmgestaltung werden gerade in Deutschland besonders hohe Aufwendungen gemacht, da der deutsche Zuhörer wesentlich kritischer ist als der Ausländer und wer! der deutsche Rundfunk von Anfang an den Versuch gemacht hat. ein Kulturmittel zu werden. Natürlich ist es nicht möglich, dem Geschmack einer so großen und so verschiedenartig zusammengesetzten Hörerschaft gleichmäßig zu entsprechen. Deshalb ist cs eben erforderlich geworden, trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten so umfangreiche und vielseitige Programme zu verbreiten und sich nicht einseitig aus bestimmte Geschmacksrichtungen festzulegen. Nach Auffassung für den Vortragenden ist eS für den Rundfunk nicht nur Lebensnotwendig» keit ein bestimmtes kulturelles Niveau einzuhal- tcn, sondern auch neutral zu sein und sich von jeder parteipolitischen Tendenz fern zu halten, wenn er seine Mission erfüllen und die ganze Hörerschaft zu einer Kulturgemeinschaft zusammenfassen will. Der Vortraacndc weist zum Schluß noch , auf einige technische Zukunftsmöglichkeiten hin. beispielsweise die Verbreitung von Bildern und Handschriften durch die elektrische Welle, die vielleicht in absehbarer Zeit für die Nachrichtenveroreitung und die Wirtschaft von grober Bedeutung sein wird. Er führt in diesem Zusammenhang aus, daß die in Deutschland und England angestcllten Versuche, mit be,on- ders kurzen elektrischen Wellen betriebssichere Nachrichtenverbindungen auf große Entfernungen zu schaffen, von überraschendem Erfolg begleitet gewesen sind und daß hierbei auch die Uebermittlung von Handschriften möglrch war. Es kann also damit gerechnet werden, daß der sehr zeitraubende Briefverkehr mit üierseeiichen Ländern durch die auf dem Funkweqe mögliche Facsimile-Ucbertragung so abgekürzt wird, daß beispielsweise die Uebertragung einer gewöhnlichen Schristseite von Deutschland nach «ü.d- Amerika nur wenige Minuten dauern wird. Steinway Steinway Flügel und Pianos GeneralmiisiRdireRtor Ferdinand Wagnerf: Als Dirigent und Pianist kenne ich keine besseren Flügel als die echten Steinways. I Kapellmeister Joseph Krips: . . . und muß ich dem Steinway-Flügel in jeder Beziehung den Vorzug geben. Vor allem war es der herrliche Ton des Instrumentes, der mich zu diesem Urteil veranlaßte. Kapellmeister Alfons Rischner: Der Steinway-Flügel begeistert mich täglich durch "Sein», einzigartige. Klangschönheit. Ich kann mir kein Instrument denken, das der Qualität des Steinway-Flügels gleichkommt. I. Konzertmeister Oltomar Voigt: Der Steinway - Flügel ist wirklich das Ideal eines Flügels, er ist mir im Konzertsaal zur Selbstverständlichkeit geworden, besonders zur Kammermusik» In Karlsruhe nur zu haben bei H IUI AIIRER/Kaiserstraße 176 ■ ■ W ■ 1# Rm H m ^ Eckhaus Hirschstraße. Erleichterte Zahlungsweise / Umtausch alter Instrumente / Kataloge u. Konstruktionsbroschüre kostenlos ülnsuMteite 4—7 .U pro Meter. Billiger Schneider (80 .4) zu Diensten. Krause & Basisch. Waldstraste 11, Lvezinlhaus snr Hcrreu- stofsc. Insel Samos i, i'l. Jlk. 4.33 malaga la alte Ware 7, Fl. Mk. 1.80 GolHTlalaga Ia > , Fl. Mk. 2.- Kiridioafler i.i Fl. Mk. 6. - >/, Fl. Mi- 3.30 ZDetldigen* maller v. Fl. 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