Wochenblatt .7"" für Offenburg »ns Lahr. Nro. M 19 . S a m ß a g/ den 7. März 1818. Mit Großherzoglich Badischem allergnädigstem Privilegs». Amtliche VekanntmachullLen. Bezirks - Amr Lahr. Schuldeu-Liquidationen. Me diejenigen, welche an nachstehende Personen etwas zu'fordcrn haben, werden andnrch bei Verlust ihrer Forderungen zur Liquidation derselben auf nachstehende Tage und One, unter Mitbringung der Beweis-Urkunden, vorgelaben. An die in Gant gerathenen Cngelwirty Sebastian Ködren bach'schen Eheleute »wi Maylberq, auf Montag den 3o. Marz d I., Vormittags 9 Uhr, vor dem Theilungs-Commtssariat in der Kroue allda. Lahr, den 3 . Marz isis. Großherzogl. Bezirks-Amt. Frhr. v. Lieben sc ei m Stadt, und Istes Land-Amt Offenburg. 1 . fUnterpfandsbnch - Erneuerung.^ Unr nach thei'.igen Folgen vorzubeuqrn, sichet man sich veranlaßt/ nach eingeholter hoher BewiUlgung in dem aus den Orten Marlen, Goldschener und Kittersburg bestehenden Stabe Goldscheuer eine Unrerpfandsbücher-Ermucrung anzuordnen. Dici-n-gen welche auf Licaeufchafen dieser SrabögemeiudS-Inwohner ttmerpfandörechle zu besitzen glauben, werden demnach aingeforderk, ihre hierüber in Händen badenden Urkunden ent weder in Originali oder beg^aubrer Abschrift zur Ummuch und neuerlichen Eintragung, dem zu diesem Geschäft beauftragten Tbeilungs Commis. iax an nachbenannl«« Tagen und Orten, aiö: Zu Marlen, im dortigen Adlerwirthshause, am 1., 2., 3. und 4. April; Zu Goldscheuer, im dasigen Wirchshause zum Hechten, den 8., 9., 10. und 11 , April; Zu Kittersburg, im RösselwirthShanS allda, den 15., 16., 17. n. 18. April d. I., um so gewisser vorzulegen und richtig zu stellen, alö sie sich sonst die durch Versäumung d»«ses Termins für sie entstehende Rechtönachtheile selbst brizumessen haben würden. Offenburg, den 9. Februar I8l8. Großherzogl. Sradt- u. isteS Landamt. Meister. Bezirks-Amt Kenzinge'n. 2. fSchu'dcn-Ltq»idation7 Sämmtliche Gläubiger deö in Gani gerathenen Georg Klip re l, BterwiribS Sohn in Weisweil, werden auige, fordert, bei StrasauSfchlusse von der Ganrniasse ihre Forderungen unrer Vor egung der Docamen, ten, Momags den Id. Merz VorimttagS, vor dem TheillingS-Commissare >m Slerneuwirchs- vauö in Wuswetl zu llqu.diren. Kenjurgen, am n. Fcvr. 11» 1 s. Großherzogl. Bezirks-Amt. Wetzet. 76 3. sSchulde»- Liquidation.^ Gegen Aloytz Dörle, Burger unv Schuftermeister von Herbolzheim , wird auf Freitag den 13. März d. I-, Vormittags 9 Uhr, auf die RarhSstuvr zu Her- bolzheim Schulden-Liquidakion verfügt, und dieses sämmtlichen Interessenten durch die öffentli- chen Blätter, unter dem Beisatze bekannt gemacht, daß dessen Ehegattrn zugleich aus ihrem eigenen Vermögen inkerzedieren will; die nicht erscheinenden Gläubiger sich daher den Ausschluß von dem unzureichenden Masse-Vermögen und der vergleichltchen Vermittlung, gefallen zu lassen haben Kenzingen, den 14. Hornung Isis. Großherzoql. Bezirks-Amt. Wetzei. Versteigerungen. 1. Versteigerung.) Am Montag den 16 . dieses, des Nachmittags um 2 Uhr, will Herr Handelsmann Ludwig Koch dahier auf hiesigem Rach- hauS unter sehr vonheilhaften Bedingnissen für ei- gen versteigern lassen: 5 Sr. Zl Rthn. Bauplatz, Baum- und Gcmüs- Garte» im Wöhrengarten, neben Chaisen- macher Schäfers Haus, in schicklichen Abtheilungen oder im Ganzen. 3 Sr. 75 Rthn. Baum - und Grasgarten bei der Lohmühle, in 2 Abtheilungen oder im Ganze«. Lahr, den 6. März 1818 . RatbSschreiberey dahier. 1. Versteigerung.) MonragS den 16. dieses, Nachmittags 2 Ubr, wollen die Hafner Ernst Schöpfer'scheu Erben auf hiesigem Ratbhaus, auf 3 ZahlungS-Termine für eigen versteigern lassen: . i Sr. 55. Rthn. Rebgeländ vornen im Ernet, und 74 Rthn. Gcland am SpierltnSrain. Lahr, den 6. März 1818 . Rachsfchreiberey dahier. 2. Versteigerung.) Na'chstkommendcu Montag den S. März d. I., Nachmittags 2 Uhr, werde» aus der Jacob Wrberischen Gantmaffe von MltterSheim, im dasigr» Pstugwirthöhavse, nach- beschriebene Liegenschaften als Eigenchum öffent- lich versteigert, alS: i Sr. 79 Ruthen Ackers im Pfuhl, An- dreas Weber. i Sr. 22 Ruthen Acker bei der Linde, neben Andreas Herzog. 1 Sr. 48 Ruthen Acker im oberu Brühle, ne- ben Mathias Löschirog. 2 Sr. 2 Rurhen Acker in der Schutthalden, neben Jaeob Langle. 57 Ruthen Acker im Fuchsberg, neben Georg Wagemann. 1 Sr. 17 Ruthen Äcker auf der Eck, neben Andreas Längin. 2 Sr. 64 Ruthen Acker im Kurzendaldnv, neben Michael Weber. ' 2 Sr. 2 Ruthen Reben auf der Schanz, neben Michael Strampen Wittib. i Sr. 40 Ruthen Acker im Heuthal, neben Both Ruder. 62 Ruthen Reben auf der Eck, neben Michael Schlenberer. 4 Sester 34 Ruthe» Reben und Geländ im Schnödenberg, neben Michael Strampen Mb. 60 Rurhen Ackers im Fuchsberg, neben Ma- thiaS Löschtrog. ^ Gr. 12 Ruthen Matten in der Breitmatte, neben Handelsmann- Pannifcx in Lahr. Wozu die Liebhaber anmit eingeladen werden. ^Lahr, den 2 . März 1818 . Großherzogl. AmtS-Revisorat. Greiffenberg. » 2.'sFr^hte-Bersteigerung.) Bonden disponiblen Fruchtvorräthen der diesseitigen Verrechnung wer. den auf den herrschaftlichen Speichern za Kork MontagS den 9. März, Vormittags io Uhr, loo Fiertel Gcrst, 50 Fienel Haber, zu Bischoffsheim, Dienstags den io. desselben, Vor- ' mittags 9 Uhr 250 Fienel Gerst, 50 Fiertel Haber, gegen baare Zahlung in abgctheilten Parthieen, versteigert, wozu mau die Liebhaber hierdurch einladet. 1 Kork, den 25. Februar 1818. i Großherzogl. Bad. Domauial-Verwaltung. > Otto. 77 2. Möchte - Versteigerung.) Mittwoch den 18 . dieses Monats, Vormittags 9 Uhr, werden aus dem 1,'xfa herrschaftlichen Frucht-Speichcr mehrere hundert Fiertel Früchte, als Walzen, Korn, Gerst und Häher, in abgctheilten klemen Par. thleen öffentlich versteigert, welches mit dem Anhang bekannt gemacht wird, daß die Früchte bry der Abfassung baar bezahlt werden müssen. Euenheim, den l, Mär; 1818 . Großherzogl. Domainen-Verwaliung. Brückner. 2. ^Versteigerung.) Samstag den 14. Mär; d. I. will Andreas Kesselmeiers, des Roth, gerbers Wiuib, Nachmittags um 4 Uhr, im W"rthshauö ;um Engel, auf et^r 6jährige Leh. nung versteigern lassen: 4 Sester Ackerland im Schadlohn, mit den sich darauf als auch neben daran befindlichen Obstbau- men, in 2 Abtheilungen. 2 Sester 73 Rüchen Ackerland ebendaselbst und in 2 Abtheilungen. 7o Ruthen Ackerland in der Metz, neben der Lohmühle. 1 Sr. 29% Rthn. Ackerland ebendaselbst. Z Sr. 40 Ruthen Ackerland im hrmern Ernet. 76 Ruthen Rcbgcländ im Kähncrgäßle mit Klee angeblümt. Ohngefähr % Thauen Matten auf der Muserin, Dinglinger Bannö. 3. fVersteigerung.) Samstags den 7. März, Nachmittags um 3 Uhr, wird die StiftSfchaffnei- im WirrbShauS zum Bären dahier, 124 Sester 26 Rthn. Acker und Wiesen, an der alten Schul- ter, im Ernet, an der Rüstmatt, Rattenhalten, am ober» Weg und auf der Wüstmatte im Lahrer, Sulzer und Dinglinger Bann; sodann 6 Sester 10 Ruthen Wiesen auf der Schmolzmatte, Ding, liuger Banns, auf weitere 9 Jahre von Martini d. I. an, in mehreren Abtheilungen, lehnungS- weise versteigern lassen. Lahr, den 27. Februar 1818 . Großherzogl. StiftSfchaffney. Stadtraths-Bekanntmachuug. sDrod-Visitation.) Ueber die in dieser Woche stattgefnndrne polizeiliche Brod-Visitarion bei den hiesigen Beckrrn, bringt man folgendes Resultat zu Jedermanns Kenntnlß, nemlich: 1) In aller Rücksicht vorzüglich gute Qualitäten Brod hatte der Apfelwirrh und Beckermeister Georg Friedrich' Buch er er. 2 ) Gut gebackenes Brod fände sich bei dem Dreikönig-Wirlh Jakob Föhringer. 3) Nicht gut ausgebackenes — und zum Theil zu leichtes Brod- hatten die Beckermeister Christoph -Rus, Balthasar Fuchs, David Kroll und Frtcdrich Zucker. Lahr, den 6. März 1818 . Stadtrath dahier. ' Bekanntmachungen. 1. Lahr. Wagen feil.) Bei dem Schreiner Christian Rauch steht ein vierspänniger Wage» zu verkaufen. t. ^Feuerspritze feil.) Unterzeichnete haben die Ehre anznzeigcn, daß sie eine solide neue Feuerspritze, welche ii Ohm alt Ettenheimer Maase- Wasser hält, mit einem Wendrohr und 2 Schläu. chen versehen ist, verfertiget haben, und an eine Gemeinde zu verkaufe«, oder gegen eine alte zu verhandeln wünschen. Dieses Werk, für dessen Güte auf Jahr und Tag garautirt wird, kan» täglich dahier eingcsehen und probiert werden. Euenheim, am 5. März 1818. I. Baptist Kollofrath, Schlosscrmeister. Michel Di sch, Kupferschmidtmeister- Joseph Hoch, Dreher meistrr. 2. Lahr. Wohnung zu verlehnen.) Michael Wohrer hat eine Wohnung zu verlehnen, welche gleich oder bis Frauentag bezogen werden kann. 2 . Lahr. sHeu und Grundbirn feil.) Handelsmann Ludwig Koch har gmeSHeu, auch eine Parthie gute lange und runde Grundbirn zu verkaufen. 2. Lahr. Würste feil.) FrischeBrauuschwei- ger Wurste sind nun wieder zu haben bei Carl Heinrich Möller. 3. Wagen feil.) Phil. Herrmann, Schmidt in Hugsweier, hat einen beinahe noch ganz neue« starke» Bauermvagen aus der Hand zu verkaufen. 78 Auguste. ^Fortsetzung. H Gegen Ende deö Sommers kehrte der junge Graf von Lindau von seiner Wanderung durch Europa auf feine Güter zurück; er Hörle von feiner reizenden Nachbarin und machte ihr des an Lern Tages seinen Besuch. Als er zurückqieng, mußte er ßch gestehen, daß noch kern Weib ihn Leim ersten Anblick so angezogen habe; nach dem zwei:en Besuch schwor er, dre tansendzangige Fama sey mit ihrer Posaune zum Erstenmal nn Rückstand; das Drittemal kam er bloß, um sich auf Lie Lauer zu legen • ob denn diese jüngste Schwester der Grazien wirklich eine Halbgonin ley; und zum Vi rten- und Fünftenmal war cs ihm zur Unmöglichkeit geworden/ auf fernem Schlosse zu bleiben. Auguste war eine Freundin der rchö- «en Künste; das Paradies EuropenS/ die Wiege der Maklerei und Dichtung halte von jeder ihrer Phantasie in den lieblichsten Bildern vorgezchwebr; der Graf befaß Budungchnd Geschmack, er erzahlre gern , und nian Höne ihn beinahe eben so gern erzählen; er war so fein, den Faden bei der in- leressanieste» Stelle fallen zu «asten, man bat ihn, denselben wieder anzuknüpseu, und er war zu galant, um lange auf siev warten zu lassen. — Der Herbst hatte schon feine Trauben geteitert, Srurm und Schneegestöber weckten bereits dre lodernde Flamme im Kamin als man sich end- lick der Balle und Redouten der Stadt erinnerte. Nichts war gewisser, als daß der Graf die Er- lanbniß erhalten würde, feine schöne Nachbarin Legletten zu dürfe»,- und in NichcS halte er sich mehr getäuscht: er mußte allein reisen; Auguste, ihrer stillen Trauer und ihrer Einsamkeit getreu, Llieb auf dem Lande zurück. — War eS der Winter mit seinen düster» Nebellagen, oder hatte der Graf die Bosheit gehabt glle froh« Laune mir sich zu nehmen, Auguste überraschte sich jetzt oft, ihr schönes Haupt sin- «end auf ihre Hand gestützt. Der Stickrahmen ward vorgenommen, aber bald wieder weggesetzc; wo sollten «ruch jetzt die lebendigen Muster her- kommen? allenfalls ein Vergißmeinnicht gelang «och. Die Harfe stand bestäubt im Winket: wie Konnten bei dieser abscheulichen Witterung dre Satten Slimmuug hatten! Dre Buchhändler bat m sich inSgesammt verschworen, ihr lauter langweilige Bücher zu übersenden; vnd der Zeiger an der Ubr — die langsamste Schnecke war ein Werrläufer gegen rhn, m den Abendstur.LEkhien er gar st.U jn stehen. Der arme Graf -tu der Stadt war noch übler daran; er sollte von dem glühenden Himmel Neapels und Siciiiens erzählen, und brachte e ne xältr in.seine Beschreivuli- geu, daß den Zuhörer zu irreren begann; matt sprach von Parw, nn; er reute von seinen Güter» . weil er daö Ge'präch gern unvermerkt auf Augusten'lenken wollte; auf den Ballen tanz- ren lhnr die Damen, nicht leicht genug; an den Spieltischen spielte man ihm zu hoch Seine Freunde lachten ihn aus, und fragten, seit wann er ein Philosoph geworden sey?. Eines Mo-AWö rief er feine» LMe», befahl einzupacken, und fuhr ab: »nm den Duft der Blürhen einznathmen wie er meinte, obgleich statt der Blüthen noch die Schneeflocken an den Aesten hiengen; »nm die .Rofeusiur nicht zu versäumen/' sagte er seinen Bekannten, — und hier hatte er wahr gesprochen; die lieblichsten Rosen blühten wieder ans AugustenS Wangen. Je lebhafter er ln die wunderschönen Gazellen-Augen blickte, desto sorgfältiger verbarg sie die reizende Nachb«rrrn unree den langen seidenen Wimpern; je süßer die Spra- che ftines Mundes wurde, desto schneller wechselte der sanfte Sch«nelz der Rosenwange mit dem brennenden Jnearnat der Pfirsichblürhe; August e sah die Neigungen deü Grafe» mit jedem Tage zärtlicher werben, und suchte nun um so gleichgütti- ger zu scheinen; ein Frauenzimmer, das sich gegen die Liebe waffnet, ist schon aus dem Wege, sich zu verlieben; die Liebe gleicht der Stahlfeder, der Druck vermehrt nur ihre Schiielltraft. Die Zeit, diese wohllhälige Trösterin, machte jetzt ihre Rechte geltend, die Jugend forderte ihre Gefühle zurück, das Bild des väterlichen Freun- des, welches sich das schönste Herz erwählt hatte, um ewig in diesem Herzen zu wohnen, entwich nicht, aber eS trat in den Hintergund zurück. Als der Rebcngott zum zweitenmal feine Trauben röthete, vertauschte Auguste den Schleyer mir der Myrienkrone, und kehrte an der Hand dcö Grafen in die Residenz zurück. (Beschluß folgt.)