Nr. 28 Abend-Ausgabe Karlsruhe, Mittwoch, den 19. Januar 1916 54» Jahrgang Fernsprecher 535 Hauptorgan der badischen Zentrumspartei Postscheck: Karlsruhe £8^4 S'iftfeeint an allen Werktxgen in zwei Ausgaben — Bezugspreis: In Karlsruhe »ut tb Jtrager zngestellt vierteljährlich Mk. 2.90. Von der BeschäftSstelle oder de» «olagen abg«h»lt, monatlich «5 Pf. Auswärts (Dentschland) BeznzipreiS durch die Po,t Mk 3 3b vierteljährlich ohne Bestellgeld, bei Vorauszahlung. Bestellniizen in ^esterrelch-lliizarn, Luxemburg, Belgien, Holland. Schweiz bei den Poitamtalten. UebrigeS Ausland (Weltpo'tverein) SUf. 9.50 vietteljährlick durch die Geschäftsstelle. Bestellungen jederzeit, Abbestellungen nur auf AierteljahrSschluß Beilagen: Je einmal wöchentlich: da« illustrierte achtseilige Untlrhaltungsblatt „Eterne und Blumen" da? vierseitig e Unterbaltung Sbla tt „Blätter fite den Hamilten- tis.i," und „Blätter für Haus- »ird Landwirt,.hast" Wandkalender, Taschenfahrpläne usw. 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M e für Ausland <*inc6rid?tenbienft, Handelsteil und den allgemeinen Teil: Franz 28 a rur «uriB ») AWunbfn; von finre !2 b-S 1 USr mittag« eij er; h> Verantwortlich: Für Anzeige» und Reklamen: Franz P f e i f f e r in Karlsruhe Zusammenkunft öes Kaifers mit öem König von Sulgarien in NW. Tagesbericht vom Großen Hauptquartier. ' Großes Hauptquartier, 19. Jan., vorm. - ^und mit Oefterieich nicht zuletzt in der Er- f«$? ÜSP einging. mit Hilfe Oesterreich-Ungarns k», »«'Mischen Schlvächen und politischen Unvoll- b i,^ / unter de m Schutze dieses Ver- Zu beheben, um dann gleich der fclirf ^ ln dem ihm geeignet erscheinenden Augen- ter abrint-KJ n n Wohltäter loszuzischen, während als die Kampfruf fast in noch höherem Maße schwulitiaenl den „unerlösten Gebieten" be- nun Italien ,?»! Bedenklichen wirkte, sieht sich 'ine Zukunft L? 0 ™ bc großer Hoffnungen und vor Gnade oder Ii« ?' die es letzten Endes auf ^ " t e r e s s - „ in seinen adria tischen weisen w^ Oest err e ich- U n ga rn an- ^ü.n sti no Damit aber ist Italiens anf das Teilung im Rate der Völker Einfluß ; mt)f ' n ^i(frste bedroht. Würde Italiens Sa,uld ^^5^^tischen Meer durch seine eigene « u rh% ."-^lich verkümmert werden, dann staIIde 5em^" Ansehen als Kroßmacht auf fttr l e rp * Man sieht also allein aus diesen ..Judeutungen, in welches gefährliche Aben- SfripL galten stürzte, als es diesen wahnsinnigen und ■ f Cften seinen, einstigen Verbündeten eröffnete, lriii„"'r C r,'ch° n läßt sich erkennen, wie furchtbar ein Wmhlufcr Verrat gerächt wird? c Sr„?^ ,n 'Oesterreich-Ungarn auf drei gewaltigen ^'"?n furchtbare Kämpfe zu gleicher Zeit zu be- iF, ■' trotzdeni die Italiener unter Aufgebot >rer Millionenarmeen gegen seine Front anren- ^'n und diesen Umstand zum Vorwand der Ablehn- aV? gegenüber Wünschen auf das Einigreifen in u nahmen, war es ihm möglich, den kühnen A'?u zur Einkreisung Montenegros von drei Seiten her und zwar mit dem Hauptstoße von Ser- l1 "*u aus der Flankenbedrohung von Cattaro her Nkgen den Lowcen und von der Herzegowina aus durchzuführen. Seit es überhaupt ein montenegrinisches Staatswesen gibt, ist es jetzt zum ersten Male seindlicheii Truppen gelungen, in dieses Land, das sich in seinem machwollen Wall riesiger wilder und zerklüfteter Berge für jeden Angreifer unnah- bar glaubte, einzudringen, selbst im Kampfe mit den Türken konnten diese es nicht ermöglichen, das „schwarze Königreich" zum Fall zu bringen. Kein Wunder, daß der Stolz auf diese stets geivahrte Un- abhängigkeir nnd Freiheit sich auch dadurch Aus- druck gab, daß Montenegro einen unverhältnismäßig großen Einfluß beanspruchte und tatsächlich auch genoß. Mitbestimmend dafür war unter anderem auch das Geschick des montenegrinischen Königs, durch Fa m i I i e n b a n d e sich starke Rückendeck- ungen zn schaffen. Seine Tochter Helena heiratete den König Viktor Enranuel 1Il. von Italien, und sie war mit eine Hanpttreiberin in dem Kon- flitte, von dessen Ausgang sie sich auch die Erfüllung der ehrgeizigen Träume ihres Vaters versprach, der sich schon mit der Hoffnung trug, das abgewirtschaf- tete serbische Herrschergeschlecht abzulösen: eine an- dere Tochter Nikitas, Anastasia, wurde die Gemahlin des sogar auf den Zarenthron spekulierenden Nikolai Nikolajewitsch, dem die Aufgabe zugefallen war, Deutschland und Oesterreich zu zermalnien, und eine dritte Tochter, MUitza, heiratete den einflußreichen russischen Großfürsten Peter. So wurde mit Hilfe dieser Verbindungen der Ge- danke des Pmiislawismus, aus welchem die Wurzeln diese? schrecklichen Krieges entsprangen, zum Unheil der Völker gepflegt. Mit der Vernichtung Montenegros, die Italien nicht mehr aufhalten konnte, selbst wenn es wollte, wird eine Erleichterung der künftigen Neuordnung der B al k.a n ve r h ä l t n i sse sich ergeben. Nach Serbiens Vernichtung mußte erst die Unterwerfung Montenegros erfolgen, unc voll- kommen freie Babn der die künstige Gestaltung der Dinge nnd ihre S i ch e r st e l l u n g gegen neue Bedrohungen und Friedensstöri.'^gen zu erzielen. Mit Montenegro fällt das dritte europäische Königreich England zum Opfer! Mit den Königen sind Millionen heimatlos und landesflüchtig geworden, Millionen dem Hnngertode, Not und Elend preisgegeben und Millionen Existenzen vernichtet. England hat in dem von ihm gemischten Kartenspiel nunmehr drei Könige verloren! Der vierte, welcher Haupttninrpf werden sollte, erwartet mit Bangen und Schrecken sein unabwendbares Schick- sali -88.- Oer Krieg zur See. Der schwedisch-cnglischc Postkricg Allein in Gotenbnrg haben sich 43 000 eng- lifck'e Postpakete angesammelt, die Schweden zurück- hält, und fast täglich treffen noch neue >Sendnngen von England ein. Es haben eigene Räume für die Unterbringung dieser Mengen gemietet Iverden Müssen. * Kopenhagen. 19. Jan. (W.T.B.) Berlingske Tidende meldet aus Malmö: Ter s ch w e d x i ch e Dampfer „MiMo", der ani Sonntag von Kopenhagen nach Ystad abging, wird vermißt. Das Schicksal des Schiffes ist unbekannt. m verschiedene Kriegsnachrichten. Weihnachtsdank von den Fronten. Berlin, 17; Jan. (W.T.B.) Zun, zweiten Male Hai zu Weihnachten heimatlick)e Liebe nnd Treue des Feldheeres in emsiger Fürsorge ge- dacht. Den Tapferen int feindlichen Feuer, den Verwundeten, und Kranken im Feld- nnt Etappen- lazarett, dem' unermüdlichen Bahnschutze, den wacke- ren Arniiernngssoldaten, den Verwaltern des Nach- schubes, den treuen Krankenpflegern und Schlve- stern, jungen und gereiften Helden in West, Ost und Süd, ihnen allen sind Weihnachtsspenden zuge- gangen als neues, uoch engeres Band zwischen der unerschütterlichen Weckt draußen und dem sorgen- den Heimathaus. So sei denn allen, die mit Herz und Hand dieses schöne vaterländische Werk deutscher Weihnachts- liebe gefördert nnd unermüdlich zu gutem Ende ge- führt haben, abermals h e r z l i ch st gedankt. Der Generalquartiermeister Frhr. v. Frey tag Loring Hoven. Der Chef des Feldsanitätsweseiis v. ch j e r n i n g. Der Kaiserliche Kommissar und Militärinspekteur der freiwilligen Kmnkenpflege Fried rich Fürst zu So l m s - Bar u t h. Ausgetauschte Geiseln. Gens, 18. Jan. (W.T.B.) 10 zum Austausch be- stimmte d e u t s ch e G e i s e l u, die in Frankreich interniert waren, kamen heute Mittag 1.20 Uhr hier an. Darunter befanden sich der frühere deutsche K o u s u l in T u n i s, Barry und Gemahlin, Pro« sessor Kaufmann, Dr. Kaiser nnd andere Persönlichkeiten. Sie erklären, daß sie sich über die Behandlung in Frankreich nicht zu beklagen hätten. Eine scharsc Verordnung des Generalgonveriieurs von Belgien. Brüssel, 18. Jan. (W.T.B.) Der Generalgou- verneur hat folgende Verordnung erlassen: Wer im Gebiet des Generalgouvernements der vor- sätzlichen Brandstiftung, der vorsätzlichen Verursachung einer Ueberschwemmung oder eines Angriffs oder W i d e. r st a n d e s gegen die bewaffnete MaM oder Abgeordnete der deutschen Zivil- oder Militärbehörden in offener Gewalt nnd mit Waffen oder gefährlichen Werkzeugen versehen sich schuldig macht, wird mit dein Tode besizast. Sind mildernde Umstände vorhanden, kann statt auf Todesstrafe auf eine 10—20jährige Zuchthaus- strafe erkanmt werden. Wer im Gebiet des Generalgouvernements in Beziehung auf die Zahl, die Marschrichtung oder angebliche >sicge der Feinde wissentlich falsche Gerüchte ausstreut oder verbreitet, die geeignet sind, Zivil- oder Militärbehörden hinsichtlich ihrer Maßregeln irre zu führen, oder zum' Verbrechen des Aufruhrs, zur tätlichen Widersetzlichkeit, zur Befreiung eines Gefangenen oder zu anderen Verbrechen, wenn auch ohne Erfolg auffordert oder anreizt oder Personen des Sol- datenstandes zu Verbuchen gegen die Subordination oder Vergehen gt'gen die militärische Zucht und Ordnung zu verleiten sucht, soll, wenn die bestehen- den Gesetze und Verordnungen keine höhere Freiheitsstrafe bestimmen, mit Gefängnis bis zn 5 Jahren bestraft wenden. Berichte von Belgiern über ein deutsches Gefangenenlager. Brüssel, IS. Ja-n>. (W.T.B.) Zwei angesehene Belgier, Baron de Thysebaert, Offizialratsmit- glied, Jambes (Namur), nnd Tr. Falmagne, Na- ninr, hatten die Erlaubnis erhalten, i h r e k r i e g s- gefangenen Verwandten im Lager von Soltan zu besuchen. Sie besichtigten dabei das Lager genau und erstatteten nach ihren eigenen Angaben einen durchaus spontan freiwilligen Bericht über die dortigen Verhältnisse, den sie zur Beruhigung aller Angehörigen belgischer Kriegs- gefangener veröffentlichen zu sollen glaubten. Die- ser Bericht ist in einer Reihe belgischer Blätter erschienen, so im Ami de l'Ordre am 28. und 20. De- zember uud im Het VlaaMsche Nieuws am 30. De- zember. Aus diesen sind sie mich in die auswärtige Presse übergegangen. Bei einigen geringfügigen Wünschen waren darin die Lage der Kriegsgesange- nen, ihr geradezu glänzender G e s u n d h e it s- z u st a u d, die Unterkunft, die Behandlung und die Verpflegung sehr günstig dargestellt und in sachlich gerechter Weise gewürdigt. Hieran hat die belgische F l ü ch t l i n g sp res sc bitteren Anstoß genommen. Das in Le Havre erscheinende, von der belgischen Regierung gegründete Belgisch Dagblad vom 14. Januar bringt einen entrüste- ten Gegenartikel, in dem es sagt: Dazu hätten die beiden Augendiener der Deutschen nicht nach der Lüneburger Heide zn reisen brauchen, um mit Genehmigung der deutschen Barbaren solche ungehörigen Dinge zu berichten. Das lveiß man doch besser, wie eS den Gefangenen in Deutschland tatsächlich geht. Die beiden Berichterstatter haben, sei es mit oder ohne Absicht, eine üble Tat voll- bracht: 1) haben sie d<'n Aushungere? und Brandstifter ihres Landes als Menschm dargestellt, was er nicht ist, 2) einen kalten Wasserstrahl ans die Hilssbereitschist der Belgier gesandt, die nun glau- ficii, die Gemnaenen brauchten nichts mehr. Am Tage der Vergeltung werde sowohl Baron de Thysebaert wie Tr. Falmagne vor das Gericht des Volkes geladen werden. — Deutlicher kann wohl nicht ausgesprochen werden, daß die offiziellen b e l g i s ch e ii K r e i f e es für notwendig nnd pa- triotisch halten, lieber zn lügen, als die für Dentschland und die Deutschen günstige Wahrheit anzuerkennen, auch trenn sie von eigenen angesehe- nen Landsleuten kommt. Mit Drohungen solveni solche unbequeme Zeugen mundtot gemacht werden. Paßt darauf nicht vielmehr das Schlagwort: „Regime de la terreur", das so gerne gegen die deutsche Verwaltung in Belgien schlenderten? Strenge Zensur für die Polenblätter in Rußland. Die in St. Petersburg, Moskau und Kiew er- scheinenden Polenblätter dürfen nichts mehr über die Zustände in den von den Deutschen, fowiß Oesterreichern und Ungarn besetzten Teilen Pole u s bringen — der best« Beweis, daß diele Zustände besser sind als in Rußland. Diese pol- Nischen Blätter hatten bisher eine Rubrik Aus gaiui Polen, die jetzt als völlig weiße Stelle in den polnischen Blättern erscheint. (K. V.) Russische Anleihe in den Vereinigten Staaten. London, 18. Jan. (W.T.B.) Daily Telegraph meldet aus Newyork unter dem 16. Januar: Ein starkes amerikanisches Syndikat, an dessen Spitze die Garaniy Trust Co. von Newyork steht, verhandelt mit den sechs kapitalkräftigsten russischen Banken über eine A n l e i h e v o n e t w a 1 0 Q Millionen Dollars. Sie soll dein ameri» -kaNischen Publikum in Form von Akzepten ango- boten und zu hohem Zinsfuße ausgegeben werden. Tiefe Anleihe soll mit einer anderen von dein glei, chen Betrage, über die die National City Bank seit geraumer Zeit verhandelt, konsolidiert werden, so- daß dieselben amerikanischen Banken an beiden Emissionen interessiert sind. Entscheidungen sind noch nicht erzielt. Bescheidener geworden ist man in Rußland, wie folgendes Telegramm deSi Petersburger Berichterstatters der Times berichtet: Petrograd, 1-1. Jan. Am ersten Tage des neuen russischen Jahres brachten die Zeitungen aus» sührliche Artikel über die militärischen und politischen Ereignisse des verflossenen Jahres. Fast ohne Ausnahme ist deren Ton auf Mäßigung uud Z ii r ü ck h a l t u n g g e st i m m t, mit einer b e - merken s w e 11 e n S che u, etwas zu p r o p h e- z e i e u. Nirgendwo ist die Neigung bemerkbar, die Größe der Aufgabe, die noch vor Erreichung des Endsieges zu erfüllen bleibt, zu unterschätzen; es gilt einen Sieg über einen Feind, der nach den! Worten des kaiserlichen Befehls „stark an Zahl und reiche» H i l f s q n e l l e n j e d e r A r t ist'* OD Der Krieg mit Italien. Der 5iönig von Italien. Rom, 19. Jan. (W.T.B.) Meldung der Agenzia Stesani. Der ftönig ist nach zuvitägiger AbWesen- heit, die der Besichtigung der S e c st r c i t ■ fräste gewidmet wir, hierher zurückgekehrt. Am 16. Januar empfing der König an Bord seiner Jacht „Trinacria" die Kommandanten aller italieni-- scheu nnd alliierten Schiffe, sowie die Militär- und Zivilbehörden. Am 17. Januar begab sich der König nach Brindisi, wo er die Einrichtungen der starken Verteidigungsanlagen besichtigte, sowie deu serbischen Ministerpräsidenten und einige Mitglieder der serbischen Regierung empfing. Dir heldenhafte Verteidigung deö Col di Lana. Von der schweizerischen Grenze, 18. Jan. Major T a n n e r, der Kriegsberichterstatter der Basler Nack?richten> schildert seinem Blatte die heldenhafte! Verteidigung des Col di Lana durch die Oesterreicher und schließt seinen Bericht wie folgt: Wenn es fo weiter geht, können die Italiener noch 20 Jahre l a n g d i e S p i tz e n beschießen, sie werden diese und jene ramponieren, aber vorwärts k o m in e n sie n i ch t. Tie österreichische Ar» tilleric versteht es meisterhaft, die Angriffe abzu- wehren uud die Infanterie weiß sich von ihr in je- dem Falle unterstützt. Zu glauben, die Italiener träfen nichts, die Steinspjitter gingen an den Köpfen der Leute vorbei, wäre falsch. Die Leute haben Verluste und verkenne,, 'den Ernst der Lage nicht. Sie zollen auch dem Gegner die Achtung eines schneidigen Stürmers. Aber fürchten? N e i ». Und lieben tun sie ihren Col di Lana! Es ist rührend! Für eine Schwenkung der italienischen Politik. Von der schweizerischem Grenze, 18. Jan. Die Schweizer Blätter melden aus Mailand: In Mai- land und Florenz haben Kundgebungen für einen Friedensschluß stattgesunden. In Mailand wurde eine Flugschrift verbreitet unter anderem mit folgendem.Inhalt: Da Italien feinem Drange nach dem Osten zur Festigung seiner Vormachtstellung in der Adria augenblicklich nicht weiter nachgeben kann, so sehe es sich gezwungen, sich nach d e ni W e st e „ zuwenden und dort seine alten Ansprüche der Erfüllung näherzubringen, bevor der Feind auch dem italienischen Drange nach dem Westen einen Damm vorrickste. Frankreich Ware nicht imstande, der feindlichen In- vasion sich zu widersetzen. Italien s o l l e n u * herzhaft zugreifen." -(0)- Snte 2 Kadischer Beobachter, Mittwoch, den 19. Januar 1916 Ur. 38 demschlanö. Berlin, 19. Januar 1916. Zur Urlaubsfrage führte der Zentrumsabgcordnete Nacken im Reichstag u. a. aus: „Ich komme zu einer Reihe von Einzelfragen, und zwar zunächst zu Urlaubs- fragen. Da stehen ineine politischen Freunde auf dem Standpunkt, daß in weitestem Umfange Urlaub gclöährt werben soll, soweit die militärischen Zwecke eö zulassen, und daß dabei insbesondere die Mann- schaffen zu berücksichtigen sind, die noch nicht in Urlaub gewesen sind. Das Kriegsministerium hat, was hiermit ausdrücklich anerkannt werden soll, dieseni Gedanken schon in gewissem Umfange Rechnung getragen. Vielleicht könnte man aber anf diesem Gebiete noch weiter fortschreiten. Jnsbeson- dere möchte ich mir gestatten, auf einige Dinge hin- zuweisen, deren Beachtung meines Erachtens zweck- mäßig ist, um Härten zu vermeiden. Ich möchte an den Kriegsminister die Bitte richten, dahin zu wirken, daß nicht kleine Vergehen und Verfehlungen von Mannschaften an der Front zum Anlaß ge- nommen werden, ihnen dauernd den Urlaub zu ver- weigern: ferner daß in gewissen bringenden Fällen, z. B. bei schwerer Erkrankung oder bei Todesfällen von nahen Verwandten dem Kompagnieführer die Berechtigung gegeben wird, auch über das sonst übliche Maß hinaus Urlaub zu erteilen, selbftver- ständlich unter nachträglicher Genehmigung des Bataillonskommandeurs. Ferner wäre zu erwägen, ob nicht in größerem Umfange die nur Arbeitsverwendungsfähigen unb Garnisondienstfähigen be- urlaubt, wenn nicht gar entlassen werden können. Erfrenlicberweife hat das Kriegsministerium schon jetzt in größerem Umfange die reklamierten Feld- dienstfähigen eingezogen und dafür nicht mehr feld- dienstfähige Leute zur Verfügung gestellt. Es bleibt indessen noch immer der Eindruck, als ob eine im- gewöhnlich große Zahl nur garnisondienstfähiger Leute in den Ersatztruppenteilen verbleiben. Ganz besondere Billigimg findet bei meinen politischen Freunden die Resolution betr. längere Beurlaub- ung von Leitern landwirtschaftlicher und gewerb- licher Betriebe. Nachdem so große Massen eingezogen sind, iverden naturgemäß hin und wieder landwirtschaftliche und Gewerbebetriebe in Schwie- rigkeiten geraten, wenn nicht der Betriebsleiter oder Inhaber vorübergehend für längere Zeit in seinem Geschäft nach dem Rechten sehen kann. Dasselbe gilt von den Handwerksbetrieben, die vielfach jetzt von den Frauen fortgeführt werden. Auch hier kommt es darauf an, daß der Mann Gelegenheit er- hält, vorübergehend längere Zeit im Geschäfte sich ninzusehen. Wirtschaftliches Durchhalten ist ebenso nötig, wie militärisches. Sehr viel hängt auch namentlich davon ab. daß wir im Frühjahr alles rechtzeitig bestellt bekommen. ES sei anerkannt, daß das Kriegsministerium bereits begonnen hat, diesem Gedanken Rechnung zu tragen i ich darf daher der Hoffnung Ausdruck geben, daß die im Ausschuß in dieser Beziehung gegebenen Anregungen ihin Ver- anlassung geben werden, auf diesem Wege fortzu- Hhreiten." (Beifall.) .Karlsruhe, 19. Januar 1916. Erinnerung. Von konservativer Seite wird uns aus Anlaß des Ablebens Dr. Amnions geschrieben: Wer den Wahlkampf von 1878 im 1. badischen Reichstagswahlkreis (Konstanz) mitgemacht hat, wie der Schreiber dieser Zeilen, der wird sich noch daran erinnern, daß damals Otto Amnion der Kan- didatur des von Konservativen und Zentruni auf den Schild erhobenen hochverehrten Prinzen Wil- Helm von Baden die allerschärsste Opposition machte. Die nach beendigten? Wahlkanipf wohl auf Veran- lassung und unter Beihilfe des Freiherrni Otto von 'Stockhorn, danials Kreisgerichtsrat in Konstanz, aber nicht von ihm, sondern von dem vor einigen Jahren verstorbenen Geheimen Hofrat Julius .Keller ver- faßte treffliche Schrift „Früchte des Liberalismus in Baden" weist nach, in welch hervorragender Weise sich die, damals von Otto Amnion und Bissing geleitete Konstanzer Zeitung an der maßlosen Agitation gegen den edlen Prinzen, unter Beihilfe der Beamten und Duldung des Ministeriums Turban— Stößer beteiligt hat. Es tvar die „Zeit der wilden politischen Jugend", wie der Bad. '53w 'b. in Nr. 22 vom 15. ds. Mts. schrieb. ^Nun ist ja nicht zu leug- nen und es ist auch dem Schreiber dieser Zeilen an- genehm, anerkennen zu können, daß Amnion mit den Jahren von jenen extremen Richtung immer mehr abkam und sich namentlich von dem Großblock- gedanken nie fangen und betören ließ. Aber seine uirrichtige Beurteilung der Lage, die er 1878 nur allzii deutlich kundgegeben hat, scheint er doch auch noch in dein letzten Abschnitt seines Lebens festge- halten zu haben. Er hat anläßlich des heftigen Wahlkampfes im 1. badische» Reichstagsivahlkreis, als Landgerichtsdirektor Frhr. v. Rüpplin Kandi- dat des Zentrums war, und der >schreiber dieser Zeilen (in der Presse) in Unterstützung dieser jedem Konservativen sympathischen Kandidatur, die Er- eignisse von 1878 in Konstanz erwähnte, die Be- Häuptling öffentlich ausgesprochen, daß Prinz Wil- Helm von Baden damals nicht wahrheitsgemäß un- terrichtet gewesen sei, sonst hätte er die Kandidatur aus d«n Händen der Konservativen nicht angenom- men. Das ist ein Irrtum, dem zu widersprechen nicht mehr länger gezögert werden darf. Ter nun in Gott ruhende Prinz Wilhelm war vollständig genau unterrichtet und wnßte ganz genau, was er tat. Er hat sogar damals den Konservativen, die ihn unt Uebernahme der Kandidatur baten, aus- driicklich die eine Bedingung gestellt, daß auch das Zentrum erkläre, seine Kandidatur unterstützen zu wollen. Bezüglich der Liberalen hat er diese Beding- nng nicht gestellt. Man konnte ja auch hoffen, daß er, der wenige Jahre zuvor von allen Liberalen in Karlsruhe zum Reichstagabgeordneten^gewählt wor- den war, nun, in der viel ernsteren "Situation auch in Konstanz, wo ein nvtionalliberaler Kandidat noch gar nicht aufgestellt war, auch von den Liberalen als genehm angenommen werden würde. Allein damals war eben noch die Zeit der „Maienblüte" des Libera- lismus und daher mußte dieser edle Prinz, der am 18. Januar 1870 bei Ruits an der Spitze seiner Bri- gade sein Blut fürs Vaterland verspritzt hatte, dem Ansturm der Liberalen aller Schattierungen er- liegen. Die wenigen noch lebenden Zeugen seiner Tapferkeit und patriotischen Ueberzeugungstrene werden ihm ein nie verlöschendes Dankgefühl be- wahren. — Soweit also konnte sich Ammon dem Banne nationallib. Parteianschauungen nicht ent- ziehen, daß er nach längst wieder eingetretener Ruhe jene Vorgänge ganz unparteiisch zu betrachten im- stände war, obwohl er ja im übrigen, belehrt durch die Entwicklung der Dinge, wie es scheint, sich nicht unerheblich mehr nach der rechten Seite hin gewe«i> det hat. Namentlich ist ihm hoch anzurechnen, daß er in einem Punkt dies getan hat, der sonst als scharfe Grenze zwischen „liberal" und „konservativ" (dies Wort im mehr religiösen Sinn genommen) angesehen werden kann: dem Exhibitionismus des Nackten. Die Leute, welche heutzutage gegen die Zu- dringlichkeit schamfreier Kunstwerke öffentlich auftre- ten, sind sehr selten. Hat doch kaum ein „Sittlichkeits"- Verein die Kraft z. B. gegen Ausstellung schäm- loser Bilder in Kunstvereinen aufzutreten. Wir werden es erleben, daß — wie man in den Zeit- ungen liest — sobald dem Kupfermangel abgeholfen sein wird, in einer Nische des Reick^stagssitzungs- saales eine Bronzestatue von Professor Fritz Klinisch in Berlin anfgestellt werben wird, »velche die G o t t e s f u r ch t darstellt: ein gänzlich nack- t e r Jüngling. Chrom?. Aus Saöen. ch- Walldorf bei Wiesloch, 19. Jan. Einer lang, jährigen M i Ich fä l s che re i ist Man hier auf die Spur gekommen. Die Gendarmerie faßte ein Mäd- chen beim Milchholen ab und bei der Milchunter- suchung zeigte sich, daß die Milch nur 13 Grad wog, also 100 Prozent schlechter war, als gesetzlich zu- lässig ist. )!( Heidelberg, 18. Jan. Ein alter Schwind- l e r t r i ck wurde hier wieder einmal init Ersolg durchgeführt. Eine unbekannte Frauensperson zahlte in verschiedenen Geschäften beim' Einkauf einer Kleinigkeit mit einem Z w a n z i g m a r k - schein, den sie dann wieder mit dem Weichsel- geld verschwinden ließ. Nach der 'schwind- lerin wird gefahndet. Theater unö Kunst. + Liederabend von Frl. Maria Mora v. Goetz. Nachdem Frl. v. Goetz bereit« zweimal in den Konzerten der Liederhalle mit gutem (>r°olg aufgetreten war, wollte auch die Mliseumkzeiellschast ihren Mitgliedern Gelegenheit gebe«, die Sängerin zn hören, und zu diesem Zweck veranstaltete sie gestern einen Liederabend, der im allgemeinen den in den beiden letzten Konzerten gewonnenen Eindruck von der Kirnst der Sängerin bestätigte. Frl. v Goetz sang Lieder von Kr. Schubert, H. Wolf, Neickardt, Wohna, Himmel, N. Strauß und Brahm». Die Sängerin fand wieder warmen Beifall, besonder« mit den ihrem Organ gut liegenden Lieder« „WeyIaS Gesang" von H. Wolf, „Da unten im Tale" von Brahm», „Hau« und Siesel" von Wohna, Neicbardt? „Wenn die Roien blichen" und BrahinS „Meine Liebe ist grün". Wiederholte Hervorrufe nStiaten sie zu einer Dreingabe, wobei sie wieder mit Neger« Marienliedchen brillierte. Da« SrostherzogSpaar, bnS sich für die Darbietungen sehr in- teressierte. zog die Künstlerin uach Beendigung de« Konzert« längere Zeit int Gespräch. Kirchliche Nachrichten» — Frciburg i. B., 18. Jan. Abermals wurde ein Vorsteher de« Theolog. Konvikle» zum Doktor der Theologie Aomovicrt, Herr Ztepetitor und Feldgeistlicher Dr. philos. W. Rauch. Bevor er tzinaulzog in» Feld, hat er an hiesiger Hochschule eine Arbeit eingereicht über „Engelbert Klüpfl, sein Leben und sein Wirken, ein Veitraa zur Geschichte der AufklSrnng und der Freiburger Theol. Fakultät". Die ge- lehrte Arbeit wurde von der Hocbw. Theol. Fakultät mit dem «rädik«te Slimi» eroditio «»«gezeichnet. Nun hat Herr Dr. Rauch einen militärischen Urlaub benützt, um da« Werk durch Ablesung der tii«oroi* zu krönen. Er hat ingigni Wim laude bestanden. Dem feld«rauen Ikeoiloetor 3t. Theo- loeite — gewiß eine seltene Erscheinung — unsere herz- ochsteu Glückwünsche! Breslau, 18. Jan. (W.T.B.) Wie die Volksztg. meldet, starb gestern der Genemlvikar, Dom- kapitular Prälat Dr. Joseph Klose, apostolischer Ehrendoktor der Universität ^Breslau im Alter von 75 Jahren. Der Bischof von Metz zu Kaisers <>ieturtStag. Im Kirchliche» Amtkblatt der Diözese Metz v-röffentlicht Bischof Willibrord von Metz in deutscher nnd französischer Sprache eine Anweisung filr die Geistlichkeit zur kirchlichen Feier de« Tage«. E« heißt darin u. a.: Znm zweiten Male begeben wir im Krieg«getiimmel da« Gebiirtssest Seiner Majestät de« Kaisers. Wenn wir »ach der Mahnung de« hl. Paulu« zu allen Zeiten „für den König und für alle, die ein hohes Amt bekleiden, inbrünstige« Flehen. Gebete, Bitten und Danksagungen darbringen sollen", so ist diese Pflicht nnter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz besonder? dringend. So wolle» wir denn vor allem Gott dafür danken, daß er Seiner Majestät Gesundheit »»d Kraft geschenkt hat, um seinen so schweren Obliegenheiten nachkommen zn können; danken wollen wir dem Allerhöchsten, daß e« unserm Kaiser beschiede» war, durch seine siegreichen Heere den Feind vom heimallicben Bode» ferne zu halten und so auf einen ehrenvollen Frieden hinzuarbeiten. Aber auch bitten wollen wir Gott den Herrn, daß er fortfahre, S. M. dem Kaiser, neben körperlicher Gesundheit nnd geistiger Frische, da? Lickt zu gebe.i, welches nötig ist, ihm bei den folgenschweren Entscheidungen, die er zu treffen hat, stet? d i« Rechte erkennen zu lasse», und die Kraft, deren er bedarf, das erkannte Gute trotz der entgegenstehenden Hindernisse «ulvoll zn vollbringen. Besonder« aber ivollen wir Gott anflehen, er wolle den» furchtbaren Kriege recht bald ein Ende machen und S. N. dem Kaiser gewähren, nach errungennn Siege feinem Volke einen dauerhaften, glücklichen Frieden zu geben. * Wie», 18. Januar. (W.T.B.) Der Prager Kardinal Fürsterzbischos SkrbenSky ist durchAkklamatio» zum Erz bisch o f von Olmütz gewählt worden. )( Eberbach, 18. Jan. Ein dtirch zwei Landsturm- männer verhafteter Fahnenflüchtiger, der schon im Dezember v. I. aus einem Militärgefängnis entkommen war und aus der Fahrt nach Lauda erkannt wurde, schoß sich in einem unbewachten Augenblick eine Kugel in die Herzgegend. An dem Aufkommen des Selbstmörders wird ge- zweifelt. Mersheim, 15. Januar. Dem Tauberboten wird von hier geschrieben: Aufgepaßt! Ihr Kleinbauern! Seit 3 Wochen haben sich Vi eh preise sür 8 ü h e nnid Jungvieh sehr erhöht. Kühe, die vor drei Wochen noch bezahlt wurden mit 500 Mark, kosten jetzt 700 Mark und noch mehr. Alle Tage kommen Käufer für Kühe und Jungvieh. In letzter Zeit fanden Verkäufe statt, besonders von Jähr- liitgen, wo der Käufer andern Tags 30, 50, ja bis 100 Mark Profit machte, besonders der schlaue Hau- delsmann, der sehr frühe kan? mit seinen getreuen Helfern, schöne süße Worte redete und den guten unerfahrenen Kleinbauern billig abkaufte; da wird jetzt 'den Kleinbauern Futternot vorgemacht und so verkauft mancher billig. Es ist traurig, wenn man sieht, wie so kurzsichtige Kleinbauern, die den Kampf ums Dasein führen, von dein Handelsmann oftmals behandelt werden. Der Baner inuß in Schweiß nnd Mühe das ganze Jahr sich plagen, und der Handelsmann muß den Gewinn haben, und Un- Zufriedenheit, Kummer und Tränen, kommen ins Hans: deswegen, o Baner, brauche Vorsicht, über- lege, schau dich um. :: Pforzheim, 18. Jan. Am Güterbahnhof ereig- nete sich ein tödlicher Unglücksfall. Beim Verladen von Nußbaumstämmen riß eine der Ket- ten des Kranes entzwei und der Stamm fiel auf den Fuhrunternehmer Gottlieb M a i e r und tötete ihn sofort. -f Haueneberstein bei Gernsbach, 19. Jan. Durch Schadenfeuer wurden hier zwei Scheunen, zwei Ställe und schöpfe mit Heu und Stroh ge- füllt, zerstört. Der Viehbestand konnte gerettet werden. Bei den Löscharbeiten inachte sich das Fehlen einer Wasserleitung sehr bemerkbar. Die Brandgeschädigten sind: Bäckermeister Göhring und die Witwe Reiß. :-: Offenburg, 19. Jan. Die von der Regierung in Aussicht gestellte Perbesserung der Ab- und Zugänge zu den Bahn st ei gen ini hiesigen Bahnhof ist nunmehr durchgeführt. Der südliche Teil des Hausbahnsteiges wurde für den Personenverkehr freigegeben, von der Schalterhalle des Aufnahmegvbauides ist ein neuer Durchgang zu dem südlichen Bahnsteigteil augelegt worden und der südliche Bahnsteig selbst ist in einem Teil für den Personenverkehr, in dem anderen für den Ge- päckverkehr getrennt worden. Durch die Neuanord- nung ist 'der Zngangsweg zu den Zügen nach Frei- bürg nnd nach dem Schwarzwald wesentlich verkürzt. :: Dundenheim bei Lahr, 19. Jan. Der 10jährige Sohn des Landwirts Ludwig Schwärze! kam auf dem Felde unter den umstürzenden Wagen zu liegen nnd erlitt derartige Verletzungen, daß er starb. I Kenzingeu, 19. Jan. Auf der Fahrt mti einem Motorrad stieß der verheiratete Kaufmann Anton Schmidt mit einem Fuhrwerk zusammen. Schmidt erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß an seinen? Auskommen gezweifelt wird. Freiburg, 19. Jan. Im Aller von 84 Jahren ist hier Finanzrat a. D. Joseph Günther ge- storben. Er stammte aus Gerlachsheim und trat im Jahre 1559 in den badischen Staatsdienst ein. Von 1871 bis 1877 wirkte er als Domänenverwalter in Krautheins, bis 1885 in Bretten, wurde dann nach Pforzheim versetzt und später Obersteuerinspektor in Rastatt. Seit 1902 lebte der Verstorbene hier im Ruhestand. } Zum 50. JubiläumStag der Badischen Train-Abteilung Nr. 14. Die badische Train-Abteilung Nr. 14 wurde auf Be- fehl Seiner Königlichen Hoheit Großherzogs Friedrich I. am 24. Oktober 1W4 gegründet. Seine 50. Wiederkehr dieses Tages im Jahre 1V14 sollte von der Abteilung als hoher, weihevoller Fest- und Freudentag gefeiert werden. Verknüpfen wollte sie damit das erneute Zeug- nis ihrer Treue uud Liebe zu dem badischen pursten- haus. In diesem Sinne wollte der frühere Komman- deur der Abteilung, Herr Oberst Heinrichs, dem Gedenk- tag ein äußeres, über Zeiten dauerndes Gepräge ver- leihen. Er regte ein Denkmal an, zusammengefügt aus Steinen, die von beurlaubten Unteroffizieren und Mann- schasten der Abteilung ans allen Gauen Badens mitge- bracht werden sollten, geziert mit dem Bildnis Großher- zogs Friedrich I., des Gründers der Abteilung. Die Durchsührung seines Willens war ihm nicht beschieden, er starb, von dem blutigen Krieg gefordert, als Opfer für das Vaterland, allzufrüh seinem Wirkungskreise ent- rissen, Sein« Anregung aber lebte weiter und kam, wxnn auch in anderer Form, zur Ausführung. Der Nachfolger im Kommando, Herr Major Dieckmann, wußte die Anregung und den Gedanken seines Vorgängers zii würdigen und zu ehren. Mit seinem Verständnis nahm er alsbald die Verhandlungen hierüber auf und brachte die notwendigen Geldmittel zur Ausführung eines Denk- malS zusammen. Sie kamen zusammen durch freiwillige Beiträge der Herren aktiven, Landwehr- und Reserve- ossiziere, sowie aller ehemaligen aktiven und inaktiven Offiziere. Die Beiträge wurden vom Zählmeister beim Stabe, Priebe, gesammelt und in Verwaltung genommen, lieber die Ausführung und die Gestaltung des Denkmals fanden Verhandlungen mit Herrn Bildhauer Föry, aus Karlsruhe statt. Die Prüfung der von Herrn Bildhauer Föry vorgelegten Entwürfe und Zeichnungen erfolgte im Auftrage des Herr« Kommandeurs durch Herrn Major Ouassowski, unter Mitwirkung des Herrn Leut- nants der Reserve Architekt Hans Schmidt von Karlsruhe. Am 14. November 1913 wurde Herrn Föry der Auftrag zur Ausführung des Denkmals erteilt. Die feierliche Einweihung des Denkmals sollte am Jubiläums^Gedenktag, Ä4. Oktober 1914, in Gegenwart des Großherzogs vollzogen, werden- Das Schicksal hat eö anders bestimmt. Mitten in den Vorbereitungsarbei- ten erklang der Ruf des obersten .Kriegsherrn zur Stobt! machung, zum .Kampf und zur Wehr für Fürst und Vaterland, für Haus und Herd. Stolz _ nnd begeistert zogen die vielen Formationen der Abteilung und der Kommandeur hinaus, den Feinden entgegen. Trotz der mühevollen, an Entsagung und Arbeit reichen Kriegstage, erteilte Herr Major Dieckmann, der Kommandeur der Abteilung, aus dem Felde ben Auftrag zur Erstellung des Denkmals. In stiller, weihevoller Art wurde es im Spätsommer 1915 im Garten der Ofsiziersspeiseanstalt Chronik öes erste« Kriegsjahres. 19. Januar 1315. Au ber Lorettohöhe und nord- westlich Arras wurden dem Feind einige Schützen- grüben entrissen. — Auch bei Sennheim wurden Fortschritte erzielt. — Der Hirstein ist genommen worden. 2 Offiziere und 40 Alpenjäger wurden dabei gefangen. — In der Bukowina wurde ein russischer Aiigriff abgeschlagen. — Die Russen schätzen ihre Verluste auf 500 000 Tote und 1 300 000 Kranke und Verwundete. — Die Türken überraschten bei Schalt-el°Arab die Engländer und brachten ihnen eine empfindliche Niederlage bei. — Kitchener vertrat die Meinung, der Krieg werde drei Jahr«: dauern. — Englands Handel ist im Jahr 1914 gegen das Vorjahr um 21 000 000 Pfund Sterling zurückgeblieben. in Durlach errichtet. Auf drei Emsen ruht ein rechteckiger Sockel, der die Bronzebüste «r. Köuigl. Hoheit Großherzogs Friedrich I. trägt. Stusen uud Sockel sind aus geschliffenem Muschelkalksteiu von Kirchheim in Untersranken gefertigt. Die beiden Schmalseiten des Sockels find mit Sinnbildern des Krieges^ und der Kriegswaffe!! geziert. Die Vorderseite des Sockels trägt die Inschrift: „Friedrich 1., Großherzog von Baden." DaS Denkmal wirkt ruhig und abgeschlossen. Empfind- ung spricht aus der gut ausgefaßten uud durchgearbeite- teu Büste des Großherzogs. Das verwendete Stein- Material ist fein ausgewählt und vorzüglich bearbeitet. Am vergangenen Todestag Großherzog Friedrichs l. wurde ini Austrag des derzeitigen Kommandeurs der Train-Ersatz-Abteilung Nr. 14 ein Lorbeerkranz in seier- licher Weise beim Denkmal niedergelegt. Wohl hat der 24. Oktober 1914 von der Train-Avteil- ung Nr. 14 als Gedenktag und Jubeltag nicht festlich ge- feiert werden können, aber die Soldatentreue und Hin- gebung, welche das Denkmal geschaffen, sind nicht ver- schwunden. «Sie bestehen im Felde ihre Feuerprobe und werden helle vaterländische Begeisterung an den Tag legen, wenn nach glücklicher und so Gott will ruhmvoller und sieggekrönter Heimkehr der Abteilung die Weihe des Denkmals erfolgt. Karlsruhe. B. S ch m i t t. Gedenkfeier der Reichsgrünöung. X Karlsruhe, IS. Januar 1916. Vom Verband der Deutschtumsvereine mar auf gestern abend im großen Festhallesaal eine Gedenkseier der Reichsgründung veranstaltet, zu welcher sich sämtliche Minister, der preußische Gesairdte von Eisendecher, der stellvertretende kommandierende General v. Manteussel, General z. D. von AnHäuser, der Landeskominissär Flad, der Amtsvorstand Seidenadel, Bürgermeister, Stadträte und Vertreter von etwa 49 Vereinen einsauden. Geh. Rat Dr. W. Groos hieß die erschienenen Damen und Herren willkommen. In ernster Zeit sei der Zusammen- schluß von Bestrebungen gelungen, die sich dasselbe Ziel gesteckt, ihm aber aus verschiedenen Wegen nachgingen, dem Ziele der Größe des deutschen Volkes. So ist der Verband der Deutschtumsvereine entstanden, nin vaterländische Vorträge zu halten. Ermutigt durch die Zu- stimmiing von 40 «nder«n Vereinen, 'bat der > ?>»»» si«t» an Größeres gewagt und den Tag der ReichSgrüud- ung feierlich zu begehen beschlossen. Redner dankt allen Mitwirkenden, sowie dem Großherzog, der seine Teilnahme an den Bestrebungen der Veranstaltung durch ein gnädiges Schreiben bekundete. Das v.tut deutsche Reich hat vier Jahrzehnte friedlicher Entwicklung dem deutschen Volke gewährt und in diesem uns aufgezwungenen Krieg sieghaft unsere Waffen weit hinaus- geführt, die aber die daheim bleiben mußten zu höchstem Opfersinn begeistert. Der Krieg hat die schmerzlich ge- trennten Deutschen in Deutschland und Oesterreich-Ungarn wieder zusammengeführt, die Nörgelei und der Kleinsinn verschwanden, der das Deutschtum in die Grenzen des Reiches bannen wollte. Redner ging dann über zu dem Thema des Abends, das Deutschtum in den Kampfgebieteil am Jsonzo und in Südtirol. Für uns Badener sin-d zu diesen Gebieten besondere Beziehungen gegeben. Aus unserem Lande sind Alemannen südwärt» gedrängt worden vom Volke der Franken und ließen sich nieder bei Verona, und unser Zäyringer Fürstengeschlecht hat von der ihm verliehenen deutschen Reichsmark Verona einst den Markgrasenuainen erhalten, oen vorher die ausgestorbene Linie der Berchtolde geführt hat. Herr Dr. G. R e i h l e n ans Stuttgart hielt null einen Lichtbildervortrag über das Deutschtum im Etsch- land und Jsonzogebiet im Wlkerkrieg. Neben 79 999 eigentlichen Italienern stehen 239 999 italienisch spre- chende und 3999 sonstige Oesterreicher. Das Land war im allgemeinen treu. Die italienischen Offiziere waren erstaun:, als sie bei Eroberung unverteidigter Orte sahen, daß die Leute dort gar nicht erlöst sein ivollten. Das Deutschtum in der «üdmarl macht nicht mehr als 19 090 Seelen aus. Ilm diese deutschen Brüder handelt es sich bei den Kämpfen im Etschtal und am Jsouzo. Die deut- sehen Sprachinseln in Welschtirol sind älter als jene 'in Siebenbürgen und im Baltenlande. Es sind nnr noch nnscheinbare Uebecreste, vergleichbar den Halligen. Der Wind, der gegen sie antrieb, hat umgedreht und so soll es auch bleiben nach dem Krieg. Die Männer sind stolz auf ihren deutschen Ursprung, ivenn sie auch italienisch sprechen. Wir freueil uns, daß unsere Truppen in Gali- zieii zugleich auch für die deutschen Brüder in Welsch- tirol kämpsen. Nun folgte eine Reihe von Lichtbildern aus den deutschen Sprachgebieten im südtirolischen Kampfgebiet. Der Krieg hat hier großen Schaden ange- richtet, aber vielfach tzas Deutschtum mächtig gefördert. $ Deutschland und Oesterreich gehören zusammen. Ver- eint können sie einer Welt von Feinden trotzen und da- zu sind wir, wie unsere Vorfahren, jederzeit bereit. (Lebhafter, anhaltender Beifall.) O^ierftirdienrat Drs B ö f s e r hielt die Festrede. Heller Jubel erscholl, als vor 45 Jahren bekannt wurde, was am 18. Januar geschehen war, daß wir wieder ein deutsches Kaiserreich haben und daß *n 19. Januar 1916 Seile 3 seitige Nibelungentreue erkannte, hat sich der russische Hätz auch auf Deutschland ausgedehnt. Den höchsten Grad bat der Hätz aber erreicht, als auch England gegen uns aufstand- Das Mittel, durch das England grotz ge- werden, war die brutale Gewalt. Es hat mehr Kriege geführt als ein anderes Volk und zwar mit dein Blute anderer Völker. Von dem Augenblick an, wo ein Volk seinem Handel gefährlich wurde, hat es Krieg gegen das- selbe geführt, so gegen Spanien, Holland und Frank- reich. Als wir ansingen, uns in ber Welt umzusehen und der Kaiser das Wort gesprochen: Unsere Zukunst liegt auf dem Wasser, da begann Eduard VII. die Einkreisungspolitik. Alte Feindschaften wurden begraben, kein Mittel wurde unversucht gelassen. Nur einer ist uns treu geblieben: der Kaiser von Oesterreich. Im Jahre 1816 oder 1917 sollte das Netz zugezogen werden. Da ging der Schutz in Sarajewo zu früh los und der Weltkrieg begann. Klein hatten sie sich den Krieg nicht gedacht in ihren Mitteln. Den: großen Gott im Himmel >ei es gedankt, datz es anders kam, als sie dachten. Die englische Flotte hat sich in den Schutz schottischer Inseln zurückgezogen. Wo hat ein englisches Schiff solchen Jtuhm geerntet, wie „Emden" und „Karlsruhe" und die Unter,eboote? Die russische Dampfwalze ist rückwärts gedreht worden. Es ist, Gott sei Dank, anders gekommen, als es unsere Feinde vorausgesagt. Wie verdanken es nn>eren Millionen von Soldaten draußen, ihren Führern, unseren Bundesgenossen, den Oesterreichern, ^en Türken und Bulgaren, aber auch dem Volke da- j} 71 }- Danken wir's ihnen allen, unseren Heeren und al! der Braven, die draußen schlafen, danken wir's durch oav Gelöbnis der Treue. Wir wollen durchhalten bis zum Ende, nicht erlahmen in unserer Zuversicht, bis ein ehrenvoller Friede uns gewährt die Freiheit der Meere. '. e K Gefühle der Treue und des Dankes wollen wir .?>:,ammenfassen in den Ruf: Unser Grotzherzog und unser .Kaiser, sowie alle seine hohen Bu ildesgenossen, sie leben hoch! Mit brausender Begeisterung stimmte die Versammlung jn das Hoch ein und sang stehend die deutsche Ratio- "alhymne. An den Großherzog wurde eiu Huldigungsschceiben, oii den Kaiser-ein Drahtgrutz und an den Kaiser von Oesterreich ein Vegrützungstelegramm abgeschickt, deren ^erlesung mit begeistertem Beifall aufgenommen wurde. ^>aö Ruzekfche Doppelquartett sang unter der Leitung oes Herrn Mnsikkhrers Pracht mehrere sehr stimmungS- volle _ vaterländische Lieder. Tue Kapelle deS Ersatz- <>ata,ilons Landw.-JnsauierieMegiments 109 unter der Rettung deü Herrn Musikdirektors Köninger trug mit ^yren prächtigen Aufführungen wesentlich zum schönen Olingen deS Abenbs bei, der mit dem altniederländi- icyen Dankgebete einen würdigen Abschluß fand. Lokales. Karlsruhe. 19. Januar 1916. r f Der Berein kathol. Geschästsgehilfinwen und Be- »mtlnnen feiert an, kommenden Sonntcia, den W. sein 16. Stiftungsfest. Ais Vovbereituna darauf finden von Montag bis Freitag, abends 8% Uhr, ni de: Kavelle des St. Elisabethenhauses durch beu Präses des Vereins verrn Kaplan F r s ch e r. religiöse Vorträge statt. Am Sonntag nach der 0 Uhr-Messe ist Generalkommunion der St. Stephanskirche. Am Nachmittag 4% Ubr wird li&t Sr ml e 'r "! ^ der Zeit entsprechende Welt- l * , Saale de*. St. Elisabethenhauses abae- hJt'$err Chefredakteur Meyer die Festrede Jjallen wird. Zu all diesen Veranstaltungen seien auch Gönnte?'M->«iie°er. Freunde und 51 V" herzlichst eingeladen, de, in», Sf,,ff* Bonifatius (SMstnbr). Zu Ehren Hein, berrfl». t 011 die Pfarrei St. Micha-; in Beiert- männlich?!. f«tL Ii - rn Kaplan Frank hatten die slbied«s,i,>. 1 t , l!<,en V-rein- der Weststadt zu -iner Ab-- Belahft ' eit «.i Herrn bedurst hätte, wäre er durch den ^-tuch dieser Veranstaltung erbracht. Unter den Besuchern waten alle Stände vertreien. Der katholiiche Sti'tiingsrat war vollzählig erschienen, und au der Vorst-nidZtafel rnoreii außerdem zahlreiche Herren au? de» oberen Kreisen zu Nnden. Zunächst spracki der hochw. Herr S: dtpkarrer Link ?u herzl. Worte» über die guten Beziebuvgen, die zwischen chm .und feint!» bisherigen Kaplan bestanden, hob die her- Korrigenden Eigenschafteii und die unermüdliche ArbeilSsraft d-S Echeid:nden hervor und wies auf die großen Erfolge hin, die dessen mehr als achtjährigen Wirken in unserer v,irres auf allen Gebiete» beschiebeu waren. Der Pfarrei Mich«! könne er nur Glück wünschen zu ihre n neue« «eel?or»ier. Namens der Vereine sprachen Herr Kreutzer ' Herr Schroff (ilfanntrücrcin) und Herr 9Rnw t 2 < Arbeiterverein). Alle Redner kiniden innige fccl ' Dankbarkeit für die von dein Schcid-udeii i« den fl'leiftete Arbeit und betonten besonders die zuten au» S"' b ' c iwisch-n den SBtrchS'.cftungtn, als Srirf i einzelnen ZtcreiuZliiitgliedern und Herrn Lcut».» 1 ®' e besten Glückwünsche begleiten den - ,1" seiiieüi Scheiden auL unser-r Psarrei. Ter Scheiden aus unserer Psarrei. Ter Müdliib, ' "itgenbdereittS — wclb letzteren di- uner- iriiiVs Tätigkeit feines bisherige», langjährigen F ta .,' ^ Ho!icr SMiitc gebracht bat — bat ,<>crrn Kl,rat ""äiincBm.., , e ' t J n Ernennung znni Ehrenmitglied passende« V« tü uberreichte a!S Zeichen der Dankbarleit -in in die Kaplan St-i-rt gab Einblicke 4. Stock d -d ^»iebnngeil, die die Bewohner voin knüpfle«, imb « « r ^5 > ^ e ® su 2t. Bonifatius mitcinandcr verHerr Trötschi,!^ ro r ..- )f itte der Versammlung heraus bot standen hatte bei s ^Wiele, wie der Scheidende eZ ver- Familien x^oft fee!iorgeriich -n Wirten in den rührt dankte z>«.. ^rqmtfnng zu spenden. Sichtlich ge- Ehrung-,, ^,,^ " .. ^urat Fra n k für die ihm zugedachten 'hm lieb aen'»d„,.^n>? bewegten Worte:, Abschied von der erlebt hade w , ^arrei, in der er seine schönsten Jahre Lessen tuerbf c 18 Gute wünsche und di- er nie v-r- Weise und ^li-f der Abend in harmoniicher, schöner derWesistadt . ,»,".^e'nhlen Ausdruck, di- die Kalholikcn ^>ebze:vonukn ^ de.' Trennung von einem langjährige», wäriincn s.!« ^ notaer beherrschen. ES war eine der gegen« herzliche Kund /'^ ^'^^^ead einfache, aber nicht minder Karlsruhe c. Ä. sprach am rat ft a! abend vor zahlreicher Zuhörerschaft Stadirechts- g e b^ "der ZteueLa«? dei'!?riegsgese!z- rech,.»^ dem Ge bie te deS Zi v i l- und Prozeß- als ,? • ^er Weltlrieg, in dem Deutschland seit länger in u»( "^en kämpft, hat nicht nur bewiesen, daß daS ^ tap:-re» Heere verkörperte Genüge dcr bentslben >.^ Tir::aui?Ui«ien ^ertultMife durch den Krieg zu leiden h.ive;,. So find aus .^ heiligen Not t-r Zeit Gesetze entstanden, d-rei: Deutsch- irotz mancher Mängel sich freuen darf. Dieie geschaffenen ^ri-gsgisttze jo"eu znsammenlaffend im einzelnen behandelt werden. Anschließend an einen bereits im September 191 l im Gewerbeverein Karlsruhe stattgefundenen Vortrag über die Einwirkungen des Krieg? aus die Rechts- Verhältnisse erläuterte der Vortragende uun tn letcht verständlicher Weist sämtliche KriegSgejetze und KrtegSver- Ordnungen des Bundesrate! aus dem Gebiete des Zivil- und Prozeßrechtes aus dem Jahre 1915. Zu erwähnen waren hierbei die Bekanntmachung über die Vertretung der Kriegs- teilnehme» in bürglichen NechiSsireitigkeiten, das sogenannte Eonderrecht der Kriegsteilnehmer, die Zwangsverwaltung von Grundstücken, die Aushebnng der s»r die Frlsten deS Wechsel- und ScheckrecklS angeordneten dreißlgtaglgen ^er- iäigerung, die Einschränkung der Pfändbarkeil von Lohn-, Gehalt?- und ähnlichen Ansprüchen, die Neuerungen im Mahnverfahren, Welche die Entlastung der Gerichte zum Ztele haben, die Verlängerung der AerjähruiigSfriften n. a.m. Recht interessant wurden die AnSführungen von >--tad recht?- rat Neuln« durch Anführung von praktischen Beispielen v-t den einzelnen Verordnungen, sodaß dem Redner sur leinen lehrreichen Vortrag lebhafter Beifall gezollt wurde, beionderS anch durch DankeSivorte deS Vorsitzenden, yoflteferant Anselment. 4- Keine unerlaubten Briefsendungen an Gefangene in Rußland. Die Auskunstsstelle über Verlvuirdete und VenniKte des Nationalen Frauendlenstes mochte -licht vc-.sehlen, die Aufmerksamkeit Ihrer Leser auf solgen- den Artikel zu lenken, den wir der ru>ftichen Zeitung Nowoje Wremia vom 8. 12. 13 entnommen haben: »^ 0i: einigen Tagen entdeckte ein Beamter der miluanichen Zerrsur bei Untersuchung eines aus dem Auslande ein» getroffenen Postpakets, das für einen Kriegsgefangenen bestimmt lvar, in einer Tafel Schokolade einen beschrie- benen Zettel der bei Herstellung der Schokolade in die^e eingebacken worden war. Man nimmt an, datz diese Methode, Briefe zu senden, in großem Umfang ange- wendet wird. Infolgedessen befahl der Oberkomman- dierendc, alle Kriegsgefangenen darauf aufmerksam zu machen, datz Postpakete für Kriegsgefairgene überhaupt nicht mehr angenommen werden, falls derartige Briefsendungen aus der Heimat nicht innerhalb eines Monats unterlassen werden." Im Interesse der Gesamtheit der Kriegsgefangenen sollten die Angehörigen keinesfalls den Ihrigen in der Gesangenschast irgendwelche Mitteilungen aus unerlaubtem Wege zu- kommen lassen, da hierdurch, abgesehen voir der grotzen Gefahr, die für die betreffenden selbst entsteht, dieses auch für alle Mitgefangenen von großem Schaden sein kann. — Der Karlsruher Hanösrauenbund erlätzt solgenden Aufruf: Hausfrauen! Latzt keine Nahrungsmittel u in ko Minen! Seid sparsam mit dem Brot! Kauft Aepsel und Birnen, die jetzt in Mengen zu ver- derben drohen! Füllet damit Eure Einmaä)gläser. Kauft kein ausländisches Obst, solange Ihr deutsches haben könnt! Wer Blumen braucht, kairse deutsche Ware, damit das Geld im Lande bleibt. Nur das Notwendigste für Kriegsführuug, Industrie und Volksernährung sollte vcm Ausland bezogen werden. Wer jetzt Luxuöwaren vom Ausland kauft, schädigt das Baterland. Je mehr wir dem Ausland zu zahlen haben, desto mehr sinkt die deutsche Währung; dadurch erleidet unser Nationalvermögen urrgheure Verluste. Wer noch Gold hat. bringe es auf die NeichZbailk. X (-ur Anzeige gelangte eine Händlerin au? Muggen- uurm, weil sie auf dcm Wochemnarkt hier die Höchstpreise für Hase» überschritt. "i~ Verhaftet wurden: ein Kut'cher au? RitterSdorf wegeii Unterfchlagnrig, ein Hausbursche aus Eisingeu wegen T'.ebitahlS, sowie ein Fabrikarbeiter von hier, der vom Amts- gmcht hier zur Nerbnßung einer -Iwöcheutlichen Gefängnis- Itrase versolgt wird. Oer österreichisitz-ungari/che Tagesbericht. Neue Schlacht an der bessarabtsche» Grenze. Wien, 19. Januar. (W.T.B.) Arntlich wird verlairtbnrt: 19. Januar 1916: Nussifche? kriegsschoupiatz. Ter gestrige Tag verlief ruhig. Heute in den frühesten Mvrgenstunden entbrannte an dcr Greuze vstlich von a es wegen der erbitterten Feindseligkeit vonseiten Albaniens keinen Aus- weg über das Meer gab. Wenn die serbische Armee und Serbiens Regierung entkommen konnten, so hatten doch die schwachen und durch Entbehrungen aller Art erschöpften montenegrinischen Truppen kein Mittel, auf befreundetem Gebiet eine Zuflucht zu suchen. Man wird über die Bedingungen, unter denen die Feindseligkeiten eingestellt wurden, Erörterungen und Schlußworte m hören bekommen. Die Einzelheiten darüber stammen übrigens von feindlicher Seite. Man wird sicher die unglücklichen Besiegten mit Schimpf überhäufen, aber das wird weder den Ruhnr des tapferen kleinen Montenegros, noch der erhabenen Heldenrolle, die es zu seiner Ehre in dem großen Kriege gespielt hat, Abbruch tun, und Montenegro wird dem edlen Frank- reich, das ihm stets an erster Stelle weitgehende Hilfe geboten hat, so oft Montenegro seine her- köntmliche Freundschaft anrief, dankbar bleiben. 11 Letzte Nachrichten 11 Der Kaiser an üer Salkanfront. Nisch, 18. Jan. (W.T.B.) Pünktlich um 12 Uhr mittags trafen, hellte im festlich geschmückten Nisch Kaiser Wilhelm und Zar Ferdinand von Bulgarien zusammen. Bulgarische Truppen hatten auf dem Bahnsteig die Ehrenkompagnie ge- stellt. Nach herzlicher Begrüßung begaben sich die Herrscher in Automobilen zur Zitadelle, wo sie ge- meinsck)«ftlich die Parade der dort ausgestellten bulgarischen, mazedonischen und deutschen Truppen abnahmen. Kaiser Wilhelm überreichte dem Zaren Ferdinand den Feldmarschallstab. Der Zar er- nannte den Kaiser zum Cl)«f des 12. bulgarischen Infanterieregiments. In der Begleitung des Kai- sers befanden sich General v. Falkenihayn, General- sel'dmarschall v. Mackensen, die Generaladjutanten v. Plessen, v. Lyncker, v. Chellius, Admiral v. Müller und Oberhofmarschall v. Reischach, außer- beirr waren General v. Seekt und Herzog Joh. Albrecht zu Mecklenburg anwesend. Zar Ferdinand war vom Kronprinzen Boris, dein Prinzen Kyrill, dem Generaladjtitanten Markoff, den Generalen Boja- dijcw, Theodorow und Tantiloff, dem Generalgou- vernenr Kutineszesf, dem Ministerpräsidenten Radoslawow nnd dem Gesandten Tschapraschikoff begleitet. Der Erndriick der Feierlichkeiten wurde durch das strahlende Sonnenwetter des südlichen Winters verstärkt. Negierungskrisis in Italien! Bern, 19. Jan. (W.T.B.) Der Mailänder Secolo meldet aus Rom: Ministerpräsident SaIandra hat gestern vormittag im Palazzo Braschi fast gleich- zeitig mit dein Minister des Aeußern aonnino, dem Kriegsminister Zupelli und dem Kolonial- minister Martini längere Besprech- it n g en über die diplomatische und die militärische Lage und über die Situation des Ministeriums gegenüber neuen Kritiken der Reform sozialisiert, der Radikal-Nationalisten und der inter> ventionistischen Komitees gehabt, in deren Sinn sich auch einige Blätter geäußert hatten. Später hat Salandra sich in die Billa Ada zum König begeben. Konferenz Ser Minister öer Alliierten in LonSon. London, 19. Jan. (W.T.B.) Reuter-Meldung. Ministerpräsident B r i a n d ist gestern in London eingetroffen. — Die TiineS meldet aus Paris, daß die M i n i st e r der Alliierten heute in London, eine Zusammenkunst hatten. Sie vereinigten Staaten gegen die Schädigung ihres Handels öurch England. Newyork, 19. Jan. (W.T.B.) Durch^Funksprnch vom Vertreter des W.T.B. Siewyork Sun meldet aus Washington: Die Vereinigten Maaten werden die von England beabsichtigte neue Blockade Deutschlands nicht anerkennen, solange diese nicht durchaus effektiv gestaltet werde. Um in den Augen der Ber'einigtm Staaten» als gesetz. lich zu gelten, muß eine solche Blockade nicht nur die Küsten Deutschlands in der N o rd s e e unigürteu, sondern sie muß sich auch in die O st s e e erstrecken und imstande sein, tatsächlich jeden Ver- kehr durch diese See Mischen Skandinavien und Deutschland zu verhindern. Newyork Sun erhielt diese Auskunft von sehr hohen amtlichen Stelleil im Staatsdepardement. — Evening Post »reibet aus Washington,, daß B l o ck ade r e g e l n, die dem Völkerrecht und den Präzedenzfällen mehr ent- sprechen, aber viel strenger find als die bisher angewendeten durch England aufgestellt und Frank- reich sowie den anderen Alliertem zur Billigung vor- gelegt worden sind. Diese tver'den Wilson und Lanfing in amtlichen Depeschen anI London über- mitteilt. Oberst House, der längere Befprech- ungen mit Grey hatte, hat dem Weißen Haus einen ausführlichen Bericht über die Lttge gesandt. Oberst House erklärte der englischen Regierung, daß die durch England verursachten Ein schränk- n ngen des amerikanischen Handels einen ungünstigen Edidriick auf die amerikanische öffentliche Meinung mftchen, daß das amerikanische. Volk von England erwartet habe, daß es sich d e m Völkerrecht füge genau so wie Deutschland es in den Verhandlungen über den Unterseeboots- krieg getan habe. England bereitet, wie das Blatt meldet, eine lange Note zur Antwort auf Amerikas Protestnote vom 15. Oktober vor. Mehrere Telegramme aus London bestästtigen, daß eine wirkliche Blockade jetzt erklärt werden wird. Darin zeigt sich offenbar der Wunsch, die Vereinig- ten Staaten verantwortlich zu machen, da diese Tele- gramme ausdrücklich bestätigen, daß eine solche Blockade notwendig werde, um den amerikanischen Forderungen zu entsprechen. Der französische amtliche Bericht. Paris, 19. Jan. (W.T.B.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag 3 Uhr: Im Laufe der Nacht ailssetzeiider Geschützkcmipf an verschiedenen Stellen der Front. Es ist kein bedeutendes Ereignis zu melden. Paris, 19. Jan. (W.T.B.) Amtlicher Bericht vo>r gestern abend 11 Uhr: Zwischen^Oise und Aisne zerstörten unsere Batterien fein-dliche Schützengräben in der Gegend von MouIin-souStoutvent». In der Eham- pagne und im Woevre richtete unsere Artillerie ihre Tätigkeit gegen verschiedene leicht angreifbare Stellungeli der seindtichen Front. In den Vogesen bei Metzeral wurde eine feindliche Batterie durch das Feuer unierer Geschütze stark beschädigt. Von der übrigen Front ist nichts zu melden. Belgischer Bericht: Die Tätigkeit der Ar» tillerie war heute nnr gering. Wir beschossen den Ort Dixinuiden. Ein offenherziger Engländer. London, 19. Januar. (W.T.B.) Der Petersbur- ger Korrespondent der Daily Mail schreibt: Der große Irrtum, den wir alle haben, ist. daß wir uns zu sehr darauf verließen, was andere für uns tun würden. Im An- fange des Krieges ließ sich das entschuldigen, aber jetzt sollten wir besser unterrichtet sein. Wir müssen uns ssanz klar darüber sein, daß dies unser Krieg ist. Wenn wir den Krieg nicht gewinnen, so kann es niemand anders. England tat Rußland Unrecht, iudem es zu viel von ihn? erwartete und die ungeheueren Opfer nicht würdigte, die Rußland gebracht hat. Die Theorie von, der russi- schen Tampfwalze und daß die russischen Armeen auf Berlin marschieren würden, kam von uns, nicht von den Russen selbst. Die Abweichungen von die- sem ursprünglichen Defensivplane nehmen ein schlechtes Ettde. Wir müssen damit zufrieden sein, tvenn Rußland jetzt feinen ursprünglichen Plan ausführt. Wir müssen an der Wahrheit scffthalten, daß Rußland den Krieg nicht zu unseren Gunsten entscheiden kann. Wir hängen ganz allein von un- seren eigenen Anstrengungen ab. Ein Protest der griechischen Regierung. Amsterdam, 19. Jan. (W.TÄ.) Einem hiesigen Matte zufolge meldet der Tinies-Korrespondent ans Athen, daß die g r i e ch i f ch e R e g i e r u n g wegen der Zerstörung der Eisenbahnbrücke bei Demir- h i sfa r. wodurch die Entsendung von Vorräten nach Ostmazedonren ernstlich erschwert 'werden würde, einen schriftlichen Protest an die Entente gerichtet hat. JNB. Königin Elena gab de» Rat. Ueber die Schweiz erhält die Münchner Post von ausgezeichnet unterrichteter Seite folgende Nachricht: Nachdem sich in den großen Beratungen, die am 11. und 12. Januar in der königlichen Villa Adea zu Roni zwischen dem König und den leitenden poli- tischen und militärischen Männern Italiens in Gegenwart der Königin stattfanden, die absolute Unmöglichkeit herausstellt«, Montenegro irgendwelche H i l f e in feiner Not leisten zu können, machte die Königin Elena sowohl ihrem in Rom awesenden Bruder, dein Kronprinzen Danilo, wie ihrem Vater, dem König, den Vorschlag, sich entweder über ^Albanien nach Italien zu retten und sein Land im Stich zu lassen, — oder aber den Frieden bei Oesterreich nachzusuchen. Die Königin, die sowohl um die Dynastie NjegnS wie um das Schicksal ihres Heimatlandes aufs tiefste besorgt war, soll aber die zweite Lösung, die auch den Gesinnungen Nikitas entsprach, bei weitem mehr als die erst» befürwortet haben. Ter englische Fcldzng in Mesopotamien. London, 19. Jan. (W.T.B.) Unterhaus. Chamberlain sagte auf verschiedene Fragen, die britischen Truppen in Mesopotaniieu standen noch unter dem Befehl des Generals Nixton bis zur bald erwarteten Ankunft des Generals Lake. Die jüngsten Operationen einschließlich des Vormarsches auf Ktesiphon seien von dein .Kriegsrat beraten und genehmigt worden. Es lägq aber nicht im öffentlicheil Interesse, über die Ziele der gegenwärtigen Operationen Mitteilungen zu machen, die für den Feind il>ertvoller sein würden, als für das Parlament. Eine frühzeitige Erörterung des Feldzuges in Mefopotaniien sei unratsam. Japan und China. Petersburg, 19. Jan. (W.T.B.) Ueber Kopenhagen. Rjetsch gibt Berichte asiatischer Zeitungen wieder, wonach Japan die früher an Chi» a gestellten, aber damals abgeschlagenen F o r d e r - ungen neuerlich stelle, insbesondere ans Anstellung japanischer Berater für militärische, finanzielle und politische Fragen, Erlaubnis zun» Erwerb von chinesischem Grund und Boden durch Japan, zur Gründung von Schulen. Tempeln und Hospitalen,, ferner Einführung einer gemeinsamen chineftsch-japamidhen Polizei in gewissen Gebieten SudchmaS. Einnchtung eines Arsenals in China. Herstellung emes Teiles der nötigen Waffen in ^apan, auch Konzessionen für drei Eisenbahnen in ^»rdchma. Kabinett in Tokio arbeite, nach ien gleiche», Quellen, eine Zusatznote mit weiteren Forderungen aus, besonders daß China sich beim solle " Ur ÖUrrf) vertreten lassen Voraussichtliche Witterung an, 20. Januar: Werna bewölkt, etwas kälter. Seite 4 Mdischer Keobnchter. Mittwoch, den 19. Januar 1916 Klr. z» Kuf dem Zelüe üer Ehre JyL gefallene SaSener. D c n Hcldeiitodfürs Vaterland starben: Bankbeamter und caiu>. jur. Ludwig Burckhardt und UnterosfiAier d. 9t. Albert Mayer von Karlsruhe, Gefr. Johann Ludwig Ah dt von Ersingen, Landwehrm. Karl Schafshaus er von Pforzheim, Landsturmmann Jakob H c tz von Niefern, Vizefeldwebel Andreas Schnatterbeck, Ritter des Eisernen Kreuzes, von Ubstadt bei Bruchsal, Gren. Joseph B u s a m von Biberach i. K-, Landwehrin. Kaufniann Leopold K a h n von Greiburg, Landwehrm. Otto B l e s s i n g von Unter- kirnach bei Villingen, Otto Gschell von Baltersweil, Landsturmmann Wilhelm Hirtle von Beuggen, Inf. Mathias W ! ck von Markelfingen unb Landsturmmann Karl Blnm von Reichenau-Oberzell, August MatheS von Karlsruhe. Gefr. Wilhelm S ch ö n i n g e r und Pion. Jakob R e n t s ch l e r von Pforzheim, Artillerist Adam Schnepp von Heidelberg. Hornist Franz Joseph R a p p von Ebersweier. Landsturmmann Karl Friedr. Schätz le von Waldticch, Unteroffizier Lehrer Karl Möhrle von Görwihl, Pionier Wagnermeister Otto Vogt von Säckingen. Mtter öes Eisernen Kreuzes. Das Eiserne Kreuz 2. K lasse «rhiel ten: Bauinspektor Berthold Kirsch und Kriegsfreiwilliger Kanonier Karl Hätz aus Karlsruhe, Kriegsfreiwilliger Gefr. Otto H a u g l e r von Durlach, Musketier Adam Bauer von Pforzheim, Unteroff. Ludwig Hailbel und Landwehrm. Maurermeister August BeiSmann von Bruchsal, Musketier Leopold N o l d von Oetigheim und Kriegsfreiwilliger Hermann Schäfer von Lahr. -c Ms öem Saöischen Roten KreuZ. Karlsrnhe, 18. Jan. Zu Beginn der VionlagSsitznng gedachte der Vorsitzende de? verstorbenen Mitglied? des Ort?» auSschnsses Dr. Otto Ammon und dankt dem Verstorbenen i« einem Nachruf für seine dem Note» Kreuz geleistete Arbeit Die Versammlung erhebt sich zum ehrenden Gedenken Tr. AmmonS von de» Sitzen. Der Vorsitzende teilt weiter mit, daß der Vorsitzende der KiiegsailsstellungSkomniisslon Exzellenz von Boeckmann zum Kommandeur der stellvertretenden 1. Infanterie-Brigade in ssönizSberg ernannt worden sei und deshalb gezwungen wäre, die vorbereitenden Geschäfte für die KriegkauSstellung in andere Hände zu gebe». Sie übernimmt Generalmajor Frhr. Noederv. Diersburg. Der Vorsitzende danktin herzlichen Worten Exzellenz von Boeckmann für seine dein Noten Krenz geleistete treue und unermüdliche Arbeit. Exzellenz von Boeckmann berichtet über die AuSstellnngkangelegenheit. Tie Krieg?- uuSstellung wird am 27. Januar in Karlsruhe eröffnet und am 17. Februar nach Mannheim, von da nach Heidelberg, Pforzheim, Freiburg und andere Städte wandern. Dem Wunsche de? Kaisers entsprechend, a» seinem Geburtstage durch Gabe» der Liebe zur Linderung der durch den Krieg geschlagenen Wunden oder durch erhöhte Teilnahme a» der Krieg«für>orge beizutragen, soll auch in Baden am 27. Januar entsprochen werden. Im ganzen Lande wird eine Note-Krcuz-Sainmlniig stattfinden. Mitteilungen darüber folgen noch. Geh. Studieurat Dr. Bocher berichtet über seine Reise an die Ostfront zur Ueberbringnng b«discher Weihnacht?» lttbcSgoben. Geh. Rat Boeder überbringt die Grüße des Feldmarschalls Hindenburg, der ihm gegenüber seiner besonderen Freude Ausdruck gab über die Verleihung de? Ehrenbirger- rechts. Geh. Rat Boeßer hatte die Gelegenheit, viele Baden» zu sprechen und ihnen allen die Grüße der Heimat zu über- mittel». Sehr erfreulich w«r zu hören, daß die Weihnachts- gaben dort so zeitig eingetroffen sind, daß ste noch zum Feste z»r Verteilung gelangen konnten. Der Redner rühmt das Aussehen und die gute zuversichtliche Stimmung der Soldaten. Sendet Bücher ins Feld! so lautet der Wunsch gar vieler unserer Feldgrauen und e? ist nur zu wünschen, daß ihm in der Heimat volle Beachtung wird. Nächste Sitzung: Montag, den 24. Januar. Gerichtssaal. -(0)- Der Strafprozeß gegen die Direktoren des Pforzheimer Bankvereins. + Karlsruhe, 18. Jan. In der Nachmittags» s i tz U n g wurde mit der Vernehmung der Angeklagten fortgefahren. Der Vorsitzende bemerkte, das; das Effek« tenverzeickmis unrichtig geführt wurde, weil man dem Aufsichtsrat den Bestand der Effekten verschleiern wollte. Die 1908 erworbenen Anteile der Papierfabrik Wangen inr Betrage von 350 000 Mk. verschwanden 1911 aus dem Verzeichnis. Herrinann versuchte dies als „Abschreib- ung" darzustellen. Auf die Frage des Sachverständigen, wo das Bilanzbuch sei, erklärte der Vorsitzende: Das wisse man nicht. Krämer teilte mit, Kahser habe kurz vor seinem Tode verschiedene Bücher mit in seine Wohn- ung genommen, wahrscheinlich auch das Bilanzbuch. Herrmann weiß auf Vorhalt nicht, warum die erheb- lichen Bürgschaften für Weißenstein nicht gebucht wur- den. Verschiedene andere Effekten verschwanden aus dem Verzeichnis. Auch zu dem inzwischen verkrachten Bank- unternehmen Jörger in Baden-Baden trat der Bank- verein in Beziehungen und gewährte dem Neffen Mül- lers, Frisch, nach und nach einen Kredit von 220 000 Mk. Als das Bankhaus Jörger in Konkurs kam, wurde ein Vergleich abgeschlossen, bei dem der Bankverein nach Aus- sage Herrinanns die Hälfte bis zwei Drittel seines Gut- Habens erhielt. Die 190g von Müller ertvovbenen Alten- burger Brauereiaktien wurden zu Pari in das Verzeich- iriL aufgenommen, obwohl sie nur 60—75 Prozent wert waren. In das Verzeichnis für den Aufsichtsrat wnr- den diese Aktien nicht aufgenommen. Nachdem noch das Akzeptkonto und die Depotverwaltuiig besprochen waren, wobei auch die unrichtige Führung des Depot- buches festgestellt wurde, wurde in das Zeugenverhör ein- getreten. Unvereidigt wurde der Zeuge Rentschler vernommen; er war Korrespondent deS Bankvereins. Früher hatte er die ganze Korrespondenz, auch die Speku- lationSbriefe, zu behandeln. Herrmann ordnete an, daß gewisse Briefe nur ihm, nicht Kayfer, vorgelegt werden. Zunächst habe er es unbedenklich getan, dann aber doch Bedenken darüber bekommen. Die Spekulationsbriefe wurden meist von Herrmann nnd Krämer, selten von: alten Kayser, unterschrieben. Der Zeuge hat einmal mit dem Buchhalter Essig die Konten Herrmann, Frau Herr- mann und Krämer auf 4 Millionen berechnet. Frisch war in Paris und hat manchmal Austräge zum Kaufe von Papieren erteilt. Der Zeuge gibt zu, daß er sich darüber aufgehalten, daß mehr Geld nach Paris und London kam als von dorten einging. Ferner gibt er als richtig zu, daß ein Scheck von 2000 Pfund von der Dresdener Bank in London bezahlt wurde, ohne daß sie Deckung hatte; das geschah zwei Tage vor der ZahlungS- einstellung, das Geld sind wir heute noch schuldig. Zeuge Albert D e w e r t, Kassierer beim Bankverein, ebenfalls unvereidigt, hat nur vom Konto Seiser gewußt; ihm war bekannt, daß auch Frisch an diesem Konto be- teiligt war. Seiser hat auch einmal gegen diese Ver- Wendung seines Kontos protestiert. Nach der Rolle Robert Kaysers befragt, gibt der Zeuge an, er habe die ganze Sache geleitet, er, Zeuge, glaube, daß N. Kahser es auch wußte, wenn spekuliert wurde, dagegen nicht der alte Kayser. Der Zeuge macht dann Angaben über die Art und Weife, wie durch daS Herbeischaffen von Edelmetall von der Silberscheideanstalt die Bilanz verbessert wurde. Zeuge Rechtsanwalt Weil leitete nach Ausbruch der Zahlungsschwierigkeiten im Austrag deS Aufsichtsrats den Bankverein zusammen mit Dr. Netter und wandte sich an die Treuhandgesellschaft, welche mehrere Beamte schickte, um einen Status aufzustellen. Der Status wies einen Geschäftsverlust von über 8 Millionen ans, der auf Spekulationsverluste zurückging, die die Höhe von 13 Millionen betrugen. Den Verlusten standen 3 Millionen Spekulationswerte gegeniiber, so- daß ein Verlust von 10 Millionen Mark verblieb. Es fragte sich, wie nun die Verluste von 8 Millionen Mark gedeckt werden können. Man glaubte, daß die Erbschaft von August Kayser größer wäre, und daß durch die Hilfe der Aufsichtsratsmitglieder nnd der Reserven der Bankverein wieder lebensfähig gemacht werden könnte. Es war nun ein Testament August KayserS vorhanden, wonach die Stadtgemeinde als Erbin eingesetzt war. Man sagte, die Stadtgemeinde müsse nun auf diese Erbschaft verzichten, schon deshalb, damit sie nicht für August Kayser regreßpflichtig gemacht werden könne. Sie sollte verzichten und Robert Kayser sollte fich verpflichten, den Nachlaß feines Onkels dem Bankvereine zur Verfügung zu stellen, damit man dann den Bank- verein sanieren könne. Man hoffte so, den Konkurs zu vermeiden. ES kam am 8. August 1914 zwischen dem Bankverein, der Stadtgemeinde und Kayser ein nota- rieller Vertrag zustande, wonach die Stadt die «Erbschaft ausschlägt, Kayser sie annimmt und dem Bankverein zur Versügung stellt. Als man aber daS Nachlaßverzeichnis studierte, sah man sich bezüglich des Nachlaßwertes getäuscht. Der Nachlaß setzt sich aus Grundstücken und aus Außenständen, ersten, zweiten und dritten Hypo- theken, zusammen. Den übrigen Geschäftsverlust hätte mau durch Zusammenlegung der Aktien beseitigen können. Damit war aber die Sanierung des Bank- Vereins noch nicht möglich geworden. Zur «Sanierung wurde ein weitsichtiges Programm aufgestellt, man scch sich aber schließlich genötigt, die Sanierung aufzugeben. Um den Konkurs zu vermeiden, wurde die Liquidation beschlosseil. Die Gläubiger sollten zunächst 20 Prozent erhalten und mit dem Rest warten, bis wieder flüssige Mittel vorhanden sind. Die Annahme dieses Vorschlags soll jetzt gesichert sein. Das Ergebnis der Liquidation ist nicht borherzusagen. DaS Aktienkapital ist verloren, die Gläubiger werden nach langer Wartezeit ihr ganzes Geld bekommen jedoch kann man nicht sagen, wie sich die Dinge entwickeln werden. 10 Prozent sind bereits ausgezahlt worden. Die Pforzheimer Kreditkassefrage ist aber noch nicht gelöst. Herrmann: Nach der Bilanz käme auch auf das Aktienkapital eine Dividende von 40 bis 50 Prozent. Zeuge: Jawohl, aber nur bei Fortführung des Bankvereins, nicht bei der Liquidierung. BC. Karlsruhe, 19. Jan. In der heute fortgesetzten Zeugenvernehmung bekundete Kaufniann Könecke, Beamter der Treuhandgesellschaft, daß er die Aktwell auf 22 Millionen Mark, die Passiven auf 31 Millionen Mark und den Verlust auf über 8 Millionen Mark an- gegeben habe. «Es feien verschiedene Buchungen festge- stellt worden, durch die die Bilanz verschleiert wurde. Ueber die Aussichten der Liquidation des Bankvereins machte der Zeug« ähnliche Aussagen, wie gestern der Zeuge Weil. Dann wurden verschiedene Mitglieder des Aufsichtsrats vernommen, der Vorsitzende des Aufsichts- rats, Fabrikant Veltmann, Landtagsabg. Odenwald und Fabrikant Schober. Alle drei gaben an, von den Speku- lationen nichts gewußt zu haben. Privatmann Schütz gibt an, d'e Prüfungskommission habe die Zahleil ge- prüft, die August Kayser ihnen vorgelegt habe und die im Bericht veröffentlicht wurden. Abteilungsbuchhalter Fischer hat schon 190ö bemerkt, daß spekuliert wurde, hat aber darin nichts besonderes gesunden, weil Herr- mann und Krämer in der Lage waren, die Verluste zu decken. Hierauf wurden zwei Protokolle über die Vernehm- ung des unter den Fahnen stehenden ehemaligen Beamten^. des Bankvereins Robert D i t t l e r verlesen. Dittler äußerte sich sehr eingehend über die Speku- lationen der Direktoren Herrmann und Krämer und be- richtete, daß er auch spekuliert habe und daß sein Debet- saldo etwa 70 000 Mk. betragen hat. Zur Spekulatiln sei er von Herrmann angeleitet worden, der sein Ver- langen nach einer Gehaltserhöhung abgewiesen und ihn statt dessen auf den Weg der Spekulation verwiesen habe. Ein Angestellter der Gold- und Silberscheideanstalt, H u ck, bezeichnete es als nichts auffälliges, daß von der Scheideanstalt Ende des Jahres Edelmetalle zum Bank- vereine gebracht wurden. Ueber die Geschäfte der Effek- ten- und Wechselbank mit dem Pforzheimer Bankverein machte der Buchhalter « t ö ß e l Angaben, über Einzel» heiten aus dem Betriebe des Bankvereines der frühere Angestellte Krumm. Dann erstattete der Sachver- ständige. Albert Reuter, sein Gutachten und kam da- bei zum Schlüsse, daß die Bücher im allgemeinen gut geführt seien, aber derartige Buchungen enthalten, daß sich der Vermögensstand des Bankvereines nicht klar überblicken ließe. Die Weiterverhandlung wurde darauf nach Auseinandersetzungen zwischen dem Staatsanwalt und den Verteidigern über die Schuld des Angeklagten Philipp auf heute nachmittag vertagt. # 1: Heidelberg, 18. Jan. Die Strafkammer ver- urteilte den Volontär Franz Joseph Kuttler von Thorn ivegen schweren Diebstahls und schwerer Urkün« denfälfchung zu 5 Jahren Zuchthaus und 5 fahren Ehrverlust. -4- Mannheim, 15. Jan. Der Milchhändler Joseph Kuhn aus Marbach hatte zu 40 Liter Milch 2 biS 3 Liter Wasser zugesetzt und von 50 Liter Milch 7 Liter Rahin abgeschöpft. Er war dafür vom Schöffengericht zu 50 Mark Geldstrafe und 14 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Auf seine Berufung hin bestätigte die Straf» kammer das Urteil des Schöffengerichts. :!: Mannheim, 17. Jan. Die Verwilderung der Jugend wurde in einer der letzten Strafkamnier- Verhandlungen beleuchtet. Ein 14jähriger Volks- schüler stahl ßwei Fahrräder und überfiel mit einem etwas längeren Schüler einen 12jährigen Burschen, dem sie die Uhr abnahmen. Der Vierzehn- jährige erhielt 6 Monate Gefängnis und sein Helfers- Helfer wurde einer Erziehungsanstalt übergeben. # Konstanz, 18. Jan. Das Schwurgericht ver». urteilte den 54jährigen verheirateten Landwirt uild Viehhändler Wendeiii! Schmidt von Untereggingen wegen versuchter Notzucht zu 2 Jahren Zuchthaus und 6 Jahren Ehrverlust und den verheirateten Landwirt Jakob Jndlekofer von Schwerzen wegen des gleichen Verbrechens zu 2 Jahren Gefängnis. -( * )- Ehrentafel. Anc 14. Juni. 1913 zeichnete sich der Sergeant Schulze aus Brandenburg a. d. Havel der Maschinengewehr-Kompagnie Infanterie-Regiments Graf Barfuß (4. Westfälisches Nr. 17) durch seine Tatkraft und Umsicht aus. Die dürstigen Deck- ungeu, die das Gelände bot, geschickt ausnutzend, arbeitete er sich mit seinem Zuge an den Fluß heran, ungesehen voul Feinde. Ueberraschend nahm er nun mit seinen Gewehren einen feindlichen -Schützen» graben unter Feuer, der bis dahin zwei Kompag- nien das Ueberschreiten des Flusses erschwert hatte. Im Feuer der Maschiiiengewehre räumte der Geg- ner den Graben, und die Unseren konnten den Fluß durchwaten. Als einer der ersten erreichte S6)ulze im feindlichen Feuer das jenseitige Ufer, seine Leute, die teils ihr erstes Gefecht erlebten, mit sich fort- reißend. Bald waren die Höhen genommen. Hier erkannte Schulze sofort, daß die links kämpfende 6. Kompagnie ein sckMeres Vorgehen gegen schloß und Park B hatte. Er verstand es, seine Gewehre so aufzustellen, daß die im Gehöft sich mit einem Maschinengewehr tapfer verteidigenden Feinde un- ter Flankenseuer genommen wurden. Dadurch trug er dazu bei, daß sich die Kompagnie bald in den Bs- sitz des Gehöftes setzen konnte. Schulze wurde für seine tapfere Tat zuin Dizefeldwebel befördert. - Karlsruher Stanöesbuch-fiuszüge. Geburten. 12. Jan.: Paul Herbert, Vater Leop. Rastätter, Schreiner. — 13. Jan.: Kurt Willi, Vater Ludwig Link, Reserveheizer. — 14. Jan.: Alma Marg., Vater Georg Hilpert, Schlosser. — 15. Jan.: Herbert Julius, Vater Julius Gröbel, Schlosser; Ernst Friedrich, Vater Franz Baumann, Schriftsetzer. Wertpapiere. Berlin, 19. Jan. (W^T.B.) B ö r s e n st i in in it n g 5 * b i ld. Die gestern gegen Schluß erzielten höheren Kurse für einzelne Industrie- und Montanwerte konn« ten sich heute bei recht stillem Veneyr im behaupten. Später machte sich, ausgehend von der schwächeren Haltung einzelner Kriegswerte, zeitweise Realisationkneigung 'bemerkbar, so daß die Tendenz als schwankend bezeichnet werden kann. Rentenwerte sind wenig verändert. Ausländische Wechselkurse überwiegend leicht abgeschwächt. Tägliches Geld 4 Prozent. Privat» diSkont 4% Prozent. Hierzu: Blätter fiir den Familicntisch Nr. 3 i SckliimtmchilW über Äatgeireibt. Mit Beginn des 15. Januar 1916 ist alles in Karlsruhe vor- handene Saatgetreide, soweit eS ans der Beschlagnahme nach der Ver- ordnung über den Verkehr mit Brotgetreide und Mehl aus dem Ernte- jähr 1915 vom 28. Juni 1915 sreigeworden ist, zu Gunsten deS KommunalverbiindeS KarlSruhe-Stadt beschlagnahmt. Wer mit Beginn des 15. Januar 1916 hiernach beschlagnahmtes Saatgetreide im Gewahrsam hatte, ist verpflichtet, es uns getrennt nach Arten und Eigentümern bis ZV. Januar an- zuzeigen. Saatgetreide der genannten Art, das sich zu dieser Zeit auf dem Transporte hierher befindet, ist von den Empfängern uns unverzüglich nach dem Empfange anzuzeigen. Wer die ibin obliegende Anzeige nickt in der gesetzlichen Frist erstattet oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben mackt, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu fünfzehnhundert Mari bestraft. Karlsruhe, den 18. Januar 1916. 218 Das Bürgermeisteramt. Im Iel'de ' fehlt es unfern. Feldgrau»» an UebersichtSkarten von 1 den einjtlnen Kriegsschauplätzen. Auch unsere Tapferen ' wollen sich über den Stand der Kämpfe, sei es in i Kurland, Polen, Flandern, Oberilalien, Dardanellen, . Suez-Kanal usw. orientieren. Wir empfehlen deshalb | als Liebesgabe den „Krie««karten-AtlaS" ins Feld zu senden. Dieser ist recht handlich gebunden, ver- 1 einigt 10 Karten, die in vielfarbiger Ausführung bei ' einer reichen Ortsbeschriftung leicht lesbar find. Mne Ireude ' ist der vorzügliche Atlas auch jedem aufmerksamen ! ZeitungSlefer. Der Preis ist, um eine weite Ver- > breitung zu sichern, auf Mk. 1.50 per Exemplar | festgesetzt. Zu beziehen durch: Ii*. Hauptmann, ISonn Sürst 1 :: Gangolfstraße 9. Versand nach auIwärtZ.^egen Einsendung von Mk. 1.79 ' oder Nachnahme. Verlangen Sie bitte Rabatt-Marken! Korsetten Erstlings -W äsehe Hausschuhe Konfektionierte Mode-Waren Herren-Soeken Damen-Sehlupfhosen itiiüiiiiiii 220 Städt. Fischmarkt. Hanptmarkt: In der Fischmarkthalle hinter dem städt. Vierordtbad am DounerStag nachmittag von 3'/,—7 Uhr und Freit«g vorinittag von 8 Uhr ab. Filialmarkt: Durch den Verkäufer Zipf. Weststadt: In der Eofienstraße 96/98, am Donnerstag nach- mittag von 3—<> Uhr. Karlsruhe, den 19. Januar 1916. 223 Stadt. Schlacht- nnd Niehhofdirektion. 21 ufr« f. SMtl Gaden fiir das M 6m» in Lnlgarim. Der Ortsausschuß für die Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe. Zur Entgegennahme von Gaben sind außer den seine« Zeit bekannt^ gegebenen Mitgliedern des Ortkauifchuffes und Bankdäusern auch die Geschäftsstellen sämtlicher Zeitungen, daS Nachrichtenbüro für das neutrale Ausland, Zähringer- straße 98, 1. Stock, die Firma L. I. Ettlinger, Eisenhand- lung, sowie die Stadthauptkasse B (Rathaus, Eingang von der Hebelstraße aus) bereit. Hauptfammelstelle: Stadthauptkasse B, Rathaus. 1276 Gesckw. KNOPF Dr.Wirz, Homöopath. Arzt 1 1 Karlsruhe ---------- QMrg-Friedriohstr. 2, II. Stock. Sprechstunden ' morgens 9—10, nachm. 2—3 Uhr. Selkstverfasste Broschüren: 75 „Nervosität" Mk. 1.50. „biajtno«« aus den Augeii" Mk. 2.—. Spezialbehandlung von Gicht, Magen-, Nieren-, Harn- und Leberleiden. Kinder- und Frauenleiden. ————— Husten Sie ? Herba Vera Bonbon eiud wahre Iräut«rbonbons, enthalt«« vortrefflich heilwirkende Krfinter. 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Januar, nachmittags 2'/i Uhr, auf Gem-irkung Philippkbiirz 4 Nubdänme. Zusammenknn" Etation PbilippSburg. Die Pnlek auf>eher Mi!de»der,«r- Eicheld?rßs Biihn-OdkrSwiideiin und »bliebt** Philippsburg zeigen die Bäume.