Abormementspreis: Vierteljährlich 1 ^ 10 H. ! Im Reichsgebiet 1 -F. 35 ^ ohne Bestellgeld. ! Einrückungsgebühr: Die viergespaltene Zeile oder j deren Raum 9 H, Reklamezelle 20 H. ! Hagesneuigkeiten. Base«. -«? Karlsruhe, 2. Febr. Nach dem Hofbericht hörte der Großherzog heute den Vortrag des Staatsminister Frhr. v. Dusch und nahm militärische Meldungen entgegen. Abends trafen die Prinzessinnen Charlotte und Hilda von Luxemburg zum Besuch der Großherzoglichen Herrschaften hier ein. Kartsruhe, 2. Febr. Wie der Hofbericht meldet, leidet die Prinzessin Wilhelm an einem akuten Schwächezustand, der im Gefolge einer leicht fieberhaften rheumatischen Erkrankung aufgetreten ist. — Prinzessin Wilhelm von Baden steht im 73. Lebenswahr. Sie war die Gattin des am 27. April 1897 verstorbenen Prinzen Wilhelm von Baden, eines jüngeren Bruders Großherzogs Friedrich l. Sie ist eine geborene Prinzessin von Leuchtenberg. Die Prinzessin hat ihre ganze Jugend am Zarenhof verlebt. Ihre Tochter, die Herzogin Marie von Anhalt, ist die Gemahlin des regierenden Herzogs Friedrich und ihr Sohn, Prinz Max, ist bekanntlich der badische Thronfolger. — Zu dem Befinden der Prinzessin Wilhelm wird der „Oberrh. Corr." auf Anfrage im Palais mitgeteilt, daß abends keine Aenderung eingetreten ist. Der Zustand gibt zu ernster Besorgnis Anlaß. Das Großherzogspaar, Großherzogin Luise und das Prinzenpaar Max besuchten heute nachmittag die erkrankte Prinzessin. ^ Karlsruhe, 2. Febr. Beim Vermengen von Bodenwichse mit Terpentin entstand in der Wohnung eines hiesigen Professors eine Explosion, wobei die Ehefrau des Professors so schwere Brandwunden erlitt, daß der Tod eintrat. )( Dur lach, 3. Febr. Am 17. Dezember 1913 wurde der 64 Jahre alte Polizeidiener Kaspar Fabry in Jöhlingen bei einem nächtlichen Raufhändel in der Ausübung seines Dienstes verletzt; an der erhaltenen Wunde Jeuilleion. 28) Mir MM z» Sllül. Roman von Erich Ebenstein. (Fortsetzung.) Der Bezirksrichter, ein älterer, nervöser Herr, setzt seinen Zwicker auf und mißt den Teichwirt mit einem strengen Blick. Dann wendet er sich kalt an die Gendarmen und befiehlt: „Räumt vor allem den Platz da. Wir brauchen weder ein Publikum, noch Leute, die sich ungefragt in Amtshandlungen mischen." Zu dem Gemeindediener sagt er , scharf: „Sie werden auf der Stelle den Bürgermeister, Heidrich von unserer Ankunft in Kenntnis setzen und ihn ersuchen, sofort zu erscheinen." Während Kilian eifrig den Anger zur Mühle hinanläust, drängen die Gendarmen die Neugierigen zurück, so daß am Tatort memand mehr als die Kommission zurückbleibt. Der Teichwirt hat sich dem Zeetsch angeschlossen. Er ist blaß und aufgeregt. „So was müssen wir uns gefallen lassen «uf unserm eigenen Grund und Botzen! Jetzt freilich kann er uns alle auSlächen, der (Tageblatt) mit amtlichem BerkündigungMatt für de» Amtsbezirk Durlach. Dienstag den 3 Februar stellte sich Blutvergiftung ein und am 28. Januar starb er. — In der Gemeinde Joh- lingen hat Fabry 16 Jahre laug den Dienst des Polizeidieuers versehen. Am 30. Januar, nachmittags 4 Uhr, fand die Beerdigung unter großer Teilnahme statt. Es waren vertreten: der Gesamtgemeinderat von Jöhlingen, der Militärverein, die Gendarmerie von Durlach und Weingarten, der Landesverband badischer Polizeibediensteter und die Polizeidiener des Amtsbezirks Durlach. Am offenen Grabe wurden Böller abgefeuert, da der Verstorbene den Feldzug 1870/71 mitgemacht hat. Kränze wurden am Grabe niedergelegt vom Bürgermeister der Gemeinde Jöhlingen, vom Militärverein Jöhlingen und vom Bezirksverein bad. Polizeibediensteter. )( Durlach, 3. Febr. Gestern nachmittag wurde in Berghausen ein 4jähriges Kind von einem scheu gewordenen Pferd tödlich verletzt. Innerhalb einem halben Jahr sollen in Berghausen schon 3 Kinder auf der Ortsstraße durch Unfälle ihr Leben eingebüßt haben. Pforzheim, 2. Febr. Nach langem Leiden ist heute nacht der langjährige Kommandant der freiw. Feuerwehr in Pforzheim, Herr Bauunternehmer Christian Käser, gestorben. Herr Käser war stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Karlsruhe und Bezirksfeuerlösch-Inspektor im Amtsbezirk Pforzheim. Die Beerdigung findet am Mittwoch nachmittag 3Vr Uhr in Pforzheim statt. jtz Bruchhausen (AmtEttlingen), 2. Febr. Heute früh wurde auf den hiesigen Stationswärter ein frecher Raubüberfall verübt. Während der Wärter seinen Kassenstand feststellte, drangen 3 Unbekannte in das Lokal und überfielen den Beamten. Einer faßte ihn am Halse, die anderen bemächtigten sich der Kasse, worauf alle 3 flüchteten. Den Räubern ist ein Geldbetrag von 25 Mk. in die Hände gefallen. Heidrich! Jetzt ist er wieder der Herr wie zuvor, und was gilt's, die dummen Bauern fliegen ihm wieder zu!" ereifert er sich. Ein böses Lächeln verzerrt das harte Gesicht des Zeetsch. „Gift Dich nit so, Teichwirt. Noch ist uit aller Tage Abend, und wer zuletzt lacht, der lacht am besten! Kann sein, daß ich mich irr — aber ich Hab halt so meine Gedanken über die ganze Geschichte." Der Teichwirt blitzt seinen Begleiter bestürzt fragend an. Aber der schüttelt den Kopf. „Jetzt nit. Wenn Dir's recht ist, kehren wir da im Bachwirtshaus auf ein Viertel Wein ein. Ich möcht doch wissen, warum die schöne Bachwirtin sich noch nit hat blicken lassen heut bei dem Auflauf da draußen? Nachher können wir auch in aller Ruhe reden über — meine Gedanken," Der Teichwirt hat nichts dagegen. In solchen Ausnahmefällen kann man auch bei der Konk«rrenz einkehren, besonders, wenn man dabei durchs Nebenfenster so bequem alles beobachten kann, was die Kommission draußen unternimmt. Letzteres war auch der Grund, daß fast alle anderen Neugierigen im Bachwirtshaus einkehrten, und Leni kaum Hände genug hatte, den Schwall unerwarteter Gäste zu bedienen. Redaktion, Druck und Verlag von Adolf Dups, Mittelstraße 6, Durlach. — Fernsprecher Nr. 204. Anzeigen-Annahme bis vormittags 10 Uhr, größere Anzeigen tags zuvor erbeten. 85 Jahrgang. G Bonndorf, 2. Febr. Wie aus Weizen berichtet wird, ereignete sich bei einer Schlitten- partie ein schwerer Unglücksfall. In Schleit- heim wollte ein älterer Mann zwischen 2 Schlitten hindurchspringen, wurde überfahren und getötet. Konstanz, 2. Febr. Die Polizei ist hier einer weitverzweigten Saccharinschmugglerbande auf die Spur gekommen und hat bereits eine Reihe Verhaftungen vorgenommen. Unter den Festgenommenen soll sich auch der frühere Kriminalschutzmann Kupferschmied befinden, der früher in Konstanz und in Mannheim ansässig war und als Angestellter eines Mannheimer Detektivbüros in der Gesellschaft eine führende Rolle spielte. Die Angelegenheit kam durch Verrat zur Kenntnis der Staatsanwaltschaft. Ein Saccharinschmuggler, der von der Sicherheitspolizei festgenommen war, erzählte die Taten der Bande der Staatsanwaltschaft und nannte auch die Namen der einzelnen Schmuggler. ' Deutsches Reich. Berlin, 3. Febr. Zur reichsländischen Statthalterfrage schreibt die „N. polit. Korr.": besonders aussichtsvoll wird der Name eines Mannes genannt, der sich als aktiver Staatsminister in der preußischen Politik hervorragend und erfolgreich betätigt hat und im Westen großes Ansehen und Vertrauen genießt. * Berlin, 3. Febr. In seiner Wohnung in der Rosenthalerstraße wurde gestern der Rechtsanwalt Dr. Otto Herzfeld tot aufgefunden. Die Leiche wies eine Schußverletzung in der rechten Schläfe auf. Man nimmt an, daß Selbstmord vorliegt, doch bestehen über die Ursachen der Tat nur Vermutungen. Posen, 2. Febr. Hier sind Sittlichkeitsverbrechen ans Licht gekommen. Schulmädchen haben sich gewerbsmäßig mit Männern eingelassen und sind nunmehr verhaftet worden. * Kiel, 2. Febr. Wegen Verrates militärischer Geheimnisse, Diebstahls und Bestechung Die Bachwirtin selbst bleibt auch jetzt unsichtbar. Leni erzählt, daß sie schon gestern abend nicht recht wohl war, über Kopfweh und Hitze klagte und sich früher als sonst ins Bett begab. Heute früh sei ihr ganz und gar elend, und sie habe jetzt einen Boten zu dem in der Gegend berühmten Bauerndoktor von St. Jakob geschickt. Der Zeetsch tuschelt lange in einer Ecke mit dem Teichwirt. Beide haben ernste Gesichter und der Teichwirt scheint immer aufgeregter zu werden. Als er aber gerade eine Frage an den Zeetsch tun will, ist dieser Plötzlich verschwunden und kehrt erst nach einer langen Weile zurück. Er kommt leise vom oberen Stockwerk herabgeschlichen, tritt in den Hof und kehrt erst von dort in die Stube zurück. Sein braunes Gesicht hat einen fahlen Ton, und wie sehr er sich auch Mühe gibt — ganz kann er die Verstörtheit seines Blickes nicht verbergen, so daß der Teichwirt erschrocken fragt, was ihm denn geschehen sei? Da reibt er ärgerlich sein stoppliges Kinn und gibt barsch zurück: „Was soll mir denn geschehen sein? An die Luft bin ich ein wenig gegangen, weil mir nicht recht zumute war. Kein Wunder. So was greift an, Teichwirt, I verurteilte das Kriegsgeicht der ersten Marine- inspektion den Funkentelegraphistenmaat Michel- sen zu 3 Jahren 7 Monaten Zuchthaus, Ausstoßung aus der Marine, Degradation und Versetzung in die 2. Klasse des Soldatenstandes. * Dortmund, 3. Febr. Gestern nachmittag fand in Brambauer die Beerdigung von 22 Opfern der Grubenkatastrophe auf der Zeche „Achenbach" statt. Im ersten Teil des Zuges befanden sich etwa 100 Fahnen und 20. Musikkorps. Die Särge von 20 Bergleuten wurden zu je 5 auf schwarzbehangenen Rollwagen gefahren, die beiden Steiger auf einem besonderen Leichenwagen. 12 katholische und 9 evangelische Geistliche gaben den Toten das letzte Geleit. Die Beisetzung erfolgte in einem Massengrab unmittelbar neben den Opfern der letzten Katastrophe derselben Zeche im Jahre 1912. Hohenheim, 2. Febr. Heute nachmittag wurde von den Instrumenten der Erdbebenwarte ein Nahbeben ausgezeichnet, dessen Herd wieder auf der Schwäbischen Alb liegt. Die Ausschläge setzten allmählich ein um 4 Uhr 35 Min. 28 Sek. Der stärkste Stoß folgte 9 Sekunden später. Es ist dies die stärkste Erschütterung, die seit dem letzten starken Beben vom 20. Juli 1913 aus unserem schwäbischen Erdbebengebiet hier ausgezeichnet wurde. An zahlreichen Orten des Albtraufs ist der Stoß lebhaft gespürt worden, so besonders in Ebingen, Balingen und Hechingen. Nach den bis jetzt vorliegenden Berichten ist aber nirgends Schaden entstanden. Straßburg, 2. Febr. Der neue Staatssekretär Graf v. Roedern und der neue Unterstaatssekretär Frhr. v. Stein sind heute mittag bereits in Straßburg eingetroffen. Straßburg, 2. Febr. Es wird amtlich bestätigt, daß Oberst v. Reutter als Kommandeur des Grenadier-Regts. Nr. 12 nach Frankfurt a. O. und Leutnant v. Forstner zum Jnfanterie-Regt. Nr. 14 nach Bromberg versetzt werden. Straßburg, 2. Febr. Kreisdirektor Mahl in Zabern wurde von heute ab nach Thann im Oberelsaß und Kreisdirektor Dr. Beyerlein von Thann nach Zabern versetzt. Saarbrücken, 3. Febr. Vorgestern abend egen 10 Uhr sank auf dem hiesigen Hauptahnhof Plötzlich ein ca. 30jähriger Mann leblos zu Boden; der Tote hatte eine Schußwunde an der Schläfe. Eine Waffe wurde nicht bei ihm gefunden. Der Ermordete wurde als Hilfslehrer Rudolf Hauck aus Sandorf agnos- ciert; er ist der Sohn eines Amtsassistenten in Neustadt a. d. H. * Saarbrücken,- 3. Febr. Die amtlichen Ermittelungen in Sachen des angeblichen Raub- und Mordversuchs im Eisenbahnzug von Kreuznach nach Oberstein haben keinen Anhalt für einen verbrecherischen Anschlag ergeben. Man kommt zu der Annahme, daß ein Selbstmordversuch vorliegt. Frankreich. * Paris, 2. Febr. In Narcote starb plötzlich der französische General im Ruhestand, Bazaine-Hayter, ein Neffe des Marschalls Bazaine. im 71. Lebensjahr. * Paris, 2. Febr. Im Militärlager zu Corcieux (Depart. Vogesen) sind überaus zahlreiche Fälle von Mumps, Masern und Scharlach ausgetreten. DaS Militärkrankenhaus von St. Die ist überfüllt. * Paris, 2. Febr. Nach einer Meldung aus Bourges stürzre heute nachmittag auf dem Flugfelde von Mord der Leutnant Delvert, der den Hauptmann Niquet als Fluggast an Bord seines Zweideckers hatte, aus beträchtlicher Höhe ab. Beide Offiziere war auf der Stelle tot. England. London, 2. Febr. In Hereford - Shire beginnt heute ein Streik von Volksschullehrern. Nicht weniger als 230 Lehrer haben gekündigt und 5 Schulen mußten ganz geschlossen werden, während in vielen andern der Unterricht eingeschränkt ist. Die Ursache des Streiks liegt m den Gehaltsverhältniffen. Italien. * San Remo, 3. Febr. Die gestern vor- genommene Besichtigung der Leiche des auf einer Autofahrt erschossenen Leipziger Kaufmanns Sigall hat ergeben, daß der Schuß aus nächster Nähe abgegeben worden ist und die Lunge durchbohrt hat. Badischer Landtag. Karlsruhe, 2. Febr. sll. Kammer.j Minister v. Bodman geht zuerst auf Einzelwünsche ein. In dem politischen Teil seiner Rede erwähnte der Minister: Mit dem Großblock allein arbeiten kann ich nicht, ich arbeite mit allen Parteien. Ich bedaure die Großblock-Politik, weil dadurch nur zwei Parteien geschaffen werden, das Zentrum und die Sozialdemokratie. Ich verkenne nicht die Gefahr, die ein weiteres Anwachsen des Zentrums bringen kann. Ich hoffe, daß die Sozialdemokratie überwunden werden wird durch Gerechtigkeit und den gesunden Sinn des Volkes, und wenn sie die Gesetze verletzt, so was greift an, sag ich Dir! Gar, wenn sich's ausweist, daß ich recht habe mit meinen Gedanken!" „Das wohl," murmelte der Teichwirt, ernsthaft mit dem Kopf nickend. „Schlimm wär's!" Der Zeetsch nimmt ihn plötzlich am Rockknopf und beugt sich weit vor. „Daß Du mir aber kein Mörtel verlauten laßt davon, vorderhand, Teichwirt! Das könnt uns übel ausschlagen. Sollen sich nur selber plagen, die Herren vom Gericht." * * * Der Tote war fortgeschafft worden nach Altenau zur Obduktion. Die Kommission hatte Friedleiteu verlassen und nur zwei Gendarmen zurückgelassen, welche fürs erste dort bleiben sollten. Just als es mittags läutete, waren die Herren fortgefahren. Zwar hatte der Bezirksarzt den Vorschlag gemacht, die rühmlich bekannte Kochkunst der Teichwirtin auf die Probe zu stellen und in Friedleiten zu essen, wie es sonst bei Amtshandlungen Gewohnheit der Herren war. Aber der Bezirksrichter wollte nichts davon wissen, länger als unbedingt nötig in dem „aufrührerischen" Ort zu verweilen. Nun war der Gemeindediener Kilian die wichtigste Persönlichkeit von Friedleiten. Vom Bürgermeister war nichts zu erfahren. Der hatte sich erst zum Pfarrer begeben und dann in seine Mühle zurückgezogen. Mer Kilian, der „auch dabei gewesen war", wußte ja gottlob die Hauptsache. So erfuhr man, was die Herren bis jetzt „herausgebracht" hatten. ES war nicht viel. Kaltenhauser war erst von rückwärts mit einem Hammer oder Knittel niedergeschlagen und dann durch zwei Revolverschüsse in die Brust getötet worden. Waffen hat man keine gefunden. Die Tat war zwischen dem Bachwirtshaus und der Mühle auf der rechten Straßenseite vollbracht worden, worauf der Mörder sein Opfer links unter die Bachweiden geschleppt hatte. Etwaige Spuren waren leider durch die vielen Neugierigen gänzlich verwischt. Aus Laas hatte mau die Wirtschafterin des Inspektors geholt, welche angab, daß ihr Herr gegen Abend ziemlich erregt von Friedleiten zurückkam, daheim zu Abend aß und dann, als es vollends dunkel wurde, seine Büchse nahm, um, wie er sagte, noch ein wenig pürschen zu gehen. Es fiel ihr dies nicht auf, da er es oft zu tun pflegte, besonders in mondhellen Nächten. Von einem besonderen Feind wüßte sie nichts. In Laas, das nun fast nur Arbeiterniederlaffung geworden war, galt Kaltenhauser für sehr beliebt. Freilich unten in Friedleiten sollte ihm alles feindlich gesinnt sein. Das gab auch Heidrich zu. Von Schüssen habe er nichts gehört, da er in jener Nacht keinen Schlaf hatte und, angelockt durch den schönen Mondenschein, zur Glawoken Hinaufstieg. Somit hatte Wabi allein durch die Machtmittel deS Staates. Nach einer Erwiderung auf die Ausführungen des Ministers durch Kopf (Ztr.) führte der Minister aus, daß er darin eine Gefahr erblicke, daß es das Zentrum zu einer Gewissenspflicht macht, daß ein Katholik Zentrumswähler sein muß. Ich möchte unser Volk klar, frei und selbständig sehen. Eine Zurückhaltung der Geistlichkeit auf politischem Gebiet ist nötig. (Lebhafter Beifall.) Nächste Sitzung Dienstag 9 Uhr: Fortsetzung der Debatte. Vereins - Nachrichten. Aue, 3. Febr. Der Gesangverein Liedertafel hält am Sonntag den 15. Februar, nachmittags 4" Uhr, im Gasthaus zum Sternen gemeinschaftlich mit dem Turner- Luud Aue zum erstenmal eine große Dame n- und Fremdensitzung ab. Es werden dabei verschiedene Größen mit ihren selbstverfaßten Humoresken in dis Bütte treten. Da seitens des Elferrats schon alle Vorbereitungen in vollem Gange sind, um die Sache zu einer recht humorvollen zu gestalten, so stehen den Mitgliedern beider Vereine einige heitere Stunden auch in der Faschingszeit in Aussicht. — Bei dieser Gelegenheit machen wir auch auf das am Samstag den 21. Februar stattfindende Kostüm-Kränzchen aufmerksam, bei dem auch, wie im Vorjahre, die einheitliche Form den Abend zieren soll. Die verehrt. Mitglieder werden daher gebeten, soweit eS ihnen möglich ist, in Tiroler Tracht zu erscheinen, um dadurch dem Ganzen ein einheitliches Bild zu verleihen. Es ist auch bei dieser Veranstaltung den Mitgliedern in reichlichem Maße Gelegenheit geboten, sich einen gemütlichen Abend zu verschaffen, und ist nur zu wünschen, daß sich alt wie jung recht zahlreich beteiligen, um auf einige Stunden die Alltags- Sorgen zu vergessen und auch dem Karneval einen kleinen Beitrag zu leisten. — Dies als Voranzeige, alles weitere wird noch im Inseratenteil dieses Blattes bekannt gegeben. Der Elferrat. lAmtsgericht Durlach.j Tagesordnung zur rSSIfe- -»riStSsiKuna am Mittwoch den 4. Februar t9t4 vorm V-9 Uhr: N Oppenradt W. August und Lang Wilh. Friedrich in Kailsruhe wegen Jagdvergehens. 2) Schölt Advlfine Elisabeth, geb. Kammeier von Durlach wegen Unterschlagung 3) Arm- biuster Joh. Friedr von Eßiwgen wegen Diebstahls. 4) Grob Rudolf von Erdesbach wegen Beleidigung und Bedrohung. 5) Wetterauer Georg von Hockenheim wegen Unterschlagung. 6- Frau Rauswenbach Luise, geb. Bender in Durlach, wegen Beleidigung der Frau Luise »nurr, geb. Daubenberger in Durlach. 7) Rudolf ^amvmüller von Wandsbeck wegen Beleidigung deS Gg. Hellmann in Durlach. die Schüsse vernommen, denn das Gesinde des Bachwirtshauses konnte nichts hören, da es in einem Hofgebäude schlief, und die Bachwirtin selbst, deren Fenster teils in den Garten, teils nach der Straße zu lagen, konnte bisher nicht vernommen werden. Der Bauerndoktor, welcher sie behandelte, erklärte, sie läge im hitzigen Fieber und sei schwerkrank. Seine Frage, ob sie während der Nacht etwas vornommen habe, hätte sie bestimmt verneint. Zahlreiche Personen waren noch verhört worden, aber niemand wußte etwas von Belang anzugeben. Kilian ließ durchblicken, daß der Bezirksrichter zuletzt zu der Meinung gekommen sei, das Motiv der Tat läge in dem allgemeinen Haß der Fried- leitner gegen Kaltenhauser, und irgend ein besonders Erbitterter habe die Tat begangen, um die Ableitung des Laaser-Baches, dre man Kaltenhauser allein zuschrieb, zu verhindern. „Das Hab ich doch gleich gesagt," brummt der Wiesenbauer nach oiesem Bericht in des Teichwirts Schankstube, „daß es zuletzt auf die Gemeinde kommt!" „Nachher sollen sie sich halt nur auch fragen, wer dabei den größten Schaden gehabt hätte," antwortet der Teichwirt unbedacht, weicht aber dann weiteren Fragen des Wiesenbauers hastig mit dem Hinweis aus, daß er heute doppelt zu tun habe, da Regina sich verlobt habe, an oiesem Sonntag nach St. Jakob zu wallfahrten, und deshalb nicht daheim wäre. So müsse er halt jetzt bedienen helfen. (Forts, folgt.) Gießereiarlieiter sofort gejucht «iesterei Mohr. Ketzer gesucht, 4er auch Nebenarbeit zu übernehmen hat. W. L Schmidt. 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Welches ist die beste Ehefrau? 7. Die Frau als Blücksträgerin kommender Generationen. III. Doll Mchtipr Wem als AoodlM S» Mnsdrast. Inhalt: 1. Ter Atem als Grundlage der Intelligenz. 2. Wie durch bewußte, künstlerische Atmung das Denken vertieft wird 3. Wie man Schlagfertigkeit erlangt. 4. Wie man sich durch richtige Des Atmung in Verbindung mit der Willens- u. Gedankenkrast von vielen Krankheiten selbst heilen kann 5. Welchen Einfluß daS Atmen auf Lungenleidende ausübt. 6. Wie man seinem ganzen Dasein jugendliche Lebenslust wiedergewinnt. Der Vortrag ist hier neu und so wichtig, daß jeder Mann, jede Frau, jedes Fräulein, olle Berufstätigen, insbesondere aber werdende Mütter im eigensten Interesse diesen von ernster Wahrheit durchdrungenen Ausführungen beiwohnen sollten. Eintrittskarte« ä SV -H abends am Saaleingang. ES wird Ihnen ein neuer Weg der Kraft und Gesundheit, des Erfolges und Glückes gezeigt! K«rcMr-bSAaa«g «»ui k«i» 1 eU»«z. 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