K-klsruhlk Leits« g Nr. 3V1. Mittwoch, den 31. Oktober 1SS8- Baden. Karlsruhe, 29. Oktober. Die Nummer 35 deS großherzoglicheil Staats- und Regierungsblatts vom Heutigen enthält: l. Eine höchstlandesherrliche Verordnung, des Inhalts : Leopold von Gottes Gnaden, Großherzog von Baden, Herzog von Zähringen. Nach Ansicht der unter den Zollvereinsstaaten bestehenden Verabredung, wornach der Straf - und Konfiskaten- Ertrag in Zollstrafsachen zu Anzeigegebühren oder zur Bit- düng eines Unterstützungsfonds für Zvllbedienstete und deren Hinterbliebene soll verwendet werden; in Erwägung, daß demgemäß seither in Folge des §. 38 des l835erZoll- strafgesetzeS die eine Hälfte jenes Ertrages den Anzeigern, die andere Hälfte dem Zollunterstützungsfond zugeschieden ward; daß aber jetzt , da das erwähnte Gesetz inzwischen ausser Kraft getreten ist, eine neue Bestimmung hierüber erforderlich wird, verordnen Wir, auf den Vortrag Unseres Finanzministeriums, wie folgt: Art. 1. Von den wegen Zollvergehen erkannt werdenden Geldstrafen und von dem Erlöse oder Werthe des Konfiskats erhält der Anzeiger des Vergehens die Hälfte als Anzeigegebühr. Der Zolldirektion steht es jedoch zu, in einzelnen Fällen die Minderung und selbst gänzliche Entziehung dieser Gebühr zu verfügen, wenn das Benehmen des Anzeigers bei dem in Frage liegenden Fall in geringerem oder höherem Grade tadelnswürdig erscheint. Art. 2. Haben Mehrere in Folge ihrer Mitwirkung bei Entdeckung eines Vergehens auf die Auzeigcgebühr Anspruch, so wird ihnen diese, wenn sie über deren Vertheilung nicht anders übereingekommen sind, in gleichen Theilen verabfolgt. Ausnahmsweise kann von der Zolldircktion in einzelnen Fällen auch ein anderer Maaßstab der Vertheilung festgesetzt werden, wenn aus den Umständen erhellt, daß sich Einer oder der Andere der Anzeiger vorzugsweise Anspruch auf Belohnung erworben hat. Art. 3. Entsteht unter denen, die auf die Anzeigegebühr Anspruch machen, ein Streit über die Berechtigung des Einen oder Anderen zur Theilnahme an derselben, so entscheidet Hierüber die Avlldirektion, und es unterbleibt die Auszahlung der Anzelgegebühr, bis über die Streitfrage endgültig entschieden ist. Art. -1. Die in den Artikeln 1, 2 und 3 erwähnten Entscheidungen werden von der Zolldirektion, auf Antrag oder nach Vernehmung deS betreffenden Hauptzoll- oder Hauptsteuer-Amtes, erlassen. Den Betheiligten steht dagegen der Rekurs an das Finanzministerium zu. Art. 5. Bon dem Erlöse des Konfiskats werden bei Berechnung der Anzelgegebühr alle zu dessen Erzielung erwachsene Kosten (des Transports, der Aufbewahrung und Erhaltung, der Berwerthung des Konfiskats u. s. w ), auch im Falle der Unbeibringlichkeit derGefälle, der Betrag dieser letzteren vordersamst in Abzug gebracht. Art. 6. Die Auzeigcgebühr wird in der Regel nur von den wirklich zur Erhebung gekommenen Strafen und Konfiskaten — von diesen mit Rücksicht auf die Vorschrift des Art. 5 — berechnet, und es hat der Anzeiger auf solche keinen Anspruch, soweit die urtheiismäßigen Strafen und Konfiökate von den Verurtheilten oder deren Vertretern nicht beigetrieben werden können, oder ein Nachlaß im Wege der Begnadigung erfolgt. Art. 7. Die nach Art. 6 wegen Nachlaß tm Gnadenwege unter den vierten Theil des nr- theilömäßigen Straf- und Konfiskat-BetragS herabsinkende Anzetgegebühr kann von der Stelle, welche über den Gnadennachlaß entschieden, bis auf diesen Betrag, im Fall sich aber dieser über 25 fl. belaufen sollte, nur bis auf die Summe von 25 fl. erhöht werden. Art. 8. Da, wo die Anzeigebühren schon bezogen waren, soll wegen eines später bewilligten Nachlasses in keinem Falle Ersatz von dem Anzeiger verlangt werden. Art. 9. Die Oberdeamtcn der Hauptzoll- und Hauptsteuer-Aemter erhalten keine Anzeigegebühr. In Fällen, wo sie ausschließlich oder mit Anderen Anzeiger waren, fließt die sie treffende Anzeigegebühr in den Zollunterstützungsfond. Dem Letzteren kommen überdies alle Straf- und KonfiskatewBeträge zu, die nach Befriedigung des Anzeigers, sowie nach Bestreitung des im Art. 5 erwähnten Kosten- und Gefäll-Ersatzes erübrigen. Alt. 10. Gegenwärtige Verordnung tritt sogleich in Wirksamkeit. Gegeben zu Karlsruhe in Unserem Staatsministerium, den 18. Okt. 1838. Leopold. v. Böckh. Auf höchsten Befehl Seiner königlichen Hoheit des Großherzogs Büchler. II. Eine Bekanntmachung großh. Ministeriums des großh. Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten vom 19. d. M., womit die, in dem nachfolgenden Protokoll der Zen- tralrhcinschiffsahrtskommisslon zusammengestellten weiteren, fünf Supplementarartlkel zur Rbcinschifffahrtskonvelition vom 31. März 1831, Nro. 5 — 9, welche unter dem 13. Sept. v. I. die höchste Ratifikation Seiner königlichen Ho-- 3048 heit des Großherzogs erhalten haben, bezüglich auf die Bekanntmachung vom 22. Febr. 1836, Regierungsblatt Nro. 12. hierdurch gleichfalls zur Nachricht und Nachachtung öffentlich verkündet werden. . . Protokoll der Zentralrheinschifffahrtskommission. Juli« sessivn 1837, Nro. 19. In Gegenwart der nachstehend benannten Herren Bevollmächtigten: für Baden: des Frei- herin v. Andlaw; für Baiern: deS Herrn v. Nau; für Frankreich: des Herrn Engelhardt; für Hessen: dcö Herrn Berdier; für Nassau: des Frhrn. v. Zw erleiu; für die Niederlande: dts Herrn Ruhr; für Preußen: des. Herrn West« phal, Präsident. Mainz, den I. August 1837. . 8- 1. Nach Wietervorlage des Protokolls der Zentralkömmission vom 1. August 1835 , Nro 34, die Zusammenstellung derjenigen, in der Session desselben JahreS genommenen, Beschlüsse enthalten», welche die UebereiNkunft uüd daS Reglement vom 31. März 1831 modisiziren und daher der Sanktion der Souveräne bedürfen, haben die Bevollmächtigten die Durchsicht und Zusammenstellung der, in der gegenwärtigen Session, so wie sn derjenigen, von 1836 weiter zu Stande gekommenen, Beschlüsse derselben Art vorgenommen, um solche, unr derim odenangeführten Protokolle vom 1. August 1835 enthaltenen, der Rat fikation der Höfe in der Form von Supplementärartikeln zu unterlegen und den bereits ratifizirten vier Supplementärarli- keln anzureihen. 5ter Supplementärartikel. (Protokoll Nro. 13 vom 15. Juli 1835) Der Senfsaameu ist den Ausnahmen st. des Tarifs 6. beigefügt. 6ter Supplementärartikel. (Protokoll Nro. 15 vom 17. Jutt 1835) Chaisen und Reisewagen, Moos, Rohr, Schilf sind der, im Schlußsatz des 2ten Supplementärartikels bezielteu Klasse der Gegenstände beigefügt, welche von dem Oberlastvet- böte ausgenommen sind. 7ter Supplementärartikel, (Protokoll Nro. 2 vom 5. Juli 1836.) Die, in der Kathegorie 11. der Ausnahmen des Tarifs 6. begriffenen Artikel sind von den Schifffahrtsgebühreu befreit, welche, zufolge deS Zten Supplementärarttkels, von denselben.erhoben werden, gier Supplementärtikel. (Protokoll Nro. 19 vom 25. Juli 1836.) Die Worte „desselben Gebiets" sind im Art. 38 der Rheinschifffahrtsordnung gestrichen. 9ler Supplementärartikel. (Protokoll Nro. 6 vom 11. Juli 1837.) Zusätz zu dem zweiten Alinea des Art. 35 der Rheinjchtfffahüs- ordnung. „Es bleibt jedoch den resp>.kliyen Regierungen der Uferstaaten sreigestcllt, vorstehendes Strafmaaß durch eine Geldbuße von 3 bis 30 Franken zu ersetzen, bei deren Anwendung alsdann von den Rheinzollgerichteu in jedem einzelnen Falle die vorliegenden Belaftungs- oder Milderungsgründe zu berücksichtigen sind." Die vorstehenden Supplementärartikel haben, nach erhaltener Sanktion der Souveräne der Userstaaten, dieselbe Kraft und Wirkung, als ob sie wörtlich in der Uebereinkunst und dem Reglement vom 31. März 1831 enthalte» wären. Der Boll. zug derselben, in so ferne solcher nicht schon früher statt gehabt, beginnt überall am 30. Tage nach allseitiger, bis zum 1. November dieses JahreS in üblicher Weise zu bewirkenden, Hinterlegung der Ratifikationsurkunden in das Archiv der Zentralkömmission zu Mainz. (Gez) v. Andlaw; v.Nast; Engelhardt; Verdier; v.Zwierlekn; Ruhr» Westphal. Für gleichlautende Ausfertigung, der Präsident der Zentralkommission. In Abwesenheit deS zeitlichen Präsidenten. Nau. . 1U. Eine Bekanntmachung großh. Finanzministeriums vom 20...Okt-.d.J., wonach die Gulden- Und halbe Gulden-Stücke der, zum Zollvereine gehörigen süddeutschen, Staaten in die, bei Entrichtung der ZollvereinSadgaben »maßgebende, MünzvalvationStabelle ausgenommen sind, und zwar die Guldenstücke gleich 17 Sgr. 1^ Pf. preuß., die halben Guldenstücke gleich 8 Sgr. 6z Pf. preußisch. . IV. Eine Bekanntmachung deff lben großh. Ministeriums vom 20. v. M., die Erhebung von Kloffensteuer durch di» Zenkralkasse für den Eisenbahnbau betreffend. V. Die Verleihung zweier Stiftungen zu wvhllhäti- gen Zwecken. VI. Ordensverleihungen. Seine königliche Hoheit der Äroßherzog haben dem k. k. österreichischen Major und Bataillönskorn- maNdanteu im 59. Infanterieregimente, Großhcrzog von Baden, Freiherrn v. Dallwitz, und dem Lieutenant Heinrich Dümont in demselben Regiment« das Ritterkreuz deS Zähringer Löwenordens zu verleihen geruht. VII. Medailleverleihüng. Seine königliche Hoheit der Größherzog haben sich gnädigst bewogen gefunden, dem, bei dem Oberhofgericht angestellten, Kanzleidiener Christoph Retzer, in Anerkennung seiner langjährigen, treu, eifrig und mit Auszeichnung geleisteten Militär- und Zivil-Dienste, diefilberne Zivilverdienstmedaille zu verleihen. Heidelberg, 28. Okt. Seit der Eröffnung deS StetnbnichS oberhalb des Riesenstcins wurden zweierlei Steinsorten zugerichtet, wovon die eine für Gränzsteine bebestimmt zu styn scheint, Mehrere hundert dieser Steine sind zuzerichlet und ein Theil davon fertig gehauen. Sie sind mit einem Wappenschild versehen. Vorerst sind von dieser Sorte 1,000 bestellt. Die andern Steine sind Platten von 3 Fuß Breite und 4 Fuß Länge, auf der Oberfläche glatt abgerichtet und haben in der Mitte ein CinsenkungSloch. Von diesen Platten sollen 17,000 angefertigt wöiden. — Im Bahnhof wurde nun eine dritte länge Hütte aufgeschlagen,, worin die Ztmmerkeute im Winter arbeiten sollen. Am 24. d. wurde der Anfang uiit den Erdarbeiten gemacht. Von jeder Gemeinde wur- .'tstn 30 Mann auf den Bahnhof beordert, die jedoch nicht alle in voller Zahl erschienen. Pie Arbeiter von Wieblingen, Edingen, Friedrichöfeld, Ketsch, Schwetzingen, Sandhaufen, Eppelheim und von andern Orte» fanden stch eitt, und fingen damit an, da§ höhere, Terrän auf die Niederungen abzutragen. Das Profil, der Bahn ist überall mit Latten angegeben. In dem höheren Terrän ist die Krone des Dammes vermittelst Gräben angeveutcr. An den verschiedenen Arbeitspunkten sind kleine Hütten, worin die Aufseher die Arbeitsgerälhschaften aufbewahren. Den Arbeitern ist des Morgens und Nachmittags eiste Viertelstunde und am Mittag 1 Stunde Rübe gestaltet. DaS Tabakranch.n ist verboten, was mancherlei Unzu- 3049 friedenbeilrn herbeigeführt haben soll. Der Arbeitslohn soll aus 36 kr. per Tag festgesetzt seyn. (M. I.) Käferthal, 28. Okt. Unter Beziehung auf die Nachricht in Nr. 256 d. Blattes, fauS demselben auch in die K. Z. übergegangenf d. d. Ladenburg, den 25. Okt., diene zur Berichtigung derselben, daß im hiesigen Orte weder von einer Maul - und Klauen - Seuche, noch weniger von einer deßhalb angelegten Stallsperre etwas bekannt ist. (ML.) Freiburg, 26.Okt. Dem Vernehmen nach schreitet hie hiesige Universität zur desinittven Besetzung der durch den vielbeklagten Tod des geheimen Hofraths Doktor Bek verwaisten chirurgischen Lehrstelle. Ein im vorigen Monat erschienener «Bericht über die Einrichtung und die Ergebnisse der chirurgisch-opbthalmo- logischen Klinik zu Freiburg wahrend der letzt verflossenen neun Jahre unter der Leitung des geh. Höfraths Dr.Bek, herausqegeben vom Professor Dr. Schwöryr, Freiburg, Herdei'sch« Kunst - und Buch-Handlung. 4838", weist nach, daß in neun Jabren, ausser einer Menge kleinerer Operationen, allein 550 bedeutende Operationen vvUührt wurden, wovon 482 mit dauernd glücklichem Erfolg sich gekrönt sahen. AuS diesem öffentlichen Ausweis erhellt unwiderlegbar die Hobe Wichtigkeit der von Bek bekleide- ten Lehrstelle, deren Besetzung mit einem theoretisch und praktisch tüchtigen Marine eben so sehr die Pietät gegen den Verstorbenen gebietet, als es die Ehre und das Wohl der Universität, sowie haS Interesse der Stadt und des Landes fordern. *) (F.Z.) Dakern. In LandSbut hat ein neuer Gastgeber, Franz Sen- nlnger, die Eröffnung feines Gasthoses auf folgende Weise ongekündigt: «Künftigen Montag, den 15. Oktober 1838, welchem Tagedas Herz jedes BaierS freudig entgegen schlägt, geht auch meine Sonne auf, nämlich, der Gasthof M goldenen Sonne in der künftigen Kreishauptstadt Landshut." Sachsen-Weimar. Wesiw'ar, 21. Okt. Der 18. Oktober ist wie immer hier gefeiert worden, nämlich Abends von 7 bis 8 Uhr durch dreimaliges Glöckengeläute und durch Feuer auf den nahen Anhöhen. Letztere erscheine» nach und nach immer kleiner und nicht wie vor 22, 23 und 24 Jahren, cho in der Regel auf der Spitze unseres EtterS- bergeS Holzstöße von 15 Klaftern brannten. Daran ist indessen keineswegs der erstorbene Enthusiasmus schuld, sondern die Befürchtung, daß die Oktoberftuer keineswegs geeignet sind, die Perspektive des Holzmangels zu verkürzen, obgleich wir in einem Holzlande wohnen und uns einer' höchst geregelten, . tüchtigen Fvrstwirthschaft zu erfreuen haben. Indessen gewöhnen wir uns hier ebenfalls schon seit einigen Zähren an.Torf- und Braunkoh- *) Wie wir hören, hat dir Universität, auf ten Vorschlag der medizinischen Fakultät, bei der hohen Regierung darauf an- getraaen, daß der in seinem Fache ausgezeichnete P-oteffor Terror aus Würz bürg für die chirurgische Lehrstelle beruien werde. Anm.d.R. d. Frhg.tzig. lcn-Feuerung, um das tlstuer Mdrnde Holz zu ersetzen und weniger zu bedürfen. ' (P. StS. Ztg.) Hohenzollern -Sigmaringen. Einer Nachricht auS Konstanz, in der augSb. Allg. Z. vo?n 28. d. M.,zufolge, istder Eintritt veö ehemaligen kurheff. Ministers Hassenpflug ln' hohenzollern-sigmäringen'sche Dienste, nach zuverlässiger Quelle, durch deü Fihrn. v. Laßberg, Vater des verstorbenen hohenzolleru-sigmartngen' schen Regierungsdirektors , .eingeleitet worden , wonach also die verschiedenen Angaben in öffentlichen Blättern als gänzlich Unrichtig erscheinen. ' ' Oesterreich. Wien, 18. Okt. Die Kaiftr-FerdinandS-Nordbabn wird sicher 16 Mill. Guldeii kosteu Bis Brünn ist dieselbe sehr well in der Arbeit vorgerückt, und bei Lund iwurg wirv der Arm derselben, der nach Bochma führt, von 8.000 Arbeitern angefangeN. An der March hat das Wasser mehrere Dämme, welche man zur Sicherheit der Eisenbahn anlegen mußte, öfters wieder hinweggerissen, so daß man diesem Flusse ein eigenes Bett stillenweis graben mußte. Eben so erfordert die Bösartigkeit der Taya 14 Drücken. Wmn die Bahn bis an die Taya fertig seyn wird, dürften E.lSgrub und Felsberg, Besitzungen des Fürsten von Lichtenstein, von den Wienern sehr betuchte yrte werden, denn die Pracht der dasigen . Anlagen, so wie der fürstlichen Schlösser, soll alles Derartige so überbieten, daß die Wiener zu sagen pflegen, im Paradiese, könne eS nicht so schön gewesen seyn, als in Eisgrub und Felsberg; es sey der schönste Garten in Europa! Auf der fertigen Strecke von Wien nach Gänserndorf, 7) Meilen, fährt man in 50 Minuten. Die ganze Bahn wird erst in zwei Zähren fertig. (Pr. St. Ztg.) Preußen. Berlin, 25. Okt. Die-Annäherung.des Winters gibt den Dieben Raum, ihre Geschäftigkeit zu üben, und seit einigen Wochen hört man wieder von zahlreichen Einbrüchen. Erst am 2i. wurde das Gewölbe eines Göld- und Silber-Händlers erbrochen und beraubt. Das Entdecken der Diebe ist leider rn demselben Mäaße. schwieriger geworden, als sich dies ruchlose Handwerk nicht mehr auf nomadisirendes Gesindel und Vagabunden.beschränkt, sondern auch von solchen getrieben wird, die hier ansäßig sind und Familie haben, was dem Hehlen dcS .Gestohlenen unendlichen Vorschub leistet. Die Gefängnisse, sollen in diesem Augenblicke 6 — 700. Gefangene enthüllen, wovon über zwei Drittel Diebe sind. Da die Gebäude nur für 2 — 300 eingerichtet sind, so ist diese Nebervölkerung ein doppelt beklagenSweriher Umstand. — Ein Mordan- fall aus der belebten Ehauffee nach.Potsdam hat groß« Sensaison erregt. Der Kgecht einer der großen Brauereien in gedachter . Stadt, welche täglich einen Wagen mit ihrem Produkt näch.Berlin sendet, kehrte in voriger Woche Nachts leer mir dem cmkassirten Gelte zurück. Dicht hinter Zehlendorf im Walde wurde der Knecht von drei Männern angefallm, welche das Geld forderten. Beherzt hieb t er mit der Peitsche zwischen die Angreifer und trieb die Pferde zum raschen Laufe. Er entkam, aber ein ihm nachgesandter Schuß durchbohrte ihm die Seite, und er starb Tags darauf, nachdem er noch einige Kennzeichen der Mörder angegeben hatte. (S, M.) Berlin, 25. Okt. Wenn die »Münchener polit. Ztg." der Meinung ist, daß mit der diplomatischen Vertretung Preußens in Rsm auch die, hinsichtlich des kön. Placets und der Vermittelung geistlicher Korrespondenzen durch die weltlichen Behörden geltenden gesetzlichen, Bestimmungen aufgehoben würden, so ist daS natürlich ein Jrrthum, der sich leicht widerlegt. Bevor der verstorbene gelehrte Äl- terthumSforscher, Geheimerath Uhden, dessen Nachfolger Niebuhr und Bunsen wurden, in Rom beglaubigt ward, hat jene Vermittelung zwischen Preußen und Rom immer ohne einen diplomatischen Agenten stattgefunden, und so wird es wohl auch in der Folge seyn, falls die Regierung für nöthig findet, das Gesandtschaftsperfonal zurückzuberufen. (A. Z.) Berlin, 25. Okt. Zn der hiesigen Hayn'schen Ver- lagshandlung wird nächstens eine bemerkenswerthe Schrift erscheinen, unter dem Titel: »Sechs und fünfzig Stimmen in den kirchlichen Wirren über gemischte Ehen." Es sind dies 56 Gesetze aus verschiedenen europäischen Staaten in Bezug auf gemischte Ehen, welche der königl. Justizminister Hr. v. Kamptz in seinen Annalen ausgenommen, und deren besondern Abdruck derselbe gegenwärtig erlaubt hat. Das große Publikum wird daraus ersehen, daß Preußens Gesetze in dieser Hinsicht milder sind, als selbst in retn - katholischen Staaten. (F. I.) Berlin, 27. Okt. Se. Erz. der kaiserl. türkische Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Reschid Pascha, ist von Konstantinopel hier 'angekommen. Holland. Aus dem Haag, 25. Okt. Heute Morgen, um 11j Uhr (wie der „Avondbode" meldet), hat eine vereinigte Kommission der beiden Kammern der Generalstaaten Sr. Maj. dem Könige die Antwortadresse auf die Thronrede überreicht. Sie ist allerdings im Allgemeinen der Wiederhaü der Thronrede; nicht umhin können wir aber, den bedeutungsvolleren Anfang derselben zu geben: „Sire! Geben wir mit erneuerter Betrübniß stets auf die schmerzliche Ursache zurück, welche unS Ewc. Maj. Gegenwart bei Eröffnung unserer jetzigen Versammlung missen ließ, so war es unS angenehm, Höchstdieselben bei dem Anfänge dieser Session in unserer Mitte zu sehen, begleitet (zum ersten- Male) von dem Erbprinzen von Oranien, einem Zweige aus dem Hause, an welches das Heil Niederlands so fest geknüpft ist und welches wir mit derselben Liebe, die wir für'S Vaterland hegen, umfangen. In diesem Augenblick, wo wir Ewr. Majestät, nach den von Höchstdenenselben empfangenen Mittheilungen, unsere ehrfurchtsvolle Huldigung feierlichst darblingeu, fühlen wir dies um so lebhafter.' Einstimmig schlossen wir uns um den Thron, als gegen das Ende unserer letzten Session Ew. Maj. uns in Kenntniß setzte von der, den Repräsentanten der Höfe von Oesterreich, Frankreich, Großbritannien, Preußen und Rußland in London überlieferten, Erklärung. Wir dursten uns überzeugt halten, daß dadurch eine'schnelle Entscheidung unserer politischen Verhältnisse erreicht werde. Bil- lizerweise konnten wir erwarten, daß diese Erklärung, ge. gründet auf die, von den Mächten selbst als umvümuf- lich erkannten, Bestimmungen, zu solcher Eutscheidu>g führen und dort einmal Recht widerfahren werde E«r. Maj. und Höchstderselben Bestrebungen zur Beförderung der Interessen des Vaterlandes und dem, seinem Könige und seinen Pflichten treuen, Volke. Es schmerzt uns sehr, daß auf diese bestimmte und unbedingt gemachte Erklärung der Antwort noch entgegengesehen wird. Ew. Maj. verharrt stets in der Hoffnung, daß diese Erklärung ein Resultat erreichen werde, das mit der Ehre und den wahren Interessen des niederländischen Volkes, vereinbar sey. Mag gleichwohl, zufolge einer unbegreiflichen Politik, diese Hoffnung nicht rasch verwirklicht werden, dann wird Ew. Majestät uns bereit finden, Höchstderselben Bestrebungen zu unterstützen, um endlich ein solches Resultat zu gewinnen." (F.O.P.A.Z.) Italien. Neapel, 10. Okt. Am vorigen Sonntag brach über unserer Stadt ein heftiges Gewitter aus; der Blitz schlug in die Kirche Sta. Maria la Nuova, und zwar in dem Augenblick, als die Messe gelesen wurde. Er fiel auf den Hochaltar, nachdem er vorher in ein oberes Gemach ein- gedrungen war, und 2 darin befindliche Geistliche ziemlich unsanft berührt hatte. Von da nahm er seine Richtung durch das Gemäuer oder Gewölbe der Kirche und schlug an der Seite des Priesters in die Erde, der gerade dem Volke den Segen ertheilte und mit ausgestreckten Armen das Allerheiltgste emporhielt. Der heftige Schlag warf ihn zu Boden, und verbrannte sein ganzes Gewand. Die silbernen Leuchter, mit denen der Altar in Menge verziert war, schmolzen gleich den Wachskerzen, und verschwanden wie ein Hauch. Auch von dem Allerheiligsten, welches der Priester in der Hand hielt, blieb nur Asche übrig. — Thermometerstand im Schalten: Am 13. Okt. Morgens 16°, Mittags 18°; am 14.Morgens 17,5°, Mittags 18°. (A. Z.) Ancona, 20. Okt. Diesen Vormittag hat Ihre M. die Königin von Griechenland an Bord der griechischin. Korvette "Amalia" von unserm Hafen aus ihre Rückreise nach Griechenland angetreten. (A. Z.) Großbritannien. London, 25. Okt. Am Montag wurde die Nord- Verbindungseisenbahn (welche als eine Fortsetzung der Großen-Verbindungseisenbahn von London und als eine direkte Bahn von Manchester und Liverpool nach Preston dienen soll), als nun von Ende zu Ende fertig hergestellt, eröffnet, von welchem Vorgang die „Times" eine ausführliche Beschreibung gibt. — Der „Globe" berichtet, daß das Projekt der Anlage einer Eisenbahn von Newcastle nach Edinburgh, wodurch das letzte Glied der großen Verbindungskette zwi- 305L schen London und Edinburgh hergestellt würde, eifrig betrieben werde. Kalkutta, 18. Juli. Der Stand der Angelegenheiten bietet Stoff zu sehr ernsten Betrachtungen dar. Wir find, scy es nun in Folge eines verabredeten Planes ober durch ein zufälliges Zusammentreffen von Ereignissen, von allen Seilen mehr oder weniger bedroht. Im Nordwesten versprechen die Angriffe Persiens gegen Herat und die Stellung des Fürsten von Kabul die oft angeregte Frage über die Zweckmäßigkeit, unsere Gränze bis an die User des Indus auSzudehncn, zu einer schnellen Erledigung zu bringen. Im Südosten ist unser neuer Resident, der Oberst Benson, beschäftigt, unsere Verhältnisse zu dem Usurpator des Thrones von Ava, mögen sie nun freundlich oder feindlich auSfallen, zu regulircn. Längs der östlichen Bergkette haben wir die Nepalesen, die durch Einfälle in unser Gebier und durch Absendung von Gesandten an Rund- schtt-Singh die Neigung zu erkennen geben, den am Ende deS vorigen Krieges abgeschlossenen Freundschaftstraktat aufzuheben. So sehen wir überall, wohin wir auch blicken, sich drohende Wolken aufthürmen, Und wir haben niemand, der fähig wäre, den Sturm zu beschwören, oder ihm, wenn er losbricht, die Spitze zu bieten. Unterhandlungen und Vorsicht sind das LoosungSwort; allem es ist sehr die Frage, ob unter den gegenwärtigen Umständen halbe Maaßregeln und eine temporisireude Politik irgend von Nutzen seyn werden. Wir müssen durchaus eine entschlossene und imposante Stellung annehmen, wenn wir einem langen und kostspieligen Kampf ausweichen und die endliche Nolhwendigkeit, unser schon übergroßes Gebiet noch zu erweitern, vermeiden wollen. Die einheimischen Truppen in Dschaudpor und Assam sind um ein Geringes vermehrt worden, und die Brigade von Audih (Oude) wird fortwährend geübt. Es heißt, ein starkes Corps werde nach dem Aufhören der Regenzeit in'SFeld rücken, jedoch nur, um dem Besuch deS Ge- neralgouverncurs, Lord Auckland, bei Rundschil - Singh mehr Nachdruck zu geben. Die Nachrichten über Dost Muhammed Chan's Operationen haben große Besorgnisse erregt; er soll ein Truppencorps von Rundschit-Siirgh unter der Anführung des Generals Allard geschlagen haben. ES hat sich das Gerücht verbreitet, daß die Nepalesen die nach Nungpur, Purneah u. s. w. führenden Pässe mit 20,0ä0 Mann besetzt hätten. Der Regierung ist jedoch bis jetzt kein Bericht hierüber zugegaugen. In Ludiana sind mehrere nepalesische Spione, oder nach Persien bestimmte Emissäre, verhaftet worden. (Ostind. Bl.) Frankreich. Pari s, 27. Okt. Mehrere Blätter schreiben: Unsere Landstraßen befinden ssch in so unglaublich schlechtem Zustande, daß die Posten nur mit Mühe zu den festgesetzten Stunden ihren Bestimmungsort erreichen können. Dies wird täglich durch das Bulletin des Generalpostdirektors an der Börse offiziell verkündet. Noch gestern waren, aus diesem Grunde, die Posten von Straßbmg und Calais bedeutend verspätet angekommen. — Die Museen deS Louvre und des Luxemburg werben nicht leer von französischen Künstlern, welche die dort ausgestellten Meisterwerke ssudiren. Die große Gemäldegallerie im Louvre gleicht einer unermeßlichen Künstterwerkstätle, in der sich mehr als 40.000 Staffeleien befinden. (?) — Man findet ans dem Marchö des Jnnocents mehrere komfortable Garküchen unter freiem Himmel, wo man für fünf Sous vortrefflich speist. DaS gewöhnliche Mittagessen besteht aus folgenden Gerichten: 1 Teller Suppe 5 Cent., Fricot 10 Cent., Brod5Ceut., die halbe Tasse Kaffee S C, Summa 25 Centimes. Der Brunnen am Markt liefert gratis das zur Verdauung nöthigc Getränk. — In allen Vierteln der Hauptstadt werden jetzt Abendschulen für Personen jedes Alters eröffnet. Lectüre, Schönschreiben, Rechnen rrnd Zeichnenkunst werden nach der kürzesten und besten Methode gelehrt. Die Lehrer sind voll Eifers und kennen die Wichtigkeit ihres Berufs. Bekanntlich ist der Unterricht unentgeldlich. Spanien. Madrid, 19. Okt. Der gestern von dem Finanzminister vorgenommene Versuch, alle Lieferungen für die gesammte Armee auf die Monate November und Dezember zu verakkordiren, ist gänzlich mißlungen. Hr. v. Mon- tevirgen hielt an die Akkordlustigen, die sich eingefunden, eine Anrede, in welcher er sie von Anfang an aufseine Bedingungen sehr begierig machte. Sie fielen aber so wenig glänzend aus — er machte ihnen das unsichere Versprechen der Zahlung binnen 6 Monaten durch die Militär- intendanten —, daß sie Alle eilten, ihm aus dem Gesichte zu kommen. — Der frühere Oberst des 4. Gardere- giments, Brigadier Puig, ist zum Gefe politico der Provinz Madrid ernannt worden. (S. M.) Das großherzogliche Staats- und Regierungsblatt vom 29. Okt., Nr. 35, enthält folgende D i e n st n a ch r i ch t e n. Seine königliche Hoheit der Großherzog haben Sich gnädigst bewogen gefunden den Oberamtmann Bernhard Man; in Freiburg, auf sein unterthänigstes Ansuchen, in den Ruhestand zu versetzen; die Hofgerichtsaffessoren Maier in Konstanz, Lang und Zentner zu Mannheim, Wedekind und v. Stockhorn zu Rastatt zu Hofgerichtsräthen zu befördern; den Odergc- richtsadvokaten AntonStabel in Mannheim zum Assessor bei dortigem Hofgericht, und die Hofgerichtssekretäre Machaner in Rastatt und Baumüller in Mannheim zu Assessoren bei dem Hosgericht des MittelrheinkreiseS zu ernennen; die erledigte Stelle eines zweiten Beamten bei dem Oberamt Heidelberg dem Amtmann Schmidt in Eppingen zu übertragen; den Trigonometer Rost bei der Oberdirektion des Wasser - und Slraßen-Baues zugleich auch der Eisenbahnbaudirektion zuzuthcilen, und den bisher bei dem militärisch-topographischen Bureau beschäftigten Geometer Vin- cenz Maier von Eigellingen als Zeichner bei der Oberdi- rektiondeS Wasser- und Straßen-Baueö und der Cisenbahn- I 3052 baudirektion anzustellen; auch den KameralpraktikantenLud- wig Wolff von Karlsruhe zum Hauptamtskonttoleur bei dem Hauptsteueramte daselbst zu ernennen. Höch st dieselben haben die katholische Pfarrei Hart»i heim, Amts Stetten, unter den zwei von der fürstl. für« stenbergischen Standesherrschast vorgeschlagenen Bewerbern dem Pfarrverweser Neff zu Hartheiin gnädigst verliehen. Die von der großherzogl. markgräfl. badischen Domä- ^ nenkanzlet dem Vikar Philipp Fackelmann zu Jöblingen er- theilte Präsentation auf die Kaplaneipftünde in Salem hat die Staatsgenehmigung erhalten. Durch Beschluß des Ministeriums des Innern vom 12. Okt. d. I. ist dem Rechtspraktikanten Herrmann Krämer von Herbolzheim, dermalen zu Kenzingen, daSSchrtst- verfassungsrecht in Administrativsachen verlieben worden. Nach erstandener vorschriftsmäßiger Staatsprüfung sind die Baueleven: Julius Lembke aus Mahlberg, Eduard Will aus Tauberbischofsheim und Karl Baumüller auS Dm lach unter die Zahl der Baupraktikanten ausgenommen worden. Vermöge höchster Entschließung aus großh. Staatsministerium v. 27. Sept. d. I., Nr. 1514—1515, ist der Kanzlist Dühmig bei der Steuerdircktion auf den Grund des 8- 10. Ziff. 1- des Dieneredikls vom 30. Januar 1819 aus dem Staatsdienst entlassen worden. Kurs der Etaatöpapiere in Frankfurt a. M 'Den 29. Okt., Schluß 1 Uhr. spZt.s Hap. Prrnßru Bat«» Frankfurt Baden Nassau Hollan) Spanten P-l-u 4 4 4 3j 3. 3t 5 Geld? 1061 Oestrneich Metall. Obligation«, -e do. d». « do. do. i Bankaktien « fl. 100 Loose bei Roths. , Partialloose do. fl. 500 do. d». » Bethw. Obligationen s d». do. EtaatS.Gollu.S.f Darmstadt Odligatftneu . ist. 50 Loos« st. 25 Loose Obligation«» b. R ths. st. 85 Los e Integrale Aktrvjchuld Lstteriel«o!e Rtl. r. do s st. 500 ° Etaatspapier«. Wien, 24. Okt. öprozeritige Mrtalltqueö 107z; 99z ILOj 99z loiz 104z imz 100 viz 23t 224 5z — 76z 79z 1727 275 128 68 ioiz 267z I»', 96z 4proze»t. IMt; Äprozent. 81z; Lzprozent. — ; 1834er Loose > 29; Bankaktien 1459; Rordbahn 105; Mailänder Eisenbahn 103 z; Raaber E. B. 103z. Neueste Nachrichten. PariH, 28. Okt. Aus dem Goldbügeldepartement wird berichtet, daß hie Weinlese dort bei'm schönsten Walter stattgefunden Hab«, weshalb denn auch die Bütten- gährung rasch vor sich gegapgen sey; her'Wein werde eine schöne Farbe und reichen Alkoholgehalt bekommen; er werde .einen dem 1833r gleichen geben. (Moniteur pansien.) — Der König hat gestern in Begleitung der köntgl. Familie die Vorstellung der Donizettt'scheu Oper »Lucia di Lammermoor" im italienischen Theater, worin Rubini, Tamburiiii und die Persiani sangen, mit seiner Gegenwart beehrt, und wurde bei seinem Erscheinen mit lebhaftem Jubel empfangen. (Moniteur pansien.) — Madrid, 21. Okt. Die, ül her Hauptstadt be- ,stehende geheime, Druckerei greift ohne Schonung Alles an, was ihr nur in den Weg tritt. Die Polizei scheint dem Insuge gelassen zuzusehen, obgleich die HH. LlanvS, Can- seco, Avtranetra und Montalvo als Verfasser der Flugschriften namentlich bezeichnet werden. Freilich hat das Ministerium vollauf damit zu thun, den Bedarf sür's Heer auf die Monate November und Dezember herbeizuschaffen. Bisher ist,,wie gesagt, der Zutauf der Lieferungölftbhaber nicht bedeutend; was wohl daher rühren mag, daß die Zahlungsbedingungen nichts weniger als einladend sind. Erstlich ist der Termin von 6Monatenvielzu lange, dann bleibt die Anerkennung her Summen den Intendanten überlassen. — Espartero soll sich wieder direkt an die Regentin gewankt haben, um so schnell als möglich Kriegövorrath, an dem es ihm gänzlich gebricht, zu bekommen. Bon der anfänglichen Begeisterung für den Genexal van Halen ist man nachgerade zurückgekommen; es scheint darum zu thun zu sepn, im Falle Espartero auf seinem Wunsch, sich zurückzuziehen, beharren sollte. ihn im Oberkommando der Nordarmee zu ersetzen. --- Die Lage pan Haspe erregt große Besorgniß; Habrera kann recht leicht einen Ueber- fall machen. (Den neuesten Nachrichten zufolge hat Cabre- ra am 14. d. Caspe wirklich angegriffen, und seine Truppen waren selbst gn die Stadt gedrungen und belagerten den Ort, wohin sich die NationalgarWen und die schwache Besatzung eingpschloffen hatten. Allein am 18. kam van Haien mit seiner Division herbei, worauf oft Rebellen Caspe verließen und sich in der Richtung von Maella zurückzogen.s — Zu Saragossa herrscht vor der Hand Ruhe. Ueber 300 Geistliche sitzen fest; es war dies das einzige Mittel ihrer Rettung. — General Narvaez, heißt es nun wieder, breche gegen Andalusien aus, in welcher Provinz er sehr beliebt ist. Dieser General, ein geborenerÄn- dalusier, hofft, von seinen Landsleuten etwas für sei»« Truppen zu erhalten. Marquis LaS AmarillaS hat die Bestimmung, mit 4.000Mann Toledo zu besetze» ; General Aleson mit einem eben so starken Korps nach Avila zu rücken, und 5,500 Mann, unter NogueraS, verbleiben in der Manch«. Vermöge dieser Verkeilung der Streit- ki äste glaubt die Regierung die Hauptstadt und deren Umgegend gesichert — Heute findet eine Parade der Nalio- nalgarde statt. Dieses Schauspiel zieht viele Zuschauer herbei. Bayonne, 23. Okt. Die den 19. zu Tolosa Un- gctroffene Prinzessin von Beira begab sich sofort nach AS Auszug aus den Karlsruher WttterungS- beobachtungeu. kLarome-lrhermowe-g», . Witterung 20,Okt. H s Wind.^Erboupt. M. 7 6.4p.! 5,1 Gr.üv.o! S ltrüv, Nebel M. 3 U.I27Z. 7.1L. 11,1Gr.üb 0 SW trüb, Regen N. 11 Uj27Z. 9.4L.I 7,0Gr.üb.0jSW jtrüb " > . . . . GroßherzogUcheS Hoftvearer. Donnerstag, den 1. Nov: Die'Royalisten, Schauspiel in 4 Aufzügen, von Raupach. Karlsruhe. (BaHanzeige) Mittwo'ch, den 31. Okt., wird im Promenadehaus ein Ball, wobei die Schwarzenbacher Musikgßsellschaft spielen wird, abgehalten werden, wozu ein verehrtes Publikum ergebenst eingeladen wird- Nor dem Anfang des Balles werden mehrere Stücke aus den beliebtesten Opern von obengenannter Gesellschaft zur Ausführung gebracht. Der Anfang ist um 0 Uhr, der Ball beginnt um 7 Uhr. Eintritt für Herren 48 kr-, Damen sind frei. Karl Nehrlich, Tanzlehrer. Karlsruhe. (Dienltgesuch.) Ein Ka< meraiaisiftenl wünscht einr erste Gehüilenstelte niit einem jährlichen Gehalt von 500 fl. Wer? sagt das Komtorr der Karlsruher Zerrung auf porwsreie Anfragen. WieSloch. -(Zwangsversteigerung.) Montag, den 19. «»». d. I., Nachmittags um 2 Uhr, werden Nachdeschriebene Lregenschasren der ledigen Eusanaa Vogt Wim Wege deö gerichtlichen Zugriff« versteigert, alö: SchStzungSwerth Ekn zweistöckiger Wohnhaus mkt gewölbtem Keller, Stall und Zügehördr, Nebst zwei daneben liegenden Hausgärlen tm Freihof, neben Adam Zirkel und Abraham Wittmer, vornen Georg Vogl'« Witt- we, hinten di« HSllgasse, mit dem Recht« der gemeinschaftlichen Einfahrt. 2,425 fl. Nr. 3,964 des Grundbuchs: t Piorgea 4'/»» Rurhen altes oder 1 Morgen 30'/,, Ruthen neue« Maas Wiesen aus dem Trat, ein- seitS Dreckönigwirlh F. Sreber, anderseiis Valen- M Dörner. 4M fl. Nr. 1.987! 2 Vrtl 36'/»» Rurhen altes oder 3 Viertel 4'/,« Ru- tven neues Maas aus den Waldwiesen in oer 4ten Gewann, einseit« Gemeinderath Sieber, anderseits Philipp Gelder»»: 220 fl. ^ Nr. 2 450: 86>« Ruthen alte« oder 94'/,» Ruthen neue- Maar auf den Etzwiesen, einseiis Georg Bühler, anders. Esaias Ktrcher.. 90 fl. Gumma 3,135 fl. Der endgültige Zuschlag erfolgt, wen» der Echätzuugswerth oder darüber geboten wird. Wies,och, den 23. Okr. 1838. Bürgermeisteramt. Rech. Karlsruhe. (Brrnnholzverkeigerung.) Bis Montag, den 12. Nov. v. I., werden aus den herrschaflichen Waldun- dea, ruckt«,berger Forsts, durch Bezirkssörster Taylor 23'/, Klaster eichene« und 33'/, - tannene« Stumvenholz öffentlich versteigert werden, und di« Ste Düsseldorf, im Scpt. 1838. F-r's Karlsrude (Srelteanlrag.) Ein Lpoihe- kergehüife, welcher sich.über Solidität mit guten Zeugnissen auszuweisen vermag, kann unter onnehm- baren Bedingungen Anstellung sinken, und kann der ^Eintritt sogleich geschehen. Das Komtoir der Karlsruher Zeitung ertheilt nähere Auskunft. Nr. 21,595. Bühl. sJurücknabme eines Ausschreiben s. 1 Da der Aufenthaltsort des Skribenten Franz Paul i nunmehr bekannt ist. so wird das diesseitige Au-schreiben vom 25. d. M., Nr. 19.840, zurückgenonnrien. Bühl, den 16. vkr, 18L8. Arohh. batßches Bezirksamt. K u e n z e r. Mit einer Beilage. Dsrls-sr und Druck,»: PH. Macklot«