No. L4S. Karlsruhe, Mittwoch den LZ. Oktober ]?t$. 3$. la^rg; Tageszeitung für dos werktätige Volk Wittelvaöens. veiv^-rei, : MgeSolt in der Geschäftsstelle. in Ablage» od. am Postsch irrer monatl. 1.20 <*, »jäljtl. 3.60 M. Zugestellt durch unsere Träger 1.30 bezw. 3.9t M; durchd:e Post 1.84 . außerordentlichen Militärgerichte erstrecken. Krvck Lieb-, , Nr.'248. __ kn echt ist jo bereits in Freiheit gesetzt worden, aber auch die unglücklichen Matrosen müssen jetzt amnestiert werden. Wir wümschen, datz die Verbannten in ihre alte Heimat zurückkehren dürfen. Auch die drakonischen Strafen in den besetzteir Gebieten müssen gemildert werden. Freilich, viel bleibt noch zu tun übrig. Wir verlangen vor allem das Wahlrecht auch für die Frauen. Unfere Verwaltung nmß von Grund ans gemildert werden. In der Ernähnmgsfrage muß" jedepl skandalösen Wucher aufs Schärfste entgegengetreten »erben. Sonst treiben wir einer Katastrophe entgegen. Wir wollen einen ehrlichen und dauernden Frieden für die gesamte Menschheit. Das war unser Kriegst ziel feit dem 4. August 1914. Die breite Masse unseres Volkes hat diesem Ziel stets volles Verständnis etrtgeiMgebracht. In der Innenpolitik hat uns nichts so geschadet, wie das Treiben der Gewaltpolitiker. Aber der Tag der Abrechnung wird kommen und dann wird diesen Leuten nichts, aber auch nichts geschenkt werden. Ein unerbittliches Dolksgericht wird über sie hereinbrechen. Ein bedingungsloser Frieden würde die. wirtschaftlichen Kräfte unseres Volkes unterbinden und damit die Arbeiterklasse am schwersten treffen, deshalb bekennen wir uns erneut zur Politik der Landesverteidigung. (Beifall.) Wir freuen uns unseres Volkes und seiner Zukunft. (Lebh. Beifall.) Die neue Regierung soll eine Friedensregierung sein. Was auch kommen mag, wollen die Feinds den Frieden, dann wird das gut sein für sie und für uns. Wollen sie unsere Feinde bleiben, uns als Auswurf der Menichheit und Schuldknecht betrachten, so rufen wir ihnen zu: Nehmt euch in acht, jede Knechtschaft hat einmal ein Ende. Wir wollen einen dauernden Frieden erreichen. Alle Freunde dieses großen Gedankens in der ganzen Welt rufen wir auf, uns bei der Verwirklichung zu Helsen. Erleben wir eine Enttäuschung, dann werden wir nicht verzagen, denn wir glauben an unser Volk. Zu dem wollen wir in Treue stehen. (Lebhafter Beifall.) Abg. Naumann iF. Vp.): Unseren Dank und Grutz entbieten wir unserem Heere, das gerade jetzt besonders große Leistungen vollbringt. Während sie draußen Helden erster Klasse waren, galten sie daheim nur als Staatsbürger dritter Klasse. Jetzt will der Reichskanzler die Nation nicht blind zum Verhandlungstisch führen. Auch mit den: alten Grundsätze des blinden Vertrauens soll also gebrocken werden. Die deutsche Negierung hatte in dieser Frage der Einheitlichkeit entbehrt und dadurch das deutsche Volk -in den Ruf der Unehrlichkeit gebracht, aber unehrlich war es nicht, nur unorganisiert. Auch in der Regierung kämpften stets zwei Richtungen gegeneinander: Bethmann Holl weg und T i r- pitz. Der Zusammenbruch des alten Systems ist da. Die neue Zeit müssen wir beginnen mit dem Ausbau der Stellung des 'Reichskanzlers, namentlich seiner Verantwortlichkeit. Während bisher Parlamentarier, die in die Regierung gewählt wurden, den Zusammenhang mit ihrer Partei verloren, werden künftig die Fäden herüber und hinüber gehen, womit sich auch der Charakter des parlamentarischen Handelns ändert. Das oberste Gesetz der neuen Regierung muß sein, Zweideutigkeiten zu vermeiden. Eine Nation der Arbeit und des Denkens ist nicht tot zu machen, das geht nicht, aber mit uns im Frieden zu leben, das geht, wenn sie nur «vollen. (Lebhafter Beifall.) Abg. Strescmann (Natt.): Der Friedensschritt der Regierung wird von uns gebilligt. Unser Heer leistet in diesem Augenblick, ivo es nicht zu siegen bermag, Unmenschliches. Das Blut, das noch weiter vergossen werden muh, kommt nicht auf unser Haupt. Von einem Verrat Bulgariens möchte ich nicht sprechen. Die Geschichte wird zeigen, wie weit der Friede von Bukarest da mitspirlt. In Oesterreich ist der Prozeß noch nicht abgeschloffen. Dentsch-Oesterreich war stets ein sicherer Hort deutschen Empfindens und wird es bleiben und Ungarn wird niemals eine Tat der Untreue gegen Deutschland begehen. Wir haben an einen deutschen Sieg geglaubt und schämen uns dessen nicht. Bittere Empfindungen müssen in uns auftauchen, wenn wir jetzt hören, was wir an Schaffung von Tanks und U-Booten hätten leisten können und daß nicht alle Kräfte ausgenützt wurden. (Sehr richtig!) Mein Onkel Benjamin, Roman von Claude Tillier. 44 (Fortsetzung.) „Und mein roter Rock?" „Unser Mann ist ein Pariser Gimpel; wir werden ihm den Glauben beibringen, daß dies in der Provinz das Kennzeichen der Sachwalter ist." „Und mein Degen?" „Wenn er ihn bemerkt, mußt Öit ihm weismachen, daß du dir damit deine Federn schneidest." „Wer wer ist denn der Sachwalter deines Holzhändlers?" „Dulciter. Tu würdest geradezu eilte Unmenschlichkeit begehen, ließest du mich mit Dulciter zusammen speisen." „Ich weiß allerdings, daß Dulciter nicht sehr erheiternd ist: wenn er aber erfährt, daß ich statt seiner gegessen habe, wird er mich wegen Schadenersatz belangen." „Ich werde dich verteidigen. Nun vorwärts, komm! Ich bin überzeugt, daß schon gedeckt ist. Wer da fällt mir ein, unser Amphitroyon hat mir auch anbesohlen, Dulciters elften Schreiber mitzubringen. Wo zum Teufel soll ich einen Schreiber Dulciters aufgabeln?" Benjannn fing an in ein wahnsinniges Gelächter auszubrechen. „O!" rief er, in die Hände klatschend, „ich habe es entdeckt! -Da," fügte er hinzu, indem er seine Hand^auf die Schulter des Herrn Susurrans legte, „da ist dein Schreiber!" „O pfui doch!" erwiderte Page, „ein Gewürzkrämer!" „Was tut das?" „Er riecht nach Kuhkäse." - „Du verstchst dich aus solche Feinheiten nicht: er riecht !«rch Licht!" „Aber er ist sechzig Jahre alt." t „Wir werden ihn als den Dogen sämtlicher Gerichtsschreiüer vorstellen." ,Me sind Schelme und Lumpen," sagte Herr Susurrans, ^wieder in sein ungestümes Wesen verfallend, „ich bin kein Strolch uud Wirtshausbejucher." Mittwoch, den 23. Oktober 1918. Zusammcngebrochen rft das gesamte System der Grhrtmräterei. Wir sind und bleiben Monarchisten, wir find aber überzeugt, der Monachie am besten zu nützen, wenn wir an der Neuordnung der, Dinge tatkräftig Mitarbeiten. Wenn das Geschick unseren Untergang beschlossen hat, so kann es nur so sein, datz Ivir vor der Geschichte bestehen können. (Beifall.) Abg. Graf Westarp (Kons.): Wir sehen in der neuen Entwicklung nicht einen Fortschritt, sondern eine verhängnisvolle Wendung. Die Regierung ivird lediglich ein Vollzugsausschuß des Reichstags werden. Wir schädigen uns hier gerade in der jetzigen schwierigsten Zeit, wenn wir die Tätigkeit des Generalstabs unter die Einwirkung des Reichstags stellen. Wir lehnen die Verantwortung für diese Entwicklung ab, wie wir die vorliegenden Verfassungsänderungen nicht mitmachen. Das Friedensangebot ivar nicht zweckmäßig und auch nicht notwendig. Auch wir wünschen von Herzen den Frieden. Das deutsche Volk kann und will aber nicht zur Kapitulation gezwungen werden. Es ist auch nicht geneigt, Bedingungen anzunehmen, die mit seiner Ehre und den Bedingungen des Gerechtigkeitsfriedens unvereinbar find und die Zukunft und Sicherheit dxs Reiches bedrohen. Wir sind pessimistisch und glauben, datz wir auch trotz der neuen Antwort zur Fortsetzung des Krieges gezwungen sein werden. Unser Heer mutz durch Zufuhren neuer menschlicher und moralischer Kräfte gestärkt werden. Wir beantragen daher Aufbefferung der Mannschaftslöhne und der Offiziersgehälter. Ruft die Regierung das Volk zur Fortsetzung des Kampfes, auf, und macht es ihm klar, worum es geht, so stehen wir hinter ihr. Dann wiffen wir, datz das deutsche Volk keinen Frieden der Kapitulation, keinen' schmachvollen Frieden wird annehmen wollen oder brauchen. Die Abgeordneten G o t h e i n (F. Vp.), Herold (Zentr.) und Dr. Stresemann (Natl.) haben eine Resolution eingebracht, die dem Reichskanzler das Vertrauen des Reichstags ausspricht, Hieraus wird die. Weiterberatung auf Mittwoch 2 Uhr vertagt. Schluß gegen >-7 Uhr. Deutscher Tagesbericht. WTB. Großes Hauptquartier, 22. Oft. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Krmrpriuz Rupprecht. An der Lys und Schelde Jnfanteriegesechte. Mehrfach versuchte der Feind, mit kleineren und stärkeren Abteilungen die Flüsse zu überschreiten. Nordöstlich von Kortrik drang er mit Panzerwagen, südöstlich von Kortrik mit starken Kräften gegen unsere Linien vor. Er wurde überall verlustreich abge- w i e f e n. Vizewachtmeister Müller der 9. Batterie, Feld- Art.-Regt. Nr- 221 vernichtete hierbei sechs Panzerwagen des Gegners. Engländer besetzten die von uns geschonten Kirchtürme von S t. A m a n d mit Maschinengewehren. Beiderseits von S ol.es mes und Le Cateau hat.der Feind seine Angriffe nicht erneuert. In nächtlichen Teilkämpfen blieben dte Gehöfte von A n n e r v a l in seiner Hand. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz: Französische Angriffe, die am Morgen nördlich der Ser re,, am Nachmittag auf breiter Front zwischen Oise und Ser re gegen untere Linien vorbrachen, wurden- abgewiesen. Nordwestlich von Hesbrecourt führten schlesische Truppen einen erfolgreichen Gegenangriff durch. Auf den Ais n e - Höhen östlich von Vouziers dauern heftige Kämpfe an. Würfttemberg'.- iche Regimenter haben im Verein mit preußischen. und bayerischen. Bataillonen dem Feinde im erfolgreichen Gegenangriff die Höhen, östlich von Bandy zwischen Ballay und Chestres- und nördlich von F a l a i s e wieder entrissen und gegen starke Gegenangriffs des Gegners behauptet. Oest- lich von Olizy scheiterte ein Teilangriff des Feindes. Heeresgruppe Gallwitz: Nach heftiger Artillerievorbereitung griff der Amerikaner nördlich von Somnietencc und in breiterer Front beiderseits von Bantheville an. Im Feuer und int Gegenstoß sind die Angriffe des Gegners gescheitert. Vornehmlich int Feuer unserer Maschinengewehre und Infanteriegeschütze erlitt der Amerikaner wiederum hohe Verluste. „Nein," siel ihm mein Onkel in das Wort, „er betrinkt sich allein in seinem Keller." . „Es ist möglich, Herr Rathery, aber ich betrinke mich nicht immer auf Kosten anderer und will an Ihren Beutelschnei- dereien nicht teilnchmen." „Trotzdem," entgcgnete mein Onkel, „müssen Sie heute Wend daran testnchmen, wenn ich nicht überall erzählen soll» wohin ich Sie gehängt habe." „Wohin hast du ihn denn gehängt?" fragte Page. „Stelle dir vor, . . . begann Benjamin. „Herr Rathery!" . . . rief Susurrans. einen Finger aus seinen Mund legend. „Nim, sind Sie dantit einverstanden, uns zu begleiten?" „Aber denken Tie doch daran, daß meine Frau mich -erwartet; man wird mich für tos, für gemordet halten; man wird niich auf dem Wege nach Val de Rösters suchen." „Desto besser, man wird dann vielleicht Ihren Dreimaster finden." „Herr Rathery, mein, lieber Herr Rathery!" bat Susurrans, die Hände saftend. „Vorwärts, vorwärts," sagte inein Onkel, „benehmen- Sie sich doch nicht wie ein Kind; Sie sind mir eine Genugtuung schuldig und ich Ihnen ein Mittagbrot; wir werden damit zugleich unsere Verbindlichkeit los." „Erlauben Sie mir wenigstens, daß ich meine Frau persönlich davon in .(Kenntnis tetze." „Nein," erwiderte Benjamin, sich zwischen ihn und Page stellend; „ich habe Frau Susurrans in ihrem Laden kennen gelernt; sie würde Sie zu Hause doppelt einschlichen, und ich will nicht, daß Sie uns entschlüpfen; ich würde Sie nicht für zehn Goldstücke dahingcben." „Und mein Jäßchen," wandte Susurrans ein. ,gvas soll ich damit anfangen, wenn Sie mich durchaus für einen Schreiber ausgeben wollen?" „Darin- haben Sie Recht," bestätige Benjamin, „wir Kinnen Sie unserem Klienten nicht mit einem Füßchen vorstellen." Sie befanden sich gercche mitten auf der Brücke, die über die Beudvon führte; mein Onkel nahm Susurrans das Füßchen aus den Händen und warf es in dm Fluß. reite 2. Aus einem Geschwader von etwa acht feindlichen Flu^ zeugen-, das Ortschaften im Lahn-Tal angriff, wurdor vier Flugzeuge abgeschossen. Leutnant Veltjens errang seinen 35. Lustsieg. Südöstlicher Kriegsschauplatz: Nordöstlich von Kruse, vac und am Bukovic scheiterten feindliche Angriffe. Ex. folgreiche eigene Unternehmungen bei Trubarevo an, ^ südlichen Morava. t. Der Erste Genrralquartiermeister: Ludendorff. Staatssekretär Scheldemann über die Kriegsanleihe: Seid pflichtbewußt! Helft unserem Lande! Gedenket der Soldaten und ihrer Familien! wer Geld hat, der zeichne! Es ist kein Opfer, fein Geld mündet- sicher zu fünf Prozent anzulegen. feindliche Fliegerangriffe. WTB. Karlsruhe, 22. Okt. Gestern Aöend zwischen 9 und 10 Uhr versuchten mehrere feindliche Flugzeuge dir offenen Städte Mannheim und Ludwigshafen «* zugrcifen. Unsere im Verein mit Scheinwerfern vorzüMh wirkende Flugsperre verhinderte sie jedoch, über das WeichLL der Stadt vorzudringen. Die abgeworsenenn Bomben ginge, sämtlich in der näheren und wetteren Umgebung nieder. Nur in einem Falle wurde geringer Sachschaden angerichtet; über, Personenschaden ist nichts gemeldet. Auch die offene Stadt Kaiserslautern wurde hrme Nacht von mehreren feindlichen Fliegern angegriffen. Die A geworfenen Bomben verursachten Sachschaden in der Stadt. Leider vmrde auch ein Mädchen getötet und eine Fra« verletzt. Ferner fielen bei Hettenleidelheim rinM, Bomben auf fteies Gelände, ohne irgendwelchen Schaden « zurichtrn. (g. K.) WTB. Karlsruhe, 22. Okt. Gestern abend 10 Uhr wurde die Stadt Frankfurt alarmiert, da feindliche Flieger gemeldet waren. Infolge Sperrfeuers gelang es denselben, nur- Bomben :rt der Ümgämng abzuwersen. Um 10.30 Uhr' der Alarm beendet, (g. K.) Deutscher Abendberichk. Berlin, 22. Okt. (WTB. Amtlich.) Abends. Stärkt- lngriffe in Flandern südwestlich von D e i n z e und östlchs vn Kortrik brachten dem Feind nur örtlich begrenM Sodengewinn. Auf dem östlichen Aisne-Ufer, beiderseMst Souziers und östlich von Airy sind heftige Angriffe der Fmw osen gescheitert/ Oesterreich - ungarischer Tagesberichk. WTB. Wien, 22. Okt. (Nicht amtlich.) Amtlich wird v» autbart: .. Italienischer Kriegsschauplatz: Gestern in den frühen R» tenstemden gelang es dem Feinde,. im Gebiete des M o tti# Stfc nt o I vorübergehend in unsere Gräben einzudringen. §r wurde durch Gegenstoß geworfen. Weitere AngrifMv- uche scheiterten in unserem Fetter. Im Alane- Becken va- titelten wir italienische -Erkundungs-Versuche. Balkan-Kriegsschautllatz: An der Morawa wurden Ssf Nisse abgewiesen. Ente Unternehmung deutscher Trupp« ührte in die feindlichen Stellungen. Bei Zajeevar se» riochte kr Feind Boden zu gewinnen. In Albanien kam es am Mati-Fluß zu NahKmHen. „Schändlicher Rathery, verbrecherischer Rathery," rief S** sirrrans, „du sollst nur mein Fäßchen bezahlen; -es. hat M sechs Franks gekostet; du sollst aber erfahren, wie viel es w kosten wird." „Herr Susurrans," entgegnete Benjamin, eine maM»« iche Haftung annchmend, „ahmen wir jenen Weisen nach, i« da sagte: O-mnia mecum porto, alles, was mir unbequs» ist, werfe ich in das Wasser. Sehen Sie, hier habe ich an doc Spitze nreines Degens einen prachtvollen Rock, den Sonntag» rock meines Neffen-; einen Rock, der in einem Museum «** Stelle finden könnte und dessen bloßes Aeußere schon inw mal mehr wert ist als Äst elendes Fäßchen; und dochopM ich ihn ohne das mindeste! Bedauern. Werfen Sie ihn in^te» Fluß und wir werden einander nichts vorzuwersen haben." Ta es Herr Susurrans nicht tun wollte, schleuderte jainin den Rock über das Brückengeländer und Pages und T* surrans Arm nehmend. sagte er: , „Jetzt wollen wir gehen; der Vorhang kann in die -v$* gezogen werden, wir sind bereit, die Bühne zu betreten." Aber der Mensch deickt und Gott lenkt. Sie waren von nicht weit gegangen, als sie sich plötzlich Frau Susurrans genüocr branden. Ta diese ihren Mann nicht zurückkchr^ sah, ging sie ihm mit einer Laterne entcegen. Als zwiichen meinem Onkel und dem Advokaten Page JSW® deren beider Ruf eilt wenig anrüchig war, machte ihre BchE nis dem Zorne Platz. _ ; x „Bist du endlich da!" rief sie, „das ist wahrhaft glücklich! ® dachte schon, du würdest heute Abend tricht zurückkehren ;: führst da eilten niedlichen Lebenswandel und gibst detv«' Sohne ein schönes Beispiel!" _ Während sie ihren Mann mit einem schnellen Micke uder- flog, bemerkte sie sein unvollständiges Aeußere. iu „Und wo hast du die Hühner, Mann? wo deinen E Elender? und wo ist dein Fäßchen, Trunkenbold? Was W du damit gemacht?" _ „Meine liebe Frau," versetzte Benjamin ernst, „di* 'Sa*- ner haben wir verspeist und den Dreimaster hatte er das Unglück unterwegs zu verlieren." (Fortsetzung folgt.) Wrtich durck auf .^.kerniges ^ würde >irnM> >! Ei Nr.2Q- Mkitwoch, den 23. Oktober 1318. Seite 3. Kieme Kriegsnachrichten. NTB. Singen a. H., 22. Ott. (Nicht anitlich.) Gütern ttaf ein weiterer Transport von 806 Inter» irrten. meist Männer, hier ein. Zum Empfang waren «senil (Nh. Rat Tr. Be.lzer, ftelloertr. Landeskommis- Landgerichtsrat Tr. Are kclc aus Stratzburg i. E., de: ^cric des Roten Kreuzes Konsul -Lchebinper, u. a. 'Ankommenden wurden in der Maggihalle von Geh. Rat t j 5c t, dein Vorsitzenden des Uebernahmekomitees, herzlich ' Am. Berlin, 22. Okt. (Nicht amtlich.) Der Gegner begann lg. Oktober mit der Beschießung des Bahnhofes • jj Aonain. Seit dem 13. Oktober belegt er die innere Stadt £g[i£. mit etwa 100 Geschaffen mittleren Kalibers. Ter Ge-, ffchäden ist beachtlich. Unter den Zi. ileinwohnern wurden gy Tote und Verwundete gezählt. Tie Stadt fiel am 10. er in Feindcshand. Noch bis zum 19. Oktober vormittags ..«rte die Beschießung an. Am 18. Oktober zwischen 10 und Uhr vormittags begann die Beschießung des südwestlichen der Stadt V a l e n c i e n n e s durch den Gegner mit etwa - Schuß. Am 19. Oktober um 3 Uhr nachmittags hat er die Be- der Vorstädte und des südwestlichen Teiles der Stadt ^cher aufgeiwmmen. DTB. Amsterdam, 22. Okt. Wie das „Allgemeene HandelS- gj$* aus Maastricht erfährt, sind in I st e r v o o r t gestern xgen die ersten 500 Flüchtlinge angekommen. WTB. London, 21. Okt. Reuter. Der irische Dampfer „D u n- $l«tt Heanaatbi« dem abgedroschenen Schlagwort „sozialdemokratisch" will man nur «nd für die ÄnjhMme des Bevbot» jr Lsmon-jdie StLetterschaft "opsicheu mach««. Aber solche Geist«, halten den tWektenIauj wicht aaff Die Neuordnung in Süden. Sozialdemokratische Forderungen. * Tie sozialdemokratische Landtagsfraktion hat, wie berichtet, gestern Dienstag nachmittag eine längere.Beratung abgehalten, um zu der Neuordnung der Tinge Stellung zu nehmen. Als Ergebnis der Beratung ist eine Reihe Forderungen an Regierung und Landtag zu betrachten, die gleichzeitig dem Staatsminister und den übrigen Fraktionen des Landtags überreicht wurden. Unsere Fraktion fordert angesichts der neuen, veränderten Zeitverhält- nisse: 1. Schaffung einer, nur der Volksvertrcttmg verantwort- lichen Regierung aus den Vertrauensmännern des Volkes. Mit der Uebernahme eines Staatsamtes erlischt das Abgeordnetenmandat nicht. 2. Einführung der Verhältniswahl für die Zweite Kani- mer, Abschaffung der Ersten Kammer. 3. Ausbau und Demokratisierung der Selbstbestimmungs- Körperschaften. Reform der Kreisverfassung und Wahl, der Bezirksrätc auf demokratischer Grundlage. 4. Abschaffung des Klassenwahlrechts für die Gemeinde- wählen. Beschränkung der Staatsaufsicht über die Gemeinden. 5. Vollständige Gewissens- und Religionsfreihest. Zur Beratung und Beschlußfassung sind die badischen Landstände zu einer außerordentlichen Tagung unverzüglich einzuberufen. -für unsere Soldaten. Unbefugte Kennzeichmmg Streikender. Aus Anlaß des Berliner Streiks im Frühjahr 1918 sind alle noch im wehrpflichtigen Alter stehenden Leute, die in diesen Betrieben tätig waren, einfach zum Mlitär erngezogxn worden. Die Soz.ialdcmokraten haben dagegen im Reichstag stürmisch protestiert, leider zunächst ohne Erfolg. Die Einy^ zogenen erhielten auf ihren Papieren den Vermerk, daß sie die Bcdmgungen ihrer Reklamation nicht erfüllt hätten, vielfach ist aus den Papieren weiter bemerkt worden: „Darf nicht mehr reklamiert werden", und ein weiteres gemeiMmes Kennzeichen war der Vermerk B 18. Das war so ziemlich die schlimmst» Kennzeichnung, die vorgeno-mmen werden kannte. Sowest di« Leute „k. v." waren, kamen sie sofort an die Front, die anderen stecken heute noch :n den Kasernen, schieben Wachen, schälen Kartoffeln, und das in einer Zeit, in der man Fach- arbeiter so nötig braucht wie das tägliche Brot. Den Mannschaften, die den ominösen Vermerk B 18 haben, verweigert man nicht nur den Urlaub, man läßt ihnen auch sonst merken, daß sie besonders gekennzeichnete Leute sind. Abg. Stück- i c n. ist nun mit dem Kriegsamt dieser Dinge halber im Verbindung getreten und hat sich warm der Interessen der von diesen Rkaßnahmen betroffenen Leute angenommen. Bei die- 'er Gelegenheit wurde festgestellt, daß die Bezeichnung B 18 längst hätte gestrichen werden müsschn. Diese Anordnung des Krie-gsamtes ist einfach nicht überall befolgt worden. Die aus Anlaß des Streiks emyezogenen Leute dürfen nicht deshalb im Urlaub zurückgefetzt werden, und Gesuche um neuerliche Reklamation sollen in jedem einzelnen Falle wohlwollend geprüft werden. Es karm deshalb den in Frage kommenden Leuten nur empfohlen werden, ergehend begründete Reklamationsgesuche einzureichen. Es fft. aber erwünscht, von dem Resultat dreier Gesuche stets dem^ Abg. Stückten, Berlin, Reichstag, Mitteilung zu machen. Zwei- ^ sellos haben sich wieder einmal untergeordnete Organe Ueber- grisfe erlaubt, denen energisch entgegengetreten werden muß. flus aller well. WTB. Berlin, 21. Okt. Tie CholeraerkrankirnyeR in Berlin und Umgebung, über welche iviederholt berichtet wurde» :st, sind sämtlich erloschen. Im ganzen bandelt eS sich um 19 Erkrankungen, von denen 15 tätlich geendet haben, und vier m Heilung übergegcmgen sind, sowie uni drei Bazillenträger. Di« anfangs gegebene Mitteilung, daß bei der Entstehung und Verbreitung der Cholerafälle in Berlin ein Roßfchläcksier in der Linienstraße eine ausschlaggebende Rolle gespielt hat, hat sich b»> stätigt. Erhängt wegen Habsucht. Alzey, 17. Okt. Ein sehr wohlhabender Landwirt in Wöllstein machte seinem Leben durch Erhängen ein Ende, weil sein Bruder fernen (des Landtmrts) Wein „nur" zu 240 000 Mk. verkauft hatte. Der gute Mann hat jedenfalls etwas allzu voreilig gehandelt, denn wenn er den jetzigen rapiden Preissturz erlebt hätte, ft hätte wohl eitel Freude statt Trauer sein Herz ob des Weiuverstmst erfüllt. Auch die Fürste« müssen „sparen". Die Kriegsnot macht auch vor den Höchsten nicht Hwll, und selbst Fürsten sehen sich genötigt, in dieser schweren Zfft zu „sparen". Wers nicht glaubt, lese folgc':de Meldung auS Meiningen: „Im Landtag hatte der ftziald- rwkratische Abgeordnete Eckardt moniert, daß das Herzogspaar in Bad Liebenstein daS 130 Zimmer enthaltende Hotel „Kaiserhof" für seine Zwvke gemietet habe. In der Sitzung am Montag erklärte der Mimst« vor Eintritt in die Tagesordnung, daß die Mietung des 1s Gz immer i g e n „Kaiserhofes" in Bad Liebenstein durch das Herzogspaar lediglich aus — Ersparnisgründen (!) erfolgte, da daS, eine größere Pferdehaltung im Schloß Menstem überftüjZg > mache" , j Mittwoch, de- 33. Oktober 191& Vo-orr. «. Bruchsal, 21. Oft. Vergeblich wartet die hiesige Bevölkerung auf den» so notwendigen Zucker und das rwch wichtige« Fett. Suppensachen gibt eS auch kerne; es wäre aber doch wirksich an der Zeit, daß mal wieder etwas ausgegeven wird. An den Karten kann man sich nicht satt essen. Zucker ist wohi anLgegeben worden, den haben' aber die Weinbauern erhalten, bwrat sie ihren Wein teuer verlaufen können. Die übrige Bevölkerung und die Kinder können an der Zuckerkarte zehren. Weniger Fleisch, kein Fett, keinen Zucker, wenig Brot und wenig ab« schlechtes Mehl, keine Suppeneinlagen und wenig Kartosfetu, die übrigen Artikel aks Ersatz; so sickl man den zvrzett herrschenden Krankheiten trotzen. Wie lange noch? * Leimen bei Heidelberg, 22. Oft. Ein Arbeiter, der am h:e- ftgen Zementwerk beschäftigt war, geriet zwischen Maschine und Eiseubahnwagen und wurde totgedrückt. * Mmucheim, 22. Oft. Die Mannheimer Aerzte erlaffen einen scharfen Protest dagegen, daß die Schließung der Theater, Kino» und öffentlichen Veranstaltungen schon nach einem Tag auf die „Beschwerde" deö Stadtrats mit sofortiger WnZmrg aufgehrben wurde. In dem Protest heißt es am Schluß: Die Seuche hat in hohem Maße an Ausdehnung und Gefährlichkeit zugenommen. .Die Aerzte sin dem der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Die Krankenhäuser sind überfüllt, das Pflegepersonal in der unerhörtesten Weise überlastet, Betrieb auf Betrieb mutz eingestellt werden, aber ruhig laden nach eintägiger Pause die Plakatsäulen zum Besuch von allen möglichen Zusammenkünften ein, der besten Gelegenheit, die Epidemie weiter zu verbreiten. Dagegen erheben wir Aerzte Einspruch und lehnen jede Verantwortung für die wei- tren Folgen ab, denn so lange unser wirksamstes Mittel, nämlich die Verhütung der Seuche unmöglich gemacht wird, find alle unsere Bemühungen zu ihrer Bekämpfung kraftlos. * Neckargemttnd, 22 Ott. In Gauangelloch stahlen drei Burschen eine trächtige Kuh aus einem Stalle und schlachteten da« Tier. Das Fleisch verbargen fie dann in Rucksäcken im Walde. Die Gesellen konnten auf der Straße nach Bammeniar verhaftet werden. * Weinheim, 22. Oft. Zwei Schutzleute stellten zwei Burschen fest, die morgens in aller Frühe einen Ochsen zur Stadt brachten. Als sie von den Beamten angesprochen wurden, ergriffen sie die Flucht und entkamen. Die Nachforschungen haben ergeben, daß dem Landwirt Adam Dörsam,in Löhrbach ein Ochse im Werte von 3000 Mk. aur dem Stalle gestohlen worden ist. Da« Tier konnte seinem Besitzer wieder zugestellt werden. . ftrrsder StLdt. * »«rl«rnhe» SS. Ottob«. ' Die SdchrnngSmittelverforgung wird nicht besser! * Da aber mit den vom Kommunalverbcmd zur Verteilung kommenden Lebensmitteln kein Mensch auskömmen kann, wird die Bevölkerung immer mehr auf den Weg des Ham- sterns und des Schleichhandels gedrängt. Und diejenigen, de- .neu die Mittel fehlen, um die im Schleichhandel üblichen Wu° cherpreff« zahlen zu können? Die Felddiebsrähle nehmen überhand. Wer will bezweifeln, daß sich hier eine Wechselwirkung auÄöst. Vielfach heißt es da: Ihr laßt die Armen schuldig werden, dann überweist ihr sie der Pein. . . Würde man alle Lebensmittel beim Erzeuger erfassen, dann wäre es wohl möglich, die Bevölkerung ausreichend zu beliefern; dann wäre es sicher auch möglich, die Kartoffelrotion von 7 auf 10 Pfund pro Woche hinoufzusetzen. Große Mengen vanBrotgetreide,von denen kein Mensch sich einen richtigen Bekiff macht, werden verbotswidrig vermahlen und das Mehl zu den unerhörtesten Wucherpreisen verkauft. Nicht geringere Mengen werden an Schweine verfüttert, die im Schleichhandel abgchen. Das Weiche gilt für die Milch. Man läßt da§ Volk darben und die Wrrchorer enorme Sum- nren einstireichen, für die. sie kaum noch Verwendung haben. Man hört von Fällen, wo die Mäuse Papiergeld in Summen fressen, die ein Vermögen ausmachen. Sum? men, die von Len VolksauSsaugern dem Volk abgesagt wurden mit behördlicher Duldung und die sie zu Hause aufbewahren, damit sie der Steverpflicht entgehen und damit das betrogene Volk nicht erfährt, wie diese Kreise sich mit Geld «cklgesaugt haben. Wo aber bleiben die Behörden? fragt mit Recht die „Schwäbische Tagwacht". Sie sitzen am grünen Tisch und schreiben - Der Krieg als Abend-Anlerhaltung. Im Seplembecheft des „Deutschen Willen" (Kunstwort) losen wir: „Ein elegant« Kino in Berlin W. Die Vorstellung beginnt. Süßliche Musik. Komisches Drama. Die Wiche .Spannring und Eniipamiung. Erheiternd« Schluß. Der Vorhng wird zugezogen. 2y z Minuten Pause. Der Vorhang teilt sich wieder. Ein bchcgircheS Lachen liegt noch über de» Zuschauern. SRm Buchstaben flimmern auf: Di« groß« Schlacht im Westen. Amtlicher Film des Bild- und Film- «nteS. Freilich, die süßliche Musik schweigt jetzt. Und freiflich: wir sehen unsere Brüder und Söhne nicht fallen; aber fvorgehend zur Front ziehen sie wie daS leibhaftige Leben an uns vorüber, dem Tod entgegen. Geschütze werden wr ‘kt unsäglichen Mühen in Stellung gebracht. Unsere Soldaten führen endlose Züge verwundeter und unverwundet« Ge- '-»ngener aus der Schlacht zurück. Granaten schlagen ein.. . Der Vorhang schließt sich. Es durchschauert uns, wie wir sschauen!) teilhaftig werden an dem großen Geschehen. Und vor 'dem inneren Blicke steigen nun die Bilder auf, die ungesehen 'Mischen den abgerollten spielen. . . , Wieder S% Minuten Pause. Die süßliche Musik setzt -wieder «in. @in neuer komischer Film keuchtet an der Lein- iwand auf. Diesmal ist es Zeichnung, äußerst geschickt auSge- .führt, die den Anreiz auf die LachmuKed, übernimmt. . . Wenn mir in den ersten Augusttagen 1914 jemand gesagt hätte, daß man, während gleichzeitig dte Unfern draußen bluten. ihre Taten nn lebenden Wandelbild in dieser Zusammenstellung in der Hauptstadt des Deutschen Reiches an uns vor- üüerzichen lassen würde — ich weiß nicht, was ich ihm gsantt wartet hätte. Aber noch heute meine ich, man sonnte ebensogut die amtlichen Krie^bernhte in einem Witzblatt veröffent- * Berge von Papier mit wertlosen Debmntmachungen doll, die angesichts der auf die Spitze getriebenen Notlage wie H o h n wirken. Don erlösenden Taten ist nichts zu hären und nichts zu verspüren. Statt die wucherische Bande rücksichtslos am Kragen zu nehmen und dem Volke zu oetveisen, daß «8 ihnen gegenüber, nicht vogelfrei ist, droht man mit scharfen Strafen gegen die Opfer einer solchen volksverbrecherischen Politik! Der Tiefstand der öffentlichen Moral, wie er setzt Tatsache ist, konnte bei solcher Wirtschaft gar nicht ausbleiben. Und alles Dementieren ist nutzlos. Nur die rasche u«d energische Umkehr bum Hesse«, nach innen wie nach außen. Und es ist dazu die allerhöchste Zeit. Wenn die Regierung noch nicht einsieht, daß wir fünf Minuten vor Zwölf stehen und nicht willens oder unfähig ist, Aenderungen zu bewirken, fott fie abdonken. Alle Sö^rld an dem. was weiter droht, fällt auf ihr Haupt, wenn sie md)t mit größter Beschleunigung die verderttiche Bahn verkäßt. Dir 9. Kriegsanleihe betr. schreibt man UNS von zustän- diger Stelle: In letzter Zeit mehren sich aus allen Teilen des Reiches die Klagen darüber, daß skrupellose Elemente ungünstige Gerüchte über die Kriegsanleihen verbreiten. Sie verfolgen dabei vielfach den Zweck, unerfahrene Inhaber dieser Anleihen über den wahren Wert ihres Besitzes zu täuschen und sie dadurch zu billiger Hergabe ihrer Stücke zu veranlassen, die sie alsdann mit namhaftem Ge- w i n r. an der Börse, bei der Reichsbank oder an Kriegsge- tvinnsteuerpflichtige wieder verkaufen. Diese Machenschaften bedeuten nicht nur eine Ausbeutung der Unwissenheit oder der mit Absicht erst hervorgerufenen grundlosen Furcht der Kriegsanleihebesitzer vor großen BermögenSeinbußen, sondern sind auch geeignet, die gegenwärtig zur Zeichnung aufliegende .Kriegsanleihe aufS schwerste zu schädigen. Gegen derartige zur Kenntnis der Behörden kommende Fälle wird unnachsichtlich eingeschritten werden. Eisenbahnerversammlung. Der Verband deS Deutschen Verkehr?Personals hatte auf gestern abend 6 Uhr eine öffentliche Eisenbahnervcrfammlung einberufen. Der groß« „Auerhahnsaal" erwies sich als viel zu Nein, um die Besucher fassen zu können. Die Versammlung bedauert in einer Resolution die Verzögerung in der Auszahlung der Zulagen und verlangt baldige Regelung der Zeitlohnfrage. (Näherer Bericht folgt.) Die Verbesserungen in der Papiergarniudustrie. Bor einer sehr zahlreichen Zuhörerschaft sprach am Samstag im Sitzungssaal der Zweiten Kammer der Leiter der Ersatzstoffabteilung der RcichsbekleidungSstekle Dr. Hölscher über die Verbesserungen in der Papierindustrie. Der Redner führte zunächst auS, daß die ungünstige Rohstofflage nach Verkauf einiger KriegSmonate eS notwend'g machte, dem Anbau von Flachs, Ginster ufw. erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Wenn auch diese qualitativ gute Ergebnifle erbrachten, so wären sie nicht imstande, quantitativ de» Bedarf zu decken. Infolgedessen war eS nötig, sich mehr als dar zu FrirdenSzeiten der Fall war. den Papiergarnerzeugnissen zuzuwenden. Da die Papierindustrie noch in ihren Anfängen steckte, so hatte fie natürlich zunächst mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen und die von ihr hergestellten Erzeugnisse konnten den Anforderungen des Publikums nicht entsprechen. DaS innige Zusammenarbeiten von Wissenschaft und Industrie schuf aber mit der Zeit so viel Verbesserungen, daß die Papiergarnerzeugniffe heute den Ansprücben zu genügen vermögen. Ueber ihre Waschbarkeit ist vieles gesagt worden, was keineswegs zutrrfst. Man mutz eben auch die Papiergarnerzeugniffe in der Wäsche besonders behan» dein, wie das bei Fabrikaten aus Rohstoffen, aus Wolle und dergleichen der Fall ist. Auch die aus Papiergarnerzeugnissen hergestellten Arbeiteranzüge sind heute so vervollkommnet, daß sie allen Anforderungen entsprechen, ebenso die Schutzbekleidung für Aerzte, Friseure usw. Der Vortragende erörterte dann weiter die Frage, ob wir nach dem Kriege auf die Papiererzeugniffe wieder völlig werden verzichten können Er verneinte diese Frage mit dem Hinweis, daß auch, wenn eS zu keinem Wirtschaftskrieg kommt, unS nicht so rasch Rohstoffe zur Verfügung stehen werden. DeS- bald werden wir noch auf lange Zeit hinaus mif Ersatzstoffe angewiesen sein. — Nach diesen beifällig aufyenommenen Ausführungen erläuterte der Leiter dcS deutschen Forschungsinstituts für Textilstoffe in Karlsruhe Prof. Dr. Ubbelohde die technische Seite der Papirrgarnindustrie. Auch dieser Redner wies auf die bedeutsamen Verbesserungen hin, die noch fortschreiten werden, sodatz Erzeugnisse au» Papiergarn geliefert werden können, die weitgehenden Ansprüchen genügen können. Auch Baden habe eine sehr erhebliche Ersatzstoffspinnerei, deren Vervollkommnung mit dazu beitrage, datz Deutschland unabhängiger von dem ihm Rohstoffe liefernden Ausland werde. Grotzh. Hoftheatrr. Für den EinführungSvottmg zur Uraufführung von Hermann BurteS „Simson" (Dienstag. 29. Oktober), der am Abend vorher 8 Uhr im großen Rathaussaal stattftndet, wurde der durch seinen Vortrag über Arbeiterdichter hier besten« bekannte Schiftsteller und Dichter Fritz Droop aus Mannheim ge- Wonnen. Dä Fritz Droop durch früher einyegangene Verpflichtungen für Sonntag nstbt mehr zur Verfügung stand, mußte von der ursprünglich geplanten Hermann Burte-Rorgenveranstaltung im Hostheater abgesehen werden. Einbruch. Dieser Tage wurde in einer unbewohnten Villa in der Maraustraße ein Einbruch verübt und Eßwaren, sowie wertvolle Kleider und Möbelstücke im Gesamtwert von ca. 8400 Mk. gestohlen. Luxeum. In dem neuen Programm der Luxeumlichtspiele steht an erster Stelle das große Filmwerk „Der ewige Rausch", ein Liebesroman in 4 Akien mit dem allseits beliebten Waldemar Pstlander in der Hauptrolle als Prinz Harro; seine Partnerin ist Goudrnn Hulberg. Hunne Briiikmann ist die Hauptdarstellerin in dem reizenden zweiattigen Lustspiel „Die fwmme Helene"; außerdem wird noch die zweiattige Komödie „Habakuk" gezeigt. Die neue Note an Wilson. WTB. Amsterdam, 23. Okt. (Nicht amtlich) „Central News" meldet aus London : Man ist im britischen Auswärtigen Amt der Ansicht, daß, da die deutsche Antwort an den Präsidenten Wilson gegangen ist, der Präsident sich in erster Linie damit zu beschäftigen und darüber zu entscheiden haben wird, ob fie an die assoziierten Regierungen weiter geschickt werden soll. Bis dieses Stadium erreicht werde, 'ei es unerwünscht. irgend eine amtliche Erklärung abzugeben. Sofott nach Eintreffen des Textes der deutschen Antwort in London hielt daS KriegSkabmett eine außerordentliche Sitzung ab. Man betrachtet die Antwort als eine Angelegenheit, die für den Augenblick technisch nur die Bereinigten Staaten angebt. Seite 4. „Central News" zufolge wird sie als unbefriedigend trachtet und es bestehe wenig Zweifel, daß sie mit BtttinnM heit zurückgewiesen werde. London, 22. Okt. (Privattelegmmm.) Wie Reuter gibt folgendes einige Ansichten wieder, die man in maßgeh^f den Kreisen hinsichtlich der Lage, wie sic sich aus Deutsch^M Note an Wilson ergibt, vertritt. Tie deutsche Note nimmt au daß Wilson nur die Räumung der besetzten Gebiete geford« hat. Die Deutschen gehen immer noch von dieser ÄMNhm, aus. Des ist aber nicht der Fall und dies ist ein Punkt, tzg- ganz klargestellt werden sollte. Die Freiheit der Meere,' w« sie von den Deutschen verstanden wird, kaim Großbritanniy, überhaupt nicht annehmen. Es gibt noch verschiedene Marino fragen, die der Aufklärung bedürfen. Andere Punkte, die ktz. her iroch nicht berührt wurden, umfassen auch die Frage der Entschädigung und Wiederherstellung. DUdung des deutsch-österreichischen Staates. WTB. Wien, 21. Oft. (Nicht amtlich.) Am späten 90$ mittag trat im Sitzungssaals des mederösterreichischen Landtages die deutsche Nationalversammlung zusammen. Di« Versammlung nahm unter stürmischem Beifall einen einstimmig beschlossenen Antrag an. Dieser spr-H den Entschluß des deutschen Volkes aus. in Qsta. reich seine künftige Staatsordnung selbst zu bestimmen, einev selbständigen deutsch-österreichischen Staat zu bilden und seine Beziehungen zu den anderen Nationen durch freie Vereinbarungen mtt ihnen zu regeln. Jeder An nexion von durch Bauern, Arbeiter und Bürger bewohnten- Gebieten seitens anderer Nationen wird sich der deutsch-öslerrei- chische Staat widersetzen. Den Zugang des deutschen VoÄ zum Adriatischen Meere wird er durch Vereinbarungen mil anderen Nationen sicherzustellen suchen. Bis zu der «,j Grund deS allgemeinen gleichen Wahlrechtes zu bildenden fatt strtuverenden Nationalversammlung, die die Verfassung ttz deutsch-österreichiichen Staates festfetzen wird, wird das deutsche Vast in Oesterreich von der Gesamtheit der deutfchr, ' Reichsratsab ge ordneten als provisorische National Versammlung für Deutsch-Oesterreich vertreten. Diese b«M sprucht daS Recht, bis zum Zusammentritt der konstituierenW Nationalversammlung das dmtsche Volk in -Oesterreich in Fne- denZverhaMungen zu vertreten und Verhandlungen mit «m- deren Nationen über die Uebertragung der Verwaltung in tü neuen Nationalstaaten und die Neugestaltung der Beztzchunge» zu den Nationen zu führen und eine Gesetzgebung und Äll- zugsgewolt einzurichien. Sie wird die Wahlordnung zur San- situierenden Nationalversammlung festsetzen und die Orgwi- sation der inneren Verwaltung des deutsch-österreichischen Stz>» tes vorbereiten. Zur Lösung dieser Aufgaben beschließt die Versa die Wabl eines 20gliedri-gen Vollzugsausschusses. Nach Annahme der gemeinschaftlichen Beschluhanträge klärte Präsident Seitz, daß hiermit die provisorische tionalversammlung Deutsch-Oesterreichs gebiLet sei. Abg. Adler erklärte namens der deutschen Sozialdemokraten deren Willen, «nttächäg mit den übrigen Mitgliedern der Nationalversammlung ihre Pflicht zu afft len, ohne jedoch di« Prinzipien der Sozialdemokratie aufzw» ben. Er verlas eine Erklärung, die die Bereitschaft auSdrA mit den übrigen Nachbarvölkern sich zu einem freien DoAt bunde zu vereinigen, wenn sie es unter annchmbaren 9* ‘ dingungen wollen. Sonst müßte der deutsch-österreiiWk Staat sich als Sonderbundesstvat dem Deutschen Reiche dcrn. Die Merschs Erklänmg verlangt zur Dorbeoeitung 8? demokratischen Organisation der Verwaltung bttcAeunigie ®n> führung deS allgemeinen, gleichen Wahlrechtes für ML»« und Frauen in den Gemeinden und die demokmtifche SeW Verwaltung in den Bezirken. Kreisen und Ländern. Die klärung betonte schließlich, daß die Sozialdemokratte mit bürgerlichen Parteien keinen Burgfrieden schließen, daß sie dem Neubau des delltsckpöstsrreichischen Staates mit aber auch dafür sorgen wollen, daß dieser Staat ein demo' scher Staat wett». (Bei fall bei den S ozialdemokraten.) Letzte Nachrichten. Liebknecht aus der Haft entlasse». Berli«, 22. Okt. Der ReichSiagSabgeordntte Liebkne ist aus der Haft entlassen worden. Eine spanische Note. Madrid, 18. Okt. Di« spanisch» Regiernng hat eine liche 9M« veröffentlicht, in der eS heißt: Der Ministeirat den Zeitpunkt für gekommen, die öffentliche Meinung di« schwebenden Vecharwlungen betreffend den Ersatz^ versenkten spanischen Handelsschiffsraums zu unter Angesichts der langen 3rit, die seit der Entscheidung der nifchen Regierung schon verlaufen ist, und angesichts Versenkungen spanischer Schiffe wurde es immer drin unter dem Vattbchast, daß die strittigen Punkte durch s Verhandlungen oder durch einen von beiden Seiten anerka ten Schiedsspruch geregelt würden, einen sofortigen 9t __ Wechsel und eine Verwertung von deutsche" Schiffsraum vorzunehmen, die tatsächlich dem sett 1t. August versenkten spcunschen Schiffsraum entspricht., diesem Behüt sind durch freund'chaftliche Benachrichtig"^ 7 deuffche Dampfer von zusammen 21 600 Tannen La' bezeichnet worden, nämlich „Eriphiv", „Euphenia", „P>. . „Klio", „Mathilde", .^rmftied", „Rudolph". Sie find spanischen Regierung übergeben worden in der Weise, daß buchte Uebergabe im Einvernehmen zwischen dem Bei gungSmini-sjierium und ein«n höheren Beamten der kais. B otschaft stattend. _ Briefhafttfn tten Redaktion. I. E. Baranowittchl. Die verlangte „Anftage nach 6" ist, l militärische Angelegenheit, unmöglich. Beschweren Sie sich Kompagnie. Verantwortlich: Für den redaktionellen Teil Herma»« für den Inseratenteil Gustav Krüger, beide in Karlsruhe, Lu str aße 24 __ Veretnsanzetger. Karlsruhe. (Gesangverein „Lassallia".) Am TwnnerSiag, 24. d. abends Uhr, Singstunde im „Auerhahn". Um vo IrgeS Erscheinen ersucht 5324 Der Bor Nr. 248. Mittwoch, bcn 23. Cf tobet 1918. Seite 5. Seite 4. mfnefrrebigeni) ie mit Bchin ie Reuter ersahst1 mn in maßgchg^ ^ aus TeutWiM-' k Note nimnst und die OrMi- rreichischen St» »e Vers, Bekanntmachung. Aus Mitteln der Kaiser-Friedrich-Ltiftung wird dieses Jahr i "j C r betrag von 1171 Mark zur Verteilung gelangen. Tic Erträgnisse dieser Stiftung sind dazu bestimmt, „arme, über befähigte und sittlich würdige junge Leute unserer Stadt zu lüchtigen Mitgliedern des Gewerbestandes hrranzubilden". Junge Leute, bei welchen diese Voraussetzungen zutreffen, pollcn ihre Bewerbungen um Zuweisung eines Stipendiums aus i?er genannten ^.iftung unter Darlegung ihrer persönlichen Verhältnisse und Beifügung ihrer Schul- und sonstigen Zeugnisse späh lestens 30. Roveinber ds. Js. beim Stadtrat einreichen. Karlsruhe, den 10. Oktober 1918. 5314 Ter Stadtrat. Vekaiiirtniachttiig Die städtische Verbrauchssteuer für Wein und Obstwein mit einem Pfennig für den Liter oder jede Flasche von geringerem Inhal: als einem Liter kann seit Einführung des Reichswein- sltuergetotzes — 1. September ds. Js. — nicht mehr von den Kwßh. Steuereinnehmereien hier erhoben werden, weshalb die Erhebung in folgender Weise geschieht: 1. Die Wein- Großhandlungen zahlen die städt. Verbrauchssteuer vereinbarungsgemäß monatlich an die Stadthauptkasse. 2 . Für die vom Ausland eingeführten Weine wird die städt. Verbrauchssteuer mit dem Zoll erhoben. 3. Tie amtliche Güterbestäiterei ist ermächtigt, für alle Weinsendungen, die durch sie den hiesigen Verbrauchern, Wirten und Kleinhändlern zugeführt werden, die städt. Verbrauchssteuer zu erheben. 4. Alle übrigen Einfuhren von Wein, insbesondere auch jene vurch Fuhrwerke, sind von den Empfängern für die rückiirgende zeit sofort und künftig spätestens am Tage nach der Einfuhr bei )er Stadthauptrasse A, Rathaus, Schalter 9, anzumelden und zu dcrsteucrn. Wir machen aus die Strafbestimmung in § 13 der städtischen LerbrauchS-Steuer-Ordnung aufmerksam; dieselbe lautet: „Wer die Entrichtung von Verbrauchssteuern unterläßt, ver Mt — abgesehen von der Pflicht der Nachzahlung — in eine Geldstrafe .welche dem vierfachen, im Wiederholungsfälle dem achtfachen Betrage der geschuldete!: Abgabe gleichkommt." Karlsruhe, den 22. Oktober 1913. 5319 Ter Stadtrat. lluhanträMM ovisorische Sc* sei. en Sozial- den Ärigw licht zu er®* kratie aufzug» hast auSdriÄ freien ehmbaren W\ ch-österreichW Reiche «Oe- »rbeveitung d» chieumgie Ein* für Männer cvtische SeM mt. Die Ee fwrf» mit W »n, daß ftc«., 8 miior6fHBLj ten. e«. e Liebknet i Bekanntmachung. Tie städtische Sparkaffc betr. Seit einigen Tagen zeigt sich bei den Einlegern der städtischen Sparkasse die Neigung, Spareinlagen über den Bedarf hinaus zu- rückzuzichen und Geldbeträge zinslos daheim aufzuspeick>ern. Dieses unzweckruäßige Verfahren frfväbigt nicht nur den Einzelnen, sondern auch die Allgemeinheit, denn dadurch werden dein Verkehr Umlaufsmittel entzogen und es entsteht so eine sachlich nicht gerechtfertigte Knappheit an Bargeld. Wir weisen wiederholt darauf hin, baß die Geldanlagen bei der städtischen Sparkaffe unter allen Uniständen unbedingt sicher sind. Die Gelder der Sparkasse sind unangreifbares Privateigentum. Infolge ihrer flüssigen Mittel und chres großen Esfekteu- destandes ist die Sparkasse in der Lage, ihren Verpflichtungen jederzeit nachzukomnien. Sie wird für Jiinehaltung dieser Verpflichtungen unbedingt Sorge tragen. Es ist deshalb durchaus ungerechtfertigt und unzweckmäßig, Spareinlagen zurückzuzieben. Im Gegenteil können auch in Zeiten der Gefahr verfügbare Gelder nirgends sicherer aufbewahrt werden als bei der Sparkaffc, die durch ihre Giroabteilung auch Ueöerweisungen am Ort und auswärts jederzeit prompt ausführt. Karlsruhe, den 22. Oktober 1918. 5318 Der Stadtrat. Weißkraut. Mit Weißkraut Ivurden beliefert die Händler: Luise Setter» Winterstraße 22 Gottl. Reinhard» Kaiserallee 88 Frieda Bolz» Uhlandstraße 20. Karlsruhe, den 22. Oktober 1918. Stal,rungsmitteiamt der Stadt Karlsruhe. 5820 Hanrhnltniehl. ' Die Sondermarke B Nr. 07 wird in den Bäckereien mit 250 Gramm Haushaltmehl (Roggenniehl) oder 340 Gramm Brot, 'als Ersatz für die ausfallende Fleischmenge in dieser Woche eiu- ,r«löst. 5816 Karlsruhe, den 22. Oktober 1918. , Nahrungsmittelamt der Stadt Karlsruhe. Gesucht eine größere Anzahl 522 « Hilfsarbeiter für unsere Nährmittelfabrik. Gesellschaft Sinne* GMnwinkel. Goetheschule Karlsruhe. Am 21. Oktober nachts 1 / 2 i\ Uhr ist nach kurzem schweren Leiden unser Kollege, Herr Lehramtspraktikant Walter Rothacker im Alter von 28 l l 2 Jahren gestorben. Wir verlieren an ihm einen Irischen, frohen Mitarbeiter und stets freundlich hilf bereiten Amtsgenossen, unsere Schüler einen durch reiche Kenntnisse ausgezeichneten, hochbegabten, warmherzigen Lehrer und Freund, die Schule eine junge Kraft die als Mensch und Lehrer zu den schönsten Hoffnungen he-' i’echtigte. Die Leichenfeier findet am Donnerstag, den 24. Oktober, 1 / 2 1 Uhr nachmittags, im Krematorium statt. Wir laden unsere Kollegen und seine Schüler zur Teilnahme dazu ein. Karlsruhe, den 22. Oktober 1918. Grossh. Direktion der Goetheschule: Kante (auch vo« Hinzekperfoilen) jede« Kosten ZiMll» (zu Suqro»- «Mpreisk» ». 30061s 800*#)] «egen sofortige Kaffe, ] Alnsterlvon jederSorteoOStückj «ater zkoflnachnabme eröete«. Merpackungsart angele». (Kaufe auch ohne Ierpacknng) jNppkrmsun.RsdolstaMh. Kngnffenürahe 28. E. Rebmann. 5330 -Gute Leipziger Nur BajMe Unser heissgeliebter einziger Sohn Karl Gebhard Telegraphist bei einer Fernsprech-Abteilung ist nach dreijähriger treuer Pflichterfüllung am Sonntag, den 20. Oktober, im Alter von 2U/z Jahren gefallen. Grötzingen, den 22. Oktober 1918. Die tiefgebeugten Eltern Karl Gebhard, Sparkassenrechner und Frau. 5329 jeder Art. moderne Sachen. Fuchsformen Alasca-Fuchs IM^SäÄTKS!: Keine teure Ladenmiete. Nur 5169 Karl Friedrieh str. tt 1 Treppe. K. Schorpp. Neben Fa. 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