4 Tageblatt. ^WA «rsHetztt -k ^lich- ^ -tt-rttjätzÄich t» L«Äach 1 ML»«. Km «,ich»S«»t1 ML L» Beft-Lgeld- Donnerstag dm 13. Oktober L Bericht über die Bürgeraus- schutzfitzung am Mittwoch, 12. Ott. Durlach, 13. Okt. 1. Punkt der Tagesordnung: Die Herstellung der Turmbergstraße als Ortsstraße. Der Vorsitzende, Herr Bürgermeister vr. Reichardt, erteilt Herrn Stadtbaumeister Hauck das Wort, welcher au der Hand von Planskizzen in eingehender und sachgemäßer Weise das Projekt erläutert. Die Turmberg- tzraße wird mit einem Gefall von 5—liZ die steilste Straße DurlachS werden. Kostenaufwand 50 000 Mk., wovon bereits 24 800 Mk. gedeckt sind. B.A.M. Semmler frägt an, ob der Ge- weisderot nicht wegen Ankauf der Anwesen Schwarz und Sutter mit den Besitzern in Unterhandlung getreten sei, um das Projekt einfacher zu gestalten. B.A.M. Phil. Meier glaubt gegen das Projekt stimmen zu wüsten. Man solle vorerst lieber die Straßen in der Stadt, z. B. die in jämmerlichem Zustand befindliche Baslertorstraße, entsprechend Herrichten. Bürgermeister vr. Reichardt erwidert BA.M. Semmler, daß die von ihm angedeuteten Verhandlungen und Erwägungen stattgefunden, aber zu keinem Ziel geführt hätten. Den schlechten Zustand der Baseltorstraße gebe er selbst zu, anderseits aber zu bedenken, daß eben vor Fertigstellung der Kanalisation an die Herrichtung der im Weichbild der Stadt befindlichen Straßen unmöglich geschritten werden könne; doch werde, soweit möglich, für Abhilfe gesorgt werden. Punkt 2: Kanalisierung der Turmbergstraße und Punkt 3: Erstellung einer Gasleitung in der Turmbergstraße wurden von Stadtbaumeister Hauck ausführlich begründet und hierauf mit Punkt 1 einstimmig angenommen. Gelegentlich Punkt 4: Herstellung der Schillerstraße frägt B.A.M. Trinks an, aus welchem Grunde die Kanalisatiovsfrage dis heute noch nicht erledigt sei. . Der Vorsitzende erwidert, daß vonsciten des Gemeinderats nichts unterlassen worden sei, diese Frage im Fluß zu halten; er selbst sei persönlich beim Herrn Minister und der Oberdirektion vorstellig geworden. Die Kanalisation werde wohl nächstes Frühjahr in Angriff genommen werden; doch „möchte er keinen Eid darauf oblegen, da die Sache eben nicht an ihm, sondern in letzter Linie in den Händen der Behörden liege. Er selbst bedauere die Verschleppung der Angelegenheit, da dadurch die ganze Entwickelung der Stadt gehemmt sei." Punkt s: Erstellung eines Wasenschuppens (zur Unterbringung der städtischen Wagen: 2 Gießwagen, Kehrichtabfuhrwagcn, Schlammwagen) wird, wie Punkt 4, ohne erhebliche Debatte einstimmig genehmigt. Dagegen rief Punkt 6: Herstellung des Schloßgartens eine längere, lebhafte Debatte hervor, bet der „vieler Herzen Gedanken offenbar wurden". Den unbefangenen Zuhörer mußte nach der vorausgegangenen Debatte das Resultat wirklich überraschen: Vorlage genehmigt mit allen gegen eine Stimme. Der Schloßgarten bildet sozusagen ein „Kronjuwel" der alten Markgrafenstadt; ein letzter Rest aus vergangenen herrlichen Tagen hat er sich aus der Väter Tagen herübergerettet in unsere moderne Zeit, während das herrliche, von hervorragenden -italienischen Baumeistern erstellte Fürstenschloß, obgleich aus Stein gebaut, schon seit 200 Jahren vom Erdboden verschwunden ist. Auch bezüglich diesesPunktes übernahm Stadt- baumeister Hauck die einleitende Erläuterung und zwar unter Zuhilfenahme eines von dem Heidelberger UniversttätS-Garteninspektor Massias entworfene» Planes und schriftlich niedcrgelegten Gutachtens. Es dürfte jedenfalls die Einwohner DurlachS, die gewiß olle mit großer Liebe am Schloßgarten hängen, interessieren, einige Stellen aus dem betr. Gutachten zu erfahren: .Der Schloßgarten stellt sich gegenwärtig als ei« verwilderter Park dar, in welchem überall Spuren des sogen, französischen Gartenstils aus dem 18 . Jahrhundert sichtbar sind. E» erinnern Hiera» die Alleen am Eingang. die regelmäßige Einteilung durch gerade in verschiedene Richtungen sich kreuzende Wege, die Reste von Hainbuchenhecken, die regelmäßige Erhöhung des früheren Naturtheaters u. a. m. Wie allc derartige aus jener Periode stammende Gärten überliefert uns der Durlacher Schloßgarten einen alten, prächtigen Baumbestand, dessen Erhaltung jedem am Herzen liegen wird und der auch bei der bevorstehenden Umgestaltung als unantastbar angesehen werden muß. Wie überall in derartigen, sich mehr selbst überlassene» Baumbeständen finden sich auch in denen des Durlachcr Schloßgartens neben wundervollen Bäumen, kranke, unschöne Stämme, welche die ersteren belästigen, im Wuchs hindern und ihrer Schönheit Eintrag tun; ebenso eine große Anzahl unterdrückte krüppelige Bäume, die den alten schönen Stämmen die Nahrung nehmen, den Eindruck der Verwilderung aber ungemein verstärken. Endlich, wie an allen derartigen Orte» tausende von ausgelaufenen Sämlingen von den alten Parkbäumen, die sich im Schatten der letztere, nicht entwickeln konnten und zu unschönen Krüppeln herangewachsen sind. Diese minderwertigen Bäume sollten, ehe die Arbeiten der Umgestaltung begonnen werden, mit weiser Auswahl unter der Anleitung forstlicher ober gärtnerischer Sachverständiger herausgeschlagen werden. E» wird hierdurch in dem Park zunächst Luft und Licht geschaffen, was den Aufenthalt in demselben angenehmer machen wird; außerdem werden die vorhandenen wirklich schönen Bäume besser gesehen werden und mehr Genuß bereiten, und drittens werden sich dann geeignete Stellen finden, an denen durch Nachpflanzung für Nachwuchs und späteren Ersatz für abgängige alte Bäume gesorgt werden kann. Alle Teile des Parkes aber, welche bereits einen lockeren, lichte» Baumbestand aufweisen, sollten, um mehr freie Durchblicke und Licht zu gewinnen, nicht wieder mit Baumwuch» in geschloffenem Bestand besetzt, sondern frei mit Rasenuntergrund gehalten werden." Bürgermeister vr. Reichardt betont, daß die Herstellung, wenn auch nicht gerade zu den dringlichsten Aufgaben gehörend, doch beizeiten in Angriff zu nehmen sei, und. wolle man an die Verschönerung und Umgestaltung herantreten, so müsse dies nach einem einheitlichen Plane geschehen, sonst entstehe ein keine Seite befriedigendes Flickwerk. Der Gemeinderat trat daher mit Großh. Forst- und Domänerdirektion, der Eigentümerin des Parks, iu Verhandlung ein, ersuchte auch um eine pekuniäre Beihilfe. Die Behörde zeigte sich dem Plane nicht abgeneigt, verlangte aber, daß die Projektierung der gärtnerischen Anlagen einem sachverständigen Landschaftsgärtner übertragen werde und bezeichncte als solchen in erster Reihe den UniversttätS-Garteninspektor Massias in Heidelberg, der den Schloßgarten nach vorliegendem Plane umgestalten will. Während die B.A.M. May und Specht im großen ganzen für das gemeinderätliche Projekt etntraten, wendet sich B.A.M. Neukum in längerer Rede entschieden dagegen. Er kann sich mit dem durch die Umwandlung notwendig gewordenen Fällen so vieler Bäume, sowie mit der Durchforstung einer 15 m breiten Lichtung nicht befreunden; daß durch letztere auch eine 15 w breite Lichtung in die Buchenallee, einen herrlichen schattigen Platz im Hochsommer, gelegt werde, macht ihm das Projekt noch un«üttückttlMeLüS- -er »i«,Spalte»» » Pf. Inserat» «rittet mau ril s-Ltesteur 10 Uhr »ormitta-S. sympathischer. Er warnt davor, einen „modern frisierten" Garten herzustellen anstelle des alten urwüchsigen Parks, den alle Besucher der vorigjährigen Ausstellung so hübsch gefunden hätten. Auch sollte man schon vom forstwirtschaftlichen Gesichtspunkte aus die alten Bäume möglichst schonen, um die altehrwürdige Kastanienallee vor Windfall zu schützen. B.A.M. Hochschild schließt sich den Ausführungen des Vorredners an und wendet sich gegen die seiner Ansicht nach etwas rigoros ge- handhabte Bestrafung von Eltern, deren Kinder ohne Aufsicht den Schloßgarten betreten haben. B.A.M. Wendling glaubt, es sei für einen Laien schwer, bezüglich Umgestaltung des Schloßgartens ein richtiges Urteil abzugeben, und wendet sich ebenfalls gegen eine 15 in breite Lichtung in der Mitte. Man solle ein zweites Gutachten einholen vom Stadtgartendircktor Ries in Karlsruhe. B.A.M. Eglau hält angesichts der verschiedenen Meinungen die Sache nicht für spruchreif und ersucht, sie zu vertagen. Gemeinderat Kindler macht darauf aufmerksam, daß die Domänendirektion die Beihilfe von 5000 Mk. nur unter der Bedingung zugesagt habe, daß die Umgestaltung nach de« Plänen des Univerfitäts-Gartendirektors Massias erfolge. Im Schlußwort bemühte sich der Vorsitz eude, die vorgebrachteu Bedenken zu entkräften und sah sein Bemühen von Erfolg gekrönt, indem das Projekt mit allen gegen 1 Stimme angenommen wurde. Die der Stadt zur Last fallenden Herstellungskosten betragen 6000 Mk. Punkt 7: Spitalncubau betr. Bürgermeister vr. Reichardt erörtert eingehend die Platzfrage, das Für und Wider; der jetzt in Aussicht genommene Platz erforderte einen umfangreichen Geländeankauf amGrötzinger- weg. Das neue Spitalgebäude wird auf einem großen Baublock erstellt und mit Anlagen umgeben, so daß der gegen Südwesten anstoßende Friedhof dadurch vollständig verdeckt wird. Nachdem die erforderlichen Vereinbarungen mit der staatlichen Behörde getroffen find, wird der Plan zur öffentlichen Bewerbung ausgeschrieben und für die besten Pläne eine Prämie ausgesetzt. B.A.M. Phil. Meier bemerkt ironisch: „Es sei dies jetzt der- dritte Spitalplatz, der gekauft werde, wenn mit dem Kaufen so weiter gemacht werde, so kämen alle kleinen hiesigen Geschäftsleute vor lauter Zahlen bald auch ins Spital." Bürgermeister vr. Reichardt bemerkt demgegenüber, „daß es dem Gemeinderat diesmal mit dem städt. Krankenhaus ernst sei, beim Geländeerwerb an der Stupfericherstraße sei nicht bestimmt, sondern nur unter anderem erwähnt worden, das Gelände käme event. bei einem Spitalneubau in Betracht." B.A.M. Eglau findet den Platz amGrötzinger- weg nicht günstig gelegen: a. er sei etwas abgelegen, zu weit von der Stadt entfernt, d. der Transport am Friedhof vorbei berühre ihn unsympathisch. B.A.M. Trinks und Joh. Semmler stimmen dem Projekt zu und elfterer wünscht, daß der Bau bald in Angriff genommen werde. Sodann frägt B.A.M. Trinks an bezüglich Verpachtung der Räumlichkeiten der Dampfziegelei ans hiesige Trainbataillon. Der Vorsitzende beleuchtet die Vorteile, welche die hiesige Geschäftswelt von der Einquartierung der sog. Uebungskompanie habe; außerdem beziehe die Stadt als Miete für die Räumlichkeiten 1900 Mk. Es sei für späterhin die Errichtung eines städt. Einquartierungshauses in Aussicht genommen. Die letzte Vorlage betraf die Genehmigung des Anstellungsvertrags zwischen der Stadtgemeinde und dem Ratschreiber Valentin Dreikluft von Schwetzingen. Wurde ohne Debatte einstimmig gutgcheißen. B.A.M. Drinks wies im Hinblick auf den Gehalt des Ratschreibers: Anfangsgehalt 2800 Mk., Höchstgehalt 4200 Mk. daraus hin, daß es angesichts dieser Bezahlung die Gerechtigkeit erfordere, auch die Bezüge der städtischen Unterbeamten und Arbeiter zu erhöhen und das Gehaltsstatut, das scheints eingcschlafen, endlich einmal seiner Vollendung entgegenzuführen. Des ferneren fragt er an, ob mit dem bisherigen Usus, die Bürger ansschußsttzungen um 5 Uhr zu beginnen, gebrochen worden fei und bittet, dieselben, wenn tunlich, mit Rücksicht auf die Arbeiter auf 6 Uhr abends zu verlegen. Der Vorsitzende begründet die Ansetzung auf 4 Uhr mit der umfangreichen Tagesordnung; wenn es dieselbe erlaube, werde die Sitzung künftig erst um 6 Uhr beginnen. Das Gehaltsstatut würde gegenwärtig von einer Kommission eingehend beraten und „es sei sicher, daß dasselbe bis 1. Januar 1905 unter Dach und Fach komme." Die Beratung der 9 Vorlagen, die sämtlich angenommen wurden, nahm dreieinhalb Stunden in Anspruch. HageKNeNigKeiieK Bade«. -s- Karlsruhe, 12. Okt. Die evang. Geueralsynode beschäftigte sich in ihrer heutigen Nachmittagssitzung zunächst mit 2 Petitionen der evang. Konferenz und der kirchlichliberalen Vereinigung, den Ausschluß der Diözesangeistlichen von der Wahl zur Generalsynode betr. Die Synode ging über diese Petitionen zur Tagesordnung über. Des weiteren stand auf der Tagesordnung der Gesetzentwurf, die Verfassung der vereinigten evang.-prot. Kirche des Großherzogtum Badens betr. und die hierzu eingegangenen Petitionen. Durch dieses Gesetz sollte Kirchengemeindeversammlungen das Recht der Initiative zuerkannt werden. Das Gesetz fand einstimmige Annahme. Die Beschlußfassung über den Gesetzentwurf wurde bis zur nächsten Sitzung ausgesetzt, da erst über einen nachträglich eingebrachten Zusatzantrag eine Verständigung erzielt werden könne. -s- Karlsruhe, 12. Okt. Die gestrige Abcndsitzung der evang. Generalsynode beriet über folgende Anträge: i. Der Oberkirchenrat möge bei der Staatsregierung auf eine derartige Gestaltung der Schulordnung dringen, die es möglich macht, daß an der alten geschichtlich gewordenen Sitte der Beichtgottesdienste sestgehalten wird. 2. Die Generalsynode spricht dem Oberkirchenrat ihren Dank aus für die nachdrückliche Förderung, die er der Sache des Jugendgottesdienstes zuteil werden ließ, und ersucht ihn, diesem Gottesdienste eine festere Organisation zu geben, indem er der Schaffung eines besonderen Agendeformulars und der Herausgabe eines Liederbuchs als Anhang zum badischen Gesangbuch mit eigenen Melodien näher tritt. 3. Die Generalsynode bittet den Oberkirchenrat auch seinerseits zum Eintritt in evangelische Diakoniffenanstalten auf- zufordern. Der Antrag bezweckt, dem Mangel an evangelischen Krankenschwestern abzuhelfen und eine ausreichende Gemeindekrankenpflege zu schaffen. Die Anträge wurden angenommen. 8 Karlsruhe, 12. Ott. ^Schwurgericht.^ Unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Frhr. v. Rüdt wurde heute in geheimer Sitzung die Anklage gegen den im Jahr 1881 geborenen Müllerburschen Gottfried Lampert ans Edelweiler wegen Sittlichkeitsverbrechens im Sinne der W 177 und 176 Ziff. 1 R.St.G.B. verhandelt. Die Anklagebehörde vertrat in diesem Falle Staatsanwalt Radmann. Verteidiger des Angeschuldigten war Rechtsanwalt Haas. Lampert wurde beschuldigt, seit Sep- rember 1902 bis Dezember 1903 sich zu Weiler an mehreren Frauenspersonen teils des Verbrechens der Notzucht, teils der gewaltsamen Vornahme unzüchtiger Handlungen schuldig gemacht zu haben. Die Geschworenen verneinten die Schuldfraae hinsichtlich der letzteren Straftat, bejahten aber die Schuldfragen nach § 177 und die Fragen nach mildernden Umständen. Der Schwurgerichtshof erkannte nach diesem Wahrspiuch unter Anrechnung von 1 Monat Untersuchungshaft auf 3 Jahre Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust. X Durlach, 12 . Okt. Die mutige, mit eigener Lebensgefahr ausgeführte, rasche Tat des Sergeanten Strüuing vom hiesigen Train-Bataillon rettete gestern dem 3 jährigen Knäblcin des Schlofsermeisters Karl Meier das Leben. Als der wackere Sergeant mit der Uebungskompagnie cinrückte, sah er am Graben vis-L-vis der Eisenhandlung Biestnger zwei kleine Kinder heftig weinen und fragte sie über die Ursache. Sie konnten ihm aber vor Schluchzen keine Antwort geben und deuteten nur ins Wasser. Strüning begriff gleich, um was es sich handelte und erblickte auch im tiefen Graben das forttreibende Kind. Ohne sich lange zu besinnen, sprang er behend vom Pferde und in voller Ausrüstung „komplett" in den tiefen, schleimigen Graben, dessen Wasser ihm bereits an den Hals reichte. Kaltblütig watete er vorwärts, bis er das Kind erwischte und herbeigeeilten Leuten aus dem Wasser emporstreckte. Die von Herrn Doktor Dris angestellten Belebungsversuche waren erfolgreich; nach Aussage des ArzteS wäre das Kind ohne des Sergeanten Hilfeleistung nach ^ Minute unrettbar verloren gewesen. Möge dem wackeren Mann, dem der Vater schon in gestriger Nummer eine Danksagung gewidmet, auch die übliche Anerkennung einer solch mutigen Tat nicht versagt bleiben. Friedrichsfcld, 12. Okt. Die Gemeinderatswahl wurde gestern vom Bezirksrat in Schwetzingen abermals kassiert. Es steht wieder Berufung an den Verwaltungsgerichtshof in Aussicht; vielleicht auch wird sich der Strafrichter mit einigen Vorkommnissen befassen. -f- Oberschefflenz, 12. Okt. In der vergangenen Nacht wurde im hiesigen Stationsgebäude eingebrochen. Die ganze Kaffe mit einem Betrag von 150 Mk. und etwa 50 Mk. in Marken wurde gestohlen. Von dem Täter hat man bis jetzt keine Spur. Sulz, 11. Okt. Zur Warnung für Landwirte möge folgender Fall dienen, der sich hier zugetragen hat. Ein junger Bauersmann hatte seine beiden Kühe in einen fremden Schopf gestellt, in dem Tabak hing. Die Tiere fraßen davon einige Blätter und zogen sich dadurch eine Vergiftung zu, die sich so heftig äußerte» daß sofort mitten in der Nacht ein Tierarzt geholt werden mußte. Dieser konnte nur den Rat erteilen, beide Tiere sofort zu schlachten. Obwohl die Tiere im OrtSvieh- verfichrrungsverein versichert find, erleidet der Besitzer doch beträchtlichen Schaden. -st Radolfzell, 12. Ott. Der Großhrrzog bekundete den Angehörigen der auf dem See verunglückten Kinder sein herzlichstes Beileid. Herr Rickmers auf Mettnau sandte den Eltern der Kinder die Summe von 300 Mk. Ein gemeinsames Grab wird die Ruhestätte der in so jungen Jahren Hingeschiedenen bilden. Deutsche» Reich. * Berlin, 13. Ott. Auf Anordnung des Kaisers fällt am 13. Oktober anläßlich der Enthüllung des Kaiser Friedrich-Denkmals und des Kaiser Friedrich-Museums der Unterricht in den hiesigen Schulen aus. Detmold, 11 . Okt. Die Regentschaftsfrage ist augenblicklich in einen verhältnismäßig ruhigen Zustand geraten. Da die nächste Sitzung des Landesausschusses, die übrigens nicht öffentlich ist, erst auf Donnerstag und die nächste Vollversammlung auf Montag anberaumt ist, so braucht die Entscheidung nicht überstürzt zu werden. Die Stimmung im Lande ist andauernd mit dem Ministerium. * Detmold, 12. Okt. Auf das Begrüßungstelegramm, das von der Volksversammlung in Lage am Sonntag an den Graf-Regenten Leopold gerichtet wurde, hat dieser mit folgender Depesche geantwortet: Tiefbewegt von dem mir von so vielen treuen Lippern begeistert zu- gerufcnen Huldigungsgruß danke ich aus volle« Herzen. Das Bewußtsein, auf die Treue und Unterstützung des Lippeschen Volkes rechnen zu können, wenn es gilt, unserem geliebten Lippeschen Lande einen Weg zu bahnen, auf dem es in geordneten und friedlichen Verhältnissen zur endlichen, lang ersehnten Ruhe gelangen wird, erleichtert mir meine verantwortungsvolle und schwere Aufgabe. Ich sage nochmals meinen herzlichsten und innigsten Dank. Leopold. * Hamburg, 12. Ott. Die zum Tode verurteilte Kindsmörderin Wiese hat heute durch ihren Verteidiger, Rechtsanwalt Blechwedel Revision gegen das Urteil des Schwurgerichts angemeldet. * Kattowitz, 13. Okt. In der Kolonie Koznice erschoß an der russisch-österreichischen Grenze ein Grenzwächter 2 russische Deserteure, die nach Oesterreich flüchten wollten. * Kempten. 12. Okt. Die „Allg. Ztg." meldet: In dem Lindauer Nachtschnellzuge nahmen Zollbeamte dreiSaccharinschmnggler darunter eine Frau, fest, welche schon lauge bandenmäßig schmuggelten. Ein Schmuggler sprang während der Fahrt aus dem Zuge und blieb tot auf dem Gleise liegen; ein fünfter entkam. Alle Schmuggler sind aus Niederbayrrn. Schweiz. * Zürich, 12. Okt. Der wegen Wechsel- fälschung von der Staatsanwaltschaft in Konstanz steckbrieflich verfolgte Mitinhaber der Konstanz» Löwenbrauerei Gebr. Huber, Adolf Huber, wurde gestern abend in einem Gasthofe in Schwamendingen verhaftet. Amerika. * Washington, 12. Okt. Die feierliche Enthüllung des vom deutschen Kaiser gestifteten Standbildes Friedrichs des Großen vor der neuen Kriegsschule findet in Gegenwart des Präsidenten Roosevclt am 19. November statt. Der russisch-japaaische Krieg. * Tokio, 12 . Ott. Der allgemeine Vormarsch der Japaner wird in breiter Front auf Mukden fortgesetzt. Eine Schlacht auf der ganzen Linie steht bevor. Eine russische Brigade Infanterie und 2000 Mann Kavallerie mit 2 Geschützen stießen auf General Knrokis Flanke und überschritten den Taitsefluß am 9. Oktober. Die Japaner versuchten ihnen den Rückzug abzuschneideu und sie gefangen zn nehmen. Die Russen griffen Sienchuang, 30 Meilen nordöstlich von Saimatfi au, jedenfalls in der Absicht, die japanischen Verbindungen mit dem Dalu zu unterbrechen. — Der Dampfer „Finging" mit Kriegsmunition wurde heute vor Port Arthur aufgebracht. Marschall Oyama meldet, daß das Gefecht fast auf der ganzen Front im Gange sei. Am 10. Oktober gewannen die Japaner Terrain und schlugen den russischen Angriff auf Sienchuang zurück. «ereius-Rachrichteu. L. Durlach, 12. Okt. Die am letzten Sonntag abend im „Roten Löwen" veranstaltete Abend Unterhaltung des Männ er-D opvel- Quartetts war sehr gut besucht. Eröffnet wurde dieselbe mit einem Willkommen-Marsch durch ein Streichquartett imtcr der Direktion des Herrn Karl Ostermeyer. Es folgten sodann unter Leitung des tüchtigen Gesangsmeisters Albert Haar abwechselnd verschiedene Lhöre, als 3fache und Doppelquartette und man hat nur lobenswertes über die gute Auffassung und den reinen Vortrag der Lieder sprechen hören. Eine kleine Posse: „Ein 25jähriges Jubiläum" hielt die Lachmuskeln des Publikums ständig in Anspruch und sei den Darstellern hierdurch bestens gedankt. Nicht zum mindesten trugen die humoristischen Vorträge der Herren Fröhlich und Stauch zum Gelingen des Abends bei, auch diesen unfern herzlichen Dank. Ein kleiues Tänzchen machte den Schluß. Alles in allem war es ein richtig gemütlicher Familienabend, und dürfen die Mitglieder des Doppelquartetts mit Stolz aus diesen Abend zurückblicken. Sonntag den 6. November gibt dasselbe ein Konzert in der Festhalle, worauf wir jetzt schon aufmerksam machen wollen. AmtsverkürrdigirngsbLatt für den NmtsöezLrk Dnrlrrch» Amtliche HekKRNLmKchNAKeN» SkkMnImllllixng. Unteroffiziere und Mannschaften des Beurlaubtenstandes aller Waffen für Schutztruppe Südwest-Afrika können sich bis 25. d. Mts. Leim Bezirks-Kommando Karlsruhe, Kreuzstraße 11II, melden. Die Lieferung von Mrol, Weck, Ileifch und Wurstwaren für die Hroßß. Landwirlschaflsfchuke Augustenöerg. Nr. 4202. Der Bedarf der Großh. Landwirtschaftsschule an Brot, Wecken, Fleisch und Wurstwaren soll für die Zeit vom 1. Dezember 1904 bis dahin 1905 in Lieferung gegeben werden. Schriftliche Angebote sind bis spätestens Dienstag den 1. November d. I. an die Unterzeichnete Stelle eiuzureichen, woselbst auch die Lieferungsbedingungen zur Einsicht aufliegen. Augustenberg den 12. Oktober 1904. Großh. Lanbwirtschaftsfchule: Magenau Verbesserung des Kreiswegs Wolfartsweier- Grunwettersbach. Großh. Wasser- und Straßenbauinspektion Karlsruhe verdingt namens der Gemeinden Wolfartsweier und Grünwettersbach die Arbeiten zur Verbesserung des Kreiswegs zwischen den Orten Wolfartsweier und Grünwettersbach 1829 m lang, bestehend in: Erdarbeiten, umfassend 5500 edm, Fahrbahnherstellung, umfassend 8240 gm, nebst Dohlen und Stützmauern in drei Losabteilungen im Weg des schriftlichen Wettbewerbs. Bezügliche, mit passender Aufschrift versehene Angebote müssen Lis Dienstag de« 2S. Oktober, vormittags 10 Ühr, auf dem Geschäftszimmer der Inspektion, auf welchem auch die Vordrucke hiezu erhältlich sind, eingereicht sein. Bemerkt wird, daß der Straßenzug in der Natur profiliert ist und Plane, Bedingungen nebst Arbeitsverzeichnis auf dem Geschäfts Zimmer der Inspektion einzusehen sind. Jagd -Verpachtung. Die Jagd der Gemarkung Durlach, Distrikt II bis V, wird am Samstag den 2S. Oktober d. Fs., nachmittags 3 Uhr, 'auf dem Rathause Durlach in öffentlicher Versteigerung auf 6 Jahre verpachtet. Als Bieter werden nur solche Personen zugelassen, welche einen Jagdpaß besitzen oder durch ein schriftliches Zeugnis der zuständigen Behörde (Bezirksamt) Nachweisen, daß gegen die Erteilung des Jagd- Paffes ein Bedenken nicht obwaltet. Die Beschreibung der Distrikte und die näheren Pachtbedingungen liegen bis zum Versteigerungstag auf dem Rathause auf. Dur lach den 12. Oktober 1904. Der Kerneindercrt: Reichardt. Dnrlach. Zwangs - Versteigerung. Freitag den 14. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, werde ich im Rathause zu Durlach gegen bare Zahlung im Vollstreckungswege öffentlich versteigern: 1 Hobelbank, 1 Ziege, 1 Spiegelschrank , 1 Kleiderschrank, 1 Divan, 1 Waschkommode. Durlach, 12. Okt. 1904. Laier, Gerichtsvollzieher. Mache meiner geschätzten Kundschaft die Mitteilung, daß ich Fernfprechanschlnß genommen habe. Alle mir zugedachten Aufträge und sonstige Mitteilungen können somit auch auf diesem Wege bewirkt werden. Hochachtend HVvnÄLLuLx, Kandeksgärtner, l^slvpkon Dli». S4. 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