Tageblatt. 'MG 4 O «rsch-i« »/HM I ^»1 P«i» «i»teljqr!tch t» D»rl«ch Km rr«ich,^rt« me i« ---- s IMk.» »h»e Bestkllgel K Mittwoch dm 10. August MvrückmrgrsrrLtzr P« dierzefpaltr»« ZcUr » Pf. Infcrate «rbittet ma« vt» ssÄrste»! ro Nhr »ormittagS. IM. Tagerneuigkerten. Bade«. Bruchsal, 5. Aug. Eine Wette, der man die Einwirkung der furchtbaren Hitze wohl anmerkt, wurde dieser Tage hier abgeschlossen. Maler Andreas Schmitt hat mit einigen Bekannten gewettet, daß er am 10. September, an seinem Geburtstage, mit einem 10 Liter Bier enthaltenden Bierfaß auf dem Rücken nach Paris marschiere. In Paris angelangt, müß er seiner Wette gemäß das Faß auf offener Straße austrinken. Sodann muß er auf einem anderen Wege zurückmarschieren und zu diesem Zwecke sich mit einem Fäßchen mit 10 Litern französischen Weins beladen. Er hat bis zum 30. November, an seinem Namenstage, wieder in Bruchsal einzutreffen. Als erste Stadt wird er Speyer besuchen, als letzte Pforzheim. Sämtliche Kosten tragen die Leute, die die Wette abgeschloffen haben; ebenso ist eine Summe Geldes hinterlegt für den gewinnenden Teil. Schmitt selbst gedenkt mit dem Verkauf von Postkarten ein gutes Geschäft zu machen. -f- Hockenheim, 9. Aug. Gestern abend brach in Altlußheim Feuer aus, das in kurzer Zeit 7 Wohnhäuser nebst Stallungen in Asche legte. Erst um Mitternacht gelang es, des Feuers Herr zu werden. Unter dem Verdachte der Brandstiftung wurde der 17 jährige Heinrich Büchner, Sohn des Pflästerers Büchner verhaftet. Derselbe leugnet die Tat. -s- Mannheim, 9. Aug. Das gestern durch einen Sturz aus dem 5. Stock verunglückte S jährige Söhnchen des Schreiners Christian Blechner ist den erlittenen Verletzungen erlegen. -f- Rastatt, 9. Aug. Der Gemeindekat beantragt beim Bürgerausschuß, zu dem Austritt der Gemeinde Rastatt aus der „Distrikts- Krankenversicherung Rastatt" und zu der Errichtung einer allgemeinen Orts-Krankenkasse an Stelle der Gemeinde-Krankenkaffe sein Einverständnis zu erklären. -f- Baden-Baden, 9. Aug. Für die verwundeten Russen soll im Laufe dieses Monats unter dem Protektorat der Prinzessin Wilhelm von Baden im Palais Hamilton eine Verlosung von Oelgemälden stattftnden. Der Großherzog hat 2 wertvolle Gemälde vet- gesteuert. -s- Achern, 9. Aug. Der Gautag der bad. Handwerker- und Gewerbe-Vereine findet am 4. September hier im Saale „zum Ochsen" statt. -f- Zell a. H., 9. Aug. Nachdem erst vor 14 Tagen hier ein großer Brand wütete, ertönten heute nachmittag abermals die Feuersignale. Es brannte zuerst im Gasthaus zum „Adler" und darauf in einem Anbau der Herrenmühle. Beide Brände konnten bald gelöscht werden. Man vermutet Brandstiftung. -st Frei bürg, 9. Aug. Außer Verfolgung gesetzt wurde der Priester vr. Ri eg er aus Pforzheim, der s. Zt. das Attentat auf den Erzbischof beging. Wie die „Frb. Ztg." hört, stützt sich dieser Beschluß auf ein Gutachten des Direktors der psychiatrischen Klinik, Herrn Prof. Hoche, der feststclltc, daß die Tat in einem Zustande krankhafter Störung der Geistestätigkeit ausgeführt wurde, vr. Rteger wurde in einer Irrenanstalt untergebracht. 1- Müllheim, 9. Aug. Sicherem Vernehmen nach wird mit dem Bau der Infanterie- Kaserne nächstes Frühjahr begonnen werden. -s- Badenweiler, 9. Aug. Die Zahl der Kurgäste beträgt etwa 3200, also 500 mehr wie im Vorjahre. -j- Konstanz, 9. Aug. Die Staatsanwaltschaft in Konstanz hat ein Ermittelungsverfahren gegen den hiesigen Arbeitgeberverband eingeleitet wegen Nötigung bezw. Vergehen gegen 8 153 der R.-G.-O. Der Verband hat Baumaterial- Lieferanten, die an Bauunternehmer, welche die Forderungen der Arbeiter bewilligt hatten, lieferten, unter Androhung des allgemeinen Abbruchs der geschäftlichen Beziehungen gezwungen, die Lieferungen an jene Unternehmer cinzustellen. Eine Haussuchung auf dem Bureau des Arbeitgeberverbandes hat bereits stattgefunden. 1- Konstanz, 9. Aug. Gestern abend machte der Sergeant Bader von der 3. Komp, des Inf.-Reg. Nr. 114 in der Militär-Badeanstalt einen sog. Kopfsprung und kam, weil der See z. Zt. sehr nieder ist, auf den steinigen Grund. Er erlitt eine Halswirbelquetschung und ist am Körper unterhalb der Brust vollständig gelähmt. Der Verunglückte wurde von Aerzten verbunden und von Kameraden nach dem Lazarett überführt. Deutsches Reich. * Swinemünde, 9. Aug. Die „Hohen- zollern" mit dem Kaiser an Bord und die Begleitschiffe „Sleipner" und „Hamburg" sind um 2^ Uhr hier eingetroffen. * Kassel, 9. Aug. Der Kronprinz ist heute früh auf Schloß Wilhelmshöhe eingetroffen. Diedolshausen, 5. Aug. Ein eigenartiger Vorfall trug sich laut einer Mitteilung der „Lothr. Ztg." hier an der Grenze zu. Während ein französisches Regiment eine Uebung abhielt, schickte ein müder Vaierlandsverteidiger sich an, diesseits der Grenze sein Heil zu suchen, wurde aber daran verhindert. Nach einiger Zeit näherte sich derselbe nochmals in verdächtiger Weise der Grenze, und während ihm sein Offizier mit Arrest drohte, begann er plötzlich in mächtigen Sprüngen Reißaus zu nehmen und stand im Nu am Ziel auf deutscher Seite. Zwei Gendarmen nahmen ihn sogleich in Empfang. Oesterreichifchr Monarchie« * Budapest, 9. Aug. Im Komitat Trentschin brannten in 3 Ortschaften 175 Wohnhäuser mit etwa 330 Nebengebäuden nieder. In Trentschin Mako kamen bei dem Brande drei Personen um. — Aus den westlichen Landcs- teilen treffen Berichte über ausgiebige Niederschläge ein. Die Temperatur ist gesunken. Frankreich. — Nach dem nunmehr vorliegenden Gesamtergebnis der französischen Generalrat sw ah len gewannen die Ministeriellen 109 Sitze. Im ganzen wurden 883 Ministerielle gewählt. * Paris, 9. Aug. Der internationale Kongreß der Grubenarbeiter nahm heute den Antrag auf gesetzliche Einführung des Achtstundentages, einschließlich der Ein- und Ausfahrt für die Gruben- und Erdarbeiter, in den Bergwerken an. JeuiUeton. 1) - Nachdruck verboten. «eberwun-ei». Novelle von I. Pia. 1. Kapitel. Die Sonne sank purpurn und golden hinter den Bergen; sie beleuchtete die Fenster des Strandwächterhäuschens, das auf der Höhe lag, und verwandelte deren einfache Glasscheiben für eine kleine Weile in brennendes Gold. Es blendete vie Augen des alten Strandwächters, wie er durch sein Fernglas hinausschaute auf die See. „Habt Ihr Gottfrieds Boot gesehen?" erklang da eine schüchterne Stimme hinter ihm. Der alte Mann ließ das Fernglas sinken und wandte sich der Sprechende« zu. „Ja, mein liebes Aennchen!" antwortete er schmunzelnd. „Hm, nächste Woche wird es nicht wehr .Gottfried' heißen, sondern .mein Mann', nicht wahr? Nächsten Sonntag ist doch das letzte Aufgebot, — wie?" Die also Angeredete stand in der Tür des kleinen Häuschens und schaute ebenfalls hinaus auf die See, ihre Augen mit den Händen beschattend. Sie nahm dieselben auch jetzt nicht herab, um ihr Erröten zu verbergen. Sie schien noch viel zu jung, um schon ans Heiraten nur zu denken; sie konnte höchstens sechzehn Jahre sein, und ihre kleine, zierliche Gestalt ließ sie um so kindlicher erscheinen. Sie erwiderte die neckenden Worte des Alten nur mit einem halb verlegenen, halb belustigenden Blick; dann band sie das rote Tuch, das ihr um die Schultern hing, um den Kopf und lief den Weg hinab, der nach dem Strande führte. „Sie steht gar nicht wie die Frau eines Fischers aus!" murmelte der Strandwächter, während er sich seinem Fernrohr wieder zuwandte. Nicht wie die Frau eines Fischers! Und doch flog sie gleich einem Vogel dahin über den steinigen Weg, und ihr sonnverbanntes Gesicht strahlte vor Freude, während sie dem jungen Fischer entgegeneilte. Und mit wie geschickter Hand konnte sie die Netze herausziehen und das Boot handhaben, wie nur Gottfried selbst. Gar manches Mal war sie bei so heftigem Sturm draußen gewesen, daß ihr Schatz blaß wurde bei dem Gedanken an die Gefahr, in der sie schwebte, und das mutige Mädchen hatte kein Wort der Angst laut werden lasten. Und doch hatte der alte Teiger recht; und derselbe Gedanke war auch Gottfried durch den Kopf gefahren und hatte ihn halb mit Stolz, halb mit Bedauern erfüllt; denn Aennchen besaß trotz ihrer bäuerischen Tracht und Umgebung eine angeborene Grazie und Vornehmheit, die sie auffallend von ihren Freundinnen und Gefährtinnen unterschied. Ihre Hände und Füße, obwohl gebräunt, waren klein und zierlich; es war gut, daß sie jede Fußbekleidung als etwas Unnützes ansah, denn kein Schuhmacher im Dorfe hätte sein grobes Material zu einem so feinen, zierlichen Schuh zu verarbeiten verstanden, wie sie ihn hätte haben müssen. Und bei alledem hatte sie auch noch das reizendste Gesicht im ganzen Orte. Diese feingeschnittenen Züge wären, abgesehen von der gebräunten Färbung, einer Schönheit würdig gewesen. Ja, mancher meinte, dieses zarte, volle Gesicht tauge nicht für die Winde und Stürme und die harte Arbeit eines Fischerlebens. Unter denen, die so dachten, war auch Franz von Holdern, der Besitzer des Schlosses von Welldorf. Mit besonderer Freude hatte seine Tante, die alte Frau von Holdern, seinen regelmäßigen Kirchenbesuch während der letzten Wochen beobachtet; diese Freude verwandelte sich aber in Entrüstung, als sie sah, daß sein Gebetbuch den ganzen Gottesdienst hindurch auf derselben Stelle offen blieb, während seine Augen England. * London, 9. Aug. (Unterhaus.) Norman (lib.) fragt an, ob die deutsche Regierung bemüht sei, den Tungting-See im Aangtsetal zur Vornahme von Marinemanövern von der chinesischen Regierung zu pachten. Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amtes, Earl of Percy, verneint die Anfrage. Die Regierung habe davon gehört, das Gerücht darüber sei aber unbegründet. Norman richtet darauf an die Regierung die weitere Anfrage, ob zwischen der englischen und der chinesischen Regierung Unterhandlungen über Abänderung der Bedingungen stattgefunden hätten, an die Englands Besitz von Weihaiw ei geknüpft ist, und ob die englische Regierung be- abfichrige, Weihaiwei käuflich oder in irgend einer anderen Weise zu erhallen, falls die gegenwärtige Pacht sofort aufhöre. Percy beantwortet die erste Anfrage mit nein. Was die zweite Anfrage anbetreffc, so könne er keine Mitteilungen über die Politik der Regierung unter hypothetischen Umständen machen. * Plymouth, 9. Aug. (Lloydmeldung.) Der Kapitän des heute hier von Calcntta eingetroffenen englischen Dampfers „Manora" berichtet, daß er 25 Meilen südlich vom Kap Finisterre einen großen Kreuzer getroffen, der die russische Flagge und Kriegsschiff- wimp.l führte und mit Kanonen ausgerüstet war. Der Kapitän ist der Ansicht, daß es augenscheinlich eins der vor kurzem von Rußland an- gekauftcn deutschen Schiffe gewesen ist. Der Kreuzer steuerte auf die „Manora" zu und forderte sie durch Signale auf. die Flagge zu hissen. Nachdem die „Manora" dies getan hatte, fuhr der Kreuzer weiter. Portugal. * Lissabon, 9. Aug. Gestern abend gegen II Uhr wurde hier und in der Umgegend ein Erdbeben verspürt, das jedoch keinen Schaden anrichtete. Italien. * No m, 9. Aug. Anläßlich des ersten Jahrestages seiner Krönung begab sich der Papst auf der Srdia Gcstatona in die PeterLkirche und wohnte dort einer Messe bei, welche in Gegenwart der Kardinäle, des Patriziates und sehr zahlreicher Eingeladener stattfand. Nach der Beendigung der Feier begab sich der Papst in feine Gemächer zurück. Serbien. * Belgrad, 10. Aug. Die Regierung verbot wegen der Mißernte die Ausfuhr von Mais, Maismehl und Heu. Die gesamte Presse billigt diese Maßregel. — Der für heute einberusene Ministerrat wird endgültig über die Krönung bezw. Vertagung beschließen. Asien. — Die Engländer vor Lhassa. Das Bild der heiligen Stadt Lhassa schildert der Spezial- Korrespondent der „Daily Mail" in mit unverkennbarer Bewunderung auf Aennchen Telgers reizendem Gesicht ruhten. Trotz ihrer Mißbilligung konnte die alte Dame sich indes nicht verhehlen, daß ihr Neffe damit einen keineswegs schlechten Geschmack bekundete. Als Aennchen an diesem Abend die Strandhöh- hinablief, sah sie sich bei einer scharfen Biegung des Weges unerwartet zwei Herren gegenüber, von denen sie in dem einen mit einiger Verlegenheit Franz von Holdern erkannte. Dieser warf seinem Begleiter einen bedeutsamen Blick zu und flüsterte ihm ein paar Worte zu. Aennchen mußte stehen bleiben, denn der Weg war schmal und die Herren machten nicht Miene, sie vorüberzulassen. „Wollen Sie mich nicht vorbeilaffen, meine Herren?" fragte sie mit schüchterner Stimme und halb gesenkten Lidern. „Fragen Sie sie," sagte Franz von Holdern leise zu seinem Begleiter. Dieser folgte der Aufforderung. „Verzeihung, mein Fräulein." hob er in bescheidenem, fast ehrerbietigem Tone an, „wollen Sie so freundlich sein und mir Ihren Namen sagen? Ich frage nicht aus eitler Neugier —" „Ich heiße Anna Telgcr," erwiderte sie mit einem unruhigen Blick nach dem Boot, das sich schnell dem Ufer näherte. einem telegraphischen Bericht vom 3. August wie folgt: „Als wir den Tschagpakamm erklommen hatten, lag Lhassa 1^ Icm vor uns als eine Masse zusammengewürfelter Dächer und Bäume, über die sich dominierend die goldene Kuppel der Kathedrale Jo-Kang erhebt. Die heilige Stadt ist weder umwallt, noch befestigt. Eine Ringstraße zieht sich um den Ort herum, und um den Hügel, auf dem das Palastkloster Pslola und die medizinische Schule steht. Wir sahen Pilgrime langsam von Westen nach Osten sich bewegen. Keine Menschenseele bewegte sich in umgekehrter Richtung, und daraus kann man schließen, daß die Ringstraße nicht für den Verkehr benützt wird. Der allgemeine Eindruck, den die Stadt macht, ist ein enttäuschender. Sie macht den Eindruck einer Stadt von 1500 Einwohnern, ist schlecht gebaut und unbedeutend mit Ausnahme der Kathedrale. Die Potala, dis ganz von der Stadt abgesondert liegt, überstieg die großartigsten Erwartungen. Ihre goldenen Kuppeln glühen in der Sonne wie Feuerzungen. Die Pilgrime, die. durch wüstes Tafelland herbei- pilgcrn, um die heilige Stadt zu besuchen, müssen durch dieses Bitd mit Ehrfurcht erfüllt werden. Bis jetzt ist niemandem erlaubt worden, dis Stadt zu besuchen. Unser Augenblickliches Lager liegt westlich davon. Wir entdeckten auf dem Marsche, daß man Lhassa, erst wenn man ll( Lm an die Stadt herangekommen ist, sehen kann. Der chinesische Amban, der Vertreter Chinas, suchte Oberst Aounghusband auf. Er war außerordentlich ireundlich und versöhnlich und versprach, zu tun, was in seiner Macht läge, um die Tibetaner zu veranlassen, uns versöhnlich entgegenzukommen. Die Lamas sind immer noch sehr widerspenstig, und es könnte wohl noch zu Unruhen kommen, ehe die Verhandlungen abgeschlossen sind. Am Morgen des 3. August kamen die Vertreter der in Lhassa wohnenden Kaufleute aus Nepal in das englische Lager. Sie erzählten, daß 10000 Mönche gestern entschlossen gewesen wären, zu kämpfen, falls wir versucht hätten, in die Stadt einzurücken, daß sie sich aber beruhigt hätten, als sie von den Delegierten hörten, die Armee werde vor Lhassa liegen bleiben. ««siralier». * Wellington (Neuseeland), 9. Aug. Heute vormittag 10 Uhr 22 Min. fand hier ein heftiges Erdbeben statt, wie es seit vielen Jahren nicht verspürt worden ist. Mehrere öffentliche Gebäude sind schwer beschädigt. Viele Privatfirmen und Familien erlitten große Verluste. Menschenleben sollen nicht in Mitleidenschaft gezogen sein. Die Erderschütterung wurde sowohl ans der Nord- wie auf der Südinsel wahrgenommen. Amerika. * Pueblo (Colorado), 9. Aug. Nach weiteren Mitteilungen sind von den bei dem „Sind Sie die Schwester von Gottfried Telger?" „Nein, wir sind gar nicht verwandt miteinander." „Wie kommt es denn, daß Sie auch Telger heißen?" „Gottfrieds Eltern nahmen mich an Kindesstatt an. Vater Telger fand mich, als ich noch ganz klein war, eines Morgens in seinem Kahn." Hier machte Aennchen eine unruhige Bewegung. Das Boot hatte das Land erreicht und sie fühlte, wie Herrn von Holderns Augen durchdringend auf ihr ruhten. Jetzt ergriff er das Wort. Aennchen hatte ihn oft gesehen; heute aber war es das erste Mal, daß sie ihn sprechen hörte, und bei dem ersten Ton seiner Simme hob sie die Augen zu ihm auf. Er war sehr hübsch und seine Stimme weich und angenehm; auch sein Lächeln nahm sie für ihn ein, und unwillkürlich antwortete sie ihm in artigster Weise. Hatte Franz von Holdern sie vorher schon hübsch gefunden, so war er jetzt entzückt von ihr. „Ich hoffe, daß Sie uns trotz unserer scheinbar dreisten Fragen nicht für unbescheiden halten. Dieser Herr, Herr Brunner, ist Advokat und hat Eisenbahnunglück Umgckommenen bis mittags 63 geborgen worden. Der russisch-japanische Krieg. * Petersburg, 10 . Aug. Die Ostseeflotte geht wahrscheinlich am 16. Auaust nach Osta sten ab. Der Kommandant Roschjest- womsky hißte bereits die Flagge auf dem Panzerschiff „Suwarow". Die Flotte besteht aus 60 Schiffen, davon 8 Panzer, 9 Panzerkreuzer und soll in 60 Tagen ihren Bestimmungsort erreicht haben. * Petersburg, 10 . Aug. Der Telegr.- Agentur wird aus Mukden gemeldet: Nach Gerüchten ziehen sich die russischen Truppen der Südfront von Haiticheng auf die Anhöhen von Anschantschang zurück, wo, wie man an- nimmt, eine Entscheidungsschlacht statt- finden wird. * Konstantinopel, 9. Aug. Die Pforte bewilligte die Durchfahrt für Schiffe der Freiwilligen-Flotte durch die Meerengen, nachdem in Petersburg durch den Grafen Lamsdorff und hier durch den Botschafter Smcwiew die Zusicherung bezüglich der Beibehaltung der Handelsflagge abgegeben wurde. — Für den Rückzug der Russen soll General Kuropatkin französischen Nachrichten zufolge folgende Gründe angegeben haben. Die Soldaten wären von der Uederanstrengung und der Hitze völlig erschöpft, es sei unmöglich, auf den gebirgigen Geländen zu manöoerieren, die sibirischen Soldaten seien zu schwerfällig, um auf bergigem Terrain verwendet werden zu können, und das Gewicht des Gepäcks, das am Rücken getragen werden müßte, sei zu bedeutend. Die japanischen Truppen dagegen hätten Kulis, die alles, was die Soldaten in ihren Bewegungen hindern könnte, der Armee auf Wägelchen nach- schlkppten; ferner säen die japanischen Soldaten klein, untersetzt und sehr gewandt im B.rg- klettern. Schließlich fehle es den Russen an Gebirgsartillerie und ihre Festungsartillerie sei zu schwerfällig. Sie seien oft gezwungen, ihre Geschütze im Stich zu lasten, da es sich ihnen als unmöglich erwiese, sie schnell wegzuführen. Kuropatkin protestiere gegen die Zusendung von Reservisten zwischen 35 und 40 Jahren, diese seien zu alt und können nicht mehr gut marschieren. Von anderer Seite ist bereits gemeldet worden, daß viele russische Soldaten durch Dysenterie, Herzlähmung und Sonnenstich dahingerafft worden sind. — Die Russen sprengten das Kanonenboot „Siwutsch" in der Bai von Parjiasu, nördlich von Niutschwang, in die Luft, um die Wegnahme desselben zu verhindern. Die Ausrüstung des Schiffes ist mit zerstört worden. — Das französische Ministerium des Auswärtigen hat noch keine Bestätigung der Meldung von der Verhaftung des französischen Konsular-Agenten in Niutschwang erhalten; doch h ält es die Meldung für rich tig.__ im Interesse eines Klienten zu erfahren gesucht, was Sie eben so freundlich waren ihm mitzuteilen." Diese letzten Worte waren Aennchen völlig unverständlich, und mit einem kurzen: „Ich bitte!" wollte sie weitergehen. „Es fängt an, dunkel zu werden," fuhr Herr von Holdern fort, „fürchten Sie sich nicht, diesen einsamen Weg allein zu gehen?" „O, nein," antwortete sie hastig, mit einem scheuen Blick nach den beiden Herren, die umdrehten, als beabsichtigten sie, Aennchen zu begleiten. „Ich gehe lieber allein," setzte sie schnell hinzu und beschleunigte ihre Schritte, während ihre Wangen sich mit einem leichten Rot des Unwillens färbten. Was würde Gottfried sagen, wenn er sie in Begleitung dieser beiden Herren sähe? Es schickte sich doch nicht, baß ein so armes Mäd- ! -m wie sie mit so feinen Leuten ging. Als Herr von Holdern ihre Verlegenheit bemerkte, blieb er stehen und sagte mit heiterem Lächeln: „So gestatten Sie uns nicht das Vergnügen, Sie nach dem Strande zu begleiten?" „Ich komme schneller allein dorthin; bitte, erlauben Sie!" stotterte sie. (Fortsetzung folgt.) — Wohl jedem Zesiungsleser fällt augenblicklich wieder die große Anzahl der deutschen Namen im russischen Heere auf, obwohl man ja diese Erscheinung aus Fricdenszciten und aus der Geschichte her kennt. Es sind die Nachkommen jener Deutschen, die unter Peier dem Großen und den russischen Kaiserinnen des 18. Jahrhunderts in das Land der Moskowiter gerufen wurden und dort als „deutscher Kullur dünge:" im Sinne der Alldeutschen im Slaventum üufgingen. Einen geringeren Bruchteil stellen die deutschen Balten der Ostseeprovinzen, die bekanntlich vielfach wieder nach Deutschland zurückkehrcn und hier im Heer, in der Wissenschaft u. s. w. sich als beachtenswerte Intelligenzen dem alten Stammland wieder cingliedern. Einen ganz ausgezeichnet paffenden Namen, doppelt paffend für einen Kosakenführer, hat der General Rennenkampf, ohne daß vielleicht die Umgebung und möglicherweise der General selbst die ethymo- logische Feinheit ahnen, die dieser Name für das deutsche Ohr hat. Denn „Rennenkampf", aufzulösen in „Renn-in-den-Kampf", ist einer Jener witzigen deutschen Jmp.rativnamcn, die zumeist noch der Landskncchtzeit entstammen und deren cs eine große Anzahl gibt; Schladenhaufen — Schlag-den Haufen; Schlagint-weit — Schlag-ins-Weite; Sengenwald — Seng den- Wald; Sengendorf — Seng-das-Dorf; Hauenschild — Hawdni Schild; Suchcnwirt — Such- den-Wirt; Uhlenspiegel — Uhl (Sputz)- den- Spiegel; Uhlhorn — Uhl das-Horn u. s. w. Aber nur den Namen, nicht das sprichwörtliche Glück der „frumbcn" deutschen Landsknechte scheint der russische Heerführer von dem deutschen Altvordern geerbt zu haben. Verschiedene«. — Der Achtuhr-Ladenschlnß im Kleinhandel ist dem „Archiv für kaufmännische Sozialpolitik" zufolge neuerdings in folgenden Städten eingeführt worden: Bamberg (für Back-, Fleisch- und Tabakwaren), Erfurt (Textilbrancbe), Greiz (von 50 Geschärten freiwillig), Kassel (ausgenommen Tabakhandlunge« und Konditoreien), Köthen (in der Bekleidungsbranche freiwillig vom 25. Mai bis 15. September), Magdeburg, Meißen (Kolonialwaren, Produkte, Drogen, Fische, Hasen), Schwcinfurt, Uberlingen, Zerbst (von 19 Geschäften freiwillig von Juni bis September), ferner seit dem 15. Juli in Kulmbach (mit Ausnahme der Samstage und der zehn Tage mit Zehnuhr-Ladenschluß). In Elberfeld-Barmen, Solingen, Neu-Strelitz, Hannover, Berlin werden Bestimmungen über den Achtuhr- Ladenschluß vorbereitet. — Ein Helles Schlaglicht auf die Stimmung vieler Deutschen in Oesterreich wirft folgende Meldung. Der alldeutsche Abgeordnete von Schoenerer erklärte, er werde, falls die Stadtvertretung von Egcr den Kaiser Franz Josef einlade, die Stadt Eger auf der Rückreise von Marienbad zu besuchen, die Ehrenbürgerschaft der Stadt Eger niederlegen. — Italienische Kunstdiebstähle. Die Plünderung italienischer Kirchen u. s. w. durch gewissenlose Händler nimmt ihren lustigen Fortgang. So wurden allein aus zwei Kirchen von Calengano (Florenz) Werke der Nobbia im Werte von ca. 600000 Frcs. gestohlen und nach Amerika ausgeführt. Die Behörden haben zahlreiche Verhaftungen vorgenommen, aber der Hauptschuldige, ein Händler aus Prato, ist nach Amerika entflohen. Die gestohlenen Kunstwerke gingen als — Pökelfleisch (!) ins Ausland. — Ein falscher Mobilmacher. Von einem falschen Mobilmacher wird der „Now. Wremja" aus dem Städtchen Wladimir in Wolhynien berichtet: In einem der Dörfer des Kreises erscheint eines schönen Tages ein Herr in Militäiuniform, zitiert den Gemeinde- ältesten heran und eröffnet ihm, daß er erschienen sei, um die Reservisten des Dorfes abzuführen; sie hätten sich zur Abreise am nächsten Tage bereit zu halten. Darauf erhob sich natürlich allenthalben ein furchtbares Klagegeheul, bis der Pseudo Offizier durchbltcken ließ, daß er gegen angemessene Entschädigung vom Dienste befreien könnte, wem daran läge. Es fanden sich einige, die nach Zahlung einer mehr oder weniger großen Summe feierlichst von der Einberufung befreit wmd'n. Dann ließ sich der Ursuipaior vom Dorfältesten ein Gesähit geben, um ins nächste Dorf zu fahren; am nächsten Tage werde er wieder kommen. Selbstverständlich kam er nicht, beränberte aber noch verschiedene andere Dörfer, bis er der Polizei in die Arme lief. — So was kann eben auch nur in Rußland Vorkommen. — Augengläser als Mittel gegen Trunksucht. Eine merkwürdige Mitteilung, die den Stempel der HundStagshitze an der Stirne trägt, kommt aus Amerika. Dort machte der Chicagos Augenarzt vr. Chalmers Prcntire in einem Vortrag, den er vor einer Optiker- Versammlung hielt, bekannt, daß der Alkoholismus durch geeignete Augengläser geheilt werden kann. Der Arzt fand nach einer langen Reihe Untersuchungen, daß Trunkenbolde allgemein an gewissen Abweichungen in der Akkomodation und Konvergenz der Augen leiden. Er bemerkte in vielen Fällen, daß Augengläser, dis diese Sehstörungcn heilen, auch die Wirkung hatten, das Verlangen der Patienten nach gültigen Getränken zu vermindern, vr. Pren- tire beschrieb den Fall eines Trunkenboldes, der paffende Augengläser bekam und nach 30 Tagen jeden Wunsch nach starken Getränken verlor. — fDcr Fall erinnert an dis bekannte Anekdote, daß. wenn man einem Stallhasen eine grüne Brille auisetzt, erHobilspävesürKleefrißr.j NesteXmÄernski'ung. AmtsverküerdigUngsSLatL für den Amtsbezirk DnrZnch. KwMche DekKRNtMschrmsKW. Wcrrktcrnzeige. In der Gemeinde Ellmendingen werden außer den beiden Krümermärkten, welche seither jährlich abgehalten wurden, fernerhin am 4. Donnerstag eines jeden Monats ein Biehmarkt und an jedem Donnerstag ein Schweinemarkt abgehalten Der erste Vieh- und Schweinemarkt findet am Donnerstag den 28. August 1S«4 statt Wenn auf einen Markttag ein Feiertag fällt, wird der Markt an dem diesem vorangehenden Dienstag abgehalten. Ellmendingen den 9. August 1904. Der Gemeinderat: Fieß. Dnrlach. Handelsregister. Zu Chemische Fabrik vr. Neuberg,Durlach, eingetragen: Firma ist erloschen. Durlach, 3. Aug. 1904. _ Großh. Amtsgericht. _ Durlach. Handelsregister z. Zu Glacelederfabrik Durlach Herrmann L Ettlinger in Durlach eingetragen: Der Gesellschafter Kaufmann Theodor Ettlinger in Karlsruhe ist durch Tod ausgeschieden; in die Gesellschaft ist ein Kommanditist eingetreten. Durlach, 22. Juli 1904. Großh. Amtsaerickit. Tnrlächl Hüterrechts-Wegiker. 1. Jüngling, Karl, Lackierer in Durlach, und Pauline Engel. Durch Vertrag vom 20. Juli 1904 ist Errungenschaftsgemeinschast gem. 88 1519 ff. B.G.B. vereinbart. — Vorbehaltsgut der Frau sind die Augen st ein, Ratschreiber. in Beilg. V Bd. 3523 aufgeführten in die Ehe eingebrachten Vermögensstücke. 2. Höfel, Friedrich jg., Zimmermeister in Spielberg, und Katharina geb. Werner in Spielberg. Durch Vertrag vom 27. Juli 1904 ist Gütertrennung gem. 88 1426 B.G.B. vereinbart. 3. Voges, Karl, Gärtner in Durlach, und Frieda geb. Kamm in Durlach. Durch Vertrag vom 25. Juli 1904 ist Errungenschaftsgemeinschaft gem. 88 1519 B.G.B. vereinbart. 4. Heiderich, August, Kaufmann in Durlach, und Klara geb. Pahnke in Durlach. Durch Vertrag vom 27. Juli 1904 ist Gütertrennung gem. 88 1426 ff. B.G.B. vereinbart. Durlach, 3. Aug. 1904. Großh. Amtsgericht. Privat-Anzeige«. Ammei-, ein gut möbliertes, sofort zu vermieten Gartenstratze 1, part in nur erstklassiger Ware von tadelloser Beschaffenheit -u K!tt»gs1«n pnvlssn empfiehlt LlHei- Ili-ogei-ie 6. Sodtvsirsr Dls-oLk. — VslsMou 76. Eine schöne Wohnung von drei Zimmern nebst Zubehör ist sofort oder auf 1. Oktober zu vermieten. Näheres Ariedrichstraße 7. Eine Mansarden - Wohnung von 2 Zimmern, Küche, Keller und sonstigem Zugehör ist zu vermieten. Zu erfragen Aue, Kaiserstratze 33. Sofort zu vermieten wegen Wegzugs: schöne Wohnung mit 3 Zimmern, Küche, Keller, Speicher, Waschküche mit Wasser- und Gasleitung in m. Neubau Sebold- straße 22. §arl lteutzler. 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