Fernsprecher 535 Hauptorgan der badischen Zentrumspartei ■ - ■ - - , Postscheck: Karlsruhe 48Vi jHdfint an allen Werlt.igen in zwei AnSgaben - BezngSureiS: I» Karlsruhe «nr» Träger «naefteOt vieneliäbrlich ilf. 2 .90. Von der Gcschä'ts'ielle oder den «biagin abgeholt, nionttlick Vf^ Auswärts (Deiitichland) Bezugspreis durt, die — „i,„„ Beitellge d. bei Vorauszablung. Be'tellnniin in Strv-n bei den Vo ranitalten. Voil Mk. 3.35 vierieljäbrlich ohne Belgien, 0-itenkich-Üngarn. Belgi-n ^lland ^ Geschäftsstelle »edrigkS Ausland (Wellvo-verein) Mk. S.ö» merie laorn« * « W !i '.Ii hhiiti II litt/ Beilagen: Je einmal wöchentlich: dnS illustrierte achtseitige UnterhaltungSblatt „Sterne und Blumen" da? vierseitige UnterballungSblatt „Blatter für den Familien» tisch" uno „Blätter für Haas- uns La »V virtfchaft" Wandkalenver. Taschenfal,rvläue usw. Auzcigenpreis: -Die ncde»w»Ilige llciue ^'jei e oder deren Mim»» 25 Pf, Slefiamtn 60 5$j. Play-, Kleine- und Stellen-Anzeigen lö Pf. 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Rordlvestlich von T a r n o p o l schlugen unsere Eiihvruugstruppen russische Vorstöße gegen die schon wiederholt genannten vorgeschobenen Feld- ivacheuverschanznilgen ab. Sonst keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Die lebhaften Artilleriekämpsc an der küstenländischen Front dauern fort. Hinter dcn feindlichen Linien wurden größere, Brände beobachtet. Südöstlicher Kriegsschauplatz. ' Sudöstlich von Durazzo wurde der Gegner aus einer Vorstellung geworfen. Ein öfter- reichisch -ungarischer Flieger bewarf die im Hafen von Durazzo liegenden italienischen Schisse mit Bombcn. Ein Transportschiff wnrde in Brand gesetzt und sank. i, Der Stellvertreter des Chefs des Gcncralstabs: ^ v o n H ö s e r, Feldmarschallentnant. Crzerum. Berlin, 21. Februar 1916. Es liegt in der Natur der Verhältnisse, daß wir in deni gegenwärtigeil Kriege, in dessen Bann sich sein großer Teil der Erde befindet, den Vorgängen «us den Nebenkriegsschauplätzen lebhafteres Interesse nur insoweit zuwenden, als ihnen ein wesentlicher Einfluß auf den Verlauf und Ausgang der ^esamthandlung beizumessen ist. Sind doch aitch vie Nachrichten, die wir über jene Vorgänge erhalten, Meistens nur dürftig, nicht selten widerspruchsvoll. Dies gilt u. a. von dem bisherigen Verlauf der Uirkisch -rlissischen Kriegführung an der Kaukasus- >ront. Von Interesse für die Beurteilung 'der Kriegs- •JOfte im ganzen lvar an ihr die Datsache, 'daß dort £?Id noch Eintritt der Türkei in den Krieg eine «urkische Annee von ansckx'inend mäßiger Stärke^die Offensive ergriff, und zwar mit ihren Hauptkräften Jmf der allgemeinen Linie Erzerum—Kars, mit Aner^ linken Nebenkolonne längs dem Küstengebiet S ald zum Stehen. Und Ende Januar d. I. sahen Nch die Türken genötigt, vor einer mit überlegenen Äfften ausgeführten russischen Gegenoffensive zu- I.'.'ckzuweichen. Eine Entscheidungsschlacht, zn der, der j^nischc Oberbefehlshaber seilte H>auptrnacht unweit «er Grenze versammelte, hatte einen ungünstigen Mmng. so daß die Armee zum Rückzug auf die Mtunfl Erzerum gezwungen war. Aber auch hier Mbe,, j,ie Türken sich trotz tapferen Widerstandes LH zu behaupten vermocht, vielmehr ist es den ussen gelungen, die Festung mit Sturm zu ^^mncn. J&Ns die Türken bei dieser erfolgreichen Gegen- if/ > der Russen ernste Verluste erlitten haben, ? ^wahrscheinlich, wie daß die russischen An- 5Bfri n herüber übertrieben, dagegen die russische» «.„Uiste, die als „gering" angegeben werden, ebetl- . .schwer gewesen sind. Die Anssicht ans baldige ^>rirarkungeii ist für beide Parteien gering. Die v,. A' en ( türkischen Eisenbahn-Endpunkte, Alexan- fcp n , e ^Bagdadbahn) und Angora sind von Erzeruin Kilometer entfernt, so daß anf tiirki- aJhi .^ite zunächst lvohl nur in den Zwischen- ^ >eten befindlick?e Reserve- und Ersatztruppen in fivj 11 ? kommen. Die Russen haben für ihre Offen- ^-ebenfalls alle Truppen, die in Kaukasien vor- a<>». waren, eiitgesetzt, und es ist nach der all- Kriegslage nicht anzunehmen, daß sie für Sitim*-!*. 3cno ^. crü tion weitere Truppen von anderen mirf. ^p-Iatze« nachziehen werden, was iibrigens wä,» beträchtlichein Zeitaufwands inöglich «K l>l . ' f; . v vlire zur Stelle befindlichen Trirppen reichen Nicht erheblich weiter ausgreifende Operationen dcttm.f'r"\r •• 1 ® er ^ ert , sich vielmehr im wesentlichen g^ "^e,chra7>ken müssen, gestützt auf Erzerum den streifi>>? c • wj Kilometer breiten Grenz« .fctfnn.s' „ fcltt^ichsn Gebietes zu sichern. Ins- Rudere waxe «g töricht,.wenn die im Irak bei Kut el Amara, von den Türken eingeschlossene eng- tische Streitmacht auf ein siegreiches Vordringen der Russen von Erzerlmv EirtsatzHossnungen baiU'N wollte. Denn die Russen müßten zu diesem Zweck von Erzerum einen gefährlichen Rankenmarsch von 1000 Kilometer Länge ausführen. Da das türkische Gebiet Kleinasiens vom Mittelländischen Meere bis zur Ostgrenze mehr als 1600 Kilometer mißt, so erleidet die Wehrkraft des Reirfx'3 durch den vorübergehenden Verlust eines schmalen östlichen Grenzstreifens keine seftwre Einbuße. Noch weniger fällt der Schaden ins Gewicht, wenn man ihn aus dem Gesichtspunkte der Gesanrtlage des Weltkrieges betrachtet. Er würde nicht eingetreten, oder doch leicht wieder auszugleichen sein, wenn eine Eisenbahnverbindung zwischen Angora und Erzei-um vorhanden wäre. Für die Zukunft bedarf es einer solchen insbesondere auch zirr Sicherung der Bagdad- bahn. Wenn nach dem Gesuchen der Verlust von Erzerum mit seinen Nebenumständen zn irgendwelchen Besorgnissen keinen Anlaß bietet, sv ist er immerhin ein für die Türkei und auch für deren Verbündete, besonders des moralischen Eindruckes wegen, bedauerliches Mißgeschick. Die Inbelhymnen unserer Gegner aber belächeln wir. v. B l n m e, General d. I. z. D. Cine Duma-Reöe öes rujpsthen Ministers öes /leußern. (Ein neuer Beleg der Unwahrhastigkeit im Vierverband.) Petersburg, 23. Fobr. (.W.T.B.) Der Minister des Aeußern Sasonow hielt in der Du Uta sa!- gende Rede: Mit Zustimmung des Kaisers bin ich ziini viertennrate sei Beginn des Krieges im Begriffe, Ihnen ein Gesamtbild ver politischen Xiage zu entrollen. Der Kampf geht iveiter; ein Kampf, wie es noch nie einen gab, ein Welttampf. Weniger als je ist es möglich, sein Ende abzusehen. Aber ich kann erklären, daß die Regierung, wie bisher, unerschüttn- lich bleibt in dem Entschlüsse, den Kamps bis z u r B e s i e g u n g des Feindes s o r t z n - setzen. Das war nnd ist der Entschluß des russi- sehen Volkes und seiner treuen Alliierten. Dieser Krieg ist das größte Verbrechen gegen die Meuscl)- heit. Diejenigen, die ihn verschilfen, tragen eine schwere Vemntwortung', in der gegenwärtigen Stunde sind sie zur Genüge entlarvt. Wir wissen, wer die unzähligen Leiden entfesselte, unter denen Europa jetzt seufzt. Iis wäre völlig überflüssig, hierauf zuriickzntoiitmcn, wenn nicht Deutschlands Staatsmänner und Presse sich darauf versteiften,- die Verantlvortnng auf uiis nnd die Alliierten zurückzuschieben. Aber schließlich erklärt sich diese Hartnäckigkeit vor allein durch die Notwendigkeit für die deutsche Regierung, zn versuchen, sich vor der üffcntlict/cn Meinung des eigenen Landes zu rechtfertigen. Denn man fangt dort an einzusehen, daß das deutsche Volk getäuscht worden ist durch die, die, falsch unterrichtet durch eine unfähige Diplo- matte, die Stunde der Verwirklichung der lange ge- legten Raubpläne gekommen glaubten. In dem Maße, wie die Augen sich öffnen, ivächst die.Unzn- frisdenheit und beginnt sie bereits zum Ausdruck zu kommen. Wir und die Alliierten dagegen sind in diesen Krka zur Verteidigung der heiligsten Rechte hinein- gezerrt worden und haben ihn als unabwendbares Verhängnis vor uns gesehen. Daher behalten wir Ruhe trotz der Opfer nnd Verluste. Die Gewähr des Erfolges liegt in dem engen B ii n d n i s init den Alliierten und in der völligm Ueber - einstimmnn g in ihren A nstre ngu ngen. Diese Uebereinstiinmung ist schiver erzielbar infolge der Entfernung zwischen Rußland und den westliche» Alliierten. Es sind jedoch alle Maßregeln getroffen, zu diesem Ziele zn gelangen. Unsere Vertreter, die mit den nötigen Vollmachten versehen sind, nehmen lebhaften Anteil an der Beratung aller Fragen, die von den Alliierten in den Konferenzen in Frankreich u n d E n g l a n d behandelt tverden. Äußer zum Zwecke dieser politischen lind inilitäri- schen Beratungen wünschten die Alliierten, Vertreter zur Besprechung von Maßregeln zusammentreten zn lassen, die zur Vorbereitung eines künftigen Wirt- s ch a s t l i ch e n Bündnisses ergriffen lverden müssen. Die Wichtigkeit dieser Frage liegt auf der Hand. In der Tat. wenn ein Bündnis unerläßlich ist zur Erreichung eines Erfolges in der Zeit des Krieges, so ist ein Bündnis nicht weniger not- wendig, nm die Zukunft aller zu sichern in einer Zeit, lvenn wieder Friede ist. Wenn nian mit einem Feinde wie Deutschland zu tun hat. das seit langen Iahren unter dem Deckmantel traditioneller Freund- schist die Aufmerksamkeit der Nachbarn einzuschläfern sich bemühte, während es zu gleicher Zeit sein Schwert scktfrste, ist es gut. bei Zeiten an nützliche Mittel zu denken, nm einer Wiederholitng von Ereignissen znvorztckonmien, ttrie sie mit solcher Schnelligkeit sich vor eineinhalb Iahren entrollt haben. „Die deutsche Regierung gleicht dem Volke gegen- über ihren Generälen, die die Soldtckeu bei ihren Angriffen berauschen, um sie ungestümer zu machen. Tie deutsche Regierung bemüht sich iden kriegerischen Eifer der Massen anszsustacheln nnd diese glauben zu machen, daß die Gegner eine vollständigeVer- n i ch t u » g des deutschen Volkes wollen. Ist es nötig zu sagen, daß eine solche Behauptung s i n n l o s ist? Wer könnte darauf rechnen, eine Nation von 70 Millionen verschwinden zu lassen? Die Alliierten hatten niemals einen solchen Gedan- ken: sie fordern für sich das Recht, sich in Freiheit in ihrem Lande zn entwickeln und rühren nicht an denk legitimen Rechte anderer Nationen; ihr Erhaltnngs- trieb fordert nur. daß sie den nneibittlicheii Egois- mus und dem raubgierigen Appetit, den kennzeich, nenden Zügen des Preußen tu m s, das nicht immer die Sympathien Deutschlands gehabt hat, ein Ende machen. Dieses Preußentum muß ein für alle Male zur Machtlosigkeit gezlvungen werden. Wenn es anders wäre, wären alle Opfer!der Alliierten vergebens. Wir sehen ebenso wie die Alliierten klar das Ziel, das wir erreichet, müssen. Wie sie folgen wir ohne Schwanken dem Wege, den wir uns vor- gezeichnet haben. Dieses Bündnis gestalteten wir zu einem vollständigen, ohne daß einer der Alliierten einen Teil seiner Unabhängigkeit und Persönlichkeit zu opsern brauchte. Es ist nicht, wie bei unsere» Feinden? dort werden die Alliierten zn Vasallen. Es ist tatsächlich schwer, noch von Oesterreich- Ungarn, der Türkei niiid Bulgarien! als unabhängigen Staaten zu sprechen, da die Hände der Deutschen dort zähe in der Armee und allen Zweigen der Verwaltung die Macht an sich gerissen haben. Die. Gewohnheit enger Zujanuiu^narbeit mit dem alliierten Frankreich erlaubte beiden Ländern, olle Hilfinittel leicht und schnell zu organisieren nnd zu vereinheitlick>en. Seit dem Tage, an dem das Bündnis die Feuertaufe er- halte» hat, bin ich glücklich, aufrichtige Belvunde- rung auszusprechen vor der Energie und dem Ta- lent, die das französische Volk zur Vorbereitung des Sieges entfaltet hat. Tie von Frankreich auf die. sein Gebiet geleisteten Dienste, die oft einem oberflächlichen Beobachter entgehen können, sind nicht weniger groß als die glänzenden Erfolge seines tapferen Heeres. Das für die gemeinsame Sache vergossene Blut mücht die Bande, (die die beiden Länder vereinen, nnterreißbar. Ich bin glücklich, noch einmal zu bemerken, daß die früheren Mißverständnisse, die lange über unsere Beziehungen zu England geschwebt haben, endgültig beseitigt sind, niid ver- schwanden, sobald sie klaren Blickes ans der Nähe betrachtet winden, so wie nächtliche Visionen beim ersten des Tages verschwinden. Meine Herren Abgeordneten! Diejenigen, die bald die Verbünde- ten besuchen werden, werden mit eigenen Augen alles sehen, was ihnen und ihren ruhmvollen Sol- daten zn Wasser nnd zii Lande gegeben ist. Ueber. Mitteln Sie ihnen die herzlichsten Grüße des russi- schen Volkes. Tie italienischen Truppen, die die Schwierigkeiten des Gebirgskrieges zu über- winden haben, treiben die Oesterreicher Schritt snr Schritt aus Gegenden zurück, deren Bevölkerung seit langem von der Rückkehr zum italienischen Vater- lande träumt. Am balkanischen nnd adriatische» User bekämpfen die Italiener gemeinsam m'it ihren Verbündeten den gemeinsamen Feind. Wir begrii- ßen die zwischen uns und Italien hergestellte Bru- Idvrlichkeit der Waffen. Das Londoner A b k o in m e n. Sie wissen schon, daß Rußland, Frankreich und England, um den von den Feinden verbreiteten lüflnerischeni Gerüchten über einen von einem Alliierten zn unterzeichnenden Sonderfrieden ein Ende zn mackien, schon zu Anfang des Krieges erklärt haben, daß sie untrennbar verbunden sind unld das denkwürdige Abkommen _ von, 5. August unterzeichneten. Letzthin schlössen sich Japan und Italien den? Vertrag an. der am 30. November 1915 in London unterzeichnet tvorden ist. Man kann also glauben, daß die törichten Gerüchte von einein Sonderfrieden, die beständig wieder auftauchen, e,n sür allemal Lüge» gestraft sind. Denn die Machte, die den Vertrag unterzeichnet haben, betrachten e,»e internationale Verpflichtung nicht als einen Fetzen Papier. Polen. Traurige Nachrichten gelangen zu uns aus den zeitweilig vomFelndebesetztenGebieten. Sie sehen, was in P o l e n, dieser unserer Schwester- Nation, vor sich geht, im heroischen Belgien, in dem so heimgesuchten Serbien. Dort herrscht überall unversöhnlicher Schrecken mit Elend vereint. verantwortlich: Fiir Anzeigen und Reklamen: Franz Pfeiffer in Karlsrulie Es genügt, aii das ungeheuerliche Beispiel 'der Tötung von Miß Eavell zu erinnern, um das Leben unter deutscher Herrschast iii den Gebieten zu ivür digeu, aiif denen Deutschland seine eiserne Faust ruhen läßt. Den unglückliclM Opfern, die uiuer harten Prüfungen schmachten, können wir inzwischen nur zurufen: Mut, die Stunde der Befreiung hat geschlagen. Wie eine grausame Ironie sä>ult das Lob, das die Deutschen sich selbst erteilen für die Wohltaten, mit denen sie die Bevölkerung der be- setzten Gebiete angeblich überhäuft haben. Die Deutschen sind besonders stolz ans die Gründung der polnischen U it i v e r s i t ä t in W a r s ch a ». Das ist eine Falle, mit der sie das Vertrauen des durch die Deutschen zerstörten Polens zu gewinnen rechnen. Aber das Unterneh. en ist iin voraus zum Mißerfolg verurteilt. Seit Beginn des Krieges hat Rußland die Vereinigung der Teile des zerstückelten Polens aus seilte Fahnen geschrieben. Dieses Ziel, vom Herrscher gewiesen, vom Oberbefehlshaber der Heere kundgetan, l.sgl der russischen Gesellschaft am Herze». Es hat die Billigung unserer Verbündeten erhalten. Dieses Ziel ist unveränderlich, das unsere jetzt wie früher. Wie sieht nun Deutschland diese heiligen Be^ strebungen des ganzen polnischen Volkes an? Sobald es Deutschland und Oesterreich-Ungarn gelang, in Polen einzudringen, beeilte man sich, d.ese» Teil des bisher ungeteilten polnischen Gebietes unter sich zu te.len. Um den Eindruck abzusävvächen, den dieses neue Attentat gegen die Verwirklichung des polni- scheu Strebens hervorgerufen hat, glaubt man, einigen untergeordneten Wünschen der polnischen Be- völkerung entgegenkommen zu müssen. Deshalb ist die polnische Universität gegründet worden. Aber man muß nicht vergessen, daß die Autonomie Polens, die hier aus dieser selben Tribüne aus Be« fehl des Kaisers vom Ehef der kaiserliche» Regierung proklamiert worden ist, Polen nationale Schulen aller Grade, den Iluiversitätsunterricht eingeschlossen, mit sich bringt. Mau kann also nicht erwarten, das; gegen das von den Deutschen angebotene Linsengericht das polnisck?« Volk auf seine gel>eiligteii Bestre bungen verzichtet, von der von Deutschland vorbe- reitete» Unterjochung die Augen verschließt und seine Brüder in Posen vergißt, wo, uni den deutschen Kolonisten zu gefallen, alle polnischen Elemente hartnäckig vernichtet worden. Man sprickst von Abi sichten, die Deutschland haben soll, iin Austausch ge- ge» neue Versprechungen und iinaginäre Zugestand- nisse, in den okkupierten Gebieten einige hundert- tausend Polen auszuheben, damit sie sich als Ka° nouenfutter fiir den Triunipf des Germaiiismus töten lassen. Ich will nicht glauben, daß das von hohen nationalen Gefühlen beseelte poln sche Volk, das sich bei Beginn des Krieges beeilte, sich zur Verwirklichung des jedem Polen nationalen Ideals dcn Russeu anzuschließen, sich dazu verleiten lassen konnte, einzuwilligen, sein Blut für die Tyrannen Polens z» vergieße». Schwede n. Ich konime z» unseren gegenwärtigen Beziehungen zu den Ne n t ra le n. zuerst zu den ska n d i n av i. schen Nachbarn. Oft habe ich erklärt, sei es im Schöße der Duma, sei es in Unterredungen mit verschiedenen Persönlichkeiten nnd Vertretern de, Presse, daß wir gegenüber Schweden keine an deren Gefühle hegen, als die aufrichtiger Freund- sch.ist, nnd nur wünschen, die engen Beziehungen guter Nachbarschaft aufrecht zu erhalten. Unglück- licherweise gibt es auf der anderen Seite de-! Bottnischen Meerbusens noch Leute, die durch die Macht eingewurzelter Vorurteile und unter einen» gewissen Einfluß von Verleumdungen unserer Feind' Vorurteile nnd Mißtrauen gegen uns hegen Es ist indessen ganz klar, daß Rußland nnd Schlve> den von der Natur selbst dazu bestimmt sind, in* Frieden miteinander zu leben und ihre gegenseitig« wirtsch.istlickxn Interessen Früchte tragen zn lassen Der Vorlvand von Kollisionen kann nur ein fünft, licher sein. • Weder sucht Schweden nach den Worte« seiner leitenden Männer eine territoriale Ver großernng auf Kosten Finnlands, noch strebe» wir nach dein Gebiete unseres Nachbarn im Norden Was sollte in der Tat uns die skandinavische Halb insel bieten 1 Einen eisfreien Hafen am Eismeer? Wir haben einen anf eigenem Gebiete, nnd di< intensive Arbeit der russischen Ingenieure wird bal! alles getan haben, um ikm durch einen Schienen sträng mit dein Herzen Rußlands zu verbinden Nicht nach den skandinavischen Gestaden fühlt siel Rußland durch seine Geschichte hingezogen. N a cs einer gan z anderen R i ch t u n a muß ei einen Ausgang znm freien Meere gc^ Winnen. Rumänien. R u m ä n i e n hat während dieser Persode dii von ihm gewählte Neutralität weiter ausrecht erhal ten. Die Ententemächte finden sich mit dieser Laaj ab, überzeugt, daß Rumänien seine Interessen nick verraten würde, wenn die Stunde schlagen Wirt Seite 2 Kadischer Beobachter, Donnerstag, den 24. Februar 1916 Nr. 88 die nationale Einheit auf Kosten seines Blutes zu verwirklichen. Es kann ficher sein, daß es bei denen, zu denen die natürlichen Sympathien seines Volkes gehen, wirkliche Unterstützung finden wird, wenn es sich gegen Attentate des gemeinsamen Feindes gegen dje Unabhängigkeit seiner Entschlüsse wehrt. (Schluß folgt.) m Rede des russischen Kriegsministers. Petersburg, 24. Febr. (W.T.B.) Petersburger Tel.-Ag. Im Verlaufe der Dumasitzung ergriff mich Kriegsmini st er Poliwanow das Wort. Er >g«b einen Ueberblick über die hauptsächlichsten Kriegsereignisse und die Leistungen der russischen Armee seit dem Monat Auli. Gegenwärtig zeigten die Truppen ihre Widerstandskraft in episodischen Kampfhandlungen und bereiteten sich dabei ans die Erfüllung größerer Aufgaben vor. Die kaukasische Armee habe ihr Werk durch die Er- oberung Erzerums gekrönt. Trotz '»es Ueberslusses der materiellen Hilfsquellen Deutschlands beständen Anzeichen dafür, daß das Menschenmvterial Deutsch- land bald ausgehen werde (?), während Rußland noch immer über unerschöpfliche Bestände ver- füge. Der Zar und die Duma. Petersburg, 23. Febr. (W.T.B.) Vor Eröffnung der Dumasitzung richtete der Zar an die Abgeord- liefen folgende Worte: Ich habe die Freude gehabt, aleic^eitig mit Ihnen Dankgebete an Gott zu rich- ten für den ruhmreichen Sieg, den er unseren, lieben Rußland nnd unserer tapferen Kaukasusarmee hat zuteil werden lassen. Ich Hin glücklich m ct unter Euch zu befinden, unter meinem treuem Volke, dessen Vertreter Ihr seid, und rufe den Segen Gottes auf Eure kommenden Arbeiten herab, besonders in dieser so schweren Zeit. Ich glaube fest, daß Ihr alle und jeder einzelne unter Euch in der Arbeit, Heren Verantwortung Ihr vor dem Vaterland und vor mir trägt, feine ganze Erfahrung, seine volle Kenntnis der lokalen Verhältnisse und sene ganze warme Liebe für das Vaterland einsetzen wird, und daß Ihr Euch in diesen Arbeiten ausschließlich durch diese Liebe werdet führen lassen, die Euch immer helfen und Euch als Leitstern in der Erfüllung Eurer Pflicht dem Vaterlande und mir gegenüber dienen wird. Ich wünsche der Reichsduma von ganzem Herzen fruchtbare Arbeit imd vollen Erfolg." Der Dnniapräsident R o d s i a u k o antwortete dein Zaren mit folgender Rode: „Majestät! Tief freudig berührt, hörten wir Hie bedeutungsvollen Worte des Monarchen, von Freude erfüllt, unseren Zaren in unserer Mitte zu sehen. In dieser schwierigen Zeit befestigen Sie heute das Band mit Ihrem treuen Volke, welches uns den Wog zuiu Siege zeigt." * Petersburg, 23. Febr. (W.T.B.) In der Eröff- nungssitzung der D u m a betonte Präsident Rod- siankoin seiner Rede u. a. die h i st o r i s ch e B e - deutung des Zarenbesuches in der Duma nnd die Einigkeit zwischen dem Zaren uud dem Volke, die für Nutzland von einem großen und not- wendigen Vorteile sei. Unter großen? Beifall schlug Rodsiauko vor, dem Zaren Glückvünlsche zu senden. Der Redner erinnerte sodann an den tiefen Schmerz, Mit dem Rußland das ^Schicksal des brüderlichen Serbiens erfahren habe. Es sei die Pflicht Ruß- lands, tröstende Worte zu finden und Serbien Mut sowie Hoffnung auf die Auferstehung einzuflößen. Rodfianko schloß, indem er die feste Hoffnung auf den endgültigen Sieg zum Ausdruck brachte nnd die Duma dazu aufforderte, zur Entwicklung der produktiven Kräfte des Landes unermüdlich bei- zutragen, und als ein Pfand des Sieges eine enge, aufrichtige Einigkeit zwischen der Regierung und Nation verlangte, ohne welche es keinen Frieden gibt, sondern nur Kampf ohne Gnade bis ans Ende. Der Zar im Rcichsrat. Petersburg, 23. Febr. (W.T.B.) Peteisb. Tel.- Ag. Der Kaiser nnd der G r o ß s ü r st Michael A l e x a n d r o w i t s ch trafen heute vor Eröffnung der Sitzung ini Reichsrate ein. Der Kaiser hielt eine Ansprache an die Reichsratsmitglieder, in der er seine Freude darüber ausdrückte, unter ihnen zu weilen und an die Zeit erinnerte, da er als Thronfolger der Versammlung angehörte. Er dankte den Mitgliedern des Reichsrats für ihre Arbeiten und forderte sie auf. alle ihre Kräfte in >den Dienst des großen teuren Vaterlandes zu stellen, dessen Bild ihnen immer gegenwärtig sein müsse. — Der Präsident des Reichsrats, Knlomzin, dankte dem Kaisei: für feine gnädigen Worte und .tuen unvergeßlichen Besuch, die für ein folidarisches Arbeiten neue Kraft 'heben. Er drückte die unerschütterliche Hoffnung aus einen entscheidenden Sieg aus. — Nachdem der Kaiser fortgegangen war, wurde die Sitzung mit einer Rede des Präsidenten eröffnet. Danach sprachen die Mitglieder der Parteien der Linken, der Rechten, des polnischen Zentrums nnd der Ne7d Hardt-Gruppe. Im Namen der Wilden sprach Graf Kokolmow. Iirf Verlauf der Sitzung hielten Ministerpräsident Stürmer und die Minister Sasonow, Poliwanow und Grigorowitsch Reden, die mit ihren Erklärungen in der Duma überein- stimmten. Stimmen der Presse. Berlin, 24. Febr. Das Berliner Tageblatt meint u der langen Erklärung des russischen Ministers des uswärtigen in der Reichsduina: Das größte Er- Ms Gottes Gärten. Wie Sternlein in der Erdenwiese Grün Sind zarte Kinderknospen, die verblüh'n; Sie nippen lächelnd von des Lebens Schaum Und scheiden wie ein Frühlingsblütentraum. Doch Bäume, die bestimmt sind, Frucht zu tragen. Standhalten müssen sie den Ungewittern; Ob ihres Wesens Wurzeln auch erzittern — Hart ist ihr Lebenskampf und voll von Plagen. Bon Sonnenglanz durchtränkt und selig matt Möcht manche Blumenseele schlafen geh'n. Liebreich löst Gott, der Gärtner, Blatt um Blatt: Im Himmelsgarten wird sie neu ersteh'n! Ziska Luise Schember. eignis, das sich seit der Vertagung der Reichsduma zugetragen hat, die Niedenverfüng Serbiens und Montenegros, bedeutet einen völligen Fehl- schlag der Orientpolitik Rußlands. Ueber diese Angelegenheit glitt Herr Sasonow mit schamhafter Eile hinweg. Wir wollen im Verlaus der Dumatagung abwarten, ob die Abgeordneten sich durch die Worte des Ministers wie von dem „lanid- fremden Koburger" über die eigenen Mißerfolge und die gegnerischen Erfolge werdeü täuschen lassen. Jedenfalls wird die Enttäuschung auf Seiten S a s o n o w s sein, wenn er etwa hoffen sollte, die bulgarische Nation Post sestum gegen ihren sieg- reichen Führer aufzustacheln. In der Germania wird als das schönste Kapitel in Sasonows Rede die den lieben Polen ge- widmete Stelle bezeichnet. Hoffentlich könnten die Polen nach den gemachten Erfahrungen felbst beur- teilen, was von den ihnen verheißenen Sasonow- schen Luftschlössern zu halten sei. Die gefährdete englische Srstgetreiüe- Versorgung. D i e K u a p p h e i t der englischen Brot- getreideVorräte wird immer ficht- barer. Wenn man die in den wichtigsten Häsen lagernden Weizenmengen mit den gegen Ende Juli 1915 vorhandenen Vorräten vergleicht, ergibt sich folgenoes Bild; es lagerte in öffentlichen Lagerhäusern: Weizen in tons 3. Juni-Woche 1915 2. Febr.-Woche 1916 in Liverpool 118 617 28 787 Manchester 32 911 14145 Fleetwood 7 236 — Ellesmere Port 6 150 4 733 Insgesamt 164 914 47 665 Die betreffenden Vorräte sind also heute um an- nähernd zwei Drittel geringer als gegen Ende Juni 1915. Dabei ist bemerkenswert, daß gerade in der letzten Woche die Lagerincngen wieder abgenommen haben: sie sind von 51 573 tons in der Vorwoche auf die genannten 47 665 tons zurückgegangen. Natürlich handelt es sich hier nur um einen Teil der von England eingeführten Vorräte, aber immer- hin nm sehr wesentliche Mengen, deren rückläufige Bewegung auch für die anderen in.Großbritannien lagernden Bestände bezeichnend sein dürfte. Eine weitere Bestätigung des Knappwerdens der englischen Weizenbestände liefern die letzten Ein- f n h r z i f f c r n. Es wurden in den 24 Wochen des neuen Erntejahres eingeführt: Weizen in Ouarters (1 Qu. — 217,7 Klgr.) in der Wock)e bis 14. 2. 16 259 420 in derselben Woche des letzten Jahres 433 830 in den ganzen 24 Wochen 1915/16 9 646 »86 m derselben Periode des Vorjahres 11 082 040 Einen ähnlichen Rückgang zeigt die Einfuhr von Mehl, welche von ca. «0 000 Qnarters in bex Woche des Vorjahres auf ca. 32 000 Quarters in ter Woche, die am 12. Februar 1916 abschloß, zurückgegangen ist Die Weizeneinfuhr zeigt also in diesem Erntejahr ein Defizit von ca. 1400000 Qnarter — 300000 tons gegenüber derselben Periode des Vorjahres. Dieses Defizit müßte gedeckt werden, ehe überhaupt einiger- maßen normale Zustände auf dem englischen G e t r e i d e in a r k t eintreten können. Demgegenüber aber scheint die Frachtraiunkrisis von Woche zu Woche d a s D e f i z i t z u v e r g r ö ß e r n. Hand in Hand mit dieser Entwicklung geht ein stä ndiges Steigen der Weizen preise. So ist am 14. Februar 1916 für Manitoba-Weizen m London bis zu 74 fh. 3 d. 'bezahlt worden, ein Preis, dessen außerordentliche Höhe bisher w ä h - r e n d des K r i e g e s n o ch nicht erreicht w Ii r d e. Dieser Preis entspricht annähernd 3 5 0 Ma r k für die Tonn e. Am gleichen Tage kostete Weizen in Berlin 275 Mark, Roggen 2 3 5 M ark die Tonne. Die Hauptursachen fiir die enorme Preissteigerung bes Weizens in England und die abnehmende Ein- fuhr bleiben nach wie vor die Knappheit mi Fracht- räum und die damit zusammenhängenden hohen Frachmten. Darum ist jetzt die ganze Sorge der englischen Regierung darauf konzentriert, diesem Notstande abzuhelfen. Nach allen Erfahrungen aber, welche bisher die englische Regierung mit ihren Ein- griffen in den freien Getreidehandel gemacht hat, ist wohl kaum zu erwarten, daß sie der tatsächlichen Notlage, welche eine sofortige und radikale Abhilfe erfordern würde, Herr werden wird. (©) Der Krieg Zur See. Der Unterseebootkrieg gegen bewaffnete Handelsschiffe» Berlin, 22. Febr. (Frkf. Ztg.) In einer An- spräche an die Vertreter amerikanischer Zeitungen, die jetzt im Wortlaut vorliegt, hat der Staatssekretär L a n s i n g am 16. Februar seine Ansicht über die deutsche Denkschrift über die Bewaffnung englischer Handelsschiffe erläutert. Diese Dengchrist hat ihm damals mit ihren Anlagen nicht im Wortlaut vorge- legen, aber er hat sie gleichwohl abgelehnt und rech- net damit, daß die Verbandsniächte den von ihm ihnen unterbreiteten Vorschlag über die E n t w a s f- nnng von Handelsschiffen ablehnen werden. Tann wird sich die amerikanische Regie- rnng dabei beruhigen und annehmen, daß die Hern- delsschiffe nur zu Verteidigungszwecken bewaffnet werden, und sie wird daher auch von einer Warnung an die Amerikaner, auf solchen 'Schissen zu reisen, absehen. Dafür gedenkt die anierikanifche Regierung die deutsche Regierung zu einer^Erklärung anfzufor- dern, wie sie bewaffnete von unbewaffneten Schiffen zu unterscheiden beabsichtigt. Wie schon gesagt, la- gen der Wortlaut der Denkschrift und vor allem ihre Anlagen dem Staatssekretär Lansing in denk Augen- blick, als er diese Ausführungen machte, nicht vor, und es ist nicht unmöglich, daß, wenn die ameri- konische Regierung erst den Wortlaut der Denkschrift mit ihren Anlagen in ihren Händen hat, sie sich einesanderen besinnen nnd einsehen wird, daß die englischen Handelsschiffe nicht zur Verteidi- gung, sondern zu Angriffszwecken bewaffnet sind. Die Kreuzzeitung hält diese Auffassung jedoch für „reichlich optimistisch". Amcirika und der Nnterseekrieg. Ncwyork, 23. Febr. (Frkf. Ztg.) Eine Anzahl hiesiger Blätter nimmt in der unklaren Frage des Unterseekrieges Partei für den Grafen Bernstorff. Sie erklären, daß Wilson, wie bei vielen anderen Gelegenheiten, seinen Stand- Punkt offenbar gewechselt habe. Der Newyork Amercan führt zwölf Beispiele von Wilsons In- konseguenz an. Der Präsident hielt heute mit den demokratischen Führern eine Beratung ab. Die Zeitungen und das Publikum sind über die Politik völlig im unklaren. Wozu die Neutralen da sind. London, 22. Febr. (W.T.B.) Meldung des Ren- terschm Büros. Oberhaus. Lord Sydenham brachte einen Antrag ein, in welchem erklärt wird, daß auch in Uebercinstiminung mit dem Völkerrecht und den berechtigten Ansprüchen der Neutralen ein wirksamer Gebrauch von den alliierten Flotten ge- macht werden könnte, «itf es zu verhindern, daß Vor- räte nach den feindlichen Ländern gelangen. Der Antragsteller sagte: Bisher ist die Wirkung unserer Politik die gewesen, daß große Vorräte, Ivelche die Deutschen benötigten, tagtäglich den Feind erreichen konnten. Der Antragsteller wiederholte sodann die Behauptungen bezüglich einer das gewöhnliche Maß überschreitenden Einfuhr durch Neutrale, wobei er die Fleischeinfuhr in Holland und Dänemark als Beispiel anführte und betonte, daß diese Länder sonst in großen Mengen Fleisch produzierten. Wir sollten, fuhr er fort, auf das Be- stimmteste uns gegen die Behausung wenden, daß die Neutralen das Recht hätten, außergewöhn- liche Gewinne zu machen. Die Neutralen hätten n n r das Recht, zu fordern, daß die für ihre Bedürfnisse gewöhnlich erforderlichen Vorräte durch- gelassen würden und dann dies mit möglichst ge- ringer Behinderung geschehe. Es sei angedeutet worden, daß eine Einmischung in die gewinnbringen- den Geschäfte der Neutralen die Beziehungen Eng- lands zu ihnen gefährden würde. Wenn jeidoch die Alliierten hinsichtlich einer endgültigen Regelung der Frage eine feste Ha l t u n g annehmen. so wür- den die Schwierigkeiten'des englischen Auswärtigen Amtes in seinen Verhandlungen mit den Neutralen bald überwunden sein. Es liegt in der Macht Eng- lands. das Ende d es K ri eges durch die An- Wendung seiner Flotte zu beschleunigen. * Rüssingen, 23. Febr. (W.T.B.) Die beiden b e l - g i s ch e ii Fischerfahrzeuge „Zeebrügge 8" und „Zeebrügge 9", die von Vlissingen zur Fischern ausgefahren waren, wurden von einem deutschen Unterseeboot angehalten. „Zeebrügge 9" wurde nach Zeebrügge gebracht, „Zeebrügge 8" versenkt. Die Besotzuna von „Zeebrügge 8" rettete sich nach dem Leuchtschiff Nordländer, von wo sie gestern nach Vlissingen zurückgebracht wurde. Verschieöene Kriegsnachrichten. Die Täuschung des französischen Publikums. Bon der französischen Grenze, 20. Febr., wird der Straßburger Post geschrieben: Die Methode der französischen Regierung, durch falsche Meldungen und Unterdrückung der ivahren Nachrichten im französischen Publikum einen trügerischen Optimis- mus aufrechtzuerhalten, werden von dem Parifer Berichterstatter der Dl t s ch - a m e r i- k a n i s ch e n Unterhandlungen, die man uns als Vor- rede zu einem Konflikt hinstellte, sorgfältig unterhalten hat! Man erinnere sich auch der unzähligen Unglücks- fälle, wie der tödlichen Erkrankung des Kai- s e r s und der Explosion der Skoda-Werke, die sich immer nach genauerer Untersuchung als voll- ständig erfunden herausstellen, durch die man aber aii geblich das öffentliche Vertrauen befestigen will, als ob dieses Vertraue» uicht im Gegenteil weit stärker erschüttert würde durch die unvermeidlich folgen- den Berichtigungen als durch die einfache Wahrheit. ^>el- leicht wäre es noch Zeit, diese Methode zu andern. Die Haltung oes Sckweigens. der Unwissenheit und der Unter- würngkcit, zu der die französische Presse gezwungen ist. gibt im Ausland zu den verächtlichsten Urteilen Anlaß. Auch heute noch bleiben die französischen Blätter allein auf höhere ii Befehl stumm über die Ereig- nisse. welche die höchsten Lebensinteressen Frankreichs berühren. Es handelt sich doch nicht darum, vor Deutsch- land Dinge geheim zu halten, die es nicht wissen darf, denn dasselbe wird in der Auslandspresse offen be- sprachen. D i e Ver heimlich u n g ist daher bloß auf das französische Publikum berechnet. Wenn man nicht eine begreifliche Nervosität und eine unvermeidliche Entmutigung erzeugen will, so ist die Stunde gekommen, Frankreich etwas mehr Licht und Freiheit zu schenken. Morgen wird man trotzdem in der französischen Presse die bestellte Arbeit der Zensur weiter lesen, daß man nur in Frankreich die Wahrheit sage und daß alle deutschen Nachrichten Schwindel seien. )*r Vsm Salkan. Einkauf von Braugerste in Rumänien. Bukarest, 23. Febr. (W.T.B.) Die Zentralaus- fuhrkommission teilt mit, daß sie einen Vertrag über 'den Verkauf verfügbarer Braugerste der Ernte 1915 mit den Einkaufsgesellschaf- ten der Mittelmächte abgeschlossen habe. Die Be- Mhlung erfolgt nach der Verladung in die Bahn- wagen. (0) Der Krieg im Grient. Beschieszungen der kleinasiatischen Küste. London, 23. Febr. (W.T.B.) Die Daily Mail meldet aus Athen vom 19. Februar: Verschiedene Chrsmk öes ersten Kriegsjahres. 24. Februar 1915. Die Stadt Prasznysz von deutschen Reservetruppen im Sturm genommen. 40 000 Gefangen, über 20 Geschütze und viel Kriegs- gerät erbeutet. — Den Russen östlich Grybow mehrere Stützpunkte entrissen. Weitere 5000 Ge- fangene. — Ein dritter englischer Transportdampfer mit Truppen an Bord bei Eaftburne untergegangen. — Zwei weitere Dampfer bei Folkestöne und Scarborough gesunken. — Im Hasen von Antivari ist das französische Torpedoboot „Dague" gesunken. — Die französischen Kanalhäfen werden für den Handelsverkehr gesperrt. — Die zweite deutsche Kriegsanleihe wird zur Zeichnung aufgelegt. Punkte der klein asiatischen Küste, namentlich der Eingang des Golfes von Smyrna, werden regelmäßig von den Schiften der Verbündeten be- schösse n. Am 29. Januar wurde A m d l i k i gegenüber Eastellorizo. westlich des Golfes von Adalia, von den Franzosen angegriffen. Das Ge- fecht dauerte 10 Stunden. Ephefus wurde am 28., 29. und 30. Januar beschossen. Berlin, 23. Febr. (W.T.B.) Zu der aus Saloniki stammneden Nachrit der Times, nach welcher ein britisches Unterseeboot im Bosporus einen Schleppdampfer und sechs Segelschiffe ver- senkt haben will, erfahren wir von zuständiger Stelle, daß diese Nachricht glatt erfunden ist. Seit Ende vorigen Jahres ist im Marmarameer kein feindliches Unterseeboot gesichtet worden. Das Geöenkblatt öer Reichsbank. Fast klingt es wie ein allzu eintöniges Lied, wenn wir immer wieder rufen: „Das Gold zur Reichs- bankl" Unld doch iveiß jeder einsichtige Volkswirt und Volksfreund, daß diese Forderimg nicht zu ver- stummen braucht und nicht verstunimen darf. Sie braucht nicht zu verstummen, weil noch immer Hun- derte von Millionen Mark Gold in allen möglichen Schlupfwinkeln sich verbergen. Sie darf nicht ver- stummen, weil das in der Reichsbank zusammen- gefaßte Gold für unsere Wirtschaft schlechthin unent- behrlich ist, möge es als Deckung fiir den durch den Krieg gesteigerten Beidarf an Zahlungsmitteln oder zur Bezahlung der vom Auslande bezogenen Güter dienen. Mehr als 1200 Millionen Mark Gold sind dank dem patriotischen Empfinden der Bevölkerung seit dem Kriegsausbruch zur Reichsbank geflossen und dort gegen Reichsbanknoten und andere Zahlungs- mittel umgetauscht worden. Es ist daher erklärlich, daß die Herbeischaffung von Gold für die zahlreichen Kräfte, die sich freiwillig in den Dienst der Aufklä- rnng uud Goldsammlung gestellt haben, mit der Zeit fchttn^riger geworden ist. Um nun die Mübe- waltung, die heute m'it der Goldsammlung ver- knüpft ist, auch äußerlich anzuerkennen, hat sich das ReichSbaiik-Direktorium entschlossen, Gedenkblätter auf Wunsch fiir solche Personen ausfertigen zu lassen, die der Reichsbank mindestens 200 Mark in Gotd zuführen. Das im Format eines Diploms gehaltene, vor- nehm ausgestattete und mit dem Reichsadler ge- schmückte Gedenkblatt wird von jeder Reichsbank- anstalt ausgefertigt. Es ist jedoch nicht erforderlich, daß das Gold bei den Reichsbankanstalten selbst eingezahlt wird: die Gedenkblätter können vielmehr auch für solche Personen ausgeschrieben werden, denen seitens öffentlicher Kassen aller Art, Post- lassen, Sparkassen. Schulkassen in beweiskräftiger Form bescheinigt worden ist, daß sie nach dem 31. Januar den Betrag von mindestens 200 Mark in Goldmünzen gegen Papiergeld umgetauscht haben. Daidurch können auch solcke Goldeigentiimer oder Goldsammler sich das Gedenkblatt erwerben, die an einem Orte wohnen, in dem sich keine Reichsbank- anstalt befindet: in diesen Fällen genügt die Ean- senduug der von der öffentliche Kasse erhaltenen Bescheinigung an die nächstgelegene Reichsbankan- statt. Es ist zu hoffen, daß mit dem Gedenkblatt ein neuer Ansporn für jedermann geschaffen ist. an der Goldsammlung zum Besten des Vaterlandes teilzu- nehmen. •CxSgX3" öaöifcher tanütag. Erste K a m m c r. 5. öffentliche Sitzung (Nachmittagssitzung). BZK. Karlsruhe, 23. Febr. 1916. Vizepräsident Wirkl. Geh. Rat Dr. Reinhard er- öffnet die Sitzung um %4 Uhr. Am Regierungstisch: Minister Freiherr v. Bodman. Die Beratung der zweiten Denkschrift der Grohh. Regierung über ihre wirtschaftlichen Maßnahmen wahrend des Krieges wird fortgesetzt. Oberbiirgenneiestr Haber,nehl berichtet über die Maßnahmen zur Aufrechter Haltung und Förderung gewerblicher Be- triebe wobei Redner besonders anerkennt, w.is fiir das Gewerbe in Pforzheim geschehen ist. DaS Gewerbe wurde bei Beurlaubungen nicht so gut be- handelt wie die Landwirtschaft. Wir brauchen auch einen wirtschaftlichen Gewerbestab. Bei der Rasch- heit, mit der der Krieg ausbrach, durste der General- stob nicht fragen, wer liefert nnd was kostet es,' sondern nur, wo ist das und das zu haben. So wurden^ ungeheure Kriegsgewinne gem^t, die hoffentlich bei der Kriegsgewinnsteuer scharf heran- gezogen werden. Bei der Herstellung von Munition- wurden wir zunächst etwas vernachlässigt. Es zeigte sich der Mangel eines eigenen Kriegsministeriunis. Die Staaten mit einem Kriegsministerium waren besser bedacht Nach nnd nach wurde dann bei den Lieferungen der Zwischenhandel mehr und mehr ausgeschaltet. Man hat sich bei der Herstellung von Eisernen Kreuzen nicht daran erinnert, daß wir eine Industrie in Deutschland haben, die solche Dinge Ur. 88 Jüdischer Äeabachtkr. Donnerswa, den 24. Februar 1916 Sekte 3 gelverbsmäßig herstellt; so l>at man die Herstellung der Eiserneil Kreuze zunächst an 6 Berliner Juweliere vergeben (Geh. Rat Professor v. Oechel- Häuser: Ein preußischer Orden!). Ja, aber an den Reichssteuern dürfen wir auch mitbezahlen! Bezüglich der Fremdenindustrie wurde mit Recht gesagt, daß man im Schwarzwald siir eine Mark das nicht bekomnit, was man in der Schweiz siir ein Franc bekommt. Eine kleine Einschränkung im Komfort wird mäßigere Preise ermöglichen und dann werden unsere Kurorte auch wieder besser beiucht. Ansatz hiezu ist sckpn vorhanden. Es wird eine Ehrenschuld sein für alle, die Arbeiter beschäftigen, diejenigen, die aus dem Heide zurückkehren, rnifzu- nehmen und ihnen Arbeit zu geben; denn sie sind es, denen wir die Erhaltung unserer Industrie ver- danken. Das gilt für die Gesunden. Für die, die krank zurückkommen, muß ja noch in besonderer Weise gesorgt werden. Bezüglich der gewerblichen Schulbildung, die wegen Mangels an schulen und Lehrkräften und durch den Waffendienst von Schillern etwas zu kurz kam, sollte durch Lchrkurse nach dem Kriege das Fehlende so rasch wie möglich ergänzt werden. . . Freiherr v. Menningen: Wir können Nicht nach einem Kriegsministerinm rufen, abgesehen von der -'.^ilitärkonvention, während wir eine Vereinfachung der Staatsverwaltung verlangen. (H a b e r in e h l: Ich habe kein Kriegsministeriilin verlangt.) Stadtrat Bca: Manche Elemente haben sich Liese» ungsausträge zu verschaffen gewußt. Schließlich haben wir auch Aufträge bekommen im Betrage von -70 000 Mark, was >dem Handwerk im Winter sehr gut bekam. Die Schuhmacher haben einen Probe- Auftrag von 1000 Paar Gebirgsstieseln bekommen. Aber es hat sich herausgestellt, daß auch in Ländern mit eigenen Kriegsministerien, in Württemberg und Bayern, das Handlverk nicht besser, berücksichtigt wurde. Leder ist zurzeit nicht zu haben, weder im Großen noch im Kleinen. Die Schuhmacher sind in einer Zwangslage: manche werden gezwungen sein, ihren Betrieb einzustellen. Die b.ste Hilfe für die, die nach dem Kriege heimkehren, ist 'die Vergebung von Arbeit. Soviel bekannt, sind hierfür bereits 70 Millionen vorgesehen. , . Oberbürgermeister Habermrhl: Ein Kriegsmiin- sterium verlange ich nicht: aber ich habe verschie- deutlich 'die Erfahrung gemacht, Äaß wir in Baden etwas vernachlässigt wurden. Engelhard hat mir bas auch bestätigt. Geh. Rat Ochelhäuser: Es ist richtig, >daß die Landwirte bei den Beurlaubungen bevorzugt wor- den sind. Es erhielten manche bis zu dreimal Ur- laub und mit Recht, weil sie in ihrem Betrieb not- wendig waren und dort auch sehr ersprießlich wirken konnten. Minister Freiherr, v. Bodman: Der Berichterstatter hat beklagt, -daß andere Staaten besser mit Auf- trägen berücksichtigt wurden, als Baden. Der An- schauuiig, als seien wir vernachlässigt worden, mochte- ich nicht beipflichten. Wir haben für unsere In- diistrie und unser Handwerk große Austräge erlial- Vit, allerdings erst nach ernstlichen Bemühungen, «jitr fleiDtjjc Lieferungen sinö wir Bayern zugeteilt, und da haben wir bomerkt, ftafe wir erst bedacht würben, wenn Bayern den betr. Gegenstand nicht selbst liefern konnte. Wir können uns ober im großen und ganzen nicht beklagen. Daß auf dem Lodermarkt Mißstände bestehen, ist richtig. Was die Urlaubsgesuche betrifft, so hat das Kr egsmini- sterium ausdrücklich angeordnet, öaß die Landwirt- schaft zu gewissen Zeiten bevorzugt werden sollte, zu anderer Zeit aber das Gewerbe. Das Gewerbe sollte in keiner Weise zurückgesetzt werden. Freiherr v. Göler: Er habe ein halbes Jahr als Kompagnieführer ini Felde gestanden. Dabei habe die Erfahrung gemacht, daß die UrlanbIftage verschieben behandelt wurde, je nachdem sich der Regimentskommandeur und Bataillons- und Korn- pagnieführer sich um die Sache kümmerten. Geh. Kommerzienrat Schott warnt vor der Ver- Wendung von Gefangenen und belgischen und polni- schen Arbeitern. Geh. Komiu'erzienrat Kocllc hat gegenteilige Er- sahrnngen gemacht. „ f Stadtrat iöea: Die Gefangenen machen große '»sprückze, bei der Arbeit sind sie mit quam gc- <'ngeren Maße zufrieden. V Geh. Komiucrzienrat Korlle: Die Ausgaben für ausl ändische Arbeiter belaufen sich so hoch, wie für Inländische. Bürgermeister Dr. Weiß: Es kann auch vor- oinnieu, daß der Gefangene sich höher stellt, als der 1 '"heimische Arbeiter. Man hat ihre Vergütung wch au gesetzt, um den einheimischen Arbeitern keine onkurrenz zu machen. Nachdem aber der Besckxif- guiigsauswanb höber und wir keinen Arbeits-, aber ^rbenerniangel haben, sollte der Satz für die Ge- ^ngenen herabgesetzt werden. R,.^h. Kommerzienrat Kocllc berichtet über die -maßnahmen auf dem Gebiete der Eisen- ahn e ». Die Kommission hat die Maßnahmen «Uleits begrüßt. m t ^ Kommerzienrat Engelhard berichtet über die Maßnahme aus dem Gebiete des Geld- u u d ^^edittvesens. Baden hat erheblich mehr Mb, als im Reichsdurchschnitt ihm zukam, an die ^eichsbank abgeliefert. Einige hundert Millionen J» toiri noch außerhalb der Reichsbank sein; auch firf sinken, Noten- und Hypothekenbanken können '"-! "•cht ganz von Gold entblößen. Es ist anzu- jifrjl mc r n ' daß wir, nachdem die Reichsbank ihren x>..^uand dagegen aufgegeben hat, in der näckisten yz .^'ch eine Goldsammlung bekommen, wobei die Äi,m n,t ^r n£ie bei den anderen Metallsamnrlungen »nek» Wert vergütet weiden. Wir müßten bargeldlosen Verkehr mit Scheck über» sich 1 England pflegt man wenig Bargelb mit hat man bezahlt mit Scheck. Dadurch vnn>, 00 , n England mehr Gold zur Versu- fef,r r lu ll l5ni: der Entwicklung zu diesem Ver- ficht hn, ^^. ^ckstempel das Rückgrat gebrochen. Das fleL» ^ l'h-t uns die große Anzahl von -sich rv-.'ml e ®. ausmachen müssen. So gut ^ i^..te der Gedanke durchgesetzt hat, 'daß alles 'Bold i'H s;,, . lufüC|t: * 5f t)ur, ouB aues »lach s. v; , bL abhört, so muß sich auch ^hrs Gedanke des bargeldlosen Ver- Durch ->-» - I"t cr . c , Valuta hat nicht allein größere Eiufuhr und kleinere Ausfuhr sowie durch die Spekulation gelitten. Dazu kommen bie Maß- nahnien unserer Feinde, um bewußt unserer Valuta zu schaden, insbesondere die verleumderischen Nach- richten. Den tiefsten Stand hat die Valuta am v. Januar d. I. erreicht. Die Neichsrogiernng griff ein unter dem 20. Januar, indem sie das Geschäft in Devisen ans gewisse Banken beschränkte und die Spekulation ausschloß. Der Erfolg war zunächst ein guter: leider sind auch bie auswärtigen Devisen weiter gestiegen. Es ist für uiis ein gewisser Trost, baß auch die Währung unserer Feinde Einbußen erlitten hat. Die Einfuhr muß bei uns kleiner wer- den. Die Ausfuhr ausländischer Wertpapiere muß bei uns ebenso organisiert werden, wie in England. Tie Staats- und Gemeindebehörden müssen im bar- geldlosen Verkehr mit gutem Beispiel vorangehen. Bis zum Ende des Krieges müssen wir die Reichs- bank in bie Lage versetzen, erhebliche Gelbmengen in das Ausland auszuführen. Die Darlehenskassen werden auch nach dem Krieg ihre Aufgaben zu er- füllen haben: sie werden durch Beleihung ber Kriegs- anleihen Geld für die Industrie beschaffen müssen. In einigen Industrien werden wir nach dem Krieg ausführen können: wo aber die Rohmaterialien er- schöpft sind, müssen diese wieder ergänzt werden. Auch müssen wir Vorräte anlegen. Dadurch wird die Währung wieder fallen, wenn die Reichsbank nicht durch Versendung von Gold und ausländischen Wertpapieren einen Ausgleich schaffen kann. Um das tun zu können, müssen wir die Darlehenskassen erhalten. Das Kreditwesen ist nirgends so gut or- gauisiert wie in Deutschland. Die Kriegskreditkassen hatten nur eine bescheidene Tätigkeit. In Pforzheim entsprach die Kriogskreditkasse einem wirklichen Be- dürfnis, ba bort das Hauptbankinstitut bei Kriegs- ausbruch zusammenbrach. In England war bie Be- leihnng von überseeischem Verkehr bis zum 7sachen Betrag der eigenen Bankklipitalien vor bem Kriegs- ausbruch nahe am Zusammenbruch. Me Rettung war nur, daß fünf Bankseiertage eingeführt wurden. Die Geldflüssigkeit herrscht nicht allem bei Landwirtschaft, Handel und Industrie, sondern auch in weiten Kreise,', oes Mittelstandes. Das ergibt sich aus den Beständen ber Sparkassen. Wir haben einen flüssigen, aber teueren Geldsrand. Die Geldflüssig- feit kommt nicht von einer Entwertung bes Geldes Redner verbreitet sich eingehend über die Verkält- Nisse des Hausbesitzes. Mit der Zeit sind bie Ver- Hältnisse in bessere Bahnen eingeleitet worden. Vermieter und Mieter haben sich aneinander gewöhnt: wenn sie auch unter den Kriegsverhaltnissen nicht befriedigen, sind sie boch erträglich geworden. Nach dem Krieg werden die kleinen Wohnungen noch ge» suchter sein. Die Arbeitslöhne werden nach dem Kriege zweifellos höher sein, als vor dem Kriege. Dadurch wirb die Erstellung von Wohnungen teurer und damit auch der Mietpreise. Die Jahre nach dem Krieg werben Jahre angestrengter Arbeit unb ein- geschränkter Lebenshaltung sein. Das verloren« Volksvernwgen muß wieder errungen werden, so lange es nicht errungen ist, kann ber alte Wohlstand nicht zurückkehren. Schonliche Behandlung des Hausbesitzerstaudes wird notwenbig sein. Des ferneren verbreitet sich Redner über 5ri>e Gelber, die das Reich dem Staat zur Weitergabe für Kriegs- ausgaben an Gemeinden nach der Leistungsfähigkeit ber Liefernngsverbände gegeben hat. Geh. Kommerzienrat .S ocllc: Dem erschöpfenden interessanten Vortrag bes Vorredners habe selbst e n alter Banker nicht mehr viel hinzuzufügen. Zur •oesserung unserer Währung ist es notwendig, daß wir die Einfuhr vom Ausland tunlichst einschränken: das muß man auch den Franca sagen. Wer etwas r' U l ''lusland zu liefern hat, muß bie Forderung so hoch stellen, daß er auch unter der geringeren Währung joviel für die Ware bekommt, wie vor dem Krieg. Oberbi^aermeiiter Hnbcrniehl: Eine Verguickung Zwilchen Kredltkasse und Bantverein wirft nicht zu» JÄ kouimen Redner wünscht, daß bei den Lire» w a [ I 1 nur in der Hinsicht erfolgt, daß das Kapital imb der Zinsfuß nicht erhöht wird. spricht der Regierung Dank aus für ihre Maßnahmen. ™ ^!lf»i?lü ci [ tcr t.® i ? nc ' f cl verbreitet sich über die Geldfluisigkeit bei der Landwirtschast. Das Geld werde nach dem Kriege gebraucht, ihn wieder Pferde, Maschinen und Wagen anzuschaffen Geh Kommerzienrat Sckott macht auf das Zementausfuhrverbot aufmerksam, das unserer Wäh- rung schade: für Zement fei Holland der einüge Markt gewesen. Hier wird um 7% Uhr abgebrochen. Morgen vor- mittag halb 10 Uhr Fortsetzung. [01 Amtliche Nachrichten. Die Geneinldire'tion der Staatseisenbahnen hat den Lisenbcrhnsekrctär .Karl Köhler in Weil-Leopoldshöl,e zur Zentrcslverwaltung in Karlsruhe versetzt, den Eisen- bahnaisistenten Rod. Becker in Radolfzell zum Eisen» bahnsekretär ernannt. Chronik. flus Sa^en. i: Karlsruhe, 23. Febr. Das Abkommen über die Gültigkeit der Landes b rot marken zwischen ben Regierungen Baden, Württemberg. Bayern und Sachsen lvird mit Wirkung vom 1. März d. I. auch auf E l s a ß - L o t h r i n g e n ausge - dehn t. Die elsaß-lothriugisck?en Reisebrotmarken lauten ebenfalls auf 40 Gramm Brot unb gelten ohne zeitliche Beschränkung. Sie zeigen in schwarz- weiß-roter Umrandung das elsaß-lothringische Lan- bes Wappen und die Aufschrift: Elsaß-Lothringen — 40 Gramm Brot — Reisebrotmarke. Diese elsaß- lothringischen Brotmarken gelten dem Abkoniinen gemäß mich in Baden. )( Ettlingen, 22. Febr. Dem Bürger ans- schusse ist eine Vorlage des Gemeinde- rats zugegangen über die Einrichtung einer E r - werbslosenfürforge für die Arbeiter der Textilindustrie in Ettlingen und Neurod. Das Ministerium des Innern, die Firma badische Baumwollspinnerei und Weberei A.-A. in Neurod und eine Anzahl Gemeinden unseres Bezirkes und der Bezirke Durlach und Pforzheim sind dahin über- eingekominesi, den infolge von Kriegsinaßnahmen erwerbslos werdenden Arbeitern und Arbeiterinnen der beiden genannten FiriMn Erwerbslosenfürsorge nach Maßgabe der Bestimmungen zuteil werden zu lassen, die bereits sür die Erwerbslosen des badi- schen Oberlandes gelten. )!( Kehl, 23. Febr. Bei der Abfahrt des ^Schlepp- dampfers „Matthias Stinnes II" kam ein 18jähri- ger Matrose in den Strang, m'it dem der Dampfer festgebunden war. Da das Schiff bereits in Be- wegung war, wurde dem Matrosen der rechte Fuß oberhalb des Knöchels vollstän- d i g abgerissen. )-) Gcugenbach, 23. Febr. Der Hund eines Land- Wirts in Oberentersbach brach nachts in eine Schafhürde ein, und richtete eine große Anzahl Schafe derart zu, daß über 30>Schafegeschlach- tet werden mußten. )( Waldshut, 23. Febr. Beim Spielen am Rhein- Iveg fiel das vierjährige Söhnchen der Witwe R e i ß l e in den Rhein und ertrank. Waldshut, 23. Februar. (Von den Lonza- werken.) In diesen Tagen gelangte der erste Eisenbahnwagen Kali-Stickstoff zur Versendung. Zum Zeichen, daß diese Tatsache als wichtiges Ereignis in ber Geschichte der „Lonza" betrachtet werden darf, war ber Wagen geschmückt und mit einer Jnschrifttafel versehen, aus welcher zu lesen war: Kali-Stickstoff Waldshut. Heil und Sieg. ):( Gückingen, 23. Febr. Bei der gemeinsamen großen Uebung ber oberbadischen Ju- gendwehren am 6. Februar in Ratzel wurde die Abhaltung einer F üh r er v er sam m lu n g als dringend notwendig erachtet und die Versammlung auf Sonntag, den 27. Februar, nachmittags 3 Uhr, ins .-Schwert" nach Säckingen anberaumt. Es ist lmnmgänglich notwendig, daß alle Wehren des Ober- lande? an" dieser Versammlung vertreten sind. Di- rekte veriönlicte Einladungen können.Nicht erfolgen. Singen, Ll. Febr. Der hiesige Geistliche der alt- katholisckien Gemeinde, Herr Pfarrer Hacker, kommt auf 1. April nach Kempten. 0 Großschönach bei Psullendorf, 23. Febr. Jil der Hu ben m üble des Müllers Fl ab genet der 15jährige Lehrling ' u d a s M u h l r a d imd wurde derart an den Tr icht er ged ru ckt, d n er das Genick brach. Als man den Unglücksfall bemerkte, war der junge Mann schon tot. FSv« nnÄrrpn öe'issAsn Staaten. Darmstadt. Der frühere, langjährige hessische Finanz- minister G n a u t h ist in Mülheim (Ruhr) gestorben. Berlin, 21. Febr. Ein W e i b e r » S p l e le r n e von der Polizei überrascht. In der Uilen Schönhauser Strafe 43/44 befindet sich ein Zigarren- geschäft von Berndt, das von der Ehefrau des Geschäfts- inhabers betrieben wird. Hinter dem Laden liegen mehrere Wohnräume. In diesen ivurde schon früher von Frauen aus der Nachbarschaft gespielt. Nachdem die Polizei eingegriffen hatte, war der Betrieb längere Zeit eingestellt. Skeuerdings ivurde er wieder aufgenommen. Wieder waren es fast ansschließlich Frauen, die in den Räumen ihrer S p i e l l e i b e n s ch a s t frönten. Die Kriminalpolizei überraschte einige dreißig Frauen, die eifrig beim ..Mauscheln", „Meine Tante, deine Tante" und airderen Glücksspielen beschäf- tigt waren. Die Persönlichkeiten wurden festgestellt und der Spielbetrieb geschlossen. -ixc- fluf öem 5elöe Ser Chre gefallene Haüener. Den Heldentod fürs Vaterland starben: Unteroff. Otto Siegel und Gaöarbeiter Johann Hetz von Karlsruhe, Pion. Wirt Wilhelm Becker von Karls- riche-Mühlburg, Schütze Maschinenschlosser Wilhelm A st. fall von Ettlingen, Unteroff. Richard Heinz von Büchenbronn, Unteroff. Karl Thum, Ritter des Elser- nen Kreuzes, von HandschuhSheim bei Heidelberg, Unter- offiaier Lehrer Anton Christian Bopp, Ritter des Elser- neu Kreuzes, von Nllscld, Reserv. Joh. B-nkert von s^reibura, Landwchrmann Johann L i n d h e i m c r und Landwehrmann Schriftsetzer .Ernst Heiz mann von ^reiburg. Ersatzreserv. Leopold Alsred Bausch von Millingen, Kau. Karl Hesch von Kiesenbach. Landwehrm. Jchann W i d in e r von Eschbach, Mnsk. Johanii Friedr. L e i s i n g e r von Hofen, Vizefeldw. d. R. Unterlehrer Karl Treiber, Ritter ldeS Eisernen Kreuzes, von Singen a. H.. —«oo~ Lskaies. Karlsruhe, 24. Februar 1916. A„z dem Hofbericht. Der Großherzog nahm gestern die Vorträge des Geheimen Legationsrats Dr. Seyb und des Präsidenten Dr. v. Engelberg entgegen. -l- Wieder höhere Fleischpreisr. Die Freie Metzger- innuna bat abermals einen ^ l e i sch p r e l s a u s - schlag eintreten lassen, und zwar wurde^rPre's für das Pfund Ochsen- und Rindsleiich um 3» Psg. aus .>0 Mark bis 1^0 Mark, sür Kalbfleisch um 10 Psg> aus 1 40 Mk. bis 1.60 Mark erhöht. Nur der Preis für Schweinefleisch wofür bekanntlich Höchstpreise bestehen, uZ für Hämmelfle.sch ist gleich g-blieben Er betragt hier für Sckiweinefieisch 1.40 Mark bis - Mark, für Hammelfleisch 1.30 bis 1.00 Mark. Lautcnnbend Berner. Wir weisen hiermit noch- malS ans die Kunstgenüsse hin, die der „Lautenabend Lieselotte und Conrad Berner am morgigen Tage, F r e i t a g, LS. Februar, 8Vi Uhr, im Museums- saal in Aussicht stellt. — Singstimine. Laute und Viola dÄmour kommen zn wirklich köstlicher Zusammenwir- kung. ConradBerner entfaltet auf seiner geradezu wundervollen, kostbaren Viola d'Amonr herrliche Klang» reize, die sich schwelgerisch vereinen mit den Tonen oer Laute. Eintrittskarten sind zu haben in der Hofliiusi» kalienhaildlung Fr. Dorrt und an Äer Abendkasse im Museum. Der Klnvier-Abend Elisabeth Moritz muh eingetre- tener Verhältnisse wegen verlegt werden und findet nun mehr ani Freitag, den 3. Mär z, 8, > II h r, un Museumssaal statt. Die gelösten Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. X Lieder- und Balladenabend deS KaininersängerS Fril! FeintialS. Der Lieder- und Balladenabend des Kammersängers Fritz Fein hals findet, wie bereits gemeldet, nunmehr bestimmt am Sonntag, den 2 7. Februar, abends 8Vi Uhr, im Mnseumssaal statt. Der Abend verspricht durch die Ausgestaltung des Programms. in das noch der Wahnmonolog und die Schluß- anspräche bes „Hans Sachs" aufgenommen sind, einen besonders glänzenden Verlauf zu nehmen, da die Rolle bes „Hans Sachs" eine der besten Leistungen des bernhm- ten Baritons der Münchener Hofoper darstellt. Karten in der Hosmusikalienhandlung Fr. Doert und ab 7 Uhr abends an der Kasse im Museum. 0S®®®®©®©®©®3®®©3®O0®®0©®(3>@®©®®®'!5C!?C9 11 Letzte Nachrichten 11 Der öeutsche Erfolg nörölich von verüun. Berlin, 24. Febr. Die Mongenblätter widmen dem deutschen Erfolg nördlich von Verdnn Besprechungen, aus denen hervorgeht, .daß die Er- Wartungen des deutschen Volkes, 'bie seit einer Reihe von Wochen, wie .bie Bossische Zeitung meint, ohne Frage gespannt sind, als w e i t ü b e r t r o s s e u gelten dürfen. Durch den gelungenen Vorstoß sind unsere Truppen jetzt in -den vollen Wirkungsbereich der stänidig ausgebauten Nordfront der Fortslinie Nerduns, der st ä r k st e n Festung Frankreich s, gekommen. Das Berliner Tageblatt schreibt: Alle Erfolge, welckie unsere Teiloperationen in der letzten Zeit an der Westfront idavontrugen, üb e r r a g t Äie gestern gemeldete nördlich Verduus. In der Germania heißt es: Unsere Truppen haben jetzt zum erstenmal in der neuen Mmpfperiode einen größeren Angriff unternommen und ein glänzendes Ergebnis erzielt. Tie Einfuhr Neutraler nach Deutschland. Rotterdam, 24. Febr. (W.T.B.) Der Nieulve Notterdamsche Courant meldet aus London: Lord LanSdoilme gab in seiner vorgestrigen Rede im Ober- hanA weitere Einzelheiten über die E i n f u h r neutraler Länder. Das Durchsickern von Gütern nach Deutschlaud, das zugegebenermaßen einen qroßen Umfang angenommen hatte, hat jetzt beinahe aufgehört. Der Redner machte um- fangreiche Zahlenangaben und erklärte, daraus gehe hervor, daß die Blockade im Monat Januar befon- ders wirksam gewesen sei. Deutschland uud die Vereinigten Staaten. Berlin, 21. Febr. Aus Lugano wird dem Ber- liner Tageblatt mitgeteilt: Amerikanische Depeschen melden, daß die amerikanische Marine- leitung Wilson dränge, den deutschen Standpunkt hinsichtlich des Unterseeboots- krieges anznnehmen, die bei dem wahrscheinlichen, wenn nicht sicheren Krieg zwischen Japan und Amerika um die Herrschaft im Stillen Ozean die beste Waffe seien. Verlin, 24. Febr. Eine Rotterdamer Depesche des Berliner Tageblatts meldet: Dem Exchange-Büro zufolge erklärte Lan fing, daß durch die neue deutsche Unterseebootserklärung die Lage zwi- schen Amerika und Deutfchland ebenso ernst sei wie in früheren Phasen die „Lusitania". Frage. Paris, 24. Febr. (W.T.B.) Agence Havas. New- York Herald erfährt aus Washington, >die Regierung der Vereinigten Staaten habe beschlossen, i h r e B e- ziehnngen zu dem Grasen Bernstorsf abzubrechen und Mit Berlin direkt weiter zu verhandeln. (Noti«: Die Nachrichten des skrupellosen antideutschen Hetzblattes Newyork Herald sind mit allergrößterVorsichtauszunehmen. Wie wir erfahren, ist an hiesiger amtlicher Stelle über de» angeblichen Beschluß der Regierung der Vereinigten Staaten nichts bekannt.) Admirnl von Pohl gestorben. Berlin, 23. Febr. (W.T.B.) Der bisherige Flot- tenchef A d m i r a l v o n P o h l ist hier gestorben. Berlin, 24. Febr. Die Morgenblätter widmen dem verstorbenen bisherigen Flottenchef Admiral v. Po hl ehrende Nachrufe. Sie erinnern daran, daß er sich bei .der Erstürmung der Takn - forts im ZusainmenhaNlZ mit der Chinaexpedition iin Jahre 1895 als Leiter des Landungskorps unver- gängliche Lorbeeren erwarb. Kardinal Mercier. Aus der Schweiz. 23. Febr. (K. V.) Die Abreise des K a r d i n a l s M e r e i e r ist slt. Secolo) auf Donners- tag, den 2 4. Februar, festgesetzt. Der .«ordinal er- «arte ver,chiedenen Personen, er sei zufrieden mit seiner Aiiwesenbeit in Rom betreffs des in seinen Gesprächen m,l dem Papst erzielten Resultats. Berlin, 24. Febr. Im roten Tag sagt Julius Bachem in einem Artikel über den Kardinal Mercier- Nach der ganz vorbildlichen neutralen Haltung des Papstes in der gegenwärtigen Weltkrise ist kaum zn er- warten, daß er das zuweilen geradezu herausfor- r ^ ^ f 11 c t c n des Kardinals und Erzbischofs von hecheln billigen wird. Es kann nur der dringende Wuuich aller aufrichtigen Katholiken fein, daß der her- Vorragende belgische Kirchenfürst sich fürderhin eine größere Zurückhaltung auserlege» möge. Griechenland und Bulgarien. 93crlin, 24. Febr. Aus Wien wird dem Berliner Lokalanzeiger berichtet: Nach einer Meldung des Bukanester Journal de Politique haben zwischen Bulgarien und Griechenland in letzter Zeit abermals Verhandinngen stattgefunden. Im Verlaufe der Verhandlungen versicherte Griechenland der bulgarischen Regierung, daß es neutral blei- ben weide, wenn Bulgarien gegen Salo- niki offensiv vorgehe, und keine Einwendungen erheben werde, wenn die militärischen Kräfte, die die fremden Truppen aus dem Lande treiben würden, sich bis zur vollständigen Einstellung der Feindseligkeiten auf dem besetzten Gebiet aufhalten, um einen neuen eventuellen Angriff zu vereiteln. Karlsruhe? Stanöesbu<^-Kus?üye. Todesfälle. 21. Febr.: Kath. Müller, alt 60 Jahre, Ehefrau des Landwirts Christi«» Müller; Elsa, alt 8 Monate 17 Tage, Vater Gust. Rudolph, Metzger; Albert Weiser. Schreiner, Ehemann, alt 57 Jahre. — 22. Jebr • Luise.Glück, alt 80 Jahre, Witwe des Zimmermanns Chr .stian Gluck. - 23. Febr.: Elsa, alt 12 Tage, Vater Hch. Reinharth, Stadttaglöhner. ». Tranerdlins erwalsisrnrr ?l<>rstarl><>»kn. Donnerstag, den 24. Febr. 12 Uhr: Erich Bender, Kriegssr. - Unteroff., Res.-Feldartillerie -Regt. 52, Bismarckstraße 65. — 2 Uhr: Luise Glück, Zimmermanns- Wittve, Zähringerstraße 4. — V43 Uhr: Christian Wagner. Kaufmann, Kreuzstraße 27. — 3 Uhr: Wilhelm Oberle, Schreinermeister, 5kaifer-Allee 70. I I Seite 4 Kadischer Beobachter« Donnerstag, den 84. Februar 1916 Nr. 88 | "V Ii : f / 4 ' B l Karlsruhe Werderpk. 37, Watdilr. 40c Teleplo i 484 enipsiehlt 041 ^»»ietalWee-Ersag) Pfund-Paket SS, SO S? n. jk 1.15 Fraucks verbrjser- ter Kaffee-Grsaix nach l)r. Katsch Pfund-Paket 45 3? Kubin Uiihrsalzkaffee Psund-Paket SO Sf, */, Pfund 258 Uährsalztee Pakct SO Karlsbader Kaffee-Gcwiirz Paket SO u. 25 Grünkernflocke» Grnnkernmeht Grnnkerngrietz Grnnkern« Grbsenmchl Sohnenmchl Klnsrnmehl »/, Pfund-Paket SO.j TapioKa TapioKa «». Gemüse Pfund-Paket SO S Reismehl Reis mit Gemiise */ g Pfund-Paket 40 ^ Maismehl */, Piu »d .Palet 45 4 Erbsenmehl lose, 1 Pfund 60 ^ Gersteumehl */ 2 Pfund-Paket 40 3? Gerit,«flocke»r lose. 1 Pfund 70 S «rünkcrntlocken lose, 1 Pfund SO 4 Erbswürste zu 26 und 40 verkünöigungstafel Holz-Verfteigernng iti fforstamlS Rott" eis TienLtaa, den 29. Iebruar d». IS., früh 'US Uhr im „Ochsen" in Roten- feie au« Tomüüenwald Ei Kelberg- Mahl berg Abt. 4. Wagnerstangen: 20 eirf).; Scheiter II., III. und Rollen, Stere: 518 buch., 1v-> eich Prligel, Stere: 100 duck., 30 ttch. RormaliBtÜen, Stuck: 3900 buch., 300 eich.; Forstwart Schottmüller» Roteiisel« zeigt dos Hol». ijostijeatel zu Karlsruhe. Donnerstag, den 24. Februar 1916. 41. Vorstellung der Abteilung C (graue Karten). Das Glöckchm des Cremite». Komische Oper in drei Akten. NaÄ dem Französischen de? Locroy und Cormon. Deutsche Bearbeitung von G Ernst. Dlusik von Aim>? Maillart. Musikalische Leitung: Wilhelm Schweppe. Szenische Leitung: Ha»S Bussard. Personen: Thibant, ein reicher Pachter HanS Bussard Georgette, seine Ära» I. Mayer Bcl miy, Dragoner- Unterosfiner Jan van Gorkom Hylvain, erster Knecht deS Tbibaut Han« Siewert Rose Friquet, eine arme Bäuerin T. V!nller-Rei»el Ein Prediger G. Hagedorn Ein Dragoner- Leutnant H. Lindemann Ei» Dragoner Heinrich Blank Eine Bäuerin Frieda Mayer »au,™ / Eugen Kalnbich «Jauern ^ Joses Grövinger. Bauern. Bäuerinuen. Dragoner. Protestantische Flüchtlinge. Die Szene sp !e t in einem sranMschen Äcbir.Sdorie uittveit der savoyischen Grenze i. Jahre 1704 gegen daS Ende d. Cevennen-RriegeS. Pausen nach dem ersten und zweiten Alt. Ansang: 7 Nhr. Ende: nack) '1*10 II Hr. Preise der Plätze: Balkon I. fltt. Mk. 6.— Sperrsitz 1. Abt. Mk. 4.50, usw. Kleider-Stoffe Moderne Kleider- und Blusensfofic Blusenstreifen Meter 1.75 1.60 1.45 Moderne Streifen und Karos Meter 2.75 2.25 1.95 Kleiderschotten Meter 1.85 1 60 1.45 Moderne Schotten 110 cm breit Meter 3 45 2.95 2.35 Moderne Schotten 100 cm breit Meter 4.95 4.50 3.95 Hcliwrtr»:-weiss-□ Kleiderstoffe Meter 1 95 1.35 0.95 110 cm breit Meter 2.75 2 40 Beine Wolle , . . . . Meter — 3 65 3.50 130 < m breit Meter 3.25 2.75 130 cm breit, Beine Wolle Meter — 6.50 5 95 Einfarbige Kleiderstoffe 110 cm breit I opelinc, Serge, Wollkrepp, Cachemir . . . Meter 4.50 3 25 2.95 Halbseidene Kleiderstoffe (Eolienoe) 110 cm breit Meter — 5.50 4.25 Grenadine moderne Streifen und Farben. 110 cm breit Meter — 5.75 4.25 Zur Kommunion Weisse Kleiderstoffe 00 bis 110 cm breit Popeline, Cheviot, Cachemir, Wollbatist Meter 3.85 2 45 2 00 1.65 Moderne Jacken-Kleiderstoffe Grau und farbig meliert 130 ein breit lleter 4.75 3.50 2.95 Kleider-Rips Rriiie Wolle, 130 cm breit . Meter — 5.75 495 Kleider-Diagonal 120 bis 130 ein breit Meter — 6.75 5.95 Gabardine 130 cm breit M j ter 9.50 7.50 6.90 Tttch gute Ware, 140 cm breit Meter — — 10.75 Moderne Rockstoffe Bandstreifen und Karos, 130 cm breit Meter 7.95 6.75 5.95 Moderne Mantelstoffe sandfarben, 180 em breit . Meter 11.50 9.75 6.50 Regenmantelstofte iuipiägnierr, 130 cm breit Sleti-r — 5 75 4 75 Zur Konfirmation Schwarze Kleiderstoffe 90 bis 110 ein breit, Popeline, Kaschmir, Wollbatiüt, Wollkrepp, Cheviot, Meter 3.95 2.95 2 25 1.45 Seiden-Stoffe Moderne Blusenseide Blusenstreifen reine Seide Meter 2.40 1 75 1 10 Elegante Blusenstreifen weiche Messalineseide Meter 4.25 3.25 2.95 Biusensohotten reine Seide Meter 2 95 2.75 1.75 Elegante Sohotten Taffet und Mcssaline Meter 4.95 3.75 3.25 Elegante Blusenseide (Chine) . Meter 5.50 4.95 4.Ö0 Waschseide für Blusen einf. i. eleg. Färb., 60 cm br., .Mtr. — 1,65 clfenbein, 60 cm. br., Mtr. 3 95 3.45 2 50 heh u. dkl. genaust., 60 cm. br., Mtr. 4.25 8.45 «Ifen l ein, 90 ein. br„ Mtr, — 6.95 5 95 Moderne Kleiderseide Messalineseide aparte Farben, 85 cm breit Meter — 4.50 3 80 Kaschmirseide we che, glänzende Qualität, 100 cm breit .... Met«ten 'Rliitrltt*ltnrtoit behalten ihre Giiltlgkvit für den 3. März. 646 Fr. Doert, Hofmusikalienhandlung. Heute Donnerstag, 8 1 / 2 llbr abends: Sonder-Ii onzer Volkstümlicher Abend Klsteinaker-Orcliester. 618 rsn: Programm liegt auf. = Vielfarbige Karten groben Formats. « 3 u Q 's U S 'c ->» u s «■ u N negskartm Inhalte U ff ort« txs ruMchen Kriegsschaltplatze» (Nordosten) k. Kart« deö russisch«, Kriegsschauplatz«» (Südosten) Z. Karte deS sranzSsischen Kriegsschauplatzes %. Uderstchtökart? von Frankreich und Beigte« !V Karte der Britischen Inseln und d«S Kanals S. Karte von Ober-ItaUen und Nachbargebiet« 7. Karte vom österreichisch-serbischen Krieg»« Schauplatz & Kaile der europäischen Türkei und Nachbar- gebiete (Dardar.«!!cn>Ltrühe. Marmara- Meer, BoSporuS) 0. Übersicht der gesamten türkischen Kriegs- schauplStz« (Klsinasten. Ägypte». VsaLitu. Persien. Afghanistan) ta fttasUfetttarU von Suroy« Preis Mk. 1.5« (Porto 20 Pfg.) n -er er s> 8 n o s 5* » Vorzüglich geeignet fürs Feld! Zu beziehen durch die: Sortimentsablciliittg des „Bad. Beodochler" (Badenia - Druckerei) Karlsruhe. Adlerstrabe 42. 5ormtag, den 27. Februar 1916: | Zwei Kriegsvortfäge | ;; des Herrn Erich von Klinkowström. W IfacbmittHgs 4 Ulir: 1 „Winterkämpfe in dsn Vonesea". W M Unter Benutzung der vom Grossen General- M W stabe der Deutschen Armee autorisierten Film- HÜ aufnahmen. 645 üg §j| Einheitspreis für alle Plätze 50 Pfg., zuzüglich M Garderobegeld mit 20 Pfg. |H Abend« Uhr: Zweiter Kriegsvortrag: g ■ „Die Durchbracfisschlachten in Gali-ien". H Ermäs«igte Eintrittspreise: 50 Pfg., 80 Pfg.. W 1.20 Mk. und 1.60 Alk., zuzüglich 20 Pfg. M Kleiderablagegebühr. K Eintrittskarten zu beiden Vorträgen sind im H W Vorverkauf in der Musikalienhandlung Hugo W W Kuntz Nachf. Kurt Neufeldt, Kaiser- W M Strasse 114, täglich von 9—1 und 3—7 Uhr zu gn JjM haben, ausserdem an der Tages- und Abend- gg Hl kasse im Netten Konzerthaus ab 3 Uhr und W W 7 1 /, Uhr nacnniittags. ^ Altfrnf! Spendet Gaben fiir das Lote Kreuz in Lltlßlltten. Her Ortsausschuß für die Haupt- und i»c|iörnjSabt -Karlsruhe. Zur Entae«enn'ben sind ciicher den seiner Zeit defnnnt cieg'benen Mitgliedern des OrisauSickusicS »nd Banlbäustrn auch die >cschäits>iellen iäintlicher ^eiti» gen, dns Nnchriit tenburo für d»S neutrale A Slnnd Zäliriiinernrafte S^, I. Stock, die ^irina L. I. >§ttlinfler, Eiienhandlnng, soivie die Stadthauptlaffe L (ZiaihauS, Eingang vo» der Hebelnraize aus) bereit. .Hauptsammelitclle: Dtadthanptkasse 3. Natliaus. Kohlensaure Bäder, a»S natürlicher Kohlensäure obne Essenze liergeneNt. 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