Wt Großh. Badischem gnädigstem Privilegium ^OOOaOO'OOOOOOOOOOOOOqoOOOO O OO' OO OOOOOOO C O O iCiOOOOQiO Q OOiO C^X B O OO^BqiOoooo^»» Nro. 29. Samstag, den 3 l. Juli, »819. ■^ey^aoooooooraoooooooo ooo a o oooooooooooooooooo o oioooqo oo oooo o o o oocyoooogy-» Obrigkeitliche Bekanntmachungen. Schulden-Liquidationen. Andurch werden alle diejenigen, welche an folgend« Personen etwas zu fordern HÄ>en, unter dem Präjudiz , von der vorhandenen Masse sonst mit ihren Forderungen ausgeschlossen zu werden, zur Liquidation derselben vorgeladen. — AuS dem Bezirksamt Lahr. (,) zu Friesenheim, an den Lazarus Kornmann, «uf Donnerstag den >s. August d. I. auf dem Rath- hauS zu Friesenheim. Bezirksamt BischoffSheim. (>) zu Bodersweper, an den in Gant erkannten Bürger und Metzger Jakob Meyer, auf Montag den 16. August d. I. bei der aufgestellten LiquidationS- -Kommission zu Boderweier. BezirFSa-mt Wotfach. (2) im Holzwald, Staabs Schapbgch, an den versterben-,, Taglohner Franz Schock,, auf Mittwoch den 4. August d I. Vormittags vor dem Großherzoglichen Amtsrevisorat zu Wolfach. Stadt - u. Landamt Offenburg. O) 4 « Elgersweier, an den gewesenen Vogt Jakob Goppert, auf Donnerstag den 5 . August d. I. vor dem Theilungs - Commissuriat im Adlerwirthshaus» daselbst. Bezirksamt HaSlach. ( 3 ) zu Haslach, an den in Gant erkannten verstorbenen Chirurg Joseph Kutruf, und seiner verstorbenen Ehegattin Thnese qeb. Baltin, auf Dienstag den 3. August d. I Vormittags 8 Uhr, vor Großhekzogl. Amt» - Revisvratr zu Haslach. Mundtodt- Erklärungen. Ohne Bewilligung des PflegerS soll bei Verlust der Forderung, folgenden im ersten Grade für mundtodt erklärten Personen, nichts geborgt oder sonst mit denselben kontrahirt werden. Aus dem Stadt - u. Landamt Offenburg. (0 von BohlSbach, dem Bernhard Kornmeyer, dessen Pfleger Hilpert Kramer von da ist. (Z) von Ebersweier, den Karl Hettich'schen Eheleuten, deren Pfleger der Gerichtsmann Anton Weber von da ist. Bezirksamt Kork. (2) von Hesselhurst, dem AndreaS Vogt dem Alten, dessen Aufsichtspfleger Johannes Fritsch der erst« von da ist. Bezirkamt Oberkirch. , (Z) von Waldulm, dem Georg Fischer, dessen verordnet»» Beistand Albin Wigert von da ist. Bezirksamt Ettenherm. ( 3 ) von Altdorf, dem Burger und Bäckermeister Joseph Anton Bürkle, dessen Bruder Nrklaus Burkle als Pfleger aufgrstellt ist. (>) Offenburg. sErbvorladunq.^ Die Brüder Mathias und Michael Burr von Ossenburq, welche vom Großhrrzogl. Militär desertirt sind, werden hie- mit aufqrfvrderi, sich binnen 6 Wochen dahier, oder beim Commando ihres Regiments zu stellen, w'drigens ihr schon angefalleneS Vermögen eingezoqen, und sie ihreS OrtsbrügerrrchtS für verlustig erklärt werden. Offrnburg, den s>. Juli , 3 >q. Großherzogl. Stadt - und Landamt. u Kau f - A mtra ge. (0 Gengenba ch.'sFrüchttverst«igerung.^ Seit» «erstag den 19. k. M. Vormittags >ö Uhr, werden auf hiesig Herrschaftl. Speicher in abgeiheilten Par- thieen gegen baare Bezahlung bei der Abfassung öffentlich versteigert werden: 32 Frtl. Waizen, sk> Frtl.' Halbwaizen, 200 Fiertl Korn, 24 Fiertl Gerst, 70 Fiertl Haber, und 400 Bvosen Stroh; was hiemit den Kauflustigen bekannt gemacht wird. Gengenbach, den 3 o. Juli ,819. Oroßherzogl. Domanial - Verwaltung. Bekanntmachungen. Die Ziehung der Schreiner Schublerfchen Lotterie wird Mittwoch den 4. k. M. Nachmittags » Uhr im städtischen Rathssaal vorgenommen; was hiedurch den Loosinhabern zur Kenntniß gebracht wird. Offenburg, den 26. Juli 1819. Großherzogl. Stadt - und Landamt. (>> Osfenburg. sPachtanträge.] Montags, den 2. August d. I. werden beiläufig 16 und eine halbe Zeuch Acker, so zum Theil in Buhnden beisammen liegen, von der Frau Eigenthumerin derselben Maria Anna Raif geb. Fischer auf einen 6 jährigen Bestand unter den beim Steigerungs - Akt bekannt gemacht werdende» Bedingnissen auf dem Felde selbst versteigert, und der Anfang damit bei günstiger Witterung mit der Buhnd an der Schieckgaß und Schafgäßle in der Früh um 9 Uhr gemacht werden; wozu man die Steigerungs-Liebhaber mit dem Beisaze in Kenntniß sezet, daß diese Verhandlung bei ungünstiger Witterimg in der Stadt - Kanzlei, unter Zugrundlegung des Städtischen GüterplanS, vorgenomwen werden wird. Offenburg, den 27. Juli >819. RsthSschreiberei allda. (>) O be r kir ch. sD.iebstahl.^ Den 23. Juli d. I. ist dem Georg Huber von Fröschhof eine Kuh aus dem Stall entwendet werden. Diese Kuh ist stark und groß, seit zehn Wochen tragend, röthlicher jedoch an allen 4 Fussen bis zum ersten Gelenk, so wie am obern Theil deS Schwanzes weißer Farbe, und hat auch an der Stirne und um das Auge weiße Flecken. Sämmtliche Polizeibehörden werden gebeten, auf diese Kuh und deren etwaigen Verkäufer zeitlich fahnden zu lassen. Oberkirch, den 23 . Juli >819. Großherzogliches Bezirksamt Miszelle n. Der Kapellmeister Himmel in der Dorfkirche. Als Himmel noch unter NaumannS Leitung in Dresden Musik studirte, sprach er oft in den geselligen Zirkeln eines nahen Rittergutsbesitzers ein. Hier kam einst die Rede auf einen Schulmeister in dem nur einige Stunden entfernten Dorfe R..., welcher nicht bloS Schul- sondern auch Orgelmeister heißen solle, weil er seines Orgelspiels wegen weit und breit berühmt sey, und mit seltner Fertigkeit auf jenem Instrumente, besonders eine seltne Kraft besitze, daS Vorspiel dem ganzen Liede, das Zwischenspiel aber jedem Lieder-Ferse, ja jeder Sang-Zeile trefflich anzupassen. Himmel war neugierig den Hrn. Kollegen kennen zu lernen. Der nächste Sonntag ward bestimmt, diese Neugier zu befriedigen. Man fuhr in großer Gesellschaft nach R... und wohnte dort in der herrschaftlichen Emporkirche dem Gottesdienst bei. Der wackere Schulmeister schon aus Gewohnheit und Neigung sein Orgelspiel allemal, — wenn auch nur ländliche Ohren ihm horchten — meisterhaft übend', fühlte denn doch immer einen besondern Sporn zu besonderer Kraftäußerung, wenn er in der hochadelichen Emporkirche seine gnädige Herrschaft, oder wohl gar Gäste derselben bemerkte! Er spielte also auch diesmal H recht con amore, und befriedigte nicht nur den großen Himmel, sondern übertraf sogar dessen Erwartung, so daß letztrer seiner Gesellschaft den Vorschlag rhat, dem braven Virtuosen nach dem Segensprechen einen Besuch auf der Orgelbau! abzustatten, ihm Dank und Achtung für sein meisterhaftes Spiel zu bezeigen und sich »on ihm nock eine Fuge zum Besten geben zu lassen. Nun hatte der wackere Schulmeister gegen seine gnädige Herrschaft oft den Wunsch geäußert. Hin, mein kennen zu lernen und ihn spielen zu Höre«. Wie würde ihm daS musikalische Herz '! ün ^ejbe gehüpft haben, wenn rr gewußt hätte, daß / / *ä«> r 1 5 OOO" Himmel mit unter fremden Gesichtern i» der herrschaftlichen Empvrkirche sich befand, ihn zu behorchen; daß Himmel eS war, der jetzt, vertraulich auf die Achsel ihn klopfend, sagte: Bravo Hr. Schulmeister! Sie sinh ein echter Orgelmeister! — daß Himmel es war, der sich sogar eine Fuge von ihm ausbat. — Der ländliche Virtuos nahm natürlich die Bitte für Befehl und griff und trat nun wieder so kunstgerecht und genialisch in sein Orgelwerk, daß Himmel ihm nicht blos mit dem Munde, sondern auch im Herzen seine ganze Achtung zollte. Als der Schusmeister, entzückt über des Fremden kob, von der Orgelbank stieg, fragte er nur so gelegentlich Himmeln: ob er auch musikalisch sey. Ich klimpre und stümpre ein wenig — sagte Himmel, und griff dabei so auf den Tasten der Orgel herum, wie Einer, der kaum: Blühe liebes Veilchen! auf dem Klaviere zu geben, geschweige denn einen Choral auf der Orgel vorzutragen im Stande ist, setzte sich aber doch aus die Orgelbank und fing allmählig an, immer besser und besser zu greifen und zu treten, bis er sich endlich in Phantasieen verlor, daß dem Schulmeister Horen und Sehen vergieng, und er in die Worte ausbrach: Ach Gott! da ist man ja wie im Himmel! — Das nun eben nicht — entgegnet« lächelnd der Virtuos — aber doch inder Nahe, denn — ich heiße Himmel. — Die Gesellschaft lachte — der Schulmeister war wie aus den Wolken gefallen. — Wer das im Au. genlicke sich bildende Gemisch von Staunen und Ehr- furcht, Verlegenheit und Schreck in seiner Seele schildern konnte, der wär' in der Sprache, waS der Schulmeister auf der Orgel war — Virtuos. — Richard Roos. Sonderbares Ende einer Vorstellung von Vol- ’ taire's „Zaire". Herr Bond, ein Mann von Geist und sehr geläutertem Geschmacke, Machte sich vorzüglich durch seine Leidenschaft für das Theater bekannt. Er hatte eine große Vorliebe für Voltaue's „Zaire", und nicht damit zufrieden, daß er sie französisch ganz auswendig wußte, vermochte er auch einen der besten Dichter in London, sie ins englische zu Übersetzen. Bond's Absicht war, sie auf dem Theater von Drurylane vorstellen zu lassen. Er und^ seine Freunde gaben sich zwei Jahre lang alle Mühe: daß die Direktoren dieser Bahne sie annehmen möchten ; doch das Stück wurde zwanzig Mal angekündigt, ohne daß es zur Ausführung kam. Da Bond endlich alle Hoffnung aufgab, es auf einem der stehenden Theater aufgeführt zu sehen, so übernahm er selbst, nebst einigen andern Theater- Freunden , die Vorstellung im großen Saale von Aork- Beildings. Die Rollen wnrden, ausgetheilt, und die ganze Stadt von diesem, ihr zu Gefallen veranstalteten Unternehmen benachrichtiget. Bond, der damals schon bo Jahre alt war, wählte für sich Lusignans Rolle, da diese seinem Talent und Alter am angemessensten war. Er sparte weder Fleiß noch Kosten, sich in den Stand zu setzen, sie mit Auszeichnung zu spielen Die ganze Einnahme der Vorstellung überließ er dem Dichter, der das Stück übersetzt hatte. Der Tag erschien. Nie war eine Versammlung glanzender und zahlreicher. Die ersten Aufzüge wurden unter Beifall aller Stande gespielt Jetzt wartete man auf Lusignan; er kam, und jedes Herz ward schon bei dem Anblick des ehrwürdigen GreiseS gerührt; aber Bond selbst war gerührter noch als alle klebrigen. Er ließ sich von seiner lebhaften Einbildung so hinreissen, daß, als er sich zu schwach fühlte, eine solch» Erschütterung auszuhalten, er in dem Augenblicke, wo er seine Tochter erkannte, ohnmächtig ward. Anfang- glaubte man, es sey eine nachgemachte Ohnmacht, und Jedermann bewunderte die Kunst, womit er die Natur kopirte; allein da eS zu lang« dauerte, und di« Zuschauer unruhig zu werden anfiengen, so flüstert«» Chatillon und Zaire ihm zu: es sey Zeit damit auf zu hören. Er öffnete einen Augenblick di» Augen, schloß sie aber sogleich wieder, fiel, ohne «in Wort zu sprechen, vom Stuhl, schlug die Arme auseinander, und dieser Moment war der 'setzte seines Lebens, » 116 J ä » würdige Ziel. (Nach dem Englischen.) Das strebest du nach Gold und Ueherfluß Und schaffst dir, strebend, Sorge und Verdruß? Und wären CrösuS reichste Schätze dein, — Umsonst— der Tod geht keinen Handel ein: Monarchen folgen, wann sein Wink gebeut, Den Purpur tauschend mit dem Sterbekleid. — Strebst du nach dauerndem Gewinn, O gieb dein Herz, gieb es der Tugend hin.' Was strebest du nach Ruhm, der nicht besteht, Nach einem Namen, den die Zeit verweht? Auch auf die Stirne, die der Lorbeer schmückt, Wird der Cypreffe dunkler Kranz gedrückt: Es ehrt der Tod nicht Adel, nicht Geschlecht, Ein Grab umfängt den Herrscher und den Knecht. — Willst du dich wahren Ruhms erfreu'n O laß dein Ziel, laß eS der Tugend feyn? Und, sage mir, auf Schönheit willst du bau'»? — Sie welkt dahin, gleich Blumen auf den Au'n; Schnell pflückt der Tod der Schönheit Blüthen ab Und wählt sie zur Zierde für daS Grab. Kein Mitleid kennt er. — Wann der Harte ruft, — Der Jüngling muß, eS muß der Greis zur Gruft. Wlllst du dich »w'ger Schönheit freu'n r Die Tugend einzig kann sie dir verleih',,. Ihr strebe nach! — Reich lohnt sie dein« Mich'/ Sie spendet Schätze, Ruhm gewähret sie. Verschönt, verkläret die Gestalt, Und trotzt deS Todes drohender Gewalt. — Sey tugendhaft! — Die Tugend nur verleiht Dir Menschenwerth, führt zur Unsterblichkeit, Und trägt, wann sich der Staub zum Staub gesellt. Den Geist hinauf zu einer schöner» Welt. — C h a r a d e. Mein Erstes ist — ein Gott, von Alter- her; Mein Zweit - und Drittes nennt euch einen Bauern - Namen; Mein Viertes schmeichelt und verkleinert sehr; Mein Ganzes trettet ihr mit Füffen, meine Damen! Und doch gebeutS dem Männerheer. F. Auflösung der Charade in Nro. 28. R 0 m a n t i k. Auflösung des RäthselS in Nr». 26. Lippen. Frucht - Brod - und Fleisch-Preise. Frucht- Preise. Samstag v. 24. Juli. Dienstag v. 27. Juli. Fleisch - Tax« ». »6. Juni. Brod-Taxr vom 3 . Juli. > Fiertel fl- kr. fl. kr. fl- kr. fl- fr.. Da» U kr. Weißbrod: kr. Aaizen . . . 9 -7 7 — 9 — 8 — Ochsenfleisch . 10 6 Loth für ... » Halbwaize» * 7 J- 5 24 6 — 5 — Geringeres . 9 ra Loth füt ... 2 Kern .... 5 — — — 4 »2 — — Kuhfleisch . . 6 Halbweiß: a 8s für . 7 Gerst.... 4 t — 3 — — — — — Kalbfleisch . . 7 drtto 4 8s für . '4 Welschkorn. . — — — — — — — — Hammelfleisch 9 Schwarz: a & für . 5 Haber 7 S. . ■ 4 — 3 36 4 — 3 36 Schweinefleisch >2 detto 4 8s für . »0 (Biktualren - Preise vom 2-7. Juli .) Rindfchmalz das Pfund 04 kr. —- Schweineschmalz 2» kr. Butter ,7 kr. — Lichter 24 kr. —- Saife »8 kr. 7 Eyer für 6 kr. Offenburg, gedruckt imd verlegt »»n Andreas Patsch.