Nr. 480 Karlsruhe, Mittwoch, den 18. Okiober 1916 54* Jahrgang Fernsprecher 535 Mittagsblatt Postscheck: Karlsruhe ^8^ Bezugspreis: In Karlsruhe durch Träger zugestellt vicrieljäbrlich Mk. 3.20. Von der Geschäftsstelle oder den Ablagen abgeholt, monatlich 75 Pf. Auswärts (Deutschland) «ezugspreis durch die Post Mk. 3.65 vierteljährlich oi\ne Bestellgeld. Bestellungen in Oesterreich-Ungarn, Luxemburg, Belgien, Holland, Schwei, bei den Psstanstaltcn. UebrigeS Ausland (Weltponverein) Mk. 1».— vierteljährlich durch die Geschäftsstelle. Erscheint an allen Werktagen in zwei Ausgaben Beilagen: Je einmal wöchentlich: das illustrierte achlseitige Unterhaltungsblatt „Sterne und Blumen" das vierseitige Unierkialtungsblatl „Blätter für den Familien- tisch" und „Blätter sur Haus- und Landwirtschaft- Anzeigenpreis: Die ficbcnivallige kleine Zeile oder deren Raum ^5 Pf. Reklame? 60 Pf. Pla^z-, Kleine- und Stellen-Anzeigen l5 Pf. Bei Wiederholung entsprechende» Nachlas; nach Tarif. 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Im G y e r g y o - Gebirge hielt der rumänische Widerstand an. In der Drei- Bänder-Ecke südlich von Dorna-Watr« vertrie- kctt wir den Feind östlich der Neagra. In den Wald- ^rpathen und südlich des Dnjestr wurden vereinzelte Vorstöße der Russen abgeschlagen. Heeresfront des Generalfeldmar- 'challs Prinzen Leopold von Bayern. Die Schlachten an der N a r a j o w k a und in o l h ij „ j c n dauern fort. Ter Feind holte sich in ^den Räumen abermals schwere Nieder- ^ g e n. Südlich Lipnica-Dolna stürmten die Russischen Massen bis in die Nacht hinein gegen die Stellungen der deutschen Truppen an. Alles war vergebens. Deutsche Onrde Bataillone stießen dem g^worsrjtten Feind bis in seine Gräben nach und setz- teil sich dort fest. Die Russen liesien 36 Offiziere, 1300 Maun und 10 Maschinengewehre in der Hand unserer Verbündeten. In W o l h y n i e n richteten sich die russischen Angriffe wieder gegen die deutschen und österreichisch-ungarischen Streitkräfte des Gene- ^vdcrftejn von Tersztyanski. Nach heftiger Be- 'chießung brachen zwischen C u st o m y t y und S w i- ^ * 11 ch h westlich von Bubn o, südlich von Z a - " x c a und Kisielin die russischen Kolonnen los. feindlichen Anstürme erweiterten sich trotz u n - ^heuerer Verluste an einzelnen Stellen dreimal, nördlich von Z a t n r c a sogar bis zu zehn- 'ual. Ahxx dieser Stoß krastüberlegener Massen sichte nicht hin, die tapferen Verteidiger zu erschüt? cr». Der Feiud drang nirgends durch. Unsere kuppen errangen einen vollen Erfolg. Italienischer Kriegsschauplatz. kleine besonderen Ereignisse. Dkr Stellvertreter des Chefs des Guieralftabs: von H ö f e r, Feldmarfchallcutnnnt. Wickung unserer letzten Zeppelinaugriffe. ^Berlin, 17. Oktober. (W.T.B.) Die englische wr> -lle ist in letzter Zeit in ^besonders anfälliger bemüht, unsere Luftschiffangriffe auf England ^ völlig ergebnislos und unwirksam hinzustellen, 'ömt ll) ' r ' 0 nicht müde, in aufdringlichster Weise der ji^^chen Kriegsführung den Rat zu erteilen, 'diese %/UujnWrt und kostspieligen Angriffe im eigenen daß ^e aufzugeben. Damit stimmt es dann schlecht, Ws tnan in England unter Hinweis ans die wach- Kw', englische Luftschiff-Flotte immer erregter die i>.^^erung der Angriffe in Aussicht stellt. Recht j, 5 ist in diesem Zusammenhange d.e Tatsache, ^ie englische Regierung dem Internationalen Äctt ^enbüro in London' bis auf Weiteres das 51® entzogen hat, von Londdn Pretztelograimne nach 2» senden, weil dieses Pressebüro „unrich- frKtft ^chrichten über die Erfolge der deutschen Luft- i! na< ^ Rewyork gemeldet hat. let u^^ die v e r h e e r e n d e Wirkung unserer du/'" Luftangriffe, besonders auch über London, ist ^ die Aussagen einwandfreier Augen- l 3e« bisher folgendes festgestellt worden: ^m Angriff vom 23. September wurden Teil Gebäude schwer beschädigt, die zum toh* Uur norf ) Trümmerhaufen sind. Der Schaden %■,£- 0lt f über 2 Millionen Pfund Sterling (40 Ejs^5"5n Mark) geschätzt. In der Nähe der Ii ! Zahnstation London—Brighton wurden durch stört ™ Bomben 10 Einfamilienhäuser völlig zer- Regent Street, die Hauptgeschäftsstraße in Zum größten Teil niedergelegt. In *in,na?lt Vorstadt Londons wurde eine Muni- ramf vernichtet. Die 'Eiseudahnstation ^id w^°°^'Street sowie Blicke und Bahngleise lr >ijalii! , crart verwüstet, daß «bro Benutzung un- Zeit wurde und die Wiederherstellung längere fäifttffw.» Zwei Konservenfabriken im . ^1. .^"rden vernichtet. Eine Unter- 3 Zum Piccadilly-Cireus fübrt, ^ ^uverrt. Beim Angriff vom 2. Oktober wnrden über 200 Familien infolge Zerstörung ihrer Wohnungen ob' dachlos. Bei Thameshaven wurde an den Benzol- tanks großer Schaden angerichtet. In Maple Street ist eine Reihe von 20 Häusern vernichtet. Die großen Reislagerräume der Firma Denny Sons wurden vernichtet. An der Ecke Stratford- High Street und Bowroad wurde ein Haus voll- ständig zerstört. Die Bombe drang bis in den Keller. Die südöstlich hiervon liegenden Gebäude — fast idie Hälfte des ganzen Häuserblocks — wurden gleichfalls zerstört. In Grimsby wurde eine Kaserne getroffen und über 400 Soldaten getötet. Aus dem Humber wurde ein dort ankernder gro- ßer Kreuzer mit vier Schornsteinen durch eine Bombe getroffen. Der Menschenverlust beträgt ungefähr 60 Mann. Ebendaselbst wurden zwei eng- lische Kriegsschiffe mit 1. bezw. 2 Schornsteinen schwer beschädigt. In Hull wurden schwerste Verwüstungen angerichtet. In einigen Stadtteilen stehen nur die Häuserwände, alles übrige ist ein Schutthaufen. In Leäds wurde enormer Schaden an Munitionsfabriken und Eisenbahnstationen angerichtet. Im Hafen von Portsmouth wurden zwei Jachten zerstört und ein Wachlokal vernichtet. Ein Dock wurde schwer beschädigt, mehrere Eisenbahnwagen explodierten. Die Spritbrennerei der Firma Pink u. Sons und die Frucht- und Lagerspeicher _ der Firma Eiders u. Fysfe daselbst wurden gleichfalls getroffen. Ein Güterzug von 12 Wagen voll Pferden wurde vernichtet. Zum Schluß noch folgende interessante Fest- stellung: Aus vielen Teilen dc.s Landes kommen — so heißt es in der Londoner Wochenschrift The World, 3. Oktober — Klagen über überflüssige Luftschiff- Warnungen, die dank 'der Nervosität geschäftiger Schutzleute den Deutschen in die Hände arbeiten. Ich bin fest davon überzeugt, 'daß der wirkliche Zweck dieser Lustschiffe nicht der ist, Frauen und Kinder zu töten oder die Bevölkerung in Schrecken zu versetzen, sondern der, die Mumtionserzeugung Englands schwer zu schädigen, und zwar nickt etwa durch Zerstörung der Munitionsfabriken, sondern vielmehr durch ihre Stillegung während des An- griffs. In einigen Orten sind Tausende von Ar- beitsstunden in dieser Woche verloren gegangen. Es wäre deshalb gut, wenn man die Warnungen erst dann erläßt und das Licht ausdreht, wenn sich die Luftschiffe wirklich auf 30 bis 40 Meilen genähert. ftaben Der Krieg zur See. Seschäüigung eines italienischen Kreuzers. Berlin, 17. Oktober. (W.T.B. Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote hat am 7. Oktober im Mi ttelmeer den italienischen g eschütz- t e n Kreuzer „L i b i a" durch einen Torpedo- tresser schwer beschädigt. Schiffsraub. Bern, 17. Oktobex. (W.T.B.) Durch einen könig- lichen Erlaß ist d«r deutsch« Dampfer „Kö- ni g i n" unter dem Namen „Regina" in die i t a l i e- Nische Kriegsflotte übernommen worden. Ein Anschlag? Bern, 17. Oktober. (W.T.B.) ' Die italienische Regierung setzt 100 000 Lire aus für zuverlässige An- gaben in der Richtung, daß bei dem Untergang des Linienschiffes „Leonardo da Vinci" ein Anschlag vorliege. Schwede!» und England. Kopenhagen, 17. Oktober.^ (W.T.B.) Die National Tidende meldet aus Stockholm: Die neuen Verhandlungen mit England über das Handelsabkommen sind aus unbekannten Ursachen plötzlich verschoben worden. Auch die schwedischen'Unterhändler, die morgen nach England ab- reisen sollten, haben die Reise um eine Woche ver- schoben. Der Korrespondent des Blattes bezweifelt die Richtigkeit der Meldung von einer geplanten Gründung eines schwedischen Einfuhrtnustes unter der Leitung einer privaten Stockholmer Bank. Die U-Boote an der amerikanischen Küste. Newyork, 16. Oktober. (W.T.B.) Funkspruch von 'dem Vertreter des W.T.B. Die Regierung be- traute einen Marineoffizier mit der Leitung der Newyorker drahtlosen Station des Newyork Herald, um zu verhindern, daß die Station dazu benutzt werde, den auf See befindlichen Schiffen unneutrale Meldungen znkom- men zu lassen. Diese Maßnahme ist dadurch hervor- gerufen, daß eine drahtlose Meldung dieser Sta- tion aufgefangen wurde, die über die U-Bootstätig- kert berichtete. Die Regierung hat alle anderen hie- sigen und Küstensunkenstationen geschlossen. Der Krieg mit Italien. Diz Schlacht im Karst. Italienischer Verlust: 100 000 Mann. Die gewaltigen Verlustzissern der Entente-Mächte auf allen Kriegsschauplätzen, auf denen sie in diesen Wochen angreifen — für die Westfront ist es eine Gesamtsumme von nahezu drei Viertel Millionen Engländer uird Franzosen während der dreimonatigen Somme-Schlacht — sind durch die Angriffs- f ch l a ch t d e r I t a l i e n e r im Karstgebiet mächtig erhöht wvrden. Ein militärischer Mitarbeiter der Frankfurter Zeiwng stellt für Gewinn und Verlust der Italiener folgende Bilanz auf: Nach maßgebenden Feststellungen haben die Italic- ner bei ihrer Niederlage in der achten Jsonzoschlacht durchschnittlich sechzig bis siebzig Prozent ihrer Truppen verloren. Mit sechzehn Divisionen werden die feindlichen Streitkräfte in dieser Schlacht beziffert. Infolge der schweren Verluste und der sinnlosen Munitionsvergeudung sahen sich die Italiener genötigt, die Angriffe einzustellen. Obwohl sie den Kamps hauptsächlich zu einer Ar- tillerieschiacht gestalteten und die Infanterie bis zu- letzt schonten, sind die Jnsanterieverluste namentlich durch die Ablveisung des Generalsturm'es am'dritteu Tage sehr groß geworden. Die Italiener haben einzig und allein in dem kauni einen Kilometer brei- ten Gelände südöstlich von Oppachiasella und in Nova Vas Fuß fassen können, aber mich dort ist die Front nur auf wenige hundert Schritte eingebaucht und gestattet eine Flankierung des Angreifers. Diesen Gewinn hat Italien mit einem Verl u st von 100 000 Mann bezahlt. In acht Schlachten, von welchen die letzte glänzend vor- bereitet und mit weit überlegenen Kräften durchge- führte wurde, haben die Italiener ein Dreißigstel der Wegstrecke nach Trieft zurückgelegt. Griechenland. Ein Tagesbefehl des Königs an die Kriegsschiffe. Athen, 16. Oktober. (W.T.B.) Meldung des Reuterfchen Büros. Der König hat einen T a - g e s b e f e h l an die Besatzungen der den Alliierten ausgelieferten Kriegsschiffe erlassen, in dem es heißt, daß sie schon sehr viel hätten leiden müssen und daß ihre Herzen aus den neuen Wunden blute- ten, die ihnen täglich geschlagen würden. Die Re- gierung sei'verpflichtet gewesen, ihnen zu befehlen, die Schiffe zu verlassen, die ihren »nerlösten Brüdern eine Botschaft der Freiheit gebracht hätten. Der König wünschte den Seelenten ferner Glück zu ihrer Treue nicht nnr als Fürst und Komman- dant, sondern auch als Vertreter des Landes, dem er selbst treu gedient habe und weiter treu dienen wolle. Schließlich spricht der König die Hossnuug aus, daß sich der Wunsch der Seeleute, bald wieder im Besitz ihrer Schiffe zu fein, rasch erfülle. Die „vermeintlichen Beschützer Griechenlands". Wien, 17. Oktober. (W.T.B.) Nach einem Madrider Funkspruch des Vertreters des K. K. Tele- graphen-Korrespondenz-Büros geißelt die Corre- spondencia Militari«, das Okgan der spanischen Armee, in einem Leitartikel mit scharfer Ironie die vemeiutlichen Beschützer Griechenlands, das die niedrigsten Demütigungen erleide. Der Artikel schließt: „Bewahre uns Gott vor dem Schutz der Kämpfer für Zivilisation, Freiheit und Recht!" Die Landung von Truppen der Alliierten. Athen, 17. Oktober. (W.T.B.) Keldung des Reuterschen Büros. Amtlich wird erklärt, daß die Landung von Abteilungen der Alliierten bezwecke, die P o l i z e i zn verstärken, da dietz ver- mutlich den Demonstrationen gegen die Entente ein Ende machen werde. Bern, 17. Oktober. (W.T.B.) Wie die Agenee d'AthSnes meldet, wurden rund 1000 Mann Truppen der Alliierten im P i r ä u e l a n d e t. Die Batterie Kastella wurde besetzt, ebenso Bahn- Hof und Rathaus von Piräus und Athen. Das Athener Stadttheater wird von 150 Mann mit zwei Maschinengewehren bewacht. London, 17. Oktober. (W.T.B.) Meldung des Reuterschen Büros. Prinz Georg von Griechenland sprach gestern im Auswärtigen Amt vor und hatte eine lange Unterredung mit Grey. Die Uebergabe der Flotte. Athen, 17. Oktober. (W.T.B.) Meldung des Reuterschen Büros. Besatzungen von der Flotte der Alliierten übernahmen die griechischen Kriegsschiffe „Georgios", „Averoff", „Kilkis" und „Lemnos". Die griechischen Besatzungen wurden ge- landet und nach Athen geschickt. Veinizelisten in Amerika. Newyörk, 17. Oktober. (W.T.B.) Meldung des Reuterschen Büros. Ueber 3 0 0 0 0 0, zum Anschluß an 'die Partei Venize 1 os aufgeforderte ©riech e n organisieren sich. Gestern abend hielten 3000 von ihnen eine Versammlung ab, die erste einer Reihe, die in den gesamten Vereinigten Staaten be- ginnen sollen. Sie äußerten lebhafte Begeisterung und eröffneten eine Sammlung, um VenizeloS zu Hilfe zu kommen. Sie verurteilten die Haltung der griechischen Regierung >und verpflichte- teil sich, Venizelos zu unterstützen. Es wurde eine Tagesordnung angenommen, in der es heißt, die Re- gierung K ö n i g Konstantins habe Forts und Munition ins Werte von 200 Millionen Dollars in Mazedonien preisgegeben und dem vierten Armeekorps erlaubt, sich von den Döutschen ge- sangen nehmen zu lassen. Sie habe Griechenland und den gesamten Hellenismus entehrt und ihre Politik bedrohe den Bestand der Nation. (I) Die griechischen Kolonien in Amerika wurden aufgefor- dert, ihren gesamten Einfluß aufzubieten, um alle Teile Griechenlands dazu zu bringen, sich der natio- nalen Bewegung zur Vertreibung des Feindes an« zuschließen, der die Souveränität Griechenlands be- scitigt habe, uud die Deinagogen zu verjagen, die König Konstantin umgäben. m. Die neue Warenumsatzsieuer. Am l. Oktober trat die in der Frühjahrstaguug des Reichstages beschlossene Warenumsatzsteuer in Kraft. Dieses Gesetz, das den Scheckstempel aufhebt und vom Reichstag an die Stelle der von der Re- gierung vorgeschlagenen Quittuugssteuer gesetzt wor-' den ist, greift nicht nur tief in das Geschäftsleben der Gewerbetreibenden aller Art, der ztausleute, Fabrikanten, Landwirte usw. ein, sondern a n ch Nichtgewerbetreibende, Private, wer- .den davon betroffen. Jeder Verkauf von Waren unter Privatpersonen ist warenumsatzstempelpslich- tig, wenn der Kaufpreis über 100 Mark beträgt, die zu entrichtende Steuer beträgt 10 Pfg. von 100 Mark und ist für jede volle 100 Mark zu en trichten . Verkauft also ein Privatmann z. B. ein ihm gehör!- aes 'Kunstwerk, ein Fqhrrad, ein Stiick Möbel oder sonst irgend einen Gegenstand, für den der Käufer mehr als 100 Mark bezahlt, so unterliegt ein solcher Verkauf der Warennmsatzstenipelpflicht. Die Steuer- Pflicht liegt aber nnr vor, wenn die Zahlung ink Inland geleistet wird. Im Gegensatz zn dem Waren- verkehr unter Gewerbebetreibenden ist hier die Steuer allerdings nicht durch einfache Zahlung am Schluß des Kalenderjahres, fondern durch eine Ver- st e in p e 1 u n g der Quittung mit Marken, die von den Postbehörden bezogen werden, zu entrichten. Der Pflicht kann er sich nicht.etwa dadurch entledigen, daß er mit dem Abnehmer der Wäre vereinbart, es solle keine Quittung ausgestellt werden. Das Gesetz schreibt vor, daß für jede derartige Zahlimg vom Empfänger binnen zwei Wochen ein schriftliches E m p f a n g s b e k e n n t n i s er- teilt werden müsse. Zu tragen hat den Quittungs- steinpel der Aussteller der Quittung, also der Ver- k ä u s e r. Während jedoch bei Lieferungen von Ge- werbetreibenden der Käufer keine Pflicht hat. sich um die Zahlung der Steuer zu bekümmern, besteht eiue solche Verpflichtung für denjenigen, der eine Ware von einem Privatmann bezieht. Er ist nach dein Gesetz genötigt, darauf zu achten, daß er eine Quittung crfinft, und daß sie richtig versteuert ist. Unterblieb die VersteiNpelung, so hat er (d. h. der Warenfäufer) sie nachzuholen, unbeschadet natürlich der Ersatzansprüche, die er an den Verkäufer stellen kann. Unterläßt der Käufer die Nachftempelung, so macht er sich strafbar, und zwar besteht die Strafe in dem zwan^igfachen Betrag der hinter- z o g e n e n Abgabe. Die P r ü f u n g 8 p f l i ch t, ob der Stempel richtig bezablt wurde, bestellt also bei allen Lieferungen van Nichtge- we rb et r »i b e n d e n ohne Rücksicht darauf, ob der K ä u fe r Gewerbetreibender ist oder nicht. Das Gesetz besteuert sodann j e d e W a r e nl i e f e- riing von Gewerbetreibenden, gleichviel, ob sie ainf Bestellung geliefert ist oder uicht und ob die Zahlung in bar oder anderen Zahlungsmitteln erfolgt. Beim Tausch werden beide Leistungen als Zahlung angesehen. Als Warenlieferung gelten auch Werkverträge, wenn der Verfertiger des Werkes die zu feiner Anfertigung erforderlichen Stoffe selbst geliefert hat, ferner Lieferungen von Gas, elektrischem Strom iund Leitungswasser, sofern sie nicht durch Reich, S t a a t e n. G e m e i n d e n oder Gemeindeverbände erfolgen. Befreit sind Lieferungen von Gold in Barren, von ausländischen zollpflichtigen Waren aus dem Zollausland oder aus dem gebundenen Verkehr des Zollinlandes, sowie von ausländischen zoll- freien Waren nach näherer Bestimmung des Bundes- rates, endlich Lieferungen im Inland bezogener Wa. ren im Ausland. Befreit sind f e r n e r d i e s e n i - gen Gewerbebetriebe, bei denen sich der Gesamtbetrag der für Warenlieferung ringe- nominellen Zahlungen auf nicht Mehr als 3000 Mark im Jahr belauft. Es unterliegen also alle Gewerbetreibenden (Kausieute, 'Landwirte, Gastwirte, Kolonialwarenhändler usw) dem Stxit 2 Dadiscker Desbachter. Mittwsch, den 18. Oktober 1916 Ur. 480 Warenumsatzstempel, wenn sie jährlich für mehr als 3000 Mark Waren «umsetzen,/also mindestens 8 Mark 25 Pfennig tägliche Durchschnittseinnahmen aus Waren erzielen. Wie oft eine Ware den gewerblichen Besitzer ändert, spielt dabei keine Rolle. Je- der, der die Ware in seinem Gewerbebetrieb umsetzt «und Zahlung dafür erhält, hat die Steuer zu ent- richten. So wird also z. B. ein D a m e n m a n t eJ, ehe er im Kleinhandel an den Verbraucher mit 50 Mark abgesetzt and mit 1 Mark voin Tausend — 5 Pfennig Umsatzsteuer belegt wird, bereits die fol- genden, Jedesmal steuerpflichtigen „U ms ätz e" zu durchlaufen haben: Der Schafhalter verkauft die rohe Wolle an den Wollaufkäufer, dieser an den Wollgroßhändler, die- ser an die Wollwäscherei, diese an den Händler für gewaschene Wolle, dieser an die Spinnerei, diese an den Garnhändler, dieser an 'die Weberei, diese an den Stoffgrossisten, dieser an den Konfektionär, die- ser an den Detaillisten und dieser endlich an den eigentlichen Verbraucher. Oder nehmen wir z. B. das Bier, soweit hierzu die Verwendung von Gerste in Frage kommt, so werden folgende steinpel- Pflichtige Stellen im allgemeinen zu durchlaufen sein: Der Landwirt verkauft die Gerste an den Händler, dieser an die Malzfabrik, diese an die Brauerei, diese das Produkt an den Gastwirt und dieser end- lich an die Kunden. Je größer und zahlreicher also >der Umsatz, um so öfter wird die Steuer erhoben und desto größer ist der Ertrag. Bei Annahme eines Nationaleinkommens von 40—50 Milliarden Mark und eines vier- bis fünfmaligen Umschlages wird man deninach — wenigstens in normalen Zeiten — zu einem Ertrag von20vbis250Millio- nenMark im Jahr kommen (gegen 80—100 Mil- lionen Mark beim Quittungsstempel). Die umsatzsteuerpflichtigen Gewerbebetriebe ha> ben binnen 30 Tagen nach Schluß des Kalender- jahres — erstmals für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1916 bis 30. Januar 1917 — der zuständigen Steuerstelle 'den Umsatz anzumelden. Vor- aussichtlich werden die Landesregierungen den Ge- meindebehörden die Erhebung gegen Vergütung übertragen. Die Steuer ist sofort bei der Anmel- bung zu entrichten. Die Behörde prüft die Angaben und setzt eventuell die Steuer fest. Beschwerde, je- doch ohne aufschiebbare Wirkung, ist zulässig. Der Steuerpflichtige ist zur Vorlage sämtlicher Unterla- gen verpflichtet. Sämtliche Gewerbetreibenden ha- ben die Bücher. Rechnungen und Quittungen 5 Jahre lang, voni Schluß des Steuerjahres an gerechnet, aufzubewahren und auf Verlangen vorzulegen. Steuerhinterziehung oder falsche Anmeldung wer- den mit Geldstrafe im zwanzigfachen Betrag der hinterzogenen Abgabe geahndet. Der Warenumsatzstempel hat also speziell für alle Gewerbetreibenden seine ernste Seite und stellt in seiner direkten und indirekten Waren-. Verteuerung jedenfalls eine außerordentliche Belastung des Unkostenkontos dar. —e— Wechsel in öer Münchener Nuntiatur. Die Bayerische Staatszeitung schreibt: Wie wir soeben von unterrichteter Seite erfahren, steht es nunmehr fest, daß der hiesige Pronuntius Kardinal Frühwirth bei einem gegen Ende des nächsten Monats stattfindenden Konsistorium vou Seiner Heiligkeit dem Papst in feierlicher Weise den Kar» dinalshut aufgesetzt erhalten wird. Bekanntlich Allerlei aus öem Krieg. Schönes Sterben. Wie wir zu unserem Bedauern hören, ist der Lokalredakteur RobertHillebrand der Neuen Augsburger Zeitung bei den Kämpfen an der Svmme den Heldentod gestorben. Verlag und Re- daktion der Neuen Augsburger Zeitung erleiden dadurch einen schweren Verlust. Hillebrand war eine in Augsburg wohlbekannte Persönlichkeit, der geborene Journalist, erfüllt von Pflichttreue 'und Begeisterung. Schrieb noch kurz vor seinem Tode an den Verlag: „Wir kommen entweder zum Sieg »der zum Sterben." In seinein Gebetbuch lesend, rraf ihn der Tod. Ein Karlsruher junger Soldat, der vor etwa drei Kochen den Heldentod starb, schrieb am Tag, bevor er fiel, an ]ctnc Angehörigen: „Kann Euch mitteilen, daß ich heute die große Gnade hatte, eine hl. Messe zu hören und zu kommunaleren. Ich hätte nicht gedacht dieses große Glück gerade an meinem Geburtsfest zu haben Heute abend geht es nun neu gestärkt und wohl^ gemut in Stellung. Bitte nun für die kommenden schweren Stunden um Euer Gebet. Hoffe alles gut zu überstehen unter dem Schutze der hl. Jungfrau und des hl. Michael." Er hat es sicher gut Überstauden und der Brief ist ein Trost für feine Angehörigen. Ein warmer Abendsonnenstrahl, bevor die sonne des Lebens am irdischen Horizont untertaucht, um in der Ewig- feit neu aufzugehen. Kirchliche Nochn'chten. Eine Ansprüche des P-ipstcs. Anläßlich des Beginnes des neuen GerichtsjahreZ empfing (lt. K. B.) der Papst die Uditoren der Rota unter den glichen Zeremonien. Aus eine Ansprache erwiderte er, leider seien die politischen Aussichten nicht erfreulich. Der Horizont sei noch dicht mit düsiorem Ge- wölk bedeckt. Man sehe nach Legionen von Be - w a s s n e t e n und ' Ströme Blutes ringsum. Nichtsdestoweniger mutz unser Herz sich mit Vertrauen öffnen auf die gottl che Hilfe in der Hoffnung, daß ein Schimmer des Friedens das Dunkel durchbreche und ?in erneuerter Fried« glänzender wiederkehre, unter dem .ftie Aus übung der Gerechtigkeit neu erblüht. twckßtmlen. ': - M-im,beim, 13. Okt. Der ersteJmmatriku- ckti .ons er min im Wintersemester liei der H«n* elshoch chule in der 24. L)kto«ber, De Vorlesungen Zinnen am 25. Oktober. wurde dem hiesigen.Nuntins im öffentlichen Konsi- storium vom 9. Dezember der kirchliche Purpur und damit die höchste geistliche Würde verliehen, worauf dann am 19. Dezember vorigen Jahres in der hie- sigen Allerheiligen Hoftirche Seine Majestät der König in feierlicher Weise dem neuernannten Kar- dinal das Kardinalsbarett aufs Haupt setzte — eine feierliche Zeremonie, die sich damals zum ersten Malexin der Königlichen Residenz vollzog. Seit die- sem Tage mußte für einen nicht mehr fernen Zeit- Punkt mit der bevorstehenden Abberufung des Kardi- »als Frühwirth nach Rom gerechnet werden. In der Regel Pflegen die zu Kardinälen ernannten Nuntien nur kurze Zeit als Pronuntien auf ihren Posten zu verbleiben, da gewöhnlich die feierliche Aufsetzung des Kardinalshutes und damit die 'dauernde Ueoer- siedetung nach Rom schon sehr bald nach der Kax- dinalsernennung und BarettanfsetzuM erfolgt. Wenn Kardinal Frühwirth, ebenso wie Kardinal Scapinelli in Wien, ungewöhnlich lange als Pro- nuntius auf seinem hiesigen Posten belassen wurde, so stand dies zweifellos mit den durch den Weltkrieg veranlassten außergewöhnlichen Verhältnissen in Zu- sammenhang. Für alle, die mit Kardinal Früh- wirth in Berührung stehen und die seit langem seine verehrungswürdige Person aufs höchste Witzen, war es eine besondere Freude, den hiesigen Ausenthalt dieses ausgezeichneten Mannes noch verlängert zu sehen. Wenn nunmehr die Stunde naht, in der Kardinal Frühwirth München dauernd verlassen wird, so wird dies in den weitesten Kreisen unserer Stadt und unseres Landes das aufrichtigste 'Be- dauern hervorrufen. Eine nähere Würdigung seiner Persönlichkeit und seines Wirkens auf dem hiesigen Posten behalten wir uns für einen späterenHeitpunkt 'vor. Wie wir weiter erfahren, ist zum Nachfolger des Kardinals Frühwirth nach vorheriger Einholung des Agrements bei der bayerischen Regierung der der- zeitige Nuntius in Brasilien, Titular-Erzbischof von Sardes, Monsignore Aversa, ernannt worden. Mon- signore Aversa gilt als einerder hervorragendsten Diplomaten des päpstlichen Stuhles und war in seiner bisherigen diplomatischen Laufbahn unter anderem in Wien und Euba tätig. Der neue Nim- tius, von dem wir hören, daß er sich des hanz be- sonderen Vertrauens und Wohlwollens Seiner Heiligkeit des Papstes erfreut, «darf hier der syin- pathischsten und besten Aufnahme sicher sein. Der neue Nuntius hat, dem Bayer. Kurier zu- folge, bereits 'das Agrement der bayerischen Regie- rung'erhalten. Msgr. Aversa, Titularerzbischof don Sardes, ist 1362 in Neapel geboren, wo er^auch den Studien oblag und sich den Doktorgrad beider Rechte erwarb. In jungen Jahren hat sich der jetzige Nuntius auch journalistisch betätigt als Korrespondent des Osservatore Romano; das Blatt verdankt ihm sehr beachtete Aussätze kirchlich-poli- tischen Inhalts. Nach bestandenem Examen wurde der vielversprechende, gewandte Priester als Minutant in das Staatssekretariat berufen, wo seine diplomatischen Befähigungen alsbald Beachtung fanden. Der junge Diplomat wurde so alsbald als Sekretär der apostolischen Nuntiatur nach Wien geschickt, wo er sich durch seine Geschicklichkeit Ansehen und durch "seine personlichen Eigenschaften allgemeine Sympathien'erwarb. Er hatte sich rasch eingearbeitet und gilt als ein trefflicher Ken- ner der österreichischen kirchlichen Verhältnisse. Msgr. -Aversa vervollkommnete sich in Wien auch in der deut- scheu Sprache, die er sehr gut beherrscht. Kardinal Rampolla holte sich Aversa dann nach Rom zurück, wo er die Stellung eines Unterstaatssekretärs der Kongregation der außerordentlichen kirchlichen Angelegenheiten übernahm. Im Jähre 1905 wurde er in autzerordeiit- licher diplomatischer Mission nach Euba geschickt; als Sekretär begleitete ihn Msgr. Schioppa, der jetz'ge Udi- tore der Münchener Nuntiatur, der also auch jetzt wieder sein Mitarbeiter werden dürfte. ^>ie Ordnung der kirchlichen Angelegenheiten in Euba bot manche Schwierigkeiten. Msgr. Aversa erfüllte aber die Hoffnungen, die man auf ihn setzte, in vollstem Maße, so daß er in Anerkennung des Geleisteten schon nach kurzer Zeit, nach wenigen Monaten, zum (Titular-)Erzbischof von Sardes ernannt wurde.' Als apostolischer Delegat wirkte er dann noch länger auf Euba, worauf er in derselben Eigen.- schaft nach Venezuela bestimmt wurde, von wo er endlich als Nuntius nach Brasilien berufen urde. Msgr. Aversa geht ein ausgezeichneter Ruf voraus, er hat überall, wo er tätig war, sich die allgemeinsten Sympathien erworben. Die Stellung eines Nuntius in Brasilien bietet wegen der Trennung von Kirche und Staat besondere Schwie- rigkeiten; aber Msgr. Avers« hat sich ihnen glänzend gewachsen gezeigt. —^—CSb) deutscher Reichstag. Die Verhandlungen deS Hauptansfchnsses. Berlin, 17. Okt. (W.T.B.), Der Hauptausschuß ?eS Reichstags setzte die Beratungen über Fragen des B e - l a g e r n n g s z u st a n d e s und der Schutzhaft fort. Es wurde beschlossen, den nationallibcralen Initiativ- gesetzentwurf betreffend die Schutzhaft durch die Voll- Versammlung einem besonderen Ausschuß zur Beratung überweisen zu lassen und die weitere Erörterung hier- über geordneter die Vorlegung eines Gesetzentwurfs, durch den der Belage^ingszustand geregelt werde. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen erklärte Ministerialdirektor Dr. L e w a l d, daß sich die Praxis bei der Beurlaubung der Abgeordneten vom Heeresdienst im allgemeinen lbe- währt habe. Vor dem Zusammentritt des Reichstages werde dem Kriegsminrster Mitteilung gemacht und dieses veranlasse die rechtzeitige Beurlaubung der Abgeordneten. Beschwerden über Mißstände seien bei dem Reichsamt des Innern nicht eingelaufen. Der fortschrittliche Antrag wurde angenommen und damit die Aussprache über den Belagerungszustand beendet. >Es folgte die Be- ratung der Pressezensur. Die Pressezensur. Berlin, 17. Okt. (W.T.B.) Bei der Beratung der Pressezensur beantragten die Sozialdemokraten die Wiederherstellung der Freiheit der Presse, während die Nationalliberalen in Form eines Jnitiativgesetzes beantragten. dem Reichskanzler die Verantwortung für die Handhabung der politischen Zensur zu übertragen. Staatssekretär Dr. Helfferich führte aus, er könne wohl verstehen, daß man die Zensur im Volkd schwer empfinde, wo man bisher gewohnt sei, völlig frei feine Meinung zu sagen. Die Schwierigkeiten seien aber in der ine Königliche Hoheit der Grotzherzog hat geruht, den'Rektor der Wolksschule in Schwetzingen Dr. Wilhelm Heidinger zum Kreisschulrat für den Schulkreis Tauberbischofsheim zu ernennen. Seiine Königliche Hoheit der Grotzherzog hat geruht, /den Kreisschulrat Dr. Egon Wintermantel in Tauberbischofsheim in gleicher Eigenschaft nach Offen- bürg zu versetzen. OD Lebensmittelversorgung. □ Mit der Obftvcrsorgung in Baden befaßt sich abermals ein halbamtlicher Artikel der Karlsruher Zeitung. Er, legt dar, zu welchen Zwecken in elf badischen Amtsbezirken am Ober- rhein und Bodensee der Aufkauf von Kernobst (Aepfel und Birnen) zum Zwecke der Weiterver- äußerung nur durch die Geschäftsstelle der Badischen Obstversorgung erfolgen darf. Es wird betont, daß in den elf Amtsbezirken entlang der Schweizergrenze und am Bodensee der Aufkauf von Kernobst den Beauftragten der Geschäftsstelle der Badischen Obst- Versorgung vorbehalten war, damit diese den mittleren und kleineren Städten des Landes sowie den Jndustriebezirken auf deren besonderen Wunsch genügend Obst zuführen und auch diejenige Menge Obst beschaffen könne, welche die Reichsstelle für Obst zur Versorgung außer b ad ischer Städte anfordere. Was die kürzlich auch im Karlsruher Bürgerausschuß erwähnte Behauptung anlangt, die badischen Zwetschgen seien in Berlin von der Geschäftsstelle teuer verkauft worden, so legt der halbamtliche Artikel den Sachverhalt folgendermaßen dar: Als die badischen Städte mit Frühzwetschgen bereits versorgt waren und die Annahme weiterer Lieferungen abgelehnt hatten, hat die Geschäftsstelle der Anweisung der Reichs- stelle für Obst Folge geleistet und außerbadische Städte mit Frühzwetschgen geliefert. Die Zwetschgen wurden an die außerbadischen Kommunalverbände und nicht etwa an Händler abgegeben und zwar in der Regel zum Verbraächerhöchstpreis von 28 Psg. Ein Wagen Frühzwetschgen gelangte in Berlin auf Anordnung der Reichsstelle zur Versteigerung und erbrachte einen Erlös von 62 Psg., obwohl die Geschäftsstelle nur 28 Psg. in Rechnung gestellt hatte. Spätzwetschgen wurden nach außerbadischen Städten überhaupt nicht versandt; dagegen hat die Geschäfts- stelle vor der militärischen Beschlagnahme 29 Wagen Spätzwetschgen aus Thüringen nach Baden ge- bracht. 5hrsn.?. flus Saöen. H. K. Karlsruhe» 16. Oktober. Neugestaltung der handelspolitischen Beziehungen zu O e st e r r e i ch - U n g a r n.) Die Handels kammei Karlsruhe hatte am Mittlvoch, den 11. d. M., ihren Aus schütz zur Beratung der Frage der Neugestaltung der handelspolitischen Be- Ziehungen Deutschlands zu Oesterreich- Ungarn einberufen, dem autzer dem Vorstande, der Geschäftsführung und einigen Mitgliedern der Kammer eine Anzahl Vertreter von Industrie und Handel des Kammerbezirks angehören. Der Ausschutz bofatzte sich in eingehender Weise mit der Behandlung der schwie- rigen Frage, insbesondere mit den Gründen und Gegen- gründen für eine Zollunion, gegen die sich jedoch die Mehrheit der Anwesenden aussprach. Ferner wurden eingehend erwogen die Einführung von Vorzugszöllen, fowie die sonstigen Gesichtspunkte einer möglichst engen wirtschaftlichen Annäherung und weiterhin die fünf» tage handelspolitische Lage der Mittelmächte und der Balkanstaaten. Der Ausschutz fatzte eine Entschließung, die der Handelskammer zur Annahme empfohlen wer- den soll. )0( Ettlingen, 17. Oktober. Von Bubenhand wurden vier O b st b ä u ni e am Reservelazarett umgehauen, 20 Stück wurden schwer beschä- digt. Bruchsal, 14. Oktober. Die Preisprüfmngs- stelle gibt bekannt: Nach einer Mitteilung der Maggi-Gesellschast, haben die seit Jahren für die verschiedenen Maggi-Er Zeugnisse festgesetzten Preise auch während des Krieges eine Erhöhung nicht erfahren. Es gilt dies sowohl für Maggis Würze, als auch für Maggis Suppenwürfel und Maggis Fleifchbrühwürfel. Angesichts der immer mehr um sich greisenden Preistreibereien wird die Hausfrau von dieser Nachricht mit Befriedigung Kenntnis nehmen und etwaige Preisüberforderungen im allseitigen Interesse unverzüglich zur Kenntnis der Preispriifnngsstelle bringen. ^ Heidelberg, 17. Oktober. Die Ehefrau des Drehers Adolf Träumer in Wieblingen ge- bar Drillinge, einen Knaben und zwei Mädchen. Die Mutter und die Kinder befinden sich wohl. # Heidelberg, 17. Oktober. Es geht das Gerücht, daß hier eine größere Menge Butter schlecht geworden und deshalb zur Seifenbereitung Ver- Wendung fand. Das Nahrungsmittelanit teilt mit, daß an diesem Gerücht kein wahres Wort ist. X Heidelberg, 17. Oktober. Dem Eisenbahn- arbeiter Lorenz Köhler wurde auf dem hiesigen Bahnhofe der linke Unterschenkel-von einer Eisenbahnlokomotive abgequetscht. ^ Mannheim, 17. Oktober. In einer der letzten Nächte räumten Diebe einen S ch a u k a st e n an einem Hause der Kepplerstraße vollständig aus. Es hatten sich Mappen, Damenhandtaschen, Geld- beutcl, Bürsten, Kämme, Uhren u. a. darin be- funden. Vom Schwarzwald, 17. Oktober. Seit gestern Nacht fällt im Schwarzwald bis weit herab Neil- s ch n e e. Bis auf 1000 Meter herab konnte sich der Schnee behaupten und auf den hohen Berg, kämmen b&fondera im Feldberggebiet und beim Chronik öes zweiten Kriegsjahres. 18. Oktober 1315. Siegreiche Kämpfe bei Riga. - Obrenovac genommen; der Zigeunerberg südlich Grocka erstürmt. — Einzug bulgarischer Truppen in die befreiten mazedonischen Städte Stip und Raöo< vista. Belchen liegt die weiße Decke schon "TD Zentimeter hoch. In der verflossenen Nacht sind nunmehr auch! die ersten starken Fröste eingetreten. Im Ge' birge fiel die Temperatur bis auf 3 Grad unteH Null. In den Ebenen zeigt das Thermometer in den Morgenstunden 0 Grad. ):( Mosbach, 17. Oktober. Wie der Stäatsanzei^ ger meldet, wurde Notar Dr. Joseph S i e f e r t iri Boxberg zum Landrichter in Mosbach ernennt. :: Pforzheim, 16. Oktober. An den Folgen eines Schlaganfalles ist Güterinspektor a. D. Heflmimt Buhlinger gestorben. Er hat IV Jahre lang die hiesige Güterverwaltung bei der Eisenbahnstation geleitet und machte sich, nachdem er in den Ruhestand getreten war, um das Gemeindeleben verdient. Deut Bürgerausschuß gehörte der Verstorbene ebenfalls an. c? Pforzheim, 17. Oktober. Der Privatmann Emil Dyckerhoff begeht morgen feinen 70. Ge- burtstag. Er betrieb früher eine Schmuck- Warenfabrik und beteiligte sich lebhaft am kommunal- politischen Leben. Seit dem Jahre 1890 ist er Mit» glied des Bürgerausschusses. )( Achern, 16. Oktober. Seit Beginn des Krieges bis 1. Oktober wurden im Bezirk Achern an Kriegsuntei'stützungen 1490 490 Mark ausbezahlt. Biberach (Kinzigtal), 14. Oktober. Ueber den Fliegerkampf am Donnerstag geht der Offen burger Zeitung noch folgende Einzelschilderung zu: Etwas nach 5 Uhr kam es in der Gegend zwischen Haslach und Bibsrach zu einem Kampf zwifchen einem deutschen und vier feindlichen Fliegern^ Von diesen wurde einer bei Steinach (Zinken LaäM^ h e r u n t e r g e s ch o s s e n, während die anderen drei Reißaus nahmen. Der tapsere Sieger landete nach dem Kampfe in der Nähe. Eine große Menschen Menge hatte sich in kurzer Zeit zusammengefunden und dem deutschen Helden jubelnd ihre Glückwünsche zugerufen. (Gen. G.-K.) )-( Emmendingen, 16. Oktober. Das H e u b e n ■ fcheFabrikanwefen wurde in der Zwangs> Versteigerung von der Stadt Emmendingen zum Preise von 48 (XX) Mark erstanden. :: Freiburg, 17. Oktober. Das 23jährige Dienst« mädchen Rosa W a n g l e r, das an den Verletzungen starb, die es bei dem letzten Fliegerangriff erlitt, wurde am Sonntag beerdigt. Stadtrai Geis legte für die Stadtverwaltung einen Kranz am Grabe nieder. )l( Tcacrnan (A. Schopsheiui), 17. Qkt. Hier hat sich Malermeister' Mdr7 WfR t eis Zossen. Ursache steht noch nicht fest.

u i ch t e t worden. Das Vieh konnte gerettet werden. )!( Lörrach, 17. Oktober. In Hertingen brachte die Weinernte ein Gesamtergebnis von 309 Hektoliter. In Kleinkems ist der Herbstertrag gering. In Bronnweier haben diejenigen Winzer schöne Erträge zu verzeichnen, welche die richtige Zeit mit dem Schwefeln und Spritzen nicht verpaßt haben. Durchschnittlich steht der Preis auf 129 bis 200 Mark. ):( Limpach (A. Uberlingen), 17. Okt. In Wit' tenhosen fiel beim H e u h o l e n Landwirt Hagen gegen 60 Jahre alt, vonderTenneherunter Obwohl es nur eine geringe Höhe war und die Ver- letzungen scheinbar unbedeutend, starb er in der Nacht von Tonnerstag zum Freitag. NA. Maisbefchlagnahme. Alles Mais — Welschkorn, In- und Auslandware, ist beschlagnahmt und jeder Handel hierin ist verboten. Laut, Verordnung des Großh. Ministeriums des Innern voin 6. September 1916 ist zum A u s kauf-von Mais-Welschkorn für Saat' zwecke allein berechtigt'die: Gescklästsstelle der Badischen Futtervermittlung l» Karlsruhe oder deren Bevollmächtigte, die mit einew Ausweis' versehen sind. Was nicht für Saatzwe^ dient, ist der Bezugsvereinigung in Berlin einem wesentlich billigeren Preise anzumelden- Sämtliche Korrespondenzen wegen Einkauf von Mais sind zu richten an: Getreidebüro der badischen landwirtschaftlichen © c< Nossen schaffen in Mannheim (T. 1678)- -(OD)- Lokales. Karlsruhe, 18. Oktober I9l«. AuS dem Hofbericht. Der Grotzherzog nahm ges^^ die Vorträge des Ministers Dr. Hübsch und des Gehcuu rats Dr. Freiherrn von Bckbo entgegen. X Sammlungen des Roten KreuzeS. Das Note fetzt hier seine Papier- und Guomiiiammlun^ fort. Nr. 480 Sabffcher Beobachter Mittwoch, den 18. Oktober 1916 Seite 3 ist die üerbreifungsmöglidikeit des Badifchen Beobachters eine unbegrenzte. Jeder Parteifreund, der neben feinem Bezirksblatte noch ein größeres Zentrumsorgan lelen will, bestelle lieh den ^adifcfyett 2äco0acl)tctr der bezüglich Rafchheit und Vollständigkeit in der Berichterstattung etc. neben feinem anerkannt vorzüglichen übrigen redaktionellen Teil keinem Blatte, insbesondere keinem sog. farblosen Blatte, nachlteht. Parteimitglieder! Helfet durch Clgenbeftellung und allseitige stetige Empfehlung dem Hauptorgan der Zentrumspartei zu immer größerer Ausbreitung. genommen wird Gummi unter einem Kilogramm. Ferner wxrden auch Lumpen gesammelt. - ■ t Ein tapferer Karlsruher Flieger. Der Sohn des hiesigen Oberlehrers Emil Lang, Leutnant O. Lang, Ritter des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klasse, der sich Zurzeit an der Somme befindet, hat am 10. i>. M. ein weiteres englisches Grotzrampfflugzeug ab- geschossen, das brennend in unsere Linie stürzte. G. K. G. cA> Konzertansage. Am W. Oktober wird die Sopranistin Frl. Willi K e w i t s ch unter Mitwirkung des Pianisten Paul Schramm im Saale des Museums ein Konzert veranstalten, bei welchem Gesänge von Wagner, Jensen, "Brahms und Strauß zum Bortrag kommen. Auf der städtischen Straßenbahn wurden im Mo- nat August im ganzen 2 311009 (August 1915: 2 088 512, 1914: 1 794 983) Personen befördert, wofür 183 903 Mk. (August 1915: 165 858 Mk.. 1914: 140 395 Mk.) eingenommen wurden. Abgefahren wurden 543 957 (August 1915: 445 703, 1914: 297 350) Wagenkilometer. Auf je 100 Wagenkilometer kommen somit 425 beförderte Per- sonen (im August 1915: 409, 1914: 604, 1918 : 398) und 34 Mk. Einnahmen (im August 1915: 37 Mk., 1914: 47 Mk., 1913: 35 Mk.). Auf der Karlsruher Lokalbahn wurden im Monat August 214403 (August 1915: 211291) Personen befördert. Eingenommen wur» den 24 240 Mk. (1915: 26 442 Mk.). + Katli. Männerverein der Siidstadt. Nach einer längeren Pause tritt unser Berein wieder in eine Zeit regerer Tätigkeit ein. Der Reigen der geplanten Veranstaltungen wird heute abend durch eine Mitgliederversammlung im „Tivoli" eröffnet, in der Herr Rechnungs- rat Friederich uns eine Schilderung der Erobe- ru ug Aegyptens durch die Engländer geben wird. Mit Rücksicht auf den immer wieder gern gehörten Herrn Redner und das gewiß interessante Thema darf Wohl mit einem recht zahlreichen Besuch gerechnet wer- Freunde unseres Vereins und unserer Sache sind stets wiSkommen. :: Aus dem Polizeibericht. Gestern vormittag halb 1^2 Uhr ist vor dem Gaswerk in der Kaliserallee ein mit Kortofseln beladenes zweispänniges Lastfuhrwerk mit einem Straßenbahnwagen zusammengestoßen, wobei das rechte Vorderrad des Fuhrwerks brach und auch der 'Straßenbahnwagen beschädigt wurde. Verletzt wurde Niemand. — Am 12. d. M., nachmittags, hat ein hiesiger Aaglöhner, während er im städtischen RhÄnhafen mit . ^achdeckerarbeiten beschäftigt war, dadurch einen Unfall ^litten, daß er mit einem Eimer voll heißen Holzzements ausglitt und zu Böden siel, wobei er sich' an beide, wanden Brandwuirden zuzog, so daß er in das städtische Krankenhaus aufgenommen werden mußte. © Gerichtssaal. -v X Karlsruhe, 17. Okt. (Strafkammer II.) Der Fabrikarbeiter Karl Bisch aus, Stratzburg und der Schuhmacher August H o n e ck e r aus Worms sind ar- ^>tsscheue Burschen, die. sich häufig beschäftigungslos im ^Urgtale und in der Badener Gegend umhertreiben. einer ihrer Streiftouren statteten sie am 23. Aug. Zwischen Gernsbach und Obertsrot der hübsch gelegenen Klingelkapelle einen Besuch ab und stahlen Ker- Zen im Werte von etwa 10 Mark. Am 31. August ver- suchten sie in einer Kapelle zwischen Langenbach und Loffenau eine Opferbüchse zu öffnen und als ihnen dies nicht gelang, schlugen sie aus Mutwillen einer Antonius- und einer M u t t e r %s> 11 c S f i ß u r die Köpfe ab. .Wegen schweren und einfachen Diebstahls, L.a ch b eschädigung und Gotteslästerung wurden B i s ch zu 5, H o n e ck e r zu'3 MonatenGe- ö n i s Lerurteilt. Gegen beide erging Haftbefehl. , . politische Nachrichten. Deutschland. Zur Zensurfrage. . Berlin, 17. Oktober. (W.T.B.) Die Norddeutsche * uZemeine Zeitung schreibt zur Zensurfrage: •vjrt der Post wird in einer Zuschrift von Paria- e 'Ucitt{chet Seite die Neuoronung auf dem Ge- ^et der Zensur vermißt, die seinerzeit der Reichs- jv auf eine Eingabe des Reiäpverbandes t deutschen Presse in Aussicht stellm ließ. Ins- andere hätte eine Erörterung der Fragen der "°«n Politik, soweit dabei der Burgfriede ge- Bn svürde, möglMt freigegeben werden fallen. ^ n einer solchen Aenderung der Zensurbestini- sei inzwischen alles still geworden. Die fm, r ^Uudet sich im Irrtum. Die vom Reichs- in Ausficht gestellte A e n d e r u n g ist tat- bi n erfolgt. Bereits am 1. August wurden Zensurvehördsn dahin angewiesen, daß die Er- ^ Gerung innerpolitischer Fragen ab? 1 n c l ". I e * ^ e ' chränkung unterliegt, fc !ck>jss einer Verstaatli.chung der- Rhein- ^i^ahrt oder eines Eingreifens der Gesetzgebung 4terr et ' C "" Nach Erkundigungen an maßgebender können wir mitteilen, daß bei der König- ieuM S^citsregierung Erwägungen in der ange- reten Richtung nicht gepflogen werden. Ausland. Kein Ministerwechsel in Schweden. 17 - Oktober. (W.T.B.) Der Karre- fährt ^ ev ^erlingske Tidende in Stockholm er- einon b i? tl Kuverläffiger Seite, die Meldungen von b r A«s bevorstehenden Rücktritt des Minister- Nenn. en Ha mm a r s kjo e l d, von seiner Er- Gesandten in Berlin und seiner Er- i er 9 "Wch den Minister des Aeußern Wallen- ^>erd? ■ le ™ u . n begründet. Von keiner Seite •8h »?^i^^""Sswechsel gewünscht. ^ine? ul des Aftonbladet von der Bildung ^ideniw ' ^ T ] c ^ cn Einfuhrtrustes erklärte. Berlingske Rens',zufolge, der schivedische Minister des Anfrage, daß dieser Plan der Re- un « vollkommen unbekannt sei. -iXL Die Stimmung in Holland. Köln, 17. Oktober. Die Köln. Volkszeitung ver- öffentlicht einen Artikel über die Stimmung in Holland, wonach dort die Auffassung vorherrscht, daß nach Griechenland nun ein ander e J Land an die Reihe kommt, das g e - zwungen werden soll, sich für Interessen des Vierverbandes, auf Kosten seiner eigenen Wohlfahrt, zu opfern. Viele >beichleicht die Furcht, daß dies Holland sein wird. Der holländische Gewährsmann der Kölnischen Volkszeitung versichert, eines stehe fest, daß es England niemals glücken wird, Holland an seiner Seite zu sehen. Trotz Her überwiegenden Antideutschen sei es Tatsache, daß die a l l.g e - meine Ueberzengung Platz gegriffen habe, Holland werde, wenn es zum Kriege gezwungen, nur gegen England kämpfen. England würde ganz gern sehen, wenn Holland an die Seite Deutschlands trete, um Dieses noch mehr abzusperren und um die Gelegenheit zu er- greifen, seine habsüchtige Hand nach den holi^ndi- schen Kolonien auszustrecken. Was auch kommen möge, Holland sei bereit und fest entschlossen, seine Unabhängigkeit zu verteidigen Die Kölnische Volkszeitung bemerkt hierzu: Wir haben der Einsendung dieses Deutschfreundlichen Holländers um so lieber Raum gegeben, als gewisse Leute von dem bevorstehenden Eingreifen Hollands an der Seite unserer Feinde geheimnisvoll tuscheln. Wenn Holland auch so manckie Gewaltmaßregel ohne zu murren hinuntergeschluckt bat, so ist seine Ge- dulddochzu Ende, wenn fein Land angegriffen werden soll. 2 S Letzte Nachrichten 11 & & T G# gH5>(33'S>g>^MF->gfr£i# Die Anerkennung des Kaisers. Königsberg i. Pr., 18. Oktober. (W.T.B.) Die Zeitung der 10. Armee (Wilna) veröffentlicht nach- stehenden Tagesbefehl des Pruizen Leo- poldvonBayern: ©eine Majestät der Ka i s e r und König haben mich beauftragt, an die Armee anläßlich des Besuches der Ostfront allerhöchst seinen Dank und seine Anerkennung für die hervorragenden L e i st u n g e n vor dem Feind sowie seine besondere Zufriedenheit über die vorzügliche Haltung der besichtigten Truppen aus- zusprechen. Es gereicht mir zur hohen Freude und zu besonderem stolz, diese Anerkennung des aller- höchsten Kriegsherrn an die mir unterstellte Heeres- gruype übermitteln zu köimen, Leopold, Prinz von'Bayern. Cnttäujchung bei öen Franzosen an üer Ssmme unS Groll gegen Sie Cnglänüer. Berlin, 18. Oktober. (W.T.B.) Die Norddeutsche Allgemeine Zeidung schreibt: „Dievorsichtigen E n g l ä n d e r". Die stolzen Hoffnungen, die die Franzosen beim Weginn der Sommeschlacht beseelten, sind längst geschwunden und die Begeisterung, die den Sieg sicher wähnte, hat dem Gefühl von Hoffnungslosigkeit Platz gemacht. Ganz anders als die Zeitungen in Paris und London be- urteilen die Frontsoldaten J>ie Situation, wie aus den Angaben von an der SomMe gesange- nen Angehörigen von 14 Divisionen hervorgeht. Sie fürchten alle den Abtransport nach der „Hölle an der Somme" und die Ueberläufer mehren sich. Ein ge- fangener Franzose kennzeichnete die Lage in Anbe- tracht des geringen Geländegewinnes durch folgenden drastischer Ausdruck: „Ce ne sont que nos enfants, qui arriveront & la srontiöre allemande" (Unsere K inderer st werden diedeutscheGrenze erreichen). Nach Ansicht gefangener, gebildeter Franzosen haben die E n g l ä n d e r im Laufe der Sommeschlacht wiederum ihre typische Selbst- sucht gezeigt Die Engländer übernehmen lieber die artilleristische Vorbereitung des Kampfes als den Kampf selbst. Sämtliche Gefangene äußern offen ihren Grollaufdie Engländer. Man nennt sie „Amateure", „Papiersoldaten", die nicht vorwärts kommen, während die Franzosen für sie arbeiten müssen. Auch hinter der Front haben sich die Engländer sehr mißliebig gemacht. Sie sitzen in den Kaffeebäusern, machen den Französin- nen den Hof, während Frankreichs letzte Reserven in den vordersten Linien verbluten, sie kaufen mit dem. vielen Gelde die Lebensmittel ans >nnd treiben die Preise in die Höhe. Infolge der starken Gegen- sätze kommt es häusig zu Schlägereien zwi- schen englischen und französischen Soldaten. Die Hossnuna auf die wirtschaftliche A u s h un g e r u n a 3>'Hsdf>1rmd§ ist unter den ge- bildeten Franzosen längst geschwunden. Die öeutfthe Antwortnote an Norwegen. Christiania, 17. Oktober. (W.T.V ) Norsk Telegramm Byran. Die kaiserlich deutsche Gesandtschaft veröffentlicht heute in den norwegischen Zeitungen eine amtliche Note als An two r t auf die Erklärung der norwegischen Regierung vom 11. Okto- bev. über die Verienk'una norwegischer Handelsschiffe durch deutsche See- streitkräfte. Di? Note hebt hervor, daß es unrichtig sei, daß sich die deutschen Seestreitkräfte die Versenkung Bannware führender Schiffe zur Regel machten. Vielmehr werde in allen Fällen, in denen die Aufbringung möglich sei, diese durchge- führt und eine gewisse Anzahl neutraler Schisse sei in dieser. Weife in deutschen Ostsee- oder Nordsee- Häfen eingebracht worden. Daß andererseits deutsche U-Boote in fern liegenden Kriegsgebieten sich häusi- ger gezwungen sähen, Schiffe mit Bannware zu versenken als dies bei den englischen Seestreitkräf- ten der Fall sei, sei eine e i n f a ch e F o l g e der allgemeinen Seekriegslage. Trotzdem hätten englische und russische Torpedoboote das Recht, Prisen zu versenken, in der Ostsee in großem Umfange benutzt, obwohl die Einbringung in rus- fische Häfen dort weniger gefährlich sein würde als die Einbringung vom norwegischen Eismeer her zu deutschen Häfen. Was die Retwng der B e f a tz u n - gen betreffe, so hätten die deutschen Kommandan- ten trotz ihrer eigenen gefährdeten Stellung sich die größte Mühe gemacht, um die norwegischen Mann- schaffen so nahe wie möglich ans Land zu bringen. Selbstverständlich müßten die deutschen Bannwaren- listen zu Grunde gelegt werden. Die Note betont, daß nicht Deutschland, sondern England mit der Erweiter ung der Bannwarenlisten den Anfang gemacht habe. Die Behauptung in den norwegischen Zeitungen, die englische sogenannte Blockade sei nur die Antwort auf den deutschen Un- terieebootskrieg sei unrichtig. _ Die deutschen Unterseeboote hätten stets in Übereinstimmung mit ihren Anweisungen die norwegislbe Flagge und die uor- wegischen Hoheitsrechte geachtet. Die großsprecherischen Norweger. Kopenhagen, 18. Okt. (W.T.B.) Die dänische koiiser- vative Provinzpresse veröffentlicht einen gleichlautenden Artikel über die Haltung Norwegens gegen, über Deutschland, in dem es u. a. heißt: Die Norweger gebrauchen heftige Worte. Man ist sogar so weit gegangen, zu fordern, die norwegische Regierung solle Deutschland mitteilen, wenn die Torpedierungen nicht aufhörten, werde alle Ausfuhr nach Deutschland ge- sperrt werden. Nun ist aver Tatsache, dag ebenso wie Norwegen auch andere kleine Staaten in unendlichem Maße von den Zufuhren aus Deutschland abhängig sind. Und wenn Deutschland den Schlüssel umdrehte, mutzte eine große Anzahl norwegischer Industrieller sofort den Betrieb einstellen. Mir Norwegen ist daher nichts anderes zu tun, als so wenig großspreche- risch wie möglich zu sein. Wechsel im Auswärtigen Amt? Berlin, 18. Oktober. Zur Frage eines Wechsels im Wiener Auswärtigen Amt lassen sich verschiedene Mvrgenblätter aus Wien melden, daß vor allem ein Ungar berufen werden würde. Die meisten Aussichten habe Graf Forgach, ferner M e r e y und Graf Nikolaus S z e c s e n. Amerikanische Flieger an der französischen Front. Berlin, 18. Oktober. Aus Kopenhagen wird dem Berliner Lokalanzeiger gemeldet: Nach einem Pariser Telegramm ist der Kommandant eines amerikanischen Fliegergeschwaders an der Sommefront, Norman Price, vor einigen Tagen im Luftkampf mit deutschen Fliegern ver- wundet worden und jetzt seinen Wunden er- legen. Ein interessanter Brief an Briand. Berlin, 18. Okt. (W.T.B.) Die Norddeutsche Allge- meine Zeitung schreibt: „Briand und die Poilus". Briands letzte Kammerrede hat nach Aussagen eines nördlich von Prosnes gemachten Gefangenen eine Kom- pagnie des 88. Infanterieregiments der 34. Infanterie- d'vision veranlaßt, folgenden Brief an Briand (fran- zösischer Ministerpräsideirt) zu schreiben: „Herr Briand möchte doch nicht den Mund so voll nehmen. Bevor er erkläre, es gebe nicht einen Franzosen, der den F r i e - den herbeisehne, möge er sich gütigst einmal an die Front bemühen und seine Nase in einen Schützengraben stecken. Da werde er sehr bald eines Besseren belehrt werden." Briands Bikd aus einer illustrierten Zeitung wurde im Unterstand aufgehängt und in großen Buch- staben darunter geschrieben: „A bas Briand!" Die Schädigung der holländischen Schiffahrt durch England. Berlin, 18. Oktober. Die Kgl. holländische D a m p f s ch i f f r e e d e r e i in Nyverdaal muß, wie dem Berliner Lokalanzeiger aus Haag mitgeteilt wird, vorübergehend stillgelegt werden, weil infolge der e n g l i s ch e n B e h i n d e r u n g die Zufuhr von Nahmaterialien abgeschnitten ist. Versenkt. London, 17. Oktober. (W.T.B.) Lloyds melden, daß der D a m p s e r „W e l s h P r i n c e" versenkt wurde. Tie Vereinigten Staaten und England. London, 18. Oktober. (W.T.B.) Der Morning Post wird aus Washington gemeldet, daß das Staatsdepartement bezüglich der Behandlung der amerikanischen P o st und der Frage der schwarzen Listen die Verhandlungen "hin- ausschieben werde, da der „Präsident vor Ablauf der Wahlen keine internationalen Fragen mehr «« Entscheidung zu bringen wünsche. Die Reaieruna scheine bereit zu sein, das Recht der britischen Re- gierung anzuerkennen, zu verhindern, daß P o st - sendungen Deutschland erreichen, aber sie wolle nicht zugeben, daß ein Rechtsgrund dafür be- .stehe, die für Amerika bestimmten Postsendungen aus neutralen Ländern anzuhalten. Das würde nach der amerikanischen Auffassung einer Blockade der neutralen Länder gleichkomnien und eine Ver- letzung des Völkerrechts sein. Luftdienst Bukarest—Saloniki. Berlin, 18. Oktober. Nach einer Meldung des Berliner Lokalanzeigers wird dem Daily Telegraph aus Saloniki berichtet, daß der Lustdienst Bukarest- Saloniki gut funktioniere. Er werde auch für die Uebermittelung von Medikamenten, die in Bukarest sehr fehlten, benutzt. Aerztemangel in Rußland. Christiania, 17. Oktober. (W.T.B.) Wie ein Tele- gramm aus Bergen meldet, ist dort eine englische ® an l .* ä t S ambulanz, bestehend aus 18 Aerz- ten mit 215 Gepäckstücken nach Rußland durchge- reist. In Rußland soll großer Mangel au Aerzten und Samtätsmaterial herrschen. Die kanadischen Häsen für neutrale Schiffe geflossen. Berlin, 18. Oktober. Laut Berliner Lokalanzeiger berichtet Daily News, daß alle k a n a d i s ch e n Häfen wegen der T a u ch b o o t g e f a h r für die neutralen Schiffe geschlossen worden sind. Berlin, 18. Oktober. Nach Meldungen verschiedener Morgenblätter verhandelt der rumänische Minister- Präsident Bratianu mit den Chefs aller Parteien, um ein K o n z e n t r a t i o n s ni i n i st e r i u ni zu bilden. Berlin, 18. Oktober. In der Kreuzzeitung tritt Graf Mirbach-Sorquitten für eine bessere Aus- nützung der Gefangenenarbeit in der Kartoffelernte ein. Berlin, 18: Oktober. Wie dem Berliner Tage- blatt aus Prag mitgeteilt wird, ist der Post- wagen des gestrigen Berliner Nachmittagsschnell- zuges kurz vor Prag in Brand geraten. Die ge- samte Post ist verbrannt. Berlin, 18. Oktober. Dem Berliner Tageblatt zu- folge stahlen aus einer Villa in Frankfurt a. M. in der Zeit vom 3.—13. Oktober, während der Ab- Wesenheit des Besitzers, bis jetzt unbekannte Diebe für über 30 000 Mark Gold- und Wertsachen. (©) Stimmen aus dem Publikum. Fliegeralarm — und Schule! Es wird seit dem letzten großen Unglück, das unsere Stadt betroffen, in sicherlich anerkennenswerter Weife auch vor der entfernten Fliegergefahr gewarnt. Was nützt aber alle die Vorsicht, wenn Schulkinder trotz des Alarms heimgeschickt werden. So wurden das letzte Mal Schiller der Goetheschule, selbst als sie ver nünf tiger- weise den Keller aufsuchen wollten, vom 'Schuldiener fort- gewiesen. (An andern Schulen war das nicht so. D. R.) Dieses Verfahren ist nmso unverniinftiizer, wenn man bedenkt, daß solche Schüler, die in der Sudstadt wohnen, den großen freien Platz von der Bahn vis zur Ettlinger- ftraße, wo ihnen auch jede Unterkunftsmöglichkeit fehlt, 'durcheilen müssen. Ist es denn wirklich totsicher, daß solange die Bombensignale nicht gegeben sind, keine un- mittelbare Gefahr desteht? Und wenn das Bomben- signal einmal schnell dem Sirenensignal -folgen muß, wo sollen dann Schüler hiniflüchten, die sich gerade auf die- fem freien Platz befinden? Ich denke doch, daß -die Eltern z. Zt. genug Sorgen und Angst um ihre Kinder ausstehen. Müssen diese un- nötigerweise noch vergrößert werden! So viel dürfen die Eltern doch verlangen, 'daß die der Schule „anver- trauten" Kinder auch wirklich in „guter Hut" sich befin- den, wenn Gefahr droht. Ein Familienvater. Hroßh. hostheater Kartsruhe« Donnerstag, lg. Okt. A. 11. „Figaros Hochzeit'. Anfang 7 Uhr, Ende nach 10 Uhr. (4.50 Mk.) Freitag, 20. Okt. B. 9. „Husarensieber". Anfang halb 8 Uhr^ Ende 10 Uhr. (4 Mk.) Samstag, 21. Okt. 5. Sondervorst. Kleine Preise. „Marta oder der Markt von Richmond". Anfang halb 8 Uhr, Ende nach 10 Uhr. (3 Mk.) Borverkauf für die Abonnenten am Montag, 16. Okt., vorm. 10—>02 Uhr, B., C., A.; allgemeiner Borverkauf vom Dienstag, 17. Okt., vorm. 10 Uhr an. Vom Donnerstag, 19. Okt., vorm. 10 Uhr an, werden für diese Vorstellung an der Vorverkaussstelle des Hostheaters keine Vorverkaufs- gebühren erhoben. Sonntag, 22. Okt., mittags halb 2 Uhr: 6. Sonder- Vorstellung zu besonders ermäßigten Eintrittspreisen. „Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück". An- fang halb 2 Uhr, Ende 4 Uhr. (1.50 Mk.) Vorverkauf für die Zlb»nnenten von Dienstag, 17. Okt, • vorm. 10 bis halb 12 Uhr, Reihenfolge C., A„ B., allgemeiner Vorverkauf von Dienstag, 17. Okt., nachm. 3 llhr an, von Donnerstag, 19. Okt., vorm. 10 Uhr an, werden für diese Vorstellungen an der Vorverkaussstelle deS Hoftheaters keine Vorverkaufsgebühren erhoben. Sonntag, 22. Okt.. abends halb 0 Uhr. C. 10. „Meistersinger von Nürnberg". Anfang halb 6 Uhr, Ende gegen 11 Uhr. (4.50 Mk.) Montag, 23. Okt. B. 11. „Robert und Bertram". Anfang 7 Uhr, Ende 10 Uhr. (4 Mk.) Iiebeasver.tcheruug mit Einschluss der Kriegsversicherimg für säutlicte WelirpMtige, auch Ifir solclie, die bereits im Felde ohne Jeden Zuschlag Volle Auszahlung der versiMerunis-Sumrae, gleimiel, wann der Tod eüolEt. Antraz ued Police durch Walter Strauss, Karlsrilke i. B., Zährinjerstrasse 110. — Telefon 3 4t). - 889 H Mehr lchstch fit die Krieger! Sammlung des „Badischen Beobachters". s^iir diesen sehr wichtigen Ziieck sind wir gerne bereit, jederzeit Gaben zur Ver ,»ittl »»g an die maßgebenden Stellen entgegenzunehmen, tyeschäftsstellc des „Badischen Beobachters." Seite 4 Kadischer Beobachter, Mittwoch« den 18. Oktober 191v Ur. 480 Das Ergebnis öer fünften Kriegsanleihe. ($.£.58.) Berlin, 16. Oktober 1916. Die fünfte Kriegsanleihe zeigt, wie in ibrem Gesamtergebnis. so auch in ihren Eiiizelheite«, den einmütigen, uttser Volk in allen Schichten durchziehenden Willen, das Wort seines größten Feldtzcrrn wahr zn machen mid die Feinde nicht nur mit dem Schwerte, sondern auch mit dem Gel e zn schlagen. Die fünfte Krie.sanleihe ist, wie ihre Vorgängerinnen, eine Tat des ganzen deutschen Volke?. Nach den nunmehr bei der Neichsbank vorliegenden Zusammenstellung ver-eilen sich die Zeichnungen der Größe nach wie folgt (zum Vergleiche sind die Ziffern für die ersten vier Kriegsanleihen hinzugefügt worden): von 300.X. 600 „ 1100 „ 2100 .. r»ioo „ „ 10100 „ 20100 „ „ 5010t/ „ „ 100100 „ „ ROOIOO „ über 1000000 . bis bis 200 500 10U0 2' 00 5000 10000 20000 fcOOOO lCOuOO 500000 IOJOIO Jl zusammen Zahl der Zeichnungen: IV. III. II. 1794034 681027 6054U4 301863 24587a 93189 40571 2»500 9748 7870 10-(2 725 Ii (2406118) ( ( 967929) ( ( 885941) ( ( 468724) ( ( 347725) ( ( 113927) ( ( 4215») ( ( 30361) ( ( 9100 ( 6308) ( 780) ( 574) ( 984358) ( 858259)( 918595) ( 5301,6)( 422626)( 147593) ( 53445) ( 32840) ( 10090) ( 7074) ( 83-) ( 5301 ( 452113) ( 581470) ( 660776)1, 41886l)r 361459) ( 130903) ( 4 105) ( 26407) ( 7742) ( 4361) ( 538) ( SS5) ( 231112) 241801) 453143) 157591) 56 438) 19313) 11584) 3629) 2050) 361) 210) 380.976 (5279645)(3J66418) (2691060) (117723b) Betrag in Millionen Mark: Y. IY. III. II. I. 154 ( 293 ( 552 ( 520 ( 911 (. 768 ( 651 ( 932 ( 810 ( 171» ( 853 ( 2448 ( 201) 407) 794) 792) 1247) 907) 666) 980) 734) 1531) 641) 1812) ( 130) ( 71) ( 36) 369) ( 254) ( 111) 844) ( 604)1, BST , ( 928) ( 733)/'- ' ( 1563)(1354) ( 579) ( 1202)(1057) ( 450) ( 858) ( 745) ( 307) ( 1167)( 926)( 4:0) ( 850)( 648) (315) ( 1766) (1066) ( 509) ( 695) ( 440) ( 287) ( 1729) (1162) ( 869) Das Zeichnungsergebnis hat''sich durch die nachträglich eingegangenen Feldzeichnungen und Zeichnungen ans dem überseeischen Ausland erhöht auf (für die fünfte Kriegsanleihe stehen »och Feld- und Ueberjeezeichnungea an?:) 10652 (10712) (12101) (9060) (4460) (10768) (12163)(9106) (4481) verschiedene Nachrichten. Tübingen, 15. Okt. Vier Fliegeropfer (Friseur Gaitz, Frau Kaufmann Schmid, ein Knabe des Hirschwirts Haug und ein Knabe des Metzgermeisters Kurz) wurden heute beerdigt. Oberburgermeister Haußer hielt eine Ansprache, in der er die verachtnngs- würdige Handlungsweise kennzeichnete, eine friedliche, offene Stadt so heimzusuchen. Der König selbst habe die beschädigten Häuser.aufgesucht, während die Königin die Verletzten in den Kliniken besuchte und sie tröstete. Bei der Trauerfeier wirkten die Regimentsmusik und die vereinigten Kirchenchöre mit. Zu gleicher Zeit Ivurde i>er ebenfalls getötete 15 Jahre alte Hausknecht Göhner in Nehren, seiner Heimat, beerdigt. Bestechungen bei der Kriegsleder-Aktiengesellschaft. In der Hauptversammlung des Vereins gegen das Bestechungsunwesen, Sitz Berlin, die am 14. d. M. in der Handelskammer Berlin unter dem Vorsitz des Ge- Heimen Kornmerzienrats Hüttenmüller (Ludwigshafen), stattfand, berichtete Generalsekretär Dr. Pohle u. a. über Bestechungen bei der Kriegsleder-Aktie n- gesellscha ft. Die Angestellten der Verteilungsstelle sind meist Häutekommissionäre, die als Fachleute in die Kriegsleder-Aktiengesellschaft berufen wurden. Mindestens der Angestellte Hermann Holthaus aus Müllheim- Ruhr hat genieinsam mit seinem Teilhaber Karl Unter-- hössel eine grotze Zahl von Lederfabriken >bei der Zutel- hing der Häute uud Gerbstoffe durch Schiebungen be- günstigt. Holthaus erhielt durchweg 1 Prozent der IM» sätze als Schmiergeld, im ganzen in einem Jahr mindestens 210 000 Mark. Der Vorgang hat in den Kreisen der reellen Lederfabrikanten große Er- regung verursacht. Der Verein gegen das Bestechungs- Unwesen hat gegen vorläufig 28 bedeutende Lederfabriken Strafantrag gestellt. Sriefkasten öer Redaktion. Nach Schw. Der Standpunkt, daß der in Ihrem Besitz befindliche Reifen verwendet werden darf, läßt sich u. E. unter diesen Verhältnissen vollkommen rechtfer- tigen. Eine approbierte Kasuistik für solche Kriegsfälle besteht noch nirgends, so daß man sich dort Rats erholen könnte. korisncker StanSssbuch-^uszüs^ Eheaufgebot. 17. Okt.: Friedrich Henning von hier, 'Elektromonteur hier, mit Karol. Kull von hier. Eheschließungen. 17. Okt.: Friedrich Scherer von hier, Werkaufseher hier, mit Elise Klein -von Adels- heim; Arthur Leber von Tiengen, Schneider in Eigel- tingen, mit Josefina Bach von Waibstadt; Alois Grem- minger von Hetlingen, Eisenbahnsekretär in Neudorf, mit Hermine Bechtold von hier; Josef Lehn von Bruch- fal, Kaufmann -hier, mit Paulina Fritz von Bruchsal. Todesfälle. 12. Okt.: Anton Würg, Taglöhner, ledig, alt 54 Jahre. — 13. Okt.: Adolf, alt 9 Jahre, Vater Johannes Becker, Fabrikarbeiter. — 15. Okt.: Wilhelmine Bürckle, alt 63 Jahre, Ehefrau des Zeich- ners und Lithographen Karl Bürckle; Kath. Holzmüller, alt 77 Jahre, Witwe des Landwirts Zacharius Holz- müller; Mich. Bach, Eisengießer, Ehemann, alt 51 Jahre. — 16. Okt.: Klara Heyrich, alt 49 Jahre, Witwe des Bankvorstandes Johannes Heyrich; Franziska Schmidt, ohne Beruf, ledig, alt LI Jahre; Kath. Müller, alt 69 Jähre, Witwe des Ziegeleibesitzers Karl Müller; Kath. Weiß, alt 66 Jähre, Witwe des Landwirts Hch. Weiß; Hans, alt 16 Jahre, Vater Emil Brauß, Betriebs- assistent. . Beerdigungszeit u. Trauerhaus erwachsener Verstorbenen. Mittoch, den 18. Okt. ^11 Uhr: Hermann Buhlinger, Güterinspektor, Pforzheim (Feuerbestattung). — 11 Uhr: Mich. Bach, Fabrikarbeiter, Hardtstraße 36. — 12 Uhr: Klara Heyrich, Reichsbankkassenvorstand---Witwe, Boeckh- ftraße 12. — y 2 1 Uhr: Katharina Müller. Ziegelei- besitzers-Witwe, Hans-Thomastraße 5. — 2 Uhr: Franziska Schmidt, ohne Beruf, Durlacher Allee 16. — 3 Uhr: Hans Brauß, Oberrealschüler, Rüppurrerstr. 25. — 4 Uhr: Lydia Heinzmann, Kindergärtnerin, Lttdwig- Wllhelmstraße 18. Auswärtige Gestorbene. (Anmeldungen von auswärts erscheinen unter dieser Rubrik gratis.) Neustadt: Frau Privat Jundt geb. 'J .Velot, 51 I. 5)c Schönenbach: Adeline Würmle geo. Ganter, 69 I. z^c Freiburg: Jos. Wenz, Privat, früher Bäckermeister, 68 I. Denk* a n Uns! Sendet Deutscher TorpedobcxJtsdurdibruch. Wertvaviere. Berlin, 17. Okt. (W.T.B.) Börsen st immungs- bild. Die feste zuversichtliche Stimmung kam im Heu- tigen Geschäftsverkehr der Börse in verstärktem Maße zur Geltung. Neben den westlichen Montanwerten, wofür die Erneuerung des Kohlenshndikats anregend wirkte, standen die Aktien der Rüstungsindustrie im Vor- dergrund des Interesses. Hervorzuheben ist die bedeutende Steigerung in RhÄnmetall. Ferner bestand gute Nachfrage für Elektrizitätswerte wie Bergmann und A. E. G. Am Anleihemarkt erhielt sich die gute Stimmung. i > »r. Mittwoch, den 18. Oktober. Kath. Jugendverein Beiertheim. 8 Uhr: Versammlung im Schwesternhaus mit Vortrag. SalemAleikum (Hohtmundstüc k) ^ ©aIemjo!i)Il!tii0liMf!lf im Ständehaus bleibt wegen Aufarbeitung der ein- gesandten Schmuckstücke Mittwoch, den 18. Gktober, sowie Ireitag, den 2«. Oktover, geschlossen. I Donnerstag,' den 19., sowie Samstag, den 2t. Hktoker, ist die Goldankaufsstelle von 10 bis 1 / i l Uhr wieder geöffnet. »508 Karlsruhe,' den 17. Oktober 1916. Der g-IJreut-' jegliv : ■ . erligt schnellstens an „Badcma", Aktiengesellschaft für Verlag und Druckerei Karlsruhe. GrllllffttiljzszzVllngsverßkigerNltg. Grundstücke: Gemarkung Ettlingen. Schätzung 2400 M. 3000 M. 2500 M. 1200 M. 1500 M. 1. Lgb. Nr. 599 c, 3 a 94 qm Bauplatz an der Karls- rnherstraße . . l 2. Lgb. Nr. 671a, 2 a 10 qm Hofraite am Hutten- kreuz, Hildastraße Nr 19, hierauf steht ein ein- stockiges Wohnhaus mit Keller, mit Zubehör 17 660 M. ohne Zubedör 17 600 M. 3. Lgb. Nr. 1266 a, 6 a 72 ym Bauplatz in den oberen Stadtwiesen i. Lgb. Nr. 1266, 5 a 96 qm Bauplatz in den oberen Sradtwiesen 5. Lgb Nr. 616, 4 a 12 qm Hausgarten in* Ortsetter 6. Lgb. Nr. 616 a, 4 a 43 qm Hausgartin im Ortietter 7. Lgb. Nr. 599.b, 4 a 24 qm Bauplatz an der KarlS- ruherstraße 2000 M. 8. Lgb. Nr. 670, Hofraite 19 a 70 qm Hausgarten 3 a 41 gm = 23 a 11 qm am Huttenlrenz, Karlsrntzerstrake Nr. 8 und 10. Auf der Hoiraite steht ein einstöckiges Wohnhaus mit Stall und Heuschopf und Magazin, ein Lager- räum mit Heujpeicher und Mal'erialschopf, Trocke«- schöpf mit Zubehör 40010 M ohne Zubehör 40 000 M. Eigentümer: Bauunternehmer Johann DoldtEheleute in Ettlingen. Versteigernngstagsahrt: Montag, den v. November ISIS, vormittags 9' Uhr im Naihause zu Ettlingen. Mündliche Auskunft gebührenfrei beim Notariat. 3511 Ettlingen, den 16. Oktober 1916. Gro^herzogl. Notariat! als Bollstrecknugsgericht. liifofi Kohlensäurebäder und elegante Wannenbäder. I., II. und III. Klasse. Für Herren u. Damen ^öffnet Werktags vorm. von S—1 Uhr, nachmittags von 3—8 i lir, Samstags abends bis 9 Uhr und Sonntags nur vormittags von 8—12 Uhr. 78 Mittags 1—3 Uhr geschlossen. Pianino aus reuom. 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Assistent Herr Ernst Pittsch*n. i Her Stich ins Herz Ein Filmsrhauspiel in 2 Akten. Folgen einer Skalpartie oder 3506 HerrLehmann hat eine! geschwollene Leber Schwank in 2 Akten. Schwarzwalv^ Verein (Ortsgr. Karlsruhs Donnerstag, 19. Oktober l»'" Uereinsahen!l im MonUtger (Konkördiasaal)-