«dv.-.nemriuöpreis BierrttjLhrlich 1 -E 10 j Fm Reichsgebiet 1 35 ^ ohne Besieligsid. ! «nrückungsgebühr: Die virrgespaltene Zeile od-r seren Raum S Reüamrzrüe 20 -5». «Ü LWÜrcheA EtMndigunLsblrtt für Len A«tsbesirk Durlach. 162 Mittwoch den 15. Juli 19L4. GügesneuigLeitett. Bads«. Durlach, 15. Juli. Das morgen abend ' 9 Uhr auf demTurmberg stattfind endeGarten- konzert von der Durlacher Feuerwehrkapelle mit italienischer Nacht sei einem verehrt. Publikum bestens empfohlen. (Siehe Inserat.) Heidelberg, 14. Juli. Der Bürgerausschuß hat in seiner gestrigen Sitzung mit allen gegen 16 sozialdemokratische Stimmen der Erhebung einer Lustbarkeitsstener zugestimmt. Damit ist Heidelberg die erste badische Stadt, die eine solche Steuer einführt, nachdem sie in Mannheim, Pforzheim und Karlsruhe an dem Widerstand der dortigen Bürgerausschüsse gescheitert ist. Während sich die sozialdemokratische Fraktion geschlossen gegen die Steuer aussprach, wurde sie von den bürgerlichen Parteien begrüßt und gut geheißen. Von der Steuer werden alle gewerbsmäßigen Zirkus- und Variete-Vorstellungen, die Lichtspieltheater betroffen. Die Vorstellungen des hiesigen städtischen Theaters und Veranstaltungen für Zwecke der Volksbildung sind von der Steuer befreit. Aus der Lustbarkeitssteuer erhofft man eine Einnahme von jährlich 48000 Z Weinheim, 14. Juli. Der hier abgehaltene 20. Städtetag der mittleren Städte Badens befaßte sich nach verschiedenen geschäftsmäßigen Angelegenheiten besonders eingehend mit der Elektrizitätsfrage und faßte hierbei eine Entschließung, in welcher der lebhaften Besorgnis über die seitherige Entwicklung des Vertriebs elektrischer Kraft in Baden Ausdruck gegeben wird. Die Regierung soll ersucht werden, den Abschluß mit den Ueberlandzentralen zugunsten der mittleren Städte zu beeinflussen. — Weiter befaßte sich der.Städtetag mit einer Reihe von Anträgen. Die nächste Tagung findet in Säckingen statt. Achern, 13. Juli. Gestern überreichte eine Abordnung der Stadt Konstanz mit dem Oberbürgermeister Dietrich an der Spitze dem hier weilenden früheren Oberbürgermeister Dr. Weber den Ehrenbürgerbrief der Stadt Konstanz. L Freiburg, 14. Juli. Vor dem Schwurgericht wird augenblicklich der Mordprozeß gegen den 27jährigen Taglöhner Fritz Grether aus Badenweiler verhandelt, welcher beschuldigt ist, in der Nacht zum Ostermontag die 77jährige Privatiers Barbara Sutter in Badenweiler ermordet und beraubt zu haben. Der Angeklagte war gegen Ende 1913 in eine mißliche finanzielle Lage gelangt und hatte eine Wechselschuld von einigen-hundert Mark. ^ Er kaufte sich am Ostermontag eine Flobertpistole in der Absicht, das Fräulein Sutter damit zu töten, um sich das zur Einlösung des Wechsels erforderliche Geld zu verschaffen. Am Abend des Ostermontag stieg er durch ein offenes Fenster in die Wohnung des Frl. Sutter ein. Als er die Schlafstubentür öffnete, erwachte Frl. Sutter, die er dann durch einen Schuß in die linke Schläfe niederstreckte. Während die Ermordete noch auf dem Boden röchelte, erbrach der Mörder mehrere Behältnisse und erbeutete ungefähr 370 Auf demselben Wege, auf welchem er gekommen war, kehrte er zurück und legte sich in seiner Wohnung schlafen. Das Fräulein Sutter war inzwischen der schweren Schußverletzung erlegen. Am Osterdienstag fuhr Grether mit dem Rad nach Müllheim und Freiburg, löste seinen Wechsel ein und kehrte nach Badenweiler zurück. Da er den Waffenhändler gebeten hatte, niemand zu sagen, daß er bei ihm eine Waffe gekauft habe, so fiel der Verdacht bald auf Grether. Von den Sachverständigen wird der Angeklagte als geistig normal bezeichnet. Die ersten Sitzungen in dem Prozeß waren mit der Vernehmung des Angeklagten und Zeugenaussagen, es sind insgesamt 26 Zeugen geladen, ausgefüllt. — Grether wurde nach 2tägiger Verhandlung zu lebenslänglichem Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. ! Redaktion, Druck und Verlag von Ndolj Duvr, Mittelstraße 6. Durlach. — Fernsprecher Nr. 204 Anzcigen-Anrmhine bis vormittags 10 Uhr, größere Anzeigen tags zuvor erbeten. Lettische» Rrich. — 5 Jahre Reichskanzler. Am 14. d. Mts. sind 5 Jahre verflossen, seitdem Herr v. Bethmann Holl weg zum Reichskanzler ernannt wurde. An demselben Tag wurde der damalige preußische Handelsminister Dr. Delbrück als Nachfolger Bethmann Hollwegs Staatssekretär des Innern; sein Nachfolger als Handelsminister wurde Dr. Sydow, der als Reichsschatzsekretär durch den vorherigen Unterstaatssekretär im Reichsamt des Innern, Wermuth, ersetzt wurde. * Berlin, 15. Juli. Das „Berliner Tageblatt/' hatte gestern abend gemeldet, daß ein angeblicher russischer Major in der Nähe der Feste Boyen (Königsberg) unter Spionageverdacht verhaftet worden sei. Die Untersuchung hat aber, wie dasselbe Blatt Heute früh berichtet, ergeben, daß der Verhaftete ein preußischer Major war, der bei dem Kommandanten auf Besuch weilte. Berlin, 14. Juli. Der Prozeß gegen den Feldwebel Walter Pohl vom 1. westpreuß. Pionier-Batl. Nr. 17 wegen Verrats militärischer Geheimnisse an fremde Mächte, insbesondere an Rußland, begann heute vor dem Kriegsgericht der Berliner Kommandantur. Nach Aufruf der Sachverständigen und Zeugen wurde auf Antrag des Vertreters der Anklage, Kriegsgerichtsrats Dr. Coerrens, die Oeffentlichkeit wegen Gefährdung der Staatssicherheit während der ganzen Dauer der Verhandlung ausgeschlossen. Die von einem Blatt aufgestellte Behauptung, Pohl sei Schreiber im Kriegsminsterium gewesen, entspricht nicht den Tatsachen. Pohl war vielmehr Schreiber bei der 1. Jngenieurinspektion. Pohl wurde wegen Vergehens gegen das Spionagegesetz vom 3. Juli 1893 und wegen Bestechung zu einer Gesamtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust, Stellung unter Polizeiaufsicht und Ausstoßung aus dem Heere verurteilt. Kerrilketon. 27) Zwei Arauen. Rvman von H. CourthS. Mahler. (Fortsetzung.) Ein anderer, kehrte er nun heim, als e ausgezogen war. Von der übermütigen Juqent lust war nichts mehr geblieben, und nicht mehr von den Idealen, denen er nachqestrek hatte. Tiefe Bitterkeit hatte sich seiner bk mächtigt, und der Glaube an das Weib da den Mann emporzieht, war ihm verloren ge gangen. Ein Weib war der Dämon seine Lebens geworden, an einem Weibe war e fast zugrunde gegangen — weil er es zu hoc gestellt hatte, weil er nicht hatte glaube wollen, was die Freunde ihm warnend zu raunten. Im Zorn hatte er sich von Joachiv getrennt, um dem trügerischen Glück nachzu Wie bald, wie sehr bald hatte er seine! ^rptum erkannt. Die Scham darüber halt Einsiedler gemacht. Er wollte toi zu werden "m nicht verlacht, bemitleide und^ckte Ann-f ^in Blick. Er erhob sich jä! Schnell nahm er Mütze und Reitpeitsche und verließ das Haus. Auf einen Pfiff brachte ihm ein Reitknecht sein gesatteltes Pferd. Mit einem Satz sprang er in den Sattel. Unterwürfig trat der russische Reitknecht, mit ineinander gekreuzten Armen sich verneigend, zurück. Im schlanken Trabe flog der Reiter davon, hinüber nach den Fohlenkoppeln. Scharf hob sich von dem Hellen Himmel, der weit und wolkenlos sich über der Steppe wölbte, die Silhouette des Reiters ab. Wie aus einem Guß erschien er mit dem edlen Tiere, das ihn trug. Und wie so oft, brachte Norbert Falkenau draußen in der Steppe sein heißes Blut zur Ruhe und fand Vergessen für das, was ihn quälte. Als er nach einigen Stunden wieder heimkehrte, fand er einen Brief seines Herrn, des Fürsten Kertschukoff, vor. Dieser teilte ihm in einem sehr liebenswürdigen, freundschaftlichen Tone mit, daß er sein Entlassungsgesuch erhalten habe und ihm vor allen Dingen zu der günstigen Wendung, die sein Geschick genommen, herzlich Glück wünsche. Er rechnete es Norbert sehr hoch an, daß er nicht ohne weiteres fahnenflüchtig werden, sondern abwarten wolle, bis sich Ersatz für ihn gefunden habe. Gerade jetzt dürfe das Gestüt nicht ohne Herrn bleiben. Natürlich sollte sofort alles getan werden, Ersatz zn schaffen. In den nächsten Wochen würde der Fürst auf einige Zeit nach Hause kommen und hoffe, sich dann persönlich noch von ihm verabschieden zu können. Zum Schluß schrieb der Fürst: „Sie haben mir einmal gesagt, lieber Baron, daß Sie mir zu großem Danke verpflichtet seien, weil ich Sie ohne alle Empfehlung, nur meinem Empfinden vertrauend, trotz Ihrer Jugend auf Ihren verantwortungsvollen Posten stellte. Nun — ich denke, heute bin ich Ihnen Dank schuldig geworden für Ihre aufopfernde und wahrhaft geniale Tätigkeit. Was war mein Gestüt, ehe Sie die Leitung hatten, und was ist es jetzt? Sie haben gesorgt, daß ich einen erstklassigen Ruf bekam. Und ich hin sehr bekümmert, daß ich Sie ziehen lassen muß, denn einen vollwertigen Ersatz für Sie bekomme ich kaum. Aber hoffentlich wirkt Ihr Geist noch fort, die Grundlage ist ja geschaffen. Und nun genug für heute, Sie haben in allem freie Hand. Ich hoffe auf ein Wiedersehen und begrüße Sie als Ihr Freund Iwan Kertschukoff.- Norbert atmete tief auf und ein Leuchten trat in seine Augen. Nie würde er vergessen, was der Fürst für ihn getan hatte. Als er eines Tages, arm, von allen Mitteln entblößt, * Cottbus, 15. Juli. Der Colmarer Karikaturist Waltz, genannt Hansi, der sich bis gestern abend 7 Uhr beim hiesigen Zentralgefängnis stellen sollte, ist nicht erschienen. * Chemnitz, 14. Juli. Die drei Kinder des ermordeten Erzherzog-Thronfolgers Franz Ferdinand sind auf der Wechselburg ein- getrosfen, wo sie längeren Aufenthalt nehmen werden. Lkfterrrichifche Monarchie. * Bad Ischl, 14. Juli. Kaiser Franz Josef unternahm heute den ersten Jagdausflug während des diesjährigen Sommeraufenthaltes. Er fuhr um 5 Uhr im offenen Wagen in Jagdgelände. Schweiz. * Appenzell, 14. Juli. Am Säntis ist der 27jährige Doktor Hans Schönau aus Bregenz abgestürzt. Er hatte am Samstag, begleitet von zwei Herren, den Säntis bestiegen, sich aber nachmittags von ihnen getrennt, weil er durchaus über den sogenannten „Blauen Schnee" zurückkehren wollte. An demselben Abend ist er beim Lauberkopf abgestürzt. Der Tod dürfte nicht sofort eingetreten sein. Der Sohn des Seealpwirtes fand die Leiche am Dienstag Morgen. Krankrerch. Paris, 14. Juli. Die aus Anlaß des heutigen Nationalfesttages stattgefundene Parade war von glänzendem Wetter begünstigt. Eine ungeheure Menschenmenge wohnte derselben bei und begrüßte den Präsidenten Poincare durch begeisterte Zurufe, besonders als er verschiedenen Regimentern die für sie bestimmten Fahnen übergab. Ein Fliegergeschwader führte über dem Paradefeld Flüge aus. Um 10,30 Uhr kehrte der Präsident ins Elysee zurück. Es ereignete sich kein Zwischenfall. * Paris, 15. Juli. Der Senat hat einen Antrag angenommen, der die Heere s-Kom- mission beauftragt, bis zu seinem Wiederzusammentritt einen Bericht über die Beschaffenheit des Kriegsmateriales vorzulegen Dann wurde der Entwurf über die einmaligen Ausgaben für Heer und Marine mit allen Stimmen der anwesenden 281 Senatoren im ganzen angenommen. * Paris, 15. Juli. Im Laufe der gestrigen Senatsdebatte erklärte der Kriegsminister: Er anerkenne, daß man in der Vergangenheit nicht alles Notwendige getan habe. Es habe aber keine Milliardenvergeudung stattgefunden, dem sicheren Untergang ins Auge sah, als er den geladenen Revolver schon bei sich trug, der seinem Leben ein Ziel setzen sollte, weil er sich schämte, von einem Weibe genarrt worden zu sein, und weil er, in Bitterkeit erstickend, unlustig war zu weiterein Kampfe, da hatte ihm das Schicksal ein Paar scheuer Pferde und den Fürsten Kertschukoff in den Weg geführt. Ali den durchgehenden Pferden war seine Kampfeslust von neuem erwacht. Er brachte sie zum Stehen, wurde zwar ein Stück mit fortgeschleift, aber behielt die Tiere doch mit stählernen Muskeln in der Gewalt. Hatte er doch schon manches wilde Pferd gebändigt. Als er sich dann heimlich aus dem herbeigeeilten Menschenschwarm zur Seite schlich, um nicht den Dank der Wageninsassen entgegennehmen zu müssen, da hatte Fürst Kertschukoff vor ihm gestanden. Sie waren ins Gespräch gekommen. Der Fürst sondierte. Norbert gefiel ihm. Und er faßte Vertrauen zu dem eleganten Weltmann, in dessen Gesicht so deutlich zu lesen stand: 'laut cawprenclre e'est tont paräolmer. Er beichtete dem Fürsten offen, in welcher Lage er sei und wodurch er hineingeraten war. Seine Offenheit gewann ihm vollends die Sympathie des Fürsten, und einige Tage später war Norbert von ihm als Gestütsdirektor engagiert worden. Die Frau aber, die er in jugendlicher Torheit an sich gefesselt und die sein Dämon geworden war, weigerte sich, mit ihm in die öde Steppe zu ziehen. Tort gab es keine Verehrer, keine Bewunderer, keine Pariser Toiletten und keinen Lebensgenuß. Es fiel ihr lvie behauptet worden sei. Im Jahr 1915 werde man in Frankreich 3020 Kanonen haben gegen 3370, die Deutschland gegenwärtig besitzt. Munition sei in genügender Menge vorhanden. Frankreich befinde sich gegenüber Deutschland nicht im Zustande der Unterlegenheit. Das französische 75 min Material sei dem deutschen überlegen. Für die schwere Artillerie würden gegenwärtig erhebliche Anstrengungen gemacht. 105 mm Kanonen von l2 lcm Tragweite seien im Bau. Die Versuche mit der neuen Granate würden noch Ende dieses Monats stattfinden. Frankreich werde nächstens 120 mm Kanonen mit 13 Icm Tragweite besitzen. Für die Ausrüstung der Genietruppen habe man in den Jahren 1900 bis 1911 100 Millionen ausgegeben gegen 400 Millionen, die Deutschland dafür änf- gewendet habe. Was die Telegraphie betreffe, so würden alle Forts untereinander verbunden werden. Neues Brückeumaterial werde von diesem Jahre an beschafft werden. Was die Fußbekleidung betreffe, so solle jeder Mann vorläufig 2 Paar feldmarschmäßige Schuhe haben, aber in das Budget von 1915 würden 6 Millionen Frcs. eingesetzt werden zur Beschaffung von Fußbekleidung für die dienstfreien Stunden. Das gegenwärtige Programm werde Frankreich zahlreiche Verbesserungen auf dem Gebiete der Feld- und Festungsartillerie, der Küstenverteidigung und der Fußbekleidung bringen. Zum Schluß bat der Kriegsminister den Senat, die verlangten Kredite zu bewilligen als Beweis für das Erwachen der Nation und für ihren Willen, die Verteidigung des Landes zu gewährleisten. Paris, 14. Juli. Der „Eclair" bemerkt zu der gestrigen Senatsdebatte: Die Enthüllungen des Senators Humbert, die durch das Einschreiten Clemenceaus verschärft wurden, tragen zur Verschlimmerung der gegenwärtigen Verworrenheit wesentlich bei. Inmitten dieser Unordnung tritt der Präsident der Republik morgen seine Reise nach Rußland an. Sein Ministerpräsident, der ihn begleiten soll, wird durch die Parlamentsdebatte festgehalten, welche in einen Streit über den wahren Wert der französischen Armee und ihr Rüstzeug ausartete. Welches bedauerliche Mißgeschick und welches Vorspiel zu dem diplomatischen Akt, der sich in diesen Tagen in Rußland vollziehen soll. Norweger». * Balestrand, 15. Juli. Nachdem der nicht ein, wie sie sagte, „ihr junges Leben dort zu vertrauern." Und sie fürchtete sich, mit ihrem düster und stumm gewordenen Gatten in die Einöde zu ziehen. Er aber atmete wie befreit auf, als sie ihm das sagte. War doch nichts übrig geblieben von seiner Liebe, von seiner idealen Schwärmerei, als ein grenzenloser Ekel, ein Grauen und ein Abscheu vor dieser Frau Schon bald war ihm die Binde von den Augen gefallen. Sobald Lena gemerkt halte, daß Norbert Falkenan nur ein bescheidenes Vermögen besaß, hatte sie es nicht mehr für nötig befunden, die Maske vor ihrem wahren Antlitz zu behalten. Sie riß sie mit einer wahren brutalen Lust herab und zeigte ihm höhnisch die Fratze, die sich darunter barg Er hatte im wortlosen Grauen in diese Fratze gestarrt. Wie gelähmt hatte er zugesehen, wie sie sein kleines Kapital leichtsinnig in alle Winde streute. Was sollte er auch noch mit dem Gelbe, das ihm eine neue Existenz hätte gründen sollen? Stumpf und gleichgültig sah er es durch ihre weißen Hände gleiten Und als es zu Ende war damit, da überhäufte sie ihn mit Schmähreden, die ihm die Schamröte in die Stirn trieben Eines Tages, als er dem Nichts gegenüberstand, sagte sie in ihrer frivolen Weise zu ihm: „Weißt Du, mein Lieber, ich ziehe es vor, mein Leben nun wieder in meine eigenen Hände zu nehmen Es ist mir zu fade, Dein melancholisches Gesicht zu sehen. Ich gehe wieder zur Bühne." Er hatte kein Wort erwidert, und sie hatte sich eifrig um ein Engagement beworben Wenige Tage später teilte er ihr mit, daß er Kaiser gestern^vvr dem ersten Frühstück einen zweistündigen Spaziergang an Land unter- nommen hatte, hielt vormittags der Chef des Marmekabinetts Vortrag. Dann erledigte der Kaiser noch Sachen für den nach Berlin zurück- kehrenden Kurier und machte gegen abend wieder einen längeren Landausflug. An Bord ist Alles wohl. Evangelische Generalsynode. Karlsruhe, 14. Juli. Die Generalsynode befaßte sich in ihrer Dienstagsitzung zunächst mit der neuen Vorlage des Oberkirchenrats betr. die Hinterbliebensnversorgung der evangelisch-protestamischen Geistlichen. Der Gesetzentwurf bringt verschiedene nicht unerhebliche Verbesserungen, wie das auch in der kurzen Debatte anerkannt wurde. Das ganze Gesetz fand einmütige Zustimmung. Sodann setzte die Synode dis Besprechung über die Religionsprüfungen an den Volksschulen fort. Es wurde hierbei zum Ausdruck gebracht, daß der Choraigesang an den höheren Lehranstalten vielfach nicht den Anforderungen des Lehrplans entspreche. Bei der Besprechung über den Religionsunterricht an den höheren Lehranstalten und über die Neligionslehrer an den höheren Schulen wurde von dem Berichterstatter Abg. !>. Thoma eine Reihe aktueller Fragen aufgerollt. Bestimmte Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Schließlich beschäftigte sich die Synode mit der Petition der Gemeinde Weisbach um Zuteilung zur Kirchengemeinde Schollbrunn und um baldige Ausführung des Kirchenbaus. Bei dieser Petition handelte es sich um die bekannte Kirchenaustrittsaffäre in Weisbach, die seinerzeit viel besprochen wurde und darin ihren Grund hatte, daß die evangelischen Bewohner von Weisbach glaubten, vom Oberkirchenrat ungerecht behandelt worden zu sein. Die Petition wurde dem Oberkirchenrat zur Kenntnisnahme überwiesen. Eine weitere Petition des Pfarrers Dr. Ernst Lehmann in Mannheim betr. die Maßregelung von Geistlichen durch die Behörde wurde durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Nachdem dann kurz die Steuersynode getagt und die Vorlagen betr. Steuerbedürfnis, Hmter- bliebenenversorgung und Gebühren für die Generalsynode zur Prüfung entgegengenommen hatte, wurde die Sitzung wie üblich mit Gebet geschlossen. Nächste Sitzungen am Donnerstag und Samstag. als Gestütsdirektor nach einem russischen Sreppendorf gehen würde. Er hatte gefürchtet, sie würde nun wieder bei ihm bleiben wollen, aber Lena dankte brüsk für ein Leben in der Einöde. Mit beiden Händen hatte sie nur zu- gegriffe», als er ihr den größten Teil seines Gehaltes in Aussicht stellte. Sie fand das nur recht und billig, hatte er sie doch durch sein nobles Auftreten geblendet, so daß sie hatte annehmen müssen, er verfüge über ein großes Vermögen Du lieber Gott, für lumpige dreißigtausend Mark hätte sie ihre Freiheit nicht dahingegeben, wenn sie auch der Titel gelockt batte. Und da der gute Norbert auch noch verlangte, daß sie seinen Namen für die Bühne ablegen sollte, mochte er dafür wenigstens zahlen, so viel er konnte. Ein sehr glänzendes Engagement würde sie ohnedies nicht finden, das wußte sie aus Erfahrung. Lachend war sie von ihm gegangen, spottend über seine düstere Miene. Er aber hatte sich geschüttelt und war aufatmend nach der einsamen Steppe gegangen. War doch das Leben an der Seite dieser Frau für ihn zur uner^ träqlichen Marter geworden, war er doch innerlich und äußerlich längst iertm unt ihr Er hatte dieser Frau willig alles geopfert, seine ganze Existenz. seine Zukunft, firnen Beruf - alles, was chm vorher das Leben lieb und wert machte. Sie hatte ihn mit einer wohleinstudierten unschuldsvollen Miene, mit einer raffiniert kopierten reizvollen Hilflosigkeit gefangen genommen. Sein ritterliches Wesen, sein idealer Sinn hatten es ihr nür zu leicht gemacht, ibn in ihre Netze zu ziehen (Fortsetzung folgt) LoZrlALSS: NLSLStiA.87 äs» 2L. WMr ckie 8 V»K« «uräev In ulieu z.bteilnnxren üie Lrei^ vieler Artikel noelimuls AU»/ bsäeuteiul reöuriert. 80 ck-tL ckie LrmäMGIKUNK 20 ß»ß 8 ^3 detrLst. Ls ist (FeleAeukeit geboten iOsilist- um! Ko8tüM8to!!s, W38ek8tosss, 8kil!sn8toüö, llsspen- ^ ^nrug8toiis, äu88tsu6k-/lftil(sl, ^sikön- unl! llamön-M8okö 8 Zoküi-rsn, 7,-ütotsgsn, 8>u8sn, Isppieks, Lifllinsn etc. ^ 2 U kreisen einrnkilufen, nie UIUU sie bisber noeb niebt kannte. M. LOI^LMM Lsrlsruks, Lsisersßrsüv L2L. Turlach. ! Zwangs -Berfteigeruns.! Freitag ven 17. d. Mts.,^ rachminags 2 Uhr, werde ich im > Pfandlokal — Rathaus hier — gegen Barzahlung imVoll 'trsckungs- -veae öffentlich versteigern: 25 Hühner und l Hahn, 4 Fässer von 165, 22-5, 300 und 500 Liter Gehalt, 150 Pakete Seifenpulver. 1 Damenuhr mit Kette, 2 Bertikow, 2 Waschkommode , 2 Schreibtische, 2Kanapee, lOBilder, 1 Spiegel. 1 Nachttisch, 10 farbige Tischdecken, 25 Liter Zrvetschgeu- wasser. Durlach, 15 Juli 1914 Laier, Gerichtsvollzieher Zwangs-Versteigerung Freitag den 17. Juli 1914 vormittags 8 Uhr, werde ich i Königsbach am Rathause gege bare Zahlung im Vollstreckungs «vege öffentlich versteigern: 1 Schlachtkuh und 1 Kanapee. Durlach. 12 Juli 1914. Eisengrein, Gerichtsvollzieher Johannisbeeren srnd zum Tagespreis zu haben. Hauptlehre r Grangel, Aue. 3«h>«»is- ii. Slachelbeereii imo Pfund-u. zentnerweise zu haben - A?,»garterftr. 2«. Kücke^ L 2 Zimmern und Küche nn 4. Stock auf 1 Oktober zu vermieten ^ Friedrichstratze 2. 'Bekanntmachung. Fortsetzung der schulärztlichen Untersuchung. Donnerstag den 16. d. M, nachmittags 2 Uhr, Kl. Ie (Herr Schollmeier), Freitag um 2 Uhr Kl. >t (Frl. Kasper), Samstag um 10 Uhr Kl. IZ (Herr Horch) und Montag um 2 Uhr Kl. > b (Frl. Zimmermanu). Durlach den 15. Juli 1914. Das Volksschulrektorat: I V: O. Braun Dergevung von ZSauarveiten. Im Aukrage der Stadtgemeiude Durlach sollen nachstehende Arbeiten für den Neubau eines Bolksschulhanses mit Turnhalle und Tienerwohnung in der Weststadt in Durlach im Wege öffentlichen Ausschreibeus vergeben werden: 1. Gipserarbeüen; Innen und Außenputz. 2. Iustallalionsarbeiten: u. Wasserleitung. b. Gasleitung, c. Gußrohrleituiigen. 3. Entwässerungsanlage (Stciuzeugleirungen). Die Vertragsbedingungen und Pläne können jeweils vvrmittags von 10—12 Uhr aus dem Büro des Architekten Wilhelm Sack- derger in Dnrlach, Schlvßstraße 7, eingeiehen werden, woselbst die Angebotsfvrmulare kostenlos und so lange Vorrat vorhanden, verabfolgt werden. Weitere Unterlagen, wie Zeichnungen .'c., können gegen Erstattung der Selbstkosten erworben werden. Die Abgabe sämtlicher Unterlagen erfolgt nur an Unternehmer oder deren beglaubigte Stellvertreter. Tie Angebote müssen schriftlich, verschlossen und entsprechend gekennzeichnet bis längstens Dienstag den 21. Juli 1914, vormittags 9 Uhr, portofrei auf der Kanzlei des Rathauses Dnrlach eingereicht werden, woselbst die Eröffnung der Angebote um I I Uhr im Beisein der etlva erschienenen Bewerber erfolgt. Der Bauherr sowie die Bauleitung behalten sich ausdrücklich das Recht der Wahl unter den Bewerbern vor, gleichgültig ob Meist- oder Mindestforderilder. Znschlagsfrist 14 Tage. Durlach den 15. Juli 1914. Wilhelm Lackberge*, Architekt, Durlach. HttiemWe mil Press« ist zu verleihen oder zu verkaufen. Karlsruher Allee 11, 2 St r Leichter kiOSnueriWe» billig zu verkaufen NkchmÄn«. Pfiflzstr. 28. 30 Stück xlLsor rein weißes Glas, Größe 40x28 x25 ein, per Stück 2.50, sind zu verkaufen. 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M. teiligung frenudlichst eiugeladen werden. _ Ter Borstand. findet unser Vereinsausflug nach Oos statt und werden die Mitglieder, die sich daran beteiligen wollen, gebeten, sich in die am Mittwoch bei der Monatsversammlung aufliegende Liste einzuzeichnen. D. O. Feinste semM l«"«» Sportplatz beim neuen Bahnhof. MlMktt - GM-IMIN Am Sonntag den 19. Juli, von nachmittags 3 Uhr an, findet auf dem Turnplatz der Turnge-' meiude (ehern. Ziegelei-Steinbruch,' Grötzingerstraße) unser diesjährigesj öommerlesl j mit Musik, Gesang, Kinderbelusti-^ gung rc. statt, wozu wir unseres werten Ehren-, aktiven und passiven > Mitglieder, sowie Gönner des Ver-, eins freundlichst einladen. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Borstand. Abmarsch um 2 Uhr vom Schlvß- gartcn._ Sonntag den 19. Juli, verm. 9 Ihr.- lioks.lv IsivktLbkIvtisvkv V vttksurpls. ' Konkurrenzen: -n- > -- 50 m Juniorenlauf. 50 m Senioren lauf. 100 m Senioreulauf. 200 m Juniorenlauf. 800 m Lauf. 1500 m Lauf. 3000 m Gehen. Kugelstoßen. 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