Ubormerneutsprcis: «irrteljöhrlüh 1 uk 10 4h. Im Reichsgebiet 1 SS H ohnr Best-llg-iL GiurückungSgebühr: Dir viergsspattene Zeile oder deren Raum S H, Reklamezrilr 20 'Ä> .Ä mit LLrtlkchTM BerknndigunzÄdlatt für de« Amtsbezirk Lurlach. Redaknon, Druck und «erlag von Adolf DupS, Mittelstraße 8, Durlach. — Fernsprecher Nr. 204. Anzeigen-Annahme bis vormittags 10 Uhr, größere Anzeigen tagS zuvor erbeten. ^ 225. Samstag den 26. September 1914. 86. Jahrgang Der Krieg. W.T.B. Großes Hauptquartier, 2S. Sept., abends. Der Fortgang der Operationen hat auf unserem äußersten rechten Flügel zu «euen Kämpfen geführt, in denen eine Entscheidung bisher nicht gefallen ist. In der Mitte der Schlachtfront ist heute, abgesehen von einzelnen Vorstößen beider Parteien, nichts geschehen. Als erstes der Sperrforts südlich Verdun ist hente Sei, it«»«ii»t»«8 bei St. Mihiel gefallen. Das bayerische Regiment von der Tann hat ans dem Fort die deutsche Fahne gehißt und unsere Truppen haben dort die Maas überschritte«. Im übrigen weder im Westen noch im Oste« irgendwelche Veränderungen. * Berlin, 26. Sept. Die Erwartung, daß sich an der Sperrfortlinie zwischen Verdun und Toul wohl etwas ereignen werde, hat sich also erfüllt, so schreibt der „Berliner Lokalanzeiger" und fährt fort: Dem 11. bayerischen Regiment von der Tann gebührt der Ruhm, den ersten Durchstoß durch das starke Hindernis geinacht zu haben, dessen Beseitigung für unsere seit Wochen kämpfenden Truppen zwischen Maas und Oise von so großer Bedeutung war. Die beherrschende Lage des Forts 6uwp äes Romains war, wie der Name zeigt, bereits von den alten Römern erkannt worden. Das Fort liegt nur I V, Kilometer von dem im Maastal liegenden Ort Beslee, dessen Brücke sofort den gewünschten Uebergang über die Maas bot für die ersten Truppen der Armee des Kronprinzen Ruprecht von Bayern im Rücken der französischen Front und damit das Zeichen zum letzten Verzweiflungskampf derselben oder zum sofortigen Rückzug auf der ganzen Linie gab. Der Kampf auf dem rechten Flügel bei Noyon zeigt, daß wir den Angreifern jedenfalls an der Klinge bleiben werden, sodaß selbst ein sofortiger Rückzug der Franzosen unserer braven Armee einen guten Erfolg bringt. W.T.B. Berlin. 26. Sept. (Amtl.) Der Kaiser hat dem Kommandanten des Unterseebotes „Ri 9", Kapitänlent- nant Otto Weddingen, das Eiserne Kreuz erster Klasse und den übrigen Offizieren und Mannschaften das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. W.T.B. Berlin, 25. Sept. Nach Verlustliste Nr. 34 sind vom Leibgrenadier-Rgt. Nr. 109 tot: 5 Offiziere, 20 Unteroffiziere, 113 Mann; verwundet: 13 Offiziere, 59 Unteroffiziere, 529 Mann; vermißt: 2 Unteroffiziere, 74 Mann. W.T.B. Berlin, 25. Sept. Nach einer dem Chef des Feldsanitätswesens vorliegenden Meldung ist im Etappengebiet eine Krankentransport-Abteilung, die mit der Herbeischaffung verwundeter Franzosen beauftragt war, am 23. Sept. von französischen Franktireurs überfallen worden. Sie verlor dabei an Verwundeten und Toten einen Oberarzt und sieben freiwillige Krankenpfleger. Berlin, 25. Sept. Man meldet aus Köln: General French erstattete Bericht über die Vorgänge an der Aisne bis zum 7. September. Seine Ausführungen besagen kaum mehr, als über die Operationen bereits bekannt war. Er erklärt gleichfalls, daß es ein Irrtum gewesen sei, von einem Rückzugsgefecht der Deutschen zu sprechen, daß die Deutschen vielmehr in ausgezeichneten Stellungen auf den Höhen am rechten Aisneufer stehen. Die deutschen Haubitzen beherrschen von dort aus das gauze Flußtal. Die Engländer haben schwer gelitten. Der Bericht sagt über die deutschen Truppen: „Sie sind gut ausgebildet, lange vorbereitet, tapfer im Kampfe, geschickt, mutig, aber nicht wählerisch in den Mitteln zu siegen. Zwar sind viele Erzählungen über ihr Beträgen übertrieben und ihre Maßnahmen, um sich vor den Angriffen der wütenden Bevölkerung zu schützen, berechtigt. Aber doch sind Grausamkeiten von ihnen verübt worden." Zürich, 22. Sept. In einem Brief, den die „Neue Züricher Zeitung" aus Paris veröffentlicht, wird u. a. geschrieben: „Bei meiner Fahrt von Bern nach Paris hielt der Zug auf jeder Station, und überall sah man neues Elend. Die Wartesäle waren Lazarette für Schwerverwundete, die Verwundetenzüge endlos." Der Brief ist vom 4. September datiert. Berlin, 25. Sept. Die aus französischer Quelle verbreitete Nachricht, der Papst habe bei Kaiser Wilhelm oder bei der deutschen Regierung eine Verwahrung wegen der Beschädigung der Kathedrale von Reims eingelegt, ist unzutreffend. Richtig ist, daß durch den Gesandten Preußens bei der Kurie in Rom der Papst über den wirklichen Sachverhalt unterrichtet worden ist und sich über die erhaltene Aufklärung befriedigend geäußert hat. Zürich, 23. Sept. „Figaro" und „Journal" geben nunmehr zu, daß vom französischen Heer Dum-Dum-Geschosse verwendet werden, weil die Hohlspitze den Luftwiderstand vermindere und das Durchschlagen dünner Schießstände verhindere. Sie leugnen aber, daß diese Geschosse im Feld gebraucht wurden oder gebraucht worden seien. W.T.B. Berlin, 25. Sept. Die oberste Heeresleitung teilt mit: Bei einer Erkundigungsfahrt auf einer Lokomotive nach Russisch-Polen, bei der der auf der Lokomotive stehende Hauptmann Bader den Heldentod fand, hat sich der Lokomotivführer Beck aus Tarnowitz vortrefflich benommen. Beck erhielt, neben Hauptmann Bader stehend, außer Verletzungen durch Eisensplitter einen Schuß durch die Lunge. Trotz dieser schweren Verwundung hat Beck noch vier Stunden auf seinem Posten ausgehalten und die Lokomotive glücklich zur Abfahrtstation zurückgeführt, wo er dann zusammenbrach. Während der Rückfahrt hatte er auch noch die Lokomotive reparieren und Jeuilleton. Die Sängerin. Roman von Franz Treller. 18) (Fortsetzung.) „Ah, ich beglückwünsche Sie, daß Sie d Fähigkeiten haben, mühelos das Reich d« Phantasie aufzusuchen. Sie sollen, wie i< von kundiger Seite erfahren habe, über ein tref liches Talent verfügen, hochinteressante Fabel zu ersinnen. — Es wäre liebenswürdig, wenn Sie au, mir gelegentlich gestatteten, diese Seite Ihre künstlerischen Schaffens kennen zu lernen; i, bin eine Freundin von hübsch erfundenen G< schichten!" Es wurde dies mit einem Lächeln und m der ganzen Artigkeit der Hofdame gesagt, ei regte aber doch bei dem Fräulein ein äußer! unbehagliches Gefühl, denn der Gräfin Wort sagten ihr, daß diese Dame unterrichtet se »Erfindungen" sie kolportierte, mußte also Verräter geben, und dies Erkenntnis verbesserte ihre Stimmung nichi denn der Gräfin Zorn war zu fürchten. "r^romn Aglas, die gleich Fräulein v. Ber verstanden hatte glaubte dieser zu Hilfe komme! zu muffen und sagte: ^ „O, unsere Berg greift nur ins volle Menschenleben, und wo sie es faßt, ist es interessant. Frau Gräfin werden sich davon gewiß noch überzeugen!" Mit einer gleich höflichen Ruhe, aber mit einem Zug der Verachtung um den schöngeschnittenen Mund antwortete die Gräfin, das Auge auf die Baronin richtend: „So will ich Fräulein von Berg nur wünschen, daß sie sich nicht vergreift, nicht für das Wahre hält, was nur trügerische Schemen sind, denn solche Jrrtümer sind für den Erfolg einer Dichtung oft sehr nachteilig." Das Erscheinen des Intendanten im Rock des Kammerherrn zeigte an, daß der Fürst angekommen sei, und das Foyer entleerte sich. Die Damen suchten die Logen auf, die wenigen Herren folgten ihnen Baronin von Aglas hatte ihre Loge neben derjenigen der Gräfin. Das Vorspiel begann und tiefe Stille herrschte im Saale. Endlich erschien Elsa, und alle Operngläser richteten sich auf sie, einige verstohlen auch auf die Gräfin. Die Baronin beobachtete diese vorsichtig, aber scharf. Langsam erhob auch die Gräfin das Opernglas und richtete es auf das Gesicht Elsas. Ein Schauer durchzuckte sie, als sie es so deutlich vor sich sah, als sie dort in Züge blickte, wie sie vor zwanzig Jahren ihr der Spiegel gezeigt hatte. Vorsichtig hatte sie etwas Rot aufgelegt, sonst wäre es bemerkt worden, wie sie iri einer Aufregung, über die sie sich augenblicklich selbst keine Rechenschaft geben konnte, erbleichte. Nur mit Mühe bezwang sie das Zittern der Hand, die das Glas hielt, ein Sturm seltsamer Gefühle und Ahnungen erhob sich in ihrer Seele, und es gehörte ihre ganze Selbstbeherrschung, all ihre Energie dazu, um nicht zu verraten, wie sehr sie bewegt war. Aber sie zwang ihre Züge zur Ruhe, zwang sie zu einem Lächeln, ließ das Glas nachlässig sinken und sagte zu der neben ihr sitzenden Frau von Aglas ohne Beben des Tones: „Ja, in der Tat, die Aehnlichkeit ist da, liebe Baronin, überraschend, da sehe ich, daß ich einstmals ganz hübsch gewesen sein muß!" „Ja, die Natur hat sich hier in einer ihrer schöpferischen Launen wiederholt, die Aehnlichkeit ist in der Tat frappierend," erwiderte die Baronin zustimmend in einer Weise, die von der Gräfin in der tiefen Bewegung ihrer Seele nicht beachtet wurde. (Fortsetzung folgt.) dichten müssen, weil sie durch feindliche Schüsse beschädigt worden war. — Der Kaiser hat nun seine Pflichttreue, Tapferkeit und Selbstverleugnung mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse belohnt. W.T.B. Berlin, 25. Sept. (Amtlich.) Durch rechtzeitig angemeldete, aber verspätet eingegangene Zeichnungen auf die Kriegsanleihe hat sich das Ergebnis um rund 70 Millionen Mark erhöht. Es sind also gezeichnet worden: Reichsanleihe: 3121001300 -F, darunter mit Schuldbucheintrag und Sperre bis zum 15 April 1915: 1198987 700 Reichsschatzanweisung: 1339727600 zusammen 4460728900 Unter der Zeichnung auf die Schatzanweisung befinden sich 582,9 Millionen Mark Wahlzeichnungen, während Zeichner für den Fall der Ueberzeichnung der Schatzanweisung erklärten, daß sie bereit seien, sich statt derselben auch der Reichsanleihe zuteilen zu lassen. Die Zeichnung istnunmehr geschlossen; es sind daher vorstehende Ziffern als endgültig zu betrachten. W.T.B. Christiania, 25. Sept. (Nicht amtlich.) Ueber die Heldentat des deutschen Unterseebootes „U 9" schreibt ein bekannter norwegischer Admiral dem „Morgenbladet": Die englische Taktik der Blokade der Nord- und Ostsee ist zum Tode verurteilt, da durch die gesamte englische Bewachungskette von über zweihundert Seemeilen von der eigenen Basis entfernt bis zum Kanal, jenes von England seit Jahrhunderten beherrschten Seeterritorium sich ein deutsches Unterseeboot mit zwanzig Mann Besatzung schleichen konnte. Daß die vernichteten Panzerkreuzer älter sind, ist gleichgültig Wie es gestern diesem in den Grund gebohrten Panzergeschwader erging, kann es morgen der ganzen englischen Hochseeflotte ergehen. Die Nordsee und die Ostsee sind nicht länger der Besitz englischer blockierender Panzerkreuzer. Eine neue Zeit, eine neue Methode beginnt. Bedeutungsvoll für die kleinen Seestaaten, da sie imstande sind, eine beträchtliche Anzahl dieser nicht teueren, aber furchtbaren Seewaffen anzuschaffen. * Berlin, 26. Sept. lieber die Aufgabe Italiens heißt es in einem offenen Brief des Herzogs von Castoria im „Giornale d'Jtalia": Gewiß hat die vielfach beschränkte österreichische Politik gegen Italien manches Unrecht getan. Aber warum vergessen die Italiener all' das schwere Unrecht, das die Franzosen gegen Italien begangen haben. Von der Besitzergreifung von Tunis angefangen, bis zu den für Italien so kränkenden Zwischenfällen während des Tripoliskriegs? Der Herzog setzt auseinander, wie überaus verhängnisvoll für Italien ein Zusammengehen mit der Entente wäre, und schließt: Es ist gar nicht zu zweifeln, daß die Regierung ihre Gerechtigkeits- und Weisheitspolitik der Neutralität unbedingt fortführen wird. W.T.B. Konstantinopel, 25. Sept. Der „Jkdam" meldet: Der Sultan richtete anläßlich der Verwundung des Prinzen Joachim ein sehr herzliches Telegramm an Kaiser Wilhelm, das der Kaiser ebenso herzlich dankend erwiderte. Wien, 23. Sept. Dem Brief eines Wieners aus Kairo vom 6. September entnimmt die „Neue Freie Presse": „Es gab hier schon einen großen Aufruhr. Vorgestern wurde die Muski- und die Benelsureinstraße, das Hauptgeschäftsviertel, total geplündert und ausgeraubt. Englische Kavallerie erschien wohl und säuberte den Platz, aber sie kam zu spät. Die vielen engen Seitengassen bildeten einen Schlupfwinkel, wohin keine Kavallerie kann. Es ging drunter und drüber." Genf, 24. Sept. Der „Petit Parisien" teilt, dem „B. T." zufolge, mit, das französische Heereskommando sehe sich vor die Notwendigkeit versetzt, den Rücktransport der afrikanischen Truppen ins Auge zu fassen, da es sich jetzt schon herausgestellt hat, daß dieselben einem Winterfeldzug nicht gewachsen seien. Außerdem sei die Verstärkung der Truppen in Tunis und vor allem in Marokko eine durch die Verhältnisse üe dingte dringende Notwendigkeit. W.T.B. New-Aork, 25. Sept. Die „New- Aorker Staatszeitung" schreibt: Die täglichen Klagen über ungeheuere Missetaten und Barbareien von Deutschen sind von der englischen Heuchelei diktiert. Wie steht es mit den Greueltaten in Eurem eigenen Hause? Kehret erst vor der eigenen Türe, bevor Ihr Heuchler die „Barbareien" Anderer kritisiert! Ist schon das Rot der Scham Euerer Wangen vergangen über den Greuel und den Raub an der Verwaltung der Newhaven Railroad Company? Hages neuigAei tsn. Bade« ^ Karlsruhe, 25. Sept. Die Militärverwaltung hat dem badischen Roten Kreuz die Mitteilung gemacht, daß sie für jeden Mann des 14. Armeekorps folgende warme Unterkleidung beschafft hat: Ein Hemd, eine Unterhose, eine Leibbinde. Ohrenklappen, Pulswärmer und zwei Paar Socken. Da die Wolle in Deutschland selten wird (Lieferungsland ist England), so wurden Hemden und Unterhosen aus Halbwolle beschafft. Das Note Kreuz hat nun erwogen, ob es nicht für wollene Unterkleidung sorgen könne. Rechnet man aber für Hemd und Unterhose aus Wolle nur 10 Mark für den Mann, so würden diese 100000 Mark für die badischen Truppen (in Wirklichkeit wird es aber mehr sein) ausmachen. Trotz der reichlichen Geldeingänge für das Rote Kreuz ist eine Beschaffung von Woll- unterkleidern für jeden Mann nicht ausführbar. — Hoch anzuerkennen ist, daß vom Lande so außerordentlich große Gaben an die Lazarette, deren Personalbestand durch die Entlassung vieler Verwundeter sich erheblich vermindert hat, einkommen. Bei der Beerdigung von im Lazarett verstorbenen Soldaten läßt die Großherzogin Witwe Luise jeweils einen Palmzweig auf den Sarg legen. Bei der Bestattung ist ein Vertreter des Lazarettvorstandes zugegen und von Mannschaften des Militärs werden die üblichen Salven abgegeben, dies geschieht auch bei den französischen Soldaten. In den Sarg der Gestorbenen wird eine Tafel mit dem Namen des Bestatteten gelegt, sodaß bei späteren Umbestattungen kein Zweifel über die Identität der Personen entstehen kann. Z Karlsruhe, 25. Sept. Vor der Strafkammer I, die heute unter dem Vorsitze des Landgerichtsdirektors Dr. Dölter tagte, hatte sich u. a. der Ausläufer Wilhelm Müller aus Jöhlingen zu verantworten, der, trotzdem er erst um weniges das 20. Lebensjahr überschritten hat, wegen Betrügereien und wegen Diebstählen schon empfindlich vorbestraft ist. Trotzdem Müller hier in Stellung war, versuchte er sich in der ersten Hälfte des Monats August durch Diebstähle zu bereichern, die er in Krankenhäusern in Karlsruhe und Baden- Baden vornahm. Er entwendete dort Schmucksachen und andere Wertgegenstände, die dem Krankenpflege-Personal gehörten, und versetzte die Sachen in Karlsruhe. Einer Zimmervermieterin, bei der er unter falschem Namen Quartier nahm, stahl Müller ebenfalls verschiedene Gegenstände In Dur lach mietete Müller sich wieder unter falschem Namen (als „Kunstmaler aus München") ein und ließ sich von einer Karlsruher Konfektionsfirma sechs Anzüge in die Durlacher Wohnung zur Auswahl schicken. Die Anzüge versetzte er zum Teil, zum Teil verkaufte er sie an einen Trödler. Natürlich prellte Müller den Durlacher Hauswirt auch um den Mietzins. Das Gericht sprach die exemplarische Strafe von 4 Jahren Zuchthaus gegen den gefährlichen Burschen aus. Außerdem wurden ihm die Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt. A Mannheim, 25. Sept. Die Mitglieder des Orchesters des Hof- und National- Theaters haben beschlossen in diesem Winter statt 8 nur 6 ihrer Konzerte abzuhalten. Die Eintrittspreise zu diesen musikalischen Abenden sollen ermäßigt und die Reineinnahme den bedürftigen Angehörigen Mannheimer Krieger überwiesen werden. Hofkapellmeister Bodanzky wie die Mitglieder i^s Orchesters haben auf Vergütung verzichtet. ^ Ebringen (Amt Freiburg), 25. Sevt Bei dem Hinscheiden des früheren Abgeordneten Oekonomierat Julius Schüler, sind den Angehörigen zahlreiche Beileidsschreiben und Telegramme zugegangen. Der Großherzog sprach seine Teilnahme in einem Telegramm aus. Staatsminister Freih. von Dusch sandte ein Beileidsschreiben und die Minister Freih. von Bodman und Finanzminister Rheinboldt telegraphische Beileidsbezeugungen. V Konstanz, 25. Sept. Einen grausamen Tod fand im Feindesland Leutnant Ludwig vom Konstanzer Jnf.-Rgt. Ludwig war zur Beobachtung auf einen Baum gestiegen. Als er starke französische Truppen aus der Ferne anmarschieren sah, sprang er herunter und verstauchte sich einen Fuß derart, daß er nicht mehr weiter gehen konnte. Seine kleine Abteilung mußte ihn am Straßenrand liegen lassen. Als deutsche Truppen kurz darauf wieder auf dem Platze ankamen, fanden sie den Leutnant am Baum aufgehängt, mit seinem eigenen Degen ward er mehrere Male von den grausamen Feinden durchstochen. — Um die zu Speisezwecken nicht erforderlichen frischen Kartoffeln in größerem Umfange für die Fütterung verwenden zu können, ist auf den meisten deutschen Bahnen mit Gültigkeit vom 25. September l. Js. während der Dauer des Kriegs ein Ausnahmetarif für frische Kartoffeln zur Herstellung von Trockenkartoffeln eingeführt worden, der auf Entfernungen bis zu 150 Kilometer erhebliche Ermäßigungen aufweist und nur für Sendungen gilt, die an eine im Ortsbereich der Empfangsstation liegende Kartoffeltrocknerei bestimmt sind. Die badische Staatsbahn ist dem Ausnahmetarif ebenfalls beigetreten. (Karlsr. Ztg.) Verschiedenes. * Berlin, 26. Sept. Der jüngste Inhaber des Eisernen Kreuzes dürfte nach der „Nordd. Allg. Ztg." Günter Paulus sein, der noch nicht 16 Jahre alt ist. Der junge Krieger hat bereits 2 Schlachten und 3 größere Gefechte mitgemacht, bei deren einem er sich durch Tapferkeit besonders auszeichnete. Paulus liegt z. Zt. im Wiesbadener Lazarett. * Berlin, 26. Sept. Einen Aufruf an die Kartenspieler erläßt das „Berliner Tageblatt", in dem es sich gern bereit erklärt, den Gewinn der Kartenspieler für die Kriegsfürsorge, für Frauen und Kinder der Wehrmänner und für die Arbeitslosen entgegenzunehmen. — Aus Lothringen wird der „Bayr. Landeszeitung" geschrieben: Als der Kaiser bei seiner neuerlichen Anwesenheit in unserem Spital die Verwundeten besuchte und auf die Frage an einen Verwundeten die stolze Antwort erhielt: „Ich bin a Bayer!", da meinte der Kaiser: „Euer Schneid war groß." „Ja", meinte der Bayer, „dös hätt's grad tau, aber wenn mer erst a Bier g'habt Hütten, dann hätten's no ganz anders g'schaut." Hurra TI S! Das war ein tolles Reiterstück Der Husaren von unter dem Meere Das war ein keckes Reiterglück Zu Westfalens Ruhm und Ehre. „Drei Kreuzer" verdimmich! englisch courant. Die Sache dürfte sich lohnen, Das macht nach der Rechnung hier zu Land Doch mindestens sechzig Millionen. Und außerdem gab's ein Lachen, juchheil Ein Lachen vom Etsch bis zum Belte Und Maas und Memel sind auch dabe, Und die Helden draußen im Felde. DaS hat unS mal wieder die Zähne gelöst, Hell sprühet im Auge das Feuer, DaS hat unS von schwerem Alb erlöst DaS war wie SonnenwendS Feier I Und daß Ihr samt und sonders zurück I Verdimmich I Und ohn' einen Toten — Das ist ein echtes Westfalenglück Doch hält' daS Geschick eS gleich ander» gewollt Und wäret Ihr alle gefallen — Alldeutschland steht ewig Euch lm Sold, Unsterblichkeit bleibt Euch ja alle«! Straßburg. Ferdinand AlfonS Mayer. . . . ^ nach den neuesten In der Zv Winteryut HMM Neumsyer Ihren Velour, Samt etc. NtNUl . Smalienstratz« 2S — Telexhon 2Lf. _»INN Kilt-. Velour- und Samtbüten. letztere auch aus selbstgestellten Stoffen. laßen Sie Ihren Velour, Samt etc. Llllllll i Smalienstratz« 2S — Telexhon 2Lf. Neuanfertigung von Filz-, Velour- und Samthüten, letztere auch aus selbstgestellten Stoffen. Kol'z-Wersteigerung. Das Gr. Forstamt Durlach versteigert am Donnerstag >en 1. Oktober, vormittags 1« Uhr, in Schübels Halle in Durlach das Dürr- und Windfallholz in Domänenwald Rittnert, Abt. 1 4, 6, 14, 15, 20 und in den Hund- stanaen. Stämme: 1 Kirschbaum l>1. und 1 dto. V. Kl., 1 Birke IV. Kl-, 1 Forle III. und 1 dto. Abschnitt 1l. Kl. Stangen: 7 Nkaz-Wagnerstangen, 260 Hopfenstangen II.—IV. Kl., 30 Reb- und 200 Bohnenstecken. Brennholz: 6 Ster buchene, 23 Ster gemischte und 7 Ster Nadelscheiter und Rollen; 10 Ster buchene und 59 Ster gemischte Prügel; 637 Stück buchene und gemischte Stänglewellen. Forstwart Bauer in Berghausen zeigt das Holz Auszahlung der Einquartierungsgelder. Wir fahren nächste Woche mit der Auszahlung der Einquar- tierunqsqelder weiter und zwar am Montag den 28. ds. Mts., nachm. 2—5 Uhr für folgende Straßen: Jägerstraße, Königstraße, Mühlstraße. Adlerstraße, Rappenstraße, Schlachthausstraße und Kronenstraße. Durlach den 26. September 1914. Der Gemeinderat. Ntthsltlü bki GaslnMöNlililgk». Wir machen daraus aufmerksam, daß kein Raum, in welchem eS nach GaS riecht, mit brennendem Licht betreten werden darf, gleichgültig, ob im Hanse Gas eingerichtet ist oder nicht. Brennende Lichter und Feuerungen sind bei auftretendem Gasgeruch zu löschen. Auch müssen sofort Fenster und Türen geöffnet und dadurch für ausgiebige Lüftung gesorgt werden. Insbesondere darf kein Lokal, in welchem Gasgeruch wahrgenominen wird, zu längerem Aufenthalt für Personen, namentlich zum Schlafen, benützt werden. Sofern sich die Ursache des auftretenden Gasgeruches nicht sofort erkennen und beseitigen läßt, ist umgehend das Gaswerk oder ein sachverständiger Installateur zu benachrichtigen. Bei Umzügen ist streng daraus zu achten, daß nach Abnahme der Beleuchtungskörper die Decken- und Wandscheiben durch eingeschraubte Verschlußkappen oder -Stopfen ordnungsgemäß verschlossen werden. Der Verschluß mittelst Papier- oder Korkstvpfen ist unzulässig und gefährlich, weshalb wir dringend hiervor warnen. Durlach den 21. September 1914. Släöt Kaswsrk Koksvsrkcruf. Für die Abgabe von Koks aus dem städt. Gaswerk gelten bis auf weiteres die seitherigen Bezugsbedingungen und Preise. Wir empfehlen, Bestellungen alsbald — mündlich oder schriftlich —. bewirken zu wollen. Den seitherigen Abonnenten lassen wir Bestellscheine dieser Tage zugehen. Im Kleinverkauf werden Mengen von V, Zentner an abgegeben. Die Abgabe von Koks erfolgt jeden Werktag in der Zeit von 9—11 Uhr vormittags und von 3—5 Uhr nachmittags, Durlach den 25. September 1914. Slctöt Kaswerk Kriegs Inmikienunterkühung. Nach Beschluß des Gemeinderats vom 25. d. Mts. mit Zustimmung des Zentralkomitees vom „Roten Kreuz" hier soll den bedürftigen Familien der im Felde stehenden Krieger Durlachs neben der Reichsbeihilfe auf Ansuchen folgende Unterstützung gewährt werden: Vonseiten der Stadt ein monatlicher Mietzinszuschuß für die Frau mit 0, 1 oder 2 Kindern .... 10 für die Frau mit größerer Kinderzahl .... 14 Dieser Zuschuß wird jeweils zu Beginn des nächsten Monats an die Frau gegen Vorzeigung der Mietzinsquittung oder im übrigen an den Vermieter bezahlt b. Vonseiten des „Roten Kreuzes" aus den öffentlichen Sammlungen unter Beihilfe der Stadt: für die Frau monatlich ein Zuschuß von .... 6 für jedes Kind monatlich ein Zuschuß von . . . 3 ^ für jedes Angehörige monatlich ein Zuschuß von . 3 wenn letzteres nach dem Reichsbeihilfegesetz unterstützungsberechtigt ist. «r r » ^ Zuwendung (Ziffer!)) kommt in denjenigen Fällen in Wegfall, wo die Unterstützungsbedürftigen von dritter Seite schon fest bestimmte Beträge erhalten, welche dieser Zuwendung mindestens gleich kommen. Sollte von dritter Seite ein geringerer Betrag gegeben werden, so ist derselbe entsprechend zu erhöhen. Durlach den 25. September 1914. Der Gemernderat. Das Rote Kreuz. Morgen. Sonniao: mit i»eu«n> im MIM KMMW M»« wozu freundlichst einladet Irau Bon heute ab Mer «Mer im Gasthaus zum Adler HK stugu 8 l L kmil kiistsn HK ^ ^ XoiilenbariRuirg—kssifsssi ^ ^ — Xsrlsruks - kneiniistsn — Liekilisvke Kesnen-äniggsn, Vei-laite-ki-Ucken, Redwsrke ---------------- Delepbon Xr. 129 mul 5624 ——-- sn pksbleii in bester HuslltLt IL«IrI!en HLvk«,, »eiltet« ss^- liobsr Xrt kür Inäustrie- uaä Luusbrsnä ru äso billigsten kreisen. Geschäfts-Empfehlung. Unterzeichneter empfiehlt sich mit seinem Schuhmacher Geschäft für Matz, Sohlen, Fleck und sämtliche» Reperaturc». Alle Arbeit wird nur gut und auf das feinste ausgeführt. Hochachtungsvollst Johann Osterrmyer, Schuhoiacheruieisler. Adlerstratze S, 1 Stock -^7—,- ^ »6T- T-»UV» Max Marx, UMHaMnsg. Karlsruhe, Beruhardstratze S, Tel. 687. für mich ein. Max Marx, UMHaMnsg. Karlsruhe - - v Grötziugen. Zwangs - Bersmqenmg. Dienstag den 2S. 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Kattens felcl-Krtiüerie-llsgsmsrit 14. ver Verein nirck rlem drrrren Lnmeruäen ein ebreuries Vuüvnlren benubren. vnrlueb cken 26. 8eptember 1914. Dsr Vsrs^ALÄ. Am 11. Sept. ist unser lieber Gatte, Vater, Bruder und Neffe Hstii-msnn LsrL Lall Iu»l»n1«r1« k^lnuvut Zir. 87 im Kampf fürs Vaterland durch Schrapnellschuß gefallen. Wcrrnens öev JarnMen: LviLL, Malermeister. Frankfurt, Durlach, 26. Sept. 1914. vs.iLlrss.sn»N. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dein schweren Verluste meiner unvergeßlichen Gattin.unserer guten Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Taute Lina llMLelldaL, geb. Likdesrngri!?, sagen auf diesem Wege herzlichen Dank. Besonderen Dank den Schwestern des städt. Kranken- hanses für die aufopfernde und liebevolle Pflege, dem Frauenverein, Herrn Stadtpfarrcr Wolfhard für die trostreichen Worte am Grabe, sowie allen, welche die Verstorbene während ihrer langen Krankheit mit Besuchen und Liebesgaben erfreuten und ihr das Geleite zur letzten Ruhestätte gaben. Durlach den 20. September 19l4. Die trauernden Hinterbliebenen. W L«r llvrbslLvIß empfehle ich Obstmühlen, Beeren- «. Traubenmühleu, Obstweinkeltern, Zapf- u. GärfpnuÄen, Stahlpflüge, Stall- düngercinleger, Kultivatoren, Scheibeneggen, Acker- und Wiese,reggen, Dnngerstrenmafchiueu, Röihen- sämafchine», Dreschmaschinen «. Göpelwerke, Putz- mühlen, Autterschneidmaschinen, Schrotmühlen, Rübcnmnhlen mit Garantie und Probezeit. 8L. L-snsslsr, Kammffraße 23. GM- mii Aiisblfitztt-Drmil Dmich. Sonntag den 27. September, nachmittags 3 Uhr, findet im Gasthaus zum Kranz, 2. Stock Ll«,ni»LvsrsL«»ii»Iru»S statt. Tagesordnung: Wohnungsmiete-Verhältnis in Kriegszeiten. Um recht Zahlreiche Beteiligung unserer verehelichen^ Mitglieder und solcher, die cs werden wollen, bittet Ae? BokANNb. -- Allen Freunden und Be- » kannten bei nnserm Wea-ua Z nach Waldkirch ein herzliches » Lebewohl! s FlMilie Flikölich WH! fst. gar. rein, V. ^ von 30 «n empfiehlt Lonlülorei /i. ttbrrmJnn. lrssse» slls llmäo 50 ^»Iiren! 81 » dsstsits» Lus x-u'Lütim't reinem kleiscli »nd iVeirenmelil — »tollt sns xevürrten XbOMen «ie die »ur xcliein- bsr dillixen kuttermütel. «s» verlnogs stet« 8,-r»tl's llunck- lillelen, Oellüxel- u. Xkekenfadter bei: Vsntrsl-vrogeris ?sul Vogvl, Uauptsti. 74 Die Sarge sSr Sie AeiSuag fällt jetzt mehr als je der Frau zu. Neuherstellung und Abändern von Kleidern ist mit Hilfe des Favorit- Modenaibums, Preis nur 60 Pfg., n. d. Favorit-Schnitte für jedermann bequem möglich. Erhältlich- bei H. Holtermann, Durlach, 3_Hauptstraße 50. rttMt.rspSlspritz«« Ivrizateur«, »te. sowie alle übrigen Sanitätsweren zu billigsten Preisen. Adler-Drogerie N«A«st Peter. Separatabteilung im 2 stock m. 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