Wochenblatt für Offenburg »»» Lahr. Nro. 79 . Mittwoch, den WM 2. Oktober 1816. Mit Großherzoglich Badischem allergnädigstem Pri.vilegio. Amtliche Bekanntmachungen. BezirkS-Amt Lahr. 1. fAufforderung.^ Carl Sicbenpfeifer, Sol. dak bei dem Großherzogl. Linien-Jnfanterie.Re- grmcntNro. 1., ist vor Kurzem dessertirt. Derselbe wird hiemjt ausgeforderr, sich binnen sechs Wochen vor diesseitiger Stelle zu ststiren, und über die gegen ihn dahier eingelegte Schuldfor- deningcn zu erklären, widrigenfalls dieselben für richtig erkannt, und ans seinem hier unter Pflegschaft stehenden Vermögen, so weit solches zu- reicht, getilgt werden. Lahr, den 29 . Septr. isi6. Großherzogl. Bezirks-Amt. W u n d t. Stadt, und istes Land-Amt Offenburg. Schulden.Liquidationen. Alle die» nigen, welche an folgende Persünen etwas zu fordern haben, werden iinter dem Prä. judizwondervorhandenenMaisemitihrenForderun. gen sonst ausgeschlossen zu werden, zur Liquida- tion derselben vorgeladcnr 1 ) An die Gantmasse des verstorbenen Sraab. Halters Amon Lchrmann von Oberkappet auf den is, Oktober I8iv vor dem LhetMgS'Com-- missanatc im WirchShause zum OHEtt Vaselbst früh 9 Uhr. 2 ) An die Gantmasse des verstorbenen Joseph Buhler, gewesenen bürgerlichen Maurers von Gcngenbach, auf Montag den 4. November 1816 vor dem Großherzogl. Armüreviforale daselbst. Offenburg, den 27. Septr. 1816 . - Großherzogl. Stadt, und 1 . Landamt. Frhr. v. SenSburg. 3. sMundtodt-ErklärungZ Nach hohem Kreis. direktorial-Beschiuß vom > lten September d. I. Nro. l 1 i(>6. ist Amon Zoll er von Fcßenbach im ziveyten Krade mundlodl erklärt worden; welches zu jedermanns Warnung öffentlich bekannt gemacht wird. Offenburg, den 15. September 1816. GroßherzoU. Stadt, u. 1. Landamt. Frhr. v. SenSburg. Bezirks.Amt Kenzingen, 3. fSchulden-Llquidation.^ Die Gläubiger der in Gant gerathcne» Joseph Schlatter"schen Wtb., Elisabctha geborne Britz von Oberhau. sen, werden aufqefordert, ihre Forderungen unter Vorlegung der Beweisurkunden, entweder persöhnlich oder durch hinlänglich Bevollmächtig, te am ±5teu Oktober d. I. bei Vermeidung des Ausschlusses von der Masse, m dem Theiiungs. Commissaire im AdlerwirthshauS zu Oberhausen zu liquidiren. Kenzingen, am 16. Sept. 1816. ' Großherzogl. Bezirksamt. Wetzet. Stadtraths-Dekanntmachungen. 2. sBekanntmachung^ Auf ausdrückliches Verlangen des Herrn Grafen Philipp von Kage. veck wird hiemit bekannt gemacht, daß alle d>c- jenige hiesige Einwohner, welche an den Bad- wmh ^Johann Ehret in der Kirnhalde wegen der dortigen Wirthschaft noch Nachforderungen zu machen haben, sich diesfalls binnen 14 Tagen -ei hochgedachtem Herrn Grafen in der Kirnhal- de melden, oder gewärtigen sollen, daß Derselbe später keine Kennmiß mehr davon nehmen werde. Lahr, den 25. Sepr. 1816. Stadtrath dahier. Fischer. 3. sBekanntmachung.) Man hat mit Zuver- lässigkett erfahren, daß mehrere Käufe und Tausch- Kontrakte über Liegenschaften und Gebäuden in hiesiger Stadt schon geraume Zeit abgeschlossen worden sind, ohnedaß dieKontrahentcn solche bei der RarhSschreiberey haben gehörig protokolliren lassen, wodurch nicht nur daS Herrschaft!. Interesse gefährdet wird, sondern auch in den Steuerbüchern Unrichtigkeiten entstehen müssen. Es wird daher die schon längst bestehende Verordnung Hiemil erneuert, wornach jeder geschlos- sene Kauf oder Tausch über Liegenschaften oder Gebäuden in Zeit 8 Tagen vom Tag des geschehenen Kaufs oder Tausches au bei der Rathsschreiberei angezcigt, und gehörig protokollirt werden müssen; im Unterlassungsfall wird jedem der kontrahirenden Theile eine Strafe von s si. angefttzt und solche sogleich von ihnen erhoben. Lahr, den 24, Sept. 1816. Stadtrath dahier. Fischer. Versteigerungen. - i. sHaus-Bersteigerung.^ Montags den 7. k. M. Oktober, Nachmittags 3 Uhr, wird in dem hiesigen Rathssaale das in die Gantmasse des verlebten Bürgers und Handelsmanns August Trautvetter dahier gehörige, an der Hauptgaß gelegene Laus, an den Meistbietenden versteigert werden. Dieses Haus macht emen Theil des hiesigen Salzhauses aus, ist östockig, durchaus von Stein gebaut nnd füc einenHandelSmaun besonders vorlheilhaft gelegen. Die Steigerungs-Bedingnisse werden am Tage der Steigerung bekannt gemacht — zudem haben sich auswärtige Steigerungs-Liebhaber über ihre Vermögens-Verhältnisse durch obrigkeitliche Attestate auSzuweiftn. Offenburg, den 27. Sept. 1816. Großh. Stadt- u. 1. Landamts-Revisorat. Barth. 1. sHolz-Versteigerung.) Montags den 7. Oktober d. I. früh 9 Uhr werben zu Berghaupten 100 Klafter Buchenholz aus dem dortigen Heiltgen- wald öffentlich versteigert werden. Zu diesem Geschäfte ladec man die Liebhaber mit dem Be- merken ein, daß das besagte Holz bei der Pfarr- Kirche in dem Dorfe Berghaupten aufgesetzt seve und täglich in Augenschein genommen werben könne. Offenburg, den 28. Sept. 1816. Großherzogl. Forstinspeclion. v. Neveu. Bekanntmachungen. 1. fDienst-Antrag.) Unterzeichneter bietet einem vcrehrungöwürdigen Publikum seine Dienste als Rechtsfreund an. Er wohnet in der Frau- ziSkaner.Gasse Nro. 207. vis-»-vis vom Frhrn. v. Schleißifchen Haufe. Offenburg, den 28. Sept. 1816. Marquier, Rechtöpractikant. 1. Ladr. fLattenwandre. zu verkaufen.) Apfel- wirth Buche rer hat eine ganz neue Lattenwand, 319 mit steinernen Pfosten und Platten, und ein steinernes Tviirengesttll zu verkaufen. 2. Lahr. fKüde feil tc.] Unterzogener hat tu ne neumelkcnde Kuh, vom 4fr« Kalb, und eine großtragende Kuv, mit dem 2tenKalb, auch ein gutes vertrautes Pferd, von 6 Jahren, zu verkaufen. Lahr, den 27. September 1816. Carl B u ch e r e r, RothhauS-Wirrh. 2. Lahr. Mutten feit.] Schreiner Christian Rauch hat eme Parthie eichene und ranncne Bütten, theils in Elsen theils in Holz gebunden, billigen Preises zu verkaufen. 2 . Labr. (Gerstenklee feil.] Friedr. Schnitzler, bei der Zehndfchcuer, hat das Gerstenklee von 2 Sester im Hagedorn zu verkaufen. 2. fRheinschifffahrts-Anzeigr] Schiffer Georg Heck steht bis und mit dem i ltett Oktober in dem Hafen zu Freyftett nach Mainz und Frank- furt in Ladung, wozu die letzten Güter zu Lahr Mittwochs vorher, den 9. dto., abgeholet werden sollen. 3. Versteigerung.) Samstag den 5. Oktober will die Hospiralschaffeney nachstehende Güter auf eine 9jährige Lehnung versteigern lassen: 8 Sester io Ruthen Ackerland am SptrlinSrain in 4 Abthellungen und 3 Sester 69 Ruthen Acker im Sulzbachfeld am Mühlwcg. Die Liebeabcr wollen sich Nachmittags um 4 Uhr im Wirthshaus zur Linden einfinden. Lahr, den 23. September 1816. Killius. 3. Lahr. sDung fdf.] Lindenwirth Kepp- ler hat einen Haufen Dung zu verkaufen. 3. Offen bürg. lBekanntmachung.) Ich gebe mir hiermit die Ehre anzuzeigen, daß ich ein schönes Assorriinent allerGattung Nürnberger Kin- derfpielsachcn beigeleget habe, worauf ich mich, nebst meinen schon länger führenden laugen Waa- ren sowohl als Eiftnartikein dem geneigten Zuspruch besten» empfehle und dre billigsten Preise zustchcre. Ferd. Hölzlin. D a S V e i l ch e n. Ludwig von B**, Lieutenant unter dem Kö- nigl. Preuß.**** Husarenregrmenl, wurdezuPa- ris in das Haus einer reichen Wltlwe quarllcrt, die ihn mit vieler Schüchternheit im unrern Saale empfing und höchst verlegen fragte: in welcher Etage eS ihm beliebe, fmle Zimmer zu wahren? Die Frau schien die lebendige Gutmütyigkcir zu seyn, und höchst sauber, geregelt und achtunggebietend war ihr Anzug „Madame — erwuder- te $** mit ehrfurchtsvoller Verbeugung — ich habe hier nicht zu wählen, sondern mich dahin zu begeben, wohin sie mich alS Gebieterin verweisen. “ Die Dame war verwundert, in einem Preußen so viel Artigkeit zu finden, and gab ihm mit der liebenswürcigsten Pantomime znvevße- hen, ihr in die Belle-Etage zu folgen: "chier öffnete fie ihm ein Paar herrlich möblirte Piecen und bat, damit fürlicb zu nehmen. Er küßt ihr dankbar die Hand, nimmt Besitz, giebt fernen Leute« den strengsten Befehl, sich so still und bescheiden zu betragen, als ob sie im Hause seiner Eltem wären, und überläßt sich nun der ihm so ungemein schön vorbereiteten Bequemlichkeit. ES ist in der Abenddämmerung, man offerirt ihm Wein, Liqueur, Backwerk, Thee; er wählt den letzter«, den er mit einem Glase Rum verstärkt. Darauf erscheint die Besitzerin des Hauses wieder und bittet um Ordre, wenn und was der Herr Lieutenant zu speisen befiehlt. — „Ein Gast befiehlt nicht, Madame — versetzte der Preuße — und ich würde mich sehr betrüben, wenn Sie mich nicht als einen solchen behandeln wollten. Auch würde ich Ihnen so eben aufgrwartel und Sie bedauert haben, daß das Schicksal Sie auf einige Tage durch mich belästigt." — Vielmehr erfreut, me es scheint, entgegnere die Wittwe; und B** schloß das Con x.tment mit den Worten: „Sv gebe der Himmel, daß der Schern zur Wahrheit werde." Abends speiste B** mit seiner liebenswürdige« Wirrhin auf ihrem Zemmer, der Tisch war köstlich besetzt, aber der Gast sehr mäßig. Der Wein war trefflich, aber B** trank nur 3 Gläser, von denen das eine auf den allgemeinen Weltfrieden, das zweyte auf die Versöhnung Frankreichs und Preußens, und das dritte auf das Wodl des Hauses geleert wurde» Die Unterhaltung war ange- — 320 riebm, geistreich und wurde endlich sogar offen «nd herzlich, so daß man sich am spaten Abend zu früh zu trennen glaubte. Am andern Tage fand 9J** bei der Mittagstafel noch zwei CouorrkS mehr alS gestern und es erschiene», als man sich eben setzen wollte, ein Paar wunderschöne Maschen von 16 und 18 Iah- ren, welche Madame als ihre Tochter darstellte, „die gestern uustchrdar waren — “ fügte &** hinzu; und bl Ihnen henke beweisen, sprach die Murrcr, >we oieie Achtnn'gSie mir eingeflößr ha, den, Herr Lieutenant. -- Rum verlebte der Gast im Ziele: oer drei bezauberndsten und würdigsten weiblichen Wesen, die ihm in ganz Frankreich vorgelom,neu- vier der seligsten Tage seines Lebens, und je offener und herzlicher er sich behan dell-sah, je mehr wuchs auch zugleich die Ehrfurcht, welche Mutter undTöchceridm eingesiößt Am Avend vor seinem Aufbruch war man der Klsche ernst und still, und es war unverkennbar, Laß der Abschied alte schmerzte. — Die sonst so Muntere tchährige iiuron war niedergeschlagener, als das Schicksal van Frankreich sie gemacht hat- tc, und als eö nun wirklich Scheidung galt, reichte sie dem. Preußischen Krieger eine niedliche Perlbörse mit dem für'ö Herz bestimmten Worte: „£>oimnk“ verherrlicht. Die küßte der Scheidende, steckte sie in seine Brusttasche, dankte der Gebert».und ihrer.würdigen Mutter mit innig, sier Rührung dafür, und sagte dann wehmüthig zur ältern blonden Madelainc, die eine Gefühls, perl in der schonen Augenwimper zerdrückte, „von Ihnen,, guie Madelame,, muß ich in dieser so bedeutenden Stunde durchaus noch etwas reqm- riren. “ Und was denn ?, fragte das schöne Kind verlegen. „DaS liebe Veilchen, das Sie daanJH- rem Busen tragen und das Ihrem schöne» Herzen so nahe liegt." Daö ganze weibliche Kleeblatt .errölhete verlegen und, Madelame faßte sich »itt Len Worten: Eine biose Spielerei, Herr Lien lenatti! — „Und auch als solche wir willkom. men;" versetzte B^*. Aber man wird Sie für e>. «en Landesverrälber hauen, wenn man es bei Ihnen rmbeckt, sagte dre Mutter. „Mag man LaS— crwiederte B"*. Mein Vaterland wurd'j ich nie, sehr leicht aber me.n Herz an eine fol-, che Madellttn; verrakhen.« Auszug aus dem Lahrer Kirchenbuch?. Septr. Geboren: d. 25. Salome; Vater: Jacob Zürn, B. u. Ta- bakarbeiler dhr. d. 26. Carl Martin; Vater: Martin Koch, B.u. Zimmermann dhr. d. 27. Heinrich Wilhelm; Vater: Georg Friedrich Liebig, B. u. Ragelschmidt dhr. Septbr. K o p u r i r t: d. 23 . Daniel ReeS, neuangehender B. u. Schlosser dhr., und Elisabetha Schmidtin, dcg Daniel Schmidt, B. u. Kutschers dhr., ehel. led. Tochrcr. ■ . , d. 25. Christian Friedrich Roos, B., Mrschner u. Wittwer dhr., und Katharina Elisabeth« Kröllin, des oerstordenen Joh. Jacob Fieser, B. u. Seilers dhr., hin- terlassene Wittib. Septr. Gestorben: d. 25. Margaretha Salome; Vater: Michael , Gäßler, B u. Ackerömann dbr., alt 3 Jahre, 8 Mon. «. 8 Tage. d. 27. starb zu Pforzheim: PhittppJacobGimbel, kiesiger B. u. Mefferfchmidt, all 39 Jahre, 4 Monate und 27 Tage. Frucht-Preise. Tag. Ort. Wai» ren. .Spalt» Wmz. Korn. Gcrst. Habcr. ä. 'kr.' "i fl. h. fl, ikr. fl. kr. Seor. ibahr. beste 18!- 14 — — — 9! 30 7 17. mittlere — — — — — — -\~ — geringe — — — — — 21. Off-b. beste 191- «4 - 12 — I0fl2 7 — mittlere — — _ — - - — — geringe 16 30 12 — — - - 6 30 26. Gegenb.best 21 — 18 — 14 30 11(30 — —■ mittlere -1- geringe 17 30 I5j3ü 13 - ö|30 — —