K-ll-r«tzer Leitung. Nr. 204. Mittwoch, den 25. Juli 1S3S. Baden. Preisaufgaben und Preise der Zentralstelle des großh. bad. landw. Vereins für das bevorstehende landw. Hauptfest. Da die, auf das Jahr 1834 bestimm! gewesene, Preis- vertheilung bis jetzt hauptsächlich deshalb unterbleiben mußte, weil dem Verein die Mittel seither hierzu fehlten, so werden dieselben hiermit aufs Neue mit dem Anfügea bekannt gemacht, daß die Vertheilung der Preise nun auf Dienstag, den 11. Sept. d. I. festgesetzt ist. Gerne hätten wir übrigens die Bekanntmachung schon früher erlaffen, wenn wir durch die Verhandlungen über die Abhaltung des Festes bis daher nicht aufgehalten gewesen wären. Preise aus Privatmitteln: 1) I. k.H. dieGroß- henogin geruhten, nach Nr. 10 des landw. Wochenblatts f. 1834, für diejenigen, welche sich in Unterrichtertheilung, wie Erlernung der Doppelspinnerei ausgezeichnet haben, eine ansehnliche Summe auözusetzen, welche theils in Medaillen, theils in Geld vertheilt wird, sodann 2) S. H. der Markgraf Maximilian von Baden (landw. Wochenblatt Rc. 3 von 1833) für vier Ortsvorgesetzte in den vier Kreisen, welche sich um die Reinlichkeit in den Dörfern am verdientesten gemacht haben, zusammen dreißig Dukaten. Preise des Vereins: 1) Für eine gründliche und vollständige Zusammenstellung aller Erfahrungen über den gegenseitigen förderlichen oder schädlichen Einfluß verschiedener Gewächse auf einander, wenn sie in demselben Boden nach einander gebaut werden, und für eine gründliche Erklärung der hierbei wahrzunehmenden Erscheinungen und Anwendung derselben auf die besten Methoden der Wech- selwirthschast, eine große goldene Medaille. 2). Für denjenigen, welcher mit Erfolg für seine Wirthschaft oder sein Gewerbe einen artesischen Brunnen ausgeführt hat, eine große silberne Medaille. 3) Für das Ausfinden eines bauwürdigen Ghpsflößes zwischen Sulzfeld und Emmendingen, eine Geldprämie von fünfzehn Dukaten. 4) Desgleichen eines guten Torfs in einer Gegend, in welcher derselbe bis jetzt noch nicht angewendet worden ist, Förderung der Torfwirthschaft und deren allgemeine Einführung, eine kleine goldene Medaille. 5) Für denjenigen, welcher im Jnlande eine Abhaspelungs - und Zwirn-Anstalt für das Gespinnst der Seidenraupen errichtet, und die größte Menge inländischer Kokons aufgekauft hat, eine Geldprämie von zehn Dukaten. 6) Für dasjenige Handelshaus, welches die größte Niederlage für im Inlands fgbrizirte und besonders gröbere Leinenwaaren errichtet, die meisten Verträge über Lieferungen solcher Waare mit inländischen Webern abgeschlossen hat, und dadurch die Verarbeitung des, in Baden erzeugt werdenden, Hanfes förderte und die Einfuhr des verarbeiteten Hanfes verminderte, eine große goldene Medaille. 7) Für eine Beschreibung aller, der Land- wirthschast schädlichen, Insekten und die Mittel, sie möglichst unschädlich zu machen (die Forstinsekten sind nicht damit begriffen), eine kleine goldene Medaille. 8) Denjenigen vier Dienstboten, welche am längsten bei einem Landwirthe zu dessen Zufriedenheit gedient haben, ohne daß zwischen Ersteren und Letzteren Verwandtschastsver- hältnisse oder Versorgungsverträge stattgcsunden haben, große und kleine silberne Medaillen. 9) Allen denen, welche von 1833/38 öffentliche Fohlen - oder Gänsegärren angelegt haben, große und kleine silberne Medaillen. 10) Für Urbarmachung und Anbau der größten Strecke bisher öde gelegenen, oder nicht zweckmäßig benutzten Landes, fünf Dukaten. 11) Für denjenigen Bürgermeister, durch dessen Vermittelung Gemeindegüter, welche bisher wenig Ertrag lieferten, und als Anger- (wilde) Waide benutzt worden sind, entweder in Koppeln zu künstlicher Waide angelegt, oder wo wenig Flächengehalt, im Verhältnis! zur Menschcnzahl, vorhanden, vertheilt worden, für jeden Kreis eine kleine goldene Medaille. 12) Für den größten Anbau des Ack^rspörgels, als grüne Düngung in Sand- gegende» der Hardt, «ine kleine silberne Medaille. 13) Für die Einführung einer anderen, noch nicht üblich gewesenen, aber zweckmäßigen grünen Düngung, eine kleine silberne Medaille. 14) Für Entwässerung, Trockenlegung und Verbesserung der größten Strecke einer sumpfigen, oder bisher wegen Mangel an zweckmäßigen Anstalten zur schnelleren Abführung des Quell - und Binnen Wassers unkulti- virten Niederung, eine kleine goldene Medaille. 151 Für Einführung einer wohlfeileren und erfolgreichen Fütterung für Fohlen, eine große silberne Medaille. 16) Für denjenigen, welcher die Bienenzucht, die Körbe mit Ringen, oder die Lüftungsl icneruncht zuerst in einer Gemeinde einführte, eine kleine silberne Medaille. 17) Für die beste Ausführung der Lehmschindelbedackung in Gegenden, in denen die Ziegel nicht anwendbar sind, oder sehr lhcucr zu stehen kommen, eine große silberne Medaille. 18) Ebenso für die besten gebrannten Ziegel, eine große silberne Medaille. 19) Für die Bereitung des besten, haltbarsten Obstweines, und unter Angabe der Art und Weise seiner Bereitungsart, eine große silberne Medaille. 20- Ferner erhalten diejenigen, die sich in irgend einemZweige der 2080 Landwirthschaft so ausgezeichnet haken, daß das öffentliche Wohl wesentlich und nachhaltig dadurch gefördert worden vier in ihrer Gemeinde in lanvwirthsch. Beziehung etwas Nützliches zuerst eingeführl haben, wie z. B. ASphaltlehm- dächer, Erdeinstreu rc., welches Nachahmung gefunden hak und ein ferneres Bestehen verspricht, nach Befund der Umstände große oder kleine silberne Medaillen. Endlich werden 21) zur Hebung der Viehzucht folgende Preise ausqesetzt: s) für Zuchtvieh: Für den schönsten Zuchtstier u. die schönste Kuh Irer Preis je eine große sild. Med. u. 10 Dukaten, 2ter Preis je eine kleine Medaille und 5 Dukaten, Zier Preis je eine kleine Medaille und 2 Dukaten; für die schönste Kaldin: Iler Preis je eine große silberne Medaille und 5 Dukaten, AerPreis je eine kleine silberne Medaille und 3 Dukaten, ZterPreis ;e eine kleine silb. Medaille und 2 Duk. Für den schönsten Ever und das schönste Mutterschwei»: Ir Preis je 1 große silb. Med. und 2 Dukaten, 2r Preis je 1 kleine silb. Med. und 1 Dukaten, 3c Preis je 1 kleine silb. Med. und 1 Dukaten. Für den schönsten englischen und spanischen Zuchtwidder: Ir Preis je 1 große silb. Med. uns 5 Dukaten, 2r Preis je eine kleine silb. Med. und 2 Dukaten, 3r Preis je 1 kleine silb. Med. und 1 Dukaten. Für die schönsten englischen und spanischen Mutterschafe: Ir Preis je 1 große silb. Med. und 3 Dukaten, 2r Preis je 1 kleine silb. MeV. und 2 Dukaten, 3r Preis je 1 kleine silb Med. und 1 Dukaten. l>) Für Fetlvieh. Für das fettste Stück Rindvieh, Schaf oder Schwein: lr Preis je 1 große silb. Med. und 3 Dukaten, 2r Preis je 1 kleine silb. Med. und 2 Dukaten, 3r Preis je 1 kleine silb Med, und 1 Dukaten. Die Preise far Pferdezucht werden von der Landesgestütökommission vertheill, und sind dieselben, wie in den letzten Jahren. Nähere Bestimmun gen. 8 1- Preisbewerber kann jeder staats - oder gemeindebürgerliche Etnwolmer Badens sevn. Ausgeschlossen von der Prelöbewerbung bleiben die Preisrichter. 8- 2. Die Bewerbungen müssen bis zum 15. August d. I. bei der betreffenden Kreisabthei- lung, die aus dem Seekreise, wo die Abtheilung ihre Wirksamkeit eingecheilt hat, aber bei der Zentralstelle unmittelbar eingereicht seyn. 8> 3. Dieselben müssen eine genaue und klare Beschreibung des preiöwürdigen Gegenstandes, unter Angabe aller maßgebenden Verhältnisse, enthalten, und durchaus vom Ortsgerichte und vom landw. Amtsvereine, oder, wo sich keiner findet, vom Bezirksamt« beurkundet seyn. Die Bewerber, welche früher sich meldeten, werden gut thun, wenn sie ihre in Folge der für 1834 ausgeschriebenen Bewerbung Angegebenen Dokumente erneuern lassen, indem eS sonst leicht geschehen könnte, daß sie gegen die neuerdings Ankommenden Bewerbungen unverschuldet zurückstehen müßten. 8- 4. Modelle, Zeichnungen und Geräthschaften aller Art, welche auf die Preisbe- werbung Bezug haben, müssen, jedcch mit möglichster Er- fparniß der Transportkosten, ebenfalls der 8- 2 genannten Stelle bis zum 15. Aug., oder wenn sie deren nicht bedarf, hierher bis zum 1. Sept. eingesenvet werden. 8-5. Tie Bewerber um die Viekpretse haben solches den Tag vor dem Feste, also Montag, den 10 Sept. 1838, Nachmittags 3 Ubr, auf dem großen Ererzirplatze bei Karlsruhe zur Musterung zu stellen. 8- 6. Für preiSwürdig^r- fundenes Vieh werden die Transportkosten mit 30 kr. für 1 Wegstunde und 2 fl. für den Aufenthalt vergütet. 8 7. Thiere, welche von einem landw. Amtsverein ichon ein-,» Preis erhielten, sind von gegenwärtiger Preisbewerbung nicht ausgeschlossen. 8. 8. Die Bewerber nm die Vich- preise haben für Zuchtvieh eine amtliche Urkunde mitzu- bringen, daß sie es selbst erzogen oder jung angekausr, und die um Preise von Fetlvieh, daß sie es schon seit.4 Jahre im Besitz haben. 8. 9. Die Vertheilung der Preise geschieht durch ein vom Ausschuß erwähltes Preisgericht. 8- 10. Jeder Preis wird noch mit einem Pre szeuqmß, welches der preisgekrönten Leistungen oder Gegenstände erwähnt, begleitet. Ein gleiches ehrendes Zeugniß erhält derjenige, dessen Leistung oder Gegenstand dem preisgekrönten am nächsten kommt. Die löblichen Bürgermeisterämter werden ersucht, Gegenwärtiges bei Zeiten öffentlich bekannt machen zu lassen. — Karlsruhe, den 14. Juli 1838. Zentralstelle des londwirthschastlichen Vereins. Frhr. v. Ellrichshaußen. aclt. Zeller. Baden, 20. Juli. Das hiesige Armenbad beherbergt jetzt einen Naturdichler, Anton Schlude auS Hauken, einem Dörfchen an der Donau. Das Unglück empfing ikm bei'm Eintritt in das Leben, und blieb seine unzertrennliche Gefährtin. Er gehört zu den Unglücklichen, von denen Pfeffel sagt, daß sie für ihr bloßes Daseyn schon Entschädigung zu erwarten hätten. Noch ihm Schooße der Mutter verlor er ein Auge, später das Gehör, und ging überhaupt alle Phasen menschlichen Elends und menschlicher Erniedrigung durch. Daß er sich bei alle dem einen frischen Na- turnnn bewahrte, ein n hohe» Muth nnd ein kindliches Vertrauen, muß für ihn etiinehmen. Dies Alles spricht sich auch in seinen tFreiburg bei Wangler 1838) gedruckten Gedichte» aus, denen eine Autobiographie vorgesetzt ist, welche Niemand ohne tiefe Theilnahme lesen wird. Da die Freiburger Zeitung auch in Baden gelesen wird, so wählt der Einsender dieses Blatt, um Menschenfreunde auf den vom Schicksal verfolgten Dichter aufmerksam zu machen. (F. Z) B a i e r n. Augsburg, 21. Juli. In dem Garten des Domka- pitulars Stark blüht gegenwärtig eine rucos Kloi-iosa auS Indien mit 84 weißen, gelb und lilwgestreisten Glocken an einer 3 Fuß 2 Zoll hohen prachtvollen Pyramide. Würzburg, 21. Juli. Gestern überreichten die Stu- direnden der theologischen Fakultät ihrem geliebte» Professor, Dr. Stahl, einen silbernen Kelch mit der Inschrift: „Vei itss psi it srnorem", dankbar seine vielen Verdienste und die Ablehnung des Rufes nach Gießen anerkennend. Möge der Himmel den acht katholischen Mann, der durch seine Gelehrsamkeit, wie durch seinen frommen und erbaulichen Karakter sich tie ungetheilte Liebe aller seiner Zuhörer erworben, noch lange unserer Universität erhalten. — Heute erhielt cm Grieche, Anastasius Demelriades, aus Philipp poliö in der Türkei, von der hiesigen medizinischen 2081 Fakultät den Doktorhut. ES ereignete sich, daß, was vielleicht noch auf keiner Universität Deutschlands, etwa Wien ausgenommen, vorkam, das Dispucalorium auch in neugriechischer Sprache geführt wurde. (Würzb. Z.) Freie Stadt Frankfurt. Frankfurt, 19. Juli. In den Vormittagsstunden des 28. Juli treffen die festlich geschmückren Schiffe mit den Säugern von Hanau, Offenbach und Mainz hier ein. Ka- rivnierschatuppen mit Musik sichren ihnen mit Mitgliedern des Festcomttös aus dem Mani entgegen, und begrüßen hie Sänger noch ehe sie an's Land kommen. Am Landungsplätze werden die fremden Säuger unter Musik und Geschützesdonner vom Festcomiln empfangen, und dann in das Bureau des Festcomites geleitet, wo ihnen die Karten zugestellt werden. Lohnbebiente geleiten dann die Gäste in die ihnen bestimmten Wohnungen. Am Sonnabend Nachmittags ist große Probe, welcher das Publikum gegen Eintrittsgeld beiwohnen kann. Soinuag Morgens ist noch eine Nachhülfsprobe. Nachmittags findet die große musikalische Aufführung in der Katbarinenkirche statt, und eS sind alle Anordnungen getroffen, damir nich. der geringste Unfall, das kleinste Drängen entstehen kann. Am Abend des Sonntags findet für die Sänger Restauration in den großen Sälen deS Weidenbusch und Wolfseck statt. Montag Nachmittags um 2 Uhr g. hen sechs festlich geschmückte Schiffe auf dem Main mit den Sängern nach dem Sandhose ab. Von da geht der Sängerzug unter Musik nach dem Forsthause, wo das große Quartel konzerl stattfindet. Montag Abends wird den fremden Säugern das große Bankett auf der Mainlust gegeben und zum Schluffe der Festlichkeiten ein prachtvolles Feuerwerk auf dem Main abgebrannt. Der Menschenzusammenstuß wird bei'm Sängerseste noch stärker werden, als bei'm Galenbergfeste in Mainz. (A. Z.) Königreich Sachsen. Dresden, 18. Juli. Nach ziemlich gewissen Angaben sind in der letzten Oftermesse au >00,000 Ztr. Waaren in LeipOg elnpassirt. Darunter mochte» vielleicht 20,r 00 Atr. Leder, 80,000 Ztr. baumwollene, imune , selbene, kurze und Pelzwaaren und 20,000 Ztr. Tuch begriffen sepn, was für Letztere, wenn man 5 Stück Tuch aus einen Ztr. r.chnit, gegeu lOO.OOO Stück Tuch betrüge, welche zur Messe gekommen wären. Dresden, 19- Juli. Heute, Morgens 8 Uhr, ist die sechzig dresdener Eisenbahn von hier bis zur Weintraube eröffnet worden, und daduich die oft ausgesprochene Meinung, als beabsichtige das Direktorium nie bis hierher, sonoern nur bis an die Elbe zu bauen, am schlagendsten widerlegt. Man halte sich hier eine höchst lebhafte Thetlnahme von Seilen deö Publikums versprochen, davon zeugte» cie, von der KreiSdirelüon erlassene, Bekanntmachung und die, zahlreich längs der Bahn aufgestellten, Mi- luäiposten; aber die Theilnahme war wirklich gering und rou Enthusiasmus gab sich nichts zu erkennen ; kein Hut wurde geschwenkt, mit keinem Tuche gewebt, sa nicht einmal ein Hurrah erscholl. Man sah die beiden Wa- genzüge, jeder von zwölf Wagen, geführt von dem Buiy und dem Komet, ruhig vorbelsahren, und nur die Wein- bergbesitzer lösten ihre Böller. Die Fahrt machten niedrere Staatsminlster, hohe Beamte, Honoratioren und Offiziere, sowie mehr.re andere Einqeladene, worunter auch viele Damen und — was wohl von Seilen des Publikums hätte anerkannt werden sollen — fast sämmtliche Direktoren und Mitglieder des Ausschusses mit, die allein aiiS Interesse an dem Unternehmen die Reise von Leipzig hierher gemacht hatten. (Lpz. A.Z.) Hannover. Hannover, 21. Juli. S. H. der Kurprinz-Mitre- gent von Hessen-Kassel sind unter dem Inkognito eines Grafen von Schaumburg in voriger Nacht hier eingetrof- fen und im British Hotel abgestiegen. Heute wird auch die Gräfin von Schaumburg hier erwartet, welche in Einbeck übernachtet hat. (Hann. Zlg.) Preußen. Berlin, Ick. Juli. Vor einigen Tagen hat der Referent in der Mucker-Untersuchung die Relation, welche nlcht weniger als 80 Bogen stark ist, abgegeben, iirw ist sofort auf's Land gereist, um in der schön, n Natur sich von der Ermattung zu erholen, die i!m diese eigenthüm- lichen menschlichen Verirrungen verursacht haben. Uebn- gtns tßs'der Glaube im Publikum hin und wredcr -verbreitet, daß sie aufGiiade werden rechnen können, — eine Ansicht, die jedoch von besser Unterrichteten gänzlich verworfen wird, weil das Unheil, das sie angerichtet haben, zu groß ist, um so leicht verziehen zu werden. (F. M.1 der Major v. Sobde, achtzig Jahre akt, gestorben dessen Leben und Andenken hier in vi len Anekdoten nock in Jedermanns Munde ist. Er war in feiner Jugend seb, eitel, eine Eigciischait, welche er bis zum spätesten Alt,'! beibchalten haben soll, und sein oft wiederholter Ausruf »Sodbe, drei Zoll größer, und du wärst ein Gott!" is sprichwörtlich mit vielen andern ähnlichen noch jetzt imMum de des Volkes. Noch bekannter ist der Scherz, weicher sich Friedrich der Große mit diesem Originale erlaubte. Be der jährlichen Revue bemerkte erden winzig kleinen, zie- rigen Offizier. Kann Er spanisch? fragte der König und ritt auf ihn zu. — Rein, Ew. Maj fiät. — So lern Cr's, sagte der Monarch. Sobbe hatte nun nichts Eiligeres zu thun, als spanisch zu lernen, da er sich zum Gesandten bestimmt glaubte. Der König fragte im nächsten Jahr wieder, und der Offizier versicherte, daß er eifrig lerne. Rach zwei Jahren k. mite er dem Monarchen betheuern, daß er die Sprache ganz vollkommen verst he. So kann Er Don Quichote im'Original lesen, sagie der König, und ritt weiter. bD. K.- 2082 Aus Schlesien, 14. Juli. Die eben im Gange befindliche Aushebung der Ersatzmannschaften für die Armee gewährt nicht die erfreulichsten Resultate. In den meisten Kreisen macht man die Bemerkung, daß kaum der zehnte Theil von der im dienstpflichtigen Atter befindlichen männlichen Jugend als völlig tauglich befunden wird, und daß nur die Menge von jungen Leuten eö möglich macht, die benöthigte Anzahl aufzubringen. Schwäche und körperliche Verkrüppelung, meistentheils wohl mit eine Folge des immer mehr üverhandnehmenden unmäßigen Branntweintrinkens, machen sich mehr denn je bemerkbar. Eine Sache, die wohl einer ernsten Beachtung Werth ist. tA. Z.) Oesterreich. Wien, 14. Juli. Reisende, die mit dem am 2. Juli in Ofen vom Stapel gelaufenen Eros von 140 Pferdckraft (Maschine von Punscher u.Fletcherin Wien) stromaufwärts fuhren, nennen ihn nickt nur das größte, sondern auch das schönsten, schnellsteallerDonaudampfschiffe. Es führte eben, außer 3,000 Ztrn. eigener Ladung, ein mit 6,000 Ztrn. Taback für die kaiserl. Fabrik in Haimdurg beladenes Schiff im Schlepptau. Die Reise, die Sir Simon Fraser von Bombay zur Kur nach Karlsbad in dem Zeiträume vonr 30. März bis 22. Juli machte, spricht überzeugender als die gelehrtesten Abhandlungen für die unberechenbaren Vortheiie der größten Erfindung unserer Zeit. — Auf Anordnung des hiesigen Magistrates wurden vor Kurzem im Prater sehr gelungene Versuche mit einer jüngst erfundenen Löschleinwand gemacht, welche trocken auf einen flammenden Scheiterhaufen geworfen, diesen löschte, als gefüllter Strohsack in die Flammen geworfen daS darin befindliche Stroh nur verkohlen, nicht verbrennen ließ, endlich als Wandüberzug einer in Brand gesteckten Bretterhütte nochunversehrt blieb, als, nach 36 Minuten drS stärksten Brandes, die Wände verkohlt zusammenstürzten. Man erwartet große Erfolge von dieser Erfindung des hiesigen Technikers Friedr. Bergamenter. (L. A. Ztg.) — In Pefth geht eS mit den Neubauten ziemlich langsam, dawider Materialien noch Handwerker hinlänglich vorhanden waren. Bis jetzt sind etwa 80 Häuser wieder aufge- haut und größtentheils mit Hülfe des k. l. Militärs. (N. K.) Holland. Haag, 15. Juli. Bekanntlich ist der hiesige kais. öfter. Graf von Senfft - Pilsach — ob zur Ersetzung des Fürsten Esterhazy, welcher der Krönung in Mailand beiwohnen dürfte, oder zur Ersetzung des Hrn. von Wessenberg, ist nicht genau bekannt — von seinem Monarchen zum Mitglieds der londoner Konferenz ernannt worden. Der Graf batte seither denn auch vielfache Konferenzen mit den übrigen Gesandten der Großmächte dahier und mit Baron Verstolk van Soelen, unserm Minister des Auswärtigen. Gestern schiffte sich nun derselbe in Rotterdam nach London ein fer ist daselbst am 15.eingetroffe», wie die londoner Blätter vom 17. melden!, wo die Sitzungen der Konferenz ungesäumt beginnen sollen. Die HH. s, Maltis, v. Wyllich u. Lottum und Sir Edward DiSbrowe, Repräsentanten von Rußland, Preußen und England dahier, gaben dem Hrn. Grafen von Senfs - Pilsach das freundliche Geleit bis Rotterdam, und wir sind im Stande, mit Gewißheit zu behaupten, daß dielondoner Konferenz ihre Arbeiten beschleunigen und so allen Demonstrationen in Belgien gegen die Ausführung der 24 Art. bald ein Ende machen werde. (A. Z.) Aus H olland, 18. Juli. Das „HandelSblad" bringt heute wieder eine Korrespondenz aus Brüssel, wonach Frankreich Belgiens Forderungen wegen der Gebietsvertheilung durchaus nicht unterstützen, wohl aber versuchen werde, ob Belgien nicht bei der Schuld mit geringerer Last durchkommen kann. Der brüffeler Korrespondent des „HandelSblad" glaubt, daß man mindestens die Verhandlungen in London einigermaaßen in die Länge ziehen werde, welcher Meinung ich auch bin, obgleich ihr das „Handelsblad« selbst in einer Note widerspricht. Wie dem nun sey, unsere Börsenspekulanten überlassen sich guter Hoffnung, und die holländischen Fonds gehen fortdauernd in die Höhe. (D. K.) Schweden und Norwegen. Christiania, 10. Juli. Unter beständig heiterem Himmel und bei einer Hitze, die täglich von 17 auf 25 Grad steigt und den Erdboden in feinen Staub auflöst, trüben sich seit Johannis, wenigstensfln hiesiger Gegend, die Aussichten auf ein gutes Jahr. Ungeachtet des in den Nächten reichlich fallenden Thaues ist die Heuernte misrathen. Am nördlichen Horizonte steigen Rauchwolken empor, die von einem großen Waldbrande, einer in heißen Sommern nicht seltenen Erscheinung, herrühren. Durch Baumfällen und schnell gezogene Gräben verhütet man das Umsichgreifen. Sollte auch in diesem Jahre daS Land von einer Mißernte heimgesucht werden, so würde daS Elend deS Landmanncs den höchsten Grad erreichen; und wem es nur nicht ganz an Kraft gebricht, der wird den Wanderstab ergreifen müssen, denn cS ist nunmehr daS vierte Jahr , daß die Saaten nicht gediehen sind. — Die von der »Gazette de France" mitgetheilte Anekdote von einem Nordamerikaner, der sich in Newyork mit elf Tausendthalerscheinen der norwegischen Reichsbank versehen, allein bei seiner Ankunft in Christiania, wohin er sie in einem kupfernen Kästchen gebracht, alles Geschriebene an denselben ausgelöscht gefunden, hat sich als ganz aus der Luft gegriffen erwiesen. (Lz. A. Z.) Großbritannien. London, 19. Juli. Der „Globe" spricht von dem l Projekt einer Vermählung zwischen dem römischen Fürsten < Pamfili Doria und der jüngsten Tochter des skatholischen - Peersj Grafen Shrewsbury, Lady Maria Talbot. f — Das Fieber, und besonders typhöses, herrscht immer noch, verheerend, in London, vorzüglich in dessen ärmern unk von einer dichten Bevölkerung bewohnten, tiefgelegenett, Theilen: Uureinlichkeit, schlechte Nahrung und Woh- f nung und garstige Ausdünstungen von Pfützen, Schlamm- 1 2083 lachen, Unrath und verwesendem Pflanzenkehricht, werden «lS die Hauptursachen angegeben. (Sun.) Frankreich. Paris, 17. Juli. Die ausserordentlichen Korrespondenten des Journal deS Debats spielen eine komische Rolle, und scheinen mehr darauf bedacht, lange Bogen zu füllen, als Gehalt zu liefern. Vor einigen Tagen sagte einer der Hauptredakloren des Journals deS Debats: „Ich weiß gar nicht, wozu man die beiden Herren, den einen nach Italien , den andern nach England geschickt hat. Was sie uns bisher über die beiden Länder berichtet haben, hätten wir eben so leicht und ein wenig gründlicher in den ersten besten Bibliotheken erfahren können." Nichts ist in der Thal leichtsinniger und heilloser, als der Wortkram, mit welchem Janin in Italien, Chasles in London, Letzterer unter dem af- fektirten Namen „Beveril Saunders" , ihre dicke Unwissenheit und Unkenntniß des Grundes und Bodens, auf dem sie stehen, zur Schau tragen. Während Janin mit unzählbaren AusrufunqS- und Verwunderungszeichen den Lauf der Flüsse in Italien versetzt, und sie an Stellen weist, wo sie nie gewesen, ändert sein Genosse in London die Lage der Stadtquartiere nach Herzenslust, und verfährt mit den Straßen der britischen Hauptstadt wie mit Varianten, die man ungefährdet durch einander werfen darf. sTrotz dem werden Beider Berichte eifrigst tn'ö Deutsche verarbeitet und in einer Anzahl deutscher Blätter gläubig aufgetischt. R. d. K.Z.) Janin ist in dieser Beziehung glücklicher als Chasles; Janin hat in Italien keinen Aristarchen, der ihm aus die Finger klopft. ChasleS dagegen hat an Marrast in London einen eben so scharf- züngigen als geistreichen faber auch immer wohlunterrichteten und unbefangenen?s Korrektor gefunden; lesen Sie seinen Brief im heutigen National, man kann nicht unbarmherziger geißeln, als er gethan! Im Ganzen aber ist eS nur Gerechtigkeit. ES wird hoffentlich eine Zeit kommen, wo man es für ehrenvoller und verdienstlicher hält, sich in fremdem Lande zu unterrichten, statt mit unverwüstlicher Keckheit vorlaute Albernheiten in die Welt hin- riuzuschreiben. (A. Z.) Paris, 21. Juli. Der Handelsminister hat die Verordnungen gegen die Einfuhr fremder Kupfermünze eingeschärft. — Vorgestern starb. 53 Jahre alt, der berühmte Physiker und Chemiker Dulong, Studiendirektor an der polytechnischen Schule, Mitglied der Akademie, Professor an der ksoulte ckes Sciences. Er siechte seit lange, vornehmlich in Folge gefährlicher chemischer Versuche. Dulong ist einer der wenigen unserer neueren Gelehrten, welche durch ihre Arbeiten kein Vermögen errangen. Der National rühmt seine Unabhängigkeit und strenge Rechtschaffenheit. Spanien. ^ Madrid, 14. Juli. Heute beendigt der Senat seine gesetzgebenden Verrichtungen. Die Königin-Regen- tiu wird in höchsteigener Person die Sitzung schließen; doch findet die Schlußsitzung nicht vor dem 24. d. statt, welcher Tag mit dem Geburtstag der Königin zusammenfällt. — Seit zwei Tagen ist die Post aus Andalusien ausgeblieben, so daß wir Nichtwissen, was bei dem ReservekoeyS sich ereignet. — Man sieht mit Ungeduld dem Erfolge der Trupp mkonzentrirung in Niederaragonien entgegen; Ca- brera soll von der vereinten Macht angegriffen werden. Oraa ist hinlänglich mit Geschütz versehen, auch fehlt es ihm weder an Kriegs - noch an Mundvorrath. Die Carlisten haben, wie es scheint, Einschnitte in den Wegen nach Cantavieja und Morella angebracht. Valencia ist sicher; Merino und Forcadell haben 2,000 Mann unter sich. — Mendizabal u. Heros sind Beide nach Saragossa abgegangen. Letzterer begibt sich nach Belgien. Mendizabal rühmt sich, seit seinem Aufenthalt in Spanien 8,000 Piaster ausgegeben zu haben. — Die königl. Finanzkammer ist in der größten Verlegenheit. Großherzogthum Hessen. Gießen, 21. Juli. Am 17. d. verschied eines sanften Todes der geistliche Geheimerath Prof. Dr. Palmer dahier, in einem Alter von 79 Jahren. Der hochwürdige Greis, Lehrer der ältesten Geistlichen unseres Landes und lange Zeit Superintendent dxr Provinz Oberhessen, hatte im vorigen Sommer sein 50jähriges Dienstjuc>länm gefeiert. Obwohl in den Ruhestand versetzt, widmete er, von einem seltenen Amtseifer beseelt und von einer glücklichen Gesundheit unterstützt, noch die Kräfte seiner letzten Lebenslage der Kanzel und dem akademischen Lehrstuhl. (F. 3.) Vereinigte Staaten. Nachrichten aus Rewyork bis zum 30. Juni zufolge hat die Regierung im Kongresse eine bedeutende Niederlage erlitten, indem die Subtreasurybill, nach welcher die Staatseinnahmen durch besondere Beamte eingezogen und verwaltet werden sollten, von dem Repräsentantenhaus« mit 125 gegen 111 Stimmen verworfen wurde. Die Regierung hatte Alles aufgeboten, um in dieser Frage eine Mehrheit zu erringen. Der Hauptgrund der Verwerfung war, daß durch diese Bill der Erekutivgewalt oder der gegenwärtig im Besitz derselben stehenden demokratischen Partei zu große Macht verliehen worden wäre. Ein Antrag, daß die Staatsgelder in Zukunft unter gewissen Bedingungen wies der bei den Banken niedergelegt werden sollen, wurde mit 110 gegen 94 Stimmen verworfen. Hr. Buchanan hatte zuletzt den Antrag gestellt, daß die öffentlichen Gelder »ach den Bestimmungen der Akte von 1789 von dem Staatsschätze aufbewahrt werden sollen. — Es werden fünf neue, jedoch minder bedeutende, Unglücksfälle auf Dampfschiffen, durch Springen der Kessel oder Auskommen von Feuer, berichtet. — Zu Rewvrlcans richtete am 18. Juni eine Feuersbrunst großen Schaden an. — Der Präsident hat Charles H. Fordes als Vizekonsul der Republik Teras in Rewyork anerkannt. 2084 EtaatSvatzkere. Wien, 18. Juli. 5prozenl!ge MetalliqueS 107t; Prozent. 106z; 3prozent. 81-z; 2zprozent. —l834er Loose 126z; Bankaktien 1443z; Nordbabn 108j; Mailänder Eisenbahn! 108; Raaber E. B. 107 Kurs der StaalSpaptere tu tzranknur Den 23 Zuli, Schluß l Uhr. j pZt-! Pap. l Geld Oesterreich Metall. Obligationen 5 — 106z do. do. 4 iooz — do. do. 3 koz — Bankaktien — 1742 st. l 00 Loose bei Roths. 261 — Partialloose do. 4 — 151L »S fl. 500 do. do. — 125z Bethm. Obligationen 4 99 z — do. do. 4» — 101L Preußen StaatS>chuldlchrM« 4 — 104z Prämn «schein« — 65j Batern Obligationen 4 — 102 Frankfurt Obligationen 4 102 — Eisenbahnaktien. Agio — 18«' Waden Rentenscherne 3j — 10lz fl.50Loose b. Goll u.«. 96r — Darmstadt Obligationen >3. 1004 — fl. 50 Loose b2r — fl. 25 Loose — 23t Nassau Obligationen b. Nr Hs. 99t — fl. 26 Loose — S2Z Holland Integrale 2, — 54 Spanten Aktrwchuld 5, — i2Z Polen Lvtkerieloose Rtl. — — 66 » do. » fl. 500 — 78 Neueste Nachrichten. — Madrid, 15. Juli. Zu Saragossa wird dem Mendizabal ein großes Konzert gegeben werte»; die Eral- tadoS nehmen jetzt die Musik zum Organ ihrer Gefühle. — lieber die entdeckte carlistische Berschwörung bleibt noch Folgendes nachzutragen: Der Generalkapitän hatte zeitlich genug Kunde von dem, waS Vorgehen sollte. Nationalgardisten, denen »»geboten worden, in die Madnlenna zu treten, gaben ihm von Allem Knmtniß Zwei Adjutanten, Nogueras und Aionso, erhielten denizufolge die genauesten Befehle, welche gestern früh ausgeführk wurden. Alonso, Nationalgardeadjutant, hielt sich in der Straße Legani- sos versteckt. Bald sah er einen ihm früher bezeichnten Menschen, etwas in der Hand halt nd, lzeraus treten, ein Anderer folgt ihm als Wegweiser. Aionso ging diesen beiden geheimnißvollen Personen nach und unfern des St. BincenzerlhoreS stieß er aufRogueraS unterrichtete ihn in Eile von dem Geschehenen und lud ibn ein, mit seiner Ab- theiiung am Segoviaertbore sich einzufinden. Jndcß hakten die beiden Fremden ein kleines, in der Nachbarschaft des Camps del Mors befindliches, Thor überschritte. Gleich darauf verschwand der Cicerone. Alonsi', seine Leute nicht auS dem Gesichte verlierend, sieht endlich den andern Menschen in daS Landhaus des Grafen Cuba treten. Kaum war der Mann darin, als gegen die Brücke von Segovia 3 verdächtige Leute zu gehen kamen; ihnen folgte eine Frau. Alonso hielt die Drei an und frug sie auS. Da sie verlegen antworteten, so ward er bewogen, ihnen zu befehlen, sich vor die, gerade die segoviaer Brücke besetzende, Truppenabtheilung zu stellen. Sie versprachen, dem Befehl Gehör zu geben, thaten eS aber u'cht. Im Augenblicke, wo Alonzo sich dem Hause des Grafen näherte, sah er einen Kavalier heraustreten; er redete ihn an und erhielt nur gebrochene Antwort. Er befahl ihm , still zu stehen, trotz dem der Fremde eine Dame und zwei Männer neben sich hatte. Anstatt zu gehorchen, nahm der Unbekannte die Flucht; Alonso setzte ihm nach und brachte ihn in'S Haus des Grafen zurück. Nun ließ Nogueras die drei entflohenen Leute verfolgen, konnte aber blos zwei von ihnen habhaft werden. Man trat in'S Hans und fand darin Gewehre, Lanzen, Patrone» und andere, den s. g. königlichen Freiwilligen zugehörende, Gegenstände. In einem benachbarten Hause fand man vier Pferde untcrge- bracht. DaS darauf Folgende ist zur Genüge bekannt. Mit Verhaftnehmungen wird fortgefahren. Die Verschworenen halten vorerst den Zweck, die Gefängnisse zu sprengen, die darin befindlichen Carlisten zu befreien und mit ihnen eine allgemeine Bewegung in Madrid zu bewirke». Die Republikaner oder Eralrados verhalten sich ruhig und sind dem Komplott ganz fremd; eS bestehtauch nicht der leiseste Gedanke an eine Koalition. — Bayonne, 18. Juli. Den 14. d-, Abends, wurde Don Carlos zu Estella erwartet. Espartero hat bis zur Slunoe noch keine Bewegung gegen diese Stadt ge« macl-r. Allein anderer Seils rst es nicht wahr, daß der Obesgeneral einen rückgängigen Zug nach Logrouno und Haro vorgenommen habe; seine furchtbare Artillerie steht zu Viana vereinigt, d. h. nur in einer Entfernung von 6 Stunden von Estella. Maroto ließ am 7. d. folgende Proklamation ergehen: „Freiwillige! Der Feind, stolz auf seine letzthin erfochtenen Vorthcile, zieht auf Estella los, nachdem er einen allgemeinen Angriff auf unsere Strettli- nie verabredet hat. Rust euch in'ö Gedächtniß zuiück, daß schon mehr wie einmal einige Häuflein Tapferer hinreichten , um die feindlichen Horben zum Stehen zu zwingen. Vergeßr nicht die zu Asarta, Alsama, Gulina, Arta — Castane- da, der, wie eS scheint, Verstärkung erhalten, bedrobl ernstlich das Fort Ramales bei Carranza, rm Gebirge von Santander. Castor setzt seine Slreifzüge gegen diese Stadl 2085 fort, und schleppt an Soldaten der Stadt weg, so viel er nur vermag. *^)Paris, 22. Juli. Bei Tortoni war heute von Geschäfte» keine Rede. Man fängt nachgerade an, Besorgnisse zu hegen wegen Störung der äussern Ruhe. Auch fand man es sonderbar, daß der König nicht gestern nach Vmceniies gekommen. Natürlich träumt man wieder von einer Verschwörung. MarschaUGerard, Marschall Clauzel und Gen ral Subervic waren nach Vincennes geladen, sandeu sich aber nicht ein, und zwar weil sie mit dem Kriegs minister schmollen. —Marschall Soult ist zurückde- rnfen und wird mit Ungeduld erwartet. Ueber seine Ernennung zum Kriegsmimster herrscht säst kein Zweifel. Redtglet unter Verantwortlichkeit von PH. Macklvu Auszug aus den Karlsruher WilteruugS deobachtungcn. 23. Juli iBaromc- Thermomc-lgtz. . > ter. s ter^ f M. 7 U.s27u.11 OL. 9 5Gr.üb.0!SW M 3 «. II2 tt..^ U'e 27^ 11,OL. 1i,3Gr.üb.O 27Z10.9L.I 8,8Gr.üb.O, SW SW Witterung überhaupt. trüb !trüb trüb Karlsruhe. (Sommerverein des Museums.) Mittwoch, den 25. d. M., Musik von 6 bis halb 8 Uhr; Tanzunrerhaltung von halb 8 bis halb 10 Uhr. Karlsruhe, den 21. Juli 1838. Der Vorstand. H. B. Nr. 2 .. C. «. Nr. 1,077. Karlsruhe. Lagerbier von Riederstotzingen ^^WU(xö»lgreich Würtcmderg) in Fässern zu 25 bis 50 Maas lD2si,st zu verkaufen. Rüyerc« auf dem Kommiisivsdureau von «t xoelle in Karlsruhe, väyringerstraße Nr. 45. Karlsruhe, den 17. Juli 1838. Wagenempfehlung. Eine nach neuer Art gefertigt« viersitzige gedeckte Kate,che, die auch als Staolwagen zu gebrauchen den vollen Zweck hat, eia Retsewagen, ein Siofpän- ,er und eine schon gebrauchte, noch im guten Zustande l»il».»,a», v -rsitz^e gld ck:e Kalesche sind zu verkaufen. Für solide Arbeit wird garanlirr. F. Crecelius, Sattler, lange Straße No. 128 in Karlsruhe Nr. 1,2l0. Oberkirch. (Erbvorladung.) Joseph Keßler von Nußbach verstarb den 1. Ott. v. I. mit Hinrerlas. suag eine« Vermögens vvn 208 fl. 36 ke., ohne durch letzten Willen darüber verfügt zu haben. jur Erbschaft sind be,u«en der Vater und 4 Geschwister tes Erblasser«, wovon zwei mit dem Waler vor 5 Jahren na» Amerika ausgewanderl find, seil drei Jabren aber von ihrem Aufenthalt« ke.ne Nachricht mehr gegeren haben. Der Valee, Amon Keßler, vno die mit ihm ausgewander- ken Kinder, Franzioka und »nien, Velde grvßjählig, werten nun au«g forcetk, binnen 6 Monaten sich zur Erb'chaft zu melden, widrigenfalls solche denjenigen zugr- lheill werden wird, welken sie zugekommen wäie, wenn die Bor, geladenen zur Zeit des Erbantalls nicht «ehr am Leben gewesen wären. Oberkirch, den tl. Juni 1818. Großh. bad. llmtsrevisorat. Schuster. Karlsruhe. (Erbvorladung.) Michael Stern, geboren zu Eggenstein >m Jahr 1807, hat sich mit der französt- schea Fremoenl gion nach Algier begeben, soll aber, dem Der- nehme, na», vor ungelähr 5 Jahren dort gestorben s>yn, ohne daß darüber ein Tooelschein anram. Dessen Malier. Kalharina, geborene Bolz, -ewesene Ehefrau des Franz Trilller von Eggenstein, ist im vorigen Jadre gestorven, daher gebachrer M>cha«l Stern hiermit «orgelabeN «lid, sich bei diesseitig r Glelle binnen 3 Monaten anzumelden, oder durch gehörig Bevollmichligte sich vertreten zu lassen, indem wnft das au» ungefähr 300 fl. vestehende Vermögen de,seld-n lediglich denjenigen zugetheilt werten wirb, denen et »ukäme. wenn derselbe zu Zeit des Todes seiner Mutter nicht mehr am Leven gewesen wäre. Kailsruhe, den 10. Juli 1838. Großh. bad. Landamisreviforat. Rheinländer. Nr. 921. Neckarbischofsheim. ( Erbvvrladun g.) Unter den angegebenen Erden de» kinderlos verstorbenen Bürgers, Sebastian Schüler zu Helmstadk, sollen sich zwei «nve,wandte, Philipp Adam Schüler, vor vielen Jahren nach Galizien auS- gewanoert, und J,kod Schüler, angeblich im Königreiche Vater» wohnbafr, befinden. Dieselben werden hiemit aufgeforderl, sich binnen 3 Monaten über bi« Erblheilung ,u erklären, oder zu erwarten, daß tm Nicht- erscheinungsfalle die Erbschaft lediglich denjeniaen werde zugetheilt werden , welchen sie zukäme, wenn die Vorgelabenen zur Zeit des Erbanfallt g,r nicht mehr am Leben gewesen wären. Neckarvischvfsheim, den 23 Juni 1838. Troßy. bao. Amtsrevisorat. Wagner. Nr. 5 787. Gerlachsheim. (Entmündigung.) Dem Michael Mühling von Oderlauda wurde in der Person des Alois «nlvn Stephan von da ein Rechlsdeistand veigegeben. ohne dessen Beiwirkung Mühling keine der im L. R. S. 49S angeführten Handlungen vornehmen kann. W s hierdurch zur öffentlichen Kenniaiß gebracht wild. Gerlachsheim, den 18. Juli 1838. Großh. bad. Bezirksamt. Der Dienstvelwauer: Fischer. vär Martin. Heidelberg, (haus- und Gerberei-Versteigerung.) Im W«ae gerichtlichen Zugriffes werden Mittwoch, Leit 1. August d. I., Nachnmtags 2 Uhr, auf hiesigem Rathhause nachbestriebene. dem hiesigen Bürger und Gerbermeiüer, Johann Heinrich Hvfstädter zugehörige Baulichk-iien öffentlich »ersteigert, und so der Gchätzungtpreis erreicht wird, auch alsbald endgültig zuqes»la-rn. Ein dahier in der Brunnengaff« I-it. L. Ne. 121 liegendes zweistöckiges Wvbn - und Gerbhaus, sammt Hof und übrigem Zugehör, 11 Rthn. lO SLuh 3 Zoll a. H. M. enlbal- lend, einerseits Küfermeister Leim er, anderseits Johann Waigand. Die Gerberei ist reichlich mit Wasser versehe«. , Heidelberg, den 25 Juni 1818. Bürgermeisteramt. R > Y h a u p t. väl. Pfaff. Nr. S.74S. Waldthut. (Norladun« und Fahndung.) Die beiden Soldaten. Johann Baptist Fritsch, «on Thiengen und Aloi» Beck von Remelschwil, welche sich am 5. diese« aut ihrer Garnison Durlach entfernten, werden ausgesor- ^ binnen 4 Wochen entweder dahier oder bei ihrem Regiment zu stellen. widrigen« sie der Desertion für schuldig erklä't, und in die ges,gliche Strafe, Mit Vorbehalt persönlicher Bestrafung im Belretungssalle, verfällt würde». . Zugleich werden sämmtliche Polizeibehörden ersucht, auf dieselben zu fahnden, und sie auf Betreten anher einliefern zu las- sen, zu welchem End« dat Signalement derselben beigefügt wird. Signalement de« Jvh. Baptist Fritscki von Thiengen. Derselbe ist 21 Zahre 3 Monate alt. 5 Schuh 3 Zoll groß, «on starkem Körperbau, hat eine gesunde Gesichtsfarbe, graue Augen, rothe Haar« und stumpfe Nase. An ärarischen Kleidungsstücken hat er einen Rock, 2 Paar Pantalont, eine Holzmütze uns 1 Gewehrpfropfen mitgenommen. Signalement de« Alois Beck ron Remetschwil. Er ist 21 Zahre 8 Monate alt, 5 Schuh 3 Zoll 2 Strich -roß, von besetztem Körperbau, hat eine gesunde Gesichtsfarbe, graue Augen, blonde Haare und sprtzige Nase. An ärarischen Gegenständen hat er mitgenommen wie der Soldat Fritsch». Wald-Hut, den 17. Juli 1838. Grvßh. bad. Bezirksamt. O r e y e r. Nr. 1,052. Wertheim. (Erbvorladung.) Die verstorbene Mehlhändler Heinrich Walentin Fiedler'« Wittwe, Agatha Susanns. geb. Diehm von Werrheim am Main, hat durch Testament ihren, an unbekannten Orlen abwesenden, Bruder Georg Philipp Diehm, oder seine Nachkommen, zu Erben ihre- Nachlasses eingesetzt, an welche hiermit die Aufforderung ergeht, noch ror dem 7. April 1839 zur Erbschaftskheilung dabier zu erscheinen, indem im Siichtanmel- drmgtfalle nach diesem Termin da« Erbe denjenigen zugetheilt werden wird, welche nach ihnen dazu berechtigt sind. Georg Philipp Diehm, damals Schreiner, ist mit Familie im Jahr 1804 nach österreichisch Polen äusgewandert und von ihm 1805 aus dem Orte R-chabowitz der letzte, bei dem Postamt« Remtchel aufgegebene, Brief «ingelaufen. Wcrtheim, den 21. Juni 1833. Grvßh. bad. Amtsrevisorat. W i n t h e r. Nr. 2,918. Rheinbischofsheim. (Ediktalladung.) Johann v. Bühren, ein Webcrgeselle von Memprechtshofen, entfernte sich im Jahr 1829 von Haus, und arbeitete mehrere Jahre auf seiner Profession im Oderelsaß, besonder« in MieterS- bv'z bei Schteltstadt. Da nun über 4 Jahre keine Nachrichten von ihm eingetrvffen find, so wir derselbe, auf Betreiben seiner Geschwister, aufgesordert. binnen Jahresfrist Nachricht von seinem Aufenthalt zu geben und sein unter Verwaltung stehendes, 796 fl. betragendes Vermögen in Empfang zu nehmen, widrigenfalls er für verschollen erklärt und sein Vermögen seinen nächsten Verwandten, gegen Sicherheitsleistung, in fürsorglichen Besitz und Nutzen gegeben werden soll. Rheinbischofsheim, den 29. Mai 1838. Grvßh. bad. Bezirksamt. Jägerschmid. Nr. 7,987 Bovndorf. (Ediktalladun g.) Anton Bek von Vehlingen, welcher vor etwa 32 Jahren als Skricker- geselle sich aus die Wanderschaft begeben und seit dieser Zeit keine Nachricht von seinem Aufenthalt ertheilt hat, wirb aufgeforderi, zum Empfange seines aus 78 fl. 33 kr. bestehenden Vermögens innerhalb Jahresfrist sich anher zu stellen ober Nachricht ron sich zu geben, widrigenfalls er für verschollen erklärt und das Vermögen seinen muthmas- liehen Erben, gegen Sicherheitsleistung, in fürsorglichen Besitz ausgefolgt werden wird. Lonndvrf, den 3. Juli 1838. Großh. b°d. Bezirksamt. Haager. Rr. 3,080. Salem. (Unterpfandsbucherneuerong) Durch die in den diesseitigen Gemeinden Bermatingen, Grasbeuern und Tüfingen in neuester Zeit statt gehabte Vereinidung fällt die Erneuerung der Unlerpfandsbücher in den fraglichen Gemeinden nvthweodig. Au diesem Ende werden alle diejenigen, oder deren Erben und Rechtsnachfolger, welche Unlervsandsrechte auf den Gemarkungen Bermatingen, GraSdeuern und Tüfingen zu begründen haben, aufgefordert, solche persönlich oder durch Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich, durch Vorlage der besitzende Pfanv - oder, sonstige Urkunden, in Original oder beglaudiglcr Abschrift, ror der ausgestellten Renovalionskommisfion in jeder einzelnen Gemeinde den 26. bis inkl. den 3l. Juli d. I. um so gewisser vorzudringen, a>S bei dem veränderten Besitzstand« der Pfaadobjekte beinahe durchgängig eine Erneuerung Hers Pfandurkunden statt finden muß, und daber jeter Gläubiger die Rach, »heile seines RichtanmelteaS sich selbst beizumesse» baden würde. Salem, den 4. Juli 1838. Großh. dad. Bezirksamt. Ruckmich. vät. Bedenk, Aktuar. Nr. 2.744. Kraut heim. (Schuldenliquldatlon.) lieber das Vermögen det Jakob Cr atz von Oberwitlstadt haben wir Gant erkannt, und wird Lagsahrt zum AlchiigMung« - und WorzugSverfahren auf Montag, ven 13. August d. I., Bor- und Nachmittags, aus diesseitiger Gerichtsstube anberaumt. Wer, au« irgend einem Grunde, einen Anspruch an diesen Schuldner zu machen hat, har solchen in genannter Lagsahrt, bei Vermeidung de« Ausschlusses von der Masse, schriftlich oder mündlich, persönlich »der durch gehörig Bevollmächtigte dahier anzuwelden, di« er.' «aigen Vorzug« - oder Unterpfandirechte zu bezeichnen, und zu- gleich die ihm zu Gebote siebenden Beweise sowohl hinsichtlich der Richtigkeit, als auch wegen des Vorzugsrechts der Forderung anzutrerm. Auch wird an diesem Tage ein Borg > oder Nachlatzvergleich versucht, dann ein Maffepfleger und «in Gläubigerauischutz ee. nannr, und sollen, hinsichtlich der beiden letzten Punkte und hin. sichtlich des Borgvergleichs, di« Richterscheinendea alt der Mehrheit der Erschienenen deitretend angesehen werden. Krautheim, den 13. Juli 1833. Grvßh. bad. Berirktamt. Schneider. Nr. 8,908. Achern. (Entmündigung.) Anton, Bernhard und Scholastika Spr äuget von Odcrachern werden wegen Blödsinn- für entmündigt erklärt und ihnen ein Pfleger in der Person des Ignaz Bühl er von Odcrachern btstrllk. Achern, den 14. Juli 1838. Großh. badisches Bezirksamt. Bach. Mit einer Beilage.