K-rlsrAtztl -Ztil«vg.
Nr. 219. Donnerstag, den 9. August 1838.
Baden.
Mannheim, 7. August. In den Monaten April, Mai und Juni d. I. sind in den beiden hiesigen Freihäfen angekommen und abgegangen, nämlich:
Angekommen: Abgegangen:
Schiffe. Güter. Von und nach Schiffe. Güter. Ztnr. Ztnr.
15
57,750
Amsterdam
1
50.
11
45,857
Rotterdam
8
8.818.
14
15,521
Köln und Koblenz
13
6,092.
29
9,036
Main; und Frankfurt
10
3,264.
15
670
Straßburg
25
16,911.
5
551
Basel
—
—
16
737
Heilbronn
35
15,322.
10
244
Kannstadl
42
17,177.
—
—
Bamberg und Kitzingen
6
2,360.
9
1,705
verschied. Rheinhäfen
2
485.
39
3,283
- Neckachäfen
33
1,640.
per Dampfboote:
89
15,380
Köln und Mainz
72
7,047
6
100
Straßburg und Leopolds-
Hafen
15
103.
Summa
262
79,269.
Hierzu die Ankunft
257
150,834.
Zusammen auS- und einzuladen 519 230,103.
Unter den angekommenen Gütern sind namentlich begriffen : Rohe Baumwolle 8 333 Ztr., Baumwollengarn 5,151 Ztr., Baumwollewaaren 1,070 Ztr., Farbehölzer 3,875 Ztr., Salpeter 1,265 Ztr., verschiedene Materialwaaren 3,760 Ztr., Roheisen 3,151 Ztr. geschmiedetes Eisen 2,730 Ztr, Eisenmaarrn 2,583 Ztr., Guheisenwaaren 2,607 Ztr., Früchte 3,021 Ztr., getrocknete Häute 1,072 Ztr, Gewürze 598 Ztr., Kaffee 24,321 Ztr., Käse 919 Ztr., Reiö 789 Ztr., roher Tabak 2,553 Ztr., fabrizirter Tabak 4,513 Zn., Melis 34,496 Ztr., Rohzucker, überseeischer,21,682 Ztr., Del 3,865 Ztr., Thran re. 5,532 Ztr., Wein 1,003 Ztr. n.
Diese Uebersicht, die aus zuverlässiger Quelle geschöpft ist, gibt ein erfreuliches Bild von der raschen Zunahme des diesigen Handels. Diese Steigerung wird sich ohne Zweifel noch mehr heben, wenn beide Landungsplätze in dem neuen Hasen vereinigt werden. (M. I.)
K, Werthelm, 7. August. E-'n Artikel vom Main in einem der letzten Blätter dieser Zeitung hebt hervor, wie in neuerer Zeit sehr bedeutende Summen hier von der hohen Regierung verwendet werden, um die Interessen der Stadt und Umgegend zu fördern, deren Lage an dem konventionellen (?) Mainstrome für den Handel und Verkehr sehr günstig sey. Sind gleich diese Summen im Vergleich mit denjenigen, die für Hafen-, Kanal- und Straßen- Bauten in anderen Theilen des Großherzogthums schon verwendet worden, äufferst mäßig, ist auch, was hier gebaut wird, eben so gut im Interesse des Staats, als der Stadt geboten, so erkennen wir dankbar alles Gute an, das die wohlwollenden Intentionen unserer hohen Regierung uns zuwenden wollen, indem wir die Größe der Wohlthat nicht bemessen dürfen nach derjenigen der zu verwendenden Summen, die sich natürlich nach dem Bedürfniß richten muß. Sehr richtig bemerkt der Einsender jenes Artikels ferner, daß die neue Straßenanlage wohlthätig auf den Wohlstand hiesiger Gegend wirken werde; je größeren Dank wir namentlich in dieser Beziehung der Regierung wissen, desto mehr haben wir aber zugleich zu beklagen, daß cs den Anschein hat, als würden noch Jahre verfließen, che dieses dringende und wesentliche Bedürfniß unserer Stadt seine endliche Erledigung finden werde. Wie wir vernehmen, findet über die Richtung der Straße, von deren definitiver Festsetzung allein der Beginn des Baues abhängen sollte, kchn Zweifel mehr statt. Nachdem dieses Hinderniß beseitigt ist, kommt nun aber ein anderes, von dem bisher keine Rede war; man will, heißt cs, badischer Seits nicht anfangen zu bauen, bevor der Nachbarstaat sich ausgesprochen, wann et seinerseits den Bau beginnen will. Da die Stadt sich wegen dieser Sache neuerdings mit einer Eingabe an die hohe Regierung wenden wird, so soll hier dieser Gegenstand nicht weiter erörtert werden; die Ansicht über die eigentlichen Gründe der Verzögerung des Baues, die früher angegeben wurde, ist immer noch die vorherrschende. Es ist aber diese Verzögerung auch einem anderen Interesse, einem geistigen, von wesentlichem Nachtheil. Wie nämlich verlautet, beabsichtigt man, die katholische Kirche vor das Thor hinaus in die Nähe der Landstraße zu setzen, so daß, wenn dieser Plan durchgehen sollte, allerdings auch ihr Bau nicht eher beginnen könnte, als bis man sich über die Richtung der Straße verständigt hätte, die den Bauplatz berührt. Möchte daher die hohe Regierung auch hierin eine Veranlassung finden, den Straßenbau nach Möglichkeit zu fördern. — Die Nachricht, daß das Strombette des Neckars, behufs der Gründung einer Dawpffchifffabrt, gereinigt werden solle, erinnerte an ein ähnliches Bedürfniß hier, wo das Bette des konventio-
nellen Stromes, im Zustand einer theilweisen, der Schifffahrt wenig konvemrenden, Versandung einer ähnlichen Reinigung längst bedarf. Würde dies m Holge einer Vereinbarung ver Mainuserstaaicn längs deS ganzen Stromes geschehen, so möchte die Hauptschwierigkeit, die sich der Dampfschifffahrt auf dem Main entgegenstellt, gehoben seyn. In Baiern geschieht für Rektifikation des Mains bereits sehr viel, und allerdings veilangt dies bas Interesse selbst der gewöhnlicheil Stromscbiffftchrl.
** Baden, 5 Äug. Frln. Minna Schrickst aus Karlsruhe, welche zuerst an ihrem Geburtsorte durch ihre an Klang, Schmelz und Kraft gleich ausgezeichnete Stimme ineng-nenKreisen bewundernde Äufmeriämkeiierregte, späterhin an Ihrer königl. Hoheit der verwillweken Grvßher- zogin Stephanie in Mannheim eine aukmunrernde Gön- nerin sand, mit deren hoher Unterstützung sie ihr reickeS Talent seit geraumer Zeit bei trefflichen Lehrern in Paris bereits in einem Grade ausdildete, der sie u. A zu einem öffentlichen, mit verdienter Anerkennung begleiteten*), Auftreten in einigen Konzerten im Main Zunid. I. in London ermuthigte und berechtigte, ist kürzlich bei ihrer, gegenwärtig hier weilenden, hohen Beschützerin und Freundin ihrer Kunst im großh. Schlosse eingelrossen. Ihr Gesang wird ein Zuwachs von Reiz für die Adendzirket der fürstlichen Frau seyn.
Baiern.
Bei der am 2. August Statt gehabten Preispertheilung im städtischen Waisenhause zu München erschien Ihre Mas. die Herzogin von Braganza in Begleitung der Frau Herzogin von Leuchtenberg und Prinzessin Theodolinde, und vertheilte die vier Kapitalbriese ä 500 fl., mit denen, der Stiftung des Kaisers Don Pedro zufolge, die vier würdigsten, aus der Anstalt tretenden, Mädchen jährlich beschenkt werden.
— Einer allerhöchsten Verfügung zufolge dürfen Reisepässe an ganz Arme von nun an taxfrei ausgestellt werden.
— Die Beschlagnahme der Druckschrift : „Rhapsodische Bemerkungen über die Begebenheiten uul dem Erzbischof von Köln, Frhrn. v. Droste-Vlschering, Altona bei Haiy- merich 18)8", ist vom k. Staatsministermm des Innern bestätigt worden.
München, 2. August. Der RabhinatskandidatLilienthal, ein liefoenkenber, gebildeter, wackerer junger Mann, vernicht nur die Hörer seiner Konfession dpi ch seine Vorträge in der Synagoge zur Thetlnahme und Bewunderung hinriß, sonderwauch die Aufmerksamkeit anderer Glaubensbekenner auf sich zieht, ist mit der Vollendung ejnex
*- Das in seinen Kunstkritiken ziemt ch strenge londoner "Athenl- um" sagt in seiner Nummer vom 2 Juni bei >Kele^enheN einer Beurthellung des 7. Konzerts der Äesetlschait für altere Musst »Zn demselben machte eine Dem- Gchrickel ivr erstes Debüt, und zwa ein sehr rühm! ches. in »Or»»i ein I'oiioi-e - und dem voran,ebenden Rezitak» aus Mozan's..r)o!> Äwvamu... Wenn auch an dem Vortrag der Sängerin noch gewuse Fehler der deutschen Vvkalisal vn auszustetlen sevn mochten, so zeichnete er sich hinwiederum Lur» die Waorheik und Zn- »igkc.l des deutschen «usoruas ganz ungemein auS.--
ausführlichen „Geschickte der Juden in Baiern« beschaff tigt, welche die Verhältnisse dieses Kultus in klaren, wahren und interessanten Kapiteln bespricht. Hr. Lilienthal schrieb auch werthvolle Notizen über die zahlreichen, sonst unbeachtet gebliebenen, Manuskripte in hebräischer Sprach! der hiesigen königl. Hof - und Staats-Bibliothek. — Du ehemalige Balletfignrant Mar St. ck. rt, welcher an dn Sänger ii Latzer bekanntlich ein Gelderpressungsattentai verübte, wurde von der Polizei, va er benrimbl-r Soldat der Infanterie ist, dem zuständigen Geuchte übergeben, und erwartet im Militärgefängniß sein Unheil, welches, da die Pistole weder geladen, noch mit einem Steine versehen war, sehr gemildert werden dürfte; doch ist diese- Individuum nicht wahnsinnig, wie einige Blatter sagten, sondern grundlüderlich. — In den Straßen siebt man jetzt an einzelnen Häusern die Vorplätze nm Asphalt Pflaster».
(N. K.)
Freie Stadt Hamburg.
Hamburg, 1. August. Nach geschehener Abfahrt der 400 auswandernden Lutheraner aus Schlesien nach Süd- australien, auf zwei Schiffen, ist hier ganz unerwartet eine neue, 120 Kopfe starke, Kolonne derselben auf Oderkähnen eingetrofftn. Sie haben an den hiesigen Agenten der süd- australischen Kompagnie daS Gesuch gerichtet, auf gleiche Weise wie ihre Vorgänger von jener Gesellschaft in den fünften Weltheil gebracht zu w-rden. Sobald sie von dem in London befindlichen lutherischen Prediger, Hm. Ravel, als Glieder seiner Gemeinde anerkannt sind, weßhalb bereits an ihn gefchrieben worden, wird dem erwähnten Gesuche durch den Agenten jener Kompagnie gewillfahrt und dies« Ausivanoeier von hier nach Südaustralien eingeschifft werden Bis zum Eintreffen der Antwort aus London hat sich die Gemeinde des Dorfes Barmbeck erboten, die nicht ganz mittellosen Auswanderer, denen auf der Herfahrt schon zwei Kinder starben, um sie dem gehängten Aufenthalt auf ihren Kähnen zu entziehen, auszunehmen und zu de- herbergeu. Dies ist eine mit Zulassung der Obrigkeit geübte Handlung der Nächstenliebe, welche keines weitern Lobes bedarf und gleichmäßig für die Aufgelioinmenen,wit für die Aufnehmenden zeugr.
14 Individuen; nämlich: 804,00t männlichen und 848,112 weiblichen Geschlechts. — D>e Eisenbahn wird fleißig benutzt. Vom Tage ihrer Eröffnung, den 19 v M., bis zum 29. wurden 19,306 Personen gefördert. Alles will mit, denn Vas Neue zieht an. Dies g-wahren die gesuchtesten Restaurationen u»o öffentlich n Verqiiiigungsöiter, wo seit dem 19 öfter leere Plätze zu finden sind, als zuvor. — An hohen Durchreisenden Hai es lischt gefehlt, welche theils nach den böhmischen Bädern gingen, oder von da zurückkehrten. Unter Letzteren befand sich auch die Flnstin von Liegnitz^ Auf ihren Wunsch wurden die Hugenotten gegeben. — Se. Mas. der König von Preußen kam von Töplitz in Pillnitz an, speiste hier zu Mittag bei'm König und reiste dann weiter. - Unter den Sehenswürdigkeiten, welche auf dem Platze zu schauen sind, wo jetzt das jährliche große Vogelschießen hier gehalten wird, befindet sich auch eine junge Fiaiuösin von l9 Jahren, deren Köipergewtcht 389 Pfund ist. So widrig auch der Anblick eines solchen Naturertrems ist, so fleißig wird >s besucht, dieses unweibliche Monstrum. — Bei Chemnitz hal sich ein großes Steinkohlenlager gefunden, bas Jahrhunderte hinaus Nahrung verspricht und uns g-gm Mangel an Feuerungsmakerial schützen wird, wovor man sich jetzt in so vielen Gegenden fürchtet. — Die leipziger Eisenbahn ist uns wieder um einige Stunden näher gerückt, denn seit dem 30 v. M. fährt man bis Wurzen. 3 Meilen. Vom Tage ihrer Eröffnung an, den 21. April 1837, bis zum 31. Mal d. I. wurden 225,144 Personen befördert.
Würtemberg.
Stuttgart, 6. Aug. Se. kön.Hoh. derKursürstvon Heffen, mit Gefolge, ist heute, von Gastein kommend, hier eingelroffen und im Gasthof zum König von Würremberg abgestiegeu. tS.M.)
Stuttgart, 6 Aug. Se. Mas. der König find von Wiesbaden über Baden heute Nachmittag in erwünschtestem Wohls,Pu wieder hier eingelroffc» II. kk. HH. die Prinzessinnen Marie und Sophie kamen am 3 d. M. von Wiesbaden hierher zurück, und sind gestern nach Friedrichshasen abgereisl, woselbst I. M. die Königin mit II kk. HH. den Prinzessinnen Katharine und Auguste bereits am
23. v. M. von der nach Oberitalien unternommenen Reise angelangt sind. (Wärt. Bl.)
Großherzogthum Hessen.
Darmstadt, 7. Aug. Se. Hoh. der Prinz Emil ist heute wieder nach Baden abgerust. (Hess. Z.)
Nassau.
Wiesbaden, 4. August. Der von dem Kurhauspäch- ter, Hrn Chabert, am vorigen Mittwoch zum Besten der Arme» gegebene Ball war nicht so ertragreich, als der vorhergehende für die Kleinkinderdewahranstalt; doch sind 334 fl 48 kr. eingegangeii, und an die Aniienkommission, der Bekanntmachung gemäß, abgrliesert worden. (F. I.)
Oesterreich.
Wien, 1. August. So weit bis jetzt bekannt, wird das Cisenbahngesez nicht in seinem vollständigen Inhalte, sondern bloß als Direkt!» im Auszüge kund gegeben werden. Die wesentlichsten Punkte, wie verlautet, sind: daß die Bahnen nach fünfzig Jahren dem Staate anheim fallen; daß die k. k. Post ki selben frei benützen kann; daß die Dividende 15 Prozent nicht übersteigen darf; daß in alle Verhandlungen, Beschlüsse und Protokolle ein kais. Kommissär undeschiäickle Einsicht bar. — Die Ankunft des Dampfschiffes Nador von Pesth ist wegen niedrigen Wasserstandes in seiner gewöhnlichen Tour ausgehalten worden. Als Ergänzung, und einerseits auch als Berichtigung, meines Schreibens vom 22. v. M. führe ich an, daß die Donaudampfschifffahltsgesellschast das zu den Fahrten nach Odessa bestimmte Boot „Libanon" nicht ei- genthümlich besaß, sonder» nur gemiethet hatte, und daß sie es in ihrem Vortheile glaubte, mit den Dampfschiffen von Odessa lieber eine Uebeiemkunst zu treffen, wonach eine unmittelbare Verbindung mit dieser Stadt aufge- geden, dagegen Maaren und Personen durch russische Dampfboote in Konstantmopel von dem dahin fahrenden „Ferdinand I." zur Beförderung übernommen, eben so rhm von Odessa dahin zugeführt werden. Daß solchergestalt von einer russischen Ouaraniäne an den Donaumündungen nicht die Nede seyn kann, leuchtet ein. — Das Vorhaben unserer Nativiialbank, den Druck von neuen Noten mittelst einer Dampfmaschine bewerkstelligen zu lassen, unterliegt ernsten Debatten, und dürste kaum realisirt werden. Es wäre gemäß den eingeschicklen Plänen aus England mit einem großen Aufwande verbunden, erforderte den Ankauf neuer Gebäude, und für die kostspieligen Maschinen überdies den Bedarf von mehreren Kundert Eimern Wasser täglich, was sich bei den englischen Zehnpfund-Nolen, wcht aber bei unseren zu 5 fl., aus- lragen mag. (N. K.)
Preußen.
Berlin, 5 Aug. Se. Durchl der Geiierallieutenant und Generalgouveriieur von N,u Vorpommern, Fürst zu Putbus, ist nach Pulbiis, unv der kaiierl. russische Gene- neraliieulenant und Generaladjutant, Fürst Labanoff Ro- stoweky, und der Fürst Peter Labanoff Rostowsky sind nach Hamburg adgereiSl. (Pr. St Z.)
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Köln, 19. Juli. Die hiesige Bibelgesellschaft hat seit ihrer Stiftung im Jahre I8l4 !8,150 ganze Bibeln, 4,518 alte Testamente unv Psalter, unv 48,800 neue Testamente in deutscher Sprache, und 457 Bibeln, alte Testamente und Theile desselben, und 809 neue Testamente in fremden Sprachen unentgelvlich und gegen massige Preise ver- thetlt. Die verhältnißmässig geringe Anzahl der im vorigen Jahre ausgegebenen 985 Eremplare heiliger Schriften läßt vermutben, daß das Bibelbedürfniß in dem Wirkungskreise dieser Gesellschaft befriedigt sey. (Pr. St. Z.)
Elberfeld, 1. August. Um die Beförderung der Schnellpostwagen noch mehr zu beschleunigen, beabsichtigt unsere Postadministration, jetzt die vierspännigen Schnellpostwagen, lang gespannt, vom Bock fahren zu lassen, wodurch sowohl für die Pferde, Äs auch für den Postillon eine Erleichterung entsteht. Der erste Versuch dieser Beförderungsweise ist heute bei der Schnellpost zwischen Düsseldorf und hier geschehen, und in jeder Hinsicht ganz befriedigend ausgefallen. Es sind dazu neue, äusserst elegante, Wagen in der königl. Postwagenwerkstatt zu Düsseldorf erbaut worden, die nun nach und nach auf allen Kursen werden eingeführt werden. (Elb. Z.)
Breslau, 2. Aug. Am 31. Juli, Nachmittags um halb 4 Uhr, brach in Zobten am Berge in eurer Scheuer ein Feuer aus, welches bei dem heftigen Westwinde unv bei dem Mangel an Wasser sich sehr bald über die ganze Ostseite des Städtchens verbreitete und gegen 45 Häuser in Asche legte.
Belgien.
Brüssel, im Juli. Ueber die richtige Berechnung der Kosten der Eisenbahnanlagen war man, ehe alle Sektionen vollendet waren, sehr ungewiß. Wir sind jetzt so weit gediehen, die finanziellen Resultate, die sich sehr glänzend zeigen , dem Publikum mittheilen zu können. Der Personentransport allein in dem niedrigsten Tarif, dessen Durchschnittspreis nur zu 13j Centimes angenommen, erträgt 5 Prozent Zinsen, nebst Unterhaltung, Administration, Brennstoffen und Interessen des Anlagekapitals; fügt man hinzu, daß der Postdienst umsonst geschieht, und daß 30,000 Mann Truppen 7 Stunden weit, die Stunde zu 9 Cent., transportirt wurden; dagegen der Gütertransport, der sich immer mehr ausdehnt, lauter Nutzen ist, so stellen sich über den Gebrauch der Bahn folgende Resultate heraus: im ersten Jahre wurden auf den Bahnen 15,000 Stunden zurückgelegt, welche 200,000 Fr. cintru- gen; im zweiten Jahre 25,000, die 250,000, im dritten 60,000, die 1,000.000, im vierten, Vas noch nicht umgelaufen ist, 50,000, die 750,000 Fr. eintrugen. Nach diesem Verhältinß würde sich der ganze Ertrag von 4 Jahren auf 2,300,000 Fr. stellen. Unsere Bahnlänge erstreckt sich schon auf 55 Stunden oder 255 Kilometer, wobei die Route nach Ostende mitgerechnet ist. Das Ganze hat nur (die doppelte Bahn von Brüssel nach Antwerpen mitgerechnet) 30 Millionen Fr. gekostet, wovon 25 Millionen auf die Bahn, und auf das Material 5 Millionen kommen. Im vierten.Jahre wird sich nach obigen Angaben das Anlagekapital zu 40 bis 44 Proz. rentkren. In England hätte man mit der Summe von 30 Millionen nur 15 Stande» und in Frankreich 30 Stund.n fertig gebracht. Demnach bleiben immerhin unsere Eisenbahnen und unsere Tarife Muster in Europa hinsichtlich der Sparsamkeit und der glücklichen Resultate. (Belg. Bl.)
Brüssel, 30. Juli. Die Fürstin Konstauze vonSalm ist nach einem mehrtägigen Aufenthalte dahier nach Dyck abgereiSt. Dieselbe wird nächstens eine vollständige Ausgabe ihrer Werke erscheinen lassen, und ist gegenwärtig mit der Abfassung ihrer Memoiren beschäftigt.
— Die belgischen revolutionären Blättersind jetzt besonders erbittert gegen den Staatsminister v. Meulenaere, vergegenwärtig Gouverneur von Westflandern ist, und zur Zeitder Unterzeichnung der 24 Art. Minister der auswärtigen Angelegenheiten war. Dem Einflüsse dieses Staatsmannes schreibt man cs namentlich zu , daß t er Provinzialrath von Westflandern keine Adresse gegen die 24 Artikel, wie sie in den andern Provinzen zu Stande kam, unterzeichnen wollte. (Pr.St.Z.)
Italien.
Rom, 6. Juli. Ein auffallendes Beispiel, wie verderblich die mißtrauische Hütung den Archiven und Bibliotheken werden kann, bietet eine Begebenheit dar, die daS allgemeine Stadtgespräch getvorden ist. Der Familie Do- ria-Pamsili gehört ein Kollegium für angehende Geistliche, von Inneren; X. gestiftet, welchem aus dem Aloobranvi- nischen Erbe reiche Schätze von Urkunden aus der Zeit Kle- mens V1U. zugefallen waren die in einem streng verschlossenen Archive aufbewahrt wurden. Neulich fand sich aber bei einem Wursthändler (pii-^iearnol») ein Stück der Korrespondenz Klemenö VlU. mit der Nunziatur in Spanien vor. Aus Befragen erklärte der Eigenthümer der Bude, er habe einen ganzen Stoß solcher Papiere von dem Koch des Kollegiums Pamsili und dem Küster der anstoßenden Kirche S. Agnese gekauft. Man erschrickt, öffnet das Archiv und findet 28 Schränke leer. Auf besonderen Befehl des Kardinals Lambruschini geht der bedeutendste Gelehrt« Roms, Professor Sarti, in Begleitung von Gendarmen in alle ähnlichen Buden und Verkausslokale der Stadt, und füllt durch seinen großen Eifer 7 Schränke von Neuem; die übrigen 21 sind leer geblieben. (Pr. St. Z.)
Frankreich.
Paris, 6. August. Amtlichen Untersuchungen und Angaben zufolge ist daS Grundeigenthum in Frankreich unter 10,800.000 Besitzer, resp. Steuerpflichtige, vertheilt, welche sich folgendermaßen klassifiziren:
5,200,000 zahlen an Abgaben weniger als 5 Franken; 4,000,000 „ « » 5—30 Franken;
341,l89 „ „ . 100 — 300 „
13,000 » ^ „ mehralS 1,000 "
— DiegroßeMesse zuBeaucaire — schreibt man vo» daher unterm 22. Juli — läßt sich gut an: Die Tuchwaa- ren wurden aufgekauft, wiewohl zu niedrigem Preise; die Kalikos, die gefärbten Zeuge, die rouener Fabrikate werden sehr gut bezahlt und stark gekauft. Die Kaufleute au-
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dem Elsaß namentlich machen viele Geschäfte. Überhaupt wird viel in's Große verlaust.
—- Der Minister deS Handels und dcS Ackerbaues, Hr. Martin (du Nord), hat die Präfekten angewiesen, ihm Berichte über die, tn ihren Departementendestehenden, land- wirtbschastiichen Vereine und deren Arbeiten, so wie über die Musterwirthschaften und Ackerbauschulen einzusenden.
Algier, 28. Juli. Wir haben noch immer keine offiziellen Berichte über die gegenwärtige Lage Abdel-Ka- dn'Z. Die verschiedenen und widersprechenden Gerüchte über die Resultate seiner letzten Expedition sind zu unverbürgt, als daß man die Wahrheit stststellen könnte. So viel scheint jedoch gewiß, daß Abd-el Kader nach hartnäckigem Kampfe und mit großem Verluste seiner Truppen als Sieger zurückgekehrt, aber selbst schwer verwundet ist. Nach de» Aussagen einiger Araber soll er auf dem Rückzuge in der Provinz Oran von den Kabylen meuchelmörderisch zwei Schüsse, in Brust und Schenkel, bekommen haben, jedoch sollen die Wunden gefahrlos sehn. Obgleich der fortschreitende und überlegene Geist Abd-el-Kaber's, und namentlich sein Fricdenöschluß von der Tasna, Parteien von fanatischen Gläubigen gegen ihn gebildet hat, so wäre eS dennoch eine unerhörte Thatsache, wenn sich zum Morde die Hand eines Arabers gegen die geheiligte Person eines Marabut erhöbe. Sein Tod wäre der Sturz der arabischen Nationalität; alle Stämme würden sich in völlige Anarchie auflösen, und ihre politische Kraft wäre auf immer mit dem Verluste dieses ausserordentlichen Mannes gebrochen. Er allein gewährt alle Bedingungen, welche die arabischen Völker fordern, um eine entschiedene Herrschaft anzuerkennen: Frömmigkeit, Muth, Macht und Verstand. Ec vereinigt in seiner Person alle Theile der Gewalt, sowohl die priesterliche, militärische, wie die gesetzgebende. Er repräsentirt unter seinen Völkern eine moralische Idee, indem er die Zivilisation zu entwickeln sucht, und ist das einzige gefürchtete Milglied einer rohen Masse, welches eine große Nation schon zu unzähligen Schwächen erniedrigt hat. Frankreich, dessen wissenschaftliche Systeme und Methoden weit verbreitet sind, dessen Sprache von seinen Freunden und Feinden gesprochen, bereits im ottomani- schen Reiche geschrieben wird, und den Gang einer fortschreitenden Gesittung begleitet — Frankreich, dessen liberale Ideen jedesmal, wenn sie in Gährung gerathen, bas alte Europa erschüttern — dieses Frankreich fand tn den weiten Ebenen der Berberei einen Feind, welcher dessen siegreichen Fahnen eine Gränze setzt, und dieser Feind war Abd-El-Kad«r. Sein Tod thäte den Franzosen die Pforten Afrika'S auf, sein Leben aber ist das Licht der afrikanischen Zivilisation. Im Interesse der Menschheit wünschen wir das Letztere, da die Verschmelzung der beiden Nationalitäten unmöglich ist, denn die Zivilisation wird sich nie durch Frankreich über Afrika verbreiten, so»- dern das muß durch die Nationalität der Araber selbst gescheit. Wir sehen einer bestimmten Nachricht über die Ereignisse im Innern ungeduldig entgegen. (A. Z.)
Spanten.
— Madrid, 29. Juli Gestern Abend hieß es mit
einem Male, das Kabinet befinde sich im Zustande der Auslösung. Den ganzen Nachmittag über waren die Minister versammelt. Mit Erstaunen erfuhr man, daß Espartero zur Bedingung seimS Bleibens gemacht habe, daß Veränderungen im Ministerium statt finden sollten. Espartero nahm sich selbst heraus, die HH. Mon und Castro namentlich als seine persönlichen Feinde anzusühren, welche durch Zurückhalten der benöthigten Substdien seinen Operationen im Wege stünden. General van Halen hat die Depeschen seines Chefs in einer von der Königin erhaltenen Audienz durch seine Worte noch bekräftigt. Das war die Ursache der langen Konferenz der Minister. Die HH. Mon und Castro vertheidigten sich gegen die ihnen gemachten Vorwürfe, und fügten hinzu, daß sie ihr Amt nur auf ausdrücklichen Befehl der Königin niederlegen würden. Die vier andern Mitglieder des Kabinets, den Ministerraths- präsidenten mitgezählt, erklärten, daß sie in keinem Falle zur Entlassung ihrer Kollegen ihre Bewilligung geben würden. Mit diesem Beschlüsse gingen auch die Minister aus der Versammlung, so daß das Kabinet in Masse entweder sich zurückzieht oder aufseinem Posten bleibt. Um halb 10 Uhr Nachts begaben sich die HH. Ofalia und Cana zur Königin , um ihr diesen gefaßten Entschluß anzuzeigen. Der Ministerralhsprüsident bewies der Königin mit beredten Worten das Unstatthafte der Forderung des Oberbefehlshabers der Nordarmee; daß der Minister der Finanzen und der Gerechtigkeit eben so nöthig für den Staatsdienst seyen, als der General Espartero; daß in Anbetracht des Vaterlandsdienstes alle persönlichen Mißhelligkeiten verschwinden sollten. Graf Ofalia fügte hinzu, daß er dem General Espartero schreiben werde, in der Hoffnung, durch dieses friedliche Mittel die Mißhelligkeiten beizulegen. Der Ministerrathspräsldent setzte hinzu, baß nnige Zeilen von der Hand der Königrn-Regentin das Siege! der Versöhnung aufbrücken würden. Erst gegen 1 Uhr nachMit- teruachr verließen die beiden Minister das Kabinet der Königin. Roch zur Stunde wurde ein besonderer Beauftragter mit dringenden Depeschen an den General Espartero abgesandt. Gras Ofalia brachte die ganze Nacht an seinem Pulte zu, und ließ mit Anbruch des Tages einen zweiten Eilboten mit dem eigenhändigen Schreiben der Königin an de» Oberbefehlshaber im Norden abgchen. Man kann sich die Ungeduld vorstellen, mit welcher der Antwort aus diese Botschaften enkgegengesehen wird, denn von ihr hängt das Bestehen des Kabinets, und vielleicht der Ausgang der gegen Estella begonnenen Operationen ab. Das Publikum, welches durch einen Artikel in der offiziellen Zeitung genaue Kenntniß von dem Hauptsächlichen deS Vorgegangenen hat, beschäftigt sich einstweilen mit der muthmaßlichen Zusammensetzung des künftigen Kabinets. Folgendes sind die Namen, welche den ersten Platz auf dem in Umlauf gebrachten Verzeichnisse einnehmen: der deS Herzogs v. Frias, v. Casa Jrujo, Sena, Aguayo, Be- navideS. Keine der zahlreichen Listen verdient übrigens Vertrauen.
— Bayonne, 2. Aug. Das Hauptquartier Eipar- tero'S war den 30. v. M., früh, zu Logronno. Alair stand
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den 29. zu Pampelona, und sollte den nächsten Morgen nach Puente la Reyna marschiren. Diese beiden Märsche st hen vermutblich in Verbindung. Pardinnas u Nogues stnd den 24. zu Monteagudo uno Cedrillas, wo sie übernachteten, einmarschirk — In Cantavieja stehe» nur 500 Mann Carlisten, wozu aber noch 400 Bauern kommen. Cabrera hat Befehl ertbeill, den Präsidenten der Junta von Sentores zu erschießen.
Schweiz.
Fr ei bürg. Der in liberalem Geist bestehenden, schon vielfach angefochtenen, Zentralsekundarschule gegenüber soll durch eine sog. Mariengesellichasl eine neue Schule unter Leitung der Jesuiten errichtet und dafür Unterschriften und Gaben gesammelt werden.
(N. Z. Ztg.)
Türket.
Konstantinopel, 18. Juli. Die Kommission, welche zur besseren Wahrnehmung des Ackerbaues aufgestellt wurde, und in dieser Beziehung eine neue Gesetzgebung abfassen sollte, hat ihre Arbeiten beendigt. Es wird j tzt von dem Sultan abbängen, ob die Vorschläge genehmigt werden, welche ihm in diesem Augenblick vorqelcgt werden sollen. Thut er es, woran kaum zu zweifeln ist, so wird nicht nur dem Grundbesitze größere Sicherheit gegeben, als er seither hatte, sondern auch dem verabscheuungswürdigen Getreidewucher ein Ziel gesetzt werden, der das Land im Elend erhielt. Bisher war der Verkauf deS Getreides, trotz der Aufhebung des Ausfuhrverbotes, das früher auf dem Getreivehandel lastete, im Innern des Landes nichts weniger als allgemein gestattet. In der Hauptstadt wurden nur wenigen Begünstigten Lizenzen bewilligt, die sich dadurch bereicherten. Die Regierung wird nach den Vorschlägen der Kommission dieses Monopol aufgeben, und den Getreides) rnbel vollkommen frei geben. Die Ausfuhr des Getreides, deren Freiheit nicht in allen Provinzen in Ausübung gekommen war, soll nunmehr nicht Weiler gehemmt werden, was eine vollkommene Revolution in den Handelsverhältnissen veranlassen, und dem hiesigen Ackerbau den größten Auf'chwung geben wird. Lord Pon- sonby dürfte man es hauptsächlich verdanken, wenn alle Hemmungen in diesem Handelszweige endlich gehoben find, denn er hak seinen ganzen Einfluß dafür aukgeboten, und ist selbst bemüht, eine Konvention abzuschließcn, wodurch die englischen Frachtschiffe bei Getreibeladungen vor andern bevorrechtigt werben sollen. (.A.Z.)
StaatSpapiere.
Paris, 6. Aug. sprozent. konsol. 111 Fr. 35 Et.; ^Prozent. — Fr. — Cent.; ck^prozent. — Fr. — El.; Zprozenl. 80 Fr. 80 Et. Bankaktien —. —. Kanalaktien 1250. —. Röm. Anleihe 10lH; belg. 103j; »iemont. —map. R. 99. 20. Span. Akt. 22s; Paff. —. St. Germatneisenbahnakttrn 805 Fr. — Et. Vers. Eisen- babnaktien, rechtes User, 745 Fr. — Et.; linkeS User 570 Fr. — Et.; Setter do. — Fr. — Et.; Spinae do.
— Fr. — Et.; Mülhausener do. — Fr. — Et. GaS> erlevchtungSgesellschast —. Dampfschifffahrraktien (Pem)
— Fr. — Et.
Wien, 2. August. bprozent. MelalligmS 108; 4prozent. 100s ; 3proze»t. 8 I 4 ; 'Zsprozent. — ; Bankaktien 1442j; Nordbahn 1074; Mail. E. B. 107s; 1834er Loose < ; Raader E B. —.
— Bei der gestern dahier stattgehabten Verloosunq der älteren Staatsschuld ist die Serie 59 berausgekommen; sie enthält proz Sladtbaiikoobligatwiien von Nr. 50,091 bis Nr. 51,257.
Kurs brr SlaalSpaptere tu Frank'un.
Pcrutzen
Baien,
Frankfurt
Baden
Nassau
FF
Holland
Spanten
Polen
Den 7. August Schluß 1 Uhr. jpZt.
Oesterreich Metall. Obligation«, 5 -- i d». do. f 4
I do. do. ' 3
- Bankaktien i
» fl ,00 Loose bet Roths?
Partialloos» do. 4
fl 500 do do. ,
Bethm. Obligationen .4
do. do. 4,
StaatSlchuldscheta» 4
Prämimschetn« Obligationen 4
O ligationrn 4
Ciienbahnaktien. Ugi« RentenfcheMe 3z
, fl.50Loose b. Goll u. S.i Darmstadt Obltgatwneu 13,
, st. 50 Loos« I
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O ligatwnm b. Roths. 3 t
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Neueste Nachrichten.
London, 4. Aug. Se. Hoh. der Prinz Peter von Oldenburg hatte gestern eine Audienz bei der Königin.
(Post)
— Die„Post"bemerki,daßderttim brit. ausserordentlichen Botschafter zur lombardischen Köuigskröuung ernar ntr Herzog v. Devoni'hire früher schon, in aieicher Eigenschaft, der Krönung des Kaisers Nikolaus zu Moskau beigewohnt und damals die Lords Morpekb, R. Grosvenor, Lord Burlington sfrüher Hr. Eavendishs und Hrn. Crow zu seinen Begleitern gehabt habe.
— Fürst Esterstazy mit seinem Sohne reiSt zu Anfang
nächster Woche von London nach Mailand ob; für ihn, in seiner Abwesenheit, wird der Gras v. Senffk-Pilsach funklionir.n. (Times.)
Paris , 6 . August. Man ha, sich in letzter Zeit
2249
viel mit der Schwangerschaft der Herzogin von Orleans beschäftigt. Die Zeit ihrer Niederkunst wird von ihrer Familie zwischen dem 15. und 20. Aug. erwartet. Wenn sie von einem Lohne entbunden wird, so erhält er — dies ist entschieden —den Namen eines „Grafen von Paris".
lJ- d. D.)
— Der Kriegsminister hat zwei Batten» Artillerie von Vincenues Befehl zum Marsch on die Nordgränze zugehen lassen.
— Fürst Schwarzenberg und GrafZich', desgleichen der Herzog und die Herzogin von Palmella sind in Paris an- gekommen.
*L> Toulon, 2. Aug. Endlich ist die seit lange erwartete österreichische Fregatte, mildem Erzherzog Friedrich von Oesterreich an Bord, eing laufen. Dem hohen Reisenden sind die ihm gebührenden Ehrenbezeigungen erwiesen worden.
— Madrid, 30. Juli. Der, vergangene Nacht mit Depeschen u id einem eigenhändigen Schreiben der Königin an Espartero abgegaugene, Kurier kann vor 5 oder 6 Tagen keine Antwort zurückbrinzen. Einstweilen überläßt man sich hier allen möglichen Vermutyungen. Wie es scheint, wurde Graf Luchana durch die letztgenommenen ministeriellen Verfügungen dahin gebracht, feine Entlassung einzmeichen. Diese Verfügungen, welche direkt an den Oberbefehlshaber kamen, sind folgende: Im Falle Espartero sich nicht stark genug fühlte, Maroto anzugreisen und Estella wegzunehmen, sollte er wenigstens die car- listisch.n Streilkräste im Schach halten, bis Oraa über Cabrera einen Sieg davon tragen würde und dadurch 10,000 M. von der Zeuiralarmee zum Nordhecr stoßen könnten; von höchster Wichtigkeit sey es, zu verhindern, daß dem Cabrera terne Versläikung zukomme. General Espartero arbeitet, vielleicht ohne es selbst zn wissen, der überspannten Partei in die Hände, denn auf diese Instruktionen erwiderte er mit neu» Klagen, und um sich zu vergewissern, daß die Regent» von Allem genau unterrichtet werde, schickte er van Halen nach Madrid. Die Minister sind im höchsten Grade aufgebracht über dieses Schreiben des Oberbefehlshabers, und um wenigstens eine rremplarische Strafe zu statuiren, dürfte van Halen seine Verwegenheit m dem Grfänguiß von Zamora abdüßen. Was den Grafen Luchana i» Person betrifft, so schmeichelt man sich, ihn von diesen feindlichen Gesinnungen abzubringen, und obgleich das Gerücht in Umlauf gebracht würbe, Corbova sep bestimmt, ihn zu eisiyen, so ist doch nichiS Wahres daran. So viel ist gewiß, daß das Kabinel aus seinem Posten bleibt, wo nicht, sich „in Masse" zurück- zichl. — Oraa meldet, daß Alles sich in Bewegung gesetzt habe. — Allkastilien ist noch immer den Verheerungen der feindlichen Banden ausgesetzt.
Brüssel, 3. August. Dieie Nacht ist der Bürgermeister dieser Hauptstadt, Hr. Rouppe, gestorben
(Begl. Bl.)
AtSzug aus dt» Karlsruher Witterung«, beobachtungen.
Aug. dar^me-
Thermome- ter.
Wind.
^Witterung
überhaupt.
M 7 M 3 R 11
1U27Z. 9,2L. 12 8 Gr üb. 0 ll. 27Z 9 3L. 15,1 Gr üb 0 U>27^ 10 1L. II 6Gr.üb.O
SW trüb SW >trüb, windig SW !trüd
GrofffferzotjüHeS Hofchmcer
Donnerstag, den 9. August: Keine Vorstellung.
Freitag, den 10. August: B elisar, Trauerspiel in5 Aufzügen, von Schenk. Herr Maurer, vom königl. Hostheater in Stuttgart: Belisar, zur ersten Gastrolle.
Anzeige.
Das von mir erfundene erprobte
Schulchor Kräuteröl
zur
Verschönerung, Erhaltung und Wachsthum der Haare
ist in Karlsruhe nur allein acht bei
Barl Benjamin Gehers,
daS Fläschchen zu 2 fl., Zeugnisse, zu haben.
unter Beifügung der glänzendsten
K. Willer,
brevetirt von Sr. M. Ludwig Philipp, König brr Franzosen.
Karlsruhe. (Dienstgesuch.) Ein Frauenzimmer von g-ieyien Zayren sucht «inen Plitz al« Haushälterin hier oder auf »em Linde, au» zu einem Geistlichen, »der zu Kindern, wo sie bereits sechs Zähre war. Das Nähere ist tm Komlotr der Karltkah-r Zeitung zu erfragen.
Karlsruhe. (Lehrling-esuch.) In eine oiesiqe Epezereihanblung wirb ein junaer Mensch »on br-v n Enern in die Lehre gesucht. Dal Rädeie ist tm Komloir der KarlSru er Zeitung zu erfragen.
Gückingen. (Erbvorladung) Der seil Oktober 1814 unbekannt wo? atw.sei be
Johann Baumgartner,
gebürtig von Wielaoingen. wub anmit aufgefordert, sich zu» Empfangnidme bei ihm durch daS unterm 7 Zum 1824 erfolgte Ableben seines Vaiert Fridolin, Baumgartner von Wielabin- «en. un» durch di« am 27. Mai 1827 vvrgegangene Hinicheiben seiner Mutter, Katharina, gebotenen Aibiez, zugesallenen Belmözms
binn n Z Monaten
um so gewisser dahier zu melden, als andernfalls dasselbe jenen Erben zugetheilt wird, welchen et zukäme, wenn er zur Arik det ErbanfaU« gar nicht mehr am Leben gewesen wäre.
Sackingea, den 23 Zull 1838.
Großh. did. «mtlrevisorat.
Kohluo».
Kttzigitt unter Ber.ntwortlichk^! von PH. Macklor.
ii!
2250
S e n a ch r r ck t i g u n g.
F-«» ^Lvr»rF«r> «ks« k/-rF^s^rVk/r-rsF^-r rsF r-«-r HsreFs «rr i« -r^re s^H«r-Fs-r M«rrs^ LsrMAf^sF^ersss T^ .
LSt«- F»- «F^-r /. ^LsrFrrsF ^KAK.
L. ^^«UrU-rr«7«M^F/^.
Lörrach. (Kellerverpachtung.) Montag, den 20. Lug. d. I., Nachmittag« 2 Uhr, werden auf dem Kureau der Unterzeichneten Stelle der vordere u. Hintere herrschaill. Keller dahier, erst,rer mit ca. 1,432 Ohm und letzterer mit 1,460 Ohm Fässern, auf 3 Jahre Lffenkiich verpachtet.
Lörrach, den S. August 1838.
Großh. dad. Domänenverwaltung.
Barck.
Durlach. (Gasthautempfehlung.) .Ich Unterzeichneter mache einem yochverehr- ' lichen Publikum die ergebenste Anzeige, daß ^ich da«
Gasthaus zum Lamm
dahier käuflich an mick gebracht habe und cs mir sehr angelegen s.yn lassen werde, diese Wirthschaft, nebst meiner Bäckerei, gut zu betreiben, indem ich stet« rein gehaltene Weine und gute Speisen führen werde; besonders mache ich auf da« dekapnte Backwerk aufmerksam, welches fortwährend jeden Samtlag und Sonntag lehr billig bei mir zu haben ist.
Ich hoffe mit Zuversicht, da« Zutrauen meiner verehrten Gönner mir zu erwerben.
Schließlich bemerke ich noch, daß an der kommenden Sonntag anfangenden, hiesigen Kirchweihe Lanzbeiustigung in meinem neuen Laazsaal statt finden wird.
Franz Weissinger, zum Lamm. tarlSruhe. (Konditor ekgeh ül seng esuch.) »In eine der frequentesten Konditoreien de« Grvß- herzoglhum« werben zwei geschickte Konditoreigehül- feo gesucht, die bi« 1. Sept. d. I. einlreten können. Da« Rädere ist im Komkoir der Karlsruher Jestung, gegen portofreie Briefe, zu erfragen.
Karlsruhe. (Lehrlinggesuch.) In eia »Spezereigcschäft wird ein junger Mann in die Lehre gesucht. Nähere Auskunft ertheilt das Komtoir der Karlsruher Zeitung.
Karlsruhe. (Stellegesuch.) Ein junges »Mädchen von guter Familie, wissenschaftlich gebildet, welches etwas französisch sprickt, auch fertig Pianoforte spielt und geschickt in Handarbeiten ist, sucht eine Stelle bei einer Herrschaft a!S Gefellschaftcrin oder Erzieherin bei Kindern Nähere Auskunft ertheilt das Komtoir der Karlsruher Zeitung, unter der portofreien Adresse: ll. L. li in Karlsruhe.
Aarltruhe. (Anzeige.) Dem verehrli'chen »Publikum diene hiermit zur gefälligen Kenntnis- nahm«, daß ich nun im Haus« des Herrn Kaufmann« A. W. Bayer (Nr. 45 der Zähringerstrase)
wohne.
Karltruhe, den 1. August 1838.
C. Emmert.
Hosgerichtsadvokat und ProSurator.
Nr. 6,084. Gerlachshelm. (Entmündigung.) D«r
Franz Eck von Untrrdalbach wurde wegen Blödsinn« entmündigt und der provisorisch ausgestellte Vormund. Christian Rudolph, wurde ihm in dieser Eigenschaft diesseits beigegeben.
Was hierdurch, unter Bezug auf L- N. S. 509, zur öffentlichen Kenntniß gebracht wirb.
Gerlachsheim, den 25. Zull 1838.
Großh. bad. Bezirksamt.
Der Dienstverwalier:
Fischer.
rät. M artku.
Hornberg. lScbuIdenliquldatlon.) Gegen den Nachlaß des Laglöhners, Jakob Aberl« von Peter zell, ist Gant erkannt, und Lagfahrt zum Richtigstellung«- und Worzugsversah- ren auf
Montag, den 27. August d. I., j Morgens 8 Uhr,
auf diesseitiger AmtSkanzlei anberaumr. Es werden daher alle diejenigen, welche, aus was immer für einem Grunde, Ansprüche an die Gantmasse machen wollen, aufgefordcrl, solche in der angesetzten Lagfahrt, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich au- zumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs- oder Unterpfandsrechte zu bezeichnen, die der Anmeidcnde geilend machen will, mit gleichzeitiger Vorlegung der Bewelsurkunden oder Antretung des Beweises mit andern Beweismitteln.
Zugleich werden in der Tagfahrt ein Masscpfleger und «in Gläubigerausschuß ernannt, Borg - oder Rachlaßvergleiche versucht. und sollen, in B-zug auf Bvrgverglejche und Ernennung des Massepflegers und GiäubigerauSschuffes, die Richterscheinenden als der Medrheit der Erschienenen beitretend angesehen werden.
Hoenberg, den 27. Zuli 1838.
Großh. bad. Bezirksamt.
Gockel.
Nr. 8,040. Gengenbach. (Edkktalladung.) Die le. dlge Elisadeiha Schappacher von Berghaupten, welche im I. 1817 mir Staalsgenehmigung nach Amerika ausgewandcrt ist uno seither von ihrem Aufenthalte keine Nachricht gegeben hat, wird aufgefordert, ibr, unter pflegschastlicher Verwaltung befindliches, Vermögen ad 4l5 fl. 32'i, kr.
binnen Jahresfrist
um so gewisser in Empfang zu nehmen, als solche« sonst ihren erbfähigen Verwandten, welche sich bereit« darum gemeldet haben, in fürsorglichen Besitz ausgefslgt werden würde.
Geogenbach, den 19. Juli 1838.
Großh. badisches Bezirksamt.
W a s m e r.
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Mit einer Beilage.
Verleger und Drucker: Ph. Macklot»