Nr. 483 Karlsruhe, Donnerstag, den 19. Oktober 1916 54* Jahrgang Fernsprecher 585 Abendblatt Postscheck: Karlsruhe 48W VezugSpreis: In Karlsruhe durch Träger zugestellt vierteljährlich Mk. 3.20. Von der Geschäftsstelle oder den Ablagen abgeholt, in«»tlich 75 Pf. AnSwärtS (Deutschland) Bezugspreis durch die V»ft Mk. 3.65 vierleljäh»tich ohne Bestellgeld. Bekt-llunaen in Destcrreich-Ungarn, Luxemburg, Belgien, Holland, Schwei! bei den Postanitalten. UebrigcS Ausland (Weltpoitvcrein) Mk. 10.— vierteljährlich durch die GeichSitsstelle. Erscheint an allen Werktagen in zwei Ausgaben Beilagen: Je einmal wöchentlich: das illustrierte achtseitige Unterhaltungsblatt „Sterne und Vtuinen" das vierseitige UnterbaltungSblatt „Blätter für den Hamilien- tisch" und „Bl -ttter für Hans- und Landwirtschaft" Anzeigenpreis: Die siebeuipaltigc kleine Zeke oder deren Raum 25 Pf, Reklamen 60 Pf. Play-, Kleine- und Stelle»-Anzeigen 15 Pf. Bei Wiederholung entsprechender Nachlaß »ach Tarif. Beilagen nach besonderer Vereinbarung t Anzeigen-Aufträge nehmen alle Ailzeigen-ÄermilllungSstellen entgegen Schluß der Auzcigcn-?I»nahme: Täglich vormittags 8 Uhr, bezw. nachmittag? 3 Uhr ReSalitisn und TesckiuitS'telle : '.IMfrftmfcc 42. ttarlsru!ie Kvlationsdruck und Verlag der ,,Vadenia", N .-G. für Verlag und Druckerei, Karlsruhe Albert Hofmann, Direktor Berantworllicher Redat««ir für deuische und badische PolitU, sowie Feuilleion: T h. Meyer; für Ausland, Nachrichtendienst. Handelsteil und den allgemeinen Teil: F r a n z Wahl Kvrechstunden: von bnlb 12 bis 1 Ubr mittag? Verantwortlich für Anzeigen und Reklamen: A. H o f m a n n in Karlsruhe Der Krieg zur See. Versenkt. Christiania, 19. Oktober. (W.T.B.) Der in 93er- fleti bsheimcitete Dampfer ,,S t e n" mit einer Ladung von Nickelerzen von Skien nach Grimsby unterwegs, ist am Dienstag vormittag von einem putschen Unterseeboot versenkt worden. Die aus 16 Mann bestehende Besatzung ist von einem schwe- vischen Dampfer abends in Christiama gelandet worden. Kopenhagen, 19. Okt. (W.T.B.) Die schwe- Mische Bark „Gretha" aus Stockholm, mit Grubenholz von Göteborg nach Sunderland unterwegs, kmrde mittags in der Nähe von Hirtshals von Auem deutschen Unterseeboot in Brand gesteckt. Die Besatzung ist gerettet. Die Besatzung bestand aus j 8 Mann und erhielt 19 Minuten Zeit zum Ver- fassen des Schisses. Sie wurde von einem norwegi- ichen Postdampfer aufgenommen und in Frederik- wben abends gelandet. * Bern, 19. Oktober. (W.T.B.) Giornale d'Jtalia fl u 0e '. toer d c « zur Zeit für die italienische Kriegs- ' ot tc vier Kriegsschiffe gebaut, die über die ."^Pclte Geschwindigkeit der schnell» 15 rt österreichisch-ungarischen Droadnoughts verlegen sollen. Eines soll bereits die Probefahrten Niachen. Nmuiden 19. Oktober. Da mehrere Amnider '51 f ch d a m p f e r von den E'ngländernange. halten «und nach Dundee aufgebracht wurden, weigern sich die Seeleute auszufahren, ehe Nä- heres über den Anlaß zur Anbringung bekannt und Mit den Reedern eine Vereinbarung über die Be- Kahlimg der Löhne im Falle der Aufbringung nach einem fremden Hafen getroffen ist. verschiedene Kriegsnachrichten. Der französische amtliche Bericht. .^°ris, 19. Okt. (W.T.B.) Amtlicher Bericht von «eitern nachmittag: Nördlich der Somme erneuer- ^..gestern gegen Tagesende die Deutschen ihre An- Lrlfssoersuche gegen die französischen Stellungen von ^?aillh Drei Angriffe, die von Norden und Osten aus- »'«gen, wurden durch unser Feuer der Reihe nach ge- wehen und brachten den Deutschen merkliche Verluste. l^nzösischen Gewinne wurden vollständig behauptet, b» JL Jnfanterietätigkeit im Laufe ^der Nacht. Südlich j-^.^°>nme griffen die Deutschen um 5 Uhr morgens J u,c 9 von Berny-en-Santerre einen französischen Gra- in" . Einige Teile der ersten Sturmwellen konnten vorgeschobene Grabeuteile eindringen, aber die Ein- quo •-- n ® e wurden getötet oder infolge eines Gegen- gefangen genommen. Die folgenden Sturm- U(, u wurden unter Feuer genommen, muhten in Un- zurückfluten und ließen Tote auf dem Ge- tu . ' r Südlich der Avre drangen französische Aufklä- Stellungen in der Gegend von Fresnieres in einen Siiv -r" ® rct&en ein und brachten Gefangene zurück, teil? ^ Reims gelang im Abschnitt von Laven- n> anderer Handstreich vollkommen, vei» ' ^ (W.T.B.) Amtlicher Bericht von abend: Nördlich der Somine haben wir die ^?«r»ng des Dorfes Sailly vollendet und den Feind Der' Bergrücken nordwestlich und nordöstlich des » ^>'68 hPVft" t tfcX'i t'KT r aPi Sö-y* ,1 W»itv< l SYt Strt nrf4iJ ienK* ^^^rfeben. Südlich der Somine wurde die erste Net/ Linie auf der ganzen Front zwischen Maison- die Wiaches in einem Ansturm genommen. Bei oei^^^ideu Unternehmungen haben wir 250 Gefangene fai* unter ihnen fünf Offiziere, und mehrere Ma- .!^"gewehre eribeutet. Auf der übrigen Front der Ähnliche Artilleriekampf. sick "kldienst: Trotz des* nebligen Wetters haben ie- "">ere Jagdflieger sehr -tätig gezeigt. Im Laufe liche o-, ®"°®er jind an der Sommesront drei feind- ... jir— W. WU .... , Slitri ® Iu ß3 eu fl e Heruntergeholt worden. Eines dieser -wMeuge ist bei Haizercourt-le-Haut abgestürzt, das t, '/^östlich von Bouchevesnes. Das dritte, von Leut- Ke ^.H^urteaux' angegriffen, fiel zwischen Rocquicourt u. ?'?s-oy zerschmettert nieder. . Was .die Zahl der Leutnant zum Niedergehen gezwungenen ?öeuge auf neun erhöht. Einer unserer Flieger a, tRe äkifäen Roye und Lasstgny von drei Fokkern ri sl^ en ' 3 toan 0 einen seiner Gegner zur Lau- die beiden anderen zur Flucht, toit • c '. c ntarmee: Auf dem rechten Wardauser haben "v»im ^"er^Tiefe von 400 Metern feindliche Gräbel ge- de,, Serbische Truppen haben ihr Borrücken auf der n 8 en nordwestlich vonDsbropolje fortgesetzt. In Tiirfj-l^ von Monastir dauert das Geschützfeuer fort. >Iche Abteilungen sind am Struma angekommen, «an, c . 0'lcher Bericht: Artilleriekampf auf der «kr " Front der belgischen Armee. Heftige Tätigkeit ^oes!..graben- und Feldartillerie in der Gegend von ^ "Sh e. n Englische Berichte. Nestern "' . £:{t (W.T.B.) Amtlicher Bericht von tig n?rp5^ch^'ttag: Während der Nacht hat es heften Trotzdem machten wir an mehreren Punk- ^6 0( l a j. der Straße von Albert und Bapaume nach fions.« Fortschritte und machten einige Gefangene, gestern (W.T.B.) Amtlicher Bericht von ^er % rn „r e f. 1 d: Der Angriff gewann am Morgen auf ^ Gneudecourt bis gegen Butte- Wurden ,JL S" Ausdehnung, lieber 150 Gefangene Streifen r. §Ä e - cn nlQC ^ ten unsere Flugzeuge •^"hnmoterinr ^schädigten dabei Gebäude mit Eisen- ' °uch brachten sie einen Zug zum Ent- Em neuer Durchbruchsversuch an öer Somme vereitelt. Erfolgreiche Kämpfe an öer rumänischen Grenze. Gestilcher Kriegsschauplatz. Großes Hauptquartier, 19. Oktober. (W.T.B. Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Nördlich der Somme gestern wieder ein erfolg- reicher Großkampftag! In schwerem Ringen ist ein neuer Durchbruchs- versuch der Engländer zwischen L e S a r s und Morval vereitelt worden. Ihre Angriffe, die dort vom Morgttlgraueu bis zum Mittag gegen un- sere zäh verteidigten, im Nahkampf gehaltenen, oder durch Gegenstoß wieder genommenen Stellungen ge- führt wurden, sind zum Teil schon in unserem star- ken, gut geleiteten Artillerieseuer gescheitert. Unbedeutender Geländegewinn der Engländer . nördlich von E a u c o u r t l'A b b a y und G u e u d e- court, der Franzosen in Sailly und auf dem Südufer der Somme zwischen B i a ch e s und L a Maisonnette bei einem Angriff in de» Abend- stunden, gleicht die schweren blutigen Verluste der Gegner nicht aus. Front des Generalfeld Marschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nördlich von Siniawka wurden feindliche Gräben ans dem Westufer des S t o ch o d genom- men, bei B u b n o w Angriffe russischer Gardetrup- Pen verlustreich für den Gegner abgewiesen. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Carl. An den Pässen über die rumänische Grenze sind erfolgreiche Kämpfe im Gange. Salkankriegsschauplatz. Bei der Heeresgruppe des General- feld Marschalls von Macke nfen keine besonderen Ereignisse. Mazedonische Front. An der C c r n a haben sich nene Kämpfe entwickelt. Der Erste Gencralanartiermeister: Ludendorfs. gleisen. Vier feindliche Flugzeuge wurden in den Luft- kämpfen zerstört. Vier unserer Flieger sind nicht zurück- gekehrt. Zur Lebensmittelversorgung Englands. Rotterdam, 18. Oktober. (W.T.B.) Der Nieuwe Rotterdamsche Courant meldet aus London: Bei der gestrigen Eröffnung der Debatte über -die L e - bensmittelpreise im Unterhaus sagte der Ärbeiterparteiler Barn es, Äatz die Regierung im allgemeinen so zögernd ausgetreten sei, daß die Interessenten im Stande gewesen seien, rechtzeitig Gegenmaßregeln zu treffen, und daß die vorteile, die das Publikum von den Maßregeln der Regierung hätte haben können, aus diese Weise wett gemacht worden seien. Nichts habe die Menschen so sehr erbittert, wie die riesigen Gewinne, die auf Kosten Armen gemacht wor- den seien. Barnes verlangte die Festsetzung von Brotpreisen und eine entsprechende M i l ch z u s u h r gegen einen vernünftigen Preis. Er erklärte, daß ein- Vereinigung von Farmern im Westen Eng- lands ihren Mitgliedern empfohlen habe, die Milch lieber den Schweinen zu verfüttern, als auf den Markt zu bringen. Ein Farmer in Ostengland habe jeden Tag 30 Gallonen Milch weggeschüttet. Der Abgeordnete verlangte die Einsührung von Strafen für derartige Fälle und die Ernennung eines Lebens- mittelministers. — Der Präsident des Handelsamts, Rnnciman, behandelte in seiner Antwort drei miteinander in Verbindnng stehende Fragen, nämlich die Kontrolle über die V o r r ä t e, die Preis- steigerung und die Benutzung der Handels- flotte für Kriegszwecke. Er sagte, die eigentliche Ursache für die Preissteigerung sei, daß das Verbrauchsvermögen des Volkes zugenommen habe, während die Produktionsquellen weniger er- giebig geworden seien. Er wollte von der Einen- nirng eines Lebensmittelministers nichts wissen. Das Gros der Kaufsahrteislotte stehe unter der Kon- trolle der Regierung. Nur eine kleine Zahl von Schiffen beschäftige sich noch mit der freien Fracht- fahrt und von diesen verfrachteten nur ungefähr 60 Lebensmittel. Wenn das alles bekannt wäre, wiirde die Erbitterung nicht mehr so groß sein können. Zum Beweis dafür, wie wenig Einfluß die Frachten auf den Preis der Lebensmittel haben, führte Run- ciman an, daß beim Fleisch, das Hin 4—5 Pence im Preis gestiegen sei, nur 3 / 9 Pence der Preiserhöhung auf Rechnung der höheren Frachten zu setzen seien. Dasjenige, worunter England wirklich leide, sei der Mangel an Schiffen. Es Werke alles getan, nm so rasch wie möglich Schiffe in den Dienst zu stellen, aber man sollte sich daran erinnern, daß England durch den Feind' und durch die Gefahren der See seit Beginn des Krieges 2 Millionen Tonnen verloren habe. Das sei mehr als die 'Ge- samttonnage der französischen, spanischen oder italie- nischen Handelsflotte. Auf jeden Fall müsse Eng- land- vermeiden, sich in die Lage einer blockierten Nation zu versetzen. Deshalb wolle er nichts von Brotkarten, Fleischkarten oder anderen künstlichen Verfügungen hören, die für diejenigen Menschen, die am wenigsten Geld zum Ankauf zur Verfügung haben, nur schädlich sein würden. Man müsse jede „Rationierung" des englischen Volkes bei der Lebensmittelversorgung vermeiden. * Kopenhagen, 18. Oktober. (W.T.B.) Wie Na- tionaltrdende erfährt, ist der Plan her Unterbri«. gung kranker Kriegsgefangener in Dänemark noch nicht aufgegeben worden, wenn auch England vorläufig keine Gefangenen nach Dänemark senden will. Der eingesetzte Aus- s ch n ß setzte seine Vorarbeiten fort. Von Rußland ist noch keine Antwort eingegangen. OD Oer Krieg im Grient. Türkischer Kriegsbericht. Konstantinopel, 19. Oktober. (W.T.B.) Amtlicher Bericht von gestern: An der Kankasussrout auf dem rechten Flügel Scharmützel. Wir machten eine Anzahl Gefangene. An der Küste östlich von Kigh schoben wir unsere Stellung vor. Auf dem linken Flügel schlugen wir feindliche Ueberraschungs- angriffe durch einen Gegenangriff zurück. Wir mach- ten eine Anzahl Gefangene. Kein wichtiges Ereig- ms auf den anderen Fronten. (*} Chronik. Aus Ssöen. :: Adclsheim, 18. Oktober. In Her M o r d s a ch e, die, wie wir berichtet haben, sich dieser Tage in Mergentheim zugetragen hatte, sind mehrere Ver- Haftungen vorgenonimen worden. Man glaubt, daß unter den Verhafteten sich der Haupttäter befindet. )( Pforzheim, 18. Oktober. Bei der Kartoffelver- forgung wurde ein falsches Einmarkstück mit der Jahreszahl 1909 eingenommen. )-( Gengenbach, 18. Okt. Der zweite Vorsitzende des Verbandes Badischer Genieinderechner, K i - l i a n - Gengenbach, fordert dazn auf, zur 'Stärkung der Reichsbank den b a r g e l d l o s e n V e r k e h r bei den Stadt- und Gemeindekassen durch- zuführen. Die Bezirksvereinsvorstände der Ge- meinberechner werden aufgefordert, noch in den Mo- naten Oktober und Noventber Versammlungen ein- znberusen, in denen die Frage des bargeldlosen Zah- lungsverkehrs behandelt wird. Lörrach, 18. Okt. Der C'hemikalienhän'dler Gust. V e l d u n g aus Köln hatte Morphium, Cocain und an- dere Heilmittel in die Schweiz ausgeführt unid war des- halb von der Steuerbehörde zu einer Geldstrafe von 180 08g Mk. oder 2 Jahren Gefängnis und 90 019 Mk. Wertersatz verurteilt worden. Die Berufung gegen die- ses Urteil wurde vom Schöffengericht verworfen. )!( Lörrach, 18. Oktober. Der Kommunal- verband Lörrach-Land hat den Landwirten, die ihre Kartoffeln zurückgehalten, mit Enteignung gedroht. Sie würden in diesem Falle statt 4 Mark nur 2.50 Mark für den Zentner erhalten. ):( Waldshut, 13. Oktober. Auf dem Felde der Ehre ist Realschulprofessor Kuno G o ld schm i d t gestorben. Professor Goldschmidt stammte aus Karlsruhe, wo er am 8. Mai 1882 als Sohn des Hcmptlehrers Julius Goldschinidt geboren wurde. Seit Herbst 1911 war Goldschmidt an 'der hiesigen Realschule tätig. In der Roten-Kreuz-Arbeit hat er sehr verdienstvoll gewirkt. )0( Waldshut, 18. Oktober. Bürgermeister Pfi- st er in Tiengen hat sein Amt als Gemeindevor- steher n i e d e r g e l e g^t, um die Geschäftsführung des Kommunalverbandes zu übernehmen. (!) Die KriegStrauungen. In einem Erlasse des Justizministeriums wird darauf Hingewiesen, daß die Standesbamten bis auf weiteres zur Befreiung vom Eheaufgebote immer zuständig sind, so oft der Bräutigam ein Kriegsteilnehmer ist und sich bei ihm mit Riicksicht auf seine Zugehörigkeit zum Heere ein Bedürfnis zur besonderen Beschleunigung des Verfahrens zeigt. Die Auskunftcrteilung der Polizeibehörden an flu« an«>srdn deutschen Staaten. Württemberg. (Kein E i n h e i t s b i e r mehr.) Der Württembergische Brauereiverband G. m. b. H. g vt bekannt, daß vom 13. Oktober ab wieder helles und dunkles Bier abgegeben wird. Stuttgart, 17. Okt. (Tag.) Bei dem Flieger» angriff auf Olberndorf sind außer einem kriegs- gefangenen Franzosen und einem Russen, die bei Bau- arbeiten beschäftigt waren, ums Leben gekommen der Landsturmmann Mohmer, Vater von sieben Kindern, der Kronenwirt Brodbeck und der 23 Jahre alte Kriegsinva- lide Eberhard. Mergentheim, 17. Okt. (M o r d.) In die Mord- angelegenheit kommt allmählich Klarheit. Es sind bereits mehrere Verhaftungen vorgenommen worden; unter den Festgenomnienen befindet sich der Haupt- t ä t e r. Der Mord scheint mit anderen Vorgängen im Zusammenhang zu stehen, die in letzter Zeit Aufsehen erregten. Die Untersuchung wird alles aufklären. Ein Raubmord liegt nicht vor. Das billigste Brot weithin dürste es wohl im Kreise Oppenheim (Hessen) geben. Durch kreisamtlicke Verfügung wurde der Höchstpreis des Brotes von "A Psg. auf 66 Pfg. für den Vierpfünder Roggenbrot und auf 33 Pfg. für den Zweipfünder herabgesetzt. Die Mehlpreise wurden gleichzeitig wie folgt festgesetzt: Roggenmehl per Pfund 30 Pfg., Weizenmehl zweiter Güte (bei 80prozentiger Ausmahlung) beim Verkauf im Kleinen (d. h. bis 1 Zentner) 23 Psg. und Weizenmehl erster Güte (Auszugsmehl) 40 Psg. (*) Vorsicht bei Gesprächen! Es kann nicht nachdrücklich genug zur Vorsicht i.ci Gesprächen gemahnt werden. Trotz der vielfachen Hin- weise in der Presse, trotz aller Warnungen durch An- schlage allerorten werden immer noch unvorsichtige Ge- spräche in Eisenbahnwagen, in Hotels, Restaurants und auf der Straße gefuhrt. Eine ganA besondere Verantwortung nehmen die im Auslande reisenden Deutschen auf sich, da dort natur- gemäß die Gefahr, daß unüberlegte Aeußerungen von feindlichen Agenten erlauscht und verwertet werden, viel größer ist als in der Heimat. In erster Linie ist Zu- rückhaltuna bei Erörterung militärischer Dinge unbe- dingt zu fordern, aber auch bei Gesprächen über wirr- schaftliche Angelegenheiten ist Vorsicht geboten; jeden- falls sind alle Aeußerungen zu vermeiden, welche Ueber- treibungen enthalten oder zu falschen Vorstellungen süh- ren könnten. Reisende im Ausland haben die Beobachtung ge- macht, daß' vielfach Persönlichkeiten auftauchten, die sich bei Unterhaltungen Deutschet Notizen machten. So sprachen in einem Hotel zu Kopenhagen ein Ber- liner und ein Hamburger über Ernährungsfragen, wo- bei der Berliner äußerte, er werde noch einige Tage in Kopenhagen bleiben, um wieder einmal ordentlich essen zu können. Dieser Unterhaltung folgten zwei englisch sprechende Herren, der eine übersetzte dem anderen die Unterhaltung und zwar in vollkommen entstellter Form. In Brüssel wurde, wie einwandfrei festgestellt wer- den konnte, durch mißverstandene Aeußerungen deutscher Reisender die Meinung verbreitet, Deutschland stände vor einem baldigen Zusammenbruch. In einem Züricher Hotel, wo viele Reisende ver- schieden« Nationalitäten verkehren, plauderte ein deut- sches Ehepaar mit einer Dame, die zwar deutsch sprach, aber offenkundig Französin war. -Als das Ehepaar ge- gangen war, teilte die Französin den Inhalt des Ge- sprächs einem französischen Reporter mit, der vor dem Krieg seinen Wohnsitz in Berlin gehabt hatte. Diese Beobachtungen sprechen eine deutliche Sprache. Die Agenten unserer Feinde haben ein Interesse daran, ihren Auftraggebern möglichst Nachrichten zu über- Mitteln, die ihnen angenehm sind. Daher werden sie alles Erlauschte übertreiben und aufbauschen. Eine un- vorsichtige und übertriebene Aeußerung. wie die, daß der Reisenden wieder einmal ordentlich essen wolle, wird im Bericht eines feindlichen Agenten zu eineiig Bild von Deutschlands Hungersnot. Daß durch solche entstellten Nachrichten die Widerstandskraft des Feindes gestärkt wird, kann keinem- Zweifel unterliegen. Dabei ist die Vevbreitung solcher falschen Gerüchte umso ärgerlicher, als wir in Deutschland tatsächlich, zwar nicht im Ueber- flutz leben, aber doch die sichere Zuversicht haben können, daß wir mit unseren Vorräten durchhalten werden. Lokales. Karlsruhe, 19. Oktober lfllß. N. A. Kartoffelversorgung. Aus den bekannten Gründen, welche der Präsident des Kriegsernährungs- amts in seinen amtlichen Auslassungen in der Presse sowie im Reichstag dargelegt hat, hat sich die Anliefe- rung von Kartoffeln aus Norddeutschland bis jetzt ver- zögert, so daß wie in anderen Städten, so auch hier mit der Zuführung. der von den Haushaltungen bei der Stadtgemeinde als Wintervorrat bestellten Kar» toffelv noch nicht begonnen werden konnte. Nach den neuerlichen Versicherungen des Großh. Ministeriums des Innern und der Badischen Kartoffelversorgung darf nunmehr wohl damit gerechnet werden, daß die Zufuh- ren in der nächsten Woche ihren Anfang nehmen können. In der Zwischenzeit müssen sich, die Haus- Haltungen, soweit sie ihren Wintervorrat nicht schon auf- gruiid der Bezugsscheine unmittelbar erhalten haben, durch Einkauf kleinerer Mengen lbei den hiesigen Ge- schäften, welche von der Stadtgemeinde mit dem Klein» verkauf von Kartoffeln betraut sind, für i>en vorläu« Seite 2 Kadischer Beobachter. Donnerstag« den 19. Oktober 1916 Ur. 483 figen Bedarf gegen Abgabe der Kartoffelmarken eit> decken. Anstalten, Wirtschaften, Kantinen und sonstige Großabnehmer erhalten in der Zwischenzeit für ihren vorläufigen Bedarf Kartoffeln bei der städtischen Kartoffel-Abgabe stelle, alter Personenbahn- Hof, aufgrund eines Ausweises, der vom städti-, f ch e n K a r t o f f e l a m t, Kais«r-Allce 11, auf Antrag ausgestellt wird. Händler muffen die im Laufe einer Woche eingelösten Kartoffelmarken bis spätestens zum Dienstag der darauffolgenden Woche bei der Geschäfts- ■stelle des Kommunalverbands — Kleiner Festhallesaal — abliefern, um auf weitere Zuweisungen von Kartoffeln Anspruch erhebe» zu können. Ueber die abgelieferten Marken wird ihnen von der Geschäftsstelle eine Beschei- nigung ausgestellt. N. A. Lebensmittelversorgung der Stadt Karlsruhe in der Zeit vom 25. September bis 9. Oktober 1916. In der Mehl- und B r o t v e r so rg u n g ist mit Beginn der Berichtswoche insofern' eine Verbesserung eingetreten, als die Kopfmenge allgemein um 200 Gramm Mehl gleich Ä)0 Gramm Brot in 14 Tagen er- höht wurde. Die Tagesvvrbrauchsmenge beträgt nun 200 Gramm Mehl für den Kopf der verforgungsberech- tigten Weiterung und entspricht ixnnit genau der dem Kommunalverband von der Reichsgetreidestelle zuge- wiesenen Mehlmenge. An Fleisch wurden 638 Ttztr. durch die Metzger abgesetzt. Die Kvpfmenge betrug in den beiden Berichtswochen je 226 Gramm. An Milch hat die Stadt im ganzen 26 078 Liter beschafft, davon * vom Ausland 4840 Liter, vom Inland 1727 Liter, von eigenen Kühen 19,511 Liter. Die Einfuhr vom Ausland ist in der zweiten Berichtswoche stark zurückgegangen; sie betrüg nur noch 1080 Liter gegen 8760 Llter in der Borwoche. Von der Badischen Butterversorgung sind der Stadt 78 Zentner Jnlandbutter und 170 Zentner Norddeutscher Butter zugewiesen wor- den, die durch die einschlägigen Geschäfte an ihre Kunden verteilt wurde. Die Eie^zufuhr war außer- ordentlich gering; erst in der zweiten Berichtswoche kam eine größere Sendung (32 780 Stück) ein, die alsbald ausgegeben wurde. In der Zuckerversorgung haben sich in der Berichtswoche wieder normale Verhält- nisse eingestellt. Die Zuckermarken werden mit % Pfund Zucker auf den Kopf der Bevölkerung in 14 Tagen ein- gelöst. Die Lieferung von Kartoffeln durch die Badische Kartoffelversorgung war schon in der Berichtswoche langsam und stockend. Im ganzen wurden 39 Wagen geliefert und abgesetzt. In der letzien Woche (vom 9. bis IS. Oktober) trafen 8 Wagen Kar- toffeln mit der Bahn ein, außerdem wurden der Staot- gemeinde 1572 Zentner durch Fuhrwerk aus dem Land- bezirk zugeführt. Ferner wurden beschafft und durch Vermittlung des hiesigen Handels in Verkauf gebracht: 22 690 Klgr. Teigwaren, 5000 Klgr. Maisgrieß, 4280 Klgr. Gersten- und Bohnenmehl, 1512 Klgr. Haferflocken, 4840 Klgr. Käse, 576 Klqr. Suppenwürfel, 2109 Klgr. Himbeersaft, 12 500 Klgr. gesalzene Seefische. Weiter hat die Stadt 1800 Stück lebendes Geflügel bezogen und davon in der Berichtszeit 1200 Stürk cchgesetzt. Außer- d'.' n lieferte die Stadt auf die Wochenmärkte 66 340 Klgr. Obst (vorzugsweise Aepfel, Birnen und Zwetschgen), sowie 58 679 Klgr. Gemüse (Weiß-, Rot- und Wirsingkraut, Bohnen, Erbsen, Rosenkohl, Blumenkohl, ^hlraben, Gelbe-, Rote- und Weißerüben, Rettich, To- Hütten, Gurken, Kürbis, Salat, Zwiebel, Rabarber und Suppengrüns). * politische Nachrichten. Deutschland Zu den Angriffen gegen den Reichskanzler. Magdeburg, 18. Oktober. (W.T.B.) In einer vom Ausschuß für vaterländische Kundgebungen veranstalteten großen öffentlichen Versammlung hielt Reichstagsabgeoröneter Schiffer- Mogde- Theater unö Musik. Thenteraiifführungen an der Westfront. Das Großh. Hoftheater wird auf Einladung der Kommandantur Lille in der Zeit vom 31. Oktober bis 9. November ein acht» fälliges Gastspiel mit dem Schauspielpersonal geben. Zur 'Aufführung gelangen nach der Auswahl der Komman- dantur „Ein toller Einfall" (zeimal), „Husarenfieber" (zeimal), „Robert und Bertram" (viermal). Die Oper wird einer gleichen Aufforderung im Februar Folge leisten. bürg (natlib.) einen Vortrag über unsere Freunde und Feinde. Er besprach «msführ- lich die Natur und Sie Antriebe des Zusammengehens unserer Feinde und insbesondere die englische Auf- fassung vom Kriege und ging alsdann auf idie be- kannten Angriffe gegen den Reichskanz- l e r ein. Er erklärte dann, es sei beschämend für die Zeit, in der wir leben, lvenn die Meinung auf- kommen könnte, als ob unser deutsches Volk in dieser Zeit von Lügnern, Trotteln oder Verrätern geleitet würde, wenn man nur Wahres und Falsches ge- mischt habe, um denen etwas anzuhängen, gegen die man vorgehen wollte, wenn Man sogar vor der per- sönlichen Ehre dieser Männer nicht Halt gemacht habe. Der R e i ch s t a g, der berufene Vertreter des Volkes, habe einmütig sich abgewendet von die- fem Treiben. (Bravo.) Kein Volksvertreter habe auch nur ein Wort gefunden zur VerterdiM«^ die- ses das Vaterland aufs schärfste schädigenden Treibens; aber auch bei wahren Patrioten seien Zwei- fel entstanden, ob die Art der Anwendung der Kriegsmittel England gegenüber imnter die rich- tige gewesen sei. Auch nach dieser Richtung hätte« die letzten Reichstagsverhandlungen eine Klärung gebracht. Der Reichskanzler habe mit seiner bekenn- ten Auslassung in unzweideutiger Weise seine Stel- lung dargetan. Er habe mit Recht seine Verachtung gegen diejenigen ausgesprochen, die ihm noch zu- trauen, daß er England schonen würde. Dem deutschen Volk wollen wir die Sorge von der Seele neh- men, als ob es anders sein könnte. Die noch be- stchenden Zweifel über das ob und wann der ver- schärften Anwendung der U-Bootswaffe seien auch in den Verhandlungen des Reichstags hervorgetreten, dessen Behandlung der Sache vorbildlich gewesen sei mnd dem vorzeitigen Jubel der feindlichen Presse über einen drohenden Riß im deutschen Volke ein rasches Ende bereitet habe. Wir haben, meinte der Redner, vor einigen Tagen eine Mahnung des Gencralfeldmarschalls von Hindenburg gehört, heute könnte er (Redner) von einer ähnlichen Kundgebung sprechen. — In einem ihm zur Ver- sügung gestellten Schreiben Hes Generals Luden- d o r f f heißt es: „Daß es gewaltiger Leistungen be- darf, um die Hoffnungen zu Schanden werden zu lassen, die unsere Gegner mit ihren gleichzeitigen außerordentlichen Krastanstrengungen auf allen Fronten verbinden, läßt sich nicht bestreiten, aber wir werden es schaffen, wenn das deutsche Volk in Einigkeit und Vertrauen hinter uns steht und sich und das Heer nicht zermürbt in Streitigkeiten über die Zweckmäßigkeit der Mittel arnd Wege zum Erfolg. Wenn in gewissen Fragen den Fernstehenden ein Programm zu fehlen scheint, so ist damit nicht er- wiesen, daß es wirklich fehlt. Ich bitte Euere Hoch- wohlgeboren, nicht müde zu werden, indem Sie zur Einigkeit und Zuverficht mahnen." Die Worte Ln- dendorffs würden der Versammlung wohl zu Her- zen dringen. Der Redner schloß: Wir wollen nicht ehrenvoll unterliegen, wie die Franzosen bei Leipzig, sondern ehrenvoll siegen. Der Reichskanzler bat für die Politik das Woi-t: Freie Bahn für die Tüchtigen? aevräak! Freie Bahn für die Tüchtigen auch im Weltverkehr, verlangen wir für imser Volk. Außer freiem Volk und freiem Grund brauchen wir aber auch ein freies Meer zum Austausch der Früchte unseres Fleißes. (Andauernder Beifall.) Ausland. Der Aufstand in Holländisch-Jndien. Amsterd»n>, 19. Okt. (W.T.B.) Telegxaaf meldet aus Weltevreden, daß sich der A u f st a n d in P a l e m - bang längs des Rawas-Flusses ausbreite. Die Kolonne Grasghuts ist bei Paoeh wahrscheinlich mit den Rebellen in Kampf geraten. Die Bevölkerung von Pemengoeny kehrt^uriick. Auch bei Ajer Jtem im Tabir-Ge- b i e t kam es zu kleinen Gefechten, woibei 15 Aufständische getötet und ebenso viel gefangen wurden. Holländisch-indische Blätter berichten nach einem Tele- gramm aus S o e r a B a j a, es gehe in Palembang das Gerücht, daß bei einer Hausdurchsuchung Korresponden- zen zwischen dem Gehet mb und Sarikat-Js- l a m in Palembang und der Oberleitung des Bundes in Java über den Aufstand in Palembang und Djambi gefunden wurden. Kaufleute aus Palemibang, die in Moeara Roepit ansässig waren, sind geflüchtet, nachdem ihre Waren und ihr ganzes Vieh vernichtet waren, und man sie hatte zwingen wollen, sich dem Ausst««d anzuschließen. In Rawas brach der Aufstand am 12. Ok - tober aus. Letzte Nachrichte« § f Haag, 19. Oktober. Die Dampfer „Commervijne" (Anisterdam^-Ostindien), „Prinzeß Juliana" (Batavia—Amsterdam) und „WesterN Dijk" (New- York—Rotterdam) haben ihre Post in England zurücklassen müssen. Bern, 19. Oktober. (W.T.B.) Dem Secolo zufolge wird die italienische Kammer am 22. oder 29. November eröffnet werden und ungefähr zwanzig Sitzungen abhalten. Warenpreise in Feindesland. Rom, 19. Ortober. (W.T.B.) Der Reichsverweser unterzeichnete gestern ein Dekret mit Bestimmungen über eine Einschränkung des Zuckerver- b r a u ch s. Der H ö ch st p r e i s ist auf 225 Lire den Doppelzentner festgesetzt. London, 19. Ottober. (W.T.B.) Der Weizen- preis erreichte gestern die außergewöhnliche Höhe von 66 sh. pro Quarter auf der Insel Wight und von 67 sh. in H i t ch i n. Keine Diskussion innerer Gegensätze! London, 19. Oktober. (W.T.B.) Das Unterhaiis nahm nach weiterer Debatte mit 303 gegen 196 Stimmen eine von Rawlinson eingebrachte Ent- schließung an, die die Diskussion der Gegensätze in der inneren Politik in idieser ernsten Zeit m i ß b i l'l i g t. Die Vereinigten Staaten gegen die Anwesenheit englischer Kreuzer an ihrer Küste. London, 19. Oktober. (W.TLZ.) Oberhaus. Grey teilte mit, daß die amerikanische Regierung im Septeniber 1914 gegen öas Patrouillieren von britischen Kreuzern an üer amerikamichen Vorstellungen erhoben habe. Die ameritani- schen Behörden hätten drahtlose Meldungen des eng- lijchcn Schiffes „Suffolk" nach Newyork ausge- fangen, in denen um Vorrat und Zeitungen gebeten wurde. D«e amerikanische Regierung habe darauf den englischen Botschafter wissen lassen, daß man das im Wiederholungsfall so auffassen müsse, daß idas amerikanische Gebiet als Basis für Proviant und für Informationen benützt würde, itirf aus Zeitungen die Schiffsbewegungen kennen zu lernen. Der Versuch sei englischerseits nicht wiederholt wor- den. Ferner habe die amerikanische Regierung die englische Regierung benachrichtigen lassen, daß die An Wesenheit von britischen Kriegs- schiffen in der Nähe von Newyork die amerikanische Regierung zwinge, eine sehr energische Haltung einzunehmen, da die öffentliche Meinung sehr em p ö r t sei, und daß ein Wiederholungsfall als unfreundlicher Akt aufgefaßt werden könnte, der die amerikanische Regierung zum Han- deln nötigen würde. Grey sagte weiter, er wisse nicht, ob amerikanische Kriegsschiffe das Operieren des Unterseebootes erleichtert hätten, indem sie aus dem Wege gingen. Die Zeitungen hätten so berichtet, aber nur die amerikanischen Behörden könnten die Tatsache feststellen. Rußlands Sondcrrolle im Vicrvrrband. Basel, 18. Oktober. (Siidd. Ztg.) Die russischen Zeitungen Kolokol und Rossija Wjedomosti bringen zensurierte Meldungen, aus denen hervorgeht, daß Rußlands Zustimmung zu dem Londoner Vertrag gegen einen Separatfrieden in öet von Reuter verbreiteten Form niemals er« folgt ^i. Rußland habe lediglich verschiedene Protokolle, aber keinen Vertrag untev zeichnet. Drohender Eisenbahnerftrcik in Kanada. Amsterdam, 19. Oktober. Einem hiesigen Blatt zufolge, meldet der Korrespondent der Times aus Toronto, daß bei der Canadian Pacisic-Eisenbahn ein ernster Streik drohe. Das ganze Per- s o n a l der westlichen Linie habe sich für den Streik ausgesprochen. Im Osten ist die Abstimmung noch nicht beendet. Der Arbeitsminister bemühte siÄ einen Ausgleich zustand« zu bringen. Ose östeereichifch-ungürP^ Tsgssbencht. Wien, 19. Oktober. (W.T.B.) Amtlich wird verlaittbart: GeMcher ksiegsschauplatz. Heeresfront des Generals der , Kavallerie Erzherzog Carl. Die Kämpfe an der siebenbürgifchen Süd- und Ostgrenze dauern an. Heeresfront des Generalfeld mar- schalls Prinzen Leopold von Bayern. Südlich vo» Z b o r o w erfolgreiche Unternehmungen unserer Vorposten. Bei der Armee des Generalobersten von Tersz- tyansky wurden Vorftösie russischer Gardcabtcilungrn abgeschlagen und am oberen S t o ch o d einige feindi liche Gräben in Besitz genommen. italienischer Kriegssch«up!ay. Die Kämpfe im P a f u b i o - Gebiete erneuerten sich mit gesteigerter Erbitterung. Die durch die Alpin! verstärkte Brigade Loguria griff unsere Stel- lnngen nördlich des Gipfels an. Stellenweise ge^ lang es dem Feind, i„ unsere vorderste Linie einzu- dringen. Die braven Tiroler Kaiferjäger-Regt. Nr. 1 nnd 3 gewannen jedoch alle Stellungen wieder 5»' rück, nahmen einen Bataillonskommandanten, 10 sonstige Offiziere nnd 158 Mann gefangen und er- beuteten zwei Maschinengewehre. Ein neuerlicher Angriff der Italiener wurde abgewiesen. Starke feindliche Abteilungen, die sich vor dem Boile- Micken sammelte«, wurden durch unser Artillerie- fever nirder-vhalten. An den übrigen Fronte» stellenweise Geschützkömpfr. Unser» Flieger belebten S a l c a u o und C a* stagn ovizza mit Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Ans Albanien nichts zu berichten. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfrr, Feldmarschalleutnant. —-r#i Vwfgetane Nachrichten. WTB. Genua, 18. Okt. (Nicht amtlich.) Lavoro meldet: An Bord des UeberseedampferS „Taormina" wurden 30 Pferde Wärter und ein Tierarzt verhaftet, Der Dsmpier hatte eine Ladung amerikanischer Pferde für die italienische »tgientxg. Tie Verhaftungen werden damit begründet, daß während der ll«berfahrt der größte Teil der Pferde verendete, vermutlich durch Vergiftung. Auf dem Dampfer wurden Gittftäschchen und Sublimatpcistillen beschlagnahmt. Tie Verhafteten sind Franzosen, Engländer und Amerikaner. Hier,«: Llätter für Hase- uüdLiwdivirlschizft Ar. 30 Kath. Männerverein dfcr Oststadt. • + Todes-Aa saig -e. Am 12. Oktober d. J. starb don Heldentod für sein Vaterland auf dem Felde der Ehre unser liebes Mitglied Herr ilelaurleli Ijtist Wirt Kanonier im Fe|dart-Regt. Nr. 50. Der Vorein betrauert tief den Verlust des prächtigen Mannes, der in der Blüte seiner Jahre sein Leben dem Vaterland zum Opfer gab. Sein Andenken wird in Ehren gehalten worden. Karlsruhe, den 19. Oktober 1916. Der Vorstand. Oer Trajiergottesdienat findet am 25. Oktober, morgens 7 Uhr in der Bemliardnskirche statt. 3526 Lebeiisbkdßrfms-vertinKiickruht. W r bitten dringend um sofortige Ablieferung der Hegenmarten, da wir gegenwärtig neue nicht beschaffen köuuen. Z)er Mrstand. Vorzüglich frische Schellfische Bismarck-Heringe Brat-Herlnge Delikatess-Heringe Makrelen in Gelee Rollmops Hering in Gelee jede Dose 1.75 ülakpelen in Gelee 4 Liter-Dose 13.75 Schellfische in Ä ar . I)08e 9.75 Neue Vollheringe Stück 40 Pf. Fettherings Pfund 80 Pf. Salzmakrelen St. 60 u. 65 Pf. Kronen-Sardinen l /«Pf !.85 Pf. Kräuter-Heringe '/«Pfd. 40 Pf. Geräuch.LachsheringeSt.48Pf- «>18 SySakrelen in Dill-Tunke 2Pfd-Dosfl 4.45 Sardinen in Osl Dose 2.20 1.20 1.10 Sardinen in Tomaten Dose 95 o. 70 Pfg. Holländische Puddings ..... Paket 40 30 u. 18 Pfg_ Marmelade. Feigen und Aepfel Pfand 85 Pf*. Bouillon-Würfel Dose 100 Stück 3.75 Her» Tietz 3523 BekamrtZtmchtttlg. ^Wir bitten die hieiige Bevölkerung im Jntereffe der Allaemei»bei um rcge Beteiligung au der durch unsere früheren Bekanntmachungen bereits angeregten Sammlung vo» Oelfrüchten, Steinobstkernen, Kaffee» ersadmitteln u. i. w. Bei unseren Sammelstellen: der städtischen Gartendirektion (Ett!i»ser-Straße). dem Gaswerk T (Äaiier-Allee), sowie den Gemeinde- sekretariaten der Vororte können abgeliefert werden Stcinvbstverne von rohe», gedörrten oder gekochten Kirschen, Pflaumen, Zwetschgen, Mirabelle«, Aprikosen, (nicht Pfirsiche) gewaschen und «etrocknet zu 7 Pfg. da? kx Ksirbiskerne, gereinigt und lufttrocken . . zu 10 Pfg. das kg Äuchcckeru zu SO Pfg. das kg ^ioizkastanien zu S P g. das kg Eicheln zu 12 P-g. daS k^ Weifidorufrüchte vo» Blättern, Stengeln und Arsten befreit, sowie lufttrocken . , zu 20 Pfg. das kg Karlsruhe, den 19. Oktober 1916. 3525 Der Stadtrat. Kathol. Männerverem 5t. Äesan. Freitag, den 20. Oktober, '/>» Uhr im Landsknecht (2. Stock) Bereins-Versammlung mit Vortrag und wichtigen Besprechungen. Unsere werten Vereinsmitglieder, sowie die Mitglieder de? Kath. Arbeitervereins werden hierzu mit der dringenden Bitte um recht zahl» reiches Erscheinen freundlichst eingeladen. Karlsruhe, den 17. Oktober 1916. ?MO Die Borstandschaft. Wir haben auf Lager: Karte za den Kämpfen um Salo n i k i. üasstab 1:750000 Bildgrösse 40:50««)] Der grosse Mas»tab gestattet die Wiedergabe ssahlreicher Detaäs. Die Karte ist farbig gehalten. Preis 40 Plj;. Ssctimentsabteilang desBadiscken BsoMftrs Karlsruhe, bekannt billiget 3467 Wiltobistr. 34,llreppe KriegsanijehSrige Ausnahmepreise Man liest es iinmerwieder nnd nnd nnd und nnd and und und nnd wieder wieder wieder wieder wieder wieder wieder wieder wittder da3 Ingerat im BadIselten Beobachter, denn jede einzelne Zeitungsnummer macht eine grosse Kunde darch St.adt und Land nnd wird von Tausenden gelesen. letzt im iommer- wo die Zahl der Anzogen nicht mehr so gross w^e früher ist, rnuss deshalb jede geschäftliche Bekanntmachung überaus reichen Lohn bringen. Anzeigen im Bad. Beobachter s-iud daner ▼om besten Erfolge. Schöne SdilaK Uli uiiil Speise-Zimsr Kien etc. gut nnd billig Ji. Karrer Philippstrasse 19 Karlsruhe - Miihlburg- 28S9