Mit Großh. Badischem gnädigstem Privilegium. weoBOBQOoaaoeoooaoaoaooaoooo oo oooooooooeaoooaoooQOoaooooooQoooeeooor» Nro. 37. Samstag, den 2 5 . September, 1819. »i&aoaoooaoocoooaQeoooeooooooQoooaoaoo o oo o oooeooooaaoooooooQo o oooaoow Inländische Nachrichten. Emmendingen, den 9. September. Gestern Nachmittags um 4 Uhr sind Se. Königl. Hoheit der Großherzog, unter dem Geläute aller Glocken und dem Donner des Geschüzes, durch die Reihen deS auf der ganzen Straße von Offenburg bis hieher in großer Zahl versammelten Volkes, hier ein- getroffen. An iedem nur etwas bedeutendem Orte waren Triumphbogen mit passenden Inschriften, welche die Liebe der Oberländer gegen Fürsten und Vaterland aussprachen, und das nie erlöschende Andenken an Carl Friedrich bewiesen. Die Stadt war Abends ittuminirt, und einige Häuser zeichneten sich durch schöne Transparente aus. Freikurg, den »0. September. Seit gestern Abend erfreuten wir uns des Glückes, ®e. Königl. Hoheit, unfern gnädigsten Landesvater in unfern Mauern zu besizen. Höchstdieselben kamen von Emmendingen über Waldkirch, und fuhren vom Anfang« des städtischen Bannes, bei Gundelfingen, wo sich die Kavallerie des hiesigen Bürgerkorps postirt hatte, unter einem fortlaufenden Spalier der Landleute , und unter stetem Vivarrufen bis zu der unfern des ThoreS errichteten Ehrenpforte, wo die Siadtbe- hörden und die Stadtgeistlichkeit zum gehorsamsten Empfang« bereit waren, Hierauf fuhren S«, Königliche Hoheit unter Kanonendonner, dem Geläute aller Glocken , und dem Jubel einer zahllosen Volksmenge, die überall her zulammengeströmt war, weiter an den para- direnden Bürgerkorps vorüber zu der für Höchstdieselbe bereiteten Wohnung in (ehemals von Sickingischen) jezt Großherzoglichen Palais. Hier ivurden von festlich gekleideten Mädchen unter feierlichem Gesänge, der aus den Seitenzimmern hervortönte, mehrere Gedichte überreicht, sodann von dem Hofgerichte und KreiS- Direktorium, und dem Prorektor der hiesigen LandeS- Universität, wie auch von den städtischen Behörden und der Geistlichkeit die unterthänigste Huldigung darge- bracht, worauf Se. Königl. Hoheit die Gnade hatten. Sich vom Balkon herab der dlchtgeträngten VolkeS- menge zu zeigen, und deren einstimmiges Lebehoch mit den huldreichsten Zeichen gnädigster Aufnahme zu er- wiedern. Nach einiger Zeit defilirte auch das sämmt- liche Bürgerkorps in Parade vorüber, worüber Se. Königl. Hoheit Ihr besonderes Wohlgefallen bezeugten. Auch besorgt das Bürgerkorps gemeinschaftlich mit der Landwehr die Wache. Mit einbrechender Nacht wurde die ganze Stadt auf das glänzendste beleuchtet, und mehrere sehr geschmackvolle Transparenten und Inschriften zeichneten sich auf da« Borthellhafteste aus. Zugleich wurde von den Akademikern ein Fackelzuq veranstaltet, und von denselben «in für diese Feier eigens verfaßtes Lied gesungen» worauf Seine Königl. Hoheit die Beleuchtung der Stadt Selbst in Augeiv schein zu nehmen würdigten. 146 Freiburg, den 12, September. Heute Mittag sind S e. Königl.Hoheie der Grvßherzog unter dem lautesten Vivairufen einer unzähligen Volksmenge, welche Höchstdieselbe durch Ihre herablassende Güte beglückten, wieder von hier abgereist, und haben Ihren Weg nach Badenweiler genommen. Die Infanterie des Bürgerkorps war wieder in Parade am Lhore ausgestellt, und die Kavallerie hatte die Ehre, Se. Konigl. Hoheit bis Krotzin- 3*11 ju begleiten. Ueberhaupt gaben Höchstdieselben bei mehreren Gelegenheiten Ihr ganz besonderes Wohlgefallen an dem hiesigen Bürgerkorps zu erkennen, und die Kommandanten desselben, Major Schmidt sowohl, als Rittmeister Kapferer hatten das Glück, zum Be, weift ausgezeichneter Allerhöchster Zufriedenheit und Gna.de mit sehr kostbaren vortrefflich gearbeiteten goldenen Labatftren beschenkt zu werden. Unvergeßlich werden uns diese Tage seyn, in denen uns vergönnt war, unser» gnädigsten tzandesvater in unserer Mitte zu sehen, und Ihm unsere Herzlichste Huldigung darzubringen. Freitags war große £ofet bei Seiner Konigl. Hoheit, wozu der Adel und die geistlichen und weltlichen Vorsteher der Mittelstesten und Lokalbehörden eingeladen waren. Zugleich war auch ein festliches Mahl im Pfauen, wobei Toasts auf Seine Konigl. Hoheit und die ganze Großherzogliche Familie unter allgemeinem Jubel und dem Donner des Geschüzes ausgebracht wurden. Nach aufgehobener Tafel begaben Sich Höchstdieselben in das Münster, dessen herrlicher Bau, das würdigste Denkmal Ihrer erlKucistr» Ahnen Sie Ihrer ganz besonder» Aufmerksamkeit würdigten. (Sonntag Morgens, nach gehaltenem Gottesdienste, wiederholten Höchstdieselben Ihren Besuch im Münster, um die einzelnen Merkwürdigkeiten nochmal- in genauern Augenschein zu nehnien.) Abends war glanzende Gesellschaft bei Sr. Ercellenz Hr«. Siaatsminister, Baron von Andlau, welche Se. König!. Hoheit mit Ihrer höchsten Gegenwart beehr- ren. Ein Theil der Stadt war wieder beleuchtet, und ein Lai parb im festlich prangenden Redouteu- saale, den ebenfalls iS«. König!. Hoheit durch Mer- höchst Ihre Anwesenheit zu aerherrirchen die Gnad« hatten, verlängerte die unbeschränkt« Freude dieses Ta- ges bis aus den, folgenden Morgen. SamstagS früh begaben Sich Se. Königliche:Hvheit nach Zwingen, wo Sie-bie Ehrwürdigen Trümmer der Burg Ihrer Ahnen besuchten, und längere Zeit bei denselben verweilten. Abends war Concert im festlich beleuchteten Theater, wobei Herr und Mad. Weixelbaum mehrere Arien aus der Oper „Berthvld der Zähringer" vortrugen. Besönbers wurden die Worte deS Schluß- ChorS mit dem lebhaftesten Enthusiasmus ausgenommen- und mit wiederholtem Lebehoch gegleitet : „Unchrr Ftirst'Mnd Vater leb«, Ueber Seinem Haupt« schwebe Gottes Segen immerdar! " J»l dkr'Sulte Sr. Konigl. Hoheit befinden sich: Se. Ercellenz der Herr Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Freiherr v. Berstett; der Herr Oberhosmarschall Freiherr v. Gmling; der Herr Oberstall- meister Freiherr v. Geysau, und Herr LeibmediküS geheimer Hofrath Schrickel.' M i s z e l l e Wirkung der Musi'k auf die Th irre. Der bekannte Schriftsteller Vigneul- Marville erzählt, daß er die Sage: auch die Thiere liebten von Natur dir Musik, besonders von -blasenden Insten- menten, selbst hake untersuchen.wollen. „Ich stellte mich, sögt et, als ich mich auf dem Lande befand, eineS Tages an ein Fenster, baS imch einem Huhner- hofe hinaus gieng, mm, -wäHrend auf einer Marie- Trompete geblasen wurde, eine Katz», einen Hund, ein Pferd, einen Esel, eine Hirschküh, Kühe, kleine Vögel, einen Hahn und Hühner, zu beobachten. Ich bemerkte nicht, daß der Klang der Trompete auf die Katze den mindesten Eindruck machte, und aus ihrer Miene schloß ich, daß sie'alle Musi» und Instrumente der Welt für eine Maus gegeben haben würde. Sie zeigt« nicht die geringste Fregde und schlief ifi der Sonne ein. Das P'ferd.blieb auf einmal vor bepi Fenster stehen, und hob, während es GraS abrupfte > den Kopf von Zeit z« Zeit in die Höhe. Der Hund setzt« sich, wie «in Affe, auf seine Hinterpfoten, und hielt seine Augen unverwandt auf den Svieler d,S Instrument« gerichtet. Der Esel gab kein Zeichen von Empfindung und fraß ruhig sein« Disteln. Ashurs *d I-yrs*«. Dir Hirschkuhe spitzte »hre-große» brer» i47 /«i Ohre» und schien sehr aufmerksam. Die Kühe hielten ein wenig still, aber nachdem sie uns angese- hen Harken, glpichsam.als wenn sie unS kennten / gien- gcn sie ihres Heges. Die kleinen Vögel, die in einem Äsogelhause saßen-s so wie die auf den Baumen und Eirauchern hatten bersten »sögen, so sehr griffen sie sich mit Smgen an. Mer der'Hahn dachte an nichts , alS an feine Hühner, und die Hühner an nichts, als ans Scharren, und alle zusammen überzeugten mich, daß sie gar kesn Vergnüge» daran Windei!, eine Marie- Trompete zu hören." Daß die Pferde aus den Klanh der Troisipete sehr aufmerksam sind, wekßseder Kavallerist; aber daß sich die Begriffe die sie damit verbinden, noch lange nach- hex im Gey acht» iß behalten, beweisen mehrere Erfahrungen , und ich selbst kann eine mittheilen. Zn den Zähren zwischen 1780 und 90 wurde von dem Cui- rassier, Regiment«, wovon damals der Stab m AscherS- leben lag , im Herbste unter andern ein altes Reu ter- pfeid ausrangiertz, das ei» vor dem There wohnender Müller in der Auktion erstand, der, sobald das Pferd an das Ziehen gewohnt war, täglich mit einem Karren Getreide aus der Stadt abholte und das Mehl dahin fuhr. Wahrend des ganzen Winters betrug sich daS Pferd ganz ruhig; als aber der Müller im Frühjahr zum Erstenmale 'vor dem Exerzierplätze dicht an der Stadt, die Herrenbreite genannt, vorbei.fuhr, und gerade zum Angriff geblasen wurde, rafft« sich der alte Gaul zusammen, ftzt« sich in Galopp , und ohne daß der Müller, ihn zu halten im Stande mar, drängte er sich bei der Schwadron, bei der er sonst gestanden halte, auf seinen alten Plaz. Die Reuter, die das Pferd kannten, waren menschlich genug, es nicht zu schlagen; das ganze Regiment chrach in, ein allgemeines Gelachter aus. v. Göcking?. Obrigkeitliche Bekanntmachungen. Schulden - Liquidationen. Andurch werden alle diejenigen, welche an folgende Personen etwas zu fordern habqi, unter dem Präjudiz , von der vorhandenen Masse sonst mit ihren Fer, V«runqen ausgeschlossen zu werden, zur Liquidation derselben vorqeladen. — Aus dem _ Stadt- u. Landamt pffenburg. (1) zu Oberneffelried, an de» Nachlaß des ver- sivbeney Bürgers Andreas. Benz, auf Montag den 11. Oktober Vormittags um 8 Uhr, in dem Ritter- wirthshause zu Durbach. £2) zu Ortenberg, an den Nachlaß des verstorbenen Joseph Meßmer, auf Donnerstag ren 7. Oktober, fn dem Engelwirthshause daselbst.' B.ezsrksgMit Oengenbach. (i) zu Gengenbach, .an den in Gant erkannten bürgerlichen Schlossermeistep Damian Wüst, auf Donnerstag den 14. Oktober d. I. bei dem Großherzogl. Amtsrevlserat dahier. (1) zu Nordrach,^llfULly^Oant gefallene Joseph Feißt'scve Wittwe, Theresia Oehler, auf Montag den 11. Oktober d. I. Eoryicttqgs 6 Uhr, vor Großherzogl. Amtsrevisorat zu Zeiil. Bezirksamt Ettewheim. ' (0) zu Wallburg, an die Siiuon Siefertschen Eheleute ; aüf Montag den den 1 >.'Oktober d. I. vor dem Thöil. Kommissariat in dem dasigen Lmdenwirthshause. . E rb v 0 r l a h u n g e n. Folgende schon längst abwesende Personen oder deren Leibeserben.sollen bmnen 12 Monaten sich beiderObrig- keit, unter welcher ihr Vermögen steht, melden, widrigenfalls dasselbe an ihre bekannten nächsten Verwandten gegen Eaütien wird äusgeliefert werden. Aus dem Bezirksamt Wolfach. (2) von Schiltäch, der Jakob Reiter, welcher sich schon vor 3 o Jahren als Schreinergesell auf die Wanderschaft begeben, und bisher nichts von sich hören lassen, dessen Vermögen in beiläufig 42« st. besteht. K a u f - A n t r a ge. (2) Offenburg. sGewehr Versteigerung.^ Zll Holge hoher Weisung werden Montag den 27. d. M. Vormittags 10 Uhr auf diesseitiger Amtskanzlsi 10S !Stüch Feuergewehre, die meist in gutem brauchbarem Stande sind, gegen gleich baare Bezahlung im Ganzen oder Parthienweis versteigert, wozu die Kauflieb- haber «ingeladen werden. Offenburg , den 7. September 1819. Großherzogl. Stadt - und Landamt. (>) Lahr. sWrinversteiqerung ^ Aus der Weim Händler I. D. Fmgadoischen Gantmafie dahier werden lunftigen Dienstag den 28. b. M. Vormittags 9 Uhr folgende Weine^ als: ohngefähr ul, Ohm rother Markgräfler, »816er. 85 — Landwein, 1817 er. ‘ 98 "Tavel de 1818. 84 •— Roussillon. .225 Bout. St. Peraj. 75 — 1. Sorte Champagner. 200 2. Sorte detto. 100 — Hermittage blanc. 5 o — Muscat und »00 — Rheinwein, »61 »er. so 148 o*** 1 gegen gleich baare Bezahlung parthienweis versteigert, wozu man die Liebhaber «inladet. Lahr, den 2». September >819. Großherzogl. Amtsrevisorat. Bekanntmachungen. (1) Offenburg. sVerlohrnesTaschenbuch.) Am Mittwoch den 22. d. M. Abends zwischen 5 und b Uhr, gieng auf der Straße von Ortenberg bis Offenburg ein Taschenbuch in grünen Safian gebunden, mit silbernen Schlößchen, und weißserdenem Bande umwunden, verkehren. In demselben befanden sich mehrere Briefe von Akademikern in Tübingen, mit der Aufschrift: an 6. F. einige dramatische Fragmente und Excerpte aus der mythologischen Daktyliothek von E. Klausing, nebst mehrern andern kleinen Aufsäzen, meist juridischen Inhalts. Der Eigenthümer bittet den redlichen Finder, das Gefundene gegen angemessene Belohnung an den Unterzeichneten einllefern zu wollen. F e r n b a ch, Advokat, in Wohn, bei Hrn. HandelSm. Hölzlin. (2) Sffenburg. fAnzeige.) In einem hiesigen Keller liegen »0 Stück gute Fässer, von 3 o bis zu 76 Ohmen, meist in Eisen gebunden, und mit Thür- Schrauben versehen, aus freier Hand zu verkaufen, Liebhaber wollen sich an Kiefermeister Sandhaas dahier wenden. (0 Offenburg, fAnzeige.) ES sind 4 gutd Weinfässer zu b, 3o, u. 82 Ohm, in Eisen gebunden, zu verkaufen. In der Buchdrucker« das Nähere. (2) Offenburg. sLogisvermiethung.] In der Steinstraße Nro. 289. nächst dem Spitalplaze «st ein Logis, im vbern Stock vorneheraus, bestehend in einer Stube, Nebenzimmer und Küche, zu vermiethen, und kann bis Michaeli bezogen werden. Kirchenbuchs-Auszüge. G « b 0 r n e. Den 14. Sept. Karl Rudolph; Vater: Mathias Müller, Bürger und Säcklermeister. Den ,9. September. Karolina Elisabetha; Vater: Johann Adam, Bürger und Schneidermeister. Den 22. Sept. Joseph; Vater: Xaver Schwendemann, Bürger und Rothgerbermeister. Gestorbene. Den 1». September. Rosina Metz, Ehefrau des hiesigen Bürgers und Zimmermanues Joseph Sauer, 55 Jahre alt. Den 18. September. Anton Thomas, Polizei, dienrr, 78 Jahre alt. Den 22. Sept. Jos. Anton, -9 Wochen alt; Vater: Joh. Nerlinger, Bürger u. Schneidermeister. Den 28. September. Todtgebornes Knäblein de» ledigen Christin» Barbara Simin. Frucht - Brod - und Fleisch-Preise. Frucht- Preise. Samstag v. 18. Sept. Dienstag v. 2>. Sept. Fleisch-Taxe v. 9. Sept. Brod-Tare vom »4. August. 1 Fiertel fl. kr. fl. kr. fl. kr. fl. kr. Das % kr. Weißbrod: kr. Waizen . . . 9 — 6 — 9 3 o 8 — Ochsenfleisch. 9 Loth für ... r Halbwaizen . 5 24 5 — 5 24 5 — Geringere- . — »3 Loth für ... 2 Korn.... 4 48 — — 5 — — — Kuhfleisch . . 7 Halbweiß: 2 8s für . b Gerst.... — — — — 3 3 o — — Kalbfleisch. . 9 detto 4 Ä für . 12 Welschkorn. . — — — — — — — — Hammelfleisch 8 Schwarz: 2 & fürs 4 Haber 7 S. . 3 — — — 3 — — — Schweinefleisch 1 1 detto 4 Ä für . 8 (Viktualien - Preise vom 2». Sept.) Rindschmalz daS Pfund 24 kr. —■ Schweineschmalz s4 kr. Butter 17 kr. — Lichter 24 kr. — Saife 20 kr. — 5 Eyer für b kr. Offenburg, gedruckt und verlegt von Andrea-Patsch.