Aaöischer Beobachter. Bureau: Adlerstraße 18 in Karlsruhe. 243 ? Erscheint täglich (Montag Msgenommen). reis vierteljährlich 2 Mark SS Pfmnige, wozu auswärts noch der Postzuschlag kommt. Dienstag, 26. Oktober JnsertisnsgebLhr die gespaltene Petttzeilr oder deren Raum 12 Pfg., Reclamm 25 Pfg., bei öfterer Wiederholung entsprechender Rabatt. 188 «. I Der Jahresbericht des Handels- Ministeriums über die Jahre 1878 u. 78, welcher dieser Tage erschien, ist besonders interessant in seinem zweiten Abschnitt, über Land wirthsch aft. Derselbe entwirft durchaus kein glänzendes Bild von den Zuständen der Landwirthschaft im Grobherzogthum. Der Abschnitt beginnt sogleich mit den Worten: „Die letzten Jahre haben die Wunden, welche die Ungunst des vorausgegangenen Zeitraumes der Landwirthschaft geschlagen hat, nicht zu heilen vermocht. ... Die Kartoffelernte des Jahres 1878 ist — das eine Jahr 1872 ausgenommen — vie schlechteste des ganzen vorausgegangenen Jahrzehnts; die 1879er Weinernte trägt den Charakter einer völligen Mißernte (aber jetzt erst die von 1880 !). Die Erträgnisse von Heu und Grün- sutter haben zwar in beiden Jahren der Menge nach befriedigt, ihr Nährwerth erfuhr indes in Folge ungünstiger Witterungsverhältnisse zur Zeit der Ernte wesentliche Beeinträchtigung. In der größeren Hälfte der Berichtsperiode war der Preis der Körnerfrüchte ein niedriger und die Absatzverhältnisse des Getreides überhaupt stockend. Durch ein ungewöhnliches Sinken der Viehpreise erhielt die unerquickliche Lage eine weitere Verschärfung. Die Verhältnisse namentlich der kleineren Landwirthe waren daher vielerorts recht trübe und spiegeln sich in der bedenklichen Zunahme der Zahlungsbefehle und Liegenschaftsvollstreckungen, der richterlichen Unterpfänder und der Ganten deutlich ab. Eine Zunahme der Verschuldung, ein Sinken der Güter- und Pachtpreise wird aus vielen Bezirken des Landes gemeldet, und die Schwierigkeiten, mit welchen in den Landorten, namentlich in den Weinbaubezirken, die Haushaltungen zu kämpfen haben, theilweise in recht düsteren Farben ge- schildert. . . . Wenn ein staatliches Einschreiten veranlassender Nothstand nirgends sonst (als in Görwihl) sich bemerkbar machte, so konnten die Schwierigkeiten der Lage durch viele Landwirthe Loch nur dadurch überwunden werden, daß dieselben sich und ihren Angehörigen in Verbrauch von Lebensbedürfnissen große Beschränkungen auferlegten (d. h. auf gut Deutsch: „durch Hungerleiden"). Es wird dann im Einzelnen aufgeführt, daß am Ende 1878 über 30,000 Hektar mehr angebaut waren, als im Jahre 1877, nämlich 832,581 Hektar; daß der Durchschnittsertrag der vier letzten Jahre 1876—79 den der zehn vorhergehenden Jahre, 1865—75, an Centnerzahl übertroffen habe; in Körner- und Hülsen» flüchten um 42,000 Centner, Stroh um 162,000 Cent., Gemüse 200,000 Centner, Heu und Grünfutter um 300,000 Centner, aber bei geringerem Werthe; dagegen zurückgeblieben sei bei Kartoffeln um 142,000 Centner, Futterhackfrüchte um 46,000 Centner, Handelsgewächse um 39,000 Centner, Obst um 14,000 Centner «nd Wein um 28,000 Hektoliter (NL. das lausende Jahr 1880 ist natürlicherweise noch nicht milberechnet). Der Rückgang stellt sich aber noch viel größer dar, wenn man nicht die Centnerzahl, sondern den jeweiligen Geldwerth der einzelnen Jahreserträgnisse vergleicht. In den fünf Jahren 1865—69 war der durchschnittliche Erntewerth de§ ganzen Landes 228 Millionen Mark in den fünf folgenden Jahren 1870 bis 1874 208,6 Millionen Mark, in den fünf letzten Jahren 1875—79 206,9 Millionen Mark. Der Bericht fährt also fort: Ein Blick auf diese Zahlenreihen zeigt, daß auf die guten Ernten 1865—59 eine erhebliche Anzahl schlechter Ernten ge- folgt sind.Verglichen mit den Ernten der Jahre 1865 bis 1869 ergibt sich für das letzte Jahrzehnt ein jährlicher Einnahmeausfall von 20 Millionen M. und für den ganzen Zeitraum ein solcher von nicht weniger als 200 Mill. M. (ob- gleich 30,000 Hektar mehr angebaut waren). Der Rückgang in dem Erntewerth des Jahres 1879 gegenüber jenem von 1878 ist vornehmlich der minder guten Ernte in den Futtergewächsen und den Ausfällen in der Weinernte (1879 : rund 150,000, gegenüber von einem Durchschnittsertrag von 670,000 Hektol. in der Periode von 1865—75 und einem solchen von 420,000 Hektl. in der Periode 1878—79) zuzuschreiben. Wie schwer gerade die Reborte des Großherzogthums durch die letzten Jahre heimgesucht worden sind, mag daran ermessen «erden, daß, während die jährlichen Einnahmen aus der Weinernte in dem zehnjährigen Zeitraum 1865—75 auf etwa 17 Millionen veranschlagt werden dürfen (bei einem Durchschnittspreis von 25 M- per Hektl.), diese Einnahmen in den Jahren 1876—79 um etwa 6—7 Millionen per Jahr zurückgegangen sind, und daß daher allein die weinbautreibende Bevölkerung des Landes in den letzten 4 Jahren gegenüber dem vorausgegangenen Jahrzehnt einen Gesammteinnahmeausfall von 20—30 Millionen zu besagen hatte. Leider ist bei den verheerenden Wirkungen der Kälte des letzten Winters auf die Rebpflanzungen die Hoffnung auf eine baldige Besserung der Lage dieses Theils der ländlichen Bevölkerung nur eine sehr geringe. Diese Befürchtung des Großh. Handelsministeriums hat sich denn in vollem Maße bestätigt gefunden in den Ergebnissen des diesjährigen Herbstes. So viel läßt sich aus den bis jetzt vorliegenden trübseligen Herbstberichten schon ersehen, daß das vorjährige, als „völlige Mißernte" bezeichnete E trägniß von 150,000 Hektl. in diesem Jahre noch nicht zur Hälfte erreicht wird. Auch der sehr hohe Preis des diesjährigen Erträgnisses wird vielen Winzern nicht zum Tröste gereichen, da sie gar nichts zu verkaufen haben. ES wäre interessant, wenn bei der Tabelle über die Centnerzahl der einzelnen Ernteergebnisse nach den verschiedenen Culturgruppen von 1865—79 auch die jeweiligen Preise beigesetzt würden, woraus erhellen müßte, daß die Preisschwankungen nicht immer mit den Ernteergebnissen in umgekehrtem Verhältnisse stehen und daß die schlimme Lage unserer Landwirthe nicht von elementaren Verhältnissen allein veranlaßt wurde, sondern fast mehr noch von HandelSconjunkturen. Es ist wohl noch niemals erlebt worden, was in den letzten Jahren geschah, daß der Fruchtpreis sank, trotz der mangelhaften Ernte. Auch der Preis des Weines wurde bei schwachen Ernten gedrückt durch den massenhaft fabrizirten Kunstwein. Deßgleichen war der Rückgang der Viehpreise nicht naturgemäß. ES scheint, daß die neue Zollgesetzgebung des deutschen Reiches hierin schon eine Besserung gebracht hat, insbesondere die Frucht« und Viehzölle; wenigstens läßt sich ein langsames Steigen der Preise dieser so wichtigen Produkte deutlich wahrnehmen. ES wird uns ferner mitgetheilt, daß nach einer Aufnahme im Jahre 1873, „deren Ergebnisse im Wesentlichen noch jetzt als zutreffend zu betrachten sind", die Zahl der landwtrthschaftlichsn Haushaltungen 222,746 betrug. Es ist zu bedauern, daß derartige Aufnahmen seit 1873 nicht mehr gemacht wurden, denn daß diese Ergebnisse im Wesentlichen noch jetzt als zutreffms zu betrachten seien, ist nicht ganz sicher. Die Hofgutschlächterei hat seit diesen sieben Jahren viel geleistet, die Zahl der Kleinbauern wird jedenfalls zugenommen haben. Auch wäre sehr wichtig, zu erfahren, welche Veränderungen im Grundbesitz alljährlich vor sich gehen, wie viele Zwangsverkäuse, wie viele durch Auswanderung veranlaßt?, wie viele Grundstücke vom Großh. Domänenärar, von anderen Großgrundbesitzern, von Wucherern erworben worden sind, wie viele Familien ohne Auswanderung ihren Grundbesitz verloren haben. Auch über das Hypothekenwesen und andere Belastungen des Grundbesitzes hätten wir hier eine ausführliche Mittheilung gewünscht. Daraus ließe sich erst ein klares Bild von dem zunehmenden oder abnehmenden Wohlstand unserer Landbevölkerung geben. — Von den 222,746 landwirthschaftlichen HauS» Haltungen sollen 36,741 oder 16,5 pCt. ohne Vieh- besitz bestehen. Darunter wird wohl nur Großvieh, Pferde und Rinder zu verstehen sein, denn eine land- wirthschaftliche Haushaltung ohne allen Vtehbefitz, also auch ohne Schafe, Ziegen, Schweine, ist nicht denkbar. Dagegen gibt eS eine ziemliche Anzahl landwirthschaft- licher Haushaltungen ohne allen Grundbesitz, die sich nur von Allmend- und Pachtgütern ernähren. Von diesen ist im Berichte nichts erwähnt. Auch von den kleineren und mittleren Grundbesitzern muß ein großer Theil noch Pachtgüter bewirthschaften, theils weil ihr eigener Grundbesitz zu klein ist, um davon allein leben zu können, und weil sie die überflüssigen Arbeitskräfte ihrer Familie auf diese Weise auszunutzen suchen; theils aber auch, weil namentlich die Wiesen zum großen Theil dem Großh. Domänenärar, den Großgrundbesitzern, den Stiftungen und Gemeinden gehören. Von sämmtlichen Grundbesitzern brachte es fast die Hälfte (47,4 pCt.) nicht über 5 Morgen, nur ein Zehntel über 20 Morgen und nur ein halbes Procent (1198) über 100 Morgen. So war es im Jahr 1873, heute wird es wohl schlimmer stehen. Namentlich wäre cs interessant, wie viele von den 1198 Großgrundbesitzern zu den Fabnkanten, wie viele zu den Wucherern gehörten. Tagesbericht. K Karlsruhe, 25. Oktober. Deutsches Reich. Baden ist als Mitglied des BundeSrathS in folgenden Ausschüssen dieser obersten Behörde des deutschen Reichs vertreten: in dem Ausschuß für das Landheer, für Zoll- und Steuerwesen, für Eisenbahnen, Post und Telegraphen, für Rechnungswesen, für auswärtige Angelegenheiten, für Elsaß- Lothringen und für die Verfassung. — Aus Anlaß der Mittheilung, daß die Intendantur des XIll. (königl. württembergischen) ArmeecorpS bei den Tuchlteferungen für die Truppen dieses CorpS nur die Angebote württembergischer Fabrikanten berücksichtigen zu wollen erklärt, und im Hinblick darauf, daß in der osficiellen „Elsaß-Loth. Ztg." bereits die Frage erörtert wird, ob nicht bei den Anschaffungen für das im Reichslande stehende XV. ArmeecorpS eine entsprechende Begünstigung der elsaß-lothringischen Industriellen angezeigt erscheinen dürfte, wird der „Voss. Ztg." unter dem 17. d. aus Mecklenburg- Schwerin geschrieben: „Es sei daran erinnert, daß durch die mit Preußen am 19. Dezember 1872 abgeschlossene Mlitärconvention, wenn auch keine ausschließliche Berücksichtigung, so doch wenigstens eine Bevorzugung der mecklenburgischen Tuchfabrikanten bei der Tuchlieferung für dar diesseitige Contingent im Artikel 10 der Militärconvention mit Preußen vom 19. Dezember 1872 ausbedungeu worden ist. Die betreffende Bestimmung lautet: Die Beschaffung des Tuchbedarfes für das großherzogliche Contingent ist ausschließlich Sache der preußischen Verwaltung. Dieselbe wird jedoch die mecklenburgischen Tnchfabrikanten und Tuchmachergewerbe in gleicher Weise, wie die preußifchen zur Betheiligung an den Tuchlteferungen auffordern und bei gleichen Leistungen vorzugsweise mit Bestellungsordres berücksichtigen. Ei^. analoger Vorzug wird in eben dieser Convention zu Gunsten der mecklenburgischen Pferdezüchter durch folgende Bestimmung Vorbehalten: Abweichend von den für die preußische Armee bestehenden Vorschriften wird der für die großherzoglichen Kavallerieregimenter und für die großherzogliche Artillerieabtheilung erforderliche Bedarf an Remonten nicht aus königlich preußischen Depots überwiesen, sondern wie bisher durch eine aus großherzoglichen Offizieren zusammengesetzte Remonteankaufscommission im Lande angekauft, und zwar in Grenzen der in dem bisherigen Reichsmilitäretat für das mecklenburg-schwerin'sche Contigent angesetzten Preise unter eventueller Zuhilfenahme der durch Rückcin» nahmen erzielten Ersparnisse und Überschüsse nach den bis- herigen Normen. Reichen diese Etatsmittel, über deren Status am Anfang eines jeden Jahres von dem Contingentscommando, bei welchem der Remontirungsfonds zu verwalten ist, dem in dieser Beziehung zuständigen großherzoglichen Militärdepartement Mittheilung gemacht wird, zu qu. Zwecke nicht aus, so werden die Mehrkosten aus mecklenburgischen Mittel» bestritten. Uebrigens behalten Se. Königliche Hoheit der Großherzog sich das Recht vor, hiervon zurückzutreten und der preußischen Militärverwaltung die Gestellung der Remonten zu überlasten. Und in Baden? Preußen. Am 21. d. fand in Oppeln eine zahlreich besuchte Sitzung des landwirthschaftlichen Vereins für Oppeln statt, in welcher zunächst die Frage der Wechselsähigkeit zur Discussion stand. Als Referenten fungirten der Regierungsreferendar v. Rosenthal und der Landtagsabgeordnete Frhr. v. Huene. Herr v. Rosenthal plaidirte mit den bekannten Argumenten für die unbeschränkte Wechselfähigkeit, während Frhr. v. Huene in einem das Votum seines Mitreferenten scharf kritistrenden und den Gegenstand allseitig behandelnden trefflichen Vortrage für die Beschränkung der auch für die Landwirthschaft verhängnißvollen Freiheit eintrat. Die Versammlung stimmte mit allen gegen zwei Stimmen dem Votum des Frhrn. v. Huene zu. Bet dem Ansehen, welches dieser Verein in ganz Oberschlesien genießt, verdient dieses Votum die vollste Beachtung. Bayer«. Der Steuerausschuß der Abgeordnetenkammer hat gestern seine erste Sitzung abgehalten. Man debattirte in Gegenwart des Finanzministers v. Riedel über den Gesetzentwurf, betreffend einige Aenderungen an den Gesetzen über die allgemeine Grund, und Haussteuer, ohne zunächst einen definitiven Beschluß zu fassen. — Cardinal Fürst Hohenlohe ist am21.ds., Abends 61/2 Uhr, von Wien kommend in München eingetroffen. Der Cardinal, welcher im strengsten J-rcozntto unter dem Namen „Baron Branneck" reist, «ahn im Hotel zu den „Bier Jahreszeiten" Absteigequartier und begibt sich nach Schillingsfürst. — In dem Befinden des Botschafters Fürsten Hohenlohe ist — Münchener Blättern zufolge — eine Besserung eingetreten. Württemberg. Der „StaatSanzsigsr" meldet: Die von der Volkspartei gegen die polizeiliche Ueber- wachung der LandeSoersammlung der genannten Partei erhobene Beschwerde wurde vom Berwaltungsgerichts-, Hof als unbegründet verworfen, weil das Recht der Ueberwachung politischer Versammlungen ein Ausfluß des Oberaufsichtsrechtes der Regierung über das VereinSwesen sei und weil die Beschwerdeführer dadurch in keinem Recht verletzt worden seien. Schweiz. Das Budget für 1881 wurde festze- stellt. Die muthmatzlichen Einnahmen betragen 45,488,500 Frcs. und die Ausgaben 45,810,600 FrcS., wodurch sich ein Deficit von 322,000 FrcS. ergivt. Türkei. Nach einer Mittheilung des „Bureau Reuter" aus Konstantinopel hatte die Pforte den Montenegrinern folgende Convention zur Uebsrgabe Dulcigno's vorgeschlagen: 1. Das Eigenthum und die Freiheit der muselmanischen Einwohner sollen garan- tirt werden. 2. Der stutus guo östlich vom Skutari- See wird aufrecht erhalten. 3. Montenegro soll einen dem abgetretenen Distrikt entsprechenden Theil der türkischen Schuld übernehmen und es soll eine Abmachung betreffs des MoscheevermögenZ getroffen werden. 4. Den Einwohnern von Dulcigno soll es frei- gestellt werden, auszuwandern. 5. Die ottomanische Flagge wird aus den den Einwohnern von Dulcigno gehörigen Küstenhandelsschiffsn beibehalten. 6. Das Eigenthum der ottomanischen Regierung soll garantirt werden. 7. Die türkischen Gesetz; werden beibehalten. Die Mitthnlung, daß Riza Pascha vorgeschlagen habe, die Montenegriner sollten Dulcigno drei Stunden nach dem Abzug der Türken besetzen, soll unbegründet sein. Der Fürst von Montenegro hält heute, Samstag, einen großen KriegSrath. Wie man dem „D. T." mittheilt, hat Montenegro während der letzten 5 Jahre von Rußland nicht weniger als 11 Millionen Rubel Substdien erhalten. — Dis am 21. d. wieder aufgenommenen türkisch- montenegrinischen Behandlungen zu Rjeka gehen glatt vorwärts, nachdem dis Pforte ihre Bedingungen bezüglich der Flagge und des Status yuo definitiv zurückgezogen hat. An Riza erging die kategorische Ordre, die Session Dulcigno's Vis zum 27. Oktober zu vollziehen. Riza erklärt die Uebergabe für möglich, verlangt jedoch, daß die Montenegriner den Vormarsch nicht durch Mozura nehmen, sondern eine Linie wählen, wo ein Zusammenstoß mit Albanesen vermieden wird. Mexico. Nachrichten aus Mexico zufolge hätten am 11. Oktober, nach zweitägigem Kampfe die mexikanischen Truppen eine Bande Aufständischer gerichtet, welche unter den Befehlen ihres Führers Victorio seit mehreren Jahren die amerikanische Grenze unsicher machte. Victorio wurde mit 50 seiner Gesellen und 18 Frauen und Kindern getödtet. Während des verflossenen Jahres hatte Bietorio's Bande 400 Mord- thaten begangen. _._ Vermischte Nachrichten. * Berlin, 20. Okt. Die „B. N." schreiben: Zur Wahrung der Ehre der anständigen Presse müssen wir leider von einem Vorfall Notiz nehmen, der beim Schwurgericht des Landgerichts II. berechtigtes Aufsehen gemacht hat. Nach Beendigung einer ganz unbedeutenden Verhandlung trat die Angeklagte, eine arme alte Frau, mit der Bitte an zwei dortige Berichterstatter, in den Referaten doch ihren Namen nicht zu nennen. Die der alten Frau gegebene Antwort ging — höchst charakteristisch—dahin: „Unter fünf Thalern können wir es aber nicht Kleine Wittheilungen. (Eine Schatzgräbergeschichte.) Wieder spuckt es, aber nicht im badischen Odenwald oder im Neckarthal, sondern in der Reichshauptstadt Berlin. Zu dem Schankwirth S. in der Königgrätzerstraße kam vor einigen Tagen ein demselben unbe- kannter Mann, welcher ihm erzählte, daß er früher in der Strelitzerstraße einen Diebstahl ausgesührt und das gestohlene Gut in der Bernauerstraße hinter dem Hause Nr. 2 aus dem Elisabethenkirchhof vergraben hatte. Der vergrabene Schatz bestünde in 18,000 Ml. baarem Gelde, Uhren und Schmuckjachen. Bei Wiederausgrabung, so meinte der Fremde, möge S. ihm Hilfe leisten, da er aus Furcht vor Entdeckung Bedenken trage, dies auszuführen. Für diesen Beistand und für die Aufbewahrung des gestohlenen Gutes wollte er dem S. 6000 M. abgeben. Der Schankwirth ging scheinbar aus dieses Anerbieten ein und verabredete, mit dem Fremden am 10. ds. Mts., Abends, am Kirchhofe an einer näher verabredeten Stelle zus ammenzutreffen, um dann den Schatz zu heben. Der Schankwirth begab sich am jüngsten Sonntag gegen Abend nach dem Kirchhof in der Absicht, den Schatz zu heben und in Verwahrung zu nehmen, und sodann die Sache bei der Polizeibehörde zur Anzeige zu bringen. Auf dem Wege nach dem Kirchhof aber änderte er diesen Entschluß und begab sich sofort zu der Polizeiwache des Reviers, in welchem der Kirchhof liegt, um dort von dem Vorfall An- zeige zu machen. Der die Anzeige cntgegennehmende Beamte erklärte dem S. sofort, daß hier ein alter Schwindel in »neuermachen!" Die alte Frau, welche keine Mittel übrig hat, fing an zu lamentiren, dadurch erfuhr der Vertheidiger und von diesem Ser Staatsanwalt dieses ruchlose Ansinnen und letzterer beantragte nun beim Gerichtshof die Ausschließung der beiden bethsiligten Berichterstatter, welche es aber vorzogen, sich freiwillig zu entfernen. Ein dritter anwesender Berichterstatter erhob sich darauf mit dem Bemerken, daß er mit solchem Treiben nichts gemein habe und der Präsident gestattete ihm auch be- reitwilligst das fernere Verbleiben, indem er darauf Hinweis, daß der Gerichtshof dis Anwesenheit anständiger Vertreter der Presse nur wünschen könne. sDas waren jedenfalls Makkabäer !j * Aus der Rheinprovinz, 18 . Okt. Auf dem Wochen- markte zu D. unweit Trier ereignete sich verflossene Woche fol- gender drollige Diebstahl. Ein junger Mann trat an den Korb einer Bauersfrau und besah die von ihr zum Verkaufe gestellten Eier. Sie forderte einen so hohen Preis, daß er sich das Recht ausbat, die schönsten Eier aussuchen zu dürfen, was ihm die Verkäuferin genehmigte. Er legte dann die ausgesuchten Eier auf die verschränkten Arme der Frau, bis keine mehr darauf Platz fanden. Dann ergriff er die noch im Korbe liegenden und eilte rasch von dannen. Die unglückliche Frau konnte kein Wort Hervorbringen, zumal sie auch für die auf ihren Armen liegenden Eier fürchtete. Den benachbarten Weibern kam aber die Situation so drollig vor, daß sie erst Lärm machten, als der Dieb sich schon unter der Menge verloren hatte. * Kassel, 19. Okt. Ein gräflich verwildertes Subjekt stand heute vor den Schranken der Strafkammer des hiesigen Land- gerichts unter der Anklage, unzüchtige Handlungen mit Kindern unter 14 Jahren getrieben zu haben. Dies ist der frühere Schneidergeselle Heinrich Friedrich Wilhelm Schiereck genannt Röge aus Kluwenhagen, Amt Archim bei Stade in Hannover, 36 Jahre ait, wegen Vergehen gegen fremdes Eigenthum und gegen die Sittlichkeit wiederholt bestraft. Schiereck hat namentlich in Westfalen und Hannover sein Unwesen getrieben, überall als Privatlehrer mit dem Titel: „Doktor Röcke" sich aufspielend. Als solcher trat er im März d. I. auch in unserer Stadt auf und seine Schlauheit, sein Raffinement ermöglichten es, daß er nach Verlauf von kaum einem Monat nahezu dreißig Schüler aus den mittleren Bürgerkreisen angeworben hatte. Er versprach Französisch und Englisch und noch andere Realfächer zu lehren und da er es, wie alle geriebenen Gauner, verstand, das Publikum zu täuschen, so beschwindelte er zunächst die Eltern seiner Schüler um die Unterrichtshonorare. Dann aber lehrte er den ihm anvertrauten Knaben nichts als dummes Zeug und trieb schließlich unsittliche Handlungen mit ihnen und zwar in einer solch' schamlosen Weise, wie es selten vorkommt. Darauf brannte er durch, wurde aber bald in Gotha virhaftct und per Schub hierher gebracht. In der heutigen Verhandlung vor der hiesigen Strafkammer, welche selbstverständlich bei verschlossenen Thüren stattfand, erhielt der verkommene Patron oie verdiente exemplarische Strafe. Er wurde überführt in nicht weniger als 14 Fällen mit den ihm anoertrauten Schülern unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben und deßhalb zu einer Gssammtstrafe von 10 Jahren Zuchthaus und Ehrverlust auf gleiche Dauer verurtheilt. fAnmcrkung für die „Badische Landeszeitung": Auch dieses saubere Subject war kein Jesuit. Bekanntlich sind die Jesuiten sch ulen im ganzen deutschen Reiche für „ staat sgefährlich " erklärt und sogar die Jesüiten- schüler. Ader solche Dinge kommen in den Jesuitenschulen nicht vor.s * Saargemünd, 20. Okt. Ein junges 18jähriges Mädchen fand hier gestern Abend gegen 6 Uhr einen schrecklichen Tod. Dasselbe war im kleinen Haien an die Saar gegangen, um auf der dort befindlichen Treppe Wasser zu schöpfen, scheint aber dabei das Gleichgewicht verloren zu haben und in den Fluß gefallen zu sein. Da es bsreits dunkel war, ist die Unglückliche von Niemand bemerkt worden und ertrank, ohne daß ihr die geringste Hilfe zu Theil werden konnte. Erst gegen 9 Uhr beunruhigte man sich im Elternhaus über das lange Ausbleiben und begab sich, nichts Schlimmes ahnend, auf die Suche. Bald war festgestrllt, daß Niemand das Mädchen von der Saar hatte zurückkommen sehen. Der nun auftouchende Verdacht, dasselbe sei in's Wasser gefallen, wurde leider allzuschnell durch Nachsuchen mit einem Haken bestätigt; derselbe förderte die Leiche ter Auflage vorläge, daß die Geschichte von dem vergrabenen Gute erfunden wäre und daß der Schwindler, der mit derselben von ihm ersonnenen Erzählung zahlreiche Personen geprellt hätte, jedenfalls der Schornsteinfeger Wetzlaw wäre, der erst vor Kurzem aus dem Zuchthause entlasten worden sei. Dem S. wurde ein Schutzmann beigegeben und beide begaben sich nach dem verabredeten Ort am Kirchhof, woselbst sie längere Zeit vergeblich auf den angeblichen Schatzgräber warteten. Inzwischen fuhr der Erwartete bei dem Lokal des S. in der Kinig- grätzerstraße in einer Droschke vor und forderte von der daselbst anwesenden Frau S. im Aufträge ihres Mannes das gesummte Kleingeld, da« sie gerade besäße, damit die Transportkosten für den gehobenen Schatz bestritten werden könnten, ferner verlangte er einige Nahrungsmittel für chren Mann, der von dem Graben und dem Fortschaffen des Schatzes vom Kirchhofe ganz ent- kräftet wäre und sich wieder stärken müsse. Frau S. gab 4 M-, 9 Knackwürste und eine „feine" Mettwurst dem Schwindler, welcher sich damit auf Nimmerwiedersehen entfernte. Gestern gelang es, den Schatzgräber in der Person des Schornsteinfegers Wetzlaw zu ermitteln und festzunehmen. Zwei fast ganz gleiche Betrügereien hatte Wetzlaw Anfang vorigen Jahre» ausgesührt und war dafür mit 1 Jahr 1 Monat Zuchhaus bestraft worden, die er inzwischen verbüßt hat. (Russische Inquisition.) Ein eisiger Schrecken knüpft sich in Rußland an das Wort Sibirien, jenes ungeheure öde Land- gebiet, das Hunderttausenden zum schrecklichen Gefängniß dient und nach welchem immer neue Schaaren Verbannter von der der Beklagenswerthen an's Ufer. Der Schmerz der Angehörigen ist unbeschreiblich. * Darmstadt, 20 . Okt. Den lumpigsten Wartesaal besitzt die Eisenbahnstation Sprendlingen bei Darmstadt. Derselbe wird gebildet aus zwei wegen Altersschwäche pensionirten Eisenbahnwaggons, die von ihren Radgestellen abgehoben und in den Sand gesetzt worden sind. Für die Bauern ist eben Alles gut. * Forbach (Elsaß), 18. Oktober. Während der diesjährigen Kirmeßtage wurde hier folgendes freche Gaunerstückchen verübt. Ein nicht mehr sehr junger Mensch in blauem Kittel, in schwarzem Hut näherte sich einem eben dem Zuge entstiegenen Fremden und erbot sich, besten Reisetasche in die Stadt zu tragen. Der Reisende, in der Meinung, einen Packträger vor sich zu haben, überließ demselben schließlich, da besten Zudringlichkeit anfinq unerträglich zu werden, das Gepäck und schritt ruhig weiter. Wie erstaunte er, als er nach einer Weile, sich zufällig umsehend, nichts mehr von dem vermeintlichen Packträger, noch auch von seiner Reisetasche sah. Der Gauner hatte mit dem fremden Eigenthum das Weite gesucht und ist von ihm bis jetzt keine Spur gefunden. Der Verlust des Fremden ist nicht unbe- trächtlrch, da außer verschiedenen Wäsche- und Kleidungsstücken auch über 100 Mk. baares Geld in der Tasche steckten. * Aus Netv-Bork, 19. d., wird berichtet: „Das Wetter ist im Westen während der letzten Tage sehr stürmisch gewesen und in einzelnen Theilen ist sogar Schnee gefallen. Eine Dampf- barke scheiterte gestern während des heftigen Sturmes auf dem Michigan-See. Die aus 10 Personen bestehende Mannschaft ertrank. Trümmer des Dampfers „Alpina" sind an's Ufer gespült worden. Man glaubt, daß alle an Bord befindlich gewesenen (40—70) ertrunken sind." B-»den. * Karlsruhe, 25. Ok'. Seins Königliche Hoheit der Großherzog haben sich gnädigst bewogen gefunden, dem Zolldireckor Geheimerath Schmidt bis auf Weiteres zugleich die Leitung der Steuerdirection zu übertragen und den Oberbergrath Car oli von der Steuerdirection zur Domänendirection zu versetzen; ferner den Hauptamtsoerwalter Theoder Wilckens bei dem Hauptsteueramt Karlsruhe zum Obereinnehmer in Schopfheim zu ernennen. * Mannheim, 20. Okt. Die „Franks. Zeitung" schreibt: „Auch der hiesige Gewerbe- und Jndustrieverein hat jüngst sein Urtheil in der Frage der Beschränkung der Wechselfähigkeit abgegeben. Dasselbe ging einstimmig dahin, daß jede Beschränkung der Wechselsähigkeit für einen großen Nachtheil für die handwerklichen Kreise zu erachten sei. Allerdings sei nicht zu läugnen, daß gar mannigfach kleine Handwerker die Nachtheile des Wechselverkehrs fühlen müßten, allein dafür sei eben doch in erster Linie der Mangel einer näheren Kenntniß dieses Kredit-Jnstrumentes in diesen Kreisen verantwortlich zu machen und diesem Mangel könne gesteuert werden. Wie ernst der Verein diese Bemerkung nimmt, beweist der Umstand, daß sofort beschlosten wurde, in diesem Winter eine Reihe von belehrenden Vorträgen über den Wechsel und seine praktische Bedeutung abhalten zu lasten, wozu sich der zweite Vorstand des Vereins, Herr Handelskammer- Sekretär Dr. Landgraf, sofort erboten hat." Soweit berichtet die „Frkf. Ztg.", welche natürlich von ganzem Herzen für volle und allgemeine Wechselfähigkeit schwärmt. Das gibt also auch der Mannheimer „Gewerbe- und Jndustrieverein" zu, daß gar mannigfach kleine Handwerker die Nachtheile des Wech- selverkkhcS fühlen müßten, aber trotzdem soll dieser Wechselverkehr auf die kleinsten, ärmsten und unwissendsten Personen' ausgedehnt bleiben. Warum? Die Nachtheile, welche die kleinen Handwerker und Bauern dadurch erleiden, sind eben dis Vortheile, welche die großen Geldmänner daraus ziehen. Das scheint UNS das eigentliche Motiv für die allgemeine Wechselfähigkeit zu sein. Denn noch nirgends haben wir eine klare Darstellung des zu befürchtenden Schadens gesunden, der auS der Beschränkung der Wechselsähigkeit russischen Regierung „verschickt" werden. Das Leben der zur Ansiedelung in Sibirien Verurtheilten ist ein in jeder Beziehung trauriges und bejammernswerthes. Die Gebildeteren finden noch für kärglichen Lohn Beschäftigung ; die Verschickten jedoch, die den niederen Klassen angehören, sind vollständig dem Elend preisgegeben. Ist eine Partie Arrestanten an ihrem Bestimmungsorte angelangt, so werden den Unglücklichen die Fesseln abgenommen und man sagt ihnen: „Ihr seid frei, geht mit Gott!" Unbekannt und fremd irren sie in ihrem Arrestantenkittel mit abrasirten Haupthaaren in den Dörfern umher, finde» keine Beschäftigung und bald werden Kittel und Stiefel aus Noth verkauft. Dann sieht man sie fast nackt im Wald umherirren, in der Richtung zum europäischen Rußland. Gelingt es solch' einem Verschickten, die Grenze zu erreichen, so sucht er in die Hände der Polizei zu fallen: hier gibt er sich als einen Menschen aus, der seinen Namen nicht kennt und nicht weiß, woher er stammt. Als Vagabund wird er in's Gefängniß gesteckt, wo er wenigstens ein Obdach und Brod findet, bis er vom Gericht als Landstreicher zur Verschickung nach Sibire« verurtheilt wird, und — das frühere Elend beginnt auf's Neue. („Mensch, ärgere Dich nicht!") Einen recht passenden Gebrauch von einem der Zettel mit dieser Aufschrift machte ein Korbmacher, der drei Geschäfte besitzt. Derselbe hat sich kürzlich heimlich nach Amerika begeben und fast Nichts zurückgelasten. In seinem Filialgeschäst hinterließ er einen Geldschrank, in welchem man, als man ihn öffnete, Nichts fand, als den oben erwähnten Zettel. Lervoraehen sollte. Nur in allgemeinen Redensarten wird davon gesprochen. Ja der Wirklichkeit aber würden nur einige Wucherer in ihrem sauberen Ge« winne beeinträchtigt, im Allgemeinen aber würde eine vernünftige Einschränkung der Wechselfähigkeit segens- 8 A«s Baden, 24. Oktober. Die Zeugnisse der Pfarrämter über Thatsachen des bürgerlichen Standes, welche insbesondere von 1810 an sich ereigneten, haben pach der Auffassung des Großherzoglichen Oberhosge» richteS den Charakter einer Urkunde nicht. SuS diesem Grunde behelligt der gesetzeskundige Rathschreiber daS Pfarramt durchaus nicht mit der Zumuthung, einen Geburtsschein auszustellen, wenn ein Brautpaar kommt, sondern er fragt einfach den Bräutigam oder die Braut nach Jahreszahl und Datum und schreibt es nieder. Schreibt nun der Standesbeamte selbst an Herrn Notar um einen Auszug? Wir haben davon noch nichts gehört und Uhlen uns deßhalb zur Frage versucht: „Ist es jetzt eine Urkunde? ^ . — Vom Schwarzwald, 23. Okt. Das Resultat der Bruchsaler Konferenz hat in Ihrem werthen Blatte zwei verschiedene Beurtheilungen gefunden. Da eS dem „Badischen Beobachter" nicht angenehm sein kann, in dieser heiklen Angelegenheit längere Erörterungen auszunthmcn, so wollen wir nur kurz constatiren, daß die Geistlichkeit in unserer Gegend mehr der pessimistischen Ansicht des Correspondenten „aus dem Mitterrand-" als der optimistischen Ansicht des Herrn aus Bruchsal zuneigt. _ Projekt einer badischen geographischen Gesellschaft. In stets wachsendem Maße wendet sich heute das Interesse der Gebildeten den geographischen Angelegenheiten zu. Aus allen Erdtheilen wird durch zahlreiche Forscher an der Entschleierung der noch unbekannten Länder und Meere gearbeitet. fast Schlag auf Schlag folgen einander die großartigsten Ent- deckungen, und wenn unser Jahrhundert abschließt, werden nur geringe Erdräume noch der Erforschung harren: im Großen und Ganzen wird die Jahrtausend alte Arbeit insofern zu einem gewissen Abschluß gekommen sein, als die Hauptformen der geographischen Gestaltung unseres Planeten richtig auf unfern Karten niedergelegt werden können. Mehr als je finden daher jetzt jene Gesellschaften Anklang, in denen den Mitgliedern Gelegenheit geboten wird, die Fortschritte und Schicksale der Entdeckungsreisenden verfolgen zu können, in denen die neusten Nachrichten über das Vordringen dieser Pioniere der Cultur ihren naturgemäßen Sammelpunkt finden. So hat sich z. B. in Deutschland die Zahl der geographischen Gesellschaften seit 1870 bereits verdoppelt; noch regerer Eifer für Erd- und Völkerkunde läßt sich in Frankreich erkennen, wo noch vor zehn Jahren nur eine einzige Gesellschaft sich der Pflege der Geographie widmete, während seitdem an zahlreichen, zum Theil unbedeutenden französischen Orten derartige Vereine entstehen. In Deutschland wenden diese Gesellschaften mit vollstem Recht seit einiger Zeit ihre Aufmerksamkeit zugleich den mehr praktisch, geographischen Fragen zu: der Handelsgeographie und dem Kolonien- und Auswanderungswesen. Bei dem engern Zu- sammenhange der beiden letztgenannten Punkte mit der Geographie ist es erklärlich, daß die erdkundlichen Vereine die Stätte geworden sind, in denen diese täglich an Bedeutung gewinnenden Fragen häufige und eingehende Diskussionen Hervorrufen. Eine badische geographische Gesellschaft könnte sich nicht, wie die andern bis jetzt existirenden derartigen Vereine Deutschlands, auf eine einzige Stadt als Sitz beschränken; vielmehr würde sie sim Hinblick auf die Größenverhältnisse der badischen Städte) sich über das ganze Land auszudehnen suchen müssen. Daraus ergibt sich dann eine neue Aufgabe: die Pflege der badischen Heimathskunde, die füglich einen Haupttheil des Programmes ausmachen sollte. Schreiber dieses hat das Projekt einer „Badischen Gesellschaft für Erdkunde" mehreren Freunden der Geographie vorgelegt und ausmunternde Zustimmung gefunden. Um die Realisirung anzubahnen, haben die Anhänger des Planes beschlossen, am Sonntag, 31. d. M., Abends 8 Uhr, eine vorberathmde, event. eonstituirende Sitzung in Karlsruhe abzuhalten. Der Unter- zeichnete gestattet sich daher die Bitte an alle Diejenigen, welche sich für die Angelegenheit interessiren, ihm baldmöglichst ihre Zustimmung, resp. ihre Absicht zur Theilnahme an jener Ver- sammlung mittheilen zu wolldn. Nach der Zahl der Theil- nehmer wird sich die Wahl des Lokals zu richten haben, weß- halb eben baldige Benachrichtigung von Werth ist. Selbstver- stündlich werden wir alle zur Theilnahme sich meldenden Herren rechtzeitig über die erfolgte Wahl des Lokals in Kenntniß setzen. Wie schon angedeutet, dürfte der Verein suchen müssen, sich über das ganze Großherzogthum auSzudehncn. Im Interesse der Verwaltung würde es dagegen wünschenswerth sein, daß ein ständiges Bureau des Vereins seinen Sitz in Karlsruhe hätte, d. h. also z. B. Vorsitzender, Schriftführer und Kasstrer; um den nicht in Karlsruhe wohnhaften Mitgliedern Ver- tretung im Vorstande zu geben, könnten vielleicht die Stellvertreter jener Beamten aus auswärtigen Mitgliedern gewühlt werden. Vielleicht würde es sich auch empfehlen, nur 2 oder 3 auswärtige Vorstandsmitglieder ohne bestimmte Aeiriter zu wählen. Die Mehrzahl der Versammlungen findet wohl zweckmäßig in Karlsruhe statt; dagegen dürsten im Sommerhalbjahr einige Versammlungen in den vier anderen größten Städten chcs Landes stattsinden können, vielleicht verbunden mit Exkursionen nach geographisch interessanten Punkten. Die Berichte s über die Sitzungen, verbunden mit einer Uebersicht über die ! jüngsten Fortschritte der Reisenden und mit anderen geogra- > phischen Neuigkeiten, könnten als „Correspondenzblatt des s Vereins" den Mitgliedern periodisch zugesandt werden. — Es j wird naturgemäß erscheinen, daß die in Karlsruhe wohnenden Mitglieder (wegen der größeren Anzahl dort stattfindender Sitzungen, sowie wegen der bequemeren Benützung der Vereins- bibliothek) einen etwas höheren Jahresbeitrag zahlen, als die auswärtigen. Hoffentlich wird das Beispiel, das u. A. Frankreichs rege geographische Vereinsthätigkeit uns gibt, die Freunde des Projekts zu zahlreichem Besuch der constituirenden Versammlung bewegen. Lahr in Baden, 16. Oktober 1880. I. I. Keitler, Herausgeber der Zeitschrift für wissenschaftliche _ Geog raphie. «vkalrS. * Karlsruhe, 25. Oktober. ^ (Der katholische Verein „Constantia") feierte gestern sein 16. Stiftungsfest in gewohnter Weise. Außer der eigentlichen Vereinsfestrede wurden noch Toaste ausgebracht auf den Papst und den Bischof, auf den Kaiser und den Großherzog, auf den Vereinsvorstand und auf die Damen. Mit den Reden wechselten gelungene Vorträge der Vereinssänger und launige Declamationen, auch ein vorzügliches Quartett des Gcsellenvereins und ein ausgezeichnetes Duett aus „Don Juan" wurden unter großem Beifall vorgetragen. Nach 11 Uhr begann der Ball. Die zahlreiche Be- theilignng an dieser Festlichkeit zeigte, wie viel Theilnahme der schöne Verein in hiesiger Stadt findet. Sämmtliche Theilnehmer waren von dem Feste sehr befriedigt. Der Erlös des durch die Freigebigkeit der Mitglieder mit schönen Gewinnen ausgestatteten Glückshafens wird für das neuangeschasfte Klavier verwendet. (Polytechnikum.) Für den nunmehr begonnenen Winter- kurs sind bis jetzt gegen 300 Einschreibungen von Studirenden erfolgt. (Kunstgewerbeschule.) Dieselbe wird in diesem Winter von nahezu 100 Schülern besucht werden. An Stelle des zum Professor an der großh- Kunstschule ernannten Bildhauers Volz hat Bildhauer A. Heer von Villingen an letztgenannter Anstalt den Modellirunterricht übernommen. (Einige Häuserbrsitzer) der Stephaniensiraße wünschten die Entfernung der schönen Bäume vor ihren Häusern und eine große Mehrzahl von Häuserbssitzern legte dagegen Verwahrung ein. D:r Stadtrath hat beschlossen, von Entfernung der Kastanienallee dort Umgang zu nehmen, dagegen sollen die Bäume in der Straße soweit nöthig eingeschnitten werden, wodurch die angeregten „Uebelstände" in der Hauptsache beseitigt sein dürften. 2 (Miethschutz-Derein.) Die von ein paar angehenden Hausbesitzern geplante Gründung eines „Wiethschutz-Ver- eins" wird jedenfalls Fiasco machen. Auf Freitag Abend hatte man wieder eine Versammlung in das Cafs Nowack berufen, die aber nur schwach besucht war, und selbst die Anwesenden waren weder für, noch gegen die Statuten, welche von Revisor Ed. verlesen und von Aktuar G. empfohlen worden waren. So dürfte das große schwarze Buch für die bösen Miether einstweilen noch nicht angelegt und auch die Gehalte des „Vorstandes" und „Vereinsdieners" nicht so rasch zur Aus- zahlung gelangen. Es wird das Beste sein. (Geometerstelle.) Die erledigte städtische Geometcrstelle wurde dem Geometer A. Jrion von Heidelberg übertragen. (Verletzung.) In einer Restauration der Akademiestraße geriethen Hausknecht und Dienstmädchen miteinander in Wortstreit. Elfterer war gerade mit Besteckputzen beschäftigt und warf in der Hitze des Streites dem Mädchen ein Messer nach, so daß dasselbe am Arme derart verletzt wurde, daß seine Auf- nähme in das Spital erfolgen mußte. Der Hausknecht hat sich sofort aus dem Staube gemacht und ist bis heute noch flüchtig. (Die Diebstähle) mehren sich gegenwärtig in unserer Stadt in höchst bedenklicher Weise und haben wir deren heute schon wieder verschiedene zu berichten. Aus einem Hause der Durlacherstraße wurde ein Halstuch und ein Hemd entwendet. — In einem Neubau der Lessingstraße wurde die Geschirrhütte erbrochen und daraus verschiedene Gegenstände im Werthe von 7 Mark mitgenommen. — In einem Hause der Querstraße wurden einem Dienstmädchen verschiedene Kleider im Werthe von 32 Mark entwendet. Der Thäter ist flüchtig. — In einem Geschäfte in der Kaiserstraße erschien dieser Tage ein junges Frauenzimmer, gab sich für das Dienstmädchen eines in der Nähe wohnenden Conditors aus und verlangte für ihre angebliche Dienstherrin zwei Regenmäntel zur Auswahl, welche ihr auch im Werthe von 44 Mark verabfolgt wurden. Bei späterer Nachfrage stellte es sich jedoch heraus, daß der Kaufmann beschwindelt war, doch gelang es der Polizei, die Betrügerin zu ermitteln und zur Haft zu bringen. Auch die Mäntel wurden wieder beigebracht. — Aus dem verschlossenen Keller des Hauses Schützenstraße Nr. 6 wurden 115 Stück Eier und 12 Flaschen Bier gestohlen. (Bauplätze.) Die Versteigerung von Bauplätzen auf dem hofdomänenärarischen Gelände an der Bismarckstraße dahier hat einen thatsächlichen Erfolg nicht gehabt, da sicherem Vernehmen nach die Höchstgebote der betreffenden Steigerer die höhere Genehmigung nicht erhalten haben. Man glaubt im Kreise der Kauf- und Baulustigen, daß eine nochmalige Versteigerung unter modificirten Bedingungen stattfinden werde. (Concerle, Versammlungen, Unterhaltungen rc.) Die Turngemeinde veranstaltet am Samstag, den 30. d., im Gasthaus zum „Weißen Bären" eine Abendunterhaltung. Kunst und Wissenschaft. * Karlsruhe, 25.Okt. (Hoftheater.) Richard Wagner's „Tannhäuser", welcher im Jahre 1843 vollendet wurde und anfänglich eine höchst laue Aufnahme fand, sich jedoch durch die treffliche Leistung Tichatscheck's und unter der Leitung des Franz Liszt nach und nach mehr Eingang verschaffte, gehört jetzt zu den Lieblingsopern des heutigen Publikums. Richard Wagner's Hauptreform geht dahin, daß die Oper wirkliches Drama werden soll, was er jedoch erst mit seinem „Meistersinger von Nürnberg" erreicht und in seinem „Tristan und Isolde", dem „Ring der Nibelungen" auf eine solche Höhe gebracht hat, auf welche ihm wohl keiner der neueren Com» ponisten folgen dürfte. Reich an melodischen Gedanken, ver- schmäht Wagner absichtlich die breitere Ausführung derselben, indem er sie meist kurz und prägnant faßt, zur Symbolisirunz einer Idee, eines Gefühls, eines Vorgangs verwendet, was jedoch nicht auf Armuth musikalischer Gedanken, auf schwache Erfindung, sondern auf freiesten Selbstentschluß, zwingendes Naturgebot, innerste Ueberzeugung von der Berechtigung und Nothwendigkeit Kieses Verfahrens zurückzuführen ist. Den musikalisch-scenischen Aufbau ermöglicht Wagner durch das Prinzip der Leitmotive, deren erste Anwendung zwar schon durch Mozart (Don Juan), Weber (Freischütz, Euryanthe) geschehen war, deren prinzipiell allgemeine Anwendung aber erst Wagner seit dem „Fliegenden Holländer" einführte. Wagner hat „Motive der Handlung und der Stimmung". Mit diesem Prinzips hängt der polyphone Charakter der Wagner'schen Musik eng zusammen. Freilich nicht jene Polyphonie, welche in der genau copirten Wiedergabe einer oder mehrerer Phrasen besteht, sondern eine neue, welche in charakteristischer Verbindung und Verzweigung, in der dramatischen Verwicklung und Lösung der einzelnen Fäden besteht, die sich zeitweise bekämpfen, aber auch ergänzen, worin gerade der große musikal. Fortschritt Wagner's zu suchen ist, während er anderseits in der harmonischen und rythmischen Freiheit und Feinheit wie in der wunderbar vollendetsten Instrumentation besteht. Um übrigens auf die gestern stattgehabte Aufführung des „Tannhäuser" zurückzukommen, so ist dieselbe als eine ziemlich befriedigende zu bezeichnen bezüglich der Leistungen der Solisten. Warum Herr Harlacher immer noch den Bitterolf singt, ist uns darum unbegreiflich, wo wir doch einen Sänger mit mehr Material besitzen! Aufrichtig gestanden, wenn Herr Harlacher als Bitterolf in den Wettstreit mit cintritt, kann man sich eines wehmüthigen Lächelns nicht erwehren. Warum wird Herrn Staudigl diese Rolle nicht zrzgetheilt ? Ebenso wenig sind wir mit der Besetzung der Elisabeth durch Frl. Rahs einverstanden. Wir bedauerrr aussprechen zu müssen, daß, abgesehen von der krankhaften Stimme, Frl. Rah« die nöthige Poesie fehlt, um Wagner'sche Frauengestalten zur Darstellung und Geltung zu bringen, wie sie vom Dichterkomponisten gedacht sind. „Sieh' das Gute liegt so nahe" kann man auch hier anwenden. Warum singt Frau Meysenheym die Elisabeth nicht? Hat sie doch durch die Wiedergabe der Julie in „Romeo und Julie" bewiesen, daß sie, ge- rade sie speciell, sich ganz besonders für jugendlich drama- tische Parthieen eignet. Wünschen wir daher, daß Herr Kapellmeister Mottl dieses beherzigt, und das bisher Versäumte, wofür Herr Mottl nicht verantwortlich gemacht werden kann, bis zur nächsten Aufführung des Tannhäuser nachholt. Die Herren Stritt (Tannhäuser), Hauser (Wolfmann), Speigler (Landgraf), sowie die Damen Frl. Rupp (Benus) und Kühl- mann (Hirte) entledigten sich ihrer Aufgabe nach besten Kräften. Das Orchester war unter Leitung des Herrn Kapellmeister Mottl ausgezeichnet, namentlich wurde die Ouvertüre vortrefflich exekutirt, nur schien uns das Pilgermoti» am Anfang der Ouvertüre gar nicht vom Fleck zu kommen, das war ein ewiger Schleppen der Posaunen. Mit dem Tempo des Einzugs der Gäste auf der Wartburg (2. Akt, Marsch) sind wir nicht mit einverstanden. Der Marfch darf wohl schon frisch, doch nicht zu rasch sein. Der Chor war wohl noch von der Cäsar- Vorstellung ermüdet. Schließlich sei noch erwähnt, daß Herr Kapellmeister Mottl „geöffnet", nämlich die Partitur, indem er zwei Striche herstellte, wodurch wir wieder einmal nach vielen Jahren das Gebet der Elisabeth ganz zu hören bekamen. Handel und Verkehr. * Mannheim, 21. Okt. (Mannheimer Börse.) Per 100 Kilo: Weizen, pfälzer 23.25—23.50,russisch. 25.—25.50, amerikanischer Winterweizen 24.-24.50, ungarischer Sprmgweizen 23.75—24., californier —. Roggen, pfälzer 22.—, russischer 21.50, franz. 22.-22.25. Gerste, hiesige Gegend 18.25—18.50, pfälzer 19.—19.25, ung. —. Hafer, badischer 13.50—14., württ Alp. 14.50—14.75, russ.—. Mai«, amerik. Mixd.14.25—14.50, Kernen 23.25—23.50,Kvhlreps,deutsch.27.50—28., ung.27.50—28.Bohnen 27. Wicken 17.50, Kleesamen I. deutscher ioo.—104., II. —, Luzerner 104.—110. Provence« 140. Esparfette —. Leinöl, int., i. Part. 65.—, faßweise 68.—, Rüböl, inl., i. Part. 64.—. faßw. 65.—, Petroleum, Waglad. (Type w.) 30.50, faßw. 3>.-, Mehl, Weizenmehl 0 12 3 4 38.50 35.— 34.— 31.—32. 27.—29l^ Roggenmehl —.— —.— Getreide ziemlich unverändert, ruhig. Rüböl behauptet. Petroleum niedriger. Berichtigung. In dem gestrigen Referat über die Theatervorstellung im Gesellenhause sollte es richtig heißen: „Der verborgene Edelstein". Rcdacteur: PH. Gerber. Aktiengesellschaft „Badeuia". Einige Aktien unserer Gesellschaft sind uns zum Verkauf übergeben worden. Etwaige Kaufiiebhaber wollen sich gefl. an den Unterzeichneten wenden. Karlsruhe. H. VogeI, Direktor. Kolz-Mrkauf. Aus hiesiger Pfarr- und Kirchen- fondswaldung werden am 27. Oktober 1880, Vormittags 11 Uhr, in dem WirthS» Hause des Bertram Schneggenburger dahier, nachverzeichnete Holzlortimente öffentlich versteigert. Der Fonds-Waldhüter ist angewiesen, die Hölzer auf Verlangen vorzuzeigen und über die Eintheilung der einzelnen Loose nähere Auskunft zu geben. 667 Stämme Langholz mit 755 Festmeter, 165 Ster Brennholz. 2.2 Rippoldsau, 15. Oktober 1880. Die SliftungS-Commifsion. Frey. Für Volksschulen! Aerlag »o» Ernst Kanfman« in Zahr. Kurzgefaßte GkigWhik »om Kr»U. Kaden nebst einem Abriß der deutschen Geschichte zur Uebung im Lesen verschiedener Handschriften von Fr. Hepting. Sechste Auflage. Preis 43 Psg. Dieses bestens empfohlene und vielfach ein- gcführte Büchlein gibt im zweiten Theil in leichtfaßlicher Form ein übersichtliches Bild der deutschen Geschichte. Systematisch kmirte Ileörmgs-Keste zur badilchen Normalschrift. Deutiche Schrift Heft 1—il mit Vorschrift, Englische „ „ 1—4 „ „ Aufiatzhefte in 3 Liniaturen ohne „ Diese mit Fließblatt versehenen Hefte zeichnen sich durch schöne Schrift, reinen Druck und gutes Papier vortheilhaft aus. — Preis 10 Pfg-, das Dutzend 1 Mark. I' Kiimgsmihraiich in Körner«, 1° ,, „ Thriinen empfiehlt als Spezialität und versendet in 5-Kilo-Packet ausnahmsweise billigst und franko jeder Poststation Kaiserstraße 115, Eingang Adlerstraße. Das Grabdenkmal- und Marmor-Geschäft von L. Hussberger empfiehlt sich zur Anfertigung von Denkmälern sowie Marmor-Möbelarbeiten zu billigen Preisen. 3.3 WrM-AuMrkmf. Damen- und Kinderschürzen in farbig, weiß und schwarz, sowie leinene Hrrrenkragen, Manschetten, Hem- den-Einsätze, Kinderkragen, leinene Damenkragen, in durchweg besseren Maaren, verkaufe wegen Aufgabe dieser Artikel und, um bald damit zu räumen, bedeutend unter'm Preis. Gleichzeitig empfehle mein Fabriklager Plauenee Weißwaarcn in nur solidem Fabrikat zu billigsten Preisen: große Vorhänge in Zwirn, schön und haltbar, I'/- Elle breit, von 27 Pig. an, kleine 1'/. Elle breit, vom 20 Pfg. an, Mousselin mit Tüll- bordüre, engl. Tüll, Stickereien» I Spitzen, Barben, Bettdecken und I den beliebten Schonerstoff in stets I neuesten Dessins. 6.3 I Osoar Leier, I Ritterstraße 4, zunächst dem Zirkel. » Mehl und Gries, Suppen- und Gemüsenudeln, italien- Maccaroni, neue Erbsen, neue Linsen, neue Bohnen empfehle in frischer, bester Waare. LUKVI» HvLir, 2.2 33, Herreustraße 33. I ItL« in dicken Stangen, wirksamstes Mittel gegen Heiserkeit, empfiehlt billigst 2.2 LRIKVI» HvLir, 33, Herrenstraße 33. Für den Allerseelen-Monat erlaubt sich die Unterzeichnete zu empfehlen: Dusenbach, k., 8. 5., Der Monat Hlovemöer, dem Gedächtnisse der Seelen im Fegseuer geweiht. Mit Genehmigung der geistlichen Obrigkeit. Zum Besten der deutschen Josephsmiffion in Paris. Zweite Auflage. Mit einem Stahlstich, kl. 12». (VIII, 272 S.) M. 1.50. „Das Büchlein enthält für jeden Tag des Allerseelen-Monates eine Betrachtung. Die an die Betrachtung anlehnenden Gebete sind aus der römischen Liturgie, die beige- fügten Beispiele aus bewährten Schriftstellern entnommen. Der weitere Theil des Büchleins besteht aus passenden Andachtsübungen für die armen Seelen, darunter eine neuntägige Andacht und eine Kreuzwegandacht zu diesem Zweck. Für den Gebrauch bei öffentlichen und privaten Andachten während des Monats November verdient das treffliche Büchlein warm und dringend empfohlen zu werden". Ackermann, Hrost der armen Seelen. ?s Pfg. Armer-Seelen-Moriüt oder Andachtsüöungen für jeden Tag des Monats November, kl. 8«. 30 Psg. u. 32«. 50 Pfg. Blot, 1^., Das Wiedererkennen im Kimmes. Trostbri-fe. M. i. Burton, Vollständiges Kandöuch der christlichen Warmherzig- Leit gegen die Verstorbenen. M. 1 . 20 . Dosenbach, I*., Weinet nicht mehr! Trostgiünde für alle Leidenden. 60 Pfg. Hecht, Armer-Seelen-Wonat. M. 1 . 20 . Joanneser, Armer-Seelen-Uredigten. M. 1 .L 0 . Nosrgnoli, Kröarmet euch der armen Seelen im Aegfeuer! Wunderbare Ereignisse aus dem Jenseits. M. 1.50. Schneider, Das Wiedersehen iw andern Leben. Trostworte an Trauernde. M. 1.20. Sintzel, Der Monat Wonember. Dem Tröste der armen Seelen geweiht. 60 Psg. Obige Gebet- und Betrachtungsbücher sind auch in guten, billigen Einbänden vorräthig. 2.2 Freiburg i. B. Literarische Anstalt und deren Agentur in Karlsruhe, Kaiserstraße 154. 6no88lierroglivli 8kwi8vtie Ksugeverlt88vluile Beginn des Wintersemesters den 2. November. 6.6 Programms gratis durch Die Dsr-eekso-r. Bei beginnender Saison empfehle ich den geehrten Damen mein Confections- und Putz-Geschäft, Kaiserstraße 158, gegenüber der Jnfanterirkaserue. Namentlich das Neueste von Hüten für Damen nnv Kinder in Plüsch, Filz, Fälbel und Sammt, Pariser Fasans, Strauß- und Phantasiesedern, Blumen, Seidensammt und Plüsch, sowie alle neuen Garnituren, Agraffen u. s. w. Auch eine schöne Auswahl selbftgeferligter Modellhüte. Mein Confectionsgeschäft liefert sters die neuesten Schnitte und Garnirungen für die Wimersaison. Bremrhotzpreise von Gebrüder Gehrlein in MnÄmlignsa« n. Kh. Buchen, gesägt und gespalten . . .pro 50 Kilo 1 M Forten, „ „ „ ... „ „ „ 1 M Anfeuerholz, zerkleinerte Lattenabfälle „ „ „ 1 M Buchen Scheitholz, I»-, dürr pro Raummeter 10 M Forlen „ „ „ Eichen „ ,, „ Eichene Klötze, „ Abfallhol;, gemischt Ansen erfpäne 8 M. 7 M. 6 M. pro Wagen 16 M. „ „ 10 M. ,, ... 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Mrscliing, öaduo L 8to», Vobr. öielskelä, llauptagsvten In «ilannksim ; 0. 8oii«aermam>, Hauxl- ageut in KoKI; oller Lutokunrt, X. bokmitt L 8okn, llirsedstraWe 29, unll lacod LenmnU, 8errev8tr»886 37, in Xarlsruko. Thonöfen in großer Auswahl, bei vorzüglicher Qualität, zu billigen Preisen bei Thonwaaren- und O enfabrik, Rüppurrerftraße 92. Stelle-Gesuch. Eine katholische Beamten-Wittwe sucht Stet- lung als Haushälterin bei einem katholischen Geistlichen. Gefl. Offerten besorgt die Erve- dition des „Bad. Beob." unter Chiffre 2. 2. Harmonische Mar-Glocken (etwas wirklich Schönes), drei- bis vierstimmig, in harmonischen Aceorde« gestimmt, mit brillantem Klang nnd eleganter Einfassung, dasPaar mit 8 Glocken 30 M., mit 6 Glocken 21M. liefert umgehend die Kv1lknge8kl!8vksfi „ÜLltsnia" in IL»rl8r»I»e. Großh. Hofthrater in Karlsruhe. Dienstag, den 26. Oktober. Aenderung der Abonnements - Nummer. Viertes Quartal. 117. Abonnements Vorstellung. Julius Cäsar. Tragödie in fünf Akten von W. Shakespeare, überietzt von A. W. Schlegel. Ouvertüre und die zur Handlung gehörige Musik von Ritter von Seyfried. Anfang 6 Uhr. Staudesöuchs - Auszüge. Eheaufgebote: 21. Ottb. Peter Geier von Hochhausen, Großh. Lakai hier, mit Barbara Lichten- berger von Büchig. 22. „ Bernhard Sachs von Szagaren, Ingenieur in Kudako, mit Elise Kranert von hier. 22. „ Emil Jung von Baden, Schreiner hier, mit Karoline Hoferer von Ottenhöfen. 22. „ Karl Martin von Neibsheim, Schreinermeifter hier, mit Charitas Brückel von Ottenau. 23. „ Karl H. Gmelin von Sinsheim, Schlosser hier, mit Christine Kaucher von Königsbach. 23. „ Theodor M. Schweizer von Ravensburg, Conditor in Neu-Ulm, mit Katharina Benz von Neu-Ulm. 23. „ Julius Walter von Eppingen, Maurer allda, mit Therese Doll von Eppingen. Eheschließungen: 23. Ottb. Eduard Lenkeit von Jschdagehlen, Trompeter in Bruchsal, mit Luise Schilling von hier. 23. „ Anton Brüchig von Forchheim, Schlosser hier, mit Anna Beck von Oestringen. 23. „ Josef Roth von hier, Kaufmann hier, mit Emilie Thomann von hier. 23. „ KarlWacker von Gernsbach,Schreiner hier, mit Lisette Nagel von Bruchsal. 23. „ Gottfried Lauer von Sindolsheim, Schreiner hier, mit Christiane Müller von Bitzfeld. 23. „ Friedrich Theyssen von Crefeld, Jn- tendantur-Registratur-Assisienr hier, mit Anna Schäfer von hier. 23. „ Friedrich Benzel von hier, Kaufmann hier, mit Sofie Vochatzer von hier. Geburten: 22. Ottb. Clara, Vater Abraham Hirsch, Kauf» mann. Todesfälle: 22. Ottb. Wilhelmine Stein, alt 89 Jahre, Wittwe des Ptanofabrikanten Stein. 22. „ Barbara Häußer, alt 68 Jahre, Ehefrau des Küfers Häußer. 23. „ Rudolf, alt 1 Jahr 8 Monate 16 Lage, Vater Großh. Bahnbau- Jnfpeltor Lorenz. Zwangs - Versteigerungen. korbach bei Gernsbach. Donnerstag, 28. Ott., Abends 4 Uhr, a. d. R.: dem Alexander Herrmann, Kolonist aus Hundsbach: Wohnhaus. „ Sbereschach bei Villingen- Montag, 8. Nov., Nachm. 3 Uhr, a. d. R.: dem Peter Etgel- dinger, Schuster von Weilersbach . Aecker. Siscdoffinaen bei Rothwerl. Montag. 8.Nov., Nackm 4 Uhr, im Stubenwirthshaus: dem Georg Jakob Ämter, Landwirth: Wohnhaus mit Garten. ^ ^ Srötzinge« bei Durlach. Dienstag, 16. Nov-, Nachm. 2 Uhr, a. d. R.: dem flüchtigen Joh. Wilb. Heiibronner: halbes Haus, Aecker, Gärten, Wiesen. Weinberge. »retten. Mittwoch, 10. Nov., Nachm. 2 Uhr, a. d. R.: den Landwirth Lorenz Bickel, Eheleuten: Aecker. Lleinlaufenburg. Montag, 8. Nov., Nchm. 1 Uhr, a. d. R.: dem Müller Franz Josef Probst: Häuser, Gärten. Sruchsal. Dienstag und Mittwoch, den 26. und 27. Ott., jeweils Vorm, halb 9 Uhr: dem flüchtigen Holzhändler E. Hanauer: Druck und Verlag der Actiengesellschaft „Badenia" in Karlsruhe; i. V.: Hugo Danigcl, Factor.