ASsrmeWeutSpreis: Sirrtet'Lhrlich 1 .« 10 IM Reichsgebiet 1 ..Ä 35 H ohne Bestellgeld. SmrütkNigSgebirhr: Dir oiexgespsktene Zeile oder deren Nanrrr 9 RÄlamezeile ZV ^ M 256 Der Krieg. W.T.B. Großes HanPtpunrtier, 1. Nov., vorntittogs. (Mitteilung der obersten Heeresleitung.) I« Belgien werden die Operationen durch Ueber- schweinrnnngen erschwert, die am Aser- Apres-Kanal durch Zerstörung der Schleusen bei Rienport herbeigefnhrt sind. Bei Apres sind unsere Truppe« weiter dorgedrungen. Vs wurden mindestens TW Gefangene gemacht und einige Geschütze der Engländer erbeutet. Auch die westlich von Lille kämpfenden Truppe« find vorwärts gekommen. Die Zahl der bei Bailly gemachten Gefangenen erhöhte sich auf etwa 15KO. I« der Gegend von Verdun und To ul fanden nur kleinere Kämpfe statt. Im Nords sten staudeu «nsere Truppe» «och in unentschiedenem Kampf mit den Russen. * Berlin, 2. Nov. Aus Genf meldet der Sonderberichterstatter der „Deutschen Tageszeitung: Der amtliche Bericht heute gab in Paris Anlaß zu großem Pessimismus, weil er das Eingeständnis mehrerer Niederlagen der Verbündeten enthält. Das belgische Kommunique gibt ebenfalls das siegreiche Vordringen der Deutschen zu. Im „Berliner Lokalanzeiger" wird dieses französische Zugeständnis der Verluste bestätigt. Der Verlust der zwei wichtigsten Stützpunkte der Verbündeten südlich Dpern (Hollebeke und Sandvoorde) entwerte ihren angeblichen Fortschritt im Westen Dpern in der Richtung Paschendaele. Um einige südlich von Nieuport gelegene Orte wurde am letzten Oktober der Kampf fortgesetzt. Die Deutschen behaupten Bixschote heldenmütig gegen einen heftigen Bajonettangriff. Ramscäpelle war abwechselnd in französischem und deutschem Besitz. Man bespricht in Paris und Bordeaux die glänzenden deutschen Waffentaten, die Ein- Wit LWtächeW KerküudigrmgMatt für den LwLsbrjirk Durlach. Redaktion, Druck und Verlag von Adolf DupS, Mittelstraße 6, Durlach. — Fernsprecher Nr. 204. Anzeigen-Annahme bis vormittags 10 Uhr, größere Anzeige» tags zuvor erbeten. Montag den 2 November LVL4. nähme von Vailly und das Zurückwerfen der Franzosen über die Ais ne. W.T.B. Rom, 1. Nov. (Nicht amtlich.) Da die französische Heeresleitung wiederum eine Batterie vor der Kathedrale von Reims aufgestellt und einen Beobachtungsposten auf dem Turme der Kathedrale eingerichtet hat, hat im Auftrag des Reichskanzlers Dr. von Bethmann Hollweg der preußische Gesandte im Vatikan bei der Kurie gegen diesen barbarischen Mißbrauch von Gotteshäusern einen förmlichen Protest eingelegt. Die Franzosen allein tragen die Verantwortung für eine etwaige Beschädigung. Sie den Deutschen zur Last zu legen, sei heute leicht. W.T.B. Berlin, 1. Nov. Bei der Hofhaltung des Prinzen Friedrich Karl von Hessen ist nunmehr die amtliche Bestätigung eingetroffen, daß Prinz Maximilian von Hessen im Felde gefallen ist. Berlin, 1. Nov. Der „Lokalanzeiger" meldet aus Mailand: Nach dem „Corriere della Sera" hat die französische Regierung ihre Rückkehr nach Paris zum 20. November beschlossen. W T.B. Dover, 2. Nov. (Nicht amtlich.) Der englische Kreuzer „Hermes" wurde gestern morgen 8 Uhr durch zwei Torpedos getroffen. Das Schiff, welches 45 Minuten über Wasser blieb, kenterte dann und sank. Von der Besatzung werden 50 Mann vermißt. W.T.B. Frankfurt (Main), 31. Okt. Die „Franks. Zeitung" meldet aus Konstantinopel: Der türkische Kreuzer „Sultan Janus Selim" hat Sebastvpol erfolgreich beschossen und die Stadt in Brand gesteckt. W.T.B. Frankfurt (Main), 31. Okt. Die „Franks. Zeitung" meldet aus London: Ein Lloyds-Telegramm meldet, daß verschiedene (wahrscheinlich türkische) Torpedoboote, deren Namen unbekannt sind, einen Angriff gegen Odessa unternahmen und das russische Kanonenboot „Donetz" am Eingang des 86. Mhrgarrg Hafens zum Sinken brachten. Ein Teil der Bemannung ertrank, wurde getötet oder verwundet. Drei russische Dampfer und ein französischer Dampfer wurden beschädigt und einige Einwohner getötet oder verwundet. („Donetz" war ein älterer ungeschützter Kreuzer von 1250 Tonnen Wasserverdrängung; seine Bemannung betrug 135 Mann.) W.T.B. Konstantinopel, 31. Okt. (Nicht amtlich.) Den Botschaftern Rußland», Englands und Frankreichs wurden die Pässe zngestellt. Der russische und der englische Botschafter reisen heute abend ab, der französische morgen. * Berlin, 2. Nov. In dem russischtürkischen Konflikt versuchte der französische Botschafter zu vermitteln. Seine Bemühungen waren jedoch erfolglos wegen der festen Haltung der Pforte. Der „Seccolo" will Mitteilen können, in Palästina seien Truppen gegen Egypten zusammengezogen. In Samsun ständen 200000 Mann mit der Front gegen den Kaukasus. Das 13. Armeekorps soll durch Persien gegen Indien eingreifen. W.T.B. London, 2. Nov. In russischen Kreisen sieht man, wie die „Evening News" -ms Petersburg meldet, die Türkei keinesfalls als einen zu verachtenden Gegner an. Obwohl die türkischen Heeresorganisationen Mängel haben, können sie doch eine halbe Million Soldaten ins Feld führen und außerdem eine Reserve von 300000 Mann. Die Russen seien vollständig auf die Verteidigung des kaukasischen Gebietes vorbereitet. „Pall Mall Gazette" glaubt, daß das Vorgehen der Türkei den ganzen Balkan in Flammen setzen würde. Alle Länder, außer der Republik San Marino, müßten in den Krieg hineingezogen werden. W.T.B. Tokio, 31. Okt. Amtlich wird bekannt gegeben, daß der allgemeine Angriff Ier»ill-ton. 6) öelSiiW m Le» krieg. Original-Roman aus der Gegenwart von Eugen Jsolani. (Fortsetzung.) Ada wartete mit Ungeduld auf Oskar, ur ihn mit Vorwürfen zu überschütten, ihre Aerger an ihm auslassen zu können. Aber die Zeit schlich dahin und sie kar sich vor wie eine Gefangene. Sie blickte zur Fenster hinaus, und ihre Angst und Sorg stieg, als sie dort Kanonen aufgepflanzt sak Endlich kam die Friseurin. jSie hatte doc nun jemanden, mit dem sie sprechen konnte Aber, was die ihr erzählte, konnte sie noci weniger trösten, erschreckte sie noch mehr. Di Haarkünstlerin berichtete ihr, daß über Nach durch Anschläge der Kurdirektion alle Kur gaste und Bewohner des Badeortes aufge fordert würden, so bald wie möglich den Or zu verlassen, daß aber bereits auf dem Schiffe welches heute abgelassen werde, kein Plaj mehr zu erhalten fest und daß an den Kaffe, der Schiffahrtsgesellschaft Badegäste und Orts bewohner sich bereits drängten und bettelten noch Billetts zu erhalten, um noch heute mitzufahren. „Es ist gar nicht daran zu denken, gnädige Frau, daß Sie heute fortkommen. Suchen Sie sich nur für morgen einen Platz zu sichern." „Aber ich muß ja heute weg!" Dabei blieb Frau Ada und brach in Tränen aus. Die ganze Reue über ihre ihr jetzt unverantwortlich erscheinende Handlungsweise kam ihr zu Gemüte. Als Oskar sein bekanntes Signal vor ihrem Fenster hören ließ, und sie, die ihn schon, mit Hut und Schirm gerüstet, erwartete, hinuntereilte, fand er die Consine verweint vor. „Aber was ist Dir denn , Adachen? Du hast geweint! Hast Du Nachricht von Erich?" rief er ihr entgegen. „Wie kannst Du noch fragen, was mir ist," antwortete sie, und weinend ließ sie den Strom ihrer Vorwürfe über ihn ergehen. „Ihr habt mich getäuscht, Du und der Baron, der Kurdirektor. Ich werde meinen Mann nicht mehr Wiedersehen. Heute kann man nicht abreisen, wer weiß, ob wir morgen fort können. Erich wird längst in den Krieg gezogen sein!" Vergebens suchte sie der Vetter zu beruhigen. Wenn ein Krieg ausbräche, mobilisiert werde, so ziehen ja nicht gleich alle i» den Krieg. Erich gehöre ja nicht zu den unter den Waffen stehenden Truppen. Das Ge- scheidteste wäre, jetzt sofort mit Erich zu telephonieren." Sie wollte sich zunächst Plätze zur Abfahrt sichern. So eilten sie an die Schiffahrtshaltestelle. O, dieser Andrang! Das war unmöglich. Das hielt sie nicht aus, dort so lange zu stehen. Dazu war sie zu unruhig, zu nervös, zu aufgeregt. Unwillkürlich fing sie wieder an zu weinen, und dazwischen machte sie dem Vetter Vorwürfe, weil er an dem allen schuld sei. Doktor Engelberg machte ihr den Vorschlag, er wolle allein an der Schiffahrtskasse warten. Sie möge inzwischen gehen und versuchen, mit Erich zu sprechen. Das schien ihr recht; sie verabredeten den Weg, den jeder nehmen wollte, wer zuerst sein Geschäft erledigt habe. So ging Frau Ada, und Oskar atmete auf, daß er ein wenig die erregte Cousine entfernt habe und ihrer Borwürfe ledig sei. (Fortsetzung folgt.) auf Tsingtau von der Land- und Seeseite her am Vormittag begonnen hat. BrrSr«. geZNöMg 8! Karlsruhe, 2. Nov. Die Großherzogin Luise hat an den Badischen Frauenverein hier ein Handschreiben gerichtet, in welchem besonders der Witwen der gefallenen Krieger gedacht wird. In dem sehr herzlich gehaltenen Schreiben heißt es u. a.: Gerne ergreife ich diesen Anlaß, dieser Teilnahme, welche mich bei den zahllosen Todesfällen in unserem Lande durch den Krieg jeweils bewegt, Ausdruck zu verleihen. Jedes Leid, welches unsere geliebten Landeskinder trifft, findet warmen Widerhall in meinem Herzen, und ganz insbesondere fühle ich mich den vielen Witwen nahe, die nun vereinsamt dastehen und den schweren Weg des Witwen- fchmerzes zu wandeln bestimmt sind. Mein Gebet steigt zu Gott empor, daß er in seiner barmherzigen Gnade den vielen Schwergebeugten nah und fern Kraft und Stärke verleihen wolle, die schmerzvollste Prüfung zu tragen und ihr Leid durch seinen heiligen Frieden zu verklären." W Karlsruhe, 1. Nov. Der Sohn des badischen Ministerpräsidenten, Freiherr Alexander von Dusch, bisher Oberamtmann in Freiburg und zuletzt als Oberleutnant d. R. Adjutant des stellvertretenden Generalkommandos in Karlsruhe, ist in den Dienst der deutschen Verwaltung in Belgien eingetreten. Karlsruhe, 2. Nov. Gestern, Sonntag vormittag fand bei den neuen Soldatengräbern auf dem Friedhof eine von den militärischen Vereinen der Stadt abgehaltene Gedächtnisfeier zu Ehren der im Kampfe für das Vaterland Gefallenen statt. Die sehr würdige Feier hinterließ tiefen Eindruck. 52 Karlsruhe, 1. Nov. Der erste Staatsanwalt beim Landgerichte Mannheim, Dr. Kärcher, wurde unter Verleihung des Titels Ministerialrat zum Vortragenden Rat im Ministerium des Gr. Hauses, der Justiz und des Auswärtigen ernannt. v Karlsruhe, 1. Nov- Aus Feldpostbriefen wie aus einem Korpsbefehl des Rastatter Feldart.-Rgts. Nr. 30 und des Konstanzer Jnf.-Rgts. Nr. 114 geht hervor, daß diese beiden Truppenteile sich bei den Kämpfen gegen Franzosen und Engländer besonders ausgezeichnet haben. Das zweite badische Feldart.-Rgt. Nr. 30 befand sich in den letzten Oktobertagen täglich im Nordosten Frankreichs in heißen Kämpfen. Das Regiment konnte mehrere hundert Engländer zu Gefangenen machen. Was die Verpflegung und die Quartiere anbetrifft — so heißt es in einem Feldpostbrief — geht es dem Regiment so gut, daß es die französischen Frauen und Kinder mit ernährt, die sonst Hungers sterben würden. Mit dem Rastatter Feldart.-Rgt. hat das Jnf.-Rgt. Nr. 114 in Konstanz erfolgreich gegen starke englische Truppen gekämpft und Erfolge errungen. Dabei sind ein Oberst, zwei Offiziere und gegen 200 Mann gefangen genommen, zwei Geschütze und zwei Maschinengewehre erbeutet worden. In einem Korpsbefehl wird allen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften volle Anerkennung für ihre schöne, von flottem Angriffsgeist zeugende Waffentat ausgesprochen. Das Eiserne Kreuz erhielten: Der 15 jährige Kriegsfreiwillige im Rgt. Nr. 142 Bannholzer von Karlsruhe, Emil Werner, bei der Filiale der Rheinischen Kreditbank in Pforzheim, Leutnant d. R. Alexander Glaß, bei der Dresdener Bank in Mannheim, Gefr. Willy Eisen aus Mannheim, Unteroffizier d. R. Hermann Wühler, Architekt in Mannheim, Landwehrmann Albert Fritsche, beim Städt. Elektrizitätswerk Pforzheim, Feldw. Wagner, früher an der Unteroffiziersschule Ettlingen, Unteroffizier Martin im Rgt. 111, Stabsarzt Dr. Wertheimer, praktischer Arzt in Rastatt, Landwehrmann Rudolf Wurz, Braumeister in Rastatt, Hauptmann d. L. Hermann Haefelin von Bühl, Rechtsanwalt in Karlsruhe, Feldwebel Karl Zimmermann von Greffern, Rittmeister von Wiese von Dur lach, Oberlt. d. R. Gerichtsaffessor Schwarz von Bruchsal. * Durlach, 2. Nov. Unteroffizier Karl Grub von Durlach, Mitglied der hiesigen Turngemeinde, erhielt das Eiserne Kreuz und wurde zum etatmäßigen Vizefeldwebel befördert. ** Weingarten (A. Durlach), 1. Nov. Der Kanonier Karl Geggus von hier erhielt das Eiserne Kreuz und wurde gleichzeitig zum Gefreiten befördert. — Versteigerung von kriegsunbrauchbaren Pferden. Die badische Land- wirtschaftskammer veranstaltet am Mittwoch den 4. November ds. Js., vormittags V,12 Uhr, in Grötzingen eine Versteigerung von ca. 20 kriegsunbrauchbaren Pferden. Zur Steigerung zugelassen werden nur solche Personen aus Baden, welche eine Erklärung unterschreiben, daß sie Pferde bei der Aushebung anläßlich der Mobilmachung abgeben mußten und zum Zwecke der Durchführung ihres eigenen landwirtschaftlichen Betriebes die Erwerbung eines Pferdes dringend bedürfen. Die Versteigerungspreise sind bar zu bezahlen. Wiederverkäufer und Händler sind ausgeschlossen. Ergibt die Versteigerung einen Gesamterlös, der den Schätzungspreis der Pferde zuzüglich der Unkosten übersteigt, so wird der Mehrerlös anteilig am Kaufpreis jedes Pferdes abgezogen und dem Steigerer zurückoergütet. Ergibt die Versteigerung einen geringeren Erlös als der Kaufpreis des Pferdes zuzüglich der Kosten, so haben die Käufer den anteiligen Preis nachzuzahlen. Deutsches Reich. * München, 2. Nov. Der „Bayerische Staatsanzeiger" veröffentlicht einen Telegrammwechsel zwischen König Ludwig und Kaiser Wilhelm, in welchem der bayerische König namens der deutschen Bundesfürsten den Kaiser bittet, ebenfalls dasEiserne Kreuz anzulegen. Der Kaiser dankte in einem Telegramm und erklärte, daß er das Eiserne Kreuz von nun an tragen werde. — Der König von Bayern hat dem Kaiser das Großkreuz des Max-Josephsordens, des für außerordentliche Leistungen im Kriege bestimmten höchsten bayerischen Militäcordens verliehen. Oesterreichische Monarchie. W T B. Wien, 1. Nov. Die Leiche der Erzherzogin Adelgunde, Herzogin von Modena, traf abends von München hier ein und wurde unter den üblichen Feierlichkeiten in die Kapuzinergruft übergeführt, wo sie aufgebahrt wurde. Gedanken an Allerseelen 1914. K. v. Hert. Du starbst den Heldentod fürs teure Vaterland. Ruh' sanfl im Schoß der fremden Erden! Wir glauben an ein heilig unzerreißbar Band — Wir wissen, daß wir dich Wiedersehen werden! Wir säen mit Tränen in den Augen und werden, so wir aufrichtig göttlichen Sinnes sind und das Gute verfolgen, mit Freuden ernten-Der Einzelne wie eine ganze Nation! — Solange die Erde steht und auf ihr das Menschengeschlecht lebt, hat noch nie ein solch furchtbarer Menschen-, ein Massenmord gewütet. Was der Verbannte auf Patmos im Gesichte erschaut, was viele nicht deuten konnten oder wollten — es ist da. Auf gespenstig feurigem Rosse durcheilt der Würgengel die Lande und Geister des Abgrundes ziehen hinter ihm her, Tausende fallen zur Rechten und Zehntausende zur Linken. Das Göttliche im Menschen zurückdrängend, ist in Königen und Machthabern dieser Erde das „Tier" erwacht und hat die Oberhand gewonnen. Wie einst der Neid Kain dazu trieb, seinen Bruder Abel zu erschlagen, so heute -- Neid, Hab- und Rachsucht, diese häßlichen Brüder, sie entzündeten den furchtbaren Weltbrand. Ein weiteres Siegel der Offenbarung ist gelöst — wer Ohren hat, zu hören, der höre, wer Augen hat, zu sehen, kann es sehen-- Es wird sich aber noch mehr erfüllen; wie damals der Herr Kain zurief: „Wo ist dein Bruder Abel? Deines Bruders Blut schreit zu mir von der Erde; verflucht sollst du sein, wenn du den Acker baust, soll er dir seinen Ertrag nicht geben." So möchten wir heute den ruchlosen Anstiftern dieses unheilvollen Weltbrandes zu- rufen, eines Kampfes, der schon Ströme von Blut und Tränen fließen ließ und hvndert- tausende von braven Menschen zu elenden Krüppeln machte. Alle Schmerzensrufe der auf dem Schlachtfeld Getroffenen, das Jammern der entsetzlich Verstümmelten auf dem von liebender Hand gepflegten Krankenlager, das unaussprechliche Weh im Herzen der Eltern, die ihre Söhne, der Kinder, die ihren Vater und Ernährer verloren, der Bräute, die um den Mann ihres Herzens trauern und klagen, die alle ihr Liebstes und Teuerstes auf dem Altar des Vaterlandes opferten — all diese Tränen klagen euch gekrönte Häupter an der Themse und Newa und euch wahnwitzige Machthaber an der Seine vor dem Throne des Allmächtigen an! Wehe euch ihr Verruchten, die ihr euch mit dem Purpur der Könige schmückt und euer Schwert für die Sache der Gottlosen mißbraucht — es kommt und naht ein Tag, an dem euere schuldbeladene Seele- in unaussprechlicher Angst beben und seufzen wird: Ihr Berge der Erde fallt über mich her, ihr Meere verschlingt mich, wie will ich mich vor dem Angesichte des Allmächtigen verbergen? Wehe euch Heuchlern über dem Kanal, die ihr um schnöden Mammons willen die Völker der Erde knechtet und den Bruder anfallet und — zu feig, Aug' in Aug' dem Feind sich zu stellen, verkommene Söldner mietet — bald wird auch an euch das Wort sich erfüllen: „Die Weltgeschichte ist das Weltgericht!" Man wird dem ungetreuen Verwalter die anvertrauten Pfunde nehmen und sie andern geben — denen, die in den Kampf zogen für Haus und Hof, Weib und Kind, für die Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit der Völker. Treue Liebe bis zum Grabe schwör ich dir mit Herz und Hand, was ich bin und was ich habe, „geb" ich dir, mein Vaterland! Ja, sie haben die Treue gehalten, unsere Braven! Alle, alle, ohne Unterschied des Standes, der Religion, der politischen Parteistellung. So haben die furchtbaren Tage auch großen Segen gestiftet und unsere Nation, die sich in häßlichen Parteikämpfen zu zerfleischen drohte, wieder brüderlich geeinigt. Wie eine große Gemeinde freut sich jedes Glied der errungenen Erfolge, trauert jedes Glied um die gefallenen Brüder. Ja, wir alle standen heute im Geiste an den frischen Erd- hügeln auf französisch belgischer Erde ; wir legen im Geiste Blumengewinde auf die Gräber der Gefallenen und schmücken sie mit dem Zeichen des Kreuzes, das dem Tode die Macht genommen. Wir wissen, es erscheint nach einer kurzen Spanne Zeit, nach dieser Erdentrübsal der herrliche Tag, an dem die Posaunen des Gerichts ertönen und die Stimme des Herrn erschallen wird: „Steht auf, alle, die ihr in den Gräbern schlummert!" Und da werden wir in himmlischer Freude mit denen ewig vereinigt werden, die uns hier unten liebten und nahestanden. Das sei am heutigen Tag unsere Hoffnung, unser Trost! Gottes Wille ließ diese harte Prüfungszeit zu; ertragen wir sie mit Ergebung und im Hinblick auf den göttlichen Dulder in Gethsemane: „Vater, nicht wie ich will, sondern wie Du willst!" Tragen wir sie aber auch in der gewissen Hoffnung: „Die Toten leben! Sie werden auferstehn! Der furchtbare Kampf wird auch Tausende fallen sehen; noch hat die Flotte ihr großes Werk erst angefangen — — —. Und der endgiltige Sieg zu Lande steht noch aus — er wird folgen —. Welch ein Trost für uns alle, daß wir, daß unsere Väter, Männer, Brüder für eine heilige, gute Sache kämpfen und wenn es Gottes Ratschluß ist, fallen-- Wer so stirbt, der stirbt wohl! Und so halten wir still und blicken über das blutgetränkte Schlachtfeld hinweg und hinauf und richten den Blick nach den Gefilden der Seligen, falten die Hände und beten, im Geiste vereint mit den Gefallenen: „Ich empschl' mich Deinen Händen, Vater voll Zufriedenheit. Jede Klage wird sich enden, Jeder Schmerz wird Seligkeit! Kann ich von des Himmels Höhen, Einst mein Schicksal übersehen, O, dann sprech ich tiefgerührt: Selig hast Dn mich geführt!" Neueste Telegramme. W.T.B Großes Hauptquartier, 2. Nov., vormittags. (Mitteilungen der obersten Heeresleitung.) Im Angriff auf Ipern wurde weiter Gelände gewonnen, Messines ist in unseren Hände«. Gegenüber unserm rechten Flügel sind jetzt mit Sicherheit Inder sestgestellt worden. Diese kämpfe» nach der bisherigen Feststellung nicht in eigenen geschlossenenBerbänden, sondern sind ans die ganze Front der Engländer verteilt. Auch in den Kämpfen im Ar- gonnenwalde wurden Fortschritte gemacht; der Gegner erlitt hier starke Verluste. Im Osten ist die Lage unverändert. Ein russischer Durchbrnchsversuch bei Ezittkehnen wurde abgewiesen. Markt-Bericht. (-) Durlach, 31. Okt. Der heutige Schweinemarkt war befahren mit 88 Läuferschweiuen und 243 Ferkelschweinen. Verkauft wurden 88 Läuferschweine und 243 Ferkelschweine. Bezahlt wurde für das Paar Läuferschweine 30—50 für das Paar Ferkelschweine 10—14 Geschäftsgang gut. Strenkanv Versteigerung. Das Lauberträgnis der Kastanienallee im Schloßgarten wird Mittwoch den 4. November ds. Js, vormittags 11 Uhr losweise an Ort und Stelle öffentlich versteigert. Dur lach den 2. November 1914. «Hcrnsinde^ cri _ Evangelisation in der evang. Stadtkirche zu Durlach durch Herrn Missionar Autenrieth. Täglich Bibelstunden nachm. 4V, Uhr und Vorträge abends 8 Uhr. Am Montag über „Kampf um die Freiheit". Am Dienstag über „Gottesferne und Gottesnähe". Am Mittwoch über „Lohnt's sich, zu beten" Ve!e»! Velen! Lmpkeble mein Froü«8 Inger in OSksis verschiedener 8orteu iw nllerbillig8teu Kreisen LisslldLllälrulg «SWWSWMSMiM LlumsLSlraLe 15. U §1 L ^m>! Listen Koklenksnstiung—kesrisrei — Karlsruhe - stliewkaisn — Llektnsciie Kranen-Lnisgen, Vsrtade örUclwn, Zisbwsrlw -------------------- Telephon >!r. 129 und 5624 empfehlen in be8t6r tzunlitnt jeZ- Uelier Xrt für Industrie- und Hausbrnnd ru den billigsten Lreisen Sliidt. MeilsMchWkiSMjlaü Zürich Gesucht wriden: Granitsteinhauer, Hui- und Wagen- und Fcuerschmiede, Sattler, Dreher, Horizontalbohrer. Angeboten sind: Bäcker, Hilfsarbeiter, Dienstboten, Wasch-,Monat- u. Putzfraunr. Dnrlach. Zrvlmas -Berstcigerunp. Mittwoch, 4. Nov. 1914, vachmmags 2 Uhr, Werde ich NN Pfandlokü — Rathaus hier — gegen Bä? zahlarrg imVoll-recknngs- wege öffentlich ve steigern: 1 Sekretär, 1 Büchergestell, 1 Bücherregal, I Etagere, 1 Re- gulateur, 2 Spiegel, 2 Bilder, 1 Bettstelle, 1 Polster, 1 Deckbett, 1 Kissen und 1 Spieluhr. Durlach, 30. Okt. 1914. Eisengrein, Gerichtsvollzieher. -» WlMS M vchAM Morgen wird geschlachtet. 2 ZweispäAner-Gespanne in Taglohn sofort gesucht _ Amtlich- Bestätterei. bester Ersatz für echte Vernickelung eignet sich auch für alle denkbaren Gegenstände aus jedem Material. 4 uz; Haglöhner für Feldarbeit sofort gesucht Nittnertstraße 73. LsssrMchen Btt -Frsu sofort gesucht von Frau Gemeiuderat Order Wtw. _ Hauptstraße 10 . 2 3 WWK zu verkaufen Rittneri str. 73 . L zu kaufen gesucht Schlachthausstr. 16, 1. St Ettlingerstraße 59 ist eine schöne 3-Z-.mmerwvhnung in freier Lage sofort oder später an ruhige Familie zu vermieten. Näheres daselbst. _ EinsÄneid-Mbeu sind zu haben Hohenwettersbach, _ Spitalstraßs 73. Ein fleißiger Mann für Beton- arbeit sofort gesucht. Zu erfragen be i der Exp edition d. Bl. _ Gm Mveiter kann Wohnung erhalten. Näheres Gerberstraße 3, 3 St Am 24. September starb den Heldentod für das Vaterland unser hoffnungsvoller, lieber Sohn und Bruder »vürrrvk MvLLvr Musketier der 1 Komp, des Infaulerie-Hlegimruls 169 . Durlach den 2. November 1914. Namens der trauernden Hinterbliebenen: MMN Jin Kampfe für das Vaterland starb unser unvergeßlicher und teurer Pflegesohn und Neffe, unser vielgeliebter Bruder, Schwager und Onkel Lsrl Z 88 LU Musketier im Infanterie-Regiment (L 9 im Alter von 21 Jahren. Durlach den 2. November 1914. Zm " der tiestranerndkv Hinterbliebenen: Familie Gottfried Rohrer. Familie Schöner. Hiermit die schmerzliche Nachricht, daß unser lieber, guter Sohn, Bruder und Bräutigam Mbvrl Mesrrvist im Aüiitirr-Hiegiment Wr. 80 seinen am 22. August im Kampfe fürs Vaterland erhaltenen schweren Wunden erlegen ist. Durlach den 2. November 1914. Zrn Nirmen der lMmStil Hi'nlelbükdMki: Anna Schnurr Wtw., Durlach. Hauptstraße 59. Margarete Bobser, Höchst a/Main. Mlvilli« ZMiHttr viirlM. Infolge einer auf dem Feld der Ehre erlittenen M schweren Verwundung ist am 16. ds. Mts. im Feldlazarett 2 des XIV. Armeekorps unser aktives Mitglied von der E i, Kompanie HülNist LiSL-oK Unteroffizier d. R. im Leibgrenadicr Regiment Nr. 1v!) den Heldentod gestorben. Wir werden auch diesem treuen Kameraden ein ehrendes Andenken bewahren. Durlach den 31. Oktober 1914. Das Kommando: Karl Preiß. Städtische Sparkasse Durlach Rechenschaftsbericht für das Jahr 1913 » Einnahmen. -0 Ausgaben. 1. Kassenvorrat vom vorigen Jahr 46 00149 1. Rückstände (nicht eingelöste Sparmarken v.vor. Jahr) 6 591 30 2. Rückstände. 17 19028 2. Zinsen: 3. Zinsen von Aktiokapitalien: a) für Einlageguthaben: u) aus Hypotheken. 877 989.60 an) Bezahlte.^ 96 780.64 b) „ Staatspapieren . . . 29 975.30 bb) Kapitalisierte. 767 192.48 863 973 12 e) „ Gemeindedarlehen . . „ 43 607 92 b) für sonstige Forderungen. 308 30 ä) „ Kausschillingen . . . „ 2279793 3. Abgang und Verlust (Kursverlust an ausgelosten e) „ Unterpfandsdarlehen „ 668.06 Staatspapieren). 39 26 1) „ Schuldscheindarlehen „ 4 265.30 4. Auf die Verwaltung: g) „ Wechseln. „ 2 980.42 ! a) Für das Verwaltungsgebäude (Miete) . . . 2 000 b) „ sonstigen Forderungen . ., 8 779.97 991064 50 ! b) Für die Beamten. 9 923 75 4. Gebühren. 1505 94 e) Sonstiger Verwaltungsaufwand. 10 687 27 5. Sonstige Einnahmen . . . . 36863 5. Sonstige Ausgaben . 475 30 6. Erlös aus Sparmarken . . . 4146150 ! 6. Auf eingelöste Sparmarken. 34 930 30 7. Vorschüsse und Wiederersatz von Vorschüssen . . 2 608lll ! 7. Vorschüsse und Wiederersatz von Vorschüssen . . 2 963 83 8. Ausgleichungsposten . . . . — 30 i 8. Ansgleichunqsposten. '- 30 9. Einlagen: ! 9. Rückzahlungen auf Einlageguthaben. 5 624 223 38 a) Neue Einlagen. 5 755 253.60 10. Angelegte Kapitalien. 4 992 551!24 d) Kapitalisierte Zinsen . . . .. 767 192.48 6 522 446 08 11. Kassenvorrat auf 31. Dezember 1913 .... 40 3680L 10. Heimbezahlte Kapitalien . . . 3 966 381/54 Summe der Einnahmen 11589 033 37 Summe der Ausgaben 11589 033 37 Gewinn- und Verlnstrechnnng. Soll. Haben. Zinsen für Einlagen. 863 973.12! Zinsen von Aktivkapitalien. 1 008 898 08 Zinsvergütung für sonstige Forderungen. 30830' Gebühren . 1 505!94 Kursverlust an ausgelvsten Wertpapieren. 39 26 Sonstige Einnahmen. 36868 Verwaltungskosten: Stückzinsen von Aktivkapitalen vom Zinsverfalltage bis g) Auf Verwaltungsgebäude . . 2 000. — 31. Dezember 1913: Zunahme. 8 446 74 b) Für die Beamten. „ 9 923.75 e) Sonstiges. „ 10 687.27 22 611 02j Gerätschaften: Zunahme. 3 030 80 Sonstige Ausgaben. Kursdifferenz der Wertpapiere zwischen Ankaufspreis 475 30 und Jnventurwert gegenüber 1912. Reingewinn, der ganz dem Rrservefond überwiesen wurde 20 33610 114 508 08 1022 251 18 1 022 251 18 Vermögensbestand. Aktiva. Barbestand. Darlehen gegen 1. Hypotheken. Staatspapiere .. Darlehen an Gemeinden: a) auf Schuldschein.^ 1263 771.51 b) Jnhaberpapiere.. „ 133 691.— Grundstückskaufschillinge. Darlehen gegen Unterpfand. Darlehen gegen Schuldschein. Wechsel. Bankguthaben. Pfandbriefe der Rheinischen Hypothekenbank. . . . Guthaben auf Postscheckkonto. Stückzinsen von Aktivkapitalien. Einnahmerückstände. Gerätschaften. 40 366 02 20 168 36088 840 596 7ch 1 397 462 51 389 008 — 13 500 — 88 260 — 50 000 — 105 052 15 23 983 — 2 047 39 270 586 01 18190 20 9 538 3» 23416 960 26 Passiva. Guthaben^der Einleger auf 14 054 Sparbücher, verzinslich zu 4 tägliche Verzinsung . . . Ausgaberückstände, bestehend in ausgegebenen und noch nicht eingelösten Sparmarken. Kursdifferenz der Wertpapiere zwischen Ankaufspreis und Jnventurwert. Rnnvermögen, welches als Rrsrrvefond dient . 22 306 722 6 531 57 775 1045 931 23 416 960 18 20 40 48 Berechnung des Reservefonds. Der Reservefond hat nach Z 23 der Satzungen in mindestens 5 °/o der Gesamtsumme des Guthabens der Einleger zu bestehen. Derselbe berechnet sich somit aus 22 306 722.18 auf den Betrag von. Der Reservefond beträgt. „ 1045 931.48 Somit fehlen noch 69 404.62 Einlegerzahl. Die Zahl der Einleger betrug am Schluß des Jahres 1912 .... 13374 Im Jahre 1913 sind Einleger zugegangen. 1937 abgegangen . . . 1257 somit Zunahme 680 und Stand am Schluß des Jahres 1913 14 054 Durlach den 31. Dezember 1913. Der Sparkassenrechner: Klein. Vorstehender Rechenschaftsbericht wird hiermit gemäß Z 79 der Sparkassenrechnungsanweisung zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Dur lach den 26. Oktober 1914. Der Berwaltnngsrat: Or. Reichardt.