Karlsruher Leiluug. Nr. 194. Sonntag, den 15. Juli 1L3S. Baden. tz Mannheim, 13 Juli. Durch das nun schon Klange andauernde herrliche Wetter geht eS bei uns äufferst lebhaft her. Alle Gasthöfe sind beinahe täglich voll besetzt; die straßburger, kölner und Mainzer Boote bringen immer eine Masse Passagiere, und bleiben dieselben auch nicht längere Zeit hier, so wiederholt sick dieses doch täglich und macht besonders unsere Straßen sehr belebt. In der Frühe schm wir die Fremden, gleich einer Prozession, aus der Stadt nach dem Landungsplatz« ziehen, und am Abend kehren neue Gäste dafür ein. Ein lästiger Unfug für den Flemdeu sind die zudringlichen Lvhnbedienten; er ist so zu sagen seines freien Willens beraubt, kommt er aus den Händen des Einen, so fällt er gleich in die des Andern. Es ist dieses schon mehrfach gerügt worden, hat aber bis jetzt noch keine Folge gehabt. — Nicht minder aber ist der Einfluß dieses herrlichen Wetters auf unsere Fruchtpreise. Alle Früchte stehen in herrlicher Fülle, und wie sehr dieses bereits auf unfern Markt influirt, geht am Besten aus nachstehender kleinen Uebersicht der Mittebprelse hervor: Datum. Quant, der verkauften Früchte. Juni — Korn. Gerste. Malter. - 7. 9 fl. 15 kr. 7 fl. 45 kr. 108. - 21. 9fl.-kr. 7fl. 13kr. 136. - 28. 8 fl. 40 kr. 6 fl. 36 kr. 165. Juli 5. 8fl.30kr. 6fl.-kr. 236. - 12. 6 fl. 40 kr. 5 fl. 32 kr. 247. Da dir Ernte voraussichtlich nicht allein in quantitativer, sondern auch in qualitativer Hinsicht vorzüglich ausfallen wird, so schlagen alle Händler und Oekonomen mit ihren vorjährigen Vorräthen los. -s Lahr, 11. Juli. Eine Versassungsfrage beschäftigt seit einiger Zeit mehrere Zirkel, in welchen hier und da von politischen Verhältnissen die Rede ist, nämlich folgende: Da zu Ende dieses Jahres das erste Mal der Fall Eintritt, daß der Zeitraum einer auf Jahre gewählten Abgeordnetenkammer umfließt, so fragte man: enthält der 8-38 der Verfassungsurkunde, welcher lautet, »die Abgeordneten der Städte und Aemter werden auf 8 Jahre ernannt, und so, daß die Kammer alle zwei Jahre zu einem Viertel erneuert wird", ausser der darin ausgesprochenen Partialerneuerung, auch noch die Bestimmung, daß nach acht Jahren eine Jntegralermuerung stattfindet? So daß die Abgeordneten, welche im Jabr 1333 für die nach der , Verloosung vom Jahr 1831 Ausgetretenen eintratcn, nur mit den im Jahr 1831 sunkrionirt habenden zusammen 8 Jahre zu sunktioniren haben, daß sie also gleichsam in die auf 8 Jahre ausgestellte Vollmacht der 1833 Austretenden für die noch übrigen 6 Jahre eintraten re. ? Es erhoben iich Stimmen für und gegen diese Frage, die durch erprobtere Staatsmänner zu beantworten ist. Es warfen sich aber hierbei zwei andere hochwichtige Fragen auf. Im Jahr 1825 haben die Abgeordneten, welche mit einem 8jährigen Mandat versehen waren, und alle 2 Jahre sich versammeln sollten, diese Verfassungsbestimmung geändert, welche Abänderung Gesetz ward. Konnte diese ihre nach dem Modus der nichtabgeänderten Verfassung von 1813 ausgestellten 8jähr!gen Vollmachten, nachdem dies Gesetz abgeändcrt war. behalten? Müssen sie dieselben nicht ihren Mandanten zurückgeben? Konnten diese ihre Vollmacht aus eigener Machtvollkommenheit auf 6 Jahre beschränken? Im Jahr 1831 versammelten sich die Abgeordneten , erwählt nach dem Modus des die Verfassung von 1818 abändernden Gesetzes vom Jahr 1825, mit 6jähri- gen Vollmachten versehen und nur für 2 Landtage legiti- mirt. In demselben Jahre stellten diese die Verfassung von 18l8 wieder her, und dieö ward wieder zum Gesetz erhoben. Konnten nun die nur auf 6 Jahre erwählten Abgeordneten ihre Vollmachten auf 8 Jahre kraft eigener- Machtvrllkommenheit ausdehnen? Mußten sie dieselben nicht zurnckgeben? In Frankreich hat bekanntlich der Minister Villelc, nach Erlangung der Septennalität, augenblicklich die Kammer aufgelöst, weil die nach dem alten Gesetze ausgestellten Vollmachten mit der neuen Verfassung nicht in Einklang zu bringen waren! * Baden, 13. Juli. Se. k. H. der Herzog Ernst von Würtrmberq mit Gefolge ist dahier ringetrvffen und im englischen Hofe abgestiegen. B a i e r n. München, 12. Juli. Se. Hoh. der Herzog Mar von Baiern wird demnächst von seiner weiten Reise zurückkommen; 5 wackere Männer aus dessen Gefolge, worunter namentlich der allseitig beliebte Leibarzt, Dr. Bayer, sich befand, sind plötzlich gestorben. — Eingelaufenen Briefen zufolge ist Se. Maj. derKönigom 10-vonAschas- fenburg nach Bn'ickenau abgerciSt. I. M. die Königin bleibt nrch in Aschaffenburg bis Ende dieses Möuots, und kehrt dann in die Hauptstadt zurück, um II. MM. den Kaiser und die Kaiserin von Rußland zu empfangen. Bis dahin gedenkt auch Se. Maj. der König in München wieder einzutreffen. — In unserer Residenzstadt selbst sind die politischen und diplomatischen Novitäten unbedeutend, in dm k Ministerien ist eine äufferst große Regsamkeit. Unser g 'selüqcs Lebm hingegen bittet abwechselnoc erheiteiN- de Genüsse dar. Am Mittwoch und Samstag musizireu die k. Regimentsmusiken in freien Uitterhattungsplätzen. Streck und W-vder, unser wiener Strauß, und Lanner, veranstalten ebenfalls äusserst angenehme musikalische Produktionen. Auf unserm Hoftheater gastiren jetzt Schauspieler, Sänger und Sängerinnen, nämlich Hr. undMad. Rettich, vom wiener Hofburgiheater, Fräulein Lutzer und Hr. Bieberhoser von W en, die immer ausgezeichn.len un- üdertrefflichen Beifall erhalten. Die Sludeulenoervinvuug „Suepia" gab gestern i» Mittersredting zu Eyren veS Wiegenfestes Z. M. einen Ball, der einer der schönsten, denen wir je beigewohnt haben, war. «« Aschaffenburg, 11. Juli. Am d-Juli wurde das Wiegenfest unserer allgeliebten Landesmutter von unö festlich begangen. Nachdem Morgens 5 Uhr der Donner des Landwehrgeschützes und die Reverlle der beiden Mauken deS Liuienmilitäcs und der Landwehr den Anbruch ves hohen Festes verkündigt hatten, fand um 10 Uhr vaS Hochamt mit dem Teveum statt, dem sämottliche k. Z vil,testen «nd Behörden, das OsfizierkorpS der Linie unv der Landwehr, der Stadtmagistral und viele — viele andere Beter aller Stände und Geschlechter beiwohnten, um den Segen des Himmels aus unser Herrscherhaus herabzuflehen. Wegen des RegemvetterS mußte die militärische Parade unterbleiben, doch wohnte die Garnison dem Hochamle bei. Um I Uhr Mittags fuhren JZ. MM-, begleitet von dem Erv- qroßherzog und der Erbgroßherzogin von Hess n, dem Prinzen Luitpold von Baiern, den Hoskavalteren und Hofdamen und einigen geladenen Damen und Heiren des hiesigen Adels nach Miltenberg, uni auf der dortigen Burg bei heilerem Mittagsmahle bas GchurlSfest der gelielstesten Königin zu begehen. I. W. hatte dem hiesigen Landwchr- korpS gestattet, Allerhöchstste auf ihrer Rückreise von Miltenberg auf dem, am Maine g legenen, Mheimer Hofe erwarten und zu Wasser nach dem Schlosse zu Aschaf- senburg zurückgeleiten zu dürfen. Obgleich der Regen, der den Tag über anhielt, die Unordnungen des verabredeten Festes sehr erschwert hatte, so kjäne sich doch gegen Abend der Himmel so auf, daß es vor nch g.Hey konnte. Die Landwehr Halle eine kleine Flottste bestiegen und fuhr damit nach N>lkkeim, ein auögeichmückles Schiff für II. MM. und den kön. Hof iy Bereitschaft Haltens. ES war kur; nach 10 Uhr Nachts, als II. kk. MM. n-.d HH. zu Nilkheim eintrafen, wo sie von den versammelten Honoratioren unserer Stadt u. s. w. und dem Kommandanten der hiesigen Landwehr empfangen und von Letzterem mit einer eigenen Rede bewistkomml wurden. II. MM und der übrige Hof gernhtcn, bei dem kön. Kämmerer Baron Mergenbaum, Besitzer von Nilkheim, abzutrttey, Thee ein- zunehmen und ein Feuerwerk t» dem Kuiistgarten deS Ba- ronö anznschauen. II. MM. und HH bestiegen nun das bereit gehaltene große Schiff und führen auf dem Maine nach Äschaffenburg. Es war das k. Schiff von mehr als 50 Booten, welche erleuchtet waren, umgaukelt, welche die Landwehr oder Private geschmückt und oft recht simng il- lumini'rt hatten. Währ nv das Musikkorps der L m^webr spielte, sang theils vas Sängerchor der Studenten. theilS saugen Landwehripänner Lieder, von den Gelegttcheilsoich- lern Merkel und Hochever gefertigt, ab. Unter diesem Gesänge, dem Schalle der Musik, dem Donner der, auf verschiedenen Punkten ausgestellten, Kanonen, dem Zischen und Krachender Raketen u s. w., dann dem Lebehochrufe der, an beiden Ufern gehäuften, Einwohner der Stadl und Umgegend, schwamm die Effekt machende Flotille aus dem Rük- ken des Stromes herab. Als sich der lange Zug der Schiffe der Schwimmschule deS k. Infanterieregiments Zmvt nä- herte, fand mau dort eine fein geordnete Beleuchtung und zweckmäßige Transparente, auch das Regiment ausgestellt, welches mit Musik unv Jubclnif empfing Das Linieu- ofsizierlorps u ihre Musik bestiegen nun auch schön illuminirte Schiffe unv schloffen sich dem weiteren Zuge der Flotille an, dir der Brücke unserer Stadt zuschwamm. Die lange Vorderseite dieser Brücke war durch den Stadtmagistrat erleuchtet unv der ganze, auf der Mainseite liegende, Theil der Stadt war durch den Eifer der Einwohner schön illumi- nirt und gewährte einen prächtigen Anblick. Bengalische und griechische Feuer, theils auf Bergspitzen, theils auf kleinen Eilanden, oder in Felsgrotten abgebrannt, verbreiteten über daS schöne Gemälde oft einen magischen Glanz, der sich in den verschiedensten Farben zeigte. Durch die Bögen der Brücken schwammen dann die Schiffe und fuhren dem Lanvungsplatze an der Mauthhalle zu, wo daS Hauptzollamtsgebäude, prächtig illuminirt, das Tableau schloß. Unter dem Jubelrufe der zahllosen Menge und Beleuchtung mit Wachsfackeln, welche Landwthrmänner trugen, stiegen die höchsten unv hohen Herrschaften die hohen Stufen zum k. Schlosse empor, und wurden von dem k. O fisierkorpS und den übrigen Theilnehmern dis zu den Thoren desselben ehrsurchtsvollst begleitet. II. kk. MM. geruhten, bcLm Abschiede wiederholt Ihr besonderes Wohlgefallen an dem Feste und guten Sinne hiesiger Einwoh- nersch rft anszudcücken. Das Geburtsfest der geliebten Lan» desmulter am 8. d. M. wurde an selbigem Tage auch ii; dem protestantisch n Betsaale und in der jüdischen Sy >a- goge feierlich begonnen, wie in der kath. Stiftskirche. Die übrigen kath. Kirchen hiesiger Stavt werden dieses Fest konr- menven Sonntag feierlich begehen. Einfach, aber herzlich theilte die Kasinogesellschaft die allgemeine Feier deS 8 d. Eine nicht kleine Anzahl ihrer Mitglieder vereinigt« sich zu einem heueren Festmahle in ihrem schönen Saale, an welchem auch mehrere ausgezeichnete Fremde Antheil nahmen. Die, von dem Vorstande der Gesellschaft und von dem k. SraatScathe v. Granvaur ausgebrachten sinnreichen, Toaste auf die geliebte LandeSmutter, ihren allervurchlnuchiigst.n Gemahl und das ganze kön. HauS wurden von der Versammlung milder begeistertsten Akklamation wiederholt und von den Fanfaren der Musik der Linie und dem Donner der Kanonen der Landwehr begleitet. Am 9. Juli fand, zum Schluffe der Feier deS GeburtSsestes unserer Königin, im Kasinosaale die öffentliche Verloosung der zahlreichen Damen arbeiten und anderen Gabe», zu Venen auch die allerhöchsten Herrschaften deigetrazen, zum Besten der Klein- 1977 kiiwerbewabranst ckt durch den Frauenverein statt. Es waren 330 Geivinnste. Die Verlobung trug 700 ft. ein, zu welchen noch baar I. M. die Königin 100 fl. zuzuschießen die Gnade und Güte halten. — An selb>n 9. Juli war der k sardi'n. Ministerresivent, Graf v. Rosst, mit seiner Gemahlin (der gefeierten Sängerin Sour,tag) von Frankfurt hier und hatte die Ehre, mit dmeideii zur k. Tafel gezogen zu w-rden. Nach der Tafel saug die kunstberühmte Grast» in Cerei« der k. Familie mit eminentem, wohlverdientem Beifall«. — Gestern, Morgens 5 Uhr, sind Se. Maj. der König über Lohr und Hammclsburg nach Brük- kenau abgereist, begleitet von den besten Segenswünschen hiesiger Einwohnerschaft, der er bci'm Abschied durch den Bürgermeister v. Hoerlein sein allerhöchstes Wohlgefallen über deren gezeigte Anhänglichkeit und Ergebenheit zu erkennen zu geben geruht hatte. Den Landwehrreilern hiesiger Stakt wurde die Ehre und Gnade, dem geliebten La»- desvaler daS Ebrengeleike eine Streck« gebe» zu lürfen, an das sich auch der Magistrat der Stadt angeschlossen hatte. I. M. die Königin mit den Prinzen Luilpott und Avaibett und den 3 unvermahlte» Prinzessinnen verweilen noch hier, bis sie nach München abreisen. Die Frau Erbgroßherzo- ain von Hessen bcfindct sich noch an der Seile Ihrer kön. Mutter. — UiiserTheater, unter Direktion deö Hrn. Adel- maii auS Hanau, hat sich seil einiger Zeit aufgelöst, und, wie wir eS vorauSgesagl haben, hat der Unternehmer mit Verlust abtreten müssen; wiewohl der k. Hof viel zerhau, überhaupt eine ausgezeichnete Mlidlhäligkeil allgemein entwickelt hat. — Unsere aschaffenburger Zeitung schreibt unter dem 6. Juli auS dem nahen Frankfurt: „Heute geht es stürmisch in unserem Gerichtspalaste her. Tue Besitzer deS Grundeigenthums, welches zur Eisenbahn verwendet werde» soll, sehen durch die Anforderungen und Begehrlich keit des Eisenbahn-Comltes das Erpropriarionsgesetz in allen billigen Grundlagen erschüttert, und solches m der von ibm geforderten Ausdehnung zu Unrecht verwandelt. Las Comne nämlich will zwar nach der Tare deS magren WerlheS bezahlen, und so weil dem Gesetz« genüg-»; allein man will den Eigemhümern erst in dem Augenblicke die Grundstücke bezahlen, wo daS Fortschreiten der Arbeiten wirklichen Besitz nolhwendig macht. Darüber nun gab es einen heiß n Rechtsstreit zwischen dem Comilö derEi- s.nbabn und den Eigmihümern, es regnete Prolestationen und Gesuche um Beistand der Gerichte, daö ganze Justiz- gebäuv« wae mit Menschen äuge üllt, uud Aovokat.u vurch- raiuit.n die Straßen, wie im Bürge,kapuä» dteHciiora- lwres zur Z-stk deS Kasinoballs. Solch ein Ereigniß wird abermals die Aktien der Eisenbahn drücken, und lewer werden die Inhaber derselben »och manchmal zu Fuß gehen müsse», bis sie den leichte» Gewinn bei denn Ankauf in der schwindelnden Eile verfahre» können." — SlaarS- rath v. Grandaur ist Sr. Mas. dem Könige, dessen Begleitung der Flügekakjutant, Baron HuuoltsteM, bildete, nach tem Bade Brückenau gefolgt. B o m M ain, 8. Juli. Endlich ist zu Speyer, Landau mW Gtt'mfiadt in F. E. Neidhard'S Buchhandlung von Rotteck «schienen: „Die kölnische Sache, betrachtet vom Standtpuiikr d> s allgemein n Rechts " Rottek ist gegen das von Preußen gegen den Erzbischof von Köln beobachtete Verfahren, aber auch wahrlich nicht für hier- archifch-ultramvntaiufche Bestrebungen. (N. K.) Freie Stadl Frankfurt. Frankfurt, 5. Juli. Vor wenigen Tagen ist der kön. nieder!. Geschäftsträger. Legalionsrarh v. Scherfs, auS dem Haag hier wieder emgettoffen. Wenn, wie man vernimmt und wie holländische Blätter auch bestätigen, die deutsche Buiw-sv-rsaminlung auf der Basis der bekannten 24 Artikel, die ihr im Gruiwe fremd sind, sich bestimmt gefunden hat, ein Abkommen mit dem König der Niederlande zu treffen, so geschah dieses gewiß nur, weil Deutschland in seinen Gebietsvcrbältniss'N n ckt dadurch beeinträchtigt wird und der euiopäi che Frieden durch die neue Bestimmung eine immer festere Gewähr erlangt. Es ist übrigens auS dem Beschlüsse der Bundesversammlung zu ersetz.n, daß die Mächte der londoner Konferenz ohne alle Abweichung auf der Ausführung der Ter.it nal- hest'mmungen der 24 Art kek bestehen, und nnlbin die Belgier Ursache haben, sich zum Finden zu leg »; ikre seitherigen Demonstration-n dienten, wie man vor»»?sagte, nur dazu, der Sache, die sie verftcht n wollen, Eintrag zu thun. — Schon seil einiger Zeit wurde davon geipro, ch n, daß in Wiesbaden eine große neue evangelische Kirche, ein Dom, erbaut werden soll. Wie man nult vernimmt, so sind jetzt alle Anstalten getroffen, um mir dem Bau dieser Kirche beginnen zu können. (Pr. Stztg.) Sachsen-Weimar. Weimar, 6. Juli. Die Wasser Heilanstalten zu Elgersburg und Ilmenau auf dem thüringer Walde sind von Hülfesucheiwen fast überfüllt. Im vorigen Jahre schon hat ElgerSdurg wahre Wunderkureu venichtet, und in diesem Jahre soll besonders daS neuernchkete Wellenbad in Ilmenau von gioßer Wirkung seyn. Beide Heilbäder liegen sehr hoch und nur eine balde Stunde von einander entfernt, und biereii d>n Kranken durch ihr» treffliche Gebirgslage mw durch baö harmlose Wesen her Waldbewoh- ner anftehenve Aufenthaltsorte, so wie biedsfigenChaus- feezüge herrliche Ausflüge nach PaulinMe, Echwarzburg und den thüringischen Beigen gestatte». (Pr. Sl.A) Würtemberg. Heikbronn. Am Ende des diesjährigen Wollmark- teS würfe die von Hm. Direktor Frhrn v. Ellrichshauserr hier gelagerte seine spani'che Wolle noch zu dem Preise von 108 fl. pr Zentner an die HH. Gebr. Hartmaun in Eßlingen verkauft. (S. M.) Belgien. Brüssel, 10. Juki. Der Provinzialrath vo» Luxemburg hat einstimmig beschlossen, sich nachdem Schluffe seiner gegenwärtigen Sitzung in oo, z>vi zum Könige zubegeben , um Sr. Maj. eine Avreffe gegen di« Zerstückelung des Gebiets zu überreicht», als welche Vas größte Unglück fey, welches je einer Nation widerfahren. Auch der Pro- vinMrath von Limburg hat eine Adresse an den Köniz 1978 bcrathen, worin er sich gegen die Annahme der 24 Artikel ausspricht, da Limburg nie für deren Annahme gestimmt habe. — Der Provinzialrath von Antwerpen hat beschlossen, seinen Wunsch zu erkennen zu geben, daß der Sraat bei einem Vertrage mit Holland Sorge trage, daß die Scheldeschifffahrt ganz frei bleibe. (Mg. Bit.) Preußen. Se. Maj. der Kaiser von Rußland sind am 7. Juli über Osirowo und Breslau zu Fürstenstein in Schlesien bei Ihrer Maj. der Kaiserin angekommen. (Frkf. O. P. A. Ztg.) Berlin, 6. Juli. In einigen Tagen wird der Artillerielieutenant R—r, aus Danzig gebürtig, nach der Türkei sich begeben, um bei dem Sultan Militärdienste zu nehmen. Derselbe, obgleich noch sehr jung, ist vollerKennt- nisse und wird gewiß dazu beitragen, den Ruf zu erhöhen, den sich die preußischen Offiziere im Orient erworben haben. Von den früher dahin gezogenen Offizieren erfährt man nur die erfreulichsten Nachrichten. Herr Köpke ist noch immer, mit 60,000 türkischen Piastern Gehalt Oberkommandant der wissenschaftlichen Abtheilung der Artillerie und führt den Namen „Berli-Bei". Seine so hohe Stellung verdankt er nicht allein seinen ungewöhnlichen militärischen Talenten, sondern auch dem Umstande, daß er alle muselmännischen Relrgionsverhältnisse von jeher mit zarter Schonung zu behandeln verstanden hat. Die, vor einem Jahre nach der Türkei kommandirten, preußischen Offiziere haben in der neuesten Zeit einen noch ausgedehnteren Wirkungskreis erhalten, und sind nach entfernten Gränzen versendet worden; so steht jetzt Kapitän Mühlbach in Bagdad und Major von Finke in Ninive. Der ehemalige Buchhändler Laun, einst Kamerad und Kompagnon des hiesigen Thea- terrezensenten, Ludwig Rellstab, ist Kommandant der Darda- rsellenschlösser und befindet sich in einer so behaglichen Stellung, daß er vor Kurzem seine Frau hat Nachkommen lassen. (F. M.) Köln, 11. Juli. Das von Sr. Heiligkeit Papst Gregor XVl. an das hiesige Metropolitandomkapitel gerichtete, von dem hoben Ministerium demselben verschlossen direkt übersendete und in den Zeitungen bereits angekündigte, Schreiben ist von dem erzbischöflichen Geueralvikar dem Diszesau-Clerus, insofern es die Verwaltung der Erz- discese betrifft, durch folgendes Rundschreiben bekannt gemacht worden: Uebersetzung des (lateinischen! Rundschreibens. »Johannes Hüsgen, der Theologie und beider Rechte Doktor, Dechant der Metropolitandomkirche zu Köln, Generalvikar der Erzdiözese von Köln, Ritter des rothen Adlerordens 3ter Klasse. Den ehrwürdigen und in Christo geliebten Brüdern, dem Propste und den Stiftherren der Kolsegiatkirche zu Aachen, den Landdechanten, den Pfarrern und der gesammten Geistlichkeit der Erzdiözese Köln -unser» Gruß indem Herrn! Die väterliche und weisheitvolle Sorgfalt unseres heiligen Herrn, Papstes Gregor XVl., für die Verwaltung der Erzdiöcese Köln hat sich in einem gnädigsten, den 9. Mai d. I. an daS hochwürdige Metropolitanpomkapitel gerichteten, Schreiben und in ei. nem andern an uns von dem nämlichen Tage kund gegeben. Da Sie seit dem amtlichen Erlasse des hochwürdigen Metropolitandomkapitels vom 21. November v. I. den apostolischen Weisungen entgegen gesehen haben, so säumen Wir nicht, ehrwürdige Brüder, den Beschluß und den höchstverehrlichen Willen Sr. Hcilichkeit, nachdem die königl. Genehmigung am 13. Juni d. I. erfolgt ist, Ihnen mitzutheilen. Derselbe wird Aller Gemülher beruhigen, die Bedenken heben »nd Allen Richtschnur deö Verhallens seyn. Der heiligste Vater hat nämlich erklärt, jenes am 12. März d. I. von Brüssel aus erlassene und hierausauch durch den Druck verbreitete Schreiben, welches Einige beunruhigt und ängstlich gemacht hatte, habe durchaus nicht vom heiligen apostolischen Stuhle ausgehen können; auch verhalte Er nicht, daß eö fast in allen Theilen Aeussenmgen gegen den in Semem Namen eröffnetcn Willen enthalte; Er habe durchaus keinen Auftrag zur Erklärung über die von dem Kapitel übernommene Diöcesan- verwaltnng und die vorgenommene Wahl eines Kapitular- vikars, ertheilt: hierüber hätte Ec sich absichtlich alles Ur- theils enthalten, wie Er sich auch jetzt noch dessen zu enthalten dadurch bestimmt werde, daß Er die einzelnen Umstände des Thatbestandes, wovon eine richtige Rechisbe- stimmung abhange, nicht hinreichend kenne, und nicht gehörig umersuchen könne; mit gänzlicher Beseitigung dieser Frage aber habe Er es vermöge des allgemeinen Äpostel- amtes, das Er verwalte, aus Rücksicht aus das geistliche Wohl der Gläubigen und auf eine gültige Verwaltung der heiligen Jurisdiktion zugelaffen, daß eben Derjenige die Erzdiöcese verwalte, der ohnehin darin schon vorher das Amt eines Generaloikars bekleidet hätte. Hierauf erklären Se. Heiligkeit, was Sie befolgt wissen wollen, mit folgenden Worten; „»Inzwischen sehen Wir ein, daß cs zur Beseitigung alles Bedenkens und zur Beruhigung der Gemächer ersprießlich ist, gegenwärtig ausdrücklich zu erklären, was Wir bis dahin durch die That an den Tag gelegthaben. Wir gestatten also, daß Unser geliebter Sohn, Johann Hüsgen, Dechant jenes Kapitels, die Verwaltung der kölnischen Kirche führe, als Gencralvikar Unseres hoch- würdigsten Bruders Clemens August, bis dieser wieder in seinen Sitz eingesetzt wird, oder ein Anderes von UnS angeordnet ist."" Hieraus entnehmen Sie, geliebteste Brüder, daß der heiligste Vater wie für die Gültigkeit der bisherigen, so der fernem Verwaltung Sorge getragen hat. Ihnen wird es genügen, diesen Willen des heiligsten Vaters zu kennen. Indem Wir also in Folge dieser kraft des allgemeinen Apostelamtes erlassenen Weisung die Verwaltung der Erzdiöcese wahrnehmen, bedeuten Wir Ihnen hiermit, die Eingaben über Geschäfte an uns als erzbischöflichen Geueralvikar einzureichen. Köln, dm 30. Juni 1838. Gez. Hüsgen." Die vorstehende Bekanntmachung begleiten wir mit folgenden Bemerkungen. Das apostolische Schreiben, in so fern es die Verwaltung der Erzdiöcese bei verhindertem Sitze betrifft, bestätigt genau, was das Domkapitel aus dem päpstlichen Antwortschreiben vom 26. Dezember v. I ! über deren faktische Anerkennung von Seiten deS Ober- 1979 Hauptes der Kirche gefolgert, und dem spinelli'schrn Erlasse, welcher nunmehr vom heiligen Vater selbst verworfen wird, zur Zeit entgegengestellt hatte, wie aus den bezüglichen Ka- pitularverhandlungen vom 6. Febr. und vom 27. März d. I. zu ersehen ist. Das Domkapitel hat sich nicht durch die Verwirrungen der Widersacher irre machen lassen, es hat vielmehr auf dem Wege, welchen ihm die Kirchensa- tzuiigen anwiesen, fest auf die apostolische Weisheit des heiligen Vaters vertraur, und siebt nunmehr dieses Vertrauen gerechtfertigt. Denn der heilige Vater erklärt zur Beseitigung jeglichen Zweifels die Verwaltung der heiligen Gerichtsbarkeit als gültig sowohl für die Vergangenheit, weil Er sie zugelaffen, als für die Zukunft, weil Ec sie ferner gestattet, und zwar bis der Herr Erzbischof in seinen Sitz zurückversetzt, oder vom apostolischen Stuhle anders verordnet werde. Zu wissen, daß die Verwaltung der Erzdiöcese mit apostolischer Autorität nunmehr geordnet ist, reicht für jeden gehorsamen Katholiken hin, und darin ist wohl der Grund zu suchen, weswegen die Bekanntmachung auf diese Mittheilung sich beschränkt. Es darf jedoch hinzugefügt werden, daß das apostolische Breve auch seinem übrigen Inhalte nach für das Domkapitel befriedigend und versöhnlich gefaßt ist, inden der heilige Vater die nähern Erklärungen wegen der frühern Vorwürfe wohlgefällig ausgenommen hat, und jedem Einzelnen der Domkapitularen mit väterlicher Liebe und Sorgfalt entgegenkommt. Die übrigen verbreiteten Gerüchte von besonder» Anträgen und Aufforderungen Seitens höherer Behörden sind völlig ungegründet (Köln. Ztg.) Großbritannien. London, 9.Juli. Der„Satiritt"sagt: Manglaubt, unseres Wissens, allgemein, daß ein förmlicher Vorschlag in Betreff einer ehelichen Verbindung zwischen der Königin und dem Prinzen Georg von Cambridge gemacht, und daß ein derartiger Vorschlag von den TorieS ausgehen soll, die in diesem Augenblick sich darüber berathen, wie er am Besten vorzubringen sey, so daß kein Verdacht entstehe , als ob sie auch nur entfernt ein Interesse an dem Enberaebniß hätten. — Aus der „Sydney Gazette« erfährt man, daß dort unlängst ein Hr. Samuel Terry, der vor etwa 50 Jahren nach Neusüdwales als Deportirtcr gekommen war, starb und unter überaus zahlreicher Begleitung seiner Angehörigen und Freunde ehrenvoll, namentlich mit freimaurerischen Gebräuchen, zur Erde bestattet ward. Dieser Hr. Terry hinterläßt ein von ihm durch Tätigkeit und glückliche Unternehmungen redlich erworbenes Vermögen von einer halben Million Pf. St. s6,000.000 fl j, worüber er testamentlich zu Gunsten seiner Gattin und seiner Söhne und Töchter verfügt hat. Anderen Anverwandten in England hat er reichliche Vermächtnisse auSgesetzt, und ausserdem ausdrücklich bestimmt, daß seine Unterstützungen und Beiträge zu Wohlthätigkeitsanstalten, nützlichen oder milden Stiftungen u. s. w. noch zehn Jahre lang nach seinem Tode sortgeleistet werden sollen. (Sun.) — Zänkereien und Streitigkeiten zwischen Direktionen und Aktionären von Eisenbahnunternehmungen fallen auch in England, dem Vaterland dieser Entreprisen, nicht selten vor: so berichten die neuesten „News« von einer kürzlich statkgchabten Generalversammlung der Direktoren und Aktionäre der london greenwicher Eisenbahn, wobei Seitens der Letzteren über die schlechte Leitung der Angelegenheiten der Gesellschaft sich beklagt und ein Ausschuß zur nähern Untersuchung der Geschäfte bestellt ward. — Ja Stourbridge bereiteten die Damen für die Kinder der verschiedenen Schulen dort, am Krönungstage und zu dessen Feier, eine Menge mächtig großer Rosinen- klöße oderPlumpuddings. Einer, von den Fräulein Coltmali verfertigter hielt 4 Fuß 9 Zoll im Umfang und war' 3 Fuß hoch; er wurde 24 Stunden in einem fort gekocht oder gesotten. (Sun.) — In vielen schottischen Gränzorten geht die — wir wissen nicht, ob oder wie weit gegründete — Sage, daß, wenn am 22. Juni noch Schnee auf den Cheviotbergen zu sehen ist, die Pachtsassen u. s. w. jener Gebirgsgegend kein Pachtgeld», s. w. in dem Jahre zu entrichten brauchen. Ist etwas an der Sache, so gibt's für sie dieses Jahr ein Freijahr, den» man sieht noch jetzt deutlich große schneebedeckte Stellen. (Scotsman.) — Dem „Herold" zufolge ist daS Gerücht, als relse der Herzog von Nemours in Kurzem nach Paris zurück, völlig grundlos; derselbe wird erst mit Ende des laufenden Monats nach Frankreich zurückkehren. — Den neuesten, bis zum 2l. Mai d. I. reichenden, Berichten aus Bombay zufolge war dort große Bewegung infolge von (bisher nirgends in russischen oder deutschen Blättern erwähnten) Nachrichten aus Persien, wonach die Russen die Hauptstadt dieses Landes, Teheran, besetzt hätten. Ein Privatschreiben aus Bombay meldet, daß infolge dieser allarmirenden Kunde daS bombayer Gouvernement alle Dampfschiffe zum Transport von Truppen nach dem persischen Meerbusen nehme. -Aus Kalkutta, woher die Nachrichten bis zum 9. Mai reichen, erfährt man, daß dort die Cholera noch immer herrscht und im letzten Monat 1000 Personen in der Stadt und deren Vorstädten daran starben. (Courier.) Frankreich. Paris, 11. Juli. Der Generalanwalt hat einen Prozeß gegen den „Temps" eingeleitet, weil dieses Blatt den gesetzlichen Verboten zuwider einen Bericht von den Verhandlungen des Pairsgerichtshoss in der geheimen Sitzung am Montag in der Laity'schen Sache gegeben hat. — Ein Hr. Despar, ein Chemiker, schreibt der zu Toulouse erscheinenden „France meridionale", daß die Weinbauer ihre Reben durch das Einsamen von Sumpfbohnen in ihre Weinberge vor den Verheerungen des verderblichen Insekts, dem Pyralis, schützen können. Das Thierchen liebt diese Pflanze so sehr, daß es die Rebe» gänzlich verläßt und seine Eier in die Stengel der Bohne legt, welche dann, wenn der Saame reif ist, gesammelt und verbrannt, und wodurch dem weitern Umsichgreifen dös Insekts Einhalt gethan werdert kann. 1980 5 — In dem gestern erwähnten Verdammungsurtheil Lai- ty'ö ist derselbe schuldig erkannt: 1) einer, im Art 87 des peinlichen Gesetzbuchs vorgesehenen, wiikungslvs gebliebenen Anregung zum Verbrecht», und 2) eims Angriffs auf das Prinzip oder die Form der durch die 1830rEharre gegründeten Regierung, wobei besagter Versuch zum Endzweck gehabt babe, die Vernichtung der Regierung oder einen Wechsel in derselben zu bewirken. Spanien. — Madrid, 4. Juli. Die mit dem Finanzaustrage nach Paris beorderten Ausschußmitglieder gehen heute oder morgen nach ihrer Bestimmung ab. Die HH. Miguel Polo und Btanco haben, heißt es, Madrid bereits im Rücstn; Hr. Renila, der Präsident, folgt ihnen erst in zwei Tagen nach. Der Senat hielt zwar heute Sitzung, dieselbe verdient aber kaum Erwähnung. — Die Regierung steht den Generalen nach Kräften bei. 2j Millionen Realen sind, nebst 10,008 Somme,unisornun, 20,000 H mdcn und 24,000 Paar Schuhen, an das Rordh^er abgeschickt worden. Die 40000 Mann von der neuen Aushebung wrrden bald cgu'pirt da stehen. Die Division PardirmaS Hut für die Zentralrrmee 4 Millionen Realen zur Verfügung. — Cantavieja und Morella werden nun ernstlich belagert; an Belagerungsgeschütz fehlt cs nicht. Den 27 Juni kam in Segorbe ein Park von 14 Slücken an, gleich darauf sah man Oraa mit 5 Bataillonen und 600 Pferden ausmarschiren. Kurs der StaatSpapiere ta Frankfurt. Den 13 Juli, Schluß 1 Uhr j pZlft Pup. > Ge'd Oisterreich Metall. Obligationen i — 106z do. do. 4 — i 110 s do. do. ' 3 — 8>z -st Bankakttm — 1748 »st st. 100 Sooft bet Roths. — 262 -st Partialk, ose do. 4 — 151 i» fl. 500 do. do. — i>6z § Betbm. Obligationen 4 — 99 z k, do. do. 4ß — 161; Preußen StaatSschuMcheine 4 — 104 z Prämimscheiu« — Baiem Obklgattoncu 4 — 112 Frankfurt Obligationen 4 102 — Etsenbabnaktien. Agio — 20 ' Waden Rmtenschetne 34 — ioiz fl.50Loose b.Goll u.«. 96? — Darsstadt > Obligattomn 3, 100- — D fl. 50 Sooft — 62z st fl. 25 Sooft — 23z Naffau Obligationen b. Rvchs. 34 994 — st. 25 Sooft — 224 Hofland Integrale ?4 — 544 Spautcn Aktiv'chukd 51 — i-2z Pole» Lottertellofe Rtk. — 664 « d». » st.5lv l — > 784 StaatSpapkere. Paris, 12.Julst Sprozent. konsol. l 11 Fr. 40 Et.; äprozent. 102 Fr. — Cent.; Tjprozem. — Fr. — Et.; Zprozenl. 80 Fr. 60 El. Bankaktien 2610.—. Kanalak- tien 1250. —. Rom. Anleihe 102; belg. 102;; viemom —. —; portug. —. Span. Akt. 22z; Paff. 5. St. Germanieisendahnaktirn 940 Fr. — Et. Vers. Eisen- babnaktien, rechtes Ufer, 840 Fr. — El.; linkes Uie- 610 Fr. — Et.; Eetter do. — Fr. — Et.; Epinar do. — Fr. — Et.; Mülhausener do. — Fr. — Et. Gas- erleuchtungsgeselhchaft —. DampfschiffsahrtakUeu hPeeg) - Fr. - Et. Reueste Nachrichten. London, 10. Juli. Im gestrigen Oberhanse wurde auf den Antrag des Lords Melbourne, w.lchem Lord Wellington nichts entgegensetzen zu wolle,, erklärte, die irische Gemeinveverdefferungsbill ein zweit, s Mal verlesen, sodann ging, nach einiger Diskussion, in deren Verlauf Lord Londonderry, Lord Brvugham und mehrere andere Lorcs ihre abweichende Meinung auffs Lebhafteste aussprachen, die Armenbill für Irland mit 93 gegen 62 Stimmen durch. — Im heutigen Oberhause st nd eine lebhafte Debatte statt, veranlaßt durch eine Motion Lord Brougham's aus Vorlage der ven rer Regierung der britischen Kr.'uzern an der spanischen Küste ertheillen Befehle mir der Ermächtigung, fardwijche, holländische oder sonstige neutrale Fahrzeuge, welche Don Carlos Beistand irgend einer.Art bringt» woliren, ainzustmg, n. Lord Melbourne weigerte sich, die begehrten Instruktiv,nn vorzulegen, und der d»r hieraus - folgten Abstimmung ergaben sich 57 Stimmen für und eben so viele gegen die Brougham'sche Molion. Da indesstn nach den nachsichtigen Formen deS Hauses gegen die „herrschenden Gewalten" die Minister m einem solchen Falle als „noch in der Majorität" angesehen werdui, so fiel die Motion durch. — Nachrichten aus Jamaika bis zum 6 Juni zufolge wurde, dem Vernehmen nach, zwischen dem Gouverue- menksrathe und dem KvtonialpaOameiit eine Konferenz zur Erwägung der Reichlichkeit, die vö tilge Negeremanzipalstn auf zener Insel jwelche bekanntlich gesetzlich eist am 1 August 1810 einzutreten Haltes schon am 28. Juni, als dem Krömmgstage der Königin, eintreten zu lassen, abgehal- leu. (Lun) G London, 10. Juki. Nachdem die Einnahme Teherans einen ganzen Tag über geglaubt worden, wird sie jetzt allgemein geläugnet. Dennoch war der Schrecken, welcher durch diese Nachricht verbreitet wurde, nicht so allgemein, wie es wohl früher der Fall gewesen. Dieser, so wie die orientalische Frage überhaupt, erregt nur in den Hähern, gut unterrichtete», Zukeln bedeutende Theii- nahme. Freilich beschäftigt sie auch die beiden Häuser, allein auch in Liesen läßt man den Ministern freie Hand. ' — Die heutige Sitzung des Oder- und Unterhaus,ö ver- 1881 dient große Aufmerksamkeit, vorzüglich die deS Erstge- nurukui. Paris, 12. Juli. Einer telegraphischen Depesche von Brest zufolge ist dort am Dienstag Abend der „Herkules" mit dem Prinzen Joinville an Bord eingelaufcn. Der Pnnz befand sich i» bester Gesundheit, wollte den Tag darauf au's Land steigen und dann nock zwei Tage in Brest verw'ile», um mit seiner Gegenwart die ihm bereiteten F fte zu v ^herrlichen. — Dem Er Lieutenant Laity wurde das Urtheil des Pairsgerichlshofs noch am nämlichen Abend, wo es erging, vorgelesen. Er soll die Berkuuoiqnnq mit dem größten Gletchmuth, und blos mit einem ironischen Lächeln um den Mund, angebörl haben. Me eS beißt, wird er unverweilt nach dem Gefängnisse in Elairveanr abgeführt. — Das heutige ministerielle Abendblatt „MoniteurPa- risi ii" schreibt: Die Kammer werde morgen geschlossen werden. — Madrrd, 4. Juli. Heute ist der noch zurückgebliebene H, Renicoa als Präsident der Anleihekommisffon nach Paris, seiner Bestimmung, abgegangen, er führt einen K idinetskurier mit sich. Hr. Gerjen, bei der frauz. Gesaudlsch ift angestellt, ist ebenfalls nach Paris gereist, um die. erste AbschiagSzablunq in Empfang zu nehmen; dann, daß eine Anleihe zu Stande kömmt, daran zweifelt Niemand. — Gestern gab Hr. v. Fezensac sein erstes diplomatisches Diner; die Zahl der Gäste war sehr bedeutend; von den Ministern -lieb blos Latre aus, weil er »och immer leidend, uns den Arm in den Bnid.n tragen maß. — Die aragoner Post ist abermals aus'.'blieben. — Von der Armee sind seit den letzten SiegeSnachrichlen keine neueren Berichte eingelaufen. — Unsere Briete aus L i s- sabo» lassen vermulheu, daß die nun sonnenklar gewordene Regiellingsunsähigkeit der Ueberspannlen damit en- d-n muß, den Ehart sten das Mm stcrium ohne irgend eine Schilderyevung ihrerseits in die Hände zu spielen. Schon gewinnt das Gerücht die Präsidenrfch»ft des Terceira einigen Glauben. Die Königin hält seit dem 24. Juni in Einira Hof. Resigirt unter Veramwortlichk.tt von PH. Macklot. " AtSzug aus de» Karlsruher beobachkungrn. sitlrruui ill luli lBarowe.!Thermomr-> >W,ir,rung ^ ! t.r. j Zer._iWind.^„^^« M M. 3 R lij 7 U.-27Z.11.8L. 18 3Gr.üb.O!OSOHeiter " ' ' ' SO lhetter O fheirer s «>27^1I,8L. 24,5Gc.üb.Ü j Uj27Z.lO,4L.'l6 7Gc.üb.O Großherzogltches Hofcheater. Sonntag, den 15. Juli: Der Diamant deö Geist e r k ö n i g S, Zauberposse mit Gesang und Tan; in 2 Aufzüge», von Ferdinand Raimund; Musik von Drechsler. Hr. Eduard Weiß, vom k. k. privil. Theater in der Leopoldstadt in Wien: Florian, zur dritten Gastrolle. NachrichtundBitte. Die Trauernachricht von dem am 9. d. M. erfolgten Ableben meines Mannes, Kutschers Heinrich Stephan mache ich hiermit bekannt mit der Anzeige, daß ich deßen Geschäft dahier und nach Karlsruhe wie es bisher bestand, fortführen lass.n werde. Die Freunde und Gönner des Verblichenen büke ich in meiner und meiner Kinder ver- w nSieii^Lage, das ihm früher geschenkte Zutrauen uns wehr zu entziehen, wobei eS mein eifrigstes Bestreben sein wird, demselben vollkommen zu entsprechen. Heidelberg, den 10. Juli 1838. Katharina Stephan, geb. Beerle. Karlsruhe. (Museum.) Die verehrlichen Mitglieder des Museums werben hierdurch in Kennlniß gesetzt, daß Dienstag, den 17. d M., die Bibliothek wieder i» den gewöhnlichen Stunden, Morgens von 10 bis 12 und Nachmittags von 3 bis 5 Uhr, zur Bücherabgabc geöffnet styn wird. Karlsruhe, de» 14. Juli 1838. Die Museumskommission. Karlrlihe. < Anzeige,) hochzuveredrentes Pibnku-m setze ich hiermit gedoisamst in Kenniniß. daß ich mit hoher vbrigkeitl'ch r Bewiii-ung Sonntag, den lS-, Montaz, den !«j und Dienstag, den l7. Juli, meine brillant-transparent-mechanische Borstetlungen, worüber die Anschlägzetl.l das Nähere besagen. im ßluzärtea präzis um halb 8 Udr beginne» w ilde. Alle Kenuer und Freund« des Schöne-, lade ich hiermit ergebenst «in, die gewiß kunstreichen und sehenswü-digen Gegenständ« r> besichtigen. P-eise der Plätze: erster.Platz 2.- kr.; zweit.r Platz 12 kr.; diilier Platz ü kr. W. Trautwe in. _ Bruchsal. (Verlornes) Am Donnerstag, M/^H^oen 5 d. M-. ist auf der Reserve zu Bruchsal, während der Borstellung der Kunst-ejrer, eine o tmo« bische goldene Damenuhr verioeen gegangen Dieselbe Hot rin weißcs Z fferblatt mit römischen stabt,», rm ii ne-n Raume der goldenen Rückseite ist Email, einen Amor vorst.ll.no. Der Jnhab r wird gebet-,,. sie bei Joseph Anton Prestinari in der Sr. Prulsvorstadl abzugeben. Karlsruhe. (Logis.) Im Hause Nr. 1 der al- Herrenstraße, Eck des »nnern Zirkels, ist im »weite« MUH Stock eine schöne, in die Heirerstraße gehend«, Wohnung on 8 bis S Zimmern, geräumiger Küche, verrohrien Mansarteiistuben, großem Speicher, Keller, Holzbebalter und svn- stiaen Bequemlichkeiten auf den 23. Okt. zu vermiethen. Das Nähere »isäbrt man im Haufe feilst. Nr. S,ll98. Wie« loch. (Präklusivbescheid.) In Kant achen gegen Jakob Liebenstein von Eschelbach meiden alle diejenigen Gläubiger, welchc die Anmeldung ihrer Forderungen in der deukigen Trgtahrt unierlaffen haben, »oa »er vorhandene» Maste ausgeichlofftN. B, R. W. WkeSIvch, den 27. Juni 1838. Großh. badisches Bezirksamt. Faver. Anfrage. Ein B theiligter wünscht d»s Resultat der Ausspielung de« dem großderzoglichen Be,irk«iörster M. in St., Amt« Brette», gehörigen Klavier« zu nsahrea. G. St. 1982 Rheinische Dampfschifffahrt. (Kölnische Gesellschaft.) Die rheinischen Dampfschiffe fahren während des Monats Juli zwischen Straßburg, rcsp. Kehl, und Köln in "folgender Weise: T ä g l i ch: Rheinabwärts: Do» Straßburg (Kehl >: Morgens 6 Uhr; - Iffezheim (Naden-Baden): Vormittags 1V4 Uhr; » L e vp o hd sh afc n fKarlsruhe): Nachmittags 1 Uhr; ' - Mannheim einmal: Morgens 6 Uhr; - Mainz zweimal: 1) Morgens 6 Uhr, 2) Vormittags lOj Uhr; . Koblenz dreimal: 1 ) Morgens 7 Uhr, 21 Vormittags 11 Uhr, 3) Nachmittags 4 Uhr. Rhein aufwärts. Von Köln dreimal." 1) Morgens 7 Uhr, 2) Morgens 8 Uhr, 31 Nachmittags 3j Uhr; - Koblenz zweimal: 11 Morgens Uhr, 2) Nachts 11 Uhr; - Mainz einmal: Vormittag- 114 Uhr; - M a nn he im einmal: Abends 9 Uhr; - L c o p ol d s h af en (Karlsruhe» einmal: Morgens 9 Uhr; - Iffezheim (Baden-Baden) einmal: Morgens 4 Uhr. Durch diese Dienstcinrichtung >st nun eine direkte tägliche Ticnstverbindung zwischen Straßturg, resp. Kehl, und Rotterdam hcrgestellt. Auch nach Frankfurt a. M. werden künftig Billetc für die Hin- und Herreise erchcilt, da die fürstlich thurn- und taris'schc Postadministration den Landtransport der Reisende» zwischen Mainz und Frankfurt übernommen hat. Von Karlsruhe fährt der Personenwagen täglich, Vormittags um 114 Uhr, von dem Oberpostamtslokal ab, wo auch die Einschrift der Reifenden nach allen Richtungen hin statt findet und nähere Aufschlüsse über die Preise re. er- theilt «erden. Karlsruhe, den 1 . Juli 1838. Großh. badisches Oberpostamt, v. Kleudgen. Hohenwettersbach, bei Karltrubc. (GutS- oerpachlung.) Auf dem grundderelich v. schil- ling'schea Gute zu Hohenwettersbach werden 300 Morgen Accker, mit den iiöthlgen Wi>seit versehen, so wie den erforderlichen Bistandgedäuden, von Lichtmeß 1838 an auf 9 bis 12 Jahre in neuen Pacht gegeben. Di« nahe R.'sidenrstadt Karlsruhe gewährt leichten Absatz aller Produkte, und besonders kann bei Ausstellung einer großen Melieret die süße Milch dahin verkanft werten. Liebhaber »u diesem Bestand, welche mit dem nöthkgen Vermögen versehen sind, um aut eigenen Mitteln das erfoiderliche- V'eh, Kchiff und Geschiir anzuschaffen unv Kaution für die Pachtung leisten können, werden ersucht, portofrei sich an den Grundherrn v. Schilling in Karlsruoe s-Ibst zu «enden. Hohenwettersbach, den 10. Juli 1838. Die Verwaltung. Mit einer Beilage.