Karlsruher Leiluug. Nr. 22S. Sonntag, den 19. August 1S3S. Baden. Baden, 16. Aug. Unter den weiter angekommenen Badegästen und andern Fremden bemerkt man: Tollemache, auS London ; Lord W. Ruffelk, auS England; Hartmann, Mitglied der franz. Deputirtenkammer, auö Münster; de la None, aus Paris; Zaubert und Parton- my, Advokaten, auS Paris; Marquis v. Ballier und Graf v. Chalon, aus Paris; Glogstein, aus Bremen; Walff, aus Königsberg; v. d. Lühe, aus Stettin; v. Platen und v. Schulenberg, k. preuß. Offiziere , aus Berlin; Grafv.Quadt, auSJSny; Sir G. F. Brooke, aus England ; Graf v. Harence, auS Frankreich; Sir I. und Lady ßh. Guest, aus England; Mutzenbecher, Bankier, aus Hamburg; Brouzet, k. franz. Seeoffizier, aus PariS; Baron v. Arnstein, aus Wien; Gräfin Puschkin, aus Hamburg; v. Blankenburg, aus Rudolstadt; Dr. Hagenbach, ans Basel; Z. de Cruz de Guerrero, aus St. Petersburg; Graf I. Wafilieff, aus Rußland; Baron v. Liebenberg und Gräfin Aldini, aus Wien; v. Baratinsky, aus Rußland; km. nieder!. General Baron Eonstant de Rebecque, a. d. Haag; Gräfirr v. Pückler, aus Berlin; R. Solly, auS llorrdon; Dr. A. Mühn, aus Ungarn; Baron de la Eha- orlle, aus Frankreich; Dr. Lampe, aus Bremen ; Frhr. v. Lberkamp, k. baier. Geschäftsträger am größt», bad. Hofe; Taalston, aus Amerika; Frhr. v. Gagern, aus Nassau; Hayward, aus Amerika; Graf v. Hochberg, aus Fürsten- sleiir; Graf v. Bray , aus Mi'mchen; Fürst Galizin, auS Mland; k. franz. Oberst Epailly, auS Straßburg; Bailli r. Tmitscheff, k. russ. Gesandter am wiener Hofe, von St. Ansbura; I. D. v. Balmaseda, aus Spanien; k. franz. Grmral Leckere, aus Straßburg; Lord Dundas, auS Schottland; Lord I. Hay, aus England; k. franz. Gene- rM»itmant Dumoulin, auS Straßburg; Earl Burlington, Peer von England; Wcllesley, auS England; kais. ruff. General v. Budberg, auS St. Petersburg; Graf Giu- lsp, k.!. isterr. General, aus Wien; Dr. Phil. Thaalow, ans Christiania; Frhr. v. AlvenÄeberr und Frhr. v. Bülow, aus Berlin; v. Lengerke, aus Bremen; Graf v. Woron- k. russ. Oberzeremonirnmeifter, aus St. Petersburg; k- franz. Generallieutenant Vreomte de la Tour-Maubourg, auS Paris; Soederhjrlm, Offizier, aus Stockholm; A. de Toledo und Marquis v. Bedemar, auS Spanien. Per- soumzahl bis heute: 12,545c * AuS dem Odenwalde, 14. Aug. Am 2k. Im«, früh 2 Uhr, wurde bei'm breitenauer Hof im Walde ein Kohlmbrenncr vor seiner Kohlhütte von 2 unbekannten Leuten meuchelmörderisch überfallen, wobei derselbe zwei Schrotschüffe in die Knies erhielt. Infolge ärztlicher Behandlung ist er zwar mit dem Leben, ober leider mit krummen Füßen davon gekommen. Der Verdacht fiel auf 2 junge Forstmänner , die sogleich auf amtliche Anordnung durch die Gendarmerie arretirt, aber nach dem ersten Verhöre Mieter frei gelassen wurden, da sie nachgewiesen hatten, daß sie um 2^ Uhr noch im Wirthshause bei einer geschloffenen Gesellschaft vergnügt beisammen waren. Bei der bekannten Thätigkeit der Gendarmerie werden die eigentlichen Thäter hoffentlich bald ausfindig gemacht werden.— Vor 10 Wochen hat sich ein junger Mann heimlich von Frau und Kind entfernt, nachdem er vorher unter sehr lustigen Vorwänden bedeutende Schulden kontrahirt hatte. Man spricht von einer Summe von 6 — 8000 fl., die man gern kreditirte, weil seine noch lebenden Eltern sehr wohlhabend find. Die Veranlassung zu dieser Entweichung kennt man noch nicht genau. Man vermuchet, daß er nach Nordamerika ausgewandert ist. B a i e r n. Die Münchener Pol. Zeitung bringt folgendes Schreiben aus Kreuth, vom 14. Aug.: „Am 12. d. um 11 Uhr Vormittags erfolgte unvermuthet die Ankunft Sr. Maj. des Kaisers von Rußland, welcher Abends erst erwartet wurde. Als Se. Maj. aus dem Bauernwagen sprangen, auf welchem Sie von Tegernsee her gefahren waren, um Ihre Maj. die Kaiserin zu überraschen, fragten Sie einen in der Nähe stehenden Gendarmeriebrigadierr „Wo ist die KaiserinAuf die Nachricht, daß Höchstdieselbe spazieren gegangen, ließen Sie sich die Richtung zeigen, die sie genommen, und verfolgten diesen Weg in größter Eike. Im Walde vernahm Ihre Maj. plötzlich eine Stimme, die Ihren Namen rief. Das kann Niemand seyn, als mein Gemahl, rief Ihre Maj. in freudiger Ueberraschung, und eilte Ihm mit offene» Armen entgegen. Alle in Kreuth Anwesenden suchten nun den Kaiser zu sehen, dessen hohe, würdevolle und doch höchst herablassende Erscheinung auf Jedermann tiefen Eindruck machte. Um 5 Uhr fuhren II. kk. MM. zu den höchsten Herrschaften nach Tegernsee. Der Kaiser war in voller Uniform. Abend S 9 Uhr war der russische Hof wieder in Kreuth. Am 13. war bei Ihrer Maj. der verwittweten Königin Karoline theatralische Vorstellung, wobei die Herrschaften selbst die Rollen übernommen hatten. Ihre Majestäten, besonders der Kaiser, der viel lachte, schienen sich sehr wohl unterhalten zu haben, und fuhren um 10- Uhr rvzedcr Mer zu- 2348 rück. Auf den 16 Ist ländischer Ball angesagt, wobei aber nur Lanbleute tanzen sollen, so wie auch ein Scheibenschießen , an dem Se. Maj. der Kaiser selbst Antheil nehmen wollen." Freie Stadt Frankfurt. Frankfurt, 13. August. Die Meßbuden werden bereits aufgeschlagen, und man beeilt sich auch, die großen Beränderungen in Braunfels noch vor Eintritt der Messe zu vollenden. Eine Menge Meßgüter, namentlich auch schweizer Maaren, sind bereits ein getroffen. Der Wafferstand des MainS begünstigt immer noch die Schifffahrt und mithin die Spedition auf dem Wasser. (A. Z1 Frankfurt, 14. August. Der Großhandel unserer Messe beginnt am 29. August, der Detailhandel am 3. Septbr. und am 29. Sept. geht die Messe zu Ende. Man glaubt mit einiger Sicherheit auf eine recht lebhafte Herbstmesse rechnen zu dürfen. (F. M.) Hannover. Hannover, 15. August. Se. Maj. der König haben dem Lieutenant a. D., vr. jur. Karl Behne zu Diepholz, ein zehnjähriges ausschließliches Privilegium auf ein von ihm erfundene Vorrichtung zum Lichten gesunkener Schiffe zu ertheilen geruhet. (Hann. Z) Oldenburg. Oldenburg. Der durch mehrere Schriftenrühmlichst bekannte Profefforund Direktor des hiesigen Gymnasii, Gre- veruS, hat eine Reise nach Griechenland angetreten, uud auf den Wunsch I. Maj. der Königin einen verlängerten Urlaub erhalten, um sich mit dem Neugriechischen ganz vertraut und vielleicht durch seine reichen Erfahrungen ury das dortige höhere Schulwesen verdient zu macheu. Preußen. Berlin, 15. Aug. In einigen öffentlichen Blättern ist angegeben, daß im J. 1836 in dem preußischen Staate 3,833 Ehescheidungsprozesse anhängig gewesen, 3,291 Ehen getrennt und 597 Ehescheidungsklagen zurückgewiesen worden seyen. Diese Zahlen bedürfen insofern einer Berichtigung, als in denselben diejenigen Ehescheibungsprozeffe, welche in die zweite Instanz gediehen sind, doppelt gerechnet worden , und als dieselben nur auf diejenigen Provinzen! sich beziehen, in welchen daS allgemeine Landrecht Gesetzeskraft hat, mithin Reuvorpommern und die Rheinprovrnz, soweit in der letzteren noch das gemeine und das französische Recht gelten, nicht mit begreifen. (Pr. St. Z.) Polen. Warschau, 10. Aug. Die hiesigen Zeitungen enthalten jetzt daS Verzeichniß der Ordensverleihungen, welche Se. Maj. der Kaiser bei Gelegenheit seines letzten Aufenthalts in Warschau vorgenommen hat; eS befinden sich unter den Dekorirten höhere und niedere Beamten aller Behörden und Verwaltungszweige des Königreichs Polen. — In Folge einer kaiserlichen Verfügung, welche die Belohnung des hiesigen Banquiers Joseph Epstein für wichtige Dienste, die derselbe dem Schatze des Königreichs Polen geleistet, zum Zweck hatte, ist Herr Epstein durch eine Verordnung des AdministranonsrathS zum Banqmer der Regierungskommission des Schatzes und der Finanzen ernannt, worben.. Großbrttann ken. London, 13. August. Der „Herald" sagt: Die Admiralitität hat den Befehl ertheilt, ein Dampfboot zur Verfügung des Königs der Belgier bereit zu halten, dessen Ankunft zu Ostende von Brüssel auf den Samötag erwartet wurde. Der König wird, erwartet man, seinen hohen Verwandten in England einen kurzen Besuch abstal- ten und »ach Brüssel zeitig genug zurückkehren, um den Festlichkeiten zu Ehren der Septembertage beizuwohnen. (Herald.) — Die „News" schreibt: „Die Berichte über die Heuernte lauten im Allgemeinen ungünstig, infolge der «gingen Witterung; und aus demselben Grunde ist die Besorg- niß wegen des Ausfalls der Fruchternte sehr gestiegen." Auch andere Blätter äuffern ihre Befürchtungen hinsichtlich des wahrscheinlichen Ertrags der Getreideernte und der daher zu erwartenden großen Preissteigerung der Früchte, des Mehls und Brods, welch' letzteres gegenwärtig bereits z. B. in London 10x Pence oder 314 kr. der vierpfünvige Laib kostet und, noch lheurer werdend, namentlich in den Fabrikdistrikten Anlaß zu ernster Unruhe geben möchte. Indessen meint der »Globe", die Angst wegen einer solchen Theurung oder gar Hunqersnoth sey wohl, und jedenfalls zur Zeit noch, übertrieben; viel hänge von der Witterung jm kommenden Monat ^dem eigentlichen Ernte-Monai in Englands sowohl in Bezug auf die Besserung des Standes der Getreidefelder als vonder sichern oder trocknen Heimbringung der Frucht ab; wie aber auch die diesjährige Ernte auSfallen möge — seine, deS »Globe« Meinung hin- sichtlich deS Unzweckmäßigen und Staatsunklugen der bestehenden Korngesetze bleibe unverändert. — Wie der »Eraminer" nach einem amerikanischen Blatte berichtet, ist unlängst in Boston eine Zeitung auf Papier aus Feverharz oder Gummielasticum gedruckt worden; solches Papier verspreche weit größere Dauerhaftigkeit als daS aus Lumpen verfertigte. — Das „Chronicle" berichtet von einer am Mittwoch zu Dublin unter dem Vorsitze deS Earl Devon stattgehabten Versammlung der Mitglieder der »Gesellschaft für Verbesserung der öden sMoor-j Gründe in Irland." Die Gesellschaft hatte, dem erstatteten Berichte zufolge, 5,700 Morgen Land in der Grafschaft Sligo in lange Pacht genommen, welches bereits in der Verbesserung sehr vorgerücktst, Bauergüter zertheilt und von guten Wegen umgebet, war. Die anderen Ländereien der Grafschaft wurden förderlichst urbar gemacht; und von Seiten der Einwohner herrschte die beste Gesinnung für daS Wirken deö Vereins. Auch zeigten die Leute begierig, Pachter auf den Ländereien der Gesellschaft zu werden. Der Saldo in Händen war 4.000 Pf. St. uud die Ausgaben des letzten Halbjahrs noch nicht 800 Pf. St. — DaS Streben, uud die Ergebnisse dieses 2Z49 Vereins sind gewiß eins der besten PazifikationSmittel JrelaneS! — Die neu gegründete britische Ackerbaugesellschaft unter dem Vorsitze dcS Grafen Spencer hat bereits 24 Preisangaben für Abhandlungen bekannt gemacht, mit Preisen « 10 — 50 Sovereigns. Die erste Aufgabe ist eine Anstellung der Verbesserungen des Ackerbaues in Schottland seit der Stiftung der hochländischen Gesellschaft. Unter den übrigen sind erwähnenswerth: eine Darstellung deS gegenwärtigen Zustandes der landwirthschaftlichen Mechanik und der, bei verschiedenen jetzt gebräuchlichen Werkzeugen anzubringenden, Verbesserungen; eine Angabe des einfachsten und wohlfeilsten Verfahrens zur chemischen Untersuchung deS Bodens; über die, auf pflügbarem Boden am besten anzubäuenden Gräser und legu- minösen Pflanzen zur Frühlingsfütterung; über den, für schweren Boden am besten paffenden, Fruchtwechsel. Ue« bewies ist ein Preis von 50 Sovereigns für den besten Trok- kenlegungspflug, und ein unbestimmter Preis für die Erfindung irgend eines neuen landwirthschaftlichen Werkzeugs anSgesetzt. Ausführliche Nachrichten über jene PreiSbewer- bangen sind vom Sekretär des Vereins, W. Shaw Esg. zCavendish-Sguare, London), zu erhalten. — Es hat sich eine neue Eisenbahngesellschast gebildet, um London mit uuvermischter Milch zu versorgen. Sie M in einer Entfernung von 20 — 30 engl. Meilen, wo das Land wohlfeiler als in der Nähe der Hauptstadt ist, längs einer Eisenbahnlinie eine große Milchwirthschaft an- lege« und die Milch in einer Stunde in die Stadl schaffen. Ein Kapital von 30,000 Pf. St. soll durch 6,000 Men gebildet werden. Frankreich. Paris, 15. Aug. Dem „Phare i'nduftriel" zufolge befindet sich Monsieur Cbaltas nicht mehr im Gefängniß, sondern erhielt die Erlaubniß, sich in das GesundhenSbauS — zisison ci« 8i»ntö — Nr. 93 in der Faubourg Poison- »iere zu begeben. — Diesjähriger Weizen war bereits auf dem Kornmarkt in Paris zu haben. Die Körner sind groß und von guter Beschaffenheit, aber ziemlich blaß, was die Landwirthe dm vielen, zwischen der Blüthe- und der Reifens Zeit der Fracht gefallenen, Regen zuschreiben. — Der Brot preis hier für die zweite Hälfte des Augusts bleibt auf 134 Sous für den vierpfündigen Laib erster Qualität festgesetzt. — Von dem berüchtigten heimlich gedruckten Jakobinerblatte, „Moniteur republicam", werden immer noch Exemplare verbreitet, und wurden letzter Zeit — dem „Commerce" zufolge — wie zum Hohn namentlich loyalen Staatsdienern und gewöhnlich mit der Regierung stimmenden Mitgliedern der Pairs- und Dcputirtenkammer zugesendet. — DaS „Echo de I'Est" läßt sich von der Gränze schreiben, bei der Feier des 3. Augusts in Luxemburg habe ein ganzes Bataillon der dortige» Besatzung, „wie von einem Zauber ergriffen", sich ausgemacht, und unter dem Absingen der Marseillaise, nebst stürmischem Geschrei: vir« 1s libvrkv! die Straßen der Stadt durchzogen. Daß die deutsche Besatzung in Luxemburg französisch spricht, wie ein feiner Herr, daran zweifelt das „Echo de l'Est" keinen Augenblick. — Die Metzger in Paris haben im vergangenen Monat Juli 5.282 Ochsen, 1,309 Kühe, 7,378 Kälber. 35,6'2 Hämmel geschlachtet, und 307 594 Kilogramme Talg abgesetzt. Die entsprechenden Zahlen für den Julimoiiat 1837 waren der Reihe nach: 5,206 — >,6l5 — 7,311 — 3l,842 und 314,061. Diese Zahlen gebenzu einige» Bemerkungen Anlaß. Zur Versorgung einer Bevölkerung, wie die Pariser, mit Rindfleisch würden regelmäßig mindestens 6,000 Stück Ochsen monatlich gehören; die Hämmel müssen den Ausfall ersetzen. Sie kommen in großer M- nge aus Deutschland, obwohl das Stück an der Gränze 5^ Fr. (1 Rthlr. 14Sgr.) zahlt; sollte Frankreich allein die Hauptstadt mit Hammelfleisch versehen, so gingen darüber die Heerden zu Grunde. Man findet auch die Zahl der Kühe. die jährlich geschlachtet werden, noch immer zu groß. Im Ganzen fehlt es der pariser Bevölkerung noch immer an hinreichender, kräftiger Fleischnahrunz. Spanien. Estella, 8. Juli. Don Rafael Marotoist ein kräftiger Fünfziger, hoher Statur, gebräunter Farbe und ächr spanischen GesichtSschnitres, seine dunklen Augen sind voll kriegerischen Feuers. Er hat im amerikanischen Kriege Car- riere gemacht, und gehört zu den altgedienten spanischen Generallieutenants, welche Don Carlos nach Portugal begleiteten und ihu durch Rath und That in allen Gefahren sicher führten. Kurz nach Zumalocarregui's Tode übernahm Maroto daS Armeekommando in Biscaya, woselbst er am 11. Sept. den glänzenden Sieg bei Amgvria über Espartero erfocht, dessen Corps er 'jedenfalls vernichtet hätte, wenn nicht der eben angelanqte Oberfeldherr Mo- reno über die nachrückenden Bataillone anders verfügte. Maroto bedrängte hierauf Bilbao, wo sich Espartero eiu- geschlossen hatte, und gewiß wäre es gefallen, wenn nicht Maroto abgerufen und zum Gencralkommandeur in Ca- talouien ernannt worden wäre. So zweckmäßig und tüchtig seine Maaßregeln auch waren, der Parteigeist, der dort wüthete, und statt Thaten nur Raub und Mord her vorrief, bewog Maroto, das Kommando niederzulegen und sich nach Frankreich zurückzuziehen. Ein Jahr später bat er den König um Wiederanstellung, sie wurde ihm aber verweigert. Hierauf kaufte sich der General bei Bordeaur ein Landgut und lebte im ruhigen Kreise seiner Familie, bis vor ungefähr 4 Wochen König Karl V den treuen General dringend zu sich einladen ließ. Derselbe folgte augenblicklich den Befehlen seines Herrn, und steht jetzt an der Spitze der Armee. Maroto hat daS Kommando derselben unter so ungünstigen Verhältniff.n angetreten, als es bisher hier noch nie stallfand, und wenn es ihm nicht gelingen sollte, die Sache Karls V wieder auf Glanzhöhen zu heben, so ist es überhapt unmöglich, und gewiß kein anderer würde es vollbringen. Der General ist in Ame- 2350 rjka und in allen Theilen Europa's gereist, hat sich besonders viel in England und Frankreich aufgehalten, und spricht mehrere Sprachen mir Geläufigkeit. Er ist ganz Gentleman und Millionär, und spendet hier sein rundes Geld mit vollen Händen. Er hält vortreffliche Pferde, trägt immer die gewählteste, aber einfachste Toilette, und liebt überhaupt das äussere Dekorum. So hat er sich in kurzer Zeit die Liebe und das Vertrauen des Soldaten und des Bürgers zu sichern gewußt, und wo er sich sehen läßt, erschallen jubelnde Vivas. Einen solchen Mann an der Spitze einer Armee von Faktiosen zu sehen, welche sich darfuß und ohne die allernöthigste Körperbekleidung einherbewegt, ist wahrlich eine höchst bemerkenSwerthe Erscheinung unserer Zeit. — Noch erlaube ich mir einige Einzelheiten von meiner Reise nachzuholen. Nahe bei Guevara, auf dem Rücken des Höhenzuges, liegt das Dörfchen Lar- rea, der Geburtsort des jungen, ausgezeichnet braven und allgemein beliebten Generals Bruno de Villareal, welcher hoffentlich recht bald wieder thätig unter unS auftreten wird. Er hat während seines Armeebefehls vor mehreren Jahren aus den Ruinen des alten Schlosses, seines Lieblingsaufenthalts in der Knabenzeit, die herrliche Veste Guevara schaffen lassen. Freilich wohl hätte man von dem Ungeheuern Kostenaufwand eine geregelte Zitadelle anstatt des Mauerkolofses anfbauen können, doch die spanischen Ingenieure gefallen sich einmal, ihre Verschanzungen von Stein und auf den höchsten Bergen aufzuführen. Da ich ein leidenschaftlicher Verehrer Don Bruno'S bin, dem sich jeder Mann, ob Freund oder nicht, vertrauungsvotl anschließen kann, wenn derselbe ohne Furcht ihm folgt, wohin er sich begibt, fo ritt ich nach vollbrachtem Tagewerk nach dem Dörfchen und übernachtete im Palacio der alten Familie, früher im Wohlstände, jetzt sehr verarmt, daher auch die Wohnung einem schlechten, ruiuirten Bauernhaus ähnlicher als einem Palast war, mit welchem Namen jedoch die Landbewohner hier jedes Haus einer früher angesehenen Familie bezeichnen. Ich ließ mein Bett auf dieselbe Stelle bringen, wo die Wiege Bruno'S gestanden, aber mich floh der Schlaf, denn Raiten und Mäuse und das kleine springende und krichende Ungeziefer, welches hier in Spanien zu den beliebtesten Hausthieren gezählt wird, machten mir die kurze Sommernacht zu der unausstehlichsten. Die ausgehende Sonne fand mich schon wieder in Guevara, wo ich heute den hier im Staatsgefängniß schmachtenden jungen Brigadier Don Fernando Caban- „as besuchte. Diese alte spanische Familie Cabannaö y Medpne y Menvoza aus Andalusien hatte sich, der Vater und zwei Söhne, in dem Kampfe für das Recht des angestammten Königs stets ausgezeichnet, und gelangte schnell zu den höchsten Ehrenstellen. Während der vorjährigen Erpedition, die Karl'n V. bis dicht vor seine Hauptstadt führte, war der alte Vater Kriegsminister, die beiden Söhne, Fernaffdo, Brigadegeueral der Kavallerie, Pepo, Brigadier und Souschef des gesamnuen Generalstabs — und die Familie auf dem Gipfel militärischen Ruhmes, da beide Brüder auch persönlich ausgezeichnet brav und als solche in der ganzen Armee bekannt waren. Nach unserer Rückkehr von der Expedition fielen auch über diese Familie die Harpyen des Neives und der Intrigue. Der Vater wurde abgesetzt, Fernando als Berräther angeklagt und in'S Gefängnis geworfen, da er im Gefecht bei Huerta bei Rey den 14. Oktober vorigen Jahres unsere Eskadron wirklich sehr schlecht führte. Pepo aber wurde nach einem elende» Dorfe Navarra'S verbannt; hier ist der Unglückliche während der Schreckenstage im Mai dieses Jahres von unfern eigenen Soldaten in seinem Bette ermordet worden, theilS weil ihn der robe Unverstand als Ojalatero verfolgte, theilS well man ihn im Besitze von Papieren wußte, die Männer blsßstellten, welche schändlich genug waren, die Mörder zu dingen. Beweis dafür, daß nichts Anderes als Pepö's sämmtliche Papiere geraubt wurden. Dn alte Vetter, tief gebeugt über den Verlust beider Söhne, wankt zum Erbarmen aller Gefühlvollen allein und verlassen zuin Grabe. Den schönen Fernando fand ich heute bleich, entstellt und mit langem Bart in seinem engen Gefängniß, mit stieren Äugen und kaltem Wesen mich empfangend. Wir hasten uns in den heißen Kampfestagen deS vorigen JahreS kennen und gegenseitig achten gelernt. Ich zollte ihm daher mein innigstes Beileid, verhehlte ihm aber nicht meine Verwunderung und meinen Schmerz über sein heutiges Benehmen. Stolz sagte er mir: »der ächte Spanier will nie bemitleidet werden"; doch erwiderte er gefühlvoll meinen Händedruck, und wir schieden. — Als ich am I.Juli d.J, erhaltenen Befehlen gemäß, im königl. Hauptquartier Elor- rio in Biscaya eintraf, hatte Se. Maj. die Gnade, mich, unbeschadet meiner Küsteuinspektion und des Generalkommandos im Geniekorps, zum Generalstab der Operationsarmee zu detachircn, und mich der Person deS neue» kommandirenden Generals in derselben Eigenschaft, als im April bei Guerguö, nahe zu stellen. Se. Maj. war sehr Heller, besonders darben die Geldsendungen angelangtwa- ren , die es nunmehr möglich macken, die Armee, welche seit 9 Monaten ohne einen Maravedi Gehalt lebt, zu bezahlen und zu bekleiden, Der König erkundigte sich mit höchst gnädigen Ausdrücken nach dem Befinden meines theu- ern Freundes, an welchen dieser Brief gerichtet ist, welche ich dankbar erwiderte. Sind wir doch handelnde Personen im schönsten, wenn auch blutigen Drama unserer Zeit. Als ich mich in Guevara bei'm General Marot» meldete, rief er mir freundlich entgegen: »soeben habeich Se. Maj. um die Erlaubniß gebeten, Sie zu mir beordern zu dürfen, da General Guergue (welcher neben ihm stand) Sie mir besonders empfohlen hat.« Guergue folgt fortwährend der Armee, und hat erklärt, er wolle unter Marot» mit dem größten Vergnügen als Freiwilliger dienen. Die Zell, in welcher Guergue das Heereskommando führte, war für uns und unsere Sache verhängnißschwer. Ein Unglück über das andere hat uns betroffen, und wenn auch größtenthcils der Mangel an intellektueüerKraft zum Oberbefehl dies herbeiführte, so darf man doch nicht verkennen, daß die Verhältnisse ihm sehr ungünstig waren, und daS Glück ihm gänzlich den Rücken zugewendet hatte. Und was kann ohne Glück wohl Großes ausgesührt werden? Guer- guö hatte früher mit demselben im Bunde in kurzer Zeit die 8351 wichtigen Linien von Zubiri, die Festen Lerin und Penna- cerrada eingenommen. Dies verschaffte ihm den Oberbefehl, und der Verlust derselben Orte hat ihm diesen wieder entwunden. In den Schlachttagen bei Pennacerrada wer kem einziger von uns deutschen Offizieren gegenwärtig, wir waren alle anderswo beschäftigt, nur ein junger Franzose, Vicomte Gustav de Hispel, welcher einige Zeit in der österreichischen Kavallerie diente und vor Kurzem hier ankam, hat dort, da er noch nicht angestellt war, als Freiwilliger gefachten und sich sehr ausgezeichnet. Ec ist hierauf zum Lieutenant im Generalstab ernannt worden, und befindet sich jetzt im Gefolge des Oberfeldherrn. Hier in Estella, wo in wenigen Tagen vielleicht der Entscheidungskampf gefochtcn werden wird, sind jetzt alle Preußen und Deutschen versammelt. Meine Stellung kennen Sie; Kapitän Keltsch und Lieutenant v. Swiderökt sind im Gesetze des Generaldirektors deS Geniewesens, des Mansch de campo Sylvestre. Oberstlieutenant Strauß*), Jnge- meurkommandant der Provinz, ist von Maroto für die Dauer der jetzigen Verhältnisse zum Ingenieur deS Platzes Estella ernannt worden, und arbeitet Tag und Nacht. Unter seinen schaffenden Händen entstehen gewaltige Schutz- wehren gegen den anrückenden wenigstens fünfmal stärkeren Feind. Oberstlieutenant Roth*), sein Landsmann, ist im Generalstab und Adjutant deS Feldherrn. Beides sind ausgezeichnete Ossiziere, die hier beinahe schon drei Jahre dienen. Täglich, ja stündlich erwarten wir den Fürsten Lich- nowsky, der am heißen Tage gewiß nicht fehlen wird. Dies ist das kleine Häuflein der Deutschen, welches, wenn Sie dies lesen, vielleicht noch mehr zusammengeschmolzen ist. Meine beiden Adjutanten, die Schweizer - Brüder, sind natürlich auch hier. Bald schreibe ich Ihnen wieder, jedenfalls nach der nahen Entscheidung; bleibt meineNach- ncht auS, so sichern Sie mein Andenken in dem Herzen der Freunde und Bekannten in der geliebten Heimach. (BreSlauer Ztg.) ^Da yonne, 11. Aug. Den 9. weilte Don Carlos ruhig zu Onnate. General Espartero setzte in Logronno seine Angriffsmaaßregeln fort. Pater Eyrillo, Erzbischof fzur Zeit freilich ln pgiübus inliclollumj von Euba ist t» Onnate eingetroffen. - Madrid, 8. August. Die ministerielle Krisis dauert fort, und auch die zahlreichen Gerüchte über den wahrscheinlichen Ausgang hören nicht aus. Der Corrco, National und die Espanna leben der Hoffnung, daß Alles zu Gunsten ihrer Freunde und Gönner, d. h. der Minister, sich löset. Bestätigt sich diese Ansicht, so hat das Kabinet nur noch an Kraft gewonnen. — In mehreren Zirkeln verbreitet sich daS Gerücht, das Ministerium, wenn cs einmal wieder seiner Sache gewiß sey, den Gedanken zur Ausführung bringen werde, mehrere nur zu gut bekannte Herren, welche dazu beigetragen, den Grafen Luchana gegen das Kabinet zu erbittern, aus der Stadt zu verweisen. Gestern wurde wieder zwei Mal Kabinetsrath gehalten. '-Angl, di« Aorresoondenz ans Estella vom 1« Juli ku Nr> IN dir K. A. vcm 18 Juli. Die HA. Herzog von FriaS, Martknez de la Rosa, Zstu- rij und MoScoso de Altamira wohnten dem Ruthe bei. — Cabrera will, heißt es, den Krieg nach Andalusien hin spielen. Schweiz. Basel. Mit Vergnügen erfahren wir, daßderStadt- rath das Projekt der Gasbeleuchtung wieder in Anregung gebracht hat. Es scheiterte früher an den Differenzen wegen der Bedingungen. Wir hoffen, daß diese sich bei den weirern Unterhandlungen recht bald auögleichen werden. (Basl. Z) Sokothurn. Wirklich sitzen in Olten zwei junge Bursche, eiu Maurer und ein Handlanger, in Verhaft, weil sie den 1. Ang. einem sechs Jahr alten Kinde von ihrem Reunetrunk ein Glas Branntwein gegeben, worauf daS Kind den 2. Nachts gestorben ist. Ein ähnlicher Fall ist ley'.hin in der Gegend von Solothurn vorgekommen. Graubünden. Ueber die Verheerungen deS Rheins am 6. d. M. sind aus verschiedenen Gegenden betrübende Berichte eingegangen. In Andrer durchbrach der Rhein den vor wenigen Jahren mit bedeutenden Kosten errichteten Damm und zerstörte die Wührungen. Wie hoch sich der Schaden beläuft, kann man nicht genau angeben. An mehreren Orten wurden von dem angeschwollenen Gewässer Brücken weggerissen, die Straßen beschädigt und viel Holz weggeschwemmt. Belgien. Brüssel, 13. Aug. Ein großesNnglück hatte am 12. August auf der Eisenbahn zu Termonde statt: Das um 2 Uhr von Brüssel nach Gent abgegaugene Konvoi war in die Station von Termonde eingefabren; man löste die Lokomotive ab, um Wasser einzunehmen; sie kam zurück und stellte sich an die Spitze des Trains, jedoch mit solchem Umgestüm und so wenig Vorsicht, daß durch einen Ungeheuern Stoß 3 Waggons, 5 clisrs-s-bsnos und Diligencen buchstäblich zerbröckelt wurden. Glücklicher Weise waren noch nicht alle Reisende auf ihren Plätzen. Dreißig Personen wurden mehr oder minder schwer verwundet; einer Dame wurde die Stirne in ihrer ganzen Breite gespalten; andere wurden umgeworfen, ohne Beschädigung zu erleiden. Wir haben diese Nachricht von einem Reisenden, der die Trümmer der Wagen gesehen und mit mehreren der Schlachtopfer über die Unklugheit des Kondukteurs gesprochen hat. (Commerce belge.) Griechenland. Athen, 27. Juli. Se. M. der König arbeitet so angestrengt, daß man fürchtet, seine Gesundheit möchte dadurch leiven. Während man durch die Unterstützung der türkischen Gränzbehörden der Räuberei im Großen Herr geworden ist, hört man von täglichen kleinen Räubereien, ze von drei bis vier Verbrechern ausgeführt. Selbst die Umgebung der Hauptstadt ist von diesem Uebel heimge-- sucht, welches so um sich gegriffen hat, daß seit einigen Tagen die Nationalgarde von Athen und der Umgegend Tag und Nacht streift. Am ersten Tage ihres Auszugs batte ein Tbeil der Nationalgarde daS sonderbare Geschick, von der Gendarmerie eingefangen zu werden. Der Di- march hatte nämlich unterlassen, dem Stadtkommando hon diesem patriotischen AuSzuge Nachricht zu geben, und so wurden denn die guten Bürger von Athen, die sich über ihre Bewaffnung nicht legitimiren konnten, von der Gendarmerie als verdächtig eingebracht. (L. A. Z.) Südamerika. Nachrichten auS BuenoS-AyreS bis zum 20. Mai d. I. (in londoner Blättern vom 13. Auq.) zufolge hoffte man dort auf baldige Aufhebung der Blokade durch die Franzosen, indem Letzteren der Präsident der Republik, General RoseS, einige Konzessionen gemacht hat. Weil Peru den Häfen von Valparaiso in Blokadestand erklärt, so hat Chili (laut Nachrichten bis Ende Aprils in londoner Blättern vom 13. Aug) zur Vergeltung die Bloki- rung des HafenS von Callao und der weiterliegenden Häfen vom 18. April d. Z. an ausgesprochen, und bereits ist eine Expedition zur Ausführung dieser Blokade dahin abgegangen. Kurs der StaatSpaptere tv Franknrrr. Den 17. August, Schluß 1 Uhr. jpZt.s Pap. I Geld. Oesterreich Metall. Obligation«, 5 — 106sz d». d». 4 100z — do. do. 3 80z Bankaktim — 1721 fi. 100 Loose dek Roths. — 261 e« Partialloose d«. 4 — I51t »» st. 500 do. d». — 125t 4» Bethm. Obligationen 4 — 994 V do. do. — 101- Preußen Staats schuldsch ein« 4 — 1044 D Prämimschem« — 66z Baiern Obligattonm 4 — 102 Franksurt Obligationen 4 101L — Eisenbahnaktien. Agio — 184'/. Baden Rmtmscheine 3z — 10,4 Drrmstadt fl.50Looseb.Gollu.S. Obligattonm 3t 100^ 964 44 fl. 50 Loose — kl- fl. 25 Loose — 23 z Nassau Obligationen b.R Ls. 3t 99j — fl. 25 Loose 22- — Holland Integrale 2t — 54 Spanten «ktivschuld 5 — iiz Polen Lotterieloose Ml. — 66 j 4, d». ä st. 500 — 77; Staatspapiere. Paris, 16. Aug. 5prozmt. konsol. 111 Fr. 85 Et.; 4-prozent. — Fr. — Cent.; ^Prozent. 104 Fr. — Et.; Zprczeitt 80 Fr. 95 Ct. Bankaktien 2635. —. Kanal«!- lien 1250 — . Rom. Anleihe 101?; belg 104; Piemont. —; neop. N. 99.80. Span. Akt. 22j; Paff. 4z. St. Germalneisenbahnaktien 805 Fr. — Et.; Bers. Eikm- babnaktien, rechtes Ufer, 755 Fr. — Et.; linkes Ufer; 600 Fr. — Et.; Eetter do. — Fr. — Et.; Epinac do. — Fr. — Et.; Mülhausenerdo. — Fr. — Et.; GaS- erleuchtungs^esellschaft —. Dampfschifffahrtaktieu (Pecq) Neueste Nachrichten. London, 14. Aug. Die Königin mit Gefolge wird k. Dienstag nach Windsor sich begeben! und JZ. HH. der Fürst und die Fürstin von Hohenlohe - Langcnburg werde» am k. Montag die Rückreise nach Deutschland antret n. (Post) — Briefe und Zeitungen aus Lissabon bis zum 7. d. M. bringen die wichtige Kunde, daß eS den Königliche» gelungen ist, deS famösen miguelistischen Bandensührers Romechido vom 28. v. M., nachdem seine Guerilla e>»e vollkommene Niederlage erlitten, habhaft zu werden, worauf er am 1. d. M., durch ein Kriegsgericht zum Tobe ver- urtheilt, an 2. d. M. zu Faro erschossen wurde. (Courier.) Paris, 16. Aug. Alle Briefe aus dem Norden berichten übereinstimmend von der ausserordentlichen Tätigkeit, die in den FortS und Zitadellen von Lille, Douai, Condö, ValencienneS, Bouchain, Maubeuge, le OueS- noy, Cambrai, Avesnes, LandrecieS, Rocroy, Möziv- res, Sedan, Montmedy, Verdun. Longwy, Thionville, Metz, Bitche, Marsal, Toul, Pfalsburg, Lauterburg, Strasburg, Schletstadt, Neubreisach, Belfort, Besanoonrc. herrsche. Alle diese wiederhergestellten festen Plätze waren bisher auf dem strengsten Friedensfuß armirt geblieben; man beschäftigt sich thätigst, ihre Garnisonen zu vermehren und das Materiale auf einen achtunggebietenden Fuß zu setzen. (I. p. Deb.) *V Paris, 16. Aug. Der gestrige Maiiä Himmelfahrt Feiertag wurde allgemein begangen, und da ver Unfall auf der Eisenbahn nach St. Germain bereits vergessen ist, so fuhren wieder Tausende nach dem Lustwalde. Von befürchteten Unruhen war gestern, am Napoleonstage, auch keine Spur; Viele schämen sich j-tzt, ihre ungemäsiig- ten bonapariistischen Gesinnungen an den Tag zu legen. Das ist wenigstens dem Prinzen Ludwig gelungen. — Heule beginnt mit ungemeiner Vorbereitung der Prozeß der Kohlengrubengesellschaft zu St. Berin. Bekanntlich ist vo» dem ersten Urth il an den Obergerichthof oppellirt worden. Aber auch dieser Prozeß geht fast unbemerkt vorüber. Nicht leicht bringt jetzt etwas die Gemüther in Bewegung. — Viana, 8. Aug. Van Halen ist noch nicht zurück. Der Oberbefehlshaber, Graf Luchana, äusserte sich, wie folgt, gegen Philippo Ribero: Estella muß eingenommen werden; mit der Stadt ist auch unsere Sache gewonnen. Geben die Minister meinen Wünschen Gehör, so verbleibe ich an der Spche des Heeres, wo nicht, so Nene ich unter meinem Nachfolger; einstweilen arbeite ich diesem vor. — Dem Leo el Conde ist es gelungen, die Vorwerke von Cerauquo zu erobern; sind wir >m Besitze 2353 MS Postens, so sind wir der Einnahme EstellaS um Ms sicheres. Raigirt uat>r Verantwortlichkeit von PH. Macklot. fi-Szug aus den Karlsruher WttlerungS- _beobachtun gen. I? Barome-lTherm ome _ter i ter. «. SsÜMAlM »3 « U Wind. U- - lU27Z11,7L. 15,OGr.üb.O U.I28Z. 0,5L.>10,7Gr.üb.0 9 0Gr.üb.0! SO N N Witterung übe rhaup t. trüb trüb trüb Großherzogliches Hoftheater. Lonktag, den 19. August: Fra Diavolo, komische Oper in 3 Aufzügen, von Auber. Herr Weiß: Lorv Cookburn. Todesanzeige. Am 13. dieses ist unsere Schwägerin, Tante und Großtante, die verwittwete geheime Hofräthin Gros, geb. Zentgraf, zu Bruchsal, nach einem langen und lÄensvoUen Krankenlager, sanft verschieden. Ich erfülle dimnit die traurige Pflicht, Verwandte und Freunde der Ltmvigten von diesem schmerzlichen Verlust zu benachrichtigen. Stuttgart, den 15. August 1838. Zm Namen der Hinterbliebenen, v. GroS, k. würt. geh. Rath. Literarische Anzeige. Zu Lust und Scherz. Zn allen Buchhandlungen ist zu haden, in Karlsruhe m der 88?>lS)IIS^schen Hofduchhandlung: ABC für Verliebte un- Heirathsluftige hriauögegeben von Jocosus Frauen lieb. 16. geh. Preis 36 kr. Allgemeine Weinmusterung für das Großherzogthnm Baden und Ankauf ausgezeichneter Weine bctr. Laul ttusia, «Iden oo« ZU. Mae, b. I ( ta,-d«irrcschattt. Doch«,bla» Nr. 14) haben wir eine allgemeine Musterung der Weine non 1834 di« 1837 für tat ganze Großherzogtbum zu Karls- u»de auf den 7. di« 1». September d. Z. angekündigk, in Fotze mttzer wir die B-sitzer guter Wein« ersuch-», die Picben teilig L«u, adz hm tu lassen. Zu gleicher Zen machen wir bekannt, tü »st Ankäufe von de« ausgezeichnetsten Weinen de« Groß. dnWdumt, um solche der Versammlung deutscher Lantwwlhe bei «w,i „ssend-n Geiegenh-it »orzusesen, machen werden, u»d dethaldNaadistgir, «eiche -«sonn,» sind, Panhie«» »vn 5—25 Bouteillen abzulassen, um gefällig« Nachricht hierüber mit Angabe de« Preise« ersuchen. -- Karlsruhe, den 16. August 1838. Direktion bei großh. bad landw. Vereint. Frhr. ». Cllrichshaußen. Viehmprktanzeige. Dienstag, den 21. August d. I-, findet der zweite diesjährige Vieymarkt dahier auf dem Platze vor dem Gasthaut zum Waldhorn gegen die Schäferei flau. Die löblichen Bürgermeisterämter ersuchen wir. dieses mit dem Bemerken in ihren Gemeinden verkünden zu wollen, daß von Seiten der hiesigen Stadtgemeinde folgende Prämien für verkauft werdende« Vieh autgelheiit werden: für da« schönste Pferd 11 fl. da« schönste Paar Ochsen 11 fl. das zweitschinste Paar Ochsen 5 fl. 30 kr. » die schönst« großtragend« oder Melkkuh 5 fl. 30 kr. -- die zweitschönste Kuh 2 fl. 42 kr. » dar schönste Kaldele S il. 30 kr. » den schönste» jungen Stier S fl. 30 kr. Lahr, den 6. Aug. 1838. Bürgermeisteramt. Fingado. K a r l « r « d e. (Anzeige.) In der Kronenstraße bei Hvfschmied Karl Müller steht ein ganz neuer moderner GiaSwagen in Kommission billig zu verkaufen. Sinsheim. (Gebäude- und Aelterg- räthschaften-Berkauf.) Don S-ilen der un kerzeichnetea Stelle weiden die d m evangelische» K>r- chenärar gehörigen zwei geah scheue»» unter einem Dach» und das daneben liegende Keltergebäube in GteiaSfuith DienSta«, den 28 August d. I. Vormittags S Uhr. auf dem Platze selbst unter annehmbaren Zahlungsbedingungen, öffentlich versteigert werden. Unier »em ziemlich q-oßen Keltergebäude befindet sich ein guter gewölbter Keller und auf demselben sind schöne Speich«r eingerichtet. Nach der Versteigerung zu Eigenthum. wird «in Versuch zum Verkauf« veider Gebäude aus den Abbruch und zur Berwerthung der Plätze, worauf die Gebäude stehen, gemacht. 3u gleicher Zeit werden auch di« in Gteinlfurtb vorhandenen dieffeüigen Kelierg rälhschaften, worunter eine große und eine kleiner» Kellermaichin, befindlich, in Steigerung »erkauf« werden. Auswärtige Steigerer haden sich mit legalea Dermvgenszeug- niff«n auszuweisen. Sinsheim, den 17 August 1838. Großh. bad. Snftsschaffnei. Banz A-vokaturanzeige. Zur Ausüvung re« mir durch die großh. Mini- lsterien de» Zn-ein und der Justiz verliehenen Schritt- verfaffungsrecht« bade ich tu Heidelberg meinen Wohnsitz genommen, wovon ich Alle, welch« in RechtSangelegenheiken meinen Rath oder meine Vertretung wünschen, benachrichtige. Dr. M. Miteermaier. LZ» Leopvldshasen. (Anzeige.) Fein gemahlener Traß ist wieder frisch angekommen und billig z« habe« bei Wein- und Fäffer-VersteigeruNg. »US der Berlaffenschaftsmaffe des verlebten WelnhändlerS, Andreas Müller dahier, werden in Lit. D 4 Rr. 4 am Donnerstag, den 23. d. M., Nachmittags 2 Uhr, folgende reingehaltene »eine, als: 26 Lbm forster 1822r, 2t -- beLtheimer 1825r, 4 " forster 1827r, 18 « wachenheimer 1828r, 14 -- do. 1831r, 2'/, " deidesheimer 183lr, 8 " ruppertsbergek 183 lr. 25 » kallstodtee 1834r, 15 » dürkheimer 1834r, tz>/, „ unastelver 183Sr, 8 » deidesheimer Traminer 1834», 2'/, do. ds. 1834r, 8 " forster Riesling 1834r, 37'/» " whchenheimer 183Sr, 26 « 2 ds. 1835k, 33 » forster 18»5r, 14 » do. Riesling 1835r, 14 » do. Traminer 1835r, 2 '/. " herrheimer 1836r, MM 1'/, Ohm herxheknier 1833r, der Erbt Heilung wegen öffentlicher Versteigerung auSgeseht. die Proben jedoch schon Morgens von 9 bis 11 Uhr an den Mer» gereicht. Sodann werden am nämlichen und darauf folgenden Lage versteigert : 95 weingrüne und in Eisen gebundene Fässer, im Gehalt von '/. Otm bis zu 38 Ohm, ca. 400 Fuß Lagerholz mit den dazu gehörigen Lagersteinen, «in vollständiges Kellerger Litze, bestehend in Bullen, Trichtern, Stützen, Krahne» u. Leitern, ein Küferwerkzeug, verschiedenes Daubenholz und endlich eine Weinkelter mit eiserner Schraube. Mannheim, den 17. Aug. 1888. Großh. badisches StadtainlSrevisorat. Hafenrrffer. Karlsruhe. (Anzeige) Eine in gurem Stande erhaltene Halbchaise, zu» ein- und ziveispännig Fahren, ist billige» Preises zu verkaufen. Nähe,es im Komtoir der Karlsruher Zeitung. Karlsruhe. (Verkaufsanzeige.) Reben dem grünen Hofe vor dem rüppurrer Lhore dahier sind zwei Doppelflinten, wovon «ine mit spanischen Läufen, zwei einfache Büchsen und «ine Doppelbüchse von Grvßmann in Gießen aus freier Hand zu verkaufen. Dampfschifffahrt-Gesellschaft für den nieder - und Mittelrhein. Täglicher Menü zwischen Mainz, Bieberich, Rüdesheim, Bingen, Koblenz, Neuwied, Bonn, Köln, Mülheim, Düsseldorf und den Zwischenorten. Die Dampfboote „Herzog von Nassau", „Erbgroßherzogin von Hessen" und „Komet" fahren; Zu Berg; von Düsseldorf täglich 11 Uhr Abends, - Köln - 6z - Morgens, - Bonn - 9j - - - Koblenz - 6^ -> -- Zu Thal: - Mainz - 6 - - - Koblenz - Ilj - Vormittags, - Bonn - 2-z - Nachmittags, - Köln - - * Zn Koblenz wie in Mainz treffen die Boote zu Berg Nachmittags frühzeitig ein, und übernachten daselbst. Die Fahrt zu Thal von Mainz bis Düsseldorf wird in einem Tag zurückgelegt. In den Tarifsätzen mehrerer Statioenn sind wesentliche Veränderungen eingetreten, worüber die Agenten nähere Auskunft ertheilen. Düsseldorf, den 22. Juni 1839. Dw Direktion. Mit einer Beilager Buchdruckereiempfehlnng von Malsch K Vogel in Karlsruhe. Verleger und Drucker: PH. Macklvr.