Verlags Führer-Verlag GmbH. Rarlsruft« VerlagSvauS: Lammlirafte S—ö ffernlvrecher 7927 biS 7931 und 8902 bis 3903. Postscheckkonten: Karls- rube 2S8S «Anzeigen! «783 l^eilunasbe,ua>. ZgZSiBucl»- bandluria) Banwerblndunaen- Badilibe Bank. Karls, rube und Siäditsch« Svarkasse Karlsrube Schritt« lettuna: Anschrtfi und Kernsvrechnummern «t« beim Mebe oben). Sprechstunden laalich von ll biS ans Gral Reischach. Bei unverlangt Verla« ■ .WWW 12 Ubr. Berliner Schristleituna: Berlin SS. 68. Charloitenstrafte etnaebenden Manuskrivten kann keine Gewähr wr deren Nttck«abe übernommen werden. — Auswärtige Geschäftsstellen und Bezirlsschrisileiiunaen: in Bruchsal vobeneaaervlaS 6—7. ^ernwr 2323 in Rastatt Adolf- Sitler-Strafte 70. Fernsprecher 2714 in Baden-Baden Sofienstr. 8. ??crnsvr. 2126. in Blibl Ei'enbabnstr 10. !?ernlvrecher k>L7 In Ofsenbura Adols-Sitler-HauS ftern« wrecher 2174. In »ebl Adoli-Hitler-Strake 27. ^ern- svrecher 282. 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Srstbeinnn wöchentlich 7m». ... .. . gaben: ..Gauhauvtstadt Karlsrube' Mr den Sladtb«,trl und den «reis Karlsrube sowie für den Kreis Pforz- beim. .Kraichgau und Brubrain' für den Kreis Bruch- sal. .Merkur-Rundschau- für die »reise Raslall, Baden- Baden und Bühl. .Aus der Ottenau* für die »reife Ottenburg Kebl und Labr A n , e i g e n p r e i f e: Siebe Preisliste Nr. I» vom I. Juni 1942 Die 16gesval,ene Millirnelerzeile (»leinspalte 22 Millimeter breit) kostet Im Anzeigenteil der Gesamtauflage 18 pfiii Namiltenan,eigen gelten ermSfiigte Grundpreise laut Preisliste. Anzeigen unter der Rubrik .Werbe-Anzeigen* die 2aefpal,«ne 4« Millimeter breite Milllmeier-eile: S0 Pfg. (Texlmillimclervrets). Abschlüste wr die Gesamt- auflag« nach Malsiafsel I oder Menaenstafsel C Nach- lasse für Geleaenbeilsanzeigen von privalen J " *- eigen Erschein Millimelerzeile: amt- »ach. ilzelgen von "privaten Auftrag- gebern nach Äalstattel II. - Anzeigen!»! u h. »eiten: um 10 Ubr am Vortag deS Erscheinens. Für die MontagauSgade: Samstag 13 Ubr. Unaufschiebbare Anzeigen für die Montagausgabe (». B Todesanzetgen) müssen bis längstens 16 Ubr sonntags als Manuskript Im VerlagShaus In KarlSrube eingegangen sein. — All« Anzeigen werden nur fürdie Gesamtauflage angenommen, Platz». Satz- und Terminwünsche obne Vcrbtndlichken. Bei sernmündlich aufgegebenen Anzeigen kann für Rich- tigkeit der Wiedergabe keine Gewäbr übernommen werden. Erfüllungsort und Gerichtsstand ist Karlsrube a. Rbein. 17. Fahrgang / Folge 72 m w drei Tagen 47 Schiffe mit mm BRZ. versenkt Eine !l'Nvvt>Sondermelbimg um die andere - Wieder beendeten 11 große Schisse mit 75 000 ART. ihre Fahrt aus dem Grund des Meeres * Aus dem Führerhauptquartier, 12. März. Das Oberkommaudo der Wehrmacht gibt bekannt: Unsere Unterseeboote haben iu de« letzten 24 Stande« aus dem Mittelmeer, dem Nordmeer uud dem Atlantik erneut hervorragende Erfolge gemeldet. Elf große Schiffe mit 7S000 BRT. aus der Nachfchubflotte für Nordafrika, die Sowjet«uio» und E«gla«d beende- te» ihre Fahrt auf dem Grund des Meeres. Bier weitere Dampfer wurdeu torpediert. Damit belaufe« fich die i« de« drei So«dermeld«»ge» a« drei avfeiuauderfolgeude« Ta- ge« beka»»tgegebe»e» Berfeukuugserfolge unserer Unterseeboote a«f 4 7 Schiffe mit 282000 BRT. Während der Schwerpunkt des U-Boot-Ein- iatzes in den letzten Tagen hauptsächlich gegen die nordatlantischen Seeverbindungen der Geg- ner zwischen Nordamerika und dem englischen Mutterland gerichtet war, berichtet die Son- dermeldung des Oberkommandos der Wehr- macht vom Freitagabend von einem Tageser- folg im Atlantik, vor allem aber von Versen- kungen im Nordmeer und im Mittelmeer. Auf den Nachschnbstraßen für die Sowjets wurde im Eismeer ein rücklausen- der Geleitzug angegriffen, dessen Schiffe Haupt- sächlich Grubenholz für die englische Bergbau- iudustrie geladen hatten, zum Teil aber auch nur mit Ballast fuhren. Unter den versenkten Schiffen befand sich ein völlig neues Libertv- Schiff von 7000 BRT. Größe, das kurz nach dem ersten Torpedotresser voll Wasser lief und sank. Die starke Sicherung des Geleites be- weist, wie sehr sich der Gegner, gerade in die- fem Seegebiet bedroht fühlt und wie notwen- dig er die Volladnng der Schiffe gebraucht. Unter Berücksichtigung der außerordentlich schlechten Sicht- und Wetterverhältnisse und großen Sil besonders der zahlenmäßig ist dieser Erfolg besonders hoch zu werten. Im Mittelmeer wurde der gegnerische Kriegs- material-Nachschub für Nordafrika schwer ge- troffen. Die Transportdampfer waren voll beladen mit Kriegsmatetial und wurden trotz ihrer ungewöhnlich starken Zer- störer-, Korvetten- und Luftsicherung — die Flugzeuge kreisten bis nach Einbruch der Dun- kelheit über den Schiffen — unmittelbar unter der Küste vor dem Einlaufen in ihre Bestim- mungshäsen von unseren Booten gefaßt und versenkt. Bon 60 tn den letzten drei Tagen als torpe- diert gemeldeten Schiffen wurden 47 mit zusammen 282 000 BRT. versenkt. Neben dem an allen Fronten dringend benötigten Kriegs- Material und taufenden von Tonnen lobens- notwendigem Nachschub ist damit in wenigen Taigen ein wesentlicher Teil deS monatlichen Schiffsneubaues vernichtet worden. Ansere Truppe« in Charkow eingedrungen Heftige Strahenkämpse im Gange — Wjasma kampflos geräumt — 11 Briten beim Terrorangriff auf Stuttgart abgeschossen * A«s dem Führerha«ptq«artier, 12. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Räch dem stegreichen Abschluß der Winter- fchlacht zwischen D n j e p r und Dö » ez, der die Hofsuuugeu der Bolfchewiste» aus eiue Wie- dergewi««»»g der Ukraine z««ichte machte, setzte« unsere Truppe« ihre Angrisse in Rich- tung aus Charkow fort. Pauzer- und Gre- «adiervcrbäude des Heeres nud der Waffen-^ durchbrachen vor der Stadt die tiefgestaffelte seradliche Schutzftelluug und draugeu oo« meh- rere« Seite« i« die Stadt ein. Heftige Straßeakämpfe dauer« «och au. Nördlich uud nordwestlich der Stadt warfen «ufere Divistone« de« Feind nach Osten z«- rück. Im Nachstoßen wurde« zurückflutende feindliche Kolonnen ausgeriebeu. Starke Verbände der Luftwaffe griffen zusammen mit »«garische« und slowakischen Flie- gerkräfte» in unermüdlichem Einsatz i« die Erbkämpfe ei«. Infolge der iu de« letzte« Woche« erlittene« schweren Verlufte ließeu die Augriffe der So- wjets im Kampfabschnitt von O r e l merklich nach. Vereinzelte schwächere Angriffe scheiter- te». Z«m sofortige« Gegenstoß augesetzte eige«e Verbände vernichtete» gestern zwei weitere Sowjetregimenter. Im Verlauf der zur Verkürzung der Frout durchgeführte» Bewegungen wurde die Stadt Wjasma ebenfalls nach gründlicher Zerstörung aller kriegswichtigen Anlagen und »ach vor Woche» erfolgtem Abtrausport der Kriegs- gerate uud Verforguugsgüter iu der vergau- geae» Nacht kampflos geräumt. A» de» übrige» Abfchaitte» der Oftfrout kam es bei auhalteudem Tauwetter uur z» Kampfhandlungen von örtlicher Bedeutung. Mehrere feindliche Panzervorstöße gegen die deutsch-italieuische Stellung in Tunesien Warden abgewieseu. Die Luftwaffe griff im Seegebiet vou Bo»e eiae» feindliche» Geleitzug au uud beschädigte drei Handelsschiffe und einen Zerstörer durch Lufttorpedo uud Bombe« schwer. Britische Flugzeuge griffe» i» der Nacht »um 12. März südwestdeutsches Gebiet a» a»d Warfe» Spre»g- »nd Brandbombe« vor allem auf die Stadt Stattgart. Die Bevölkerung hatte Verluste. Ja Wohnviertel, a» Sffe»t- liche» Gebäuden uud au mehrere» Kranke»- häwser« entstanden größere Schäden. Jäger «ud Flakartillerie schösse« elf der a»greife«de« Bomber ab. Die füde«glifche Hafe«stadt Hostings w «rde a« gestrige« Tage vou schuelleu deutsche« Kampfflugzeuge» überraschend im Tiefflug «lgegriffeu. Erhebliche Zerstöruuge» wardea beim Abflug beobachtet. Ja der vergaugeueu Nacht führte« schwere Ka«»pfverbä»de gege« Stadt u«d Hasen N e w - C a s t l e au der britische» Ostküste eiue« starke» Augriff durch. Ei» Verband sch»eller Kampfflugzeuge stürzte sich iu den frühen Morgeustuudeu des heutige» Tages auf London, jagte im Tiefflug aus alleu Bordwaffen seuerud über das Stadtgebiet uud kehrte nach Abwnrf zahlreicher schwerer Sprengbomben ohue Verluste zurück. Die Schlacht um Charkow • Berlin, 12. März. Die Schlacht um Charkow hat ihren Höhepunkt erreicht. Die deutschen Angrissstruppen, die nordwestlich und nördlich der Stadt zu dem entscheidenden Stoß antra- te». haben die sich mit aller Hartnäckigkeit zur «ehr setzenden Sowjets am H. Marz weit eiu und stehen dort inerbitterteuStra» ßeukämpseu. Die Luftwaffe hat durch ihren nnunterbroche- nen Einsatz die Operationen des Heeres wirk- sam unterstützt und den zurückweichenden Bol- schewisten und feindlichen rückwärtigen Ver- bindungen empfindliche Schäden zugefügt. Ge- meiusam mit slowakischen Jagdstaffeln schösse» unsere Jagdflieger am 11. März ohne eigene Verlust« elf Sowjetflugzeuge ab. Ein schwerer Angrisf deutscher Kampfflugzeuge richtete sich erneut gegen den Bahnhof Knpjanfk, einen der Hanptstützpnnkte des sowjetischen Nachschubs. Das Bahnhofsgebäude, Truppen- transportzüge sowie das ganze Bahnhossge- lande wurden mit vernichtender Wirkung ge- troffen. Oer Tagesangriff auf London „Kurz, aber intensiv" ll. W. Stockholm, 12. März. Die Engländer geben den Verlust von 11 Bombern bei ihrem Angriff auf Stuttgart zu und melden den Ver- lust von zwei weiteren Flugzeugen bei ande- ren Operationen gegen das Festland in der Nacht zum Freitag. Sie melden ferner neue deutsche Luftopera- tionen im Laufe des Freitag. Nach den Angrif- fen auf Hostings und New Castle, die sie in ihrer Berichterstattung ohne Namensnennung abzutuu suchen, setzte bei Tagesanbruch der deutsche UeberraschungSangrisf ge- gen Groß-London ein. Die Engländer sprachen zunächst nur von einem deutschen Vor- stoß in das Themsegebiet, bequemten sich aber später, das Eindringen deutscher Kampfflug- zeuge in den Groß-Londoner Bereich und die Bombardierung von Objekten in den Voror- ten zuzugeben. Unmittelbar über die Dächer der Londoner Außenbezirke seien die deutschen Bomber hinweggebraust. Sie hätten neben dem Abwurf von Bomben auch von ihren Bordwaf- fen Gebrauch gemacht. Schäden und Opfer werden angeblich vor allem durch die Beschießung gemeldet. Die Londoner, die auf demWege zur Arbeit vom Alarm überrascht wurden, sahen Autobusse in Flammen aufgehen und erlebten, wie ein schwedischer Bericht sagt, „heiße Minn- teu". In einigen Bezirken seien Bomben ge- fallen. Der Angriff sei in zwei Wellen vor- getragen worden und habe ein beträchtliche? Durcheinander unter den zur Arbeit eilenden Massen hervorgerufen. „Dieser Angriff war kurz, aber intensiv." vis Lehre des 13. März 1938 Von Gauleiter Dr. Friedrich Rainer Fünf Jahre liegen zurück, seitdem unter dem Jubel der befreiten Bevölkerung der Führer den Anschluß seiner Heimat an das Reich vollzog. Der zeitliche Abstand von den damaligen Ereignissen und die Einfügung des Ostmarkschicksales in den geschichtlichen Werde- gang des Reiches in diesem Kriege geben dem Mitkämpfer von damals die innere Ruhe und den gereiften Blick, den Kampf um den An- schluß jetzt prüfend zu überblicken. Es mutet heute seltsam an, daß der Kamps des National- sozialismus um die Macht in Oesterreich über- wiegend außenpolitische Bedeutung zu besitzen schien. Wir Nationalsozialisten faßten unseren- Kampf immer als eine innere Angelegenheit des deutschen Volkes auf. Wir waren auch nicht geschult in außenpolitischen Zusammenhängen und erlebten daher im Jahre 1933 viele bittere Ueberraschungen. Im Grunde genommen hat- ten wir recht, denn der Inhalt und der Sinn unseres Kampfes lag in der Forderung «ach Einheit der Nation beschlossen, und die Gegner waren dieselben, gegen die sich der Führer am 30. Januar 1933 die Macht erkämpft hatte. Formell allerdings bestand damals der zweite deutsche Staat, und so berührte jede innerpoli- tische Aktion das seinsibrige Netz außenpoliti- scher Beziehungen. Die nationalsozialistische Bewegung küm- merte sich zunächst wenig darum. Der große Sieg im Reich ersüllte uns mit absoluter Sie- geszuversicht. Wir ^rechneten nur mit Monaten und versuchten daher, im Sturmangriff die Po- sitionen des Feindes zu überrennen. Es zeigte sich, daß'der Gegner unerwartet zähe war und daß fremde Quellen seine Kraft verstärkten. Die Auseinandersetzung nahm immer bittere ' Las Ende der Wiaterfchlacht Die Bolschewisteu haben das Ziel ihres Massenansturms nicht erreicht rd. Berli«, 12. März. Die Abwehrschlacht die- ses Winters zwischen Donez und Dujepr hat mit der Erreichung von Charkow und der Rückgewinnung aller anderen wichtigen Posi- tionen des Donez-Jndustriegebietes ihren sieg- reichen Abschluß gefunden. Damit ist den Bol- schiwisten der eigentliche Erfolg ihrer gewal- tigen Kriegsanstrengungen dieses Winters versagt geblieben. Alles, was Stalin in djesem Winter an Menschen und Material eingesetzt hat. was aus dem fernen Sibirien und aus deu Ural-Fabriken auf die Kampffelder rollte, die ganze riesige Kraftentfaltung der Sowjet- union, war umsonst. Diese Feststellung ergibt sich aus der unumstößlichen Tatsache, daß das D o n e z - In d u s t r i e g e b i et und die Ukraine sich fest in deutscher Hand befinden. Gewiß, es sei in diesem Zusammenhang nicht verschwiegen, daß die Abwehr des Bol- schewistensturmes an die deutschen Truppen und an das deutsche Volk schwere und harte Anforderungen gestellt hat. Es sei auch nicht Terroraktionen für England «ermutigend" Sinclair verherrlicht die Zerstörungsorgien der britischen Mordbrenner H. W. Stockholm, 12. März. In der fchwe- dischen Freitagpresse kann man das Bild eines Herrn im weichen schwarzen Hut und Smo- king bewundern. Es ist der englische Luft- falhrtmiuister Sir Archibald Sinclair, der sich so lange als Häuptling der englischen Liberalen gebävdete, bis er durch Churchill in sein jetziges Amt berufen und damit in die Lage versetzt wuvde, seine chauvinistischen Diehard-Jnstinkte zu entfalten. Bon der libe- ralen Vergangenheit ist ihm nur die Bruta- lität geblieben, mir der er fich rühmt, unzäh- lige Menschen m Deutschland obdachlos ge- macht zu haben, während er mit dem nächsten Atemzug in wütende Anklagen die deutschen Tagesangriffe auf englische Küsten- und In- dustriestädte „reine Terroraktionen zur Demo- ralifierung der englischen Bevölkerung" nennt. Er rühmt Mut und Aushaltevermögen der englischen. Bevölkerung gegenüber diesen Aktionen, bei denen lediglich das Ziel obwalte, „ein paar Wohnhäuser in Asche zu legen, wäh- rend Angriffe auf militärische Ziele überhaupt verboten seien". Die Londoner Zeitungen stehen natürlich am Freitag ganz auf Sinclairs Seite, und die eng- lische Auslandsagitation nicht minder. Was den Deutschen geschieht, ist selbstverständlich ge- recht und notwendig, und während die eng- — — lischeu Nachtausriffe, die nach Sinclair» Ein- WxfttfeiaoocfcBr drangen tn ewige ©taotteito>J geftSndsiS nmr auf Einäscherung einiger Quadratkilometer bebauten Geländes abziele», ta- dellose, einwandfreie Unternehmungen find, werden die deutschen Tagesangriffe gegen Eng- land dagegen, bei denen Kampsflugzeuge bei klarer Sicht militärische und kriegswirtschast- liche Ziele angreifen, so dargestellt, als über- schatte das hierbei angerichtete menschliche Elend bei weitem das, was die Engländer Nacht für Nacht auf dem Festland anrichten. Es ist die alte Verbrecher - Methode: „Haltet den Dieb!" zu rufen. Nach englifcheu und schwedischen Berichten aus London haben dort natürlich SinclairS Prahlereien über die in Deutschland und Italien angerichteten Zerstörungen — von Frankreich, Belgien, Holland, Dänemark sprach er nicht! — „ermutigend" gewirkt. Londoner Zeitungen schreiben, nur ein Nurr könne die Notwendigkeit solcher Bombenangriffe leug- nen. Der Londoner Vertreter der „Stockholms Tidningen" meldet, SinclairS „sensationelle Erklärung", besonders über die Bombarde- meutS deutscher Städte, habe in England tiefen Eindruck gemacht, .La die erzielten Resultate die kühnsten Hoffnungen überragen". verschwiegen, daß noch härtere und noch schwerere Belastungen und Anstrengungen er- forderlich sind, um aus dem augenblicklichen Zustand des Abwehrkrieges die weit größere Kraft des eigentlichen Gegenangriffs zu ent- falten, der allein den Endsieg bringen kann. Aber wir stellen den Tatbestand des Abwehr- sieges mit Genugtuung fest, nicht um uns einer besonderen Freudenstimmung hinzu- geben, sondern nur um umso härter uud ver- bissener zu rüsten und zu kämpfen, damit der bolschewistische Feind, dessen Kraft wir jetzt kennen gelernt haben, endgültig niedergeruu- gen wird. Einer nochmaligen bolschewistischen Massenosfensive wollen wir uns niemals mehr aussetzen. Obwohl an den übrigen Frontabschnitten des Ostens die Angriffe der Sowjets merklich nach- gelassen haben, führt die deutsche Truppen- sühruug ihre Absatzbewegungen im mittleren Abschnitt planmäßig fort. Offenstcht- lich liegt diesen Bewegungen die Absicht zu Grunde, noch vor Eintritt der Schlammperiode die Front nicht in einem Stellungssystem er- starren zu lassen. Wjasma ist nach völliger Zer- störung aller militärischen Anlagen von den deutschen Truppen verlassen worden. Nur die Historisch wertvollen, aber militärisch bedeu- tuugslosen Bauten der Innenstadt blieben stehen, ferner die von den Bolschewisten zur Speiseanstalt und Limonadenfabrik umgewan- delte Kathedrale, in der Napoleon in seinem Feldzug vou 1812 Quartier genommen hatte, sowie zwei Lazarette mit Zivilisten und ver- mundeten Sowjetsoldaten. Damit hat Wjasma seine Bedeutung als Sammelpunkt für die sowjetischen Truppen verloren. Die Bolschewisten haben sehr wohl gemerkt, daß die Aufgabe gewisser Ortschaften uud die Freigabe bisher zäh verteidigten Raumes im Zuge der Frontverkürzungen durchaus nicht im Sinne ihrer Absichten liegt und haben immer wieder versucht, die Absetzbewegungen durch Angriffe zu stören. Das Absetzen vom Feind geschieht jedoch nach genau festgelegten Plänen und'unter Deckung durch starke Nach- hüten, die die Angriffe des nachstoßenden Geg- nerS stets erfolgreich abwehren und ihm dabei erhebliche Verluste zufügen. Die Tatsache, daß alle uufere Absetzbewegungen völligunge- stört verlaufen sind und mit aller Ruhe durchgeführt werden konnten, beweist, daß die Gefechtsaufträge dieser Nachhuten in jedem Falle genauestens durchgeführt worden sind. | Wie Kraft für die Kämpfende front ] Formen an und wurde schließlich ein Kamps auf Leben und Tod, in dem der Griff zur Macht im ersten geeigneten Moment ge- wagt werden mußte. Die Erhebung am 25. Juli 1934 führte trotz heldenhafter Kämpfe an die- sen und den folgenden Tagen in Wien und in den Ländern zu einer schweren Niederlage. Es wird einmal als größte Bewährung der Nationalsozialisten im alten Oesterreich ange- sehen werden, daß damals keine Krise die Be- wegung ergriff. In dieser schwersten Zeit half der blinde, unbeirrbare Glaube att den Führer und das fanatische Beharren auf den Grund- sätzen der nationalsozialistischen Weltanschau- uug über die Niederlage hinweg. Der politischen Führung der Bewegung war inzwischen das Verständnis für die außenpoli- tische Komponente des Kampfes, aufgegangen, und es setzte sich eine Konzeption durch, die stures kompromißloses Festhalten an der natio- nalsozialistischen Weltanschauung zu verein- baren trachtete mit der kaltblütigen Anwen- dung aller geeigneten politischen Mittel unter Berücksichtigung der Situationen des Reiches. Denn es war uns klar geworden, daß mit einem Anschluß die Europageltung des deut- scheu Reiches hergestellt und die Niederlage von 1918 endgültig überwunden war, und daß deshalb die alten Gegner Deutschlands gegen diese Aktion mit allen zu Gebot stehenden Mitteln aufzutreten gewillt waren. Es konnte also der Anschluß nur erzwungen werden, wenn der Führer selbst mit der Kraft des Ziei- ches die Garantie für den freien Entschluß der Bevölkerung des alten Oesterreich zu überueh- meu imstande war: Der Kampf wurde weitergeführt, war reich an wechsewollen Momenten «nd führte zu einem dauernden Anschwellen der nationalso- zialistischen Bewegung und einem schrittweisen Zurückdrängen der Regierung auf außen- und innerpolitischem Gelände. Die Erhebung vom 11. März 1938 selbst war ein« von der Füh- ruug der nationalsozialistischen Bewegung in Oesterreich in allen Einzelheiten gelenkte, von den Nationalsozialisten und wahrhastig der ge- samten Bevölkerung getragene Angrisssopera- tion. die ausgelöst wurde durch den Entschluß Schufchnigg's. seinen außenpolitischen Kurs ans Grund einer gefälschten Volksabstimmung zu ändern. < Die Auswirkungen des Ausfchuf> s e S können erst heute iu ihrer ganzen Trag- weite überblickt werden. Die Gründung des Großdeutschen Reiches zog folgerichtig die Heimführung abgesplitterter »Teile Deutsch- lands nach sich. Diese Heimholung war nicht so sehr eine Folge diplomatischer Aktionen als vielmehr eine Auswirkung der inzwischen zu europäischer Bedeutung gewachsenen Stärke des Reiches. Der Widerstand der Nutznießer der Pariser Borortverträge steigerte sich immer mehr zu militärischen Drohungen und Demon- strationen. Der Uebergaug von noch sriedens- mäßigen Aktionen zu Kriegshandlungen selbst war gleitend, und der offizielle Ausbruch des Krieges am 1. September 1939 anläßlich des Befreiung von Danzig manifestierte nur den inzwischen längst schon gefaßten Beschluß des internationalen Judentums, das Großdeutsche Reich in dem Augenblick, tn dem es unter nationalsozialistischer Führung entstand, der Vernichtung zu weihen. So führt eine Linie vom Befreiungskampf der Ostmark über das Sndetenland, über Memel, Danzig, Westpreu- ßeu nach Elsaß, Lothringen, Oberkrain und Untersteiermark. Und da der Verlust dieser Gebiete eine Folge des ersten Weltkrieges war, ersteht vor unserem Auge die Epoche eines in Kürze dreißigjährigen Krieges dieser Generation um den Bestand des deutschen Blutes uud Reiches. Juueupolitische und außenpolitische Gegner find wesenseins geworden. Die Gesetze des einst innenpolitischen Kampfes find heute die Leitlinien der weltweiten Auseinandersetzung und die Tugenden, die die ersten National- sozialisten zum Siege führten, sind, wenn sie heute von der ganzen Nation verkörpert wer- den, die sichere Voraussetzung für den Sieg im Weltkampf. Der Anschluß der Ostmark wurde am 13. März 1938 voll- zogen: die Unterschrift unter das Gründungs- dokument des Großdeutschen Reiches aber setzt heute der deutsche Soldat. Genau so, wie das Reich Bismarcks zwar konstruiert wurde durch Beschlüsse der Fürsten, aber geschaffen wurde durch einen fanatischen Willen und gegründet wurde im gemeinsamen vergossenen Blute aller damals zur Vereinigung schreitenden deutschen Stämme, so konnte das Reich des Führers zwar gebildet werden durch Beseitigung von Grenzen, aber gegründet für kommende Zabrtim k e» d» rnfaö cß m ton Schlachten dieses V Seite 2 TDcr jfuhccc Samstag. 13. März 1943 Krieg«», bei Venen es keine Reichsdeutsche«, Oesterreicher, Volksdeutsche und AuSlandS- deutsche mehr gibt, sondern nur mehr deutsche Soldaten. Die Soldaten aus den Donau- und Alpen- gauen, sie könnten mit Stolz die Tafeln ihrer Ruhmestaten in diesem Kriege aufstellen und in sie unvergängliche Namen eingraben, aber sie haben in keinem dieser Gefechte allein ge- standen, sondern waren immer im Verbände mir deutschen Brüdern aus allen Gauen. Sie haben längst vergessen, daß es einmal eigene österreichische Verbände gab? die verschiedenen Traditionen sind zu einer einzigen großen sol- datischen Ueberlieferung geworden und die Gestalten Friedrichs des Großen, des Prinzen Eugen, Moltkes und RadetzkyS werden über- strahlt durch die uns allen gemein- same Feldherrngestalt des Füh- rerS. AuS der Kampfzeit aber blieb uns die Erinnerung an schwere Stunden und viele Krisen und die Lehre, daß jedes Ziel erreicht und jedes Unglück überwunden wird durch die Tapferkeit des Herzens und die Festigkeit deS Charakters. Die ostmärkischen Nationalsozialisten haben der Vernichtung und dem Tode inS Antlitz geblickt. Sie fühlen sich heute geborgen im Rah- men des Reiches, zu dem sie immer gehörten und mit dem sie nun seit fünf Jahren ver- schmolzen sind. ES ist ihr Stolz und ihr Glück, daß sie gemeinsam mit ihren Kameraden aus allen deutschen Gauen und in keiner Weise von ihnen zu unterscheiden in den grauen und braunen Kolonnen des Führers dem Siege entgegenmarschieren. LlSA. sehen 600 000 Menschen dem Hungertode aus O Paris, 12. März. Am selben Tage, an dem die Vereinigten Staaten ihre Truppen in Nordafrika landeten, stellten sie die Lebens- Mittellieferungen an die französische» Antillen ein. Der dortige Oberkommissar, Admiral Robert, sollte auf diese Weise veranlaßt werden, von Vichy abzufallen und auf die Seite der USA. überzuwechseln. Mit dieser Methode der Hungerblockade gegen eine reine Zivilbevölkerung hat Washington die gleichen Methoden übernom- men, die Großbritannien im ersten Weltkrieg gegen Deutschland ansetzte und die «S jetzt wieder vergeblich versucht. Admiral Robert ist gegenüber den ameri- kanischen Forderungen fest geblieben und hat jetzt, wie Sumner Melles erklärte, abgelehnt, Beauftragte des ExgeneralS de Gaulle zu empfangen. Daraufhin erklärten sich die USA. für außerstande, die Lebensmittellieferungen wieder aufzunehmen. Weiterhin wurden durch die USA. sämtliche Verbindungen zwischen diesen französischen Kolonien — es handelt sich um die Inseln Guadeloupe und Martinique — unterbrochen, obwohl die französische Regie- rung dagegen verschiedentlich protestiert hat. Die 600 000 Einwohner dieser Kolonien pro- duzieren in der Hauptsache Rohrzucker und führten in großem Maße Bananen aus. Aus den Vereinigten Staaten, Brasilien und Vene- zuela erhielten sie Fleisch, Butter, Mehl und ReiS. Wenn sich die USA. jetzt nach aren erfrischt, gebräunt oder gerötet. Ein "»ttfler Mann machte komische Schwimmbewe- jungen und lietz sich da»» mit Kopfsprung bor °wer Schönen fallen. »Ich glaube, ich schwimme heute noch eist ^ar Stöße", sagte Erna. . »Ich mache mit. Frau Erna! Pabei habe ich ?^Ute schon dem Herrn Poseidon meinen Tri- Ut entrichtet. — Wir müssen auch segeln" »Sie wollen doch abfahren?" . »Ja, allerdings", bestätigte er und wurde ^chdenklich. .Roger klingelte das Mädchen herbei. Sie wllx * Ml f,"•«»Heyen. >->ir uuum »yi.iw mit dem Tablett wieder. . Es waren malachitfarbne Gläser, die mit "ttejn kühleu Schliff den Händen schmeichelte». Erua wollte sich zur Wehr setzen. Aber Roger Abwand ihr jedes Bedenke», indem er einen Mrze», gelungenen Toast auf ihren Mann au- »nwmte, dem er einmal zu begegnen hoffe. „ Erna nippte zunächst nur, dann aber kippte das entzückende Dinglein in sich hinein, und Meich „heizte mildes Feuer ben rosigen Schlund" solchen Worten bezeichnete der junge «Udhauer de» Borgang. Wie tung mochte er sein? Erna war in Ver- suchung, ihn danach zu fragen. Er hatte kleine Fältchen um die Augen. Sein Mund war etwas verlebt. Sein tadellos gepflegtes Haar jedoch hatte noch feine ganze Fülle. „Warum betrachten Sie mich so skeptisch?" wollte er wissen. „Ich überlegte mir, wie alt Sie sein könnten." Er sagte nicht: Raten Sie einmal! — wie es jeder andere getan hätte. „Siebenundzwanzig", teilte er bündig mit. „aber man könnte die Ziffern auch umdrehen." „Was die Wcltweisheit betrifft?" fragte sie mit lachenden Augen. Er blieb ernst. Er versuchte ihr einen Begriff von all dem Unbegreiflichen zu geben, was einen Menschen peinigen kann, der scheinbar alles besitzt: Geld, Gesundheit, Glück, Gaben, Anziehung und Ausstrahlung. „Lachen Sie, meinethalben, Frau Erna, aber ich bin im Grunde ein unglücklicher, ein unheil- bar unglücklicher und hoffnungsloser Mensch". „Sie sollten heiraten, Herr Roger." Sie er- schrak selbst über ihre Keckheit. Er lehnte sich zurück. Erna war unsäglich froh, datz sie mit ihren Kinderu und mit Sabine ganz allein in diesem märchenhaften Haus würde wohnen dürfen. Es war doch gesichert, Sie fragte ihn noch- mals. „Es bedarf nur eines Wortes. Dieser Ober- regierungsrat ist zwar ein sehr zurückhalten- der Herr, aber wen ich empfehle, deu nimmt er schon auf." „Sie müßten vielleicht noch erst meine Schwä- geri» kennenlernen", meinte sie. Woran er das merke, — Natürlich an der Sprache. „Sie find keine Wollinerin", wollte er wisse». Erna wußte, was jetzt kommen würde. Den- noch fragte sie: „Gefällt Ihnen meine Sprache nicht?" «Sie gefällt mir besonders gut. Sie sprechen ein so reines Hochdeutsch. Das gibt es sonst nur in Hannover." „Erraten", sagte sie und freute sich kindlich, daß sie ihn auf die richtige Fährte geb.racht hatte. Nun wollte er wissen, wo ihr Mann sie er- obert habe. Sie zog die Brauen zusammen. „Er hat mich nicht erobert." Dann lächelte sie: „Er wurde mir geschenkt." Für ein Weil- chen nahmen ihre Augen einen verschwommen traurigen Zug an. „Geschenkt? Vom Himmel?" Es war jetzt deutlicher Spott in seiner etwas erhöhten Stimme. Spotte nu'r, dachte sie, es ist vielleicht purer Neid. Sie war plötzlich so überquellend glück- lich. Sie hätte die ganze Welt mit Ausnahme von Herrn Roger umarmen, ja, umarmen kön- nen. „Ihr Mann bedeutet Ihnen alles?" fragte er leise, fast andächtig. „Er und die Kinder, o ja" Er nahm einen tiefen Zug aus seiner Ziga- rette. < „Sie sagten, er sei Ihnen geschenkt worden. Von einem anderen Menschen?" „Von meiner Mutter." „Dahinter verbirgt sich wohl ein ganzer Ro- man, wenn man fragen darf?" „Ein Roman oder eine — wie nennt man das — eine Legende. Es ist traurig und schön zugleich." „Sie mögen nicht davon reden?" „Warum nicht?" Aber sie schwieg. Das Leuchten ihrer Augen wandte sich nach innen. Sie fand, es sei am besten, jetzt baden zu gehen. Man sah die Sonne herniederbrennen, ohne daß man sie in diesem kühlen Raum selber verspürte. „Ihre Mutter wohnt nicht bei Ihnen?" Jetzt war sie überrascht. „Meine Mutter? Sie lebt doch nicht mehr. Wir hätten doch sonst nicht heiraten können." „Mir scheint, das ist eine Geschichte, die Sie einmal einem Dichter erzählen müßten." Sie hob abwehrend die Hand. Ihrer unver- bogenen Natur dünkte dieses Wort leichtfertig und abgeschmackt. „Ihre Mutter hat Sie beide zusammenge- führt, und doch stand sie Ihnen im Wege? Wie soll ich das verstehen, Frau Erna?" „Sie machte mir sozusagen Platz, Herr Ro- ger. Aber dies klingt häßlich. — Lassen Sie es gut sein." Er wunderte sich, ohne es zu merken. Er berührte zart ihre» Arm. „Ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten." Er sprach wieder von seinem Leben, von sei- »er verpfuschten Jugend. Sie war in Gedanken zu ihrem Mann zu- rückgekehrt, und sie sagte: „Ihre Jugend ist auch verpfuscht? Mein guter Andreas sagt das immer von sich." Für eine Sekunde hatte sich seine Stirne ge- runzelt. Dann sagte er geschmeidig: „Es sind viele Fügenden verpfuscht worden, besonders bei Menschen, die um Nullnull geboren sind." „Nullnull, das sind Sie, Herr Roger. Mein Mann ist älter. Er ist elf Jahre älter als ich." Er achtete nicht auf diese Berichtigung. Von feinem Vater erzählte er. der zweimal verhei- ratet gewesen sei unb Rogers Stiefmutter drangsaliert habe, da er in seiner zweiten Ehe immer nach seiner ersten Frau gesucht habe. „Man sagt, Witwer sind besonders lieb", wandte sie ein; „ich weiß einen Fall —" Sie brach ab. Es war wie der Anflug eines niobenhaften Frevels gewesen, wie eine Bloßstellung und Prahlerei. „Alles Mystik", sagte er unzufrieden, „solche Ehen sind greuliche Vexierkammern. Der Geist der Toten'spukt umher, schafft Unsegen „Er kann auch Segen schaffen!" wies sie ihn zurecht, und es war, als ob Zorn iu ihrer Stimme zitterte. „Woher wollen Sie das wissen?" fragte er zweifelsüchtig. „Woher ich daS weiß?" Sie war verblüfft. Aber noch ehe sie zu der enthüllenden Antwort ausholen konnte, war jene stille, unbemerkte Verwunderung, die iu ihm nachgewirkt hatte, aufgebrochen und offenbar geworden. „Was ich Sie vorhin sragen wollte, Frau Erna: Was bedeutet das, Ihre Mutter hätte Ihnen Platz gemacht? Hatte Ihr Mann die Absicht gehabt, Ihre Mutter zu heiraten?" Jetzt wurde es so still, daß Erua den Schlag der Wellen zu hören vermeinte. Aber viel- leicht war es das emporpulsende Blut. Sie hatte plötzlich die unabweisbare Spürung, es wäre besser gewesen, dieses zerfasernde Ge- spräch nicht so auszuspinnen. Aber jetzt durfte sie nicht scheu sein. Das konnte wie Feigheit aussehen War sie auch im allgemeinen nicht geneigt, sich dieses seltsamen Dreiklangs zu rühmen, so durste sie ihn doch auch nicht ver- leugnen oder mit falscher Heiterkeit über- lärmen. So sprach sie, gefaßt, ernst und doch lebens- froh die Worte aus. mit denen sie den ersten Anprall ihres schweren Schicksals hervorrufen sollte: „Er war kurze Zeit der Form nach mit mei- ner Mutter verheiratet." Zunächst zeigte sich keine gefährliche Wir- kung. Die vorherige sachte Verwunderung steigerte sich zu einer offenen Verdutztheit. Es war nicht das hemmungslose Staunen eines naturnahen Menschen, sondern der zurück- federnde „Reflex" einer wachgereizten ^n= telligenz". „Sie war krank, hatte Leukämie, woran sie auch starb." Umständlich erklärte sie weiter, durch seine etwas starre Nachdenklichkeit in Bewegung gesetzt. „Es ist nämlich so. Herr Roger, datz mein Vater bei einer Sprengung verunglückte, und datz danach Erich Schimon, sein erster Polier, den Steinbruch weiter- führte — sagte ich schon, datz mein Vater einen Steinbruch besaß?" rqe«mn« fotet) Sette 4 AUS DER ORTENAU Samsiafl, 13. März 1943 Bild über tahr (Altersjnbilar.) Der in öer Obststrahe 7 wohnhafte Rentenempfänger Josef Arm- b r u st e r feiert heute seinen 70. Geburtstag. In Hausach geboren, schloß der Jubilar 1911 in seinem Geburtsort mit Genoveva Buchholz die Ehe, aus der 2 Kinder hervorgingen. (Heute Ausgabe von Erbsenrei- fern.) Die Ausgabe von Erbsenreisern erfolgt am heutigen Samstag ab 14 Uhr. Aus der Stadtparkwiese wird das Astholz von Allee-- bäumen abgegeben, das sich sehr gut zu Erb- senreisern und teilweise auch zu Bohnenstan- gen eignet. Alle Klein- und Kriegsgärtner wer- den auf diese kostenlose Abgabe durch die Stadtverwaltung aufmerksam gemacht. (Operettengastfpiel.) Am Montag. 15. März, findet in der Stadthalle ein Gastspiel des beliebten Operettenensembles der Städti- schen Bühnen Freiburg i. Br. statt. Zur Auf- führuug gelangt Franz Lehärs Meisteroperette „Paganini", in der Inszenierung von OSkar Orth und unter der musikalischen Leitung von Georgi Konstantinoff. Die Tanzleitnn« hat Willi Haumann. Die Besucher werden im 2. Akt den großen Walzer „Gold und Silber", getanzt von Willi Haumann, Erika Löwe und öer Tanzgruppe, schen. Im 3. Akt zeigt Elli Fricke mit der Tanzgruppe eine Tarantella. Die Operette „Paganini" spielt zu Anfang des 19. Jahrhunderts im Fürstentum Lucea. Der l. Akt in der Gegend des Dorfes Gapannari, der 2. Akt^S Monate später im fürstlichen Sckiloß zu Lucca und der 3. Akt in einer Schmugglerschenke. In den Hauptrollen wirken mit Anita Riedlinger, Trubel Roßwag, Eva Warweg, Heinz Temmler, Helmut Stars, Werner Tchnicke, Richard Born. Gerhard Konzack. Der Beginn der Vorstellung ist, worauf die Theaterbesucher noch einmal nachdrücklich hin» gewiesen werden, auf 18.15 Uhr festgesetzt worden. Zuspätkommende können nur während der Pausen eingelassen werden. Der Eintritt wäh- renö der Aufführung ist untersagt. wo Uol am Mann Ist. steht die Iran Tagung der Ortsfrauenschaftsleiterinnen des Kreises Kehl Nur noch lateinische Schrift auf Frachtbriefen Der Leiter des Deutschen Eisenbahnver- kehrsverbandes empfiehlt den Versendern. Frachtbriefe, Klebezettel und Anhänger nur noch in lateinischer Schrift anzufertigen, da zahlreiche in Diensten beschäftigte Aushilfs- kräfte die deutschen Schriftzeichen nicht lesen können. Die Empfehlung dient also der Er- leichtcrung und beschleunigt daS Ladegeschäft und den Wagenumlauf. E. Sehl. Am Montag fand im Gasthaus „zum Hirsch" eine Kreistagung der Ortsfrauen- schastSleiterinnen des Kreises Kehl statt. Einige Tage vorher war auch der engere Kreisstab von der Kreisfrauenschaftsleiiterin Pgn. E m m l e r zusammengerufen worden, auf der im wesent- lichen die Richtlinien für die kommende Arbeit bekanntgegeben wurden, die auf der Kreis- frauenschaftsleiterinnntagung in Straßburg be- sprachen worden waren Beiöe Zusammenkünfte standen unter dem Gesichtspunkt des totalen Krieges, der auch an die Frauenschaft erhöhte Anforderungen stellt. Ihre Aufgabe ist, überall dort praktisch helfend zuzugreifen, wo Not am Mann ist. Ihr Wirken ist nach außen hin oft wenig erkennbar, in den einzelnen Haushaltungen aber desto deutlicher fühlbar. Ungezählte Probleme werden an die Frauenschaft herangetragen, so daß ihre Tätig- keit aus der Bolksgemeinschast schlechthin nicht mehr wegzudenken ist. Das zeigt sich in erhöh- tem Maße heute in der Zeit deS totalen Kriegs- einsatzes auch öer Frau. Zweifellos bedeutet die Einschaltung in den Arbeitsprozeß für viele Frauen eine völlige Umgestaltung ihrer bisherigen Lebenshaltung. Manche liebgewordenen Bequemlichkeiten müssen aufgegeben werden, andererseits sind viele hauswirtschaftliche Fragen zu lösen, die öer arbeitenden Frau die Sorge um den Haus- halt und die Kinder abnehmen. Der arbeitenden Frau sollen durch die Bolksgemeinschast Hilfen erstehen, so daß sie, unbeschadet ihres Einsatzes in den verschiedensten Betrieben, ihren häus- lichen Pflichten nachkommen kann. Hier beginnt die Ausgabe der Frauenschaft. Die Nachbar- schafts Hilfe, die immer schon in vorbild- licher und uneigennütziger Weise gearbeitet hat, wird mit dem totalen Kriegseinsatz noch erhöhte Pflichten übernehmen müssen. Alle Frauen werden bekanntlich nicht für einen ausgesprochenen Berufseinsatz in Frage kommen. Beiseite stehen kann aber praktisch ge- nommen keine einzige. Jede kann und muß zu- sätzliche Kriegsarbeit leisten. Die Möglichkeit zur Betätigung besteht für jede einzelne sowohl auf dem Lande als auch in der Stadt, sei es, daß sie bei der Landarbeit einspringt, einer be- rusStytigen Frau die Einkäufe besorgt, deren Wohnung in Schub und Kleider und Wäsche in Ordnung hält, öie Kinder betreut und ihre Schularbeiten überwacht u. a. m. Für die In- stairdhaltung der Kleider und Wäsche sorgen darüber hinaus auch die Nähschulen der Frauenschaft. Viele sind schon eingerichtet, zu- sätzliche werden erstehen. Die Frauen können hier unter Anleitung ihre Näharbeiten zuschnei- den und fertigmachen. Auch solche Frauen, die durch Alter, Krank- heit ober sonstige Gebrechen ans Haus gefesselt sind, können ihren Beitrag leisten, indem sie Näh- und Flickarbeiten übernehme». In den meisten Ortsgruppen sind Kindertages- stätten eingerichtet. Wo dies nicht öer Fall ist, werden sich Frauen mit Kindern oder ältere Personen sicher gern bereitfinden, die Kinder berufstätiger Frauen zu sich zu nvh- men, ihre Schularbeiten zu überwachen und diese zu betreuen. Auch bei der Alt- Materialsammlung ist die Mitarbeit der Frauenschaft unerläßlich. Um einem örin- genden Bedürfnis Rechnung zu tragen, sind Annahmestellen für Strickwaren eingerichtet worden. Durch den Einsatz zahlreicher fremdlän- bischer Arbeitskräfte in den Betrieben und in der Landwirtschaft sind neue Probleme ent- standen, zu deren befriedigender Lösung auch wieder die Frauenschast durch Aufklärung u«d Erziehung besonders der Landfraue» bestra- gen kann. Anschließend wurde ein Heimabend prak- tisch durchgeführt, um den Ortsfrauenschafts- leiterinnen ein Beispiel zu geben, Wie sie solche Abende mit Erfolg gestalten können. Der Vertreter des Kreisleiters, Pg. Pink, wies in seiner Schlußansprache darauf hin, daß öer totale Krieg weitgehende Anforde- rungen an alle Volksgenossen stellt und es da- her unsere Pflicht ist, die bereits bestehenden und im Verlauf der nächsten Zeit noch ent- stehenden Lücken in der Heimat auszufüllen. Er ermahnte die Ortsfrauenschaftsleiterinnen zu engster Zusammenarbeit mit dem zuständigen Hoheitsträger. Er wies weiter einbring- lich auf bie Ablieferungspflicht ber Landwirte hin. Erhöhte Milchleistungen müssen erzielt werden, um öen erhöhten Fettbedarf zu decken. Gerüchtemachern ist scharf entgegenzutreten. Das Jahr 1943 wird gewaltige Anforderungen an jeden einzelnen stellen. Darum soll und muß jeder einzelne wissen, worum es geht, und in einem unerhörten Einsatz mithelfen, den endgültigen Sieg zu erringen. Ans dem Hanauerland F. Scherzheim. Dienstag fand auf der NSDAP, und (Dienstappell.) Am dem Rathaus Dienstappell ihrer Gliederungen statt, wobei der Vertreter des Ortsgruppenleiters die Richtlinien der Kreisleitung bekannt gab Dann wies er auf Ml Feier anläßlich der Verpflichtung der Jugend hin sowie auf die son- stigen Aufgabengebiete (Altmaterialerfassung usw.). (Heldentod.) Gefallen für Deutschlands Zukunft ist im Osten der Soldat Otto Wal- t e r, Sohn des Albert Walter. Er stand im Alter von 80 Jahren. E. Odelshofen. (Einsetzung der OrtS- srauenfchaftsleiterin.) Am Sonntag hatte sich die Frauenschaft der Ortsgruppe Odelshofen zahlreich eingefunden, um der Ein- setzuug ihrer neuen Ortsfrauenfchaftsleiterin beizuwohnen. Die Kreisfrauenfchaftsleiterin Pgn. Emmler dankte der aus dem Amte scheidenden Ortssrauenschastsleiterin Frau Riedlingerfür ihre Arbeit und Verdienste, die sie sich um die Frauenschaft erworben hat, und verpflichtete ihre Nachfolgerin, Frau Krieg, für ihr neues Amt. In ihren Aus- führungen nahm die Kreisfrauenfchaftsleiterin zu den augenblicklichen Fragen unserer Zeit Kreis Lahr meldet Seckbach. (Treudienstehrenzeichen.) Der Führer hat dem bei der Firma Christian Himmelsbach in Seelbach beschäftigten Buch- Halter Wilhelm Himmelsbach daS Treu- bienstehrenzeichen für 50jährige treue Dienst- leistung verliehen. Die Aushändigung des Eh- renzeichens erfolgte anläßlich eines Betriebs- appells durch Landrat Strack. Gleichzeitig wurde dem bei der Firma Krämer in Deel- bach beschäftigten Tabakzurichter Albert Disch das vom Führer gestiftete Treudienstehrenzei- chen für SOjährige treue Dienste verliehen. Auch diesem Arbeitsjubilar wurde das Ehrenzeichen durch Lanbrat Strack anläßlich eines Betriebs- appells überreicht. w. Orschweier. (P a 11 e i a p p e 11.) Zum Gedenken an den Tag der Uebernahme der Macht in Baden durch Gauleiter Pg. Robert Wagner am 9. März 1933 versammelten sich hier öie Parteigenossen und -genossinnen im Parteiheim, wozu auch die Angehörigen der im Felde stehenden und verstorbenen Partei- genossen geladen waren. Ortsgruppenleiter Pg. Fritz Schütz gedachte in seiner Begrü- ßungsansprache der damaligen Zeit und wür- digte kurz die Ereignisse von 1988, wobei er gleichzeitig die alten Parteigenosse» und Kämp- fer durch Ueberreichung einer Gedenk- und Er- innerungsbroschüre ehrte. Anschließend laS der NSB.-AmtSleiter die große programmatische Rede des Gauleiters vor.