Nr. 313 Karlsruhe, Dienstag, den 11. Juli 1916 S4. Jahrgang Fernsprecher 535 Mittagöblatt Postscheck: Karlsruhe -t8-t, VczugSpreis: In Karlsruhe durch Träger zugestellt'vierteliahrlich^ Mk. 8.20. Von Per Geschäftsstelle oder den Ablagen abgeholt, monatlich 7° Pf. Auswärts (Deutschland) Lzezugsvrcis durch die Post Mk. 3.65 vierteljährlich ohi-e Bestellgeld. B-stellnngen tn Oesterreich-Ungarn, Luxemburg, Belgien, Holland, Schwei; bei den Psstaintalten. Uebrig-z Ausland (Weltpostverein) Mk. 10— vierteljährlich durch die Geschattsstelle. Erscheint an allen Werktagen in zwei Ausgaben Beilagen: Je einmal wöchentlich: das illustrierte achtseitige llnterhaltiingsblatt „Sterne und Bluinen« das vierse itige UnterlialtungSblatt „Blätter für den Familien- tisch" und „Blätter für Haus- und Landwirtschaft" Anzeigenpreis: Die lieb-nsvaltige kleine Zeile oder deren Raum Pf, Reklainei, 60 Pf. Platz-, Kleine- und Stelle»-Anzeigen lS Pf. Bei Wiederholung entsprechender Nacklah nach Tarif. 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Sie habe,: den Krieg nicht herbeige- fuhrt; sie haben widerholt ihren Friedenswillen bekundet; überaus ernst genommen haben sie es mit ihrer Verantwortung vor Gott, vor Volk und Vater- Jand. Wie kernig gab dem der Reichskanzler Ans- druck in seiner Reichstagrede vorn 5. Juni: „Wir haben das unsrige getan, um den Flieden anzu- bahnen. Die Feinde haben uns mit Hohn und Spott abgewiesen. Dann müssen wir, und dann werden wir, und dann wollen wir weiter fechten bis zum endgültigen Siegel" Zu diesem Siege müssen alle beitragen, 'die Sol- Voten im Felde und wir -daheim. Wir müssen nicht bloß militärisch, wir müssen auch wirtschaftlich liege n. Auch dieser Sieg will erkämpft sein, genau wie der «ieg auf .dem Schlachtfeld, Ohne Entbehrungen und Opfer ist er nicht zn erringen. Abgeschlossen vom Weitmarkt, Magert wie in einer Festung, können und dürfen wir nicht leben w 'i e i m F r i e de n. Das gilt für Land und Stadt, für arm und reich, für hoch'und nieder. Unserer Lebensmittelversorgung sind durch den Krieg viele und mächtige Quellen verstopft worden. Werbrauch- ten wir doch im letzten Friedensjahr 1913 für 1700 Millionen Mark Nahrungs- und Genußmittel aus dem Auslände, mit so leben zu können, wie wir tatsächlich gelebt haben. Dazu bezogen wir noch für rund 1000 Millionen Mark Futtermittel aus dem Auslände. Das war die Vorbedingung un- serer großen Vieh- und Fleischerzeugung. Den Ausfall spüren wir heute. Die heimatliche Boden- bestellting wuchs also während des Krieges an Be- deutnitg. Die Landwirtschtst hat auch alles getan, sie zu sichern. Der Ertrag konnte trotzdem nicht so weriden wie in Friedenszeiten. Ein großer Teil Mserer Slnr im Osten wie int Westen war Kriegs- geviet, cä fehlte an Dünger, der Arbeitskräfte waren weniger. Wir müssen darum auch Seit k r i egsernten Rechnung trage n. Eine so geringe Roggenernte wie 1915 liaben wir seit mehr als einem Dutzend Jahren nicht gehabt. Das letzte Friedensjahr brachte ittts eine Ernte an Br o t g e t r e i d e, Roggen und Weizen von 16,9 Millionen Tonnen, das Kriegsjahr dagegen nur 13 Millionen. Ueber dieises schlechte Ernteergebnis wurde bisher nicht gesprochen, um dem Feinde keine Gelegenheit zu neuen unangebrachten Hofs- uungen zu gebe». Noch übler sah es aus mit der Futter ernte. Der Haferertrag gab nnr etwas mehr als die Hälfte,des letzten Friodensjahres, G gegen 10 Mil- 1 toitcn Tonnen in 1913. Auch die Sommergerste 'Uferte mit 2,5 Millionen Tonnen deren' 1.2 wem- 6°r als 1913. Der Gesamtkörnerertrag blieb tun wnd 9 Millioiten Tonnen gegen 1913 zurück. Auch ^ee- und Wiesenerträge blieben weit hinter dem durchschnitt. Sie waren die zweit- itnd drittschlech- «Iteit des ganzen letzten Jahrzehnts. Die gün- Nigeren Erträge an Zucker und Kartoffeln Mußten zur Streckung der Getreide- und Futter- ^>>räte deshalb ereblich herangezogen werden. _ Die jv'. c zucht daheim mußte unter diesen Umständen "den und damit auch die Versorgung mit Vieh- JJ* 0 it f t e n: Fleisch, Milch. Käse, Eier. Der vrilnld >des Mißerfolges !var das ganz ungewöhnlich r 'Ip'instigc Wetter im Frühjahr und Sommer iit " allen Gauen uuseres Vaterlandes. %T^iNe behördliche Eingriffe in die Erzeugung und feit der Lebensmittel war den Schwierig- schliß ^^cht zu begegnen, sonst wäre es noch viel geworden. Ohnehin nutzten unsaubere ch ^ das mangelnde Angebot und die steigende Cr f.[' fra Qe aus, hielten stellenweise Vorräte zurück, ^ Alerten die Verteilung vorhandener Waren- .'lande und trieben die Preise wucherisch in die i° Daß bei der behördlichen Bekämpfung die- beistände bedauerliche Mängel unterliefen, keineswegs geleugnet werden. Solche behörd- «„^"Zwangsmaßnahmen stoßen eben ans tau- 'Tchnüerigkeiten. Wollen wir gerecht sein, so .'Msen wir auch die Henrm n isse der Ver- g u n g s o r!d n u n g würdige n. Wer will sich unterfangen, von heitte auf morgen . lt; c sicherer Hand und ohne Fehlgriffe das Wirt- waftsleben eines 70-Millionenvolkes aus freier Entfaltung in eine getuntdene Ordnung überzu- " ihren? Und das, nachdem für eine solche Ord- N'ttig keinerlei Vorbereitung getroffen und kein Vorbild vorhanden Nxir? Ein schrittweises Vor- stehen war daher unvermeidlich. Und doch hastete N'der Einzelniaßnahme der Fluch der Halbheit not- wendig an. Und sÄbsi heute, nach all den Ersah- Hingen der ersten beiden Kriegsjahre, läßt sich nicht r>lles behördlich erzwingen. Man kann nicht neben Nfdcit Menschen ständig einen Polizisten stellen. Auf die gutwillige Mitwirkung aller Volkskreise in ^inrd uild Stadt, im Norden wie im Süden, im Osten wie im Westen, ist das ohnehin nicht unumschränkte Kriegsernährungsamt aus alle Fälle an- gewiesen. Die Erschwernisse des wirtschaftlichen Sieges sind also nicht gering. Aber Not bricht Eisen! Haben wir trotz der Mißernte von 1915 bis heute durchgehalten, dann schlagen wir uns jetzt erst recht durch. Schlimmer wird's nimmer I Der Krieg zur See. Ein deutsches Unterseeboot mit Farbstoffen in Amerika angekommen. London, 10. Juli. (W.T.B.) Meldung des Reu- terschen Büros. Die Blätter veröffentlichen ein Telegramm aus Newyork, in dem gemeldet wird, daß ein deutsches Unterseeboot mit einer wertvollen Ladung Farbstoffe in Baltimore angekommen ist. Zwanzig Meilen von der Küste wurde das Untersee- boot von britischen und französischen Kreuzern ver- folgt, wodurch seine Ankunft um vier Tage verzögert wurde. * Knebelung der Neutrale». Kopenhagen, 10. Juli. (W.T.B.) Die Berlingske Tidende meldet aus Bergen: Reisende von Norwegen nach I s l an d müssen einen von den englischen Konsulatsbehörden ausge st eilten Paß besitzen, da sie sonst in England zurückgehalten wenden, wenn die Schiffe zur Durchsuchung eingebracht werden. — Die Besatzungen von den Schiffen, die aus der Nordsee in Bergen eingetroffen sind, berichten, daß sie in der Nordsee zahlreiche große nnd kleine Untersee- boote gesehen hätten. Die Nordsee sei mit Wrack- stücken angefüllt. Die schwere Cnttänsthung öer Jeinüe. Köln, 10. Juli. Der Spezialberichterstatter der Köln. Ztg. drahtet zur e n g l i s ch - s r a n z ö s i - schen Offensive: Aus der Wucht und Hart- näckigkeit der geführten englischen Angriffe geht hervor, daß durchaus gänzliche, bisher ausgebliebene eindrucksvolle Erfolge errungen werden sollten. Das Scheitern dieser Hoffnungen, namentlich die schrecklichen Verluste bedeuten für die Engländer eine schwere Enttäuschung. Auch in dem Front teil südlich der S o m m e hatten die Versuche der Franzosen, die Offensive weiter vorzutragen, den gleichen negativen Erfolg. Mit n n g e heuren feindlichenVerlusten wurden alle diese Ver- suche abgewiesen. Gleichzeitig dauern die Kämpfe bei V e r d u n in' derselben Heftigkeit, an den glei- chen Stellen wie in den letzten Tagen an. Alle An- griffe wurden blutig abgeschlagen. Von der Schweizer Grenze, 10. Juli. (z. K.) Die Neuen Zürcher Nachrichten schreiben über die eng- lisch-sranzösische Offensive: Nach letzten Meldungen nimmt die Enttäuschung über den Verlans der großen englischen Offensive in London n n d P a r i s zu. Das ist zu begreifen. Ihr Verlauf ist tatsächlich auch ein ganz anderer als erwartet wurde, ein ganz anderer auch, als bei den bisherigen Großoffensiven und das Ergebnis an Geländegewinn und Beute ist int Ver- hältnis zu deni Riesenaufwand von Mitteln ganz gering. Was anfänglich die Schlacht an der Somme war, hat sich heute mehr oder weniger in Einzel- a k t i o n e n aufgelöst. Statt, daß die anfänglich 40 Kilometer bestehende Angriffsfront der Englän- der nnd Franzosen sich ausdehnte, ist sie von Tag zu Tag zusammengeschrumpft und beträgt heute noch 10 Kilometer, wovon 12 bis 13 Kilometer auf das nördlich und 3—4 Kilometer ans das südliche Kamps- gebiet entfallen. Beim Angreifer ist kein eigentliches strategisches Vorgehen mehr vorhanden, sondern er operiert jetzt in drei anseinandergeris'e- nen Angriffsfronten, zwischen dein An- c r e b a ch und G o m ni e e o u r t, im Abschnitt zwi- schen Ancrebach nnd Somme und südlich der Somme. Insgesamt ist das Ergebnis der Offensive nach nunmehr sechs Tagen mehr als nur b e s ch e i - d e n, und steht im schreienden M i ß v e r h ä l t- n i s zu den f n r cht b a r e it B l u t o p f er n, welche die Franzosen, und vor allein' die Engländer dafür bringen mußten. Man möchte wirklich meinen, daß das Bisherige bloß das Vorspiel zur wirklichen Offensive war, die min erst nnd vielleicht an einem anderen Punkte kommen werde. Aber wo denn? An der Soinme stehen die großen Massen. In allen Fällen aber war dann dieses Vorspiel ein vernn. g l ii ck t e s. Nehmen die Dinge nicht rasch eine Wendung, so wird man binnen weniger Tage nicht mehr bloß Enttäuschungen ans Paris nnd London zn melden haben, sondern eine große nnd allgemeine Entmutigung. Sefthießung von Selfort. Von der Schweizer Grenze, 10. Juli. (Z. K.) Die Basler Nachrichten melden: Ueber eine am 2. Juli durch deutsche weittrageude Geschütze vorge- nommene neuerliche Beschießung von Belfort wird noch berichtet: Sonntag früh um 4 Uhr 15 Minuten wurde plötzlich die Bevölkerung durch ferne Detonationen von Abwehrgeschützen aus dem Schlafe geweckt. In den östlichen Stadtteilen von Belfort sah man das Aufblitzen von Schüssen. Bald ertönte in allen Straßen das Warnnngssigttal der Feuerwehr und die Leute schickten sich an, in die Keller zu gehen. Uni 4 Uhr 25 Minuten hörte man eine furchtbare Detonation und fünf Minuten spater schon eine zweite, ebenso starke. Die Regel- Mäßigkeit der Schüsse, die sich nunmehr in Zwischen- räumen von 2—5 Minuten hören ließen, zeigte der Bevölkerung, daß es sich uicht um Flieger handelte, die sie von früher her kannten; die Beschießung datierte 20 Minuten. vis grunSlose Verleumdung Deutschlanös. Köln, 10. Juli. (W.T.B.) Die Kölnische Volks- zeitnng meldet aus der Schweiz votn 9. Juli: Das Blatt d'Jtalia erfährt: Die Kongregation der Ordensleute, wirksani unterstützt durch das päpstliche Staatssekretariat, erkundigte sich ein- gehend über die mutmaßlichen Greueltaten der Deutschen iit den belgischen Klöstern und zwar zn- nächst bei den belgischen, in Rom ansässigen General- oberinnen, dann bei durchreisenden belgischen Klosterfrauen, die alle einstimmig aussagten, nichts v o n d e n e r w ä h n t e n G r c tl e l it z n w i s s e n. Bischof H e y l e n von Naninr. der ebenfalls in Rom verhört wurde, erklärte, die diesbezüglichen G e - r ii ch t e entbehrten jeglicher Grundlage, vielleicht sei ohne sein Wissen ein Einzel- fall vorgekommen, aber sicherlich nichts weiter. Kardinal Mercier, der gleichfalls befragt wurde, äußerte sich über drei Fälle, die ihm vom Hörensagen bekannt seien. Die Kongregation beklagte die Verbreitung übertriebener grundloser Gerüchte und äußerte sich über den Erfolg der Uutersuchuug durchaus befriedigt. verfthieöene Kriegsnachrichten. Beginn des russischen Rückzuges bei Kirlivava. Berlin, 10. Juli. Die B. Z. meldet aus Budapest: Der nach Oradna (Karpathen) entsandte Berichtet-- statter hat der Achluhr-Zeitnng gemeldet: Der r ti s s i s ch e R ü ck z u g h a t b e i K i r l i b a b a b e - g onne it. Unsere Truppen erzielten Erfolge nördlich bei dem Dorfe Lnesina. Die Russen befördern ihre Verwundeten ans der Bukowina nach Bessara- bien zurück, sogar das Kriegsmaterial wird abtransportiert. Noch eine Vertrauenskundgebung für die französische Regierung. Paris, 10. Jnli. (W.T.B.) Der S e n a t beendete die Erörterung der Anfragen betr. die n a t i o n a l e Verteidigung und nahm mit 251 gegen 6 Stimmen eine Tagesordnung an, in der der Regie- r u n g das Vertrauen ausgesprochen wird. Die Bedrohung von Frankreichs finanzieller Zukunft. Nonvelliste/de Lyon vom 29. G. schreibt im' Leitaufsatz: Man spricht dauernd von dem wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Krieg, ans den man sich jetzt vorbereiten muß, aber nie von den zukünftigen Stenern, die sicher mehrere Milliarden und etwa das Doppelte der früheren betragen werden, so daß eine neue Verteuerung des Lebens Und aller Dinge die notwendige Folge ist. Auch von Ersparnissen ist nicht die Rede, trotzdem wir offenbar stark zurück- schrauben müssen. Vor dem Kriege ist unser Budget, und mit ihm sind die Steuern, von Jahr zu Jahr gestiegen, von 1907 bis 1914 nm 1,358 Milliarden. Die Gesamtsumme der Stenern betrug 1893: 2,780 Milliarden, 1903 : 3,060 Milliarden, 1908:3,278 Milliarden und würde für 1914 ohne den Krieg t Milliarden be- tragen haben, also in 21 Jahren eine Zunahme um 43 v. H. oder fast die Hälfte. In demselben Zeitrannt haben sich die Grundlagen, auf denen die Steuerkraft des Volkes beruht, kaum' geändert. Jedenfalls ist in den letzten 11 Jahren, in denen die Zunahme über 30 v. H. betrug, kerne Stärkung erfolgt. Die Bevölkerungszahl ist an- nähernd dieselbe geblieben, ebenso die Vermögen, wie ans den Beträgen der Erbschaften hervorgeht. Das Stagnieren des Nationalvermögens fing sogar bereits an, die Statistiker ernsthaft zn beunruhigen. W e d e r R e i ch t n m noch Bev^ölkenings- zahl nahmen zu: nur d i e Ste n er n, die Staatsschuld, die Trunksucht und die Scheidungen^ Woraus erstreckte sich nun die Vermehrung der StaalsanSgaben? Ans Militärausgaben? Nein, denn in dem Falle hatten wir bereit sein müssen, was wir nicht w a r e n. Der wahre Grund ist nur in der Politik zu suchen. Verschwendung herrschte bei den Ausgaben für soziale Zwecke: die traurige Finanzoperation des Westbahnankaufs wurde von Clemenceau im Senat durch die Drohung mit seiner Abdankung durchgedrückt: die Zahl der Beamten wuchs, die Versprechungen der Abgeordneten an ihre Wähler mußten gehalten werden: die Lehrer übten durch ihr Syndikat einen Zwang aus. Mit einem Wort, es war ein Hinabgleiten aus der gan- zen Linie, das uns im Frieden an denRand des Verderbens gebracht hätte. Man glich nicht einmal die Ausgaben mit den Einnahmen ans, wie hoch auch die Steuern allmäh- lich gestiegen waren, sondern verheimlichte die Aus- gaben, anstatt sie zu decken. Sind in dem Budget von 1914 irgendwo die zweihundert nnd soundsoviel Millionen zu finden, die uns Marokko in diesem Jahre kosten mußte? Nein, denn sie wurden hinter einer sogenannten „Spezialansgabe des Schah- amtes" versteckt, der keinerlei Einnahme gegenüber stand. Genug mit all den Fehlern! Eine andere Politik ninß platzgreisen. Solche Mißgriffe und Unordnung sind unmöglich, wenn keine Leute vorhanden sind, die dafür die Verantwortung übernehmen. Der Staatshanshalt muß von der Horde von Schmarotzern gereinigt werden, die seine Einnahmen ver- schlingen. Vergewaltigung Hollands. Berlin, 10. Jnli. Der Berliner Lokalanzeiger meldet aus Rotterdam: Der englische Gesandte im Haag erhob jetzt namens seiner Regierung die Forderung, daß die ganze holländische Ausfuhr von Manufäkturwaren nach neutralen Ländern einge- stellt werden soll. Wenn jener Forderung nicht entsprochen werde, soll keine Baumwolle mehr nach Holland durchgelassen werden. Beginnende Kaltstellung Greys. Köln, 10. Juli. Die Kölnische Zeitung meldet aus Wien: Die Ernennung Sir Edioard Greys zum Lord nnd die Berufung ins Oberhaus betrachtet die biesige Presse als den Beginn der Kalt- st e lliing des unheilvollen Mannes, für die sich schon früher Anzeichen bemerkbar ge- wacht hätten. Die Euiuuiung aus dem Unterhaus, in dem namentlich nach der jüngsten Beschneidung der politischen Rechte des Oberhauses, jetzt mehr noch als früher das parlamentarische Schwer- gewicht liege, nähme das Hauptbetätiqungsseld für seine lngnerrsche, volksbetörende Politik. Wehrpflicht nnd landwirtschaftliche Lentenvt. Der Daily Expreß vom 28. Juni berichtet: Das Norsolker Berufungsgericht schloß sich am 27. Jiu.i dem Antrag des Vertreters des Ackerbauministeriums. Sir Kl. Fellowes, an, wonach Verhandlungen über Berufungen aus den Kreisen der Land- Wirtschaft auf zwei Monate vertagt werden. Nach Sir A. Fellowes sei es beinahe unmöglich, noch mehr Leute den ländlichen Bezirken zu entziehen, Norfolk sei beinahe von Arbeitskräften ent- blößt. Während des Henschnittes nnd der Ernte dürften Landwirte und ihre Angestellten nicht mehr vor da» Wehrpflicht-? ribunal berufen werden. Laut Evening News vom 1. Jnli wird der kürz- lich ans Südafrika angelangte Senator Fnller nach französischem Muster der Regierung vorschlagen den: Arbeitermangel in der englischen Landwirtschaft durch Anwerbung von südafrikanischen 'Schwarza abzuhelfen. Die Anwerbung soll zeitlich beschränkt sein, so daß die Schwarzen nach Friedensschluß in ihre Heimat zurückgesandt werden. * Berlin, 10. Jnli. Der Berliner Lokalanzeiger meldet aus dem Haag: In Bandoeng ans ><>ava fand am 10. Mai die Beerdigung des ersten Maschinisten Pamperett vom deutschen Damp- scr „Lübeck" in Anwesenheit des deutschen Kon- suls und der Offiziere der in Tylatjep liegen- den deutschen Scbisfe ein. Ein Blatt erinnert daran, daß der britische Konsul von Batavia es seiner- zert abgelehnt hat, Pamperett nach Europa über» führen zu lassen, weil das tropische Klima ihn töten würde. vom Lalkan. Italienische Enttäuschung über die Haltung Rumäniens. Köln, 10. Juli. Laut der Köln. Volkszeituug gibt die Tnvuna tn bitteren Worten ihrer Enttäuschung darüber Ausdruck, daß Ruiuäuieil sich noch immer nicht zu einem Eingreifen in den Kampf an der Seite des Vierverbandes entschließen kann Als der Krieg ausbrach, hatte man sich in Rumänien — wenigstens in den Kreisen, die ihre lateinische .lbstaiumung nicht genug verkünden konnten, den Anschein gegeben, als gehöre man im Kampf gegen die Mittelmächte zn den äußersten Vorposten. Die. Ruimämer, die damals als Gäste in Rom weilten, hatten mit cinent gewissen Mitleid auf das noch Seite 2 Kadischer Beobachter, Dienstag, den 11. Iu!i 1916 Nr. m immer neutrale Italien herabgeschaut nnd die Be- sorgnis geäußert, Italien könne den Anschluß an iden europäischen Kampf verpassen. Als bann der Kriegszug Italiens sich in Bewegung setzte, da seien dieselben Rumänier beifallklatschend znr Seite gestanden, aber weiter hätten sie nichts getan, so- daß man sie in Italien im Verlaufe der Ereignisse ganz vergessen habe. Heute, nach Ablauf des ersten italienischen Kriegsjahres, höre man innner noch die Stimme Rumäniens, aber allerdings aus sehr weiter Ferne. Beständig wird von dieser Seite ver- sichert, man sei im Herzen auf Seite der Verbün- beten und werde es in Bälde auch mit der Tat sein, allerdings müsse man noch etwas Geduld haben. Bulgarien und Rumänien. Berlin, 10. Juli. Die B. Z. a. M. meldet aus B u k a r e st: Die bulgarische Regierung hat die rumänische Regierung davon verständigt, daß die Grenze für den Waren- und Personenverkehr wieder geöffnet ist. Die ersten Züge sind be- reits mit vielen Reisenden in beiden Richtungen ab- gegangen. veutschlanö. Berlin, 11. Juli 101L. Den Nörglern in öer Deutschen Tageszeitung. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt: Die Deutsche Tageszeitung meint in einer Entgegnung auf unsere Bemerkungen vom Samstag, die Behauptung, man wollte im ersten Halbjahr des Krieges den Reichskanzler als Flau- und Schlappmacher hinstellen, dürfe unbe- weisbar fein. Daß man das gar nicht tun konnte, dafür trug schon die Zensur Sorge. Diese Er- widerung nötigt allen Leuten, die die Findigkeit eines gewandten Publizisten zu schätzen wissen, Nur ein vergnügtes Lächeln ab. Man kann das sehr gut, auch trotz der Zensur. Wie man es macht, darüber geben unzählige Artikel der Deutschen Tageszeitung einen lehrreichen Ausschluß. Die Zei- hing wird sich selbst erinnern, daß sie trotz der Kunst zwischen den Zeilen lesen zu lassen, gelegent- lich die Zensur zum Einschreiten nötigte. In wei- teren Bemerkungen liefert die Deutsche Tages-- zeitung zugleich ein paar Beispiele. Sie meint, die Flau- und Schlappmacher hätten immer den Anschein erwecken dürfen, als teile die Regierung ihren Standpunkt. Wir glauben, daß niemand außer den Lesern der Deutschen Tageszeitung an besondere Verbindungen zwischen dem Bund Neues Vaterland und der Regierung glaubt, »niemand ohne die versteckten Hinweise der Deutschen Tages- zeitung den Eindruck haben konnte, der Reichs- kanzler fei der Führer oder ein Werkzeug der unglophrlen Partei, die nur an einen baldigen Frieden mit England denke und darum England ja nicht zu nahe treten wolle. Endlich soll der Reichs- kanzler wieder in Gefalir sein, als Flaumacher zu gelten, wenn er nicht S ch c? i d e in a n n abschüttele,' weil dieser in einer Breslauer Versammlung be- hauptete, vom Reichskanzler gehört zu haben, daß er die in der Denkschrift der fe ch s Ver- bände aufgestellten Eroberungspläne keineswegs billige. In Besorgnis um das Ansehen des Reichs- kanzlers in weitesten Valkskreisen beruft sich die Deutsche Tageszeitung darauf, daß die Angaben Scheidemanns in vollem Gegensatz zu der Auf- fassung stehen, welche idie Vertreter der sechs Vor- bände selbst bei ihren Unterredungen mit dem Kanzler und dessen Aeußerungen hatte. Ist nun etwa der ein Weichling lind ein schwachmütiger Po- litiker, der anderer Ansicht ist, als die sechs Ver- fände? Ist die Verkündnng von Zielen, die nach ihrer Möglichkeit ungewiß, nach ihrer Nützlichreit bestritten unid zweifelhaft sind, das wahre Zeichen von Mut und überlegener Einsicht? Jedenfalls hat unser Großmeister der Staatskunst den Wert seiner Friedensschlüsse niemals allein nach der Größe der Gebietserweiterungen bemessen. Er hat deshalb auch niemals danach getrachtet, selbständige Völker dem Reiche einzuverleiben, sondern der Kern und Stern seines Wirkens war immer: Wie mache ich am zweckmäßigsten und dauerhaftesten mein deutsches Vaterland einig und stark, zur freien Ent- Wicklung seiner Kräfte unangreifbar? Diese Grund- und Richtlinie der Bisrnarckschen Praxis darf in dem heroischen Verteidigungskampfe um das Werk, das er bald mit Blut und Eisen, bald mit weißer Mäßigung schaffen half, auch gegenüber der For- derung nicht vergessen werden, daß wir ans dem Kriege stärker hervorgehen als wir hineingegangen sind. Dem nachzusinnen, dünkt uns eine bessere Vorbereitung auf Friedenserörterungen, als das Hantieren mit groben Kategorien und eingebildeten Kümmernissen. Oaöen. Karlsruhe, 11. Juli 1916. Saözsches Scfö 'röerungsMesen. Man schreibt uns: Wenn Regierung und Volksvertretung jetzt während des Krieges an eine Aenderung des Be- amtengesetzes und Gehaltstarifs nicht herantreten wollen und können, so wird dies jeder Beamte ohne Weiteres begreiflich finden. Drückt auch manchen, der mit seinem Einkommen schon vor dem Kriege sehr rechnen mußte, die stets zunehmende Teuerung, so muß doch auch andererseits zugegeben werden, daß die Beamten, von denen mancher vor dem Krieg wegen seines geringen Einkoniniens fast bedauert wurde, jetzt während des »Krieges wegen der Sicher- heit dieses Einkommens wenn auch mit Unrecht beneidet wird und manches vor andern voraus hat. Erwartet hat man in den beteiligten Kreisen eine Vorlage an den letzten Landtag dahin, daß die Spitzenstellen beseitigt werden. Geschaffen wurden diese Spitzenstellen seiner Zeit für Inhaber besonders 'wichtiger, anstrengender und verantwortungsvoller Posten, im Lause der Zeit aber wurden aus diese Spitzenstellen alle diejenigen befördert, die sich des besonderen Wohlwollens, z. B. durch Er- langung besonders günstiger Dienstzeugnisse und dergleichen, erfreuen durften, gleichviel auf welchem Posten sie dann saßen. So kam es dann, daß oft verhältnismäßig junge Beamte auf solche Spitzen- stellen befördert wurden, während andere von soleljer Beförderung für immer ausgeschlossen wur- den. Daß tatsächlich sehr tüchtige, auf wirklich schwerem Posten stehende Beamte vorzugsweise be- fördert werden, ist selbstverständlich, nicht aber auch, daß andere von der Beförderung dann ganz aus- geschlossen bleiben. Es schafft dies viele Unzufrieden- heit. Die Beförderung hängt auch oft nur ab von recht günstigen Dienstzeugnissen. Wer fich aber in diesen Dingen auskennt, der toeiß auch, welche Rolle bei Ausstellung solcher Zeugnisse die Persönlichkeit des Ausstellenden, Zu- und Abneigung k. spielen. Kommt es doch vor, dafe ein und derselbe Beamte bei 'einem Dicnstvorstand ein sehr gutes,^ beim nächsten dagegen nur ein geringes Zeugnis erhält Daß von zwei gleichalterigen, gleichartigen Beamten, an die genau die gleichen Anforderungen gestellt werden, der eine um einige hundert Mark jährlich schlechter gestellt wird als der andere, das konimt doch wohl nirgends vor als bei uns. Eine solche Maßregel (oder Maßregelung?) ist um so unge- rechter, als sie nur durchgeführt werden kann bei solchen Beamtenarten, die mit „Spitzenstellen" be- glückt sind, bei den anderen aber nicht. Es liegt doch auch nicht im vaterländischen Jnter- esse, besonders bei jetziger schwerer Zeit, daß ein Bundesstaat sich auf diese Weise durch völlige Aus- schließung einzelner Beamten von der Beförderung auf solche Stellen ohne jede Rücksicht auf langjährige Dienste einen Stamm in Groll dahinlebender Be- ainten schafft, und' es wäre dringend Wünschens- wert, daß die sogenannten Spitzenstellen, wenn vorerst auch nicht durch ein Gesetz, so doch in der Praxis so bald als möglich verschwinden würden. Amtliche Nachrichten. Seme Königliche Hoheit der Großherzog hat sich bewogen gesunden, dem Präsidenten des Badischen Landesfeuevwehrverbandes, Privatmann Alois Mül - ler-Degler in Säckingen, das Ritterkreuz zweiter Klasse mit Eichenlaub des Ordens vom Zähringer Löwen zu verleihen. Die Generaldirektion der Staatseisenbahnen hat den Eisenbahnassistenten Norbert Wegmann in Karlsruhe zum Eisenbahnsekretär ernannt. Das Ministerium des Innern hat den Verwaltungs- aktuar Adolf Villinger beim Bezirksamt Bonndorf zum Amtsaktuar ernannt. Chronik. Aus SaSen. Schloß Eberstem bei Gernsbach, 11. Juli. Die G r o ß h e r z o g l i ch e n Herrschaften be- gingen bÄanntlich den Geburtstag des Groß Herzogs auf Schloß Eberstein. Am Sonn- tag vormittag traf die Großherzogin Luise daselbst zur Beglückwünschung ein. Den Gottes- dienst hielt Prälat Dr. SchmittHenner aus Karlsruhe ab. Nachmittags empfingen die Groß- herzoglichen Herrschaften den Besuch der Königin von Schweden, die gegen Abend mit der Groß- Herzogin Luise nach Schloß Baden zurückfuhr. ^ Tie Großhcrzogin Hilda erfreute auch in diesem Jahre zum Geburtstage des Großherzogs die Ver- wendeten und Kranken in den hiesigen Lazaretten mit Bier, Zigarren, Kuchen oder Blumen. Großherzogs Geburtstag in Feindesland. )-( Laon (Nordsrankreich), 10. Juli. Ueber die hier abgehaltene Feier des Geburtstags des Groß Herzogs von Baden wird der Ober- rheinischen Korrespondenz geschrieben: Die Korn- man-dantur Laon veranstaltete am Samstag abend im Arsenal eine badische Festfeier zum Geburtstag des Großherzogs von Baden, die einen durchaus würdigen und schönen Verlauf nahm. Die Vor- tragsfolge des reichhaltigen Programms trug dem badischen Charakter der Feier Rechnung. Die Fest- leitung lag in den Händen des Hauptmanns Kreßinann (des Sohnes des Karlsruher Majors Kreßmann); Saalschmuck ustd Bühne waren von dem Freiw. Krankenpfleger Architekt Zippe Tins aus .Karlsruhe ausgeführt. Der Kriegsmännerchor Laon, den Professor Dr. Fr. Stein, in Baden, be- kannt durch seine prachtvollen Orgelkonzerte, leitet, sang Lieder „ O Schwarzwald, o Heimat", „Ans Badner Land", einige badische Volkslieder und die Kapelle eines aktiven Regiments unter Leitung von Obermusikmeister H a u s k e, trug das ihre zum Gelingen der Veranstaltung bei. Gefr. R. Gerhardt (ein Bruder der gefeierten Sängerin Elena G.) sang einige Baritonsoli und fand denselben starken Beifall, wie alle andere Vorträge. Der Kommandant Oberstleutnant Maerker hielt eine prachtvolle Ansprache cmf den badifcheu Landes- surften. * c? Ettlingen, 11. Juni. Gestern feierte Obermusikmeister Honrath sein fünfzig jährt» g e s D i e u st j u b i l ä u m. Am 10. Juli 1866 war er beim Brandenburgischen Ulanenregiment Nr. 11 eingetreten; er machte den Feldzug 1870/71 und den Einzug in Paris mit. Nachdem er 6 Jahre beim Pionier-Bataillon Nr. 3 gestanden, wurde er am 1. Dezember 1879 mit der Leitung der Kapelle der hiesigen Unteroffizierschule betraut, der er heute noch angehört. □ Freibnrg, 10. Juli. Ein 7Ljähriger Witwer verübte am 7. Juli Selbstmord, indem er sich mit einem Rasiermesser die Kehle durchschnitt. Er zeigte in letzter Zeit Spuren von Geistesstörung. o 1 Säckingen, 10. Juli. Dem Präsidenten des Badischen Landesfeuerwehrverban- des, Alois Mülle r-Degler in Säckingen, wurde das Ritterkreuz zweiter Klasse mit Eichenlaub des Ordens vom Zähringer Löwen verliehen. BätäSB Chronik öes ersten Kriegsiahres. 11. Juli 1915. Bei Apern eine englische Teil- stellung in die Luft gesprengt. — Der südlich an der Straße nach Arras bei Souchez gelegene Friedhof erstürmt. — Bei Amertzweiler die feindliche Stellung in einer Breite von 500 Metern erstürmt. — Bei Lipiza die russischen Vorstellungen genommen: desgleichen bei Derewlany ein feindlicher Stützpunkt. — Der deutsche kleine Kreuzer „Königsberg" in der Mündung des Pusidji vernichtet. — Italienische An- griffe an verschiedenen Stellen der Kampffront ge» scheitert. X Lotterie. Das Ministerium des Innern hat dem B a d i - schen Militärvereinsverband die Erlaubnis zur Veranstaltung einer Lotterie erteilt, bei der 3328 Geldgewinne und eine Prämie im Gesamt- wert von 37 000 Mark ausgespielt und 100 000 Lose, das Stück zu einer Mark, ausgegeben werden. ftus anösrsn öcutsthen Staaten. SCB. Stuttgart, 10. Juli. (Reifezeugnis für „K r i e g s p r i m a u e r".) Die württ. Uulerrichtsver- waltung hat die Schulverbände angewiesen, den Kriegs- teilnehmern die freiwillig oder in Erfüllung ihrer Dienstpflicht von der Schule weg unter die Waffe oder in den Sanitätsdienst getreten find, nunmehr das Zeugnis der Hochschulreife ohne besondere Prüfung auszustellen, falls sie im Sommer 1914 bedingungslos in die s. oder im Sommer 1915 bedingungslos in die 9. Klaffe ver-- fetzt worden und dann sofort ausgetreten sind, oder wenn sie bei Austritt während des Schuljahres 1911/15 ordentliche Schüler der Klasse L, bei Austritt während des Schuljahres 1915/16 ordentliche Schüler der Klasse S waren. Mit diesem Notreifezeugnis werden sie, wie der Staatsanzeiger berichtet, an den württembergischen und bayerischen Hochschulen und an der Universität Straßburg als ordentliche Studierende aufgenommen uud zu den württ. Staatsprüfungen zugelassen. Bezug- lich der Zulassung an den anderen deutschen Hochschulen schweben noch Verhandlungen. Groh-Jlsedc, 10. Juli. (W.T.B.) Der nach vielfachen eingehenden Beratungen zustande gekommene knapp- schaftliche Rückversicherungsverband zu Charlottenburg hielt heute auf der Jlseder Hütte feine erste ordentliche Hauptversammlung ab, die von dem Vorsitzenden der bisherigen knappschastlichen Rück- Versicherungsanstalt A.-G., Geheimen Bergrat Dr. jur. Weidtmann zu Schloß Bale bei Aachen geleitet wurde. Als Vertreter des preußischen Handelsministers nahm der Wirkliche Geheime Oberbergrat Reuß-Berlin an der Versammlung teil. Die preußischen Oberberg- behörden hatten einen Vertreter entsandt. Von Claus- tal war Berghauptmann Steiwbrück erschienen; auch mehrere Knapp schaftsälteste waren zugegen. Der Ver- band, 'dem alle preußischen Knappschaftsver» eine angehören und dem auch die außerpreußischen Vereine beitreten können, gewährleistet Sicherheit der knappschaftlichen Penfionsleistungen für sämtliche Mit- glieder. Es ist daher für die Bergarbeiter eine segens» reiche Einrichtung von weitgehender Bedeutung. In der rn lUTIfl iTMTTbcn U. VT. Bilanz der RückVersicherungsanstalt vorgelegt. Der An- stalt, die in dem neuen Rückversicherungsverband aus- geht, gehören 37 von den 62 preußischen Knappschaftsvereinen und vier außerpreußische Vereine an. Außer anderen Verhandlungsgegenständen wurden die satzungs- mäßigen Wahlen vorgenommen. Zu Vorsitzenden wurden gewählt: Geheimrat Weidtmann, Generaldirektor Bergassessor a. D. Kleine in Dortmund und Geheimer Bergrat R e m y in Lipine in Oberschlesien. Eine große Bauernversainmlung in München. Am 6. Juli hat im Kath. Gesellschaftshause in Mün- chen zur Besprechung zeitgemäßer kriegswirtschaftlicher Fragen eine Bauernversammlung stattgefunden, die wie- derum außerordentlich stark besucht war. Dr. Heim sprach über die Lebensmittelsragen im Reiche' in fast dreistündiger Rede rechnete Dr. Heim zwischen'Nord uud Süd ab. Nach der Tägl. Rundschau gipfelten seine Ausführungen in folgenden Gedanken- gängen: Wir sind gegenwärtig an der Front wie in der Heimat im schwersten Augenblick des ganzen Weltkrieges. Wir müssen uns in der Heimat das eine vor Augen halten: Max Regsrs ToössahnuWen» In der Umschau der Stimmen der Zeit (Herder, Juliheft 1916) finden wir in Ergänzung und Bestätigung der von uns gebrachten Ausführungen Hans Wagners im Wiener Tagblatt einen Artikel über Max Regers Bedeutung, dem der Ver- fasser, F. Kreitmaier, folgendes anfügt: Für den Theologen und Religionsipsychologen bietet der bereits erwähnte Bericht Hans Wagners über die Todesahnungen Regers unid seine unter so merkwürdigen Umständen abgelegte Lebensbeicht so viel des Interessanten und Rätselhaften,, daß ich von dem Wiener Geistlichen Rudolf Nowowiejfn, dem Reger nach diesem Bericht sein Inneres aufge- deckt hatte, nähere Aufklärungen erbat. Darauf er- hielt ich ein sehr ausführliches Antwortschreiben, aus dem das Wesentlich hier mitgeteilt sei: „Als der Artikel über den verstorbenen General- Musikdirektor Max Reger im Neuen Wiener Tag- iblatt erschien, war ich ganz überrascht, wie Professor Wagner meine Schilderung vom 24. März über dfe durch Mar Reger bei mir am Tage vorher abgelegte Lebensbeichte wortgetreu niedergeschrieben, und ich kann die ganze Begebenheit als der vollen Wahr- föeit entsprechend unterschreiben." „Die Sache verhielt sich so: Wir drei Wiener 'Herren, Professor Wagner, Professor Ringberger (ein Priester) und ich, wurden anläßlich der Aus- führung des dramatischen Oratoriums meines Bru- deis Felix Quo vadis in Wien und zum Anhören des zweiten Oratoriums, „Die Kreuzigung" (die auch bei Regers Verleger LcuckarttSander^ -Leipzig erschienen ist. am 22. und 23. März in Amsterdam von »unserein k. k. Ministerium für Kultus und Unter- xicht dorthin gesandt, um die dortige mustergültige ».Ehristciijfe Oratorienvereeninging" zu studieren und hernach in Wien eine ähnliche Organisation ins Leben zn rufen, die den Zweck verfolgt, die christ- liche Oral^rienkunst den breiten Massen des Volkes gegen mäßige Preise zu erschließen und dadurch das religiöse, ethische und künstlerische i'mpfinden des kaUes das durch Kino, Variets und LMcette immer mehr verslacht wird, zu läutern, zu bÄe'ben und zu befestigen." „Nach der glanzvollen, mit durchschlagenden! Er- folge gekrönten Ausführung des Oratoriums mei- nes Bruders begaben wir uns alle in unser Ameri- can Hotel, um dort das Abendessen einzunehmen. Es war schon gegen halb 12 Uhr. Um Mitternacht kam Max Reger mit Herrn Verleger Sander auch in die Restauration, und beide Herren setzten sich zu uns. Kaum hatte nüch Reger gesehen, frug er mich sofort, ob ich katholischer Priester sei. Als ich ihm dies bestätigte, und noch hinzufügte, daß ich die Regenburger Kirchemnusikschlile unter Haberl be- suchte, ebenso wie mein Bruder, bat er mich dringend, unter vier Augen mit ihm ein Weilchen sein zu dür- fen. Wir begaben uns sogleich an einen anderen Tisch, und Max Reger sprach mir jetzt zum erstenmal von den Todesahnungen, die ihn schrecklich quäl- tert; er müsse noch in dieser Nacht Abrechnung machen mit dem Himmel und verlange bei mir eine Lebensbeichte abzulegen Und das sagte er so ofenherzig und zugleich so erschütternd, daß ich na- türlich sofort zusagte und ihm zu erkennen gab, nach Verlassen des Saales werde ich ihn auf fein Zi'm- mer begleiten. — Wir gingen wieder an den andern Tisch. Alle waren verwundert ob des Ernstes und der Erregung, die uns beide beseelte, und es war Uns beiden schwer, das geführte Tischgespräch über Musik fortzusetzen.... Max Reger blieb schon in feinem Jdeengang und sprach wieder heimlich zu mir von seinen Todesahnungen und dann laut zu allen, er möchte noch gerne, falls ihm der Schöpfer das Leben schenkt, das Vaterunser komponieren als Ora- torium und dann im Schkußamen noch alles hinein- legen Als um 2 Uhr die Restauration geschlossen wurde, begleitete ich Max Reger in sein Zimmer, und hier fällt er mir sofort zu Füßen und bittet und beschwört mich, indem er mir die Hand küßt, ihm Hoch zn helfen, da er feit feiner Jugend nicht mehr gebeichtet hätte. „Ich fühle den Tod in meinen Ädern. Hochwürden, nnd will mich gleich mit mei- nem Gott und Schöpfer aussöhnen." Und min begann eine lange Lcbensbeichte. Ich erteilte ihm die Absolution. „Am nächsten Morgen gegen halb 11 Uhr besuchte ich ihn wieder— Als ich hineintrat, stand er auf und bat mich, mit ihm die Buße zu verrichten. Wir knieten uns nieder und beteten laut die Gebete. Nachher sagte er mir zum zweitenmal: „Hochwürden, nein, ich nenne dich von nun er Brief, für den ich dem Verfasser anch an dieser Stelle herzlich danken möchte. Reger hatte also |semen ! Seelen frieden wieder gefunden, und wir dürfen znversicbtlich hoffen, daß der Tod zu ihm kam als Freund. Sein ergreifendes Grablied aber, das er einst gesungen, bekam jetzt erst seinen tiefsten un!d schönsten Sinn: Sonne, Mond und liebe Sterne Fahret wohl mit eurer Pracht! Denn ich reis' in weite Ferne, Reise hin zn jenem Glanz, Worin ihr verschwindet ganz. (E. M. Arndt.) Josef Kreitmeier 8. J. Thsater und Musik. Grotzh. Hoftheater. Mit Höchster Entschließung vom 4. d. M. wurden Hofopernsänger Hans Siewert zum Kammersänger und die Hofopernsängerin Gisella Obardy-Tercs, sowie das frühere Mitglied des Hoftheaters Frau Kammersängern, Gisela Staudigl Witwe zu Kammersängerinnen ernannt. . + Städtisches Konzerthaus — «ommerspielzeit. Die diesjährige Spielzeit beginnt nun definitiv Samstag, den 15. d. M„ mit Frehfees kleinem Spiel aus großer Reit- „Tante Tüs 'schen". Vorher Festouvertüre und Vor- fpruch" von Albert Herzog. Am Sonntag gelangt die Operettennovität: „Ruud um die Liebe" zur Aufführung. Kirchliche Nacheichwu ::: Brühl bei Mannheim, 10. Juli. Am letzten Sonn- tag feierte der hochw. Herr Pfarrer n. Kammerer Roth unter großer Anteilnahme des Pfarrgemeinde fein silbernes Priesterjubiläum. Die Predigt beim FestgotteS- dienst hielt der hochw. Herr Dekan Wäldele von Dilsberg. Nachmittags fand im Schwesternhause eine bescheidene weltliche Feier mit Festspiel, Gedicht- und Liedervorträgen statt, die von der Jungfrauenkongregation und vom Zäzilienverein veranstaltet war. In mehreren Ansprache» wurden von verschiedener Seile die vielen Verdienste hervorgehoben, die der hochw. Herr Jubilar in den 13 langen Jahren seines Hierseins sich erworben. Der ein- mütige Wunsch aller Gratulanten hieß: 26 multos aunos! X Ans dem Oberland. In den beiden Nummern deS Anzeigeblattes für unsere Erzdiözese 14 und 16 ist bekannt gegeben, wo und wann Priesterexerzitien abgehalten werden. Leider finden keine Exerzitien tm Monat August statt, der gerade der Ferien-Monat si>c die Stadtgeistlichkeit ist. Wer die aufreibende und ausregende Patstoration in den Städten kennt, der weiß, w-e wohl es einem Stadtgeistlichen tut, wenn er sich nach kürzerer oder längerer körperlichen Erholung auch geistig «rholen und kräftigen kann für die kommende leiblich und seelisch ausregende Tätigkeit. Fast regelmäßig wurve im Monat August in St. Peter uud iu Heiligenbronn solche Hebungen gehalten und waren dieselben besonders im vorigen Jahre namentlich in St. Peter äußerst zahlreich besucht, ein Beweis dafür, wie gern unsere Priestcl nach St. Peter gehen, und wie notwendig gerade Monat August solche Uebuugen sind. Ich weiß, daß i# im Sinne vieler Priester rüe, wenn ich die bescheiden» Bitte an die maßgebenden Persönlichkeiten richte, da8 doch womöglich im Monat August Exerzl' tien in St. Peter gehalten werden mö«' ten. nr. m? Kadischer Aesdachter, Dienstag, den II. Juli 1916 Seite 3 Kriczsjahre sind Not- und Dulderjahre. Nicht nur die Zentralmächte, auch unsere Feinde sind auf dem Lebens- mittelmarkte in Not und Sorge. Wir müssen vor allem jetzt in der Heimat die Fehler erkennen, die uns in die schwierige Lage gebracht tja'öen. Es ist leicht, die Land- Wirtschaft für alles verantwortlich zu machen, aber schwer, wenn nicht unmöglich, die Beweise für diese Vor- würfe zu erbringen. Obwohl fast 30 ü. H. der Landleute im Felde stehen, sind unsere Felder und Aecker doch bestellt. Tas ist auch eine Heldentat hinter der Front. Die schwerste Todsünde unseres deutschen Lebens ist der Bürokratismus, der keinen Gott neben sich duldet, der beim Reichskanzler anfängt und beim letzten Amtsschimmel aufhört. Ungerecht ist es, wenn jetzt gegen die »Z. E. G." ein Kesseltreiben veranstaltet wird. Die ganze Anti - „Z. E. <Ä."-Literatur stammt erstens von naiven Leuten, zweitens von Schiebern, denen ein Gewinn entgangen ist, und drittens von un- ehrlichen Elementen, die wissen, daß sich die „Z. E. G." nicht verteidigen kann. Die Zentral-Einkauss- Gesellschaft" ist notwendig, alber nicht seh- lerlos. Weitere Todsünden, die in der Lebensmittel- Versorgung begangen sind, heißen Paragraphen- und Ver- "rdnungsschusterei, zweitens Dilettantismus und drittens Mangelhafte Organisation. Man hat in letzter Zeit be- londers in der norddeutschen Presse Bayern angegriffen, daß es nichts herausgebe und selbst in Saus und Braus »ebe. Wie stehen denn die Dinge in Wirklichkeit? Bayern ermöglicht heute das Dasein der norddeutschen Brauindustrie durch Abgabe von Malz. Bayern hat den größten Teil der Heeresversorgung geleistet, die b a y e - Mische L a n d w i r t s ch !kf t hat ihre Verpslich- * u n g erfüllt, während mancher norddeutsche Agrarier noch kein Pfund abgeliefert hat. Bayern hat erst noch in den letzten Tagen l>00 Eisenbahnwagen Kartoffeln nach Norddeutschland albgegeben, obwohl es diese Ware selbst notwendig gebraucht hätte. In Norddeutsch- «ub aber, nicht in Bayern, sind die Kriegsmillionäre wie die Spargel nach einem Mairegen geradezu empor- geschossen. Wo ist die gleiche Verteilung? Nord- und -ud müßten gemeinsam nicht nur das Gute, sondern auch ->aä Schlechte tragen, das wäre die wirksamste und beste Beseitigung der Mainlinie. Im weiteren Verlaufe der Rede kam Dr. Heim auf ^Anwesenheit des Präsidenten des ReichScrnährungs- amtes, Herrn v. B a t o ck i, in München zurück und be- tonte: Er kam, sah, aber er siegte nicht. Wir .)aoen mit ihm deutich und deutlich geredet und der Prä- . «"r-U " ut den erwarteten und erhofften Koffern Butter u. Eiern nach Berlin zurückgekehrt, ^wer PoWei" " ° Uf iie ""gemeinen Fragen r: e ^UmZn% C ,T Sr. tfQ Heim n s. Cr '' cuie Reihe von Resolutionen zur Annahme, in denken die ; Sammlung ihre Ansichten hinsichtlich der Fleischvcr- ■Ortung, des Getreideverkehrs und der Verbrauchs- ^.ulierung sestlegte. -cxZKx?- ■St Huf dem Jelöe der Ehre gefallene öaöener. D e n H e l d e n t o d f ü r s V a t e r l a n d starben: ÄrregSfreiw. Albert Pöhlmann und Fähnrich Alfons Simon von Karlsruhe, Obergefr. August Rabold, Inhaber des Eisernen Kreuzes, von Grünwetterbach bei Durlach, Lehrer Gustav Zutavern von Heidels- beim bei Bruchsal, Reserv. Karl Gall, Inhaber des Z--iernen Kreuzes. Karl Meeh und Landsturmmann Äi^ustBa rth von Pforzheim, Gren. Oskar Vollmer i'^ o Pforzheim. Pionier Alfred R u - < tto Beuslein und Lt. d. L. Dr. s^'idelbera des Eisernen Kreuzes, von tili men r 1 - e ! ^ e ^ r " Adolf Weißhaar von -i"!i Streu«!Schreiber, Inhaber des Eiser. bürg. ^ Unterosf. Albert Hellstab von Frei- Lokales. Karlsruhe, 11. Juli 1916. i H-ftraneransage. Wegen Ablebens des Prinzen -'.olf zu Schaumb-urg-Lippe legte der Großh. von heute ab Trauer auf acht Tage bis zum 17. Juli u>>a)ließlich nach der 4. Stufe der Trauerordnung an. ?® ie m 'fi* mon 0(,,,e Zucker ein? Das fragt die- IZ 3 $ r J ? be Hausfrau. Es zu lehren, hat sich er „Gemeinnützige Verein sür gärungslose Früchtever- Ortsgruppe Karlsruhe, Zähringerstraße 82," v>upt,achlich zur Aufgabe gemacht. Große Mengen Nähr- -verte werden uns in Garten. Feld und Wald darge- ' ?"• Diese müssen uns erhalten bleiben und aller Welt fnrff deshalb gezeigt und gesagt werden, auf welche ein- b?is-> möglich ist. Für den kommenden Winter »," es^Vorsorgen, damit wir gut gerichtet sind".' Der «I,' f* F." veröffentlicht nun seine Anleiwngen art>> ^ einfachsten, beste» und billigsten Verwertung?- Orfpr* s XL' 1 ' nau jjiuiyjicu für i* • züchte und Gemüse für den einfachsten sowie Sin«» r ^^eichsten Haushalt, die er in gemeinnützigem ftt>t ^ehrt und verbreitet. Vier Hefte, Preis je 10 Pfg., Jbll PJ l . .. _ rv!i .r rr- • < . . < herausgegeben unter dem Titel: „Einmachen ohne säst?« '.Welche da§ Herstellen von Obst- und Frucht- ©em.'ir 1 Frischhaltung (Sterilisieruen) von Ol >st und einflii^^' ^^Hendeinfüllen in jede Art Flaschen für den ®ei \kr? t n u»d reichsten Haushalt ohne jeden Apparat rii,a°.?t ?' Geschäftsstelle des Vereins in der Zäh- Herren ^ ""d die Herdersche Buchhandlung, Ecke könne» ,u^d Erbprinzenstraße, liefern die Hefte. (Wir diese Schriftckien aus eigener Erfahrung nur zwei ^^usiens empfehlen. Die Red.) In praktischen, der ®er7r m !* ta S® umfassenden Unterrichtsstunden lehrt ^eiln»r 'U in seiner Geschäftsstelle die Haltbarmachung. ey-Nerpreis für Mitglieder ö0 Pfg. politische Nachrichten. Deutschland. frt? 10 - Juli. (W.T.B.) Die kürzlich verbrei- -Ueldung, daß der Polizeipräsident von Lodz, >eimer Oberregierungsrat v. Oppen, als & Ic 'Übertreter des Präsidenten in ir+ • ^5 ^ L s e r n ä h r » n g s a m t berufen sei, ^ et Form nicht zutreffend. Eine c5 ltc T im 0 ^es Vorstandes des K. E. A. ist nicht , absichtigt. In dem Vorsitz des Vorstandes verbeten den Präsidenten nach wie vor der Unter- ncmtssekretär im preußischen Lanvwirtschasts- ^unisteriilm Frhr. v. F a l k e n h a u s e n, General- ^?jor Gröner, der bayerische Ministerialdirektor .'lttvr und Edler v. Braun. Herr v. Oppen Zoll lediglich die Vertretung des Präsidenten inner- dilb derjenigen Geschäftsabteilungen führen, deren «eituirg der Präsident sich vorbehalten kxit. Ausland. Ein Attentat auf dchi Präsidenten vo» Argentinien. Buenos Aires, 10. Juli. (W.T.B.) Meldung der Agence Havas. Gestern gab nach der Truppenschau ein Individuum, das erklärte, Anarchist zu sein, einen Revolverschuß auf den Präsidenten der R-epublik ab, der sich auf dem Balkon seines Palastes befand und verletzte ihn. Buenos Aireis, 11. Juli. (W.T.B.) Agence Ha- vas. Der Mann, der den Anschlag auf den Präsi- denten der Republik machte, ist der argentinische Anarchist Johann Mandrini. Zur Jahrhundertfeier Argentiniens. Berlin, 11. Juli. (W.T.B.) Der Reichskanz- ler hat vorgestern au den argentinischen Gesandten das folgende T e l e g r a Nt m gerichtete: Den heutigen Tag, an dem das argentinische Volk mit Stolz auf seine 100jährige Geschichte staat- licher Selbständigkeit zurückblickt, kann ich nicht vor- übergehen lassen, ohne ^>ie meiner aufrichtigen Sympathie und meiner herzlichsten Wünsche für Ihr Vaterland zu versichern, mit dem uns, zimc Wohle beider Völker, die freundlichsten Bande verbinden. — Der argentinische Gesandte Louis B. Molina ant- loortete: Ich habe die Ehre, den Empfang des so lie- benswürdigen und herzlichen Telegramms zu be- stätigen, das Ew. Exzellenz aus Anlaß der Jahr- Hundertfeier der Unabhängigkeit meines Landes an niich zu richten die Geneigtheit hatten, und ich beeile mich, aufs wärmste Ew. Exzellenz für diese Kund- gebung der Sympathie zu danken, die mich tief ge- rührt hat. Die englijch-französijche Offensive im Westen. Groszc Verluste der Engländer. London, 11. Juli. (Ä^L.B.) Der Berichterstatter der Times iiri englischen Hauptquartier meldet: Das doppelte Sperrfeuer, das der Feind im Augenblick des Beginnes unseres Angriffs auf unsere ersten Laufgräben und das dahinter gelegene Gelände legte, war vielleicht ebenso schrecklich wie das Maschinengewehr- und Ge- Wehrs e u e r, durch das unsere Mannschaften hin- mußten, um über den zwischen den feindlichen gelegenen Raum wegzukommen. Es stellt sich heraus, daß das V e r h ä l t n i § ii n f e r e r Verlust e, die beim Beginn der Schlacht aus Ge- Wehrfeuer zurückzuführen sind, zu den durch Ma- schinengewehre und schwere Kanonen verursachten sehr klein ist. Die Konzen- tration von Geschützen und die verborgenen Ma- schinengewehrstellungen verhinderten uns, im nördlichen Frontteil größere Fortschritte zu machen. London, 11. Juli. (W.T.B.) Der Berichterstatter der Times an der Westfront meldet, man könne aus der Schlackst, die jetzt geschlagen werde, zwei Lehren ziehen. Die eine sei der unermeßliche Wert des Maschinengewehrs für die Ver- teidigung, vorausgesetzt, daß sich das Gelände dazu eigne uud daß genug Zeit bleibe, um die Stellungen soviel als möglich zu befestigen. Die zweite sei die große Wichtigkeit einer unbe- schränkten Menge Artillerie von mög- lich schwerem Kaliber als Angriffswaffe. Letzte Nachrichten (?) & & © e-> © © >:'©5?'©©<£X3XSKS>©.'5>3<2Xs»en Ver- Inste an der Front in der Bukowina werden in einer von dem Berliner Lokalanzeiger gebrachten Meldung des Budapester Az Est auf 85 000 Mann beziffert. Die Lage der Russen in der Bukowina habe sich ver- schlimmcrt. Eine russische amtliche Lüge. Berlin, 11. Juli. Wie das.Wolfssche Büro von zuständiger Stelle erfährt, ist die Meldnng des amt- lichert russischen Berichts vom 9. d. M., ^iu^k sei von den Russen genommen, glatt er- f u n d e n. Griechische Soldaten treten in das bulgarische Heer ein. Bern, 11. Juli. (W.T.B.) Der Spezialbericht- erstatter ^es Secolo drahte aus Saloniki, datz viele griechische Soldaten aus den bulgarischen Dörfern Mazedoniens bei Doiran die Grenze überschritten, um sich in das bulgarische Heer ein- reihen zu lassen. • Versenkte Schiffe. Ymniden, 11. Juli. (W.T.B.) Es wird gemeldet, daß der Fischlogger „Marie", der sich auf der Fahrt nach Scheveningen befand. 9 Mann von dem Dampftrawker „R e e r t r u i d a" an Bord hat, der von einem Unterseeboot in den Gr und gebohrt wurde. _ „ Hnag, 11. Juli. (W.T.B.) Der Dampftrawler „Sch. 103" wurde, wie aus ?)muiden gemeldet wird, von einem deutschen Unterseeboot versenkt. Amerika und Mexiko. Berlin, 11. Juli. Einer Meldung des Berliner Tage- Mattes zufolge «berichtete der Newyork Herald, daß Villa mit seiner Bande den Vormarsch von Parral aus angetreten habe. Wilson sei der Ansicht, daß die Ver» Handlungen mit Carranza einen günstigen Verlauf nehmen werden, vorausgesetzt, daß Villa die amerika^ nrschen Truppen nicht angreift, was einen neuen Kon- fnkt hervorrufen würde. Türkischer Kriegsbericht. Konstantinopel, 11. Juli. (W.T.B.) Das Haupt' quartier teilt mit: An der I r a k f r o n t keine Ver- änderung. Jnr Abschnitt von F e l a h i e wurde eine berittene feindliche Erkundungsabteilung auf dem rechten Tigrisufer von unserer Erkundungs- abteiluirg überrascht. Sie floh und ließ ihre Pferde zurück. — Von der per s i s ch en F r o n t ist keine Nachricht eingegangen. — An der Ka u - k a s u s f r o n t hat sich auf dem rechten Flügel nichts von Bedeutung ereignet. Südlich von T s ch o r o k wurden die vom Feind am 8. d. M. im ganzen Ab- schnitt verursachten G e g e u a n g r i f f e s ä m t l i ch abgewiesen. Die feindlichen Truppen, denen es gelungen war, in einigen Abschnitten in unsere vor- geschobenen Schützengräben einzudringen, wurden nach Osten zu verjagt, nachdem wir einen Gegenan- griff gemacht hatten, der zu einem Handgeinenge ge- führt hatte. Nördlich des Tschorok fanden aus dem rechten Flügel Scharmützel statt. Sonst nichts von Bedeutung. (©) Ssrichtssaai. X Freiburg, 10. Juli. Der 44jährige Bürstenmacher Richard Klingele aus Todtnauberg stahl eine An- zahl Kleidungsstücke, Uhren u. dergl. Er ist schon 30 mal vorbestraft und wurde von der hiesigen Straf- kammer wegen seiner letzten Diebstähle zu 3 Jahren Ge- fängnis und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. — Der Schmied Peter R ü b aus Neuenburg stähl zivei Fahr- räder. Auch er ist bereits schwer vorbestraft. Das Ge- richt verurteilte ihn zu 1 Jahr 1 Monat Zuchthaus und zu 6 Jahren Ehrverlust. CD verßhieöene Nachrichten. Bordeaux, 10. Juli. (W.T.B.) Der Postdampfer „L a F a h e t t e" ist auf seiner Ausreise nach Newyork auf dem Flusse mit einem anderen Schiff zusammen- gestoßen. Der Postdampfer wurde leicht beschädigt und kehrte zur Ausbesserung nach Bordeaux zurück. Ei» ungetreuer Bankbeamter. Berlin, 10. Juli. (W.T.B.) Einä hiesige Großbank ist von einem ihrer A n g e st e l l t e n namens Stephan um 146000 Mark in Wertpapieren be stöhle n worden. Dieser hatte sich am 1. Juli krank gemeldet und am 4. Juli einen gefälschten Brief mit der Unterschrift seines Vaters an die Bank geschrie- ben, wonach er wegen einer Blinddarmoperation »ach der Charit« gebracht worden sei. Die Nachforschungen der Bank halben ergeben, daß aii alledem kein wahres Wort ist. Stephan ist in Wirklichkeit verschwunden. Eine Nachprüfung dessen, was ihm bei der Bank unter- stellt war, ergab dann das Verschwinden der Wertpapiere. Da seine Geliebte, die Plätterin Hoerasch, gleichzeitig auch verschwunden ist, so nimmt man an, daß beide zusammen am 1. Juli geflohen sind. Auf die Ergreifung Stephans und die Wiederbeschaffnng der Wertpapiere ist eine Belohnung von 1000 Mark ansge» setzt. Unwetter in Frankreich. Paris, 10. Juli. (W.T.B.) In der Cote d'Or folg- ten den gewaltigen Stürmen am Sonntag, die in zahlreichen Ortschaften schweren Schaden anrichteten, wolkenbruchartige Regengüsse. Die Flüsse sind über die User getreten. Die F u t t e r e r n t e ist in vielen Geineinden be r n i ch t e t. Srkefkaften öer Neöaktkon. M. K. in N. Schaffen Sie sich doch das kleine Schrift- chen „De staatliche Fürsorge für Angehörige der Kriegsteilnehmer,. Kriegsbeschädigte und Krieger-Hinter- Mi ebene" von Josef Fischer an. Sie können es sich per Nachnahme von der Buchdruckerei Beschle in Vonndorf schicken lassen sür 10 Pfg. So wie die Sache liegt, ist es schon möglich, daß die Eltern Unter- Nutzung erhalten können. Sprechen Sie einmal bei uns vor; für den Briefkasten ist die Frage zu kompliziert. Zur die Reisezeit. Wer auf der Reise ode? in der Sommerfrische den Modischen Beobachter ebenfalls regelmäßig beziehen will, möge folgendes beachten: 1. Unsere Karlsruher Leser und die Bezieher von Ablagen und Agenturen erhalten die Zeitung am besten mittels Streifbandsendung oder Postiiber- Weisung, indem sie vor der Abreise der Geschäfis- stelle Anweisung geben, wohin und wie lange die ZV "„"8 nachzusenden ist. (Angabe der 'alten Adresse (Wohnsitz) hierbei unerläßlich.) 2. Die auswärtigen Postbezieher wählen nur die Postüberweisung. Dem Postamt, das die Zeitung zustellt, ist einige Tage vor der Abreise Mitteilung zu machen, wohin man zu reisen gedenkt. Dasselbe überweist dann gegen Zahlung der lleberweisungögebühr (50 Pfennig) die Zeitung nach dem neuen Be- stimmungsort. Die Riiikiibcrweisuiig der Zeitung nach dem Wohnsitz geschieht kostenlos. Der Be-- zieher hat nur der Post seine Rückkehr einige Tage vorher unter Angabe der ursprünglichen Adresse anzuzeigen. S. Der Bad. Beobachter kann auch für jeden Monat nticin bei allen Postanstaltcn bestellt werden Von dieser praktischen Einrichtung wolle während der Reisezeit ausgiebiger Gebraiich gemacht werden. 4. Unsere verehrl. Bezieher bitten wir recht sehr, daraus zu achten, daß in den zum Aufenthalt gezahlten Hotels und Gasthäusern mindestens ein Zeutrninsblatt bezw. der Bad. Beobachter aufliegt. Die Bahnhofsbuchhandlungen wollen ebenfalls nach dem Bad. Beobachter befragt werden. Die Hotels, Gasthauser ?e., in welchen der Beobachter auf- liegt, mögen uns mitgeteilt werden, damit wir dieselben in dem von Zeit zu Zeit erscheinenden Ver- zeichnis kostenfrei aufnehmen. Die Besitzer von Hotels :e. sind ganz besonders hierauf aufmerksam zu machen. Die Geschäftsstelle dxs Päd. BeobnchterS. Seite 4 Jüdischer Beobachter, Dienstag, öen U. Auli 1916 Ar. 312 tzollunüerbeerenö'l. Berliil, 10. Juli. In noch nicht Weit zuriickliegen- , Jicr Zeit wurden im Schwarzwald i>ie Früchte des - dort wild wachsenden roten Hollimders (Sambncus ' racemosa) von Kindern gesamelt und in den kleinen Oelmühlen der Dörfer auf Oel verarbeitet. Mit- teilungen zufolge ist das Oel als Speiseöl sehr ge- schätzt gewesen. Auch noch heute wird nach den dem ' Kriegsausschuß für Oele und Fette zugegangenen ' Nachrichten diese Oelgewinnung im Kreise Villingen ^ im badischen Schwarzwald betrieben. Es handelt sich dabei nur um die ölhaltigen Kerne der Beeren, ähn- lich wie bei den Kerneil der Weintrauben. Wenn mm auch für die Großindustrie weder die Ausbeute noch die erfaßbaren Mengen an Hollunderfamen groß genug find, so hält der Kriegsausschuß für Oele und Fette es doch für seine Pflicht, auf diese früher mit Erfolg betriebene Oelgewinnung im Hinblick auf die allerorts vorhandenen kleinen Oelpreffereien hinzuweisen. Durch Neuerschließung dieser in Vergessenheit geratenen heimischen Oelquelle könnte in den in Frage kommenden Bezirken dem augenblick- lichen Oelmangel in nicht zu unterschätzender Weife abgeholfen werden. -(*)- Ehrentafel. Eroberung eines französischen Maschinengewehr?. Während des großen französischen Augriffs am 25. September 1915 war ein kleiner Abschnitt des Kampfgrabeus der 7. Kompagnie Reserve-Jnfanterie- Regiments Nr. 101 vom Feinde besetzt worden. Der Gegner hatte in dem schmalen Grabenstück sofort mehrere Maschinengewehre eingebaut. Nach Einbruch der Dunkel- heit wurde im Bajonett- und Handgranatenkampf daS verlorene Grabenstück von einer Abteilung der 7. Kom- pagnie gestürmt; der Rest floh zurück in die französischen Gräben. Bei dem stürmenden Zuge zeichnete sich der Unteroffizier der Reserve Theodor A u st (aus Dresden) mit seiner Gruppe besonders aus. Unerschrocken ging er auf den Standort eines französischen Maschinengewehrs los; unterstützt von dem Gefreiten Arno Böttcher (aus Böhlen-Rötha) und Ewald Lindert aus Ober- cundorf, Kreis Görlitz) vertrieb er die Bedienungsmann- schaft durch Handgranaten und entriß ihr das Maschinen- gewehr. Im heftigsten feindlichen Feuer wendete er es gegen den Feind und feuerte wirksam auf die flüchtenden Franzosen. Für die an den Tag gelegte Tapferkeit erhielt Aust die Silberne Militär-St. Heinrichs-Medaille, Böttcher und Lindert wurden mit der Bronzenen Friedrich-August- Medaille ausgezeichnet. Karlsruher Stanüesbnch-^uszüse. Eheaufgebote. 8. Juli: Friedrich Schulz von Schönbrunn, Stadtvikar hier, mit Gerda Wiener von hier. — 10. Juli: Wilh. Maisenhälder von hier, Techniker hier, mit Elsa Warth von hier; Karl Hetz von Strasburg, Maler hier, mit Ida Bühler Witwe von hier; Ernst Göltenboth von Pfedelbach, Schneider hier, mit Wilhelmine Knoblauch von Pfedelbach; Richard Donner von Berlin, Zahntechniker in Mülhausen, mit Elsa Götz von hier. Geburten. 6. Juli: Helmut Friedrich, Vater Friedrich Falk, Schreibgehilfe. — 7. Juli: Ilse Gertrud Hildegard, Vater Richard Gern, Kaufmann. Todesfall, g. Juli: Johann Böckle, Fabrikarbeiter, Ehemann, alt SS Jahre. Beerdigungszeit u. Trauerhaus erwachsener Verstorbenen. Dienstag, den 11. Juli. Uhr: Philipp Aigner, Soldat, Städt. Krankenhaus. — 3 Uhr: Johann Böckle, Fabrikarbeiter, Sternbergstratze 2. — 4 Uhr: Henriette von Steffelin, Hosspediteurs-Ehefrau, Baumeisterstr. 44. — 5 Uhr: Karl Hofstätter, Gärtner von Bruchsal (Feuer- Bestattung). hanöelsteil Wertpapiere. Berlin, 10. Juli. (W.T.B.) Börsen st immungs- bild. Die Börse verhielt sich, abgesehen von einigen Eisenwerten, für die die Stabeisenpreiserhöhnngen Kauf- lust anregten, und ferner von Hansa Schiffahrtsaktien durchaus abwartend. Oberschlesische Eisenindustrie, Phönix, Oberschlesische Eisenbahnbedarf und Menden u. Schwerte wurden zu etwas gebesserten Kursen umgesetzt. Das Geschäft war vollkommen fest. Am Anleihemarkt ist die Lage unverändert. k. Ettlingen, 9. Juli. Die Albtalbahn hat im abgelaufenen Monat April d. I. einen erheblich g e - steigerten Personenverkehr aufzuweisen. Die Einnahmen hieraus stiegen mit 44 300 Mk. um 11670 Mk. gegenüber dem gleichen Monat ISIS. Der Güterverkehr blieb sich dagegen fast gleich. Seit 1. Januar d. I. bis einschließlich April, also in den vier ersten Monaten, hat die Albtalbahn bereits eine Mehreinnahme von 83 897 Mk. gegen das Vorjahr zu verzeichnen. f. Lahr, 9. Juli. Die Lahrer Straßenbahn Seelbach—Lahr—Ottenheim, deren Betriebsjahr mit dem 1. April beginnt, hat das neue Geschäftsjahr nicht un- günstig begonnen, nachdem das alte, 1913, mit einer Wenigereinnahme von 18 178 Mark 14,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr abgeschlossen hatte. Im April d. I. stieg der Personenverkehr besonders stark (um 149S Mk.), während der Güterverkehr und die sonstigen Einnahmen noch immer zurückblieben. Die Gesamteinnahmen mit 8723 Mk. sind gegen den April 1915 immerhin um 1351 Mk. gestiegen. Sendet den S. S. ins Feld! Tierschutzverein Karlsruhe Geschäftszimmer: Sophienstrasse 15. Sprechstunden: Mittwochs und Samstags 12— 1 / 2 l Uhr. Zusammenkunft jeden 2ten Mittwoch im Monat: Vier Jahreszeiten, Hebelstrasse 21, Nebenzimmer, 7*9 Uhr abends. Verlag der M.-Ges. MM' Karlsruh e- In unserem Verlage erschien soeben: Meßgebete für den Schülergottesdienst von Stadtpfarrer Dr. Rieder, Bonndorf. Mit kirchlicher Druckerlaubnis. 12°. 20 Seiren. Preis 10 Pfg., 50 St. L- Mk.. 100 St. 7.- Mk. franko jeden Ortes. 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