Nr. 304 Karlsruhe, Donnerstag, den 6. Jnli 1916 k»4. Jahrgang Fernsprecher 535 Mittagsblatt Postscheck: Karlsruhe »81* PcjuggpreiS: 3 n Karlsruhe durch Träger zugestellt vierteljährlich Mk. 3.20. Von ver weschmtsitelle oder den Ablagen abgeholt, monatlich 75 Pf. Auswärts (Deutschland) Bezugspreis durch die Post Mk. 2.65 vierteljährlich ohne Bestellgeld. Bestellungen in vesterrcich - Ungarn, Luxemburg. Belgien, Holland, Schwei, bei den Postanitalten. Uebrige» Ausland (Weltpostverein) B!k. 10.— vierteljährlich durch die Geschäftsstelle. Erscheint an allen Werktagen in zwei Ausgaben Beilagen: Je einmal wöchentlich: daS illustrierte achtseitige Unterhaltungsblatt „Sterne und Blumen« daS vierseitige UnterhaliungSblatt „Blätter für den ^ainilien- tisch" und „Blätter für HauÄ- und Landwirtschaft" Anzeigenpreis: Die pcbenspaliige kleine Zeile oder deren Raum ^5 Pf, Reklamen 60 Pf. Platz-, Kleine- und Stellen-Anzeigen 15 Pf. Bei Wiederholung entsprechender Nachlast nach Tarif. Beilagen nach besonderer Vereinbarung Anzeigen-Aufträge nehmen alle Anzeigen-VermittlungSstellen entgegen Schluß der Anzeigen-Annahine: Täglich vormittag« 3 Uhr, bezw. nachmittag« 3 Uhr Redaktion und Geichältsitelle: Adlerstraße 42, «rarlsruke Sioiationsdruck und Verlag der „Badenia", A.-G. für Verlag und Druckerei, Karlsruhe Albert Hof mann, Direktor Verantwortlicher ?!edakteur für deutsche und badische Politik, sowie Feuilleton: T h. Meyer; für Ausland,Nachrichtendienst, Handelsteil und den allgemeinen Teil: Franz Wahl Svrechstiinden: von bcilb 12 bis 1 Uhr mittag» Verantwortlich für Anzeigen und Reklamen: A. H o f m a n n in Karlsruhe Der österreichisth-ungaristhe Tagesbericht« Wien, 5. Juli. (W.T.B.) Amtlich wird vorlaut- bart: Kufflfcher Kriegsschauplatz. Auf dcn Höhe» nordöstlich von Kirlibaba in 5 er Bukowina Geplänkel mit feindlicher Reiterei. Westlich von K o l o m e a wurde eiine mittags zum Angriff vorgehende russische Brigade dnrch unsere Artillerie zum fluchtartigen Rückzüge gezwungen. Gegen Abend griff der Feind südlich von Sad - z a w k a mit starken Kräften an. Er wurde überall zurückgeworfen, stellenweise nach erbittertem Handgemenge. Bei B a r y e z, westlich von Bnczacz, drangen die Russen vorübergehend in unsere Stellungen« ein. Ein Gegenangriff führte znr 25? i c = dergewinnnng der ursprünglichen L i n i e. Sri Werbe it, am oberen Stvr, brachte ein V o r st o s, ö st err e i chi s ch - n,I l, a r i sch r r Truppe« 11 russische Offiziere, 827 Mann und 5 Maschinengewehre ein. Seit Tagen hat sich auf diesem GefechtSselde das altbewährte; T h e r e s i e n- städter Infanterie-Regiment Nr. 42 hervorgetan. Südwestlich und westlich von L u ck scheiterten aber- mals zahlreiche Vorstöße des Gegners unter schwe- ren Verlusten für denselben. Im Sthrgeibiet abwärts von S o ku l über Rafalowka hinans nahmen die Russen ihre Angriffe wieder auf. West- lich von Kolki verfnchte der Feind unter erheb- lichem Kräfteaufgebot, auf dem Nordnfer feisten Fus? zu fassen. An zahlreichen anderen Stellen wurden russische Angriffe abgeschlagen. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Abschnitte von Doberdo hielt das Haupt- sächlich gegen den Südteil der Hochfläche acrichtete feindliche Geschützseuer an. Angriffsversuche der Italiener gegen unsere Stellungen östlich von Man- falkone und Selz wurden abgewiesen. An der Front zwischen B r e n t a und E t s ch unternahm der Feind vergebliche Vorstöße gegen unsere Stel- lungen bei Roana und nördlich des Posinatales. An Malborghei und im Snganer Tal wurde je ein kindliches Flugzeug abgeschossen. Eüööftlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. > ^kr Stellvertreter des Chess des Generalstabs: b - Höser, Felduiarschalleutnant. -)X(- tton üen Kämpfen an öer Ostfront. «,»• Bussen überall zurückgeschlagen. e nt h c Manch. Gen.-Anz., z. B.) Aus weidet . berichtet: Die Gazetta Porrana Stell Kriegspressequartier: Südlich zener r,j. u l? en / wo die Shiffpn h f >i Nawi-Vomojew kurz- '.. C rl n J 1&er fl wird berichtet: Die Gazetta Porrana riegspressequartier: Südlich jener lief, die Nüssen bei Nowi-Popzojewkürz. S t ii . ^^chicigen wurden, haben sie wieder fünf tiickanJV uuternommen, um ihre Stellungen zu- it, C0C1 '"' Die Russen sind jedoch rmmer ^eiri dcn schwersten Verlusten znruck. ben JQ en worden. Westlich von, Torcin wnr- z u t f alle feindlichen A n st ü r m e Res^' g^schlagen, trotz der angekommenen teil? und zwar teils durch unsere Artillerie und Gel^ ch unsere Futztruppen. Auf dein hügeligen die x,, , Äto Mchen Beresteczko und Radzwilow haben Nei,xv>^ unsere Artillerie zermürbten Fnßtrnppen im>e Angriffe nicht mehr unternommen. g, Stillstand der russischen Offensive? AbonOT', 6. Juli. Das Budapester Acht-Uhr- ... berichtet, daß nach einer hierher ge- russische Off e u s i v e Na^ichsdie *1 ll ft Q n b gebracht Worden sei. In den i„ ^""Minden .fvtTSnfnw «A im Bffmporbi Wa In je besprachen.' Als dann der Minister, IN b Pn '.V£ luen vuoeten sich im UbgcordneteNhaus Kriegs ^^gängen verschiedene Gruppen, die die Baron « .besprachen. Als dann der Mnns treten 9® 01 erschien, umringten ihn die Abgeord- sagten ihn über die Kriegslage aus. "ne" m ' ter antwortete: Es steht gut, etwas Tis Tännich j e tz t n i ch t s a g e n. (z.B.) S8 D J* C Verluste des russischen Oberkommandos. ^ch> ^ Schweizer Grenze, 5. Juli. Die Basler des ^'„^den aus Petersburg: Der Berichterstatter si s ch. berichtet seinem Blatte, das; das r u s - W a s j Oberkommando in den Kämpfen in ft\i(vw lcn bie schw ersten Verl u st e dieses . Glitten habe. Eine große Anzahl hoher ^ ei 'e und Generale des Oberkommandos seien in den Kämpfen gefallen und verwundet. Die schweren Verluste des russischen Offizierkorps be- dingten die Unterbrechung der Offensive. Auch der Gegendruck des Feindes sei überraschend schnell gewachsen, (z. K.) Oer Krieg zur See. Vernichtung eines feindlichen U-Soot- Zerstörers. Berlin, 5. Jnli. (W.T.B. Amtlich.) Am 4. Juli hat eines unserer Unterseeboote in der südlichen Nordsee einen feindlichen Unterfee- bootszerstörerversenkt. Unterseeboot „U 3", das ein amtliches Schreiben des Kaisers an den König von Spanien nnd Arznei» mittel für die in Spanien internierten Deutschen nach Eartagena brachte, ist nach erfolgter Lösung sei- ner Aufgabe zurückgekehrt. Das Unterseeboot der- senkte ans dieser Fahrt unter anderem den bewasf- neteu französischen Dampfer „Hörault" und erben- tete ein Geschütz. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Schiffsverluste der Alliierten. Berlin, 5. Juli. Der Berliner Lokalanzeiger mel- det aus Genf: Nach einer Meldung des Temps be- trug nach dem letzten Monatsbericht die Zahl dadurch Minen zer st orten Handelsschiffe der Alliierten 60 mit ungefähr 160 000 Tonnen Gehalt als stärkste Monatsziffer. )GD( Veefchieöene Kriegsnachrichten. Der sranzösische amtliche Bericht. Paris, 0. Juli. (W.T.V.) Amtlicher Bericht von gestern abend 11 Uhr: Nördlich von der Sommc ist der Tag in dem ganzen von den Franzosen besetzten Abschnitt ruhig verlausen. Südlich von der Sommc haben wir unsere Stellungen trotz des schlechten Wetters, Ivel- ches die Operationen behinderte, während des Tages südwärts und ostwärts ausgedehnt. Wir haben uns der Gehölze zwischen AssevillerS und Barleux, sowie des Dor- fes Belloh-en-Santerre bemächtigt, welches wir vollstän- ii# halten. Cftree ist auch in unsere Hand gefallen, bis auf einen kleinen Teil, wo die Deutschen noch Wider- staird leisten. Allein in der Gegend von Estree halben wir 500 Gefangene gemacht. Am linken Maasufer Artillerie- kamps in der Gegend von Avocourt und an der Höhe 304. Auf dem rechten User haben die Deutschen im Laufe des Tages ihre Anstrengungen in der Gegend von Thianmont verdoppelt, welches sich seit Mittag mit einem sehr heftigen Feuer von Granaten großen Kalibers belegt haben. Gegen 2 Uhr nachmittags wurde nach mehreren abgeschlagenen Versuchen ein feindlicher An- griff gegen das Werk Thiauinont angesetzt, dessen die Deutschen sich damit zum viertenmal haben bemächtigen können. (Das ist nur möglich, nachdem die Franzosen nach dem Verlust der Feste einer weiter vorwärts ae- legenen Batterie dcn Namen Thiauinont beilegten. Die Red.) Unsere Truppen bleiben in unmittelbarer Be- rühruug mit dem Werk. Heftige Tätigkeit der feind- lichen Artillerie gegen die Batterie von Damloup und gegen La Lause. Von der übrigen Front ist kein Er- eignis zu melden. Luftkrieg: In der Nacht zum 4. Juli haben unsere Flugzeuge den Bahnhof Longyon, Lager bei Ehal- lerange nnd Snvignh nnd militärische Anlagen von Laon beworfen. Belgischer Bericht: Von der Front der belgi- schen.Armee ist nichts zu melden. Amtlicher englischer Bericht. London, ö. Juli. (W.T.B.) General HaigH meldet DOM 4. Juli: Der Kampf dauerte an unserer südlichen Front den ganzen Tag über an. Wir machten an ein:- gen Punkten kleine Fortschritte. In der Nähe von Frie- court ergab sich gestern der Rest eines ganzer- Bataillons. Heftige Gefechte mit Bombenkämpfen fanden während der letzten 24 Stunden in La Boisselle statt, das jetzt vollständig in unserer Hand ist. Ein starker deutscher Bombenangriff am Nachmittag aus ihre ursprüngliche Front südlich von Thiepval wurde leicht mit Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. Zwischen Thiepval nnd dem Fluß Ancre bombardierte der Feind energisch unsere neuen Laufgräben. Unmittelbar nördlich der Ancre ist die Lage unverändert. Heute beträchtliche Artillerie- tätiakeit bei Loos und der Hohenzollernfchanze. Gestern nachmittag brach ein deutscher lieberfall ,Mich von Armentieres unter unserem Gewehr- nnd Maschinell- aewehrfener vollständig zusammen. Der Feind hatte schwere Verluste. Unsere bombenlverfenden Flugzeuge griffen gestern mit Erfolg die wichtigsten Eisenbahn- zentren von Eomines, Combles und St. X..>ientin an. Unsere offensiven Flngzeugpatronillen drangen weit iil feindliches Geibiet vor und stießen auf eine große Menge feindlicher Flugzeuge. Es wurde lebhaft gefachten. Vier deutsche Flugzeuge wurden zum Niedergeheu i« ihren Linien gezwungen, ebenso drei andere, die Beschädi- gnngend erlitten hatten. Wir hatten keine Verluste außer den bereits gemeldeten. Der Sprüchemachcr Briand. Paris 6. Juli. (W.T.B.) Ministerpräsident B r i a n d bat in der amerikanischen Handelskammer bei der gestrigen Feier des Unabhängigkeitstages eine Rede «ehalten, in welcher er sagte, von Beginn der Prn- fung an, in welche verbrechender Arge.z d e Welt ge- stürzt hat (spottet seiner selbst und weiß nicht w .el), hat _ die öffentliche Meinung der Vereinigten Staaten erkannt, wer die heilige Sache der Völker und der Freiheit verteidige. Die Amerikaner haben sich trotz des über« triebenen Geschreies der Propagandisten auf die Seite der Freiheit gestellt. Die Söhne der amerikanischen Re- volution fühlen, daß der gegenwärtige Kampf ein letzter und fürchterlicher Ausbruch des Streites zwischen Frei- heit und Tyrannei ist. Mit Blut schreiben die Alliier- ten die Befreinngsurkullde für die Welt. Tie französische Anleihe in Amerika. London, 5. Jnli. (W.T.B.) Der Dnily Telegraph meldet aus Newyork vom 4. Juli: Die Ver- Handlungen über einen französischen Kredit von 100 Millionen Dollars in den Vereinigten Staaten sind zu einem erfolgreichen Abschluß gebracht wor- den . Es ist eine Finanzgesellschaft von kapital- kräftigen, den Ententemächten angehörigen Bankfirmen hier begründet worden. Diese Gefellsckpft wird dem Vernehmen nach als eine nichtmittlicfye Stelle ihre Tätigkeit ausüben nnd durch sie kann die französische Regierung ihre flüssig gemachten Sicherheiten neutraler Länder verwerten. Die Finanzgefellschaft wird nach Empfang der erwähn- ten Sicherheiten als Unterlage für den Kredit sich selbst bezahlt machen dnrch den Verkauf ihrer eigenen Schuldverschreibungen, für welche eben die- selbe Sicherheit das Unterpfand bilden werde. Ter Umstand, das; die englische Regierung die flüssig ge- machten amerikanischen Wertpapiere ohne ernstliche Störung der hiesigen Märkte abgestoßen hat, bildet in Bankkreisen den Gegenstand sehr günstiger Be- sprechungen. Eine englische Selbstanklngc wegen der Unter- drückung Irlands. London, 5. Juli. (W.T.B.) Westminster Gazette bespricht in einem Leitartikel den Bericht der Korn- mission, die den irischen Aufstand untersuchte. Das Blatt schreibt, der Aufstand fei der Höhepunkt des Gegendruckes gegen den englischen Z w a n g gewesen. Wenn die alte Methode weiter befolgt würde, dürfe man nichts anderes erwarten, als abwechfelndo Methoden von Zwang und Auf- lehnung ^ dagegen. England sei als Anwalt der kleinen Völker vor die Welt getreten und. würde sich felbft vor den Kopf stoßen, wenn es f ii r das einzige kleine Volk, für das es un» mittelbar verantwortlich fei, nichts als' Unter- d r ii ck ii n ff ii b r i g hätte. Zur Vergewaltigung der Neutralen durch den Vierverband. Wien, 5. Juli. (W.T.B.) Das Neue Wiener Tagblatt bespricht die diplomatische Offen- f i v e der Entente gegen die Neutral e n, die auf die Unterbindung jeder Geschäftsverbindung mit den Mittelmächten abzielt nnd durch die die Entente die Neutralen am An s h n n g c r u n g s kriege teilnehmen lasse. Das Blatt drückt die lleberzeugung aus, daß auch diese Offensive mist liuge, nicht nur, weil die Handlungen von politl scher Vergewaltigung und Heuchelei den Keim des Verderbens in sich tragen, sondern auch, weil die Neutralen, gewitzigt dnrch das tragische Schicksal Grieche n l a n d s, aus der Hut vor Englands Art sind, die Freiheit der kleinen Völker zu schützen. So- lange England den Neutralen nicht alles das geben kanii, wessen sie gut und billig bedürfen, wird seine wirtschaftliche Offensive schließlich zn einer eben- solchen Ohnmacht verurteilt fein, wie hoffentlich auch die auf dem Schlachtfelde. An anderer Stelle sagt das Blatt: Wenn die Entente diesen gegen das Privatrecht geführten Krieg weiterhin verschärft, dürfte es denn doch zn einem tatkräftigeren Z n s a m in e n s ch l u ß der neutralen Staaten kommen, die über ausreichende Mittel und Wege verfügen, nm England gegenüber energischer und denn wohl erfolg- reicher auftreten zu können. Kopenhagen, '5>. Juli. (W.T.B.) Nach einer Stockholmer Meldung der National Tidende muß- ten, iia England die Zufuhren von Rohstoffen für die f ch w e d i s ch e M a r.g a r i n e s a b r i k a t i o n systematisch verhindert, eine Anzahl Fabriken ihren Betrieb einstellen, während der Rest ihn höchstens noch zwei. Wochen fortsetzen kann. Vertreter find nach England entsandt worden, »in eine Ver- ständignng zu versuchen, jedoch besteht in den beteiligten Kreisen nur geringe Hoffnung auf eine Re- gelnng der Frage. Die Ernährniigssragc der russischen Feldariiicc. Berlin, 6. Jnli. (Mannh. Gen.-Anz.) Ans Stockholm wird gemeldet: Auch dem neuen russischen General Schuwajew, welcher in erster Linie die Ernährungssrage der russischen Feldarmee beginnen sollte scheint diese Arbeit nicht gelingen zn wollen. Soeben hat er in seinem Ministerium ein neues Komitee errichtet, welches in sicki „alle Maßnahmen der Regierung bezüglich der Beschaffung von Armee- Proviant vereinigen soll". In wörtlicher Ueber- setznng heißt es: „Das neue Zentralkomitee, das namentlich zu der bisherigen Armeeverproviantie- rung seitens des Semstwo- und Städtebundes das Gegengewicht bildet und durch die somit geschaffene Konkurrenz die Preise herabdriickt." Also zwei Behörden in Lebensinittelwettbe>verb dnrch „Herab- drückung der Preise". London, 5. Ans Ostafrika. . Juli. (W.T.B.) Mitteilung des Kriegsamtes. General S m nts berichtet: Gene- ralmajor von Deventer, der am 24. Jnni den Feind verfolgt nnd aus allen vorbereiteten Stel- lungen im Räume von EondeaJrongi vertrie- ren hatte, verfolgt ihn jetzt gegen die Zentraleisen- bahn hin. Oestlich vom Viktoriasee hin haben un- sere Kräfte Bukoba besetzt und das Gebiet von Karagwe gesichert. Oer Krieg mit Italien. Das von seinen Freunden vertaner Italien. Bern, 5. Juli. (W.T.B.) In der gestrigen Sitzung des römischen Senats betonte Marcoiii die Notwendigkeit stärkerer Propa- ganda bei den Alliierten und den Neu- tralen, da Italiens Anstrengungen in dem gegen- wärtigen Kriege noch immer nicht voll anerkannt würden. Obgleich wir nur über wenig Schiffsraum verfügen, haben wir England in nicht geringem Maße unterstützt, worüber dieses aber ein seier- l i ch e s S ch w e i^g e n bewahrt. Im letzten Herbst hat Italien, ebenso wie Frankreich, einem unserer großen Verbündeten Waffen und Munition ' geliefert. Was unseren Krieg betrifft, so sind In- sorrnationsdienst und Auslandspropaganda absolut ungenügend, was insbesondere während der öfter- reichischen Offensive zu bedanern war. Unter lebhaftem Beifall schloß Mareoni: Nur eine Macht hat unsere Verhältnisse voll begriffen und die Hoffnung gehabt, ja sie hat sie wohl heute noch, ihre Wirt- schaftliche Herrschaft über uns nicht zn verlieren. Unser Heer ist tapfer, wenn auch noch nicht sehr stark. Unsere Handelsflotte jedoch ist ungenügend. Der Krieg im Orient. . Beschießung religiöser Gebändc. Der Berliner Lokalanzeiger meldet aus Wie>;. Die Politische Korrefpoudeuz meldet aus K o u st a n t i n o p e l: Ju dem Küstengebiet des Roteu Meeres werden die religiösen Zwecken des Islam dienenden Gebäude beharrlich beschossen. Besonder-, die Gegend von Medina und Mekka bildet da Ziel der englischen Angriffe. In den Kreisen de.. Islam ruft das Vorgehen der Engländer die größie Erregung hervor. Amerikas Mßftimmung gegen Englanö. JNB. Nicht etwa irgend ein deutsch-amerikanisches Blatt, sondern der wütend deutschfresserische Holläit- dische Telegraaf ist es, der uns Kunde gibt von star- ker Mißstimmung gegen England, die in Amerika immer weitere Kreise zieht: „Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staa- ten und Großbritannien sind durchaus nicht mehr so herzlich, wie vor einiger Zeit," so schreibt der Was- hingloncr Korrespondent seinem holländischen Blatte nnd sährt dann sort: „Der Hauptgrund der Unzufriedenheit mit Eng- land betrifft die unglückselige Blockade von Briefen und Postpaketen, die jedermann schäbig findet, selbst wenn es wahr sein sollte, daß ein paar wenige »ner- laichte Dinge nach Deutschland auf diese Weise hin- eingelangen sollten. Ob es sich für England lohnt, auf diese Weise die Feindschaft des größten Teils der Amerikaner auf sich zu ziehen, das ist eine Frage, die sehr sorgsam' erwogen werden sollte. Verschlimmert wird die Sache noch dadurch, daß England es für unter seiner Würde hält, bekannt zn geben, welchen Zweck es mit der Festhaltung der Postsendungen verfolgt. Indessen ist über diesen Zweck viel geschrieben und gesprochen worden. Es wird besonders darüber geredet, in welch schamloser Weise die Briefe mißbraucht werden. Man hat mir hier in Amerika erzählt, daß diefeBriefe nur ge- öffnet worden sind in der Absicht, a in e r i k a n i s ch e Ge s ch ä s t s in e t h o d e n a » s- z ii f p i o n i e r e n und h i e r d n r ch und d u r ch die Kenntnis amerikanischer Verbin- düngen Vorteil für den englischen H a n d e l z n erlangen. Dabei glaubt die große Masse des Volkes au die Richtigkeit dieser Beschul- digung und die Mehrzahl ist von ihrer Wahrheit voll und ganz überzeugt. So wächst in der öffentlichen Meinung — hervorgerufen durch den Schaden und die Schwierig- keilen, die die englische Blockade verursacht und durch die ausbleibende Erklärung ihrer Zwecke — ein imm'er stärkeres Gefühl der Feindschaft, das die antienglische Strömung immer mehr verstärkt. Wenn die Regierenden in London weise wären, so würden sie irgend eine zur Vermittlung geeignete Persönlichkeit nach den Vereinigten Staaten senden lind sich nicht damit begnügen spöttische Bemerkungen über die geldgierigen Uankees zu machen. In Amerika bestanden sehr viele srenndschaslliche G?- \ Chronik öes ersten Krkegsi'ahrei . 6. Juli 1915. Arras gerät mit der Kathedrale rn Brand. — Verschiedene glückliche Vorstöße an der ^Westfront. — Der stark befestigte Wald südlich Viale Hloto erstürmt. — Italienischer Angriff auf eine Felsenkuppe im Krngebiet abgewiesen. — Bei Trebinje Kämpfe init den Montenegrinern im Gang. — 1 Die Türken fügen den Engländern bei Seddil Bahr, Ari Burnu und Teke Burnu schwere Ver luste zu. zen Wilhelm, der gestern zum Leutnant im 1. Garde-Regt. zu Fuß ernannt wurde, hat der Kaiser an die Kronprinzessin folgendes Telegramm gerichtet: „Mit herzlichsten Glück und Segenswünschen zu Wilhelms 10. Geburtstag gedenke ich Eurer heute. Auch für mich ist dieser Tag, an dem mein ältester Enkel in die Reihen meiner geliebten und tapferen Armee eintritt, von ganz besonderer Bedeutung." Berlin, 5. Juli. (W.T.B.) Der Reichsanzeiger gibt die Verleihung des Schwarzen Adlerordens an den P r i n z e n W i l h e l m. den ältesten Sohn des Kronprinzen, bekannt. Ausweisung deutscher Missionäre. Bremen, 5. Juli. (W.T.B.) Nach telegraphischer tn Basel eingetroffener Meldung haben Mis- s i o n a r Fr e yburger und Frau von der Nord- deutschen Mission mit zwei Haniburger Missions- diakonissen Keta verlassen und befinden sich an Bord der „Nigeria" auf der .Heimreise. Keta, die 1853 an der Goldküste gegründete Station der Nord- deutschen Mission, wurde der Ausgangspunkt für die evangelische Missionsarbeit am Togo. Somit scheint die englische Regierung jetzt auch in diesem (Gebieten mit der Ausweisung deutsche Missionare zu beginnen. Ausland. Bern, 5. Jnli. (®ZS.) Schweiz. Dep.-Ag. Auf die fünfte eidgenössische Mobili > sationsanleihe von 100 Millionen Franken sind insgesaint 151 Millionen gezeichnet worden. Die schweizerischen Kompensationsverhandlungcn. Bern, 6. Juil. (W.T.B.) Schweiz. Dep.-Ag. einer Konserenz mit dem Vorsteher und den Ab- teilungsvorständen des politischen und des Volks- wirtschaftlichen Departements haben gestern die Delegierten des Bundesrats iiber den Gang der Verhandlungen in Paris Bericht erstattet. Hieran schloß sich ein Meinungsaustausch über das weitere Vorgehen. Die Fortsetzung der Verhandlungen mit den Delegierten der Ententestaaten wird einen Aufschub erleiden, da über einzelne Fragen noch Auskünfte erbeten worden sind. Die Verhnnd- lungen mit der deutschen Reichsregierung werden sortgesetzt. © Amerika und Mexiko. Washington, 5. Juli. (W.T.B.) Meldung des Reuterschen Büros. Die mexikanische Ant- wortno^te auf die zwei letzten Noten der Ver- einigten Staaten ist hier eingegangen. Es heißt, daß sie in v e r s ö h n l i ch e m T o n e gehalten ist und als Grundlage für eine g ü t l i ch e B e i - legung dienen kann. Die Schwäche des amerikanischen Heeres. Haag, 4. Juli. Dem Tag wird gemeldet: Der ehemalige amerikanische Kriegsminister Stimson sagt voraus, daß das amerikanijche Heer in Mexiko kaum einer Niederlage entgehen kann, da nur 35 000 Linientruppen verfügbar sind und die frei- willige nationale Garde nnr aus ungeübten Bürgern besteht. Falls alle sich stellen, würde die National- garde 128 000 Mann stark sein! aber bis jetzt folgten nur 23 000 dem Aufgebot. Selbst wenn die Regi- menter auf volle Stärke gebracht lverden, haben höchstens 30 v. H. der Mannschaften eine regelniäßige Hochschulen. }"'■ Heidelberg, 4. Juli. Nach 'dem amtlichen Ber- zeichni s s e der hiesigen Universität sind dort 2344 Studierende aus dem Deutschen Reiche, 55 aus dem ; Auslande immatrikuliert, 1583 Studierende stehen im Felde. Bon den Ausländern stammen 15 aus der ^ Schweiz, 9 aus Oesterreich, 7 aus Ungarn, 5 aus Nord- ] und 2 aus Südamerika, 5 aus Indien und 2 ans «iam, : 3 aus Schweden, je 2 aus Bulgarien und der Türkei, je 1 aus Luxemburg, Niedcrland und Rußland. Die stärkste Fakultät ist die medizinische mit 818 Studierenden (von denen 305 anwesend sind), dann kommen die philo« sophische mit 027 (243), die juristische mit 457 (121), die naturwissenschaftlich-mathematische mit 312 (105) und:j die theologische mit 185 (42). Von den 358 immatriku- | lierten Frauen gehören 14g zur philosophischen, 143 zur 1 medizinischen. 69 zur naturwissenschaftlich-mathemctti- J scheu, 9 zur juristischen und 1 zur theologischen Fakultät. f Freilmrg i. Br., 5. Juli. (W.T.B.) Der o. Proseffor der Kirchengeschichte an der hiesigen Universität Dr. g Pfeil schifter hat sich nach Warschau b e» geben, um dort im Austrage des Kaiser!. General« gouverneurs wissenschaftliche Vorträge in einem für die - deutschen Offiziere und höheren deutschen Beamten ein- j gerichteten Zyklus zu halte». — Dem derzeitigen Pro-j rektor der hiesigen Universität Gkch. Hofrat Professor Dr. _ von Below, der einen ehrenvollen Ruf an die Uni-I versität Breslau abgelehnt hatte, wurde vom GroßherzoM von Baden das Ritterkreuz erster Klasse mit Eichenlaub des Ordens vom Zährmger Löwen verliehen. Kirchliche Nachrichten. ... "f" Kreiburg, 6. Juli. Auszeichnung: Seins Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Doi»' kapitular und Wirkl. Geistl. Rat Dr. Theodor Drehe- in Freiburg das Ritterkreuz des Ordens Berthold l' verliehen. — Pfarre ibesetzun gen: Erhalten haben : Pfarrkurat Anton W i d m a n n in Langenbrand die Pfarrei Murg, Pfarrverweser Franz Weis in Espasingen die Pfarrei daselbst, Pfarrer Emil Rud. Hcf' ter in Neuhausen die Pfarrei Schapbach. (OD) Mann hinter Mann setzte sich der Trupp in Be. wegung, denn das Unterholz war so dicht, daß die Vordersten erst mit ihren Seitengewehren so geräuschlos wie möglich eine Bahn durch das rankende Gewirr schlagen mußten. Die Posten hatten nichts Auffälliges bemerkt, nur von Westen her wollte einer von ihnen den Schlag einer Uhr und Hundegebell gehört haben. Diese Richtung ließ der Feldwebel einschlagen, und als man nach halbstündigem, mühsamem Marsch an den Waldsaum gelangte, zog er über- rascht die Karte. In geringer Entsernuna lag ein Dorf mit etwas erhöhter spitztürmiger Kirche vor ihnen, das nur das von den Engländern befetzte Vlamebeeke fein konnte. Das Mondlicht und der Schein der elekritschen Taschenlampe, die zusammen die Namen auf der Karte lesbar machten, gaben die Bestätigung. Dangl löschte die Laterne wieder. „Bei Maine- beepe i>* f v n Durchkommen möglich. Wenden wir uns nach Süden. Dort müssen wir den Unsern näher sein." „Lassen Sie mich hin, Herr Feldwebel." „Was — wohin?" wandte der Führer erstaunt sich um, als er die Stimme Hocheders neben sich hörte. „Nach Vlamebeeke. Dort ist ja unser Feld- kaplan." „Wahrhaftig," schlug sich Dangl vor die Stirn, so hieß idas Nest, das der Schotte nannte. Gott »schütze den hochwürdigen Herrn und gebe, daß er noch über der Erde, nicht drunter ist." „Darüber möcht ich Gewißheit verschaffen, Herr Feldwebel. Ist er tot, so müssen wir ihn rächen, lebt er, so gilt es, ihn zu befreien." „Unmöglich, mit den paar LeutenI Wenigstens müßten wir doch erst Verstärkung haben." „Dann kann es zu spät sein. Geht es nicht anders so versuche ich's auf eigene Hand. An meinem Leben liegt nichts." „Sie sind toll, Hochederl" starrte Dangl ihn an. „Was wollen Sie allein ausrichten? Wenigstens gebe ich ihnen dann noch zwei Leute mit." Ueber Hocheders Gesicht ging ein freudiges Leuch- ten. „Um so besser, Herr Feldwebel. Und dann hätt' ich noch eine Idee. Die Engländer müssen alarmiert werden, in einer Stunde etlva, wenn wir sicher drüben sind. In der Verwirrung räumen sie vielleicht das Dorf und erleichtern uns die Sache?" Dafür werde ich sorgen", stimmte Dangl bei. „Wir schleichen uns einfach an ihre zunächst stehenden Posten heran und greifen sie plötzlich an. Ist der Zweck erreicht, so ziehen wir uns wieder hierher in den Wald zurück, der den besten Schutz bietet, da haben auch Sie sich wieder einzufinden. Und nun. wer will Hocheder begleiten?" Alle meldeten sich. Die Hoffnung, den geliebten Seelsorger noch retten zu können, lebte in jeder Brust, und da wollte keiner zurückstehen. Der Feldwebel lächelte stolz und befriedigt. „So kommen wir nicht zum Ziel. Wählen Sie sich die Leute selbst. Hocheder." Zum zweiten Male hat Pentenrieder abgeschlossen mit dem Leben. Längst sollte seine Gefangenschaft vertauscht sein mit der ewigen Freiheit. Aber der Morgen nach jener Nacht, in der er die letzten Briefe geschrieben, hat ihn: die Erlösung noch nicht gebracht. Spione haben einen geplanten Ueberfall der Deutschen ge- meldet und da seine Abwehr alle Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, hat man die Vollstreckung des Urteils um 24 Stunden verschoben. Später ist auch der erwartete Angriff erfolgt, aber an ganz anderer Stelle, als man vermutet, und in listiger Weife ins Werk gefetzt. Schon hat der Todgeweihte im Stillen auf eine WendUng seines Schicksals, auf unerwartete Be- freiung gehofft. Aber bis Vlamebeeke haben seine Landsleute -den Ansturm nicht vortragen können, und nach wie vor wH'd er in dem kleinen Hause neben!der Kirche scharf bewacht. (Fortsetzung folgt.) ver Zelükaplan. Roman aus der Zeit des Weltkrieges. Von Franz Wich mann. (Nachdruck verboten.) 44) (Fortsetzung.) Bis hart an den Rand des Waldes waren die Feinde gefolgt. Hier aber ging das Grau der Däm- inerung schon in die Schatten der Nacht über, ver- hinderte ein sicheres Zielen und man schien einen Kampf mit den hinter den Bäumen gedeckten Deut- schen zu fürchten. Das Feuer hörte auf, und als die gerettete Schar sich tiefer in das Gehölz zurückzog, umgab sie bald schaudernde Stille. In dem lautlosen, schwarzen Schweigen der re- gungslosen Bäume, unter denen sich nichts mehr rührte, als der erstickte Schall! ihrer eigenen schritte, atmeten 'die Leute auf und begannen leise zu plau- dern. „Drin wären wir, aber weiß der Henker, wie wir wieder herauskommen." ,^eute wohl nimmer." „Morgen wird uns der Hauptmann Hilfe schicken." „Wenn sie zuvor nicht die Mausefalle zugemacht haben." „A bah, nm ihn ganz zu umstellen, ist der Wald ja zu groß." „Vielleicht daß man auf der anderen Seite noch hinauskann." „Da muß man sich erst überzeugen, wie es drüben aussieht," bemerkte der Feldwebel. „Gegen Mitter- nacht geht der Mond auf. Vis dahin bleibt nichts Übrig, als zu warten." Die erzwungene Rast war allen willkommen. Nach- dein man nach den vier Himmelsgegenden Posten (ausgestellt, warfen sich die Leute, Hunger und Durst nicht sühlend, totmüde wie sie waren, aufs feuchte Moos und versanken in bleiernen Schlummer. 1 "Eine bleiche, bläuliche Helle erfüllte den Wald, als Aangl, der zuerst wach geworden, die Schläfer weckte. „Auf, der Mond ist dal" Kadischer Beobachter, Donnerstag, den 6. Aull 1916 angriff Lehrer Albert W i n d b i e l, Leutnant der Reserve und Ritter des Eisernen Kreuzes, auf dem Feld der Ehre gefallen. Derselbe war unmittelbar vor dem Krieg U4 Jahr als Unterlehrer hier angestellt und meldete sich gleich bei Kriegsausbruch als Freiwilliger zu den Fahnen. Nachdem er 23 Monate tapfer und treu dem Vaterland im Feld gedient hatte, setzte der Tod seinem Heldensinu ein Ziel. Eine brave Familie in Karlsruhe-Beiertheim verliert in dem Gefallenen einen hoffnungsvollen Sohn und Bruder und der Staat einen tüchtigen und fleißigen Lehrer. Wir werden sein An- denken in Ehren halten. Er ruhe in Gottes Frieden! )0( Offcnbnrg, 4. Juli. Am -Sonntag fand hier im Bürgersaale die 14. Tagung des Verbandes badischer Grund - und Hausbesitzer- vereine statt. Den Vorsitz führte Herr Hoffmann- Mannheim. Der Verband zählt z. Zt. 23 Vereine mit rund 1l) 700 Mitgliedern. Den größten Teil der Tagung nahm die Besprechung über den Antrag der Bildung einer Haus besitz erkanrmer in An- sprach. Nach einem von Dr. Weingart, Mann- heim, über diesen Gegenstand gegebenen Bericht fand der Antrag einstiinmig Annahme und es wurde beschlossen, dem Großh. Ministerium, den beiden Landständen und sämtlichen badischen Städten den von einer besonderen Kommission ausgearbeiteten Gesetzentwurf mit entsprechender Begründung zu überreichen. f. Offcnbnrg, 5. Juli. Am vergangenen Sonn- tag, 2. Juli, waren 50 Jahre verstrichen, seit das erste Teilstück der Kinzig, und Schwarz- w a l d b a h n, die 33,2 Kilometer lange Strecke Offenburg-Hausach dem allgemeinen Verkehr über- geben wurde. f. Lahr, 5. Juli. Eisenbahnsekretär Nold, der als Leutnant bei einem Infanterieregiment inr Feld stand, und vor wenigen Tagen hier auf Urlaub weilte, ist gefallen. t. Emmendingen, 4. Juli. Von schwerem Leid betroffen wurde auf der Eisenbahnfahrt nach Freiburg eine Frau von Lahr, die ihr s i e b e n- jä h r i g e s T ö ch t e r ch e n in eine dortige K l i - nik zur Untersuchung verbringen wollte. Unweit Emmendingen starb das Kind infolge eingetretener Herzlähmung. Den Jammer der Frau kann man sich vorstellen. Die Leiche wurde von hier in die Heimat überführt. 1 Vom nördlichen Schwarzwald, 5. Juli. Die Heidelbeerernte, die vor einigen Tagen be- gönnen, führte besonders am letzten Sonntag eine wahre Völkerwanderung in unsere Berge. Besonders Straßburg war stark vertreten und die Zahl der mit reichlich gefüllten Eimern. Körben und dergleichen, ihren Heimweg antretenden Bee- rensncher war eine große. Die Abendzüge waren überfüllt. (°) Haslach, 4. Juli. Das Echo vom Wald ber ich- tct: In der Gemeinderatssitzung lag am letzten Frei- tag ein eingeschriebener Brief von einem Freiburger Bäckermeister und „Wäckerssohn" vor, dessen Name nicht genannt werden soll, mit 250 Mark als erste Beitragsrate zu einem Denkmals- fonds für Hansjakob. Das Geld soll einst- weilen zinstragend angelegt iverden. — In seinein T e st a m e n t, dessen Abschrift zur Verlesung kam, hat sich H a n s j a k o b selbst das schönste Denkmal gesetzt, indem er durch eine Reihe von Stif- t u n g e n, sowohl unsere Stadt, sowie die Kirche in Hofstetten usw. mit ansehnlichen Beträgen bedachte, ganz besonders auch den A r m e n f o n d s H a s - lach. Es wird ein Ausschuß gebildet werden, be. stehend aus auswärtigen und hiesigen Herren, wel- cher der Errichtung eines Denkmals für den Ver- storbenen in seiner Vaterstadt näher treten wird. )!( Mcersburg, 4. Juli. Hier st a r b in? Alter von 03 Jahren Oberreallehrer Otto Moll. Von den 45 Jahren seiner verdienstvollen Tätigkeit im Lehr- beruf hat er volle 42 Jahre der Obsorge der Taub- stummen gewidmet. Er war Driektionsmitglied des landwirtschaftlichen Bezirksvereins und Vorstand des Vsrschönerungsvereins; auch gehörte er dem Bürger- ausschuß seit vielen Jahren an. FIwj anöeren öeutschen Staaten. Berlin, 5. Juli. Die Vossische Zeitung meldet aus Berlin: Die Witwe des Generaldirektors Dr. Emil Rathenau, Mathilde Rathenau, hat der Universität Berlin eine Schenkung von 200 000 Mk. zur Errichtung einer Erich Rathenau-Stiftung gemacht. )X( Die Lanöwirte und öie Gbfthöchftpreise. # Vom Lande, 28. Juni. Zu den verschiedenen Artikeln, die der Bad. Beob. in letzter Zeit über das Verhältnis zwischen Stadt und Land gebracht hat, so in Nr. 239, sei es einem, der die Verhältnisse artf dem Lande kennt, gestattet, in Bezug auf die Obsthöchstpreise eine Bemerkung zu machen. Die Obsthöchstpreise sind tatsächlich gegenüber der allge- meinen Teuerung etwas nieder, aber trotzdem ist Schreiber dieser Zeilen fest überzeugt, daß mit ver- schwindenden Ausnahmen die Landleute das Obst gerne um diesen Preis abgeben würden, wenn sie überzeugt sein könnten, daß die Bewohner der Städte wirklich billiges Obst bekommen würden und nicht wieder Wucherverdienste gemacht werden. Trotz Ausfuhrverbot lesen wir und hören wir, daß es dein Handel gelingt, Obst auszuführen und dort zu Wucherpreisen zu verkaufen. Dem Schreiber dieser Zeilen hat schon nrancher Landwirt gesagt: An uns würde es nicht fehlen, wenn nian nur auch einmal erkennen könnte, daß dem Wucher im Handel das Handwerk gelegt würde und auch dort einmal gestraft würde. Sind denn wirklich all die staat- lichen Stellen so schwach, daß sie nicht Abhilfe schaf- fen können? Die Erbitterung ist wirklich groß. — c Lokales. Karlsruhe, 6. Juli 1916. AuS dem Hofbericht. Der Großherzog hörte im Laufe des heutigen Tages die Vorträge des Geheimen Lega- tionsrats Dr. Seyb und des Geheimerats Dr. Freiherrn von Babo. X Auf den Wochenmärkten bringt die Stadtverwal- tung gegenwärtig ausländische Bohnen zun, Verkauf, die ein billiges und vorzügliches Nahrungsinittel darstellen. Die Zubereitung dieser Bohnen ist jedoch etwas anders als für inländische Bohnen. Die Bohnen werden ge- putzt, an beiden Seiten abgezogen und in kleine Stück- chen geschnitten. Hierauf wird Wasser zum Kochen ge- bracht und die Bohnen darin eine halbe Stunde gekocht. Nachdem Salz hinzugefügt worden ist, werden sie noch- malS 20—30 Minuten gekocht. Hierauf läßt man sie auf einem Durchschlag abtropfen. Inzwischen wird Mehl mit kaltem Wasser angerührt, Pfeffer, Muskat, ein Guß Essig, Maggiwürze und wenn nötig etwas Salz zugetan und in dieser Tunke die abgebrühten Bohnen nochmals tüchtig durchgekocht. f. Einst und jetzt. Nach alten Stadtberichten kostete im April 1728 das Pfund Ochsen-, Rind- und Kalbfleisch 4 Kr. — 12 Pfg.; Schweine- und Hammelfleisch 5 Kr. — 15 Pfg. Im Jahre 1852 waren diese Preise schon auf daS Dreisache, 12—13 Kr. --- 36—39 Pfg-, gestiegen, während sie heute auf das Sechsfache der Preise von 1852 gestiegen sind. + Auszeichnung. Vom 2. Juli schreibt man uns aus dem Feld: Heute wurde unserem Kamerad Martin Faßbender bei der Sanitäts-Kompagnie, zurzeit Bayer. Kav.-Div., in Zivil Bezirksleiter des christlichen Arbeiterverbands Karlsruhe, das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Derselbe hat sich besonders hervorgetan bei Bergung von Verwundeten und durch treue Pflicht- ersüllung. Wir gratulieren herzlichst und wünschen, daß eZ ihm gegönnt sein möge, dasselbe recht lange Jahre in friedlichen Tagen tragen zu können. politische Nachrichten. Deutschland. Karlsruhe, 5. Juli. (W.T.B.) Der Großherzog hat dem Generalfeldmarschall von Bülo wdas Groß- kreuz mit Schwertern des Ordens Bertholds I. ver- liehen. Der Kaiser feinem ältesten Enkel. Zoppot, 5. Juli. (W.T.B.) Ans Anlaß des Ivjährigen Geburtstages des Prin- Seite 2 fühle für Frankreich rrnd für England, aber jetzt ist Amerika nicht mehr so pro-englisch und es bedarf nur eines kleinen Anstoßes, um das amerikanische Gefühl, in sein direktes Gegenteil zu lenken und geradezu feindlich für Großbritannien zu machen. Sollte dieser Fall eintreten, so wird er nickt allein dein Mißtrauen Amerikas gegen England zuzuschrei- ben sein, sondern auch der Haltung der britischen Be- antten, deren Gewohnheit es ist, jeden Nichtengländer von oben herab zu be- handeln und die Amerikaner selbst heute noch als eine ArtProvinzler su betrachten, der für nichts gut ist, als für Handel und Geldmachen und der deshalb keiner besseren Behandlung bedarf." Der Korrespondent schließt: „Der alte Geist der Tones ist in England Amerika gegenüber wieder einmal rege geworden." Die verschiedenen Protestnoten, die von Wafhing- ton nach Downing Street gesandt wurden, sind alle mit der gleichen Verachtung von dem britischen Mini- ster des Aenßeren behandelt worden, indem sie für Monate unbeachtet blieben und dann ausweichend oder abschlägig beantwortet wurden. Das Anwachsen dieser antienglischen Stimmung in den Vereinigten Staaten, bestätigt auch die Eon» tinental Times, wenn sie schreibt: „Die Chicago Tribüne, vielleicht das. mächtigste Organ der Vereinigten «Staaten, die Washington Post, die von jedem Senator und Kongreßmitglied gelesen wird, die ganze Reihe von Hearst Presse, deren Zeitungen sich wie eine Kette durch die ganze Republik von Newyork bis San Franziska ziehen, alle sind sie aufs äußerste erbittert durch die hoch- mutige Haltung, die Großbritannien gegen die Ver- einigten Staaten angenommen hat. Diese Haltung hat sich nicht nur in der Konfiskation von Postsachen gezeigt, sondern auch in der ganzen Politik, die Ver- bindung zwischen Amerika und den neutralen Län- dern möglichst zn verzögern und den Handel der Vereinigten Staaten mit Europa vollständig lahm zu legen. Alles dies sind Anzeichen, die klar genug darauf hinweisen, welchen Lauf der Strom der öffentlichen Meinung in den Vereinigten Staaten nimmt, (m.) Chrom?. flu» Saöea. )( Waghäusel. Leutn. d. R. Oskar Vogt, Sohn des Herrn Postsekretärs Vogt in Waghäusel, seit einem Jahr Inhaber des Eisernen .Kreuzes 2. Klasse und des Ritterkreuzes vom Zähringer Löwen, wurde am 1. Juli vor Verdnn mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. )-( Mannheim, 4. Juli. Auf einem westlichen Kriegsschauplatze starb Dr. H. Gropengießer. Professor ani Karl Friedrich-Gymnasium, den H e l- d e n t o d. Er war im Jahre 1874 in Braunschweig geboren und studierte an der Universität zu Heidelberg klassische Philologie und Archäologie. Eine zeitlang war Dr. Gropengießer Lektor der griechischen und lateinischen Sprache an der Universität Heidel- berg. Seit 1903 wirkte er am hiesigen Gymnasium. Neben seiner Arbeit an der Schule übte der Ver- storbene noch die Tätigkeit als Kustos der Großh. Antiquarilkins aus. Große Verdienste erwarb er sich um den hiesigen Altertumsverein, für den er auch Ausgrabungen, namentlich in Ladenburg, unter- nahm. ):( Mosbach, 4. Juli. In einer Versammlung des hiesigen Nationalliberalen Vereins sprach Landtags- abgeordneter Red m ann über die politische Lage. Die Besprechung der Lebensmittel- Versorgung klang in die dringende Bitte an die LaNdleute aus, daß sie »ach Möglichkeit durch Abgabe ihrer Vorräte den Stadtbewohnern das Durchhalten ^möglichen; das sei ein wesentlicher Teil des Dien- stes, den sie dem Vaterland zu leisten haben. -*• Schatthausen, 5. Juli. (Heldentod.) Laut einer Todesanzeige im B. B. ist am 23. Juni bei einem Sturm- Nr. 304 Basischer Seodttchwr. Donnerstag, den K. Juli 1916 Seile 3 einjährige Ausbildung erfahren. Stimson rät, langsam vorzugehen. Mit 35 »00 Mann Ausgebildeten und einem Häuflein ungeübter Männer Kampf zu begrünen, märe Blödsinn, wenigstens eine Viertel- bis eine halbe Million sei nötig. Carranza dagegen Habe mit >der Rekrutierung durchaus Erfolg, weil einflußreiche amerikanische Blätter die Annektierung der mexikanischen Provinz Chihahua be- furworten. Stimson meint, die Regierung sollte Ebenfalls Amerika keine Ablichten auf mexikanisches Gebiet habe. ^ ..^' c kfutfdjcn Abgcsrdnetcn in Bulgarien. m §?!'*, (W^T.B.) Räch einem kurzen Auf- . iiltm Rustjchuk trat die deutsche Abordnung mit dem Deutschland''an "^ er3 ° ßin So P§ ie " die Rückreise nach Die Gsfensive im tveftsn. dcr Offcufibc im Wcstcn, aber kein Ende. r Der Boss. Ztg. wird vom West- ltthen Kriegsschauplatz u. a. berichtet: Der dritte Tag der mit gewaltigen Mitteln unternommenen englisch-französifchen Offensive hat die feindliche Bewegung bereits erheblich ver- longsamt und stellenweise zu vorläufigen? Still- Irans gebracht. Namentlich die Engländer ver- Mochten ihren Angriff nur in geringem Ausmaß toetter zu entwickeln. Nördlich des Ancre-Flüßchens, also iin Kampfgebiet westlich Bapaume, dessen Ge. winnung >den Gegnern Wohl als erstes Ziel erschien, hat überhaupt kein neuer Jnfanterievorstotz statt- gefunden. Diese Zurückhaltung des Feindes hängt zweifellos mit den großen Verlusten zusam- tnen, die er hier erlitten hat. Eine einzige Division meldet, «daß sie vor ihren Gräben iiber 2500 Leichen gezählt hat. Südlich des Ancre kam es dagegen wieder zu neuen Angriffen, die nördlich, nordöstlich und östlich von Albert mit beträchtlichen Kräften vorgetragen wurden. Süd- lich der Somme endlich erfolgte ein Ansturm auf unsere neuen Stellungen nördlich -der Straße AnnenS—St. Quentin. Der Angriff wurde blutig abgewiesen Alle diese Ereignisse zeigen, daß Hie Offensive kurz nach ihrem Beginn schon ins (stocken geraten ist. Dabei ivirld es aber ae- Wiß nicht sein Bewenden haben. Ohne Zweifel stehen unsren Truppen an der Somme noch schwereKämpfe von Tagen oder Wochen bevor, iiber deren Ernst sich niemand täuschen wird. Große Anforderungen treten an sie heran. Furchtbares werden sie noch durchzumachen haben, aber i»er Verlauf ber Vorgänge in den ersten drei Tagen gibt ftas Recht, ohne Schönfärberei und gewaltsamen Optimismus «dem Ergebnis der be- dentsamen Kampfhandlung in vertrauender Ruhe entgegenzusehen. Gros-e Verluste dcr Engländer. Bern, 6. Juli. (W.T.B.) Zu der englischen Offensive schreibt der Londoner Berichterstatter des Corricre della Sera: Es liegt nicht in der Ab- t der Engländer, große Gebiets- strecken zu besetzen, ion>dern .die Widerstands- kraft des Heindes, die so gewaltig ist, wie man sie eben nur von Deutschen erwarten kann, zu zer- malmen. Bei Montauban z. B. sei -das Scharf- ? ch u tz e n r e g i m e n t G o r d o ii beinahe auf- gerieben worden. — Der Londoner Korrespon- dent des Secolo meldet, die Engländer hätten bei «den letzten Angriffen 'dadurch überaus be- trächtliche Verluste erlitten, da sie glaubten, verlassene Schützengraben zu stürmen, aus -deren Unterstände jedoch plötzlich ein höllisches Maschinen- Mwehrfeuer in ihren Rücken eröffnet worden sei, das alles niedergemäht habe. Der Berichterstatter hebt hervor, daß die Deutschen wiederum im ?chiitzengwbenIstem ganz neue Verteibiguiigsmög- l'Äeiten eingeführt hätten, die in vielen Fällen die stürmenden Angreifer hätten in Verwirrung »ringen können. Die Heerführer bei dcr Entente. ) Berlin, 6. Juli. Nach einer Amsterdamer Mel- oung des Berliner Tageblatts ist G e n e r a l F o ch, er d,e französischen Truppen an der Somme be- LJ? 1,0t 'erst kürzlich auf diesen Posten berufen wor- ,-I"v.^"ch General Ca stein au ist in diesem Ab- ichnitt eingetroffen Die beginnende Katerstimmung. London, 6. Juli. (W.T.B.) Der militärische Be- richterstatter der Times meldet aus Paris vom 4. b. M., Kiß der größere Teil der deutschen Trup- pen im Angriffsraum an der englischen Front stehe. Es werde von vielen Seiten bedauert, daßder Feind die Richtung, aus der der Au- griff ko m m e ii würde, kannte und daß ihntreichlichZeitgelafen worden war, um Gegen maßregeln zu treffen. DaS aber sei kaum zu vermeiden gewesen wegen der ge- wältigen Triippenmassen, die auf leiten der Wer- bündetm in Bewegung gesetzt worden seien. Man habe lauge Zeit gebraucht, uin die Vorbereitungen zu vollenden und es sei auch eine langwierige Be- schießung notwendig gewesen. Beim ersten Angriff hätten die Engländer viele wichtige Punkte erobert, aber bei einigen stark verteidigten Dörfern in der deutschen Linie sei die Vorbereitung durch die eng- lisdhe Artillerie weniger wirksam gewesen, als man gehofft habe, und die deutschen Massen seien rechtzeitig in Bewegun g gesetzt worden, um Gegenangriffe auszufüh- reu, noch ehe es den Engländern gelang, den Wider- stand ihrer kleinen Feldbesatzungen zu brechen. — Die Times schreibt in einem Leitartikel, die ener- gische Kraftanspannung des Feindes sei voransge- sehen worden. Es seien drei Gründe vorhanden, warum die englische Offensive lang- s a m und methodisch vor sich gehe, wobei heftig an- haltende und manchmal unvorherge- sehene Gefechte nötig seien: die Deutschen hätten gewußt, daß die Offensive bevorstehe und seien andererseits auf einen Angriff der Franzosen nicht so gut vorbereitet gewesen. Außerdem besitze der Feind nördlich der SomMe bessere Verbindungen und das nördlich dieses Flusses gelegene Gelände sei schwieriger als das südlich davon ge- legene. — Daily Chronic!« sagt, inan könne erwar- ten, daß ebenso wie bei Verdun eine sehr l a n g- w i e r i g e Schlacht geliefert werde, wobei Tage mit heftigen Angriffen und großer Kraftentfaltung mit Tagen abivechseln würden, die zu neuerlicher Kon- zentration und Vorbereitung verwendet würden. London, 5. Juli. (W.T.B.) Lonyt Fräser ichreibt in der Daily Mail in einem Artikel über die große Offensive: Wenn die Verbündeten nicht von allen Seiten in Preußen ein- !*.\ na m n £ e . n Friede» auf preußi- °r 6 " r e . n können, dann werden alle Abaßen Opfer, die gebracht worden sind, und aller Mut der verbündeten Truppen ver. gebens gewesen sein. Wiener Pressest»»»««. Wien, 5. Juli. (W.T.B.) Die Blätter heben in Besprechung der Kriegslage hervor, daß es sich erübrige, vor voreiliger Beurteilung «des Um- fanges und Verlaufes der großen allgemeinen Offensive der Entente zu warnen, da Hie Gog- ner selbst nicht mehr wie vorher von einer gewaltigen Entschecdungsoffensibe sprächen, sondern be- reits die ungeheuren Schwierigkeiten aufzählen, denen sie anf allen Fronten begegneten, und vor überspannten, voreiligen Hoffnungen warnten. Weder vermochten die mit ungeheuren Verlusten errungenen anfänglichen russischen Teilerfolge die Franzosen und Italiener zu entlasten, noch konnte <»as Eingreifen Englands, dessen* neue Territorialarmee ein lebendigem Zeugnis Idafür sei, baß es selbst nicht mehr an einen Sieg durch Blockade und Hunger glaube, bisher einen nennenswerten Erfolg erzielen. Die Durchführung der mit 'dem bei der Entente üblichen politischen Lärin angekün- digten einheitlichen Offensive ist 'durch den mit systematischer und unbezwinglicher Entschlossenheit fortgesetzten Angriff der Deutschen auf Verdun, sowie durch die österreichisch-ungarische Offensive in S ü d t i r o l verhiiidert worden. Den dringenden Hilferufen Frankreichs und Italiens mußten die Russen und Engländer Folge leisten, sodaß auch diesmal die Mittelmächte und nicht die Gegner ihren Willen durchgesetzt haben. Angesichts der günstigeil Nachrichten von allen Kampfplätzen und der kleinlauten Mitteilungen der Entente über die Er- folge ihrer Offensive ist, obgleich der Höhepunkt des gigantifchen Ringens noch nicht erreicht ist, eine günstige Boraussage für die Mittelmächte sicherlich gestattet. & & CS» c=> © <=> Letzte Nachrichten Berlin, 6. Juli. Verschiedenen Mvraenblättcrn zufolge ordnete dcr französische M i n i st e r des Iiinern an, daß alle Kaffee- und Al- k o h o l a ii s s ch ä n k e in ganz Frankreich u m 10 Uhr abends und in Paris um halb 11 Uhr abends schließe ii müssen. Berlin, 6. Juli. (W.T.B.) Ein Erlaß des E i s e n b a h n m i n i st e r s ordnet die schnellste Beförderung der Frühkartoffeln auf der Eisenbahn an, mit deren großer Werderblichkeit gerechnet werden müsse. Dcr 5tönig vou Bayer» an dcr Front. München, 5. Juli. (W.T.B.) Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Morgen kehrt der König von Bayern vom Kriegsschauplatz hierher zurück. Auf der Fahrt nach dem Westen begrüßte ihn in Stuttgart der König von Württemberg, in Karlsruhe der Großherzog und die beiden Großherzoginnen. Die Reise ging zunächst ins Große Hauptquartier zum deutschen Kaiser, welcher seinen Besuch nach einigen Tagen in dem Standquartier des Königs erwiderte, sodann zum deutschen Krön- Prinzen und zu den vor Verdun kämpfenden bayerischen Regimentern, denen der König seinen königlichen Dank sowie seine ganz besondere Anerkennung für die Helden- mutige sieggekrönte Tapferkeit in dem Ringen vor Ver- dun aussprach. Weiter besuchte der König den Krön- Prinzen Rupprecht und die seinem Oberkommando unter- stehenden bayerischen Truppen und besichtigte die Stel- hingen der 6. Armee, an denen sich in den letzten Tagen Angriffe der Engländer entwickelten. Er zeichnete, wie bei Verdun, Offiziere und Mannschaften mit Orden aus. Den Kronprinzen Rupprecht ernannte der König zum Inhaber des 1. Bayerischen Feldartillerie-Regiments; er stellte die kommandierenden Generale von Tylaiider ä la suite des 1. Infanterie-Regiments, von Gebsattel ä la suite des 1. Ulanen-Regiments und v. Fassender ä la suite des 1. Jägerbataillons. Zuletzt besuchte der König von Metz aus die bayerischen Truppen an der Front von Lothringen. Den König begleiteten der Kriegsminister Frhr. Kreß von Kressenstein und der bayerische Gesandte in Berlin, Graf Lerchenfeld. Zur Preisgabt der Londoner Srenchtserklärung. Zürich, fi. Juli. (W.T.B.) Wie der Haager Ver- treter der Neuen Zürcher Zeitung aus bester Quelle erfährt, wird sich Holland auch nach der Preis- gäbe der Londoner >Seerechtserklärung keine m der e ii g l i f ch e n Machtgebote fügen, die Holland zwingen sollen, seinen Handel mit Deutsck)- land einzustellen. Jede derartige Maßnahme Eng- lands müsse zu Gegenmaßregeln Hollands, in letztexLiniezueinem Konfliktführen. Ein französischer Angriffsbefehl. Berli», 5. Juli. (W.T.B.) Ein Angriffsbefehl der französischen 129. Infanteriedivision, der nach- träglich in die Hände der deutschen Truppen ge- fallen ist, bezeugt die außerordentliche Bedeutung des Zwischenwerks von Thiaumont. Der Befehl regelt den Gegenangriff auf das verlorene Werk für die Nacht vom 24. zum 25. Juni. Als Ziel des An- griffs bezeichnet die Ziffer III. des Befehls aus- driicklich „Rückeroberung des Werkes von T h i a u m o n t, d a ii n u n s e r e Ursprung- lich en Stellungen". Die Schlußziffer VI. lautet wörtlich: „Das Interesse der Gesamtlage er- fordert die vollständige Wiedereroberung des ver- lorenen Geländes. Wir müssen es schaffen, bis zum letzten Mann, bis zum letzten Atemzug mit Bajonett und Handgranate. Das Vaterland verlangt es. — Hiernach versteht inan die Mehrfach erneuerten wütenden Angriffe der Franzosen auf das wichtige Zwischenwerk, und man versteht es vielleicht auch, das; die französische Heeres- leitung sich so schwer entschließen konnte, die volle Ergebnislosigkeit ihrer Bemühungen sich und dem Volke einzugestehen. Die Lage in Irland. London, 5. Juli. (W.T.B.) Daily Telegraph meldet aus Dublin: Der B e r i ch t der Kommission, die die Ursachen des irischen Anfstandes untersucht hat, »hat in nationalistischen Kreisen verstim m t. Man fürchtet, daß er die Verhand- lungen wegen Homerule ungünstig beeinflussen wird. Die Lage in Irland ist momentan besonders im Süden und im Westen nich tbcfriedige nd. Ein Soldat, der bei der elektrischen Zentrale in Dublin auf Posten stand, wurde am Dienstag früh »>urch einen Schuß fchloer am Bein verwundet. Es wurden bei dieser, Gelegenheit m e h r e r e S ch ü sj e abgegeben. Cascmcnt. London, 5. Juli. _ (W.T.B.) Daily Mail meldet aus Dublin: Sir Roger Casement ist für den gewöhnlichen Mann eine Art von Held geworden. Seine Verteidigungsrede hat Bewunderung erregt. Leute, die ihn unter dent unmittelbaren Eindruck der Ereignisse der Oster- Woche verwiinschetn, verherrlichen ihn jetzt als Patrioten und Märtyrer. Es verbreitet sich eine zornige Stimmung und wenn diese nicht in- folge der Errichtung einer Selbstregierung vergeht, wird sie nur mühsam unterdrückt iverden können. Zum Tode dcö Generals von Wachs. Berlin, 6. Juli. (W.T.B.) Der Kaiser richtete an die Witwe des an? Montag verstorbenen 'Generals der Infanterie v o n W a ch s ein Beileidstelegramm, worin er neben feiner herzlichsten Teilnahme seiner, Anerkennung für die hervorragenden Verdienste des Verstorbenen im Knegsministerinm und seine hingebende Tätigkeit in der Vorbereitung der Jugend Ausdruck gibt. Die Mtc Carranzas. Washington, K. Juli. (W.T.B.) Die gestern de m Staatssekretär La n s i n g überreichte Note Carranzas ist ku rz und versöhnlich. Sie versichert den Vereinigten Staaten den Wunsch, zu einer freundlichen Beilegung der Schwierigkeiten zu kommen und verspricht, in der Zwischenzeit alle Mittel anzuwenden, um zu verhindern, 'daß sich schwere Zwischenfälle ereignen. Carranza nimmt den Grundsatz der Vermittlung der vorgeschlagenen Vertreter gewisser Latein isch-Amerikanischer Länder an und erwartet Mitteilung, ob die Vereinigten Staaten geneigt sind, diese ebenfalls anzunehmen, oder unmittelbare VerHandirngen vorzuziehen. Die Note enthält seine besondere Antwort auf die Frage Lausings, ob Carranza auf der Meinung beharre, die amerikanischen Truppen anzugreifen, falls sie eine andere Bewegung als nach Norden vollführen. Nichtsdestoweniger geht die allgemeine Meinung dahin, daß die Note für die Vereinigten Staaten annehmbar ist und daß die Kriegsgefahr für den Augenblick abgewendet erscheint. verschiedene Nachrichten. Berlin, 6. Juli. Aus Lugano meldet das Berliner Tageblatt: Zu den große Kalamitäten Italiens kommen die ungeheueren Schäden, die Feldmäuse in Süd- italien angerichtet haben und die der bekannte Pro- fessor C r a s s i allein für die Provinzen Foggia, Bari, Potenza und Avellino auf 120 Millionen Lire berechnet. Die Gegeninaßregeln der Regierung sind verspätet und unwirksam. Unwetter ln der Schweiz. Berlin, 6. Juli. Wie dem Berliner Tageblatt auS Zürich gemeldet wird, bedeutet das schon seit Wochen andauernde, von schweren Gewittern und Hagelschlägen begleitete Regenwetter für die schweizerische Landwirt- schaff und für den Obst- und Weinbau eine Katastrophe. Im Kanton St. Gallen, im Baseler Land und im Pinn- truter Gebiet wurden die Roggen- und Weizenfelder durch Wolkenbrnche schwer beschädigt. Brand in einer Fabrik für Munitionsniaschine». Bern, 5. Juli. (WT.B.) Nach Meldungen Mailänder Blätter .brach gestern in einer Fabrik zur Her- stellung spezieller MunitionSmaschinen Großfeuer durch Kurzschluß aus. Dcr Schaden ist sehr betrachtlich. Zum Ausbruch des Sromboli. Bern, 5. Juli. (W.T.B.) Eine aus Messina kom- mende Meldung der Tribuna besagt, daß der durch den Ausbruch des Stromboli verursachte Schaden ver- mutlich sehr erheblich ist. Der glühende Lavastrom soll bereits an verschiedenen Stelleu H ä n s e r z e r st ö r t halben. Wie Secolo berichtet, war gestern früh 7 Uhr in Anco na für einige Sekunden ein Erdbeben stoß fühlbar. Briefkasten der Reöaktion. Nach St. L. Wenn Sie mit zerlegte»? Gewehr, per Rad, anf fahrbarem Weg über fremdes Jagdgebiet in das eigene fahren, so kann kein Verdacht bestehen, daß Sie unberechtigter Weise jagen wolle». Darüber gibt übrige»s ein Jagdaufseher die beste Auskunft. BeerdiguiigSzeit u. Trancrbaus erwachsener Verstorbenen. Donnerstag, den 6. Juli. %4 Uhr: Marie Roth fuß, Schmieds-Ehefrmi, Südendstraße 60 (von Ottenau). — 4 Uhr: Jakb. Bitzer, Fabrikarbeiter, Gartenstraße 2. Todes-Anzeige. Durch Gottes Ratschluss wurde heute nacht unser lieber Gatte, Vater, Schwiegervater und Grossvater Andreas Hofmann Altblirgermeister im 81. Lebensjahre, nach längerem Leiden unerwartet rasch, jedoch wohl vorbereitet aus diesem Leben abberufen. Wir empfehlen den teuren Verstorbenen dem Gebete. Poppenhausen, Tauberbiscfaofsheim, Freibarg i. Br., Frankreich, 15. Juli 1916. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Adam Ifofmann. Die Beerdigung findet Freitag, 7. Juli, statt. 2253 Friedrichsbad 136 Kaiserstr. i3@. An den fünf ersten Tagen der Woche kostet ein Wannenbad für Männer und Frauen 35 Pfennig Samstags 40 Pfennig. Aufpolstern u. Neuanfertigung von Betten «. Polstermöbel bei bill. Preisen. Polst. Köhler, Schützeustr.SS Drucksachen jeglicher Art fertigt schnellstens a» „Vadeuin", Akt.-Gej. für Druck und Verlag, Karlsruhe» Der Heldentod des Herrn Vizewachtmeister Julius Kaiser bedeutet auch für unseren Verein einen schweren Verlust. Wir beklagen in dem Dahingeschiedenen ein langjähriges, getreues und braves Mitglied, dessen Andenken wir stets dankbar in Ehren halten werdon. 2255 Karlsrnhe-Beiertheim, den 5. Juli 1916. Der Vorstand. Katholischer Mtincuscmit S»»ß«»tii. Am nächsten Sonntag, deu !>. Juli, abends >>alb 9 llhr, im Hotel Nowack: Familienabend mit Vortrag. Hiezu laden wir die verehrl. Mitglieder mit AngthSrigen zu recht zahlreichem Besuche ergebenst ein. 2257 Der Vorstand. Todes-Aiizeige. Am 1. Juli 1. Js. erlitt im Feldlazarett 2, 14 Armeekorps mein innigstge- liebter Gatte, unser treubesorgter Vater, Schwiegersohn und Bruder, Vizewachtmeister Julius Kaiser Scheinwerferzug Nr. 297, 28. Infanterie-Division, wohlversehen mit den hl. Sterbsakramenten den Opfertod für sein Vaterland. Karlsruhe-Beiertheim, 6. Juli 1916. Die trauernden Hinterbliebenen: Helene Kaiser nnd Kinder. 2256 \ Seile 4 Küdischer Keobachter, Donnerstag, den 6. Au!i 1916 Ur. 304 KriWckliiMilMMilei Unerschütterlich steht unsere Front in Feindesland, ein eherner Wall und eine Bürgschaft des deutschen Sieges. Unvergleichliche Lorbeeren haben sich unsere Marine und fern der Heimat unsere Schutztruppen errungen. Groß und stark muß der Wille der Daheimgebliebenen sein, wenn es gilt, weitere Siege deutscher Opferfreudigkeit zu Diese Opsersreudigkeit soll heule den gefangenen Deutschen in Feindesland zugute kommen. Ihre Not steigt mit der Dauer des Krieges. Getrennt von Heimat und Familie, in Unkenntnis über die wahre Kriegslage, schmachten sie fern vom Vaterland, in ungewohntem Klima, oft bei schwerer Arbeit und unter harter Behandlung. An uns Daheimgebliebenen ist es in erster Linie hier zu helfen, auch die vor dem Feinde Stehenden werden es sich nicht nehmen lassen wollen, ihren Kameraden in der Gefangenschaft beizustehen. Eine deutsche Bolksfpende soll dazu beitragen, die Not der deutschen Gefangenen in Feindesland zu lindern. Sic soll mithelfe», daß unsere Brüder gesund an Körper und Geist wieder in die Heimat zu deu Ihre» zurückkehren können. Hier einen Sieg deutscher Opsersreudigkeit zu erringen, ist unser aller Pflicht, damit unsere Landsleute in ihrem deutschen Stolze, ihrem deutschen Willen und ihrer Zuversicht in den deutschen Sieg unerschüttert bleiben. Wie diese Gefangenen in tiefster Seele der Heimat treu sind, so wollen wir die Treue gegen sie bewahren! aus allen Ganen, ob arm, ob reich, soll sich au dieser Spende beteiligen, grosie Summen sind erforderlich. Unsere Brüder sollen in der Gefangenschaft aufgerichtet werden und — zurückgekehrt — freudig von der großen Hilfeleistung erzählen. Jeder von uns soll dann sagen können: „Meine Gabe war auch dabei!" Der Ghrenausschuß: von Amts; Bethmann-Hollwcg, Reichskanzler; Dr. Kaempf, Präsident des NeichStagS; von Ja^ow, Staatssekretär des Auswärtige» Dr. Dolf, Staatssekretär des ReichS-Kolonialamts; von Capelle, Admiral, Staatssekretär des ReichS-MarineamtS; Wild V.Hohenborn, Generalleutnant, Kgl. Preuß. KricgSminister; Freiherr Kreß v. Kressenstein, Generaloberst, Kgl. Bayrischer KriegSminister; von Wilsdorf, Generalleutnant, Kgl. Sächsischer KriegSminister; von Marchtaler, General der Infanterie, Kgl. Württemberg. KriegSmiuister; Fürst von Hatzfeld Herzog zn Trachenbcrg, A. m. W. b. als Kaiserl. Kommissar und Militär-Jnspekteur der Freiwilligen Krankenpflege. An die Bevölkerung Badens! Das Kgl. Preußische Kriegsministerium hat das ganze Reich aufgerufen zu einer Volksspende für unsere Kriegs- und Zivilgefangenen im Ausland. Das Zentral-Komitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz ersucht uns an dieser Aufgabe mitzuarbeiten. Wir haben manches für unsere badischen Gefangenen in den verschiedenen feindlichen Ländern getan. Für die Ge- fangenenfürsorge im Großherzogtum Baden, die regelmäßige Unterstützung unserer Landsleute im engsten Sinne ist gesorgt. Aber es bleiben bestimmte große Einzelzwecke, welche wirksam nur vom gesamten deutschen Volke und unter Leitung der Reichsbehörden erreicht werden können. Deutsche Gefangene hungerten in Marokko und sahen mit Sorge den Fieberwochen eines neuen Sommers entgegen. Ihnen gilt es zu helfen. Für unsere Gefangenen in Japan, in Rußland'und Sibirien muß recht- zeitig Vorbereitung getroffen werden, um ihnen die Wetterwechsel am Ende dieses Sommers erträglich zu machen. Zur Erreichung dieser Ziele soll die Sammlung in der Woche vom 1« bis 7. Juli ds. Js. dieuen. Und wenn wir auch entschlossen sind, für alle aus Baden stammenden und in Feindeshand geratenen Landeskinder nach besten Kräften künftighin zu sorgen, so stehen wir mit den anderen deutschen Gauen in einmütigem Zusammenwirken zu Hilfe bereit, die wir als dringlich notwendige erkennen mußten: Ein Viertteil des Erträgnisses dieser Sammlung wird unseren besonderen badischen Zwecken verbleiben. Das Andere wollen wir dem großen Ganzen und seinen Bedürfnissen widmen, treu dem Gedenken, dem seit den Tagen des Hochseligen Großherzogs Friedrich I. ganz Baden lebt, „Für Deutschland Alles". Ter Ehrenvorsitzende des Badischen Landesvereins vom Noten Kreuz? Prinz Max von Baden. Der Territorialdelegierte der freiwilligen Kranken- pff«ge für da? Grobherzogtum Baden: Freiherr von Bodman. Der stellvertret. kommandierende General deS XIV. Armeekorps: Freiherr von Mantenffel. Für daS Erzbischöfliche Ordinariat Thomas Nörbcr, Erzbischos. Für den evangel. Oberkirchenrat: Dr. Uibel, Wirkl. Geheimerat. Für den Oberrat der Israeliten: Dr. Mayer, Geh. OberregierungSrat. Der Vorsitzende des Gesamtvorstandes des Badischen Landesvereins vom Noten Kreuz: General Limberger. Der Generalsekretär des Badischen Frauenvereins: Müller, Geheimerat. Ter Vorsitzende der Depotabteilung des Badischen LandesvereinS vom Noten Kreuz: Beck, Geh. OberregierungSrat. Der Vorsitzende deS Landesausschusses für Gefaiigeneusürsorge: Professor Dr. Partsch. Karitasverband: Dr. Werthinann, Prälat. Bad. LandeSverein für Innere Mission: Dr. Gchmitthenner, Prälat. 7*n Sie Einwohnerschaft Karlsruhes! Indem wir diese beiden Aufrufe veröffentlichen, vertrauen wir dem schon oft bewährten Spfersinn der Einwohner Karlsruhes und seiner Umgebung. Wer wie wir selbst von schwerem Bekümmernis betroffen, wird um so mehr mit den herben Leiden seiner unter fremder Knechtschaft schmachtenden Brüdern innigstes Mitempfinden haben. Helft auch hier! Die zu lindernde Not ist groh. Gaben nehmen mit Dank entgegen vom 1. bis einschließlich 7. Juli | die sämtlichen hiesigen Tageszeitungen, sämtliche hiesige Banken, Nachrichtenbüro für das neutrale Ausland, Iähringerftraße 100, und die bekannten Sammelstellen vom Roten Kreuz. der Ortsausschuß für Liebesgabenfenöungen öer Staöt Karlsruhe. ' Salon- und Wannenbäder in. Abonnement J. XI., 75 Pf. II. Kl. 55 Pf., III. Kl. einzeln 35 Pf. — Samstags 40 Pf. MfrieSrKZizdsS 136 Kaiserstr. 136. Mitglied des Rabatt-spar-vereins. Bei Einkäufen und Bestellungen die anf Grund von Anzeigen in unserem Blatte gemachi werden, bitten wir, sich auf den „Badischen Beobachter" beziehen zu wollen. mm Gebrüder R . ri Scha-rffl Karlsruhe: flmalißnsfraiiß 27, Ruüolfstraße ZI, I Rhelnsfraße 24 a. Knielingen, Teutachnenreut, flagafeld Kgjf enstein, Blankenloch, ILinkenheim. Zucker. Am Freitag, den 7. Juli, werden wir in unseren Verkaufsstellen Amalicnstrasse S?» Rndolf- strasse 21, Itheinstrasse 34a, von nachmittags 2 Uhr au, je 400 Gutscheine für 2 Pfd. Griesraffinade oder Kristallzucker ausgeben. Die Inhaber der Gutscheine von Nr. 601 bis 80O können den Zucker am Montag, den 10. Juli, und den folgenden Tagen in Empfang nehmen, während die Gutscheine von Nr. 801 bis 1000 am Mittwoch, den 12. Juli, und den folgenden Tagen eingelöst werden können. Der Zucker wird bestimmt bereit- gesalten, so dass das Ansammeln vor den Lokalen zwecklos ist. Um Missverständnissen vorzubeugen, machen wir unsere Kunden darauf aufmerksam, dass wir den Zucker nur gegen Abgabe der gesetzlichen Zuckermarken, oder gegen Anweisungen des Hommunalverbandes verabfolgen dürfen. Kristallzucker kostet 29 Pfg. per Pfund August & Emil Nieten [ Karlspuhe-Rheinliafen Fernsprecher Nr. 129 und 5624 liefern alle Sorten Ruhrkohlen AnthracUkohlen, Koks Briketts, Brennholz in bester Ware zu billigsten Preisen. 55 2094 | Bestellungen werden auch in unserem Stadtkontore, Kaiserstr. IIB, II, Fernspr. S50S, entgegengenommen. Bekanntmachung. (Dieamtl.Behandlg. v. Fundsachen.) Im Stadtgarten »nd in der Fest- Halle wurden in der Zeit vom 1. Januar 1916 bis 1. Juli 1916: Geldbeutel, Schirme, Handtäschchen, Schmucksachen, Uhren und sonstige Gegenstände aufgefunden. Die Empfangsberechtigten werden hiermit gemäß § 980 33. G. B. aufgefordert, ihre Rechte an den oben angeführten Gegenständen binnen 3 Wochen bei der städt. Gartendirektion, Ettlingerstrahe 6, anzumelden, widrigenfalls die frag- lichen Gegenstände, soweit sie sich dazu eignen, gemäß § 979 B. G. B, versteigert werden. 2232 Karlsruhe, den 1. Juli 1916. städtische Gartendirektio». Chaiselongue,^? Ii. Köhler, Karlsruhe Schützenstratze 25. 2164 GrWlMl. Hostheater zn Karlsruhe. Donnerstag, den 6. Juli 1916. 72. Vorstellung der Abteilung B (gelbe Karten). Der Troubadour. Oper in 4 Akten, nach dem Italic- nischen des Salvator Cammerano von £>. Proch. Musik von Verdi. Musikalische Leitung: Alfred Lorentz. Szenische Leitung: Peter Dumas. Personen: Der Graf von Lima *) Hoffräulein: Leonore B. Lauer-Kottlar Jnez Adele Paul KriegShauptleute des Grafel, von Castellor: Manrico Hans Siewert Ruiz Eugen Kalnbach Ferrando, Waffenträger des Grafen von Luna Ö- Keller Azucena, eine Zigeunerin At.Bruntsch Ein alter Zigeuner _ 3. Braun Ein Bote L°l-f Grötzmger. *) Der Graf von Lima : B. Zrealer vom Hoftheater Stuttgart als Gast. Hoffräulein, Gefolge und Diener- schast des Grafen. Nonnen. Krieger j>es Grafen Luna und Manricos, Zigeunervolk. Die Handlung fällt in das 15. Jahr- hundert und spielt teils in Bisogja, teils in Aragonien. Anfang: halb 8 Uhr. Ende »ach 10 Uhr. Preise der Plätze: Balkon I.Abtl. Mk. 6.— Sperrsitz 1. Abtl. Mk. 4.50 us:p. « mit Möbelwaftci« \ oder Nolle» besorgt , . - durch Selbstmithilse am allerbilligsten K. Mulfinflcr, ) Karlsruhe, Lessingstr. 20, Tele- | Phon 1700. Hastbar für Schade» i durch Diebstahl-, Transport- »nd Haftpflicht-Versicherung. 1333 Gebrüder SM Wir empfehlen: Weinessig per Ltr. 40 Pfg. Essig per Ltr. 10 und 13 Pfg. Aiisetz- Branntwein per Ltr. 2.20 Salicyl- !»f grosse Kolle 10 Pfg. jtfartcersyrcp per Pid. 80 Pfg. Citronen per Stück 8 u. 10 Pfg. I CitrcnenziKljer l per Paket Ii Pfg. Pyramiden- yiitgenfängK Stück 7 Pfg. 2251