Mit GE. Badischem gnädigstem Privilegium. WOOOOOOOOOQOOO5»© l62 sogleich, das Protokoll an die Grvßherzogl. Regierung emzusenten^ und die Kreisdirekterien Oder--und Aem- ter^beqjiftragt, diese Verordnung in Ausführung zu kringen, darüber sorgsam zu wachen, und wie dieselbe in Ausführung gebracht worden, binnen 3 Monaten umständlichen Bericht zu erstatten, und das ermun- dernte Vertrauen geäußert, daß alle, denen das wahre Gute noch am Herzen liegt, besonders die katholischen, Pfarrer sich die Handhabung einer Verordnung, die' sie in ihrem wichtigen.Berufe und Amte unterstüzt, vorzüglich um so mehr angelegen seyn lassen, je mehr sie vdn der Wichtigkeit einer guten Erziehung und Volksbildung überzeugt sind, und seyn müssen. Offenburg, den s), Oktober 1819. Kirchen - und Schul-Synode. Kreisdirektorial - Bekanntmachung. X. D. Nro. i 3 o 88 . Nach höchstem Erlaß aus Großherzogli Staats- Ministerium vom 21. dieses, Nro. 3258. wird verordnet: Daß durchaus kein Wein in Fässern aus Frankreich in das Großherzogthum eingeführt werden darf, wenn nicht der nemliche Eingangs-Zoll davon erlegt ibird, der von den Badischen Weinen bei ihrer Einfuhr nt Frankreich bezahlt werden muß; wobei keine Rücksicht, weder auf die Person des Eigenthumers, noch auf die Zeit, wann^olcher Wein erkauft worden, genommen werden so». Diese höchste Anordnung wird zur allgemeinen Wissenschaft und Nachachtung bekannt gemacht. Offenburg, den 23 . Oktober »8,9. Großh. Badisches Direktorium deS Kinzig-Kreises. K i r n. Obrigkeitliche Bekanntmachungen. Schulden-Liquidat ionen. Andurch werden alle diejenigen, welche an folgende Personen etwas zu fordern haben, unter dem Präjudiz , von der vorhandenen Masse sonst mit ihren Forderungen ausgeschlossen zu werden, zur Liquidation derselben vorgeladen. — Aus dem Stadt- u. Landamt Offenburg. (2) zu Albersbach, an den Nachlaß deS verlebten Michael May, auf Mittmocl, den 3 . Novbr. d. I. vor der Tyeil. Commission im-Laubenwirthshaus« zu Zell, Bezirksamt Gengen vach. ( 3 ) zu Gengenbach, an den in Gant erkannte» bürgerlichen Schneidermeister Joseph Berger, auf Montag den , 5 . November d. I. vor dem Grvßherzogl. Amts-Revisorat zu Gengenbach. Bezirksamt Lahr. (2) zu Lahr, an den zahlungsunfähigen hiesigen Handelsmann Joh. Gottl. Mörstadt sen., auf Dien» stag den 2. Nov. auf Großh. Amtskanzlei dahier. Bezirksamt Ettenheim. (2) zu Kippenheim, an die gantmäßigen Hieroni mus Herdensteinsche Eheleute, auf Montag den 2S. Oktober, V. 9 Uhr, vor dem Th. Comm. in der Krone. (>) Vi klingen. ^Schulden - Liquidation.^ Nach hoher Verfügung des Grvßherzoglichen Hofgerichts z» Freiburg vom 28. September Nro. in Crim. 2229. wird gegen den vorigen Minoritenfonds - und Stift Georger Waisenkasse - Verrechner Stadt -Rath Raver Handtmann zu Villingen der Gantprozeß erkannt. Sämmtliche Gläubiger werden hiernach aufgefordert ihre Forderungen MsntagS den 8. November früh 8 Uhr vor dem Amtsrevisorat Villingen bei Straf« des Ausschlusses von der Masse zu liquidiren. Villingen, den 7. Oktober 1819. Großherzogliches Bezirksamt. * (2) Offenburg. sSchuldenlrqmdation.^ Gegen den mundtodten Anton Zoller Bürger zu Fessenbach, ist nunmehr der Gantprozeß erkannt. Es werden daher alle jene Gläubiger, welche ihr« Forderungen bei der auf den »9. Sept. »817 anberaumten Schulden - Liquidations - Tagfahrt noch nicht richtig gestellt haben, anmit aufgefordert, unter Darlegung der Bewrisurkunden Samstags den 3 c>. Oktober d. I. vor der TheilungS - Commission im Laubenwirths- hause zu Zell unter dem Nachtheil deS Ausschlusses von der Masse zu liquidiren. Offenburg, den 2; Oktober 1819. Grvßherzogl. Stadt - und Landamt. Bekanntmachungen. (.) Offenburg sAnzeige.H Bei K. A. Weber dem Jüngern in der Hauptstraße Nro. 8. dahier> ist von ihm selbst zubereiteles ganz feines Lampen - oder Quinquen - Oehl zu 20 kr. der Schoppen. zu baben. (,) Offenburq. sNachricht.^ Es sind mehrsre Jeuch Ackern im besten hies. Geländ aus freier Hand zu verkänfeni der Buchdruckerei das Näherö. 163 M i s z e l l e n. Wie man sich irren kann. Nicht- sammle ich lieber, als Beispiele, wo Menschen sich zur Ehre der Menschheit irrten, eben recht eifrig auf Bosheit und Verderbniß schmähen wollten, und dann blos auf ihre Uebereilung zu schmähen Ursache hatten. — Vielleicht künftig eine ganze Sammlung halb eigner, halb fremder Erfahrungen davon! Aezc nur diese kleine Anekdote, von der ich nicht weiß, ob sie sonst schon gedruckt und bekannt ist, die aber beides zu werden verdient. Eine englische Landkutsche, vollgestopft von Menschen , war auf dem Wege nach Pork begriffen. Man sprach viel von Straßenräubern, und von der besten ^ Art, sein Geld vor ihnen zu bewahren; jedes pries seine eigne Vorsicht; aber ein junges, rasches > 6 jahri- ges Mädchen war die keckeste unter allen. „Ich trage, sprach sie, mein ganzes Vermögen, einen Bankozeddel von 200 Pf. bei mir! aber der ist auch gewiß geborgen , ich Hab' ihn in meine Schuhe gelegt, und da wird ihn wohl kein Ränbev suchen." — Kaum hatte sie's auSgesagt, als wirklich Räuber erschienen, die Börsen der erschrockenen Reisenden abforderten, und da sie solche allzudürftig fanden, der ganzen Gesellschaft mit einer genauer» Durchsuchung drohten, wenn sie nicht sofort noch eine beträchtliche.Sumige herbrischaffen würde. 7— „Die können Sie leicht finden, (erheb ein alter Mann tief im Hindergrunde der Kutsch« seine Stimme) Sie dürfen nur die Mamsek^da ihre Schuhe ausziehn laffen, und solche durchsuchen? n — Man thatS, fand den Zeddel, bedankte sich freundlich für Fund und Rath, und gieng seiner Wege. — Worte reichen nicht hin, die Betrübniß deS armen MadchenS und den Zorn, mit dem die ganze Gesell- fchaft jezt gegen den alten Verräther loSjög, zu beschreiben. — „ Bösewicht! DiebShrhler! Raubgenüß!" erscholl von allen Seiten; man droht« ihm mit gerichtlicher Belangung, mit Schlägen, mit allem, womit man ihm nur drohen konnte: aber er blieb gelassen, und kaum daß die Kutsch' an den Ort ihrer Bestimmung hinkam, war « unbemerkt verschwunden. Das arme unglückliche Mädchen.'»wie schlaflos war ihre Nacht! Aber wie unbeschreiblich groß war auch ihr Erstaunen, als fir^am andern Morgen nachstehenden Brief erhielt: ., it „Hier sendet Ihnen der Man», den Sie gestern so verabscheuten und verabscheuen mußten, das erborgt« Kapital von 200 Pfunden , weiter 200 Pf, alS Zinnse, und eine Haarnadel von gleichem Werthe, zur Vrrsüf- sung des Kummers.-Sein Betragen werden diese wenigen Worte entziffern. Ich bin ein Mann, der nach zehn Jahren aus Indien heimkehrt; Wechselbriefe auf 3 o,ooo Pf. waren gestern in meiner Tasche und wären hin, wenn die Kargheit meiner Gefährten eS zu einer Durchsuchung von den Räubern kommen ließ. Verzeihen Sie daher, wenn ich Ihre Offenherzigkeit nüzte, und lieber eine mäßige Summe ausopfern wollte, ob sie gleich nicht mein war. Ich bin Ihnen daher zu jeder Zuflucht erbötig." Geschicklichkeit eines StaarS. Es ist eine bekannte Sache, daß der Sraar zu denjenigen Singvögeln gehört, welche die Fähigkeit besizen, die menschliche Sprache nackzuahmen, und kleine Lieder u. b: gl. die man ihm vorspielt, auswendig zu lernen. Daß aber diese Nachahmungsgab« so weit gehe, als ich mich dieser Tage selbst überzeugte, hatte ich vorher weder gehört, noch gelesen. — Der Kunstfchreiner Grimm in Oberkirch besitzt nemlich einen solchen Staar, der durch seine Fertigkeit jedem Freunde 'der Naturkunde Aufmerksamkeit und Freude entlocken muß. Dieser Vogel singt die bekannte Melodie des Schillerschen Rautenliedes; — mehrere Trompetenstückchen; — einen Walzer, und nocb einige kleinere Melodien mit der größten Präcisio« T und mit schöner, voller Trimme, vom Anfänge bis zuktt"ENde, ohne', wie es sonst gewöhnlich ist, auch nur einen einzigen Ton seiner FeldgeschreyeS einzu- mengen. Dann ahmt er den Waldqesang deS Kukuks und den Morgenruf deS HauShanes tauschend nach. Hierauf lockt er den Hund des Hrn. Grimm, der Assor heißt, ruft ihn ganz vernehmlich bei seinem Namen , pfeift ihm, wie dir Jager gewöhnlich den Hüh- uoo» 164 nerhundeu ^fetffen '> und lockt ihn mit dem gewöhn- lichen Pst Pst Pst , oder Mit dem ander« üblichen Laut«, den man durch daS Schnalzen dev Zunge hervorbnngt, näher heran. Nach diesem drückt er seine Freude durch «in ganz eigenes Gelächter aus. Tadelt man ihn mit rauhe« Worten, so wird er offenbar unwillig, und «rhebt ein durchdringendes, widriges Gekreisch, daS gerade so klingt, wie wenn mit rauher Säge «in Brett durchsägt wird,-— was er denn tag. lich hört, und daher nachahmt. Soll er wieder still und artig seyn, so muß man ihm schmeichlen. Ruft man ihm zu: „Du bist ein kleiner Spitzbube," so antwortet er auf der Stelle: „Bin ein braves Störchen , kein Spizbub." Die Namen der meisten Hausbewohner spricht er ganz deutlich auS, und sein Nachahmungstrieb ist so stark, daß er , wenn eS still in der Stube wird, gleichsam um sich die Langeweile zu vertreiben, alle Töne, die ihm zu Ohren kommen, z. B. daS Knarren der Thüre, das Schleifen und Poliren in der Werkstatt u. d. gl. aus eigenem Antrieb nach- zuahmen sucht. Nicht alle Staaren besizrn den Nachahmungstrieb in so hohem Grade; Hr. Grimm hat noch 4 jüngere, wovon aber nur einer eben so viele Anlagen, wie dieser, verräth. Wer übrigens glaubt, «S sey« an dieser Erzählung etwas Unwahres oder Uebertriebenes, der kann sich hier täglich vom Gegentheil überzeugen.. Herr Grimm ist ein freundlicher Man», der Jedermann sehr höflich empfängt, besonders wenn man eine Parthie MeubleS bestellen will, die man aber auch in vorzüglicher Schönheit und Güte von allen inn- und ausländischen Holzarten bei ihm haben kann. W.... r. Kirchenbuchs-Auszüge. Gebern«. Den 17. Oktober. Anna Ursula; Mutter: di« ledige Maria Eva Strauß. Getraute. Den > 3 . Oktober. Der ledig« Bürger und Hafnermeister Franz Sales Bürkl«, mit der ledigen Theresia Ulrich. Gestorbene. Den i 5 . Oktober. Die ledige Maria Anna For- nellin, etwa 7« Jahr« alt. Den ,8. Oktober. Margaretha Franziska Llassoo, geb. Froissaid > 5 o Jahre 8 Monate alt. Widerrufung. In dem Wochenblatte Nro. 3 -. Kirchenbuchs - Auszüge , soll es heissen: statt Lederhändler, Landesprodukten - Händler. Frucht - Brod - und Fleisch-Preise. Frucht- Preise. Samstag v. >b. Okt. Dienstag v. 19. Okt. Fleisch - Taxe v. 9«-Sept. Brod -Taxe vom 14. August. 1 Fiertel fl. kr. fl. kr. st. kr. fl. kr. ' DaS & kr. Weißbrod: kr. Waizen . . 6 3 a 7 — 9 — 7 — Ochsrnfleifch . 9 Loth für ... 1 .Halbivaizen . b — 5 — 6 — 5 — Geringeres ... — i 3 Loth für . ^ . 9 . Korn.... . 5 — — — — — — — Kuhfleisch , . , -7 Halbweiß: 2 « für . 6 Gerst.... 4 — 3 — — — — Kalbfleisch. . 9 bette 4 für . 12 Welschkorn. . — — — — — — — Hammelfleisch 6 Schwarz: 2 & für . . .4 Haber 7 S> . . 3 — — — 3 3 o. 3 Schweinefleisch 1 1 bette 4 Ä für . Ö (Niktualien - Preise vom >9. Oktober.) Rindschinalz das Pfund »4 kr. — Schweineschmalz 24 kr. Butter »b kr. — Lichter 22 kr. — Saif« »8 kr. — 5 Eyer für b kr. Offenburg, gedruckt und derlegt ve» Andtsas Patsch.