Nt. 108 Mittag-AuSgabe Karlsruhe, Dienstag, den März 1916 54» Jahrgang Fernsprecher 535 Hauptorgan der badischen Zentrumspartei Postscheck: Karlsruhe £3t'4 an allen Werktagen in zwei AnZgaben - BezngSiireiS: In Karlsruhe »nrcli Träli» z»«e,telll vierleliätirlich Mk. 2 .90. Von der G-schaitSirelle oder den «klagen abgeholt, inoii nlich 65 Pf. Auswärts (Deutschland) Bezugspreis durch die Von Mk. 3.85 vierieljährlick ohne Bestellge d. bei VorauZzablung. Beitellnnaen tn Deitkrreich-Ungarn, Luxemburg, Belgien, Holland, Sb^vei? bei den Loianitalien. Uebrigcs Ausland (Wellvo'werein) Mk. 9.50 viene!jäbrli» durch die Geichaitsnelle. Bestellungen jederzeit. Abbestellungen nur auf Vienelj ibrSichluß Beilagen: Je einmal wöchentlich: da« illustriert« achtseitige Unlerhaltungsblatt „Sterne und Blumen» da? vierseitige UnterbaltungSblatt „Blätter fnr den Familie»» tisch" uno „Blätter für Ha»s- uns Landivirtschaft" Wandkalender, Taschenfal,rvläne usw. 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Evrkchstunden: von bald IS bis 1 Ubr mittag» Franz Pfeiffer in KarlZrulie vom Krieg Die kämpfe vor verSun. Ein Befehl des französischen Generals Petani. Berlin. 6. März. (W.T.B.) Folgender Befehl Generals P € t a i n wurde bei einem Gegangenen des französischen Infanterie-Regiments Nr. 33 gefunden: Seit i>em 21. Februar greift die Armee des Krön- Hinzen mit äußerster Ki'aftanstrengung unsere Prellungen um V er dun an. Noch nie hat der ^'urd so viel Artillerietätigkeit gezeigt, nie so viel Munition aufgewandt. Bereits hat er seine besten Armeekorps, die er seit mehreren Monaten sorgfältig Ruhe hielt, auf dein Schlachtfelde restlos ein- Mseht. Er erneuert seine Infanterie-Angriffe ohne Jntefticht auf schwere Verluste. Dies alles bÄveist, ^lch«n Wert Deutschtand dieser Offensive beilegt. ersten großen Stils, welche es seit über einein ^«hre auf unserer Front versucht. Es beeilt sich, einen Erfolg herbeizuführen, welcher den Krieg be- landet, unter dem seine Bevölkerung mehr iritd mehr ietbet. Die Träume der Ausbreitung im Orient ^winden; das Anwachsen der russischen und en-g- niaKtt Armeen ruft Beunruhigung hervor. Ein Jl u: f ruf des Kaisers, den uns ein Ueber- laufer gebracht hat, ist ein Geständnis der wahren rächen dieses verzweifelten Angriffs: „Unser Vater- bat er gesagt, „ist zu diesem Angriffe ge- °® €r unser eiserner Wille wird den Feind ^ber befehle ich den Angriff." — Ihr wird sich an unserer Stand Heftigkeit ÄrtaiK 'PicarÄie, im ,5'. »er Äser und in der Champagne. Schlief,- lich werden wir ste bez,mn«en. und das mdtnn dieser verzweifelten Kraftanstrengimg bei der Iii tue besten Truppen, die ihnen noch verblieben sind vergeblich verbraucht haben werden, wird den A „k.' ia kt ihres Zusa in m e ii b r u ch e s bedeuten. Ganz Frankreich blickt auf uns. Noch einmal er- Ä es. daß jeder feine Pflicht bis zum letzten tut. Der Kommandierende General der II. Armee. Petain. Zusatz des Regimentskommandeurs: „Diesem Erlaß des Generals Petain, ehemaligen Kommandeurs des 33 Regiments, hat der Oberst nur eins hinzuzufügen: Das Regiment wird sich seines ehemaligen Kommandeurs würdig erweisen, das 33. Regiment wird, wenn nötig, zu sterben wissen, aber weichen wird es niemals." Zusatz des Batcnllonskonnnairdeurs: „Dieser Be- fohl ist sofort den versammelten Kompagnien vorzulesen." Die Ereignisse haben dem französischen 33. In- sn n tcri e-Rog i m ent, an das sich der Befehl ^'adet, folgendes Schicksal 'beschert: Am 3. und i ^cärz kämpfte es um das Dorf Douaum ont. beiden Tagen erlitt es st a r k e Verl u st e. Die Gefangenen zeigten eine verzweifelte Stim- mnng und klagten über Führung urch Verpflegung, ^re -jahl der Gefangenen des Regiments erhöhte sich o. März auf 24 Offiziere und *874 Mann. Der anfeuernde Befehl des Arnieeführers, der sich nicht Mut, mit einem natürlich nie erlassenen Aufruf des Kaisers zu arbeiten, hat das Regi° "'ent also nicht zum Siege geführt. Trr Eindruck in Amerika. . ^''cwyurk, 6. März. (W.T.B.) Von dem Vertreter U Wvlfffchen Büros. Die Berichte von den deut- Erfolgen bei Vttdun inachen in Nrwyork ^ o ß e n Eindruck. Die Zeitungen widmen 'Wert lange Leitartikel. Das erregte Artilleriednell. Berlin, 6. März. Vom westlichen Kriegsschauplatz wird unterm 8. März der Voss. Zeitung u. a. ge- meldet: Trotz Schiieegestöber, Regen uird Nebel nttdet das erregte A r t i l l e r i ed II eil im ^»»lpsabschnitt östlich der Maas seine Fortsetzung. y?. 1 } feindlichen Batterien, welche sich verzweifelt "*hen, in die ,reuen deutfcheii Stellungen Bresche bleiben unsere Geschütze die Antwort mit schuldig. Auch über den Fluß hin geht der . onnernde Dialog, da die Artillerie der Truppen am linken Maasufer sich einmischt. Nach wie vor ist das Haupt- ^wtrlJtte Zielobjekt des Gegners der jetzt im Weißen mee -leuchtende Höhenrücken von ffii,-,»/***!"? 1tt '* ^inen von den Unsern er» -1 Gefestigten Stellungen. Auch gegen unsere fe>'ern die Franzow ^ ® omnmont * AT.B.) Die nichtamtlich im vo», 29 m,a o ma Oberland bringt «teoeif S Luxemburg die N->^richt, Befordenmg von Verwundeten aus den der Papst unö öer Krieg. Das Schreiben ö-s Papstes an karüinalvikar Pomptli. Aus der Schweiz. 6. März. Der Papst übermit- teltc an Kardinalvikar P o in Pili ein vom 4. März datiertes Schreiben, das lt. Köln. Volksztg. folgen- den Wortlaut hat: „Angesichts des schrecklichen Krieges, der Europa zerfleischt, konnten wir als oberster Seelenhirt der Gesanttkirche nicht gleichgültig bleiben oder still- schweigend zuschauen, wollten wir nicht die heiligen Pflichten der uns von Gott verliehenen höchsten Mission des Friedens und der Liebe geringaä)ten. Deshalb bemühen wir uns seit Beginn unseres Pon- tisikats, kummervollen Herzens ob solch schrecken- erregenden Schauspiels, zu wiederholten Malen mit Rat und Ermahnungen die kriegführenden Nationen zu bewegen, die Zwistigkeiten in der von der mensch- liehen Würde verlangten Weise und in sreundschift- lichem Einvernehmen einzustellen. Wir warfen uns sozusagen mitten unter die kriegführenden Völker, wie ein Vater mitten unter die eignen im Kampfe begriffenen Söhne, und beschworen sie namens jenes Gottes, der die Gerechtigkeit und un° begrenzte Barmherzigkeit ist, aus die Absicht gegen- fertiger Vernichtung zu verzichten, sich einmal ■ offen und klar, oder' indirekt auseinanderzusetzen, in den Grenzen der Gerechtigkeit und Möglichkeit den Aspirationen der Völker Rechnung zu tragen und, wo es nötig sei, zugunsten des Gerechtigkeitsgefühls und des gemeinsamen Wohls der großen mensch- lichen Gesellschaft die notwendigen Opfer der Eigen- liebe und Sönderinteressen zu bringen. Dieses war und ist der einzige Weg, um den grausamen Streit nach den G rundsätz en der Gerech tigkeit zu beendigen und zu einem, nicht für einen Teil, son- dern für alle, nützlichen und deshalb d a n e r h a f - ten und gerechten Frieden zu gelangen. Leider wurde unsere väterliche Stimme bis jetzt nicht gehört, und der Krieg mit allen seinen Schrecken dauert fort. Nichtsdestoweniger, Herr- Kardinal, können und dürfen wir nicht schweigen. Es ist dern Vater, dessen Kinder in heftigem Streit leben, nicht gestattet aufzuhören, ihnen gute Lehren zu erteilen, nur weil sie seine Bitten, seine Tränen nicht achten. Sie, Herr Kardinal, wissen anderseits, daß. wenn unser wiederholter Ruf nach Frieden nicht den gewünschten Erfolg hatte, er doch ein laiites Echo wachrief, wie Balsam in die Herzen der kriegführenden Völker eindrang und den lebhaften, eindringlichen Wunsch wachrief, sobald als möglich den blutigen Streit beendet zu sehen. Es ist uns nicht möglich, davon abzustehen, nochmals unsere Stimme gegen diesen Krieg zu erheben, der uns wie ein Selbstmord' des zivili- sierten Europa vorkommt. Wir dürfen nicht ver- säumen, wenn die Umstände es billigen, jedes Mittel anzuempfehlen, das zur Erreichung des ersehnten Zieles führen könnte. Eine vorzügliche Gelegenheit bieten uns heute, Herr Kardinal, verschiedene fromme Frauen, welche die Absicht äußerten, sich angesichts der hei- I i g e n F a st e ik z e i t in geistiger Vereins- g ii u g des Gebetes und der A b tö t u n g zlisanimenzutun, um so leichter von der unendlichen Barmherzigkeit Gottes das Ende der ungeheueren Geißel zu erflehe». Uns, die wir oftmals anhal- iendes Gebet und christliche Buße als einzigen Trost für die Qualen unseres und jedes mensch« lichen Herzens bei diesem schrecklichen Bruderkampf, als wirksamstes Mittel, um vom Herrn den herbeigesehnten Frieden zu erbitten, anempfohlen haben, konnte solch ein Entschluß nur erfreuen. Wir haben ihn deshalb gesegnet aus der Fülle unseres Väter- lichen Herzenswir wollen ihn öffentlich loben und wünschen, daß alle Gläubigen ihn zu dein ihrigen inachen. Wir vertrauen darauf, daß nicht nur in Rom, sondern in ganz Italien und in den anderen kriegführenden Ländern, die k a t.h o l i s ch e n F a - ni i l i e n sich besonders in kommenden Tagen in den der Buße geweihten Gottesdiensten zusammen- finden, abseits von weltlichen Freuden und Ver- gnügungen, zum inbrünstigen, eifrigen Gebet und zu christlicher Abtötung, die den Herrn zur Er- hörung der Anliegen seiner Kin-der geneigter macht, die unter den gegenwärtigen Umstanden äußerst zweckmäßig ist und dem Schmerz jedes guten Herzens entspricht. Eine besondere Ermahnung ergeht von uns a n die Mütter, G a t t i Ii n e it, Bräute, Töch - ter u n d Schwestern 4>er Kämpfenden, deren zarte Seelen lebhafter als irgend welche andere Per- sonen das ungeheure Unglück des gegenwärtigen entsetzlichen Krieges empfinden. _ Mochten sie am häusliche» Hevde durch ihr Beispiel mi'i) liebevollen Einfluß alle Mitglieder ihrer Familie veranlassen, zu Gott heimlichst und unaufhörlich zu beten un,d vor seinen göttlichen Thron das Geschenk eines frei- willigen Opfers zu bringen zur Beschivichtignng seines allzu gerechten Zornes. Es wäre besonders erwünscht, daß die katholischen Familien aller krieg- führenden Nationen em derartiges Werk der Barm- Herzigkeit in besonderer Weife zur Ausführung brächten am Tage der Erinnerung an das höchste Opfer des Gottmenschen, der alle Söhne Adams, die sich in jener einig denkwürdigen Stunde seiner unendlichen Barmherzigkeit durch Vernntte'lnng der schmerzerfüllten, aber . standhaften Mutter und Königin der Märtyrer an ihn wandten, trösten und ausrichten wollte? möchten sie dies tun, um so die- Gnade zu erlangen, mit Festigkeit und Ergebung den durch den Krieg hervorgerufenen Kummer und die schmerzlichen Verluste zu ertragen, und Gott bitten, einer solch langen und schrecklichen Prüfung ein Ende zu bereiten." Der Papst empfiehlt zum Schluß, Almosen- zu spenden für d'e Annen und Unglücklichen, besonders für notleidende Kinder, deren Väter im Fe'de starben, und erteilt allen Gläubigen in den kriegführenden und neutralen Ländern den apostolischen Segen. Kämpfen vor V e r d u n sei der Reisendenverkehr auf den L u x e m b u r g e r B a h n e n auf 24 Stunden eingestellt. Wie von zuständiger Stelle mit- geteilt wird, ist die Nachricht völlig unwahr. Lügenhafte französische Serichterftattung. Berlin, 6. März. (W.T.B. Amtlich.) Der Wert französischer Nachrichten. Der amtliche Bericht der deutschen Obersten Heeresleitung sagt über die Kämpfe, die am 3. März beiVerdun stattgefunden haben, Folgendes: „Beiderseits der Maas verstärkten die Franzosen ihre Artillerietätigkeit und griffen nach bedeutender Steigerung ihres Feuers das Dorf D o u a u m o n t und unsere anschließenden Linien an. Sie wurden, teilweise im Nahkampfe, unter großen Verlusten ziirückgeschlagen und verloren außerdem wieder über 1000 unverwundete Gefangene." An der Zuverlässigkeit der amtlichen deutschen B e r i ch t e r st a t t u n g zweifeln wohl auch die Franzosen nicht. Trotzdem oder vielmehr deshalb >»erden die deutschen Berichte dem sranzösi- sehen Volk vorenthalten. Anstatt dessen schildert der offiziöse französische Nachrichtendienst die gleichen Ereignisse in einem am 4. März vou Lyon aus verbreiteten Funk- s p r it ch, der für das französische Volk und die neu- trale Welt bestimmt ist, der man auch die amtliche deutsche Berichterstattung fernzuhalten trachtet, mit folgenden Worten: „Das Bestreben der Deutschen, Verdun um jeden Preis erobern zu wollen, hat ihnen gestern wieder außergewöhnlich hohe Verluste gekostet. Die Presse stellt fest, daß sie 75 000 Mann Verluste zu- geben. Dies gibt eine Idee ihrer tatsächlichen Ver- lnste. Der feindliche Plan, welcher darin bestellt, die im Norden der Stadt geschlagene Bresche zu erweitern, um den siegreichen Truppen den Durchzug zu gestatten, scheiterte gestern wiederum gänzlich. Drei bis vierhundert Meter vorläufigen Geländegewinnes bilde» das einzige Ergebnis der letzten Tage der Schlacht vor Verdun. Der Petit Parisien schreibt: Bis jetzt ist vom Feinde noch kein taktisches Resultat erzielt worden. Der Kainpf wird fortgesetzt. Es handelt sich tatsäch- lich mir eine große Schlacht, in welcher wir erst einen schwachen Teil unserer Reserven eingesetzt haben. — Dem Matin zufolge ergeben sich wert- volle Feststellungen aus dem Verlaufe des verflösse- nen Tages: 1. haben wir dem furchtbaren Feuer, das gegen unsere Werke gerichtet wurde, standgehalten unter Berücksichtigung des wechselnden Vorgehens und Zu- rückweichens. das bei einem so heftigen Gefechte statt- findet. Wir haben unsere Linien behauptet ohne Wanken und ohne dem Feinde zu gestatten, gegen uns den geringsten Vorteil zu bewahren, 2 ist es unbestreitbar, daß die Deutschen gestern wiederum bedeutend höhere Verluste erlitten haben als wir. Auf de» blutigen Schneefeldern der Höhe von Douauniont wurde die Elite ihrer Bataillone niedergemetzelt. An gewissen Stellen befinden sich die. Leichen so dicht nebeneinander, daß ihnen der Platz fehlte, um zu Boden zu sinken. So sind sie aus- recht stehen geblieben, eine grausige Phalanx bildend." Diese Darlegung übersteigt s e l b st das bisher übliche gewesene Matz der von dieser Stelle verbreiteten Lü- g e n. Der 3. März war ein Schlachttag, an dem die wütenden Angriffe der Fr an zofen unter schwersten Verlusten und unter Einbuße von über 1000 uuverwundeten Gefangenen zerschell- ten, während die Deutschen planmäßig kei° nen Fuß gerührt und das eroberte Gelä.rde unter durchaus erträglichen V e r l n st e n s e st behauptet haben. Deutschland unü Japan. Berlin. 6. März. (W.T.B.) Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt unter der Ueberschrift „Deutschland und Japan": Verschiedentlich ist ver- breitet worden, der Bruch zwischen Deutsch- l a n d und Japan hätte deutscherseits ver- m red« n werden können. Die deutsche Regien»!-} habe die Gelegenheiten zu einer Verständigung mit Japan versäumt. Japan habt' während der letzten Jahre eine politische Annäherung an Deutschland gesucht und sogar noch kurz vor Kriegsausbruch zu; einer friedlichen Auseinandersetzung wegen K i a u t s ch o u die Hand geboten. Die deutsche Regierung aber war so verblendet, alle Angebote und Annäherungsversuche, die u. a. in der Form eines Auleihegefuches an sie herangetreten seien, zurückzuweisen. Diese Erzählungen sind in ü tz i g e Erfindungen, die jeder tatsächlichen Grundlage entbehren. Wir sind enriächtigt, festzustellen. daß die japanische Regierung niemals und in keiner Form an Deutschland mit Anregungen der be^ipteten Art herangetreten ist. Was insbesondere die Aeit kurz vor dem Bruch mit Japan betrifft, so lwt das japanische Kabinett mit dem damaligen Minister der Auswärtigen Angelegenheiten. Baron Kalo, nicht nur keine Verständigungsvorschläge gemacht, sondern jede Verhandlung abgelehnt. Der Krieg zur See. Die vereinigten Staaten unü öer U-Soot- Krieg. Das Schreiben des Senators Stone an Präsident Wilson. Newhork, 4. März. (W.T.B.) Durch Funkspruch r °Jü Ureter des W.T.B. Der bereits veröffent- lichte Brief des Präsidenten Wilson an den S e - naior Stone war die Antwort auf ein Schrei- den, das «tone an Wilson gerichtet hatte und dessen •vjNhalt im Zusaniiuenhaug mit der Haltung, die der 'senat inzwischen eingenommen hat, nicht ohne Interesse ist. Das schreiben Stones hatte folgenden Wortlaut: Seit der Unterredung, die am Montag zwischen ^hnen. Senator Kern. Herrn Flood und inir statt- gefunden hat, bin ich stärker beunruhigt, als es seit langem der Fall gewesen ist. Ich habe mich nicht für ermächtigt gehalten, den Inhalt unserer Unter- redung weiterzugeben, doch habe ich versucht, auf zahlreiche Anfragen hin meine Kollegen vertraulich auf die allgemeine Auffassung hinzuweisen, die ich von Ihrem Standpunkt gewonnen habe Diese Auffassung Ihres Standpunktes habe ich im wesentlichen wie folgt dargelegt: Daß Sie es sehr bedauern würden, wenn England Herrn Lau- sings Vorschlag ablehnen sollte, der dahin geht, daß es seine Handelsschiffe entwaffnet^ und zwar unter der Voraussetzung, daß Deutschland und seine Verbündeten ans ein Handelsschiff nicht mehr feuern werden, falls es, wenn dazu aufgefordert, beilegt und nicht zn entkoimiien versucht, sowie daß die deutsche« Kriegsschiffe nur das anerkannte Recht der Durchsuchung und Aufbringung ausüben und das aufgebrachte Schiff nickst zerstören, es sei denn unter Verhältnissen, welche die Sicherheit der Passagiere und der Mannschaft als gewährleistet ericheinen lassen. Sie seien ferner der Meinung, daß England und feine Alliierten, falls sie den Vorschlag ablehnen und auf der Bewaffnung ihrer Handelsschiffe be- stehen sollten, dazu unter dem Völkerrecht berechtigt seien. Sie seien weiterhin geneigt, bewaffneten Schiffen die Ausfahrt aus amerikanischen Häsen zn gestatten, könnten sich aber nicht mit dein Gedanken befreun^n, daß die amerikanische Regierung endgültige Schritte unternehme, um amerikanische Bürger an der Fahrt auf bewaffneten Handelsschiffen zu hindern. Sie würden es ferner als Ihre Pflicht betrachten, Deutschland streng verantwortlich dafür zu machen, falls ein deutsches Kriegsschiff auf ein bewaffnetes feindliches Handelsschiff feuern sollte, ans dem amerikanische Bürger Passagiere sind. Zahlreickze Mitglieder des Senats und des Re° präsentantenhanses haben mich ausgesucht, um mit mir über diesen Gegenstand zu sprechen. Ich habe genwint. daß die Mitglieder der beiden Häuser, die sich mit d i c s e r e r n st e u Frage zu befassen ha- ben, berechtigt sind, die Lage, der wir uns gegenüber sehen, zu kennen. Meiner Auffassung nach glaube ich Ihnen sagen zu sollen, daß die Mitglieder beider Häuser sehr besorgt und b e u u r u h i g t sind über das, was sie lesen und hören. Ich habe einige von ihnen sich dahin aussprechen hören, daß manche Leute sagte», Seite 2 Kadischer Beobachter. Dienstaq. den 7. Marz 1916 Ur. 108 daß das sogenannte Programm der Bereitschaft (gemeint ist das amerikanische R ü st u n g s p r o - g r a m m) schließlich doch gerade mit einer solchen Lage in gewissem Zusammenhang steht, der zu be. segnen wir jetzt berufen sind. Ich habe allen, die mit mir gesprochen haben, geraten, ihre kühle Ueber- legung zu bewahren, und habe gesagt, daß diese ganze Angelegenheit noch immer ^Gegenstand diplo- matischer Behandlung ist, daß Sie sich auf das äußerste bemühen, einen friedlichen Ausgleich her- beizuführeu, und daß der Kongreß in der Zwischen- zeit es vermeiden sollte, eine diplomatische Angele- genheit durch irgendeine vorschnelle oder Mangel- Haft erwogene Maßnahme zu erschweren. Immerhin ist die Lage iiu Kongreß derartig, daß sie die sorgfältig Wägende» und Besonnenen mit tiefer Besorgnis erfüllt. Ich glaubte es Ihnen schul- dig zu sein, Ihnen dies zn sagen. Ich glaube, Sie verstehen den Standpunkt, den ich persönlich Hinsicht- lich dieses Gegenstandes einnehme. So tief ich es auch bedauern würde, entschieden anderer Meinung sein zu müssen als »Sie, so kann mein Pflicht- und Verantwortungsgefühl es doch nicht überwinden, 'meine Zustimmung dazu zu geben, daß unsere Na- tion in den «Strudel dieses Weltkrieges gestürzt wird, einerseits wegen der unverständigen Eierr Georg Weber aus Darmstadt ans. Er hatte nichts, was den Ersteren hätte vergessen machen können. Die Gesamtwiedergabc der Operette war eine flotte. F. kriegskarte. Das albanische Problem wird wie so manches andere ,Irnich deu Weltkrieg seine endgültige Erledigung finden und die Freytagsche Karte von Albanien 1:600000, die eben in neuer Auflage erschienen ist, wird daher für längere Zeit einen aktuelle» Charakter tragen. Wie 49:71 Zentimeter große, schöne Karte greift über Idas deutliche Albanien hinaus, so daß auch noch ziem- Cich bedeutende Teile Oesterreich-Ungarns, Montenegros,, Griechenlands, des besetzten Serbiens, sogar Italiens ßur Darstchellung gelangen. Zahlreiche Ortsnamen so- ßvie eine sehr gute ®atstclliflig des Geländes erleichtern tie Orientierung. Die farbige Ausführung nnd der Willige Preis (gegen Einsendung von 90 Pfg. liefert jede Buchhandlung wie der Verlag G. Frehtag u. Berudt, Wien VII. iRobert Friese, Leipzig, Seeburgstraße 96] fco? Blatt portofrei) sind Borzüge der bestens zu einpfeh- senden Karte. Korrespondenz zwischen Wilson und Stone umso be- geisterter für seine Sache sei. Gore erklärte: In der Annahme meiner Resolution würde keine Schmälerung amerikanischer Rechte liegen. Meine Resolution geht dahin, daß es die Ausicht des Kon- gresses sei, daß amerikanische Bürger vermeiden sollen, ihr Recht auszuüben, auf bewaffneten Schiffen zu reifen. In den Kreisen von Regierungs- beamten hieß es, Wilsons Warnung in seinem Briefe, daß die Vereinigten Staaten das Völker- recht vor Verletzung durch irgend eine Nation oder irgend eine von Nationen schützen müßten, gegen alle europäischen Kriegführenden gerichtet fei. Die Regierung, hieß es, fei im Begl/ff, an England eine Note über die B a n n g u t f r a g e abzusenden, die seit Wochen in Vorbereitung stehe, und sie werde die gegen die B e s ch l a g n a h ni e a m e r i k a - n i s ch e r P o st s a ch e n bereits erhobenen Proteste kräftig betreiben. Die deutsche Denkschrift. Berlin, 6. März. Tie Annahme, daß die a m eri - k a n i s ch e Regierung seit einigen Tagen iin Besitz der Anlagen zu der d e u t s ch e n D e n k - s ch r i s t über die Behandlung der bewaffneten Han- delsschiffe sei, ist, wie dem Lokalanzeiger von unter- richteter Seite mitgeteilt wird, irrig. Die Anlagen sind erst diesen Montag morgen mit dem Dampfer „Rotterdam" in Amerika eingetroffen. Morgen, Dienstag, kommt im Repräsentantenhaus der A u - trag Mandel zur Beratung, der mit dem An- trag Gore im Senat identisch ist. Ob die Anlagen unter diesen Umständen noch bei der parlamentari- schen Verhandlung Verwendung finden können, er- scheint fraglich. Der portugiesische Schiffsraub. Berlin, 6. März. (M. Gen.-Anz.) Unser portugiesischer Handel ist noch nicht erledigt, d. h. die Ant- wort der portugiesischen Regierung auf unsere ge- harnischte Beschwerde ist bislangg noch nicht hier eingetroffen. Immerhin muß man sagen, daß die Dinge in beschleunigte in Maßstabe sich zuspitzen und daß wir unter keinen Umständen den groben Neutralitätsbruch Portn- gals uns gefalleii lassen werden. © verschiedene Kriegsnachrichten. Die zurückgekehrten Geiseln. Frankfurt a. M>, 6. März. (Priv.-Tel.) Der Berner Bund berichtet rnis Bafel unterm 1. März: Die aus Frankreich nach dem Elsaß zurück- gekehrten Geiseln befinden sich gesundheitlich in einem recht bedauernswerten Z n st a n d e. Kommerzienrat Bach mußte in der Schweiz zurück- bleiben, um seine Gesundheit wieder herzustellen; eine Weiterreise hätte sich als sehr gesundheitsgefährdend erwiesen. Koyimerzienrat Bloch mußte in Bttdenweüer Erholung suchen. Der Rentmeister Ludwig Weinschcnk ails Mlleringen ist den aus- gestandenen Strapazen bereits zwei Tage nach seiner Rückkehr ans s^rcinkroich im Sprtul in ©innen erlegen. Die Schilderungen der zurückgekommenen Zivilinternierten über die ausgestandenen Leiden sind grauenhast. Ter französische amtliche Bericht. Paris, k>. März. (W.T.B.) Amtlicher «-Bericht von gestern abend 11 Uhr: Nördlich von Soissons richte- ten unsere Batterien eiu Zerstörungsfeuer auf die feindlichen Werke. In den Argonnen beschoß unsere Artillerie feindliche Arbeiten in der Nähe des Weges von Binar- ville nördlich von La Harazöe und bei Haute Ehevauche. Nördlich von Verdun sehr lebhaftes Bombardement, na- mentlich zwischen dem Gehölz von Haudremont und dem Fort Douaumont. Doch hat der Feind seine Angriffe in der Gegend nicht erneuert. Keine Veränderung bei dem Dorfe Douaumont, dessen unmittelbare Zugänge wir halten. Angriff im Ge'hölz östlich von Vacherauville. Im Woevre starke Beschießung in -der Gegend von Fresnes und östlich von Haudiomont. Unsere Artillerie hat sich sehr tätig gezeigt aus der gesamten feindlichen Front und hat in Bewegung befindliche Truppen nördlich von Vacherauville sowie im Gehölz den Graben und die Zu- gänge von Douaumont-Louvemont beschossen. Einer unserer Flieger schleuderte in der letzten Nacht mehrere Bomben auf den Bahnhof Conflens, wo große Tätigkeit herrschte. Belgischer Bericht: Durch Pausen unterbrochene Beschießung aus der belgischen Front. Nene englische Anleihe in Amerika. London, 6. März. (T.U.) Der Daily Telegraph meldet aus Newyork: Hier werden alle Vorberei- hingen für eine neue große englische An- leihe getroffen. 0 Oer Krieg mit Italien. Die 3. italieniche Kriegsanleihe. Bern, 6. März. (W T.B.) Hier wird bekannt, daß das wirkliche Ergebnis der dritten italieni- schen M a t i o n a l a n l e i h e 1700 Millionen Lire beträgt, wovon 1200 Barzeichnungen find. Da die italienischen- Kriegskosten zur Zeit monatlich zirka 650 Millionen betragen, decken die neuen Mittel also knapp den Bedarf von zwei Mo- n a t e ii. Bekanntlich mußte die Zeichnungsfrist der Anleihe von nrfpriinglich vier Wochen auf sieben Wochen verlängert werden, iim ein einigermaßen günstiges Ergebnis zu erreichen. Die Anleihe brachte also kaum mehr neues Geld, als während ihrer Zeichnung durch den Krieg verbraucht wurde. IGT Der Krieg im Grient. Erzberger über öen Stonü der Singe in üer Türkei. Zürich, 5. März. (W.T.B.) Die iii Zürich erfchei- nende Correspondance Politigiie de l'Europe Cen- träte veröffentlicht eine Unterredung ihres Sofioter Korrespondenten mit dem Reichstagsabgeordneten M. Erzberger über den Stand der Dinge in der Türkei, worin Herr Erzberger unter anderem sagte: „Die Zusammenarbeit Deutschlands und der Türkei hat überraschende Resultate gezeitigt, daS Land ist wie u m g e w a n d e l t, eine anßerordent- liche Tätigkeit und reges Leben herrscht vom Bos- porns bis in die entlegensten Gebiete Kleinasiens. Im Kriegsministerium vollzieht sich die gemeinsame Arbeit der türkischen und deutschen Offiziere in der freundschaftlichsten Weife. Seit Kriegsbegirnt hat die Türkei ganz Außerordentliches geleistet: Uneinnehmbarmachung der Dardanellen: Reorganisation des heute 2 Millionen zählenden türkischen Heeres: militärische Reorganisation Klein- asiens: fieberhafte Tätigkeit an der Bagdadbahn: Bau von Automobil-Fahrstraßen ?c. Auch bei den übrigen türkischen Verwaltungszweigen soll eine solche gemeinsame Arbeit eingeführt werden. Auch auf landwirtschaftlichem Ge- biete, sowie dem der ö f f e u t l i ch c n Arbeiten und Finanzen sollen umfangreiche Verbesse- rungen getroffen werden. Zukünftig wird die Türkei die Kapitulationen liicht wieder einführen. Am Tage der Einnahme E r z e r u m s befand i mich in Konstantinopel. Sie hat fast gar keinen Ein- druck gemacht und wird auch keine Folgen ha- den. Die Riiffen.Winten ein und ein halbes Jahr brauchen, ehe sie die nächste Eisenbahnlinie er- reichen!... Die'feindliche Flotte ist von der Darda- nelleneinfahrt verschwunden. Anf einer dreitägigen Erkundigungsfahrt hat die „Goeben" auch nicht ein einziges Kriegsschiff der Alliierte« zn Gesicht bekommen." Und wie denken Sie über Rumänien? „Meines Erachtens wird R u m ä n i e n nicht losgehen. Es könnte vielleicht von der russischen Armee mitgerissen werden, dazu müßten aber die Russen an der bessarabischen Front durchbrechen: aber das ist eine Hypothese, die keine Aussicht auf Verwirklichung hat..." ■—°cx®KS>0" DsMchk«mö. Berlin, 6. März. (WZ.V.) Der Reichs- a n z e i g e r veröffentlicht die Aufhebung des A ii §* und Durchfuhrverbotes von Kiesel- g u h r, das Verbot der Verwendung von O e I c n und Fetten zur Herstellung von Degras, Lacken, Firnissen und Farben, die Bekanntmachung über die Einfuhr von Kakao, das Durchfuhrverbot von Erzeugnissen der Kartoffeltrockner ei und Kartoffel st ärkefabrikation, sowie die Bekanntmachung der Reichsfuttermittelstelle betref- send Gerste, die von den Bierbrauereien über 'das herabgesetzte Gerstenkontingent hinaus bezogen wo» den ist. ChrsÄ?. Aus 6a5sn. (7) Karlsruhe, 6. März. Die badische Eisen- b a h n v e r w a l t u n g hat die Beamten und A r b e i° t e r erneut ermahnt, auch in diesem Jahre alles auszu- bieten, was zur Förderung des Gewinns an Lebensmitteln geschehen kann. Auch in diesem Jahr sollen wieder Sonnenblumen angepflanzt lverden, doch nicht mehr d- verein hat der Caritas in Freiburg den Reinerlös einer Theateraufführuug im Betrag von 7» Mk. für die Fürsorge für erblindete Krieger überwiesen. (T) Mannheim, 5. März. Eine Frau aus Laden- b u r g, die von hier nach Frankfurt a. M. reiste, fiel oberhalb der Feudenheimer Brücke auf noch uicht auf- geklärte Weise aus dem Zug und blieb bewußtlos liegen. Der nächste in entgegengesetzter Richtung kommende Personenzug nahm sie mit nach Mannheim, wo sie im Allgemeinen Krankenhaus das Bewußtsein wieder- erlangte und entlassen werden konnte. :: Mannheim, 5. März. Die Handelskammer hat beschlossen, wie bei den bisherigen drei Kriegsanleihen auch für die vierte Kriegsanleihe 100 000 Mk. zu zeichnen. Mannheim, 7. März. Angeblich aus „Liebes- k n m m e r" suchte sich in der Nähe der Neckarbrücke der lB'A Jahre alte (!) Taglöhner Christ. Kuder zu er- tränken. Vorübergehende entrissen ihn dem nassen Element. )( Weinheim, 6. März. Nach dem städtischen Bora n- schlag für 1910 wird der U m l a g e f u ß wie im Vor- zahre 40 Pfg. betragen. ):) Unterreichenbach, ö. März. Die Frau des im Felde stehenden Emanuel N e e h hatte den Ofen im Schlaf- z i m m e r überheizt, wo ihr Söhuchen von 5 Jahren schlief. Während sie bei ihrem Schwager war, um Abschied zu nehmen, explodierte der Ofen, und das B e t t, in dem der Junge lag, fing Feuer. Die Haus- leute wurden durch den Rauch sofort aufmerksam und konnten das Feuer noch im «Entstehen ersticken. Leider ist aber der Junge durch den Rauch und das sich ent- wickelnde Gas, sowie durch Brandwunden so schwer mit- genommen worden, daß er am Tage nach der Explosion st a r b. )( Ettenheim, 5. März. Am Donnerstag begab sich die 86 Jahre alte Anton D e es Witwe ins Feld, um eine Arbeit zu verrichten. Am Freitag fand ein Jäger die Frau, die jedenfalls von einem Herzschlag getroffen wurde, tot vor. # Emmendingen, 5. März. Am Freitag schlugen die Schüler der oberen Klassen der Volksschule ihre Nägel in den Eisernen Adler ein. Die Volksschule hat sich nun an dem eisernen Adler mit über 1000 Nägeln verewigt. Die Nagelung erfolgte jeweils mit sinnreichen Sprüchen. Freiburg, 5. März. In der Hauptversa mm - Im, g des Kunst Vereins wurden folgende Mit- teilungeN gemacht. Die Stadt hat einen Jahresbeitrag von 1COO Mk. in den Voranschlag eingestellt, mit dem der Kunstverein Bilder ankaufen kann, die dann der städtischen Galerie einverleibt werden sollen. Außerdem leistet die Stadt einen Beitrag zum Gehalt des Haus- meisters, der zugleich in den jtädt. Dienst aufgenommen wurde. Die verstorbene Frau Carola N ä s f hat dem Verein das reiche Vermächtnis von 3000 Mk. hinterlassen. — Zur Förderung des K l e i n. w o h n u u g s - b a u e s nimmt der Stadtrat die Erbauung der zweiten Hälfte der Kleinwohnungen in der Tellstraße in Aus- ficht, sobald das Bedürfnis hierfür sich herausstellt. Zu dem gleichen Zweck hat die hiesige Sparkasse ein Kapital von 1 Million Mark zur Verfügung gestellt, aus dem auch zur Bebauung von Privatgelände mit Klein- Wohnungen Hypotheken bis zu 75 Prozent gegeben werden können. — Der Stadtrat hat folgende Jahres- beitrüge bewilligt: Verein für sittlich verwahr- l o st e K i n d e r 150 Mk., an das Deutsche Zentral-Hilfs- koimtee für die Notleidende n in den von deutschen Truppen besetzten Teilen Polens 200 Mk. an die hiesige Jugendwehr zu den Kosten für die An- schaffuNg von Mützen usw. 150 Mk, — An der Früh- Cheonik des ersten Kriegsjahrss. 7* März 1915. Feindliche Vorstöße im Priester- Walde abgewiesen. — Ostende wird von französischen Fliegern mit Bomben beworfen. — Russische Angriffe bei Rawa, Plock und an verschiedenen anderen Stellen der Front abgeschlagen; Gorlice nach bluti- gern Kampfe erobert. — In den Karpathen nahmen die Oesterreicher eine von den Russen stark besetzte Klippe. — In Südostgalizien holt sich die russische Kavallerie eine empfindliche Schlappe. — Vor den Dardanellen wurde ein französischer Panzerkreuzer außer Gefecht gesetzt, ein englischer beschädigt. — Die Türken vernichten an der kleinastatischen Küste ein feindliches Landungskorps. siück Sab gäbe au minderbemittelte Bolksschüler ibe- stehend in einem Viertelliter Suppe aus der Kriegs- Volksküche und 75 Gramm Brot) nehmen täglich durchschnittlich 22*3 Kinder teil. ^iadelbnrg, 5. März. Der Vorstand des Kom- mimalverbands Waldshut hat mit sofortiger Wir- kung den Höchstpreis für Milch für die Ge- meinde Kadelbnrg auf 22 Pfg. festgesetzt. )( Vom- Schwarzwald, 5. März. Vom Feld- berge wird berichtet, daß dort der Schnee eine H ö h e b i s z li 1.2 () M e t e r erreicht hat. Die Ski bahn ist bis 800 Meter abwärts zu benutzen. Vom Feldberg geht die Schlittenbahn bis nach Titisee. Der nördliche Schwarzwald ist bis 900 Meter aufwärts schneefrei. Infolge des heute ein- getretenen milden Wetters sind dort in den oberen Lagen die Schneeverhältnisse zur Ausübung des Wintersportes ungünstiger geworden. Eine strecken- weise brauchbare Skibahn ist in der Gegend der Hornisgrinde, des Kniebis und des Ruhesteins vor- Händen. :.: Wiltingen, 5. März. Der landwirtschaftliche Unterrichtskursus für Kriegs- beschädigte Landwirte wurde abgeschlossen. An einer Schlnßfeier wurde mitgeteilt, daß eine stattliche Anzahl der Kursteilnehmer dem Vorsitzen- den des Landesausschusses für Kriegsinvalidenfür- sorge die Mitteilung machen, daß sie sofort nach Beendigung des Kursus in größeren landwirtschaftlichen Betrieben mit guter Versorgung in gehobenen Stellungen untergebracht werden. Die Prüfung ergab, daß Lehrer uiid Kursteilnehmer die kurze zu Gebote gestandene Zeit gut ausgenützt haben. Die- fem Empfinden gab auch Geh. Oberregierungsrat Dr. Becker in seiner Schlußansprache Ausdruck. * )!( Kriegsfall,mlung des Bndischen Eisenbahner- Verbandes. Die Kriegssammlungen des Badischen Eisenbahnerverbandes haben bis zum Januar 19JG ergeben: in der Bezirksobmannschast Basel 2714 Ml, Freiburg 627 Mk., Haltingen 1206 Mk., Heidelberg 2433 Mk., Karlsruhe 2927 Mk.. Konstanz 2451 Ml, Villi>ig en ^ 2 923 ^Mk.^^ D i e ^allgem eine Kriegs n nter- hatte eine Einnahme von 1063 Mk. anöeren deutschen Staaten. Strasburg, 3. März. Im I n st i z g e b ä u d e z >l S t r a ß b u r g hat ein Dieb aus den Zeugenzimmern Hüte, Ueberzieher, Schirme. Stöcke und anderes eni- wendet. Einem Pförtner stahl er eine Briestasche mit 40 Mk. Inhalt, im Anwaltszimmer den Ulster eines Rechtsanwalts. In diesem Raum wurde übrigens der Dieb kurz vor Ausführung seine? Vorhabens von einem Justizrat betroffen, der den verdächtig erscheinenden Mann fragte, was er hier suche. ..Lötz mich in Friede, ich bin tab, un här nit gut", erklärte der unverfrorene Bursche und vermochte dadurch den in strafrechtlichen Dingen sonst sehr erfahrenen Herrn ebenfalls eine Harmlosigkeit vorzutäuschen. Vorgestern gelang eZ nun, des Menschen habhaft zu werden, der übrigens die er- langten Kleidungsstücke gegen ein Spottgeld bei einem Althändler absetzte, waS für diesen auch ein gerichtliche? Nachspiel haben wird, da er den noch neuen Ulster mit ganzen vier Mark erhandelte. Inzwischen haben die Geschädigten teilweise ihre Kleidungsstücke zurückerhalten und bei Gelegenheit der Gegenüberstellung ging die Keck- heit des Diebs st)wdt. den bestohlenen Rechtsanwalt um Inschutznahme und Verteidigung anzugehen, welchem Ansinnen der gutmütige Bestohlene übrigens auch ent- sprach. Berlin, 6. März. Das Berliner Tageblatt meldet aus Gießen: Hier starb im Alter von 7« Jahren Oberst a. D. Heinrich S P o h r, der bekannte Vorkämpfer des Natur- Heilverfahrens. Berlin, 0. März. Das Berliner Tageblatt meldet: Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters fand vormit- tags nn Berliner Rathause eine Besprechung statt über die Einführung einer besonderen Butter karte. )X( J|Li Auf dem §elöe üer Ehre gefallene Saüener. Den Heldentod fürs Vaterland starben: Die beiden Brüder Füsilier Philipp E r n st und Gesr. Pion. Albert E r n st, Kriegsfreiw. Uoff. sind. jur. Her- mann ' A d e l m a n, Pion. Arbeiter Johann August Frey, sämtliche von Karlsruhe, Kriegssreiw. Unlerosf. Schulkandidat Arthur Fahrer, Ritter -des Eisernen Kreuzes, von Karlsruhe-Grünwinkel, Hermann Wolf, Ritter des Eisernen Kreuzes, von Jöhlingen, Unterlehrer Karl Wettach von Berghausen bei Durlach, Ersatz- reservist Erwin Schenk, Ritter des Eisernen Kreuzes, von Pforzheim, Unterlohrer Ludwig Laux von Heidei- berg, zuletzt Lehrer an der deutschen Schule in Kon- stantinopel, Assistenzarzt Dr. Karl Fähndrich, Ritter des Eisernen Kreuzes, von Lahr, Inf. Wilhelm Füuf - gcld von Opfingen, Leuluant der Ref. Viktor Weil, Ritter des Eisernen Kreuzes, von Freiburg, Unterlehrer Otto Schübe! von Mönchweiler bei Billingen, und Landsturmmann Karl Müller vom Haslacher Hof bei Tenge n. . Ritter ües Eisernen Kreuzes. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielten: Reservist Friedrich Meinzer von Lidolsheim, Pionier Heinr. Olbert vou Heidelberg, Reserv. Friedr. Köh- ler von Durlach, Gesr. Martin Maushardt von Sinzheim bei Baden, Gefr. Franz Brau n, Gefr. Emil Lorenz, Kriegssreiw. Oskar Rinken burger und Sanitätsunteroff. Ernst Leib, sämtliche von Konstant (©) m. tos KlMcker Beobachter. Dienstag, den 7. März 1916 Seite 3 Lokales. Karlsruhe» 7. März 1916 A»S .beut Hofbericht. Am Samstag abend besuchten der Großherzog und die Großherzogin mit der Großher- zogin Luise den Kriegsvortrag des Professors Dr. Onckcn von der Universität Heidelberg i»i Neuen städtischen Kanzerthaus. .. Am Sonntag vormittag nahmen die genannten >voch- stiii Herrschaften am Gottesdienst in der Schloßkirche teil. Im Laufe des gestrigen Tages empsing Seine König- liche Hoheit der Großherzog 'den Geheimen Legations- rat Dr. Seyb, den Staatsminister Dr. Freiherrn von Dusch und den Geheimerat Dr. Freiherrn von Bado zum Vortrag. Das Grosiherzogbpaar hat gestern die Scheffelaus- stelluug besichtigt. Die hohen Herrschaften verweilten "über eine Stunde in den beiden Ausstellungsräumen. + Von der Kreisversammlung. Der Groszh. Amts- vorstand hier wird in seiner Eigenschaft als Kreishaupt- mann des Kreises Karlsruhe die Kreisversamm- ' u n g auf den 3 0. M ä r z d. I.. vorm. 10 U h r, in den großen Rathaussaal hier berufen. Der Kreisaus- >chuß hat sich auch an der Zeichnung für die 4. Kriegs- «»leihe mit 100 000 Mk. aus Mitteln des Kreises bete»- M- Außerdem hat er für Zwecke der Kriegsfürsorge siclU ' ^ eU ' 3a8 ?>ahr 1916 einge- # Tie PassionSspiele, die zurzeit in der Festhalle ge- nau nach dem Vorbilde von Oberammergau zu Gunsten der städtischen Kriegsfürsorge und des Roten Kreuzes ge- Leben werden, erfreuen sich eines guteu Besuches, .'cachste Vorstellung heute Dienstag abend. Morgen Mitt- ™ DC y finden Ausführungen um 3 Uhr und abends 3 Uhr "' n: - ^nnerstag nachmittag 3 Uhr findet eine «chulcrvorftelluug zu halben Preisen (ohne Borverkauf) I.™ Donnerstag abend 8 Uhr erfolgt die letzte Auf- suhrung. :: Selbstmordversuch. In ihrer Wohnung in der Wendtstraße hat sich am 5. d. M>, abends halb 11 Uhr. ein 20jähriges Fräulein in selbstmörderischer Absicht mit einem Revolver einen Schuß in den Unterleib beigebracht, ^ie wurde in schwerverletztem Zustand.in das städtische Krankenhaus überführt. CID Kciegswohlfahrtspßege ö?r Postbeamtenschaft Tie „Kriegsfpends von Angehörigen der Reichs- Post- und Tctegraphenverwaltung", die unter dem Vorsitz des Ober-Postdirektors von Groß-Berlin, mir Unterstützung aller postalischen Fachvereini- gungen unter den Postbeamten veranstaltete Sammlung zur Linderung der Kriegsnot. gibt soeben die ?tack)weisung über die eingesammelten Spenden und ihre Verwendung heraus. Aus ihr entnehmen wir, daß bisher an Spenden rund 2 010 000 Mark eingegangen waren, die den großen Vereinigungen Wr Kriegswohlfahrtszwecke (Nationalstiftung, Ro- res Krenz usw.) überwiesen sind. Außerdem ist &e. Majestät der Kaiser aus Anlaß seines Geburts- «ags gebeten worden, über einen Betrag von 250 000 s; t £ J'. ir Kriegswohlfahrtszwecke zu verfügen. Auf Nnkt ist an den Staatssekretär des Reichs- QUä dem Geheimen Zivil-Kabinett nach- ru ^reiben eingegangen: i, Haupt quartier, den 31. Jan uar 1916. Euerer Er, e ri cn^°4ch"> b U," 'Ilm 24 b h fi ^ n0 b°ben aus gelegten Metdi.ng des Porsihcnden ' des^luöschukscs die ..Kriegbipende von Angehörige» der <>Wfl n> r c Telegraphenverwalwng' mit gr°ßer B?ri^äu^ U " b sehen, daß es der Vaterlandsliebe und OpfcnoiUiof5tf s""' Angehöngen Ihrer Verwaltung gelungen ist. durch frei* willige Spenden eine Summe von fast 2 Millionen M<,rs für Kriegswohlfahrtszwecke aufzubringen und den ver- icyieocnen Kriegsfürsorgeorganisationen zuzuführen ..Seine Majestät sind herzlich erfreut, daß der Aus. IM» für die KriegSspende nunmehr zu Allerhöchst ibrem Geburtstage die Summe von SSO 000 Mark zur sß L -r> sügung gestellt hat. und sind gern bereit, dieselbe für Zwecke der Kriegsfürsorge nach den Vorschlägen des Herrn KriegSministerv zu verwenden. Seine Majestät lassen Euere Exzellenz ersuchen, dem Kriegsspendenaus- schuß für die hochherzige GeburtstaHsgabe und das freundliche Gedenken Allerhöchstihren herzlichen Dank aussprechen. gez. v. Valentin!. Neben der allgemeinen Sammlung, die sich in erster Linie die Unterstützung der großen, das ganze Reichsgebiet umfassenden Organisationen für die >>ebestätigkeit zur Aufgabe gemacht hat, haben sich >n einzelnen Ober-Postdirektionsbezirken noch an- » Sammlungen gebildet, deren Ergebnisse den örtlichen Kriegswohlfahrtszwecken zugute kommen. Fisher und für diesen Zweck 1873 000 Mark ansge- oracht worden. Die Gesamtspende der Postbeamten- r?~r! ^'^^"^^wohlsahrtszwecke beträgt mithin .^ier 3 8.83 000 Mark. Das Ergebnis muß umso oot,er bewertet werden, als etwa 90 000 Postbeamte, f/V. mehr als ein Drittel des gesamten Personals im muöe steht. Da die Sammlungen für die Dauer <•,rtege§ fortgesetzt werden, können noch weitere erhebliche Mittel erwartet werden. Letzte Nachrichten j 1 von der Westfront. .7"^;Itn, 7. März. Zur Lage im Westen sagt der unlitlirische Mitarbeiter der Vossischen Zeitung: Wir 'lehen zurzeit in Erwartung eines großen jt rategischen französischen Gegen- "0 15 Dieser muß und wird kommen. ■flern, 7. März. (W.T.B.) Die Lage bei ivV' n .^>ird von den französischen Militär- ntifcni weiterhin als durchaus e r n st bezeichnet. «Uinl;ch werden die angeblich ungeheueren dent- uns' 1 'Klüfte und die französischen Verteidigungs- „ 0 t^egenangriffsniaßnahnieii zur Beruht- ist,.. ? 4) 0 8 P u 6 l i f 11 in s gehörig herausge- ^ bitweise unter Anführung deutscher t,"U'N"'"men. Fast durchweg wirft vie Befürch- tpvn 1 o, ncr . l !ClUU Ueberrafchung sowie einer wei- der Kampffront laut, die zu 'neyr „der minder Nachdruck icher Kritik an der M,\l v, ' atl . l1nrn führt. In schonungsloser ^ . ° etU t 0U,,J leltens Clemenceans geschehen zu 'S™ kt " "'Hamme Enchainö wurde, i'p". lmvu -i'lle» 'bei der Anführung jeincs Artikels m anderen Blättern hervorgeht, . H hi" von der Angesichts des zu erwartenden gj«. br, 4 J'«n«Ö^n"rrrfc^c ouinir verboten. Wiederauflebens der .Kampfhandluiig mahnen die Kritiker sämtlicher Blätter zu gespanntester Auf- morksamkeii und for\m die Franzosen auf, Ver- trauen zu haben und eine würdevolle Haltung zu zeigen. Die vereinigten Staaten unö öer deutsche ^ USoot-Krieg. Washington, C. März. (W.T.B.) Durch Funk- fpruch vom Vertreter des W.T.B. Der repnbli- ka n i fche Abgeordnete M 0 neIi griff im Re- präfentantenhans die auswärtige P 0 l i t i k der Negieruug an und verlangte dringend die Annahme feines Antrages, durch den die Anieri- kaner vor der Benutzung beivaffneter Kauffahrer gewarnt werden. Mondell sagte: Wenn jemand, der vollkonlinen unterrichtet ist, behauptet, daß ein amerikanischer Bürger das Recht habe, das weder abgeleugiret noch geschmälert oder verkürzt werden soll, in jetziger Zeit und unter den jetzigen Verhält- nifsen auf einem Schiff zu reisen, das für ein Ge- fecht ausgerüstet nnd nach einer Gegend des Kriegs- schanplatzes bestimmt ist, so mnß ich annehmen, daß jemand, fror eine solche Absicht f)ßt unb darauf besteht, entweder die Politik gegen die nationale Ehre ausspielt oder die Absicht hat, die Nation in einen Krieg zu verwickeln. — Die I e tz t e d e n t f ch e Mitteilung über den Unterseebootskrieg wurde in einer Sitzung des Kabinetts und in emer ^ 0 n - derbe sprechung zwischen dem Praudcnten Wilson und Lansing erörtert, aber kein Beschluß ge- faßt Es wurde entschieden, die von Berlin unter- weas befindlichen Angaben über di.e Anweisung der britischen Admiralität betreffend Angriffe auf Unterseeboote abzuwarten. -- Evemng Post meldet aus Washington: Das Kabinett besprach die verschiedenen Möglichkeiten, die lich dura) dt«, neue deutsche Denkschrift ergeben Die allgemeine Meinnng war. daß, wofern nicht eine neue Erklärung eintreffen sollte, die Vereinigten Staaten in England anfragen sollten, ob es wahr >ei. daß englische Lkanffahrer geheime An wer» f n n g e n erhalten l>aben, ihre Bewaffnung in o>fen- iiver Weise gegen Unterseeboote zu benutzen und ob die Angaben über einen solchen Gebrauch in den von ^eutschiand angeführten Fällen mit der diesbezug- lichen englischen Mitteilung übereinstimmen. Ter Auszug der Deutschen aus Lissabon. Berlin, 7. März. Dem Berliner Lokalanzeiqer zufolge dauert 'der A n s z 11 g d e r De u t s ch^u aus Lissabon an. Der deutsche Konsul hat 800 Billets nach Madrid für seine Landsleute gelost. Ein englischer Torpedobootszerstörcr gesunken. Amsterdam, 6. März. (Frkf. Ztg.) In hiesigen Schiffahrtskreisen wird mit Bestimmtheit erzahlt, daß vor der H u in b e r m ü n d u n g der eng- lisch c Torpedobootszerstörer „M u r - ray" gesunken sei. 22 Mann der .Besatzung seien ertrunken. Versenkt. London. 7. Mörz. (W.T.B.) Lloyds melden, daß der br it ische Damp f er ..M_ai unda" verjMkt wurde. Die Besatzung wurde gerettet. Der neneste Zeppclin-Angriff auf England. London, 0. März. (W.T.B.) Das Kriegsamt teilt mit, daß, wie man glaubt, 3 Zeppeline an dem gestrigen Angriff auf England teilnahmen. Nachdem sie die Küste überflogen hatten, schlugen sie verschiedene Richtungen ein, und man hatte den Eindruck, daß sie offenbar im Unklaren darüber waren, wo sie sich 'befanden. Das heimgesuchte Gebiet war Uorkshire, Lincolnshire, Rutland, Himtingdon, Eambridgeshire, Norfolk, Essex und Kent. Im ganzen wurden etwa 40 Bomben gewor- fen. Es wurden, soweit bekannt, 3 Männer, 4 Frauen und 5 Kinder getötet und 33 Personen verwundet. Ferner wurden 2 Hausterrassen zer - st 0 r r, 1 Büro, 1 Gasthaus, 1 Kaffeehaus und verschiedene Läden teilweise zerstört und ein Block von Armenhäusern ernstlich beschädigt Die Beschlagnahme von Post dnrch England. Newyork, 6. März. (W .T.B.) Vom Privatkorrespondenten von W.T j S ö . Ein Telegramm ans Washington besagt, daß Englands Antwort ans die amerikanische Note betreffend die Beschlag- nähme ber Postsäcke darauf besteht, daß England freie Jurisdiktion iiber die in seinen Ge- wässern fahrende Post besitzt. (!) In seiner A n t- wort wird Amerika diesen Anspruch Englands bestreiten. OD verfthieöeKe Nachrichten. Die Explosion in einem französischen Pulverdepot. Berlin, G. März. Das Berliner Tageblatt meldet aus Genf: Nach dem vom Petit Parisien über die Explo- fion eines Pulverdcpots bei Saint Denis veröffentlichten Bericht bot die Umgebung von Fort Double Couronne eiu Schauspiel der Verwüstung. Eingestürzte Häuser, entwurzelte Bäume, große Steinbocke bildeten ein Chaos. Ein Zeitungskiosk wurde vou einem mächtigen Steinblock durchschlagen, die ZeitungSver- käuferiu auf der Stelle getötet. Zahlreiche Spazier- gänger wurden verwundet, einige getötet. Das Unglück ist durch die Explosion einer Kiste Granaten entstanden, welche die in den Kasematten liegenden Explosipstosfe entzündeten. Bis jetzt wurden 4 5 Tote uud '200 Ver- letzte geborgen. Berlin, 7. März. Zu der E x p l 0 f i 0 n sk a t a. strophe bei Paris geben die Morgenblätter eine Lesart der Kölnischen Zeitung wieder, nach der sich annehmen läßt, Äaß das Fort größtenteils in die Luft geflo» gen ist. Die Umgebung des Forts bietet einen trost- lesen Anblick, alles tiegt in Trümmern. Rene Explosion in einer Pulverfabrik. Lyon, 7. März. (2B.T.B.) Laut Nouvelliste ereignete sich vorgestern früh in den Voltawerkstätten in Saint- Marcel in Savoyen, die der Pulverfabrikation dienen, eine große Explosi 0 n, die bedeutenden Scha- den angerichtet hat.^ Verluste an Menschenleben sollen nicht zu beklagen sein. Der Betrieb mußte eingestellt werden. Großes Dampferunglück. London, 7. März. (28.T.B.) Lloyds melden aus Santos vom (5. d. M.: Der spanische Dampfer „Principe de Asturia" ist gestern früh 3 Meilen östlich von 'der Insel San Sebastian auf einen Felsen g e - laufen und binnen ß Minuten gesunken. 85 Mann Zeichnet die Kriegsanleihe! Fünfprozentige Deutsche Reichsanleihe zu 98 ,50 oder Vieremhalbprozenjige auslosbare Deutsche Neichsschahanlveisungen Zu Die Kriegsanleihe ist das Wertpapier des deutschen Volkes die beste Anlage für jeden Sparer sie ist zugleich die Waffe der Daheimgebliebenen gegen alle unsre Feinde die jeder zu Hause führen kan.l und muß ob Mann, ob Frau, ob Kind. Der Mindestoetrag von Hundert Mark bis zum 20. Juli 1916 zahlbar ermöglicht Jedem die Beteiligung. Man zeichnet bei der Reichsbankl, den Banken und Bankiers, den Lparkassen, den Lebens» Versicherungsgesellschaften, den Kreditgenossenschaften oder bei der Post in Stadt und Land. Letzter Zcichnmgstag ist drr 22. Miirz. Man schiebe aber die Zeichnung nicht bis znm letzten Tage auf! Alles Nähere ergeben die öffentlich bekanntgemachten und auf jedem Zeichnungsschein ab- gedruckten Bedingungen. von der Besatzung und 57 Passagiere find von dem sran- züsischen Dampfer .LZigo" nach Santos gebracht worden. 333 Passagiere und 107 Mann von der Be- satzung werden vermißt. Der spanische Dampfer „Principe de Asturia" war auf der Fahrt von Barcelona nach Buenos-AireS und hatte Las Palmas am 24. Febr. verlassen. OD Soziales. Karlsruhe, 7. März. Das Ministerium des Juuern hat sich in einem Erlaß dahin ausgesprochen, daß der Umstand, daß der Kriegsdienste leistende Ehemann einer Wöchnerin vor Beginn seiner jiriogsdienstleistung im aktiven Militär-dienst stand, oder zu den Berusssoldaten und Kapitulanten gehört uud ob er im Felde oder in der Garnison Dienst leistet, keinen Grund bildet, .der Wöchnerin die SSoch eil Hilfe nach Maßgabe der Bunbes- ratsverordnung vom 23. April 1915 zu versagen, sondern im übrigen die in dieser Verordnung verlangten Voraussetzungen als gegeben zu erachten sind. Karlsruher Stanöesbuch°/iuszüge. E h e a u f g e b o t e. 4. März: Damian Geiß von hier, Wageiisührer hier'rnit Maria Reiser von Zeuthern; Heinrich Dusch von Schiltach, Weber hier, mit Justina Trautwein von Schiltach. Todesfälle. 4. März: Franz, alt L Jahre, Vater Wilhelm Schneider, Hausdiener; Emma Zettwoch, Privat, ledig, alt 72 Jahre; Maria Schneider, Köchin, ledig, alt 31 Jahre. — 5. März: Gottfried Kuhn, Eierhändler, Ehemann, alt 48 Jahre; Ida Reibe!, alt 57' Jahre, Ehefrau des Korrektors Friedrich Reibel. Äerrd>l>»ii«»zeit u. TranerliauS crwultiiener Perslorlicncn. Dienstag, den 7. März. VA Uhr: Sofie Gilliard, Dieners-Ehefrau, Zähriugerstraße 98. — y a 3 Uhr: Karl Mächte!, Füsilier, Füs.-Regt. 40, z. Zt. Achern, hier Kronenstraße 53. — 3 Uhr: Gottfried Kuhn, Eierhänd» ler, Luisenstraße 43. — %4 Uhr: Ida Reibel, 5wrrektors- Ehefrau, Wilhelmstraße 43. Auswärtige Gestorbene. (Anmeldungen von auswärts erscheinen unter dieser Rubrik gratis > Do gern: Friedrich E i s e I e, Kaufmann, 60 I. if. Mannheim: Ehrtv. Schwester T i t i a n a. zj- Griesheim: Anton F a l k, 79 I. * Altdorf: Jfaias Dreifuß, 03 I. * Fr ei bürg: Franz Stadtmüller, Buchbiudermeister, ^52 I. % S t. Georgen (Bei Freibuvg): Frau Stationsvorsteher B u r g e r t, Christine geb. Schindler, 52 I. „Wer Brotgetreide verfüttert, ver- sündigt sich am Vaterlande" Wertpapiere. Berlin, 0. März. (W.T.B.) B ör s e nst i m mn n gs - b i l d. Die Börse verkehrte in vorwiegend fester Hal» tung. Am Montanaktienmarkte zeigte sich reges Jnter- esse für Phönix unö im vlnschlug daran wurden auch andere gleichartige Werte zu höheren Kursen umgesetzt. Die Aktien von Waffenfabriken und RüstuugSunter- nehmungen wurden gleichfalls bei zeitweilig angeregtem Verkehr meist höher bezahlt. Lebhafter sind NHeinnietall, Hirsch Kupfer und Bismarckhütte gehandelt; dagegen schwächten sich Schiffohrtsaktie» ab. Am Anleibemarkt blieben die Kurse bei stillem Geschäft behauptet. Geschäftsberichte. + Karlsruhe, 0. März. Die Mühlbur g e r Kreditbank hatte nach ihrem Geschäftsbericht im Jahre 1915 einen Umsatz von 15 799 089.04 Mk., gegen- über dem Vorjahr mehr 10L1501 Mk. »4 Pfg.. Der Reingewinn hat sich unter Berücksichtigung des Nmstan. des. daß Anfang 1914 ein gegenüber den früheren Jahren um rund 3000 Mk. höherer Gewinnvortrng bestand mir um 2078.12 Mk. verringert; er beträgt 20 223 Mk' 02 Pfg. Es wird der am Iii. März stattfindenden Ge- neralversammluug die Verteilung einer Dividende von 6 Prozent vorgeschlagen ss Dem Reservefonds werden 988 Mk.. dem Depositenfond 2718.10 Mk. jumewiefen 2459.17 Mk., auf daö Mobilienkonto werden 200 'Mk auf das Liegenschaftskonto 2459.17 Mk. abgeschrieben 150 Mk für Gratifikationen und 800 Mk. für gemeinnützige und wohltatige Zwecke vertvendet und 3190.80 Mk auf neue Rechnung vorgetragen. Die Zahl der Mitglieder betrua am 1. Januar 1915 379, am 1. Januar 1916 359 «ieh. □ Mannheim, 6. März. Der dieswöchige Groß, und Kleinviehmarkt verlief heute in Großvieh und Kälbern ruhig und in Schweinen lebhaft. ES er- zielten die 50 Klgr. Schlachtgewicht: Ochsen 185—210 Mk.. Bullen 185—205 Mk., Rinder und Kühe 150—210 Mk Kälber 185—215 Mk.. Schafe 150—185 Mk.. 'Schweine die 50 Klgr. Lebendgewicht 88—129 Mk., ferner das Stück Arbeitspferde 500—180D Mk. und schlachtpferde 1V0 bis 380 Mk. Gesamtzutrieb: 1030 Stück. Cages-naienutr. Dienstag, 7. Miirz. „Kren,bilndiii?" (Verein abstin. Kalholik«»). 8 Uhr: Ver- eiii?t>tfiammliMig mit Vortrag im Resormrestnurant. Kaijerstszrar 50 II. tvirte-Verein Karlsruhe unö Umgebung. Am Mittwoch» den 8. März, nachmittags 3 Uhr, findet im Saal zum Elefanten, Kaiser- straße 42, eine allgemeiilt Wirtklirrsliminillüg statt . Die Fragen, welche auf der Taaesordnung stehen und zur Beratung kommen, sind ätttzerst wichtige. In Anbetracht dessen bitten wir die Kollegen und Kolleginnen um vollzähliges Er- scheinen 812 Der Borstand. Seite 4 Kadischer Beobachter, Dienstag, den 7. März 191k Ur 108 / Schellfische ä . bis . 4 S 65 kabbehdjhu ohue Kopf Pfund 05 Fettbücklinge ^ 28 Fettbücklinge ^1. S7 £ £ b 4 Fleckheringe . . . . Stück 25 707 Hermann TIETZ 90 zugleich Theaterschule (Opern- und Schauspielschule). Unter dem Protektorat Ihrer Königlichen Hoheit der Grossherzogin Luise von Baden. Beginn des Sommerkursus am I.April 1916 Die ausführlichen Satzungen Bind kostenfrei zu beziehen duroh die Direktion nnd durch sämtliche hie.-ige Musikalien- und Huxikinstramenteuhandlnngen. Alle auf die Anstalt bezüglichen Anfragen und Anmeldungen zum Eintritt sind zu richten an den Direktor Hofrai Professor Heinrich Ordenstein, Sofienstr. 43. Sprechstunden täglich — ausser Sonntags — von 3 bis 4 Uhr nachmittags. 748 Privatspargesellschaft in Karlsruhe. Zeichnungen auf die IV. Kriegsanleihe seitens unserer verehrlichen Mitglieder können durch Ab- Schreibung an deren Sparguthaben erfolgen Soweit die Zeichnungen durch uns vermittelt werden, treten die Mitglieder vom l. April 1916 ab in den Genuß der Zeichnungssummen. Bei Barabhebungen zu diesem Zweck, also zu nicht durch unsere Vermittlung vorgenommenen Zeichnungen, treten die satzungsmäßigen — für die Dauer des Kriegs verdoppelten — Kündigungsfristen in Kraft. Zu den Zeichnungen ist die Vorlage der Sparbücher erforderlich. Karlsruhe, den 4. März 1916. 800 Der Merwattungsrat. Poiosl-llteofer Herrenstraße II. Heute letzter Tag! OFf- TUHMLi. Filmschauspiel in 6 Akten nach dem Roman von In den Hauptrollen: Friedrich Kayssler vom Losging - Theater Berlin. Fritxi Nasttary vom Betropol-Theater Berlin Der wohl den meisten Lesern bekannte Ii e r n Ii a r «1 K e 11 e r in h ii ii 'nclie Homan 1 egt diesem gewaltigen älei terwerk der deutschen Film - Technik zu Grunde. Seinen besonderen mimischen Wert erreicht der Film in der Darstellung des Erbauers des Tunnels, der von einem unserer bedeutendsten deutschen Schauspi.-lerhricilrich Kayssler, vom Lessing- Theater Berlin gespielt wird. Eine hervorragende Leistung bietet die bekannte Künstlerin des Metropol- Thcaters Berlin, Frau Fritzi Massary, als Tochter des reichsten Mannes der Welt. Auch die kleineren Rollen s nd in bester Besetzung. Es sollte niemand, der wahre < reude an guter Filmkunst besitzt, versäumen, sich dieses gewaltigo Schauspiel anzusehen. 816 Die Uraufführung vor der Elite des Berliner Publikums war ein Erfolg ohne Gleichen Volle Preise. Freikarten sind nur für die Vorstellungen von 3—5 Uhr und von 5—7 Uhr zulässig. Zu gefl. Besuche ladet ergebenst ein Die Direktion: Friedrich Schalten. 6>rGm««I. tiMcatci zu Karlsruhe. Dienstag, den 7. März 1916. 46. Vorstellung der Abteil. B (gelbe Kurien). Das Musikantenmädel. Operette in drei Akten von Bernhard Buchbinder. Musik von Georg Jarno. Musikalische Leitung: Rudolf Teman. Szenische Leitung: Fritz Herz. Personen: Fürst Eszterhazy HanZ Bussard Fürstin Esjterha,t> Marie Mosel-Tomsckiik Prinz Eszterhazy Gisella Ob rdy- Tercs Josef Haydn, Kapellmeister beim Fürsten Fritz Herz Elena Montcbelli, Tänzerin an der Wiener Oper SM. v. Ernst Ter Lehrer Hans Sieivert Brigitta, die Großbäuerin Johanna Mayer Resel, die Kuhmagd Thereie Müller-Reichel Peter, Musikant und Ticner di 8 Fürsten Paul Müller Solomon, Hausierer P. Gemmecke Hoidamen: Komtesse Palfing Berta Wurm Komtesse Schmarzental L. Studt Buro:iesse Ladon Hermine Burk Kuisertiche Pagen: «Ära? Heiden Leopoldine Link Graf Steinfeld Sophie Hauck Graf Schuldorf Anua Heinrich Baron Korff Elia Ruf Ein französischer Hauptmann Max Schneider Ein Korporal Josef Grötzingcr Kathi, ein Bauernmädchen Jchnnua Klebe Kavalier«, Damen, Pagen, Soldaten, Kauern, Bäuerinnen. Tänze: Paula Allegri-Bayz. Der erfte Alt spielt in dem öfter- reichlichen Torfe Rolirun an der ungarischen Grenze, der zweite in dem ungarischen Städtchen Eisen- stadt im Schlosse de? Fürsten, der dritte ebenfalls daselbst in der Wohnung deS Kapellmeisters. Das Gan^e gegen Ende des 18. Jahr- Hunderts. Zwischen dem ersten und zweiten Akt liegt ein Zeitraum von zwei Monaten. Pausen nach dem ersten und zweiten Alt. Anfang: 7 Uhr. Eude: gegen 10 Uhr. Preise der Plätze: Balkon I.A 'tl. Mk. 6.— Sperrsitz J. Abtl. Mk. 4.5V usw. Karts ruye. Sofort beziehbare Gebäulichkeiten für ea. 15© Personen zu mieten gesucht möglichst frei gelegen, mit Warten «nd Land. Offerten unter Ch. Nr. 871 an die Geschäftsstelle d. Bl. Danksiagung;. Für die vielen liebevollen Beweise des Mitgefühls und der Anteilnahme beim Heimgang unserer lieben Verstorbenen Danknagimg'. Anlässlich des Hinscheidens unserer lieben, unvergesslichen Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwägerin und Tante rran Anna Bier I IMiii Hinir, hm geb. Kern sprechen wir, zugleich im Namen aller Hinterbliebenen, tiefgefühltesten l ank aus. Albert Bier und Kinder. Karlsruhe, im März 1916. 813 Be5au«tmach»ug. Stadt. Wetallannahmestelke Kmtstraße 3V. Die Haushaltungsvorstände, deren Name mit Q, oder JYL beginnt, werden aufgefordert, ihre HaushattungS- gegenstände an folgenden Tagen abzuliefern, und zwar die Haushaltungsvorstände mit Anfangsbuchstaben J a am Mittwoch oder Donnerstag, den 8. oder 9. März, M von Freitag, den 10., bis einschl. Dienstag, den 14. März. Karlsruhe, den 6. März 1916. 817 Pas Mirgermeikeramt. Bei JEinkäufen und ISestcllaiigeu die auf Grand von Anzeigen in unserem Blatte gemacht werden, bitten wir, sich auf den „Badischen Beobachter" beziehen zu wollen. Glntenbauvcreiil Karlsruhe. Monatsversammlung Mittwoch, de» März d. IS., abends 8 1 /» Uhr, im Saal III Sckrempp. Tagesordnung: 1. Bericht über die Bereiu