Macher Wochenblatt ASmrrremeuLSprtziS: Birrtrijührlich 1 10 Im Reichsgebiet ! 3S H ohne Bestellgeld. LinrLSuugKgcbithr: Die vrergejpaltene Zeile oder deren Raum S Reklam-zeile SO L «tt WOgeblaü) aMÜchrsr BrrküsdigAvFsblaLt für ÄNtsbezirk Dnrlach. de« Redaktion, Druck und Verlag von Adolf DupS, Mttrlstraße 6, Dnrlach. — Fernsprecher Nr. 304. Anzeigen-Arm-rhure di» vormittag» 10 Uhr, größere Anzeigen tags zuvor erbeten. M 3V8 Dicnstaa den 2V Derember 1SI4. «SSSWMSSSWSWSSSSSSSSSSWSSSWSSSSSSW-SW^WWWWI Der Krieg. Köln, 28. Dez. Die „Köln. Ztg." meldet aus dem Großen Hauptquartier vom 25. Dezember: Die Weihnachtsfeier im Großen Hauptquartier war ebenso einfach und schlicht wie eindrucksvoll. Der Kaiser wollte das Fest inmitten der Soldaten begehen, die zum Großen Hauptquartier gehören. Dazu bedurfte es eines sehr großen Raumes, da Gabentische für etwa 660 Personen aufgestellt werden mußten. Die weite Halle war über und über mit Tannengrün geschmückt. Jedermann, vom Kaiser bis zum schlichten Landwehrmann, fand seinen Platz an den in der Längsrichtung aufgestellten Tischen, die in gleichem Abstande mit Lichtern geschmückte Bäume trugen. Der alte Weihnachtsgesang: „O du fröhliche, o du selige ..." leitete die Feier ein, sobald der Kaiser die Anwesenden mit dem Gruß: „Guten Abend, Kameraden!" begrüßt hatte. Nachdem Generaloberst von Plessen dem Kaiser für die Bereitung des schönen Festes gedankt hatte, hielt der Kaiser folgende Ansprache: „Kameraden! In Wehr und Waffen stehen wir hier versammelt, dieses heilige Fest zu feiern, das wir sonst in Frieden zu Hause feiern. Unsere Gedanken schweifen zurück zu den Unsrigen daheim, denen wir diese Gaben danken, die wir heute so reichlich auf unseren Tischen sehen. Gott hat es zugelassen, daß der Feind uns zwang, dieses Fest hier zu feiern. Wir sind überfallen worden und wir wehren uns und Gott gebe es, daß aus diesem Friedensfest mit unserem Gott für unser Volk und unser Land aus schwerem Kampf ein reicher Sieg entstehe. Wir stehen auf dem feindlichen Boden, dem Feinde die Spitze unseres Schwertes und das Herz unserem Gott zugewandt und wir sprechen es aus, wie es einst der große Kurfürst getan hat: In den Staub mit allen Feinden Deutschlands! Amen." Der Kaiser ging dann an den Tischen entlang und zeichnete viele Offiziere und Mannschaften durch Ansprachen aus. * Berlin. 29. Dez. Ter Kampf an der Iser ist nach übereinstimmenden Berichten der „Voss. Ztg." und des „Berl. Tagbl." zur Zeit heftiger als je. Ein Offizier der Verbündeten sagte einem Korrespondenten: Wir müssen jetzt vorrücken, koste es, was es wolle. — Die Verluste der Verbündeten seien ungeheuer. * Berlin, 29. Dez. Der „Berl. Lokalanz." meldet aus Rotterdam: Die Deutschen haben am ersten Weihnachtsfeiertag eine Stunde lang das Hauptquartier der belgischen Armee in Fourneß beschossen. Die Geschosse platzten am Ort. Rotterdam, 28. Dez. Aus Nordfrankreich lassen sich englische Blätter melden: Jeden Abend kommen jetzt wieder Züge mit Verwundeten in Dünkirchen, Boulogne und Calais an. Die Lazarette, die vor einigen Tagen noch große Reihen leerer Betten aufwiesen, sind jetzt wieder vollgepfropft. Am meisten haben die schottischen Hochländer gelitten. Jeder Verwundete trägt die Spuren dieses Ringens. Sie haben alle mehr oder minder schwere Bajonettwunden, was beweist, daß es Nahkämpfe von Mann zu Mann gegeben hat. Unter den Verwundeten befanden sich auch einige Deutsche. Anläßlich der hohen Festtage hat man die Säle der Verwundeten mit Fahnen geschmückt und den Verwundeten allerlei Leckerbissen verabreicht. * Berlin, 29. Dez. Auf die Großsprechereien der „Times" bezüglich des englischen Angriffes auf Cuxhaven meint der „Berl. Lokalanz.": Wenn die „Times" mit dem Ergebnis des Vorstoßes zufrieden sei, so sei ihre Bescheidenheit zu bewundern. * Berlin, 29. Dez. Dem „Berl. Tagbl." wird aus Rom gemeldet: Im französischen Heer sind nach einer Pariser Meldung neue Zweidecker mit besonders starken Scheinwerfern eingeführt worden. Die Flieger seien von den Flugzeugen, deren Maschinen ausgezeichnet funktionierten, entzückt. W-T.B. Blankenburg, 28. Dez. Wie das „Blankenburger Kreisblatt" meldet, hat Fregattenkapitän von Müller seinen hier lebenden Angehörigen geschrieben, daß er von den Engländern auf die Insel Malta gebracht wurde und dort als Kriegsgefangener bleiben muß. W.T.B. London, 28. Dez. Der niederländische Dampfer „Leersum" aus Rotterdam stieß am Sonntag abend zwischen Scar- borough und Viley auf eine Mine und sank. Zwei Mann der Besatzung werden vermißt. 17 Mann wurden in Scarborough gelandet. Danzig, 28. Dez. An den Führer der 9. Armee, Generalobersten von Mackensen, sind aus Anlaß des Sieges bei Lowitsch am 17. Dezember folgende Telegramme Kaiser Wilhelms und Kaiser Franz Josephs gelangt: Voll Dank gegen Gott, der Ihnen und Ihren heldenhaften Truppen den herrlichen Sieg verlieh, bitte ich Sie, meinen wärmsten Glückwunsch dazu zu empfangen und meinen und des deutschen Vaterlandes Dank den herrlichen Truppen auszusprechen. Nun nicht JerriUetor». 5) Der Ster« der Liebe. Eine Weihnachtserzählimg von Berthold Rosenthal. (Fortsetzung.) Richard fühlte seine anfängliche Scheu entschwinden, er faßte Vertrauen zu ihm und begann, ihm offenherzig von seinen Verhältnissen zu erzählen. Richard betonte auch, daß er eine gründliche kaufmännische Ausbildung genossen habe und gute Kenntnisse der englischen und französischen Sprache besitze, aber auch mit Vorliebe am Geigenspiel hänge und sich gern ganz der Kunst gewidmet hätte, wenn es die Verhältnisse gestattet hätten. Mit wachsender Teilnahme hörte Petrucci zu und verstand es, durch geschickte Fragen immer mehr Einzelheiten aus dem Leben Richards.herauszulocken. „Ich kann Ihre Lage recht gut nachfühlen, mein junger Freund," sprach er mit schmerzlichem Lächeln, als Richard seine Erzählung beendigt hatte, „mein eigenes Schicksal hat mich einst ähnliche Wege geführt." „Doch wir wollen nun die Vergangenheit ruhen lassen," fügte Petrucci ablenkend hinzu, „jetzt möchte ich gern eine Probe Ihres musikalischen Könnens hören. Bitte, gedulden Sie sich einen Augenblick; ich werde Ihnen eine Geige holen." Petrucci verließ nach diesen Worten das Zimmer und kehrte wenige Augenblicke später mit einer kostbaren Geige zurück. Richard empfing das herrliche Instrument mit bebenden Händen. Wie hätte er gestern noch ahnen können, auf des Meisters Geige spielen zu dürfen. Der große Moment riß Richard hin und enthob ihn über sich selbst; als er den Bogcn ansetzte, fühlte er, daß er sein Bestes, sein Edelstes leisten würde. Er spielte mit voller Hingebung; er spielte sein Leid, seine Sehnsucht und seine hoffnungslose Liebe. Er vergaß Ort und Zeit, vergaß, vor wem und warum er spielte. Petrucci saß regungslos lauschend da und mit leuchtenden Blicken betrachtete er den sich selbstvergessenden Spieler. Als Richards Spiel endlich mit einer leisen, zitternden Klage verklungen war, trat Petrucci auf ihn zu und legte ihm herzlich die schmale, weiße Hand auf die Schulter. „Sie sind ein geborener Künstler, mein lieber, junger Freund," sprach er mit bewegter Stimme, „Sie haben das echte göttliche Feuer in sich, das den Talentvollen erst zum Künstler macht. Ihr Spiel weist zwar noch große technische Mängel auf, aber diese lassen sich mit Fleiß und Ausdauer sicher überwinden. Was an mir liegt, werde ich gerne tun, um Sie zu den steilen Höhen der vollendeten Künstlerschaft hinanzugeleiten. Also abgemacht, wir bleiben beieinander, nicht wahr, und Sie sollen nicht nur mein Sekretär, sondern auch mein Schüler sein, denn es ist für mich Ehrensache, Ihr großes Talent zur wirklichen Meisterschaft auszubilden." Damit streckte ec Richard die Hand entgegen, und mit Tränen in den Augen schlug dieser ein. Nach einer kurzen Besprechung der geschäftlichen Dinge verabschiedete sich Richard von dem hochherzigen Meister Petrucci, um vor allem seiner Mutter sein überschwängliches Glück mitzuteilen. Wohl siel es ihm schwer aufs Herz, daß er die alte Frau nun verlassen mußte, um mit dem Meister durch die Welt zu ziehen, aber er tröstete sich damit, daß er ihr dank des reichlichen Gehalts, das er als Sekretär Petruccis bezog, eine angemessene Unterstützung gewähren konnte, die sie von Kommerzienrat Springer ganz unabhängig machen würde. „Ich sehe ein, daß in Deiner jetzigen Lage dieses Engagement bei dem berühmten Meister ein großes Glück für Dich ist. Folge daher dem Zuge Deines Herzens, mein Junge," sprach seine Mutter entschlossen und mit Tränen in den Augen, als er ihr alles erzählt hatte, „und mag Gott geben, daß dieser Schritt Dir zum Segen werde." Richard hatte vom Kommerzienrat Springer ohne Angabe genauer Gründe um seine sofortige Entlassung schriftlich gebeten, die ihm auch ohne weiteres gewährt wurde. Der Kommerzienrat war der Meinung, daß es Richard nicht mehr ertragen konnte, in seiner Stellung zu bleiben, weil ihm jeder Verkehr im Hause des Kommerzienrats verboten worden war, und deshalb war auch der Kommerzienrat über diesen Ausgang der verdrießlichen Sache froh. (Schluß folgt.) mehr locker lassen, bis der Feind zu- sammenbricht. Ich ernenne Sie zum Generalobersten. Wilhelm I. k. Mit großer Freude vernehme ich, daß Ihre hervorragenden Leistungen an der Spitze der von Ihnen siegreich geführten 9. Armee seitens Ihres allerhöchsten Kriegsherrn, meines treuen Freundes und Verbündeten, durch Ihre Beförderung zum General ob ersten neuerlich die wohlverdiente Anerkennung erfahren. Indem ich Ihnen, lieber Generaloberst von Mackensen, aus ganzem Herzen meinen warmempfundenen Glückwunsch ausdrücke, sende ich Ihnen meinen waffenbrüderlichen Gruß in der zuversichtlichen Hoffnung, daß es Ihnen beschicken sein möge, auch fürderhin in ruhmvoller Betätigung den bereits errungenen, unvergänglichen Lorbeeren stets noch weitere hinzuzufügen. Franz Josef. Sofia, 26. Dez. Wie aus Petersburg gemeldet wird, klagt die „Nowoje Wremja" über die KreditlosigkeitRußlands, dessen Verbündete trotz der bestehenden Waffenbrüderschaft nichts von Brüderschaft in Geldsachen wissen wollten. Vor dem Ausbruch des Krieges habe Rußland 80 Millionen Rubel in Gold nach England, 100 Millionen Gold nach Frankreich geschickt. Die Bundesbrüder hätten darauf aber nur 120 Millionen Franken in England und 500 Millionen Franken in Frankreich bewilligt. Dies müsse als eine bittere Enttäuschung empfunden werden. Dieselbe Meinung spreche aus vielen an die Zeitung gerichteten Zuschriften, die Kriegsmüdigkeit atmeten und Beschwerden über den Ton enthielten, welchen die russische Presse gegen die politischen Gegner Rußlands anschlage. Die Zeitung sei erstaunt darüber, daß so schnell eine solche Auffassung durchbreche, und bemühe sich, der russischen Welt Vertrauen einzuflößen. — Inzwischen sei in der russischen Presse festgestellt worden, daß Verhandlungen, die seit 50 Jahren über den Erlaß neuer Bestimmungen über Lieferungen an Regierungsbehörden geführt worden seien, noch kein Ergebnis gehabt hätten. Basel, 28. Dez. Nach einer Meldung aus Tokio ist es im japanischen Parlament vor der Auflösung zu stürmischen Szenen gekommen. Die Verteidiger der Jnselpolitik gerieten sogar mit den Kontinentalpolitik ern in ein Handgemenge. Der Deputierte Schibawa, ein früherer Minister, wurde so zwischen die Bänke gepreßt, daß er schwere innere Verletzungen erlitt. Bade». Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben unterm 17. Dezember 1914 gnädigst geruht, den Justizsekretär Alois Ochs beim Amtsgericht Durlach unter Verleihung des Titels Öberjustizsekretär landesherrlich anzustellen. — Prinz Maximilian von Baden ist, wie in der neuesten Nummer des „Militärwochenblattes" bekannt gegeben wird, vom Kaiser zum General der Kavallerie befördert worden. Prinz Max war zuletzt Generalleutnant und steht ä In suite des Garde-Kür.-Regts. und des 1. Bad. Leibdragoner-Regts. Nr. 20. — Dem Ernst der Zeit würde es nicht entsprechen, wenn die bevorstehende Silvesternacht durch übermäßigen Alkoholgenuß und dadurch hervorgerufene Ausgelassenheit usw. gefeiert würde. Das Ministerium des Innern hat deshalb die Bezirksämter angewiesen, aus Anlaß der Silvesternacht keine Polizeistundeverlängerung zu erteilen und mit größter Strenge darauf zu achten, daß in der Silvesternacht Störungen der öffentlichen Ordnung unterbleiben. (Halbamtlich. — Karlsr. Ztg.) W.T.B. 28. Dez. Mit Rücksicht auf die Ueberlastung der Feldpost muß dringend empfohlen werden, den Neujahrsverkehr an die Truppen im Felde nach Möglichkeit einzuschränken, jedenfalls aber auf die Absendung von inhaltslosen Scherzkarten unter allen Umständen zu verzichten. Vonseiten des Kriegsministeriums ist im „Armeeverordnungs-' blstt" ein entsprechender Hinweis erlassen worden, der auch in der Heimat überall beobachtet werden sollte. ch. Karlsruhe, 29. Dez. Im Alter von 75 Jahren ist hier der langjährige Vorsitzende Rat bei der Zoll- und Steuerdirektion, Geh. Rat Max Hildebrandt, gestorben. Der Entschlafene, der erst im Sommer vorigen Jahres in den Ruhestand getreten war, stammte aus Gerlachsheim und war zu Beginn seiner Tätigkeit im Staatsdienst in Konstanz, Heidelberg und Karlsruhe als Hauptamtskontrolleur tätig. Nach einer Reihe von Jahren kam er dann zur Zolldirektion, wurde 1877 Finanzrat, 1891 Geh. Finanzrat und 1902 Geh. Oberfinanzrat. Der Verstorbene war nicht nur ein im Staatswesen verdienter Mann, sondern auch ein großer Naturfreund. Um den Badischen Schwarzwalüverein hat sich Geh. Rat Hildebrandt große Verdienste erworben. Bis vor einem Jahr stand er an der Spitze der 1887 von ihm gegründeten Ortsgruppe Karlsruhe, die ihn denn auch in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannte. /Zx Wöschbach, 29. Dez. Die Weihnachtsfeiertage endeten hier mit einer Bluttat. Fünf Burschen aus Jöhlingen waren in einem hiesigen Gasthaus eingekehrt. Als sie dem Alkohol recht tüchtig zugesprochen hatten und der Wirt die Abgabe weiterer Getränke verweigerte, bedrohten sie den Wirt und schließlich stach ein Betrunkener einem gerade ihm entgegenkommenden 19jährigen Burschen, dem Bäcker Max Fuchs, das Messer in die Brust. Der Betroffene stürzte blutüberströmt zusammen ; die Verletzung ist glücklicherweise nicht lebensgefährlich. S Heidelberg, 29. Dez. Ein badischer Feldunterarzt teilt in einem Weihnachtsbrief, welcher im Heidelberger Tagblatt veröffentlicht wird, mit, daß eine badische Reservedivision am 18. und 19. Dezember überlegene französische Angriffe mit furchtbaren Verlusten für den Feind abgewiesen und dabei über 1000 Gefangene gemacht hat. O: Mannheim, 29. Dez. Ein 78jähriger verheirateter Privatmann wurde auf dem Friedrichsring von einem Militärkraftwagen angefahren und umgeworfen. Der Verunglückte erlitt eine so schwere Gehirnerschütterung, daß der Tod herbeigeführt wurde. Deutsches Reich. W.T.B. Berlin, 28. Dez. Die „Nordd. Mg. Ztg." schreibt: Um dem Gefühl der Zusammengehörigkeit des deutschen Volkes mit dem osmanischen Reich im Kampfe gegen die gemeinsamen Feinde auch auf dem Gebiet der Liebestätigkeit Ausdruck zu verleihen, ist ein deutsches Hilfskomitee zum Zwecke von Sammlungen zugunsten des Roten Halbmondes in der Bildung begriffen. Der Kaiser hat für diesen Zweck den Betrag von 40 000 Mark gestiftet und davon dem Sultan unmittelbar Kenntnis gegeben. * Berlin, 28. Dez. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Der Kaiser und König hat dem Staatsminister und Minister der öffentlichen Arbeiten, Dr. Ing. von Breitenbach, das Eiserne Kreuz zweiter Klaffe am weißen Bande mit schwarzer Einfassung verliehen. * Berlin, 29. Dez. Nach der „Börsenzeitung" ist die Auszeichnung des Reichsbankpräsidenten von Havenstein und des Staatsministers Dr. von Breitenbach mit dem Eisernen Kreuz am weißen Band eine durchaus verdiente. Beide haben auf ihren Gebieten Taten von höchster Bedeutung für die zuverlässige Durchführung der Kriegspläne vollbracht. W T.B. Berlin, 28. Dez. Der frühere Hofmarschall des Kaisers und Königs und General der Infanterie L lz suite der Armee, Freih. von und zu Egl off st ein, geboren am 15. Juli 1845 zu Weimar, ist heute gestorben. * Berlin, 29. Dez. Nach dem „Berl. Tagbl." sind bei Pompeji mehrere unvergleichlich schöne Villen ausgegraben worden. Zittau. 28. Dez. Von dem 65 Meter hohen Aussichtsturm der St. Johanneskirche sprang heute nachmittag gegen 5 Uhr ein gutgekleideter Mann in die Tiefe, wo er mit zerschmetterten Gliedern tot liegen blieb, lieber die Person des Selbstmörders herrscht noch völliges Dunkel. W.T.B. Straßburg, 28. Dez. Wie die « „Straßb. Neuesten Nachrichten" aus Ensis- heim melden, ist der dortige Notar Dr. Mos- mann, Leutnant der Landwehr, durch das Kaiserliche Gericht der stellvertretenden 53. Jn- fanteriebrigade für fahnenflüchtig erklärt und fein im Deutschen Reiche befindliches Vermögen mit Beschlag belegt worden. Verschiedenes. — Landungen fremder Truppen in England. Cäsar, den großen Römer, sahen die englischen Kelten als ersten Eroberer. Im fünften Jahrhundert kamen dann die seekundigen Jüten von Norddänemark her, die Sachsen von den Elb- und Weserufern und die Angeln von Schleswig auf ihren schnellen Schiffen. Von ihnen stammt das germanische Blut der Engländer, dessen sie sich jetzt durch ihren Rassenverrat so unwürdig gezeigt haben. Fünf Jahrhunderte später, am 23. September 1066, setzte Wilhelm der Normanne seinen Fuß auf englische Erde und errang sich in der Entscheidungsschlacht bei Senlac am 14. Oktober des gleichen Jahres Krone und Herrschaft über die Insel. Sechs Jahrhunderte blieb nun das Land frei von äußeren Feinden, bis Wilhelm von Oranien, einer der edelsten und segensreichsten Herrscher seiner Zeit, gegen seinen Schwiegersohn, Jakob ll. von England, aus den Niederlanden herbeigerufen wurde, am 5. November 1688 zu Tor-Bay landete und 1639 die Regentschaft, kurz darauf die Krone übernahm. Seitdem hat kein fremder Eroberer mehr den Fuß auf englisch: Erde gesetzt, und nur der unglückliche Landungsversuch des Stuart-Thronanwärters Karl Eduard, 1744, und die Landungsabsichten Napoleons I., der klar erkannte, daß England nur auf der eigenen Erde tötlich zu treffen war, sind noch zu erwähnen. Am 16. Dezember 1914 haben nun zum erstenmal die Geschütze schwerer deutscher Linienschiffe ihren Kampfruf vor der englischen Küste ertönen lassen. Seitdem schaut jedes Auge in Deutschland mit Spannung hinüber zum Land des verhaßten Feindes, bis endlich einmal die Nachricht erlösend kommen muß: deutsche Truppen in England gelandet! Vaterländisches Konzert zugunsten des Roten Kreuzes. Durlach, 28. Dez. Das zugunsten des Roten Kreuzes am 2. Weihnachtsfeiertag in den Sälen des Gasthauses zur Blume veranstaltete Vaterländische Konzert nahm einen außerordentlich guten Verlauf. Daß die Veranstaltung des Konzerts eine glückliche zu nennen war, dürfte der übergroße Besuch gezeigt haben, denn schon längst vor der festgesetzten Stunde war der Saal derartig überfüllt, daß leider viele wieder umkehren mußten. Die außerordentliche Anziehungskraft dürfte neben dem Gedanken, ein Scherflein der Wohltätigkeit in dieser ernsten Zeit zu spenden, auch die vielversprechende Zusammenstellung der Vortragsfolge gewesen sein. Und darin war man nicht enttäuscht! Gleich der zu Beginn der Veranstaltung von dem Jnstrumental- Musikverein Durlach, unter der Leitung des Kgl. Musikdirigenten a. D. Herrn Liese, gespielte Präsentier-Marsch zeugte von dem all- feits bekannten Können der Kapelle; auch die übrigen von der Kapelle gespielten Musikstücke wurden mit Glück durchgeführt. Der Männerquartettverein Durlach, unter der Leitung seines bewährten Dirigenten Herrn Haar, der neben den Solisten den gesanglichen Teil übernommen hatte, fügte gleich zu Anfang mit „Deutschland 1914" — eine wohlgelungene vaterländische Dichtung des Dirigenten des Männerquartettvereins Herrn Haar — seinen bisherigen, neue Lorbeeren hinzu. Auch die übrigen Chöre, die teilweise hohe Anforderungen an Sänger wie Dirigenten stellten, wurden von dem Männerquartettverein in lobenswerter Weise zur Aufführung gebracht. Als Solistin für den Abend war Fräulein Eisengrein (Sopran) gewonnen worden. Fräulein Eisengrein, welche über eine durchgebildete, in jeder Lage gut ansprechende Stimme verfügt, hatte sich rasch die Herzen Aller gewonnen. Als feinsinnige Begleiterin am Klavier war ihr Fräulein Beer mit gutem Erfolg zur Seite. Als weiterer Solist hatte sich Herr Schäfer (Tenor) zur Verfügung gestellt. Sein gut zum Vortrag gebrachtes, der Zeit entsprechendes „Seemanns Los" zeigte auch bei diesem Solisten reichliches und gut abgetöntes Stimmaterial. Herr Klenert mit der Deklamation „Der Landwehrmann im Feld" brachte mit seinem wohltuenden Organ ein gutes Stimmungsbild zum Vortrag, das insbesondere durch richtige Auffassung der packenden Stellen angenehm auffiel. Nicht zuletzt wollen wir noch dem allseits als vorzüglich bekannten Zimmerschen Kammermusikquartett (Herren Zimmer, Heußer, Roth; leider war ein Herr durch Krankheit verhindert) gedenken, das seinen Part meisterlich zu Gehör brachte. Herr Zimmer mit seinen Violinsolis „Berceuse" und „Burmester-Gavotte" zeigte sich als der bekannte seine Geiger; Herr Heußer glänzte mit der Schubertschen „Kaisergavotte" durch meisterlichen Vortrag und vollendeter Technik. Herr Roth fügte sich dem Zusammenspiel in vorzüglicher Weise an, sodaß neben den Solis auch die Terzette den künstlerischen Ruf des Zimmerschen Kammermusikquartetts vollauf rechtfertigten. Der Jnstrumental-Musik- verein, der Männerquartettverein, sowie die Solisten wurden mit reichem Beifall überschüttet, der von den Vortragenden mit mancher Zugabe dankend quittiert wurde. Die gute Aufnahme, die der Gedanke eines Vaterländischen Konzertes zugunsten des Roten Kreuzes beim Publikum fand, dürfte schon aus dem unerwartet starken Besuch hervorgehen und ist auch aus dem dadurch erzielten finanziellen Erfolg zu ersehen. Brachte dieser Abend doch dem Roten Kreuz 210 Mark ein. Der finanzielle Erfolg hätte zwar noch um ca. 30 Mark erhöht werden können, wenn sich alle Mitwirkenden — der ernsten Zeit und dem vaterländischen Zweck entsprechend — selbstlos in den Dienst der guten Sache gestellt hätten; leider mußten aber einige Karlsruher Aushilfsmusiker entlohnt werden. So ist der Abend nun vorbei und wird wohl in jedem der Besucher einen vorzüglichen Eindruck hinterlassen haben, der sich vielleicht in dem Wunsche äußern dürfte: Bald ein zweites Vaterländisches Konzert zugunsten des Roten Kreuzes! Auch wir schließen uns diesem Wunsche an und wollen dabei im Stillen neben den Mitwirkenden auch denen danken, die die große Arbeit, die das Zustandekommen des Konzerts bedingte, iu anerkennenswerter Weise selbstlos auf sich genommen haben. Neueste Telegramme. W.T.B Großes Hauptquartier, 20. Dez., vormittags. (Mitteilung -er obersten Heeresleitung.) Westlicher Kriegsschauplatz: Bei Rieuport und südlich Ypern gewannen wir i» kleinere» Gesechte» einigen Bode«. Mehrfache starke französische Angriffe nordwestlich St. Msnshould wurde« unter schweren Verlusten für die Franzosen zurückgeschlagen. Dabei machte» wir einige hundert Gefangene. Ei« Vorstoß in Bois-BrulL westlich Apr^mont führte unter Erbeutuug von drei Maschinengewehren zur Fort- nahme eines französische« Schützengrabens. Französische Angriffe westlich Sennheim wurden abgewiesen. Oestlicher Kriegsschauplatz: In Ostpreußen und Polen rechts der Weichsel keine Veränderungen. A« Bzura- und Rawka-Abschnitt schritte« unsere Angriffe fort. In der Gegend südlich Jnowlodz wnrden starke russische Angriffe zurückgeschlagen. Wohnung zu vermieten. Im städt. Anwesen Hauptstraße 71 (ehem. Gasthaus zum Bahnhof) ist im 2. Stock eine Wohnung, bestehend aus 3 Zimmern, Küche und Zubehör, auf 1. April 1915 zu vermieten. Nähere Auskunft erteilt das Städt. Hochbauamt, Ettlingerstraße 4. 3 , mit Glasabschluß und allem Zubehör auf 1. April zu vermieten Gerberstraße 11. Schöne 3-AmmttWhvuug ffamt Zubehör auf 1. April zu vermieten. Näheres Killisseldstr. 3, 1. St Eine Wohnung im 2. Stock von 3 Zimmern, Bad und allem gehör auf 1. April zu vermietep. Näheres Weiherstratze IS, 1. 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Das Weihnachtsfest ist vorüber; in ganz hochherziger Weise hat sich in dieser Zeit die Liebe und Dankbarkeit des deutschen Volkes für seine tapferen Truppen im Feld betätigt. Der große Krieg stellt jedoch immer neue Anforderungen an die Leistungsfähigkeit unserer Krieger; wir dürfen daher auch in unserer Liebestätigkeit nicht erlahmen. Die Stadtverwaltung Durlach hat deshalb beschlossen, unter Mitwirkung des Roten Kreuzes hier auf Ende Januar einem jeden unserer Durlacher Mitbürger, Ossizieren und Soldaten, welcher unter den Waffen steht, ein Postpaket als Liebeszeichen aus der Heimat zugehen zu lassen. Zu diesem Zweck nimmt das „Note Kreuz" hier — Bureau Gasthaus zur Blume — bis zum 20. Januar neben den allgemeinen Spenden auch Gaben an Geld und geeigneten Naturalien für diese Sendungen an die Durlacher Krieger entgegen. Wir hoffen dabei auf eine recht zahlreiche Beteiligung; auch das kleinste Scherflein ist willkommen, damit wir unseren wackeren Durlachern einen würdigen Heimatsgruß entbieten können. Durlach den 27. Dezember 1914. Tie Stadtverwaltung. Das Rote Kreuz. Aufforderung. Unter Bezugnahme auf den von der Stadtverwaltung und dem Roten Kreuz hier erlassenen Aufruf vom 27. Dezember d. I. ersuchen wir alle hier wohnhaften Familien, welche zur Zeit einen Angehörigen bei der aktiven Truppe, bei der Reserve, bei der Landwehr oder beim Landsturm unter den Waffen stehen haben, dessen genaue Adresse am Montag den 4. Januar l vorm, von 9 bis 12 Uhr oder > oder ain Dienstag den 5. Januar j nachm, von 2 bis 7 Uhr in der Friedrichschule (Hauptstraße Nr. 78), Zimmer Nr. 6, 1. Stock (Volksbibliothek) abzugeben. Durlach den 28. Dezember 1914. Das Bürgermeisteramt. Warnung. Wir machen darauf aufmerksam, daß wir die Schutzmannschast angewiesen haben, den Verkauf von Feuerwerkskörpern, das Abbrennen derselben, sowie das Schießen in der Neujahrsnacht strenge zu überwachen und jede Uebertretung Hierwegen zur Anzeige zu bringen. Dur lach den 28. Dezember 1914. Das Bürgermeisteramt. Bekanntmachung. Die Auszahlung der Benefizien aus der Bürgemitweu und Waistnkaffe für 1914 findet Mittwoch den 30. l. Mts., nachmittags von V-3 bis 5 Uhr, im Rathanssaal hier statt. Durlach den 28. Dezember 1914. Die Verrechnung. Bekanntmachung. Die Städtische Sparkasse Durlach bleibt am 31. Dezember 1914 geschlossen. Der WerwatlungsraL. Dienstag oder Mittwoch triK ein Waggon für uns ein. Bestellungen könne« bei Ernst Wagner, Pfinzstr. 93, und bei Wilh. Sieger in Aue, Kaiserstr. 14, gemacht werden, per Ztr. 2 45 -H, solange Vorrat reicht- chänselevern kauft fortwährend an Frau Schaber, Kelterstr. 25. 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Nlt86jiin6naid6it6i' ksorg RLedter, Selileiter Larl voller, vmlioi- 608k! 8Lkk1I, Hi!l'8lird6itei- Lmü 8ekä1i6r, 1^861 Mlkelm Lratrer, Hilf8rudoiter Ueroer LorvitLer, XrMmLuu ^llärea8 krik88, Li1k8lii'd6it6i- Otis Lariig, Ri!k8rii'dojt6i'. »ir ke'lauer» ruiks tiekste <1«n Verlust so vieler Kesekätrler Älltarkeiter nn6 vverclen <1en i» treuer küiekteikülluii^ kür vabre«. vurlaed Ulasse 1 . . . . k d. Mittelklasse 1 s Klavier und .... 8 „ v. Mittelklasse II l Violine . . . . sv 0. Gberklafs« 1 . . . s2 „ Sologesang! s Änfangaklasse 15 „ t. Snsbildnngsklasse 20 ,, Gintritt mit jedem 1. und 15. eines Monats. Anmeldungen werden täglich in der Zeit von 11—5 Uhr (Sonntage ausgeschlossen) bei den Unterzeichneten angenommen. Die Vorsteherinnen: Bcrta Beer Liefe Eiscngrein Ettüngirstr. 2l, Part. Scheffelstr. 6, (Part. Mzlmßsstckrgk. Unentgeltliche ärztliche Beratungsstunde für Säuglinge und Kinder bis zum vollendeten 2. Lebensjahr. Durlach, Rettuugshaus Mittwoch, 3«. Dez., 4 Uhr «achm. WWM MW. 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