Maiensonne über Baden-Baden In Erwartung des 3V 000. Kurgastes — Kurhausneubau und Große Woche — Baden-Badens Haushalt ausgeglichen lEigener Bericht des «Führer") T. W. Baden-Baden, IS. Mai.' Wenn unsere Leser diese Zeilen zu Gesicht bekommen, dann hat Baden-Baden voraussichtlich schon seinen 8000 0. Besucher begrüßen können. Zur Stunde hat die Besucherkurve die Zahl 38 000 schon weitaus überschritten und täglich kommen viele hunderte neuer Besucher nach dem von der Maten- sonne überfluteten Kurort im idyllischen Oostal, dessen blütenprangende Gärten und Anlagen, dessen herrlichen Parks, Alleen und Bergwälder gerade in diesen Tagen wieder den ganzen unbeschreiblich schönen Zauber auS- strahlen, der Baden-Baden eigentümlich ist. Die Anzeichen mehren sich täglich, daß Heuer die „Saison" — ein Begriff, um den sich in Baden-Baden so ziemlich alles dreht — sogar noch erfolgreicher sein wird als im Borjahr,' und 1988 meldete Baden-Baden schon einen Rekordbesuch. DaS Pfing st Programm Die Bäder- und Kurverwaltung, die seit einigen Wochen unter der Leitung des früheren Bürgermeister-Kur- direktors von Badenweiler, Regierungsrat a. D. G r a f, steht, hat für eine der hohen Tradition des Kurortes würdige Unterhaltung all der vielen in- und ausländischen Besucher bestens gesorgt. Sie gibt jetzt auch das Pfing st Programm bekannt, das für Pfingstsamstag den herkömmlichen „Großen Abend" der Spielbank vor- sieht, während am Pfingstsonntag der ebenfalls schon Tradition geworbene Pfingstrosenball stattfindet. Eine Hauptattraktion stellt außerdem fraglos das Feuerwerk mit Parkbeleuchtung und Anstrahlung der bedeutendsten Gebäude bar. vollen Ausbau der Jffezheimer Rennen haben wir ja bereits wiederholt berichtet. So kann man überall feststellen, daß der von den Auswirkungen der Jnflations- und Systemjahre besonders schwer getroffene Kurort nicht nur altes Terrain zurückeroberte, sondern sich anschickt, in eine neue Glanzzeit zu schreiten. Immer stärker mehren sich die Anzeichen von der Wieöergesundung Baden- Badens, seiner Wirtschaft und seiner Gemeindefinanzen. Deutlicher Ausdruck hierfür war die öffentliche Sitzung der Ratsherren vom Freitagnachmittag. Als Oberbügermeister Schweb- h e l m am 1. Januar 1984 die Leitung der Stadtverwaltung übernahm, trat er ein Erbe an, um das er wahrlich nicht zu beneiden war. Der überall zum Ausdruck gelangte Niedergang des Kurortes und seiner Wirtschaft zeitigte naturgemäß für die Finanzlage der Stadt verheerende Folgen, die in den ungedeckten Fehlbeträgen der städtischen Haushalte eine nur zu deutliche Sprache redeten. Es bedurfte daher einer überaus zähen und entsagungsvollen Arbeit, um hier gründlichen Wandel zu schaffen. Selbstverständlich wären all diese Bemühungen gescheitert, hätte nicht die allgemeine Belebung unserer nationalen Wirtschaft im Verein mit der von den Regierungen in Berlin und Karlsruhe dem schwerringenöen Baden-Baden zuteilgewordenen Förderung das Fundament der kommunalen Aufbauarbeit gebildet. Diese Momente, ferner der Rückerwerb der Städtischen Werke und die Zuschußleistung der Bäder- und Kurverwaltung gestatten es nunmehr, einen Kleine badische Rundschau Opfer der Arbeit Tuttlingen, 18. Mai. Am Mittwochnachmittag ist in der Metallwarenfabrik Binder der 28 Jahre alte Messer, schmied Ernst Hepfer tödlich verunglückt. An seinem Arbeitsplatz zersprang eine Polierscheibe und schleuderte eines ihrer Stücke mit solcher Wucht gegen seine Brust, daß das Herz eingedrückt wurde und der Tod sofort eintrat. Noch kein elekirischer Fährbetrieb Maikäferplage auch im Wutachtal * Walbshnt» 18. Mai. Wenn schon die Umgebung von Stühlingen im Wutachtal bis Schwaningen im vergangenen Jahre durch das massenweise Auftreten von Engerlingen großen Schaden erlitt, so in diesem Mat noch ganz besonders durch die gefräßigen Maikäfer, die Baum und Strauch entlauben. Alle Kräfte sind eingesetzt, um der Plage Herr zu werden und zentnerweise werben die gesammelten Schädlinge vernichtet. Vom Kurhaus An Pfingsten soll übrigens auch der neue Durchgang zu den Spielsälen, der bisherige Blumensaal, vollendet sein, so daß dann die wundervolle Wandelhalle wieder ihrer eigentlichen Bestimmung zurückgegeben werden kann, Aufenthaltsraum für die Kurgartenbesuchcr und Heimstätte der Traubenkur zu sein. — Damit wären wir nun bei dem in Baden-Baden oft und gerne besprochenen Thema Kurhaus-Neubau angelangt. Man hatte ursprünglich geglaubt, schon zu Ostern 1936 den Erwei- terungsbau beziehen zu können. Die Arbeiten nahmen dann aber wesentlich mehr Zeit als vorgesehen in Anspruch und so hoffte man, an Pfingsten den Neubau unter Dach und Fach zu haben. Die außerordentlich umfangreichen innenarchitektonischcn Arbeiten machten eS aber unmöglich, diesen Termin einzuhalten und nun denkt man, daß man wenigstens die wichtigsten Sale und Räume zu Beginn der großen Woche ihrer Bestimmung wird übergeben können. * Freiburg i. Br« 18. Mai. Entgegen anderslautenden Meldungen wurde der elektrische Fährbetrieb auf der Höllentalbahn mit Beginn des Sommerfahrplans noch nicht ausgenommen. ES finden immer noch Probefahrten mit den neuen elektrischen Lokomotiven statt. Der reguläre Fährbetrieb kann erst bann ausgenommen werden, wenn die Lokomotiven von der Reichsbahndirektion abgenommen sind, was bis jetzt noch nicht geschehen ist. Oie Gesellen wandern weiter! Verschiedentlich ist die irrige Meinung aufgetaucht, daß mit dem Auftakt des Gesellenwanderns im April die Wandermöglichkcit für Handwerksgesellen für daS ganze Jahr 1986 abgeschlossen sei. Es muß daher festgestellt werden, daß nach wie vor Meldungen für bas Gesellen, wandern abgegeben werden können. Albdruck (Bet WaldShut), 18. Mai. (Arbeite- jubilar.) Bei der Baummollweberei Räuber Söhne in Tiefenstein konnte der Webermeister Frommherz sein 50j8hriges Berufsjubiläum begehen. MLllheim» 18. Mai. (Räuber im Hühnerstall.) Ein Raubtier — Marder oder Fuchs — stattete dem Hühnerstall eines Landwirts in der Nacht einen höchst unerbetenen Besuch ab. 30 Hühner, denen die Hälse durch- bissen waren, lagen am Morgen tot im Stall. Auch in Liel wurden zahlreiche Hühner von einem Fuchs getötet. * Neuenburg, 18. Mai. (Neunjähriges Mäd- chen ertrunken.) Zwei Mädchen und ein Knabe spielten im „Senftlehafen" in einem dort liegenden Dteinwaid- ling. Als ein Dampfer rheinaufwärtS fuhr geriet der Waidling vermutlich durch den starken Wellengang ins Schaukeln und die neun Jahre alte Herta Kotz fiel in den Rhein und ertrank, noch ehe Hilfe gebracht werden konnte. Die große Woche Das wäre schon insofern sehr zu begrüßen, als gerade die „Große Woche 1 936" ihre Vorgängerinnen weit- zu übertreffen verspricht, steht sie doch ganz im Zeichen der olympischen Ringe. Die im Programm der olympischen Spiel« nicht enthaltenen Sportarten — also Golf, Tennis und Pferderennen — werden im Spätsommer in Baden-Baden zur Geltung kommen. — So finden am 26. und 27. August die Kämpfe um den Golfprets der Nationen statt, denen am 24. August der Golf-Länderkampf Deutschland —Frankreich vorausgeht. — Großkampftage sind auch im Tennis zu erivarten, nachdem es dem überaus entgegenkommenden Einsatz des Roichs- sportführerS zu verdanken ist, daß unsere deutschen Spitzenspieler von Cramm und- Henkel mit von der Partie sein werden. — Ueber den besonders glanzEin Aufruf des Gauleiters Jeder, der selbst das Glück hatte, über die engere Heimat hinaus die dentsche Heimat z« erwandern, muß den Wunsch haben, daß auch die gleiche innere Bereicherung der Jugend zuteil werde. Die Fahrten der Jugend ins dentsche Land sind Wanderungen zum Herzen des deutschen Volkes. Das Wandern soll in der Erziehung unserer Junge« und Mädel einen hohen Zweck erfüllen. Ueberallhin müssen Wanderziele und H e i m st ä t t e n für die Jugend errichtet werden. Wer hilft Jugendherbergen baue», der Hilst eine für Führer und Reich einfatzbereiteJugend z« erziehen. gez. Robert Wagner. zwar mit größter Sparsamkeit aufgestellten, aber einwandfrei ausgeglichenen Haushaltsplan für 1986/87 vorzulegen, der in Einnahmen und Ausgaben mit einer Gesamtsumme von 8147 616.— Mark abschlictzt. Auf der Einnahmenseite ist besonders markant die Hebung der Steuerkraft und der Steuermoral, die in einer Erhöhung des Gewerbcertrages um 37,5 Prozent zum Ausdruck kommt. Was die A u s g a b e n s e i t e dieses Haushaltes anbelangt, so erfuhr sie — gegenüber früheren Jahren — dadurch eine außerordentliche Entlastung, als die reinen kurörtlichen Ausgaben heute von der Bäder- und Kurverwaltung getragen werden, was den städtischen Haushalt jährlich um sehr bedeutende Summen erleichtert. Es darf jedoch hier auf keinen Fall übersehen werden, baß der kurörtliche Charakter Baden-Badens der Stadtverivaltung trotz dieser an sich hochwillkommenen Entlastung eine Fülle von Aufgaben und Ausgaben auferlegt — z. B. Straßenunterhaltung, Straßenbeleuchtung usw. — die man in diesem Ausmaß anderwärts nicht kennt. Kurstadt Baden-Baden Wenn man so steht, wie sich Kurort und Gemeinde wieder von den schweren Schlägen erholen, die ihnen verzweifelt harte Jahre zufügten, bann muß man sich vor Augen halten, daß dieser W i e d e r a u s st t e g zäh und ehrlich erarbeitet und erkämpft wurde. Genau so konsequent, wie man sich auf dem Rathaus zu dem Grundsatz äußerster Sparsamkeit bekennt, stellt sich die kurörtliche Leitung Baden-Badens und mit ihr die gesamte am Fremdenverkehr direkt oder indirekt interessierte Einwohnerschaft unter die Devise „Seid gastlich!", stellt sich die Bäderstadt rückhaltlos und freudig in den Dienst ihrer Besucher. Dieser Dienst am Kunden, diese bei aller Zuvorkommenheit doch stets würdige Haltung gegenüber dem in- und ausländischen Besucher, sie werden auch in diesem Jahre dazu beitragen, den vielen Tausenden, die — aus fast allen Ländern der Erde kommend — hier in Baden-Baden sich ein Bild vom Wesen des nationalsozialistischen Deutschland formen werden, durch die Tat zu beweisen, daß es der Gedanke friedlicher Aufbauarbeit ist, der das Denken und Handeln b«s gesamten Dritten Reiches bestimmt. rMiWKWWMMiWL y»l»e 54 AmKiehe Bekanntmachungen Apotheke in Heidclberg-Kirchheim Die Berechtigung zum Betriebe der Apotheke in Heidelberg- Kirchhe > m , welche durch den Tod de» biSberigen Inhaber» freigewordcn ist, wird btcrmit zur Bewerbung ausgeichrieben. Bewerbungsgesuche sind unter Beifügung der erforderlichen Nach, weife (vgl. AuSfchreibcn der Rofen-Apotbcke In Karlsruhe vom S. Juli 1985) bi» spätesten» 4 . Juni 1938 einzureichen. sttir die Berleibung der persönlichen Konzession stnd die Grund- sähe de» Reich», und Breitst. Minister» de» Innern vom 17. April 1935 mastgebend. Bewerber, welch« unvollständige Gesuche einret» chen, können nicht mit einer amtlichen Aufforderung zur Ergänzung rechnen. Apotheker, welch« da» 6l>. Leben-jahr vollendet haben, können nur in AuSnabmefällen Berücksichtigung finden. Karlsruhe, den IS. Mai 1936. Der Minister des Inner». * Losvertrieb. Dem Kuratorium der Marie-Teebach-Stiftung in Weimar wurde die Erlaubnis zum Losvcrtricb in Baden erteilt. Karlsruhe, den 5. Mai 1936. Der Minister des Innern. Pressegesetzlich verantwortlich: Adolf Schmid. Karlsruhe ... mit Sorgen zu Haus? Nein » Sie haben keine Lust daiu! Sie wollen ebenso wie die anderen zu Pfingsten den Alltag abschütteln, frei, froh lieh und unbeschwert die Stadt verlassen, um einmal ganz und gar tun und lassen zu können was Sie wollen. Nur Pfingsten?-nein immer! Jeder Tag hält ein paar Feiertags stunden bereit für jeden, der seinen OPEL fährt! sSSSMfc m ÜV; „ roßhändler: Autohaus Karlsruhes Amalienstraße Nr. 55—57, Fernruf Nr. 7329—7332 n für Karlsruhe. Baden-Baden und das nördl. Mittelbaden: Das isl leicht! RM 1650.- für ein Vollautomobil, den OPEL P4. Und nun erst der OPEL »Typ Olympia«, das Automobil mit Großwagen- Vorzügen zum Kleinwagen-Preis: Er kostet nicht mehr als RM 2500. Wenn Sie heute noch Ihren OPEL- Händler anrufen, eine unverbindliche Probefahrt vereinbaren, dann bekommen Sie Ihren OPEL so rechtzeitig, daß er zuPfingsten auch schon eingefahren sein kann. OPEL ER KOSTET WENIG - ER VERBRAUCHT WENIG Preis RM 2500 ab Werk Rüsselsheim a. M. als Limousine und Cabriolet - Limousine. G. m. b. H. FRITZ EURICH — FERNRUF ifsielter Nr. 1648