- K-rlsr«tztk Nr. 186. Samstag, derr 7. Juli 18ZS Baden. Mannheim, 5. Juli. Die Feldfrüchte stehen gegenwärtig in einer solchen Kraft und Fülle, daß man sich ! kaum eines so fruchlreichen Jahres erinnert. Die Heuernte ist sehr ergiebig ausgefallen, und die zweite Schur ' verspricht ebenfalls eine reichliche Ausbeute. Unter diesen segensreichen Aussichten steht zu hoffen , daßdieBrod- und Fleischpreise, die seit längerer Zeit sich ziemlich hoch hielten, sich bald ermäßigen werde». (M. I.) > Aus dem Unterrhernkreise, 30. Juni. ^ Schon vor mehreren Jahren, als man sich ganz vorzüglich mit der Rektifikation des Rheinstromes beschäftigte, wurde auch der unterhalb Mannheim, auf dem linken Rheinufer befindliche, bei den sogenannten Hemshösen beginnende , bis zum frankenthaler Kanalhaus ziehende, frie- senheimer Durchschnitt kraft der getroffenen Uebereinkuuft von der badischen Regierung vollendet. Allein er entsprach der Erwartung nicht, der Strom nahm keineswegs seine Richtung in denselben, und spätere Nacharbeiten, sowohl durch tieferes AuSgraben, als durch Veränderung der Einmündung , waren ebenfalls erfolgsloS. Demungeachtet ist das Gelingen desselben von entschiedener Wichtigkeit, sowohl für die Schiffsayrt, als auch in Beziehung auf den Strom selbst und auf den Neckar, und es ist auch das Gelingen der Hafenanlage in Mannheim auf die Wirksamkeit dieses Durchschnittes berechnet. Dieses Resultat soll mm durch weitere Kunstarbeiten erzielt werden, und man hofft nunmehr mit Bestimmtheit, daß das Unternehmen Erfolg haben werde. Die zur Reallfirung des frie- scnheimer Durchschnittes beschlossenen Arbeiten sollen zum großen Theilc darin bestehen, daß der neue sogenannte Mühlaukanal durch Fortsetzung des bei'm Rheinhafen beginnenden Parallelenwerkes in die Gegend des Rheindurchschnittes verlängert, und sodann eine Schwelle in den Rhein gelegt wird, um den Strom mehr gegen die Mündung des Durchschnittes hinzmvLisen. Tüchtige Schiffer versichern, das Werk werde nunmehr gelingen. Der Boden des Durchschnittes ist zum großen Theil Lettenboden und wird deshalb von dem Strome nicht ausgespült werden. Fr ei bürg, 5. Juli. Die königl. niederländische Gesellschaft in Amsterdam zur moralischen Verbesserung der Gefangenen hat in ihrer allgemeinen Versammlung vom 11. Mai d. I. den Hrn. Dl. Müller, Domprähendar an der hiesigen Metropolitankirche, zum Ehrcnmitgllede ausgenommen, und das de'fallsige Diplom mittelst sehr ehrenvollen Schreibens übersandt. ES ist dies eine um so größere Anerkennung, als ausserdem um Gesängnißwescn so hoch verdienten Do. Julius in Berlin, unseres Wissens, keinem Auslaut er eine ähnliche Auszeichnung zu Theil geworden ist. Bekanntlich bat Hr. Dr. Müller bereits mehrere, auf die moralische Verbesserung der Gefangenen berechnete , sehr gut ausgenommene, Schriften herausgegeben, und eben befindet sich eine neue interessante Schrift über diesen Gegenstand unter der Presse. (F. Z.) — Zu dem Artikel auS Breisach vom 26. Juni, in Nr. 180 der Freib.Ztg. (sh. Rr. 180 d. K. Z.), muß berichtigend bemerkt werden, daß die Traubenbtüthe in dem dort erwähnten Rebberge am 2. Juni nicht allgemein — wohl aber an einzelnen Stöcken begonnen hatte. (F. Z.) Konstanz, 4. Juli. Es ist ein hervorstechender und zugleich schöner Zug unserer Zeit, welche nicht blos das Andenken der Verstorbenen, über welche bereits die Todtengerichte ergangen find, durch Denkmäler zu ehren sucht, sondern auch noch alle diejenigen Männer bei ihren Lebzeiten auszeichnet, welche durch ihre vorzüglichen Kenntnisse und einen unermüdeten Eifer in ihrem Berufe sich gerechte Ansprüche aus de» Dank ihrer Zeitgenossen erworben haben. Zu diesen letzteren gehört auch unstreitig der Herr Medizinalrath >md Amlsphysikuö Do. Jos. Ignaz Harder in Nadolphzell, dessen üOjähriges ärztliches Dienstjubiläum die Bürger zu Radolphzell am 5. Juli, mit einer dem Ve-dienste dieses ausgezeichneten Arztes würdigen und dem Ausdrucke der aufrichtigen Gefühle ihrer Verehrung angemessenen, Feierlichkeit begehen werde». (K. Z.) Hannover. Osnab rück, 28. Juni. Se. Maj. der König ist hier angekommcn und auf das Festlichste empfangen worden. An der Spitze des Magistrats hielt Bürgermeister Stüve bei'm Eintritt des Königs folgende Anrede: „Allerdurch- lauchtigsttr l Ew. königl. Maj. überreichen in tiefster Unter- thänigkeit Allerhöchdero getreueste Unterthcmen — der Magistrat der Stadt Osnabrück— die Schlüssel dieser Stadt, der in Ergebenheit und fester Treue gegen König und Vaterland keine andere vorgeht. Zwei Fürsten aus dem erhabenen welfischen Stamme haben den Namen Ernst August zu einem Zeichen des Ruhms und des Segens erhoben in diesem Lande, das sie mit den Waffen und mit dem Rechte beschützten , und dessen Wohlstand sie mit sorgfältiger Hand pflegten. Noch höhere Wohlfahrt brachte Sr. Maj. König Georgs kll. väterliche Regierung, dcsftn vierten erhabenen Sohn nach schweren Bedrängnissen, lau- 1L60 ger Kriegszeit, nach der Noth sinkender Gewerbe, nach den Wohlthaken Sr. Maj. König Wilhelms IV. in Ew. königl. Maj. wir als unfern Herrscher dehmuthsvoll verehren. Möge Ew. kön. M Huld und Vertrauen stets auf dieser Sladk ruhen, mögen Merhöchstvieselben dem Lande gleiches und erhöhtes Glück bereiten', und mögen spatere Enkel den Namen Ernst Angust mit dreifachem Segen nennen!" Se. Mas. geruhten zu erwidern: »Ich weiß, daß die Bürger von Osnabrück treu und ehrlich sind , wenn sie sich nur durch NedenSarten nicht leicht täuschen lassen. Sie kennen mich noch nicht, sie müssen mich noch erst kennen lernen. Dann werden sie sehen, daß, bei dem Allmächtigen! der weiß, daß ich die Wahrheit rede, ich es gut meine, und im Sinne habe, das Wohl der Bürger von Osnabrück und des ganzen Landes zu befördern " Gestern Abend hatten die Alterleute der Stadt die Ehre, bei Sr. Mas. zur Audienz zugelassen zu werden, in welcher sie Allerhöchstdemselben eine Adresse überreichten, die neben der Versicherung der treuesten Ergebenheit und des vollkommensten Gehorsams der Bewohner dieser Stadt, zugleich die Bitte enthält: »Daß es Sr. königl. Mas. in allerhöchster Weisheit gefallen möge, die Fortdauer des SlaatSgrundgesetzes von 1883 — jenes unvergeßlichen Geschenks, das dem Lande von der Huld Sr. höchstseligen Maj. König Wilhelms lV. geworden — Allerhöchstdero getreuen Untcrlhanen allergnädigst zu gewähren." Zu dieser Adresse waren dre Alterleute durch eine an sie gerichtete Vetition veranlaßt worden, welche, obwohl sie nur einen Tag lang in der Stadt zirkuliren konnte, gegen 300 Unterschriften der gebildetsten und angesehensten Bürger zählte. Se. Maj. geruhten, die Alterleute äusselst gnädig zu empfangen, und ihnen die Versicherung zu geben, daß nur die Liebe zu Ihren Unterthanen das Prinzip Ihres Handelns sey, daß Sie eben darum jedem Unterthan, der Ihnen Bitte und Wünsche vorzulragen habe, gern Gehör ertheiltcii. Der König ließ sich darauf die an die Alter- leute gerichtete Petition einhändigen, dam-t Höchstsie auch sähen, von wem die in der Adresse ausgesprochenen Wünsche herrührten. Ueber die Ausnahme, die Ihm in der Stadt und Provinz zu Theil geworden, äusserte der König sich sehr zufrieden, und trug den Alterleute» ausdrücklich aus. die guten Osnabrückeriein r Liebe zu versichern. Der Magistrat der Stadt hat keine Audienz bei Sr. Maj gehabt, obschon er eine solche erbeten, und der hier anwesende Minister v. Schele über die dazu vom Könige beliebte Stunde nähere Mtttheilung hatte machen wollen. Eine derartige Mittheilunq ist aber noch nicht erfolgt. Auch die Stadt Osnabrück hat dem Könige bei seinem Hierseyn durch eine Deputation ihre Huldigungen dargebracht, und, wie es heißt, ebenfalls eine Adresse überreicht. (B.Z.) Meppen, 29. Juni. Der heutige Tag war für die Bewo! ner der Stadt Meppen und der ganzen Umgegend «in Tag großer Freude, indem Se. Maj. unser allergnädigster König beute Morgen gegen lO Uhr, von Lingen kommend, hier eintrafen Auf halbem Wege zwischen hiex und Lingen waren Se. Maj. von den hiesigen Beamten und Bewohnern der Umgegend feierlichst empfangen worden. In der Hauptstraße unserer Stadt waren mehrere bü'sche Ehrenbogen errichtet, und die Straße mit Laub, Blumen und kleinen Zweigen bestreut; von den Thürmen der Kirche und des Rathhauses weheten die Flaggen. An dem Eingänge der Stadl, unmittelbar an dem großen Ehrenbogen, wurden Se.M. von dem Magistrate, der Geistlichkeit, dem Vorstände des Gymnasiums, den Kommandanten und übrigen Zürgeroffizieren, so wie der gesammken bewass ieten Bürgerschaft mit ihren Fahnen, TromMeln und Musik, von sämmtlichen Lehrern des Gymnasiums , m t allen Schülern, so wie auch von der Jugend aus den hiesigen Elementarschulen feierlichst empfangen. Der Bürgermeister Vageoes hielt eine kurzeHuldigungsrede. prüfen- ^ tirte Sr. Maj. auf einem seidenen Kissen den Schlüssel der ; Stadt, und empfahl die Stadt AUeryöchstdenselben. Se. Maj. geruhten die Schlüssel in Empfang zu nehmen und z die Rede huldvoll zu erwidern. Während dessen waren z die Pferde vom königl. Wagen gespannt, und einige Bür- , ger zogen Se. Majestät unter dem lauten Jubel aller An- i wesenden, Läuten aller Glocken, Abfeuern kleiner Kanonen z nach dem Hause deS Bürgermeisters. Hier angekommen, > stiegen Se. Maj. aus dem Wagen, würben von den jun- ; gen Damen unserer Stadt empfangen, die Allerhöchftoen- > selben ein Gedicht überreichten und Blumen streuten An e der Thürschwelle des Hauses wurden Se. Maj. von der , Frau Bürgermeisterin mit ihren beiden Kindern bewillkommt. , Se. Maj. waren die Freundlichkeit und Leutseligkeit selbst, , geruhten Allerhöchstihre Zufriedenheit und Freuve über den , Empfang und die Einrichtungen im Hause zu äuffern, er- ; kündigten sich nach der Stadt, ihrer Größe, Einwohner- « zahl, Nahruugsgnellen, Gymnasium und mehreren aude- z reu Gegenständen. Während dessen wurde von dem Sing- z vereine uns einigen Studenten: »Heil Dir im Siegerkranz" ^ vor dem Hau e gesungen. Se. Maj. geruhten Allerhöchst- z sich am off nen Fenster zu zeigen, und wuroe» von der , ganzen versammelten Volks-aenge laut jubelnd begrüßt, und äusserlen abermals Allerhöchstihre Zufriedenheit und Freu e. Nachdem hatte» Hr. v. Laiwh erg-Vehlen und die Beamten die Ehre, Seiner Mäjestäe vorgestellt zu werden. Das I schönste Weller erhöhte die Feierlichkeiten, und alle getros- > jenen Anordnungen wurden so gut auSgeführt, daß sich ' auch nicht der geraigste Unfall ereignete. Gegen t l j Uhr * setzten Se. Maj. Allerhöchihre Reise nach Ostfriesland wei- * ter fort. (Hann.Z.) ^ Groß Herzogthum Hessen. , Mainz, 3. Jul«. Die meisten Zeitungsartikel fchel- ^ neu es sich zum Ziel gesetzt zu haben, aus Grnnven, die § wir hier unerörtrrt lassen, die Fortschritte der Arbeiten an ü der Taunuseisenbahn in Zweifel zu ziehen und namentlich " den geringen Verdienst der Arbeiter hervorzuheben. Aus ft guter Quelle können wir versichern, daß der Erdarbeiter von mittlerer Stärke 40 kr. und der Stärkere noch mehr ^ im Akkord verdienen kann, und bereits in voriger Woche v mehr als 1,000 Mann bei den Ervarbeiten diesseits und ^ jenseits Hattersheim uad von Höchst bis nach der srankfnr- ft rer Gewann, desgleichen a» oen Brücken über die Nidoa ^ 1901 und dem Stnt'onshauS bei Höchst beschäftigt waren. Die llrsiich?, w shalb die Ärbeimi nicht die bisherige Ausdehnung erd» lten, war der Mangel an Terrän, welcher nun- ruchr dürch die Ileberweistinq desselben in mehrere» Gemarkungen des Herzogthums Nassau glücklicherweise gehoben ist. (Mainz. Z) Würtemberg. Stuttgart, 5. Juli. Die neueste Nummer der Frankfurter Oberpostamtszeminq enthalt einen Artikel, worin sie sich mit "zwei Worten« über die, mehrfach im Laufe des letzten „Semesters« laut gewordenen, Beschwerden ausspricht, daß in Stuttgart (und auch anderwärts) die, von den frankfurter Blättern aus der Leipziger Allgemeinen Zeitung, der preußischen Staatszeitung w. abgedruckten Artikel um 24 Stunden früher anlangen, als das Original selbst. Das Postamt Stuttgart habe nämlich bisher die bei ihm bestellten Ecemplare der berliner und leipziger Blätter nicht über Frankfurt bezogen. < „Zwei Worte« , auf die man sich, dünkt uns, unverhältnißmäßig lange besonnen hat! Uedrigenö ist es ein seltsamer Triumph, wenn die Thurn und Taris'sche Generalpostdirektion zu Frankfurt dem stuttgarter Postamle, welches eine Thurn und Taris'sche Behörde ist, nachweisin kann, eS beziehe die genannten Blätter nicht auf dem zweckmäßigen kürzeren, sondern aus dem unzweckmäßigen längeren Wege. lieber den Preziosen Ton der Oberpostauttszeitnng wollen wir keine Worte verlieren. Sie spricht herabsehend von dem „kostbaren Schatze«, mit dem die frankfurter Zeitungen früher nach Stuttgart kommen, als die „Schachtjournale« selbst. Von den Ragout Artikeln aus dem Küchen schranke der französt- sche» uno englischen Presse abgesehen: was bliebe der Obcr- postamlszeilung, wenn nicht andere Blätter, mit Original- korreipoiidenzen, ihr den „kostbaren Schatz« lieferten, den man wohlseil mit Rothstist ausdeutet?) (D.C.) Sachsen-Meiningen. AuS dem Meiningen'schen, 28. Juni. Unser dieß- jähriger Landtag endete nach fünfmonatlicher Dauer. Er schloß auf eine Weise, die bisher bet uns noch nicht erlebt worden war: mit der Versicherung der Stände , daß das Land, unwandelbar überzeugt von dem lan esväterli- ch.n Bestreben des Herzogs, mit vollem Vertrauen auf die Männer blicke, denen er die Leitung der Geschäfte übertragen. Es ist nicht in Abrede zu stellen, daß der verwichen« Landtag in der Entwickelung unsers kleinen Staats- lebenS einen bedeutenden Fortschritt bezeichnet. Die große Klarheit und die Offenheit im Verfahren deS Ministeriums gegen die Stände haben ein Entgegenkommen derbeigeführt, wttcheS auf allen früher» Landtag n mehr oder w Niger zu vermissen war. Dadurch ist es möglich geworden, eine Menge Fragen zu lösen, deren jede einzeln zu den schwierigsten der landständischeu Beratbung gehört. Dahin gehört die Verwendung der Domäncnüberschüsse von Seite des Landcsherrn, die Reduktion der Zinsen der Staatsschuld, die summarisch sehr bedeutende Erleichterung der Sleuerpflichtige» durch Abschaffung einer Menge von Stenern uuv Aogaden, die damit verbundene Beseitigung der Beschwerden mehrerer, zum Herzogthum Meiningen nr« sprüngiich nicht gehöriger, Landcstheile, namentlich der wobldegrüiiveten des HerzogthumS Hildburghausen in Betreff der Zusamnienwerfung der Staatsschulden, ferner die Verbesserung der Lage vieler Staatsdiener durch Gehaltszulage. eine zeitgemäße Einrichtung deS Medizinalweseiis, Verbesserungen im Schulwesen , Ausbau einer Menge a»- gefangcner, zum Tbeil wichtiger, Kunststraßen, die als Landeöwohlthat ausgenommen« Befreiung aller Inländer von Ehausseegeldern, die Herstellung guter Vizinalstraßen zur bequeme» und kürzesten Verbindung aller Orschaften deS Landes u. A. m. lA. Z.) Preußen. Berlin, 28. Juni. Dieser Tage hatte man hier das neue Schauspiel, das Personal und die Equipagen der französischen Gesandtschalt an einem Begräbnisse Theil nehmen zu sehen, daö nach jüdischem Ritus stattsand. ES war nämlich der Kanzler (olwncolior) dieser Gesandtschaft, Hr. Mayer, gestorben, und da derselbe zum mosaischen Glauben sich bekannte, so haben ihn seine Londslentt- nnd AmlSgenossen in feierlicher Weise auf dem jüdischen Gottesacker bestattet. Hr. Mayer galt hier eine Zeit lang als her Verfasser der salyrischen Artikel, die vor zwei Jahr,» in franö fischen Blättern über die Vornamen der Juden erschienen; da er jedoch in seiner amtlichen Qualität gegen jede polizeiliche Untersuchung geschützt war, so ist das Nähere nicht ermittelt worden. In Betreff der Judennamen ist eS übrigens, wie man vernimmt, ganz beim Alten geblieben, und nur noch in einigen kleinen Städten bestehen die Bürgermeister daraus, daß die Eölne der jüdischen Einwohner nicht Gustav oder Theodor, sonder» Abraham, Hirsch oder Bär heißen. (A. Z.) Münster, 29. Juni. Die königl. Regierung Hierselbst hat am 21. April folgende Bekanntmachung ellas- sen: „Die Erfahrung hat gelehrt, daß die schiefe Haltung der Kinder dei'm Schreiben und Zeichnen, so daß die rechte Schulter erhöht, die linke niedergedrückt wird, sehr leicht eine Abweichung des Rückgrats nach der rechten Seite hin zur Folge hat, auch auf die Brustorgane nachtheilig einwirkt. Es ist deshalb m den Schulen darauf zu se»c», daß die Kinder dei'm Schreiben und Zeichnen daS Papier nicht schief, sondern gerade vor sich hinlegen, den rechten Ellenbogen möglichst der rechten Seite nähern und den Körper gerade Hallen Die Herren Pfarrer und Schul- inspektvreii werden die Schullehrer hierauf aufmerksam machen, und bei ihrem Schulbesuche daraus achten, daß die Vorschrift gehölig befolgt werde « — Die Lpz. A. Z. vom 2. Juki enthält folgendes Inserat: „Es zirkulirt hier eine Subikttptionsliste, ausgehend von einigen berühmten Stimmführern des hiesigen Publikums , um eine Summe vom 1,000 Friebrichsd'or zusam- menzubringe», wodurch auf gewissen Schleichwegen der Unterzeichnete ermittelt werden,vil, um ihn dann, obgleich er nichts als die lautere Wahrheit geschrieben Hut, auf handgreifliche Art vom weiteren Schreiben adzubrin- gen. Damit die geehrten Leser dieses Blattes nicht er- schrecken, wenn nächstens auf seinen Kopf, wie auf den eines Verbrechers, ein öffentlicher Preis gesetzt wird, hat er diese vorläufige Nachricht mitthellen wollen. Münster, den 25. Juni 1838. — Der Korrespondent der Leipziger Allgemeinen Zeitung." Elberfeld, 30. Juni. Seit der Trennung Belgiens von Holland ist der Werth der Kohlengruben an der Ruhr bedeutend gestiegen und es ist mit Zuversicht zu erwarten, daß durch die Eisenbahnenerrichtung der Kohlenabsatz in der Zukunft täglich größer wird und der Werth der Werke in dem Verhältniß steigt.. Belgische Spekulanten sind dadurch aufmerksam gemacht worden und es haben sich seit Kurzem mehrere Aktiengesellschaften in Brüssel, Charleroi, Tournay, Mons re. gebildet, die mit ihren sehr bedeutenden Fonds alle käuflichen Grubentheile in der Rheinprovinz an sich zu bringen gedenken. Besonders haben sie aber ihr Augenmerk auf die Ruhr gerichtet und die brösseler Gesellschaft hat schon Sachkenner dahin abqe- sandt, um Käufe zu jedem Preise zu schließen. Ein Gleiches beabsichtigen die Charleroier, Tournayer, Mon- ser re., und durch diese Konkurrenz werden bald die Kohlengruben sehr im Preise steigen. (Elbf. Ztg.) Oesterreich. Karlsbad, 27. Juni. Die Zahl der Kurgäste stellt sich bis heute gerade so, wie tm vorigen Jahre, und auch an klingendem Werthe der Gäste für die Stadt steht die Saison der vorjährigen nur wenig nach. In letzterer Beziehung ist es für die Statistik der europäischen Geldbeutel nicht uninteressant, zu hören, wie die langjährige Erfahrung unserer Magazininhaber, die diesmal wieder eine besondere Eleganz zur Schau legen, über die verschiedenen Nationen urtheilt. Vor Allem sieht man auf die Russen. Nach ihnen schätzen unsere Boutikiers die Polen am meisten, die auch diesmal mehrere ihrer Notabiliräten, an der Spitze den Fürsten Michael Radziwill mit seiner Familie, hergesandt haben. Die Engländer behaupten auch hier, wo man im Allgemeinen gewiß nicht über zu theureS Leben zu klagen hat, ihren, auf dem Festlande nur zu sehr bewährten, Ruf. Mit der größten Ruhe gehen diese Gäste an den eleganten Silberläden der wiener Kaufleute vorüber, und das Silber in ihrer Tasche behält ihnen durchaus einen überwiegenden Reiz vor dem zu den reichsten und schönsten Formen nmgemodelten in den Gewölben eines Sirey, Walliiöftr oder Türk. Die Franzosen, von denen übrigens bis jetzt nur sehr Wenige bei uns angelangt sind, haben eine viel zu große Verehrung für Paris, als daß sie größere Einkäufe in einem deutschen Bade wagen möchten, und unsere lieben Landsleute, die in der Regel nur aus wirklichen Gesundheitsrücksichten in die Bäder reisen, sind im Allgemeinen nicht reich und nicht lurusliebend genug, um nicht durch die Erzeugnisse, wie sie der liebe heimathliche Herd ihnen liefen, vollständig befriedigt zu werden. (Lpz.A.Z.) Holland. Haag, 27. Juni. Der Fürst und die Fürstin von Reuß-Schleitz sind zum Gebrauche des Seebades Scheve- tüngen angekommr«. ES Mt sich nun mehr und mehr in diesem freundlichen Fischerorte, der übrigens immer mehr städtisches Ansehen gewinnt. (A. Z.) Aus Holland, 31. Juni. Die amsterdam-haarle- mer Eisenbahn rückt nicht so schnell voran, daß sie noch in diesem Jahre befahren werden könnte. Mit der beabsichtigten Inauguration an dem diesjährigen Geburtstage deS Königs (24. August) wird eö demnach nichts seyn. Bon Grundeigenthümern sind an die Eisenbahngesellschaft bereits bis vor Gericht veriolgte Reklamationen gemacht worden, da die Eigenthümer mit der ihnen zugetviesenea Entschädigung nicht zufrieden sind. (D. E.) Rußland. St. Petersburg, 23. Juni. In Folge eines Beschlusses des Reichsraths sollen Personen, die zwar der Vormundschaft entlassen sind, aber noch nicht die Jahre der vollen Majorennität erreicht haben. zur Betreibung von Handels - und kaufmännischen Geschäften nicht zulässig seyn. Die Wohlfahrt vieler unserer Handelshäuser, die nicht selten bisher durch die Unerfahrenheit und Jugend ihrer Geschäftsführer litt, hat durch dieses Gesetz eine neue Bürgschaft erhalten. — Se. Maj. der Kaiser hat auf eine Vorstellung des Ministers des öffentlichen Unterrichts genehmigt, daß der Lehrer am ersten kasan'schen Gymnasium, Titularrath Lukaschewski, der wegen Theilnahme an der Gesellschaft der sogenannten „Tugendfreunde" in die von Polen entfernten Gouvernements verwiesen worden war, zum Kollcgicnassessor befördert werde. — Der bei den grusinischen Linienregimentern als Gemeiner dienende polnische Scblachtitsch Karl Malewski machte kürzlich den Versuch , sich dem Dienst durch die Flucht nach Persien zu entziehen. Bei dem Uebergang über den Aras ward er aber gefangen. Der Oberbefehlshaber deS kaukasischen Armeekorps hat ihn dieses Vergehens wegen feiner Würde als Schlachtitsch für verlustig erklärt, welche Sentenz Ee. M. der Kaiser am 10. v. M. bestätigt haben. (Pr. Stztg.) Frankreich. Paris, 3. Juni. Das Testament des verft. Fürsten Talleyrand enthält u. A. ein Vermächtniß von 50,000 Fr. zu Gunsten der Stiftung der Kreuzesschweftern zu Va- lenoay, welche es sich zum Berus machen, bedürftigen Kranken in ihrer Wohnung Hülfe zu bringen. (Chatte de 1830.) — Im verflossenen Monat Juni wurden in die pariser Sparkassen von 15,914 Einlegern, worunter 2,274 neue, eingezahlt 2,200,301 Fr.; daraus zurückgcnommen wurden 1,410,000 Fr. — Ein Gentleman hat gewettet, daß er am Montag in der Oper zu Paris, am Dienstag in der Oper zu London, am Mittwoch in der Oper zu Brüssel erscheinen und am Donnerstag sich Schlag 6 Uhr im sie k-n-iz zu Tische setzen will. Mehrere tausend Pf. St. hängen bereits von dem Ausgang dieser merkwürdigen Wette ab. i (Galig. Mess.) — Der Abbe- Tharin (der gew. Erzieher des Herzogs v. Bordeaux) sagt in seiner Schrift über den Zustand der katholischen Kirche in Frankreich in Betreff der Vermählung des Herzogs, von Orleans: »Der Nationalstolz wird durch den traurigen Gedanken beleidigt, daß eine Huge- nottin eines Tages den Thron von Frankreich besteigen könnte, und daß eö nur der Geburt eineö KindeS und zweier Todesfälle bedürfte, um die Regierung deS Landes in die Hände von ihr, als der Regentin deS Reiches, zu legen.« Wir führen diese Stellen nur an, um zu zeigen, daß der Geist der Intoleranz sich auch (fortwährend) in Frankreich äussert. — General Delaitrc ist vorgestern, 62 Jahre alt, gestorben ; er war als Klebers Adjutant mit in Aegypten und diente später zehn Jahre in der Kaisergarde. — Auf der Eisenbahn nach St. Germain ist ein bekla- genswerthes Unglück vorgefallen; ein Reisender war so unvorsichtig, sich mit dem Kopf aus dem Wagen umzusehen ; man kam in den Tunnel, und ehe der Neugierige den Kopf zmückzichen konnte, war ihm der Hirnschädel zerschmettert; er wurde noch lebend nach dem Spital gebracht, starb aber bald darauf. — Der Baron Barante, Gesandter des Königs der Franzosen bci'm russischen Hofe, wird nächstens in Marseille erwartet, wo er sich aus einem der Paketboote der Levante nach Konstantiuopel einschiffen soll. Er hat einen wichtigen Auftrag für die oitomamschs Pforte, von wo er sodann nach St. Petersburg abreisen wird. — DaS Journal de la Meurthe schreibt: Die Errichtung des Lagers von Lüneville, das der Herzog von Nemours befehligen soll, wird am 1. Ang. statt finden. Das Lager wird von folgenden Truppen bezogen werden: das 3te, 6te, 7te und 8te Kürassterregiment, daS 2te und 3te Dragoner-, das 5te und 6te Lancierregiment und 2 Batterien Artillerie. Toulon, 29. Juni. Admiral Stopford mit sämmtlichen Offizieren seines Geschwaders haben heute alle Sehenswürdigkeiten der Stadt und des HasenS in Augenschein genommen. — Gestern gab das engl. Admiralschiff den Einwohnern ein prächtiges Feuerwerk zum Besten und feierte zugleich den Krönungstag der Königin Viktoria. Heute begaben sich die Stadtbehörden auf das Admiral- schiff zu einem großen Gastgelage. Trotz dem offiziellen Enthusiasmus, der bei'm Einlaufen der engl. Flotille kund gegeben wurde, erhalten dennoch die fremden Matrosen keine Erlaubniß, au's Land zu steigen. Man befürchtete blutige Händel zwischen den Seeleuten beider Rationen. Straß bürg, 27. Juni. Der Minister des öffentlichen Unterrichts hat dem Könige die ersten Theile der großen Sammlung handschriftlicher Dokumente über die französische Geschichte überreicht, zu deren Herausgabe die Kammern bedeutende Fonds bewilligt haben, und an welcher bereits seit fünf Jahren sehr fleißig gearbeitet wird. Die Theile, die erschienen sind, bieten den Freunden der neuern europäischen Staatengeschichte reiche Ausbeute, und sind folgende: 1) Unterhandlungen in Bezug auf die spanische Successton unter Ludwigdem Vierzehnten, oder Korrespondenzen, Denkschriften, diplomatische Aktenstücke) die Ansprüche des Hauses Bourbon auf den spanischen Thron betreffend, begleitet von einem historischen Tert und einer sehr lesenSwerthen, lehrreichen Vorrede von Mignet, Archivar im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten; 2) militärische Denkschriften in Bezug auf die spanische Erbfolge unter Ludwig X VI,, Auszüge aus den Korrespondenzen des Hofes und der Generale, herausgegeben von dem Generallieutenant Pelet, Direktor des Kriegsdepots;' 3) Journal der Gcneralstaaten Frankreichs, versammelt zu TourS im Jahre 1484, unter der Regierung Karls des Achten, in lateinischer Sprache abgefaßt, und zum ersten Male nach den Manuskripten der königlichen Bibliothek übersetzt von August Vernier, Advokaten am königlichen Gerichtshöfe zu Paris. Ueber den frühem staatswirth- schastlichen Zustand Frankreichs, insbesondere über die Steucrverhältniffe, gibt dieses ständische Journal, welches als eines der ersten Landtagsblätter angesehen werden kann, lehrreiche Aufschlüffe. Großbritannien. Man hat über Newyork neuere Nachrichten aus Kanada. In der vom neuen Generalgouverneur der brit. Besitzungen in Nordamerika, Grafen Durham, welcher am 28. Mai in Quebec landete, bald nach seiner Ankunft erlassenen Proklamation fordert er alle Parteien zur Mitwirkung für die Wiederherstellung der Ordnung und Enr- tracht auf, verspricht er den Redlichen Schutz und droht dagegen den Ruhestörern und den Feinden Englands mit der Entfaltung aller ihm übertragenen bürgerlichen und militärischen Befugnisse. Die Ankunst Lord Durham's in Quebec wurde von den dortigen Einwohnern französischen Ursprungs mit lebhaften Freudenbezeigungen gefeiert. Spanien. — Madrid, 26. Juni. Von dem neuen Anlehen ist wieder Alles still. Hr. Aquado hat alle Federn springen lassen, die pariser und hiesigen Blätter fast sämmtlich in sein Interesse gesetzt, und so der Regierung die Nothwen- digkeit aufgedrunqen, mit ihm zu unterhandeln. Nur die engl. Blätter leisten dem »Marquis de las Marismas" noch tüchtigen Widerstand. Vermuthiich ist eS wieder auf eine Stempelgeschichte abgesehen, ähnlich der. welcher Hr. Agua- do sein großes Vermögen verdankt. H. Olozaga begibt sich mit dem unzufriedenen franz. Anlehensabgeordneten, H. Garcia, nach Paris. Da werden nun die großen Verhandlungen über daS neue Anlehen in Gang gebracht; Graf Torreno wird dabci vermuthiich eine Hauptrolle zu spielen haben. — Hrn. Ea- latrava'S Oppositionsamendement in der Zehntensrage ist mit 60 gegen 25 Stimmen verworfen worden. — General Aldama ist wieder mit 400 Pferden ans der Mancher zurück; weit entfernt, irgend ein günstiges Resultat erhalten zu haben, wurde er selbst von Paiillo'S Reiterei bis nach Ocanna verfolgt. Dieser Cabecilla (Häuptlings hat 200 berittene Schmuggler mit sich, denen nicht beizukom- men ist; man vergleicht sie in ihrer Kriegführung mit den Kosaken und Beduinen. Narvaez ist noch immer in Ciudad-real. Pardinnas steht mit 4,000 M. zu Guadalajarra; seine Unthärigkeit läßt sich nur daraus erklären, daß er 1804 nicht unter Oraa kämpfen, sondern selbst ein Oberkommando haben will. — Logronno, 26. Juni. DoS Geschütz von Pen- nacerrada, dessen Befestigungen zerstört werden, ist nach Viktoria abgesührt worden. Diese Stadl bildet das Zentrum der Kriegsbewequngcn. Nach dem letzten Marsche Espar- tero's, der mit 16 Bataillonen auS Viltoria gezogen, scheint er Tolosa angreiftn zu woll- n. Die Einwohner der Rosa haben die Autorität der Königin anerkannt. Alair beherrscht Niedernavarra; er soll das Ulzamaihal angreifen. Schweiz. Der Rheinthaler Bote berichtet aus jener Gegend von bedeutenden Verheerungen der Raupen. Viele Bäume seven ein Fraß derselben geworden, so daß sie ganz kahl, wie im Winter dastehen. Kurs der StaatSpaptere tu Franklin. Du 5 Oesterreich Prrichen » Baiern Frankfurt Laden Darmstadt Nassau H lland Spanten Polen Juli, Schluß 1 Uhr.^ pZt. Metall. Obligationen 5 do. do. 4 do. do. 3 Bankaktim p IM Loose bet Roths. Partialloos« do. st. 500 do. do. vethm. Obligationen do. do. Sta> tS'chuld^chetne Präulienschetn« Odligattonen Obligationen Eisenbavnakti>.n. Agio Rentenscheine fl.50Loose b. Goll u. L. Obligationen st. 50 Loos« st. 25 Loose Obligationen b. Roths, st 25 Loose lJnt grale l Aktiv,chuld -Lotterteloose Rtl. do. . S 500 4 4 4 34 3, 34 r, 5 Pap. 100r 101 r 964 100- r.2 994 224 Geld. 106/- 814 1743 263 151 1S5Z 99z loiz lo-i-z 65z 102 , 214'/. 10tz 22 z 54; I2j 65z 78 EtaatSpa Piere. Wien, 30. Juni. 5prozentige Metalltgues 107; 4prozent. 1004; 3prozent. 82; 2jprozent.—; 1834er Loose 126Z; Bankaktien 146:1; Rordbabn,08?-; Mailänder Eisenbahn 107z; Raaber E. B. — Paris, 4 Juli. 5prozenl. konsol. 11t Fr. — Et ; -llprozenl. —Fr. —Cent.; 4prozenl. 10t Fr. 40 El; Zprozent. 80 Fr. 25 Ct. Bankaktien 2630 —. Kanalak- tirn —. —. Rom. Anleihe 101belg >034; viemont. —. —; portug. —. Svan. Akt. 23; Paff. 4z. St. Germaiueisendahnaklien 895 Fr. — Et.; Vers. Eisenbahnaktien, rechtes Ufer, 800 Fr. — Ct.; linkes Ufer, 620 Fr. — Ei.; Eeller 620 do. Fr. — Et.; Spinae do. — Fr. — El.; Mülhausenerdo. 520 Fr. — Gl.; GaS- erleuchtungSgesellschaft —. Dampuchifffahrtaktien t.Pecg) — Fr. — Et. Neueste Nachrichten. Paris, 4. Juli. Inder gestrigen Sitzung hat die P airskammer noch die Kommissionsbcrichte des H,n. Perier über den Gesetzentwurf wegen der Kredite für Afrika und des Hr». Daru über den G setzcntwurf wegen der Konzession des Eiseiibahnbaus von Paris »ach Orleans on- gehörl: beide Berichte tragen auf Annahme der gedachten Gesetzentwürfe an. — Die jauch in unsere londoner Korrespondenz überge- gangeuej Angaoe des londoner „Globe" wegen der Geburt des Herzogs von Neinvuis in England wird von mehren» pariser Blättern dahin berichtigt, b>,ß der Herzog in Frankreich, und zwar am 25. Oktober l8l4imPalalö- Royal, geboren sey. "D Paris, 4. Juli. Die in allen Zeitungen stehende Anklageakte gegen Laitp beweist hinlänglich, wie gerecht der ihm gemachte Prozeß ist, vorzüglich aber läßt der Brief Ludwig Napoleons durchaus keinen Zweisil über die Neth- wendigkeit, solchem Preßuiisuge zu steuern. — Die sranz. Seemacht uiirer Admiral Lalande traf den 29. Mal vor Tuiiiö ein. Der Admiral besuchte den B>v von LuiiiS m Begleitung des Konsuls und seines Genei alstabes. — Alle, heute frühe ringetrosfenen, Briefe aus Algier stimmen damit uberci», baß Marschall Valoe duichauS ablre- tcil will. Hr. v. Molo schlägt teil Guieral EastcUane als Nachfolger vor, um ihm alsdann de» MarschaUstab aiibielen zu können. Die Freunde der Enichluiig der afrikanischen Kolonie zu einem V'zckönigthuni haben tieun Liebtiiigsgebanken noch nicht aufgegcben. — Die gegen La- fiite zu errichtende Eseomptebank unter der Firma »Gan- neron u. Coiiip." hat beieils 20 MiUwiicn Kapital auszuweisen und setzt sich mit der Narionalbalik in direkte Verbindimg. — Madrid, 27. Juni. Der Senat hat das Zchn- tengcsetz ohne irgend ein Amendenlenl mit 59 Summen für und 29 gegen angenommen. London, 2. Juli. In der heutigen OberhauS- sitzung wurde korystischer SeitS die durch den Generalgou- verneur der brUijchen Besitzungen in Nordamerika, Grasen Durhain, m Ouebek vvrgenoiiimriie Erneniiuiig eines seiner Begleiter, deö Hrn. Turlon, zu einem bedeutenden Amte tu der Verwaltung jener Kolonien rügend zur Sprache gebracht. Lord Melbourne erklärte auf eine deöfallfige Frage des koiiservaiiven Lords Wharnclisfe ansricht'g »seuie Ueberraschnng und sein Bedauern über diele Ernennung" jHr. Tmion ist ein lüchliger Jurist und Geschäilsmann, ab.r nicht eben von der reinsten Mora! — wie wenigstens die Toipblätter, bisher zieiiillch unw der- leg., b hauplen wollenj. — Im Ilnterhauie stellte Hr. Macican eine Anfrage an Lord Palmerston Hinsicht- 1905 lich der französischen D.sitznahme AkgierS, ii?em er Letzter» an eine vor einiger Zeit vom Grafen Mole in den ftanz. Kammern in diesem Betreff abgegebene Erklärung erinnerte. Lord Palmer st on bestätigte jene Erklärung des fron;. Premierministers dahin, daß England gegen die Okkuvation Algiers durch die Franzosen, insofern sich solche innerhalb der Gränzen der alten Regentschaft halte, keine Schritte tbat. Bei',» Postabgang war Vas HauS mit der irischen Zehntenbill beschäftigt. — Fürst Esterhazy und der Fürst von Fürstenberg, desgleichen der k würtemb. Gesandte, Graf v. Mandelslohe, hatten am Samstag Audienz bei der Königin im neuen Schlöffe. (Herald.) — Die »Post" will gehört haben, der Kronprinz von Baiern befinde sich seit einigen Tagen» jedoch inkognito, in London. sBaierische Blätter erwähnten seither mit keiner Sylbe einer solchen Reise des erlauchten Füriten- sohnes.j — Dem »Globe" zufolge war Lord Brougham bei der KrövMg nicht zugegen gewesen; hatte sogar auf den Kro- nungstag seinen Freund, den Grasen Esser, um eine Ftsch- parthie auf dessen Gut Eashiobury-Park gebeten, jedoch von dem Grafen eine abschlägige Antwort erhalten. Rebigirt unter Verantwortlichkeit von PH. Markt«». Auszug aus vea Karlsruher WtlieruugS. beobachtungcn. -lull jvarome-lTyermome-I . iWtneruug o -ruu ^ ter. > ter. >Wtnd.^^^^^^^ M. 7 UMZ. 0 7L> l'3,7Gc.üb.O ! SW heiter M 3 U. 28Z. 0.2L. 2l,3Gc.üb.0! SO jheiter RN UI28Z. 0,2L.!l3 5Gc.üb.0> O Iziemlicb heiter Großherzogliches Hofthearer. SamStag, den 7. Juli: Faust, dramatisches Gedicht in 5 Avtheilungen, von Göthe; die zur Handlung gehörige Musik von Lindpaintner. Hr. Pauli: vom kön. Hojtheatec in Dresden: Mephistopheles, zur letzten Gastrolle. Sonntag, den 8. Juli: Der böse Geist Lumpaciva- gabunduS, oder: Das liederliche Kleeblatt, Zauberpoffe mit Gesang in 3 Aufzügen, von Ne- stroy; Musik von Adolph Müller. Hr. Eduard Weiß, vom k. k. privilegirren Theater in der Leo- potdstadt in Wien: Zwirn, zur ersten Gastrolle. Todesanzeige. Die Trauernachricht, daß unsere liebe Mutter und Schwester, Frau Johanna Sophie Lauckhard, Witlwe des.im Jahre 1818 in Mannheim verstorbenen Oberlwsge- rtchtö - und geheimen RatheS Herrn Christian Theodor Lauckhard, am 3. d. M., Nachts gegen 12 Uhr, nach langen körperlichen Beschwerden, dahier sanft entschlafen ist, bringen wir anvurch zur Kenntniß ihrer vielen hiesigen und auswärtigen Freunde und Bekannten, indem wir um deren stille Theilnahme bitte». Karlsruhe, den 5. Juli 1838. Die Hinterbliebenen. Ankündigung. Auf dem Bureau des großh. Landamts Karlsruhe ist zu Haren: Instruktion für die Vorgesetzten über'die Bewirchschaflung der Torfmoore, das Eremplar zu 20 kr. Nur frankirte Bestellungen werden angenommen. Achern. (Anzeige.) Reitmeister Ludwig von Schumacher hat die Ehre, dem schätzbaren Publikum bekannt zu machen, daß diejenigen Herren, welche. inst Häven, di« Reitkunst zu erlernen, over sich da- na forizua.-n, bei ihm Unterricht empfangen könn-n, weicher für sie sehr vortheilbaft sevn wird. Der Preis der Stunde mit dein P'erd ist auf 43 kr. und ohne Pferd auf SO kr. bestimmt. Der Unterricht wird gegeben Morgens von 5 bi« 7 und Avends von 6 bis 8 U w. Sodinn drefflrt derselbe Füllen und reitet äl.ere Pferte zu, womit er sich b sten- empfieblt Sollten etwa Damen wün- , schen Unierricht in vieter Knast zu empfangen, so wird er sich bemüben, ihnen denselben nach einer angenehmen und leicht faßlichen Methode zu geben. Karlsruhe. (Anzeige. Verkauf von «uslänbi- scheu Vögeln detr.) Ganz schöne graue unv g-ünc Papageien und Kakadus, auch eine Auswahl kleiner oft- und westindischer Singvögel und kleiner zahmer Affen sind zu verkaufen im Gastbau« zum wilden M nn in der Lange straße Rr. 49. Der Aufenthalt des Verkä. e«S kauert nur einige Tag». H. Diener, Vogelhändler; Karltrube. (Dieivstqesu ch ) Ein junger stellner, welcher der französischen Sprache mächtig ist, wünscht in Bälde eine Kondition Das Nähere Ist im Komtoir der Karlsruher Jeitung zu erfahren, Nr. 8105. Weinheim. (Schn ldenliqu id a tivn.) Dir Aevrg Schwitt'schen Eheleute «on Hemsbach sind gesonnen, nach Nortamerlka auszuwandern, und Häven hierzu von hoh.r Regierung bereits die Erlaubniß erhalten. E« werden deshalb alle diejenigen, welche an die genannten Ehel-ute irgend eine Forderung zu machen haben, aufgefvrdrrl» solche in «er auf Montag, den 9. Juli d. I., Morgen« 8 Uhr, anberaumten LiquidationStagtahrt um so gewisser auf hiesiger Amtskanzlei nnzumelden und zu begründen, al« man ihnen im Un- terlaffungstalle später von dieSseil« nicht mehr bazu verhelfen könnte. Weinheim, den 22. Juni 1838. Großh. bad Bezirksamt. «eck vstt. Pfeiffer. Straßburg. (Anreige und Smpieh lung.) MUr. Kopf hat die Ehre, sich auf's Neu« dem Wohlwollen der deutsch.« Damen zu «mpf-d- len in Anfertigung von Korsetten alter Art, untrr Auil^erurig billiger Preise. Sie wohnt auf dem Mün-erpia; Nr. 29 >m Uäckeihau« in Slraßburg. 1806 Anzeige. Das Mannheimer Abendblatt für gesellige Unterhaltung erscheint täglich — Sonntag- ausgenommen — und kanii, vom L. Juli I. an, von allen badische» Postämter» zu 2 fl. 48 kr. mit Postaufschlag halbjährig bezogen werden. Das Mannheimer Abendblatt enthalt meistens nur Originalaufsähe, Erzählungen, Gedichte u. s. w., und cs wird demselben wöchciulich zweimal eine Beilage als Amtsblatt der Bezirksämter Ladenburg, Schwetzingen uud Wcinheim, das mit dem Abendblatt in jeder Gemeinde dieser Bezirke gehalten und verkündet wird, beizelegt. Es eignet sich deshalb dieses Blatt namentlich auch zu Einrückungen. Tie Zeile oder deren Raum wird mit 3 kr berechnet. Mannheim, im Juni 1838. . Die Redaktion. GaMausempfehlmrg. Mnete beehrt sich , sein neu eingerichtetes Gasthaut zum a d i s ch e n H o k zu empfehlen, bittet um geneigten Besuch und wird prompte und billige Bedienung zugesichert. Oberkirch, im Juni 1838. Or/s- HMLvZUv Mi «Er V»rÄsrZSM'v1vEv. In der Nähe von Karlsruhe steht eine ganz neue, noch nie 'gebrauchte, LLa»>Ie«>»8eI«i,a « rcn der neuesten Konstruktion aus dem Atelier der Herren S. Dobbs L» E. Poensgen in Aachen aus freier Hand zu verkaufen. Diese Maschine ist ganz von Eisen, mit 28 Kardenetsen. hin und her rauhen», mit einem übersetz»» konischen Betrieb, so daß dieselbe ohne weitere Einrichtung rermiite.st eines Riemens ang-hängt werden kann. Sie hat circa 38 s 40 Zentner in Eisen und 12 s 1) Pfund in Metall; bei den hölzernen Walzen sind die Aapsen durchgehend; überhaupt ist sie von solcher, vortrefflicher Arbeit Das Rädere tbeitt mit M-M'F S°»S Nr.'10,792. Karlsruhe. (Bekanntmachung.) Gestern fand Jemand bei Dar'.anden am Rhein die hier unten näher beschriebenen Kleidungsstücke, und hat auch aus einiger Entfernung gesehen, wie der Eigentsümer diese Kleider auszog und in das Wass-r sprang. Derielbe wurde von der starken Sirömung des Rheines schnell wir fortzenssen und muß re.unglückt skyn, denn et wurde keine Spur mehr von .'hm entdeckt. Da der verunglückte Eigenlhümcr jener Kleidungsstücke hier- vrtt unbekannt ist, so bringen wir dieses mit dem Ersuchen zur bff-ntlichm Kennrniß , a'sdald nähere Auskunft gefällig hierher zu errheilen, wenn etwas über Li« Person dcs VirunglücktiN Jemanden bekannt seyn sollte. Verzeichniß der aufgefundenen Effekten. Ein durikelgrüntuchenec, s»vn stark getragener, lieber, ock mit grünüdersponnenen Knöpfen und wir grauem Perkal gefüttert. Ein Paar gleichfalls schon stark getragene gelbe Nanklnbosen, in wttche zwischen den Beinen ein Paar neue Stücke eiu- gesetzt sind. Ein feinet leinmes Hemd, I'. III. roth bezeichnet, oben am LT KraLen 2 Perlenmutteik. Lpse, an den Aermeln 1 Knopf von Perlenmutter. Eine gelbe Piquüweste.mit weißem Futter, stehendem Kragen und 6 gelben Metallknöpfen. Ein Paar grobe leinene Unterhosen, mit ». S. roth gezeichnet. Ein Paar Vatermörder, aus einem Stück geschnitten, von fei. ner Leinwand, in der Milte mtt einem Knopfloch und an beiden Enden mit Bändeln vcrscben. Ein bedeutend alter schwarzer Seidentut. Ein schwarzbiauseidenes Halsiuch, ne: st Kravatte von hellbraunem Leder. Ein Paar alle geflickte Hallstiefel von Kalbleder, innen mit grünem Leder eingefaßt. Ein mit einem braunsornenen Knopfe versehener Pfefferrohr- stock. Eine Paar weiße gestrickte baumwollene Hosenträger/ Ein Paar weiße baumwollene Socken, worin die Buchstaben 8. H. eingestrickt sind. , Eine Perrücke ron dunkelblonden Haarrn. Ein schwarz- und gelbgestreifter seicener Strupfbcutel mit stählernen Ringen, worin noch 7 kr. waren. Karlsruhe, den 3. Juli 1838. Givßh. bad. Landamt. Flad. Vllt Hausmann. Mit einer Beilage. Verleger und Drucken M a «k l o e. « < ! 1 k r t d d e f l k r s s « 8 si l n 8 g d s. e !' 1 Kt