Mit Großh. Badischem gnädigstem Privilegium, ^■ oo a o ooe oo aoooooooaoaoeoooooeaoBoooooooooooQooooepoqeoo ao a oooia ooDO» Nro. 41. Samstag, den 11. Oktober, 1823. wooooooeooo e oeoaoecooeoeo o oooaooooaoooooiaeooooooooooQoo o ooooaoBO o aaw Kreisdirektorial-Bekanntmachung. (K. D. Nro. ,6,217.) Die Verzollung der Knochen - Ausfuhr betreffend. DaS Großherzegliche Finanz-Ministerium hat unterm 17. v. M. Nro. 4702. eröffnet, daß die Knochen im Zoll wie gemeines Bein zu behandeln, somit vom Zentner » fl. ,2 kr. AusgangSzoll zu erheben feyen. Die Obereinnehmereien und die Oberzoll°Inspektion werden daS Zollerhebung-« und Aufsichts-Personal« hiernach-anweisen. Offenburg, den Oktober ,823. Großherzegliche- Direktorium deS Kinzig. KreifeS. Kirn. v6t. Gyffer. Obrigkeitliche B Schulden- Liquidationen. Andurch werden alle diejenigen, welche an folgende Personen etwas zu fordern haben, unter dem Präjudiz, von der vorhandenen Masse sonst mit ihren Forderungen ausgeschlossen zu werden, zur Liquidation derselben vorgeladen. — Aus dem „ Oberamt Offenburg. (2) zu Grießheim, an den in Gant erkannten Bürger und Schustermeister Norbert Nesen, auf Montag den 20. Oktober d. I. Vormittag- 8 Uhr, auf diesseitiger OberamtS - Kanzlei. (2) zu Hofweier, an den in Gant erkannten Bürger und Bäckermeister Benedikt Geck, auf Montag den »7. Oktober d. I. Vormittags um 8 Uhr, auf diesseitiger OberamtS-Kanzlei. Bezirksamt Lahr. (0 zu Dmglingen, an den in Gant erkannten AndreaS Keller, auf Mittwoch den 22. Oktober d.J. Nachmittags 2 Uhr, bei hiesigem Bezirksamt. ekanntmach ungen. Kauf.Anträge. (>) Offenburg. ^Versteigerung) Samstag- den ,6. d. M. Nachmittag- um 2 Uhr wird in hiesiger Stadt-Kanzlei von dem Eigenthum der Bäckermeister Michael Fischerfcken Ehefrau öffentlich zu Etgenthum versteigert werden: Ein Allmendgarten im inner» Stadtgraben beim Schwabenthor, einerseits Mathias Geigers Wittwe, anderseits Anton OehlerS Wittwe. Offenburg, den 2. Oktober illaZ. Grofiherzoglicher Stadtrath. (2) Ludwigs-Saltne Dürrheim. ^Wirth- schafts - Verpachtung.) Die unterm ,5 September d. I. bekannt gemachte vorzunehmende Verpachtung der hiesigen Salinen - Wirthschaft zum goldenen Löwen findet wegen besonder»» Vorfallenheilen auf Mittwoch den 22. Oktober d.J. nicht statt, sondern dieselbe wird erst biS Donnerstag den > 3 . November d. I. Vormittags dahier vorgenommen werden, waS man andurch zur Kenntntß bringt. Greßherzvgl. Salinen. Direktion. M i - c e l l t 1» Verzeichniß d«S im Laufe dieser Woche dahier geschlachteten Rindviehs. * Karl Henko. Einen Ochsen von 553 Pf., und einen Ochsen von 481 Pfund. Joseph Kämmerer. Einen Ochsen von 622 Pf. Jakob Doll. Einen Ochsen von 5 oq, ein« Kuh von 35 o, eine von 338 , «ine von 3 ? 3 , und «ine von 247 Pfund. Ignaz Schreiber. Einen Ochsen von 497 Pf. Michael Burk d. j. Eine Kuh von 498. Pf. August Kämmerer. Ein Kuh von 34 » Pfund. Valentin Schmidt. Eine Kuh von 284, ein Rind von 362, und eine- von 269 Pf. Michael Burk d. ä. Eine Kuh von 336 Pfund. Joseph T r i t s ch l r r. Ein Rind von 22Z Pf. Landelin Ko-mann. Ein Rind von 255 Pf. Anton Schmidt. Ein« Kuh von 36 > Pf. Martin Männer. Eine Kuh von 264 Pf. Offenburg, den n. Oktober 1823. Großherzoglich«- Oberamt. Bekanntmachungen. (>) Offenburg. sAnzeige.^ E- sind 42 Stück Faßdauben, b Schuh 9 Zoll lang, 42 Stück detto, 7 und rin halber Schuh lang, 27 Bedenstücke, 4 Spalen nebst 3 Untrrsätzen, sämmtliche- wohlbehalten zu verkaufen. Ausgeber diese- sagt von wem. (2) Offen bürg. sAnzeige.H Dem verehrlichrn Publikum wird hiemit bekannt gemacht, daß ich mein Logis in der Rosengasse verlassen, und nun daS der Oberjäger Wertherschen Wittw« in der Hundsgass« bezogen habe. Meinen Gönnern, welch« wich mit ihrem Zuspruch beehren, rerspreche ich prompte Bedienung und billige Preise. August Bruno, Canditor. (2) Offenburg, s Anzeige.^ Jakob Wörner, Gärtner dahier, erbietet sich, den Blumenliebhabern, welche ihm ihr« Blumen anvertrauen wollen, dieselben den Winter hindurch aufzubewahren, wofür der Topf b Kreuzer kostet, und versickert, dieselben nach ver- sivssenem Winter wieder gesund zurück zu stellen. Auch sind bei ihm alle Arten Spalierbäume, hochstämmige Rosenbäum« re. um billige Preise zu haben. (0 Offenburg. sLcgisvermiethung.) Es ist ein Zimmer mir Bett und Meubles zu vermietheu, wozu auch noch Kost abgegeben werden kann. Ausgeber diese- sagt von wem. (2) Offenburg. sLogisvermiethung^ Bei Gärt, »er Jakob Werner in der Vorstadt ist ein Logis, bestehend in 2 Zimmern, Kücke und Platz für Holz zu vermiethen; dasselbe kann sogleich bezogen werden. Der Kardinal della Genga ist am 27. Sept. zum Pabst erwählt worden, und hat den Namen Leo XII. angenommen. S«. Heil. Leo XII. ist im Jahre »760 am s. Aug. auf dem gräflichen Schlosse della Genga im Ankona- schen Gebiete geboren. Er trat im Jahre >798 bei Gelegenheiten der ersten franzbs. Invasion in Staats, dienst«. >4 Jahre hindurch bekleidete er das Amt eines päbstl. NuntiuS in Teutsckland, und als der König von Frankreich feinen Thron bestiegen hatte, war er es, der ihm im Namen PiuS VII. Glück wünschte. Zum Kardinal ward er im Jahre >8>6 ernannt. Leo XII. ist ein großer wohlgewachsener Mann, ein Freund der Künste, in Geschäften wohl erfahren. Er hat, wie man sagt, die Kraft zu wollen, und die Geschicklichkeit zu erlangen. Wenn man die Frage aufwerfen wollte, zn welcher Parthei er vor der Hand gehöre, so müsse man der Wahrheit nach erklären-: Zu der rein italienischen und zu keiner andern. Er ist ein Mann von sehr unabhängigem Charakter, der nicht bloß Pabst, sondern auch Souverain seyn wird. Der letzte Pabst des Namens Leo (XI.) ist wenig bekannt, sein Pontifikat dauerte nur etliche und 20 Tage. Er ward am >. April >b «5 zum Pabst erwählt, unb starb den 27. desselben MonatS, 70 Jahr« alt. Rom, den 24. Sept. Folgende- ist «in Au-zu- au- dem Testamente Pius VII., von ihm dlktirt den 9. März d. I. im Pallaste des Quirinals. Er schenkt seinem geliebtesten Sohne in Christo und Neffen, dem erstgebornen Grafen Scipione Ehiaramonli, ein im Gebiete von Faenza gelegenes Landgut, das Er für >28,000 Scudi au- Seinem Privatvermögen gekauft hat. Diese Schenkung geschieht in Betracht der Verehlichung des besagten Chiaramonti mit der Prinzessin Barberini. Aus verschiedenen andern Gütern, und dem, waS man nach Seinem Tode in Privatvermögen finden wird, errichtet er «in« Primogenitur zu Gunsten seines Pronepoien, Tcmmaso Chiaramonti, und bestimmt den übrigen Prcnepcten eine angemessene Appanage. Die jünger« Lrüder des Pronepoien erhalten jährlich 5 oo Scudi. im Falle aber daß ihrer mehr alS zwei seyn soürrn., bekommt jeder nur 3 bo. Zum Administrator dieser Prcmiaenitur ist Fürst Barberini ernannt. Hierauf verfügt er über das, wa- man nach seinem Tode finden wird ( und widerruft also die oben ausgesprochene Disposition zu Gunsten der Primogenitur.) ES soll daraus rin Kapital gebildet , angelegt unb durch die Zinsen vermehrt werden, um zur subsidiarische» Doration der weiblich cn Nach, kommen zu dienen. Seinem Bruder, D. Gregori» I <-«*=»© 1t53 Ehiaramonti, sichert er auf Lebenszeit einen Jahrgehalt von s 5 oo Scudi, seiner Nichte, Donna Helena, einer Benediktinernvnne, einen Jahrgehalt von 400 Scudi zu. Mit «enem fruchtbringenden Kapital in konsolidirten Renten, daö in der Staatsschuldenkasse liegt, und jährlich 1000 Scudi einbringt, errichtet Er in seiner Familie ein Prälatur, zu der die Ernennung seinem Neffen, Scipio Chiaramonli, zusteht. Dies« letzte Disposition ist vom 2Z. April d. I. Durch andere Verfügungen, die wie man hört, der heilige Vater kurz vor seinem Tode beschloß, vermacht Er seine Bibliothek dem Benediktiner-Kloster in Cesena, wo er sein Ordenskleid anzog, und weiSt seinem vornehmsten Hausbedienten Jahrgehalt« an. AuS Kognia (in Natolien) berichtet man eine rührende Begebenheit, die einerseits an die Schwärmerei der ersten Jahrhunderte der christlichen Kirche erinnert, anderseits dem Edelmuth und der Menschlichkeit des dortigen Pascha zur Ehre gereicht. Bei der Plünderung und Verheerung deS unglücklichen Chios schleppte ein aus Kognia gebürtiger Türke eine der Chiotinnen (welche schon in grauer Vorzeit wegen ihrer Schönheit berühmt waren und diesen Ruhm noch immer behaupten) alS Sklavin mit sich in seine Vaterstadt, zwang sie zum Jslamismus überzutreten «nd verehlichte sich dann förmlich mit ihr. Eine Nacht benutzt das von Mißhandlungen aller Art außer sich gebrachte Weib den Schlaf ihres Peinigers, stößt ihm den Dolch in die Brust und überliefert sich dann selbst den Gerichten , indem sie dem Richter auf sein« Frage antwortet: „Ja! ich habe ein Unhroer ermordet, das in Chios in meinem eigenen Hause meinen Vater, meine Mutter, meinen Gatten, mein Kind vor meinen Augen nirdergemetzelt, und mich gezwungen hat, Türkin zu werden, während ich im Herzen noch immer Christin blieb und ewig blechen werde." Der edle Pascha begnadigte sie und ließ sie frei von dannen ziehen. Binnen einem Jahre sind in der ungarischen Frei' stadt Bö sing dreizehn Feuersbrünste — und zwar meistens von 10 bis 12 Uhr Nachts — ausgrbrochrn, wodurch viele Familien ihrer gänzlichen Habe, ja einige Personen ihres Lebens beraubt wurden. Fünf bi» sechsmal ist das Feuer, alS gelegt befunden, so. gleich unterdrückt worden. Man verdoppelt« die bürgerlichen Feuerwachen, ordnete Feuerpatrouillen an, befehligte die Bewohner der benachbarten Dorfschaften, der Stadt bei einer entstandenen Feuersqefahr sogleich zuzurilen, und den vielleicht flüchtigen Verbrecher aufzufangen. Aber Alles umsonst! Es kam schon so weit, daß man sich keine Nacht mehr sicher glaubte, und zu schlafen vermochte; man legte sich daher ganz angrkleidet zu Bette, und erwartet« auf diese Weise mit Zittern ein neues gleiche« Unglück. Am 17. Aug. l. I. wurde endlich das Ungeheuer, da« einer solchen ruchlosen That fähig war, entdeckt. Kurz vor der an diesem Tage, Nachts >0 Uhr, ausgebrochenen FeuerS- brunst ließ nemlich der städtische Trabant, Johann Szmerko, vor einigen Bürgern die Drohworte verlauten: „Heute wird — und muß es noch brennen!" AlS derselbe darauf eingezogen, und in Gegenwart weherer verhört ward, läugnete er hartnäckig daS Gesagte; endlich aber nach einigen Tagen, gestand er freiwillig sowohl diese», als auch: daß er >>mal, und zwar meistens zu der Zeit, wo er die Runde mit der Patrouille gemacht, hinter lezterer zurückbleibend, daS Feuer an verschiedenen Orten gelegt habe. ES ist berechnet worden, daß mehr Schiff« in einem Jahre in London aus- und einlaufen, als in allen Häfen der ganzen Welt. Die Aus- und Einfuhr soll jährlich 70 Millionen Pfund betragen, 4000 Lastträger werden täglich beschäftigt, Güter auS- und einzupacken; »200 Zollbeamte wachen beständig in der Douane. Täglich liegen 2S00 Schiffe vor Anker, in den Docks, oder in der Themse: 3000 Nachen und Schifflrin sind mit der Ladung der Maaren, 3 000 mit der Ueberfahrt von Menschen beschäftigt, worauf 8000 Matrosen daS Ruder führen. Die Zahl der jährlich nach London «inlaufenden größeren Schiffe soll sich auf 25,000 belaufen. Di« Bevölkerung von England betrug im Jahr« 1700 — 5,475,000; 1750 — 6,467,000; von Eng» land und Schottland zusammen 1801 — 10,820,200; >61 r — 12,378,400; »621 •*- i 4 , 353 , 8 oo. »-—Di« Bevölkerung der Stadt London war im Jahre »700 — 674,350; »760 — 676,260; >601 — qoo,ooo; 1811 — i,o 5 o,ooo; 1821 — 1,274,600. Die königlichen Buchdrucker in Schottland habe» sämmtlich« zahlreiche Thrilnehmer der Bibelgesellschaft zitiren lassen, weil die Einführung von Bibeln in Schottland in ihr« Privilegien eingreif«. Nach einer umständlichen Berechnung im Con* stitutionnel des Dames hat dir panische Inquisition vom Jahre 1461 bis >820, 34,658 Menschen lebendig und 10,04g im Bilde verbrennen lassen. 288,214 aber zu ewiger Kettenstrafr oder Gefängniß verurtheilt; zusammen also 340.921 Menschen vernichtet. Obn- erachtet in dieser Anzahl die Menge der in neuerer Zeit eingekerkerten, auf die Galeeren geschmiedeten, oder deS Landes verwiesenen, so wenig als dir unzähligen in den Kolonien, Sizilien, Flandern und Sardinien auf Anstiften der Inquisition Hingerichteten und ohne Urthel und Reckt ermordeten oder einer qualvollen Existenz prrisgegrbenrn Individuen mit begriffen sind. 164 o3. Sept. B r 0 d - T ar e vom 23. Äug. 1 Fiertel fl. kr. fl. kr. fl. kr. fl. kr. DaS Pf. kr. Weißbrod: kr. Waizen . . . 9 — 6 — 9 — b — Ochsenfleisch . 7 b 1/2 Loth . . für 1 Kernen . . . — — — 7 — — — Geringere- . b i3 Loth ... — 2 Halbwaizen. . 4 4« 4 »2 5 — 4 48 Kuhfieisch . . b 19 1/2 Loth . . — 3 Korn .... 4 — — — 3 3f> — — Kalbfleisch . . 7 1 & 7 Loth . . — 6 Gerst.... r I 2 — — 3 12 — — Hammelfleisch b Halbweiß: 2 & . — b Molzer . . . 3 3b — 4 — — — Schweinefleisch 0 bette 4 fe . — 12 Welschkorn. . — — — — — — — — Sveck geraucht. »4 Schwarz : 2 & , — 5 Haber 7 S. . 2 45 — — 2 3o — — Schweineschm. ib dett» 4 % . — IO (Viktualien - Preise vom 1 ». Okt. ) Lichte r 1b fr. — Butter ib kr. — Eyer b für b kr. Redaktion, Druck und Verlag von Andreas Patsch.