Nr. 557 Blatt Karlsruhe, t, den 2. Dezember 1916 54. Jahrqanq Fernsprecher 535 Avendblatt Postscheck: Karlsruhe ^S'4'4 Anzeigenpreis: Die »edcuipaltige lleiue Zei e over deren Rain» 25 Pf, Neilameit So Pf. Platz-, Kleine- und Stellen-Anzeigen IS Ps. Bei Wiederholung entsprechende» Nacklasz nach Tarif. Beilagen nach be'onderer Vereinbarung Anzeigen-Anfträge nehmen alle Anzeiaen-Vermilllungssiellen entgegen Schluß der Aiizeigen-Annahuie: Täglich vormittag? 8 Uhr, bezw. ncichmittagi 3 Uh» Redaktion und Geschäftsstelle: .MMerftriftc 42. «arlsrulie J'JKfläyreiBs In Karlsruhe durch Träger zugestellt vierteljährlich Ml. 3.20, Von 5" Geschäftsstelle oder den Ablagen abgeholt, männlich 75 Pf. Auswärts (Deutschland) ^i'»«,Svreis durch die Poft Ml. 3.65 vieneliährlich ohne Vestellge d. Bestellungen in ^kstkrreich-Ungarn, Luxemburg, Belgien, Holland, Jiiiveii bei den P»stan>talten. Uebrigez Ausland (Weltvoltverein) Mk. 10.— vierteljährlich durch die GeickäNsnelle. Erscheint an allen Werktagen in zwei Ausgaben Beilagen: Je einmal wöchentlich: da? illustrierte achtseitige UnterhaltungSbl'itt „Sterne und Blumen" da? vierseitige llnterhaltungSblatt »Blätter snr de» Mamillen» tijl," und „Blätter für Haus- unv La ld virtfch«ft" Rotationsdruck und Verlag der „Badenia", A .-G. für Verlag und Truckerei, Karlsruh« Albert Hofmann, Direktor verantwortlicher meoalreur rur deutsche und dadische Politik, sowie Keuilleion. T h. Meyer; für Ausland.Nachrichtendienst. Handelsteil und den allgemeinen Teil: Franz Wahl Svrechstnnden: von baw 12 bis 1 llbr mittag» Berantioortlich für Anzeigen und Reklame»: A. H «f m a n n in Karlsruh! Großer Sieg in öer Walachei; an Gefangene. esbericht vom Großen Hauptquartier. großes Hauptquartier, 2. Dezember. W.T.B. Amtlich.) H Westlicher Kriegsschauplatz. eeresgvtlppe Kronprinz Rupprecht. Auf beiden Ancre-Usern am St. Pierre- ^ciast-Walde und südlich der Somme bei .^"ulnes entwickelte sich zeitweilig starker «rtilleriekampf. Gestlicher Kriegsschauplatz.- ^ rout des Grneralseld Marschalls Prinze» Leopold von Bayern. ..Russische Vorstöße nördlich von Smorgon und "Wich von Pinsk scheiterten verlustreich. Front des Generalobersten Erzherzog Joseph. Angriffe der Russen und Rumänen in den ^»Idkarpathen und sicbeubürgischen Grenzgebirgen "ucrn an. Der Ansturm richtete sich gestern vor- ^»nlich gegen unsere Stellungen an der B a b a u d o w a und G u r a R « c e d a, östlich von ^urna Watra, sowie im T r v t o s u- und ^itoz-Tal: er war vergeblich und mit schweren Verlusten für den Feind verbunden. WhkM*. ~ ru ^ cn " l den Waldkarpathen machten ^nstitüen au einer Stelle über 1000 Ge- '"ngene. Heeresgruppe des General» ^eldmarschalls von Mackensen. Kampfe in der W a l a ch e i entwickeln sich zu ^ llr.js,e» Schlacht. ^ aus dem Gebirge südöstlich von Campu- Ig " 1 httanstretendc Arniceslügel gewann in den Q »bergen zu beiden Seiten des Dombovita- Witt kämpfend Boden. j^ 1 "'südöstlich von Pistesti ist die sich znm stellende erste rumänische Armee von deut- und österreich-ungarischen Truppen nach zähem ^.'''acn durchbrochen und geschlagen worden. Das 0 jj Zu einem Divisionsstabsqnartier vorstoßende ^^^"ährte bayerische Rcs.-Jnf.-Regt. Nr. 18 »ahm *u x ^lliiigenen Genernlstabsoffizieren Befehle ab, ft»r, hervorgeht, daß in der von uns durch- ^ Stellung die erste Armee sich bis zum letzten Su"". ^agcn sollte. Der Armeeführer, wohl im ^ "»tsein des geringen moralischen Wertes seiner ^ knüpfte an den in romanischem Phrasen- z»^'^'gehaltenen Ausdruck der Erwartung „aus- ten die zur Hilfe geeilten russisch-riimänischser- bischen Kräfte. Am 16. September konnte unser HeersSberickt melden, daß der Widerstand ^ in der südlichen ^obrud'cha gebrochen und der Feind end- friiltia geschlagen war. Nur dem Eingreifen neuer ntt'siscker und risinänifckier Verstärkungen gelang es, noch einmal südlich der Bakin Eonstanza—Eernavoda dem Vordringen vorüberaebend .^alt z» aebieten. Diese Kämpfe in der Dobrndscha beeinflußten in scknrerwieaender Weise die Operationen in Siebenbürgen. Der Kanonendonner, der von Tntrakan n^ck> der Festnna und Hauptstadt Bukarest berüberschallte, legte sick, lähmend auf den Geist der Führung und auf die Stiinniuna von Volk und ?lr- mee. Nur langsam schob sicfi tastend die nach Sie- benbüraen einaedrunaene Streitmacht vorwär's. Sie ließ uns Zeit, die für die Befreiung Sieben- bn^aens verfnabir aeinackiten Tr>mw>n heran?ink»?. fördern, zu grnvvieren nnd ihre Wirknna »um Ans- rc'fert zn bringen. Wälirend die rumänischen Hee- res^eriliite nnd die Press- unterer F°inde jubelnd verkiinde^n. da6 .Kronstadt, Orsova, Netro'eny nnd andere Städte Siebenbürgens in die A^nd der 5l?it> mänen gefallen waren, wäbr-nd st" darüber kroblock- fen, daß rumänische Patrouillen Herniannstadt betre- ten Ijaftwi. tiTfarnmeltp fiHfi die Armee ?kasfenhavn aeaen die Südarenze Siebenbürgens, die ?^rniee des ^ene^als von Arz aegen die Ostarenze. Bald war- f-'n die Truppen des Generals von Stabs, von Katzen kommend, die Eindrinalinae ans dein Kol,- lenn^bief vnn Ne^rnfeziki behaus und über den Szur- dnk- inid Vnlkan.Paß zurück. Stimmer erging es der Hauptmasse der 1. rumänischen Armee, die sich bis in die Gea"ni> südlick Kermannstadt vorgewagt batte ?^m Rücken im Roten-Turm-Paß von baye- riichen Getnrastruvpen nnifaßt, in der 5?ront durch nnaestiime Anariffe geworfen, in der Flank? abge- s^>nitten. wurden Wer e^wa 3 Divisionen vernicbtet. Unsere ^iihnwa und unser? Trnpven. denen damit der größte l?rsola. Einkreisung und vöffiqe Vernich- ti'ng des Feindes, a^lnnaen lvar, rasteten jedoch Van dein Sckila^'^s^ldi? a"s wurden die sieg- reichen Kafonnen in östlilb^r Rickituna abae?>reht, um na-b Bezwingung der ersten rninänischen Armee die zweite ,ind vierte ans Siebenbürgen zu vertrei- den. Gleichzeitig machen die Truppen, die bisher von der ostsiebenbiirgiscben Grenze über das Goer- aeny-Gebirge und westlich Sz^kely—Udvarhely— Reps airsgelvichen waren, Front. Vereint mit der Arniee des Generals von Arz erfolgte nun der An- stürm gegen die zlveite und vierte Armee. Diese traten am 4. Oktober den allgemeinen Rückzug an. Unsere ungestüm nachdrängenden Truppen brachen den Widerstand im Geisterwald imd am Homorod und schlugen in der dreitägigen ^Schlacht von Kronstadt nochmals die zweite rumänische Armee. In rastloser Verfolgung wurde der Feind in die Grenzgdbirge im Süden nnd Osten von Siebenbürgen zurückgeworfen. Sech? Wochen nach d-er rumänifchcn Kriegserklär u ng waren d i e Ha.nptkräfte der Rumänen ge» schlagen. Die rumänische Armee hatte bis dahin 37 000 Mann au Gefangenen, 80 000 an blutigen Verlusten, 244 Geschütze.nnd 14 Infanteriegeschütze verloren. Siebenbürgen w a r v o in Feinde befreit, und im Osten wie im Süden standen schon deutsche und österreichisch-nugarische Truppen auf Feindesboden. Rumänien sah seine Operationspläne endgültig gescheitert. Statt im Rinken der europäischen Welt die Entscheidung zn brinaen, wie es gehofft hatte, war es 'elbst aufs Ernstlichste bedroht. Immer lau« ter Wallten die Hilferufe aus Rumänien herüber nach Rußland nnd zur Einteilte. Bisher bat Rnß- land an der siebenbürgisck>en Front noch gar keine, in der Do'brudscha nur geringfügige Silfe gewährt. Jetzt sandte es im größeren Umfange Verstärkungen. Nun verstärkte sich aber in vermehrtem Maße unser Druck von Süden und von Norden Vergeblich waren alle Versuche der Rumänen, durch billige! Scheinerfolg, wie bei Orsovo, ini SzurdNkpaß und anderen Pässen und b^i Rahovo sich Luft zu machen und unsere Operationen zu hemmen. Kläglich kchei- {orte der mit uvZUreich'mden Mitteln ausaefi'ihrtg Donau-lleberaang bei R^bovo. wobei 2 bis 3 runiä- uische B>-iaaden vernichtet wurden. Während di« rumänischen Divisionen von einer Fronten der.aw Seite 2 Äadischer Äesdachter. Samstag, den 3. Dezember 1916 llw 557 deren Front geworfen 'wurden, hier zu spät kamen und dort fehlten, gewann unsere Offensive plan- mäßig und zielbewußt Schritt für Schritt in? Nor- den und im süden von Rumänien an Boden. Die unter dem Eindrilck der. Schlacht von Kronstadt ent- blößte russisch-rumänische D o b r u d s ch a- front brach unter dem Anprall der Ar- m e e Mackensen zusammen. Damit fiel der wichtige und einzige Hafen Konstanz« in unsere Hand, und Rumänien wurde seiner wichtigsten Verbindung, Konstanza—Cernavodo, beraubt. Wir gewannen die schmälste Stell« der Dobrudscha, wo wir einer neuen Bedrohung der russischen Streit- kräfte gegen Bulgarien am wirksamsten entgegen- treten können. Inzwischen nahm der Kampf in den Grenz- g e b i r g e n S i e b e n b ü r g e n s seinen Fortgang. Auf der gesamten 600 Kilometer langen jiront legt sich das mächtige Gebirge in über 2000 MFter Höhe und in einer Breite von 60 bis 80 Kilometer wie ein Schutzwall vor die Walachei und die Moldau. Mit der größten Erbitterung wurde dieser Schutz- wall vou den Rumänen verteidigt. Um jeden ein- zelnen Paß entspann sich ein heftiges Ringen, wo- bei dem Verteidiger seine vorbereiteten Stellungen, die Kenntnis des Geländes und das gut entwickelte Eisenbahnnetz zugute kamen. Aber unsgre Truppen überwanden die Schwierigkeiten trotz Schnee und Eis. Die Infanterie erstürmte die zäh verteidigten Höhen. Auf schwierigen Saumpfaden gingen unsere Umsassungskolounen gegen den Feind vor, ohne Rücksicht darauf, daß sie selbst umfaßt werden koun- ten und tagelang von jeder Verbindung abgeschnitten waren. Unser Artillerie brachte auf den vereisten, schlechten Gebirgsstraßen ihre Geschütze vorwärts und unter unsäglich?» Schwierigkeiten Kanonen, Haubitzen uud Mörser in die Stellungen. Kolonnen und Trains führten in mühevoller Arbeit auf grund- losen Wegen alles das nach, was die Truppen vorne an Munition und Lebensmitteln zur Durchführung ihrer Aufgabe brauchten. Nur sangsam konnte der zäh sich verteidigende Rumäne unter diesen "Um- ständen zurückgedrängt werden, und noch langsamer erschien es denjenigen, die aus der Karte mit dem Zirkel die Erfolge nachrechnen und abwägen zu kÄnnen glaubten, und oft. ungeduldig über die knapp gehaltenen deutschen Heeresberichte, nach einem sickit- baren Ergebnis forschten. Diese Berichte aber ließen trotz ihrer Kürze doch erkennen, daß es gut für uns stand, nnd daß wir vorwärts kamen. Sie gaben uns in den dauernd steigenden Gefangenenzahlen einen Anhalt dafür, daß der Widerstand erlahmte. Wenn der Widerstand der Rumänen in den Grenz- gebrrgen so hartnäckig gewesen ist, so wurde ihnen dies dadurch erleichtert, daß die Russen die Dobrudschasront, einen Teil der Donaufront gegen- über Cernavoda und einen großen Teil der sieben- bürgischen Ostfront übernommen haben. Ihr Ein- treffen an der siebenbürgischen Ostfront machte sich dm Anfang November ob durch starke Angriffe im tz.yergyo-Gebirge bemerkbar. Ihr Eingreifen ver- N'ochte aber nickt, unsere au der Grenze stehende Front zurückzudrücken. Ebensowenig hat die in der Nor?°WbrMcha ver- sammelte Armee des Generals Sacharow gegen die nördlich Konstmrza-^Cernavoda stehendem deutsch- bulgarischen Kräfte erreicht. Mit der Durch bruch'schlacht bei Targu- Iiul, die unS der Heeresbericht am 19. November verkündete, brach der Widerstand in dem westlichen Teil des Grenzgebirges endgültig zusamnien. In raschem Vordringen stießen unsere Truppen bis zur Dahn Orsova -Craiova vor, schwenkten nach Osten p!i und überschritten die Alt. Gleichzeitig erfolgte oon Süden her der Uebergang i>er Streitkräfte Mackensen über das mächtige' Stromhindernis der SPonmi bei Svistov r'»erhalb der Einmündung der Nlt. Beide Heeresgruppen reichten sich die Hand. Der verzweifelte Widerstand der Rumänen an der Ali wurde gebrochen. Die westlich der Einbruchsstelle abgesprengten und abgeschnittenen rumänischen Kräfte sind für Rumänien verloren. Sie haben be- reits über 2000 Mann an Gefangenen eingebüßt. Unsere Verfolgnngsfolomien sind ihnen auf den Fersen. Oestlick der Einbruchstelle ist unter dem Druck unseres Vorgehens über die Alt der Südaus- gana 4es Roten-Turm -Vasses (des mittleren Alt- Tals) geöffnet. Eine starke Streitmacht steht min m-tten in d »r Walachei irttd bedroht die noch in den Gebirgspässen östlich des Alt-T>ls stellenden Ver- leidiger in der Flanke Der westliche Teil der Walachei mit seinen reick'n Vorräten ist in unserer Han\ der östlich» Teil liea^ obne naKMicke Sind"?- nisl" vor uns. Die Hauptstadt des Landes wird be- droht. Un'ere Trnppen sind nicht mehr auf die cm- Herordentlick 'cktn^riaen Verbindungen über die transmlvan!'ck"n angewiesen. sondern stützen rbren auf die Donau und die Bahnen in der W^^nckl'i. Ruin-i"'-'" föntfcff ietzt um sein? eigene Eristenz. ttclW TO'Ono Ma"n bat es an Gesonnenen ttpvjh'rmt. Seine blutigen Verluste werden wohl das fiptrAfrprt. N'ck der Säi'beruna Siebenbürgens und der Do- Hrnd'elv, nach dem U^bpxsckrpiten des ^"n^wall^s int Norden und des Gi^n^st^-^nes im Süden ^nd unsere Tnivw'n in die dritte Ahase des rumänisckm Krieges, ben Kampf in &">• t?bene,^einae^reten. D'e 5?rtt*trtHoc. die »Niere Nibrnna nnerwortof schnell AN sich ist uns p'We'Beit Di? Overti. fitwtt sind ini'MW^ Sjk> werden "Ns, d-as dürfen )nir zuversichtlich hoffen, neue Erfolge brin- He». * D5s N^KoslowoWS. Berlin, 1. Dez. Der Franks. Ztg. wir?) von hier b. richtet,' Der Schlußsatz in der Rede des bulgari- scheu Ministerpräsidenten, R a d o s l a w o w s, er Ihosfe, daß in einiger Zeit die verbündeten Regie- WIW . j i II , _.»1 L. Ml' Theater unö tlluftk» Gros-l-. -Hoftheater. In der morgigen Aufführung fcoii „Tristan und Isolde", der ersten in dieser Sp'elzdit, |feutrb anstelle des Herrn Hagedorn Herr Giesen den iKönig Marie singen. rungen glückliche Nachrichten bekannt geben könn- ten, die die Zustimmung aller verbündeten Natio- nen finden würden, gibt allen Politikern ein Rät- s e l auf. Auch an Stellen, die sonst über die An- sichten und Absichten der leitenden Staatsmänner in den verbündeten Ländern unterrichtet zu sein pflegen, vermag man diese Worte nicht sicher zu deu- ten und ist nur auf Vermutungen angewiesen, die im allgemeinen dahin gehen, daß Radoslawow auf irgendwelche Folgen des wahrscheinlichen Zusammenbruchs Rumäniens angespielt habe. Das freie Geleit. Haag, 1. Dez. (Frankf. Ztg.) Die Morniug Post berichtet aus Washington: Die entschlos- sene Haltung der Vereinigten 'Staaten, wird, wie man annimmt, die Alliierten dazu veranlassen, ihren Beschluß, dem neuen ö st e r r e i ch i s ch e n Botschafter das freie Geleite zu verweigern, zu revidieren 'imd die Reife des Botschafters nach Ame- rika zu g e st a t t e n. ' * * Mbeitszwang. Bei Besprechung der Zivildienstpflicht sagte laut Reichstagsbericht der sozialdemokratische Reichstags- abgeordnete Bauer u. a., die Sozialdemokratie an- erkenne, daß jeder Mensch -dip sittliche Pflicht zur Arbeit habe. Fiir die Arbeiter bedürfe es aber keines Zwanges zur Arbeit, weil die Not sie zur Arbeit zwinge. Das ist ja ganz richtig. Ja es ist so richtig, daß es überflüssig war, es zu sagen. Denn was der Abg. Bauer sagte, gilt nicht nur für die Arbeiter im engeren Sinn, sondern für den Men- schen im allgemeinen. Es gibt nur ganz wenige Menschen, die von jedem Arbeitszwang frei sind, so wenige, daß man kaum von diesen Ausnahmen zu sprechen braucht. Es war deshalb unnötig, daß ein Abgeordneter eine für alle Menschen so selbst- verständliche Sache eigens so hinstellte, als gelte sie eigentlich nur so recht für die Industriearbeiter. Solche Aeußerungen. die lediglich vom Partei- Programm diktiert sind, sind in Zeiten, wie der gegenwärtigen, noch weniger geschätzt als sonst. Sie sind wertlose Redensarten. Wer von uns ist denn nicht zuin Arbeiten gezwungen, um sich seinen Lebensunterhalt zu erwerben und für die Ange- hörigen zu sorgen? Also bedürfte es, wenn man die Sache so nimmt, des gesetzlichen Arbeitszwanges überhaupt nicht, weil ein Arbeitszwang eigentlich für alle Menschen mit nur ganz wenigen Ausnahmen bereits besteht. Wenn man aber von diesem in der Natur der Sache liegenden Arbeitszwang für den Menschen spricht, dann muß man auch davon reden, daß es leider Tatsache ist. daß manche Menschen sich diesem Zwang passiv widersetzen, indem sie das Faulenzen vorziehen und ihr Augenmerk nur darauf richten, wie sie, ohne sich dem natürlichen Arbeitszwang, der für alle besteht, zu fügen, auf Kosten ihrer arbeitenden Mitmenschen leben können. Existenzen gibt es aber als Ausnahmen überall, in den unteren, mittleren und oberen Ständen, bei denen, welche zur Klasse der Arbeiter gehören, wie bei jenen, die ein Faulenzsrleben führen, weil sie das nötige Kapital dazu haben. Nur merkt man es bei den ersteren mehr, weil sie sich naturgemäß mehr an ihre Mitmenschen wenden müssen, als die anderen, die nicht säen und doch ernten. Für diese zwar ^Arbeits fähigen, aber nicht Arbeits- w i l n g e n gibt es nichts besseres als einen Arbeits- zwang. Wer nicht will, der m u ßl Das ist vom pädagogischen Standpunkt aus, wenn es sich um allgemeine Nottvendigkeit handelt das einzig Rich- tige. Der Arbeitszwang hat daher nicht bloß für vornehme, sondern für Faulenzer jeder Art seine moralisch tief begründete Bedeutung. Außerdem kommt aber bei dem Zivildienstgesetz ein anderes in Betracht. Es handelt sich bei diesem Gesetz darum, die gesamte nationale Arbeitsleistung so zu ordnen, daß sie möglichst direkt den gegen- wärtigen Bedürfnissen des Vaterlandes entspricht. Jede Arbeit soll nach ihrer Zlveckmäßigkeit inbezug auf die Zeitverhältnisse im Vaterland bewertet wer- den. Diese Zweckmäßigkeit kann aber nicht jeder Einzelne beurteilen, der nur nach den engen Verhältnissen urteilt, die er überblickt. Hier kann nur die großzügige Beurteilung dessen Platz greisen, der die Gesamtüibersickilt hat. Und nicht selten wird der großzügige Betrachter, der das Ganze im Auge hat. zu einem anderen Urteil kommen, als der, welcher nur seine nächste Umgebung sieht. Auch deshalb ist ein Arbeitszwang nicht gut zu vermeiden, weil es nicht jedermanns Sacke ist, sich sofort freiwillig der höheren Einsicht zu fügen. Daß aber ein solcher Zwang niemals mit mehr Recht gefordert und an- gewendet werden kann, als wenn es sich um das Wohl, ja uni die Existenz der Gesamtheit handelt, wie das heute der Fall ist, daran kann niemand zwei- feln, der den reckten Gemeinsinn hat. Diese Grundsätze und tatsäcklicken Verhältnisse kommen in Betrackt bei Beurteilung des Zwanges, der beim Zivildienstgesetz vorgesehen ist. -(CD)- veutschlanö. Berlin. 2. Dezember 1916. Eine Erklärung Ses Sifchofs von Metz. ' Die Straßb. Post erhält folgende, von General- Vikar Dr. Pelt unterzeichnete Zuschrift des bischöf- lichen Ordinariats Metz: Nach Zeitungsberichten soll der frühere Reichstags- abgeordnete W e t t e r l e in einer Versammlung in St. Et enne ain 29. Oktober d. I. gesagt haben, „im Jahr« 1910 habe er (Wetterlei schon nach Frankreich übersiedeln wollen, aber der Bischof von Metz, der auch ein guter Freund von ihm sei (nach andrer Lesart: der 'auch ein Freund Frankreichs sei), habe ihm damals (in einer Kon- ferenz) geraten, lieber noch in Deutschland zu bleiben, weil er dadurch ^Frankreich) viel mehr nützen könne". Diese Behauptungen Wetterles sind- durchaus un- wabr. Nie bat Bischof Benzler von Metz Kenntnis ge- habt von WetterleS Vorhaben, nach Frankreich zu übe» siedeln! nie hat er ihm, weder in einer Konferenz noch anderswo davon abgeraten; nie hat er freundschaftliche Beziehungen mit Wetterle gehabt; überhaupt haTer niemals mit ihm verkehrt und hat seine Politik stets auf das entschiedenste mißbilligt. Es macht einen eigenen Eindruck, daß über den Bischof von Metz im Krieg wie im Frieden immer wieder Gerüchte durch manche Blätter gehen, denen man die Böswilligkeit auf den ersten Blick ansieht. Chronik. Uns SsSsn. 0 Karlsruhe, 1. Nov. Das Landesgewerbeamt will in den ersten Monaten des kommenden Jahres fol- gende Kurse für Kriegsbeschädigte ver- austalten: im autogenen Schweißen (Dauer 3 Wochen), zur Ausbildung als Hiljsdreher (Dauer G Wochen), für Schuhmacher (Dauer 6 Wochen), für Schneider (Dauer 6 Wochen), im elektrischen Jnstallationswesen (Dauer 3 Wochen), für Dekorationsmaler (im Möbelmalen, Dauer 8 Wochen; im Schriftenmalen, Dauer 4 Wochen), Fer- ner soll ein Kursus zur Anlernung, und Fort- b i l d u n g von Heimarbeitern für die Schwarz- Wälder Holzschnitzerei und verwandte Gewerbe abgehalten werden. Zugelassen werden Kriegsbeschädigte, die im Schwarzwald ihren Wohnsitz haben und eine als Heimarbeit geeignete Erwerbsquelle erhalten wollen, vor allem Holzschnitzer, Drechsler, Schreiner, Maler. Der Unterricht ist in allen Kursen unentgelti ch. Die Materialien werben gestellt. Für kriegsbeschädigte Teilneh- mer aus Baden gewährt der badische Landesausjchuß der Kriegsbe'chädigtensürsorge Beihilfen zur Bcstrei- tung der Verpflegungskosten, be! bedürftigen Teilnehmern wird der Landesausschuß auch die Kosten ver Wohnung übernehmen. Zu den Kursen können auch badische Handwerker, die nicht kriegsbeschadigt sind, zugelassen werden. Anmeldungen zu 'den Kursen sind baldigst, spä- techens bis zum 30. Dezember 1916, beim Großh. San» desgewerbcamt Karlsruhe i. B. einzureichen. — Gewerbliche Kurse für Kriegsbeschädigte fin- den zurzeit in Baden sechs statt und zwar in Karls- ruhe, Mannheim, Freiburg und Ettlingen (Re'elvewzarett). Es beteiligen sich daran 92 Kriegs- beschädigte. Karlsruhe, 1. Dez. Bis zum 1. November 1916 wurde im Grotzherzogtum 42 Personen aufgrund der Bundesratsverordnung von 23. September 1915 zur Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel der Handelsbetrieb mit Gegenständen des täglichen Bedarfs untersagt und 58 Personen aufgrund der Verordnung des Reichskanzlers vom 24. Juni 1916 über den ^Handel mit Lebens- und Futtermitteln und zur Bekämpfung des Kettenhandels die Erlaubnis zum Beginn des Handels mit Löbens- und Futtermitteln verweigert over der Handel mit sol- chen verboten. * / Die Tierseuchen im Oktober. An Schweineseuche und Schweinepest und an Notlauf erkrankten im Laufe des Monats Oktober 883 Tiere, davon sind 97 umge- standen und 333 getötet worden; die erkrankten Schweine machten rund 41 Prozent des in den betreffenden Gehöf- ten vorhandenen Bestandes aus, umgestaNden und ge- tötet sind von den erkrankten Schweinen 73 Prozent und vom gesamten Bestand SO Prozent. Diese Zahlen sind, wie die Statistischen Mitteilungen feststellen, so- Wohl äbsodtt wli: auch relativ günfkiger als vielenigen des Vormonats, $ Die Kreispflegeanstalten im Jahr 1915. Die im Großherzogtum besindlichen 9 Kreispslegeanstalten (Gei- singen, Jestetten, Freiburg, Wiechs, Fußbach, Hub, Weinheim, Sinsheim, j^rauthcim) hatten im Jahr 1913 im ganzen 3073 Betten sür Jn'asien. Verpflegt wur- den in diesem Jahre 2152 männliche, 15(59 weibliche, somit im. ganzen 3721 Personen; die Zahl der VerpNe- guugstage betrug 539 396 bezw. 437 92g und 976 826. Auf ein Bett kamen durchschnittlich 1,2 Verpflegte, auf 1 Vervflegteu 262,5 Verpflegungstage, und zwar 250,8 auf männliche und 278 5 auf einen weiblichen Verpfleg- ten. Der Bestand der Insassen betrug am 1. Januar 1915 2714, im Laufe des Jahres gingen 1607. davon 21 aus Irrenanstalten, zu und 994, davon 421 durch Tod und 19 in Irrenanstalten, ab, so daß am Jahres- schlnsse 1915 noch 2727 Pfleglinge vorhanden waren. dem Saöischen Reten Kreuz. <3 Karlsruhe, 30. Nov. Zu Beginn der am Montag abgehaltenen Sitzung gedachte der Vorsitzende zunächst des Hinscheidens der Großherzogin Adelheid von Luxemburg. Der Kabinettssekretär der Großherzogin Hilda, Freihekr von Röder, übermittelte im Auftrag der Großherzogin den Herren und Damen des Roten Kreuzes die anläßlich der im Großherzoglichen Hause ein- gekehrten Traner ihr Beileid ausgesprochen hatten, den Dank der Fürstin. Exzellenz Dorf Chelius üver- bracbte der Versammlung die Grüße der Großherzogin Luise. Er teilte dabei mit;, daß die Großherzogin die Uebersiedelung nach Karlsruhe gut überstanden hat unid daß die Großherzogin hoffe, recht bald wieder den Sitzun- gen anwohnen' zu können. Sodann machta der Vorsitzende Mitteilung von der kürzlichen Anwesenheit einer schweizerischen Mi- litär-S«nitäts-KomMission, welche auch das Reservelazarett in Ettlingen besuchte und sich über die dort empfangenen Eindrücke sehr günstig ausgesprochen hat. — Das Zentralkomitee vom Roten Kreuz tn Berlin hat dem Frankfurter Ausschuß für Beschaffung oon Weih- nachtsgaben an unsere Gefangenen in Frankreich den Betrag von 456 600 Mark über- lassen. Diese Summe stammt aus der deutschen Volks- spende für Kriegsgefangene. Der von dem Badischen Landesverein vom Roten Kreuz für Bulgarien gestiftete Laboratoriu ms z u g ist jetzt dort eingetroffen. Bis jetzt sind 70 606 Weih nachtspakete von hier» und aus dem Lande eingeliefert worden. Die Sammelstellen nehmne immer noch Geld und Pakete an» letztere sind be- sonders erwünscht, da die nötige Zahl noch nicht erreicht ist. In der Versammlung berichtete sodann Frau Ober- bürgermeister La u t e r über die in Berlin abgehaltene 56jährige Feier des Vaterländischen Frauen- verei^ns; bei den Beratungen stand im Vordergrund die Frage der Krankenpflege bezüglich der freiwilligen Pflegerinnen und Berufspflegerinnen, ihre Ausbildung nach dem Kriege für soziale Aufgaben. Von Interesse dürfte es sein, zu erfahren, daß bei der Tagung des Va- terländifchen Frauenvereins Generaloberarzt Exzellenz Schjerning das Lob und den Dank der Heeresverwaltung für die Leistungen der Pflegerinnen ausgesprochen hat» Erwünscht sind von einem Feldlazarett Kissen zum Unterlegen Schwerverwundeter und von einem Soldaten- heim ein Grammophon. Die Gaben können in der Depotabteilung in Karlsruhe abgegeben werden. Nächste Sitzung: Montag, den 11. Dezember, vormit- tags ^12 Uhr. —00- Ehronik öes zweiten Kriegsjahres. 3. Dezember 1315: Tie Höhen südwestlich Plevlie erstürmt. — Bei Tresnje-Vica die Montenegriner geschlagen. Lokales. KarlSrilhe, 2. Dezember 1916 H- Zum Geburtstag der Großherzogin Luise. Grob' Herzogin Luise feiert am morgigen Sonntag ihre» 78. Geburtstag. Auch das verflossene Lebensjahr wal für die Großherzogin eine Zeit rostloser Arbeit und hin- gebender Fürsorge auf dem Gebiet der Nächstenliebe. A« allen Nöten und Sorgen, die uns in dieser schweren bewegen, hat die Großherzogin innigsten Anteil genoM' men und zu ungezählten Malen ist sie ratend und helfend manchem verzagenden Herzen zur Seite getreten. Jeder« man weiß, wie schon in Friedenszeiten die Großherzog!^ auf den verschiedensten Gebieten der Fürsorge Helsen^ mit am Werke war, was sie aber seit Beginn des Kriegs durch all die vielen Monate hindurch für uuiere Tapfere» draußen und für die in Not Geratenen daheim geta»- das kann in diesen Zeilen nicht) ausgesprochen werden- Das ist tief in das Herz eines jeden Badeners geschrieben- Und deshalb drängt es uns, auch heute wieder, am ® e ' burtstag der Großherzogin, zu ihr mit Worten de? Dankes zu treten für alle Liebe und für alle Güte, die sie tagtäglich uns gezeigt. Erst in den letzten Tage» durfte Großherzogin Luise wieder die große Freude er« leben, zu sehen, wie die Früchte ihres Lebenswerkes, dcs Badischen Frauenvereins, in ganz Deutschland bekannt sind und gerühmt werden. Die 56jährige Feter des Vater- ländischen Frauenvereins, die kürzlich tn Berlin be« gangen wurde, hat den Anlaß dazu gegeben. Der Kaiser und die Kaiserin haben auf telegraphischem Wege Worte des Dankes gesagt, für ihre lebhafte Förderung bei Frauenvereinswesens und bei den Beratungen selbst ist die Tätigkeit des Badischen Frauenvereins als vorbildlich gepriesen worden. Und einem zweiten Werk gilt d>e Fürsorge der Großherzogin: Dem Roten Kreuz. Hie^ wo es gilt, für die Verwundeten zu sorgen und unsere in schwerem Kampf stehenden Truppen mit Liebesgaben zu versorgen, steht Großherzogii, Luise mit jeder Zeit hilfsbereiter Hand an der Spitze. Daß sie gerade hie* im Roten Kreuz-Haus zu Karlsruhe an den regelmäßige» Beratungen in den letzten Wochen nicht mehr hat teil« nehmen können, da sie Krankheit daran hinderte, beteitett ihr aufrichtigen Schmerz. Mit Bangen Häven wir den Verlauf der Krankheit der hohen Frau verfolgt. Um größer war die allgemeine Freude und Beruhigung, al^ in den letzten Tagen bekannt wurde, daß der Gefundhcits' zustand der Großherzogin sich langsam bessere und daß sie selbst hoffe, bald wieder ihrem gewohnten SieS nachgehen zu können. Zu ihrem morgigen Geburtstag fassen wir unsere innigsten Glück- und Segenswünsche >» dem einen zusammen: Möge der Allgütige, oer bisher s» gnädig das uns allen teure Leben der Großherzogin Luise beschirmt und erhalten hat, ihr recht bald die Gnade der vollständigen WiderHerstellung ihrer Gesundheit schenke» und sie die Freude erleben laIen, daß ihre vorbildliche, segensreiche Liebestätigkeit in dem hoffentlich nicht allzu' fernen Frieden ihre Vollendung und Krönung erfahre- Gott schütze, segne und erhalte Großherzogin Luise »oÄ viele, viele Jahre. chj: Traurrgottcgdienst fiir den verstorbenen Franz Josef. Vor einer großen Trauerversamintu^ fand gestern morgen ifi der St. Stesansttrche daö ici^ lichc Requiem für S. Apostolische Majestät den f Ka>!^ Franz Josef statt. Gegen halb 16 Uhr trafen die treter der verschiedenen Behörden in dem zu dieses Zwecke mit wirkungsvollem Trauerschmuck ausgestat^ ten Gotteshause ein, Hochw. Herr Geistl. Rat Ehrendomherr A. Kiwrzer zelebrierte das feierliche !!' « gutem unter Assistenz der hochw. Herr» Kapla F scher und Baumeister und verrichtete sodann an ^ . mit Pflanzen und Kerzen prächtig gezierten Tu in da " vorgeschriebenen kirchlichen Gebete Unter der Trau- Versammlung bemerkten wir vor allem am Ehrenpl ^ den Vertreter S. Kgl. Hoheit des Großherzogs Se> Exzellenz Freiherrn von und zu Menningen, ferner ^ Staatsminister Freiherrn von Dusch, die Hen'^n/L, nistet Freiherrn von Bodman, Dr, Hübsch und botet, ferner den Präsidenten des Vertvaltungsgeric^^ hoss Dr. Glockner und Ministerialdirektor Geh. Rat Schmidt. Als Vertreter der Militärbehörden waren u-^ anwesend der Kommandierende General v. Stadtkommandant Frhr. R nck von Waldenstein und ^ neral Frhr. v Bodman. Von kirchlichen Behörden iv>^. erschienen eine Abordnung des evangelischen Oberkica^^ kirchenrats, des katholischen Oberstistungsrats ^ des Stiftungsrats St. Stefan, Auch die M. hatte in der Person des Herrn Bürgermeisters ^ Paul und des Herrn Stadtrats BloS eine Vertr ^ entsandt. Das österreichische Konsulat, von deo ^ Trauerse^er veranstaltet worden war, hatte fw zählig eingefunden. Große Anerkennung öcrbi-c» ggeis« irchenchor St. Stefan, der in zuvorkommendster die hehre Totenfeier durch ein vierstimmiges zu erhöhen suchte. Ein t efergreifendes, mustery«>. y t sungenes vierstimmiges „Jesu, Dir leb' ich' l 0 ' £ sjcb denkwürdige Feier. Es ist sehr zu begrüßen, denkwürdige Fe,er. m ist ,ehr zu oegrubr.., trotz mancher Abhaltungsgründe auch recht 2 S $c' Gläubige an dem Trauergottesdienst beteil gten, weis dafür, wie viel Liebe der tiefgläubige ^ hxc christliche nunmehr verewigte Kaiser auch aukero österreich-sch-unaarischen Grenzen gesunden „fjjirt*' Kreuzbündnis. Wir machen schon jetzt _ sam aus die Veranstaltung am nächsten Redner hat bereits e'nen wohlkliiigenden .wjy v ' durch' kennt sie nicht, die von so warmer Buterlands < tiHy glühten Schriften von A. Hessenbachl J gjn' doch geschlagen. Goldene Freibeit sei mir g'eg ^:„&e wir machtlos gegen diesen Völkermord? um ^ ^ftc willen und so manche andere. Als EaMas^e g,,' Herr Hessenbach Gelegenheit, in viele Verhal ^-.,en- blick zu bekommen und so unser Voli teunv« s QeK_ Was er schreibt und was er revet, ist aus ,e> und für das Leben. Möge niemand es ver, Ae nen Vortrag anzuhören. W'r machen zugt w Ao neralversammlung übriges Programm Vera s tag, 11. Dez, 16^ Uhr: Geflossene Mitglieder. Nachmittags Uhr: P^este Äb> mit Vortrag von Direktor Haw -'Leutco nenzbewegung itud Seelsorge. Ilü,"557 Sadischer Grobach^r S> mstag. den 2. Dezember 1916 «reite 3 >? Der Bad. Landesverein vom Roten Kreuz schreibt Mls: Bei der heute stattgefundenen Ziehung der 9. Bad. >lwte-Kreuz-Lotterie sind folgende Haupttreffer gezogen worden: 45 ,138 16 000 Mk., 31418 1000 Mk., 3^42 5^0 Mk. >'»d 5000 Mk. Prämie. 73120 500 Mk, 80735 1000 Mk.. 82349 1000 Mk., 33490 500 MI., 68329 500 Mk. (Ohne Gewähr I) .. D Stöbt. KonzerthauS. Morgen, Sonntag, abend, t'iujet wieder ein „Bunter Wend" statt. Wir verweisen au? das Inserat. Kartenverkauf bis Samstag abend Fritz Müller, Musikalienhandlung, Kaiseritr Am Sonntag nur an der Konzerthauskasse von 11—1 und Abends von 6 Uhr ab. Telephonische Bestellungen unter ■«t. 650 werden während der Kassenstunden da>elbjt ent gegengenommen. . = Ausstellung in der Knnststiikereischule. Vom 3. bis ^'nschl. 5. Dezember findet w eder wie alljährlich in den Daumen der K u n st st i ck e r e i s ch u l e, Hans Thomastr. 2 k>ne Ausstellung statt. Neben einer Anzahl recht hübscher, verkäuflicher Sachen besteht die Ausstellung hauptsächlich aus Arbeiten der Schülerinnen ves großen und kleinen Kurses. — Es wurde in diesem Jahre ^>ehr Wert auf die S ch u l a u s ste l l u n g gelegt, um vein Publikum^ zu zeigen, in welcher Weise in ~ c . r Schule gearbeitet wird. — I» dieser schweren Zeit lNtt mehr wie sonst an die jungen Mädchen oie Notwsn- ?'0feit heran, einen Beruf zu ergreifen und diese seien ui erster Linie auf die Schule, die noch immer viel zu wenig bekannt ist und diese A u s st e l l u n g aufmerk gemacht. Seit diesem Sommer sind zwei neue » » ch e r in den Lehrplan aufgenommen worden: in Zeichenunterricht das geometrische ^ > ch n e n und außerdem noch ein „B a t i k k" r s", an ? eni auch Damen teilnehmen können, welche nu> die- kunstvolle Fach belegen wollen. Wie reichhaltig Unterricht in der Kunst stickereifchule ist, die Zeichnungen und Arbeiten der Schülerinnen. • X Einen ZuschneidekurS für Kleiderinncherinnen 6c- ^Nchtigt das Großh. - Landesgewerbeamt bei genügender ^teiligung in Karlsruhe, und, falls sich ein Bedürfnis ® Q füt zeigen sollte, auch in anderen Städten des Landes veranstalten. Die Kurse danern jeweils 3 Wochen; p r Unterricht ist unentgeltlich, Antneioungeri sind bis i° n nffen§ 15. Dezember 1916 an das Landcsgewerbeamt Karlsruhe zu richten. Bemerkt sei noch, daß zu dem i«r? nur Personen zugelassen werden, die in Badm an ^>ng und mindestens 20 Jahre alt sind, das Kleide» fachen regelrecht erlernt haben und gewerbsmäßig be- kewen. Beihilfen zu den Reise- und Aufenthaltskosten ° n «en für Bedürftige gewährt werden, r- □ Im Zeichen deutscher Knlnir und Wissenschaft . un f erc tapferen Truppen. In diesem Zeichen wird .r? jeder siegen und seine Gabe ein* freundliche Auf 'Qfitne sichern, der seinen Angehörigen daheim oder im t! mit einem guten Buche bedenkt. Prospekte und ataloge orientieren aufs beste m ^ausbefitzerkemmern, wohnungö- unö tzppotheken-Zürsorge. . Die vom Grund- und Hausbes^tzer-Ver- » Karlsruhe auf Freitag abend in den Saal 3 «chrcmpp einbeufene Versammlung hatte sich eines gu- Jen Besuches zu erfreuen. An Stella vieler im Felde gehender Mitglieder waren deren Frauen erschienen d ; c der Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt W. Frey. !n seiner' Be- ^utzungÄu.spräche besonders willkommen hieß. Ju seinem uÄJ Ausführungen gedachte der Redner mit herz- Siett) n l 1UüEteIi der Taten unserer Feldheere, die mit Gre»-s Leben die Heimat geschützt hal>e» vor de» benm ^s Krieges. Dieses Beispiel an Kraft und Hel- ifircH - müsse die Daheimgebliebenen verpflichten, auch t e die ganze Kraft einzusetzen zum D u r ch h et ®erlru ? um siegreichen Ende. Wenn in anbetracht tv. Krirni j'f e der Grund- und Hausbesitzer-Veretu in den treten 3 r Clten raen 'Ö cr als sonst in die Oeffentlichkeit ge- beitf? ,e '" ^be der Verein doch im Stillen weiter gear- l'esjk' ^ Schädigungen, die der Krieg dem Haus- kete o? * adt,t nach Möglichkeit zu lindern. Befon- gen „ ^merkfamkeit habe der Verein neben anderen Fra- wend/t ^ckia^ung einer Hausbesitzerkammer zuge- ' der Schaffung eines Organs, wie es andere n Ianfle besitzen. Um diese wicktige Frage den >alt m 001 ^ugen zu führen, habe Herr Rechtsan- W e i n g a r t - Mannheim, der sich schon seit °«ßen m anerkennenswerter Weise der Angelegenheit die wj°"!men habe, sick> bereit erklärt, in einem Vortrage Meof» 45" f" r ^ese neuzuschaffende Organisation klar- " Deri Redner erteilte sodann dem Referenten län ~ r ° ^ eingar t, das Wort zu seinem Vortrag. T- 11 ^' ffren und übersichtlichen Ausführungen be- ^ii»»A . >'ch s°dann Herr Weingart mit dem in seinen Mibe*» ' {chuti ausgearbeiteten Projekt einer Haus- aU Cn Kammer, die gehört und gefragt weroen solle ii tarn» '/"^legeuheiken des Hausbesitzes. Die Wohnungs t'itie fnr'j;"' veiamrijen ijaue für oas xistrt]choftsieven ®^ife R* Wichtigkeit erlangt, daß die verschiedensten ' ur verpflichtet erachteten, an deren Lösung vielfach ohne die praktischen Erfahrungen - Qu 86pf'!! m,,e- Dazu komme noch, daß der Grund- und ? eit oth P 5 r Ucr)c unb "'ehr zum Träger öffentlicher Lasten xauzh.-?. >ei. Alle möglichen Pflichten habe man dem Schafs!» aufgebürdet, ohne ihm auch das Recht, vor Geben V einschneidender Gesetze gehört zu werden, zu werden soll durch die Hausbesitzerkammer ermöglicht U»sbesi, Geradezu unentbehrlich sei die Mitwirkung des bei den Bemühungen, die überaus wichtige h? s brhn,'Ir ° !,e ' bie "ach dem Kriege ganz beson- - ^Ite dm werde, zu regeln. In kurzen Zügen ent- Redner die Einzelheiten des Gesetzentwurfes h Q u e I ? einer Hausbcsitzerkammer, bei ver auch die fej n "nicht nur wahlberechtigt, sondern auch wähl- r Cu *in Pl ! en -„ «um Schlüsse seiner interessanten Ans- erwähnte der Redner noch, daß der Plan der ! " Hausbesiderkammernj im derzeitigen badi- » ^ . Zerium zwar noch kein Entgegenkommen ge- ^e njpif„ eu ' das dürfe aber nicht hindern^ auf dem f le $ai:af.!r 5 l Uacbcitcn &ut Erreichung des Zieles. s.>niw.i.."tzer verlangen durch Schaffung einer solchen I, 1 . 1 ' bafe r;„ ' e,n .e Sonderrechte, die Hausbesitzer wij- w - ^lcher einen Teil des großen Ganzen seien und im tn *>eit o»l harmonisch- den Forderungen der Allge- s^^^asselk,»'^"Lliedern haben. Die Hausbesitzer wollen die ec ht wie Handel, Sandwerk und Landwirt- fcl U8 befi',r-, ?? n ^ange solche Kammern besitzen. Die InJlfrr die i CICri auch in ihrer Gesamtheit der Meinung, (W Ucohf„ ' awpfer. die ihre Gesundheit für vas Vater- »>,^t werdo ■ "ach dem Kriege in weitestem Maße te>?^sürsorn' '"^besondere auch in bezug aus die Woh- ^»isbesit- gerade diese Sorge dürfe man nicht ®taaf ,,s a ,?, eui aufbürden, sondern es müßten ^>e Sck,»». Gemeinden eiicheitlich zusammenarbei- >>!i« ^?sse bei V fr eu,ct : Hausbesitzerkamiiier liege im «Uch" ?er Kraft' -^^eluheit, und wenn die Hausbesitzer rr Obcr-Stadt- rechnungsrat Weiler einen Vortrag über die Lage des Hvpothekenmarktes. Es waren keine all- zurosigen Bilder, die der Redner hier vor Augen der Zu Hörer entrollte. An Hand von Zahlen wies er auf die großen Schädigungen des Hausbesitzes durch die Miet ausfälle und die Hypothekenzinsrückstände hin. Hier müsse nach dem. Krieg eine weitgehende Hilfsaktion von- feiten des Reiches und der Staaten einsetzen, um dem Ruin vieler Existenzen vorzubeugen. Der Hausbesitz habe bisher viele Lasten willig getragen, man dürfe Hof< fen, daß man nach dem Kriege diesen festen Willen zum Durchhalten auch gebührend berücksichtige. Der Redner streifte noch kurz das Verhältnis des Verbandes badischer Hausbesitzer zum Zentralverband der Haus- und Grund besitzer-Vereiue Deutschlands und zu dem neugegründe- ten Wirtschaftsbund. Mit dem Wunsche, daß der schwe -ren Zeit der Not bald eine Zeit der friedlichen Entwick lung, des Aufschwung» folgen möge, schloß der Redner seine Ausführungen. Damit hatte die Versammlung ihr Ende erreicht. Oerichtssaal. ::: Mannheim, 30 Nov. Wegen Begünstigung zur Fahnenflucht erhielt der 27fährige vielfach vorbestrafte Taglöhner Franz Jan ich aus Plankstadt 1<4 Jahre Gefängnis. Er hatte zwei Landsturmleuten Zivilkleider verschafft und ihnen dadurch zur Desertion verhoifen. □ Konstanz, 30. Nov. Der 43 Jahre alte Händler Wilhelm Ams von Bellingen schwindelte einer Wilwe in Kirnach und einem Landwirt in Hintschingen j e e i n P f e r d a b. Bei der Verhaftung leistete Ams den Gendarmen Widerstand und schoß zweimal nach ihnen. Unter Einrechnung einer früheren Strafe wegen ähnlicher Verbrechen wurde Ams von der hiesigeil Straf- kammer zu 6 Jahren Zuchthaus, 3000 Mk. Geldstrafe und zu 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. -OD- politische Aachrichten. Ausland. Belgien. Aus Brüssel beruhtet die K. V. unterm 27. No oember, daß der Jesuitenpater Lipperr religions^ wissensäiasttlche Vorträge hielt, die einen vollen Er^ folg beüeutelen. Die nier Vorträge handelten über Jesus Christus uud das Christenliim. Die tiefen Eindruck machenden Ausführungen des Redners wurden Abend fiir Abend mit steigendem Beifall ausgezeichnet. Offiziere und Beamte, Mitglieder der deutscheu und österreichisch-ungarifchen Kolonie, Feldgeistliche und Ordensschivestern bildeten die zahlreiche Zuhörerschaft. Auch der Generalgouvev neur in Belgien. Frhr. von Büssing, wohnte an einem Abend dem Vortrage des Pater Lippert bei. Die Ernte Frankreichs. Bern, 2. Dez. (W.T.B.) Laut voMufiger Ernte- fMtellung im Journal Officiel beträgt der Aus- fall der diesjährigen Ernte Frank- reichs gegen 1914 für Korn 19,5' ANllionen Doppelzentner, für Noggen 2 Millionen, für Gerste 1,2 Millionen und für Hafer 5 Millionen Doppelzentner, was einen Fehlbetrag von rund 28 Millionen Doppc >lzentnein ergibt. Aufallenderweise bezweifelt der Tenips die Richtigkeit der Angaben über die Roggenernte, die statt der amtlich genann- wn 8,5 Millionen Doppelzentnern nach Ansicht von Großhändlern wesentlich unter 7 Millionen Doppelzentner ergebe. Kritische Verhältnisse in Petersburg. Berlin, 2. Dezember. Der Sortiere della Sera bringt, wie dem Berliner Tageblatt aus Lugano berichtet wird, einen Petersburger Brief, der die kritischen Le- b ens - und Rahru ngsverhältnisse in Petersburg schildert. In der überfüllten Hauptstaoi herrsche eine furchtbare Wohuungsnot. Der Preis der K l e i d e r st o f f e sei auf den Mindestpreis von 63 Franks'für den Meter gestiegen. An Zündbelzern fehle es fast ganz, doch kämen jetzt diese und zahlreiche andere Artikel aus Japan, d«s den ganzen russischen Markt er- abert habe. Man plane auch, einen großen Teil der A r- beiterbevölkerung nach dem Innern abzu- schieben. Anfuhr indischer Produkte für Holland. Amsterdam, 1. Dez. Die Regierung hat jetzt 75 Prozent des ganzen Schiffsraunies der Dampfer der Gesellschaften Reederfand, Rotterdainer Lloyd und Ozean für die Anfuhr i n d i i ch e r Produkte zur Ernährung von Menschen und Vieh re« quiriert. 25 Prozent des Raumes der Poftdampfer werden für denselben Zweck beansprucht werden: Der freibleibende Schiffsraum wird für Tee, Kaffee, Ehinarrn.de und kleiners Produkte des indischen Marktes reserviert werden: Diese Maßregel war we- gen der Schwierigkeiten beim Bezug der nötigen Futter st offe aus Nord- und Süd- a m e r: k a nötig geworden. deutscher Reichstag. Berlin, 2. Dezember 1916. Am Bundesratstisch: Dr. Helfferich, von Stein, Dr. Lisco, Grüner. Präsident Dr. Karmpf eröffnet dfe Sitzung um 9 Uhr 33' Minuten. Auf der Tagesordnung steht die dritte Lesung deS vaterländischen HiljsdicnstgcsetzeS. In der Generaldebatte führt Legten (Soz.) aus: Die ganze Volkskraft soll in den Dienst des Landes und der Allgemeinheit gestellt wer- den. Dazu ist notwendig, daß die großen Massen davon überzeugt sirfd, daß wir einen Verteidigungskrieg führen und daß jeder den Willen hat, feine volle Arbeitskraft einzusetzen. Wenn Deutschland niedergeworfen würde, würden Deutschlands Grenzen enger gezogen werden, und wir würden vom Weltmarkt verdrängt werden. Da- runter würden in erster Linie die Arbeiter leiden. Deutschland darf nicht wieder ein Menschen exportieren- des Land werden. Die Arbeiter dürsen Lohn'nrrd Frei- heit nicht in einem anderen Lande suchen müssen. Sie müssen beides in Deutschland finden. Dieser .Krieg ist jetzt mehr denn je ein Verteidigungskrieg. Wir wollen den Opfermut unserer Truppen erhalten, verstärken, be- toben uiid erneuern. (Brcwol) Wir wollen unsere Söhne und Brüder nicht unter dem Hagel der Geschosse der ganzen Vernichtung preisgeben. Wir müssen den Gegnern in dieser Beziehung gewachsen sein. Wir Hof- fen dem Frieden näher zu kommen, wenn die Freude er- kenne», baß noch starke Kräfte im deutschen Volke schlummern, und daß die Feinde ihre Wünsche nicht erreichen werden. Die Feinde dürfen sich nicht als im Verteidigungskrieg befindlich ansehen. Wir wollen nicht für Eroberungeil die ganze Kraft aller Volkskreise einsetzen. Wir stimmen für Fassung der 2. Lesung. Beseitigen Sie aber nicht die geringen Rechtsgarantien. Ein Antrag L e d e b o u r (S. A.-G.) aus namentliche Abstimmung findet - nicht genügende Unterstützung. Rur die Soz. Arbeitsgemeinschaft und ein Teil der Konser- vativen stimmen dafür. Gicsberts (Ztr.): Wir wollen das Gesetz möglichst einmütig verabschieden. Garantien müssen geschossen, Härten vermieden werden. Den Anforderungen an die Arbeitskraft müssen Gegenleistungen gegenüber stehen. Die große nationale Bedeutung des Gesetzes erfordert nicht kritisierende, sondern geschlossene Annahme. Staatssekretär Dr. Helfserich: Ich danke den Vorred- nern für den patriotischen Geist ihrer Aeußerungen. Sie .werden den Zweck des Gesetzes wesentlich erleichtern. Die hinter Ihnen stehenden Kreise sind für das Gesetz von wesentlicher Bedeutung. Die Mitarbeit der Arbeiter- schast ist nötig. Auch die verbündeten Regierungen stehen aus diesem Boden. Sie werden in diesem Geiste zu den Beschlüssen Stellung nehmen. Ein Schmerz ist es mir aber, daß ich als Geist hingestellt wurde, vor dem gewarnt werden muß. Bei mir handelt es sich nicht um Interessen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sondern nur um den vaterländischen Gesamtzlveck dieses Gesetzes. Bei diesem großen Volkskrieg müssen wir Einigkeit und Frieden im Innern zeigen. Der Bundesrat entscheidet heute Über die Familienunterstützungen. Ich hosse, Sie werden zufrieden sein. (Beifall.) Haase (S. A.-G.j: Wir können dem Gesetze trotz alle- dem nicht zustimmen. Tausende kleiner Existenzen werden gefährdet. Den Kriegsindllstriellen werden immer weitere Verdienste zugeschoben. An die reichen Müßiggänger denkt jetzt kein Mensch mehr. Man will durch das Gesetz mißliebige Personen abschieben können, was eine schwere Knechtschaft der Arbeiter ist. Das Gesetz ist der Geist des Militarsmus und des modernen Kapitalismus. Behrens (D. F.): Das Gesetz ist durchaus kein AuS- liahinegesetz. Die kleine Gruppe des Vorredners hat keine Fühlung zur Arbeiterschaft, die'den Krieg siegreich beenden will, der deutsche Wohlsahrt am höchsten steht. Staatssekretär Dr. Helfferich: Ich kann mich diesen Ausführungen nur anschließen. Der Abg. Haase er- wähnte einen angeblichen Erlaß des Generalgouver neurs von Bissing aus einer feindlichen oder zweifelhaften neutralen Zeitung über unrechtmäßige Aus- nützung belgischer Arbeiter. Wir halten uns streng an das Völkerrecht. Müßiggänger in Belgien dienen nur England, dessen Geschäfte zu besorgen, wir nicht ge wohnt sind. Bauer (Sez.): Wir erzielten im Ausschuß manche Verbesserung für die belgischen Arbeiter. Dittmann (S. A.-G.): Die Zukunft wird zeigen, ob "die Arbeiterschaft ans der Seite der sozialdemokratischen Fraktion oder der Arbeitsgemeinschaft steht. Eine Or- ganisation der Berliner Metallarbeiter spricht sich gegen das Gesetz aus. Nach einer Bemerkung deS Abg. Legien (Soz.) schließt die Generaldiskussion. Nunmehr beantragen die Mehrheitsparteien, die Schlußaibstimmung namentlich vorzunehmen. Bei 8 1 bemerkt Dr. Niefzer (natl): Kein Beruf ist Selbstzweck. Alles hat sich dem Ganzen unterzuordnen. Der Präsident weist darauf hin, daß die General- debatte geschlossen ist. Die Paragraphen 1—8 werden unverändert angenommen. Bei § 0 weist Abg. RÖsicke (kons.) darauf hin, daß bei der Zusammensetzung der Ausschüsse daraus geachtet werde, daß Industrielle nicht über landwirtschaftliche Dinge zu urteilen haben und umgekehrt. Nach kurzer Erörterung, in der Staatssekretär Dr. Helsserich den Antrag für unbedenklich erklärte, wird er im Vertrauen auf die AussiihruugSbcstimmungen zu- rückgezogen. Ncdj einer weiteren Bemerkung des Abg. Dittmann (S. A.-G.), erklärt Staatssekretär Dr. Helfferich, jeßt müsse der An- traa aufreckt erhalten werden. (Große Unruhe, Rufe: Geschäftsführer der Konservativen.) (Schluß folgt.) Der Krieg gisr See. Entgegenkommen Teutschlands iu zwei Torpe- dierungssällen. Amsterdam, 1. Dezember. (W.T.B.) Uebcr die Rückgabe der „Königin Regente s" und die Schadensvergütung für den Dampfer „Blom- mersdyk" schreibt Nieuws van den Dag: Vom niederländischen Standpunkt aus betrachtet, wird man sich zu dieser Zeit des Faustrechts gegenüber den Schwachen über die Z u g e st ä n d u i s s e in zwei Angelegenheiten, die unser Volk in starke Er- regung versetzt haben, freuen. Die deutsche Regie- rung beweist damit, daß sie die Spannung nicht zu weit treiben will, und das ist gewiß befriedigend. — Der Nieuwe Couraut schreibt: Daß die deutsche Regierung darauf verzichtet, die „Konigin Negentes" vor ein Prifcngerickft zu bringen, obwohl das Schiff nun einmal als Prise aufgebracht war, muß von uns anerkannt werden. Der durch die Versenkung des Dampfers „Blominersdyk" angerichtete Schaden- läßt sich zwar nicht vergüten, aber man muß dar- aufrechnen, daß das. was mit Geld gutzumaä'en ist. reichlich vergütet werden wird und schon der Entschluß dazu nimmt das brennende Gefühl nicht gut gemachten Unrechtes weg. Das Blatt ver- langt, daß beim Transport von Waren wie Regie- rungsgetreide stets mit äußerster Sorgfalt alle For- malitäten eingehalten werden sollen, damit jede denkbare Rechtsvermntuug des U-BootskommaNdan- ten gegen Ladung und Schiff ansgeschlossni bleibt. DieVergewaltigungHriechenlattös. Berlin, 2. Dez. Wie dem Berliner Tageblatt aus Basel berichtet wird, erfährt der Secolo aus Athen, daß gegen das dortige Blatt „Astrapi", das meldete, die Regierung werde den Alliierten die Waffen aus- liefern, von der Regierung auf dem Prozeß- wege vorgegangen werde. Schusterinsel IM, gefallen 8; Kehl 251, gefallen 8; Maxau 433, gefallen 6; Mannheim 349, gefallen 8. Letzte Nachrichten Wasserstand des Rheins am A. Tczcmber früh: Voraussichtliche Witterung am S. Dezember: keine >wesentliche Aenderung. [01 Berlin, 2. Nov. (WT.B.) Das Militärwochem blatt meldet: Kaiser Karl von Oesterreich und apostolischer König von Ungarn wurde unter Bda'i sung in dem Verhältnis als Chef des 2. westfälischen Husarenregimentes und & la sult der Kaiserlichen Marine auch zum C'hef des Kaiser Jranz-Gardc- Rc- giments Nr. 2 ernannt. Newyork, 2. Dezember. (W.T.B.) Reuter. Die Firma I. P. Morgan und Company bringt den be- absichtigten Verkauf von englischen und französischen Schatzscheinen nicht zuv Durchführung, wozu sie erklärt, daß dies auf Weisung der englischen und französischen Regierung ge- schehe, die dadurch jedwede Rücksichtnahme auf diS Anordnungen der Aufsichtsbehörden der Bundes- reservebanken zu bezeugen wstnschten. Amtliche französische Berichte. Paris, 2. Dez. (W.T.B.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. An der ganzen Front war die Utecht ruhig. Fabriken von Dudenhofen und Lager in der Gegend von Ovillers wurden gestern abend von unseren Flugzeugen mit Bomben belegt. Orientarmee: Nordwestlich von Grunisie scheiterten heftige Gegenangriffe deutscher und. bulgarischer Truppen gegen die am Vortage von der serbischen Armee eroberten Stellungen' in ihrer Gesamtheit mit großen Verlusten für de» Feind. An einigen Stellen gelang eS dem Feind, in den Gräben, die er am 3». November verloren hatte, Fuß zu fassen. Das fortgesetzt schlechte Wet- ter verhinderte jede wichtige Unternehmung. Prilep wurd« von unseren Flugzeugen mit Bomben belegt. Paris, 2. Dez. M.T.B) Amtlicher Bericht von gestern abend. Mäßige Tätigkeit der Artillerie und Grabenmaschinen. Es ist kein Ereignis von Bedeutung zu melden. An der belgischen Front schwacher Artilleriekampf von Steenstraate bis Helsas.« Nene Raphtaquelle. Petersburg, 2. Nov. (W.T.B.) Der Petersburges Tel -Agentur zufolge, kam im Naphtagebiet von Bibi Eybat eine neue Raphtaquelle zum Durchbruch, die in 24. Stunden ungefähr 500 Pud Naphta liefern soll, wovon mehr als die Hälfte als reines Naphta verwendet werden kann. Überschwemmungen in Spanien. Basel, 1. Dezember. (Priv -Tel,) Aus Madrid meldet Havas: Die U e b e r sch w e m m u n g e n int Süden Spaniens, insbesondere in der Provinz V a l e n- e i a, dauern fort. Es wird zahlreicher und bedeuten, der Schaden gemeldet. Tausende von Familien sind dem Elend ausgesetzt. Hanöelsteil. f. AuS Mittelbaden, 30. Nov. Die letzten Schweine- m'ä r k t e in Offen bürg und Lahr zeigen für ersteres langsam steigende, für letzteres bei anhaltendem Mangel an Kauflust gleichbleibende Preise. Der Durch- ichrnttSpre's berechnet sich mr Ottenburg bei starkem Handel und einer Zufuhr von 200 Stück die rasch ab- gesetzt wurden, aus 51 Mark für da« Stück. In Lahr wurden bei einer Zufuhr von 141 Stück durchichn-ltlich 38 Mk. für das Stück bezahlt, wobei eine erhebliche An- zahl unverkauft blieb. ::: Der Handel mit Sämereien. Das Ministerium des Innern hat in Vollzug der Verordnung des Reichs- kanzlers vom 15. Novencher 1916 bestimmt, daß zur Er- teilung und Entziehung der Erlaubnis die bei ven Be- zirksämtern errichteten Stellen zuständig sind. Der Antrag auf Erteilung *der Erlaubnis zu diesem Handel ist schriftlich einzureichen. Ueber die erteilte Erlaubnis ist dem Antragsteller eine Bescheinigung auszustellen; hierfür ist eine Taxe ohne Sporte! von 5 b's SO Mk. zu entrichten; die Taxe wird in der Entscheidung festgesetzt. Deutsche Elektrolyt-Kupfer-Notiz. Berlin, 1. Dez. Die Erfahrungen des Krieges haben die an der Erzeugung, dem Handel und dem Verbrauch von Kupfer beteiligten Kreise darauf hingewiesen, die sachlich ganz ungerechtfertigte Abhängigkeit des deutschen Metallniarktes von England zu beseitigen. Eine wich- tige Vorbereitung hierfür^Ist nunmehr dadurch •getrosten, daß die Ersetzung der unzuverlässigen Londoner Best Selactod-Noliz durch eine deutsche Notiz für Elektrolyt- Kupfer in die Wege geleitet ist. Nach umfassenden Vor- arbeiten ist am 30. November 1916 im Dienstgebäude der Handelskammer zu Berlin e'ne „Vereinigung für die deutsche ElektrolhtMupser-Notiz" gegründet worden der die Errichtung einer Festsetzunnsstelle für diese Notiz ob- x liegt. Sitz des Vereins ist B e r l i n. Zum Vorsitzen- den wurde Beierls, Direktor der A. E. G. iu Berlin, gewählt. Auswärtige Gestorbene. Mundelfingen: Gottfried Springsndfchmitten, 83 I. lllrn (b. Renchen): Emil Bauhöser, 17 I * Säckingen: Frau Baumeister Wieber geb. Schnauz, ^4 I. + Friedingen: Jakob Malier. Lanowirt, 64 I. * Immen dingen: Karoline Wetzel geb. Schnecken- burger, 71 I. ^ Baden-Ooö: Frau Rosina Härder Witwe geb. Kist, 80 A % Orfchweier: Reinhold Rann, Hauptlehrer. $ Lahr: Otto Steiglehner. * Fußba ch: Franziska Göppert geb. Gießler, 86 I. * AllmannSweier: Andreas Dietrich I, 70 I * Schöllbronn: Markus Lauinger 1,87 I. $ Pfaffenrot: Thekla Weingärtner geb. Obreiter, 56 I. Städt. Konzerthaas 1 Sonntag, 3. Dezember abends 7 Uhr Bunter Abend Leitung: Dir. Hans Keller Karlen zu Mk. 2.20, 1.70, 1.20, 0.80 Kassenüffnunj 6 Uhr. 4078 Veite 4 Kadischer Äesdacktrr. Kamstag. den 2. Dezember 1916 -Nr ~k L OedermaruA Verkauf direkf v ab Fobrlk oder derer>\4ritaufaffellen. Kein Zwifchenhandel, folfllkh Billigte Qualifäfs ^-Vi Jahre alteS Eichenholz & Mk. 125.—, Hobelbänke, Fourniere, Fouruierpresse, Leimöfe», Ofenrohre, Schellack, Beschlag, HoljliesrbkitiiiiggmilschiilkN. neue Dicktehobelmaschine 60 cm Hobelweite, Bandsäge 80 cm Durchmesser. Universal-KreiSsäge und Bohrmaschine, Schleifmaschine und sonstige Bestandteile. 4 Läufrrschweine, 1 Ziegenbock 60 Mk., ca. 50 Ztr. gute? Klee- tzeu, per Ztr. 7 Mk., einzeln Ztr. 8 Mk., Zuckerrüben Ztr. 3.80 Mk. P. Feederle, Möbelfabrik, Durlacher Allee 43. 4076 Bitte mit Weilznachtsgaben für die Liuderschnle des St. Annahanses Sernliardkr. 13. Um den lieben Kleinen eine bescheidene Weihnacht? reude bereiten zu können, richten wir an die Freunde nnd Wohltäter unserer Ansialt die Bitte. Weihnachtsg'ben gütigst spenden zu wollen. Der Vergelter alleS Gute» möge eS lohnen. 3923 Karlsruh« 1916. Schwester Oberin. 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M«sc. Nach jedem A kte eine langer- v Ansang: 6 c * l0 uöt. Ende: einoiertel nach Pik. EintrittSprci e: Balkon ! 6. , Sperrsitz l. AVt.M^». ■ Alles ist teure eworden, nur Bücher nicht, die noch in allen Preislage» zu haben sind. Legen Sie daher je» 6 , Buch ltUi Auswahl Ihrer Angehörigen ein putes den Weihnachtstisch. Grösste bei den hiesigen Buchhähdlern.