Wochenblatt cxxh.) Die Landtag-zeltung besteht aus einem Abonnement von 150 Num« mern und koster3st. 48kr. Durch die Post bezoqen 4 fi. 48 kr. für Baden. als Fortsetzung der Landtags-Zeitung. Ma» abonnirt bei dem nächstq"lkge»enVo>ra te, in KarlSrube bei Malsch »nd Vogel, von welchen daS Llan auch im Vuch- HLnilcewege zu beziehen ist. [Nr. 93 .] Karlsruhe I8LS flO. März.] Herausgeqeden von Karl Math«. — Neviqitt o-n Karl Lein. — ürui uno Äerlaq von Malsch und Äoqel. Ueberblick des badischen Verfaffungslebens, mit besonderer Rücksicht aus die Richtung und Thä- tigkeit der Parteien in der zweiten Kammer. Von A. v. Soiron (Fortsetzung.) Der siebente Landtag (1835). In der Zwischenzeit vom Schluß deS vorhergehenden bis zur Eröffnung dieses Landtags geschah nichts, was die durch die politischen Rückschritte seit dem Jahr 1832 besorgten Gemüther hätte beruhigen können. Eben so wenig kegte die Regierung den Kammern von 1835 einen Gesetzentwurf vor, der geeignet gewesen wäre, eine solche Beruhigung hcrbcizuführen. Die Kammer mußte daher entweder die gedrückien politischen Verhältniffe ganz mir Stillschweigen übergehen oder dieselben auf dem Weg von Motionen zur Sprache bringen. Viele Mitglieder der Kammer würden aus Rücksichten für die Regierung wegen ihrer Stellung, andern Regierungen und dem Bunde gegenüber, gerne jede Erörterung politischer Dinge vermieden haben, wie sie durch ihr Benehmen bewiesen, auf welches wir bei jedem einzelnen Anlaß zurückkommen werden. Anders dachten Diejenigen, welche wohl wußten, daß ein noch so energisches Auftreten von ihrer Seile, unter den damals obwaltenden Umständen, in der allernächsten Zeit eine Veränderung nickt Hervorrufen würde, welche aber auch der festen Ueberzeugunq waren, die Vertreter deS Volks dürften trotz aller Hindernisse ihr Haupziel, den Politischen Fortschritt nicht auö dem Auge verlieren, sie müßten vielmehr — wenn auch nur durch Worte — auf die öffentliche Meinung und durch diese auf die Gestaltung einer bessern Zukunft wirken. Einer der Deputieren von dieser Farbe, von der setzt wieder hervor» trctenden Opposition, der Abg. v Rotteck übernahm cS wieder, wie auf dem Landtag von 1833 die staats - rechtlichen Fragen und zwar durch eine Motion anzurcgen, welche „die auf verfassungsmäßigem Wege zu bewirkende Ergänzung und Sicherstellung unserer Ve rfassung" bezweckte. Die in dieser Motion gestellten Anträge giengen ihrem wesentlichen Inhalte nach dahin: „Daß die Kammer, eingedenk ihrer Pflichten zur Beobachtung und Aufrechthaltung der Staatsverfassung, durchdrungen von den Bedrohungen deS Rechlszustandcö in Baden und Deutschland, dabei erkennend, daß zur Sicherstellung der Verfassung vordersamst die nach der Verheißung der Constttutionsinkunde selbst zu geschehende Ergänzung derselben nöihig sei, die Erklärung inS Protokoll nieder- legen solle, sie gebe sich vertrauensvoll der Hoffnung und Erwartung hin: 1) Die Regierung werde den Ständen baldigst die Enl- wüife jener Gesetze vorlegen, welche theils zur Ergänzung, thetls zur Sicherstellung der Verfassung nothwenvig und zwar vorzüglich die Gesetzentwürfe über die Verantwortlichkeit der Minister, über ein dem Sinne der Constitution angemessenes, den Pnßrwanq wenigstens der empörendsten Härten beraubendes Gesetz für Preßfreiheit, eine autben« tiiche, mit kein Geiste der Eonstituiion vereinbarliche Jn- teipretaiioii der Art 66 und 67 der Verfassung, sodann ein die persönliche Freiheit und Ehre sicherndes und gegen die Anwendung veralteter B>sttmmungen schirmendes Ge>'etz. 2) Die Regierung möge zur Erbaltung der Verfassung durch ihren Gesandten am Bundestage Widerspruch ein- legen lassen gegen jeden künftigen die BerfaffnngSurkt'nde und Selbstständigkeit des badischen Staates oder der an« deren Bundesstaaten gefährde den Vorschlag; sie möge end« lick die fiühern, im Drange der Zeit und der Umstände gemachten, mit der Verfassung unverträglichen Concessionen, als ihrer Natur nach nur auf augenblickliche Befürchtungen begründet, zurücknehmcn, d. h. als erloschen und für die Zukunft wirkungslos erklären. (Fortsetzung folgt.) 364 Rundschau. Vom 6. März. Günstige Wahlberichte. Abendzeitung: HaßmerSheim, Durlack', Rohrbach (bei H.idelberg), Mosbach, Wallstadt und Feudenheim. — Oberrheinische Zeitung: Seppenhofen, Geisingen. — Freiburger Zeitung: Freiburg. — Süddeutsche: Unter- und Oberbarmersbach (Amt Genger.bach), AmlS- orte von Luhr und Offenburg. Endingen und Riegel. — — Die Mannheimer Blätter enthalten heute nachstehende Erklärung: Die Unterzeichneten evangelrschen Geistlichen erklären aus den Wunsch des Kiichengemeinderaths, daß die in diesen Tagen hier veibreiteten Flugblätter, und namentlich daS „an die evangelischen Geistlichen, Aeltesten und G-meinden," vv» keinem unter ihnen verfaßt oder ausgegangen sind. Mannheim, den 4. März 1846. Winterwerber. Ahles. Pfeiffer. Schwarz. Weyer. Wir halten im Voraus die Ueberzeugung, daß keiner der ehrenwerttun evangelischen Geistlichen in Mannheim die von dem Comiie der Volksfeinde zum Druck beförderte und verbreitete Schmähschrift verfaßt haben könne. — Das Mannheimer Journal beurtheilt heute den Artikel der Karlsruher Zeitung, welcher sich über die Parteien ausspricht und mit den Worten ansängt: „Es liegt im Wesen des constitiitionellen Staates re." Das Journal hat siL, wie uuS scheint, zu viel mit dem unwesentlichen Theile des Aussatzes beschäftigt, mit den vieldeutigen Floskeln überben „Faclionegeist," „Verdächtigung und Lüge," „bekannte Organe einer gewiffen Partei" u. f. w. Diese Um- und Anhängsel hat das Journal gut bedient, aber dabei das Wesentliche übersehen. Der Aufsatz ähnelt nämlich der Bulle: Dominus ac Redemplor noster, womit Papst ElemenS XIV. die Jesuiten aufyob, die ihn dafür vergiftet haben. — Das Morgenblatt ist uns heute schon wieder nicht zugekommen. ES zeigt sich eine merkwürdige Unregelmäßigkeit in der Zusendung unseres EremplarS. Da eS unS unentbehrlich ist für die Rundschau, so haben wir danach geschickt, und werden eS am Schluffe berücksichtigen. — Die o berrheinische Zeitung macht auf eine gute, bei Ebner und Seudcrt in Stuttgart erschienene Schrift aufmerksam: „Der. Jesuitenorden und seine Unverträglichkeit mit den deutschen Verhältnissen." Es wird darin gründlich nachgewiesen, daß daS Treiben der Jesuiten mit der Wohlfahrt Deutschlands unverträglich ist Die Süddeutsche und das Morgenblatt geben Beweise genug davon. „Die Aufregung (welche die Jesuiten gemacht haben) — heißt cs in jener Schiist, ist keine natürliche, sie ist nicht auf deutschem Boden gewachsen. Die Fremdlinge haben sie u»S gebracht, unserm Volke künstlich einzuimpfen angefangen , und wie sie selber Fremde sind, keine Heimath bei uns wollen, sich ihreS eigenen Vaterlandes entfchlagen; so wollen sie auch die Genoffen gleichen Volks, gleicher Stämme einander gegenseitig fremd machen, auf daß Deutschland gewiß nicht empor komme, und geistig wie leiblich dem Auslande zinspflichtig sei!" Und dazu soll das badische Volk den Jesuiten bei den Wahlen helfen. Es wird dies aber hübsch bleiben lassen. — Nackder oberrheinischen Zeitung hat das Oberamt Heidelberg wegen Verbreitung der Beilage zur oberrheinischen Zeitung „Worte der Beruhigung" eine Untersuchung angeordnet. Also daS Oberamt Heidelberg will auch keine Beruhigung? — Die Beilagen zum Morgen- blatt haben, wie mit Bestimmtheit versichert wird, keine Untersuchung veranlaßt. — Aus Bayern wird der oberrheinischen Zeitung folgendes geschrieben: Mit allgemeiner Aufmerksamkeit und gespanntem Jnter- effe folgt man bei uns der bei Ihnen gegenwärtig im Gange begriffenen Wahl der Wahlmänner, und nicht geringe Freude erregte das bis jetzt bekannt gewordene Er- gcbniß, denn man erkennt zu sehr, von welch' hoher Bedeutung daS Resultat nicht nur für unsere Zustände, sondern für daS constilutionelle Leben in Deutschland überhaupt ist. Weiß auch Niemand besser als der Bayer, welche mächtigen Mittel eine fanatische Priestermackt in Bewegung setzen kann und unbedenklich in Bewegung setzt, wenn es sich um Durchführung ihrer Zwecke handelt, so ist doch auf der andern Seite daS Vertrauen zu dem gefunden Sinne des badischen Volkes so groß, daß man sich bei uns unbedingt der Hoffnung überläßt, es werden alle sinstcrn und unlaulern Machinationen an seiner Einsicht scheitern, und dadurch der guten Sache der Sieg werden. — Der Bürgermeister von Orschweier macht in der oberrheinischen Zeitung die Anzeige, daß die Freiburger Zeitung ihrer (dreiviertelsjesuitischen)j Richtung wegen, dort 365 keinen einzigen Abonnenten habe. Wir glauben daher l unser« Lesern in Orschweier, »um Beweis, wie wohl sie daran tdun, die Freiburger Zeitung nickt zu lesen, kurz mittheilen zu sollen, was die heutige Nummer derselben (64) enthält. — Erstens druckt die Freiburger Zeitung einen Artikel aus dem Rheinischen Beobachter über die religiöse Bewegung in Baden ab, der säst die Hälfte deö BlatteS ausfüllt. Der Rheinische Beobachter ist von der preußischen Regierung in Köln gegründet worden, um der ultramontanen Partei in der Rheinprovinz entgegen zu arbeiten. Da er aber immer nur die Regierung loben und alles, waS liberal ist, tadeln muß, so bat er es mit allen Parteien verdorben, und weil die Zahl der Abonnenten immer kleiner wird, so hat er, um wenigstens in Etwas größer zu werden, seit Neujahr sein Format vergrößert. In dem Artikel, den die Freiburger Zeitung abdruckt, beweist der Rheinische Beobachter, daß er di« Verfassungen (die Rhcinprovinz wünscht auch eine für Preußen) noch mehr haßt, als die Jesuiten und vergißt den eigentlichen Zweck seines Daseins so sehr, daß er den Jesuiten, die er bekämpfen soll, zu Gefallen schreibt. So wird die preußische Regierung um ihr Geld geprellt und die Freiburger Zeitung muthet ihren Abonnenten zu, die „preußischen juten jrroschenartikel" zu lesen. Zweitens ist die Freiburger Zeitung so einfältig, dem Morgenblatt den Airikel nachzudrucken, worin, wie in unserer Nummer 88 offenbart wurde, daß Bündniß der Jesuiten mit den Kommunisten verkündet wird. Drittens druckt sie aus dem Morgenblatt einen Artikel vom Murgmann ab, Vereine wahre Abonnentenscheuche ist und ihre Paar Leser noch vollends vertreiben wird. Viertens ist in der ganze» Nummer keine eigene Arbeit der Redaktion, kein Brief, also auch gar kein Grund vorhanden, die Freiburger Zeitung zu lese». Da verstehen die Herren von der Süddeutschen das Zeitungschreiben besser. Sie bringen in jeder Nummer etwas Neu>S, e>waS Meikwürdiges, etwas Wunderbares, etwas Unglaubliches, etwas-das man gar nicht für möglich halten sollte, wenn man eS nicht gedruckt or sich hätte. Heute z. B. beweist die Süddeutsche (Nr. 41) Folgendes: Regierung hat das Recht, Deutschkatholiken im Lande zu dulden; sie muffen alle fortgejagt werden. Sachsen und Würtemberg, welche die Deutschkalhollken dulden, haben unrecht; Oesterreich, bas sie vertreibt, hat recht. Denn: «. Als vor zweihundrit Jahren der westphälische Friede geschlossen wurde (den die Jesuiten nicht anerkannt habe«, weil ihnen der dreißigjährige Krieg noch nickt lange genug d auerte, indem noch einige Deutsche am Leben ivaren) — da gab eö noch keine Deutschkatholiken, folglich — darf eS auch jetzt keine geben. b. Sogar die protestantische Religion darf nur nach den damaligen Bekenntnißschriften ausgenommen werden, sonst börl der Friede auf. c. Die sächsische und würtembergische Regierung sind auf dem Standpunkt des protestantischen Staates stehen gebliebm, und dieser Standpunkt ist hier unhaltbar (d. h ein prot'staniischcr Staat bat nicht das Recht, religiöse Genoffenschasten, von denen der westphälische Friede nichts weiß, aufzunebmen.) Das ist die ächte Jisuüenlehre, die aber hier nur darum bei dem westphälischen Frieden Halt macht, — dm sie sonst nicht anerkannt, jetzt aber falsch auslegt — weil die Umstände nicht wohl erlauben, weiter zu geh n. Werden die Evangelischen bald einsehcn, wo die Süddeutsche hinaus will, und werden sich ihre katholischen Brüder von dieser verleiten lassen, den Frieden zu stören?— Gewiß nickt. AuS Offendurg meldet die Süddeutsche, daß der Fasching vorüber ist, eine Mittheilung, die schon darum überflüssig ist, weil man in dem obigen Artikel die erste Fastenpredigt findet. Vortreffliche Wahlberichte bringt die Süddeutsche aus dem Landbezirk Offenburg. Dort wird also entweder Hr. Knapp oder Herr Löffler Deputiiter, sobald die Süddeutsche entschieden haben wird, welcher von beiden der Katholischere ist, vorausgesetzt, daß sie nicht einen Dritten findet, der Beide übertrifft. — Das Morgenblatt (Nr. 56), welches wir endlich nach mehrmaligem Begehren erhalten, ist heule eben nicht ro- seni arbcner Laune, obgleich ihm eine Menge guter Berichte und Hoffnungen über die Wahlen zugehen. Allein, man bedenke: Erstens bat Hofraih Platz wieder keine Fortsetzungen geschickt und eS fehlt an leitenden Arlckeln; zweitens muß sich das Morgenblatt selbst überzeugen, daß „recht verständige Leute" ihm durch die HeuchlermaSke sehen und sein verderbliches Treiben erkennen; drittens läßt ihm die LandiagSzeitung keine Ruhe. Eö ist wirklich rührend an- zuseben, wie sich Spitalpfarrer Winterer abzappelt, um vielleicht noch Einen oder den Andern zu übertölpeln. Seine heutigen Versuche sind übrigens sehr ungeschickt. „Betrachtet doch die Sache in der Nahe" —ruft er den Leuten zu. Aber er hätte besser gethan, ihnen zu sagen, daß sie auS der Ferne die Sache, betrachten sollen, denn in der Nähe betrachtet, sieht sie ganz schlecht aus. 366 „Wie könnt ihr denn besorgen, daß eine Priesterherrschaft in unfern Zeiten noch möalich ist!" — DaS haben wir fa den Herren schon lange gesagt; aber sie haben uns nickt glauben wollen, sie haben den schwarten Landsturm aufgeboten, um auf die Vertbeidiger der Verfassung los» zuschlagen. Jetzt müssen sie durch eigenen Schaden klug werben. „Versteht die Regierung doch recht!" — Da schwärmt der Herr Spitalpfarrer, und hält sich schon für die Regierung. Er leidet an einer zurückgetreten Aufregung. „Seid auf der Hui! Fürchtet die Danaer, auch wenn sic Geschenke bringen !" — Die Schwärmerei steigt immer höher. Bedenken Sie doch, Verehrtester, daß die Leute, die so leichtgläubig sind, Ihnen noch etwas zu glaube», nicht wissen, wer „die Danaer" sind, und daher leicht auf der; Gedanken kommen könnten, Sie meinten dasCcntral- comite und warnten vor den „Entschädigungen aller Art!" — In dieser Vermuihung müssen die guten Leute bestärkt werden, wenn sie den zweiten Artikel lesen, worin sogleich das Centralcomite aufmarschirt. Im Grunde ist nicht einzusehen, warum dieser zweite Artikel für sich besteht. Er gehört zum ersten und läuft im Zusammenhänge mit demselben fort. Aber Sie sind ein guter Redakteur, Vcrchr- testcr, und wissen daher, daß man lieber zwei kurze Artikel liest als einen langen. Daher haben Sie vermuthlich Ihren langen Artikel in der Mitte entzwei gebrochen und einen zweiten gemacht, mit einem andern Correspontenz- zeichen vor der zweiten Hälfte, damit ja Niemand merke, daß sie jemals zusammen gehört haben. Nach dem zweiten Artikel also sind die Mitglieder deö Eentralcomite keine Jesuiten (Herr, ich bin fein Schurke —sagt der Mohr im FieSko); sie wirken nur mit verfassungsmäßig zulässigen sittlichen und erlaubten Mitteln (Entschädigungen aller Art und lügenhaften Flugschriften) ; endlich gibt eS gar in ganz Baden keinen Menschen, „der die Veifassung aufrichtiger liebt, als die Mitglieder des Centralcomite." — Wahrhaftig, lieber Leser, daS steht im Morgenblatt. Wie muß die Verfassung in Mannheim verhaßt fein, da sich niemand mehr finde«, der ihren besten Freunden die Briefe und Geldvaketc besorgen will! Ohne Zweifel wird auf dem nächsten Landtage eine Petition mit 10,000 Unterschritten aus Mannheim einkommen, mit der Bitte, die Verfassung auftuheb.n, nur um ihie besten Freunde loö zu werden, welche die Zehntablösung und die Gemeinde- ordnung als Landplagen daistellcn, die Kammer von 1825 lob.n, weil sie die Verfassung abgeändert Hai; die guten Freunde, die in ihren Schmähschriften hundertmal dem Volke vorsagten, die Stände seien unnütz. Vor solchen guten Freunden möge der Himmel die Verfassung bewahren! Die Enlichädlgungen aller Art, — erklärt daS Morgenblatt — haben mit dem Handgelübdc der Wahl- männcr nichts zu schaffen; sie ersetzen den guten Freunden nur dm Schaden, den sie durch ihre Dienste für daS Cenlraleourite gelitten haben. DaS gibt eine lheure Geschichte, denn der Schade ist sehr groß, oft gar nicht mit Geld zu ersetzen. In einem dritten Artikel wird über die Landtagszcitung geklagt, deren „'gewöhnlichen S'yl" daS Morgenblatt nicht leiden kann, weil er anders ist, als der Styl des Herrn Hofraih Platz. Ferner mißfällt ihm, daß die LandtagS- zeilung nur Auszüge oder abgerissene Stellen aus dem Morgenblatte mitiheilt. Dasselbe wird uns doch nicht zu» muthen, alle seine Artikel vollständig abzudrucken? Sollen wir denn unsere Leser umbringen oder selbst am Morgenblatt sterben, wie die Freiburger Zeitung? Nein, Herr Spitalpfarrer! Wir sind zwar überzeugt, daß Sie uns die letzte Oelung gern spenden würden; aber Sie müssen Geduld haben bis zu Nr. 150, dann hören wir auf, — wenn unsere Leser nicht die Fortsetzung der LandtagSzeitung verlangen, in Ermangelung der Fortsetzungen des Herrn Hofraths Platz, auf welche wir bis jeyt vergebens warten. In einem vierten Artikel bedankt sich das Morgcn- blatt dafür, daß wir die Aenderung der Adresse desCerural- comite abgedruckt haben Gar keine Ursache zum Danken; wir verlangen auch gar keine Entschädigung aller Art. Warum sollten wir die besten Freunde der Verfassung nicht in ihren redlichen Bemühungen unterstützen?— Nur Eine Frage noch sei uns erlaubt: Warum hat denn das Morgenblatk, das so schöne Vorräthe an großer Schrift besitzt, die Abdankung des Herrn Jos Tunna mit der aller- kleiusten Schrill (iionparvil) ganz hinten in sein Blatt gesteckt, so daß man sie ohne Vergrößerungsglas kaum lesen kann? Das muß doch auch sine Ursache haben. Der Herausgeber der Landtagszeiiung bekömmt von dem Mvrgenblatie außer den allgemeinen Titeln, die er mit fernen Freunden theilen muß, z. B. W u h l e r, Rad > ka - l c r, F e i n b, P h a r i sä e r, Maulheld ». f. w., auch noch besondere, z. B heule wieder: Jesuiteirgencral, Pater Malby und noch einmal Jesuitengrneral. Danke, schön Vater Rodin. Wenn das so fort geht, bekommen wir mehr Titel, als der Herzog von Wellington, der fetzt die meisten haben soll. Zar Abwechslung könnten Sie uns, stall Maulheld, einmal Federbeld heißen. Jedenfalls aber erwarten w>r, nach der OrtenSreg.l, in Zukunft von Ihnen strengen Gehorsam für die Befehle JhreS GenrraiS! — Endlich wird dem Morgenblatk auS TauberbischofSbeim berichtet, daß die badische Ständevcrsammluiig aufgelöst worden ist.