1. Blatt. 3V2. rKgKhistt. "MW -tsrrk k-!«^.:.'Hrit4 i» L-rlach 1 Mk. s PI. j^«k^>4»R>it Mk. oh« BostrH-rlil. Samstag dm 2t. Dezember Si»rück»»zrz»rütz» p« vtergrspolte»« Zttl« r P?. Jaserat« «ritttet «a» di> s-SteAro» iv Ugr vormittag». IM Der Weihnachtsfeiertage MD8^ wegen erscheint vie nächste Nummer des „Wochenblattes" am Dienstag den 27. Dezember._ k Na- Friede ans irden ... „Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!" So verkündet uns die Verheißung, die von der Kanzel verlesen wird, so lange ein Weihnachtsfest gefeiert wird. Aber wie selten hat, wenn diese Verheißung ver- kündet wurde, Friede auf Erden geherrscht »der auch nur den Menschen ein Wohlgefallen! So oft wir in den letzten Jahren das Weihnachtsfest begingen, geschah es nicht im Zeichen des fruchtbringenden Friedens, sondern in dem" des männermordenden Krieges, der das verheißungsvolle Lied vom ewigen Frieden immer wieder in das ferne Gebiet der Zukunftsmusik verweist. Einmal, als „im wunderschönen Monat Mai" des Jahres 1899 im Haag die Friedenskonferenz zufammentrat, glaubten Hoffnungs- Wolle Gemüter, daß die Zukunftsmelodie vom ewigen Frieden schon zur Gegenwartsmusik «erden könne Allein der Wahn war kurz. Als wir das Weihnachtsfest des verheißungsvollen Jahres begingen, da hatte im fernen Südafrika gerade das Satyrspiel zur Friedenskonferenz begonnen, das weder Friede auf Erden, noch den Menschen ein Wohlgefallen bedeutete. Aus schnöder Gold- und Ländergier hotte das mächtige Albion, welches während der Friedenskonferenz die ersten Vorbereitungen zu dem blutigen Werke traf, die beiden friedlichen Burenrepubliken überfallen und einen verwerflichen, mörderischen Krieg entfesselt, der mit dem Untergang der selbständigen vurenstaaten endete. Wie im Jahre 1899, so stand das Weihnachtsfest auch in den Jahren 1900 und 1901 m dem unsriedlichen Zeichen des Burenkrieges. Am Weihnachtsfest des Jahres 1902 trat der Konflikt in Venezuela, der infolge der Unbotmäßigkeit der dortigen Regierung zum be- «affneten Einschreiten der Mächte führte, in Gegensatz zu den Klängen des Liedes, welches Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen kündet. Im vorigen Jahre sorgte derselbe Herrscher, welcher die Tragikomödie der Friedenskonferenz ins Werk gesetzt hatte, dafür, daß jener Gegensatz zwischen Ideal und Wirklichkeit auch in die äußere Erscheinung trete. Rußland, das sich im Haag für die Abrüstung begeistert hatte, bemächtigte sich der Mandschurei und es streckte seine Fänge auch nach Korea aus, sodaß der Konkurrent Rußlands in Asien, Japan, zur Verteidigung seiner bedrohten Interessen gezwungen wurde. Als wir im vorigen Jahre das Weihnachtsfest feierten, da wurde überall die bange Frage laut: Wird es gelingen, den drohenden Konflikt in Ostasien, dessen etwaige internationale Folgen damals noch garnicht zu übersehen waren, zu vermeiden? Schon zu Beginn dieses Jahres wurde diese Frage im ungünstigen Sinne beantwortet, und jetzt, wo wir abermals Weihnachten feiern, sind wir Zeugen des blutigen, weltgeschichtlichen Ringens zwischen dem Reiche des „Friedenszaren" und dem des Mikado Mutshito, des „Versöhners". Noch ist des furchtbaren Mordens kein Ende abzusehen, und der schwache Ansatz des Präsidenten Roosevelt, dem es dabei mehr auf die Wahlpropaganda als auf die Friedenspropaganda ankam, abermals „wie einst im Mai" einen Friedensareopag im Haag zusammenzuberufen, ist bis nach getaner Kriegsarbeit verschoben worden. Und so ists auch richtiger. Denn schloß sich an die Friedenskonferenz der Krieg, weshalb soll sich nicht an den Krieg die Friedenskonferenz schließen! Aber stehen auch die Vorgänge auf dem Welttheater in schroffem Gegensatz zu der Friedensbotschaft desWeihnachsliedes, so hätten wir doch alle Ursache, dankbar dafür zu sein, daß bisher ein Uebergreifen des ostasiatischen Konfliktes auf die anderen Mächte glücklich vermieden worden ist, wenn wir nicht leider noch manche anderen Erscheinungen zu beklagen hätten, die zu der Botschaft „Friede auf Erden und den Menschen ein Wohl- gesallen" in schroffem Gegensatz stehen. Wir müssen hierbei in erster Reihe an die blutigen Wirren in unserem südwestafrikanischen Schutzgebiet denken, wo die Waffen der heimtückischen Eingeborenen und ein noch schlimmerer Feind, der Typhus, dem Tode eine grausige Ernte bereitet haben. ES ist kein fröhliches Weihnachtsfest, das unsere braven Soldaten drüben, umgeben von Kampf und Gefahr, begehen. Und ein trübes Weihnachtsfest wird auch hier in mancher deutsche« Familie begangen werden, deren Angehörige auf dem blutgetränkten Boden Südafrikas weilen oder ihn vielleicht schon selbst mit ihrem Blute getränkt haben. Und wie steht es denn mit uns selbst? Gedenken wir alle in den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Kämpfen unserer Zeit, die uns nun einmal beschieden sind, der Mahnung, die uns „Friede auf Erden" verkündet, der Mahnung, im Kampf nicht der Liebe und über unseren eigenen Interessen nicht der Allgemeinheit zu vergessen? Wer, der sich ernsthaft prüft, wird diese Frage rückhaltslos zu beantworten wagen? Und doch sollte uns gerade das heutige Fest, das wie kein anderes ein Fest der Liebe ist oder doch sein sollte, mit verstärkter Macht die Mahnung ins Gedächtnis rufen: Nicht mitzuhaffen, mitzulieben sind wir da! Wenn wir dies recht beherzigen, dann wird zwar unserer rauhen Zeit noch nicht „Friede auf Erden", aber doch vielleicht oft genug „den Menschen ein Wohlgefallen" beschieden sein. HagSLKsuigLeLtLN- Bade». -j- Karlsruhe, 23. Dez. Der Erbgroßherzog wird am 26. d. Mts. nach Koburg reisen, um als Vertreter des Großherzogs der Beisetzung der Herzogin Alcxandrine von Sachsen-Koburg und Gotha anzuwohnen. Auch die Großherzogin und Prinz Max werden sich nach Koburg begeben und an der Beisetzungsfeier teilnehmen. Prinz Karl muß auf ärztlichen Rat ebenfalls die Reise nach Koburg aufgebcn und wird seinen Sohn, den AerriUetorr. 4) Das höchste Gebot. »eih,acht»er-ähl», »o» Walter H»>«rth. (Fartsetzun,). „Mit diesem Unheile muß aber gerechnet werden," entgegncte Dryander wie in sein Schicksal ergeben, „denn nach dem unglücklichen Geschäftsjahre kann ich solche Opfer nicht bringen und zugleich mein Geschäft erhalten. Möglich iS es ja, daß ich mein Geschäft noch verkaufen ««d mit der Verkaufssumme meine Schulden decken und einen Bankerott vermeiden kann, »der ruiniert bin ich als selbständiger Kaufmann auf jeden Fall, denn ohne Kapital kann kein Geschäft bestehen." „O das ertrage ich nicht! DaS schreckliche Bewußtsein, eine ganze Familie, ja eigentlich zwei Familien und Doktor Lassen dazu unglücklich gemacht zu haben!" stöhnte Lindberg und barg sein Gesicht in den Händen. „Wie soll ich unter dieser entsetzlichen Aussicht auf Euer Unglück noch Rut und Arbeitslust hernehmen? Und wer soll mir hier in Hamburg überhaupt Vertrauen schenken, denn weine plötzliche Entlassung seitens der Bank ist eine schlechte Empfehlung! Ach, ich hatte mir das Bemühen, mein Verbrechen wieder gut zu machen, ganz anders gedacht! Ich wollte in Dein Geschäft eintreten, wollte es durch Reisen nach dem Auslande und unermüdliche Arbeit zu größerer Blüte bringen und nun sehe ich, daß dieser Gedanke nicht im Geringsten ausführbar ist. Das bringt mich zur Verzweiflung." „Das soll nicht sein, das wäre das Fürchterlichste nach einem solchen Opier," sagte Dryander erregt und legte seine rechte Hand zur Beruhigung auf seines Schwiegersohnes Schulter. „Sind wir auch arm geworden, Arthur, so müssen wir doch unseren Pflichten leben, ich habe Kinder, und Du Haft auch Weib und Kind. Diese müssen wir schützen und versorgen. Hüte Dich deshalb vor einer Schreckenstat der Verzweiflung und vertraue auf Gott, der die Buße jedes aufrichtig reuigen Sünders segnet." „Aber barmherziger Gott, ich kann mich ja hier in Hamburg vor meinen Verwandten und Freunden nicht mehr sehen lassen!" jammerte Lindberg. „Und welch eine Kette des Elends muß ich sehen, wenn Dein Geschäft falliert, wenn Hannas Verlobung wieder aufgelöst wird, und wir alle in Armut und Not geraten. Nein, hier in Hamburg kann ich nicht bleiben, da bringt mich der von mir avgertchtete Jammer um den Verstand. Fort, fort, fort muß ich, wohin es auch sei!" „Aber begehe doch keinen übereilten Schritt, Arthur," ermahnte Dryander, „es ist selten gut, wenn man in solcher Gemütsstimmung einen entscheidenden Entschluß faßt. Wir gehen jetzt nach Hause und jeder versucht seine Lage ruhig zu beurteilen, Du die Leinige, ich die weinige, und morgen vormittag 10 Uhr nach der Erledigung der ersten Posteingänge kommst Du in mein Privatcomptoir, Arthur, und dort beraten wir kaltblütig, was am besten zu tun ist. Willst Du mir das versprechen, Arthur?" „Ich will alle meine Seelenkräfte zusammennehmen." entgegnete dieser mit leiser, fast von Tränen erstickter Stimme, „es ist immer noch die Liebe und die Fürsorge, die Du, lieber Vater, für einen unwürdigen Schwiegersohn hegst." „Rede jetzt nicht so, Arthur," sagte Dryander ernst und doch auch hoffnungsfreudig, „wir stehen beide wie Kapitän und Steuermann auf ihrem vom Sturme zerbrochenen und dem Untergänge geweihten Schiffe und müssen nach einem Rettungsboote ausschauen." Arthur nickte nur leise und schritt dann totenbleich und stumm neben dem alten Herrn her bis zu dessen Wohnung, die sie in ungefähr einer halben Stunde erreicht hatten. (F. f.) Grafen Rhena, mit der Vertretung bei der B.is.tzungsfeicr beauftragen. 1- Karlsruhe, 23. Dez. Die Prinzen Gnitav und Wilhelm vonSchweden und Norwegen find heute nachmittag dahier ein- getroffen. Karlsruhe, 23. D.z. Aus den im Staatsbudget vorgesehenen Mitteln für Vertilgung von der Fischerei schädlichen Tieren wurden im Jahre 1904 Prämien bewilligt wie folgt: Für 43 Fischottern 215 „M, für 194 Fischreiher 291 zus. 506 z Dur lach, 24. Dez. Der „Deutsche Gruben- und Fabrikbeamten-Verband, S-tz Bochum i. W ", der die Sicherung der Berufsund Standeskollegen und deren Familien gegen die Not in Todes- und KrankyeitSsällen, bei Stellenlosigkeit u. s. w. bezweckt und der bereits in Karlsruhe, Darmstadt, Frankenthal, Ludwigshafen, Mannheim, Oggersheim, Kaiserslautern, Lambrecht, Neustadt c/H, Straßbmg, Stuttgart, Kehl u. s. w. vertreten ist, wird nunmehr auch in unserer Stadt einen Zweigverein bilden, vergl. die heutige Annonce. Aus dem uns vorliegenden Geschäftsbericht 1902/03 und dem neuesten Prospekt entnehmen wir, daß die Mitgliederzahl vom Gründungsjahr 1880 bis 1899 aus 6000 stieg und sich seitdem weit mehr als verdoppelt hat. Die Verbandseinrichtungen sind: Sterbegeldzahlung beim Tode drs Mitglieds und dessen Ehefrau, Witwen- und Wnsenunterstützung, Unterstützung der Mitglieder und deren Angehörigen in unverschuldeten Notfällen, unentgeltliche Stellenvermittelung und Ratcrteilung, Begünstigung der Mitglieder und deren Angehörigen beim Verfichciungsabschlub, beim Besuch von Bade- und Kurorten, beim Aufenthalt in Penstonaten und Hotels, beim Einkauf in Geschäftshäusern, Verbandszeitung u. s. w. Durch reges Vereinsleben wird das Zasammeu- gehörigkeitsgefühl und d r gesellige Verkehr gepflegt. Die Wohlfahrtseiurichtungen werden von den hervorragendsten Großindustriellen Deutschlands protektioniert und find 1902 auf der Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung Düffeldorf prämiiert worden. Der Besuch der Versammlung am 29. d. M. dürfte empfehlenswert sein. -j- Emmendtngen, 23. Dez. Auf dem Gebiet des Vogelschutzes geht der Gemeinderat unserer Stadt in nachahmenswerter Weise vor. Einer Anregung des Herrn Forstmeisters Hof entsprechend, »erden an einigen Plätzen der Umgebung sog. Vogclschutzgkhölze oder Remisen angelegt, die je ea. 2 Morgen groß mit dichtem Gesträuch und Gehölz angepflanzt, den Vögeln und ihrem Brutgeschäft unbedingten Schutz gegen Raubzeug und dergl. gewähren. Den Höhlenbrütern wird durch alljährlich vermehrte Anbringung von Nistkästen Unterschlupf geboten. Es werden Anleitungen zur Winter- fütterurg d r Vögel beschafft und den Eis- wohnern zum Ankaufspreis überlasten. -s-Vom bad. Belchen, 23. Dez. Das Belchen Haus ist während der Wethnachts- seiertage infolge der günstigen Witterung geöffnet. Deutsches Reich. * Berlin, 23. Dez. In dem Prozeß wegen der Ermordung des Schulmädchens Lucie Berlin wurde nach neuntägiger Schwur- gerichtsverhandlung der Angeklagte Berger wegen Sittlichkeitsverbrechens und Totschlages unter Ausschluß mildernder Umstände zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Dresden, 22. Dez. Der Schritt der Gräfin Montignoso wird hier überall erörtert. Allgemein fühlt man tiefes Bedauern mit der unglücklichen Frau, auch dort, wo man ihr die Schuld, die sie auf sich lud, voll an- rechnet. Man fragt sich jetzt hier, ob die Gräfin nicht doch längst schwer gemütskrank ist. Sie hatte sich bei der Auseinandersetzung mit dem sächsischen Hof eine Rente von 30000 Mk. jährlich gewährt. — Der toskanische Hof in Salzburg ist über das Vorgehen der Gräfin Montignoso in größter Bestürzung. Man glaubte sie in Florenz, wohin sie mit ihrem Töchterchen und der Gräfin Fugger gefahren war. Die Meldung von ihrer Ankunft ia der sächsischen Hauptstadt traf heute nachmittag aus Dresden is Salzburg ei". Das Obersthof- meifteramt zog lt. „Frist Ztg." Erkundigungen in Floreuz ein, da der Hos die Meldung nicht glaubte. Die Erkundigungen blieben unbeantwortet. * Dresden, 23. Dez. Das „Dresdener Journal" schreibt: Es ist bekannt, daß Frau Gräfin Montignoso sich gestern kurze Zeit in Dresden ausgehalten hat. Dieser Besuch hatte nach uns gewordenen zuverlässigen Mitteilungen den ausgesprochenen Zweck, eine Zusammenkunft mit dem König sowie mit den jugendlichen Prinzen und Prinzessinnen zu erreiche. Nachdem die Gräfin durch den Bevollmächtigten des Königs darüber aufgeklärt war, daß die gewünschte Zusammenkunft untunlich sei und sie sich dcffen selbst beschicken hatte, hat die Gräfin in den z itigen Nachmitiagsstunden Dresden in Begleitung ihres Rr-chtsdeistandes, Rechtsanwaltes Zehme, wieder verlassen. * Leipzig, 23. Dez. Das „Leipz. Tagbl." meldet: Ueber den Aufenthalt der Gräfin Montignoso w rdes von informierten Kreisen zur Zeit »och alle Angaben verweigert. Dvch ist anzunchmen, daß ßch die Gräfin noch in der Villa des Rechtsanwalts Zehme in Gautzsch befindet und daß die Abreise j d: Stunde zu erwarten ist. * Leipzig, 24 Dez. Gräfin Montignoso hat, wie das „Leipz. Tagbl." meldet, gestern abend 11 Uhr Leipzig verlass.a und begab sich nach Frankfurt. Frankreich. * Paris, 24. D-z. Aomira! Bieuaimä nahm auf wiederholtes Ersuchen eine Kammer- kaudidatur für den 2. Pariser Wahlbezirk au. * Paris, 24. Dez. Gestern abend 10^ Uhr stieß auf der Rordbahn vor den Toren von Parts ein Zug, der von Boulsgne kam, auf einen Zug, der abends von hier nach Lille abgeht. Infolge des dichten Nebels hatte der Führer deS Boulozner Zuges das Haltesignal nicht gesehea. Der letzte Wagen deS Liller Zuges war vollständig zertrümmert. Bis heute früh s Uhr »aren 5 Leichen unter den Trümmern hrrvorgezogen. Man befürchtet, daß sich noch mehr Opfer unter den Trümmern befinden. IS Personen wurden schwer, eine große Anzahl leicht verletzt. Spaaie». * Madrid, 24. Dez. AlS der König gestern im Pardo Parke eine Automobilfahrt unternahm, brach ein Rad seiner Wagens, welcher umstürzte. Dem Zwischenfall wird keinerlei Bedeutung beigem-ffen. Griechenland. * Athen, 24. Dez. Die Regierung erlitt in der Kammer eine Niederlage, indem sie mit 12 Stimmen in der Minderheit blieb. Es steht noch nicht fest, ob das Kabinett zurücktritt oder aber die Kammer aufgelöst wird. Der Anfftand i« Dentfch-SLdwrstafrika. * Hamburg, 23. Dez. Mit dem Dampfer „Prinzregent" verließ heute nachmittag der 4. Truppentransport, bestehend aus 24 Offizieren, 680 Unteroifizieren und Mannschaften und S2 Pferden den hiesigen Hafen. Die Verabschiedung erfolgte durch den kommandierenden General v. Bock und Polach in der üblichen Weise. Zur Verabschiedung von seinem Sohne, der sich als Offizier mit nach Südwcstasrika begibt, war der Präsident des Reichsmilitär- gerichts ». Nasso» mit Gemahlin erschienen. Die Verteilung der Liebesgaben des Senats wurde in der gewohnten Weise durch die Hamburger Kolonne des Roten Kreuzes vorgenvmcken. * Berlin, 23. Dez. Der kaiserliche Generalkonsul von Kapstadt meldet, daß nach einer amtlichen Mitteilung Samuel Mahero nach Betschuanaland übertrat und die Er- ^ laubnis zum Verbleiben auf britischem Territorium nachsuchte. Der Magistrat für Nhgami- land erhielt Instruktionen, daß die aus deutschem Gebiete kommenden Flüchtlinge von dem Ueber- tritt auf englisches Gebiet tunlichst abgchalten und, falls sie es gleichwohl tun, unverzüglich entwaffnet und verhindert werden, auf deutsches Gebiet zurückzukehreu» um weiteren Au-! teil an d n Feindseligkeiten zu nehmen. Sie sollen in genügender Entfernung von der Grenze sestgehalten werden, und es sollen legitimierte deutsche Beamte bei Feststellung von Vieh, dessen Diebstahl angenommen wird, unterstützt werden. Samuel Mahero wird benachrichtigt, daß er mit einer beschränkten Anzahl seiner G-noff.n nur unter d u gleichen Bedingungen wie andere Flüchtlinge auf britischem G.bicte bleiben kaum Der russisch-japanische Krieg. Petersburg, 22. Dez. Der Fall des Forts Kikwanschan hat hier große Bestürzung hervorgermen. Niemand zweifelt mehr daran, daß nun jede Hoffnung auf Rettung Port Arthurs aufgegebm werden muffe. Seit Beginn des Krieges war die Stimmung noch keine so ernste wie heute. Gleichzeitig erfährt man, daß Kuropatkin neue Verstärkungen verlangt hat und heule abend verbreitete Ach das Gerücht, daß eine allgemeine Mobilisation in den Bezirken vo« Warschau, Wilns, Kiew, Petersburg und Ovcfsa angeordnct ist. verschiedene». — Der Umsatz der deutschen Spielwareu- industrie iu diesem Jahr wird von einem englischen Fachdlatt auf 7» Millionen Mark geschätzt. Die besten Abnehmer sollen England und Nordamerika mit 55 Millionen Mark sein. — Stille Nacht! Heilige Nacht!" Zu den a« meisten gesungenen W-ihnachrs- licdern gehört „Stille Nacht! Heilige Nachts" Sein Dichter ist der 1792 geborene katholische Priester Josef Mohr zu Oberndorf bei Salzburg tu Oesterreich, tzr dichtete es a« h.'tilge» Abend 1818 während eines amtlichen Ganges über schneebedeckte Fluren. Noch an demselben Tage fand sein Freund, der Schullehrer und Organist Frarz Gruber in Arnsdorf bet Oberndorf, auf eine« Spinett, das heute noch im städtischen Museum zu Salzburg aufbewahrt wird, die liebliche und bekannte Weise zu dem schönen Liede. An demselben Abend aber wurde das Lied in der Ehristoesper zu Oberndorf zu» ersten Male nicht unter Begleitung der gerade schlecht geworveuen Orgil, sonder» nur unter Begleituig einer von Gruber selbst gespielte» Guitarre, öffentlich vorgetragen. Bet dieser erste» Aufführung sang der Dichter Josef Mohr Tenor, der Komponist Franz Gruber Baß, während der Kirchcnchor nur den Schlußsatz jeder Strophe »icdtrholte. Größere Verbreitung fand das Lied erst, als die Zillertaler Sänger „Geschwister Straffer" cS in Leipzig dem Kantor Ascher vertrugen und darauf in der katholischen Lhriß- mette es sangen. Im Jahre 1834 wurde d«S Lied in den „Jugendfreund" ausgenommen. Text wie Melodie wurden «un bald Gemeingut aller Deutschen, selbst jenseits des OzeanS. — Um den Christbaum lange frisch zu erhalten und das lästige Ausfallen der Nadeln zu verhüten, stelle mau ihn in einen mit feuchtem Sand gefüllten Kübel._ Grvßßerzogkiche» Koftßeater Karksrnss«. Mittwoch, 28. Dez. 6. 25. A«dk»e, romantische Zaubero-er in 4 A. von Lortzing. 7 bis nach 10 Uhr. Donnerstag, 29. Dez. 8. 26. Per Massertrtger, Oper in 3 A. nebst einem Vorspiel: „Nie Meise 40er de« St. Meinhard" von Cherubim. 7 bi» nach hold 10 Uhr. Freitag, 30. Dez. 0. 26. Juli«« Häsar, Trauerspiel in 5 A. von Shakespeare, übersetzt von Schlegel. Halb 7 bis nach halb 10 Uhr. Samstag, 31. Dez., nachmittags 3 Uhr: I. ander Ab. Hute Macht, Kerr Mantel»« , komische Oper in 1 A. von Grisar. — Sonne «ud ßrde, Ballet in 2 Xdt. und 5 Bildern von Habreiter und Gaul, Musik von I. Bayer. — Abends 7 Uhr: 4- 27. »«sere Manktne, Schwank in 4 A. von Gustav v. Moser und P. R. Lehnhardt. Sonntag. 1. Jan. XI. außer Ab. Hötterdä«»er«ng in einem Vorspiel und 3 A. von Rich. Wagner. 6 bis gegen 11 Uhr. _ Markt-Bericht (-) Durlach, 24. Dez. Der heutige chweiu e markt war befahren mit iso Läufer- schweinen und 252 Fcrkelschweinen. Verkauft wurden 15» Läuferschweine und 252 Ferkelschweine. Bezahlt wurde für das Paar Läufer- schwcine 30—60 für das Paar Ferkcl- schweine 10—18 .»! Gute Ware wurde gesucht und auch gut bezahlt.