Wochenblatt für Offenbürg -ns Lahr. Nro. 80 . Samstag/ den WW s. Oktober 1816. Mit Gr o ßherz vgl ich Badischem allergnädigstem Privikegio. Amtliche Bekanntmachungen. BezirkS-Amt Lahr. 2. ^Aufforderung.) Carl Siebcnvfeifer, Sol. dar bei dem Großherzogl. Linicn-Infanteric-Re. grmentNro. l., ist vor Kurzem deffertirt. Derselbe wird Hiemil ausgcfordert, sich binnen sechs Wochen vor diesseitiger Stelle zu ststiren, und über die gegen idn dahier eingelegte Schuldfor- derungenzu erklären /"widrigenfalls dieselben für richtig erkannt, und ans seinem hibr unter Pfieg- schaft stehenden Vermögen, so weit solches zu. reicht, getilgt werden. Lahr, den 29 . Septr. 1816. Großherzogl. Bezirkö-Amt. W u n d t. Versteigerungen. 2 sHauS-Versteigerung.Z Montags den 7. k. M. Oktober, Nachmittags 3 Ubr, wird in dem hiesigen Rathssaale das in die Gantmaffe des verleb, rcn Bürgers und Handelsmanns August Traut, vct ter dahier gehörige, an der Hauptgaß gelege ne Haus, an den Meistbietenden versteigert wer- den. Dieses Haus macht einen Tbeil des hiest. gen Salzhauses aus, ist Zstöckig, durchaus von Stein gebaut und für einrnHandelSmann besonders vorrheilhaft gelegen. Die SteigerungS-Bedingniffe werden am Tage der Steigerung bekannt gemacht — zudem haben sich auswärtige Steigerungs-Liebhaber über ihre VermögenS-Verhältniffe durch obrigkeitliche Attestate auszuweisen. Offenburg, den 27. Sept. 1816. Großh. Stadt, u. 1 . LandamtS-Revisorat» Barth. 2 . sHolz-Versteigerung.) Montags den 7. Oktober d. I. früh 9 Uhr werden zu Berghaupten 100 Klafter Buchenholz aus dem dortigen Heiligenwald öffentlich versteigert werden. Zu diesem Geschäfte ladec man die Liebhaber mit dem Bemerken ein, daß das besagte Holz bei der Pfarr- Kirche in dem Dorfe Berghaupten aufgesetzt scye und täglich in Augenschcl» genommen werden könne. Offenburg, den 28. Sept. 1816. Großherzogl. Forstinspectiov. v. Neveu. Bekanntmachungen. 1. Lahr. Wohnung zu verlehnen.) Georg Friedrich Dräutlers Wrb. hat den ganzen untern Srock ihres Hauses zu verlehnen, welcherdist Weyhnachren bezogen werden kann. 1 . Lahr. fAnzeige wegen Zwetschgenbrennen.) Bei der diesjährigen reichlichen Zwelschgenärndtk 322 biete ich dem Publikum meine wohl eingerichtete Brennerei zur Benutzung an, mit der rch 1813 viel Beifall cinlegte. Wer also bei mir brennen will, ist eingeladen, und darf auf billige Bedie- nung rechne». 3. Christmann, Kiefer. 3. Schultern. sDicnst-Antrag.l Ich wünsche in Bälde, und spätestens auf nächsteOstern, einen Jneipienlen in meine Schreibstube zu erhalten; gute Erziehung, und die erforderliche, auf guten Schul-Unterricht gegründete Vorkenntnisse, ma. che ich zur vorläufigen Bedingung, und erwarte deßfallstge Anträge postfrei. Schmidt, Domanial-Verwalter des Amts Lahr. 3. fAltttionS-Arrzeige.] Bis Montag den 4. No. vember 1016 und folgende Tage wird eine Samni. lung von gebundenen Büchern aus allen Theilen der Wissenschaften gegen gleich baare Bezahlung in Karlsruhe öffentlich versteigert werden, wor. über das Verzeichniß bei Buchdrucker Geiger in Lahr unentgeldlich zu haben ist, an welchen man sich für dortige Stadt und Gegend ebenfalls mit Aufträgen wenden wolle. Karlsruhe, den 1. Nov. 1816. 2. fDienst-Antrag.] Unterzeichneter bietet ei- nem verehrungswürdigen Publikum seine Dienste als Rechtsfreund an. Er wohnet in der Fran. ziökaner.Gasse Nro. 207. vis- ä-vis vom Frhrn. v. Schleißtschen Hause. Offeuburg, den 28 . Sept. 1816. Marquicr, RechtSpractikant. 2. Lahr. fLamnwand re. zu verkaufen.] Apfel. Wirth Bucherer har eine ganz neue Latienwand, mit steinernen Pfosten und Platten, und ein steinernes Tbürcngestell zu verkaufen. 3. Lahr. Mitten feit.] Schreiner Christian Rauch hat eine Parthie eichene und tanstene Bütten, therls in Eisen theilS in Holz gebunden, billigen Preises zu verkaufen. 3. Mheinschifffahrts-Anzeige.] Schiffer Georg H e ck steht bis und mit dem i lten Oktober ist dem Hafen zu Freystetr nach Main; und Frankfurt in Ladung, wozu die letzten Gitter zu Lahr Mittwochs vorher, den 9. dto., abgeholet werden sollen. 1. Lahr. sAnzeige.] Gürtler Fehl zahlt für das Metzle Zwetschgenstem 2 kr. und für den Sester 32 kr. 3. Lahr. sGerstenklee feil.] Friedr. Schnitz, le r, bei der Zehndscheuer, hat das Gerstenklee von 2 Sester im Hagedorn zu verkaufen. 6. fBekanntmachung.] Die bei mir eingetrctene- dem Publikum nicht unbekannte Faimlten.Vcr- hältniße, hauptsächlich aber der Heranwuchs meiner zwey Söhne, welche ich zu ihrer vollkommenen Ausbildung auswärtigen GeschäftSmännern übergeben zu müssen es für eine der ersten meiner Va- terpstichcen halre, haben mich zudem festen Entschluß gebracht, mein Waaren-Detail-Geschäft aufzugeben und den offenen Laden eingchen zu lassen, folglich meine Handlung in Speclilations- Geschäfte abzuändern, so daß ich deren Besor- gung nöthigenfallS allein übernehmen kann. Ich biete daher jedermann mein gestimmtes Maaren, lager zu den Ankaufs- oder Fabrikpreisen hiermit und zwar Stück - und Ellenweise mit der Versicherung an, daß jeder Käufer sowohl wegen Qualität der Maaren in aller Rückstchl, als auch der Preiße zur vollkommensten Zufriedenheit bedient werden wird. Mein Maarenlager besteht beyläufig in folgenden Artikeln als: Feine, mittelfeine, auch ordinäre wollene Tn- chcr, Halbtücher, Bieber, Casimirs, Manchester, Rubeln, Ratin, Wollkordo, Minier- und Sommerwestenzeuge alS, Angolas und Angolens, SchwandownS, ToilliuetS, gedruckte Casimirs, JeanecS, Piquäs, Ripö, JiidieniicS, Callicos, Trauerzirzc, Stamoise, Madras, Ranquins und NanquinettS, MnltonS, Flanelle, Bert - nnd Fntierbarchent, seidene und baumwollene Halstücher von allen Großen, weiße und gefärbte RaS- 0 k. n r 3 u r n u fi e a 2 t! N tl d i r ii t i a 0 i (i f c t 6 I i k ( 323 tücher, Glanzleinwand von verschiedenen Farben, CanstefaS gefärbt und naruret, und sonnige Arti- kel, die sowohl für Stadl-und Land-Bewoyner zu Kleidung und andern Hausbedürfnißen geeignet sind, nebst Spezerey und mevrern andern Maaren- Artikeln z. B. Türkengarn, Strick - nnd Webbaumwolle, baumwollene und fädene Mannö - und Frauenstrümpfe, baumwollene Kappen, flo- rekseidene und leinene Band, verschiedene Sorten weißen und gefärbten Faden, auch ein Afiortlment mmallenerKnöpfere.rc. Andern ich die Kauflustigen zu geneigtem Zu- sprach eiulade, füge ich noch hinzu, daß ich nach erfolgtem Absatz meines Waaren VorrarhS mich auch emfchlteßenkann, mein wohlgebauteSöstöckigtes WohnhausfamtHinrergebäuden, Scheuer, Stallung Hofurrd Gärtchen sowohl, als auch meine dermalen in Gemüß- und Baumgarten bestehende Bau- Plätze in der Dinglinger-Vorstadt neben Chaisen- macherö Schäfers Haus, und meinen Baumund Grasgarten beider Lohmüyle, und zwar bei- de Letztere in schicklichen Abtheilungen, oder auch im Ganzen, unter annehmlichen Bedingungen zu vorkaufe» und nur meinen areller auf dem Bre- stcnberg nebst anderwärrigen Faßlagern vorzubehalten. Lahr, den 11 . September 1816. Ludwig Koch. Aus dem Rassauischen wird in öffentlichen Blät- tern gemeldet: Unsere Landesregierung hat bereits das große Werk, alle Unrerichts - nnd Erziehungs- Anstalten neu zu organisiren, vor 4 Wochen be- gönnen. Ihr Werk fieng sie damit an, daß sie dnrch drei Schulräthe, während dieses Sommers, alle Lehrer des ganzen Herzoglhums prüfte, oder sie in den Schulzimmern beobachtete. Aus 7oo geprüften Land - oder Volkoschnllchrern wurden 65 ausgesucht, welche den Auftrag erhielten, sich am 29. August in Idstein zu versammeln. Da werden sie alle, selbst die schon vierzig Jahr alt sind, von dem Inspektor Denzel, dem HcrauSge. ber des MethodenbnchS, 8 Wochen lang in den Geist ringeweihet, weicher sie in Zukunft beleben soll. So wie sie gehörig instruirt sind, werden von ihnen auf allen wichtigen Punkten des Her- zogryums Musterschulen angelegt. Die übrigen Schullehrer, die nicht in Idstein waren, müssen diese besuchen. Zugleich wird das Schullehrer- Seminarium zu Idstein vergrößert, und mit tüchtigen Lehrern besetzt. Der Geist, welcher uun verbreitet werden soll, ist derjenige, welcher aus der Stephanischen, Pestalozzischen, Tillich'schen, Pölitz'sche» u. s. w. Lehrart hervorgeht. Keiner Methode wird auSschließend gehuldigt. Die unbrauchbaren Lehrer werden entfernt, und diebesseren Volksschullehrer erhalten eine jährliche Besoldung von 400 — 800 Gulden. SowiedieVolkS- schulen zu Ende dieses Jahres eingerichtet sind, so werden im Herzogthum fünf Elementargymnasien errichtet, welche die Zöglinge, die mehr ei. ner gelehrten Ausbildung bedürfen, aus den Volksschulen erst im u. Jahre aufnehmen, und zwar erst um diese Zeit, wo die Totalkrast de§ jungen Menschen geweckt ist. Da erst beginnt der lateinische und griechische Sprachunterricht, als intensives Bildnngsmittel. So wie nun die Zöglinge ia diesen Elementargymnasien für die besondern Berufsarten bis zum 14. und 15. Jahre vorbereitet sind, so gehen diejenigen, welche sich dem gelehrten Berufe widmen, in das ein- zige höhere Gymnasium über, und bleiben hier noch 3 bis 4 Jahre bis zum Uebergang auf die Akademie. Von Frankfurt wird unterm 17. Sept. geschrieben: -Die Lebensmittel steigen noch im- mer im Preise. Man hofft inzwischen daß diese Theurung nicht vou Dauer seyn werde. Wir haben gegenwärtig vortreffliches Wetter, dafür die noch auf den Feldern stehenden Früchte von großem Gedeihen ist. Vieles Obst, das man für verlohren gab, kommt nun schnell zur Reife, und selbst für den Wein Mt man an manchen Plä- 324 tzen «och nicht alle Hoffnung auf. Auch in unserer Gegend sind die Störche zurückzekommen, und brüten aufs neue. Französische Justjz. Der Kaufmann und Weinhändler Hofmann in Haynau in Schlesien, der wegen erlittener Mißhandlungen durch französische Soldaten am vorhergehenden Tage mit seiner Frau und fünf Kindern in der katholischen Kirche eine Zuflucht hatte suchen müssen, und darauf feine sämtlichen Vorräche durch die Plünderung der kaiserlichen Garden verloren harre, war kaum am 28sten Mai 1813 des Morgens wieder in fein Haus ge- rrercn, als er von einer Wache zum General geführt wurde. Hier fand er 2 französische Mar- kctenderweiber, welche jhn beschuldigten, ihnen vor zwei Tagen, als sie bei ihm 12 Flaschen Wem gekauft hatten, einen Carolin gestohlen zu haben. Ungeachtet aller Einwendungen, und ob er sich gleich auf das Unheil der ganzen Stadt berief, wurde er doch verurtheilt, 11 Louisdor und ii Tbaler Currant zu bezahlen, im Unter- lassungsfalle aber erschossen zu werden. Von hier brachte man idn nach dem Markte, und übergab ihn den hier gelagerten Soldaten. Nachdem er hier, bei der Unmöglichkeit, die Zahlung zu lei- sten, alle Todesangst ausgestanden haue, schoß die Scholzsche Handlung die verlangte Summe vor, und verschaffte dadurch dem geangstigten Familienvater die Freiheit wieder. Neue Art, sich ein Pferd anzuschaffen. Der Gastwirth im schwarzen Adler in Haynau, Schrneber, wurde von cmem französischen Chi- rurgus beschuldigt, eS fey letzterm aus einem Stalle des Gasthofeü fein Pferd weggetommrn. Nun wußte zwar der Gastw'rto nicht das Geringste, Meter von dem Daseyn des Arztes, denerjeyr zum rrzien Maie sah, »och feines Pferdes, m dm auch der Hausknecht nichts gesehen haben wollte; dennoch wurde er gezwungen, 13 LouiSdchy zu bezahlen, wovon sich der Wundarzt, der wahrscheinlich bis dahin noch kein Pferd gehabt harre, nun eins kaufte. Auszug aus dem Offenburger Kirchenbuche. Scpr. Geboren: d. 7. Carl Joseph; Vater: Simon Baßlrr, OberamtS-Diener. d.' 8*. Margaretha; Barer: Joh. Friedrich Kur-, Stadtjäger. d. 13. Maria Theresia; Vater: Sebastian Berger, B. u. Meygermeister. d. 13. Karolina; Barer: Herr Joh. Nikolaus Wollschläger, Großherzogl. Krerödirek- toriai.Registrator. d. 16. Maria Theresia; Vater: Michael Burger, B u. Bäckermeiiter. d. 16. Franz Carl; Barer: Amon Schott, B. u. Rebmann. d. 25. Maria Magdalena; Vater: Franz Michael Kyli, B. u. Stadrboth. Sepr. Gestorben: d. 1. Franziska Hammeriu, ledig, 47 Jahre alt. d. 5. Lugarda, 4 I. alt; Vater: Joh. Mayer, B. n. Hafnertneister. d. 8. Kreszentia Franziska, 19 Wochen alt; Vater: Xaver Klemdicnst, B. u. Schrei« nermcister. d. 21. Emilie Friederika Wilhelmina, § Jahre u. 17 Wochen alt; Vater: Hr. Achilles Gottfried Bischof, Großherzogl. Kreis- Revisor. d. 24. Mar. Franziska Euphrasia, 6 Jahre u. 27 Tage alt; Vater: Herr Joseph Golt- wald, Oberbürgermeister. Sept, Getraut-' d. 24. Johann Adam, B. u. Schneidermeister, mir der ledigen Franziska Schrepfer. d. 26. Marien Handschuh, B. u. Kammfeger, mit der verwmibken Maria Anna Schaible. d. 30. Auaustin Schirrmann, B. «. Messrk- schmidt, mit der led. Cacilia Z.nk.