W o ch e n r l a t k für Osfenburg »nv Lahr. Nro. M 83. ' ^ Mittwoch/ den WV 16 . Oktober 18 I 6 . Mit Grvßherz »glich Badischem allergnädi-stem Prtvilegio. Amtliche Bekanntmachungen, zirks - Amt Lahr. ^Bekanntmachung.^ Der Jahrstag der Schlacht bei Leipzig, gefochten für die Unabhängigkeit Deutschlands, soll nebst andern Feierlichkeiten/ auch durch Speisung der Armen feierlich begangen, und zur Erreichung dieser Absicht neben einer bereits startgefundenen freiwilligen Subfcrip- tivn, am Sonnrag den 20. dieses nach geendtg. tem Vormittags-Gottesdienst, an den Thoren des Tempel» durch die Vorsteher der Stadt milde Beiiräge gesammelt werden. Lahr, den 12. Oktober isi 6 . Großherzogliches BezirkS-Awt. Frhr. v. Li eben stein ^Bekanntmachung.^ Auch in diesem Jahr wird das Fest deS dentwurdigcn 1 d. Oktobers, im Schrine lode nder Flammen, auf dem Schur- terlindenbcrg gerenert werden. Der Zug dahin vom Nathhaus aus beginnt unter dem Geläute aller Glocken mit dem Schlag 6 Uhr Abends, und werden fänil-iche Einwohner der Stadt Lahr zur Anwohnung viemil hofiichst eingriaoen. Lahr, reu 12. Oilober 1 * 16 . Eroßherzogl. Bezirks-Amt. Frhr. v..Liebenstct»i. * Zur Verhütung alles Mißbrauchs und Erhaltung der Ordnung werden zu dttftm festlichen Mahle nur diejenigen Armen angenommen/ welche den nächsten Freyrag Vormittag sich bei Hrn. Bürgermeister Diel 6 melden und eine Karre abholen, — Ueber die Gaffe wird nur denjenigen Kranken oaö Elsen abgegeben, welche sich vorher als krank meiden, und dafür erkannt werden; von. Kindern we den nur- solche angenommen, welche die Armen-Spinne, ei besuchen Armen-Depmation. Versteigerungen. 3 . Ettenheim ^Versteigerung.^ Aus der Verlaffenlchask des in Euenheim schon längst verstorbenen Hrn. CardinalS und Fürsten v. Roh an sind noch nachstehende Kleinodien vorhanden, alS: 1 in Gold gefaßtes, mit großen geloen Steinen und Diamanten besetztes Pecioral, eine mit Perlen besetzte goldene Reperir Uhr,' eine goldene Tabaksdose mit einem Mignaturgemalde, eine duto mit getriebener Arbeit, eine chinesische mir Mrusiv-Gold eingelegte Tasse, mehrere goldene Ringe und soustiae Pi erlösen re. Welche MonragS de» 2s. Oklobcr d. I. Morgens um 9 Ubr auf dem RathhauS dahier an den Meistbietenden und gegen gleich baare Bezahlung versteigert werde» sollen. ES werden daver die hiezu Lusttragenden ein> geladen, sich an dem bestimnuen Tag und Zeir in Etkenbeim cinzusinden. Etkenhelm, den 2l. Sept 1816. Bon Commisstons wegen». Donsba-ch. Bekanntmachungen. 1. fRheinschifffahrts-Anzeige.^ Schiffer Abraham Wolf, junior, stehet bis und mit dem 29. dieses in dem Hafen zu Freyftett nach Mainz und Frankfurt in Ladung, wozu die letzten Lahrer Güter Samstags vorher, den 26. abgeholet werden sollen. 1. Lahr. Wohnung zu verlehnen.) Joh. Bischof hat bis Weihnachten eine Wohnung zu ver- lehne». i. Lahr. Wohnung zu verlehnen.) Johann Friedr. Liermann, Schneider, har den untern Stock in seinem Haus auf dem Brestenberg zu verlehnen, welcher sogleich oder bis Weihnachten bezogen werden kann. leinemjeden ein Schwcinsiall - Dungplatz und Platz im Keller kann gegeben werden. 2. Lahr. fHeu und Stroh re. zu verkaufen.) Un« terzogener hat ioo Zentner gutes Heu und einige IM Bund Sommer - und Winter' Srr.oh, auch einen noch ganz guten Pfrrd-Karch zu verkaufen. Carl B näherer. 3. Lahr. sHäringe re. feit.] Bei Unterzeichnetem sind ächte, ganz frische große holländische Vollhäringe angekommen und zu 7 tr. da§ Stück zu haben. Auch hat er einen sehr schönen und guten Flügel, ein Meisterstück von dem berühmten Instrumentenmacher Gaiser, und einen ganz ueuen, ohngefehr 30 ä 36 Maas haltenden kupfernen Brennkeffel zu verkaufen. 1 . L a h r. fDung feil.MinenHaufen Dung, Karch - und Wagenvollweise, oder im-Ganzen, hat zu verkaufen Ph. I. Meister, zum Salmen. Bekanntmachung.) Da Unterzeichneter den Auftrag von Freyburg hat, für die Lottene deü schonen Landguts., nur 2 Büchsenschüsse vom Freyburger Schwabenthor gelegen, das tch selbst ge- sehen, Liebhaber dazu einzuladen, das LooS zu 2 fl. 42 kr., von 20 Loosen noch s Stück vorrä- thig habe, kann aber so viel bekommen, als vcr- langt werden. Die nähere Beschreibung kann man in der Karlsruher Zeitunge-Beilage Nro. 207. und im Freiburger Wochenblatt Nro. 54. vom 6. Juni 18k6 einfthcn Das Kur ist zu *9066 fl. gerichtlich angeschlagen. Das nächste LooS, bei dem Treffer, bekommt 200 fl. pme™, das 2te auch'so viel, das.ne 150, das 4te 130 und so kort allemal lO weniger bis auf 30 fl. daß die prsem. 1200 fl. zusammen auSmachcn. Wer mir einen Großcnhaler bringt, bekommt ein Loos mit meiner Unterschrift auf sein gewähltes Loos und Nro. Kipvenheim, den 5. Oktober I8l6. Carl Phil. Kühlentbal, Apotheker, wohnhaft in dem gewesenen Jägerhaus beim Adler. 2. Lahr. Welsche Hüncr feil.) Welsche Hüner smd zu verkaufen bei Künzlin zum Rappen. 2. Lahr. fHauS-Vcrlehnung.) Christian Le- ser, junior, hat sein ganzes HauS neben dem Rebstock, in 3 Abtheilungen, zu verlehnen; wo Ludwig Koch. 3. ^Jahrmarkt.) Der diesjährige Rüster Jahrmarkt wird Dienstag den 22ten dieses ab- gevalren. 3. Lahr. Wohnnng zu verlehnen.) Ludwig Schöpfer, Metzger, har bis Weihnachten eine Wohnung zu verlehnen. 3. Lahr. (Bekanntmachung.) Durch den Tod meines Manneö Philipp Gimbrl deSMesserfchmidtS dahier, möchte man glauben, daß die Werkstätte entweder eingegangen, oder die bisherige Kundschaft nicht gehörig bedient werde. Ich gebe da- her allen »seinen bisherigen Freunden die Versicherung, daß meines verstorbenen Mannes Bruders Sohn, Wil.hclm.Gim bei, einstweilen meine Wcrkstälte bestens besorgen wird, damit also meine Kundschaft,, wie vorher, bestens bedient wird. Dorothea Gimbel, Wtb. 9. ^Bekanntmachung.) Diebei mir eingetretcne— dem Publikum nicht unbekannte Familien-Ver- häitniße, hauptsächlich aber der Heranwuchs meiner zwey Söhne, welche ich zu ihrer vollkommenen Ausbildung auswärtigen Geschäftsmännern übergeben zu müsse» es für eme der ersten meiner La- terpflichren halte, haben mich zudem festen Entschluß gebracht, »»ein Waarcn-Dctail-Geschäft auszugeben und den offenen Laden eingehen zu lassen, folglich meine Handlung in SpeculaftonS- GefHäfte abzuänder», so daß ich deren Besor- 335 gung nöthigenfalls allein übernehmen kann. Ich biete daher jedermann mein geiämmrcs Waaren- lager zu de» Ankaufs-- oder Fabutpreiftn hiermit und zwar Stück. und Ellcnweife mir der Versicherung an, daß jeder Käufer sowohl wegen Qualität der Maaren in aller Rücksicht, als auch der Preiße zur vollkommensten Zufriedenheit bedient werden wird. Mein Waarenlager besteht beyläufig in folgenden Artikeln alö: Feine, mtrtclfeine, auch ordinäre wollene Tücher, Halbtücher, Bieber, CasimjrS, Manchester, Rnbely, Ratin, Wollkords, Winter- und Sommerwestenzeuge alö, Angolas und AugoletrS, SchwandownS, ToillinetS, gedruckte CafimirS, IeanetS, PiguäS, RrpS, Jndiennes, Callicos, Trauerzitze, Siamoife, Madras, Ranquins und Ranquinetts,. MultonS, Flanelle, Ben - und Futterbarchent, seidene und baumwollene Halstücher von allen Großen, weiße und gefärbte NaS- tücher, Glanzlernwand von verschiedenen Farben, Cannefas gefärbt und naiutel, und sonstige Artikel, die sowohl für Stadt-und Land-Bewohner zu Kleidung nnd andern Hausbcdürfnißen geeig net sind, nebst Spczerev und mevrcrn ander» Waa- rcn - Artikeln z. B. Türkengarn, Strick - nnd Wcbbaumwolle, baumwollene und fädenc Manns - und Frauenstrümpfe, baumwollene Kappen, flo- retfeidene und leinene Band, verschiedene Sorten weißen und gefärbten Faden, auch ein Assortiment metlallcnerKnöpferc.re. Indem ich die Kauflustigen zst geneigtem Zuspruch einlade, füge ich noch hinzu, daß ich nach erfolgtem Absatz meines Waare'n-Vorraths mich auch cnlsch!ießenkanli,mein wohkgcbauteSästöckigrcs WohnhaussamtHiiitergebälideu, Scheuer, Stallung Hofund Gärtchen sowohl, alMuch meine dermalen in Gcmüß - und Baumgarten bestehende Barr- platze in der Dinglinger-Vorstidt neben Chaisen- macherS Schäfers Hauj»,. und meinen Baum, und GraSgarrcn beider Lohmühlc, und zwar bei- de Letztere in schicklichen Abtheilungen, oder auch im Ganzen, unrer annthmlichen Bedingllllgeli zu vortaufen und nur meinen Keller auf dem Bre- stenberg nebst andcrwämgen Faßlagcrn vorzube- halten. Lahr, den ll. September I8l6. Ludwig Koch. Die D o r f l i e h s ch a f t. Endlich ist er fort! sagte Vrenle ganz erhitzt, und stellte sich im Schatten einer Bude. Alban, ein rüstiger Bursche in glänzender Postillions- Livree, pflanzte sich mit umergeschlagenen Armen vor sie hin, und sagte: »Jungfer Vrenle, Wilhelm muß ihr doch gewaltig an'S Herz gewachsen seyu, daß sie ihm nicht kur; und gut sagt: er solle sein Heil wo anders versuchen.« Vrenle fuhr mit dem türkisch-rothen Schnupftuch über ihr hübscher erhitztes Gesichtchen, und bückte sich verlegen über den Kauflisch, um Muselin-Restchen zu betrachten. — ES war, nämlich eben Jahrmarkt in Hep- pach-, und Vrenle, das hübscheste Mädchen auS dem benachbarten Drabach, war mit dem Kutscher der gnäd'gen Herrschaft herein gekommen. Dar war sehr Unrecht von Vrenle, mit Alban zu gehen: denn sie war seit ihrem sechözehnten Jahre mit Wilhelm verlobt, einem braven Bauernsohn, der, wie ihn die Reibe traf, mit in S Feld mußte. Er hatte wacker gedient, hatte einen Hieb über das Gesicht, der ihn nicht verschönerte, und in dem letzten Gefecht, das dem Pariser Friedest vorhergieng, bekam er einen Schuß in's Knie, von dem er hinkend nach Hause kam. Vrenle war ihm sechs Jahre lang treu gewesen, und so munter sie auch auf Kirchweihen und an Fastnächten mit den jungen Burschen scherzte, hatten ihr doch die bösesten Nachbarinnen nichts Schlimmeres nachzusagen, alö daß die Mannsleute sie gern sehen, und sie vor den Mannsleuten nicht wegliefe. Wilhelm war in den sechs Jahren zweimal zu Hause gewesen. Das erste Mal war ihre Treue noch jung und standfest; das zweite Mal betrübte sie wohl das durch den Hieb kleiner ge- 336 wordene Auge, und der schiefe Mund des tapfer« Wilhelm, aber er hatte das Band der Ehrenlegion bekommen, das damals die deutschen Krieger noch- auS fremden Händen ««nehmen mußten, und das glanzte weiter hin als fein entstelltes Gesicht bemerkbar war. Ja, wie ste mit ihm zum Tanze gieng, und alle junge Bursche Wilhelm mit einem lebhaften Blick auf das Band grüßten, und die äitern Männer zu ihm traten, handschüttelten und ihn seine Tbaten zu erzählen aufforderten; da trat sie an seiner Seite stolz unter die Tanzenden, und nahm nut Freuden wahr, daß ein bischen schiefer Mund der Behendigkell seiner Fü e gar nicht schade. Aber endlich wen- dete sich das Blatt; den vielen jungen Burschen, d e mit den Franzosen gefochren hatten, eilten noch viel Mehrere nach, die gegen ste dienten und Drabach war am Ende wirtlich fast leer von jungen Gesellen. Vreuic dachte mit Verdruß, daß Wilhelm nun sein schiefes Gesicht behalten, sein Band aber hingebcn mußte, und ließ ihm durch einen nachzichenden Kameraden sagen: da uun das Band bin fei, solle er fein danach sehen, als Sergeant nach Hause zu kommen. DaS ge lang ihm abeft nicht. Hatte man in dem verbün- deren Heere zu viele Helden zu belohnen, oder zu wenig Belohnungen für die Helden, genug das Bändchen war dahin, und anstatt des Scrgean- ten-StabeS kam Wilhelm, zwar mit der Liebe und Achtung aller feiner Kameraden und Vorgesehen, aber mit einem ste fen Knie nach Drabach zurück. ES war recht sonderbar, daß Wilhelm sich schien in den Kopf gesetzt zu habe», daß die vergange- uen Feldzüge ihm wohl Ehre und ein Bändchen hätten bringen können, aber dieser letzte allem ihm die Berechtigung gebe zu der Liebe seines Vrenle und der Begründung eines wackern Hausstandes. Das wäre auch recht gut gegangen; denn vor wenigen Wochen starb sein Bruder, und cr war nun der Erbe des ganzen Heimwe- senS, das, schuldenfrei und gut gehalten, seinen Besitzer recht wohl nährte. (Die Fortsetzung folgt.) Auszug aus dem Lahrer Kirchenbuchs. oktvb. Geboren: d. 7. Elisabeth«; Mutter: Elisabetha Heidin vom Nußhof, im Canlon Basel. Oktbr. K o p u l i r t: d. 9. Jobann Friedrich Buchercr, neuangehender B. u. Biersieder dahier, und Luise Schanzin, des Joh. Georg Schanz, B.u.MitzgrrS von Darmöheim im Wür- tembergifchen, cyl. lcd. Tochter. Oktbr- Gestorben : d. 8. Maria Mnrgaretba, dcS Joh. Phil. Fin- gado, B. u. Rothgerbcrs dbr., ehel. Tochter, als 2 S Jahre, 5 Monate und 24 Tage. d. 8. Frau Margaretha Salome Willigin, des verstorbene» Herrn Pfarrer Grill von Dinglingen hincerlassene Wtb, alt 58 Jahre, n Äivn. u. 14 Tage. d. 12. Cäzilie; Vater: Hr. Carl Wilhelm Grill, B. u. Handel»matu> dhr., alt i Mh- nak und 6 Tag».