«bosuementSpreiL: Bierte!jLhrlich 1 ^ 10 H. Zm RAchSgebiet 1 ^ SS ^ sh«. Bcftellgciv «tt-rücknngsgebühr: Di. vi.cg-iPaüeneZ-Ue oder deren Raum 9 4, Revam-zeUe W H, hlatt) «ir LAÜichrR Krrküvdigrnrgsblstt für den ANtsbrzirk Durlech. Redaktion, Druck und Verlag von Aböls Dups, Mttekstraße ö, Duclach. — Fernsprecher Nr. 204. Anzeigen-Anuahme bis vormittags 10 Uhr, größer« Anzeigen tags zuvor erbeten. M L73 Dienstag den 28. Jnli 1914. 86. Jahrgang Der österreichisch -serbische Krieg. * Wien, 28. Juli. Wie die „Voss. Ztg." aus authentischer Quelle erfährt, hat Erzherzog Friedrich, dem der militärcsche Wirkungskreis des ermordeten Erzherzogs Franz Ferdinand übertragen wurde, das Oberkommando über die österreichische Armee gegen Serbien im Aufträge des Kaisers übernommen. Wien, 27. Juli. Wie die Sonn- und Montagszeitung meldet, haben die Serben die Eisenbahnbrücke über die Donau zwischen Semlin und Belgrad in die Luft gesprengt. Wien, 27. Juli. Bei Temeskubin haben serbische Truppen, die sich auf einem Donauufer befanden, vom Schiff aus österreichische Truppen beschossen. Das Feuer wurde erwidert. Es entspann sich ein größeres Geplänkel. * Berlin, 28. Juli. Einer Lokalauzeiger- Meldung zufolge hätten die österreichischen Truppen die ungarisch-serbische Grenze überschritten und beim Vormarsch gegen Mitrovitz den programmäßigen Punkt erreicht. Die Serben seien überall znrückgeworfen worden. In Wien wurden die Nachrichten vom Ausbruch der Feindseligkeiten mit stürmischem Jubel ausgenommen. Mitrovitz ist ein ungarischer Grenzort an der Save mit 2000 Einwohnern. Eine weitere Wiener Meldung des Berliner Lokalanzeigers besagt, auf der Donau bei Kocewo wurden die serbischen Truppen- transportdampfer „Wanda" und „ZarNikolaus" von österreichischen Booten der Donauflotte aufgebracht. Dabei wurden die ersten serbischen Gefangenen gemacht. Paris, 27. Juli. Der ehemalige Abgeordnete Francois Deloucla weist in seinem Blatte „Paris Journal" darauf hin, daß die öffentliche Meinung Englands der Sache Oesterreichs günstig gesinnt sei und spricht den Wunsch aus, daß auch die Staatsmänner des Kontinents ihre Sympathien Oesterreich-Ungarn zuwenden möchten, das unter den serbischen Treibereien zu leiden habe. * Paris, 28. Juli. Der Sonderberichterstatter des „Matin" meldet aus Berlin: Man frage sich, ob die russische Regierung wirklich wegen einer durch einige serbische Mörder hervorgerufenen Frage einen Krieg wolle. Eine russische Persönlichkeit habe ihm erklärt, es würde dies in der Tat eine wenig ehrenvolle Sache sein, um Rußland zu veranlassen, in den Krieg zu ziehen. "Paris, 28. Juli. Der „Figaro" schreibt: Wenn die militärische Aktion Oesterreich-Ungarns sich auf die Besetzung von-Belgrad beschränken würde, die wohl ohne Blutvergießen erfolgen wird, dann wird noch nichts Unheilbares geschehen sein und die Verhandlungen werden noch fortgesetzt werden können. Wir hoffen fest darauf, welches Mißtrauen auch das Vorgehen Oesterreich-Ungarns einflößen mag. * Paris, 28. Juli. Aus Nancy wird gemeldet, die Bevölkerung sei zwar beunruhigt, aber keineswegs von Schrecken erfüllt. Aus den Banken seien zahlreiche Einlagen abgehoben. aber ohne daß eine Panik vorgekommen sei. Paris, 27. Juli. Die Zeitung „Journal" meldet aus Konstantinopel: Der griechische Gesandte erklärte, daß Griechenland im Falle eines serbisch-österreichischen Konfliktes verpflichtet wäre, Serbien mit hunderttausend Mann zu unterstützen. London, 27. Juli. Die „Morning Post" schreibt: „Die Lage ist eine solche, daß ein mutiger Mann der Menschheit einen seltenen Dienst erweisen kann. Ein solcher Mann ist der deutsche Kaiser an der Spitze einer großen Nation, einer großen Armee und einer großen Flotte. Der Kaiser ist vielleicht in einer Lage, die ihn sehr dazu qualifiziert, die Initiative zum Einschreiten zu ergreifen, indem die österreichische Regierung eingeladen werden könnte, mit den anderen Mächten in Verbindung zu treten, bevor eine militärische Aktion unternommen werden würde. Wenn dies erreicht werden könnte, so brauchte nach unserer Meinung in Europa kein Schuß wegen dieser Angelegenheit abgefeuert zu werden. Ein solcher Schritt kann zur Zerstreuung vieler Wolken führen, die lange über Europa hingen und zum Verschwenden von manchem Haß und Argwohn. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß der deutsche Kaiser bemüht ist, den Frieden zu erhalten." * London, 27. Juli. Wie gestern abend in diplomatischen Kreisen bekannt wurde, hat die englische Regierung ihre Botschafter in Paris, Berlin und Rom angewiesen, Schritte anzuregen, die in Wien und Petersburg unternommen werden sollten, damit den an dem österreichisch-serbischen Konflikt nicht direkt interessierten vier Mächten nämlich Deutschland, Frankreich, Italien und England die Aufgabe einer Vermittlung übertragen wird. * London, 28. Juli. Unterhaus. Nach der Rede von Sir Edward Grey fragte Lawson, ob es wahr sei, daß der deutsche Kaiser gestern morgen im Prinzip eine Vermittelung, wie sie Grey vorgeschlagen habe, angenommen habe. Grey erwiderte: Er sei überzeugt, daß die deutsche Regierung der Vermittelungsidee zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland im Prinzip günstig sei. Aber über den speziellen Vorschlag, daß man zu dem Prinzip einer Vermittelung durch eine Konferenz greife, habe er noch keine Antwort erhalten. * London, 28. Juli. Frankreich hat der britischen Regierung ihr volles Einverständnis mit dem Vorschlag des Staatssekretärs Grey mitgeteilt. Rom, 27. Juli. Hier verlautet, Rußland habe Italien ersucht, die Vermittlung zwischen Oesterreich und Serbien zu übernehmen. Italien sei dazu bereit und man hoffe in Rom, daß Oesterreich die italienische Vermittlung annehmen werde. JeriiUetorr. 88 ) Zwei Krauen. Roman von H. Courths - Mahler. (Fortsetzung.) Annettes merkte mit dankbarer Glückselic keit nur zu gut daß Norbert ihre Neiguii erwiderte. Trotzdem er sich in der Gewa hatte, sah sie wie seine Augen aufstrahltei wenn er sie erblickte, wie seine Blicke an ik hingen in selbstvergessener Innigkeit, und wi er ihre Nähe suchte und tausend Vorwänk fand, mit ihr zusammen zu sein. Annette ahnte ja glicht, daß er gebunden war an eiu andere. Sie glaubte, jene Verirrung zu eine Frau, die ihn unglücklich gemacht hatte, si abgetan. Daß er je verheiratet gewesen wa: kam ihr nicht in den Sinn. Seinen Traurin > 1 *"? c^^ert schon nicht mehr, seit er sic "" getrennt hatte, um nicht an sie ei innert zu werden. heit^°Er*mm,^b, sich unsagbar nach Frei ettken rukia?n Heidelberg, 27. Juli. Eine von etwa 200 Personen besuchte Vertrauensmännerver- sammlung der nat.-lib. Partei des 12. badischen Reichstagswahlkreises stellte gestern nachmittag Landgerichtsdirektor Dr. Obkircher als Kandidaten für die demnächstige Reichstagsersatzwahl auf. Dr. Obkircher nahm die Wahl an. Rastatt, 27. Juli. Gestern abend gerieten in einer Wirtschaft mehrere Soldaten von den Infanterie-Regimentern Nr. 40 und 111 aus bis jetzt unbekannter Ursache in Streit, der sich dann auf dem Werderplatze fortsetzte. Hier schlugen die beiden Parteien mit den blanken Seitengewehren längere Zeit aufeinander ein. Bis eine Militärpatrouille und die Schutzmannschaft herbeikamen, hatten sich die Täter nach verschiedenen Richtungen hin entfernt. >Lu Müllheim, 27 Juli. Die Perono- spora hat in der abgelaufenen Woche unter dem Einfluß der gewitterschwülen Witterungsverhältnisse in großem Umfange zugenommen und dabei strichweise nicht nur die Blätter, sondern auch die jungen Trauben befallen. Eine erfolgreiche Bekämpfung der Krankheit ist bei den reichlichen Niederschlägen nicht nur überaus schwierig und mühsam, sondern auch sehr kostspielig, denn es muß viel öfter gespritzt werden, als unter günstigen Witterungsverhältnissen. Meßkirch, 27. Juli. Die Verhandlung gegen den Rechtsanwalt Weber, dessen Verhaftung seinerzeit so großes Aufsehen erregt hat, findet am 4. August vor der Strafkammer in Konstanz statt. H Dingelsdorf, 27. Juli. Der Fischermeister Alois Meßmer wurde dieser Tage von seiner Gattin mit dem 12. Knaben be- „Nun — man könnte sich darüber Gewißheit verschaffen," sagte Bruckner mit Nachdruck. Norbert fuhr auf. „Ach — Sie meinen, man müßte einen Spion auf sie Hetzen? Nein, Herr Doktor, das widerstrebt meinem Empfinden, das ist wenig ritterlich. Sie hat auf meinen Wunsch meinen Namen abgelegt und ist unter ihrem Mädchennamen engagiert. Im übrigen ist sie mir so gleichgültig geworden. Aber vielleicht ließe sie sich zur Scheidung bereit finden, wenn ich ihr eine entsprechende Summe biete. Ich dachte mir, daß Sie mit ihr in Verbindung treten könnten und diplomatisch meine Sache führten. Sie müßten ihr nahelegen, daß unsere Ehe, die ja längst keine Ehe mehr ist, unbedingt gelöst werden muß. Sie wird sich dann bereit finden lassen, auf meine Aufforderung eben nicht zu mir zurückzukehren. Zur Einleitung bitte ich Sie, ihr die bereits fällige Monatsrate zu übersenden. Bitte, erhöhen Sie diese auf fünfhundert Mark." Bruckner versprach, daß er dis ganze Angelegenheit erst einmal in Ruhe überdenken und Norbert dann Mitteilen wollte, wie er sie am besten ordnen zu können glaubte. Norbert war damit einverstanden Er bat Bruckner nur noch einmal sehr dringend, alles so einzurichten, daß vor seiner Scheidung niemand etwas, von seiner Verheiratung erführe. „Ich gebe ' ren zu bedenken, lieber Herr Doktor, daß in Falkenau niemand eine Ahnung hat von meiner Verheiratung — auch meine Base, Baroneß Annelies, nicht. Und cs liegt mir alles daran, daß es niemand erfährt — ich habe meine Gründe dazu," sagte er erregt. Bruckner blickte ihn ernst und dringlich an. „Herr Baron — Ihre Gründe in Ehren — aber ich halte es nicht für gut und richtig, daß Sie darüber Stillschweigen herrschen lassen wollen. ES ist kaum anzunehmen, daß Ihre Ehe auf die Dauer unbedingtes Geheimnis bleibt. Bedenken Sie nun, bitte, die Wirkung, wenn man in Falkenau von anderer Seite durch irgendeinen Zufall erfährt, daß Sie eine Frau haben. Ich rate Ihnen in Ihrem eigenen Interesse sehr dringend — weihen Sie wenigstens Baroneß Falkenau in Ihr Geheimnis ein. Sie allein dürfen ihr die Eröffnung machen, ohne daß Sie ein Vorwurf treffen könnte. Sie haben doch gewiß keine Schuld zu verbergen. Daß Sie zü vertrauensselig waren und in jugendlicher Uebereilung diese Ehe geschloffen haben, spricht eher für, als gegen Sie. Und Baroneß Falkenau ist als ein frei- und groß- denkender Mensch von ihrem Vater erzogen worden. Sie wird keine geringere Meinung von Ihnen bekommen, wenn sie Ihr Unglück erfährt. Glauben Sie rnir, einem alten, erfahrenen Mann, der das Leben und die Menschen kennt — Offenheit ist hier das beste und das notwendigste." (Fortsetzung folgt.) schenkt. Meßmer hat nun 12 lebende Knaben und 6 Mädchen. . Deutsches Reich »iel 27- Juli. Der Kaiser ist heute 7 Uhr an Bord der ..Hohenzollern L einqetroffen. Heute vormittag 9 Uhr .st ^ Kai er im Sonderzug nach Berlin ab- .ereist. Unter sich immer wiederholenden stürmischen Hochrufen und patriotischen Gesängen des die Bahnhofshalle besetzt haltenden zahlreichen Publikums verließ der Zug die Halle. * . Potsdam, 27. Jul. Der Kaiser nahm alsbald nach seiner Ankunft nn Neuen Palais zunächst einen längeren Vortrag des Reichskanzlers entgegen und empfing darauf auch die Chefs des Generalstabes und des Admiralstabes. Der Kaiser gedenkt einige Tage ier zu bleiben und demnächst den gewohnten ufenthalt in Wilhelmshöhe zu nehmen. Luxemburg. * Luxemburg, 28. Juli. Auf der Bahnstrecke zwischen Luxemburg und Brüssel riß ein mit 3 Lokomotiven bespannter Güterzug entzwei. Die Maschine, die hinten am Zug Schiebedienste verrichtete, preßte ihren Wagenpark so heftig an die vordere Zughälfte, daß 40 Wagen aus dem Gleise sprangen. Nach einer Meldung des „Berliner Tagbl." sollen Haufen von zertrümmerten Kohlenwagen auf beiden Seiten der Gleise liegen. Den ganzen gestrigen Tag über mußten die luxemburgischen Züge umgeleitet werden. Bei dem Unfall sind 2 Mann des Zugpersonals getötet und mehrere Personen schwer verletzt worden England. * London, 28. Juli. Das Polizeigericht hat die Verhaftung gegen den deutschen Signalwärter Hahnenbrnck, dessen Auslieferung von Deutschland beantragt war, und nunmehr vom Gericht beschlossen wurde, angeordnet. Hahnenbruck ist beschuldigt, den FörsterTöffinger ermordet zu haben. Rußland. * Warschau, 28. Juli. Auf dem Hauptpostamt explodierte gestern eine Höllenmaschine, die in einem Postpaket verpackt war. Bei der Explosion wurden mehrere Personen schwerverletzt. Von wem die Sendung aufgegeben war, konnte nicht ermittelt werden. lAmtSgericht Durlach.s Tagesordnung «»Ssfrngertchtsfttznng am Mittwoch des 29. Juli 1914. vorm. 9 Uhr: 1) Christ an Banz von Eibensbach wegen unerlaubter Auswanderung. 2) Karl Gans von Karlsruhe Mühlburg wegen Körperverletzung. 3) Karl Friedrich Benz von Grötzingen wegen Körperverletzung. 4) Johann Christof Mall von Söllingen wegen Vergehen gegen das Kinde rfchutz- gesetz. 5) Friedrich Kraus von Grötzingen wegen 8 örperverletzung. Dnrlach Fahrnis-Lersteizemn,. Im Auftrag versteigert der Unterzeichnete Donnerstag den 3V. d. M., nachmittags 2 Uhr beginnend, Friedrichstratze 7 (Wirtschaft) folgende Gegenstände gegen Barzahlung: 1 Messerputzmaschine, emaillierte Häfen, Messer, Gabeln, Löffel, Bratpfannen, Porzellan, Teller, Schüsseln, Flaschen, Gläser, 1 französisches Billard, neu überzogen, 1 Grammophon, 2 aufgerichtete Betten, 1 Kieiderschrank, 1 Gasherd, 6 Dutzend kleine und große Bierteller, Würfelbecher und sonst noch verschiedenes. Durlach, 28. Juli 1914. Friedrich Kratt. Ein großes Parterrezimmer, möbliert oder unmöbliert, ist sofort zu vermieten. 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