A-ll-tllhtk -Ztik-yg Nr. 193. Samstag, den 14. Juli 1L3A Baden. DO Baden, 11. Juli. Heute Abend hatten wir einen seltenen Kunstgenuß. Der hier anwesende berühmte Flötenspieler Drouet veranstaltete unter Mitwirkung einiger wackern Mitglieder deS hiesigen Theaters und einer anerkannt trefflichen Künstlerin ein großes Konzert im Saale des TheatergebäudeS. Das herrliche Spiel deS großen Virtuosen, an dessen Lippen die Flöte selbst ein höheres Leben anzunehmen scheint, entzückte dieungewöhnlich zahlreiche Versammlung bis zum wahren Enthusiasmus und vielfach ward der Wunsch geäussert, daß es dem vollendeten Meister gefallen möge , den Freunden seiner Kunst uoch einmal einen so himmlischen Genuß zu verschaffen. In den nächsten Tagen werden die 3 hier befindlichen ausgezeichneten italienischen Sänger ein Konzert geben, und es steht zu erwarten, daß die diesjährige Saison uns noch manchen Kunstgenuß verschaffen werde. — Die Wirkung der englischen Krönungsfeierlichkeiten auf die anfängliche Frequenz unseres berühmten Badeortes ist kaum mehr sichtbar; seit einigen Tagen füllt sich Baden mehr und mehr mitFrem- den, die diesjährige Saison wird den alten Ruf Badens von neuem bewähren. ^ Lahr, 10. Juli. Vorgestern hatten wir hier ein bürgerlich-militärisches Fest; in etwas größerem Maaß- stabe, wie im Jahre 1831. Es versammelten sich gegen 703 Mann Bürgermilitär, um die Bande, welche Lahr an die benachbarten Städte freundlich anschkießt', näher zu knüpfen. Offenburg, Gengenbach, Zell, Haslach, Etten- helm, Kenzingen, Ringsheim und Altdorf sandten ihre Militärkorps zum Besuche der hiesigen beiden Korps. Ein Spaziergang durch die Stadt, von einer Inspektion der Mannschaft gefolgt, war das ganze Militärschauspiel. Es ist ein erfreuliches Zeichen, daß seit dem Regierungsantritt unseres geliebten Fürsten die Bürgermilitärkorps sich aller- wärtS erneuern, oder neire entstehen und daß dieselben die nachbarlichen Orte vereinigen, fördernd Verkehr und Gewerbe. Reine Loyalität, Freude über den herrschenden Wohlstand belebt stets solche Zusammenkünfte. Und was unserem vorgestrigen Feste noch eine höhere Weihe gab, war, daß sämmtliche Gäste aus katholischen Ortschaften uns, ihre protestantischen Brüder, besuchte», gewiß ein schönes Zeichen von Aufklärung und Bildung in einer Zeit, wo man gar oft religiöse Duldung vermißt. Vom Kaiserstuhl, 10. Juli. Es scheint, daß wir jetzt nach den frühem heftigen Regengüssen, welche übrigens nicht geradenachtheilig wirkten, auf anhaltende trockene und warme Witterung hoffen dürfen. Verwirklicht sich diese Muthmaßung, alsdann dürsten unsere, mit der edlen Krachrebe bepflanzten, Weinberge, obgleich sie vom harten Winter und einigen Frühjahrsfröften derb gedrückt wurden, dennoch die Mühe ihrer Bebauung lohnen. Die seit acht Tagen eingetrcteue herrliche Witterung wirkt höchst wohlthätig auf die Weinstöcke, und immer mehr schwinden durch sie die Wunden, welche der »gestrenge Boreas", um mit Virgil zu sprechen, ihnen geschlagen hatte. Wir freuen uns bereits blühender Trauben und binnen drei Tagen werden alle Gescheine, von denen die Mehrzahl gesund und kräftig ist, in voller, lieblich duftender Blürhe stehen. Merkwürdig ist, daß jetzt nach vorjährigem Wein wert mehr Nachfrage ist, als früher; er wird dermalen zu Preisen verkauft, die zwar nicht glänzend, aber deshalb keineswegs zu verachten sind. Die Kranzwirthe aus den benachbarten Städten und Marktflecken, welckeihren gewöhnlichen Kunden etwas vorsetzen wollen, was nicht zu theuer seyn soll, kommen jetzt häufiger zu uns, um vvrjährigen Wein zu kaufen. Die edleren Sorten sind indessen auch nicht vergessen und erhalten sich dieselben in ihrem bisherigen guten Preise. **t AuS dem Oberlande, 11. Juli. Die badische Staatsregterung hat sich in jüngster Zeit bewogen gefunden, zum Bau eitriger katholischen und evangelischen Kirchen und Pfarrhäuser beträchtliche Geldzuschüsse aus der General- staatSkaffe zu bewilligen. Obgleich Kirchen und Pfarrhäuser aus Staatsmitteln weder zu bauen, noch zu erhaltm sind, wo nicht eine privatrechtliche Verbindlichkeit vorliegt, so ist doch im Interesse der religiösen Bildung des Volks da eine Ausnahme durch einmalige Unterstützung zu diesem Zwecke eintreten zu lassen, wo es an einem Baupflichtigen schlechthin fehlt, kirchliche Mittel nicht aufzufinden und die Kirchspielsgemeiudeu zu arm sind, um den ersten Aufwand zu bestreiten. — Der Gedächtnißtag der heiligen Schutzpatrone von Breisach wurde neulich durch die übliche solenne Prozession, bei der das gesammte, durch ordentliche Haltung sich auszeichnende, Bürgermilirär paradirte, von den Bewohnern genannter Stadt feierlich begangen. Aus den benachbarten kaiserstühlischen Distrikten, aus Freiburg, aus dem Departement des französischen Oberrheins waren zahlreiche Gesellschaften eingetroffen, um die Feierlichkeit mit anzuschauen und einen angenehmen Sonntag in einer der reizendsten Gegenden unseres Oberlandes zuzubringen. **h Frei bürg, 11. Juli. Für Neubauten an den verschiedemn Flüssen, die das Großhrrzogthum durch- 1864 strömen, sind in letzter Zeit sehr bedeutende Summen verwendet worden. Die meisten Verwendungen finden an stehen unserer Biunenflüsse statt, welche dem sogenannten Flußverband angehören. Es sind dies der Neckar, die Murg, die Rench, die Kinzig, die Elz, die Dreisam und die Wutach. Ihre Gesammtlänge beträat beiläufig achtzig Stunden, und Gemeinden, deren Gemarkungen an diese Flüsse stoßen, bilden den Verband. Gleich andern am Rhein gelegenen Gemeinden leisten sie einen Präzipual- beitrag zu den Fluß- und Rheinbaukosten. Gegen das System, welches bei'm Bauen an Binnenflüffen beobachtet wird, haben sich in neuerer Zeit viele Stimmen erhoben. Es wurden nickt die technischen Ausführungen und Arbeiten getadelt, sondern nur geschildert, wie nachtheilig das theilweise, stückweise Bauen an den Flüssen sey , und wie oft dadurch ansehnliche Summen nutzlos verwendet werden. Es ist dies nicht widerlegt worden, und es war daher erfreulich, zu vernehmen, daß unsere hohe Regierung beabsichtige, künftig bei Bauten an Binnenflüssen aus gleiche Weise verfahren zu lassen, wie dies in Bezug auf die El; und Dreisam bereits beschlossen ist. — Zu Betzenhau- ^ sen, Lehen, Umkirch und in andern benachbarten Gemar- ^ kungen hat gestern die Roggenernte begonnen; bis nach- ^ sten Samstag wird auf hiesigem Fruchtmarkke neues Korn zu haben seyn. Man steht gegenwärtig viele Taglöhner aus dem obern Schwarzwalde hier durchssehen» um bei den Bauern hiesiger Gegend während der Erntezeit Dienste zu nehmen und bei'm Fruchtschneidxn behältlich zu seyn. Auch werden, seitdem Futter genug vorhanden ist, von den vermöglichern Bauern die Viehstämme wieder ergänzt. * Wiesloch, 10. Juli. Die Lehrer in unserer Nähe sind auf die schöne Idee gekommen, auf den 1. August in Sinsheim ein Lehrerfest zu feiern , gleich jenen Lehrerfesten, die auf dem Gleiberg bei Giesen, und zu Butzbach gefeiert wurden. Der Zweck dieses Festes ist gegenseitige Bekanntschaft der Lehrer, Austausch der Ideen und Ansichten und Mittheilung der gemachten Erfahrungen. Betrübend muß es für die Lehrer seyn, wenn schwache Köpfe diesem Feste unreine Absichten unterlegen wollen. ES ist ein schönes Zeichen unserer Zeit, wenn die Lehrer, von denen das Wohl und Wehe ganzer Generationen abhängt, zur gegenseitigen Belehrung und Ermunterung in ihrem wichtigen Berufe, sich die Hand bieten. Herber sagte: »Jeder Stand muß sich selber haben." Wahrlich, bei keinem Stande hat sich diese Wahrheit mehr bewährt gefunden, als bei dem Lehrerstande. Was war er vor ungefähr 20 Jahren? Und was ist er jetzt? Erringt, er strebt nach Wahrheit, Nachsicht, und erwirbt sich dadurch die Achtung der Höhery uyd Las Zutrauen der Niedern. — Die Feldfrüchte stehen bei uns im schönsten Flor und versprechen eine gesegnete Ernte ; der Weinstock hat bald verblüht, aber die Hopfenbauern in Sandhaufen und Walddorf versprechen sich wenig Hopfen, weil der sogenannte Honiglhau ihnen schadete. Braun schweig. **ss Bom Rhein, 7. Juli. Handelsbriefen aus Brauisschweig zufolge hegt min dort gute Hoffnungen für die diesjährige Sommermesse. Bcaun'chweig ist ein natürlicher Srapelort für den Waarenzug zwischen dem Meere und dem Gebirge: cs liegt nur dreihundert Fuß über der Nordsee und in gleicher Entfernung von Hamburg und von Bremen, woher es die Seewaaren auf ebener Straße erhält; aber im Süden steigt der Weg schnell um hundert Fuß und höher und immer höher dem Harze zu. In dieser Lage ist es der natürliche Lagerungsort für die Maaren, welche von den Bergen nach dem Meere hinab und von dem Meere zu den Bergen hinausziehen, die bequeme Gränsstätte für ihre Umladung und der gelegenste Markt zum Austausch der einen mit den ändern und zu ihrer Vertheilung ringsum. Die Staatswirlhe in der Stube haben zwar alle Messen unbedingt aufgehoben, weil es solcher mittelalterlichen Einrichtungen bei unfern Bciefposten, Mukerkarten und Mlssterreitern nicht mehr bedürfe ; die Messen sind aber nicht nur in guter Ordnung geblieben, sondern es ist in letzter Zeit eine neue Wöllmesse nach der andern entstanden. Wo die Maaren auf ihrem natürlichen Wege zusammentreffen, da ist auch ein bleibender Markt für sie. Sachsen-Weimar. Weimar, 6. Juli. Gestern Mittag sind Se. k. H. der Großherzog über Leipzig nach Dessau zu einem Besuche des Herzog!. HauseS abgereist, und werden von da nach Franzensbrunnen zum Gebrauch der dasigen Mineralquellen abgehen. — Vor einigen Tagen hat- hier ein bis jetzt unbekannter Mann einig n Kinder» Schinken und Wurst geschenkt, die, wie sich nachher ergab, Arsenik enthielten. Von zwei Kindern, welche davon etwas g nossen, ist eins gestorben und das andere gerettet worden. Die Sektion des einen bat die Vergiftung herausgestellt, und man gibt sich von Seiten der Kriminalbehörde alle Mühe, den Giftmischer ausfindig zu machen. (Pr. St Z.) Preußen. Berlin, ss. Juli. Seit einigen Tagen versieht der, kürzlich aus München hier emgetroffene, Baron v. Gün- derode die Funktionen eines k. daierischen Geschäftsträgers an unserem Hofe. Der Graf v. Lurdurg wird erst in mehreren Monaten zurück erwartet und der Baron v Fahnenberg hat seine hiesige Anstellung mit der eines stellvertretenden Geschäftsträgers in Sts Petersburg vertauscht. — Die Wissenschaften haben durch den Tod des, dieser Tage hier verstorbenen, Professors der Chemie und Physik, Hrn. Accum, einen Verlust erlitten. — Vo» der Eröffnung der Eisenbahn nach Potsdam am 3. August ist nicht mehr die Rede, man spricht nun vom 15. Oktober, dem Geburtstage des Kronprinzen, als dem Tage der Eröffnung. (H.K.1 Posen, 2. Juli. Während mau allen Grund zu haben glaubte, die Differeyzien zwischen der königl. Regierung und dem hiesigen Erzbischöfe, Hm. v. Dunin, recht bald friedlich detgejegl zu sehen, ist Wider Erwarten gestern früh aus Berlin der Befebl hier einqetroffen, daß sofort eine Krimmulumersuchuiig gegen den Hrn. Erzbischof ein- 1V65 geleimt werden soll. Wie verlautet, wird dem dritten Präsidenten der hiesigen Iustftkollegien, Hm. Bielefeld, daS dießsäilige Kommissorium zu Ttv'l werben. Gegen den Hr». Erzbischof selbst sind vorläufig keine weiteren Maaß- reqen ergriffen, und eS wird erst im Verlaufe der Untersuchung sich Herausstellen, ob derselbe all ollioio suspen- dirt werden soll, ober nicht. Der König hak befohlen, daß der Urtbeilsspruch nicht eher erfolge, akS bis ihm zuvor die Akten zur höchsteigenen Einsicht vorgekegt worden sind; Gleichzeitig ist nachstehender Ministerialerkaß, behufs der Aufhebung des von dem Erbischof unter dem 27. Febr. d. I. erlassenen Hirtenbriefes hier eingetroffen, um durch die hiesigen Amtsblätter in deutscher und polnischer Sprache promulgirt zu werden: „In Betreff der gemischten Ehen. Da der Erzbischof von Gn sen und Posen unter dem 27. Febr. d. I , mit UebcNretunq der Vorschriften des allgemeinen Landrechis Tbl. ll. Tit, 11 K. 117 und 1r8, auf verfassungswidrigem Wege, ohne Vorwissen und Genehmigung der Landesregierung, ja wider deren ausdrückliche Weisung, einen Befrist an die Pröpste, Pfarrer, Vikare und Priester seines ErzbisrhumS erlassen hat, worin derselbe das bis dahin bestandene Verfahren in Behandlung der gemischten Ehen anfhebl, indem er, unter Androhung harter Zensuren,. vei bietet, dergleichen Ehen einzusegnen, wenn nicht zuvor die Erziehung aller Kinder in der katholischen Religion, die ungestörte Ausübung dieser Religion durch den katholischen Brauttheil, und die Bekehrung des evangelischen Brauklheils kündigst versprochen worden, so wird diese ungesetzliche Verfügung des genannten Erzbischofs hiermit von Regierungswegen für unwirksam erklärt: ES ist demnach dieselbe als nicht ergangen anzu'ehen und wird allen Geistlichen und Beamten bei Vermeidung einer nach den Umständen zu bemeffenden Ordnungsstrafe hierdurch untersagt, auf dieselbe Bezug zu nehmen, sie anzuwenden oder zu veröffentlichen. In Betreff der Erziehung der Kinder aus gemischte» Eben und des Verbots der Ptoselytenmacherei bleiben, wie sich von selbst versteht, die geltenden Gesetze und Verordnungen in Kraft, so auch die Landrechlkiche Verfügung Theit II. Tit. 11, 8 4M, 444, wie eS zu hakt n ist, wenn ein katholischer Pfarrer eine nach den Landeögesetzen erlaubte Ehe wegen Mangels der Disp nfation der geistlichen Oberen rinzuiegneri Bedenken trägt. Sollte e>nem Geistlichen der erzbischöflichen Diöcese Gnesen und Posen wegen angeblicher Ueberschreitunq des hier entkräfteten erzbischöflichen BefcblS eine Ungelegenheft bereitet, oder eine Zensur oder Strafe wider ihn verhängt werden, sü wird derselbe, auf drßsailsiqes Anrufelk, sich des kräftigen Schutz s der Regierung gegen einen solchen Mißbrauch der geistlichen Amtsgewalt »u erfreuen haben. Gegeben Berlin, den 25. Juni IM. Der Minister der geistlichen, Unterrichtsund Meduinalangekegenheiten. (Gez.) v. Alleiistein." Der Erzbischof soll durch diese Verfügung außerordentlich ergriffen seyu. Eine, auf heute Abend zu Ehren der hier zur Berlin anwesenden polnischen Gutsbesitzer bei ihm an- gesetzle Soiree hat er abfagen lassen. (A. A.> Oesterreich. Wien, 3. Juli. Ein bemerkeuswertherVorfall ereignete sich am 29. Juni, wo Enthusiasten die Sängerin Scho- berleckner nach ihrem letzten Auftreten nicht allein durch die Straßen lärmend nach Haus begleiteten, sondern sie nö- thigten, sich noch unzählige Mal am Fenster zu zeigen, baldige Rückkunft zuzusagen unb — ein Taschentuch preis zn geben, daS, alsbald in tausend Tbeilchen zerrissen, an eben so vielen begeisterten Herzen.nach Haus getragen wurde. Weder die laute Verwunderung der, gegenMtlernacht an die Fenster eilenden, Einwohner, noch der Spott der sie zahlreich begleitenden Neugierigen, noch die Ermahnungen der Ruhe gebietenden Polizei konnte die Schwärmer abhakten. — Strauß, obgleich er bei der Krönung der Königin Viktoria eine Rolle spielte, bat es doch nicht für überflüssig gesunden, sich seinen Wienern wieder in's Gedächmiß zn rufen. Er hat aus London einen, für die Frohnieichnams-- prozession komponirtm, Parademarsch der hiesigen Bürgerschaft eingeschickt. (Lpz. A.Z.) Großherzogthum Hessen. BomMain, 10. Juli. Die bei Heper in Gießen vor Kurzem erschienene Schrift: „Deutschland und die Re- präsentativverfasfungen", aus welcher das „Frankfurter Journal" jetzt Bruchstücke liefert, hat den Fürsten von SolmS-Lich zum Verfasser. (D. E.) Belgien. Brüssel, 7. Juli. Der Minister d'Huart hat eine besondere Finanzkommi sion ernannt, die beauftragt ist, eine Arbeit über die, aus Belgien lastende, Schuld und über die unzähligen Fragen, welche in dieser Hinsicht die Annahme der 24 Artikel anregen muß, vorzukegen. Sie besteht aus dem Finanzmimster, der sich die Präsidentschaft Vorbehalten hat, aus dem Repräsentanten Dumortier; dem Direktor der bekgi ch.n Bank, CH. de Brouck-re; dem Präsidenten des Bergwerkdirekloriums, Fallon, und dem Generalsekretär Dujardin. — Diese Kommission hat ihre Arbeit gleich begonnen. — Joseph Boukanger, Henri Dumont und Michel Mas- sin, die sich bei dem, kürzlich in der Kohlengrube „Hoffnung" zu Seraing vorgefallenen, Unglück durch Much und» ihre Aufopferung so lehr ausgezeichnet haben, sind zu Rittern dcö belgischen ZivilordenS ernannt worden. Andere Arbeiter erhielten Belohnungen in Geld. Großbritannien. London, 7. Juli. Die gestrige „London Gazette" enthält die Bekanntmachung von der Prägung und Ausgabe einer neuen Goldmünze zum Werth von 5 Pf St. sM st.s. Diese Münze wiegt 25 Pfenniggewichke s20> Pfenniggewichte — t Unze oder 2 Lotbs> und 16/^ Gran s2 Gran — 1 Pftnniggewichtj soliden Goldes Ans der Vorderseite ist daS Bildniß der Königin mit der Inschrift "Vie- ko> !» 1>oi Oi-stia" und der Jahreszahl;: auf der Rückseite das Wappen des Vereinigten Königreichs in einem einfachen Schild mit der Krone darüber und von einem Lorbeer- kranz umgeben, mit der Schrift „Rriwanisrum Regln, b'iä fe^. vekfensorf.", wobei die vereinigte Rose, Distel und Klee unter dem Schild angebracht und auf der Umrandung die Worte „Ooous et 'l'utsmen" u."^nnoUvAni" mit der Jahreszahl zu lesen sind. (Herald.) — Das den Buden - oder Schenken-Jnhabern auf der dreitägigen Krönungs-Messe im Hydepark gelieferte Quantum Bier soll 600 Stückfässer Vier fl Stückfaß enthält 108 Gallonen, 1 Gallon ist — 4 Quarts, 1 Quart aber ist — 2 starke Schoppens überstiegen haben. Eine Bier- Bude nahm nicht weniger als 900 Pf. St. (10,800 fl.s an einem Tage ein. (Courier.) — Am 1. September wird die london-southamptoner Eisenbahn bis zu der nach Erster führenden Großen-West- Straße, und das southamptoner Ende bis Winchester geöffnet werden und damit 53 engl. Meilen dieses großen Unternehmens vollendet seyn. lStandard.) — Der Kosten-Voranschlag für den Kilsbver Tunkt el (künstlichen Erdgang) auf der london-birminghamer Eisenbahn war 70,000 Pf. St.; der wirkliche Kosten-Aufwand aber 350,000 Pf. St.; also ein kleines Mehr-Feh- lerchen von 280,000 Pf. St oder just fünfmal so viel, als voraus berechnet worden war. (Herald.) — Der Eisenwerke-Betrieb und -Bedarf in Wales ist so sehr gestiegen, daß jetzt schon im Laufe der letzten 12 Monate die Arbeitslöhne zum dritten Male, diesmal um 5P. C., im Ganzen aber nun um 25 P.C. erhöht wurden. (Chronicle.) — Es ist eine neue Dampfschifffahrtslinie im Werke, deren Plan schon vorliegt. Man bezweckt nämlich eine monamche Verbindung durch Dampfschiffe zwischen England und den Haupthäfen Brasiliens, und sollen auf dieser Tour Oporto und Lissabon, so wie die zwischen ihnen und Brasilien liegenden Häfen angelaufen werden. Der gute Erfolg einer solchen Unternehmung scheint keinem Zweifel unterworfen. — Die neueste Nummer (557) des londoner „Athenäum" enthält in ihrer Rubrik „Kunstnotizen" u. A. Folgendes: „Vor uns liegt ein wohlausgeführtcr Mezzotinto-Stich Hm. G. R. Ward'ö von einem deutschen Gemälde, "der römische Räuber im Gefängniß" von Weller saus M a n n- hetmj, den wir hier unserm Eastlake vergleichen möchten, bei welcher Zusammenstellung wohl keiner der beiden Künstler sich herabgesetzt finden dürste. Der gefangene Bandit erhält den Besuch seines Weibes und Kindes : die Frau lehnt angsthaft und stumm an daö vergitterte Fenster der Celle ihres Mannes. Da jedoch Beider Augen einander nicht begegnen, so würde der Maler besser gethan haben , wenn er die Idee des Sprechens von Seite des Eingekerkerten deutlicher ausgedrückt hätte, — wobei er, die Frau zur achtsam Lauschenden machend, seinem Bilde noch ein gesteigerteres Interesse verliehen haben würde. Das kleine Mädchen blickt abseits , — und dis warnend auf ihrer Mutter Arm gelegte Hand mag auf die im Hintergründe heranschreitenden Sbirren Bezug haben; doch hätte die Geschichte einer solchen Gruppe nickt dem blosen Muth- maßen frei gegeben wordenseyn sollen." DaS „Athenäum" räth schließlich den englischen Stechern, sich öfterer werthvolle deutsche Werke zum Vorwurfe ihres Grabstichels zu erwählen, und deutet wünschend darauf hin, wie ein schöner Austausch zwischen englischer und deutscher Kunst und deren Erzeugnissen, zur gegenseitigen erfreulichen Beschauung und Würdigung, ei'ngeleitet werden möge. Frankreich. Paris, 10. Juli. Der „Messager" deutet, als ans ein seltsames Zusammentreffen, auf den Umstand hin, daß Prinz Louis Bonaparle gemeinschaftlich mir König Ludwig Philipp, mit der Königin Viktoria und einigen andern gekrönten Häuptern zu einem Patron der "Rettungsgescll- schast für Schiffbrüchige" ernannt worden sey. Dem „Messager zufolge hat der Prinz auch 3,000 Fr. zur Stiftung einer Wohltbätigkeitanstalt zu Rueil, dem letzten Wohnorte seiner Mutter und Großmutter, der gew. Königin Hortense und der gew. Kaiserin Josephine, gewidmet. — Am 29. Juni schneite es im Font-de-Cere (Cantal- dep.) so heftig, daß die eben mit Weg-Aufnehmen beschäftigten Angestellten des Brücken- und Straßenbauwesens ihre Arbeiten einstellen mußten. — Die versailleS-saintelouder Eisenbahn ist nun bis Pu - teaur befahrbar, und dürfte vor Ausgang September bis St. Cloud fertig hergestellt seyn. — Am 15. d.M. wird die Dampfschifffahrt von Havre nach St. Petersburg mit dem neuen Dampfschiff: »le Tage», von 600 Tonnen Gehalt und 220 Pferdekraft, eröffnet, und dann regelmäßig fortgesetzt iverden, so daß am 15. jeden Monats das Schiff von Havre absegeln und unterwegs in Kopenhagen anlaufen wird. — Die Departemente, welche i. 1.1836 die größte Zahl von Irren aufzmveisen hatten, waren: das der Somme, das deren 3,438 hatte; Maine und Loire 842; Nieder- Seine833; Nord 794; Rhonemündungen 712; Meurthe 641; Manche 613; Ille und Villaine 531; Gironde 385; Rhone 96; Haiden 26; Pyrenäen 25; Ardennen 21. Das Dep. der Hoch - und Nieder-Alpen hatte nur 9. — Das Kavallerielager von Luneville wird aus 20,000 Mann bestehen. Vier Regimenter Kürassiere, zwei Regimenter Dragoner und zwei Regimenter Uhlanen werde» wahrscheinlich, so wie einige Batterien Artillerie, einen Theil davon ausmachen. Die Korps, welche dahin berufen werden sollen, sind noch nicht bestimmt bezeichnet. — 33- MM. der König und die Königin der Belgier sind vorgestern Nachmittag um halb 2 Uhr in Neuilly eingetroffen. — f?) Vor Kurzem landete ein Handelschiff aus Pon- dichery in Bordeaux, und schiffte 200 Ballen blauer Leinwand, 5 Bayaderen und 3 Hindu-Musiker aus. Die Leinwand wurde auf dem Platze verkauft, die indischen Reisenden aber sind schon in Paris angekommen, wo ihre man- nichfachen Talente ohne Zweifel Anerkennung finden werden. Paris, 10. Juli. Die Kammern werden nächsten Samstag geschlossen. Man glaubt, es finde an diesem Tage, den 14. Juli, die königl. Schlußsitzung statt. ! Einige wollen selbst schon den Inhalt der Thronrede wis- sen. — Auch die belgische und spanische Frage soll mit Offenheit besprochen werden. — Unsere Nachrichten auS Oran sind mehr lanvbaulickM, als kriegerischen Inhalts. Mit Abd el-Kader werden Unterhandlungen gepflogen über einige sti cilig gewordene Punkte. — Es iß die Rede von der Bildung eines sranz. Klubs für Landheer- und Seeoffiziere, ähnlich dem londoner United-Ser- vice-Eiub, mit dem Herzog von Orleans als Vorstand.— Trotz aller Anstrengungen heben sich die Effekten nicht mehr so, wie vor einem Monate; das ganze Treiben beschränkt sich auf einige Centimes. Die Vorstadt St. Ger- main gibt sich jetzt dem Andrange der Industrie hin. S.traßburg, 10. Juli. Es ist stark die Rede davon, Marschall Soult werde nach seiner Rückkunft von der britischen Krönungsbotschaft bei einer etwaigen Modifikation des französischen Ministeriums eine Hauptstelle erhalten ; denn er ist der Mann, der sich in der Ansicht des Königs noch nicht kompromittirt hat, während die Herren Thiers und Guizot nicht mehr bei ihm in Betracht kommen. Sie haben sich durch ihre Koalition die Meinung Ludwig Philipps entfremdet, während Soult immer eine achtungsvolle Haltung gegen den König bewahrt, sich in keiner Frage blosgestellt und die vertrauten Geheimnisse nie preisgegeben hat Spanten. — Logronno, 2. Juli. Noch vor dem 15. wird ein Angriff auf Estella gemacht. Espartero hat zu diesem Zweck 29,000 Mann zusammen gezogen; er erwartet bloS noch das Eintreffen der Divisionen Ribero und Quintana. Ein Adjutant O'Donnell'S ist mit 3 Basken, Abgesandten des Munagorri, zu Logronno angelangt; sie sind aber sofort nach Viana abgereist, wo sich der Generalissimus auf- bält. Wie es heißt, haben sie den Auftrag, dem Oberbefehlshaber zu verkünden, daß die Fueristas sich der Königin- Regentin unter der Bedingung unterwerfen, wenn die Fue- ros und Privilegien der Provinzen aufrecht erhalten würben ^Nichts Neues! Red.d. K.Z.j. — Munagorri wird bald sechs Bataillone marschfertig dastehen haben. Man ist sehr begierig, zu wissen, welcher General an die Spitze dieses Freikorps gestellt werden wird. Don Carlos will, heißt es, mit Don Sebastian in die Bäder gehen. Schweiz. Der Erz. v. St. Gall. vom 10. Juli schreibt: Die schwy- zec Kommission arbeitete schon am 6. und brachte den 7. ihre Vorschläge vor die Tagsahung. Nach dieser vierten Sitzung von fünf Stunden steht es schlimmer aus denn je. Die Kommission ließ in ihrer Mehrheit zwar Gutes erwarten, aber ihre Vorschläge waren matt und farblos, die Verhandlungen unerfreulich, das Resultat traurig zu nennen. Die Majorität wollte auf den 22. d. M. durch die Behörden von Schwyz eine neue Landsgemeinde anordnen lassen, und gab ihrem Antrag die Form einer Aufforderung, die Minorität hüllte ihn in eine Einladung. Der Majoritätsvorschlag besteht aus sieben Artikeln, unter de- ^en auch einer für die Wahl von eidgenössischen Repräsentanten durch die Tagsatzung. Berichterstatter war Hr. Monnard. Bei der Abstimmung konnte nur für die Erwägungen und den ersten Artikel für Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung eineMehrheit erzielt werden; alle übrigen, von Abhaltung der Landsgemeinde u.s. w., blieben mit 41 oder weniger Stimmen stecken. Am Schlüsse der erbärmlichen Verhandlung rief der Präsident aus: „So bleibt der Kanton Schwyz sich selbst überlassen!" und die Tagsatzung bietet daS traurige Resultat, daß sie etwas von ihr selbst Beschlossenes nicht erequiren kann. Manches ist dem Verhalten von Wallis, das sich der Minorität anlehnte, der aristokratischen Steifheit Tscharners von Graubünden und der alle Begriffe übersteigenden Sarnerei Schaffhausens zuzuschreiben. — Bei dem jüngsten großen eidgenössischen Schützenfest in St. Gallen , so bemerkt der dortige »Erzähler", verbrauchte der Schützcnwirth u. A. 600 Flaschen Champagner. Bei Ankunft und Abreise der Schützen u. s. w. wurden eben soviel Flaschen Ehrenwein getrunken. Für das eine der Musikkorps (die Blechmusik) verwendete das Co- mitä die Summe von 1,000 fl. Die Zahl der Schüsse wird vorläufig auf 150,000 berechnet. Zürich. An der züricher'schen Hochschule ist im gegenwärtigen Semester die Frequenz in allen Fakultäten, mit Ausnahme der theologischen, gestiegen. Das Verzeichniß nennt 20-1 Studirende, wovon 24 nicht immatrikulirt sind. Die Zahl der Ausländer ist 39. Nach den Fakultäten: 28 Theologen, 33 Juristen, 106 Mediziner, 36 Philosophen. Die schweizerischen Studirenden gehören 18 Kantonen an. (N. Z. Z.) Aegypten. Triest, 2. Jnli. Selbst Konsularberichte aus Alerandrien vom 16. Juli sagen, daß der Vizekönig von Aegypten sämmtlichen fränkischen Konsuln die förmliche Anzeige gemacht hatte, sich unabhängig von der Pforte als selbstständiger Souverän erklären zu wollen. Allein sogleich protestirten die Konsuln von Frankreich, England, Rußland und Oesterreich feierlichst gegen den Vorsatz, und drohten mit den ernstlichften Folgen. Er stellte hierauf das Verlangen, daß sie die Ansichten ihrer Höfe hierüber einholen sollten; allein nach den neuesten Nachrichten hat er bereits diesen Vorsatz wieder aufgegeben und alle großem kriegerischen Rüstungen gegen die Pforte eingestellt. Man glaubt, daß dies vorzüglich den ernstlichen Demonstrationen der englischen und französischen Konsuln zuzuschreiben ist. Die ägyptische Flotte hat sich bereits in den Hafen von Alerandrien zurückgezogen. Vereinigte Staaten. Der newyorker »Herald" vom 14. Juni berichtet, daß in New York das gelbe Fieber ausgebrochen sey. Im Laufe der Woche waren zwei Personen an demselben gestorben. Es ist die Anordnung getroffen worden, daß alle aus dem Süden kommenden Schiffe eine Quarantäne von 30 Tagen zu erstehen haben. I 1968 StaatSpapiere. Wien, 7. Iuü. bvrozenl. Melalliques 107j; 4prozent. 1014 > 3prozent. 82z; ^Prozent. —; Bankaktien 1459; Nordbahn 109;! Mail. E. B. 1084; 1834er Loose 1274; Raaber E B.—. Paris, 11. Juli, bprozent. konsok. 111 Fr. 40 Et.; 4iprozent. —Fr. — Cent.; 4prozent 102 Fr. — Et.; Zprozent. 80 Fr. 50 Ct. Bankaktien 2610. —. Kanalaktien 1250. —. Rom. Anleihe 102; belg. —; Piemont. —. —; portug. —. Span. Akt. 234; Pass. 5 St. Germaineisenbahnaktien 925 Fr. — Er.; Vers. Eisenbahnaktien, rechtes User, 835 Fr. — Et.; linkes User; 635 Fr. — Et.; Cetter — do. Fr. — Et.; Epinac do. — Fr. — Et.; Mülhausener do. — Fr. — Et.; GaS- «rleuchtungsgesellschast —. Dampfschifffahrtaktien (Pecq) — Fr. — Et. Kurs der Staatspapiere in Frankfun Den 12 Juli, Schluß lUhr ! pJt-I Pap- , Geld. Oesterreich Metall. Obligation«» 5 — 106z do. do. 4 — 100z do. do. 3 — 81^ Bankaktim — 1748 st. 100 Loose bet Roths. — 263 Parttalloose do. 4 — 151 fl. 500 do. do. — 1-6j Betbm. Obligationen 4 — 994 do. do. — 1014 Preußen StaaMchuldschetne 4 — M4 Prämmrschein« , — 65 s Baien» Obligationen 4 — 102 Frankfurt Obligationen 4 — 1014 fff Menbalmaktien. Agio — 20 Vaden Rmtenschetne 34 — Mt Darmstadt st.50Loose b. Goü u.S. Obligationen 2, 96j 100? fl. 50 Loos« — 62 fl. 25 Loose — 23 Nassau Obligationen b. Roths, fl. 25 Loose 34 9dj 224 Holland Integrale 2, — 54?- Spanten «ktiv'chuld 5 — 13 Polen Lotterieloofe Rtl. — — 664 » do. » fl. 500 — 784 Ne ueste Nachrich re n. London, 9. Juli. Das ofkerwähnteDampfschiff, der »Great Western" ist am 8'. d. M. zu Bristol von seiner zweiten Reise nach Newyork, welche es — ein Mirakel in der SchifffahrlSkunst, in 124 Tagen zurücklegtel — wieder angelangt. Es hatte die Fahrt nach Newyork in 14.'Tagen gemacht, sohin zur Hin- und Hinreise nur 36 Taqe, 8 Tage Aufenthalt in Newyork »irrewgeuchnct gebraucht. 92 Passagiere kamen mit dem "Great Western" nach England, alle in Entzücken über die herrliche Einrichtung des Schiffs und die, selbst bei heftigen W'nden und bewegter See überaus sanfte und angerrehme, Fahrt in ihm. tStandard.) — Heute fand große Truppen-Revue, von der Königin elbst adgehalten, in Gegenwart der vielen vornehmen und ausgezeichneten fremden Gäste, im Hydepark statt. (Sun.) — Der Marschall Soull hat eine eig ne, aus dem Mayor und zwei Gemeinderäthen bestehende, Deputation von Liverpool im Namen der Einwohnerschaft dieser Stadt zu oluem ihm dort zu veranstaltenden Festmahle eingeladen, und dabei die mit der Deputation gekommenen Dmktoren der Nordeisenbahnen sich anheischig gemacht, den berühmten Krieger in 10z Stunden nach Liverpool mittelst der Eisenbahnen zu befördern. Soult hat die Einladung auf den 20. d. M. angenommen. (Sun ) Paris, 11. Juli Die »Charte de 1830" zeigt heute ihren Lesern ihr Eingehen beziehungsweise ihre V r- einigung mit dem — wir sie sagt, bereits mit einer großen Adonnentenzahl bedachtem — Abendl-laite „Meniteur Parisien".mit dem Bemerken an, daß nunmehr letzterer ihren Abnehmern fernerhin werde zngesendct werden. *(-) Paris, 11. Juli. Laitu's durch den PairShof gestern Abend um Dreivicrtel auf sieben Uhr noch erfolgte Verurtheilung zu 5jähriger Gefängniß- und 10 OM Franken Geldstrafe, so wie seine lebenslängliche Unteraus, sichksstellung der Polizei, hat, so streng sie auch ausgefallen ist, weil weniger Eff> kt hervorgebrachl, als der dadurch in'S Leben getretene Gedanke, daß es nun ganz von der Pairskammer abbäugt, wie weit die Preßfreiheit ge- trielnn werden darf. Gestern erwaitete daS Jomnalisten- publikum mit Ungeduld das Ende des Prozess S Bekanntlich haben sich an 145 Pairs der Theilnahme an den Sitzungen enkhaltcn, und Hr. PaSguier wiederholte bei Naiuensadlesung so oft das Wort krank, baß die Zuhörer sich des Lachens kaum enchalten konnten. Trotz dem, daß viele Lehnsessel vor dem Beginn» der öffentlichen Sitzung hiuweggenommen worden waren, so blieben deir- noch eine Menge leer bastehe», welches dem Saal ein sonderbares Aussehen gab. Gemral Negrier ist nach Frankreich zurückberuscu Dieser Befehlshaber konnte sich mit demKaid von Coustantine nicht vertrag, n,. während Märst- ll Ballöe diesen beschützt. — Die HH. Pasguier, Mvn- tativet und Barthe begaben sich heute in aller frühe nach Neuilly. Man glaubt, daß bei der nächst, n Juliseier oder nach der Entbindung der Herzogin von Orleans die etwas strenge Züchtigung deS Laity durch die königliche Gnade um Vieles gemildert werden wird. — Der Prinz Joinvrlle soll nächste Woche in Neuilly eintreffen. — Der Jnfant Don Francisco da Paula hat von dem König die Erlaubniß erhalten sich mit seiner Familie nach Paris zu begeben. Man erwartet den Prinzen auf den 15. kommenden Monats. Schon ist für ibn in den Farr- donrg St Germain ein Hotel für 42.000 Frk. jährlich, gemiethel worden. — Die kömgk. Familie begiebl sich bestimmt nachdem Schlosse En, bleut aber nicht lange daselbst. *O Toulon, 7. Juli. DaS heute den Engländern 1969 zu gebende Fest beschäftigt die ganze Stadt. Man wendet alles Mögliche an, um de» Einfluß der Legitimisten, welche seil dem Aufenthalte der Engländer nichts unversucht lassen, um die Einigkeit in Zwiespalt zu verwandeln, zu nichle zu machen. Sonst waren diese Herren die besten Freunde unserer jetzigen Gäste; dies hat sich aber ganz geändert. Die Art, wie Soult in London empfangen «erden ist, steigert, wie natürlich, noch mehr die Aufmerksamkeit der Behörden für die englische Flotiile. Berichtigung. In der KarlSr Zeitung f. 1838, Nr. 192, Seite 1956, Sp. 1, Z. 25 v, u., lies: Reisende — statt Pferde. R «iglet unter Verantworttichkiit von Pb. Mattier. Monnhrkm (Hausverst«sg«runs-1 Au« dem Nachlaß des Handelsmann Friedrich Maier, wirb Freilai, den 20. Zuli ». Z, Nachmittags 2 Uhr, aus v>kffsili-em Bureau ein zweistöckige« Wohnhaus, I-it. ^ 6 Nr. t. unlen mit 6 öden mit 12 Zimmern, nebst S Mansarben- zimmern, Küchen, Kellern mehreren Speichern. Magazinen !L. versehen, welches vorzüglich für eine Tabackfaveik, Iv-Iche bisher darin deineben wurde, oder einem sonstigen größeren Geschäft» geeignet. F rner: eia zweistöckiges Wohnhaus, Die. 8 Nr. 8, mit Augehörde, worin stch namen llch schön« gute Keller befinden, und diesfalls desvnber« zu einer Bierbrauerei geeignet ist. was auch früher darin betrieben wurde, versteigert, ukld um 4 Uhr vvibehaltlich oberovrmundschaiilicher Genehmigung zugeschlagen. Mannheim, den 27. Juni l838. Givßh. dad Giadtamtsrevisorat. Leert. Auszug aus v«» KariSruver WrllrruugS« deobachtungen. 12 Juli Barometer Thermometer. Wind. M 7 U.z28Z. 0,3L. 15 8Gr.üb.O! NO M. 3 U.I27Z118L. 24,4Gc üb.O W R 11 Uz27Z.11 8L. 15 4G üb.O SO Witterung üserhaupt. ,heiter heiter heiler Großherzogliches Hofcheacer. Sonntag, den 15. Juli: Der Diamant deS Geiste rkönigs, Zauperposse mir Gesang und Tanz in 2 Auszügen, von Ferdinand Raimund; Musik von Drechsler. Hr. Eduard Weiß, vom k. k. privil. Theater in der Leopoldstadt in Wien: Florian, zur dritten Gastrolle. Nr. IS. Kiechlinsdergen. (Wefnpersteigerung.) Don diesseitiger Domänenverwaltung werden nachbeaannte Weine dem Verkauf in öffentlicher Steigerung ausgesetzk, ais: Montag, den 16 Juli d. Z., Vormir,ag« >v Uhr, gu Mördirigen im Pfamnwlrtdshause: 82 Oh« weißer 1837r Wein, st - r»th«r deraleich«,; Dienstag, den 17. Jul, d. I., Vorm ttags io Uhr, zu Wesen Weiler im Svnnenwirthehause: S3 Ohm weißer 1837r Wein; was hierdurch zur Kenoiniß der Kaufileihader gehracht wirb. Riechlinzherge,, den 2 Juli 1838. Großh. dad. Domänenverwaltung. Bartholmeß. MMWßÄß Hockenheim. (Sn es verka of.) Der im ^llrttchen Rheinkrei«, nahe bei der Stadt Spry-r »WMM sgelegene au« etlichen 80 Morgen Ackerfeld und Wie. bestehenke Weierhof, nebst einem Weiher und den noroigea Wohn - und Oekonomlegrbäuden. ist au« freier Hand zu kaufen oder auch zu pachten und kann di« Martini 1838 aagelre- kt» werden. Lllenfallsige kiebhaver dazu delle-en sich an Georg Fuchsin Hockmdeim bei Schwetzingen, Emgenthümer jene« Höfe«, zu wenden. Wagenempfehlnng. Eine nach neuer Art gefertigte vieesitzige gedeckt« Kalesche, d r » ««,j> D,u