Wochenblatt 1 f ü t Offenburg »»s Lahr. Nro. S a m st a g, den 4 . H. Jenner 1817. Mit Großherzoglich Badischem allergnädigstem Privilegio. Amtliche Bekanntmachungen. BezirkS-Amt Lahr. 1. Schultern. fActiv-und Passiv-Schulden- Liquidation.^ In kurzer Zeit sind beide Vogt PlaziduS Käpprlische Eheleute in Schultern gestorbeu, und deren noch minderjährige Kinder können über den Passiv-VcrmögenSftand eben so wenig die geringste Auskunft geben, als die übrige» Anverwandten. Man fand deswegen die Vornahme einer Activ- «nd Pafsiv-Schuldenfammlung für nöthjg, und fordert hiemit alle Gläubiger auf, Moniags den 3. Februar d. I., Morgens um 9 Uhr, ihre mit legalen Beweisurkunden zu belegenden Forderungen, entweder persönlich, oder durch schriftlich Bevollmächtigte, vor dem Theilungg-Eommissariat im Schütterer PrinzwinhShaufe um so mehrgehö« rig einzugeben und richtig zu stellen, alö sie im NichterscheinungS-Falle die Anwendung der gesetzlichen Nachtheile gegen sie, sich selbst zuzuschreiben haben würden. Zugleich werden jene Personen, die in die Vogt Käpprlische Masse noch Zahlungen zu leisten haben, hiemit angewiesen, sich Dienstags den 4. Februar um die nemliche Zeit ebenfalls vor dem ThcilungS-Commissariate einzufinden, und ihre Schuldposten mit demselben richtig zu stellen. Verfügt Lahr, den 3 . Jan. isi7. Großherzogliches Bezirkö-Amt. Frhr. v. Liebenstein. Bezirks-Amt Kenzingen. 2 . fSchulden-Liguidation.l Die Gläubiger des Joseph Anron Maurer, Glasers in Od-»-au«>en, we> en hiermit bei Strafe des Ausschlusses von der-Masse aufgefordcrt, ihre Forderungen unter Vorlegung der Beweis-Urkunde» Dienstags den 4. Februar 18>7 Normireagü der dem TheilungS- Commissair im Adler-WirchShauS in Oberhausen zu liquidiren. Zugleich wird man trachten, einen Nachlaß und Borg Vertrag zu Stande zu bringen, weshalb dre Creditoren entweder in eigener Person erscheinen, oder hinlänglich Bevollmächtigte schik- kcn mögen. Kenzingen, am 4. Jenner 1817. Großherzogl. Bezirksamt. Wetzet. Versteigerungen. 1. fBau-Bersteigerung^ Da das hochpreisl. Finanzministerium den neuen Pfarrhausbau zu Drer- heim, AmlS-Bezirk Villingen, gnädigst auöge- sprachen, und das Großherzogl. hochlöbl. Direk.' torium des Donau-KreifeS die AbstrelchS-°Verstei. gerung dieses Baues «alva rsciftLmione an We- nigstnehmenden angeordnct hat, so wird die Vor, nahm dieses Steigerungs-AtteS auf Montag den 24. Februar 1817 festgesetzt, und dieses mit dem zur öffentlichen Kennrmß gebracht, daß die Bau- 14 und Strigerungsluftige, welche sich mit Certifi- fatcu über ihre Baukennlnisse, wie auch über ihr Vermögen zu versehen haben, am besagten Tag frühzeitig im alten Pfarrhaus zuDierheim sich ein. flnoen, und den Bauriß und Plan vor der Ab- Kergernng einfthen mögen. Villingen, den 19 . Dzbr. 1816. Großherzogl. Domainen.Verwaltung. Wiltmann. fVersteigerung.) Montags den 13. dieses, Nach- mittags um 2 Uhr, will der ledige Leineweber Christian Theurer auf hiesigem RalhhauS für eigen versteigern lassen: i Sr. 4.3 Ruthen Acker mitten im Elend, neben Mathias DebuS und Georg Friedrich Vieser gelegen, «elches Grundstück bereits für 150 fl. nebst 1 großen Thater Trankgeld auf Steigerung hin Ke: raust ist. Lahr, den 8. Jenner 1817. RathSschreiberei dahier. 3 . fHolz-Verstcigerung.^ Mir-woch» r,,» i5ten Jenner werden in dem ober» Niedcrschovfheimer Gemeindswalde 60 Stämme Tannenholz, zu Bau. und Säge-Holz brauchbar, an den Meistbietenden öffentlich versteigert werden. Indem man dieses zur allgemeinen Kennrniß bringt, wird zugleich bemerkt, daß die Berstet, geruug an dem bestimmten Tag früh 9 Uhr ange- fangen und den erscheinenden StcigerungSliebha. der die nähern Bedingungen bekannt gemacht wer. den sollen. Offenburg, am 1 . Jenner 1817. Großherzogl. Forstinspection. ; v. N e v e u. 2 . (Versteigerung.) Montags den 20 . dieses, deö Nachmittags um 2 Ubr, will die Gesellschaft' von Errichtung des DenkmahlS des 18. Okto. berfesteS auf hiesigem RachhauS für eigen versteigern lassen: 1 Sr. 46. Ruthen auf dem Herrentisch, Lah. rer Banns, und am nemlichen Tag deS Nachmittags will diesel- be Gesellschaft aus der Stube in Dtngliligen für eigen versteigern lassen r 75 Ruthen Acker auf dem Herrentisch, Ding, linger Steuerbezirks. Lahr, den 7. Jenner 1817. '*> Im Namen erwähnter Gesellschaft. Fischer, Oberbürgermeister. 3. (Versteigerung.) Montags den 13. Jenner 1817, des NachmmagS um 2 Uhr, will Herr Rathsfreuiid ScholderS Wittib dahier auf hiesigem RarhhauS unter annehmlichen Bedingnis- sen für eigen versteigern lassen: 5 Ruthen ein zweistöckigteS halbes ^aus an der Äirchgasse, neben Stricker Heim. Rudolf. Lahr, den 30, Dzbr. 1816 . Stadirath dahier. Bekanntmachungen. 1. Lahr. sWohnung zu verlebnen H.] (Seiler Joh. Daniel F 1 ngad 0 har 2 Wohnungen zu ver- lehnen; die eine ist vorne» an der Stra^ die andere hinten im Hof; beide sind im 2 k -^rock und mit den dazu erforderlichen Bequem ieykeiten versehen. — Auch ist bet rhm zu haben, ganz feiner grauer Spmnhanf in billigem Preis. (Bücher-Anzcige.) Bei Ausgeber dieses, Buchdrucker I. Ä. Geiger, ist so cdcn angekommen und um beigcsetzte Preisse zu haben: Abendgesellschafter (der angenehme und unterhaltende) im Ärerse fröhlicher Menschen. Eine Auswahl vorzüglicher Anekdoten, witziger und geistreicher Einfälle, überraschender Wortschiele sind lustiger Tischreden. «. br. 1 st. 36 kr. Beschreibung ( Statistisch. geographische) der Afrikanischen Eeeräuberstaatcn Algier, Tunis, Tripoli und der Reiche Fetz und Marokko. Mir einer kurzen Geschichte ihrer Entstehung linder bisher von Europäischen Mächten gegen sie unternommenen Kriege, nebst der ausführlichen Erzählung der neuesten Expedition der Engländer gegen rieselbeu. Aus den besten Quellen Mir emer Charte, istes Heft. 8. 4s kr. i iS — * Kramer (Friedrich.) Athenäum für Freunde der Dacramation. r>ier Bd. mu Schiller» Bi.d- niß, 8 br. 1 st. 3 o kr. Ueber stebels.% Heere und Landwehr, mir besonderer Rücksicht aus die deutschen Staaten. Bon L. A. F. von Ltebenftein, Großherzogl. Bad. Oberamtmaun in Lahr. 8 . br. 48 kr. 1. Labr. sAnzeige.^ Bei Bierwirth S(ulr kann Grund weguesührt werden. 2. Lahr. sLapperdan feil.) Bei C. Künzlin ist Lappcrdan das '& ä 2o kr das ganze Jahr hindurch lm Engei zu haben. Lahr. fArmen-Kaffes Unter dem 8 . dieses wurden die Almosen-Büchsen in den Wirthöhäu- ftrn abgenommen und eröffnet, eS fanden sich darinnen vor, wie folgt: Krone.fl. y io kr. Sonne i Herteusteins Bierhaus . . . . ' Hr. Caspars Caffehaus.... i Herzogs Bch^us. , HörSts Brerh^us. ♦ Kiefer Christmanns Bierhaus. : Rappen.. . i Frieor Bucherers Bierhans. . ! Rebstock.. . . . Linden . Kreuz .. Baren. Hechten Drei) Hugos Bierhans. . Blum. Schiußel. Salinen. Löwen.. Siulzen Bierhans. , Lcn'vu. Apfel. Rehfust. Echads Bliiard-Stube Roß. König Wug Rothen-Hans. f — 3n Burgheim.. Zn der ArmenbNcy e auf dem Rathhaus, die durch Hr. Rathsschreiber Krewel gegründet wurde. f 6 io i 4**4 4 44/i i 2 ? I io - 51 - -X - 53% "''lö ' 2 >ää - iy i ,y - 35 - >5 - 14 - 44 - 3 o - 19 . - 3% - 4«% l 6 - 39% i 36% - 49 , ■ 2o'/ z • 20 ' 22 % 14 17 % 1 Zusammen.fi. 37 26 fr. Ferner wurde unserer Verrechnung noch für Suppe von einer ungenaniiteil Ännenfreundin 4g kr. zuge,keilt, wofür dankt die Armen.Deputation. , sArmcn,Sache. SnppemAnstalt.g Am 8. dieses sind uns n i der 5 Zentner gelbe Rüben von einem Wohltha- ter geschenkt worden. Unter dem 10. vo» einer edeln Freundin der seien reichen Anstalt 3 große Körbe mit Kraut und gelben Rüben. — Herzlich dankt den edel» Gebern: Lahr, de» io, Zenner 78 7. Die Armen-Deputation. 2. Lahr. sWobnungzuverlehnentc.] Andreas Kramer, Hmmacher har einc Wohnung zuver- lehnen , welche am Frauentag bezogen werden kann; auch hat derselbe gutes Heu ab den untern Matten zu verkaufen. Auszug aus der Großherzoglich-Ba-ischeit Sraatszeitung vom 16. Dzbr. 1816. Nro. 349. Die Düsseldorfer Zeitung vom 11. dieses ent- hälr nachstehendes: Bon einem wohl unterrichteten Manne ist uns folgendes zum Einrücken zir- gesandt worden: Sagt allen euren Landsleuten, ste sollen hübsch zu Hause bleiben, und sich »echt von der Wanderungösucht nach dem neuen Lande hinreissen lassen. Sie finden dort nur baare- Eiend. Zu Hause verkaufen sie ihr Bischen, um Reisegeld nach Holland zu haben, und, sind sie dort angelangt, so fangt das wahre Elen) an. Der kalte Holländer läßt sich gut bezahlen, und in 10 bis 12 Lochen, eh es dem Kapitän ein. fällt. abzusegeln, ist die ganze Barschaft rein verzehrt, oder liegt ohne Hoffnung zur Wieder- cinlösung auf der Letbbank. Indessen wird ohne 200 st. Vorausbezahlung Niemand für volle Fracht zum Ueberfchiffe» angenommen. Dafür erhält man bis Nordamerika kärgliche Nahrung. Man muß sich für wenigstens >oo st. Proviant selbst initiiehmen. Auch ohne Geld kann man ausgenommen werden; ab r dann ist man Sklave im strenqsten Sinne deg Wortes. Mit schlechter Nahrung liegen solche Elende in dem SchiffSkcr- ker crngesxerpt, und sehen den Leiche» ähnlich. Verschiedencmale habe ich solche Unglückliche auf -er Zundcrzee besucht/ und denselben als Priester Trostgründe der Religion beigebracht. £>< wie sie sich alle nach Hause zu rücksehnten! Aber vergebens. In der Hälfte des letzten Novembers brach auf dem Schiffe/ Frau Johanna/ eine Empörung aus, die durch Hunger und schlechte Behandlung veranlaßt wurde. Der Kapitän und die Matrosen wurden von den verzweifelten Schwei- zern und Deutschen über Bord geworfen. Die bewaffnete Polizei von Amsterdam brachte indes, fett alles wieder in Ordnung, und die Answan- berer lagen bei meinem Weggehen auf dem Schis- fe in Strafketten. Eure Gefangene im Zuchthau. se haben ein besseres Aussehen, als diese Unglück- lichen. Wie sie sich um mich schmiegten, so oft ich zu ihnen kam, und mich baten, sie doch auf der unglücklichen Fahrt zu geleiten! Doch, das konnte nicht seyn. Ein Amerikanischer Kapitän des Schiffes, Gen. Knox, hatte mich lieb ge. Wonnen, und von ihm habe ich folgende Details über die Behandlung der Auswanderer ohne Bezahlung in Amerika. Beim Anlanden zu Phi. ladelphia oder Baltimore wird Mann für Mann aus dem Schiffe gelassen, und von den herbeieilenden Gutsbesitzern und Kaufieuten befragt, zu welchem Geschäfte er geeignet sey. Kann der Ame- rikaner ihn brauchen, so bezahlt er für ihn die Frachtgelder, und der europäische Sklave muß dieselben binnen 8 bis io Jahren bei dem kärglichsten Unterhalt abverdienen; nach Verlauf die- ser Zeit ist er wieder so reich, als er kaum bei feiner Abreise aus Europa war, und ist und bleibt auf fremdem Boden, fern von seinen Geliebten und Jugendfreunden, ein ewiger Taglöhner. ES giebt Ausnahmen, aber diese sind äußerst selten. Wehe denjenigen, welche in mehrern deutschen Städten von teußtschrn Spekulanten Werbgeld annehmen! Diese sind an die Engländer verkauft, werden auf offener See zum Schein geka- pert, und nach Canada abgefüh^' wo sie gegen den ärmlichsten Taglohn die Walbungen abhauen und urbar machen müssen. Der ZuchthäuSler bei euch ist glücklicher, als diese Elenden. Ich behalte eö. mir vor, Ihnen über diesen Gegenstand in kurzem nähere und interessantere Nachrichten mitzurheilen; geben Sie indesseu diesen paar Zeilen alle mögliche Publizität, um meine Landsleute von der-Auswanderungssucht zu heilen. K» - r-rj-r -----' <üf -— Auszug aus dem Offenburger Kirchenbuchs. Dzbr. Geboren: d. 15. Gustav Konrad; Vater: Hr. Earl Mayer, Com» Mandant des zten Landwehr-Bataillons. d. 1«. M. Genoveva; Vater: Anton Hug, B. und Rebmann. d. 2 ?. Enzen; Vater: Hr. Nepomuk Specht, Rechtsanwalt. d. ry. Tavcr; Baker: Martin Schwarz, 33 . u. Mersmann. d. 30. Agatha Stephani; Vater; Hr. Joh. Michael Moser , Kreiödirektorial Kanzelist. d. Zt. M. Antonia; Vater: Alois Ärvlz, B. u. Drehermeister. Dzbr. Gestorben : d. 17. Joseph Andreas; r Jahr i Monat alt; Mutter: die led. Hyazinth« Mitschler d. iS. Lorenz Streit, 82 Jahr 8 Monat alt. Mit'wer ». gewesener Chirurgus. d. 18. Benedikt Weber, lediger Aimmergesell, zy Jahre alt. d. rr. M> Karolina, II I. alt; Vater: Joseph Martfelder, B. u. Bäcker. /V ; Geboren wurden in diesem Jahre: 101, nemlich 55 Männl. und 46 Werbl. Gestorben sind: -0, nemlich ,9 Männl. und 5 t Weibl. Getraut wurden: »8 Paare. ’1 r r s