0 m Mit Großh. Badischem uoooooaeoBaooooooBOoqoaoaodbooooeoooQeoooooeooooooooooooa o ftoöbsoooe»* Nro. 42. Samstag/ den 3 o. Oktober, 1819. wooooooQooaqoeoeoeeoooocooooeoooooaooeoooooeopocoooooooQoeooqeobooQ» gnädigstem PxivilegiunL. Kreiödirektorial - Bekanntmachung. l). Nro. >3 >98. In Gemäßheit höchster Autorisation ist der ?lus- gangSzoll von Zichorien und gelben Rüben weiter bis auf. 2 Kreuzer vom Zentner für dieses Jahr herabge- sezt worden , welches zur allgemeinen Wissenschaft hie- mil bekannt gemacht wird. Offenburg, den 27. Oktober 1819. Großh. Badisches Direktorium des Kinzig-Kreises. Kirn. Obrigkeitliche Bekanntmachungen. Schulden - Liquidationen. Andurch werden alle diejenigen, welche an-folgende Personen etwas zu fordern haben, unter dem Präjudiz, von der vorhandenen Masse sonst mit ihren Forderungen ausgeschlossen zu werden, zur Liquidation derselben vorgeladen. — Aus dem . Stadt - u. Land am t Offenburg. ^( 3 )' zu ÄlberSbäch, an den Nachlaß des verlebten Michael May, auf Mittwoch den 3 . Novbr. d. I. vor der Theil. Commission im Laubenwirthshause zu Zell. B e z i r k s a »1 t L a h r. ( 3 ) zu Lahr, an den zahlungsunfähigen hiesigen Handelsmann Joh. Gottl. Mörstadt seit., auf Dienstag den a. N-v. auf Grosh. Amtskanzlei dahier. rr ( 3 ) Villingen. sSckulden Liquidation.^ Nach hoher Verfügung des Großherzoqlichen Hcfgerichts zu Freidurg vom 28. Sevtember Nro. in Crim. 2229. wird gegen den voriaen Minoritensonds - und Stift Georqer Waisenkasse Verrechner Stadt ^ Rath Xaver Handtmann zu Villingen der Gantprozeß erkannt. Sämmtliche Gläubiger werden hiernach .aufgefor- dert ihre Forderungen Montags den 8. November früh 8 Uhr vor dem Amtsrevisorat Villingen bei Strafe des Ausschlusses von der Masse zu liquidsten. Villingen, den 7. Oktober »819. Großherzvgliches Bezirksamt. - K a u f - A n t g e. (1) Offenburg. sLiegenschaftMversteigerung.g Mittwoch den 3 . November d. I. Nachmittags 2 Uhr werden auf dem städtischen Rathssaale dahier folgende zur Gantmasse des Kühlers Georg Burg gehörige Lie- genscdaften zum andernmale öffentlicher Eigenthums- Versteigerung ausgesezt werden: >.) Drei und ein halber Haufen Reben in der Löwer, Offenburger Bannes, einers. Joh. Margetto, anders. Thomas Göppert. 2. ) Zwei und ein halber Haufen Reben im Heldenrecht, einers. ein Weg, anders. Ignaz Stebel. 3 . ) Ein und ein halber Haufen Reben im Than- weg, einers. Jos. Tritschler, anders. Valentin Bertschi. 4. ) Ein Garten auf dem inner» Stadt - Graben einers. Hr. Abb<£ Fischer, anders. Schullehrer Maier. Offenburg, den 2b. Oktober >6,9. Großh. Stadt - u. Landamts - Revisorat. (>) Offenburg, sVersteigerung.] Künftigen Samstag den 6. November Nachmittags 2 Uhr wird in der Stadt Kanzlei gegen annehmbare Bedingnisse öffentlich versteigert werden. E i n e h a l b e Zeuch A ck e r an der Hohlgaße, einerseits Michael Kiefer aus Kefersberg, anderseits Handelsmann Joseph Seng•; über den Zehnten frei ledig und eigen; angeschlagen zu sbo fl. . Offenburq, den 3 o>. Oktober 18 »9. Großherjvglicher Stadtrath. 166 (i) Offenburg. sVersteigerung-H Zufolge verehelichet Verfügung des Großherzogl. Hochpreißlichen Finanz - Ministeriums Oberforst Commission vom 7. dieses, Nro. 5 oq 5 , werden nachstehende herrschaftliche Waldstücke an den hier unten bemerkten Tagen öffentlich als Eigenthum versteigert werden: „ In dem Forst Allerheiligen: Montag den , 5 . November früh 9 Uhr in dem Froster-Hause zu Allerheiligen 1. ) Der LohkKsteinsche W«ld von ohngefähr 80 Morgen. 2. ) Der Hüll - Wald von beiläufig a 5 Morgen. In dem Forst Oberkirche» Dienstag den »6. November früh 9 Uhr in dem Schwanenwirthshause zu Lautendach: DaS Sommer - Wäldchen von 5 Morgen, nahe bei dem Dorfe Lautenbach. Zn dem Forst Durbach: Mittwoch den 17. November früh 9 Uhr zu Durbach in dem Ritterwirthshaufe: 1. ) Der Heinbach - Wald von 9 Morgen 3 Viertel 62 Schuh«. 2. ) Der Mollenkopf von >0 M. 2 V. 62 Sch. 3 . ) Der Gais^rg von ib SÄ. s B. 96 1/2 Sch. Endlich DElierstag den >8. November früh 9 Uhr zu Zell in dem Laubenwirthshause daS Fußberg- Wäldchen von 3 Viertel 38 Schuhe. Welcües mit dem zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird, daß den Steigerungs - Liebhabern die Bedingungen immer vor der Steigerung bekannt gemacht werden sollen, unterdessen aber auch dahier eingesehen werden können. Offenburg, den » 5 . Oktober »819. Großherzoglich« Forst - Inspektion. Bekanntmachungen. (,) Offenburg. sAnzeige.^ Ich wohne seit einigen Tagen in der Zucker - Bäcker Jlgschen Behausung nächst der Knaben Schule zur ebenen Erde. Indem ich diese Logis - Veränderung meinen bekannten und unbekannten Freunden zur Nachricht und gefälligen Maasnahme geziemend anzeige, brnuze ich diese Gelegenheit zu bemerken, daß ich 3 heizbare, nette Massartzimmer mit Küche für eine Familie oder theilweise für ledige Herren, jedoch ohne MeubleS in derselben Behausung zu vermiethen habe. Marquier, Rechts-Praktikant. (2) Offenburg. sNachricht.^ Es sind mehrere Zeuch Ackern im besten hies. Geland aus freier Hand zu verkaufen. Zn der Buchdruckerei das Nähere. (2) Offenburg sAnzeige.^ Bei K. A. Weber dem Züngern in der Hauptstraße Nro. 8. dahier, ist von ihm selbst zubereitetes ganz feines Lampen, oder Quinquen - Oehl zu 20 kr. der Schoppen, zu haben. Miszellen. Sprachbe merkungen. Scklarae n, rin Hauptstammwort der deutschen Sprache. Eine Menge von Säzen könnte beweisen, welch' bedeutende Rolle das Wort Schlagen in unserer Sprache spielt; hier zur Bestättigung nur folgendes wenige: Wenn der Römer den Feind tödtet, niederwirft in dir Flucht treibt, (cseckit, fundit, profligat) der Franzose pulverisirt, begnügt sich der Deutsche ihn zu schlagen; einen plötzlichen Tod nennt er mit seinem Leibwort Schlag; im Rathe treibt er nicht viele gelehrte Spizfindigkeiten, sondern giebt Schläge und verlangt sie, nämlich: Einschläge, Anschläge u. V 0 r s ch l ä g e, auf alle Fälle nichts als Schläge , vorzugsweise die Rathschläge genannt, die Finanz-Kammern wollen gar noch Ueberschläge. Ein Bibliothekar oder Registrator ist um so besser, je schneller und richtiger er das Verlangte aufschlagt; was man vergessen hat, dem hilft man ab mit Nachschlagen. Der Gescheideste ist Verschlagen. Sind Kinder, Lehrlinge gut gerathen, so heißen sie eingeschlagen, im Gegentheil aus derArtge- schlagen, woraus zu schließen, daß jede Art oder Klasse ihre besondere Gattung Schläge gehabt habe, und manche Gegenden und Geschlechter besonder- zu einem guten Schlag gehörten. Es verschlägt mir nicht», zeigt die höchste Gleichgültigkeit,undNirde r- geschlagen die traurigste Stimmung des Gemüths an. Statt Oberaufseher und Superintendanten, halten sie, um die Sache gleich beim rechten Zipfel zu greifen, Oberaufschläger, ihre Abgaben waren nicht Jmpots oder Sackbürden wie man sie dem Esel auflädt, sondern Aufschläge, und Exttasteuern als / 167 Dar Überschläge und zwar wunderbarliche Schläge, die dem, der sie empfieng, wohl thaten, und nur dem empfindlich fielen, der sie gab. — Den Tummelplatz der großen Messen hießen sie U in sch l ä g e , und Zölle und Weggeld erhoben sie an Schlagbäumen. In dem verfehlten Maß der Schläge lag der Grund, daß eine Sache Umschlägen oder ein Schiff sogar verschlagen werden konnte. Vom Himmel kommen die Donner -u. Hagelschläge. Das Pferd schlägt und wird beschlagen. Will man eine Sache nicht behalten, so giebt man sie nicht mit Bücklingen zurück, sondern man schlägt sie heim; was man verweigert, schlägt man ab; was ein juristischer Welsche adju- dicirt, schlägt der Deutsche zu — waS er in Besiz nehmen will, geschieht mit einem Beschlag. — Die Vögel der Liebe sizen im Taube »schlag. Mit Schlagern wurden Ehen und Verträge geschlossen, mit S ch l a g a u s Körbe gegeben. Schlag und Schläge waren des Deutschen liebste Melodjen; mit ihnen hat er Tackt, Klavier und Orgel, Laute und Zitter geschlagen. Daher rührt auch daS Schlagwort iu Gedichten.. Der Sang eines Finken, einer Nachtigall , war ihm ein Finken- und ein N a ch t i g a l- len-Schlag. Ihre Schmerzen und Wunden heilten unsere deutsch?« Ahnen durch Umschläge u. U e b e r- schläge, nicht im kalten, sondern im überschlagenen Wasser, und durch Schläge wurden sie frohen Herzens, nämlich wenn sie sich die Sache aus dem Sinn geschlagen. Woraus denn am Ende zu er- sehen, wie undeutsch diejenigen handeln, welche die Schläge im Lehr -, Wehr - und Nährstand aufgehoben wissen wollen, wodurch wenn die Abschaffung der Worte Schlag und Schläge sich auch auf deutsche Sprache erstrecken sollte, diese gänzlich unter- gehen und verarmen könnte. Glückliches Wiedersehen. Unter den vielen herzerhebenden Scenen, welche wahrend der Ankunft der jungen Freiwilligen in Berlin Statt fanden, verdient folgende eine vorzügliche Stelle: Emem alten redl>ck>«n Bürger war die Kunde zugekommen, daß sein einziger Sohn bei Laon schwer blessirt und bald darauf in einem Lazareth gestorben sey. Diese Kunde hatte sich durch spätere Nachrichten vollkommen bestältigt. Als wahrer Patriot und frommer Christ hatte sich der Greis in diesen schmerzlichen Verlust gefunden, und sich mit dem Gedanken getröstet, seinen Sohn in einer bessern Welt wieder zu finden. Doch veranlaßt« ihn ein gewisser Herzensdrang, den zuerst einrückenden freiwilligen Gardejagern entgegen zu gehen, und durch ihren Anblick sich das Bild seines theuren/Sohnes in den lebhaftesten Zügen zurück zu rufen. Er war zu dem Ende bis hinter Alt - Schönberg (einem teine halbe Stunde von hier gelegenen Dorfe) dem Heldenzuge entgegengegangen. Da zogen freudig an dem wehemükhigen Vater vorüber die glücklichen Jünglinge, sich rechts und links umschauend nach ihren theuren Angehörigen. Plözlich stürzt der Greis zwischen die Reihen der Krieger, und sinkp in dem nemlichen Augenblicke sprachlos zur Erde. Soldaten und Zuschauer waren überrascht. Man machte Halt, hob den Ohnmächtigen auf, der sich bald von der freudigen Betäubung erholte, und nun in die Worte ausbrach: „ O Gott, habe ich geträumt, oder war es wirklich sä? Ich sah meinen Sohn Karl, der im Lazareth gestorben seyn soll ." — Doch kaum waren diese Worte mit wohlbekannter Stimme ausgesprochen, so lag der glückliche Sohn, der gorher über den ohnmächtigen Greis hinübergeschritten war, in des glücklichen Vaters Armen. Karl erhielt von seinem Chef, der Zeuge der Begebenheit war, Erlaubniß auS der Reihe zu treten, und nun sezten sich Vater und Sohn, in Begleitung zweier Kameraden, auf einen nahen Hügel, und weinten Freudenthränen de- Wiedersehens. DaS Gold und daS Eisen. Voll Stolz, hob unter den Metallen Das Gold sein Haupt empor und sprach: Mein ist die Welt, ich kann sie zahlenl O, rief das Eisen, nur gemach! Sie ist drum immer noch nicht dein; Mein ist dir Welt, ich »rhm sie ein. L. E. ht. 168 UOQ9 Anekdoten. Der getreue Hund. Vor Kurzem sah man in Paris einen jungen Meni- schen an das Seine. Ufer treten, in der Absicht, einen Hund, den er mit sich führte, zu ersaufen. Er ruderte auf einem kleinen Kahn ins Fahrwasser, und warf ihn hinein. Das arme Thier suchte an den Kahn hinan zu klettern, allein sein grausamer Herr stieß ihn stets mit dem Ruder zurück. Ueber dieser Be- »iiihiing stürzte er selbst ins Wasser, und würde ertrunken seyn, hatte ihn nicht der treue Hund, der, -so bald er ihn im Strom sah , den Kahn fortschwimmen ließ, über Wasser gehalten, bis man zu seiner , Rettung herbei kam. Indiskretion. r: Ein junger reisender Handwerksgeselle gieng an einem Garten vorüber, blieb dort stehen und scdnitt von einem, über den niedern Gartenzaun ragenden Baum einen Ast ab. Der Herr des Gartens sah dieß und rief ihm aus dem Fenster des Gartenhauses zu: He ! was macht Ihr denn da? — Ich braucht einen Stab , und da schneid' ich mir hier einen ab:; —■war des Fremden Antwort. — Schön! erwrederte der Herr ! Bedenket doch, wenn jeder Vorübergehende sich bei mir einen Stab abschneiden wollte, so würd' ick bald keinen Baum mehr in meinem Garten haben! — Ach — versezte lakonischder Geselle — es wird nicht Zeder so. indiskret seyn!- ., . R ä t h s e l. Mit P dien' ich dem Zeitungsschreiber Mit M bin ich dem Trinker lieb, Mil K besorgen mich die Weiber, Mit R mach' ich das Helle trüb. Auflösung des Logogryphs in Nro. 40. Himmel — Schimmel. : Kir chenbuchs- Auszüge. Geb 0 r n e. Den s 3 . Okober. Maria Louise; Vater: Bernhard Schumacher, Bürger und Bierbrauer.. Den 24 Oktober. Maria Rosalia; Vater: Hr. Friederich Osswald, Bürger und Sonnenwirth. Den 26. Oktober. Karl Friederich; Vater: Hr. Karl Hesel , Bürger'und Pfalzwirth. - " Getraute. Den 28. Oktober. Hieronimus Hurle, Bürger und Kiefermeister zu Gagenau, mit der ledigen Maria Anna Glatt. ' w. Gestorbene. , De» Oktober. Karl Eduard, >7 Tage alti Mutter: die ledige Theresia Burg, • Frucht - Brod - und Fleisch-Prei f e. F r u ch t- Preise'. S ’ v amsta . 23 . Okt a, . ' D r i e n st a g .' '26. Okt. Fleisch - Taxe v. oj. Sept. B r 0 d - T a r « 1: - vock 14. August. » Fiertel fl. kr. fl.: kr. fl- .kr. fl. kr. Das & kr. Weiß brod: kr. Waizen . . . 8 3 o 6 — 8 — 6 3 o Ochsenfieisch . 9 bi Loth für ... 1 Halbwaizen . 5 3 o 5 — 5 3 o 5 — Geringeres . — ,3 Loth für . . . 2 Korn . . i .. — — — — 5 — — — Kuhfleisch . . 7 Hasbweiß: .i» Ä für . b Gerst.... "— — — — — — — — Kalbfleisch . . 9 detto 4 für . l 2 Welschkorn 1 ' —■ Hammelfleisch, 8. , Schwarz : 2 & für . 4 Haber y S.' ." - UL 3 ; 12 3 ' — 3 12 3 — Schweinefleisch 1 1 detto ( 4 & für . 8 (Viktualien - Preise vom 2b. Oktober.) Rindschinalz das Pfund *4 kr. — Schweineschmalz 24 kr. Butter i ’5 kr. — Lichter 24 kr. — Saife >8 kr. — 4 Eyer für 8 kr. _u ,... __ , _■_ , ■ ... ... ■ — Offei»bürg, gedruckt und verlegt von Andreas Patsch.