Nr. 581 Karlsruhe, Montag, den 1*. Dezember 1916 54* JahrMttH Fernsprecher 535 Abendblatt Postscheck: Karlsruhe »8» I« Karlsruhe durck Träyer zn>ie>iellt vierieliahrtich 3.20^ Von «ir tKcsckäitSstelle oder d«n Ablagen abgeliolt, inon-tlich Pf. Auswärts (Deutschland) BnuflSvreis durch die Poi't Mk. 3 65 vierielialirlich oijuc Beit^llge d. Äe'tellunien iu Desttrreich-Ungarn, Luxembürg, Belgien, Holland. F tvwu bei den Pistan t»lten. uebrigkS Ausland (Weltvo'iverein) Mk. 10^— vieNe jährlich dnrch die Geichaitsnelle. Erscheint an allen Werktagen in zwei Ausgaben Beitaze«: Je einmal wöchentlich: d»s illustrierte achtseitige llnterhaltung?b!>:tt „Sterne und Blumen" das vierseilige IlnierlialnnigSblatl »'Blätter für den Familie»- tisIi" und „Blätter rur >?aus- uns Laild virtsch-rrt" AnzeigtnpreiS: Tie !>cbcnspnltige kleine ^ieiic oder deren Wuinn 25 Pf, üleNaine» 60 Pf. Play-, »leine» miö Stellen-Anzeigen 15 Pi. Bei Wiederholung entsprechende» Nachlas; mich Tarif. 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Nordwestlich von Lnck versuchten die Russen die doil uns am 16. Dezember bei Bol Porsk gewou- "Nirn Stellungen znrückznerobcrn; ihre aucs> nachts wiederholten Angriffe wurden abgewiesen. Ebenso scheiterten russische Vorstöße bei Aug«» Botofa (sttbiich von Zborow) in unserem Abwehr- sei, er. Front des Generalobersten Erzherzog Joseph. Im Abschnitt von Mesiecanesci östlich der Goldenen ^istritz war der ArtiUerickamps heftig. Äm Ilz-Tal örtliche Kämpfe mit wechselndem Er- Heeresgruppe des Generalfeld- Marschalls von Mackensen. Die Lage hat sich nicht geändert. Aus Braila zurückgehende feindliche Kolonnen wurden durch unsere Fliegergeschwader mit beobachteter Wirkung angegrif fen. Mazedonische Front. Zeitweise lebhafteres Feuer im Eernabogen. Erste Generalquarticrmeister: Ludendorfs. UD Tagesbefehl öes tmlga.i/u)«n Oetieralissimus. . 15. Dez. (Meldung der bulgarischen -S^legrapheri-Ageimir.) Der Generalifslu>.'.ts ^e- I ,° T T ediL-n foigciwen Tagesbefehl: ©iftaiere, ^"tvixfnäiru', Soldaten I Di« fennnoitttffeit und innige Zusainmenhang zwischen, Arn« und ^°lk, die sich uiu den Thron iln,eres weijon Königs >?)arvn, das liefe Gefichl üer Groß? des gegewvär- '{tot AugenfblicfS, in dem sich Ms Geschick der dul- ^njchen Nation enrsckMdei, Euere Tapferkeit, ^ue.e UnerschrockeNheit, Eller Mut, womit Ihr Sie Schwierigkeiten des militÄrischen Lebens erlragt, und Euere Selbstverleugnung, von der Ihre Benoerje Abgelegt hat, verbunden mit Der durch nichts zu ver- 'Unkenden Waffcribriider'lichkeit zwischen unseren den verbündeten Truppen mit denen Ihr iüber- ^ zusammenwirkt als Brüder und im Streben, Zander nachzueifern, haben uns Siege errun- ^>>, die durch ihren Umfang die Sieger selbst in ^staunen setzten und die '^>eele unserer Feinde init ^kzweiflung erfüllen. Und in der Tat, in weniger ,3 drei Monaten ist es uns Haird in Hand mit , den rhl» v 1 .............. M uns Herren des größten Teiles des Gebietes ^^bcn. Es ist ein ciußerordentliä'er Trinntph! In i,^, Eigenschaft ckls Generalissimus der Armee ^,j!'^de habe ich ans allen Teilen des Heimat- ? c§ eine große Zahl von Telegrammen erhalten, iejjp tten inng und alt unseren Tritppen, sowie »1'^!'unserer Verbündeten ihre Glück- und Segens- -5 '' 'owi" ihren Dank entbieten. Jiideni ich ^ ^"ukbarkeit der kostbaren Unterstützung seitens '^'mte*n Truppen andenke, ist es mir eine ' x y m ? Pflicht, in? Namen Seiner Majestät des ^>i>..^lknd im Namen des Vaterlandes. Dank zu n Tnlpven der Armee im Felde, die so Lallen unsere Gegner im Norden und Süden Seiner Exzellenz Sem Hochwüröigsten Herrn ErMschof Dr. Thomas Nörber zum 70. Geburtstage. Morgen. Dienstag, den 19. Dezember, vollendet Erzbijchos Dr. Thomas Nörber sein siebzigstes Lebensjahr. Viele Tausende von Katholiken in der großen Erzdiözese, nicht minder auch zahl- reiche, aus den verschiedenen Kriegsschauplätzen weilende Landeskinder Badens und Hohenzollerns werden dieses Tages mit daiikbarer Freilde und mit eiiiem heißen Gebete für das Wohl lind Wirken ihres Oberhirten gedenken. Thomas Nörber ist geboren zu Waldstetten, Dekanat Walldürn, am 19. Dezember 1846 als Sohn einfacher Bürgersleute, machte feine theologischen Studien zu Freiburg und empfing die Priesterweihe am 24. Juli 1870 aus der Hand des Bistnmsver- wesers Lothar von Kübel. Als Vikar zuerst in Neu- hausen, Dekanats Mülhausen, sodann in Schivetz- ingen angestellt, wirkte er von Anfang 1872 nahe- zu 9 Jahre als Kaplan an der Oberen Pfarrei in Mannheim, woselbst er noch hellte als gern gehörter Prediger, als packender Versannnlungsredner, als em unermüdlicher Arbeiter auf dem Felde praktischer sozialer Arbeit und nicht zuletzt als willkommener Tröster am Bette der Kranken in allerbester Er- inneruug steht. Im Spätjahr 1880 wurde er Pfarrverweser in Seckach. Nachdem er in gleicher Eigenschaft längere Zeit noch in Hardheim und etwa ein I^ahr in Lichtental segensreich gearbeitet, erhielt er im Jahre 1889 die Pfarrei Tiergarten bei Oberlirch Seit 1891 wirkte er als Religiouslehrer und Beichtvater am Institut der Frauen vom hl. Grab in Baden-Baden. Seine Wahl pm Erz- bischof der seit 22. Oktober 1896 verwaisten Erz- diözese erfolgte am 2. August 1898, die Bischofs- weihe und ^Mthrunisaüon durch Wfckvf Dr. HMier. von Mainz linier Assistenz des BifctKifs Dr. Willi von Limburg und des Werhbischofs Dr. Knecht von Freibnrg am 29. September desselben Jahres. lieber 18 Jahre sind dahingegangen, seitdem Erz- bischof Dr. Äcörber den Hirtenlstab des hl. Konrad führt und diese Jahie waren für die Entfaltung des religiösen Lebens der Erzdiözese reich gesegnet. Der Oberhirt«, durch eigene Erfahrung mit den Bediirs- nissen der modernen Städte wie!des Landvolkes wohl vertraut, hat vou jeher sein Hauptaugenmerk darauf gerichtet, die Seeljorge in unserer rasch vorwärts schreitenden Zeit auszubauen, zu vertiefen und zu verinnerlichen. Demgemäß ivar ihm eine besonders wichtige Angelegenheit die Heranbildung würdiger Diener des Heiligtums; nicht weniger als 782 konnte er im Laufe der Jahre die Hand auflegen. Und wie er durch eifrige Förderung von Priesterexerzitien und durch Aneiserung des wissenschaftlichen Strakens z. B. in den vielbesuchten Hochschnlkursen, durch das Oberrheinischic' Pastoral- blatt (seit 1899) usw. seinen Klerus aluf die Höhe beruflicher Tüchtigkeit zu führen bemüht >var, so war ihm andererseits auch die Sorge für cinl* gesicherte Lebenseistxenz desseilben ein wahres Herzeiis- bedürfnis. 'Seiner Tatkraft vor allem ist es mit- zuv?rdanken, daß alsbald nach seinem Regierungs- antritt dirrch Einführung der allgemeinen Kirchensteuer die Gehälter gering besoldeter Pfarrer ange- messen erhöht werden konnten; ebenso wurden die Bezüge der Vikare und Verweser im Lause der letzten Jahre mehrfach aufgebessert 1908 konnte ein Pensionssta^ut für den Klerus des badischen, 1909 für den des hohcnzollerNsch'n Bistumsanteils ver- össentliM werden. Das Verhältiiis zwischen Pfarrer und Hilfspriester wurde dnrch ein eingehendes Sta- tut (1907) näher geregelt, ebenso den Landkapiteln nciitc zÄtgenläße Statuten verliehen (1i>(>5). Ein- schiieidendere- Fragen der Seelsorge ivurdeu (seit I!M) mit den Vertretern der Dekanate aus beson- deren Konferenzen beraten. Die kirchliche Organisation der Erzdiözese wurde weiter geführt durch Errichtung zweier neuer Dekanate (Neustadt und Säckingen) nnd vor allem durch Errichtung zahlreicher neuer Seelsorgestellen, besonders in den Städten und Jndustrieplätzen. Uli- ter der Regicr'img des Erzbi'choss Thoinas wurden bisher nicht weniger als 57 Knratien und 40 Pfar- reien neu geschaffen, 98 Pfarrkirchen, 102 Pfarr- Häuser siild neu gebaut worden. Ein niientbehrliches Hilfsmittel für die Leitung der Seeilsorge ist der 1910 auf ganz neuer Grundlage erschienene Real» schmiatismus „Das Erzbistum Freiburg in seiner Regierung uiid in seinen Seelsorgstellen". Von besonders wichtigen Maßnahmen auf dem Gebiete der Seelsorge seien noch weiter erwähnt die Neuordnung der ewigen Anbetung (1903), der Pfarr- und Kirchenpisitationen (1908), die Ein- führung eines kleinen nnd mittleren Katechismus (1913). Ganz besonderer Pflege dursten sich die religiöse» und sozialeil Vereine seitens des Herrn Erzbi'choses erfreuen; die Mynnerkongregationen vermehrten sich von 3 auf 28, die der Jünglinge von 4 auf 60, die Jungfrauenkongregationen uifd Müt- tervereine haben sich mehr als verzehnfacht. Gleickzes könnte gesagt werden von den Gesellen-, Arbeiter- vereiiien, den christlichen Gewerkschaften, dem Borro- mausverein imd anderen Veranstaltungen zi>r Be- förderniig der oftrf christlichem Boden stehenden Prvss». Daß die lueit verz»veiate Caritas, die ja in Frei- bürg ihren orgaiüfatorischen Mittelpunkt hat, in dem Erzbischof Dr. Nörber nicht bloß einen hoch- herzigen Gönner, fondern auch einen der eifrigsten Förderer besitzt, ist zu bekannt, als daß dies noch besonders zu erwähnen wäre. Die katholische Eari- las ist nunmehr in der ganzen Diözese organisiert und besitzt eine Reihe trefflicher Anstalten und Ein- richtnngen. Eine Veranstaltung, die mit großem Segen wirkt, dürfte die Erzdiözese Freibnrg unter allen deutschen Diözesen allein besitzen, nämlich ein Institut bon jüngeren D i ö z es a n m i s s i o n ä r e n für die außerordentliche Seelwrge, insbesondere der Jugend. Die bisherigen Bemühungen des Erz- bischoses um' Riad erlassungen männlicher Orden in? badisch'll Teile der Erzdiözese waren leider nicht von Erfolg gekrönt: möge nach dem Kriege die ka- tholifche Kirche Badens derselbe>l nicht länger entbehren müssen. Erzbischof Nörber übt aber auch unmittelbare Seelsorge durch die praktischen nnd Wirme,i Hirtenbriefe, die er alljährlich zu Beginn der Fastenzeit und bei besonderen Anlässen, wie wiederholt in dieser Kriegszeit, hinaussendet nnd durch seine de- geisterirden Hirtenworte, die er bei seinen alljähr, lichen mehrwöchentlichen Firmnngsreifen an Groß und Kleiii richtet. Unvergessen wird ihm auch blei- ben feine außerordentliche Sorge für die Seelsorge unserer Krieger im Felde und in den Lazaretten, wovon mancher Dailkesbrief von Geistlichen, aber auch von einfachen Soldaten Zeuge ist. Möge der Allmächtige «ufern tönern Oberhirten uns noch recht lange erhalten und sein Wirken auch fernerhin mit seinem-reichsten Segen begleiten! kämpfen und insbesondere den Regimentern .der dritten Armee und der ersten und zwölften Division, die unmittelbar an der Erreichung des großen Erfolges bei Bukarest teilnahmen. Nicht geringeren Dank schulde ich den Truvven -an der inazedoilisch-en Front und besonders den Streitkräften, der deutschen Ästen Armee, die mit bewundernswertem Helden- nilit die Vorstöße der Russen, Serben, Franzosen, Engländer 'und Italiener zurückgewiesen haben und ihnen den Weg nach Norden für immer versperren. (W.T.B.) Y3? Der JelöZug in Rumänien. Die Donaufiottille im Jelüzug gegen Rumänien. Wien, 13. Dezember. (W.T.B.) Aus dem Kriegs- presseauartier wird gemeldet: Die ästerreichisdynugarische Donanslottille befand sich schon seit dem Spätherbst 1915 auf der unteren Donau, wohin sie den Weg durch die Räumung der unter rumänischer Duldung von den Russen unterhalb des Eisernen Tors ausgelegten Minenfelder eröffnet hatte. Ihr Erscheinen bei Kladows ge- nügte damals, um die bei Turn-Severin anwesenden russischen armierten Dampfer zum schleunigsten Rück- zug zu veranlassen. Unter deni Schutze unserer aus die Häfen am rechten Ufer bei Rustschuk verteilten Monitore und armierten Dampfer entwickelte sich der hochk'dentsame Verkehr auf dem Stromteil der „Balkanstraße". Seit im Frühjahr 1910 die Haltnna Rumäniens neuerlich bedenklich wurde, ging die Flottille unter ihrem hervorragendeil Führer, Linienschiffslentnant L ll c i e i daran, sich im B e l e n e - Kanal auswärts von S i st o v ein durch die Insel P e r s i n a gedeck- tes Lager einzurichten. Mit steigender Kriegsgefahr hat sich das k. und k. Arnieeoberkoiniunado vor eihen schwierigen Entschluß gestellt. Sollte die Flottille im Bereicle des Belene-Kanals belassen oder über das Eiserne Tor hinaus zurückgenommen werden? Bei unserer Heeresleitung gab einzig das scholl da- mals als allein maßgebend erkannte Ziel den Ausschlag, in einem Kriege gegen Rumänien von Süden her die Donau zu forcieren und hierfür die D o n a u in o n i t o r e zur Stelle zu haben. Aus diesen Anschauungen heraus wurde darauf ver- zichtet, die Flottille fttouiailflvärts in Sicherzeit zu bringen — sie hatte mit dein Gros auf der unteren Donau zu verbleiben, in unmittelbarer Nähe jenes Raumes, der für einen künftigen Donauübergang in Betracht kam—bei S i sto v. Dortbin wurde von uns das für den Stromübergang nötige Brücken- und Pioniermaterial auf dem Donauwege gebracht, an den Augen der Rumänen vorbei. Am 25. August, um VslO Uhr abends, sprengten die Rumänen bei Rustschuk mittels eines Torpedos eiuen knapp vor dem Kommandantenschiff liegenden Schlepper in die Luft. Eine Stunde später hatte Linienschiffskapitän Lucici die Kunde von der Kriegserklärung in den Händen. Die Monitore zogen sich auf dein Wege Giurgiu— Zimnica beschießend — in den Belene-Kanal zurück. Nur die vorn Korvettenkapitän T r u d t o f f befehligte Gruppe nahm nach Beschießung von Turn-Severm und der Eisenbahnbrücke von Verc iorova unter schwerstem Feuer der rumänischen Batterien, Kurs nach Orsov a. wo sie fortab erfolgreich an den Kämpfen der Landstreitkräfte teilnahm. Aus ihrem Schlupfwinkel im Belene-Kanal unternahmen Teile des kleinen Geschwaders unter ihrem wagemutigen Kommandanten eine Reihe von Streifzügen, K.o- rabja, T u r n °M a g u r e l e. Zimnica. und zahlreiche andere Uferstriche wurden aufgesucht, und nie gab es eine Heimkehr ohne Erfolg und ohne Bente. Den größten Ruhmestitel werden für unsere Monitore die Tage von R a h o v a und die ihnen folgende Eroberung der Insel Cinghinarele bilden (1. bis 10. Oktober). Die Entente hat, wie erinnerlich, den Vorstoß, den die Rumänen damals plötzlich von Tutrakan auf bulgarisches Gebiet »i: • ternahmen, mit schmetternden Fanfaren begrüßt. Wenn diese, gewiß bedeutsame Aktion nüßlang, si> war hierbei nach den Worten des FeldniarschallZ M a ck e il s e n das V e r d i e n st der Do n a u- f lo t-t i IIe ausschlaggebend. Die Ausgaben. welche die Flottille während des großen Donauiibergangs zu erfüllen hatte, waren mehrer- lei. Bei Tnrn-Magiirele mußte sie demonstrierend stromauf- und -abwärts der Brückenstelle den Heber» «ana sichern. Vor allem aber fiel ihr, ba dichter Nebel die Wirkung der auf dem Südufer bereitge- stellten Artilleriemassen fast ausschloß, die artillen- stische Einleitung des Ueberganges durchführen. Der Donaiiübergang erfolgte so überraschend, daß der Feind nicht in die Lage kam, ernsthaften Widel- stand zu leisten. Ein paar Maschinengewehre wv "■ den durch die Monitore bescheren und zum Schau: gen gebracht. Selbstverständlich mußte nach geglücktem Stromübergang eine Monitorgruppe stromabwärts den längs der Donau vorrückenden rechter. Flügel der Donauarmee decken, und die Kämvfe südlich von Bukarest bedingten auch für die Flottiite noch einige heiße Tage. Gleichzeitig wurde ein anderes ,bede>it° sames Werk vollendet. Eine Wocl>' nach Zimnica war dank der rastlofen Arbeit unserer Monitore und Pioniere'der Strom bis Rustschuk hinab für die Schiffahrt frei, und all dies konnte geschehen, ohne daß sich die rumänische Donaufiottille irgendwie bemerkbar gemacht hätte. Sie mag sich heute ans der unterstell Donau abwärts von Eernavoda herumtreiben, einer Begegnung mit dem Geschwader de-J Linienschiffsleutnants Lucict ist sie von Alisani an aus dem Wege gegangen. Oesterreich-llngax '-i Kriegsflagge weht frei nnd hochgemut auf der be- freiten Donau. Lage und Stimmung in Bukarest. Svfia, 17. Dez. (K. V.) Bukarest gewinnt a — mählich wieder sein normales Aussehen. Allerdings an Stelle des iiberfckxiumenden Genießens b i t t e r e R e u e getreten, und, was mau von dieser Stadt nie gewohnt war, die Bevölkerung arbeite». F >l r ch t b a r hat die Stadt in dem kurzen Kriege unter der Wirkung der Zeppeline g e l i t- ten. Die Krankenhäuser find gepfropft voll von Verwundeten, Hotels »ud Privathäiiser find in Spitäler verwandelt. Die Läden sind durchweg geöffnet. Das Geld der Vierbimdsländer wird anstandslos angenommen. Der Verwaltungsdienst funktioniert gut. Um 7 Uhr abends werden die Geschäfte und die meisten Lokale geschlossen. Die Be- völkerung von Bukarest ist z u s r i c d e n, den schweren Kriegsjorgen entgangen zn sein. Carp, Marg h iloman, Arion und andere Politiker sind in der Stadt verblieben. Die Wo's» niingeu der geflüchteten Bojaren, darunter Bratia- uns und Take Jonescus, sind versperrt uild amtlich versiegelt. E a r p nnd Marghiloman haben Generalfeldmarschall Mackensen Besuche abge- stattet und ihm fiir fein freundlickzes Verhalten ge- dankt. Das Vordringen der Verbündeten. Zürich, 17. Dezember. (Slldd. Ztg.) Laut dem Tagesanzeiger stehen die Zentralmächte bei Buzeu u u r*n o ch k n a p p 10 0 Kilometer von der G r e n z e R n f s i s ch - B e s s a r a b i e n S entfernt. Schon deuteten die Militärkritiker des Secolo und Corriere auf die katastrophale Gefahr hin, die ein D n r ch b r n ch nach Besfarabien für die ganze russische Front bedeuten wör.^ Und kein Alliierter sei in der Lage, das Schicksal abzuwenden. Snle 2 Kadischer Keobachter, Montag, den 18. Dezember 1916 Nr 58! Das erbeutete rumänische Getreide. Berlin, 16. Dez. Die Ausstellung der rumäni- sehen Ernteergebnisse für 1916 ergibt dem Lokalanzeiger zufolge nach Abzug geringer Abtrans- Porte uild Vernichtungen. daß bereits W v. H. der geiam/en Vorräte den Deutschen in die Hände gefallen sind und *>twcc jifiuuuium Hektoliter Weizen. Roggen 1 Million, Gerste 7,7, Mais 8,39. insgesamt etwa 25 Millionen Hekto- l i t e r Getreide. Oer Krieg zur See. Mangel a» Schiffsraum für Italic«. Bern, 18. Dez. (W.T.B) In der italienischen Kammer führte Minister Ar'lotta zur Kohlen- knapphett und Transportkrise u. a. aus, die größten 'Lchwl'Nigkeiten seien durch ixm Ma n- gel a u S ch i f f ä r a u in entstanden. Die italienische Handelsflotte habe schon in Friedenszeiten nicht ausgereicht: Italien sei für Krchlen- und Gc- treideverjorgung auf das Ausland angewiesen. Die eigene Handelsflotte könne nur ein Drittel des nötigen Schiffsvaunres aufbringen. Mr «das zweite Drittel komme England auf. Das letzte Drittel müsse durch neutrale Schcff« gestellt wenden. Ruit sei jedoch di« griechische Flotte fast ganz vom Meer verschwunden, während die nor- wegisch, n Schiffe infolge der U-Wootsgefahr fabelhafte Versicherungsprämien verlangten, sodaß die Lage sehr erschwert sei. Iba- lien habe im Oktober rund COOOOO Tonnen Kohlen erhalten. Die Lieferungen seien jedoch im Novem- ber auf nicht ganz 590 600 Tonnen gesunken. Der Ausfall werde ivahrschcinluh im' Dezember noch ine- seatlich größer sein. Außerdem hät:en von den für die Kohlenzufichr >bestimmten Schaffen 140 000 Ton- ilen für die Getreidezufuhr aus Amerika zur Ver- fügung gestellt werden müssen. Zur Transportkrise sagte der Minister, er müsse zugeben, daß das Wagemnaterial ungenügend sei. Man habe viele Züge ausfallen lassen und werde noch weitere strei- chen müssen. * London, 17. Dez. (W.T.B.) Der Kapitän des holländischen Dainpsers „Agamemnon", der Ferro anlief, meldete, daß er einen Petroleum- d a m p f e r passierte, der in Brand ivar. — Lloyds melden, daß die englische Bark „Hett Hilt" (2390 Tonneu) gesunken ist. Das Segelsäziff „Gourod" (164 Tonnen) wurde verfenkt. Der britische Dampfer „Tanfield" ist nicht, wie fälschlich berichtet wurde, versenkt worden, sondern hat tvo'h'lbehalten den Sasen erreicht. Amnide», 18. Dez. (W.T.B.) Ein hier migekom- nener Dampfer meldet, daß der Dampfer „Leda" der Pieberlönbifchen Dampfschiffahrtsgefellschast an der fpa- nnchea Küste von einem Tauchboot unbekannter Na- ttonalitat beschossen wurde. Der Dampfer, der von Spanien nach Holland reiste, befand sich auf der Höhe Von Kap Fittisterre, als man in einiger Entfernung ein Tauchboot entdeckte, das, ein Seyel sich den «n- schein gab, ein Segelschiff zu fein. Als der Dampfer näher gekommen war, löste das Tauchboot auf ihn einen scharfen Schuß, der quer durch dieSchiffsbrücke ging. Unmittelbar darauf ging das Tauchboot unter Wasser. Die „Leda" wird jetzt in den DownS festgebalken. so Saß noch keine Einzelheiten über den Umfang deö Scha- denS vorliegen. verfchieüene Kriegsnachrichten. Belgische Arbeitslose. Brüssel, 14. Dezember. W.T.B.) Die deutsch- feindliche Presse, die große Entrüstung über die B e - schäftig Ii ng belgischer Arbeitsloser heuchclt, will nicht anerkennen, daß sich die Maß- regel aus sozialen lind moralischen Gründen als not- wendig erwies. Wenn man schon den Deutschen keinen Glanben schenken will, darf mau doch wohl annehmen. daß der belgische G e n e r a t st a a t s a n w >i l t S t e l l i u g w e r f f von, Cour d'Äppel in Lütttch eher Gehör und Glauben finden lverde. In einer Anklageschrift für dos Schwur-,ericht Lüttich behandelt der genannte hohe J'istizbeuintc die Be- schuldigungen, die 5 Belgier auf die Anklagebank führten, weil sie sich Angriffe gegen Leben undBefitzvonEin wohnern der Gemeint» >n Selayn. Perwec, Bonnewille. Thon-Samson, Barsy- Flostoy, Iansse (Faulx) Gezves. Haltinnes und Drehanee hatten zuschulden -kommen lassen. „Sine organisierte Bande drang Nückes in die Häuser, bedrohte die Bewohner und erpreßte Geld. Ihre Mitglieder drückten sich so ans, als hätten fie mir eine unvollständige Kenntnis der französischen Sprache, um dadurch glauben zu machen, sie Wärelt Deutsche. (II* sVxprimaient. coratr.e s'ils n'avaient qu'nne connais- sanc» impirfaite de la Ungne fran^aise et teutaient de faire croire q 'Iis fitajent allemamis). Als Motiv der Taten gab einer der Missetäter an: „Wir sind Familienväter, haben Frauen und Kinder und keine Beschäftigung. Es ist Krieg und man muß leben I" (Nous a ons feuimes et enfants et pas besogne. C'est la tnerre, „il faut vivre'). Der Untersuchungsrichter stellte fest, daß zwei der Angeklagten, obgleich sie nachgewiesenermaßen nur die Chomage-Entschädigung als Einnahme hatten, stets gut gekleidet waren und über einen wohlge- füllten Geldbeutel verfügten. Die Anklage hebt ferner hervor, daß die Angeklagten Mützen trugen, die den deutschen Eisenbahnermützen ähnlich waren, und daß sie erklärten, sie gehörten der deutschen Geheimpolizei an oder sie seien deutsche Gendarmen. Englische Verlustlisten. London, 17. Dezember. (W^L.B.) Die Verlust- l i st e n der englischen Blätter vom 11. bis einschließ- lich 14. Dezember enthalten die Namen von 153 Offizieren (davon 56 gefallen) und von 9830 Mann. Die Blätter vom 12. Dezember enthalten außerdem noch eine Liste von Verlusten der Heber- seekontins,ente und die vom 13. Dezember eine Liste der Admiralität. m i Haben. Karlsruhe» 18. Dezcinder 1916. Schul/ragen. Wir machten jüngst einige kritifcl»en Bemerkungen zu den Ernennungen für den Landes- schulrat. Unter anderem wurde gesagt, daß man an- scheinend im allgemeinen die bisherigen Mitglieder in dem Kollegium belassen habe. Das ist nicht ganz zutreffend. Ein Blick in die Liste der bis- herigen Namen überzeugt davon, daß der Landes- jchutrat hälftig erneuert und sowohl für die höheren ^schulen als für die Volksschulen von je sechs Herren, jeweils drei ausgeschieden und durch andere ersetzt worden sind. Es liegt nns eine recht geharnischte Kritik dariiber vor, daß speziell im Landesschnlrat für die höheren schulen Badens nicht ein einziger praktischer Katholik sitzt. Wir sehen ans Gründen, die in der Zeit liegen, davon ich. die scharfe Zuschrift zu ver- öffentlichen, aber unerwähnt wollten wir daZ incht lassen, zumal bekanntlich vor dem Krieg gerade auf denk Gebiet der höheren Schulen Fragen befpro- chen wurden, die das tiefste Interesse aller gläubigen Katholiken für sich in Anspruch nahinen. Nun liegt allerdings beim Landesschulrat kerne formelle Eni- scheidung in Schulfragen, ttber ckls beratendes Organ hat er große Bedeutung und die Entscheidungen werden im Ministerium sicherlich nicht ohne Anhörung feines Rates gefaßt. Es ist daher außer- ordentlich betrüblich für uns Katholiken, die Wahrnehmung inachjit zu müssen, daß selbst der Krieg in diesen Verhältnissen nicht die mindeste Neuorientie- rimg gebracht hat, wobei wir indessen zugeben, daß ein Teil der Schuld daran liegt, daß wir Katholiken zurzeit überhaupt unter jenen zu wenig vertreten sind, die für diese Ernennung in Betracht kommen können. Letzthin nahmen wir auch von einer Aeußerung des Zürcher Professors Dr. Fiedler Notiz, der dazu mahnte, bezüglich der nationalen Erziehung nicht so zu tun, als erwarte man alles von der Schifte. Wir unterstrichen diese Selbstbesckmdnng, die Professor Fiedler gewiß nicht ohne Anlaß in einer Versammlung von Fachleuten der 'ochulc vorbrachte; denn auch Das Lanö öes Glücks. Roman von Käthe van Beeker. 16) «Fortjryung.) Als sich gegen Abend die Wangen Gotlliebes heißer röteten, die Augen immer fieberhafter glänzten und die Händchen glühten, wurde es Frau Elise so angst, daß sie mehrmals zum Onkel Dokior schickte (und nm seinen Besuch bitten ließ. Er kam augenblicklich. Aber schon erkannte ihn GoMiede nicht mehr. Sie warf sich unruhig im Bett unuRT, hatte einen brennenden Kopf ulld sprach wirre Worte vor sich hin. „Schicken Sie sofort zum Vater," sagte der Arzt, „Fieber ist im Anzüge. Vielleicht auch nimmt er das Kind hinüber Ich kann nichts sagen, denn er hat mich 'heute als Arzt verabschiedet "rcd ich kam jetzt M«r noch als Freund. Aber ich gehe wieder, bevor er kommt —." „Um Himmels willen, Doktor, Sie werden doch flicht empfindlich fein!" „Nein, aber es gibt Dinge, denen man sich fügen Muß, und väterliche Gewalt gehört zu ihnen. Ich will noch für die Zeit, bis einer meiner Kollege«» eintrifft, BerchaltiingSmaßregeln. geben, aber leider kann ich weiter »nichts tun." Er war oben auf der Schwelle, nun zu gehen, als Wilhelm' Stahlberg heriibergestürzt kam. Schweigend trat er zur Seite, um ihn vorbeizulassen. .Herr Doktor, Sie hier?" Er griff noch des Doktors Hand. AlSer Groll in ibm ;var ausgelöscht. „Nur als Notbehelf, Herr Stahlberg, nur als Dicir'ch, dessen Gewissen lebhafter svrach wie feine »mpfindlichkeit. Ich gehe schon.' „Was tü mit Gottliebe? — Haben Sie Erbarmen, Drechen Sie!" „Ach fürchte, es wird ein nervöses Fieber." Wklhe in Stahlbeig wurde leick?enblaß. Der Arzt rer und deren Hinterbliebenen. Nach dieser Vorlage wird es von der Stadtverwaltung als selbstverständlich erachtet, daß olle diejenigen, die aus 'dem städtische« Dienst in Kriegsdienste übertraten, bei ihrer Rückkehr die Krieaszeit als Dienstzeit angerechnet erhalten, und eben- so soll Gehalt oder Lohn sich nach den Leistungen rich- ten, ohne Rücksicht auf die Renten. Auch (bezüglich der Beamten, die noch nicht die vorgeschriebene Wartezeit von 10 Dioiitjährcn zurückgelegt imben, will bic Stadt wenn sie dienstunsähig sind, IN gewissem Grade sürsorgend ein- greifen. Rheinau bei Mannheim, 10. Dez. In einem Be- trieb auf der ch Eiwidernng des Oberbürgermeisters auf die geauüen Bedenken, sind alle Fragen im Fluß. Der Han^ c . kämm er wurde gesagt, einen Vertreter des Kriegsami nach Pforzheim zu entsenden, da man anerleune. 'JJ die Stadt in wirtsckastl'cher und technischer Bez^vu i eine Sonderstellung im Reich einehme. Eine Jnduur - die soviel .Geld aus dem Ausland hereinhole, wun lebensfähig erh-alten iverden. — Der Manns cl> a b e st a n d unserer F e n e r w e h r ist durch "Jjfj rufüngen von etwa 240 aktiven Wehrmännerik auf zurückgegangen. Die Wehr zählt noch im Alter vonJ bis 29 Jahren 1 Mitglied. 80—39 Jahren 2 Mitpj-^ 40—49 Jahren 32 Mitglieder, 50—59 Jahren 37 t' ' glieder, 60—09 Jahren 20 Mitglieder» 70—82 9 Mitglieder — Zur Erinnernng an ihren auf ^ Felde der Ehre gefallenen Sohn Vizenxtchtmc 111 Erich Kollmar, stifteten Prokurist Otto Kollmar Frau zusammen mit Fabrikdirektor Emil Kollmar Mark, deren Zinsen am Todestag, dem 7. Oktober, r weils an Witwen und Waisen Psorzhei m* Kriegsopfer verteilt werden sollen. Otto $"'' in ar und Frau stifteten weiterhin 1000 Mk.. ^ Ober real schule zum Audeuken au ihren ges«"^ neu Sohn. , # Rastatt, 17. Dez. Die Vereinsbank ast«'' G. m b. H. besteht im nächsten Jahre 50 Jahre l>M^ Am 29. Novemiber 183T wurde sie auf Anlegung Bürgermeisters Sallinger im Anschluß an eine Gr' nevalversammluug des Bürgervereins „Eintracht" ^ gründet. (7) Rastatt, 17. Dez. Ein reichliches Maß von hcrbt Leid ist in diesem Jahre unserem hochw. Herrn Pfarrer Laher auf die Schultern gelegt worden. dem man am Weißen Sonntag dessen brave Mnttei Grabe geleitet hatte, ist ain vergangenen Freitag sein lieber Vater. Herr Adolf La her. seiner Galling Tode nachgefolgt. Unter außergewöhnlich starker lignng von Leidtragenden aus nah und fern Sonntag nachmittag seine sterbliche Hülle zur eV^ Ruhe gebettet. Die kirchlichen Begräbniszeremoiu^ wurden vorgenommen von Herrn Pfarrer Mahler Riederbühl. unter Assistenz der Herren Kapläne und jkvch von hier. Da der Verstorbene Veteran 1870/71 war, spielte die Kapelle des Regiments SS' 1 '*, graf Ludwig Wilhelm mehrere Choräle und !väh^, des Ganges zum Grabe verschiedene Trancrmärsche. Kirchenchor sang ergreifende Trauerlieder. Viach der Begräbnisfeier, der die Gläubigen in sehr Zahl beiwohnten, gaben acht Mann des Markgrase" Regiments dem Veteranen drei Ehrensalven über ^ offene Grab. Cr ruhe im Frieden! X Offeaburg, 17. Dez. Auf seltsame Weise ^ 1 u« glück Je auf der Fahrt von Osjenburg nach ruhe der ungefähr 00 Jahre alte. Bremser Huß u "j Ebersweier. Der hinter der Bremse laufende mit ^Langholz hatte sich derart gegen das Zremsel^^ verschoben, daß dessen Rückwand eingedrückt und V? dabei schwer verletzt ivnrde. Die Vcrletzu"it^ sollen jeöoch nicht lebensgefährl.ch sein. . -l- Lahr, 17. Dez. Der W i r t e v e r e^i n Lahr u >' Umgebung gibt bekannt, daß seine Mitglieder iaM, der geringen Bierzuweisungen gezwungen sind, ein c j.) heitliches Glas einzuführen. Weiches Maß dieses hat. wird nicht gesagt. Freiburg, 15. Dez. Die Haupwersmu'mlimg ff Vereins de r Papier- uni) 8 e l i st" ' '/ chemlker, die am 5; d. Mts. in Berlin tagte, P Herrn Prof. Dr. Alexander Mitscher lich. ^ F reib arg in bewundernder Anerkeilnung l'ei^ Lebensarbeit auf dem Gebiet der Paplenitdnst^ der es namellttich zu danken ist, daß diese in der jetzigen schweren Zeit 'durchzuhalten vermo^ einstimmig zmii Ehrenmitglied gen'äv^ Prof. A. Mitscherlich. der im Mai d. I. sei^ 80. Geburtstag feierte, ist bekanntlich der Schöff 1 der Zellswffindustrie. . M-' Frciburg, 16. Dez. Der ks t a b t r at ^wt ^ Bürgeransschliß eine Borlage über sie teiligung der Stadt an einer gemeinnützigen H'? p thekensichcrnngsgenossenfchaft zugegen lassen. Nach der Vorlage soll die (M) ÜÜO Mk iiberN^ men. Bekanntlich hatte sich der BürgeranSschuß mit der gemeinnützigen Hypotbekensicl>erimgsg^ senschast Frechurg befaßt, aber damals die legenheit an eine gemischte Kom'mission vemnei^' die jetzt die Vorlage zur Annahme empfiichlt. wird sich der Bürgerausschuß in seiner luiwi'* Sitzung mit der Erhöhung nnd A»sbe^ Stunde, die ihm sein Berns 'ließ, für das Kind jener Frau opferte, die er einst geliebt unö noch jetzt nicht vergessen hatte. Die gleiche Sorge spann ihre feinen, festen Fäden um die drei Men'chen, knüpfte einen an den andern, so daß alles, k>as jemals zwischen ihnen gestanden, M'hinschwuiid, als wäre es nie gewesen. Stillschweigend "hatten sie Frieden miteinander geschlossen, und stillschiveigend wuchs dar- ails eine tiefe, ernste Freundschaft auf. Keiner von ihnen berührte mehr die Vergangenheit, aber jeder fuchte den Bann, der von ihr ausging, von sich ab- zuselmtteln und der Gegennwt nfit Nachsicht, gutem Willen lind Vertrauen entgegenzutreten. Mit Mshelm Stahlberg war eine große, wunderbare Wandlung vorgegangen. Was die Worte des Doktors an jenem Morgen aufgerüttelt und erweck! chatten, reifte unter der heißen, reuevollen Angst dieser Tage und Wochen zur klaren Erkenntnis und zu festen, segenbringenden Vorsätzen. Als Gottliebe zum erstenmale ffrn* blauen 5killder- augen wieder mit erwachendem Bewußtsein aufschlug imd der Doktor mit bewegter Stimme sagte: ..Nun ist sie gerettet, Gott fytt geholfen!", da gelobte der erdriitterre Vater sich im stillen Innern, jede Selbstsucht, jedes EisieMvollen von sich abzutun, und fortan i?ur die Wege zu gehen, aus die daS Wobl .seines Kindes ihn hinwies. (Fortsetzung folgt.) Theater unö Nlufik. (>!rofih. !?>ofchcater. Die Aufführung von RetvalS .Polenblut" hatte auch Freitag wieder ein Kahl- reiche? Publikum angelockt, s^rl. Johanna R a t, e r balle für die nnpäßliche Frau Müller-Reichel die Partie der Helena rasch übernomnien und mit überraschender Sicherheit und Gewandtheit durchgeführt. Sie hatte in der auch in dieser Rolle allerliebsten Künstlerin ein gutes BorUld gehabt, und .davon reichlich zn profitieren ge- wukt. Sie halte denn auch ciucu schönen Eriol^ — Samswji wurde unseren lieben Kleinen mit dein nochtsmärcheir ,.S o n n e n g u ck ch e n" von Max le r. zu dem Otto Findeisen eine bübsche Mus'/ ..j£ t schrieben hat, Freude bereitet. Das Stück wurde schon gegoben und besprochen. Schlugen die liebenden Herzchen dem allerliebsten So >i n e n g che n Frl. Holm, entgegen, so löste andererseits ^ wegliche, muntere Tromeli, ,?>err Müller, ein frohes Kinder!,ichen auö." Dieses Kindertagen! . ~ p ist es unseren Kleinen zu gönnen! Denn ö t,n1 et1 i- manches Kindergemüt dürste unter dem Drucke der ^ ^ sten Zeit nicht die Sonne der Freude haben, die c m starker, gesunder Entwicklung haben sollte! fiel in manches .Mnderherzchen ein Sonnenfüulchen. ^ müßte für die Darsteller daö erstrebenswerte der schönste Lohn sein! Von einem Teil der M t!v den Halle man denn auch diesen Eindruck, in Maße aber von Herrn MMer. Die gute ^ -.^n, fee Florita sollte sich mehr Geltung vei ' auch der König Filigran wurde früher vo 'Schneider viel eindrucksvoller gegeben. ^ D>e l brfl bauer sang "den Ritter Hugo mit Warme staltete ihn nack der darstellerischen Seite ^ ( t' Leben ans, als nur möglich. Frl. Stütnc r ,i,chc*» talda hinffeaen hat etwas enttäuscht.^ ^.'e >> ' gesangölechnischen Anforderungen dieser P»> Si"' nicht gering und darf Zrl. Körner "°ch u o(l e ' dinm darauf verwenden. Flache ?ong<^ng. » alichenbeit der Stimmreaister machten si^ ' .:,<-nde glichenheit der Stimmregister macvten l>w H. £ re ucn&jj bemerkbar. Die übrigen, von denen die > ^„ver^ Undine, Frau Müller-Reichel nne rmine . HoU herzliche-'. Beifall fand, sind als gut bekannt. p. war sehr gut besucht. .— "* k>»ckWu!en. „ , e'-idelber«. 17. Dez. Dr. med. et >?«•', Nr. 581 Badischer Äfobachter Montag, den 18. ^ezemder 1916 Knie 3 n u II g d e r K r i e g sz u l a g en an städt. Arbeiter, Beamte und Volks schullehrer und mit der Gewährung einer einmaligen Kriegszulage an Bsamte und Lehrer zu befassen haben. Die letztere Vorlage sieht bor, daß die vorhandenen städtischen Beamten und Volksschullehrer mit 3000 bis 5000 Mark Einkommen eine einmalige KriegsZulage von 69 Mk. und für jedes Kind 30 Mark und 'die Ledigen mit einem Einkommen von 2400 bis 5000 Mark eine.einmalige Zulage von 40 Mark erhalten. I Engen, 17. Dez. Am kleinen Heuberg sollen in der nächsten Zet die Schieferschichten der Gegend auf ihren Gehalt an S ch i e f e r ö l und auf seine Ausnutzungs- Möglichkeit untersucht werden. Pfullcndorf, IL. Dez. In Hilpensberg unterhielt die 'Tochter eines angesehenen Bauern m i t einem russischen Gefangenen ein Ver- hältnis, das nicht ohne Folgen geblieben ist. Noch der Geburt wurde das Kind getötet und auf dem Friedhof eines benachbarten • Psarrdorfes unter Mitwirkung des dortigen Totengräbers beerdigt. Die Sache kam aber zur Anzeige und die Sektion soll lt. Konst. 8tg. ergeben haben, das? -das Kind gelebt hat, und auf gewaltsame Weise ums Leben gebracht wurde. Konstanz, 16. Dez. Das Eiserne Kreuz K l a s s e wurde dem Leutnant und Bawillons-Adju- tauten August Kohlenberger von hier, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und des Zähringer Löwenordens, von <5- M. dem Kaiser überreicht. Bus anSeren deutschen Staaten. Versammlung der württembergischc» ZeitnuzLverleger. Stuttgart, 17. Dez. (W.T.B.) Der Verein württem- bergischer Zeitungsoerleger hielt heute «onntag mittag w! „Hotel Sillber" eine aus allen Teilen des Landes sehr stark besuche außerordentliche Haupt ver- I a m m l u n g ab. Nach einem Bericht des Vorsitzenden * des Vereins, Dr. Wolf-lOberndorf, über die seit der letzten ordentlichen Hauptversammlung geleistete Tätig- feit befaßte sich die Versammlung mit der noch immer Nicht geklärten Lage auf dem Papiermarkte. Es wird doin Hauptverein angestrebt, eine weitere Preis- Weigerung der jetzt schon fast unerträglich hohen Papierpreise zu verhüten. Zu dieser sür alle Verleger hochwichtigen Frage erstattete Direk- tor C. Esser-Stuttgart (Neues Tagblatt) einen eingehen- den Bericht, nach dem der anfangs Dezember gefaßte Beschluß des Hauptvereins nachträglich einmütig gut- geheißen wurde, eine dnrch den Bmidesrat zu schaffende R e i ch s st e l l e zur Beschaffung von Papier- J o l z zur Herstellung von ZeitungSdruckpapier zu -grün« ye». Die Preise für Zellulose und Holzschliff, wie auch lür Druckpapier selbst werden durch den Reichskanzler »ach Anhörung der Reichsstelle für Papierholz festgesetzt Werden. Die Reichssielle für Papierholz, bei der der Hauptverein durch vier Mitglieder vertreten ist, wurde '"zwischen als G. m. lb. H. gegründet; der Anteil, der auf Württemberg entfällt, wurde in der Versammlung aufgebracht. Herabsetzung de BierpreiseS in Bayern. München, il>. Dez. Im rechtsrheinischen Bayern wird der A u s s ch a n k für B i c r, soweit ex 34 Pfg. (der Liter) und darüber beträgt, am 24. Dezember um ^Pfennig herabgesetzt. Auch das für die bayerischen Soldaten im Felde bestimmte Bier erfährt eine Preisermäßigung. (Wenn man in Bayern den Bierpreis hcrab,etzt, wird sich in Baden ein« Erhöhung des- l veii keinenfalls rechtfertigen lassen. R.) Dir Feiertage fm «aiferhause. Berlin, 16. Dez. (W.TB.) Das Weibnachts^ und Neujahrsfest werden in den königlichen Familie dem ® r n st e der Zeit entsprechend, toiederum in der S t i l l c bega ngcn werden. Die 'Kaiserin läßt bitten, von ihr - i zugedachten Beglückwünfchungen freundlichst abzu- >eyen. Bund der Kreisblativerlcger. . Berlin, 1ö. Dez. (W.T.B.) Zur Abwehr von Miß- fanden, die sich, zumal unter der Einwirkung des ■Utegeg, j n der Lage der Kreisblätter herangebildet ^abev. haben sich im Laufe der letzten Monate in einer Anzahl preußischer Provinzen jkreisblattvertsgervereiue vebildet, die sich nunmehr unter dem Vorsitz des Land- ^Köabgeordneten Graef-Änklam zu einem Bund der ^ r ei s b l a t t ve r le ger zusammengeschlossen hat. Lebensmittelversorgung. PreisprilfunKsstelle des KriegdwucheranitS für Westfalen. Dortmund, 17. Dez (W.T.B.) Die erste Sitzung *£i. neuerrlchteten P re i s p r ü f n n g s st e l l e für die Provinz W e st f a l e n wurde von dem Oberpräsidenten Prinzen zu Ratibor und Corvey eröffnet. Die Einrich- '^ng eines K r ieg ö w u che ra m tes für Westfalen Unter der Leitung des -Oberregieruugsrates Schmidt wurde beschlossen. Eingehende Erörterung fand die "tage, wie die fortdauernde Steigerung des Milchpreises ä'' bekämpfen ist. Zur Beschlußfassung über die Fest- Inning von angen«?ffenen Einheitspreisen für Gemüse Uni, Dust wurde eine Kommission eingesetzt. Pökelung des Fleisches. . Berlin, 15. Dezember. Der Bundesrat hat durch °">e Verordnung vom 14. Dezember in Ergänzung ler Bekanntmachuna, betreffend gesundheitsschädliche ."Nd täuschende Zusätze zu! Fleisch und dessen Zuberei- "ngen vom 1«. Februar 1U02 (4. Juli 1«08) die Ver- 2 e |ibun(t von salpetrigsauren Salzen bei der ^ v l e l u n g von Fleisch und der Herstellung von Wurst Zustelle des bisher angewandten, zur Zeit aber be- I^iagnahmte» Salpeters verboten. Das salpetrig-. l^Ure Natrium (Ratriumnitrit), welches für diese Zwecke '^wobnlich in Gemengen mit Kochsalz» zuweilen auch Zucker, unter verschiedenen Namen, zum Beispiel t,j -Aulnpöfelftoff" in den Handel gebracht, wurde, ist Mo» j„ Bruchteilen eines Gramms geeignet, die mensch- u 1 vtekuuobeit zu chädiaen und durite daher bei der ^bcreitung von Lebensmitteln nicht geduldet werden. «-..Entsprechend diesem Verbot haben auch die Aus- b jÜ"'■<^besti mmunge11 l> zu dem Gesetze, betreffend Schlacht-, Vieh- und Fleischbeschauung vom 3. Juni $' J sowie die Fleischbeschau-Zollordnung vom 5. Fe- "Qr t903 die erforderliche Abänderung erfahren. Freigave von Spargel und Erbfenkonserven. 17. D-'z. (W.T.V.) Zeitige Freigabe Absatzes von Spargel- und Erbsenkonserven. Das ^^ö^ernähruagsamt Hai sich entschlossen, wie eine heute ^ "keitete Bekanntmachung ergibt, 20 Prozent der bei ^,.^"^zelnen Händlern um Ä>. Dezember ir>10 vor» ou, n 55,'\ Bor rate an Spargel- und Erbsenkonserven Ichx- "^latze freizugeben, wobei durch besondere Ein- «bx^.,./ungcn Eicherheii dafür, daß dieser Satz nicht tij ^^Ulen wird, und daß ein Hamstern der Vorräte wird, getroffen werden soll. ßal>l * wird für die Zeit vom SV. Deze«> ■' ! <5 b i! o. I a«La r 1017 an zeordnet ^e.!!ri utet ehörden^ werden sie zu ' überw'chei! Sie erfolgt, um der Bevölkerung für die Feiertag« der Weih"achts- und Neujahrszeit den Kauf dieser Kon- serven z>. ermöglichen. Die Verteilung der übrigen % der Bestände wird zusammen mit der Verteilung der Sauerkraut- uud Dörrgemüsemengen vorbereitet. Die entsprechenden Vorbereitungen der Reichsstelle für Gemüse und Obst nähern sich ibrem Abschluß. 1 * ) Lokales. Karlsruhe, 18. Tkzember 1916. X Tierschutzverein. Jn der Dezember-Milgliederver- sammluug uuo iborstandntzung fano bei umfangreicher Tagesordnung eine lebhafte Aussprache über in früherer Zeit schon mehrfach durchberatenen Tierichutzfragen und Maßnahmen statt. Auö der reichen Auswahl derselben seien folgende Ergebniise und Beschlüsse ermähnt: Die ersreutiche Mitteilung des Ministeriums des Innern, dasz der Dohnen stieg, entgegengesetzt-zu anoeren Teilen Deutschlands in Bade» nicht erlaubt werden soll. — Leider ist trotz wiederholter, vielseitiger Be- mühungen des Borsitzeuden von der Reichsjlelte für Futternnttel absolut kein Hanf- oder Sonnen- b l u m e n s a m e n zur W i n t e r f ü t t e r u n g der nützlichen Vögel zu erhalten. Es soll nach Futterersatz- Mitteln (Knochenmehl usw.) erneut Umschau gehalten werden. — Ein Buch von Kammerer „Tiergescl .en aus dem Weltkrieg" soll in °20 Exemplaren gekauft und an die hiesigen Schule» verteilt werden. — Für die tapferen Feldgrauen Karlsruhes soll zur Weihuachtsgabe Ä)0 Mk. beigesteuert werden. :: Durch unvorsichtiges Umgehe» mit einem Terzerol schoß sich gestern vormittag ein Schlossertehrtrng rn seiner in der Hardtstraße gelegene Wohnung «ine Kugel in di« linke Hand. Er mutzte sich ins städtische Krankenhaus begeben. ::: Unfälle. Am Samstag abend wurde eine hiesige Geschäftsinhaberin am jbariswr «beim Einsteigen in einen Straßenbahnwagen von einem Militärsuhrwerk angefahren und zu Boden geworfen. Sie erlitt erheb- liche Verletzungen an den Händen und fand Aufnahme im alten St. Vinzenriushaus. — Von mehreren Knaben ivurde am Samstag vormittag 10.20 Uhr ein 12 Jahre alter Volksschüler in der Karlsrioürichstraße umgeworpe» und überrannt wobei er einen linken Oberschenkelbruch erlitt. Er wurde mittelst Krankenautos ins städtische Krankenhaus verbracht. :: Bcrhaftet wurde ein Taglöhncr aus Rüppurr tvegen Hasendiobstahls. Die Arbeiterschaft und das Krieflshilfsdicnstgcsctz. ^ Karlsruhe, 17. Dez. Heuw nachniitwg fano in der Tiergartcnwirtschaft eim> Konferenz von Äer- tretern der verschtvZden-en Arbeiterorganisationen, der freien, ch r i st l i ch e n und H i r s ch - D u n- kerschen Gande, geleitet von Gau'leiter Theten - Mannheim vom christlichen Metallm^beil-erver- bände. Ganleiter Horter berichtete über den Zweck der Versammlung und zeigte, daß die feiNd- 'lichm Nationen eine ungcheure Produktion von Munition und Waffen durchführen und sie von Tag zu Tag steigern. Demgegenüber ist es notwendig, so f ii'hrte der Redner 5veiter aus, daß Deutschland auch seine Produktion von Kriegsmaterial steigert. Diesem Zwecke soll das Kriegsdienstgeseh dienen. Am 12. Dezember hat nun in Berlin eine geinein- fchaftliche Versainurluirg aller deutschen Arbeiter- organrsationen und der Angcstelltenverbände statt- gefunden, die erklärte, daß sie bei der Durchführung des Gesetzes mitwirken wolle. Die Versammlung Uxrr die erste in Deutschland, an der sich ar der Versanim- lung ebenfalls vertreten, auch waren zahlreiche Um» formierten in der Versammlung erschienen. Aehn- lich wie die Berliner Versamnüung ist auch die Heu- tiqe zusamniengefeht. Die Arbeite^' Iverden gern bei Dnrckiführung des Kri-egshilfsdienftgese^'s mitwirken, sie werben auch gerne den Berus wechf-c/ln. wenn Linen dabei die Möalichkeit geboten ist, ihre Existenz flu finden. Der Redner besprach dann einzeln? Be- stimmt!naen des neuen Gesetzes, die die Arbeiter in erste? Linie i,it>7ressieren und schloß ntit dem! Wunsche nach einem lMdirat frieden An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprach« an. * Ritter des Eisernen Kreuzes. Das Ei ferne Kreuz 1. Klasse erhielten: Gefr. HermanU »seih von Ackiern und Unteroff. Fritz Spengler von SÄmtterzell bei Lahr. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielten: die beiden Brüder Wilhelm und Mathiaö Wied ein er von Appenweier. (©) politische Nachrichten. Deutschland. Fordrruugen Argen Schuldner im Feindesland. Berlin, 18. Dezember. Die zwangsweise Anmel- dung derprivatrechtlichenFordernngen gegen S ch u l d n e r im f e i n d l i ch e »t Ausland regelt eine neue Bundesratsverordtiuug. Die Lan- deszentralbehörden bestimmen, bei welchen Stellen die Anmeldungen zn erfolgen haben. Ausnahnien sind .^nlässig. Die mit der Entgegennahme oder der BcuibcüHtiuj der Anmeldungen befaßten Personen sind zur Berschuriegncheit verpflichtet. Die Ausführungsvorschriften über die Einzelheiten der Anmeldung, über die Anineldnngsformulare, An- Meldefrist usw. werden auf Grund der Verordnung durch den Reichskanzler erlassen werden. Ausland. Die deutsch - hollänöischen Ausfuhr- Verhandlungen. Haag, 17. Dez. (Frkf. Ztg.) Die Verhandlungen zwischen dem holländischen L a n d b a n - e x p o r tb ii r o und der K o m m i s s i o n, die die beteiligten deutschen K r i e g s ge s e l l f ch a f - t e n Nsw. vertritt, die seit einiger Zeit, wie bekannt, im Hoog geführt werden, bab.n zu einer grundsätz- lichen V e r st ä n d i g u it g über die vorläufige Weiterlieferung holländischer Landeserzeugnisse zu angemessenen Preisen und Bedingungen geführt. Die Verhandlungen werden voraussichtlich bald nach Weihnachten fortgesetzt. Eine Unterredung mit Bntocki. Budapest, 16. Dezember. Az Ujsag veröffentlicht eine Unterredung mit dem Präsidenten des deutschen Kriegsernährungsamtes, B a t o ck i. der u. a. sagte: Ich bin gekommen, um die maßgebenden ungarischen Persönlichkeiten kennen zu lernen. Mein Besuch gilt eher dieser Bckanntsck>aft, als der Schaffung von Übereinkommen. Tatsächlich hat der österreichische Regierungswechsel meine Tätigreit etwas beeinflußt, zumindest hat mein Programm einige Aendexnngen erfahren, aber ich glaube nicht, daß meine Reise ergebnislos war. Wir haben viele gemein- l'aiTie Unternehmungen, uno wenn wir unsere gemeinsamen Interessen in festen: Bei- samniensein verfolgen, wird auch gewiß die Frucht der Arbeit nicht ausbleiben. Jn erster Linie, ist es notwendig, daß sowohl die österreichischen als auch die ungarischen Lebensmittelämter mit dem deutschen Lebensmittelaint ständige Verbindung unterhalten und einander nrit gegeirsoitigen Rat- schlagen unterstützten, ich bin gekommen, um Rat- schlüge entgegenzunehmen und, wenn nötig, auch solche zu erteilen. Ich glaube, daß ein gemeinsames Zusammenwirken möglich sein wird. Sodann sagte Batocki unter anderem: „Deutschland wurde dnrch die heurige schlechte Kartoffelernte für den Augen- blick fchlver getroffen. Trotzdem herrschte nicht Not, sondern nur ein nna7igenehiv.'er MongÄ, der noch vor dem rumänischen Sieg beseitigt wurde. Jetzt sind wir reichlich mit Brotfrucht ver- sehen, diefe gelangte in Rumänien in einer Menge in unsere Hand, daß wir bis zur nächsten Ernte geradezu schwelgen können, und zwar sowohl wir, als auch die Ungarn und Oesterreicher, auch auf Bul- garien und die Türkei werden anfehnlickie Teile ent- fallen." Die Opposition gegen Briand. Berlin, 18. Dez. Ans Gens wird dem Berliner Lokalanzeig-er berichet: Das beträchtliche Anwachsen der von C l ein e n c ca n geführten parlan?entari- schon Vereinigung „Action Nationale" wird d«!,l Stieirritt lvsjtjeher Äolks. Vertreter erklärt, für oeren Wählerschaften die von Briand entworfenen Dekrete, namentlich die beabsich- tigte Kontrolle des inländischen Handels mit irgend welchen alkoholischen Getränken, ein schwerer Schlag lväre. Dir Frage der Sidplatze im englischen Unterhaus. Rotterdam, 14. Dez. (W.T.B.) Der Rieuwe Notier- damsche E»urant meldet ans London: Sc Frage der Sitzplätze im Unterhaus ist jetzt geregelt. Im allge- meinen ist «lles beim alten geblieben. Nur die Mit- gl eder der Arbeiterpartei, die für den Frieden sind, und einige extreme Radikale find nach der Seite der Opposition gegangen. Nur wenige Unionisten sind nach der RegierungS feite de? Hauseö über- gesiedelt und nur Ivenige liberale Anhänger AsquithS nüch der Seite der Opposition. Wieder ein russischer Skandal. Berlin, 18. Dez. Wie der Berliner Lokalanzeiger rtits Wien erfährt, wird indirekt ans Petersburg be- richtet: Kwwer Blätter melden, daß der All- slawische Verband infolge vorgekommener Veruntreuungen von Geldern, die die ruf- fische Regierung dem Ausschuß zur Agitation in Böhmen und Mähren zur Verfügung gestellt hätte, in Auflösung begriffen ist. Hochgestellt e P e r- sönlichkeiten seien stark kompromitiert. Einführung der Scmstwo-Berwaltnng in Sibirien. Petersburg, 1?. Dez. (W.T.B.) Petersburger Tele- graphen-Agentur. Der' Ministerrat wird der Dumn einen Gesetzentwurf vorlegen betreffend die Einführung der S e m st w o v e r w a l t u n g in den Provinzen des io est lichen Sibiriens, nämlich Tomsk To- bolsk soivie in der zuletzt gebildeten Provinz Altai. Gleichzeitig «begann die Regierung die Ausarbeitung der Frage der Einführung der Semsttooverwaltung in dcn Provinzen de? östlichen Sibiriens. Unruhige Stimmung in Nussiand. Berlin, 18. Dez. Wie verschiedenen Morgenbiüttern gemeldet ivird, wies «nf dem Kongreß des russischen Adels ein Redner auf die No t w e n d i g k e i t einer Veränderung des inneren Regierungs- k u r f e s hin, um der immer unruhiger werdenden Stimmung im Reich rechtzeitig zu begegnen. Jn Finn- land soll es zn b I n t i g e n Z u s a m in e n st ö ß e n zwifchen Finnländern und russischem Mili. tär gekommen sein. Hohe Lebeusmittelpreise. Rcwyork, 4. Dez. (W&.B.) Durch Funkspruch vom Vertreter des W .T .B. — Verspätet eingetroffen. DaS demokratische Kongreschiitglied Fitzgerald hat vier Gesetzentwürfe eingebracht, die die hohen Leibens- mittelprei se betreffen. Zwei dieser Entwürfe schlagen ein Embargo auf Nahrungsmittel vor. Aus einer Rede Wilsons. Newnork, 4. Dez. (W.T.B.) Durch Funkspruch vom Vertreter des W.T.B. Verspätet eingetroffen. Bei einem am Samstag auö Anlaß der feierlichen B e l e u ch - t u n g der F r e i h e i t s st a t u e in Newyork stattgefun- denen Essen sagte Wilson: Es liegt eine große Ver- antlvortung darin, die Freiheit zu unserem Ideal gemacht zu haben, weil wir sie in dem tvas wir tun illustrieren müssen. Jn den vergangenen Jahren hat sich mehr und mehr in unseren Herzen & ; e Ueberzeugung festgesetzt, daß der F r i e d e nur mit der F r e i h e i t in der Welt wider- kehrt, mit aller schuldigen offenen Rücksicht für jene, die andere Regiernugsformen vertreten als unsere cS sind. Das Friedensangebot öes vierbunöes« * Rußland und üer Krieöensvsrfchlag. Eiue unzweideutige Antwort auf das Friedens anstebot des Vierbimdes liegt nunmehr vor. De« neue russische Minster des Aeußern, PokrowSky, hat in der Dnma das Angebot abgelehnt und i)ieiduug erfolgte. Psychologisch liegt die Sache allerdings heute folgendermaßen: Di^ Entente ist von dem bisherigen Ergebnis des Kriegs furchtbar enttäuscht: daher überall die neuen star- ken Männer, nachdem es die bisherigen nickt ge- schafft haben. ' Jetzt eNvarten alle Kriegsbegeisterte» einen UmfckAning nnd zwar einen' rafch'n. Wenn auch diese Erwartung zuschauden wird, so wie alle bisherigen enttäuschten, dann wird, gerade anch infolge des Friedensangebotes des VierbimdeS die Friedenspartei in der Entente erstarken und man wird eben schließlich lernen, sich bei dem Möglichen zu bescheiden. Wir können es uns lebhaft denken, daß es für die Entente eine arg harte Nuß nxire. sich bei dem gegenwärtigen Stand der Dinge mit der Sachlage abzufinden, \w fast fi"? in unserer Hand sind. Aber schließlich wird eben doch das durch die Leidenschiften unterdrückte gesunde Denken sich Bahn schaffen. Und bis dahin müsse* wir uns gedulden und unsere Pflicht tun. Wie die russische Ablehnung zustande kam. Berlin, 17. Dez. Fiir die r i ch t i g e B e w e r « t u n g des gestrigen. D u m a - B e f chl n f s e s, m Badischer iBrnbaditrr, Monwg. i»rit 18. Dezember 1916 |lr, 581 )ent eine entschiedene Ablehnung des Friedensange- itotes ausgesprochen wurde, müssen, nach einer Meldung der Vossischen Zeitung aus Stockholm, folgende Momente in Betracht gezogeil werden: Es unterliegt hinein Zweifel, daß die russische Regierung und ine twii ihr gesürchtete Reichsduma das Laub vor ein« DaU vd t e X a t s a ch e stellen wollten, ehe Un- piinmigkeit^i zwischen den einzelner Duin'aparteien in Äer Frieöenssrage zum Durchbruch gelangten. Mir gestern abend waren Besprechungen über die Avi'Sdeiisnote anberaumt, über die sich >die beiden Flügel öcc Oktobristen nicht g a uz >eini- zj e n tonnten. Die Arbeiterpartei und di« S o z i a l de m o k r a t e n konnte^ an der -gestrigen iOuinasitzung nicht teilnehme n, da deren Nraklionsmitglieder, die gegen Trepows erstes Auf- treten iit der vorigen Sitzung demonstriert hatten, j>ürch Dnmabeschluß für eine Reihe von Sitzungen pus do, Duma ausgeschlossen sind. Die äußerste i't e ch t e, in der eine wichtige Spaltung vorgeht, hatte ebenfalls auf den heutigen Sonntag eine Frak- tionssitzung anberaumt, in der auch die Friedens- frage erörtert werden sollte. Es unterliegt keinem Zweifel, daß, wenn die Re- gierung und der Block mit ihrer Stellungnahme noch einige Tage gewartet hätten, der Dumabeschluß ganz anders ausgefallen wäre. Damit erhält die sogenannt« Einstimmigkeit Äcs gestrigen Beschlusses erst die richtige Bewertung. Wenn man ferner erfährt, daß der Beschluß in einer Sitzung er- folgte, iu der er nicht auf 5 er Tagesord - n ii n g stand, uud daß man in den jüngsten Tagen von der Absicht gesprochen hat, vor der Beschluß- Hfarrtg in der Friedensfrage maßgebende russische Persönlichkeiten mit den eigenen Kriegszie- T c tt vertraut zu machen, so stellt sich die gestrige Beschlußfassung in der Duma als eine g r o b e V e r- p e w altigung öes wirklichen russischen Volkes heraus. Tic voraussichtliche Antwort der Alliierten. London, 18. Dez (W.T.B.) Weekly Dispatch schreibt, daß der Premierminister am Dienstag die Antwort der Alliierten- auf das deutsche Friedensangebot geben werde. Wahrscheinlich werde Llovb George in groben Umrissen dieFriedens- ded' lngen der Alliierten mitteilen und chland von dem Beschluß der Alliierte» in Kenn..^> setzen, den Krieg mit äußerster Kraft so -lange fortsetzen, bis diese Bedingungen gesichert seien. — Aus N ewyork vom 16. Dezember er- fährt dasselbe Blatt: Obwohl man in gewissen Kreisen glaubt, daß jetzt für Amerika der richtige Zeitpunkt gekoiirmen sei, um den Kriegführenden seine Dienste anzubieten, hat Präsident Wilson feiner Umgebung erklärt, daß er kei?ien Ver° mit tlungsversuch unternehmen würde, ehe er die Sicherheit habe, daß dieser Versuch auch ge- linge. Kriegsmiide Italiener. Berlin, 16. Dezember. Das Null den Frieden. Das geht, nach einer Meldung des B. T. aus Lugano, mit aller Deutlichkeit aus der gestrigen Sitzung des T ii r i n e r G e m c i u d e* rats henior. Die Sitzung sollte einer Beratung über die Kohlenkrisis dienen. Vorher erhob sich der Ge° »neinderat Norlonghi und erklärte, das Volk ver- lange, daß Deutschlands Friedensvor- schlag nicht abgelehnt, sondern reiflich erörtert würbe. (Beifall.) Gemeinderat Bosso: Ich stimme den Worten des Kollegen Norlonghi zu. ,'in w^bres Perbreeben. den Friedensvorarbeitende Italien schlag ohne weiteres zurückzuweisen. (Beifall.) Der Bürgermeister erklärte, daß er sich über diese Angelegenheit nicht äußern dürfe, denn schon in Mailand habe die Regierung einen ähnlichen Beschluß des Gemeinderats annulliert. Gemeinde- rat Romita erklärte, auch er wolle den Frieden, wie er den Krieg nicht gewollt habe. Seine Worte wurden später von der Regierung nicht wenig zu- sammengestrichen. Das italienische Volk sei des K rieges und der Opfer m ü d e. (Beifall und Lärm.) Berlin, 16. Dezember. A. Villag meldet, nach einem Budapester Telegramm der National-Zeitung aus Zürich: In Rom, Mailand und Bologna ver- hinderte die Polizei F r i e d e n s d e m o u - st r a t i o n e n. Ein französischer Sozialistenkongreß zum Friedensangebot. Paris, 18. Dez. (W.TB.) Meldung der Agence HavaS: Der K o i^g r e ß der sozialistischen Ver- einiguug des Seine-Departements bat eine lange Besprechung über die Frage der Wiederaufnahme der internationalen Beziehungen zu den kriegführenden und den neutralen Ländern abgehalten. Er nahm mit I» 026 gegen 403 Stimme» eine Entschließung an, die die Möglichkeit der Wiederaufnahme der i n t e r- nationalen Beziehungen und besonders der Verhandlungen ftir den Frieden in Betracht zieht unter der Bedingung, daß klare Vorschläge auf genau umschrie- bener Grundlage von Deutschland und seinen Verbün- Veten borgelegt würden. * Die Auffassung in Wien. Die Kölnische Zeitung meldet unterm 16. Dezem- ber aus Wien: In hiesigen amtlichen Kreisen hat man aus den vorliegenden Aeußerungen der feind- licheu Presse und der feindlichen Amtspersonen bis- her den Eindruck gewonnen, daß unser Friedens- angebet den feindlichen Staaten sehr in die Quere g e k o m m e n ist. Gerade die wutschnau- benden Beschimpfungen der feindlichen Blätter seien der stärkste Beweis dafür. Auf eine A n n a h m e des Angebots, die wohl nicht als ausgeschlossen, aber von Anfang als wenig wahrscheinlich betrachtet wor- den ist, macht man sich nach diesem Vorspiel k a u m noch gefaßt, erwartet jedoch die Feststellung der Ablehnung in Form einer regelrechten A n t- wort. Ob sie aber so oder einfach durch schroffe Vettveigerung der Annahme der Note erfolgen würde, der Hauptzweck der Unternehmung wäre er- reicht. Der Vierbund hätte der Welt seinen ehrlichen Friedenswillen gezeigt und den Verband gezwungen, offen Farbe zu bekennen und einzugestehen, daß er selbst um den Preis der Verlängerung des zwecklosen Blutvergießens seinen phantastischen Träumen sich hingebe, die Mittelmächte vernichten zu können. Das bedeutet für den Vierbund einen gewaltigen moralischen Gewinn, der sich ja schon jetzt aus den Stimmen der neutralen -Presse erkennen läszt. * Wilson und das Friedensangebot. Newyork, 18. Dez. (W.T.B.) Reuter. Der Bericht- erstalter der Tribüne drahtet aus Washington, daß Wilsons Weigerung Deutschlands Friedensvor- schlag offiziell zu Unterstufen, atge Enttän » schung bei den Deutschen hervorrief, besonders da bekannt ist dah andere Neutrale bereit find, sich nach Wilson zu richteii. — Iii einem Leitartikel lobt Tribüne die Haltung des Präsidenten nnd schreibt: Nicht wir müssen dringen und ermahnen. W'r können nur im äußersten Falle helfen und dieser äußerste Fall ist noch nicht da. Außerdem ist es für uns nützlich, geduldig zu sein; denn es ist für Europa uud die ganze Welt weniger wichtig, daß der große Zw'st beendigt werde, als daß er einen dauerhaften und gerechten Abschluß finde. Griechenland. Der Transport griechischer Truppen. Athen, 18. Dez. (W.T.B.) Agence Havas. Gestern begann der Transport von griechischen Truppen nach Morea. Im Bahnhof von Eleusis wurde das Vorbeikommen von Truppenzügen fest- gestellt. Die mit ber Ueb er wachung der Truppenbewegung beauftragten Offiziere begannen am Sonntag in Patras und Korinth ihre Tätigkeit. Die französischen Schisse überwachen beide Häfen. -©- Oer österreichisih-ungarisihe Tagesbericht. Wien, 18. Dezember. (W.T.B.) Amtlich wird verlautbart: Gestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des General- seid Marschalls von Mackensen. Lage unverändert. Heeresfront des Generalober st en Erzherzog Joseph. Beiderseits des Uz-Tales griffen die Russen unsere Stellungen nach heftiger Artillerievor- bercitnng an; die Kämpfe sind noch nicht abge- schlössen. Heeresfront des Generalfeld mar- schalls Prinzen Leopold von Bayern. Russische Vorstöße gegen unsere Feldwachlinie bei A n g n st o w k a waren erfolglos. Ebenso scheiterten sclHvächere feindliche Angriffe gegen unsere neuen Stellungen bei B o l P o r s k. Italienischer und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs dcs Generalstabs: von Höfer, Feldmarschallentnant. €> _ & G=> e> & e-1 -;i> & © <£> ts> Letzte Nachrichten Der Kaiser. Neues Palais bei Potsdam, 18. Dez. (W.T.B.) Der K a i s e v ist heute morgen im Neuen Palais eingetroffen. Der Wunsch nach einem Kriegsrat für Italien. Bern, 18. Dez. (W T.B.) Am Sonntag fanden in Rom zwei 33 e r f a in mIung« n von ©ena- toreu und Abgeordneten verschiedener Parteien statt. Das Giornale meldet dazu, durch diese parlamentarische Bewegung würbe auch in Italien der W u n s ch nach der Einrichtung eines Kriegs- rates z>itm Ausbruck gebracht. In diesem Sinne hätten die Vertreter der genannten Versanimlungen beim Ministerpräsidenten Boselli einen freundschaft- liehen Schritt unternommen, wobei sie erklärten, daß ihnen jeder Gebaute einer Opposition gegen die Re- gierung fern liege. öulgarischer Kriegsbericht. Sofia, 18. Dez. (W.T.B.) Amtlicher H.ere» bericht von gestern. Mazedonische Fron»:! An der ganzen Front schwaches feindliches Artillene- feitet* uud an manchen Stellen Patrouillengesechte. Rumänische Front: In der Dobrudscha dauert der Vormarsch an. Die verbündeten deutschen, bulgarischen und türkischen Truppen erreichten die Linie Golowitz-Zee—Pestentel—Doiran—Doku- zacea. In der östlichen Walachei rücken unsere Divisionen in Richtung auf den Unterlauf deH Calmatuiulflufses vor. Türkischer Kriegsbericht. Konstantinopel, 18. Dez. (W.T.B.) Amtliche« Be richt von gestern. T i g r i s f r o n t: Im Sil' bat unserer Stellung bei Felahie brachten wir mit. Erfolg das zn verschiedenen Malen vom Feinde «n 18. nnb 16. Dezember plötzlich eröffnete Feuer zum Schweigen und warfen durch unser Feuer vorgehende starke Kavalleriettuppen des Gegners zurück. Wir zerstörten ein feindliches Flugzeug, das, wie wir an» Samstag berichtet haben, von uns abgeschossen war. — Persische Front: Wie wiesen leicht einen Angriff, den die Russen mit schwachen Kräften gegen unsere Vorpostenlinie nördlich von Hamadan mach- ten, zurück. Au der übrigen Front kein Ereignis von Bedeutung. Voraussichtliche Witterung am IS. Dezember: nnbe- ständig, meist trocken leichter Frost. Wasserstand des Rheins am 18. Dezember früh! 'Schusterinsel 110, gefallen 20; Kehl 220, gefallen 7', Maxau 394, gefallen 5; Mannheim 307, gefallen 4. i *0$t-Bestell-Schein.~ (Nur tür Post-Abonnenten.) Hieser Post-Bestell-^cliein kann bei der Bestellung >» Rriefrniisrl lag unfrankiert in den nächsten Briefkasten L«' legt oder dein .Briefträger n itjjegeben »erdin. Dieser Schein kunn auch bei der Bestellung am Schalter Ilnes Post" amts benutzt werden. Auch jeder Landbtiefträger nimmt die Bcstellnne und kann rechtsgültig bis zum 25. ds. Jlts. für das Post" amt quittieren. N-ueintretende Kezielienles ßadisiheu Beobachters erhalten denselben aet-en Einsendung des Post-Kestellschdus unentgeltlich und postfrei bis Ende ds. Monats dnreh die Geschäftsstpl'e znsesandt. An das Postamt zu. Für Juli, August und September 1916 bestellt Herr 3 Monate 1. Vierteljahr) 1917 Badischer Beobachter Täglich » Aasgaben Bestellgeld Quittung. Vorstellend berechnete Jlark sind heute richtig gezahlt. Jl 3.65 den Dezember 1916. r<»Ntnmt Statt jeder besonderen Anzeige. Gestern nachmittag entschlief sanft nach kurzem, schwerem Krankenlager unser treubesorgter, herzensguter Vater, Bruder und Schwager Herr Peter Neurohr, Kaufmann wohlvorsehen mit den heiligen Sterbesakramenten im Alter von nahezu 51 Jahren. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Peter Neurohr jr. Familie Hans Neurohr. Familie August Neurohr, FamiSie Schiffhauer. Karlsruhe, Darmstadt, Saarlouis, Mannheim, 18. Dezember 1916. Die Beerdigung findet *'ittwo-h nachm. 2 1 j Uhr von der hiesigen Friedhofkapolle ans statt. Seelenmesse: Donnertag, 21. Dezemb r, vormittags 7 Uhr in der Liebfrauenkirelie. Trauerhaus: Selm: zeasirasae 12 a. 4-274 Danksagung;. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Tode unserer lieben, nun in Gott ruhenden Mutter, Grossmuiter und Tante Grossherzogl. Gartendirektors-Witwe sprechen wir hiermit unseren aufrichtigsten Dank aus. Karlsruhe, den 18. Dezember 1916. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Anna Deimling Witwe geb. Pfistar. * 4269 Einzahlungen auf die „ä»st- Kriegsauleihe verzinse ich von jetzt ab mit 4'!-°° Auch empfchlc ich mich für die Festsetzung der Wertpapierbe- stände zur Kriegs- und Besitz- stener-Erklärung wie im An- »nd Verkauf von Werteffekten, Geldsorten, Kupons etc. Carl Götz Bankhaus, 4275 Karlsruhe, Hebelstraße 11. Bekanntmachung. Seine Köni-iliche Hoheit der Großherzog haben heute ein Telegramm Seiner Majestät des Kaisers erhallen, in dem folgende Stelle einhalten ist: „Neber den Empfang, den mir die Einwohnerschaft Deiner Residenzstadl bereitet hat, habe ich mich sehr gefreut; er hat mich tief gerührt". Im Allerhöchsten Auftrage Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs habe ich die Ehre, dies zur Kenntnis der Karlsruher Bevölkerung zu bringen. 4266 Karlsruhe, den 18. Dezember 1916. ?er Hke bürgern,ei"er. Bekanntmachnttg. Kochknrfe für junge Mädchen betr. Der Vadische Fraiienvereii« (llntcr.ibteiuna Mädchenfürsnrgc) hnt mit Unterstützung der Slndtgemeinde im l. Sto.k des Hauses .«rUu» siruße s Jlr 122 eine Hochschule eingerichtet, in welcher hier wohn- huste Alüdchen im Alter von 17, mindestens aber >6 Znhren, mit geringe», Kostenanswanv d ie ante Aiisbild ina in Ko t en und Hauswirtschaft erhallen, die sie znr Übernahme einer Dieustüelle als Köchin befähigt. Jährlich werden 3 Kurie von l Monat Dauer nnd z>var siir je 12 «chii eriunen veranstaltet. Die Teilnehmeri nen h den lediglich den Betrug von 6» Mk. fiir den Kurs in 4 Teil- beirä^en von je Ib Mk. als Entgelt fiir ihr MttaMe» zu entrichten. F-nr nubeiuittelte Mädchen, welche an den Kursen teilnehmen wollen, können ans Ansuchen von der Stadiverw-ltnng Beiträge aus Woyliätigleiismitteln zur Bersiiglliig genent werden. Der eiste Kurs wird am 1. Februar 1917 eröffnet» Anmeldungen zur Teilnahme an diesew Kurs werden in der Zeit vom Dezember d. IS. vis ><>. Januar k. Is. beim Sekre- tariat des Bvlksschnl-^iektorats, (Hebclichule, Krenzstr. Nr. 13, 3. Stock, Zimmer Nr. 27) während der üb.iche» (Äeschäftsitunden ent- gegengenommeii. Karlsruhe, den 16. Dezember 1916. 4270 Der Stadtrat. Bitte um WeihuaclMgabeu für die Ki»derjchule des St. Franziskus anses, Grcnzstr. i'- Wie jedes Jahr, so möchtenwir auch dieses Jahr, vertrauensvoll ^rei-nden uud Wohltätern der Änualt die Bitte »m Weittnachtsgab^ in emp ehlende Erinnerung bringe», das Gebet der Kinder wird '• reichlich lohnen. gM iia^l?ruhe 1916. Schwester Oberin. Fifchverkauf s am Dienstag vormittag von 8 Uhr ab in der «ofienstrabe SV/98. Städtisches Nahrungsmittelamt. jeglicher Art fertigt schnellstens an „Badenia", Aktiengesellschaft für Verlag uud Druckerei Karlsruhe °Dose circa ^ ! 200 Gr. SUif. m | Doie circa 100 Gr Mk. erhältlich in folgenden Filialen: Georg-Aricdrich- strasje, Karl-Ariedrich- strafte, 4267 Karl-, Ecke ?ikade»niestraße, Krieg-, Ecke Eisenlohrstratze, Kaiser-Allee, Ecke Uorkstraße, Zill Äadüei! ßcLrtljfiift eine 2—3 MmemollNilllg mit Ziegeiiftnll auf 1. April 1$^ zu mieten gesucht. Angebote unter PreiSang oisb .lb unter Sir. 981 des BtuM» erbeten. ^be ..ite^ 421 * 229 Gesucht werden tüchtige Mädchelt für den Haushalt durch den ^ Stellennachweis des MM. Mäd.henschBvettill ÄarUvuhf, Hirschlr«t» 35^ Bitte. Der Araneuvinzeutinsv^k^ ^ bittet herzlich, seiner Arme»^ ^ Kranke»zu-denken uvd an Ge.d. «leidungs- Miefen nnd ÜebcnfemttteX W b(rt ittichlSivende» zu geben. .M « oder anzumelden wo abznh Fräulein > amm. Frau -Ntlb, Soiienstr. 13-, Z Scholl. Macieufir. 22 • 3'f al 1 ^ , n , «adfitcrftr. I7.«n» Steianienitraize 98. iiir jede lleinne Zuwend Carbid-Llliapril s QJyct® in großer Auswahl «n Ii gen empfiehl »tu.«> Küchengeräte und geschn'l „ r . c s3» Karlsruhe. -..i,enst^5